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        <title>Mittelalterlicher Met nach BvgS</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-014">
        <head>Mittelalterlicher Met nach BvgS</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-014-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-014-trans">
          <p>Wilt du guoten met machen.
 Der guoten mete machen wil, der werme reinen brunnen,
 die hant dor inne liden kuenne, vnd neme zwei maz wazzers
 eine honiges. daz ruere man mit eime stecken vnd laz ez
 hangen vnd sihe ez denne durch ein rein tuoch oder durch
 harsip in ein rein vaz. vnd siede denne die selben wirtz
 eime acker lanc hin vnd wider vnd schume die wirtz mit
 vensterehten schuezzeln, da der schume inne blibe vnd
 wirtz. dor noch guez den mete in ein rein vaz vnd bedecke
 daz der bradem iht vz muege, als lange daz man die hant
 inne geliden muege. So nim denne ein halp mezzigen hafen
 in halp vol hopphen vnd ein hant vol salbey
 vnd siede daz mit der wirtz gein einer halben mile. vnd
 denne in die wirtz vnd nim frischer heven ein halb noezzelin
 guez ez dor in. vnd guez ez vnder ein ander, daz es
 werde. so decke zvo, daz der bradem iht vz muege, einen
 eine naht. So seige denne den mete durch ein reyn tuoch
 durch ein harsip vnd vazze in in ein reyn vaz vnd lazze
 drie tac vnd drie naht vnd fuelle in alle abende. Dar
 man in aber abe vnde huete, daz iht hefen dor in kume,
 laz in aht tage ligen, daz er valle, vnd fuelle in alle
 nach loz in abe in ein gehertztez vaz vnd laz in ligen
 vnd trinke in denne erst sechs wuochen oder ehte, so
 beste.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-014-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-014-orig">
          <p>Wer guten Met herstellen möchte, der wärme reines Quellwasser, sodass man die Hand darin ertragen kann. Man nehme zwei Maß Wasser und ein Maß Honig. Dies rühre man mit einem Stock um und lasse es eine Weile ruhen. Dann seihe man es durch ein reines Tuch oder ein Haarsieb in ein sauberes Gefäß. Danach koche man diese Würze für die Dauer eines Ackers hin und her und schöpfe den Schaum mit einer gelochten Schöpfkelle ab, sodass der Schaum darin verbleibt und nicht die Würze. Danach gieße man den Met in ein reines Gefäß und bedecke es, damit kein Dampf entweichen kann, so lange, bis man die Hand wieder darin ertragen kann. Dann nehme man einen Topf von halbem Maß, fülle ihn halb voll mit Hopfen und gebe eine Handvoll Salbei hinzu. Dies koche man mit der Würze für die Dauer einer halben Meile. Dann gebe man eine kleine Menge frischer Hefe (ein halbes Nüsschen) in die Würze und rühre es untereinander, damit es zu gären beginnt. Dann decke man es zu, damit kein Dampf entweichen kann, für einen Tag und eine Nacht. Danach seihe man den Met durch ein reines Tuch oder ein Haarsieb und fülle ihn in ein reines Gefäß. Man lasse ihn drei Tage und drei Nächte gären und fülle ihn jeden Abend auf. Danach lasse man ihn erneut ab und hüte sich davor, dass Hefe hineingelangt. Man lasse ihn acht Tage liegen, damit er sich setzt, und fülle ihn jeden Abend auf. Danach fülle man ihn in ein geharztes Gefäß und lasse ihn acht volle Tage liegen. Trinke ihn dann erst nach sechs oder acht Wochen, dann ist er am besten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="reinen brunnen / zwei maz wazzers">Quellwasser</ingredient> - 2 l</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eine honiges">Honig</ingredient> - 1 l</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein halp mezzigen hafen in halp vol hopphen">Eine halbe Topf-Füllung Hopfen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein hant vol salbey">Eine Handvoll Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="frischer heven ein halb noezzelin">Eine kleine Menge frische Hefe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein Methiglyn, ein gewürzter Met, der durch die Zugabe von Hopfen und Salbei eine herb-aromatische Note erhält. Mit seinem Honig-Wasser-Verhältnis von 1:2 ist er ein kräftiger Vorläufer der modernen Met-Braukunst, angelegt auf eine lange Reifung.

