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      <titleStmt>
        <title>Das Buch von guter Speise (Daz buoch von guoter spîse)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/buch-guter-speise/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Daz buoch von guoter spîse</title>
          <date when="1350">1350</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/bvgs.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Digitale Edition)</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
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      <langUsage>
        <language ident="mhd">Mittelhochdeutsch</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
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      <div type="recipe" xml:id="bgs-001">
        <head>Konkavelite: Kirsch-Mandel-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-001-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-001-trans">
          <p>Ein konkavelite.
 Zuo einer schuezzeln ze machen: man sol nemen ein phunt
 vnd sol mit wine die milich vz stozzen. vnd kirsen ein phunt,
 slahe die durch ein sip vnd tuo die kirsen in die milich.
 einen vierdung rises, den sol man stozzen zvo mele, und
 die milich. vnd nim denne ein rein smaltz oder spec vnde
 smeltze daz in einer phannen vnd tuo dar zvo eine halbe
 wizzes zuckers. vnd versaltz niht vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-001-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-001-orig">
          <p>Um eine Konkavelite zuzubereiten, nimm ein Pfund Mandeln. Aus diesen sollst du mit Wein die Milch herausstoßen. Nimm dazu ein Pfund Kirschen, schlage sie durch ein Sieb und gib die Kirschen in die Milch. Nimm ein Viertelpfund Reis und stoße ihn zu Mehl, und gib auch das in die Milch. Nimm dann reines Schmalz oder Speck und schmelze es in einer Pfanne, und gib dazu eine halbe Mark weißen Zuckers. Versalze es nicht und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein phunt mandels">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wine">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milich">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kirsen ein phunt">Kirschen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen vierdung rises">Reis</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rein smaltz oder spec">reines Schmalz oder Speck</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eine halbe mark wizzes zuckers">weißer Zucker</ingredient> - 125 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-002">
        <head>Hirschleber in Honigseim eingelegt (haltbar gemacht)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-002-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-002-trans">
          <p>Von einer hirz lebern.
 Ein hirzes lebern sol man braten vf eime roste, die man
 wil, vnd sol die duenne schniden zvo schiben. vnd nim
 honicsaum, den suede. vnd nim denne yngeber vnd galgan
 negelin, die stozze vnder ein ander vnd wirfe sie dar in.
 denne ein faz oder eine schaf, dor in du ez wilt tuon,
 gar rein vnd guoz dor in ein schiht honiges vnd lege denne
 schiht lebern vnd also fuerbaz. vnd legez faste vf ein
 setze daz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-002-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-002-orig">
          <p>Von einer Hirschleber. Eine Hirschleber, die man lange haltbar machen will, soll man auf einem Rost braten und danach dünn in Scheiben schneiden. Nimm Honigseim und koche ihn auf. Nimm dann Ingwer, Galgant und Nelken, stoße sie zusammen und wirf sie hinein. Nimm dann ein Fass oder eine Wanne, in die du es tun willst, und mache es ganz sauber. Gieße eine Schicht Honig hinein und lege darauf eine Schicht Leber, und so fahre fort. Lege es fest aufeinander und stelle es zur Aufbewahrung beiseite.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Ein hirzes lebern">Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honicsaum">Honigseim (ungeklärter Honig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="yngeber">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="galgan">Galgant</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="negelin">Nelken</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-003">
        <head>Blanc Manger mit Huhn und Veilchen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-003-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-003-trans">
          <p>Wilt du machen einen blamensir,
 Wie man sol machen einen blamenser. Man sol nemen zigenin
 milich vnd mache mandels ein halp phunt. einen virdunc ryses
 sol man stozzen zvo mele, vnd tuo daz in die milich kalt.
 eines huones brust, die sol man zeisen vnd sol die hacken
 vnd ein rein smaltz sol man dor in tuon. vnd sol ez dor
 vnd gibs im genuoc vnd nime es denne wider. vnd nim gestozzen
 violn vnd wirfe den dor in. vnd einen vierdunc zuckers
 tuo man dor in vnd gebs hin.
 Conf. Also mac man auch in der vasten machen einen blamenser
 von eime hechede.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-003-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-003-orig">
          <p>Willst du einen Blanc Manger zubereiten? So soll man einen Blanc Manger machen: Man nehme Ziegenmilch und bereite aus einem halben Pfund Mandeln Mandelmilch. Ein Viertelpfund Reis soll man zu Mehl stoßen und dies kalt in die Milch geben. Eine Hühnerbrust soll man zerfasern und fein hacken. Reines Schmalz soll man dazugeben und es darin sieden lassen. Man gebe ihm genug Zeit und nehme es dann wieder heraus. Man nehme gestoßene Veilchen und werfe sie hinein. Ein Viertelpfund Zucker gebe man ebenfalls hinzu und serviere es. Hinweis: Ebenso kann man in der Fastenzeit einen Blanc Manger aus einem Hecht zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandels ein halp phunt">Mandeln</ingredient> - 0.5 Pfund</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Wasser (für Mandelmilch)">Wasser</ingredient> - 750 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen virdunc ryses">Reis</ingredient> - 0.25 Pfund</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eines huones brust">Hühnerbrust</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein rein smaltz">reines Schmalz</ingredient> - 1 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen violn">gestoßene Veilchen</ingredient> - 1 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen vierdunc zuckers">Zucker</ingredient> - 0.25 Pfund</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zigenin milich">Ziegenmilch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-004">
        <head>Hühner nach griechischer Art</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-004-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-004-trans">
          <p>Huenre von Kriechen.
 Diz heizzent huenre von Kryechen. Man sol huenre braten
 fleisch eines swines, weich gesoten. vnd gehacket vnder
 vnd nim einen vierdunc rosen dor zvo vnd nim yngeber vnd
 vnd win oder ezzig vnd zucker oder honic vnd siede daz zvo
 sammene vnd gibs hin vnd versaltzez niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-004-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-004-orig">
          <p>Man soll Hühner braten. Das Fleisch eines Schweines soll man weich sieden und hacken. Das gehackte Schweinefleisch mit den gebratenen Hühnern vermischen. Nimm einen Vierdung Rosen dazu, und nimm Ingwer und Pfeffer, und Wein oder Essig, und Zucker oder Honig. Siede das alles zusammen und serviere es. Versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Huenre">ganze Hühner</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleisch eines swines">Schweinefleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen vierdunc rosen">getrocknete Rosenblüten</ingredient> - 20 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="yngeber">Ingwerpulver</ingredient> - 1 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="win oder ezzig">Weißwein oder Apfelessig</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zucker oder honic">Zucker oder Honig</ingredient> - 2 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltzez niht">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="weich gesoten">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-005">
        <head>Reis aus Griechenland mit Schmalz</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-005-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-005-trans">
          <p>Diz heizzet ris von Kriechen.
 Diz heizzet ris von Kriechen. Du solt ris nemen vnd suede
 eime brunnen. zvo halben wege so guezze daz wazzer abe
 ez denne in eime reinen smaltze. vnd guez daz smaltz denne
 abe vnd ein zucker dor vf vnde gibs hin vnd versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-005-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-005-orig">
          <p>Dies wird Reis aus Griechenland genannt. Man nehme Reis und koche ihn in frischem Wasser. Wenn er halb gar ist, gieße man das Wasser ab. Dann koche man den Reis in reinem Schmalz weiter. Gieße danach das Schmalz ab und streue Zucker darüber. Serviere es dann und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris">Reis</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="brunnen">Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="reinen smaltze">reines Schmalz</ingredient> - 150 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein zucker">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="versaltz niht">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-005a">
        <head>Heidenische Kuchen mit Fleisch und Apfel</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-005a-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-005a-trans">
          <p>Heidenische kuochen
 Diz heizzent heidenisse kuochen. Man sol nemen einen teyc
 sol duenne breiten. vnd nim ein gesoten fleisch vnd spec
 vnd epfele vnd pfeffer vnd eyer dar in. vnd backe daz vnd
 gibes hin vnd vnd versirtez niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-005a-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-005a-orig">
          <p>Diese werden Heidenische Kuchen genannt. Man soll einen Teig nehmen und ihn dünn ausbreiten. Und man nehme gekochtes Fleisch, Speck, Äpfel, Pfeffer und Eier und gebe dies alles hinein. Und backe das Ganze und serviere es, und verdirb es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen teyc">Teig</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein gesoten fleisch">gekochtes Fleisch</ingredient> - 300 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="spec">Speck</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="epfele">mittelgroße Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">schwarzer Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(nicht explizit genannt, aber impliziert)">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-006">
        <head>Ein kluoge spise, Gebratenes Hirn</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-006-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-006-trans">
          <p>Ein kluoge spise.
 Diz ist ein kluoge spise. ein hirn sol man nemen vnd mel
 epfele vnd eyer vnd menge daz mit wuertzen
 vnd striche es an einen spiz vnd bratez schone vnd gibz
 heizzet hirne gebraten. daz selbe tuot man einer lungen,
 gesoten ist.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-006-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-006-orig">
          <p>Dies ist eine feine Speise. Man nehme ein Hirn, dazu Mehl, Äpfel und Eier, und vermenge das mit Gewürzen. Sodann streiche man die Masse auf einen Spieß und brate sie gründlich. Man gebe sie hin - das nennt man 'gebratenes Hirn'. Auf gleiche Weise verfahre man mit einer Lunge, die gesotten ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein hirn">Kalbs- oder Schweinehirn</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mel epfele">mehlige Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertzen">schwarzer Pfeffer, 1/2 TL Ingwerpulver, Prise Nelkenpulver, Prise Muskat</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Salz">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Fett zum Braten">Schmalz oder Öl zum Braten</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einer lungen, gesoten ist">Kalbs- oder Schweinelunge</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-007">
        <head>Haselhühner auf Friesentaler Art (Kräuter-Ei-Sauce)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-007-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-007-trans">
          <p>Diz sint haselhuener.
 Haselhuenre von Friesental mache also. man sol nemen reynevan
 vnd peterlin vnd salbei vnder einander vnd ein wenic brotes
 dar zvo vnd wuertze vnd eier. vnd ribe daz mit wine vnd
 suede daz wol vnder einander vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-007-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-007-orig">
          <p>Haselhühner auf Friesentaler Art macht man so: Man nehme Rainfarn, Petersilie und Salbei untereinander und ein wenig Brot dazu, Gewürze und Eier, und zerreibe das mit Wein, und lasse es gut miteinander sieden, dann gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Haselhuenre">Haselhühner</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="reynevan">Rainfarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbei">Einige Salbeiblätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic brotes">altbackenes Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze">schwarzer Pfeffer, 1/2 TL Ingwerpulver, Prise Nelkenpulver, Prise Muskat</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eier">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Weißwein</ingredient> - 50 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-008">
        <head>Gefülltes und gebratenes Ferkelchen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-008-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-008-trans">
          <p>Ein gebraten gefueltez ferhelin.
 Ein gebraten gefueltez ferhelin mache also: Nim ein verkelin,
 drier wuochen als si, vnd brue daz kuele vnd zuehe im
 abe, daz man ez iht wunde. so sol man im vemme den rans
 die hut lazzen. vnd loese beide fleisch vnd gebeine abe
 daz ez in dem libe hat, an die klawen, die ez nidennen hat
 fuezzen. vnd nime des fleisches, daz dor vz gezogen ist,
 zwai eier vnd suede ez vilnach gar. vnd nimme danne daz
 spec vnd hackez. tuo rowe eyer dor zvo vnd einen sniten
 peterlin krut vnd saltz zvo mazze. vnd fuelle da mit
 niht alzvo vol vnd forne den munt vnd legez sanfte in
 laz ez erwallen, daz die hut iht zvo breche. so
 nim ez denne vnd lege ez vf einen hülzinen rost vnd
 sanfte. Alz ez denne wol geroest si, so nim ein bret vnd
 vf eine schuezzeln, mache vf daz bret vier steckelin vnd
 bret mit eime blat von eyern vnd setze das verkelin dar
 ez auch mit eime blate vnd laz im die oren dar vz gen vnd
 munt vnd trage ez hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-008-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-008-orig">
          <p>Ein gebratenes, gefülltes Ferkelchen bereite wie folgt zu: Nimm ein Ferkelchen, das drei Wochen alt sei. Brühe es ab und kühle es, und ziehe ihm das Haar vollständig ab, ohne es dabei zu verletzen. Dabei soll man ihm um den Bauch herum die Haut belassen. Löse sowohl Fleisch als auch Gebeine, die es im Leib hat, vollständig ab, außer den Klauen, die es unten an den Füßen hat. Nimm von dem Fleisch, das herausgelöst wurde, eine Menge, die etwa zwei Eiern entspricht, und koche es fast gar. Nimm dann den Speck und hacke ihn. Gib rohe Eier hinzu, eine Scheibe Brot und Petersilienkraut, und salze es nach Maß. Fülle damit das Ferkelchen nicht allzu voll und nähe den Mund vorne zu. Lege es sanft in einen Kessel und lasse es aufwallen, damit die Haut nicht zerbricht. Nimm es dann heraus und lege es auf einen hölzernen Rost und brate es sanft. Wenn es dann gut geröstet ist, nimm ein Brett und lege es auf eine Schüssel. Befestige auf dem Brett vier kleine Stäbchen und belege das Brett mit einem dünnen Eierkuchen. Setze das Ferkelchen darauf. Belege es ebenfalls mit einem Eierkuchen, lasse ihm aber die Ohren und den Mund frei. Trage es dann auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Ein verkelin, daz drier wuchen alt si">Ferkel</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="des fleisches, daz dor uz gezogen ist, wol als zwai eier">entbeintes Ferkelfleisch</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="spec">Speck</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rowe eyer dor zu">rohe Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen sniten brotes">Brot</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin krut">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz zvo mazze">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="blat von eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-009">
        <head>Kluge Pflaumenspeise</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-009-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-009-trans">
          <p>Ein kluoge spise von pflumen.
 Man sol nemen kriechen, also so sie zitig sind, vnd tuo
 erinen hafen vnd giuz dor vf win oder wazzer, dar si wol
 kinen, vnd lazze si sieden vnd zvo stozze sie denne, daz
 niht brechen, vnd slahe die durch ein sip vnd tuo eine
 brotes dar zvo vnd honic vnd laz ez zvo gen. vnd tuo
 vnd win oder wazzer vnd giuze ez zvo dem muose mit trucken
 krute. also maht du auch wol machen kyrsen muos oder
 spilinge muos.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-009-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-009-orig">
          <p>Man soll Kriechen nehmen, sobald sie reif sind, und sie in einen irdenen Topf geben. Gieße Wein oder Wasser darüber, sodass sie darin gut aufquellen, und lass sie sieden und zerstoße sie dann, sodass die Kerne nicht zerbrechen. Schlage die Masse durch ein Sieb und gib einen Schnitt schönen Brotes hinzu und Honig, und lass es eindicken. Und gib das dazu und Wein oder Wasser und gieße es zu dem Mus mit trockenem, gestoßenem Kraut. Ebenso kannst du auch gut Kirschenmus oder Spillingsmus zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kriechen">Kriecherl</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="win oder wazzer">Rotwein oder Wasser</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen sniten schœnes brotes">Weißbrot</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honic">Honig</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="truckem gestozzeme krute">getrocknete, gemahlene Gewürze</ingredient> - 1 TL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-010">
        <head>Gebratene Birnen-Apfel-Schnitten</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-010-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-010-trans">
          <p>Ein spise von birn.
 Nim gebratene birn vnd sure epfele vnd hacke sie kleine,
 dar zvo pfeffer vnd enis vnd ro eyer. snit zwo duenne
 schoenem brote, fuelle diz da zwischen niht vollen eines
 dicke, mache ein duennez blat von eyern vnd kere
 daz einez dar inne vemm vnd backez mit butern in einer
 biz daz ez rot werde, vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-010-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-010-orig">
          <p>Nimm gebratene Birnen und saure Äpfel und hacke sie klein. Gib Pfeffer, Anis und rohe Eier hinzu. Schneide zwei dünne Scheiben von feinem Brot. Fülle die Birnen-Apfel-Mischung dazwischen, etwa einen Finger dick. Mache eine dünne Hülle aus Eiern und wende das gefüllte Brot darin. Backe es anschließend mit Butter in einer Pfanne, bis es rotbraun wird, und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebratene birn">gebratene Birnen</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sure epfele">saure Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="enis">Anis</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ro eyer">rohe Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="duenne schoenem brote">dünne Scheiben Brot</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-011">
        <head>Huhn im Mörser mit Brotfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-011-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-011-trans">
          <p>Ein guot spise von huennern.
 Eyn gebraten huon zelide cleyne, nim wizzez brot, mache
 duennen eyer teic, saffran vnd pfeffer stoz vnd tuo daz
 vnd mengez wol in einem vazze. vnd nim einen moerser mit
 frischem smaltze vnd stoz diz alzvo male vnd ebenez oben
 einer kellen vnd deckez mit einer schuezzeln vnd kere
 dicke vemme gen dem fuere, daz er glich heiz habe vnd
 als er harte werde, so seige denne abe das smaltz vnd schuete
 huon in ein schuezzeln vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-011-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-011-orig">
          <p>Man nehme ein gebratenes Huhn und zerteile es in kleine Stücke. Man nehme weißes Brot und bereite einen dünnen Eierteig. Safran und Pfeffer zerstoße man. Dies alles gebe man zusammen und vermenge es gut in einem Gefäß. Nun nehme man einen Mörser, fülle ihn mit frischem Schmalz und stoße die gesamte Mischung (Huhn, Brot, Eierteig, Gewürze) darin zu einer feinen Masse. Die Oberfläche glätte man mit einer Kelle und decke den Mörser mit einer Schüssel ab. Man drehe ihn oft herum, dem Feuer zugewandt, damit er gleichmäßig heiß bleibe. Sobald die Masse fest geworden ist, seihe man das Schmalz ab. Das Huhn schütte man in eine Schüssel und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebraten huon">gebratenes Huhn</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wizzez brot">altbackenes Weißbrot</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="duennen eyer teic">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="frischem smaltze">frisches Schweineschmalz</ingredient> - 500 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-012">
        <head>Gebackene Birnen mit Honig</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-012-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-012-trans">
          <p>Ein guote fuelle.
 Wiltu machen ein spise, besnide biern schone vnd spalt
 vnd lege sie in einen hafen vnd bedecke den hafen vnd becleibe
 ez mit teyge, daz der bradem iht vz muege. Denne bestuertze
 hafen mit einer witen stuertzen vnd lege dar vemme glueende
 vnd laz ez langsam backen. so nim denne die birn her vz
 tuo reines honiges dor zvo also vil als der birn ist
 ein ander, daz ez dicke werde, vnd gibz hin.
 Conf. Also mahtu auch von epfeln vnd von kueten, aber
 pfeffers genuoc dar zvo tuon.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-012-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-012-orig">
          <p>Möchtest du eine gute, reichhaltige Speise zubereiten, so schneide Birnen sauber und spalte sie. Lege sie in einen Topf, bedecke den Topf und versiegele ihn mit Teig, damit kein Dampf entweichen kann. Dann bedecke den Topf mit einem weiten Deckel und lege ringsherum glühende Kohlen. Lass es langsam backen. Nimm dann die Birnen heraus und gib reinen Honig hinzu, etwa die gleiche Menge wie Birnen vorhanden sind. Koche es zusammen, bis es dick wird, und serviere es. Ebenso kannst du es auch mit Äpfeln und Quitten zubereiten, doch sollst du reichlich Pfeffer hinzufügen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="biern">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="teyge">Teig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="reines honiges">Reiner Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="epfeln">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kueten">Quitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffers">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-013">
        <head>Grundfüllung für gefüllte Kuchen (Reis-Ei-Masse)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-013-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-013-trans">
          <p>Aein gefuelten kuochen.
 Zuo gefuelten kuochin nim do des briz vnd zvo slahe
 den mit eyern vnd tuo dar zvo ein wenic brotes oder gestozzene vische
 oder dicke von der mandel milich. hie von mac man machen mit
 krute kuechin oder waz man wil von muose.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-013-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-013-orig">
          <p>Zu gefüllten Kuchen nimm Reis und schlage ihn mit Eiern auf und gib ein wenig Brot dazu oder gestoßene Fische oder das Dicke von der Mandelmilch. Hiervon kann man mit Kräutern Kuchen machen oder was man will an Mus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dez dob riz">Reis, gekocht und gestampft</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic brotes">altbackenes Brot</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzene vische">Fischfilet (z.B. Hecht, Kabeljau), gestampft/püriert</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dicke von der mandel milich">Mandelmilch, stark eingedickt</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="krute">frische Kräuter (z.B. Petersilie, Salbei, Majoran), gehackt</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-014">
        <head>Mittelalterlicher Met nach BvgS</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-014-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-014-trans">
          <p>Wilt du guoten met machen.
 Der guoten mete machen wil, der werme reinen brunnen,
 die hant dor inne liden kuenne, vnd neme zwei maz wazzers
 eine honiges. daz ruere man mit eime stecken vnd laz ez
 hangen vnd sihe ez denne durch ein rein tuoch oder durch
 harsip in ein rein vaz. vnd siede denne die selben wirtz
 eime acker lanc hin vnd wider vnd schume die wirtz mit
 vensterehten schuezzeln, da der schume inne blibe vnd
 wirtz. dor noch guez den mete in ein rein vaz vnd bedecke
 daz der bradem iht vz muege, als lange daz man die hant
 inne geliden muege. So nim denne ein halp mezzigen hafen
 in halp vol hopphen vnd ein hant vol salbey
 vnd siede daz mit der wirtz gein einer halben mile. vnd
 denne in die wirtz vnd nim frischer heven ein halb noezzelin
 guez ez dor in. vnd guez ez vnder ein ander, daz es
 werde. so decke zvo, daz der bradem iht vz muege, einen
 eine naht. So seige denne den mete durch ein reyn tuoch
 durch ein harsip vnd vazze in in ein reyn vaz vnd lazze
 drie tac vnd drie naht vnd fuelle in alle abende. Dar
 man in aber abe vnde huete, daz iht hefen dor in kume,
 laz in aht tage ligen, daz er valle, vnd fuelle in alle
 nach loz in abe in ein gehertztez vaz vnd laz in ligen
 vnd trinke in denne erst sechs wuochen oder ehte, so
 beste.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-014-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-014-orig">
          <p>Wer guten Met herstellen möchte, der wärme reines Quellwasser, sodass man die Hand darin ertragen kann. Man nehme zwei Maß Wasser und ein Maß Honig. Dies rühre man mit einem Stock um und lasse es eine Weile ruhen. Dann seihe man es durch ein reines Tuch oder ein Haarsieb in ein sauberes Gefäß. Danach koche man diese Würze für die Dauer eines Ackers hin und her und schöpfe den Schaum mit einer gelochten Schöpfkelle ab, sodass der Schaum darin verbleibt und nicht die Würze. Danach gieße man den Met in ein reines Gefäß und bedecke es, damit kein Dampf entweichen kann, so lange, bis man die Hand wieder darin ertragen kann. Dann nehme man einen Topf von halbem Maß, fülle ihn halb voll mit Hopfen und gebe eine Handvoll Salbei hinzu. Dies koche man mit der Würze für die Dauer einer halben Meile. Dann gebe man eine kleine Menge frischer Hefe (ein halbes Nüsschen) in die Würze und rühre es untereinander, damit es zu gären beginnt. Dann decke man es zu, damit kein Dampf entweichen kann, für einen Tag und eine Nacht. Danach seihe man den Met durch ein reines Tuch oder ein Haarsieb und fülle ihn in ein reines Gefäß. Man lasse ihn drei Tage und drei Nächte gären und fülle ihn jeden Abend auf. Danach lasse man ihn erneut ab und hüte sich davor, dass Hefe hineingelangt. Man lasse ihn acht Tage liegen, damit er sich setzt, und fülle ihn jeden Abend auf. Danach fülle man ihn in ein geharztes Gefäß und lasse ihn acht volle Tage liegen. Trinke ihn dann erst nach sechs oder acht Wochen, dann ist er am besten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="reinen brunnen / zwei maz wazzers">Quellwasser</ingredient> - 2 l</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eine honiges">Honig</ingredient> - 1 l</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein halp mezzigen hafen in halp vol hopphen">Eine halbe Topf-Füllung Hopfen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein hant vol salbey">Eine Handvoll Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="frischer heven ein halb noezzelin">Eine kleine Menge frische Hefe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-015">
        <head>Fischpastete mit Wein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-015-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-015-trans">
          <p>Von pasteden.
 Wilt du machen pasteden von vischen, so schuope die vische
 ziuhe in abe die hut, swenne sie erwallen, vnd hau sie
 stuecken, hacke peterlin vnd salbey dor in vnd tuo dar
 yngeber, zinemin vnd saffran. temper ez allez mit wine
 einen duennen derben teyc vnd tuo die vische dor in vnd
 win dor vf vnd decke ez mit eyme duennen teyge
 vnd mache daz vemme vnd vem gantz vnd brich oben ein
 in vnd lege da fuer ein cluesterlin von teyge vnd laz
 Conf. Also mac man auch huenir machen, auch fleisch oder
 oder ele oder voegele.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-015-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-015-orig">
          <p>Wenn Ihr Pasteten von Fischen zubereiten wollt, so schuppt die Fische. Zieht ihnen die Haut ab, sobald sie aufgekocht sind, und hackt sie in Stücke. Hackt Petersilie und Salbei hinein und gebt Ingwer, Zimt und Safran hinzu. Knetet die Zutaten für den Teig mit Wein zu einem dünnen, aber festen Teig. Gebt die Fische in die Teighülle und gießt Wein darüber. Deckt die Pastete mit einem dünnen Teigdeckel zu und verschließt sie ringsum vollständig. Brecht oben eine Öffnung hinein und legt dafür einen kleinen Teigpfropfen als Verschluss ein. Lasst sie backen. Ebenso kann man auch Hühner, Fleisch, Aale oder Vögel auf diese Weise zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vischen">Fisch</ingredient> - 1 kg</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="yngeber">Ingwer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zinemin">Zimt</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Weißwein</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="teyc">Weizenmehl</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(implizit) Wasser">Wasser</ingredient> - 100 ml</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="(implizit) Salz">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(implizit) Fett">Schmalz oder Butter</ingredient> - 100 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-016">
        <head>Leber-Eier-Sauce mit Zwiebeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-016-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-016-trans">
          <p>Von einem gerihte von lebern.
 Man sol nemen ein lebern vnd herte eyer, die sol man stozzen
 eime moerser. vnd daz sol man mengen mit luterm trank
 wine oder mit ezzige vnd sol ez malen in einer senf-muelen.
 nem zwiboln, die solt du sueden mit smaltze oder mit oele,
 man giezzen ueber vische oder ueber wiltpret. Noch dirre
 mahtu vil anders dinges machen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-016-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-016-orig">
          <p>Über ein Gericht aus Leber. Man soll eine Leber und hartgekochte Eier nehmen; diese soll man in einem Mörser zerstoßen. Und dies soll man mit klarem Trank, Wein oder Essig vermengen. Und man soll es in einer Senfmühle mahlen. Nimm Zwiebeln, diese sollst du in Schmalz oder Öl dünsten. Man gieße es über Fisch oder Wildbret. Nach dieser Art kannst du viele andere Dinge zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein lebern">Leber</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="herte eyer">hartgekochte Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="luterm trank wine oder mit ezzige">Flüssigkeit</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(implied by 'senf-muelen')">Senfsaat (gemahlen) oder Senfpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwiboln">Zwiebeln</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze oder mit oele">Schmalz oder Pflanzenöl</ingredient> - 1 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-017">
        <head>Gefüllter Hecht vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-017-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-017-trans">
          <p>Von gefuelten hechden.
 Gefuelte hechede sol man also machen: man neme gefuege
 vnd schuepe die vnd loese in abe den darm zvo den oren
 vische, welcher kuenne sie sin, vnd suede sie vnd lazze
 gerete, stozze sie in eime moerser, hacke dar zvo salbey,
 kuemel vnd safran gestozzen, saltz sie zvo mazzen, da
 man die hechde vnd besprenge sie vzzen mit saltze. backe
 eime huelzinen roste vnd brat in gar schone.
 Conf. Also mahtu in auch machen mit eyern.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-017-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-017-orig">
          <p>Gefüllten Hecht soll man wie folgt zubereiten: Man nehme einen passenden Hecht, schuppe ihn und löse den Darm bis zu den Kiemen heraus. Man nehme weiteres Fischfleisch, welcher Art es auch sei, koche es und entferne die Gräten. Das gekochte Fischfleisch stoße man in einem Mörser. Hacke dazu Salbei, Pfeffer, gestoßenen Kümmel und Safran. Salze dies angemessen. Damit fülle man den Hecht und besprenge ihn außen mit Salz. Backe ihn auf einem hölzernen Rost und brate ihn sehr schön gar. Ebenso kann man ihn auch mit Eiern zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gefuege hechede">ganzer Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vische, welcher kuenne sie sin">weißes Fischfilet</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">frischer Salbei</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">schwarzer Pfeffer, gestoßen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kuemel">Kümmel, gestoßen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="safran gestozzen">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-018">
        <head>Gegrillter Aal mit Kräuterfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-018-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-018-trans">
          <p>Von frischen elen.
 Nim frische ele vnd wasche in abe den slim mit kalter aschen,
 loese in abe die hut bi dem haupte vnd zvech die nider
 zagel. hacke salbey vnd petersilien vnd tuo dar zvo gestozzen
 ingeber, pfeffer, enis vnd sa(l)tz zvo mazzen. wirf vf
 zvehe die hut wider veber. besprenge die ele vzzene mit
 brat sie gar vf eime huelzinen roste vnd gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-018-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-018-orig">
          <p>Nehmt frische Aale und wascht ihnen den Schleim mit kalter Asche ab. Löst die Haut am Kopf und zieht sie bis zum Schwanz herunter. Hackt Salbei und Petersilie und gebt gestoßenen Ingwer, Pfeffer, Anis und Salz in Maßen hinzu. Füllt die Kräutermischung in die Aale und zieht die Haut wieder darüber. Bestreut die Aale außen mit Salz und bratet sie gar auf einem hölzernen Rost. Serviert sie anschließend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="frische ele">frische Aale</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kalter aschen">Tasse kalte Holzasche</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="petersilien">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen ingeber">Ingwer (ca. 20g), gestoßen</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">schwarzer Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="enis">Anissamen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sa(l)tz zvo mazzen">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-019">
        <head>Lachs im Teigmantel</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-019-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-019-trans">
          <p>Diz ist ein guot spise von eime lahs.
 Nim einen lahs, schabe im abe die schuopen, spalde in
 an stuecke. hacke peterlin, selbey, nim gestozzen yngeber,
 enys, saltz zvo mazzen, mache eynen derben teyk noch der
 der stuecke vnd wirf daz krut vf die stuecke vnd bewirke
 teyge. kanst du sie gestemphen in ein forme, daz tuo.
 machen hechde, foerheln, brasmen, vnd backe ieglichez
 sime teyge. ist ez aber eins fleischtages, so mahtu machen
 rephuenre, tuben vnd vasande mahtu machen, ab du hast
 vnd backe sie in smaltze oder suet sie in den
 formen. nim von den bruesten der huenre oder ander guot
 so wirt die kunst deste bezzer vnd versaltzez niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-019-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-019-orig">
          <p>Dies ist ein gutes Gericht von Lachs. Nimm einen Lachs, schabe ihm die Schuppen ab, spalte ihn in Stücke. Hacke Petersilie und Salbei. Nimm gestoßenen Ingwer, Pfeffer, Anis und Salz in Maßen. Mache einen festen Teig, passend zur Größe der Fischstücke. Wirf die gehackten Kräuter auf die Stücke und umhülle sie mit dem Teig. Wenn du sie in eine Form pressen kannst, so tue dies. Auf diese Weise kannst du auch Hechte, Forellen und Brassen zubereiten und jedes Stück einzeln in seinem Teig backen. Ist es jedoch ein Fleischtag, so kannst du Rebhühner, Tauben und Fasane zubereiten, sofern du die Formen hast. Backe sie in Schmalz oder gare sie in den Formen. Nimm von den Brüsten der Hühner oder anderes gutes Fleisch, so wird die Kunst umso besser. Und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen lahs">Lachs</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="selbey">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen yngeber">gemahlener Ingwer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="enys">Anis</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyn derben teyk">Teig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hechde, foerheln, brasmen">Hecht, Forelle oder Brasse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hüenre, rephüenre, tuben und vasande">Hühnerbrust, Rebhuhn, Taube oder Fasan</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-020">
        <head>Gebratener Stockfisch mit Gewürzteig</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-020-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-020-trans">
          <p>Diz sagt von eime stoc vische.
 Nim einen stoc visch, do niht garst insi, tuo im die hut
 in in kaltem wazzer eine naht vnd nim denne hervz vnd druecke
 in in ezzig also daz er blibe gantz, binden vf zwo schinen
 lege in vf einen huelzinen rost, strich daz feuer dar
 daz er erwarme, laze in wol belaufen mit butern. dor noch
 mache einen schoenen teyk mit wizzem melwe vnd mit eyern,
 zvo tuo gestozzen pfeffer oder ingeber oder ein wenic
 zvo mazze, sprengez vf den visch, als der visch gar heiz
 den teyg dor vf mit eime swanke, riche vaste koln dor
 er rot werde, also tuo daz e du in abe nemest vnd betrauf
 mit butern vnd gib in hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-020-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-020-orig">
          <p>Nimm einen Stockfisch, der nicht ranzig sei. Ziehe ihm die Haut ab und weiche ihn eine Nacht lang in kaltem Wasser ein. Nimm ihn dann heraus und drücke ihn in Essig, sodass er ganz bleibt. Binde ihn auf zwei Holzschienen und lege ihn auf einen hölzernen Rost. Streiche das Feuer darunter, damit er sich erwärmt, und lass ihn gut mit Butter überlaufen. Danach mache einen schönen Teig mit weißem Mehl und Eiern, gib gestoßenen Pfeffer oder Ingwer und ein wenig Safran dazu, salze ihn nach Maß. Sprenge den Teig auf den Fisch, sobald dieser ganz heiß ist, mit einem Schwung. Schüre reichlich Kohlen darunter, damit er rot werde; tue dies, ehe du ihn vom Rost nimmst, beträufle ihn mit Butter und gib ihn hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen stoc visch / einen stockvisch">Stockfisch</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kaltem wazzer">Kaltes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ezzig">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wizzem melwe">Weißes Mehl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen pfeffer">gestoßener Pfeffer</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ingber / ingeber">Ingwer</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic saffrans">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz zu mazze">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-021">
        <head>Gekochter Schweinemagen und Därme</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-021-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-021-trans">
          <p>Ein guot spise.
 Nim gesotene swins darme vnd den magen, snit die gesoten
 in viere die langen vnd die cleinen, dar nach snidez gefuege
 riemen, vnd den magen snide auch smal, vnd snid denne beide
 magen vnd darm den iedweders veber, so du cleinest
 wilt. nim petersilien, boley vnd minzzen, salbey, gesotene
 eyer vnd schoene brot, kuemels aller meist vnd ein wenic
 ein ey zvo der schuezzeln. Diz male mit ezzige vnd mit
 also, daz ez niht zesur werde, vnd guez ez vf die kaldiment
 smaltz dor zvo, laz ez erwarmen, untz ez dick werde,
 versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-021-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-021-orig">
          <p>Man nehme gekochte Schweinedärme und den Magen. Schneide die gekochten Därme der Länge nach in vier Teile, die langen und die kleinen. Danach schneide sie passend wie Riemen. Und den Magen schneide ebenfalls schmal. Und schneide dann sowohl Magen als auch Darm quer, jedes Stück so klein, wie du es am liebsten magst. Nimm Petersilie, Polei-Minze und Minze, Salbei, gekochte Eier und feines Brot, am meisten Kreuzkümmel, ein wenig Pfeffer und ein Ei für die Schüssel. Zermahle dies mit Essig und mit guter Brühe, sodass es nicht zu sauer wird. Und gieße es über die kalten Zutaten. Gib Schmalz hinzu. Lass es erwärmen, bis es dick wird. Versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gesotene swins darme">Gekochte Schweinedärme</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="den magen">Schweinemagen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="petersilien">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="boley">Polei-Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="minzzen">Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gesotene herte eyer">Gekochte Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schoene brot">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kuemels aller meist">Kreuzkümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic pfeffers">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein ey zu der schüzzeln">Ei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guteme sode">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smaltz">Schweineschmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-022">
