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        <title>Leber-Eier-Sauce mit Zwiebeln</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-016/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-016">
        <head>Leber-Eier-Sauce mit Zwiebeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-016-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-016-trans">
          <p>Von einem gerihte von lebern.
 Man sol nemen ein lebern vnd herte eyer, die sol man stozzen
 eime moerser. vnd daz sol man mengen mit luterm trank
 wine oder mit ezzige vnd sol ez malen in einer senf-muelen.
 nem zwiboln, die solt du sueden mit smaltze oder mit oele,
 man giezzen ueber vische oder ueber wiltpret. Noch dirre
 mahtu vil anders dinges machen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-016-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-016-orig">
          <p>Über ein Gericht aus Leber. Man soll eine Leber und hartgekochte Eier nehmen; diese soll man in einem Mörser zerstoßen. Und dies soll man mit klarem Trank, Wein oder Essig vermengen. Und man soll es in einer Senfmühle mahlen. Nimm Zwiebeln, diese sollst du in Schmalz oder Öl dünsten. Man gieße es über Fisch oder Wildbret. Nach dieser Art kannst du viele andere Dinge zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein lebern">Leber</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="herte eyer">hartgekochte Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="luterm trank wine oder mit ezzige">Flüssigkeit</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(implied by 'senf-muelen')">Senfsaat (gemahlen) oder Senfpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwiboln">Zwiebeln</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze oder mit oele">Schmalz oder Pflanzenöl</ingredient> - 1 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine herzhafte, warme Leber-Ei-Sauce, die mit Zwiebeln, Senf und Säure abgeschmeckt wird - im Geiste ein reicher Leberpfeffer oder ein kräftiges Condiment für Fisch und Wildbret.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der feinen Textur der Leber-Ei-Basis: Leber (Hühner- oder Kalbsleber ist ideal, ca. 150-200g) und 2-3 hartgekochte Eier müssen wirklich gründlich im Mörser zerstoßen oder mit einem Pürierstab fein gemixt werden. Gib dann schrittweise den Wein oder Essig (als Startpunkt: 50-80ml) hinzu, bis eine sämige, aber gießfähige Konsistenz entsteht. Die Erwähnung der Senfmühle deutet auf die Zugabe von Senf hin; verwende am besten 1-2 Teelöffel Senfpulver oder scharfen Dijon-Senf, um die nötige Schärfe und Bindung zu erreichen. Die Zwiebeln (eine mittelgroße) in Schmalz oder Öl goldbraun dünsten, nicht zu dunkel, sonst werden sie bitter. Der häufigste Fehler ist eine zu grobe Konsistenz; die Sauce muss homogen sein, damit sie sich gut mit dem Gericht verbindet.

So wird es richtig gut. Die Balance zwischen Säure (Wein/Essig), Schärfe (Senf) und der erdigen Süße der Leber ist entscheidend. Schmecke die Sauce ab und justiere die Säure mit einem Schuss Verjus oder Essig nach. Eine Prise Salz und frisch gemahlener Pfeffer (historisch korrekt) runden den Geschmack ab. Die gedünsteten Zwiebeln geben nicht nur Süße, sondern auch feine Röstaromen; rühre sie entweder unter die Sauce oder verwende sie als Topping für zusätzlichen Biss. Serviere die Sauce unbedingt warm, direkt über gebratenem oder pochiertem Fisch, Wildbret oder auch Geflügel. Die cremige Textur und die würzige Tiefe machen dieses Gericht zu einem echten Geschmackserlebnis.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="lebern" resp="#fyndling">Leber (Kalbs- oder Hühnerleber) - die Basis der Sauce, mit hartgekochten Eiern fein zerstoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="senf-muelen" resp="#fyndling">Senfmühle - das genannte Werkzeug könnte darauf hindeuten, dass Senf untergemahlen wird, auch wenn er nicht eigens als Zutat steht; zwingend ist das nicht (siehe Zwilling koe-001).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="luterm trank" resp="#fyndling">‚Lauterer Trank' = geklärter, heller Wein; liefert hier Säure und Flüssigkeit (Alternative: Essig).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="zwiboln ... sueden mit smaltze oder oele" resp="#fyndling">Zwiebeln in Schmalz oder Öl gedünstet (nicht in Wasser gekocht) - geben Süße und Röstaromen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="giezzen ueber vische oder wiltpret" resp="#fyndling">Die warme Sauce wird über Fisch oder Wildbret gegossen - ein Begleit-Condiment, kein eigenständiges Gericht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-016-orig" n="luterm trank wine oder mit ezzige / luterm tranke. oder mit wine oder mit ezzige." resp="#fyndling">Die Flüssigkeit kann klarer Trank (Brühe), Wein oder Essig sein, wobei der Koch eine dieser Optionen wählen kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-016-orig" n="senf-muelen" resp="#fyndling">Die Leber-Eier-Mischung wird in einer Senfmühle gemahlen, was die Zugabe von Senf (Senfsaat oder -pulver) zur Mischung impliziert, auch wenn Senf nicht explizit als Zutat aufgeführt ist.</note>
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