Das geharzte Gefäß. Am Ende der Herstellung wird der Met in ein geharztes Gefäß umgefüllt - ein Behälter, dessen Innenseite mit Baumharz oder Pech ausgekleidet oder abgedichtet wurde. Das Abdichten von Fässern und Gefäßen mit Harz war eine reale mittelalterliche Praxis zur Konservierung und Versiegelung von Getränken, kurz vor der mehrwöchigen Reifung technisch folgerichtig.

Praxis. Erwärme das Quellwasser nur so weit, dass du die Hand noch darin halten kannst (handwarm), und löse den Honig darin im Verhältnis zwei Teile Wasser zu einem Teil Honig. Nach kurzem Ruhen durch ein Tuch oder Haarsieb abseihen, dann die Würze über längere Zeit köcheln lassen und den aufsteigenden Schaum mit einer gelochten Schöpfkelle abschöpfen - das klärt die Würze und entfernt Eiweiß- und Trübstoffe. Vor der Zugabe von Hopfen und Salbei sowie vor der Hefegabe die Würze jeweils wieder auf Handwärme abkühlen lassen, das schützt Aroma und Hefekultur. Nach dem Animpfen mit frischer Hefe folgt die mehrtägige Hauptgärung mit täglichem Auffüllen (gleicht Verdunstung aus), danach mehrfaches Abziehen zur Klärung durch Sedimentation. Zum Schluss im geharzten Gefäß mehrere Wochen reifen lassen, bevor der Met genussreif ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="maz" resp="#fyndling">Historisches Volumenmaß, regional unterschiedlich (oft 1-2 Liter). Wichtiger als die absolute Menge ist hier das Verhältnis Wasser zu Honig (2:1).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="wirtz" resp="#fyndling">Die Würze - der noch unvergorene Sud aus Wasser und Honig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="vensterehten schuezzeln" resp="#fyndling">Wörtlich 'gefensterte Schüssel' - eine gelochte Schöpfkelle zum Abschöpfen des Schaums, ähnlich einem modernen Schaumlöffel.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="eime acker lanc hin vnd wider / gein einer halben mile" resp="#fyndling">Metaphorische Zeitangaben für eine längere Dauer - vergleichbar mit der Zeit, ein Feld zu durchpflügen oder eine halbe Meile zu gehen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="noezzelin" resp="#fyndling">Wörtlich 'Nüsschen' - eine sehr kleine Mengenangabe von der Größe einer Hasel- oder Walnuss (hier für die Hefe).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="gehertztez vaz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gehertztez-vaz">Ein geharztes Gefäß - ein Behälter, dessen Innenseite mit Baumharz oder Pech ausgekleidet oder abgedichtet wurde, um ihn für die Lagerung des Mets abzudichten und haltbar zu machen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-014-orig" n="eime acker lanc hin vnd wider / gein einer halben mile" resp="#fyndling">Diese Phrasen wurden als metaphorische Zeitangaben für eine 'geraume Zeit' oder 'lange Dauer' übersetzt, die eine signifikante Kochzeit implizieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-014-orig" n="halp mezzigen hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Dies wurde als 'einen Topf von halbem Maß' oder 'einen mittelgroßen Topf' interpretiert, dessen genaue Größe weniger wichtig ist als die Anweisung, ihn halb mit Hopfen zu füllen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-014-orig" n="noezzelin" resp="#fyndling">Dies wurde als 'eine kleine Menge (ca. 10-20g)' frischer Hefe übersetzt, um eine praktische moderne Mengenangabe zu bieten.</note>
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