        <head>Gefüllte Schweinedärme mit Flomen und Brot</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-022-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-022-trans">
          <p>Ein guot geriht.
 Nim dri gesotene smale swines darme, nim dar zvo smaltzes
 flemen, daz tuo, die wile ez ungesoten ist, als lang vnd
 die darm sint, bint daz zvo sammene, slahe zwei eyer dor
 nim ein wenic schoenes brotes vnd pfeffer vnd saltz zvo
 In dem condimente erwelle die darme vnd fuelle sie mit
 condimente vnd stecke sie in einen grozzen darm, swaz des
 veber blibe, daz guez in den grozzen darm vnd verbint
 beide die innern vnd den grozzen darm an beiden enden besunder,
 teil daz condiment glich in die darm, suet sie gar vnd
 heyz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-022-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-022-orig">
          <p>Nimm drei bereits gesottene, schmale Schweinedärme. Nimm dazu rohes Schweinebauchfett (Flomen); richte es zu, solange es ungekocht ist, so lang und groß wie die Därme, und schneide (bzw. binde) es zusammen. Schlage zwei Eier dazu und nimm ein wenig schönes Brot, Pfeffer und Salz dazu. Erwärme die Därme in der Füllung kurz und fülle sie dann mit dieser Füllung. Stecke die gefüllten kleinen Därme in einen großen Darm. Was von der Füllung übrig bleibt, das gieße ebenfalls in den großen Darm. Verbinde sowohl die inneren (gefüllten) Därme als auch den großen Darm an beiden Enden gesondert. Verteile die Füllung gleichmäßig in den Därmen. Siede sie gar und serviere sie heiß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dri gesotene smale swines darme">gesottene, schmale Schweinedärme</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltzes flemen">rohes Schweinebauchfett</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwei eyer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic schoenes brotes">helles Brot</ingredient> - 100 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen grozzen darm">großen Schweinedarm</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-023">
        <head>Gefüllte Hühner-Morcheln am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-023-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-023-trans">
          <p>Ein guot spise.
 Nim von der brust des huones vnd hacke ez cleine vnd stoz
 eime moerser vnd tuo dar zvo ein wenic melwes vnd grobes
 pfeffer oder ingeber, saltz zvo mazze, ein ey oder zwei
 menge, roeste daz wol zvo sammene, snit zwei
 clueppelin eines vingers lanc, als ein eln schaft fornen
 vnd nim des gesoten als groz als ein morche, walkez sinewel
 hant vnd fuege ez vemme den spiz als ein marach vnd zwengez
 vzzene, daz ez krusp si, legez in ein phannen, laz ez sieden
 dem stecken. die wile daz siede, so bewirke den andern
 als du den einen vz nemest, so lege den andern in. Vnd
 als vil als du wilt. wenne sie gar sin gesoten, so nim
 ein gehacketz muos mit butern, daz fuelle in die morchen
 sie entwerhes an den spiz, mache sie heiz vnd betraufe
 butern vnd gib sie hin. Also mahtu auch machen morchen
 hecheden vnd von lehsen vnd wo von du wilt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-023-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-023-orig">
          <p>Nimm die Brust eines Huhnes, hacke sie fein und stoße sie in einem Mörser. Gib dazu ein wenig Mehl und grobes Brot (Semmelbrösel), Pfeffer oder Ingwer, Salz nach Belieben, sowie ein oder zwei Eier, je nach Menge, und menge dies. Röste dies gut zusammen. Schneide zwei Stäbchen, fingerlang, vorne rund wie ein Ellen-Schaft. Nimm von der gegarten Masse ein Stück, so groß wie eine Morchel, rolle es rund in deiner Hand und forme es um das Stäbchen wie Mark. Drücke es außen fest, damit es knusprig wird. Lege es in eine Pfanne und lass es mit dem Stäbchen darin sieden. Während eines siedet, bereite das nächste vor. Sobald du eines herausnimmst, lege das nächste hinein. Mache so viele, wie du möchtest. Wenn sie gar gekocht sind, nimm sie heraus. Rühre ein gehacktes Mus mit Butter an, fülle dieses Mus in die Morcheln und stecke sie quer auf einen Spieß. Mache sie heiß und beträufle sie mit Butter, dann gib sie hin. So kannst du auch Morcheln von Hecht und von Lachs oder von was auch immer du möchtest machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="brust des huones">Hühnerbrust</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic melwes">Weizenmehl</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="grobes brotes">Semmelbrösel</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer oder ingeber">Pfeffer oder Ingwerpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz zu mazze">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein ey oder zwey">Eier</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein gehacketz muos">Kräuter- oder Gemüse-Püree</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 50 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-024">
        <head>Caleus: Mandelmilch mit Brotwürfeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-024-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-024-trans">
          <p>Daz ist auch guot.
 Nim mandelkern, mache daz in siedeme wazzer, stoz sie vnd
 twinge sie durch ein tuoch oder mal sie, nim schoen herte
 die obersten rinden abe schone vnd duenne, snit dar nach
 so du duennest muegest. daz beginne vnder der obersten
 ieglich schibe sol sin sinewel. vuege der schiben viere
 vnd snit sie smal als einen riemen vnd snit sie den twerhes
 veber, so du kleinest maht, halt die mandelmilch
 veber daz fiuer, laz sie warm werden, wirf daz brot dar
 dicke werde, halt sie veber daz viuer, laz sie sieden
 schuezzeln vnde strauwe ein zucker dar uf. daz heizzet
 vnd gibz hin.
 Conf. Also mache auch ander milich, ob du totern dor zvo</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-024-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-024-orig">
          <p>Auch dies ist eine gute Speise. Nimm Mandelkerne und bereite sie in siedendem Wasser vor. Stoße sie sodann und presse sie durch ein Tuch, oder mahle sie fein. Nimm schönes, hartes Brot. Schneide die obersten Rinden sauber und dünn ab. Danach schneide Scheiben, so dünn du nur vermagst. Beginne dabei unter der obersten Rinde; jede Scheibe soll rund sein. Füge vier dieser Scheiben zusammen und schneide sie schmal wie einen Riemen. Dann schneide sie quer darüber, so klein du nur kannst. Halte die Mandelmilch über das Feuer und lass sie warm werden. Wirf das Brot hinein, auf dass die Speise dick werde. Halte sie weiterhin über das Feuer und lass sie sieden. Gib sie sodann in Schüsseln und streue Zucker darüber. Dies nennt man Caleus. Und reiche es dar. Auf gleiche Weise kannst du auch andere Milchspeisen zubereiten, so du Eigelb hinzufügen möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="siedeme wazzer">Wasser</ingredient> - 1 l</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schoen herte brot">altes Weißbrot</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="totern">Eigelb</ingredient> - 2</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-025">
        <head>Gegrillter Frischkäse vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-025-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-025-trans">
          <p>Wilt du machen ein gebraten milch.
 Wilt du machen ein gebraten milich, So nim, do niht veiztes
 die kummen vnd, die gelebt si, den hafen, zvo slahe, daz
 sanfte her vz glite vf ein buetel tuoch, dor in bewint
 sie sanfte von erst vnd dor noch baz, laz sie ligen von
 biz hin zvo abent. so snit sie duenne vnd spizze sie,
 mit saltze vnd lege sie vf einen hvelzinen rost vnd la
 vnd wirf ein wenic pheffers dor vf vnd betreyfe sie mit
 oder mit smaltze, ob ez fleischtac si, vnd gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-025-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-025-orig">
          <p>Willst du eine gebratene Milch zubereiten, so nimm die geronnene, nicht fette Milch. Schlage sie im Topf zusammen, sodass sie sanft auf ein Seihtuch gleitet. Darin wickle sie ein und beschwere sie zuerst sanft und danach fester. Lass sie vom Morgen bis zum Abend liegen. Dann schneide sie dünn und spieße sie auf. Besprenge sie mit Salz und lege sie auf einen hölzernen Rost. Lass sie gut rösten und streue ein wenig Pfeffer darüber. Beträufle sie mit Butter oder mit Schmalz, wenn es ein Fleischtag ist, und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="die do niht veiztes zu si kummen und die gelebt si">Magermilch</ingredient> - 1 l</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltze">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffers">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-026">
        <head>Gebratene Gans mit saurer Füllung</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-026-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-026-trans">
          <p>Diz ist ein guot fuelle.
 Stoz ein gans an einen spiz vnd suet daz gekroese, nim
 gesoten herte vnd nim dor zvo eine brosmen schoenes brotes
 kuemel dar zvo vnd ein wenic pfeffers vnd saffrans, vnd
 gesoten huones lebern. Mals zvo sammene mit
 ezzige vnd mit huener sode, zvo mazzen sur, vnd schele
 snide sie duenne vnd tuo sie denne in einen hafen, tuo
 oder wazzer vnd laz sie sieden, daz sie weich werden. vnd
 denne sur epfele, snit die kern her vz. als die zwiboln
 gesoten, wirf die epfele dar zvo, daz ez weich belibe,
 daz gemalne vnd die epfele vnd die zwiboln alle in ein
 vnd als die gans gebraten ist, so zvo lide sie, lege
 vaz vnd guez daz condimente dar veber vnd gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-026-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-026-orig">
          <p>Dies ist eine gute Füllung. Spieße eine Gans auf einen Spieß und siede die Innereien. Nimm vier hartgekochte Eier und dazu einen Brotkrümel von schönem Brot, Kümmel dazu und ein wenig Pfeffer und Safran. Und nimm drei gesottene Hühnerlebern. Mahle alles zusammen mit Essig und Hühnerbrühe, sodass es mäßig sauer ist. Und schäle Zwiebeln und schneide sie dünn und gib sie dann in einen Topf. Gib dazu Schmalz oder Wasser und lass sie sieden, dass sie weich werden. Und nimm dann saure Äpfel, schneide die Kerne heraus. Wenn die Zwiebeln gar sind, wirf die Äpfel dazu, dass es weich bleibt. Und gib dann das Gemahlene und die Äpfel und die Zwiebeln alles in eine Pfanne. Und wenn die Gans gebraten ist, so zerlege sie. Lege sie in ein schönes Gefäß und gieße das Kondiment darüber und gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein gans">Gans</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="daz gekroese">Innereien der Gans</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vier eyer gesoten herte">Eier, hartgekocht</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eine brosmen schoenes brotes">Brotkrümel</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kuemel">Kümmel</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic pfeffers">Pfeffer</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffrans">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dri gesoten hunes lebern">Hühnerlebern, gekocht</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Essig</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="huener sode">Hühnerbrühe</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwiboln">Zwiebeln</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz oder wazzer">Schmalz oder 50 ml Wasser</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sur epfele">saure Äpfel</ingredient> - 2</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-027">
        <head>Gefüllte Eier-Roulade mit Äpfeln und Fleisch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-027-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-027-trans">
          <p>Ein guot getrahte.
 Nim gebratene eyern vnd ro sur epfele vnd nim vnder wahsen
 fleisch gesoten vnd nim pfeffer vnd saffran, daz stoz zvo
 vnd mache ez weich mit roen eyern. so mache ein blat von
 vnd zvo teile daz, fuelle dar vf die materien, daz glich
 wint daz blat zvo sammene vnd machez naz von eyer teyge
 legez in siedenz smaltz vnd backez harte. so stecke do
 spiz vnd legez zvo dem viuere vnd beslahez eins mit eyern
 eins mit smaltze mit zwein swammen also lange
 biz daz ez singe vnd rot werde, vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-027-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-027-orig">
          <p>Nimm gebratene Eier, rohe saure Äpfel und gekochtes, durchwachsenes Fleisch. Nimm Pfeffer und Safran, stoße alles zusammen und mache es mit rohen Eiern weich. Dann bereite ein dünnes Blatt aus Eiern (eine Art Omelett) und teile es. Fülle die zubereitete Masse darauf, sodass sie gleichmäßig verteilt ist. Wickle das Eierblatt zusammen und mache es mit Eierteig nass. Lege es in siedendes Schmalz und backe es fest. Stecke dann einen Spieß hindurch und lege es über das Feuer. Bestreiche es abwechselnd mit Eiern und Schmalz, mithilfe von zwei Schwämmen, so lange, bis es 'singt' (brutzelt) und rot wird. Dann serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebratene eyern">gebratene Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ro sur epfele">rohe, saure Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vnder wahsen fleisch gesoten">gekochtes, durchwachsenes Fleisch</ingredient> - 300 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="roen eyern">rohe Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="blat von eyern">Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer teyge">Eier und etwas Mehl</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="siedenz smaltz">Schmalz</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-027a">
        <head>Geröstete Neunaugen in süß-saurer Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-027a-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-027a-trans">
          <p>Ein guot fuelle.
 Nim lampriden vnd snit sie an sehs stuecke, daz mittelst
 daz mache minner danne die andern stuecke. besprenge
 saltze vnd legez vf einen hueltzinen rost. brat sie gar.
 mittelste stuecke, als ez gar si geroest, stoz ez in
 dar zvo eine swartzen rinden brotes, die weiche in ezzige,
 tuo dar zvo gestozzen galgan vnd pfeffer vnd ingeber
 vnd muschat bluomen vnd negelin. wilt duz aber lange
 mach ez scharpf mit ezzige vnd ein wenic honiges vnd suedez
 leg ez kalt dor in. noch dirre wise mahtu machen gebratene
 oder waz du wilt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-027a-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-027a-orig">
          <p>Nimm Neunaugen und schneide sie in sechs Stücke; das mittlere Stück mache kleiner als die anderen Stücke. Besprenge sie mit Salz und lege sie auf einen hölzernen Rost. Brate sie gar. Nimm das mittlere Stück, wenn es gar geröstet ist, stoße es in einem Mörser. Gib dazu eine schwarze Brotrinde, die du in Essig einweichst. Füge hinzu gestoßenen Galgant und Pfeffer und Ingwer und Muskatblüte und Nelken. Willst du es aber lange aufbewahren, so mache es scharf mit Essig und ein wenig Honig, und siede es, und lege es kalt hinein. Auf diese Weise kannst du gebratene Neunaugen zubereiten, oder was du willst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="lampriden">Neunaugen</ingredient> - 4</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltze">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eine swartzen rinden brotes">Schwarzbrot</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Essig</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen galgan">Galgant</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ingber">Ingwer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="muschat bluomen">Muskatblüte</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="negelin">Nelken</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honiges">Honig</ingredient> - 1 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-028">
        <head>Königs-Hühner</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-028-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-028-trans">
          <p>Wilt du machen ein spise von huenern.
 Diz heizzent kueniges huenre. Nim junge gebratene huenre,
 an kleine mursel. nim frische eyer vnd zvo slahe die,
 gestozzen ingeber vnd ein wenic enys, guez daz in einen
 moerser, der heiz si, mit dem selben crute, daz tuo du
 da mit bewirf die huenre. vnd tuo die huenre in den
 dar zvo saffran vnd saltz zvo mazzen und tuo sie zvo
 vnd lazze sie backen glich heiz mit ein wenic
 smaltzes. gib sie gantz hin, daz heizzent kuoniges huenre.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-028-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-028-orig">
          <p>Wenn Ihr ein Gericht aus Hühnern zubereiten wollt, das man Königs-Hühner nennt: Nehmt junge, gebratene Hühner und zerteilt sie in kleine Stücke. Schlagt frische Eier auf und vermengt sie mit gestoßenem Ingwer und ein wenig Anis. Gießt diese Mischung in einen festen, hitzebeständigen Topf oder eine Schale, die bereits warm ist. Damit überzieht die Hühnerstücke. Gebt die Hühner in diesen Topf, fügt Safran und Salz nach Belieben hinzu und stellt sie ans Feuer. Lasst sie gleichmäßig heiß mit ein wenig Schmalz sieden. Serviert das Gericht als Ganzes. Dies sind die Königs-Hühner.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="junge gebratene huenre">junge gebratene Hühner</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="frische eyer">frische Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen ingeber">gestoßener Ingwer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic enys">Anis</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz zvo mazzen">Salz nach Geschmack</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic smaltzes">Schmalz</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-029">
        <head>Gute Leber in würziger Honigsauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-029-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-029-trans">
          <p>Wilt du machen ein guot lebern.
 Nim ein rindes lebern, die niht steineht si, vnd snit si
 stuecke vnd lege sie vf einen rost vnd brat sie, also
 gesuebert, so wasche sie in warmem wazzer oder in sode
 suede daz vnd laz sie braten gar vnd nim sie denne abe
 sie kalden vnd besnit sie schone. vnd nim denne ein halb
 vnd stozz ez in eynem moerser vnd stoz dar zvo ein rinden
 brotes, tuo pfeffer dar zvo vnd ingeber, daz ez scharpf
 nim ein wenic anis vnd mal daz mit ezzige vnd mit honicsaume
 vnd erwelle ez, biz es dicke werde, vnd laz ez kalt bliben
 lege dor in der lebern als vil du wilt, vnd zvo der hochzit
 hirz lebern. vnd des wilden swines lebern mache auch also.
 Conf. Vnd nach dirre manunge erdenke auch ander spise.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-029-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-029-orig">
          <p>Willst du eine gute Leber zubereiten, so nimm eine Rinderleber, die nicht zäh oder faserig ist. Schneide sie in Stücke und lege sie auf einen Rost, um sie anzubraten. Nachdem sie so vorbereitet ist, wasche sie in warmem Wasser oder in Sud. Siede diesen Sud auf und lass die Leber darin gar braten. Nimm sie dann vom Feuer, lass sie erkalten und schneide sie sauber zurecht. Nimm nun ein halbes Stück der Leber und stoße es in einem Mörser. Stoße dazu eine Brotrinde, gib Pfeffer und Ingwer hinzu, damit es scharf wird. Nimm ein wenig Anis und mahle es mit Essig und Honigseim. Koche diese Mischung auf, bis sie dick wird, und lass sie dann kalt werden. Lege die vorbereiteten Leberstücke, so viel du möchtest, in diese Sauce. Zum Festmahl kannst du dieses Gericht als Hirschleber ausgeben. Auch die Leber vom Wildschwein bereite auf diese Weise zu. Und nach dieser Anweisung erdenke auch andere Speisen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein rindes lebern">Rinderleber</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="warmem wazzer">Warmes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sode">Sud / Brühe</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein rinden brotes">Brotrinde</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ingeber">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic anis">Anis</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honicsaume">Honigseim (ungeklärter Honig)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-030">
        <head>Huhn mit Quitten und Gewürzsauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-030-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-030-trans">
          <p>Ein guot spise.
 Nim huenre, die brat niht volle gar, ent lide sie zvo
 laz sie sieden nuer in smaltze vnd wazzere, vnd nim eine
 brotes vnd ingeber vnd ein wenic pfeffers vnd anis, daß
 ezzige vnd mit dem selben soedichin, vnd nim
 vier gebraten kueten vnd daz condiment tuo zvo den huenren,
 ez wol da mit sieden, daz ez werde eben dicke. hastu niht
 so nim gebraten bieren vnd mach ez da mite vnd gibz hin
 versaltz ez niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-030-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-030-orig">
          <p>Ein gutes Gericht. Nimm Hühner, brate sie nicht ganz gar, zerteile sie in mundgerechte Stücke. Lass sie sodann nur in Schmalz und Wasser sieden. Nimm eine Brotrinde, Ingwer, ein wenig Pfeffer und Anis; zermahle dies mit Essig und rühre es mit dem gleichen Sud ein. Nimm vier gebratene Quitten und gib dieses Gewürzgemisch zu den Hühnern. Lass es gut damit sieden, sodass es gleichmäßig dick wird. Hast du keine Quitten, so nimm gebratene Birnen und bereite es damit zu. Serviere es und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="huenre / hüenre">Hühner</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wazzere / wazzers">Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eine brotes / eine rinden brotes">Rinde Brot</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ingeber">Ingwerpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic pfeffers">Pfeffer</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="anis">Anis</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Essig</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vier gebraten kueten / vier gebraten küten">gebratene Quitten</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebraten bieren">gebratene Birnen</ingredient> - 4</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-031">
        <head>Bohnengericht mit Gewürzsauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-031-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-031-trans">
          <p>Ein spise von bonen.
 Suede gruene bonen, biz daz sie weich werden. so nim
 brot vnd ein wenic pfeffers, dristunt als vil kuemels,
 mit biere. mal daz zvo sammen vnd tuo dar zvo saffran
 abe daz sode vnd guez dar vf daz gemalne vnd saltz ez
 vnd laz ez erwallen in dem condiment vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-031-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-031-orig">
          <p>Man siede grüne Bohnen, bis sie weich sind. Dann nehme man Brot, ein wenig Pfeffer und dreimal so viel Kümmel, mit Bier. Man mahle dies zusammen und füge Safran hinzu. Man seihe die Kochflüssigkeit der Bohnen ab und gieße das Gemahlene darüber. Man salze es und lasse es in dieser Gewürzsauce aufwallen. Dann serviere man es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gruene bonen / grüene bonen">Grüne Bohnen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="brot">Brot</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic pfeffers">schwarzer Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dristunt als vil kuemels / kümels">Kümmel</ingredient> - 3 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="biere">Bier</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sode">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-032">
        <head>Würzige Knoblauch-Eigelb-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-032-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-032-trans">
          <p>Ein geriht.
 Rib knobelauch mit saltze - die haubt schele schone - vnd
 sehs eyer dar zvo on daz wisse vnd nim ezzig vnd ein wenic
 wazzers dar zvo, niht zvo sur, vnd la daz erwallen, daz
 blibe. damit mac man machen gebratene huenner, morchen
 swemme oder waz du wilt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-032-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-032-orig">
          <p>Reibe Knoblauch mit Salz - die Häute der Knoblauchzehen sollen dabei schön geschält sein. Mische sechs Eigelb dazu, ohne das Eiweiß. Nimm Essig und ein wenig Wasser hinzu, achte darauf, dass es nicht zu sauer wird. Lass die Mischung aufwallen, sodass sie dicklich bleibt. Mit dieser Sauce kann man gebratene Hühner, Morcheln, Pilze oder was immer du möchtest, zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="knobelauch">Knoblauchknolle</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saltze">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sehs eyer dar zvo on daz wisse">Eigelb</ingredient> - 6</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ezzig">Essig</ingredient> - 50 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic wazzers">Wasser</ingredient> - 20 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-032a">
        <head>Saure Agraz-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-032a-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-032a-trans">
          <p>Wilt du machen einen agraz.
 Nim wintruebele vnd stoz sur ephele. diz tuo zvo sammene,
 ez mit wine vnd drueckez vz. dise salse ist guot zvo
 vnd zvo huenren vnd zvo vischen vnd heizet agraz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-032a-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-032a-orig">
          <p>Willst du einen Agraz zubereiten? Nimm unreife Weintrauben und stoße saure Äpfel. Dies gib zusammen, vermenge es mit Wein und drücke es aus. Diese Sauce ist gut zu Schafbraten und zu Hühnern und zu Fischen und wird Agraz genannt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wintruebele / wintriubele">unreife Weintrauben</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sur ephele">saure Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Weißwein</ingredient> - 100 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-033">
        <head>Schalotten-Vinaigrette für Rinderbraten</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-033-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-033-trans">
          <p>Aber ein condiment.
 Nim aschlauch vnd scheln, ribin mit saltze,
 mengin mit wine eder mit ezzige vnd drueckez vz. dise
 guot zvo rinderinen braten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-033-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-033-orig">
          <p>Ein weiteres Würzmittel. Nimm Schalotten und schäle sie. Reibe die geschälten Schalotten mit Salz. Mische sie anschließend mit Wein oder Essig und drücke die Flüssigkeit aus. Diese Sauce ist gut zu Rinderbraten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="aschlauch">Schalotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltze">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wine">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-034">
        <head>Saure Traubensauce mit Speck</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-034-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-034-trans">
          <p>Ein salse.
 Nim sure winber vnd tuo dar zvo salbey vnd zwei knobelauches
 vnd spec vnd stoz daz zvo sammene, drueckez vz vnd gibz
 guoten salse.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-034-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-034-orig">
          <p>Nimm saure Weinbeeren und füge Salbei, zwei Knobelauchköpfe und Speck hinzu. Stoße dies alles zusammen in einem Mörser. Drücke die entstandene Masse aus, um den Saft zu gewinnen, und serviere ihn als eine gute Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sure winber">Saure Weinbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zwei knobelauches">Zwei Knobelauchköpfe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="spec">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-035">
        <head>Agraz aus Holzäpfeln, Petersilie und Bete</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-035-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-035-trans">
          <p>Ein agraz.
 Nim holtzepfele vnd peterlin vnd bezzin vnd stoz daz zvo
 vnd drueckez vz, daz die petersilie ein wenic zvo var.
 auch agraz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-035-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-035-orig">
          <p>Nimm Holzäpfel, Petersilie und Bete. Stoße alles zusammen und drücke es anschließend aus, sodass die Petersilie ein wenig Farbe annimmt. Auch dies wird Agraz genannt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="holtzepfele / holtze epfele">Holzäpfel</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="bezzin">Bete (Mangold/rote Beten-Form)</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-036">
        <head>Gefüllter Hecht in eigener Haut</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-036-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-036-trans">
          <p>Ein geriht von eime hechde.
 Nim einen frischen hechede vnd loese abe die hut als gantz
 suede in gar vnd loese vz die grete. nim krut vnd stoz
 vische, tuo dar zvo ro eyer vnd saffran vnd fuelle die
 vnd roeste in eine wenic vnd gibin hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-036-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-036-orig">
          <p>Ein Gericht von einem Hecht. Man nehme einen frischen Hecht und löse dessen Haut so unversehrt wie möglich ab. Sodann koche man den Fisch gar und entferne die Gräten. Man nehme Kräuter und zerstoße sie mit dem gekochten Fischfleisch. Hierzu füge man rohe Eier und Safran. Mit dieser Füllung stopfe man die Hechthaut. Brate den gefüllten Hecht sodann ein wenig an und serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen frischen hechede">frischer Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="krut">Eine Handvoll frische Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ro eyer">rohe Eier</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Eine Prise Safranfäden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Fett zum Anbraten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-037">
        <head>Gefüllter Aal im Teigmantel</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-037-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-037-trans">
          <p>Ein geriht von vrischen elen.
 Nim frische ele, zuech in abe die hut vnd snit abe daz
 sie gar sieden vnd tuo her vz die grete, stoz krut, eyer
 brot, vnd mit dem ale hacke salbey. dar zvo fuelle die
 in vnd vuege daz haubt zvo dem ale. cleide in mit einen
 teige. vnd ein blat von eyern vnd mach in druf, roestin
 in hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-037-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-037-orig">
          <p>Man nehme frische Aale, ziehe ihnen die Haut ab und schneide den Kopf ab. Lasse die Aale gar sieden und entferne sorgfältig alle Gräten. Stoße die Kräuter, Eier und das feine Brot im Mörser zu einer Paste. Hacke das gekochte Aal-Fleisch fein und vermische es mit dem Salbei und der Kräuter-Ei-Brot-Mischung. Fülle die Aal-Häute mit dieser Mischung und lege den Kopf zur Präsentation wieder an. Umhülle den Aal mit einem dünnen Teig. Bereite aus den restlichen Eiern ein dünnes Omelett oder Eierblatt zu und lege es auf den Teigmantel. Röste den Aal im Teigmantel und serviere ihn anschließend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="frische ele">frische Aale</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="krut">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schœne brot">altbackenes Weißbrot</ingredient> - 100 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbey">frischer Salbei</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dünnen teyge">Mürbeteig oder Pastetenteig</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Salz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-038">
        <head>Stockfisch auf dem Rost mit Teighülle</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-038-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-038-trans">
          <p>Ein geriht von eime stoc vische.
 Nim einen stoc visch, der niht dürre si, vnd tuo
 im die hut abe, weich in in kaldem wazzere ein naht, druecke
 ezzig, daz er gantz blibe, bint in langes vnd zwo schinen
 vnd lege in vf einen hueltzinen rost. mache in warm vnd
 in mit butern, mache einen teyc von mele vnd von eyern,
 gestozzen pfeffer vnd saffran vnd saltz zvo mazzen. als
 gar heiz si, so slahe den teyc dor vf mit eime swanke,
 viuer dor vnder vnd laz in werden rot. so tuo daz, e
 betraufe in mit butern vaste vnd gib in hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-038-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-038-orig">
          <p>Nimm einen Stockfisch, der nicht zu trocken ist, und ziehe ihm die Haut ab. Weiche ihn eine Nacht lang in kaltem Wasser ein. Drücke ihn in Essig, damit er ganz bleibt. Binde ihn der Länge nach mit zwei Schienen darüber und lege ihn auf einen hölzernen Rost. Mache ihn warm und besprenge ihn mit Salz und Butter. Mache einen Teig aus Mehl und Eiern, dazu gestoßenen Pfeffer und Safran und Salz nach Belieben. Sobald der Fisch sehr heiß ist, schlage den Teig mit einem Schwung darüber. Gib Feuer darunter und lass ihn rot werden. Bevor du ihn abnimmst, beträufle ihn reichlich mit Butter und serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen stoc visch, der niht dürre si">Stockfisch</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kaldem wazzere">Kaltes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ezzig">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mele">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen pfeffer">Gestoßener Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-039">
        <head>Mandel-Käse oder -Butter</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-039-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-039-trans">
          <p>Ein guot fuelle.
 Nim mandel kern, mache in schoene in siedem wazzer vnd
 in kalt wazzer, loese die garsten vz vnd stoz die besten
 moerser. Alse sie veiste beginnen, so sprenge dor vf ein
 vnd stoz sie vaste vnd menge sie mit kaldem wazzere eben
 vnd rink sie durch ein schoen tuoch vnd tuo die kafen
 den moerser, stoz sie vnd rink sie vz. schuet ez allez
 phannen vnd halt sie veber daz viuer vnd tuo darzvo
 vol wines vnd ruerez wol, vnz daz es gesiede. nim ein
 vnd lege ez vf reine stro vnd guez dar vf die
 milich, biz daz sie wol ueber sige. swaz denne vf dem
 do von mache einen kese. wilt du butern dor vz machen,
 ein wenic saffrans do mit erwallen vnd gibz hin als butern
 kese.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-039-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-039-orig">
          <p>Nimm Mandelkerne und blanchiere sie sorgfältig in siedendem Wasser, dann wirf sie in kaltes Wasser. Löse die Schalen ab und stoße die geschälten Mandeln im Mörser. Sobald sie beginnen, ölig zu werden, sprenge kaltes Wasser darüber und stoße sie kräftig weiter. Mische sie gleichmäßig mit kaltem Wasser zu einer dicken Masse und wringe sie durch ein feines Tuch. Gib den Mandel-Trester zurück in den Mörser, stoße ihn erneut und wringe ihn nochmals aus, um die restliche Flüssigkeit zu gewinnen. Schütte die gesamte Mandelmilch in eine Pfanne und halte sie über das Feuer. Füge eine Eierschale voll Wein hinzu und rühre alles gut um, bis es siedet. Nimm ein sauberes Seihtuch, lege es auf reines Stroh und gieße die Mandelmilch darüber, sodass sie gut abtropfen kann. Was dann auf dem Tuch zurückbleibt, daraus mache einen Käse. Wenn du daraus eine Butter machen möchtest, lasse ein wenig Safran darin aufkochen und serviere es dann als Butter oder Käse.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandel kern">Mandeln, geschält</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="siedem wazzer">Heißes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kalt wazzer">Kaltes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein eyer schaln vol wines">Eierschale voll Wein</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffrans">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein schoen tuoch / ein schün büteltuch">sauberes Seihtuch / Passiertuch</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="reine stro">Sauberes Stroh</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-040">
        <head>Laxis: Hühnerleber-Magen-Omelett</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-040-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-040-trans">
          <p>Ein guot trahte.
 Nim huenre magen vnd lebern, snit abe daz herte, daz guote
 duenne, machez gar in smaltze, zeslahe eyer vnd tuo darzvo
 vnd kuemel, saltz zvo mazzen. mache ein pfannen heiz
 als man kuochin woelle bachen, wirf dor in eyer vnd lebern,
 ruere daz zvo sammene, daz ez blibe weich. so nim abe
 machin schoene mit einer schinen. haldez wider veber
 machez veist vnd tuo daz muos gantz in die pfannen, druecke
 daz ez gantz blibe an eime stuecke vnd laz ez backen.
 gebacken, so gibz hin, vnd daz heizzet laxis. Conf. Also
 machen junge huenre von lampfleische, so manz klein snit.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-040-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-040-orig">
          <p>Ein gutes Gericht. Nimm Hühnermägen und -lebern. Schneide das Harte ab, das Gute schneide dünn. Gare es gründlich in Schmalz. Schlage Eier auf und gib Pfeffer und Kümmel dazu, salze nach Belieben. Mache eine Pfanne heiß und fette sie gut ein, als wollte man einen Kuchen backen. Wirf die Eier und Lebern hinein, rühre es zusammen, damit es weich bleibt. Dann nimm die Pfanne vom Feuer. Forme es schön mit einem Spatel. Halte es wieder über das Feuer und fette es gut ein. Gib die ganze Masse in die Pfanne, drücke es gut, damit es ganz in einem Stück bleibt, und lass es backen. Wenn es gar gebacken ist, serviere es. Und das nennt man Laxis. So kannst du auch junge Hühner aus Lammfleisch zubereiten, wenn man es klein schneidet.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="huenre magen vnd lebern">Hühnermägen und -lebern</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kuemel">Kümmel</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz nach Belieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-041">
        <head>Zerzupftes Rindfleisch mit Minze</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-041-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-041-trans">
          <p>Ein condimentelin.
 Nim rintfleisch, als ez erst zvo kumt, suedez mot, saltzez
 aschlauch vnd minzen dar zvo, des krutes nim genuoc,
 sieden in eime veisten sode vnd reitz swie du
 wilt vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-041-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-041-orig">
          <p>Man nehme Rindfleisch, wie es gerade zur Hand ist. Man koche es und salze es. Man füge Schalotten und Minze hinzu, von diesen Kräutern nehme man reichlich. Man lasse das Fleisch in einer fetten Brühe sieden. Man zerreiße das Fleisch nach Belieben und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rintfleisch, als ez erst zvo kumt">Rindfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltzez">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="aschlauch">Schalotten</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="minzen">frische Minze</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eime veisten sode">Rinderbrühe</ingredient> - 1 l</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-042">
        <head>Gans in Knoblauch-Safran-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-042-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-042-trans">
          <p>Ein geriht von einer gense.
 Nim ein gans, die niht alt si, nim vz daz gekroese, snit
 abe die fluegele vnd die diech, stecke sie in einen irdinen hafen,
 der enge si, guez daz wazzer vf, daz sie betueche, setze sie vf
 einen drifuoz, der vnden offen si, bedecke den hafen, daz der
 bradem iht vz ge, suet daz gekroese sunder vnd saltz die gans.
 vnd suede die gans in dem sode, biz sie vilnach trucken si vnd
 gar si gesoten. vnd nim denne suezze milich vnd sehs totern vnd
 zwei haupt knobelauches, die groz sint, vnd schele die schone vnd
 stoz sie mit ein wenic saltzes vnd menge daz mit der milich vnd
 mit den totern, vnd saffran tuo dar zvo. vnd guez daz condiment
 vf die gans, laz sie erwallen vnd gibe sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-042-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-042-orig">
          <p>Nehmt eine junge Gans. Entfernt die Innereien und schneidet Flügel und Keulen ab. Legt die Gans in einen engen irdenen Topf und gießt so viel Wasser darüber, dass sie bedeckt ist. Stellt den Topf auf einen Dreifuß, der unten offen ist, und bedeckt den Topf, damit der Dampf nicht entweicht. Kocht die Innereien separat. Salzt die Gans und kocht sie in der Brühe, bis die Flüssigkeit fast eingekocht und die Gans gar ist. Nehmt dann süße Milch, sechs Eigelb und zwei große Knoblauchköpfe. Schält den Knoblauch sorgfältig und stoßt ihn mit etwas Salz. Vermischt dies mit der Milch und den Eigelben. Gebt Safran hinzu. Gießt diese Sauce über die Gans, lasst sie einmal aufwallen und serviert sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein gans, die niht alt si">junge Gans</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="daz gekroese">Innereien der Gans</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="daz wazzer">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="suezze milich">Vollmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sehs totern">Eigelb</ingredient> - 6</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwei haupt knobelauches, die groz sint">große Knoblauchköpfe</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic saltzez">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-043">
        <head>Kluge Apfel-Teigtaschen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-043-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-043-trans">
