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        <title>Gefüllter Hecht in eigener Haut</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-09">2026-07-09</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-036/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-036">
        <head>Gefüllter Hecht in eigener Haut</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-036-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-036-trans">
          <p>Ein geriht von eime hechde.
 Nim einen frischen hechede vnd loese abe die hut als gantz
 suede in gar vnd loese vz die grete. nim krut vnd stoz
 vische, tuo dar zvo ro eyer vnd saffran vnd fuelle die
 vnd roeste in eine wenic vnd gibin hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-036-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-036-orig">
          <p>Ein Gericht von einem Hecht. Man nehme einen frischen Hecht und löse dessen Haut so unversehrt wie möglich ab. Sodann koche man den Fisch gar und entferne die Gräten. Man nehme Kräuter und zerstoße sie mit dem gekochten Fischfleisch. Hierzu füge man rohe Eier und Safran. Mit dieser Füllung stopfe man die Hechthaut. Brate den gefüllten Hecht sodann ein wenig an und serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen frischen hechede">frischer Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="krut">Eine Handvoll frische Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ro eyer">rohe Eier</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Eine Prise Safranfäden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Salz</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Fett zum Anbraten</ingredient>
            </item>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Hecht, dem die Haut möglichst am Stück abgezogen wird, damit sie anschließend als Hülle für eine Farce aus dem eigenen, bereits gegarten Fleisch dient - im Prinzip eine Fisch-Galantine, bei der die Fischhaut die Funktion der Terrinenform übernimmt. Das Grundverfahren - ganzer Fisch, gehäutet, gefüllt, wieder in Form gebracht - lebt strukturell auch in der späteren jüdischen Küchentradition des ganzen gefüllten Hechts fort, aus dem sich der heute meist als Klops servierte Gefilte Fish entwickelte; eine direkte Herleitung ist damit nicht behauptet. Verwandte Fassungen desselben Verfahrens finden sich im selben Buch bei bgs-046 (nahezu wortgleiche Doppelüberlieferung), außerdem bei mon-169 (dieselbe Technik, dort mit gesulzter Mandelmilch statt Kräuter-Ei-Farce), bei koe-014 und bgs-037 (dieselbe Grundtechnik, dort auf Aal übertragen, bei bgs-037 zusätzlich in Teig gehüllt) sowie bei mha-195 (eine zur mehrfarbigen Schau-Version ausgebaute Variante).

Praxis. Die Haut so unversehrt wie möglich ablösen. Den Fisch dann gar kochen (sieden) und sorgfältig entgräten. Das gegarte Fischfleisch mit den Kräutern fein zerstoßen, rohe Eier und Safran daruntermischen. Mit dieser Füllung die Hechthaut füllen, den gefüllten Fisch ein wenig anbraten und servieren. Der Originaltext nennt weder eine Fischgröße noch Mengen für Kräuter oder Eier, keine Gardauer und keine Angabe, wie die Öffnung verschlossen wird - hier ist Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt. Da die Füllung rohes Ei enthält, sollte beim Anbraten auf ausreichendes Durchgaren geachtet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="hechede" resp="#fyndling">Hecht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="geriht" resp="#fyndling">Gericht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="loese abe die hut als gantz" resp="#fyndling">Löse die Haut so ganz wie möglich ab</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="suede in gar" resp="#fyndling">Koche ihn gar</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="loese vz die grete" resp="#fyndling">Löse die Gräten heraus</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="krut" resp="#fyndling">Kräuter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="stoz" resp="#fyndling">Zerstoße</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="ro eyer" resp="#fyndling">Rohe Eier</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="fuelle die hut des hechdes" resp="#fyndling">Fülle die Haut des Hechtes</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="roeste in eine wenic" resp="#fyndling">Röste ihn ein wenig</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="gibin hin" resp="#fyndling">Gib ihn hin / Serviere ihn</note>
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