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        <title>Kräutersauce für Edelleute</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-11">2026-07-11</date>
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          <title>Registrum Coquine quomodo et qualiter preparantur cibaria per integrum annum</title>
          <date when="1433">1433</date>
          <idno type="URI">https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/58</idno>
          <note>Transkription: Robert Maier (Hg.), Monumenta culinaria 3, GEB Gießen 2013 - CC BY-NC-SA 3.0 (urn:nbn:de:hebis:26-opus-93375)</note>
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        <language ident="la-med">Mittellatein (frühes 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="boc-076">
        <head>Kräutersauce für Edelleute</head>
        <div type="original" xml:id="boc-076-orig" xml:lang="la-med" corresp="#boc-076-trans">
          <p>Ad faciendum salsam
pro magnatibus

Recipe petrosillum, maioranam, rutam, mentam, et saluiam, cum triangulis, Et trita illa omnia insimul per stamigneam mitte, Tunc tempera illa cum modico uino, et aceto, et fac intus zinziber, cum croco
et erit bonum pro ciuibus Rusticis et nobilibus.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="boc-076-trans" xml:lang="de" corresp="#boc-076-orig">
          <p>Nimm Petersilie, Majoran, Raute, Minze und Salbei zusammen mit dreieckigen Brotstücken. Zerstoße all dies gemeinsam und passiere es durch ein Siebtuch.</p>
          <p>Dann vermenge es mit etwas Wein und Essig. Gib Ingwer und Safran hinzu. Diese Sauce wird gut sein für Bürger, Bauern und Edelleute.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="petrosillum">Petersilie</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="maioranam">Majoran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="rutam">Raute</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mentam">Minze</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saluiam">Salbei</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="triangulis">Dreieckige Brotstücke</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="uino">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="aceto">Essig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zinziber">Ingwer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="croco">Safran</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#boc-076-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalte, brotgebundene Grüne Kräutersauce - die mittelalterliche Verwandte des italienischen salsa verde und der grünen Frankfurter Würzsaucen. Im Korpus steht sie in einer ganzen Familie roher, mit Wein und Essig abgeschmeckter Kräuterpasten (foc-136, kkm-101, hkb-013).

Brot als Bindung. Die triangulis (dreieckig geschnittene Brotstücke) werden mit den Kräutern im Mörser zerstoßen - das eingeweichte Brot bindet die Sauce und gibt ihr Körper, ohne sie kochen zu müssen. Geröstetes Weißbrot oder Zwieback funktioniert ebenso; die Form ist nur eine Zuschnitt-Angabe, kein eigener Geschmacksträger.

Raute mit Bedacht. Die rutam (Weinraute) gibt eine herb-bittere, fast medizinische Note. Sie ist in größeren Mengen unverträglich, darum sehr sparsam dosieren - ein, zwei kleine Blätter genügen. Wer sie meidet, gleicht die herbe Kante mit etwas mehr Salbei aus.

Safran färbt, nicht Beize. Der crocus (Safran) gibt der grünen Paste eine goldgelbe Tönung und das typische höfische Aroma - kein roter, kein künstlicher Farbstoff, allein Safran.

Praxis. Petersilie, Majoran, Minze, Salbei und ein wenig Raute mit eingeweichtem Weißbrot im Mörser (oder kurz im Mixer) zu einer dichten Paste stoßen, durch ein Sieb oder Tuch streichen. Mit etwas Wein und Essig auf Saucenkonsistenz verdünnen, mit Ingwer und einer Prise Safran abschmecken. Kalt zu Gebratenem, Fisch oder Brot servieren. Frisch zubereiten, da rohe Kräutersaucen schnell nachdunkeln.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-076-orig" n="triangulis" resp="#fyndling">Wörtlich „Dreiecke“ - dreieckig geschnittene Brotstücke, die mit den Kräutern zerstoßen werden und der Sauce als eingeweichtes Brot Bindung geben.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-076-orig" n="per stamigneam mitte" resp="#fyndling">„Durch ein Siebtuch geben“ - die zerstoßene Masse durch ein grobes Tuch oder Sieb passieren, um eine feine, glatte Sauce zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#boc-076-orig" n="rutam" resp="#fyndling">Die Weinraute, ein stark aromatisches, bitter-scharfes Kraut der mittelalterlichen Küche. In größeren Mengen unverträglich - daher sehr sparsam dosieren oder durch etwas mehr Salbei ersetzen.</note>
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