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      <titleStmt>
        <title>Sauerkirsch-Kompott zum Einlagern</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-084/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-084">
        <head>Sauerkirsch-Kompott zum Einlagern</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-084-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-084-trans">
          <p>Ein cumpost von wisseln.
 Der woelle machen einen kumpost fon suren wiseln, der
 wiseln vnd brech in die stile abe vnd siede sie in eynem
 mit ir eigin brue. vnd swenne sie gesieden, so schuet
 laz sie kueln vnd slahe sie durch ein tuoch vnd schuete
 in einen hafen, der gebichet si, vnd schuet die kirsen
 menge sie mit honige vnd tuo galgan wuertze dorunder
 der ez zehant ezzen wil, der laz ez ane wuertze.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-084-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-084-orig">
          <p>Wer einen Kumpost aus Sauerkirschen machen will, der (nehme) Weichseln und breche ihnen die Stiele ab und siede sie in einem (Topf) in ihrem eigenen Saft. Und wenn sie gesotten sind, so gieße (sie ab) und lass sie kühlen und schlage sie durch ein Tuch und gieße (sie) in einen Topf, der gepicht ist. Und gieße die Kirschen (hinein), menge sie mit Honig und gib Galgant-Gewürz darunter. Wer es sogleich essen will, der lasse es ohne Gewürz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="suren wiseln">Sauerkirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honige">Honig</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="galgan wuertze">Galgantpulver</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-084-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Sauerkirsch-Kumpost zum Einlagern - eine passierte, mit Honig gesüßte und mit Galgant gewürzte Fruchtzubereitung, die in einem pechausgekleideten Topf aufbewahrt wird. Die fast wortgleichen Schwesterfassungen im Korpus zeigen, worum es geht: die Sauerkirschsauce zur Vorratshaltung m5919-047 ("darin bleibt sie ein Jahr oder vier Jahre gut") und die Weichsel-Latwerge m811-004. In allen drei Fällen werden die Früchte im eigenen Saft gekocht, passiert, und der Brei wird zur Konserve - es ist also eine eingekochte Frucht-Würze, kein modernes süßes Kompott.

Kumpost und der gepichte Hafen. Kumpost (von lat. compositum) meint im Mittelalter eine eingelegte, haltbar gemachte Frucht- oder Gemüsezubereitung. Der hafen, der gebichet si ist ein innen mit Pech ausgekleideter Vorratstopf - das dichte, luftabschließende Gefäß für die Lagerung, das im Schwesterrezept m5919-047 schlicht ein Fass ist. Es gibt keinen Beleg für eine bewusste Fermentation; die Haltbarkeit entsteht durch das Einkochen, den Honig und das dichte Gefäß.

Praxis. Sauerkirschen entstielen und im eigenen Saft weich kochen, bis sie aufbrechen - das Original nennt keine Zeit- oder Mengenangabe, das hängt von der Reife der Früchte ab. Abkühlen lassen, durch ein Tuch oder feines Sieb streichen, um Kerne und Häute zu entfernen. Den passierten Brei nach Geschmack mit Honig süßen und mit etwas Galgantpulver würzen - vorsichtig herantasten, Galgant bringt eine erdig-scharfe, leicht zitronige Note. Wer sofort essen will, lässt nach dem Original die Gewürze weg. Sicherheit: Die historische Pech-Topf-Lagerung heute nicht nachstellen - fertig in sterile Gläser füllen, kühl stellen und binnen weniger Tage verbrauchen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="cumpost / kumpost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#cumpost">Von lat. compositum: eine eingelegte, haltbar gemachte Frucht- oder Gemüsezubereitung - nicht das süße Kompott der Neuzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="wiseln" resp="#fyndling">Weichseln, also Sauerkirschen (auch 'suren wiseln'). Im selben Text synonym 'kirsen' genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="ir eigin brue" resp="#fyndling">Der eigene Saft der Früchte, der beim Kochen austritt - es wird keine Flüssigkeit zugesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="hafen, der gebichet si" resp="#fyndling">Ein innen mit Pech ausgekleideter Vorratstopf - das dichte Lagergefäß. Im Schwesterrezept m5919-047 ist es ein Fass.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="galgan wuertze" resp="#fyndling">Galgantpulver: ein Ingwergewächs mit scharf-zitronigem Geschmack, in der mittelalterlichen Küche sehr beliebt.</note>
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