          <p>Ein cluoge spise.
 Wilt du ein kluege spise machen, slahe einnen duennen
 eyern vnd von schoenem melwe, mach daz dicke mit schoenem
 brote vnd ribe daz, schele sur epfele, scharbe sie groeber
 spec vf huenre, die menge dar zvo, nim einen leufel vnd
 teyc vnd teilez vnd brat den in smaltze oder in butern,
 fleischtac ist, vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-043-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-043-orig">
          <p>Willst du eine kluge Speise zubereiten, so schlage einen dünnen Teig aus Eiern und feinem Mehl. Verdicke diesen Teig mit feinem Brot und reibe das Brot dazu fein. Schäle saure Äpfel und schneide sie gröber, als man Speck auf Hühnern schneidet. Gib diese Apfelmischung zum Teig hinzu. Nimm einen Löffel, fülle den Teig damit und teile ihn. Brate die Teigtaschen dann in Schmalz oder Butter, wenn es ein Fleischtag ist, und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einnen duennen eyern vnd von schoenem melwe">Eier, 200 g feines Weizenmehl</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schoenem brote">feines Weißbrot</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sur epfele">saure Äpfel</ingredient> - 300 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schweineschmalz</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 200 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-044">
        <head>Gebackene Käse-Speck-Krapfen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-044-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-044-trans">
          <p>Ein guot gebackenz.
 Rib kese, menge den mit eyern vnd scharbe gesoten spec
 mache ein schoenen derben teyc vnd fuelle den kese vnd
 dor in vnd mache krepfelin vnd backe sie in butern oder
 noch der zit vnd gib sie warm hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-044-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-044-orig">
          <p>Reibe Käse und vermenge ihn mit Eiern. Schneide gekochten Speck fein und gib ihn dazu. Bereite einen schönen, festen Teig. Fülle die Käse-Ei-Mischung in den Teig und forme kleine Krapfen. Backe sie in Butter oder, je nach Fastenzeit, in Schmalz aus. Serviere sie warm.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kese">Hartkäse</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gesoten spec">gekochter Bauchspeck</ingredient> - 150 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="teyc">Weizenmehl</ingredient> - 300 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="teyc">Wasser oder Milch</ingredient> - 150 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="teyc">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schweineschmalz</ingredient> - 200 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-045">
        <head>Erbsen-Spieße mit Kräuter-Ei-Mantel</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-045-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-045-trans">
          <p>Ein guot gerihtlin.
 Nim gesoten erbeiz vnd slahe die durch ein sip, slahe als
 dor zvo als der erweiz si vnd suedez in butern niht alzvo
 sie kueln, snit sie an mursel vnd stecke sie an einen
 wol vnd beslahe sie mit eyern vnd mit krute, gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-045-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-045-orig">
          <p>Nimm gekochte Erbsen und schlage sie durch ein Sieb, sodass eine feine Masse entsteht. Schlage sodann so viele Eier dazu, wie die Erbsenmasse ist, um eine formbare Mischung zu erhalten. Siede diese Masse in Butter, jedoch nicht allzu fett. Lass sie anschließend gut abkühlen. Schneide die erkaltete Erbsenmasse in mundgerechte Stückchen und stecke sie auf Spieße. Brate die Spieße gut an, bis sie eine schöne Farbe annehmen. Überziehe die noch heißen Spieße sofort mit geschlagenen Eiern und gehackten Kräutern. Sofort servieren.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gesoten erbeiz">gekochte Erbsen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="krute">frische Kräuter (z.B. Petersilie, Salbei, Majoran), gehackt</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-046">
        <head>Gefüllter Hecht in eigener Haut</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-046-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-046-trans">
          <p>Ein geriht von vischen.
 Nim einen frischen hechde, loese im abe die hut von dem
 suede in gar schone vnd lise vz die grete. vnd nim krut
 ez mit dem vische, tuo dar zvo ro eyer vnd saffran vnd
 hut des hechdes wider, vnd daz haubt, daz roest ein wenic
 gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-046-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-046-orig">
          <p>Nimm einen frischen Hecht. Löse ihm die Haut ganz ab. Siede den Fisch gut und löse die Gräten heraus. Nimm Kräuter und zerstoße sie mit dem gekochten Fisch, gib rohe Eier und Safran dazu, und fülle die Haut des Hechtes wieder. Den Kopf röste ein wenig. Gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen frischen hechde">frischer Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="krut">frische Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ro eyer">rohe Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-047">
        <head>Gebratene Mandel-Hirse-Schnitten (Fasten-Ersatz für gebratene Milch)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-047-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-047-trans">
          <p>Ein geriht
 Nim frische mandel kern vnd weiche die vnd hirse gruetze
 gesotene eyer vnd ein wenic schoenes brotes vnd krut,
 zvo sammene, so du dickes muegest, vnd guez ez in ein
 laz ez sieden, untz daz ez dicke werde, vnd mach ez
 gel mit saffran vnd feizt mit butern vnd laz ez denne kueln
 vnd snide es zvo murseln vnd steck ez an einen spiz vnd
 braten vnd beslahe ez denne mit eyern vnd mit guotem krute
 gibs hin fuer gebraten milich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-047-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-047-orig">
          <p>Nimm frische Mandelkerne und weiche sie ein. Gib Hirsegrütze, gekochte Eier, etwas feines Brot und Kräuter dazu, und vermenge dies zusammen, so dick du es vermagst. Gieße es in eine Pfanne und lass es sieden, bis es dick wird. Mache es gelb mit Safran und mache es fett mit Butter. Lass es dann abkühlen, schneide es in mundgerechte Stücke, stecke sie auf einen Spieß und brate sie. Bestreiche sie dann mit Eiern und guten Kräutern und gib es hin anstelle von gebratener Milch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="frische mandel kern">frische Mandelkerne</ingredient> - 200 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="weiche die">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="hirse gruetze">Hirsegrütze</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gesotene eyer">gekochte Eier</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic schoenes brotes">feines Weißbrot</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="krut">frische Kräuter</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="guotem krute">frische Kräuter</ingredient> - 1 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-048">
        <head>Würziger Senf-Anis-Sud zum Einlegen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-048-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-048-trans">
          <p>Ein condimentlin.
 Mal kuemel vnd enis mit pfeffer vnd mit ezzige vnd mit
 vnd mach ez gel mit saffran vnd tuo dar zvo senf. in
 mahtu suelze petersielien bern vnd clein cumpost oder
 waz du wilt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-048-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-048-orig">
          <p>Mahle Kümmel und Anis mit Pfeffer, Essig und [Honig] (im Originaltext an dieser Stelle eine Textlücke, ergänzt nach einer Parallelüberlieferung). Färbe die Mischung gelb mit Safran und rühre Senf hinein. In diesem Sud kannst du nun einlegen: Petersilie, Beeren, klein geschnittenes Sauergemüse, oder was immer du magst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kuemel">Kümmel, gemahlen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="enis">Anis, gemahlen</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">schwarzer Pfeffer, gemahlen</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ezzige">Weinessig</ingredient> - 200 ml</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honige (Textlücke, ergänzt nach Parallelüberlieferung)">Honig</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="senf">gelbe Senfsaat</ingredient> - 1 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="petersielien (zum Einlegen)">frische Petersilie, gewaschen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="bern (zum Einlegen)">Handvoll frische oder getrocknete Beeren</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="clein cumpost (zum Einlegen)">Klein geschnittenes Eingelegtes</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-049">
        <head>Swallenbergs Sauce (würziger Wein-Honig-Sud)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-049-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-049-trans">
          <p>Ein guot salse.
 Nim win vnd honicsaum, setze daz vf daz fiuer vnd laß
 vnd tuo dar zvo gestozzen ingeber me denne pfeffers.
 doch niht al zvo vil vnd mach es starck vnd ruerez mit
 schinen, laz ez sieden, biz daz ez brinnen beginne. Diz
 ezzen in kaldem wetere vnd heizzet Swallenberges salse.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-049-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-049-orig">
          <p>Nimm Wein und Honigseim, setze es aufs Feuer und lass es sieden. Gib gestoßenen Ingwer dazu, mehr als Pfeffer, doch nicht allzu viel, und stoße Knoblauch dazu. Mache es kräftig und rühre es mit einem Stab um, lass es sieden, bis es zu bräunen beginnt. Diese Sauce isst man bei kaltem Wetter, und sie heißt Swallenbergs Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="win">Rotwein</ingredient> - 250 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honicsaum">Honigseim (ungeklärter Honig)</ingredient> - 3 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen ingeber">frischer Ingwer</ingredient> - 10 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffers">schwarzer Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="knobelauch">Knoblauch</ingredient> - 1 Zehe</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-050">
        <head>Hühner von Rinkanwe (Huhn im Eierblatt mit Wein-Honig-Sud)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-050-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-050-trans">
          <p>Von gebratem.
 Man sol ein huon braten vnd roeste ein vemme sniten
 backe diz rot in smaltze vnd snit bizzen als zvo einem
 zve lide daz huon clein vnd brat sehs birn, mache ein
 von wine vnd von honige, do rip denne wuertze in, pfeffer
 vnd mache ein blat von fünf eyern, slach sie in die
 lege denne ienz dor in suenderlichen vnd lege denne daz
 zvo sammene vnd decke ein schuezzeln dor vf vnd
 kere denne die pfannen vemme, snit oben durch daz blat
 daz condiment dor in vnd beguez daz blat niht. diz heizzent
 von Rinkauwe. vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-050-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-050-orig">
          <p>Man soll ein Huhn braten und eine in Stücke geschnittene Semmel in Schmalz goldbraun rösten. Schneide es in mundgerechte Bissen, wie für einen Brotbrei, und zerteile das Huhn in kleine Glieder. Brate sechs Birnen. Mache einen Sud aus Wein und Honig und reibe dann Gewürze hinein, Pfeffer und Anis. Mache ein Eierblatt aus fünf Eiern, indem du sie in die Pfanne schlägst. Lege dann die Zutaten getrennt darauf, lege das Blatt zusammen, decke eine Schüssel darüber und kehre die Pfanne um. Schneide oben durch das Blatt, gieße den Sud hinein, doch begieße das Blatt selbst nicht. Dies heißt 'Hühner von Rinkanwe'. Und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein huon">Huhn</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein vemme sniten / ein umme sniten von semeln">Semmel (Brötchen), in Stücke geschnitten</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="sehs birn">Birnen</ingredient> - 6</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wine">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honige">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="anis">Anis</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fünf eyern">Eier</ingredient> - 5</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-051">
        <head>Hühner von Kriechen (geschichtetes Huhn im Eierblatt mit Armen Rittern)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-051-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-051-trans">
          <p>Ein guot spise.
 Man sol ein huon braten in spec gewuelt. vnd snit denne
 armeritlere vnd backe die in smaltze niht zvo truege
 epfele, snit die breit in schiben, daz die kern vz vallen,
 ein wenig in smaltze. So mache ein groz blat von eiern,
 pfannen alle begrife, vnd tuo dar zvo wuertze. so lege
 schiht von epfeln, dor nach die armen ritler, dor noch
 das sol cleine gelidet sin. tuo vf ieglich schiht ein
 vnd mache ein condiment von wine vnd von honige vnd wuertze
 niht al zvo heiz. so lege daz blat zvo sammene vnd stuertze
 schuezzeln dor vf vnd kere die pfannen vemme, snit obene
 venster dar in vnd guez daz condiment dar in vnd gibz
 heizzent huenre von Kriechen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-051-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-051-orig">
          <p>Man soll ein Huhn, in Speck gewickelt, braten. Dann schneide Arme Ritter und backe sie in Schmalz, nicht zu trocken. Schneide Äpfel breit in Scheiben, sodass die Kerne herausfallen, und brate sie ein wenig in Schmalz. Mache ein großes Eierblatt, das die ganze Pfanne bedeckt, und gib Gewürze dazu. Lege eine Schicht Äpfel, darauf die Armen Ritter, danach das Huhn, das klein zerteilt sein soll; auf jede Schicht gib ein wenig Gewürz. Mache einen Sud aus Wein und Honig und Gewürzen, nicht allzu heiß. Lege das Blatt zusammen, stürze eine Schüssel darauf und kehre die Pfanne um. Schneide oben Fenster hinein und gieße den Sud hinein. Gib es hin: man nennt es Hühner von Kriechen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein huon">Huhn</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="spec gewuelt">Bauchspeck</ingredient> - 200 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="armeritlere">altbackenes Brot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="armeritlere">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="armeritlere">Milch</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="epfele">Äpfel</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eiern">Eier</ingredient> - 6</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Weißwein</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honige">Honig</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="">Pfeffer</ingredient> - 1 Prise</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-052">
        <head>Gefüllter Kräuter-Eierkuchen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-052-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-052-trans">
          <p>Ein guot fuelle.
 Der ein guote koecherye machen wil, der hacke petersylien
 glich vil vnd brate sie in butern vnd tueftele eyer weich
 daz zvo sammene vnd ribe kese vnd brot dor in
 vnd mache ein blat von eyern vnd guez butern dor vnder
 schuete diz dar vf, gib im fiuer oben vf vnd laz backen.
 ruzzige kuechin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-052-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-052-orig">
          <p>Wer eine vortreffliche Speise zubereiten möchte, der hacke Petersilie, gleich viel, und brate sie sodann in Butter an. Und koche Eier weich, um sie anschließend mit der Petersilie zu vermengen. Reibe sodann Käse und Brot in diese Mischung. Bereite nun eine dünne Eierschicht zu. Gieße hierfür Butter in eine Pfanne und lege die Eierschicht darauf. Schütte die vorbereitete Füllung auf diese Eierschicht, gib Feuer von oben hinzu und lasse das Gericht backen. Das sind rußige Küchlein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="petersylien glich vil">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="butern">Butter</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer weich">Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kese">Käse</ingredient> - 100 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brot">altbackenes Brot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-053">
        <head>Das Leckerli ohne Sorgen (mittelalterlicher Küchenscherz)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-053-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-053-trans">
          <p>Ein guot lecker koestelin.
 So mache zvom iuengesten ein klein lecker koestelin
 magin vnd mucken fuezze vnd lovinken zvngen, meysen beyn
 froesche an der keln. so mahtu lange on sorgen leben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-053-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-053-orig">
          <p>Mache zuletzt ein kleines, feines Leckerli: Magen und Mückenfüße und Finkenzungen, Meisenbein und Froschkehlen. So magst du lange ohne Sorgen leben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="magin">Magen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mucken fuezze">Mückenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lovinken zvngen">Finkenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="meysen beyn">Meisenbein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="froesche an der keln">Froschkehlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-054">
        <head>Ein gutes Beigericht (Scherz)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-054-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-054-trans">
          <p>Ein guot gerihte, der ez gern izzet.
 Wilt du machen ein guot bigeriht,
 so nim sydeln sweyz,
 daz macht den magen gar heiz,
 vnd nim kiselinges smaltz,
 daz ist den meiden guot, die do sin hueffehaltz.
 vnd nim bromber vnd bresteling,
 daz ist daz aller beste ding.
 bist du niht an sinnen taup,
 so nim gruen wingart laup.
 du solt nemen binzen,
 luebstickel vnd minzen.
 daz sint guote wuertze
 fuer die grozzen furtze.
 nim stigelitzes versen vnd mucken fuozze,
 daz macht das koestlin allez suezze,
 daz ist guot vnd mag wol sin
 ein guot lecker spigerihtelin.
 Ach, vnd versaltz nuer niht,
 wanne ez ist ein guot geriht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-054-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-054-orig">
          <p>Ein gutes Gericht, wer es gerne isst. Willst du ein gutes Beigericht zubereiten, so nimm Sydelblut - das macht den Magen ganz heiß. Und nimm Schmalz aus Kieselsteinen - das ist gut für die Mädchen, die hüftlahm sind. Und nimm Brombeeren und Erdbeeren - das ist das allerbeste Ding. Bist du nicht an Sinnen taub, so nimm grünes Weinlaub. Du sollst Binsen nehmen, Liebstöckel und Minze. Das sind gute Gewürze für die großen Fürze. Nimm Stieglitzfersen und Mückenfüße - das macht das Köstlein ganz süß. Das ist gut und mag wohl sein ein gutes, leckeres Speisegerichtlein. Ach, und versalz es nur nicht, denn es ist ein gutes Gericht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sydeln sweyz">Sydelblut (Identität ungeklärt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kiselinges smaltz">Schmalz aus Kieselsteinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bromber">Brombeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bresteling">Erdbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gruen wingart laup">Grünes Weinlaub</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="binzen">Binsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="luebstickel">Liebstöckel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="minzen">Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="stigelitzes versen">Stieglitzfersen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mucken fuozze">Mückenfüße</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-055">
        <head>Fischmus in Mandelmilch (mit essiggebeiztem Barsch)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-055-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-055-trans">
          <p>Wilt du machen ein guot muos.
 Ein gebacken muos von vischen. Dar zvo solt du nemen
 gebeizt in ezzig, vnd wirf in denne in milich, die do si
 gemachet, mit ris mele wol gemenget vnd ein wenic smaltzes
 in geton vnd mit erwellet. Daz ist gar guot, vnd versaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-055-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-055-orig">
          <p>Willst du ein gutes Mus machen, ein Fischmus: Dazu sollst du einen Barsch nehmen, der in Essig gebeizt ist, und wirf ihn dann in Mandelmilch, die mit Reismehl gut vermengt und mit etwas Schmalz versetzt ist, und lass es aufwallen. Das ist sehr gut, und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebeizt in ezzig">Barsch, in Essig gebeizt</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="milich">Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris mele">Reismehl</ingredient> - 25 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic smaltzes">Schmalz</ingredient> - 20 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-056">
        <head>Fischfladen mit Apfel und Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-056-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-056-trans">
          <p>Ein fladen.
 Einen fladen von fischen gemachet wisze, welherleie sie
 hechede oder bersige geworfen in eine dicken mandelmilch,
 gemenget mit rys mele, vnd ein apfel dor in wuerfeleht
 vnd ein wenic smaltzes dor in geton. vnd ein wenig gewuertz
 gebreit vf ein blat, von teyge gemacht. vnd schuezzez
 ofen vnd laz in backen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-056-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-056-orig">
          <p>Bereitet einen Fladen aus Fisch zu. Wisst, dass ihr dafür Hechte oder Barsche nehmen könnt, welcher Art sie auch seien. Gebt den Fisch in eine dicke Mandelmilch, vermengt diese mit Reismehl und fügt gewürfelten Apfel sowie ein wenig Schmalz hinzu. Vermengt alles mit einer Prise Gewürz und streicht die Masse auf ein aus Teig geformtes Blatt. Schiebt es dann in den Ofen und lasst es backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fischen gemachet wisze, welherleie sie hechede oder bersige">Fischfilet</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dicken mandelmilch">Mandelmilch, ungesüßt</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rys mele">Reismehl</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein apfel dor in wuerfeleht">Apfel, mittelgroß, gewürfelt</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic smaltzes dor in geton">Pflanzenöl (z.B. Rapsöl) oder Butter</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig gewuertz">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="blat, von teyge gemacht">Rolle fertiger Blätterteig oder Mürbeteig</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-057">
        <head>Fischfladen für die Fastenzeit</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-057-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-057-trans">
          <p>Einen fladen.
 Wilt du machen einen fladen von vasten gerete, so nim vische
 backes in smaltze vnd guez dor veber ein dicke mandelmilch,
 gemenget mit ris mele, vnd tuo eyn wenig smaltzes dran
 mengez wol mit wuertzen vnd lege daz vf ein blat von teyge
 laz ez backen vnd versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-057-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-057-orig">
          <p>So Ihr einen Fladen für die Fastenzeit bereiten möchtet, nehmet Fisch und bratet ihn in Schmalz. Gießet sodann eine dicke Mandelmilch darüber, welche zuvor mit Reismehl vermengt ward. Füget alsdann ein wenig Schmalz hinzu, vermischet alles wohl mit Gewürzen und breitet es auf ein Teigblatt aus. Lasset es backen und achtet darauf, es nicht zu versalzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vische">weißer Fisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Pflanzenöl</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dicke mandelmilch">Mandelmilch</ingredient> - 250 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris mele">Reismehl</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyn wenig smaltzes dran">Pflanzenöl</ingredient> - 1 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertzen">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="blat von teyge">Rolle Mürbeteig</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz niht">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-058">
        <head>Fastenkrapfen mit Hechtdärmen und Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-058-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-058-trans">
          <p>Einen krapfen.
 Wilt du einen vasten krapfen machen von hechde darmen,
 guote mandelmilich vnd tuo also vil epfele, als der vische
 vnd snide sie dor vnder vnd mengez mit ein
 wenic ris meles, daz ist guot zvo gefuelten krapfen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-058-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-058-orig">
          <p>Wenn Ihr einen Fastenkrapfen aus Hechtdärmen zubereiten wollt, so nehmt gute Mandelmilch und ebenso viel Äpfel, wie Ihr Fisch habt. Schneidet die Äpfel und mischt sie darunter. Vermengt dies alles mit ein wenig Reismehl. Das ist eine gute Füllung für Krapfen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="hechde darmen">Hechtdärme</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="guote mandelmilich">Mandelmilch</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="also vil epfele, als der vische">Äpfel</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic ris meles">Reismehl</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-059">
        <head>Fastenkrapfen mit gestoßenen Nüssen und Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-059-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-059-trans">
          <p>Einen krapfen.
 So du wilt einen vasten krapfen machen, so nim nuezze
 sie in einem mörser vnd nim epfele als vil vnd snide
 wuerfeleht vnd menge sie mit wuertzen, wellerley sie
 daz in die krapfen. vnd lege sie in ein pfannen vnd la</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-059-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-059-orig">
          <p>Wenn Ihr einen Fastenkrapfen zubereiten wollt, so nehmt Nüsse und zerstoßt sie in einem Mörser. Nehmt ebenso viele Äpfel, schneidet sie würfelförmig und vermengt sie mit Gewürzen, welche auch immer Ihr für Krapfen verwenden mögt. Füllt das in die Krapfen und lasst sie backen. Das ist auch eine gute Füllung, und versalzt nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="nuezze">gemischte Nüsse</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="epfele als vil">Äpfel</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertzen, wellerley sie daz">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="(implizit) Fett zum Braten">Pflanzenöl oder Schmalz</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-060">
        <head>Gefüllte Fasten-Krapfen mit Rosinen-Apfel-Füllung</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-060-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-060-trans">
          <p>Von krapfen.
 So du denne wilt einen vasten krapfen machen, so nim welsche
 winber vnd nim als vil epfele dorunder vnd stoz sie cleine vnd
 wuertze dor zvo vnd fuellez in die krapfen. vnd laz ez
 backen. daz ist aber ein guot fuelle. vnd versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-060-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-060-orig">
          <p>Wenn Ihr einen Fasten-Krapfen zubereiten möchtet, so nehmt welsche (importierte) Weinbeeren und ebenso viele Äpfel dazu. Stoßt sie fein und würzt sie. Füllt diese Mischung in die Krapfen und lasst sie backen. Das ist auch eine gute Füllung - und versalzt sie nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="welsche winber">Rosinen</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="als vil epfele dorunder">Äpfel</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze dor zvo">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vnd versaltz niht">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Krapfen">Krapfen-Teig</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="">Pflanzenöl zum Frittieren</ingredient> - 500 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-061">
        <head>Fastenkrapfen mit ganzen Nusskernen, in Honig geröstet</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-061-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-061-trans">
          <p>Einen krapfen.
 So du aber wilt einen vasten krapfen machen von nuezzen
 ganzen kern, vnd nim als vil epfele dor under vnd snide
 als der kern ist, vnd roest sie wol mit ein wenig honiges
 mengez mit wuertzen vnd tuo ez vf die bleter, die do
 krapfen. vnd loz ez backen vnd versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-061-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-061-orig">
          <p>Wenn Ihr einen Fastenkrapfen aus ganzen Nusskernen bereiten wollt, so nehmt ebenso viele Äpfel hinzu und schneidet sie in Stücke, die der Größe der Nusskerne entsprechen. Röstet sie gut mit etwas Honig; vermengt sie danach mit Gewürzen. Gebt diese Füllung auf die Teigblätter, die für Krapfen bestimmt sind. Lasst sie backen und achtet darauf, nicht zu übersalzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="nuezzen ganzen kern">ganze Nusskerne</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="epfele">Äpfel</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig honiges">Honig</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertzen">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="bleter, die do krapfen">einfacher Teig</ingredient> - 200 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz niht">Prise Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-062">
        <head>Barsch „von Jerusalem“ in Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-062-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-062-trans">
          <p>Ein muos.
 So du wilt machen ein guot vastenmuos, so nim bersige
 mandelmilich drunder vnd suedez wol in mandelmilich vnd
 zvcker dor vf. Daz muos sol heizzen von Jerusalem.
 vnd daz izzet man kalt oder warm.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-062-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-062-orig">
          <p>Wenn Ihr ein gutes Fastenmus zubereiten wollt, so nehmt Barsche und dicke Mandelmilch dazu und kocht es gut in Mandelmilch. Bestreut das fertige Mus mit Zucker. Dieses Mus soll „von Jerusalem“ heißen und kann sowohl kalt als auch warm gegessen werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="bersige">Barschfilets</ingredient> - 400 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelmilich">dicke Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zvcker">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-063">
        <head>Heidnische Erbsen - Mandel-Honig-Konfekt</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-063-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-063-trans">
          <p>Heidenische erweiz.
 Wilt du machen behemmische erweiz, so nim mandelkern vnd
 die gar cleine vnd mengez mit dritteil als vil honiges.
 guoten wuertzen wol gemenget, so erz allerbeste hat.
 man kalt oder warm.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-063-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-063-orig">
          <p>Heidnische Erbsen.</p>
          <p>Wollt Ihr böhmische Erbsen machen, so nehmt Mandelkerne und stoßt sie ganz fein. Mischt sie mit einem Drittel der Menge an Honig. Mengt gute Gewürze gut darunter, so hat es den allerbesten Geschmack. Man genießt es kalt oder warm.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">gestoßene Mandeln</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honiges">Honig</ingredient> - 70 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="guoten wuertzen">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-064">
        <head>Fasten-Lauchmus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-064-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-064-trans">
          <p>Ein muos mit lauche.
 Ein mus mit lauche. nim wizzen lauch vnd hacke in cleine
 mengez wol mit guoter mandelmilich vnd mit ris mele. vnd
 gesoten. Aber ein vasten muos gemachet wol mit mandel
 wol gemenget mit ris mele. vnd daz suede wol vnd versaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-064-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-064-orig">
          <p>Ein Mus mit Lauch. Nimm weißen Lauch und hacke ihn klein. Mische ihn gut mit guter Mandelmilch und mit Reismehl, und koche es. Auch ein Fastenmus wird gemacht, gut mit Mandel, gut gemengt mit Reismehl. Lass es gut sieden - und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wizzen lauch">Stange weißer Lauch</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="guoter mandelmilich">Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris mele">Reismehl</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-065">
        <head>Colris - geschnittene Eierfladen in Milch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-065-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-065-trans">
          <p>Ein col ris.
 Ein colris gebacken. vnd mache von eyern duenne bleter
 die cleine vnd wirf die in ein suezze milich. vnd nim
 vnd snit daz wuerfeleht dor in vnde mengez mit eyer totern
 suedez wol vnd tuo ein smaltz dor vf vnd versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-065-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-065-orig">
          <p>Man mache aus Eiern dünne Fladen, schneide sie klein und werfe sie in süße Milch. Dazu nehme man Weißbrot und schneide es würfelig hinein, und vermenge es mit Eigelb. Man siede es gut auf und gebe zum Schluss etwas Schmalz darüber. Man achte darauf, nicht zu übersalzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="suezze milich">frische Milch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="[vnd nim] - wahrscheinliche Textlücke, vermutlich semel brot">Weißbrot (Semmel), gewürfelt</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz">Schmalz</ingredient> - 2 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz niht">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-066">
        <head>Colris - dünne Eierfladen in Milch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-066-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-066-trans">
          <p>Ein col ris.
 Aber ein colris. nim eyger vnd zeslahe die mit semel mele
 zeslahe daz. duenne kuochen geworfen in ein milich vnd
 biz ez gesiede. vnd mengez aber mit eyger totern vnd tuo
 smaltz drin vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-066-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-066-orig">
          <p>Nimm Eier und schlage sie mit Semmelmehl auf. Forme aus dieser Masse dünne Kuchen und gib sie in Milch. Lasse die Milch sieden, bis die Kuchen gar sind. Dann mische das Gericht mit weiteren Eigelben und gib Schmalz hinzu, bevor du es servierst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyger">Eier</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="semel mele">Semmelmehl</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="milich">Milch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyger totern">Eigelb</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-067">
        <head>Süßer Colrys mit Apfel</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-067-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-067-trans">
          <p>Aber ein col rys.
 Aber ein colris. nim duenne kuochen gebacken von
 eyern vnd snit die wuerfeleht vnd snit als vil semelbrotes
 wuerfeleht vnd tuo ez in ein milich. vnd nim einen apfel
 wuerfeleht drin vnd ruerez wol mit eyertotern vnd laz
 vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-067-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-067-orig">
          <p>Nimm dünne, aus Eiern gebackene Kuchen (Pfannkuchen oder Crêpes) und schneide sie würfelförmig. Schneide ebenso viel Semmelbrot würfelförmig. Gib beides in Milch. Füge einen gewürfelten Apfel hinzu. Verrühre alles gut mit Eigelb. Lass es gut aufkochen und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="duenne kuochen gebacken von eyern">Eier für dünne Pfannkuchen</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="semelbrotes">Semmelbrot</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein milich">Milch</ingredient> - 300 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen apfel">großer Apfel</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyertotern">Eigelb</ingredient> - 3</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-068">
        <head>Feines Quittenmus</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-068-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-068-trans">
          <p>Ein kuetenmus.
 Wilt du machen ein kuetenmuos, so nim kueten, wie vil
 suede sie gar schon. vnd nim denne einen moerser vnd
 dor inne clein vnd slahe sie durch ein tuoch. vnd nim
 dor zvo vnd suedez do mit. vnd tuo ein zucker druf vnd</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-068-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-068-orig">
          <p>Ein Quittenmus. Willst du ein Quittenmus zubereiten, so nimm Quitten in beliebiger Menge und koche sie sehr weich. Nimm dann einen Mörser und zerstoße sie darin fein. Dann streiche sie durch ein Tuch. Nimm etwas dazu und koche es damit. Und gib Zucker darauf und ...</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kueten, wie vil">Quitten</ingredient> - 1 kg</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein zucker">Zucker</ingredient> - 200 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-069">
        <head>Apfelmus mit Wein und Ei</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-069-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-069-trans">
          <p>Ein apfelmuos.
 Wilt du machen ein apfelmuos, so nim schoen epfele vnd
 vnd snide sie in ein kalt wazzer vnd suede sie in einem
 menge sie mit wine vnd mit smaltze. vnd zeslahe eyer mit
 mit al vnd tuo daz dor zvo. vnd daz ist gar ein guot
 versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-069-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-069-orig">
          <p>Ein Apfelmus. Willst du ein Apfelmus zubereiten, so nimm schöne Äpfel, schäle sie und schneide sie in kaltes Wasser. Koche sie dann in einem Topf weich. Vermische sie mit Wein und Schmalz. Schlage die Eier mit dem Weißen und mit allem auf und gib sie dann dazu. Dies ist ein sehr gutes Gericht. Versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schoen epfele">Äpfel</ingredient> - 1 kg</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kalt wazzer">kaltes Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Wein</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz niht">Prise Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-070">
        <head>Mandelmus mit gebratenen Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-070-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-070-trans">
          <p>Ein mandelmuos.
 So du wilt machen ein mandelmuos, so nim mandelmilch vnd
 brot vnd snide daz wuerfeleht vnd tuo daz in die mandelmilch
 erwelle daz. vnd nim einen apfel vnd snit den wuerfeleht
 den in eime smaltze, vnd tuo daz vf daz mandelmuos. vnd</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-070-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-070-orig">
          <p>Wenn Ihr ein Mandelmus zubereiten wollt, so nehmt Mandelmilch und Brot. Schneidet das Brot würfelförmig und gebt es in die Mandelmilch, dann lasst es aufkochen. Nehmt sodann einen Apfel, schneidet auch diesen würfelförmig und bratet ihn in etwas pflanzlichem Fett an. Gebt die gebratenen Apfelwürfel auf das Mandelmus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandelmilch">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brot">Altbackenes Brot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einen apfel">Apfel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eime smaltze">Pflanzliches Öl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-071">
        <head>Mandelziger mit Zucker und Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-071-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-071-trans">
          <p>Ein cygern von mandel.
 Wilt du machen ein zyger von mandeln, so nim mandelkern
 stoz die in einen moerser, vnd die mandelmilich erwelle
 sie vf ein schoen tuoch, vnd einen schaub drunder. vnd
 vnd slahe in vf ein schuezzeln. vnd stoz dor vf mandelkern
 strauw dor vf zucker. vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-071-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-071-orig">
          <p>Wollt Ihr einen Mandelziger bereiten, so nehmt Mandelkerne und stoßt sie in einem Mörser. Erhitzt die Mandelmilch und gebt sie auf ein feines Tuch, unter das Ihr einen Strohwisch legt. Gebt den Quark dann in eine Schüssel. Stoßt weitere Mandelkerne und gebt sie darüber, streut Zucker darauf und tragt es auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">Mandeln</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelmilich (implied from mandelkern)">Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern (for topping)">Mandeln</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-072">
        <head>Mandelkäse mit Zucker, Fastenspeise</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-072-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-072-trans">
          <p>Einen kese von mandel.
 Wilt du machen aber einen kese von mandeln, so nim mandelkern
 vnd stoz die vnd nim die milich vnd guez einer guoten
 vnd erwelle daz abe vnd schuetez vf ein tuoch. laz in
 lege in in einen kese napf vnd mache in vnd lege in denne
 teler, bestrauwe in mit eime zuckere. daz heizzet ein mandelkese.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-072-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-072-orig">
