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      <titleStmt>
        <title>Swallenbergs Sauce (würziger Wein-Honig-Sud)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-049/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-049">
        <head>Swallenbergs Sauce (würziger Wein-Honig-Sud)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-049-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-049-trans">
          <p>Ein guot salse.
 Nim win vnd honicsaum, setze daz vf daz fiuer vnd laß
 vnd tuo dar zvo gestozzen ingeber me denne pfeffers.
 doch niht al zvo vil vnd mach es starck vnd ruerez mit
 schinen, laz ez sieden, biz daz ez brinnen beginne. Diz
 ezzen in kaldem wetere vnd heizzet Swallenberges salse.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-049-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-049-orig">
          <p>Nimm Wein und Honigseim, setze es aufs Feuer und lass es sieden. Gib gestoßenen Ingwer dazu, mehr als Pfeffer, doch nicht allzu viel, und stoße Knoblauch dazu. Mache es kräftig und rühre es mit einem Stab um, lass es sieden, bis es zu bräunen beginnt. Diese Sauce isst man bei kaltem Wetter, und sie heißt Swallenbergs Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="win">Rotwein</ingredient> - 250 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honicsaum">Honigseim (ungeklärter Honig)</ingredient> - 3 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen ingeber">frischer Ingwer</ingredient> - 10 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffers">schwarzer Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="knobelauch">Knoblauch</ingredient> - 1 Zehe</item>
          </list>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süß-würzige Reduktionssauce aus Wein und Honigseim, kräftig mit Ingwer, Pfeffer und etwas Knoblauch abgeschmeckt und so weit eingekocht, bis sie zu bräunen beginnt - im Geiste eine mittelalterliche Gastrique, die das Buch von guter Speise ausdrücklich als Winter-Sauce empfiehlt und unter dem Eigennamen Swallenberges salse führt. Sie passt zu kräftigem Braten und Wild.

Honigseim. honicsaum ist nicht Honigwasser, sondern Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim), nicht der industriell erhitzte und gefilterte Flüssighonig des Handels - dieselbe Zutat, die das Buch auch in bgs-002 und bgs-029 verwendet. Er liefert die Süße, die hier gegen die Schärfe von Ingwer und Pfeffer steht.

Mehr Ingwer als Pfeffer. gestozzen ingeber me denne pfeffers, doch niht al zvo vil gibt das Würzverhältnis vor: Ingwer führt, aber nicht zu viel, Pfeffer unterstützt nur; dazu kommt - nach der Stuttgarter Parallelfassung - etwas Knoblauch.

Rühren mit dem Stab. Der Text schreibt beim Einkochen ausdrücklich vor, mit schinen zu rühren - einer Holzschiene oder einem Rührspatel, wie das Wort auch anderswo im Buch verwendet wird (bgs-020, bgs-038, bgs-040). Die Stuttgarter Parallelfassung liest an dieser Stelle eyer schinen statt nur schinen - ein Unterschied zwischen beiden Handschriften, dessen genaue Bedeutung offenbleibt.

brinnen = bräunen, nicht anbrennen. laz ez sieden, biz daz ez brinnen beginne meint das Einkochen, bis die Sauce dunkler wird und der Honig karamellige Noten entwickelt - der Punkt der gewünschten Konzentration, nicht das Verbrennen.

Praxis. Etwa 250 ml Rotwein mit 2-3 EL Honigseim aufsetzen, ein daumengroßes Stück fein gestoßenen Ingwer, eine gute Prise Pfeffer und ein bis zwei zerdrückte Knoblauchzehen zugeben. Bei mittlerer Hitze einkochen, dabei mit einem Holzlöffel oder Stab rühren, damit nichts anbrennt, bis die Sauce sirupartig wird und am Boden leicht zu bräunen beginnt. Warm reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="honicsaum" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#honicsaum">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim) - nicht Honigwasser und nicht Met. Dieselbe Zutat wie in bgs-002 und bgs-029.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="ingeber me denne pfeffers" resp="#fyndling">Mehr Ingwer als Pfeffer - der Text gibt das Würzverhältnis vor: Ingwer führt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="ruerez mit schinen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Rühre es mit einer Holzschiene bzw. einem Rührspatel um - so verwendet das Korpus schinen durchgängig (bgs-020, bgs-038, bgs-040). Die Stuttgarter Parallelfassung liest hier eyer schinen statt nur schinen - ein Unterschied zur Giessener Fassung, dessen genaue Bedeutung ungeklärt bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="brinnen beginne" resp="#fyndling">Zu bräunen beginnen - gemeint ist das Einkochen, bis die Sauce dunkelt und der Honig karamellisiert, nicht das Anbrennen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="in kaldem wetere" resp="#fyndling">Bei kaltem Wetter - die Sauce wird ausdrücklich als Winter-/Kaltwetter-Sauce empfohlen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-049-orig" n="honicsaum" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#honicsaum">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim). Im Buch von guter Speise dieselbe Zutat wie in bgs-002 und bgs-029; eine Lesart als 'Honigwasser' oder 'Met' ist damit ausgeschlossen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-049-orig" n="knobelauch (nur Stuttgarter Fassung)" resp="#fyndling">Die Giessener Handschrift nennt keinen Knoblauch, die Stuttgarter Parallelfassung schon. Da Knoblauch zur kräftigen, winterlichen Würzung gut passt, wird er aufgenommen; eine knoblauchlose Variante bleibt damit eine echte Überlieferungs-Alternative.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-049-orig" n="ruerez mit schinen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Rühre es mit einer Holzschiene bzw. einem Rührspatel um - so verwendet das Korpus schinen durchgängig (bgs-020, bgs-038, bgs-040).</note>
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