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      <titleStmt>
        <title>Gegrillter Aal mit Kräuterfüllung</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-018/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-018">
        <head>Gegrillter Aal mit Kräuterfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-018-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-018-trans">
          <p>Von frischen elen.
 Nim frische ele vnd wasche in abe den slim mit kalter aschen,
 loese in abe die hut bi dem haupte vnd zvech die nider
 zagel. hacke salbey vnd petersilien vnd tuo dar zvo gestozzen
 ingeber, pfeffer, enis vnd sa(l)tz zvo mazzen. wirf vf
 zvehe die hut wider veber. besprenge die ele vzzene mit
 brat sie gar vf eime huelzinen roste vnd gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-018-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-018-orig">
          <p>Nehmt frische Aale und wascht ihnen den Schleim mit kalter Asche ab. Löst die Haut am Kopf und zieht sie bis zum Schwanz herunter. Hackt Salbei und Petersilie und gebt gestoßenen Ingwer, Pfeffer, Anis und Salz in Maßen hinzu. Füllt die Kräutermischung in die Aale und zieht die Haut wieder darüber. Bestreut die Aale außen mit Salz und bratet sie gar auf einem hölzernen Rost. Serviert sie anschließend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="frische ele">frische Aale</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kalter aschen">Tasse kalte Holzasche</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="petersilien">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen ingeber">Ingwer (ca. 20g), gestoßen</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">schwarzer Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="enis">Anissamen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sa(l)tz zvo mazzen">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Aal, von der Haut befreit, innen mit einer Kräuter-Gewürz-Mischung gefüllt und dann wieder in seine eigene Haut gehüllt, bevor er auf dem Rost gart - ein Fisch im eigenen Kleid, der von außen wie ein normaler Aal wirkt, innen aber gewürzt und gefüllt ist. Verwandt ist die Technik am ehesten mit dem Farcieren unter der Haut, wie man es von Ballotinen kennt; im Korpus selbst ist bgs-018 fast wortgleich mit koe-014 und mon-042 und findet in kkm-019 eine spätere, ausgeschmückte Fassung.

Die kalte Asche. Kalte Holzasche macht den schleimigen Aal beim Häuten griffiger - der Text beschreibt nur die Handlung, keine Begründung. Alternativ funktioniert auch grobes Salz. Das Abziehen der Haut vom Kopf zum Schwanz erfordert Übung und ein scharfes Messer, damit sie als zusammenhängendes Stück erhalten bleibt und sich später wieder überziehen lässt.

Die Füllung. Salbei, Petersilie, gestoßener Ingwer, Pfeffer, Anis und Salz nach Geschmack werden in die enthäutete Aalhaut gegeben, die Haut wieder darübergezogen und der Aal außen zusätzlich gesalzen. Es handelt sich um eine lose Kräuter-Gewürz-Füllung ohne Bindemittel - kein Brot, kein Ei, keine Farce.

Praxis. Gebraten wird auf einem hölzernen Rost über dem Feuer; der Text nennt weder Zeit noch Hitzegrad, hier hilft nur Beobachten und Probieren. Ein Holzrost ist authentisch, verbrennt aber leicht - wer das vermeiden will, kann ersatzweise einen Metallrost verwenden. Der Aal ist gar, wenn sich das Fleisch leicht von den Gräten löst.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="elen" resp="#fyndling">Aale</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="slim" resp="#fyndling">Schleim</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="aschen" resp="#fyndling">Asche</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="hut" resp="#fyndling">Haut</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="zvech die nider ... zagel" resp="#fyndling">zieht die Haut bis zum Schwanz herunter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="zagel" resp="#fyndling">Schwanz</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="gestozzen" resp="#fyndling">gestoßen (im Mörser)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="zvo mazzen" resp="#fyndling">in Maßen, nach Geschmack</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="huelzinen roste" resp="#fyndling">hölzerner Rost</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-018-orig" n="besprenge die ele vzzene mit" resp="#fyndling">bestreut die Aale außen mit Salz</note>
      </div>
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