          <p>Wollt Ihr einen Käse aus Mandeln zubereiten, so nehmt Mandelkerne und stoßt diese. Dann nehmt die Mandelmilch - hier ist eine gute Menge Wasser hinzuzufügen, um die Milch zu gewinnen - und kocht sie ein, bis sie eindickt. Gießt die eingedickte Masse auf ein Tuch und lasst sie abtropfen. Legt die feste Masse in eine Käseform und formt sie. Legt sie dann zwischen Teller, um sie zu pressen. Bestreut sie anschließend mit Zucker. Dies nennt man einen Mandelkäse.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="milich (impliziert durch Herstellung)">Wasser</ingredient> - 1 l</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eime zuckere">Zucker</ingredient> - 50 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-073">
        <head>Gekochter Mandelwecke mit Mandelsauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-073-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-073-trans">
          <p>Einen mandel wecke.
 So du denne wilt machen einen mandelwecke, so nim aber
 gestozzen zvo einer milich. vnd suet die vnd schuet
 vnd laz ez erkueln vnd mach in als ein buter wecke vnd
 ein schuezzeln vnd guez ein mandelmilch drvemme vnd
 zucker dor vf vnd gib in hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-073-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-073-orig">
          <p>Wenn du einen Mandelwecke machen willst, so nimm gestoßene Mandeln zu einer Milch und siede sie und schütte sie ab und lass es erkalten und mach es wie einen Butterwecke. Und (lege es auf) eine Schüssel und gieße Mandelmilch darum und Zucker darauf und trage es auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen zvo einer milich">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zvo einer milich">Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein mandelmilch drvemme">Mandelmilch</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zucker dor vf">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-074">
        <head>Gebratene Mandelküchlein</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-074-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-074-trans">
          <p>Ein kuochen.
 So du wilt mandelkuochin machen, so mache von mandelkerne
 milch vnd suet die vnd ruere die abe mit eime zuckere
 vnd schuet das vf ein tuoch, vnd ein schaub drunder.
 mache ein teyc von semel melwe vnd wille daz mit eyner
 vnd leg des gesoten mandels dor vf vnd snit daz abe vnd
 in eyner pfannen im smaltze. daz heizzet ein mandelkuochin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-074-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-074-orig">
          <p>Wenn Ihr Mandelküchlein zubereiten wollt, so stellt zunächst Mandelmilch aus Mandelkernen her. Kocht diese Mandelmilch und rührt sie mit Zucker ab, sodass sie eindickt. Gießt die eingedickte Mandelmasse auf ein Tuch, unter das Ihr einen Strohwisch legt, damit die Flüssigkeit abtropfen kann. Bereitet einen Teig aus feinem Weizenmehl zu und rollt diesen mit einem Nudelholz aus. Legt die gekochte Mandelmasse auf den Teig, schneidet den Teig um die Füllung herum ab und bratet die Küchlein in einer Pfanne in Schmalz. Dies nennt man ein Mandelküchlein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkerne">Mandeln</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zuckere">Zucker</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="semel melwe">feines Weizenmehl</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Wasser">Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-074a">
        <head>Gekochter Reis mit Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-074a-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-074a-trans">
          <p>Der woelle machen ein guot gesoten ris, der erlese ez
 wasche ez schone vnd legez in einen hafen vnd saltz es
 vnd siedez, bis ez trucken werde. vnd menge ez mit einer
 vnd ruers ein wenig, biz daz ez aber siede untz im sine
 kumme. vnd gebz mit eime zucker dar. daz ist auch guot.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-074a-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-074a-orig">
          <p>Wer einen guten gekochten Reis zubereiten möchte, der lese ihn aus, wasche ihn sauber und gebe ihn in einen Topf. Salze ihn und koche ihn, bis er trocken wird. Und vermenge ihn mit einer Flüssigkeit und rühre ihn ein wenig, bis er wieder kocht, bis ihm seine rechte Beschaffenheit zukommt. Und reiche ihn mit Zucker dazu. Das ist auch gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris">Reis</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="menge ez mit einer">Milch oder Mandelmilch</ingredient> - 400 ml</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zucker">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-075">
        <head>Reismus mit gerösteten Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-075-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-075-trans">
          <p>Ein muos von rise.
 Der woelle machen ein rys muos, der nem aber gestozzen
 milich vnd menge ez mit rismele vnd siedez wol. vnd nim
 apfel vnd snit den wuerfeleht vnd roest den in eime smaltze
 strauwe daz vf daz muos. vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-075-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-075-orig">
          <p>Wer ein Reismus zubereiten möchte, der nehme gestoßene Milch und vermenge sie mit Reismehl und lasse es gut kochen. Sodann nehme man Äpfel, schneide sie würfelförmig und röste sie in Schmalz. Dies streue man über das Reismus und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gestozzen milich">Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rismele">Reismehl</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="apfel">Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">Schmalz</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-076">
        <head>Hühner-Blancmange mit Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-076-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-076-trans">
          <p>Einen blamensir.
 Der woelle machen einen blamenser, der neme dicke mandelmilch
 vnd huener brueste geceyset vnd tuo daz in die mandelmilch.
 daz mit ris mele vnd smaltz genuoc, vnd zuckers tuo genuog
 ist ein blamenser.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-076-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-076-orig">
          <p>Wer einen Blancmange zubereiten möchte, der nehme dicke Mandelmilch und gekochte, zerzupfte Hühnerbrüste. Gib die Hühnerbrüste in die Mandelmilch. Füge ausreichend Reismehl und Schmalz hinzu, und gib genügend Zucker dazu. So entsteht ein Blancmange.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dicke mandelmilch">Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="huener brueste geceyset">Hühnerbrüste</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris mele">Reismehl</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz genuoc">Schweineschmalz oder Butter</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zuckers tuo genuog">Zucker</ingredient> - 50 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-077">
        <head>Blancmanger mit Veilchenblüten</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-077-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-077-trans">
          <p>Einen blamensir.
 Ein blamenser gemaht von geceysten huenern an der brust.
 mache eine guote mandelmilich, abe geruert huener
 dinne in der mandelmilich mit ris mele. getzworn fial bluomen
 smaltz gib gnuoc dar zvo vnd suedez gar vnd zuckers
 daz heizt auch ein blamenser.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-077-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-077-orig">
          <p>Ein Blancmanger, zubereitet aus den Brüsten von Kapaunen. Bereitet eine gute Mandelmilch zu. Rührt das zerrupfte oder fein geschnittene Hühnerfleisch zusammen mit Reismehl in die Mandelmilch ein. Gebt reichlich zerstoßene Veilchenblüten, Schmalz und Zucker hinzu. Kocht es gründlich durch. Auch dies nennt man einen Blancmanger.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="geceysten huenern an der brust">Brustfleisch von Kapaunen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="guote mandelmilich">Mandelmilch</ingredient> - 1 l</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris mele">Reismehl</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="getzworn fial bluomen">zerstoßene Veilchenblüten</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zuckers">Zucker</ingredient> - 100 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-077a">
        <head>Gestockter Blancmanger mit Huhn</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-077a-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-077a-trans">
          <p>Einen gestocketen blamenser gemaht mit eyner dicken zamen
 geceiset huener brueste vnd wirf die in die milich vnd
 vnd ruer sie mit rys mele vnd mit eyer totern. vnd smaltz
 genuoc. vnd strauwe dor vf zuckers genuoc. Daz heizt
 blamenser.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-077a-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-077a-orig">
          <p>Einen gestockten Blancmanger bereitet man wie folgt: Man nehme eine dicke, feste Mandelmilch. Hierin werfe man feingehackte Hühnerbrüste und rühre sie sodann mit Reismehl und Eidottern. Füge genügend Schmalz hinzu und streue reichlich Zucker darüber. Dies nennt man einen gestockten Blancmanger.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="geceiset huener brueste">Hühnerbrüste, fein gehackt</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="milich">Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rys mele">Reismehl</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer totern">Eidotter</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz genuoc">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zuckers genuoc">Zucker</ingredient> - 100 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-078">
        <head>Veilchen-Mus mit Mandeln und Reis</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-078-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-078-trans">
          <p>Ein fialmuos.
 Der woelle machen ein vial muos, der neme ein dicke mandel
 wol gerueret mit rismele vnd tuo dor in smaltzes genuoc.
 wol mit fial bluomen. daz ist ein fial muos gantz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-078-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-078-orig">
          <p>Wer ein Veilchen-Mus machen will, der nehme eine dicke Mandelmasse, gut verrührt mit Reismehl, und gebe genügend Schmalz hinein. Färbe es gut mit Veilchenblüten. Das ist ein vollständiges Veilchen-Mus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein dicke mandel wol gerueret mit rismele">gemahlene Mandeln (zu einer dicken Paste angerührt mit etwas Wasser), 50 g Reismehl</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltzes genuoc">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="fial bluomen">Eine Handvoll frische Veilchenblüten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-079">
        <head>Morchelmus mit Wein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-079-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-079-trans">
          <p>Ein muos.
 Der woelle machen ein morchen muos, der nem morchen vnd
 daz vz einem brunnen. vnd geballen vz eime kalden wazzer.
 gehacket cleine vnd tuo ez denne in ein dicke mandel milich.
 mit wine wol gemacht die mandel milich vnd die morche dor
 inne erwellet. vnd tuo dorzvo wuertze genuoc. vnd ferve
 bluomen vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-079-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-079-orig">
          <p>Wer ein Morchelmus zubereiten möchte, der nehme Morcheln und wasche sie gründlich in frischem, kaltem Wasser. Hacke sie danach fein und gib sie in eine dickflüssige Mandelmilch. Diese Mandelmilch soll zuvor gut mit Wein zubereitet worden sein. Lasse die Morcheln darin gar köcheln. Füge sodann reichlich Gewürze hinzu und färbe oder garniere das Gericht mit essbaren Blüten, bevor du es servierst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="morchen">frische Morcheln</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="brunnen / kalden wazzer">kaltes Wasser</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dicke mandel milich">dickflüssige Mandelmilch</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wine">Weißwein</ingredient> - 100 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze genuoc">gemahlener Pfeffer, 1/2 TL Ingwer, 1/4 TL Galgant, Prise Nelkenpulver, Prise Muskat</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bluomen">Eine Handvoll essbare Blüten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-080">
        <head>Cremiges Nussmus mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-080-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-080-trans">
          <p>Wilt du machen ein nuezzemuos.
 Wilt du machen ein nuezzemuos, so nim nuezze kern
 vnd stoz die cleine vnd slahe sie durch ein tuoch mit
 zamen milich vnd mit einer brosmen semeln brotes, wol gesoten
 eyme hafen. vnd gibe smaltz genuoc dran. vnd mit eyer
 wol abe geruert vnd wol geverwet mit saffran.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-080-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-080-orig">
          <p>Wollt Ihr ein Nussmus zubereiten, so nehmt Nusskerne und stoßt sie fein. Passiert die gestossenen Nüsse durch ein Tuch mit Kuhmilch und einer gut in einem Topf gekochten Semmelbrotkrume. Gebt reichlich Schmalz hinzu und rührt es gut mit Eiern ein. Färbt es schließlich gut mit Safran.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="nuezze kern">Nusskerne</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zamen milich">Kuhmilch</ingredient> - 200 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einer brosmen semeln brotes">Semmelbrot</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-081">
        <head>Birnenmus mit Wein und Schmalz</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-081-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-081-trans">
          <p>Ein birnmuos.
 Wilt du machen ein birnmuos, so nim birn vnd besnit die
 vnd suede sie in einem hafen mit eyme wine vnd mit smaltze.
 durchgeslagen durch ein tuoch vnd derwelle sie denne mit
 daz ist gar gantz .do.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-081-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-081-orig">
          <p>Wenn Ihr ein Birnenmus zubereiten wollt, so nehmt Birnen und schneidet sie sauber zurecht. Kocht sie dann in einem Topf mit etwas Wein und Schmalz. Schlagt die gekochten Birnen durch ein Tuch und lasst sie dann nochmals mit Eidottern aufkochen. Damit ist es ganz fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="birn">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyme wine">etwas Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smaltze">etwas Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-082">
        <head>Sauerkirschenmus mit Ei und Schmalz</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-082-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-082-trans">
          <p>Ein wissel muos.
 Der denne woelle machen ein kirsen muos, der breche die
 vnd siede sie mit ein wenic wins vnd slahe sie denne durch
 tuoch mit einer semelbrosmen, wol der wellet in eime hafen.
 tuo smaltzes genuoc dran vnd ruer ez denne mit eyerstotern.
 strauwe wuertze dor vf, so manz an rihten wil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-082-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-082-orig">
          <p>Wer ein Kirschenmus zubereiten möchte, der breche den Kirschen die Stiele ab. Und koche sie mit ein wenig Wein. Danach seihe sie durch ein Tuch. Gib die Flüssigkeit zurück in einen Topf, füge Semmelbrösel hinzu und koche es gut auf, bis es eindickt. Füge genügend Schmalz hinzu und rühre es dann mit Eigelb an. Streue Gewürze darüber, wenn es angerichtet werden soll.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kirsen">Kirschen</ingredient> - 750 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wenic wins">Weißwein</ingredient> - 150 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einer semelbrosmen">Semmelbrösel</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltzes genuoc">Schmalz</ingredient> - 75 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyerstotern">Eigelb</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-083">
        <head>Conkauelit: Kirschmus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-083-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-083-trans">
          <p>Ein guot fuelle.
 Conkauelit maht man von kirsen, von den suren kirsen, daz
 sint wiseln. die sol man nemen vnd von mandelkern eine guoten
 machen. vnd mit einem wine die kirsen wol gesoten vnd mit
 ir eygin brue. vnd geslagen durch ein tuoch vnd
 denne gegozzen in die mandelmilch. vnd gar gesoten in eyme
 hafen vnd dor zvo wol geruert mit ris mele. vnd smaltz
 genuoc dor an geton vnd auch wuertze genuoc vnd zvcker dor vf. vnd
 versaltz niht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-083-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-083-orig">
          <p>Eine gute Speise. Man kann Conkauelit von Kirschen machen, von den sauren Kirschen, das sind Weichseln. Diese soll man nehmen und von Mandelkernen eine gute Mandelmilch machen. Und mit einem Wein die Kirschen gut kochen, und mit ihrer eigenen Brühe. Und geschlagen durch ein Tuch passieren und dann in die Mandelmilch gießen. Und ganz kochen in einem Topf und dazu gut rühren mit Reismehl. Und Schmalz genug daran geben und auch Gewürze genug und Zucker darauf. Und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kirsen, von den suren kirsen, daz wiseln">Sauerkirschen (Weichseln), frisch oder tiefgekühlt</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mandelkern">Mandelkerne</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einem wine">Weißwein</ingredient> - 250 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ris mele">Reismehl</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="smaltz">Schmalz</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze genuoc">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zvcker">Zucker</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ir eygin brue">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-084">
        <head>Sauerkirsch-Kompott zum Einlagern</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-084-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-084-trans">
          <p>Ein cumpost von wisseln.
 Der woelle machen einen kumpost fon suren wiseln, der
 wiseln vnd brech in die stile abe vnd siede sie in eynem
 mit ir eigin brue. vnd swenne sie gesieden, so schuet
 laz sie kueln vnd slahe sie durch ein tuoch vnd schuete
 in einen hafen, der gebichet si, vnd schuet die kirsen
 menge sie mit honige vnd tuo galgan wuertze dorunder
 der ez zehant ezzen wil, der laz ez ane wuertze.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-084-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-084-orig">
          <p>Wer einen Kumpost aus Sauerkirschen machen will, der (nehme) Weichseln und breche ihnen die Stiele ab und siede sie in einem (Topf) in ihrem eigenen Saft. Und wenn sie gesotten sind, so gieße (sie ab) und lass sie kühlen und schlage sie durch ein Tuch und gieße (sie) in einen Topf, der gepicht ist. Und gieße die Kirschen (hinein), menge sie mit Honig und gib Galgant-Gewürz darunter. Wer es sogleich essen will, der lasse es ohne Gewürz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="suren wiseln">Sauerkirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honige">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="galgan wuertze">Galgantpulver</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-085">
        <head>Getrockneter Kirschfladen mit Honig und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-085-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-085-trans">
          <p>Einen fladen von wisseln.
 Der einen fladen woelle machen von wiseln, der nem sie
 in die stile abe vnd siede sie in einem hafen, biz sie
 werden, mit sines selbes brue. vnd schuete sie denne
 sie der kueln vnd slahe sie durch ein tuoch. vnd smir
 wol mit honige vnd schuete die kirsen dor vf vnd setze
 vf holtze an den luft, biz daz ez trucken si. hot der des
 niht, so setze (in) in einen kuelen hof. vnd mache daz
 vnd snidez vnd bestrauwez mit wuertzen. vnd
 iz als ein latwergen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-085-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-085-orig">
          <p>Wer einen Fladen aus Weichseln machen will, der nehme sie (von) den Stielen ab und siede sie in einem Topf, bis sie (weich) werden, in ihrem eigenen Saft. Und gieße sie dann (ab und lass) sie kühlen und schlage sie durch ein Tuch. Und schmiere (eine Fläche) gut mit Honig und gieße die Kirschen darauf und setze (sie) auf Holz an die Luft, bis sie trocken ist. Hat man das nicht, so setze sie an einen kühlen Hof. Und wenn das (getrocknet ist), so schneide es und bestreue es mit Gewürzen. Und iss es wie eine Latwerge.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wisseln / wiseln / kirsen">Sauerkirschen</ingredient> - 1 kg</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honige">Honig</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertzen">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-086">
        <head>Fleischfladen aus dem Ofen</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-086-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-086-trans">
          <p>Einen fladen.
 Der eynen fladen woelle machen von fleische, der nem fleisch,
 do ge von dem lumbel oder von dem wenste, vnd nim knucken,
 vnd daz daz wol gesoten werde vnd hackez cleyne. vnd ribe
 als vil keses drunder vnd mengez mit eyern, daz ez dicke
 vnd wuertzez mit pfeffer. vnd slahe ez vf ein blat von
 gemaht vnd schuez ez in einen ofen vnd laz ez backen.
 dar also heiz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-086-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-086-orig">
          <p>Wer einen Fladen aus Fleisch zubereiten möchte, der nehme Fleisch, entweder vom Lendenstück oder vom Bauch, und dazu Knochenmark. Lasse dies alles gut kochen und hacke das Fleisch anschließend fein. Reibe sodann halb so viel Käse darunter, wie Fleisch vorhanden ist, und vermische es mit Eiern, sodass eine dicke Masse entsteht, und würze es mit Pfeffer. Streiche diese Masse auf ein Teigblatt und schiebe es in einen Ofen. Lasse es backen und serviere es heiß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleisch, do ge von dem lumbel oder von dem wenste">Rindfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="knucken">Rinder-Markknochen</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="als vil keses">Hartkäse</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Schwarzer Pfeffer</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein blat von gemaht">Rolle Blätterteig oder Mürbeteig</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Wasser">Wasser</ingredient> - 1 l</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-087">
        <head>Fladen mit Fleisch, Käse und Ei</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-087-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-087-trans">
          <p>Einen fladen.
 Aber einen fladen von wensten vnd von knucken wol gesoten.
 vnd rip aber als vil keses drunder, als vil des fleisches
 ruerrez wol vnd mengez mit eyern, des viertels als vil
 drunder gestrauwet, sie sint gesoten oder gebraten. daz
 allez vf ein blat von teyge vnd schuez in eynen ofen vnd
 backen. vnd gib in also heiz fuer die herren vnd versaltz
 daz ist auch guot.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-087-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-087-orig">
          <p>Zuerst bereitet man einen Fladen zu. Man nehme Wänste und Knochenmark, die gut gesotten wurden. Reibe sodann ebenso viel Käse dazu, wie Fleisch von den Wänsten und dem Knochenmark vorhanden ist. Rühre die Mischung gut durch und vermenge sie mit Eiern, wobei die Menge der Eier etwa ein Viertel der Fleisch-Käse-Mischung betragen soll. Die Eier sollten zuvor gekocht oder gebraten und dann zerbröselt werden. Gib diese gesamte Füllung auf ein Teigblatt und schiebe es in einen Ofen zum Backen. Serviere den Fladen heiß den Herren. Und versalze ihn nicht - das ist auch gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wensten">Kutteln</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="knucken">Knochenmark</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleisches">gekochtes Fleisch</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="keses">Hartkäse</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="blat von teyge">Rolle Blätterteig oder Mürbeteig</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="versaltz">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-088">
        <head>Herzhafter Fleischfladen mit Käse</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-088-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-088-trans">
          <p>Einen fladen.
 Aber ein fladen von fleische vnd lumbel gemaht. vnd ribe
 vierdigteil als vil keses drunder vnd menge daz wol mit
 und tuo wuertze genuoc drin. vnd mach ez vf ein blat
 wol gemaht, vol loecher gemaht vil in den fladen. vnd
 eyer als gantz drin vnd trage in als heiz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-088-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-088-orig">
          <p>Noch ein Fladen, aus Fleisch und Lende gemacht. Reibe ein Viertel so viel Käse darunter und vermenge das gut mit Eiern, und gib genug Gewürze hinein. Forme es auf einer gut gemachten Teigplatte, steche viele Löcher in den Fladen, und setze ganze Eier hinein, und trage ihn so heiß auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleische vnd lumbel">gemischtes Hackfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vierdigteil als vil keses">Hartkäse</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="wuertze genuoc">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vnd menge daz wol mit eyern">Eier (zum Untermischen)</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein blat wol gemaht">Rolle Blätterteig oder Mürbeteig</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eier als gantz">ganze Eier</ingredient> - 2</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-089">
        <head>Herzhafter Fleischfladen mit Käse</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-089-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-089-trans">
          <p>Von fleische einen fladen.
 Ein fladen gemaht von fleische von lumbel. vnd ribe drin
 ein vierteil kes vnd tuo eyer genuoc drin vnd machz veizt
 mit specke vnd slahez vf ein blat gemacht von teyge, vnd
 clawen oder kalbz fuezze drunder geworren vnd die fuelle
 druf gesetz. vnd daz heizt ein bastede von guoten huenren
 gemaht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-089-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-089-orig">
          <p>Ein Fladen, gemacht aus Lendenfleisch. Reibe ein Viertel Pfund Käse hinein und gib genügend Eier dazu. Mache es fett mit Speck und streiche es auf ein Teigblatt. Klauen oder Kalbsfüße werden darunter gemischt und die Füllung daraufgesetzt. Dies wird auch eine Pastete genannt, die aus guten Hühnern gemacht wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleische von lumbel">Lendenfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein vierteil kes">Hartkäse</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer genuoc">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="specke">gewürfelten Speck</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein blat gemacht von teyge">Mürbeteig oder Pastetenteig</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="clawen oder kalbz fuezze">gekochte Schweinefüße oder 1 gekochter Kalbsfuß</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-090">
        <head>Fladen von Kalbsleber</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-090-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-090-trans">
          <p>Einen fladen von kalbslebern.
 Wilt du einen guoten fladen machen von kalbslebern, so
 kalbslebern vnd hacke die clein, als gruenen speckes gesniten
 drunder vnd tuo wuertze auch genuoc drunder. eynen holbroten
 wol gemaht, wol zweier vinger breit gesniten vnd gefuellet
 mit eyner guoten fuelle. gesetz in den fladen vnd backe
 vnd trage in als heiz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-090-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-090-orig">
          <p>Wenn Ihr einen guten Fladen aus Kalbslebern zubereiten wollt, so nehmt Kalbslebern und hackt sie fein, mit frischem, ungeräuchertem Speck dazwischengeschnitten, und gebt auch reichlich Gewürze hinzu. Nehmt einen gut gemachten Hohlbraten, schneidet ihn etwa zwei Finger breit in Ringe und füllt ihn mit einer guten Füllung. Setzt ihn in die Lebermasse, backt ihn und tragt ihn ganz heiß auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kalbslebern">Kalbsleber</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gruenen speckes">frischer Bauchspeck</ingredient> - 200 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wuertze auch genuoc">Gewürzmischung (Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelke)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eynen holbroten">Hohlbraten (Kalbfleisch-Farce-Ring)</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyner guoten fuelle">Füllung nach Wahl</ingredient> - 200 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-091">
        <head>Herzhafter Fladen mit Fleisch und Birne</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-091-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-091-trans">
          <p>Aber einen fladen.
 Der einen fladen woelle machen von fleische von den wensten,
 nim des vierteil kes dor zuo vnd sla eyer genuoc drunder.
 snide swertelech von gruenen swarten drunder vnd tuo
 huenerlebern vnd megelech. vnd snit ein birn lengeleht
 sie drunder vnd machez vf sin blat. vnd laz ez
 backen vnd tragez hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-091-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-091-orig">
          <p>Wer einen Fladen aus Bauchfleisch machen will, nehme ein Viertel Käse dazu und schlage genug Eier darunter. Schneide Streifchen von frischer Schweineschwarte hinein und gib Hühnerlebern und Hühnermagen dazu. Schneide eine Birne der Länge nach in Scheiben, mische sie darunter und richte es auf seinem Teigboden an. Lasse es backen und trage es auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleische von den wensten">Schweinebauchfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="des vierteil kes">Käse</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer genuoc">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="swertelech von gruenen swarten">frische Schweineschwarte</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="huenerlebern">Hühnerleber</ingredient> - 150 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="megelech">Hühnermagen</ingredient> - 50 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein birn">feste Birne</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vf sin blat">Rolle Mürbeteig</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="(nicht explizit genannt)">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="(nicht explizit genannt)">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-092">
        <head>Herzhafter Fleischfladen mit Käse</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-092-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-092-trans">
          <p>Einen fladen.
 Der einen fladen woelle machen von fleische von lumbeln
 der siedez wol vnd hackez cleine vnd ribe keses genuoc
 slahe eyer auch genuoc drin vnd wuertz ez wol. vnd mache
 von teyge, gesetz dri ecken von basteln als ein schilt
 fladen vnd mit huenren gefuelt. vnd versaltz niht vnd</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-092-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-092-orig">
          <p>Wer einen Fladen aus Lendenfleisch machen will, der koche das Fleisch gut weich, hacke es fein, reibe genug Käse dazu und schlage auch genug Eier hinein und würze es gut. Mache den Boden aus Teig, setze drei Ecken aus Pasteten wie einen Schild in den Fladen, dazu mit Hühnern gefüllt. Und versalze es nicht und ...</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleische von lumbeln">Lendenfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="keses genuoc">Hartkäse</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer auch genuoc">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wuertz ez wol">Salz, Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="von teyge">Weizenmehl (Typ 405 oder 550), 100 g Butter oder Schmalz, ca. 200 ml Wasser oder Milch, 1 Prise Salz</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="huenren">Hühnerfleisch</ingredient> - 200 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-093">
        <head>Fleischfladen mit Nüssen und Speck</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-093-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-093-trans">
          <p>Einen fladen von fleische.
 Wilt du ein fladen machen von fleische von wensten, so
 wol von hacke in cleine vnd welische nuezze gevierteilt
 vnd wuertze genuoc. vnd speckes tuo dor in vnd eyer
 ein wit blat von teyge gemaht, schoene bastel fuenfe
 einz mitten in den fladen gesetz, die viere an daz ende
 ein zinke vf einen wuerfele. vnd back in vnd gib in als</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-093-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-093-orig">
          <p>Wenn Ihr einen Fladen aus Fleisch machen wollt, von Bauchfleisch, so kocht es gut weich und hackt es klein. Gebt geviertelte Walnüsse dazu und genug Gewürze. Und tut Speck und Eier hinein. Macht ein weites Teigblatt daraus, setzt fünf schöne Teig-Zierstücke darauf: eines mitten auf den Fladen, die vier an die Ränder, ganz wie die Punkte auf einer Würfelseite. Und backt ihn und gebt ihn so ...</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="fleische von wensten">Wanstfleisch</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="welische nuezze gevierteilt">Walnüsse, geviertelt</ingredient> - 100 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wuertze genuoc">Gewürzmischung (Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat) und Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="speckes">geräucherter Speck, gewürfelt</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eyer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wit blat von teyge gemaht">Mehl</ingredient> - 300 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wit blat von teyge gemaht">Butter</ingredient> - 150 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wit blat von teyge gemaht">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ein wit blat von teyge gemaht">Wasser</ingredient> - 50 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-094">
        <head>Prunkplatte mit Geflügel und Braten</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-094-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-094-trans">
          <p>Ein guot fuelle.
 Den reigel vf der schiben gemaht. Einen fladen von guotem
 wol cleine gehacket, for drunder geriben eins viertel keses
 wol gemenget mit wuertzen vnd auch gemenget mit eyern
 genuoc von specke. vnd vierteil huener drin gestrauwet.
 wol in einem ofen vnd legez denne vf ein
 schiben. vnd setze vier spizze mitten drin eines vingers
 einer eln lanc vnd einen guoten halben braten gestozzen
 ein schoenen bastel kopf dor vf gesetzet, ler dor vf gesetzet.
 halbe broten, vf ieglichen spitz ein kuechelin. vnd denne
 milich, mit eyern vnd mit saffran wol geferwet, vnd schuet
 ez in ein tuoch vnd beswer ez mit steinen untz ez trucken
 vnd snidez vingers groz vnd einer spannen lanc. vnd gestozzen
 cleine spizze, gestozzen alvemme den fladen sinewel als
 mit cleinen kuochen gebacken einen krantz al druemme
 mit laubern. vnd gebacken vogel druf gesetzet. vnd tragen
 sinen herren.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-094-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-094-orig">
          <p>Ein gutes Füllwerk. Der Riegel wird auf der Platte gemacht. Einen Fladen aus gutem, fein gehacktem Fleisch, darunter ein Viertel Käse gerieben, gut gemengt mit Gewürzen und auch mit genug Eiern und Speck, und Viertel von Hühnern hineingestreut. Backe es gut in einem Ofen und lege es dann auf eine Platte. Und setze vier Spieße mitten hinein, einen Finger dick und eine Elle lang, und einen guten halben Braten, zerstoßen. Einen schönen Pastetenkopf darauf gesetzt, leer darauf gesetzt. Halbe Bratenstücke, auf jeden Spieß ein Küchlein. Und dann Milch, mit Eiern und mit Safran gut gefärbt, und gieße es in ein Tuch und beschwere es mit Steinen, bis es trocken ist, und schneide es fingergroß und eine Spanne lang. Und zerstoßene kleine Stücke, ringsum den Fladen rund herum, wie mit kleinen, mit Blättern gebackenen Küchlein ein Kranz ringsherum. Und gebackene Vögel darauf gesetzt. Und trage es seinem Herrn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guotem wol cleine gehacket">Fein gehacktes Fleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eins viertel keses">Ein Viertel Pfund Käse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wuertzen">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyern genuoc">Genügend Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="von specke">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vierteil huener">Viertel von Hühnern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vier spizze mitten drin eines vingers einer eln lanc">Vier Spieße, fingerdick und eine Elle lang</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="einen guoten halben braten gestozzen">Ein guter halber Braten, zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein schoenen bastel kopf">Ein schöner Pastetenkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="halbe broten">Halbe Bratenstücke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein kuechelin">Kleine Küchlein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milich">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="cleine spizze">Zerstoßene kleine Stücke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="cleinen kuochen">Kleine Kuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="laubern">Blätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebacken vogel">Gebackene Vögel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-095">
        <head>Heidnische Köpfe (Schaugericht)</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-095-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-095-trans">
          <p>Wilt du heidenische haubt.
 Die heidenischen haubt. gemaht einen schoenen fladen von
 von vierteil huenren wol gestrauwet, wuerfeleht epfele
 vnd wuertzez genuoc vnd mengez mit eyern. vnd schuez
 eynen ofen vnd daz ez werde gebacken, vnd legez vf ein
 zwene starke spizze drin als einen vinger mitten drin gestecket.
 ein bastel kopf druf gesetzet mit huenren wol gefuellet,
 drue gesoten, geleit gantz vf einen rost, wol
 beslagen mit eiern. daz es schone werde von saffrane. gesetzet
 vf einen fladen vnd eyerstotern herte drin gestozzen in
 bluomen gesniten von wizzen eiern wol gestrauwet in die
 cleine gebacken kuochen an spizze gestozzen vemme den
 besetzet.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-095-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-095-orig">
          <p>Wenn Ihr heidnische Köpfe machen wollt: Macht einen schönen Fladen aus geviertelten Hühnern, gut bestreut, mit gewürfelten Äpfeln, und würzt es genug und mengt es mit Eiern. Und schiebt es in einen Ofen, dass es gebacken wird, und legt es auf zwei starke Spieße, mit einem fingerdicken mitten hindurchgesteckt. Einen Pastetenkopf darauf gesetzt, gut mit Hühnern gefüllt, dabei gekocht (ein Wort im Original bleibt ungeklärt, siehe interpretive_choices), ganz auf einen Rost gelegt, gut mit Eiern bestrichen, dass es schön werde vom Safran. Auf den Fladen gesetzt, und hartes Eigelb hineingestoßen, in Blumen geschnitten von weißen Eiern gut bestreut, dazu kleine gebackene Küchlein an Spieße gesteckt ringsum besetzt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vierteil huenren">Geviertelte Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wuerfeleht epfele">Gewürfelte Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wuertzez genuoc">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyern">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffrane">Safranfäden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eyerstotern herte">Hartgekochte Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wizzen eiern">Hartgekochte Eiweiße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="cleine gebacken kuochen">Kleine gebackene Kuchen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="bgs-096">
        <head>Kalbsrollbraten mit fließender Gewürzsauce</head>
        <div type="original" xml:id="bgs-096-orig" xml:lang="mhd" corresp="#bgs-096-trans">
          <p>Ein guot geriht.
 Einen ohsen spec gemaht von eime kalbe gebroten vnd wol
 geslagen daz gebrete an ein ander vnd die swarten vz gekeret
 vnd gewunden in ein tuoch. wol abe gewuertz, vnd loz
 erkalden vnd duenne schineht gesoten. vingers breit gemaht
 einer fliezzende sultze. vnd versaltz niht vnd gibz hin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="bgs-096-trans" xml:lang="de" corresp="#bgs-096-orig">
          <p>Man nehme einen Ochsenspeck, aus einem Kalb gemacht und gebraten, und das Bratstück gut zusammengeschlagen, die Schwarte nach außen gekehrt und in ein Tuch gewickelt. Gut abgewürzt, und lass es erkalten und schneide es dünn in Scheiben, gekocht, fingerbreit gemacht, mit einer fließenden Sülze. Und versalze es nicht und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="eime kalbe">Kalbfleisch</ingredient> - 1 kg</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wol abe gewuertz">Kräftige Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einer fliezzende sultze">kräftige Brühe</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="einer fliezzende sultze">Weißweinessig</ingredient> - 100 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-saures Kirschmus auf Mandelmilch-Basis, mit Reismehl zum sämigen Pudding angedickt - ein früher Verwandter des blanc manger, aber auf Frucht statt Fleisch gebaut. Dasselbe Gericht steht im selben Buch ein zweites Mal (bgs-083, dort „Conkauelit“ geschrieben, mit ausführlicherem Wortlaut): saure Kirschen mit Wein gekocht, durchs Tuch passiert, mit Mandelmilch und Reismehl gebunden, mit Schmalz und Zucker abgerundet. Die zweite Fassung ist der Schlüssel zum Verständnis dieser knappen ersten.

