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        <title>Herzhafter Fleischfladen mit Käse</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-10">2026-07-10</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/bgs-089/</idno>
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          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
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        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-089">
        <head>Herzhafter Fleischfladen mit Käse</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-089-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-089-trans">
          <p>Von fleische einen fladen.
 Ein fladen gemaht von fleische von lumbel. vnd ribe drin
 ein vierteil kes vnd tuo eyer genuoc drin vnd machz veizt
 mit specke vnd slahez vf ein blat gemacht von teyge, vnd
 clawen oder kalbz fuezze drunder geworren vnd die fuelle
 druf gesetz. vnd daz heizt ein bastede von guoten huenren
 gemaht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-089-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-089-orig">
          <p>Ein Fladen, gemacht aus Lendenfleisch. Reibe ein Viertel Pfund Käse hinein und gib genügend Eier dazu. Mache es fett mit Speck und streiche es auf ein Teigblatt. Klauen oder Kalbsfüße werden darunter gemischt und die Füllung daraufgesetzt. Dies wird auch eine Pastete genannt, die aus guten Hühnern gemacht wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleische von lumbel">Lendenfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein vierteil kes">Hartkäse</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer genuoc">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="specke">gewürfelten Speck</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein blat gemacht von teyge">Mürbeteig oder Pastetenteig</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="clawen oder kalbz fuezze">gekochte Schweinefüße oder 1 gekochter Kalbsfuß</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-089-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein deftiger, gebackener Fleisch-Fladen bzw. eine Pastete: Lendenfleisch mit Käse, Eiern und Speck auf einem Teigboden, der zusätzlich eine Schicht aus Schweine- oder Kalbsfüßen trägt. Es schließt die kleine Fladen-Reihe des Buchs von guter Speise ab (bgs-086, bgs-087, bgs-088) - alle nach dem Muster Fleisch + geriebener Käse + Ei auf Teig gebacken. Der Schlusssatz, dies werde auch ein bastede von guoten huenren (eine Pastete aus guten Hühnern) genannt, ist ein typischer assoziativer Verweis auf eine verwandte Pastetenform - im selben Buch findet sich mit bgs-092 tatsächlich eine mit Huhn gefüllte Variante derselben Fladenform.

Die Füße als Bindung. clawen oder kalbz fuezze drunder geworren - mhd. geworren (zu werren, vgl. nhd. „verworren“) heißt hier „darunter gemischt/eingearbeitet“, nicht „gekocht“; wie die Füße selbst zubereitet wurden, sagt der Text nicht. Die mhd. fuoz meint im Kochkontext die unteren Beinabschnitte mit Knöchel und Sehnen (dt. Eisbein/Beinscheibe), nicht die Hufe - lange gegart geben sie viel Gelatine ab und machen den Boden saftig und bindig, dasselbe Prinzip wie bei Sülzen und Pastetenböden.

Praxis. Da rohe Füße in der kurzen Backzeit eines Fladens nicht durchgaren, empfiehlt es sich, Schweine- oder Kalbsfüße vorab weich zu kochen und als erste Schicht auf den ausgerollten Teig zu verteilen - der Text selbst beschreibt nur das Ergebnis, nicht diesen Vorbereitungsschritt. Für die Füllung Lendenfleisch (Richtwert 500 g) mit geriebenem Hartkäse (ein vierteil, ca. 125 g), 2-3 Eiern und reichlich Speck (machz veizt mit specke, 100-150 g) mischen und auf die Füße-Schicht streichen. Mit robustem Mürbe- oder Pastetenteig im Ofen backen, bis die Füllung gestockt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="lumbel" resp="#fyndling">Lendenfleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="vierteil kes" resp="#fyndling">Ein Viertel(pfund) Käse, etwa 110-125 g (mhd. Pfund ca. 450-500 g).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="veizt" resp="#fyndling">Fett, reichhaltig - hier: die Füllung mit Speck fett/saftig machen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="clawen / kalbz fuezze" resp="#fyndling">Klauen bzw. Kalbsfüße - im Kochkontext die gelatinereichen unteren Beinabschnitte (Eisbein/Beinscheibe), die den Boden binden und saftig machen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="geworren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geworren">Zu mhd. 'werren' (verwirren, hineinmischen, vgl. nhd. 'verworren') - hier 'darunter gemischt/eingearbeitet', nicht 'gekocht'. Der Text macht zur Zubereitung der Füße selbst keine Angabe.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="bastede" resp="#fyndling">Pastete - ein Fleischkuchen mit Teighülle bzw. Teigboden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-089-orig" n="kalbz fuezze" resp="#fyndling">Mhd. 'fuoz' bezeichnet im Kochkontext die gelatinereichen unteren Beinabschnitte mit Knöchel und Sehnen (dt. Eisbein/Beinscheibe), nicht die Hufe. Sie werden für ihre Gelatine in Sülzen und Pastetenböden klassisch verbaut und geben dem Fladenboden hier die Bindung. Die Übersetzung 'Kalbsfüße' ist im deutschen Kochbuch-Idiom seit Jahrhunderten für genau dieses Teilstück etabliert und wurde beibehalten.</note>
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