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        <title>Gegrillter Frischkäse vom Rost</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-025/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-025">
        <head>Gegrillter Frischkäse vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-025-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-025-trans">
          <p>Wilt du machen ein gebraten milch.
 Wilt du machen ein gebraten milich, So nim, do niht veiztes
 die kummen vnd, die gelebt si, den hafen, zvo slahe, daz
 sanfte her vz glite vf ein buetel tuoch, dor in bewint
 sie sanfte von erst vnd dor noch baz, laz sie ligen von
 biz hin zvo abent. so snit sie duenne vnd spizze sie,
 mit saltze vnd lege sie vf einen hvelzinen rost vnd la
 vnd wirf ein wenic pheffers dor vf vnd betreyfe sie mit
 oder mit smaltze, ob ez fleischtac si, vnd gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-025-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-025-orig">
          <p>Willst du eine gebratene Milch zubereiten, so nimm die geronnene, nicht fette Milch. Schlage sie im Topf zusammen, sodass sie sanft auf ein Seihtuch gleitet. Darin wickle sie ein und beschwere sie zuerst sanft und danach fester. Lass sie vom Morgen bis zum Abend liegen. Dann schneide sie dünn und spieße sie auf. Besprenge sie mit Salz und lege sie auf einen hölzernen Rost. Lass sie gut rösten und streue ein wenig Pfeffer darüber. Beträufle sie mit Butter oder mit Schmalz, wenn es ein Fleischtag ist, und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="die do niht veiztes zu si kummen und die gelebt si">Magermilch</ingredient> - 1 l</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saltze">Salz</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffers">Pfeffer</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient>
            </item>
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        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Trotz des Namens gebraten milch kein flüssiger Milchbrei, sondern ein gepresster Frischkäse, der in Scheiben über dem Feuer geröstet wird - im Geiste der direkte Verwandte von gegrilltem Paneer oder Halloumi. Eine fast gleiche Fassung steht im Münchner Cgm 5919 (m5919-043, „gebratene Milch / gebackener Eierkäse vom Rost"), wo zusätzlich Ei untergeschlagen wird.

die gelebt si - geronnene Magermilch. Ausgegangen wird von entrahmter (niht veiztes), bereits geronnener Milch. Der Bruch wird im Topf zerschlagen (den hafen zuoslahe), damit die Molke austritt, dann aufs Seihtuch gegeben, eingeschlagen und beschwert - erst sanft, dann fester - und über Nacht (von morgen biz hin zvo abent) gepresst. So entsteht ein schnittfester Käse.

hvelzinen rost. Der hölzerne Rost ist kein Widerspruch: frisches, grünes Hartholz brennt über reiner Glut nur langsam an und trägt eine Garung, ehe es weggeworfen wird. Modern-praktisch ein Metallrost über Glut.

Praxis. Etwa 2 l Magermilch auf 80-90 °C erwärmen, mit 2-3 EL Essig oder Zitronensaft gerinnen lassen, 10 Min. ruhen, auf ein Seihtuch geben, einschlagen und mit 1-2 kg beschweren, über Nacht kühl pressen. Dünn schneiden, salzen, aufspießen, über ruhiger Glut goldbraun rösten, mit Pfeffer bestreuen und mit Butter (oder an Fleischtagen Schmalz) beträufeln. An Fastentagen Pflanzenöl statt Schmalz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="gebraten milch" resp="#fyndling">Trotz des Namens kein flüssiges Gericht, sondern ein gepresster, über dem Feuer gerösteter Frischkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="gelebt" resp="#fyndling">Geronnen/dickgelegt (Milch); Ausgangsstoff ist also bereits geronnene Magermilch, kein Frischmilch-Kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="den hafen zuoslahe" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Den Bruch im Topf zerschlagen, damit die Molke austritt - üblicher Schritt der Käseherstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="buetel tuoch" resp="#fyndling">Seih-/Beuteltuch zum Abtropfen und Pressen des Bruchs.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="hvelzinen rost" resp="#fyndling">Hölzerner Rost. Aus frischem, grünem Hartholz über Glut brennt er nur langsam an; modern ein Metallrost über ruhiger Glut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="fleischtac" resp="#fyndling">Fleischtag (kein Fastentag), an dem tierisches Fett wie Schmalz erlaubt ist - daher die Wahl „Butter oder Schmalz".</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-025-orig" n="hvelzinen rost" resp="#fyndling">Rost aus frischem, grünem Hartholz über Glut - brennt langsam an und trägt eine Garung.</note>
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