milich vz stozzen. Das ist kein Gerinnen, sondern das Herstellen der Mandelmilch: Mandeln werden mit dem Wein im Mörser zerstoßen und die Flüssigkeit durchs Tuch ausgepresst (vz stozzen = herausstoßen/auspressen). Die Schwesterfassung bgs-083 macht das eindeutig - dort kocht man die Kirschen separat in Wein und gießt sie in die fertige Mandelmilch. Eine quarkartig geronnene Milch entsteht hier nicht.

vierdung und halbe mark. Ein Vierdung ist ein Viertelpfund Reis (ca. 125 g), zu feinem Reismehl gestoßen; es bindet das Mus. Die halbe Mark Zucker (ca. 115-125 g) wird mit dem geschmolzenen Schmalz aufgelöst und untergerührt - so bekommt das Mus Süße und Fülle zugleich.

Praxis. Für etwa vier Portionen: aus 250 g Mandeln und ca. 0,5 l Weißwein eine Mandelmilch ausstoßen. 500 g entsteinte Kirschen (frisch, tiefgekühlt oder Sauerkirschen/Weichseln) kurz weich kochen und durchs Sieb streichen, in die Mandelmilch geben. 60-80 g Reismehl (fertig gekauft erspart das Stoßen) einrühren und unter Rühren bei milder Hitze andicken lassen. 40-50 g Schmalz schmelzen, ca. 100-125 g Zucker darin auflösen und unterrühren. Eine Prise Salz hebt die Süße, daher die Warnung versaltz niht. In Schälchen servieren. Vegetarisch mit Pflanzenöl statt Schmalz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-001-orig" n="konkavelite" resp="#fyndling">Ungewöhnlicher Gerichtname, im selben Buch ein zweites Mal als „Conkauelit“ überliefert (bgs-083). Bezeichnet ein angedicktes Kirsch-Mandel-Mus; die genaue Wortherkunft ist unklar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-001-orig" n="milich vz stozzen" resp="#fyndling">Die Mandelmilch herausstoßen: Mandeln mit Wein im Mörser zerstoßen und die Milch durchs Tuch auspressen. Kein Gerinnen-Lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-001-orig" n="vierdung" resp="#fyndling">Ein Viertelpfund, hier Reis (ca. 125 g), zu Reismehl gestoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-001-orig" n="halbe mark" resp="#fyndling">Eine halbe Mark Zucker, ca. 115-125 g (die Mark war eine Gewichtseinheit von etwa 230-250 g).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mittelalterliche Methode, Hirschleber haltbar zu machen: gebratene, dünn geschnittene Leber wird Schicht für Schicht in gewürztem Honig eingelegt - ein süß-würziges Leber-Confit, das im Geist verwandt ist mit Leber-Zubereitungen, die Honig zur Süßung und Haltbarmachung nutzen. Der Honig konserviert, die Gewürze würzen und unterstützen die Haltbarkeit.

