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        <title>Gebratener Pfau mit Pfeffersauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/boc-026/</idno>
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          <title>Registrum Coquine quomodo et qualiter preparantur cibaria per integrum annum</title>
          <date when="1433">1433</date>
          <idno type="URI">https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/58</idno>
          <note>Transkription: Robert Maier (Hg.), Monumenta culinaria 3, GEB Gießen 2013 - CC BY-NC-SA 3.0 (urn:nbn:de:hebis:26-opus-93375)</note>
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        <language ident="la-med">Mittellatein (frühes 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="boc-026">
        <head>Gebratener Pfau mit Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="boc-026-orig" xml:lang="la-med" corresp="#boc-026-trans">
          <p>Ad faciendum piperatam super pavonem.

Recipe et munda eum, cum aqua calida. Et mitte eum rostire in veruto
cum lardo bene preparatum, post hoc fac piperatum album uel nigrum ut prius
dictum est. Et mitte superius, et licet aliqui solent eum cum sapore uel salsa preparare. Sic est melius pro Italicis.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="boc-026-trans" xml:lang="de" corresp="#boc-026-orig">
          <p>Nimm einen Pfau und reinige ihn mit heißem Wasser.</p>
          <p>Bereite ihn gut mit Speck vor und brate ihn an einem Spieß. Danach bereite eine weiße oder schwarze Pfeffersauce zu, wie zuvor beschrieben.</p>
          <p>Gieße die Sauce über den Pfau. Obwohl einige ihn gewöhnlich mit einem Sapor oder einer Salsa zubereiten, ist diese Art für Italiener besser.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pavonem">Pfau</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="aqua calida">Heißes Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="lardo">Speck</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="piperatam album">Weiße Pfeffersauce</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="piperatam nigrum">Schwarze Pfeffersauce</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="sapore">Sapor (Würzbrühe)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salsa">Salsa (Sauce)</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#boc-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein klassischer Spießbraten - ein ganzer Vogel, mit Speck gespickt am Spieß gebraten und mit kräftiger Pfeffersauce übergossen. Der Pfau war das Prestige-Geflügel der Festtafel; in der Praxis brät man heute eine Gans oder Pute genauso.

Piperatam album uel nigrum - die weiße oder schwarze Pfeffersauce ist hier nur als Verweis genannt (‚wie zuvor beschrieben‘). Solche Pfeffersaucen der Zeit sind brot- oder lebergebundene, mit Essig oder Wein gesäuerte Würzsaucen; die ‚schwarze‘ ist meist mit geröstetem Brot oder Leber gebunden, die ‚weiße‘ heller gehalten. Verwandt ist der ganze Strang der mittelalterlichen Pfeffersaucen bis zum heutigen Leberpfeffer.

Sapore uel salsa - alternativ nennt Bockenheim eine eingekochte Würzbrühe (sapor) oder eine Essig-Salz-Sauce (salsa, romanisch, daher die heutige ‚Salsa‘). Sein Schlusssatz, die Pfeffersauce sei ‚besser für die Italiener‘, ist eine seiner typischen Geschmacks-Zuordnungen.

Praxis. Vogel innen und außen säubern, mit Speckscheiben umwickeln oder spicken (das hält das magere Fleisch saftig) und am Drehspieß über milder Glut langsam goldbraun braten - eine Pute braucht je nach Größe 2-3 Stunden. Parallel die Pfeffersauce im Topf ziehen lassen: Brühe oder Bratensaft mit reichlich Pfeffer und Gewürzen, mit Essig oder Verjus abgesäuert, mit geröstetem Brot gebunden. Den fertigen Braten tranchieren und mit der Sauce übergießen.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-026-orig" n="piperatam album uel nigrum ut prius dictum est" resp="#fyndling">Das Rezept verweist hier auf eine zuvor beschriebene Zubereitung einer weißen oder schwarzen Pfeffersauce. Dies war eine gängige Praxis in mittelalterlichen Kochbüchern, um Rezepte nicht zu wiederholen. Die genaue Zusammensetzung dieser Saucen ist ohne den vorhergehenden Text nicht bekannt, aber es handelte sich typischerweise um würzige Saucen auf Essig- oder Weinbasis mit Pfeffer und anderen Gewürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-026-orig" n="sapore uel salsa" resp="#fyndling">‚Sapor‘ (lat. ‚Geschmack‘) bezeichnete im Mittelalter eine kräftige, oft eingekochte Würzbrühe oder einen aromatischen Sud. ‚Salsa‘ (lat. ‚gesalzen‘) war ein allgemeiner Begriff für eine Sauce, die oft Essig, Salz und Gewürze enthielt. Beide Begriffe stehen hier für alternative Zubereitungen, die manche Köche bevorzugten.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-026-orig" n="pro Italicis" resp="#fyndling">Dieser Zusatz deutet auf eine spezifische kulinarische Präferenz oder Tradition in Italien hin, die sich von anderen Regionen unterschied. Es ist ein interessanter Einblick in die regionale Vielfalt der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#boc-026-orig" n="piperatam album uel nigrum ut prius dictum est" resp="#fyndling">Die genaue Zusammensetzung der weißen oder schwarzen Pfeffersauce ist im vorliegenden Rezept nicht aufgeführt, da auf eine frühere Beschreibung verwiesen wird. Für die Übersetzung wurde angenommen, dass es sich um typische Pfeffersaucen der Zeit handelt, die mit Essig oder Wein und Gewürzen zubereitet wurden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#boc-026-orig" n="sapore uel salsa" resp="#fyndling">‚Sapor‘ wurde als ‚Würzbrühe‘ und ‚Salsa‘ als ‚Sauce‘ übersetzt, um die allgemeine Bedeutung dieser Begriffe im mittelalterlichen Kontext zu erfassen. Sie stellen hier alternative Zubereitungsarten dar, die von manchen Köchen bevorzugt wurden.</note>
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