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      <titleStmt>
        <title>Veilchen-Mus mit Mandeln und Reis</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-078/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-078">
        <head>Veilchen-Mus mit Mandeln und Reis</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-078-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-078-trans">
          <p>Ein fialmuos.
 Der woelle machen ein vial muos, der neme ein dicke mandel
 wol gerueret mit rismele vnd tuo dor in smaltzes genuoc.
 wol mit fial bluomen. daz ist ein fial muos gantz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-078-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-078-orig">
          <p>Wer ein Veilchen-Mus machen will, der nehme eine dicke Mandelmasse, gut verrührt mit Reismehl, und gebe genügend Schmalz hinein. Färbe es gut mit Veilchenblüten. Das ist ein vollständiges Veilchen-Mus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein dicke mandel wol gerueret mit rismele">gemahlene Mandeln (zu einer dicken Paste angerührt mit etwas Wasser), 50 g Reismehl</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltzes genuoc">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="fial bluomen">Eine Handvoll frische Veilchenblüten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein cremiges Mandel-Reismehl-Mus, mit frischen Veilchenblüten gefärbt und parfümiert. Es gehört zur selben Grundrezeptur-Familie wie das Mandel-Reis-Mus foc-093 (Resmolle) und mon-110 - dieselbe Basis aus dicker Mandelmasse und Reismehl, hier statt mit Gewürzen mit Blüten gefärbt.

Die Basis. Ein dicke mandel meint eine sehr konzentrierte Mandelmasse: gemahlene Mandeln mit nur wenig Wasser zu einer dicken Paste verrührt. Darunter wird Reismehl (rismele) gut eingearbeitet - es bindet das Mus zu einer sämigen Konsistenz. Das Schmalz (smaltzes genuoc, reichlich) macht die Masse fett und geschmeidig; für eine fastenkonforme Variante kann man stattdessen Pflanzenöl nehmen.

Die Veilchen. Der Text verlangt, das Mus gut mit den Blüten (fial bluomen) zu färben - sie dienen hier in erster Linie als Farbmittel, ihr florales Aroma kommt als Nebeneffekt hinzu.

Praxis. Mandelpaste und Reismehl verrühren, das Schmalz einarbeiten und die Masse im Topf erwärmen, bis sie sämig bindet. Die Veilchenblüten untermischen, bis das Mus gleichmäßig eingefärbt ist. Das Original nennt keinen Zucker; für ein modernes Dessert kann man mit etwas Honig oder Zucker süßen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="fialmuos" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#fialmuos">Veilchen-Mus - ein sämiger Brei mit Veilchenblüten als Farb- und Aromageber.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="dicke mandel" resp="#fyndling">Eine sehr konzentrierte, dicke Mandelmasse aus gemahlenen Mandeln mit wenig Wasser - die Bindebasis des Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="rismele" resp="#fyndling">Reismehl - bindet das Mus zu sämiger Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="smaltzes genuoc" resp="#fyndling">Reichlich Schmalz (tierisches Fett). In fastenkonformer Lesart durch Pflanzenöl ersetzbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="fial bluomen" resp="#fyndling">Frische Veilchenblüten (Viola odorata) - dienen im Text als Farbmittel für das Mus, ihr florales Aroma kommt als Nebeneffekt hinzu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-078-orig" n="smaltzes genuoc" resp="#fyndling">Tierisches Schmalz (Schweine- oder Gänsefett) in reichlicher Menge.</note>
      </div>
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