honicsaum. Gemeint ist Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim), nicht der industriell erhitzte und gefilterte Flüssighonig des Handels. Kein moderner Sirup. Das Aufkochen im Rezept ist ein eigener Zubereitungsschritt (damit die Leber sauber umschlossen wird), keine Bedingung für den Begriff selbst.

Die Würze als Konservierungsmittel. Ingwer, Galgant und Nelken werden zusammen im Mörser gestoßen und in den kochenden Honig gegeben. Sie sind hier doppelt nützlich: Geschmack und Haltbarkeit. galgan und negelin sind zwei Gewürze (Galgant und Nelken), keine zusammengesetzte „Galgant-Nelke“ - die Parallelfassung trennt sie mit „und“.

Praxis. Hirschleber auf dem Rost oder in der Pfanne braten, dünn aufschneiden. Honigseim aufkochen, die frisch gestoßenen Gewürze einrühren. In ein sauberes Gefäß abwechselnd eine Schicht Honig und eine Schicht Leber geben, fest schichten, so fortfahren. Wichtig für heute: die historische Langzeit-Lagerung bei Raumtemperatur nicht nachmachen - im Kühlschrank aufbewahren und binnen weniger Tage verzehren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-002-orig" n="honicsaum" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#honicsaum">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: „Honigseim, mhd. honecseim = ungeläuterter Honig“; ahd. seim = Nektar/Honig, wie er aus der Wabe fließt), nicht zu verwechseln mit Honigwasser oder Met. Das Aufkochen im Rezept gehört zur jeweiligen Zubereitung, nicht zur Bedeutung des Begriffs selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-002-orig" n="galgan" resp="#fyndling">Galgant, ein ingwerähnliches Wurzelgewürz mit zitrischer Schärfe.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-002-orig" n="negelin" resp="#fyndling">Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-002-orig" n="schaf" resp="#fyndling">Wanne, Bottich, großes Gefäß (nicht das Tier Schaf).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-002-orig" n="fuerbaz" resp="#fyndling">weiter, so fortfahrend.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-002-orig" n="honicsaum" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#honicsaum">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Blanc Manger, eines der am weitesten verbreiteten Gerichte des europäischen Spätmittelalters: ein cremiger, gesüßter Hühner-Reis-Brei in Mandelmilch, mit Veilchen aromatisiert. Heutigen Köchen am ehesten vertraut als Kreuzung aus Milchreis und einem sehr fein zerfasertem Hühnerragout - die süß-herzhafte Kombination selbst ist im westlichen Alltag verschwunden, lebt aber in ähnlicher Form etwa in der türkischen Süßspeise Tavuk Göğsü (zerfasertes Hühnerbrustfleisch in gesüßtem Milchpudding) fort.

Ziegenmilch oder Mandelmilch? Der Text nennt beides: Ziegenmilch und ein halbes Pfund Mandeln. Nachvollziehbar ist die Lesart, dass Mandelmilch die Basis bildet und Ziegenmilch als austauschbare Alternative genannt wird - eine cross-source belegte Praxis, bei der Reismehl je nach Verfügbarkeit mit Ziegen-, Schafs- oder Mandelmilch angerührt wurde. Wer es besonders nah am Text mag, kann probeweise auch Ziegenmilch als alleinige Basis verwenden.

Praxis. Für die Mandelmilch ein halbes Pfund Mandeln (ca. 250 g) fein reiben und mit Wasser aufgießen. Den Reis (ca. 125 g) so fein wie möglich zu Mehl stoßen; heute geht auch fertiges Reismehl. Das Reismehl kalt in die Mandelmilch einrühren. Die Hühnerbrust zerfasern und fein hacken, dann im reinen Schmalz (Schweine- oder Gänsefett) sieden, bis sie durchgegart ist - der Text nennt keine feste Zeit, nur 'genug Zeit geben'. Das Huhn herausnehmen und beiseitestellen. Die Mandelmilch-Reismehl-Mischung erhitzen, bis sie andickt, dann das Huhn wieder untermischen. Zum Schluss die gestoßenen Veilchen und den Zucker (ca. 125 g) einrühren und servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="blamensir / blamenser" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#blamensir">Blanc Manger, wörtlich 'weißes Gericht', eine beliebte mittelalterliche Speise, oft mit Huhn oder Fisch, Mandelmilch und Reis als Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="zigenin milich" resp="#fyndling">Ziegenmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="phunt" resp="#fyndling">Pfund, eine mittelalterliche Gewichtseinheit, die etwa 500 Gramm entsprach.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="virdunc" resp="#fyndling">Viertelpfund, eine Gewichtseinheit, die etwa 125 Gramm entsprach (ein Viertel eines Pfundes).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="ryses" resp="#fyndling">Reis.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="stozzen zvo mele" resp="#fyndling">Zu Mehl stoßen, also fein mahlen oder mörsern.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="zeisen" resp="#fyndling">Zerfasern, zupfen, in feine Fäden reißen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (z.B. Schweineschmalz).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="violn" resp="#fyndling">Veilchen, hier die Blüten, die für Farbe und feinen Geschmack verwendet wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-003-orig" n="hechede" resp="#fyndling">Hecht, ein Süßwasserfisch, hier als Alternative für die Fastenzeit genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-003-orig" n="Man sol nemen zigenin milich vnd mache mandels ein halp phunt. einen virdunc ryses sol man stozzen zvo mele, vnd tuo daz in die milich kalt." resp="#fyndling">Die primäre Flüssigkeitsbasis des Blanc Manger ist Mandelmilch, die aus einem halben Pfund Mandeln zubereitet wird. Die Erwähnung der Ziegenmilch wird als allgemeiner Hinweis auf die Art der verwendbaren Milch oder als optionale Alternative interpretiert, da die Menge nicht spezifiziert ist und Mandelmilch die typische Basis für Blanc Manger ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-003-orig" n="vnd sol ez dor vnd gibs im genuoc vnd nime es denne wider." resp="#fyndling">Basierend auf der Augustana-Transkription wird die Lücke im Giessener Text mit 'inne sieden' ergänzt, was bedeutet: 'und soll es darin sieden lassen'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-saures Hühnergericht „nach griechischer Art“ - gebratenes Geflügel und weich gekochtes, gehacktes Schweinefleisch in einer blumig-würzigen Honig-Wein-Sauce mit Rosenblüten. Der Titel von Kriechen (aus Griechenland) steht hier wie oft für eine als „byzantinisch-orientalisch“ empfundene Geschmacksrichtung: süß-sauer, parfümiert, kräftig gewürzt.

vierdunc rosen. Wörtlich ein Vierdung (Viertelpfund, ca. 125 g) Rosen. Für getrocknete Rosenblüten wäre das eine gewaltige, fast parfümartige Menge; realistisch ist eine kleinere aromatische Dosis gemeint - oder es waren frische Blütenblätter, die deutlich weniger wiegen. Das bleibt offen; im Zweifel sparsam dosieren und abschmecken.

Die Süß-Sauer-Achse. Wein oder Essig (sauer) gegen Zucker oder Honig (süß) ist die Leitachse vieler mittelalterlicher Saucen - das Agrodolce-Prinzip, das die Säure das Fett des Geflügels schneiden lässt. Ingwer und Pfeffer geben die Schärfe, die Rosen das Parfüm. Die Warnung versaltzez niht ist hier ernst gemeint: Süße und Säure lassen Salz schnell zu aufdringlich wirken.

Praxis. Zwei Hühner goldbraun braten (Spieß über der Glut, Dutch Oven oder Ofen). Parallel ca. 500 g Schweinefleisch (Nacken oder Schulter) weich sieden und fein hacken. Für die Sauce ca. 100 ml Wein oder Essig mit 2 EL Zucker oder Honig, 1 EL Ingwer und 1 TL Pfeffer aufkochen. Die zerteilten Hühner und das gehackte Schweinefleisch dazugeben, alles zusammen kurz aufsieden lassen, dann die Rosenblüten einrühren. Heiß servieren, dabei nicht versalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-004-orig" n="huenre von Kriechen" resp="#fyndling">„Hühner aus Griechenland“ - Titel für eine süß-saure, parfümierte Zubereitungsart, die als orientalisch-byzantinisch galt, keine geografische Herkunftsangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-004-orig" n="vierdunc rosen" resp="#fyndling">Wörtlich ein Viertelpfund (ca. 125 g) Rosen(blüten). Als Trockenmenge sehr groß - vermutlich eine kleinere aromatische Dosis oder frische Blütenblätter gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-004-orig" n="yngeber" resp="#fyndling">Ingwer.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-004-orig" n="versaltzez niht" resp="#fyndling">Versalze es nicht - bei dem süß-sauren Profil verstärkt Salz schnell unangenehm.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-004-orig" n="kriechen (Homonym im Korpus)" resp="#fyndling">Im selben Werk (BvgS) begegnet „kriechen“ zweimal mit unterschiedlicher Bedeutung: als Titel-Zuschreibung „aus Griechenland“ (bgs-004, bgs-005, bgs-051) und als Frucht-Bezeichnung „Kriechenpflaumen“ (bgs-009). Zwei getrennte Wörter, kein Zusammenhang, reiner Lautgleichklang.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-004-orig" n="einen vierdunc rosen" resp="#fyndling">Eine aromatische Menge Rosenblüten. Der wörtliche Vierdung (ca. 125 g) wäre als getrocknete Ware sehr groß; gemeint ist wohl eine kleinere Dosis oder frische Blütenblätter.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes, aber luxuriöses Reisgericht: Reis wird halb gar gekocht, dann in reichlich reinem Schmalz weitergegart, abgetropft und mit Zucker bestreut - kein Milchreis, sondern eher ein gezuckerter Schmalzreis. Im selben Buch steht direkt daneben der gekochte Zuckerreis (bgs-074a) - beide Rezepte zeigen zwei Varianten desselben Grundgedankens, Reis mit Zucker zu verfeinern, einmal ohne, einmal mit Schmalz. Der Name ris von Kriechen (Reis aus Griechenland) verweist auf den damaligen Handelsweg über Byzanz/Mittelmeer und den entsprechenden Luxusstatus des Reises - dieselbe exotisierende Namensgebung findet sich im Buch kurz zuvor bei den Hühnern nach griechischer Art.

Zwei Garstufen. Der Reis wird erst in Wasser nur halb gar gekocht (zvo halben wege), das Wasser abgegossen und dann im Schmalz fertig gegart. brunnen meint hier frisches, klares Wasser, nicht wörtlich einen Brunnen.

versaltz niht. Der Text warnt am Ende ausdrücklich vor dem Übersalzen, ohne selbst eine Salzanweisung zu geben. Diese Wendung ist keine Besonderheit dieses einen Gerichts, sondern eine wiederkehrende Schlussformel des Buches, die in zahlreichen weiteren Rezepten auftaucht - bei süßen ebenso wie bei herzhaften.

Praxis. Pro Portion ca. 80-100 g Reis in der doppelten Menge Wasser halb gar kochen, abgießen. In einen Topf mit reichlich geschmolzenem Schmalz geben - der Text lässt durch das spätere Abgießen des Schmalzes erkennen, dass eine größere, abgießbare Menge verwendet wurde, nicht nur ein Schwenken - und darin fertig garen. Überschüssiges Schmalz gründlich abgießen - der häufigste Fehler ist ein fettiges Ergebnis. Vor dem Servieren großzügig Zucker darüberstreuen und warm reichen. Wer mag, gibt eine Prise Zimt oder etwas Rosenwasser dazu (zeittypisch, optional). Vegetarisch mit Butter oder Pflanzenöl.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005-orig" n="ris von Kriechen" resp="#fyndling">Reis aus Griechenland - Hinweis auf Herkunft und Luxusstatus des importierten Reises.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005-orig" n="brunnen" resp="#fyndling">Frisches, klares Wasser (wörtlich Brunnen/Quelle), nicht ein Brunnen im eigentlichen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005-orig" n="zvo halben wege" resp="#fyndling">„auf halbem Wege“ - der Reis wird zunächst nur halb gar gekocht, bevor das Wasser abgegossen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">Nicht versalzen - eine wiederkehrende Schlussformel des Buches, die in zahlreichen weiteren Rezepten auftaucht, sowohl bei süßen als auch bei herzhaften Gerichten, keine Besonderheit dieses einen Gerichts.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-005a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte, gebackene Teigpastete: dünn ausgerollter Teig, gefüllt mit gekochtem Fleisch, Speck, Äpfeln, Pfeffer und Eiern, dann gebacken - ein herzhaft-süßer Kuchen, der die im Mittelalter beliebte Kombination von Fleisch und Frucht in einem Teigmantel vereint, verwandt mit den gefüllten Teigtaschen und Krapfen des Korpus (men-261, m5919-085).

heidenisch. „Heidnisch“ bezeichnete in mittelalterlichen Rezepten nach vorherrschender Forschungsmeinung meist nichts Religiöses, sondern eine als fremd oder exotisch empfundene Zubereitung - hier wohl wegen der ungewohnten Süß-Herzhaft-Mischung aus Fleisch und Apfel. Keine geografische oder konfessionelle Zuordnung nötig.

Die Füllung als Kern. Das Fleisch ist bereits gar (gesoten, gekocht) und kommt zusammen mit Speck, Apfel und Ei in den Teig - die Eier binden, der Speck würzt und gibt Fett, die Äpfel bringen Säure und Feuchtigkeit. Mengenverhältnis, Zerkleinerung von Fleisch und Apfel sowie eine Teigform (geschlossene Pastete oder offener Fladen) nennt der Text nicht. versirtez niht heißt wörtlich „beschädige/verdirb es nicht“ (versêren = schädigen, verwunden) - im Backkontext liegt eine Warnung vor dem Anbrennen nahe, belegt ist diese Engführung jedoch nicht.

Praxis. Teig dünn ausrollen. Gekochtes Fleisch, Speck, Äpfel, Pfeffer und Eier hineinfüllen und backen, bis der Teig durch ist, ohne dass er verdirbt. Als Richtwerte zum Nachkochen: rund 300 g gegartes Fleisch, 100 g Speck und 2 mittelgroße Äpfel nach Belieben zerkleinern, mit den Eiern und kräftig Pfeffer vermengen, in Mürbe- oder Blätterteig füllen und im Ofen backen, bis der Teig durch ist. Für die Lagerküche eignet sich am ehesten ein Dutch Oven oder ein mitgeführter Lehmofen, da gleichmäßige Ofenhitze über längere Zeit nötig ist - am offenen Feuer ist das Backen schwer kontrollierbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005a-orig" n="heidenisse kuochen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#heidenisse-kuochen">„Heidnische Kuchen“ - nach vorherrschender Forschungsmeinung Bezeichnung für eine als fremd/exotisch empfundene Zubereitung, hier wohl wegen der ungewohnten Fleisch-Apfel-Mischung; keine religiöse Bedeutung. Eine gesicherte Wortbedeutung ist dies nicht - Wörterbücher und die zweite bekannte Edition kommentieren den Begriff an dieser Stelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005a-orig" n="gesoten fleisch" resp="#fyndling">Gekochtes Fleisch - bereits gar vorgekocht, bevor es in die Füllung kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005a-orig" n="spec" resp="#fyndling">Speck; die zweite bekannte Edition hat an dieser Stelle „spec gehacket“ (gehackter statt einfacher Speck) - stützt die Lesart, dass gewürfelter oder gehackter Speck gemeint ist, der Würze, Fett und Textur zur Füllung beiträgt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-005a-orig" n="versirtez niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versirtez-niht">Wörtlich „beschädige/verdirb es nicht“ (versêren = schädigen, verwunden). Im Backkontext wird das meist als Warnung vor dem Anbrennen gelesen; eine so spezifische Bedeutung ist lexikalisch nicht belegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine ungebundene Masse aus Hirn (oder gesottener Lunge), mehligen Äpfeln und Ei, mit Gewürzen vermengt, auf einen Spieß gestrichen und gebraten - im Geiste verwandt mit heutigem Bregen mit Ei sowie mit Frikadellen, bei denen Ei als Bindemittel für eine weiche Masse dient. Eine zweite Variante macht dasselbe mit gesottener Lunge. Im Korpus finden sich verwandte Hirn-Ei-Zubereitungen: mar-031 (Mestre Martino, Kalbshirn mit Ei in der Pfanne gestockt) folgt demselben Grundprinzip, und m384-055 verarbeitet Hirn mit Brot, Milch und Ei zu einem passierten Mus - dort konventioneller, hier als rohe Masse direkt am Spieß gebraten.

ein kluoge spise. „Eine kluge/feine Speise“ - dieser Titel ist im Buch von guter Speise jedoch eine wiederkehrende, formelhafte Überschrift und kein hirnspezifischer Kalauer: Auch ein schlichtes Pflaumenmus trägt an anderer Stelle denselben Titel. Ob in der Kombination Hirn, Apfel und Ei dennoch ein Augenzwinkern des Schreibers steckt, lässt sich nicht sicher belegen.

mel epfele. Der Text nennt „mel epfele vnd eyer“. Traditionell liest man dies als Kompositum „mehlige Äpfel“ - Apfelsorten, die beim Garen weich werden und so binden und süßen. Eine unabhängig geprüfte Zweitedition trennt die Wörter jedoch durch Interpunktion in eine Reihe eigenständiger Glieder - Hirn, Mehl, Äpfel, Eier -, was auf Mehl als zusätzliches Bindemittel hindeuten könnte. Welche Lesart zutrifft, lässt sich am vorliegenden Text nicht abschließend entscheiden.

Praxis. Der Text nennt nur: Hirn nehmen, mit den übrigen Zutaten und Gewürzen vermengen, auf einen Spieß streichen und gründlich braten. Genaue Angaben zu Zerkleinerung, Konsistenz oder Brattemperatur fehlen. In der Praxis ist das eine heikle Konstruktion: eine rohe, ungebundene Masse aus Hirn, Apfelstücken und Ei haftet ohne vorheriges Anziehen nur schwer am Spieß und kann beim Braten abtropfen. Wer das nachkochen will, sollte das Hirn fein zerkleinern, die Äpfel klein reiben und die Masse vor dem Anlegen an den Spieß prüfen, ob sie überhaupt hält - notfalls in einer Pfanne statt am Spieß garen. Bei der Lungen-Variante wird die Lunge zuvor gesotten. Walnüsse statt Hirn funktionieren als moderne Küchenidee gut und machen die ungewöhnliche Vorlage zugänglich (vgl. Apfelküchlein-Rezepte des Korpus); wer das Original kocht, balanciert mit einem kleinen Schuss Verjus oder Weißweinessig in der Masse die Apfelsüße und die Milde des Hirns.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-006-orig" n="kluoge spise" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kluoge-spise">Eine kluge/feine Speise - im Buch von guter Speise eine wiederkehrende Formel-Überschrift, kein auf dieses Gericht gemünzter Kalauer.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-006-orig" n="hirn" resp="#fyndling">Das Gehirn eines Tieres, meist Kalb oder Schwein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-006-orig" n="mel epfele" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel">Traditionell als Kompositum „mehlige Äpfel“ gelesen (Apfelsorten, die beim Garen weich werden und so binden und süßen). Die Wortstellung lässt aber auch eine Lesart als zwei getrennte Zutaten zu - Mehl und Äpfel -, mit Mehl als zusätzlichem Bindemittel. Eine sichere Entscheidung zwischen beiden Lesarten ist bislang nicht möglich.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-006-orig" n="bratez schone" resp="#fyndling">„Brate es gründlich/sauber“ - schône meint hier eine sorgfältige, durchgehende Zubereitung, nicht eine ästhetische Bräunung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-006-orig" n="mel epfele" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel">Wir lesen „mel epfele“ als Kompositum „mehlige Äpfel“ - Apfelsorten, die beim Garen weich und mehlig werden; diese Lesart liegt der Zutatenliste und der FAQ zugrunde.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine warme, brotgebundene Kräuter-Ei-Sauce zu gebratenem Wildgeflügel - hier zu Haselhühnern, einem geschätzten kleinen Waldhuhn. Das Verfahren ist die deutsche Schwester der grünen Kräutersaucen, die im Korpus immer wieder zu gebratenem Geflügel auftauchen (sev-048, sev-056, men-244): geröstetes oder eingeweichtes Brot bindet einen Mörser-Brei aus frischen Kräutern, der Eier und Wein machen ihn sämig. Anders als bei diesen Zwillingen wird die Masse hier nicht durch ein Sieb oder Tuch gezogen - die Sauce bleibt entsprechend etwas gröber in der Textur.

Was ist Friesental? Das ist die eigentliche Crux. Haselhuenre von Friesental liest sich wie eine Herkunfts- oder Zubereitungsbezeichnung, aber der Ort lässt sich nicht sicher festmachen, und der Begriff taucht im übrigen Korpus nicht auf - wir lassen ihn als Eigennamen stehen und deuten ihn nicht hinein.

reynevan - Rainfarn. Das Leitkraut. Rainfarn ist sehr intensiv und bitter-aromatisch; im Mittelalter ein gängiges Küchenkraut (besonders in Eierspeisen, vgl. die englische tansy), heute nur noch sparsam und mit Vorsicht zu verwenden. Es dominiert die Kräutermischung geschmacklich, darum hier dosiert einsetzen.

ribe daz mit wine - zerreiben, nicht nur einweichen. daz meint die ganze zuvor genannte Mischung (Kräuter, Brot, Gewürze, Eier), nicht allein das Brot: alles wird mit Wein zu einer feinen Masse zerrieben - klassische Mörser-Arbeit.

