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        <title>Apfelmus mit Wein und Ei</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-09">2026-07-09</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-069/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-069">
        <head>Apfelmus mit Wein und Ei</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-069-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-069-trans">
          <p>Ein apfelmuos.
 Wilt du machen ein apfelmuos, so nim schoen epfele vnd
 vnd snide sie in ein kalt wazzer vnd suede sie in einem
 menge sie mit wine vnd mit smaltze. vnd zeslahe eyer mit
 mit al vnd tuo daz dor zvo. vnd daz ist gar ein guot
 versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-069-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-069-orig">
          <p>Ein Apfelmus. Willst du ein Apfelmus zubereiten, so nimm schöne Äpfel, schäle sie und schneide sie in kaltes Wasser. Koche sie dann in einem Topf weich. Vermische sie mit Wein und Schmalz. Schlage die Eier mit dem Weißen und mit allem auf und gib sie dann dazu. Dies ist ein sehr gutes Gericht. Versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schoen epfele">Äpfel</ingredient> - 1 kg</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kalt wazzer">kaltes Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Wein</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz niht">Prise Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Wein, Schmalz und Ei angereichertes Apfelmus - kein schlichtes Kompott, sondern eine cremig gebundene, süß-säuerliche Beilage, gut zu Braten und Geflügel. Verwandt ist das bis heute geläufige Apfelmus zu Gans oder Schweinebraten; strukturell näher noch das mittelenglische appelmoy (Forme of Cury), ebenfalls ein mit Wein angereichertes, teils mit Ei gebundenes Apfelmus als eigener Gang. Im Korpus die Apfelmus-Sippe: das Tegernseer Apfelmus mit Gewürzen teg-002, das mit Mandeln foc-077, das Fasten-Apfelmus wes-016 und zwei sehr enge Verwandte mit fast demselben Verfahren: kkm-037 sowie m5919-031, das dieselbe Zubereitung ausdrücklich für den Fleischtag vorschreibt und für den Fastentag Brot statt Ei einsetzt.

Der Text hat nach „in einem“ eine Lücke - vermutlich fehlt dort die Nennung des Kochgefäßes (ein Topf), nicht eine zweite Wasserangabe.

Auch vor „schneide“ fehlt vermutlich ein Wort: die Anweisung, die Äpfel zu schälen, bevor sie in kaltes Wasser kommen - im Korpus wird das Schälen an vergleichbarer Stelle sonst stets eigens genannt.

Und der Schluss bricht nach „ein guot“ ab, bevor die Mahnung „versaltz niht“ folgt - offen bleibt, welches Wort für die fertige Speise dort ursprünglich stand.

Äpfel ins kalte Wasser. Die geschälten, geschnittenen Äpfel kommen sofort in kaltes Wasser - das verhindert das Braunwerden, bis alle Stücke geschnitten sind. Danach weich kochen.

Wein, Schmalz und Ei. Wein gibt Säure, Schmalz Geschmack und Schmelz. Die Eier - ganz aufgeschlagen, mit Weißem und Gelbem - binden das Mus zu einer cremigen Masse.

versaltz niht. Das Rezept endet mit der Mahnung, nicht zu versalzen - eine kleine Prise genügt, um die Apfelsüße zu balancieren.

Praxis. Auf 500 g Äpfel etwa 50-80 ml trockener Weißwein und 1-2 EL Schmalz. Äpfel schälen, entkernen, in kaltes Wasser schneiden, dann in wenig Wasser sehr weich kochen, für ein feines Mus pürieren oder passieren. Wein und Schmalz unter das heiße Mus rühren. Die Eier lassen sich dem Originaltext nach einfach einschlagen und zugeben; wer modern vorsichtig sein möchte, nimmt den Topf kurz vom Feuer und rührt sie langsam ein, damit sie nicht stocken. Sparsam salzen. Warm servieren. Ein Hauch Zimt oder Ingwer passt zeittypisch dazu, auch wenn das Rezept ihn hier nicht nennt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="snide sie in ein kalt wazzer" resp="#fyndling">in kaltes Wasser schneiden - hält die Äpfel hell, bis alle geschnitten sind.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="epfele vnd vnd snide sie" resp="#fyndling">Vor „schneide“ fehlt vermutlich durch einen Schreiber-Aussprung (Haplographie beim doppelten „vnd“) die Anweisung „schäle sie“ - das Schälen der Äpfel wird auch in weiteren Korpus-Rezepten (bgs-026, bgs-032, bgs-042, bgs-043, kkm-011, kkm-012, kkm-018) an vergleichbarer Stelle ausdrücklich genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="suede sie in einem" resp="#fyndling">Nach „in einem“ fehlt im Transkript vermutlich die Nennung des Kochgefäßes (ein Topf) - die Kochflüssigkeit selbst bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="menge" resp="#fyndling">vermengen, verrühren (mit Wein und Schmalz).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett, meist Schweineschmalz) - gibt Geschmack und Schmelz; macht das Gericht zur Nicht-Fastenspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="zeslahe eyer mit al" resp="#fyndling">Die Eier ganz aufschlagen - mit dem Weißen und mit allem (Eiweiß und Eigelb) - und einrühren, damit sie das Mus binden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">versalze es nicht - die abschließende Mahnung des Rezepts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-069-orig" n="vnd suede sie in einem [Lücke] menge" resp="#fyndling">Die Lücke bezeichnet vermutlich das Kochgefäß (ein Topf), nicht eine zweite Wasserangabe - text_modern übersetzt entsprechend „in einem Topf“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-069-orig" n="vnd daz ist gar ein guot [Lücke] versaltz niht" resp="#fyndling">text_modern übersetzt vorsichtig mit „ein sehr gutes Gericht“, da unser Transkript nach „guot“ abbricht.</note>
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