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        <title>Coppo-Pasteten: Fleisch- und Gemüsevarianten</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/ant-065/</idno>
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          <title>Libro della cocina (Anonimo Toscano)</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/an-tosc.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition); Basis: Francesco Zambrini, Il libro della cucina del sec. XIV, Bologna 1863 (Public Domain). Englische Vergleichs-Übersetzung: Helewyse de Birkestad, 2007 (italophiles.com)</note>
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        <language ident="it-med">Toskanisches Volgare (Ende 14. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ant-065">
        <head>Coppo-Pasteten: Fleisch- und Gemüsevarianten</head>
        <div type="original" xml:id="ant-065-orig" xml:lang="it-med" corresp="#ant-065-trans">
          <p>Simile coppo puoi fare di carne di bue, di porco, come è detto di sopra. E, per mancanza d'agresto, puoi mettarvi succhio di cetrangole, d'aranci e acqua rosada. E puoi fare coppo di carne di capriolo e d'altre carni, e di coratelle di capretto con erbe odorifere, spezie e zaffarano, e diversificare e coloralle come tu vuoli; e di ceci, fagiuoli, e di zucche e d'altre misture che si ponono nei pastelli.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ant-065-trans" xml:lang="de" corresp="#ant-065-orig">
          <p>Einen ähnlichen Coppo kannst du aus Rind- oder Schweinefleisch zubereiten, wie oben beschrieben.</p>
          <p>Fehlt dir Verjus, so kannst du stattdessen den Saft von Zitronatzitronen, Orangen und Rosenwasser hinzufügen.</p>
          <p>Du kannst Coppo-Pasteten auch aus Rehfleisch und anderem Wildbret herstellen, sowie aus Herz, Leber und Lunge vom Zicklein, mit wohlriechenden Kräutern, Gewürzen und Safran; und farblich und geschmacklich abwandeln, wie du magst.</p>
          <p>Und aus Kichererbsen, Bohnen, Kürbis und anderen Füllungen, die man in Pasteten gibt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="carne di bue">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="di porco">Schweinefleisch</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="agresto">Verjus</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="succhio di cetrangole">Saft von Zitronatzitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="d'aranci">Orangensaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="acqua rosada">Rosenwasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="carne di capriolo">Rehleisch</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="d'altre carni">Wildbret</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="coratelle di capretto">Herz, Leber und Lunge vom Zicklein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="erbe odorifere">Wohlriechende Kräuter</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="spezie">Gewürze</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zaffarano">Safran</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ceci">Kichererbsen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="fagiuoli">Bohnen</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zucche">Kürbis</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pastelli">Pastetenteig</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ant-065-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist kein eigenständiges Rezept, sondern der Varianten-Anhang zum vorangehenden coppo (ant-064): eine becher- oder mützenförmig hochgezogene Hülle aus festem Mehlteig, gefüllt und im Ofen gebacken - der Form-Vorfahr von Pasticcio, Timbale und der gefüllten Pastete. Der Text zählt nur auf, womit man die Hülle sonst noch füllen kann: andere Fleischsorten, Wild, Innereien oder rein pflanzliche Füllungen.

Coppo (von lat. cuppa, Becher - wie auch der italienische Dachziegel) ist im Anonimo Toscano ein eigenes Mini-Kapitel mit sechs Varianten. Das Grundverfahren (Teig anrühren, hochziehen, vorhärten, füllen, backen) steht im ersten Rezept der Reihe (ant-064) und wird hier vorausgesetzt.

Coratelle di capretto meint das Geschlinge - Herz, Leber und Lunge - eines Zickleins, klein gehackt als Füllung. Agresto (Verjus, der Saft unreifer Trauben) ist das übliche Säuerungsmittel; der Text bietet ersatzweise Zitronatzitronen- und Orangensaft mit Rosenwasser an.

Praxis. Den festen Mehlteig (Mehl, Wasser, etwas Fett, Salz) in eine schmale Form drücken und hochziehen. Füllung nach Wahl: feingehacktes Rind, Schwein, Reh- oder Wildfleisch, oder gegartes Zickleingeschlinge, gewürzt mit Petersilie/Salbei/Majoran, Pfeffer-Ingwer-Nelken-Muskat und einer Prise eingeweichtem Safran. Für die Fastenvariante stattdessen weichgekochte Kichererbsen, Bohnen oder Kürbismus. Einfüllen, deckeln, im Ofen bei 180 °C goldbraun backen.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="Coppo" resp="#fyndling">Ein „Coppo“ (ital. coppa = Becher, Schale) bezeichnete im Mittelalter eine Art Pastete oder gefüllte Teigtasche, oft in einer Schale oder Form gebacken. Das Grundrezept wird hier nicht explizit genannt. Siehe auch Coppo-Cluster in den Grundlagen für die übergreifende Form-Erklärung und alle sechs Varianten im Anonimo Toscano.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="agresto" resp="#fyndling">Agresto ist der Saft unreifer Weintrauben, auch bekannt als Verjus. Er wurde im Mittelalter häufig als Säuerungsmittel verwendet, ähnlich wie Essig oder Zitronensaft.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="cetrangole" resp="#fyndling">Die Zitronatzitrone ist eine alte Zitrusfrucht, deren dicke Schale oft kandiert (Zitronat) oder für ihren Saft verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="coratelle di capretto" resp="#fyndling">Als Coratelle bezeichnet man die Innereien, insbesondere Herz, Leber und Lunge (das ‚Schlachtabfall‘ oder ‚Lungenmus‘) eines jungen Tieres, hier eines Zickleins.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="erbe odorifere" resp="#fyndling">Wohlriechende Kräuter waren im Mittelalter eine breite Kategorie, die von Petersilie und Salbei bis zu Majoran und Thymian reichte.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="spezie" resp="#fyndling">Gewürze umfassten im mittelalterlichen Italien typischerweise Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und Zimt, oft in Mischungen verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#ant-065-orig" n="pastelli" resp="#fyndling">Pastelli sind kleine Pasteten oder Teigtaschen, die mit verschiedenen Füllungen gebacken werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ant-065-orig" n="Coppo" resp="#fyndling">Wir interpretieren ‚Coppo‘ als eine Art Pastete oder gefüllte Teigtasche, da der Text von ‚pastelli‘ (Pasteten) spricht und verschiedene Füllungen beschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ant-065-orig" n="coratelle di capretto" resp="#fyndling">Wir übersetzen ‚coratelle di capretto‘ als Herz, Leber und Lunge vom Zicklein, da dies die gängige Bedeutung von Coratelle für junge Tiere ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ant-065-orig" n="d'altre carni" resp="#fyndling">Wir übersetzen ‚d'altre carni‘ als ‚anderes Wildbret‘, da das Rezept zuvor ‚carne di capriolo‘ (Rehleisch) nennt und der Kontext auf Wildfleisch hindeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ant-065-orig" n="altre misture che si ponono nei pastelli" resp="#fyndling">Diese Phrase wird im Fließtext als ‚andere Füllungen, die man in Pasteten gibt‘ übersetzt, aber nicht als separate Zutat aufgeführt, da sie zu vage ist, um eine spezifische Zutat zu benennen.</note>
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