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        <title>Kluge Apfel-Teigtaschen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-043/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-043">
        <head>Kluge Apfel-Teigtaschen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-043-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-043-trans">
          <p>Ein cluoge spise.
 Wilt du ein kluege spise machen, slahe einnen duennen
 eyern vnd von schoenem melwe, mach daz dicke mit schoenem
 brote vnd ribe daz, schele sur epfele, scharbe sie groeber
 spec vf huenre, die menge dar zvo, nim einen leufel vnd
 teyc vnd teilez vnd brat den in smaltze oder in butern,
 fleischtac ist, vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-043-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-043-orig">
          <p>Willst du eine kluge Speise zubereiten, so schlage einen dünnen Teig aus Eiern und feinem Mehl. Verdicke diesen Teig mit feinem Brot und reibe das Brot dazu fein. Schäle saure Äpfel und schneide sie gröber, als man Speck auf Hühnern schneidet. Gib diese Apfelmischung zum Teig hinzu. Nimm einen Löffel, fülle den Teig damit und teile ihn. Brate die Teigtaschen dann in Schmalz oder Butter, wenn es ein Fleischtag ist, und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einnen duennen eyern vnd von schoenem melwe">Eier, 200 g feines Weizenmehl</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schoenem brote">feines Weißbrot</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sur epfele">saure Äpfel</ingredient> - 300 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schweineschmalz</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 200 g</item>
          </list>
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      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Trotz des Namens "Apfel-Teigtaschen" ist das kein gefülltes, verschlossenes Gebäck, sondern ein Apfel-Krapfen bzw. -Küchlein: Ein dicker Ei-Mehl-Teig mit untergehobenen Apfelstücken wird löffelweise ausgebacken. Verwandte Gerichte leben bis heute fort - süddeutsch-österreichische Apfelküchle bzw. Apfelkiachl, französische beignets aux pommes, amerikanische apple fritters -, alle nach demselben Prinzip: Apfelstücke im Teig, in Fett gebraten.

Der Schlusssatz enthält eine offene Editionscrux: Unsere Transkription liest "brat den in smaltze oder in butern, fleischtac ist" - also wenn es Fleischtag ist. Eine andere Edition liest an dieser Stelle "ab ez niht fleischtac ist" - also wenn es kein Fleischtag, sondern ein Fasttag ist. Kochtechnisch ändert das nichts: Schmalz und Butter funktionieren beim flachen Ausbacken gleichermaßen, der Unterschied betrifft allein die Fastenregel, nicht die Zubereitung.

Praxis. Schlage aus Eiern und feinem Mehl einen dünnen Teig und verdicke ihn mit fein geriebenem Weißbrot, bis er dick, aber noch löffelbar ist und die Apfelstücke gut hält. Schäle saure Äpfel und schneide sie grob - der Text nennt als Größenmaß Speckwürfel, wie man sie zum Spicken von Hühnern verwendet, also eher rustikale Stücke mit Biss statt feiner Würfel. Hebe die Apfelstücke unter den Teig, forme mit dem Löffel Portionen und backe sie in Schmalz oder Butter aus. Serviere sie warm.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="cluoge spise / kluge spise" resp="#fyndling">Eine 'kluge' oder 'weise' Speise, was im Mittelalter oft eine raffiniert zubereitete oder besonders schmackhafte Speise meinte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="duennen teic" resp="#fyndling">Ein dünner Teig, der hier als Hülle für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="schoenem melwe" resp="#fyndling">Feines, gesiebtes Mehl, oft aus Weizen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="schoenem brote" resp="#fyndling">Feines Brot, vermutlich Weißbrot, das hier zum Verdicken des Teiges verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="ribe daz" resp="#fyndling">Reibe es fein. Bezieht sich hier auf das Brot, das gerieben und dem Teig beigemischt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="sur epfele" resp="#fyndling">Saure Äpfel, die für einen frischen Kontrast zur Süße und zum Fett sorgen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="scharbe sie groeber denne spec vf huenre" resp="#fyndling">Schneide sie gröber als Speck auf Hühnern. Eine bildhafte Größenangabe, die auf relativ große, rustikale Apfelstücke hindeutet, kein Hinweis auf Speck als Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="leufel" resp="#fyndling">Ein Löffel, der zum Füllen und Portionieren des Teiges verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schweineschmalz, ein häufig verwendetes tierisches Fett zum Braten und Kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="butern" resp="#fyndling">Butter, ebenfalls ein gängiges Fett, das auf Fastentagen, an denen Milchprodukte erlaubt waren, eine Alternative zu Schmalz sein konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="fleischtac / (niht) fleischtac" resp="#fyndling">Fleischtag. Die hier zugrunde liegende Transkription liest 'fleischtac ist' (Fleischtag), eine andere Edition (Bibliotheca Augustana) liest an derselben Stelle 'ab ez niht fleischtac ist' (kein Fleischtag, also Fasttag) - eine offene Editionscrux, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-043-orig" n="brat den in smaltze oder in butern, fleischtac ist" resp="#fyndling">in Schmalz oder Butter braten, wenn es ein Fleischtag ist</note>
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