Praxis. Altbackenes Weißbrot ohne Rinde in Weißwein einweichen, ausdrücken (als grobe Orientierung: ca. 100-150 g Brot auf 2-3 Eier). Rainfarn sehr sparsam (1-2 kleine Blätter), Petersilie und Salbei großzügiger; alles fein hacken oder im Mörser mit dem ausgedrückten Brot, den Gewürzen (Pfeffer, Ingwer, eine Prise Nelke/Muskat) und den Eiern zu einer glatten Masse stoßen. Mit etwas Wein verdünnen und bei milder Hitze langsam binden lassen, nicht sprudelnd kochen, sonst gerinnen die Eier. Ziel ist eine sämige, warm servierte Sauce zum gebratenen Haselhuhn (ersatzweise Wachtel oder Rebhuhn).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-007-orig" n="reynevan" resp="#fyndling">Rainfarn (Tanacetum vulgare), ein kräftig-bitteres Küchenkraut, im Mittelalter besonders in Eierspeisen beliebt (vgl. englisch tansy). Sehr intensiv - sparsam dosieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-007-orig" n="ribe daz mit wine" resp="#fyndling">daz bezieht sich auf die ganze Mischung aus Kräutern, Brot, Gewürzen und Eiern - alles wird mit Wein zu einer feinen Masse zerrieben, nicht nur das Brot eingeweicht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-007-orig" n="wuertze" resp="#fyndling">Allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Im BvgS oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelke und Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-007-orig" n="suede daz wol vnder einander" resp="#fyndling">Die fertige Masse gut miteinander sieden/ziehen lassen - das Garen der Sauce, nicht der Hühner.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-007-orig" n="Friesental" resp="#fyndling">Nicht sicher zu identifizierender Eigenname - liest sich wie eine Herkunfts- oder Zubereitungsbezeichnung, der Ort ist heute nicht festzumachen und der Begriff erscheint im übrigen Korpus nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-007-orig" n="ribe daz mit wine" resp="#fyndling">daz meint die gesamte zuvor genannte Mischung (Kräuter, Brot, Gewürze, Eier), die mit Wein zu einer Masse zerrieben wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein vollständig entbeintes, gefülltes und wieder zusammengesetztes Ferkelchen, das gegart, gebraten und zur Präsentation in dünne Eierkuchen gehüllt aufgetragen wird - Ohren und Schnauze bleiben dabei sichtbar frei. Die Technik ähnelt der Galantine oder Ballotine der französischen Küche (entbeintes, gefülltes, wieder in Form gebrachtes Fleisch); die Eierkuchen-Hülle als reines Präsentationselement ist eine spezifisch mittelalterliche Inszenierung ohne direktes modernes Gegenstück.

Das Entbeinen. Fleisch und Gebeine werden bis auf die Klauen vollständig aus dem Ferkel gelöst, ohne die Haut zu verletzen - die Haut bleibt als formgebende Hülle erhalten. Ein Teil des herausgelösten Fleisches wird vorgekocht, bevor er wieder in die Füllung wandert; so bleibt dieser Anteil bei der späteren, kürzeren Gesamtgarung nicht roh.

Die Füllung. Gehackter Speck, rohe Eier, eine eingeweichte Scheibe Brot und Petersilie werden mit dem vorgekochten Fleisch vermengt und nach Maß gesalzen. Ei und eingeweichtes Brot binden die Masse - zeittypisch, ganz ohne Mehlschwitze. Das Ferkel wird damit nicht zu prall gefüllt, dann wird die Öffnung vorne zugenäht; so bleibt Spielraum, damit die Naht beim Garen nicht reißt.

Garen und Braten. Zwei getrennte Hitzephasen: Zuerst wird das gefüllte Ferkel sanft in einen Kessel gelegt und zum Aufwallen gebracht, damit die Haut nicht aufreißt. Danach kommt es auf einen hölzernen Rost und wird sanft gebraten, bis es gut geröstet ist - vermutlich über offener Glut, da der Text einen Rost und keinen Ofen nennt. Zeiten oder Temperaturen nennt der Originaltext nicht; hier hilft nur Beobachtung von Farbe und Festigkeit der Haut.

Praxis. Das Entbeinen braucht ein scharfes Messer und Ruhe - das erledigt man am besten zu Hause auf einer sauberen Arbeitsfläche, nicht am Lagerfeuer. Kessel-Garung und Rost-Braten dagegen sind reine Feuerarbeit und lassen sich mit einfacher Ausrüstung unterwegs erledigen. Zum Anrichten: ein Brett mit vier kleinen Stäbchen auf eine Schüssel setzen, das Brett mit einem dünnen Eierkuchen belegen, das Ferkelchen daraufsetzen und ebenfalls mit einem Eierkuchen belegen - Ohren und Mund bleiben frei sichtbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="ferhelin" resp="#fyndling">Ferkelchen, junges Schwein</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="drier wuochen als si" resp="#fyndling">drei Wochen alt sei</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="brue daz kuele" resp="#fyndling">brühe es ab und kühle es (zum Enthaaren)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="zuehe im abe, daz man ez iht wunde" resp="#fyndling">ziehe ihm das Haar vollständig ab, ohne es zu verletzen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="vemme den rans die hut lazzen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">um den Bauch herum die Haut belassen (rans = Wanst/Bauchbereich; Lesart nicht durch weitere Belegstellen abschließend gesichert)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="spec" resp="#fyndling">Speck oder Schweinefett</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="zvo mazze" resp="#fyndling">nach Maß, nach Geschmack</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="forne den munt" resp="#fyndling">vorne den Mund zunähen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">aufwallen, aufkochen lassen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="hülzinen rost" resp="#fyndling">hölzerner Grillrost</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-008-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">dünner Eierkuchen oder Crêpe, hier zur Dekoration - eine im "Buch von guter Speise" wiederkehrende Präsentationstechnik, kein Einzelfall</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-008-orig" n="einen sniten [brotes] peterlin krut" resp="#fyndling">„eine Scheibe Brot und Petersilienkraut“ (zwei getrennte Zutaten). Eingeweichtes Brot ist das zeittypische Bindemittel für die Füllung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit geriebenem Brot gebundenes, honiggesüßtes und gewürztes Pflaumen(Kriechen-)mus - verwandt mit einer Reihe ähnlicher Fruchtmuse im Korpus, etwa dem Kirschenmus mit Feigen und Rosinen oder den Weichselmusen aus anderen Klosterküchen: Frucht wird in Wein weichgekocht, durch ein Sieb oder Tuch passiert, mit geriebenem Weißbrot gebunden und mit Honig sowie Gewürz abgeschmeckt.

Zum Kern-nicht-zerbrechen. Beim Zerstoßen der weichgekochten Kriechen sollen die Steine intakt bleiben - werden sie mitzerstoßen, gelangen die bitteren Kerne aus dem Steininneren ins Mus.

Praxis. Die reifen Kriechen in Wein oder Wasser weich köcheln, bis sie gut aufgequollen und weich sind, dann vorsichtig zerstoßen, ohne die Steine zu zerbrechen. Die Masse durch ein Sieb passieren, um Schale und Kerne abzutrennen. Eine Scheibe (am besten etwas altbackenes) Weißbrot und Honig einrühren und unter Rühren eindicken lassen. Danach mit etwas Wein oder Wasser die Konsistenz nachjustieren und mit trockenem, gemahlenem Gewürz (Zimt, Nelke, Ingwer) abschmecken. Ebenso lässt sich Kirschen- oder Spillingsmus zubereiten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="kriechen" resp="#fyndling">Kriechen/Kriecherl, eine kleine, gelbe bis rötliche Pflaumenart (Prunus domestica subsp. insititia).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="zitig" resp="#fyndling">reif.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="erinen hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">irdener Topf, aus gebranntem Ton.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="wol kinen / zukinen" resp="#fyndling">gut aufquellen/anschwellen - nicht 'garen': das Verb bezeichnet das sichtbare Quellen der Frucht in der Flüssigkeit, bevor sie im nächsten Schritt gesotten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="daz niht brechen" resp="#fyndling">die Kerne sollen beim Zerstoßen nicht zerbrechen - die Mandelkerne im Inneren enthalten Bitterstoffe (Blausäure), die das Mus verderben würden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="truckem gestozzeme krute" resp="#fyndling">trockenes, gestoßenes Kraut - im Kontext eines süßen Fruchtmuses gemeint als getrocknete, gemahlene süße Gewürze (Zimt, Nelke, Ingwer).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-009-orig" n="spilinge muos" resp="#fyndling">Spillingsmus. Der 'Spilling' (auch Spendling) ist eine kleine, meist gelbe Pflaumenart aus derselben Verwandtschaft wie die Kriechen - NICHT die Schlehe (mhd. 'slehe/schlech').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-009-orig" n="trucken krute / truckem gestozzeme krute" resp="#fyndling">getrocknete, gemahlene süße Gewürze (Zimt, Nelke, Ingwer) - 'Kraut' hier im allgemeinen Sinn 'Pflanzliches/Gewürz', passend zum süßen Fruchtmus.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ein gefüllter „Armer Ritter“ oder „French Toast“, hier mit einer fruchtig-würzigen Birnen-Apfel-Füllung, die mit Pfeffer und Anis verfeinert wird. Der zweite Absatz von kkm-079 („Gute Opffel oder Biern in Butter gebacken“) teilt dieselbe Grundidee aus gebratener Frucht, Weißbrot und Ei, verwendet aber ein anderes Verfahren; teg-037 („Güldene Schnitten“) gehört zur selben Arme-Ritter-Familie, allerdings ohne Füllung.

Die Füllung. Die im Text genannten „gebratenen Birnen“ sind bereits weich und gebräunt - eine kurz in Butter gebratene Birne entspricht dieser Vorgabe. Birnen und saure Äpfel werden klein gehackt, mit Pfeffer, Anis und rohem Ei vermengt; das Ei bindet die gehackte Masse beim späteren Braten.

Das Brot. Der Text nennt „feines/gutes Brot“ (schoenem brote), in dünne Scheiben geschnitten - ein normales Weißbrot erfüllt das. Die Füllung kommt nicht ganz fingerdick dazwischen.

Die Hülle. „Ein dünnes Blatt von Eiern“ bezeichnet verquirltes Ei, in dem das gefüllte Brot gewendet wird, bevor es in Butter in der Pfanne gebraten wird, bis es rotbraun ist - die klassische Arme-Ritter-Technik.

Praxis. Birnen kurz in Butter braten, mit den gehackten sauren Äpfeln, Pfeffer, Anis und einem rohen Ei vermischen. Zwei dünne Weißbrotscheiben mit der Füllung belegen, mit einer zweiten Scheibe schließen. Eier verquirlen, die gefüllten Brotscheiben darin wenden und in reichlich Butter in der Pfanne von beiden Seiten braten, bis sie rotbraun sind. Warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="enis" resp="#fyndling">Anis, ein süßlich-würziges Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="ro eyer" resp="#fyndling">Rohe Eier.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="schoenem brote" resp="#fyndling">Schönes Brot, hier im Sinne von 'feinem' oder 'gutem' Brot, wahrscheinlich Weißbrot.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="eines dicke" resp="#fyndling">Eine Dicke, im Kontext 'eines Fingers Dicke'.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">Wörtlich 'Blatt von Eiern' - im Korpus wiederkehrende Formulierung für eine dünne, verquirlte Ei-Hülle zum Wenden/Panieren von Speisen vor dem Braten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="kere daz einez dar inne vemm" resp="#fyndling">Wende das eine (Brot) darin um/herum.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-010-orig" n="biz daz ez rot werde" resp="#fyndling">Bis es rotbraun wird (durch das Braten).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-010-orig" n="snit zwo duenne schoenem brote" resp="#fyndling">Wir haben die Lesart 'schneide zwei dünne Scheiben von dünnem Brot' gewählt, basierend auf der zweiten Transkription 'snit zwo dünne schiben von dünnem brote'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-010-orig" n="mache ein duennez blat von eyern vnd kere daz einez dar inne vemm" resp="#fyndling">Wir haben dies als 'mache eine dünne Hülle aus verquirlten Eiern und wende das gefüllte Brot darin' interpretiert, ähnlich der Zubereitung von 'Arme Ritter' oder 'French Toast'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine feine Geflügel-Farce, die direkt im Mörser über dem Feuer gegart wird - das mittelalterliche Prinzip von Farce, Quenelle und Klops, im Geiste eine frühe Terrine. Der nahezu wortgleiche Zwilling steht im Königsberger Kochbuch (koe-002, 'Hühner-Mus aus dem Mörser'); verwandt sind die englischen mortrews (foc-043), die gleiche zerstoßene Fleisch-Brot-Masse.

Der Mörser als Garbehälter - das Besondere. kere dicke vemme gen dem fuere, daz er glich heiz habe: Der Mörser dient hier nicht nur zum Zerstoßen, sondern als Kochgefäß. Mit einer Schüssel abgedeckt wird er wiederholt herumgedreht, dem Feuer zugewandt, sodass er gleichmäßig heiß bleibt - indirektes Garen von außen. Dass am Ende das Schmalz abgeseiht wird (seige denne abe das smaltz), zeigt: Das Schmalz ist Garmedium, nicht fester Bestandteil der Speise.

duennen eyer teic - eine Eier-Bindemasse. Kein ausgerollter Teig, sondern ein dünner Eier-Schlag, der die zerstoßene Masse bindet, damit sie beim Garen fest wird.

Praxis. Gebratenes Huhn sehr fein zerzupfen. Weißbrot in kleine Stücke reißen. Aus Eiern einen dünnen Eierschlag rühren. Safran und Pfeffer im Mörser zerstoßen, dann Huhn, Brot, Eierschlag und Gewürze zu einer feinen Masse stoßen. In ein hitzefestes Gefäß mit reichlich Schmalz geben, abdecken und über der Glut gleichmäßig erhitzen, bis die Masse fest ist. Anschließend das Schmalz abgießen und die Masse warm servieren. Ein moderner Topf ersetzt den Mörser problemlos.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="huon" resp="#fyndling">Huhn</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="zelide" resp="#fyndling">zerteilt</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="eier teic" resp="#fyndling">Eierteig, hier eher eine dünne Eier-Bindemasse oder -Batter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="stoz" resp="#fyndling">stoßen, zerstoßen, zerstampfen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="vazze" resp="#fyndling">Gefäß</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="moerser" resp="#fyndling">Mörser</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="alzvo male" resp="#fyndling">alles zusammen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="kellen" resp="#fyndling">Kelle, Schöpfkelle</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="schuezzeln" resp="#fyndling">Schüssel</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="kere dicke vemme gen dem fuere" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">drehe ihn oft herum, dem Feuer zugewandt (vemme = umme, um/herum)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="glich heiz" resp="#fyndling">gleichmäßige Hitze</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="harte werde" resp="#fyndling">fest wird</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="seige denne abe" resp="#fyndling">dann seihe ab</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-011-orig" n="gibz hin" resp="#fyndling">serviere es</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein im teigversiegelten Topf zwischen Glutschichten gegartes, anschließend in reduziertem Honig geschwenktes Birnenkompott - am ehesten vergleichbar mit einem Ofen-Kompott oder dem Garen im Römertopf, nur eben am offenen Feuer statt im Ofen. Die Teigversiegelung dient dabei ausschließlich dem Dampfschluss, nicht der Aromatisierung.

Die Glut ringsherum. Der Topf wird nicht einfach ins Feuer gestellt, sondern mit einem weiten Deckel bedeckt und rundum - seitlich und obenauf - mit glühenden Kohlen umgeben. Das erzeugt eine gleichmäßige Rundum-Hitze, ähnlich einer kleinen Ofenkammer, ohne dass ein echter Ofen nötig ist. Wie viel Kohle und wie lange genau, sagt der Text nicht - nur, dass es langsam gehen soll.

Praxis. Birnen schälen, halbieren oder vierteln und in einen feuerfesten Topf mit gut schließendem Deckel legen. Den Deckelrand mit einem einfachen Mehl-Wasser-Teig abdichten, sodass kein Dampf entweichen kann. Danach den Topf mit einem weiten, flachen Deckel abdecken und ringsherum glühende Kohlen anhäufen - unten, an den Seiten und obenauf. Bei moderater, gleichmäßiger Glut langsam garen, bis die Birnen weich, aber noch bissfest sind. Erst danach die Birnen aus dem Topf nehmen. In denselben Topf kommt nun reiner Honig, etwa in der gleichen Menge wie die Birnen wiegen; er wird aufgekocht und eingekocht, bis er dickflüssig wird. Die Birnen zurück in den Sirup geben und kurz darin ziehen lassen, dann servieren. Wer die Apfel- oder Quittenvariante zubereitet, gibt reichlich Pfeffer dazu - eine süß-scharfe Kombination, die im Rezeptkorpus dieser Zeit häufiger vorkommt und keine Besonderheit dieses einen Rezepts ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="fuelle" resp="#fyndling">Eine reiche, dicke Speise oder Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Ein Kochtopf, oft aus Ton oder Metall, der direkt ins Feuer oder in die Glut gestellt werden konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="bradem" resp="#fyndling">Dampf, Ausdünstung. Im Korpus mehrfach belegt, Lesart gesichert.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="bestuertze / bestürtze" resp="#fyndling">Bedecke den Topf mit einem Deckel und lege Kohlen darauf.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="stuertzen / stürtzen" resp="#fyndling">Ein Deckel oder eine Abdeckung, oft flach und weit, um Kohlen darauf zu legen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="glueende koln" resp="#fyndling">Glühende Holzkohlen oder Holzscheite. Das Objekt ("koln") fehlt an dieser Stelle im hier zugrundeliegenden Digitalisat und wurde aus dem Zusammenhang ergänzt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="kueten" resp="#fyndling">Quitten, eine Kernobstfrucht, die gekocht oder gebacken wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-012-orig" n="Conf." resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#conf">Vermutlich eine editorische oder handschriftliche Randmarke (Verweis/Kapitelmarkierung), keine Zutat oder Anweisung - daher in der Übersetzung nicht mitgeführt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-012-orig" n="fuelle" resp="#fyndling">Die Lesart 'reiche, dicke Speise' wurde gewählt, da das Rezept ein eigenständiges Gericht beschreibt, das durch Einkochen verdickt wird, und nicht als Füllung für ein anderes Gericht dient.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-012-orig" n="bestuertze hafen mit einer witen stuertzen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Diese Phrase wurde als 'bedecke den Topf mit einem weiten Deckel' übersetzt, um die Methode des Garens mit Kohlen auf dem Deckel und ringsum den Topf herum zu beschreiben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-012-orig" n="also vil als der birn ist ein ander" resp="#fyndling">Diese Formulierung wurde als 'etwa die gleiche Menge Honig wie Birnen (nach Volumen oder Gewicht)' interpretiert, was ein 1:1-Verhältnis nahelegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mittelalterliche Grundfarce - eine Allzweck-Füllmasse, die der Koch je nach Anlass und Fastengebot variiert: gestampfter Reis und Eier als Basis, dazu wahlweise Brot, gestoßener Fisch oder das Dicke von der Mandelmilch. Daraus macht man gefüllte Kuchen/Pasteten oder ein Mus. Im Geiste verwandt mit einer Quenelle-Masse.

Das Dicke von der Mandelmilch - die Fasten-Variante. Das ist nicht Mandelmehl, sondern der dicke, eingekochte oder abgesetzte Anteil der Mandelmilch: dickt man Mandelmilch ein, entsteht eine sahnig-feste Masse, die bei Fastenspeisen Eier oder Milchprodukte ersetzt. So wird die Füllung fastentauglich, ohne Tier-Bindemittel.

Drei Wege, eine Masse. Der Text bietet bewusst Alternativen: Brot (Alltag), gestoßener Fisch (Fastentag mit Fisch) oder eingedickte Mandelmilch (strenger Fastentag). Je nach Wahl wird die Masse herzhaft-fleischlos, fischig oder mandelig-süßlich.

Praxis. Gekochten, fein gestampften Reis mit Eiern zu einer Masse aufschlagen. Dann eine der drei Optionen unterarbeiten: fein zerbröseltes altbackenes Brot, fein gestoßenen Fisch oder stark eingedickte Mandelmilch. Die Masse soll formbar sein, nicht flüssig - zu nass mit etwas Reis oder Brot fester ziehen. Als Füllung für Kuchen/Pasteten verwenden, wahlweise mit Kräutern versehen (krute kuechin), oder als Mus weiterverarbeiten. Mengen, Würzung im Detail und genaues Garverfahren lässt der Text offen - hier ist Erfahrung aus der eigenen Küche gefragt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="gefuelten kuochen" resp="#fyndling">Gefüllter Kuchen, im Mittelalter meist eine herzhafte Pastete oder ein Fladen mit Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="des briz" resp="#fyndling">Gestampfter, fein zerstoßener (gekochter) Reis - hier als Bindemittel und Füllstoff der Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="zvo slahe den mit eyern" resp="#fyndling">Aufschlagen, verquirlen - der Reis wird mit Eiern zu einer Masse verrührt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="gestozzene vische" resp="#fyndling">Gestampfter, im Mörser zu einer Farce zerstoßener Fisch - die Variante für Fischfastentage.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="dicke von der mandel milich" resp="#fyndling">Der dicke, eingekochte oder abgesetzte Teil der Mandelmilch - eine sahnig-feste Masse, die bei Fastenspeisen Ei und Milch ersetzt. Nicht zu verwechseln mit Mandelmehl.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="krute kuechin" resp="#fyndling">Kraut-Küchlein - eine der genannten Verwendungsformen der Masse, kein Würzschritt der Masse selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-013-orig" n="muose" resp="#fyndling">Mus, Brei oder allgemein ein weiches Gericht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein Methiglyn, ein gewürzter Met, der durch die Zugabe von Hopfen und Salbei eine herb-aromatische Note erhält. Mit seinem Honig-Wasser-Verhältnis von 1:2 ist er ein kräftiger Vorläufer der modernen Met-Braukunst, angelegt auf eine lange Reifung.

Das geharzte Gefäß. Am Ende der Herstellung wird der Met in ein geharztes Gefäß umgefüllt - ein Behälter, dessen Innenseite mit Baumharz oder Pech ausgekleidet oder abgedichtet wurde. Das Abdichten von Fässern und Gefäßen mit Harz war eine reale mittelalterliche Praxis zur Konservierung und Versiegelung von Getränken, kurz vor der mehrwöchigen Reifung technisch folgerichtig.

Praxis. Erwärme das Quellwasser nur so weit, dass du die Hand noch darin halten kannst (handwarm), und löse den Honig darin im Verhältnis zwei Teile Wasser zu einem Teil Honig. Nach kurzem Ruhen durch ein Tuch oder Haarsieb abseihen, dann die Würze über längere Zeit köcheln lassen und den aufsteigenden Schaum mit einer gelochten Schöpfkelle abschöpfen - das klärt die Würze und entfernt Eiweiß- und Trübstoffe. Vor der Zugabe von Hopfen und Salbei sowie vor der Hefegabe die Würze jeweils wieder auf Handwärme abkühlen lassen, das schützt Aroma und Hefekultur. Nach dem Animpfen mit frischer Hefe folgt die mehrtägige Hauptgärung mit täglichem Auffüllen (gleicht Verdunstung aus), danach mehrfaches Abziehen zur Klärung durch Sedimentation. Zum Schluss im geharzten Gefäß mehrere Wochen reifen lassen, bevor der Met genussreif ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="maz" resp="#fyndling">Historisches Volumenmaß, regional unterschiedlich (oft 1-2 Liter). Wichtiger als die absolute Menge ist hier das Verhältnis Wasser zu Honig (2:1).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="wirtz" resp="#fyndling">Die Würze - der noch unvergorene Sud aus Wasser und Honig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="vensterehten schuezzeln" resp="#fyndling">Wörtlich 'gefensterte Schüssel' - eine gelochte Schöpfkelle zum Abschöpfen des Schaums, ähnlich einem modernen Schaumlöffel.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="eime acker lanc hin vnd wider / gein einer halben mile" resp="#fyndling">Metaphorische Zeitangaben für eine längere Dauer - vergleichbar mit der Zeit, ein Feld zu durchpflügen oder eine halbe Meile zu gehen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="noezzelin" resp="#fyndling">Wörtlich 'Nüsschen' - eine sehr kleine Mengenangabe von der Größe einer Hasel- oder Walnuss (hier für die Hefe).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-014-orig" n="gehertztez vaz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gehertztez-vaz">Ein geharztes Gefäß - ein Behälter, dessen Innenseite mit Baumharz oder Pech ausgekleidet oder abgedichtet wurde, um ihn für die Lagerung des Mets abzudichten und haltbar zu machen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-014-orig" n="eime acker lanc hin vnd wider / gein einer halben mile" resp="#fyndling">Diese Phrasen wurden als metaphorische Zeitangaben für eine 'geraume Zeit' oder 'lange Dauer' übersetzt, die eine signifikante Kochzeit implizieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-014-orig" n="halp mezzigen hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Dies wurde als 'einen Topf von halbem Maß' oder 'einen mittelgroßen Topf' interpretiert, dessen genaue Größe weniger wichtig ist als die Anweisung, ihn halb mit Hopfen zu füllen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-014-orig" n="noezzelin" resp="#fyndling">Dies wurde als 'eine kleine Menge (ca. 10-20g)' frischer Hefe übersetzt, um eine praktische moderne Mengenangabe zu bieten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine klassische mittelalterliche Pastete im Teigmantel - eine raised pie mit fester, frei stehender Teighülle (englisch coffin), hier mit gewürztem Fisch gefüllt. Das Rezept ist ausdrücklich universell: „Ebenso kann man Hühner, Fleisch, Aale oder Vögel machen.“ Ein nahezu identischer Zwilling steht im Königsberger Kochbuch (koe-019); thematisch verwandte Pasteten-Rezepte mit derselben Grundtechnik finden sich zudem in den Münchner Handschriften (m384-019) und im Mondseer Kochbuch (mon-107).

temper ez allez mit wine einen duennen derben teyc - Wein statt Wasser im Teig. derb meint einen ungesäuerten, festen Teig; er wird hier mit Wein statt Wasser angemacht. Das ergibt eine dünn ausrollbare, feste Hülle, die den Saft hält. Der Text nennt für den Teig kein Fett - die Hülle ist reiner Garbehälter, kein Genussteig zum Mitessen.

vemme vnd vem gantz - ringsum verschließen. Der Zwilling koe-019 hat an derselben Stelle „vmen vnd vmenn Gantz“ (ringsum, rundherum) - gemeint ist also eher das vollständige Umhüllen der Pastete als eine besondere Druckdichtigkeit.

cluesterlin - der Teigpfropfen. Oben in den Deckel bricht man eine Öffnung und setzt ein kleines Teigstück (cluesterlin) als Verschluss ein. Der Text nennt dafür keinen Zweck - auch der Zwilling koe-019 (dort „blezelenn“ an vergleichbarer Stelle) bezeichnet damit nur ein ähnliches Verschlussstück, ohne dessen Funktion zu erklären. Der Zweck bleibt damit ungeklärt.

