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        <title>Fastenfischwurst</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-26">2026-07-26</date>
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          <title>Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 20291</title>
          <date when="1492">1492</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.n1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (schwäbisch, südwestdeutscher Sprachraum, 1492-1494)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="alb-002">
        <head>Fastenfischwurst</head>
        <div type="original" xml:id="alb-002-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#alb-002-trans">
          <p>vasten visch Item wurst In der vasten machen also nim visch vnd tuo Inen also vor vnd welsch winber darIn vnd nim den darm vnd magen vnd kroß von fischen vnd kerr die vm vnd mach iij vnd was dir vber belib von dem geheck das mach zuosammen vnd welee wursten oder gibes In ainem glowen pfeffer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="alb-002-trans" xml:lang="de" corresp="#alb-002-orig">
          <p>Auch Wurst in der Fastenzeit machen, und zwar so: Nimm Fisch und bereite ihn wie zuvor beschrieben vor, und welsche Weinbeeren (Rosinen) hinein. Nimm den Darm, Magen und die Kröse der Fische, kehre sie um und mache drei daraus. Was dir vom Gehackten übrig bleibt, das füge zusammen und forme Würste daraus, oder gib es in einen glühenden Pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="visch">Fisch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="welsch winber">Rosinen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="darm">Fischdarm</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="magen">Fischmagen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="kroß">Fischinnereien (Kröse)</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#alb-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fastenfischwurst: gereinigte, gewendete Fischinnereien (Darm, Magen, Kröse) werden mit Fischhack und Rosinen zu Würsten verarbeitet; das übrige Hack wird zu weiteren Würsten geformt oder in eine würzige Pfeffersauce gegeben. Verwandt ist die Hechtklößchen-Tradition (Fischfarce, in Flüssigkeit gegart) sowie allgemein die Praxis, Tierdärme als Wursthülle zu nutzen - hier eben die Innereien des Fisches selbst.

„also vor". Der Text verweist auf eine „wie zuvor" beschriebene Vorbereitung des Fisches, die im erhaltenen Abschnitt nicht ausformuliert ist (im Korpus ein Hapax ohne Parallelstelle) - gemeint ist plausibel das übliche Putzen, Entgräten und Zerkleinern.

„kroß". Korpusweit in mehreren anderen Rezepten als Gekröse/Eingeweide belegt; die Lexer-Alternative „Knorpel" ist möglich, aber schwächer bezeugt.

„mach iij". Bleibt zahlenmäßig offen - drei fertige Würste oder drei Portionen der Füllung sind beide mit dem Wortlaut vereinbar.

„welee wursten". Mhd. „wellen" ist als „walzen/wälzen" belegt; ein eng verwandtes Rezept hat an der strukturell parallelen Stelle exakt dieselbe Wendung - das stützt die wörtliche Lesart „wälze es hinein" stärker als die reine Formulierungs-Deutung „forme Würste".

„glowen pfeffer". Das Faksimile bestätigt die Schreibung „glowen" (nicht „gelwen"/gelb) - gemeint ist eine glühend-scharfe, dunkle Sauce, nicht zwingend das Gewürz Pfeffer allein.

Praxis. Fisch putzen und hacken, mit Rosinen mischen. Darm, Magen und Kröse des Fisches gründlich wenden (innen nach außen) und reinigen, dann als Hülle für die Fischmasse nutzen - für drei kleine Portionen reichen dünne Fischinnereien als Hülle. Übriges Hack zu Würsten formen oder in eine scharf gewürzte, dunkle Pfeffersauce geben. Der Text nennt keinen Gar-Schritt; vor dem Servieren empfiehlt sich ein Durchgaren (sieden oder über dem Feuer braten/rösten), wie bei jeder Wurstzubereitung üblich. Fisch und Fischinnereien sind hochverderblich - eine zuverlässige Kühlkette bis zur Verarbeitung ist Pflicht, gerade auf einem Markt im Sommer ohne Kühlmöglichkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#alb-002-orig" n="vasten visch" resp="#fyndling">Eine Speise, die für die Fastenzeit geeignet ist. Im Mittelalter war Fisch eine erlaubte Speise an Fastentagen.</note>
        <note type="gloss" target="#alb-002-orig" n="welsch winber" resp="#fyndling">Wörtlich ‚welsche Weinbeeren‘, was Rosinen aus romanischsprachigen Ländern (z.B. Italien, Frankreich) bezeichnet.</note>
        <note type="gloss" target="#alb-002-orig" n="kroß" resp="#fyndling">Bezeichnet hier essbare Fischinnereien (Gekröse/Eingeweide) - korpusweit in mehreren anderen Rezepten belegt. Die Lexer-Alternative ‚Knorpel‘ ist möglich, aber seltener bezeugt.</note>
        <note type="gloss" target="#alb-002-orig" n="geheck" resp="#fyndling">Das Gehackte oder die Füllung, hier aus Fischfleisch, Rosinen und Innereien.</note>
        <note type="gloss" target="#alb-002-orig" n="glowen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein ‚Pfeffer‘ war im Mittelalter eine würzige, oft dunkle und gebundene Sauce oder ein Eintopf. ‚Glühend‘ kann sich auf die Schärfe der Gewürze oder eine intensive, glutartige Farbe beziehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#alb-002-orig" n="also vor" resp="#fyndling">‚Bereite ihn entsprechend vor‘ - dies wird als allgemeine Anweisung zur Vorbereitung des Fisches (Reinigen, Filetieren, Zerkleinern) verstanden, da keine spezifische Vorbereitung im Rezept genannt wird. Im Korpus ein Hapax ohne Parallelstelle.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#alb-002-orig" n="kroß" resp="#fyndling">‚Fischinnereien (Kröse)‘ - im Kontext von Darm und Magen wird ‚kroß‘ als weitere essbare Fischinnerei interpretiert, die zur Füllung verwendet wird. Korpusweit in mehreren anderen Rezepten (Gekröse/Eingeweide) belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#alb-002-orig" n="mach iij" resp="#fyndling">‚mache drei daraus‘ - die Zahl bleibt sachlich offen zwischen zwei Lesarten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#alb-002-orig" n="welee wursten" resp="#fyndling">‚wälze/rolle es hinein‘ - die wörtliche Lesart von mhd. ‚wellen‘ (walzen/wälzen), gestützt durch ein strukturell paralleles Rezept mit derselben Wendung an derselben Stelle.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#alb-002-orig" n="glowen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">‚glühender Pfeffer (eine würzige, dunkle Sauce)‘ - ‚Pfeffer‘ bezeichnet hier ein Gericht, ‚glühend‘ bezieht sich auf Schärfe oder eine intensive, glutartige Farbe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#alb-002-orig" n="Garschritt (nicht im Text)" resp="#fyndling">Das Transkript endet mit dem Zusammenfügen der Wurstmasse bzw. dem Verweis auf den Pfeffer, ohne einen Gar-Schritt (Sieden, Braten, Rösten) zu nennen. Als moderne Praxisempfehlung wird von einem Durchgaren vor dem Servieren ausgegangen.</note>
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