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        <title>Heidnische Erbsen - Mandel-Honig-Konfekt</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-063">
        <head>Heidnische Erbsen - Mandel-Honig-Konfekt</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-063-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-063-trans">
          <p>Heidenische erweiz.
 Wilt du machen behemmische erweiz, so nim mandelkern vnd
 die gar cleine vnd mengez mit dritteil als vil honiges.
 guoten wuertzen wol gemenget, so erz allerbeste hat.
 man kalt oder warm.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-063-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-063-orig">
          <p>Heidnische Erbsen.</p>
          <p>Wollt Ihr böhmische Erbsen machen, so nehmt Mandelkerne und stoßt sie ganz fein. Mischt sie mit einem Drittel der Menge an Honig. Mengt gute Gewürze gut darunter, so hat es den allerbesten Geschmack. Man genießt es kalt oder warm.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">gestoßene Mandeln</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honiges">Honig</ingredient> - 70 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="guoten wuertzen">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mittelalterliches Konfekt: fein gestoßene Mandeln werden mit einem Drittel ihres Gewichts an Honig und Gewürzen zu einer festen, formbaren Paste verknetet - ein früher Verwandter von Marzipan und von würzigen Honig-Mandel-Konfekten. Der Name „Erbsen" meint vermutlich die Form: kleine, erbsengroße Kügelchen.

Heidenische / behemmische erweiz. Der Titel nennt „Heidnische Erbsen", der Rezeptanfang „Böhmische Erbsen" - zwei unterschiedliche mittelhochdeutsche Beiwörter für dieselbe Speise. „Heidnisch" (wie bei den „Heidnischen Köpfen" bgs-095) signalisiert oft das Fremdländisch-Exotische teurer Importzutaten wie Mandeln und Gewürze; „böhmisch" verweist auf eine regionale Zuschreibung. Echte Erbsen sind nicht beteiligt - der Name spielt auf die kleine, runde Form an.

mandelkern vnd die gar cleine. Das Verb für die Zerkleinerung ist an dieser Stelle im Transkript nicht erhalten; an vergleichbaren Stellen im Buch werden Mandelkerne durchgehend im Mörser gestoßen, nicht gemahlen. Die Paste entsteht also durch feines Stoßen der Mandeln.

dritteil als vil honiges gibt das einzige feste Maß: ein Drittel so viel Honig wie Mandeln. Das hält die Masse formbar, ohne sie zu klebrig zu machen.

Praxis. Etwa 200 g fein gestoßene Mandeln (im Mörser, je feiner desto glatter das Ergebnis) mit rund 60-70 g Honig zu einer festen, geschmeidigen Paste verkneten. Eine zeittypische süße Gewürzmischung untermengen (Zimt, Ingwer, Nelke, Muskat). Keine Hitze nötig, alles wird kalt vermischt. Zu kleinen Kugeln formen - vielleicht in Erbsengröße, worauf der Name anspielt. Das Original sagt man kalt oder warm - die Kügelchen lassen sich kalt naschen oder zum Servieren leicht erwärmen. Sie halten sich gut (Honig konserviert), daher ein dankbares Mitnehm-Konfekt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="Heidenische / behemmische erweiz" resp="#fyndling">'Heidnische' bzw. 'Böhmische Erbsen' - zwei Namen für dieselbe Speise. Kein Gericht mit echten Erbsen; der Name meint die kleine, runde (erbsengroße) Form. 'Heidnisch/böhmisch' markiert das Exotisch-Fremdländische der teuren Importzutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="mandelkern ... gar cleine" resp="#fyndling">Mandelkerne, fein gestoßen (im Mörser) - Grundlage für die glatte Konfektpaste. Das Verb für die Zerkleinerung fehlt an dieser Stelle im Transkript; an vergleichbaren Stellen im Buch wird für Mandelkerne durchgehend gestoßen, nicht gemahlen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="dritteil als vil honiges" resp="#fyndling">Ein Drittel so viel Honig wie Mandeln - das einzige feste Maß im Rezept, hält die Paste formbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="man kalt oder warm" resp="#fyndling">Man genießt es kalt oder warm.</note>
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