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        <title>Knoblauchsuppe für Feldarbeiter</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/boc-073/</idno>
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          <title>Registrum Coquine quomodo et qualiter preparantur cibaria per integrum annum</title>
          <date when="1433">1433</date>
          <idno type="URI">https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/58</idno>
          <note>Transkription: Robert Maier (Hg.), Monumenta culinaria 3, GEB Gießen 2013 - CC BY-NC-SA 3.0 (urn:nbn:de:hebis:26-opus-93375)</note>
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        <language ident="la-med">Mittellatein (frühes 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="boc-073">
        <head>Knoblauchsuppe für Feldarbeiter</head>
        <div type="original" xml:id="boc-073-orig" xml:lang="la-med" corresp="#boc-073-trans">
          <p>Ad faciendum ministrum
de Alleo pro rusticis in campo.

Recipe alleum et munda bene Et fac illas petias bulire, Et tunc
mitte eas ad patellam, et frige eas cum oleo oliue, Et tunc
mitte intus bonum brodium cum modicis spetiebus. Et erit suauissimum
pro rusticis in campo.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="boc-073-trans" xml:lang="de" corresp="#boc-073-orig">
          <p>Nimm Knoblauch und reinige ihn gut. Lass die Zehen dann kochen. Gib sie anschließend in eine Pfanne und brate sie mit Olivenöl an. Füge dann eine gute Brühe und einige Gewürze hinzu. So entsteht eine kräftige Knoblauchsuppe, sehr schmackhaft, traditionell mit Brot serviert, wie es sich für die Bauern auf dem Feld gehört.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="alleum">Knoblauch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="oleo oliue">Olivenöl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="bonum brodium">Brühe</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="modicis spetiebus">Gewürze</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#boc-073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kräftige Knoblauchsuppe in der Tradition mediterraner Bauernsuppen - der spanischen sopa de ajo, der italienischen zuppa d'aglio und der provenzalischen aigo boulido. Alle folgen demselben Prinzip: Knoblauch garen, in Öl anrösten, mit Brühe aufgießen, mit Brot servieren.

Warum erst kochen, dann braten? Fac illas petias bulire - die Knoblauchzehen werden zuerst weichgekocht. Das nimmt dem rohen Knoblauch die Schärfe und macht ihn mild-süßlich. Erst danach frige eas cum oleo oliue: das Anbraten in Olivenöl gibt Röstaromen und Tiefe. Diese Reihenfolge (vorgaren, dann anrösten) ist der Kern des Gerichts und der Grund, warum es nicht scharf, sondern rund schmeckt.

Suppe, nicht Mus. Anders als die übrigen ministrum-Rezepte bei Bockenheim (Lauchmus boc-056, Spinatmus boc-058, Bohnenmus boc-062) fehlt hier jeder Zerstoß-Schritt (trita, pista). Der angebratene Knoblauch wird mit guter Brühe aufgegossen und bleibt stückig - die Brühe ist Hauptträger des Gerichts, nicht Sauce zu etwas anderem. Suauissimum heißt hier "sehr schmackhaft", nicht "sehr süß": ein herzhaftes Gericht ohne Süßungsmittel.

Praxis. Eine bis zwei ganze Knollen Knoblauch in Zehen zerlegen, schälen und in Wasser weichkochen (etwa 10 Minuten). Abgießen, in Olivenöl in der Pfanne goldgelb anrösten. Mit kräftiger Brühe (Fleisch- oder Gemüsebrühe) aufgießen, mit etwas Pfeffer, Ingwer oder Galgant würzen und kurz ziehen lassen. Über altbackenes oder geröstetes Brot in der Schüssel gießen - so wird die Suppe zur sättigenden Mahlzeit für die Feldarbeit.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-073-orig" n="ministrum" resp="#fyndling">spätlat. für Suppe/Eintopf (→ ital. minestra); Bockenheim nutzt italienisch geprägtes Küchenlatein</note>
        <note type="gloss" target="#boc-073-orig" n="petias" resp="#fyndling">Stücke bzw. Zehen des Knoblauchs</note>
        <note type="gloss" target="#boc-073-orig" n="frige cum oleo oliue" resp="#fyndling">in Olivenöl anbraten/anrösten - nach dem Vorkochen, für Röstaromen</note>
        <note type="gloss" target="#boc-073-orig" n="suauissimum" resp="#fyndling">hier "sehr schmackhaft" (nicht "sehr süß") - ein herzhaftes Gericht ohne Süßungsmittel</note>
        <note type="gloss" target="#boc-073-orig" n="rusticis in campo" resp="#fyndling">"für die Bauern auf dem Feld" - einfache, sättigende Feldspeise</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#boc-073-orig" n="ministrum" resp="#fyndling">Suppe. Etymologisch wurde aus dem spätlateinischen ministrum das italienische minestra (Suppe, Eintopf); Bockenheim als päpstlicher Koch nutzt italienisch geprägtes Küchenlatein. Anders als bei allen anderen ministrum-Rezepten im Registrum (Lauchmus, Spinatmus, Bohnenmus) fehlt hier der Zerstoß-Schritt - es ist also ein brühenbasiertes Gericht, kein Mus.</note>
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