Praxis. Fisch (Karpfen, Hecht, Lachs) aufkochen (erwallen), Haut abziehen, grob hacken. Mit Petersilie, Salbei und Gewürzen (Ingwer, Zimt, eine Prise Safran) mischen. Aus Mehl und Wein (statt Wasser) einen festen, dünn ausrollbaren Teig kneten, Füllung einlegen, Wein angießen, mit Teigdeckel verschließen, Dampfloch mit Teigpfropfen. Im Ofen backen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="pasteden" resp="#fyndling">Pasteten, gefüllte Teighüllen, oft mit Fleisch, Fisch oder Gemüse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="schuope" resp="#fyndling">Schuppen, die äußere Hülle des Fisches entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">Aufkochen, kurz kochen lassen, bis der Fisch gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="peterlin" resp="#fyndling">Petersilie, ein häufig verwendetes Kraut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="salbey" resp="#fyndling">Salbei, ein aromatisches Kraut, das oft zu Fleisch und Fisch verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="yngeber" resp="#fyndling">Ingwer, ein beliebtes Gewürz im Mittelalter, oft in Pulverform verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="zinemin" resp="#fyndling">Zimt, ein weiteres teures und geschätztes Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran, das teuerste Gewürz seiner Zeit, geschätzt für Farbe und Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="temper ez allez mit wine einen duennen derben teyc" resp="#fyndling">Knete alle Zutaten für den Teig mit Wein zu einem Teig, der zwar dünn ausgerollt werden kann, aber dennoch fest und stabil ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="vemme vnd vem gantz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">Mache es ringsum und vollständig - der Zwilling koe-019 hat an derselben Stelle „vmen vnd vmenn Gantz“ (ringsum, rundherum), gemeint ist also das lückenlose Umhüllen der Pastete.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="cluesterlin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#cluesterlin">Ein kleines Verschlussstück oder Pfropfen aus Teig, das in eine eigens gebrochene Öffnung im Pastetendeckel gesetzt wird. Der Zwilling koe-019 hat dafür „blezelenn“ an vergleichbarer Stelle - welchen Zweck das Verschlussstück erfüllt, sagt keiner der beiden Texte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-015-orig" n="Conf." resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#conf">Wahrscheinlich ein editorisches Apparat-Kürzel der Edition und keine originale Textstelle - im Korpus wiederkehrend (bgs-003, bgs-012, bgs-015, bgs-017, bgs-024, bgs-029, bgs-040), stets unmittelbar vor einer Variations-Klausel wie „Also mac man auch...“. Eine gesicherte Auflösung der Abkürzung ist nicht belegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine herzhafte, warme Leber-Ei-Sauce, die mit Zwiebeln, Senf und Säure abgeschmeckt wird - im Geiste ein reicher Leberpfeffer oder ein kräftiges Condiment für Fisch und Wildbret.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der feinen Textur der Leber-Ei-Basis: Leber (Hühner- oder Kalbsleber ist ideal, ca. 150-200g) und 2-3 hartgekochte Eier müssen wirklich gründlich im Mörser zerstoßen oder mit einem Pürierstab fein gemixt werden. Gib dann schrittweise den Wein oder Essig (als Startpunkt: 50-80ml) hinzu, bis eine sämige, aber gießfähige Konsistenz entsteht. Die Erwähnung der Senfmühle deutet auf die Zugabe von Senf hin; verwende am besten 1-2 Teelöffel Senfpulver oder scharfen Dijon-Senf, um die nötige Schärfe und Bindung zu erreichen. Die Zwiebeln (eine mittelgroße) in Schmalz oder Öl goldbraun dünsten, nicht zu dunkel, sonst werden sie bitter. Der häufigste Fehler ist eine zu grobe Konsistenz; die Sauce muss homogen sein, damit sie sich gut mit dem Gericht verbindet.

So wird es richtig gut. Die Balance zwischen Säure (Wein/Essig), Schärfe (Senf) und der erdigen Süße der Leber ist entscheidend. Schmecke die Sauce ab und justiere die Säure mit einem Schuss Verjus oder Essig nach. Eine Prise Salz und frisch gemahlener Pfeffer (historisch korrekt) runden den Geschmack ab. Die gedünsteten Zwiebeln geben nicht nur Süße, sondern auch feine Röstaromen; rühre sie entweder unter die Sauce oder verwende sie als Topping für zusätzlichen Biss. Serviere die Sauce unbedingt warm, direkt über gebratenem oder pochiertem Fisch, Wildbret oder auch Geflügel. Die cremige Textur und die würzige Tiefe machen dieses Gericht zu einem echten Geschmackserlebnis.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="lebern" resp="#fyndling">Leber (Kalbs- oder Hühnerleber) - die Basis der Sauce, mit hartgekochten Eiern fein zerstoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="senf-muelen" resp="#fyndling">Senfmühle - das genannte Werkzeug könnte darauf hindeuten, dass Senf untergemahlen wird, auch wenn er nicht eigens als Zutat steht; zwingend ist das nicht (siehe Zwilling koe-001).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="luterm trank" resp="#fyndling">‚Lauterer Trank' = geklärter, heller Wein; liefert hier Säure und Flüssigkeit (Alternative: Essig).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="zwiboln ... sueden mit smaltze oder oele" resp="#fyndling">Zwiebeln in Schmalz oder Öl gedünstet (nicht in Wasser gekocht) - geben Süße und Röstaromen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-016-orig" n="giezzen ueber vische oder wiltpret" resp="#fyndling">Die warme Sauce wird über Fisch oder Wildbret gegossen - ein Begleit-Condiment, kein eigenständiges Gericht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-016-orig" n="luterm trank wine oder mit ezzige / luterm tranke. oder mit wine oder mit ezzige." resp="#fyndling">Die Flüssigkeit kann klarer Trank (Brühe), Wein oder Essig sein, wobei der Koch eine dieser Optionen wählen kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-016-orig" n="senf-muelen" resp="#fyndling">Die Leber-Eier-Mischung wird in einer Senfmühle gemahlen, was die Zugabe von Senf (Senfsaat oder -pulver) zur Mischung impliziert, auch wenn Senf nicht explizit als Zutat aufgeführt ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer, gefüllter Hecht vom Rost, dessen Bauchhöhle über die Kiemenöffnung mit einer fein gewürzten Fischfarce befüllt und anschließend über dem Feuer gegrillt wird. Verwandt ist das Grundprinzip - Fischfleisch zu einer Farce verarbeiten und in die Haut eines anderen Fischs zurückfüllen - mit dem farcierten Fisch der französischen Küche und mit modernen, gefüllten Ganzfischen vom Grill. Im Buch von guter Speise selbst finden sich mit koe-003 eine fast wortgleiche und mit mha-194 und bgs-046 aufwendigere Varianten mit anderer Enthäutungstechnik; das Gericht war offenbar ein verbreitetes Standardrezept, keine Einzelerfindung.

Der Hecht wird durch die Kiemenöffnung ausgenommen, damit die Bauchdecke für die Füllung intakt bleibt. Für die Farce nimmst du festes weißes Fischfilet, kochst es, entfernst die Gräten und stößt es im Mörser zu einer Paste. Dazu kommen gehackter Salbei, gestoßener Pfeffer und Kümmel sowie Safran, gesalzen nach Maß - der Text nennt keine genauen Mengen.

Praxis. Fülle die Farce locker in den ausgenommenen Hecht und besprenge ihn außen mit Salz. Gare ihn auf einem hölzernen Rost über dem Feuer, bis er schön gebräunt und gar ist. Ebenso kannst du ihn auch mit Eiern zubereiten, wie es der Text als Variante nennt - ein bis zwei Eier unter die Farce gearbeitet geben zusätzlichen Halt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="gefuege" resp="#fyndling">passend, geeignet</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="schuepe die" resp="#fyndling">schuppe sie</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="loese in abe den darm zvo den oren" resp="#fyndling">löse den Darm bis zu den Kiemen heraus</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="gerete" resp="#fyndling">Gräten (nach dem Kochen entfernt)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="stozze sie in eime moerser" resp="#fyndling">stoße sie in einem Mörser (zu einer Farce)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="zvo mazzen" resp="#fyndling">angemessen, in Maßen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="huelzinen roste" resp="#fyndling">hölzerner Rost (historisch: Holzspieße oder ein Rost aus frischen Ästen, heute eher Metallrost)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="brat in gar schone" resp="#fyndling">brate ihn sehr schön gar</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-017-orig" n="Conf. Also mahtu in auch machen mit eyern" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#conf">Ebenso kannst du ihn auch mit Eiern zubereiten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-017-orig" n="gefuege / gefüege hechede" resp="#fyndling">Die Lesart 'passender Hecht' wurde gewählt, da die Harsch-Edition 'gefüege hechede' explizit als Adjektiv zum Hecht zuordnet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-017-orig" n="lazze gerete / lazze uz daz gerete" resp="#fyndling">Die Lesart 'entferne die Gräten' wurde gewählt, da dies im Kontext des Ausnehmens und Vorbereitens von Fisch für eine Füllung die einzig sinnvolle Interpretation ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-017-orig" n="da man die hechde / da mit fülle man die hechde" resp="#fyndling">Die Lesart 'damit fülle man den Hecht' wurde gewählt, um die Textlücke der Gloning-Edition mit dem plausiblen Verb aus der Harsch-Edition zu schließen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-017-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Pfeffer wird zur Füllung hinzugefügt, da er ein Standardgewürz der mittelalterlichen Küche war und in der Harsch-Edition explizit genannt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-017-orig" n="zvo den oren vische / zu den oren uz. nim vische" resp="#fyndling">Die Lesart 'löse den Darm bis zu den Kiemen heraus. Nimm weiteres Fischfleisch' wurde gewählt, da die Harsch-Edition die Phrase an dieser Stelle klar in zwei Sätze trennt: das Ausnehmen des Hechts ('zu den oren uz') und die separate Zutat für die Füllung ('nim vische').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-017-orig" n="huelzinen roste" resp="#fyndling">Die Lesart 'hölzerner Rost' wurde gewählt, da dies die direkte Übersetzung ist und die historische Praxis des Grillens auf Holzrosten widerspiegelt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Aal, von der Haut befreit, innen mit einer Kräuter-Gewürz-Mischung gefüllt und dann wieder in seine eigene Haut gehüllt, bevor er auf dem Rost gart - ein Fisch im eigenen Kleid, der von außen wie ein normaler Aal wirkt, innen aber gewürzt und gefüllt ist. Verwandt ist die Technik am ehesten mit dem Farcieren unter der Haut, wie man es von Ballotinen kennt; im Korpus selbst ist bgs-018 fast wortgleich mit koe-014 und mon-042 und findet in kkm-019 eine spätere, ausgeschmückte Fassung.

Die kalte Asche. Kalte Holzasche macht den schleimigen Aal beim Häuten griffiger - der Text beschreibt nur die Handlung, keine Begründung. Alternativ funktioniert auch grobes Salz. Das Abziehen der Haut vom Kopf zum Schwanz erfordert Übung und ein scharfes Messer, damit sie als zusammenhängendes Stück erhalten bleibt und sich später wieder überziehen lässt.

Die Füllung. Salbei, Petersilie, gestoßener Ingwer, Pfeffer, Anis und Salz nach Geschmack werden in die enthäutete Aalhaut gegeben, die Haut wieder darübergezogen und der Aal außen zusätzlich gesalzen. Es handelt sich um eine lose Kräuter-Gewürz-Füllung ohne Bindemittel - kein Brot, kein Ei, keine Farce.

Praxis. Gebraten wird auf einem hölzernen Rost über dem Feuer; der Text nennt weder Zeit noch Hitzegrad, hier hilft nur Beobachten und Probieren. Ein Holzrost ist authentisch, verbrennt aber leicht - wer das vermeiden will, kann ersatzweise einen Metallrost verwenden. Der Aal ist gar, wenn sich das Fleisch leicht von den Gräten löst.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="elen" resp="#fyndling">Aale</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="slim" resp="#fyndling">Schleim</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="aschen" resp="#fyndling">Asche</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="hut" resp="#fyndling">Haut</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="zvech die nider ... zagel" resp="#fyndling">zieht die Haut bis zum Schwanz herunter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="zagel" resp="#fyndling">Schwanz</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="gestozzen" resp="#fyndling">gestoßen (im Mörser)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="zvo mazzen" resp="#fyndling">in Maßen, nach Geschmack</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-018-orig" n="huelzinen roste" resp="#fyndling">hölzerner Rost</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-018-orig" n="besprenge die ele vzzene mit" resp="#fyndling">bestreut die Aale außen mit Salz</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein einzeln im Teig gebackenes oder gegartes Fischstück - im Prinzip verwandt mit dem, was heute als Fisch im Blätterteig bekannt ist. Statt einer großen Pastete bekommt hier jedes Fischstück sein eigenes Teigpäckchen. Das Buch von guter Speise nennt es als flexibles Grundverfahren: derselbe Teigmantel funktioniert für Fastenfisch (Lachs, Hecht, Forelle, Brasse) und an Fleischtagen für Geflügel und Wild (Rebhuhn, Taube, Fasan, Hühnerbrust). Eng verwandt mit der Forellenpastete ant-068 und dem gebackenen Fisch im Teigmantel mha-151.

derben teyk - der feste Teig. derp/derb meint hier nicht herb, sondern fest, dicht, ohne Trieb - ein nicht aufgehender, kräftiger Teig, der die Füllung umschließt und beim Garen die Form hält. Das ist der klassische mittelalterliche Hüllteig (heißer Wasserteig aus Mehl, Wasser und etwas Fett, oder ein fester Mürbeteig). Der Teig wird passend zur Größe der Fischstücke zugeschnitten - jedes Stück bekommt seinen eigenen Mantel.

gestemphen in ein forme und suet sie in den formen. Zwei Varianten desselben Wortes forme mit unterschiedlicher Funktion: entweder den Teig in eine Form pressen (Pastetenform, Terrine), damit alle Päckchen gleich aussehen, oder die Päckchen in der Form sieden statt sie in Schmalz auszubacken. Das Rezept nennt für das Sieden weder Gar-Medium noch Zweck - ob damit Wasser, Brühe oder reiner Dampf im geschlossenen Gefäß gemeint ist, bleibt offen.

Praxis. Für 500 g Fisch oder Geflügelbrust: Stücke mit 2 EL gehackter Petersilie, etwas gehacktem Salbei und je einer Prise gemahlenem Ingwer, Pfeffer und Anis würzen - sparsam salzen (das Original mahnt ausdrücklich versaltzez niht). Fest in den derben Teig schlagen, Ränder gut andrücken. In Schmalz oder Butterschmalz ausbacken, oder - vor allem bei Geflügel - in wenig Brühe oder Wasser in der Form sanft garen. Wer lieber im Ofen backt, gart die Päckchen bei etwa 180 °C goldbraun, das ist eine naheliegende moderne Umsetzung, auch wenn dieses Rezept selbst den Ofen nicht erwähnt. Häufigster Fehler: zu weicher Teig, der durchweicht und die Füllung verliert. Ein Schuss Verjus oder Weißwein zum Fisch hebt die Aromen, ist zeittypisch, auch wenn das Rezept ihn hier nicht nennt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="spalde in an stuecke" resp="#fyndling">spalte ihn in Stücke (treu zum zitierten Gloning-Text, ein Verb: spalden). Die Parallel-Edition Harsch bietet an dieser Stelle zwei Verben ('spalde in und snit in an stücke' - spalte und schneide ihn in Stücke).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="noch der der stuecke" resp="#fyndling">im zitierten Gloning-Transkript vermutlich eine Lakune/Doppelschreibung (fehlt wohl 'groeze'); die Parallel-Edition Harsch hat hier 'noch der grœzze der stucke' (passend zur Größe der Stücke) - danach richtet sich die Übersetzung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="selbey" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#selbey">Salbei (mhd. selbey/selbei, salvia officinalis) - nicht Sellerie. Mit Petersilie eine klassische Kräutermischung zu Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="gestozzen yngeber, enys, saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Das hier zitierte Gloning-Transkript nennt an dieser Stelle nur Ingwer, Anis und Salz, kein 'pfeffer'. Die Parallel-Edition (Harsch) führt an gleicher Stelle zusätzlich Pfeffer - danach richtet sich die Übersetzung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="derben teyk" resp="#fyndling">fester, nicht aufgehender Teig (mhd. derp = dicht, fest) - der Hüllteig, der die Füllung umschließt; nicht herb.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="gestemphen in ein forme" resp="#fyndling">in eine Form pressen (für gleichmäßige Gestalt)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="suet sie in den formen" resp="#fyndling">gare sie in den Formen - das Original nennt weder Gar-Medium noch Zweck des Siedens; vermutlich ein feuchteres Garen als das Ausbacken in Schmalz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-019-orig" n="versaltzez niht" resp="#fyndling">versalze es nicht - die abschließende Mahnung des Rezepts</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegrillter Stockfisch in würziger Eierteig-Kruste - kein im Ofen gebackener Fisch, sondern über offener Glut auf dem Rost gegart und erst dort mit einer Teighülle umschlossen. Ein eindrucksvolles Schau- und Festtagsgericht der Fastenküche, das im selben Buch fast wortgleich ein zweites Mal überliefert ist (bgs-038) und auch im Mondseer Kochbuch (mon-044) mit fast identischem Verfahren erscheint. Verwandt, aber mit anderem Kernverfahren, sind die Stockfisch-Zubereitungen im Ménagier (men-194) und in der böhmischen Severin-Tradition (sev-093).

stoc visch - Stockfisch. Luftgetrockneter, ungesalzener Kabeljau/Dorsch, hart wie Holz und darum lange haltbar - das Fasten-Grundnahrungsmittel des Nordens. Das Rezept selbst nennt für das Wässern nur eine Nacht in kaltem Wasser; je nach Trockenheitsgrad des heute erhältlichen Stockfischs kann das in der Praxis auch länger dauern. do niht garst insi ('der nicht ranzig sei') betont die Qualitätsfrage: ranzig gewordenes Trockenfisch-Fett verdirbt das Gericht.

Essig statt Wasser zum Festigen. Nach dem Wässern wird der Fisch in Essig gedrückt - das festigt das durch das Wässern weiche Fleisch und gibt eine feine Säure, sodass er beim Grillen ganz bleibt (daz er blibe gantz).

Im Schwung auftragen. Erst wenn der Fisch auf dem Rost richtig heiß ist (als der visch gar heiz), wird der Eierteig zügig im Schwung aufgetragen (mit eime swanke). Die Hitze lässt ihn sofort anstocken, sonst läuft er ab. Danach wird reichlich Glut nachgeschürt, bis die Kruste rot/goldbraun ist.

Praxis. Stockfisch über Nacht wässern (bei sehr trockener Ware braucht es unter Umständen mehr Zeit und mehrfaches Wasserwechseln), ausdrücken und in Weinessig legen. Auf Holzschienen binden, auf den Rost legen, sanft über Glut anwärmen und dabei großzügig mit flüssiger Butter beträufeln. Teig aus weißem Mehl, Eiern, gestoßenem Pfeffer oder Ingwer, einer Prise Safran und Salz nach Geschmack anrühren. Sobald der Fisch ganz heiß ist, den Teig mit Schwung auftragen, dann reichlich Glut darunter für eine knusprige Kruste. Vor dem Abnehmen nochmals mit Butter beträufeln, sofort servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="stoc visch" resp="#fyndling">Stockfisch - luftgetrockneter, ungesalzener Kabeljau/Dorsch, hart wie Holz. Muss vor dem Garen lange gewässert werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="garst" resp="#fyndling">Ranzig, verdorben - hier ein Qualitätshinweis: das Trockenfisch-Fett darf nicht ranzig sein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="druecke in in ezzig" resp="#fyndling">Nach dem Wässern wird der Fisch in Essig gedrückt - das festigt das weiche Fleisch und gibt Säure, sodass er beim Grillen ganz bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="schinen / huelzinen rost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Holzschienen, auf die der Fisch gebunden wird, und ein hölzerner Grillrost. Heute durch einen Metallrost ersetzbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="laze in wol belaufen mit butern" resp="#fyndling">'Belaufen' bedeutet hier nicht 'betragen', sondern 'übergießen/bestreichen' - der Fisch wird großzügig mit flüssiger Butter beträufelt, bevor der Teig aufkommt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="riche vaste koln dor" resp="#fyndling">'Riche' ist hier Imperativ von 'rîchen' (reichen, zuführen) - schüre reichlich Kohlen nach, nicht zu verwechseln mit dem Adjektiv 'reich'.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-020-orig" n="den teyg dor vf mit eime swanke" resp="#fyndling">Den Teig mit einem Schwung zügig auf den bereits heißen Fisch auftragen, damit er sofort anstockt statt abzulaufen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-020-orig" n="oder ein wenic zvo mazze / und ein wenic saffrans. saltz zu mazze." resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Für die Übersetzung wurde die Version der Bibliotheca Augustana gewählt, die explizit 'ein wenig Safran' und 'Salz nach Geschmack' im Teig nennt. Dies ergibt ein vollständigeres und für die mittelalterliche Küche typischeres Geschmacksprofil.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-020-orig" n="drücke in in ezzig" resp="#fyndling">Die Anweisung wurde als 'drücke ihn aus und lege ihn in Essig ein' übersetzt. Dies impliziert, dass der Fisch nach dem Wässern zuerst vom Wasser befreit und dann in Essig mariniert wird, um ihn zu festigen und zu aromatisieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-020-orig" n="slahe den teyg dor uf mit eime swanke" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als 'trage den Teig mit einem Schwung darauf auf' übersetzt. Dies deutet auf eine schnelle und beherzte Art des Auftragens des Teiges hin, möglicherweise mit einem Löffel oder einer Kelle.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhaftes Innereien-Gericht: vorgekochter Schweinemagen und Därme werden klein geschnitten und mit einer warmen, brot- und eigebundenen Kräuter-Essig-Sauce übergossen - ein mittelalterlicher Kutteln-Eintopf. Die Sauce ist eine kaltschale-artige Würzpaste, wie sie im Korpus auch über kaltes Geflügel kommt (men-244). Modern liegt das Gericht in der Nähe süddeutscher und österreichischer saurer Kutteln, auch wenn die konkrete Ei-Brot-Bindung heute unüblich ist.

kaldiment - das Kalte. Wörtlich 'die kalte Speise': die bereits gekochten, abgekühlten Innereien-Stücke, über die die frisch im Mörser angerührte, warme Sauce gegossen wird. Erst danach wird alles zusammen mit Schmalz erwärmt, bis es eindickt - Ei und Brot binden die Sauce.

boley - Polei-Minze. Eine eigene Minzart (Mentha pulegium) mit intensivem, leicht kampferartigem Aroma, im Mittelalter geschätzt, heute selten und sehr sparsam zu verwenden. Steht hier neben der gewöhnlichen Minze.

kuemels aller meist - Kümmel/Kreuzkümmel führt. Das Leitgewürz: 'am meisten Kümmel'. Ob heimischer Kümmel oder der teurere Kreuzkümmel gemeint ist, lässt der Text offen; beide waren bekannt. Pfeffer nur ein wenig.

Schnitt-Anweisung. Die Därme erst längs (in Streifen wie Riemen), dann quer in mundgerechte Stücke; den Magen schmal und ebenfalls quer. So werden die zähen Teile klein und gut zu essen.

Praxis. Magen und Därme gar kochen, schneiden, abkühlen lassen. Kräuter (Polei sehr sparsam), gekochte Eier, Weißbrot und Gewürze (Kümmel dominant, Pfeffer eine Prise) mit einem rohen Ei im Mörser zerstoßen, mit Essig und guter Brühe zu einer sämigen, nicht zu sauren Paste verrühren. Über die kalten Innereien gießen, Schmalz dazu, langsam erwärmen, bis es eindickt. Nicht versalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-021-orig" n="boley" resp="#fyndling">Polei-Minze (Mentha pulegium) enthält Pulegon und ist in Kochmengen leicht giftig - heute wird sie aus gutem Grund nicht mehr verwendet. Nimm stattdessen reguläre Minze (z.B. Pfefferminze).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-021-orig" n="kaldiment" resp="#fyndling">Wörtlich 'das Kalte': die bereits gekochten, abgekühlten Innereien-Stücke, über die die warme Sauce gegossen wird. Im Korpus ein Hapax - dieses Wort kommt nur in diesem Rezept vor.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-021-orig" n="kuemels aller meist" resp="#fyndling">'Am meisten Kümmel' - das Leitgewürz. Ob heimischer Kümmel oder Kreuzkümmel gemeint ist, lässt der Text offen; beide waren bekannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-021-orig" n="snidez gefuege riemen" resp="#fyndling">In passende, riemenartige Streifen schneiden - die Därme erst längs, dann quer in mundgerechte Stücke.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-021-orig" n="kuemels aller meist" resp="#fyndling">Kümmel oder Kreuzkümmel als Leitgewürz ('am meisten'); der Text lässt offen, welcher der beiden gemeint ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-021-orig" n="Giessener Lücke bei Pfeffer/Brühe (vs. Augustana)" resp="#fyndling">Nach der kohärenteren Augustana-Lesart: 'ein wenig Pfeffer und ein Ei für die Schüssel', zerrieben 'mit Essig und mit guter Brühe'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine „Wurst in der Wurst": bereits gegarte schmale Schweinedärme werden mit einer Farce aus rohem Bauchfett, Ei und Brot gefüllt und dann gebündelt in einem großen Darm gesotten. Im Geiste verwandt mit gefüllten Bratwürsten und den gefüllten Därmen aus den Münchner Handschriften (m384-042, m384-069), wo statt purem Flomen Lunge und Hirn in den Darm kommen.

Flomen, nicht Schmalz. Smaltzes flemen meint hier das rohe, feste Bauch- und Nierenfett (Flomen), nicht ausgelassenes Schmalz - das stellt die wile ez ungesoten ist („solange es ungekocht ist") klar. Das Fett schmilzt erst beim Sieden der Wurst und bindet die Farce von innen.

erwelle die darme. Der Text sagt wörtlich, dass die Därme in dem condimente (in der Füllung) erwellt werden, bevor überhaupt gestopft wird - nicht in Wasser. Das bleibt technisch eine offene Stelle: Wie eine rohe Ei-Brot-Fett-Masse die Därme sinnvoll vorwärmen soll, ohne selbst schon zu stocken, ist aus dem Text nicht restlos zu klären. Wer eng am Wortlaut bleiben will, erwärmt die fertig angerührte Füllung leicht an, bevor die Därme kurz darin geschwenkt werden.

Praxis. Für drei schmale Därme etwa 250-300 g Flomen fein würfeln, mit zwei Eiern, einer Handvoll fein geriebenem Weißbrot, Pfeffer und Salz mischen. Die Därme locker füllen (nicht prall, sonst platzen sie), in den großen Darm schieben, Reste dazugeben, beide Enden abbinden. Im Kessel knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen, bis das Fett geschmolzen und die Farce fest ist - nie sprudelnd kochen. Heiß aus dem Sud servieren. Ein Spritzer Verjus im Sud schneidet die Fettigkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-022-orig" n="smaltzes flemen" resp="#fyndling">Rohes, festes Schweinebauch-/Nierenfett (Flomen) - nicht ausgelassenes Schmalz; der Zusatz die wile ez ungesoten ist (solange es ungekocht ist) macht das eindeutig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-022-orig" n="condimente" resp="#fyndling">Hier nicht „Gewürz", sondern die ganze Füllung/Farce (lat. condimentum als gewürzte Masse).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-022-orig" n="erwelle die darme" resp="#fyndling">Wörtlich: die Därme werden in dem condimente (in der Füllung) erwellt/aufgewärmt, bevor sie gefüllt werden - eine im Original ungewöhnliche, nicht restlos aufgelöste Reihenfolge.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-022-orig" n="besunder" resp="#fyndling">Gesondert, einzeln - innere und äußere Därme jeweils für sich abbinden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-022-orig" n="bint daz zvo sammene (Gloning) / snit daz zu sammene (Harsch)" resp="#fyndling">Schneide das Fett zurecht. Die Harsch-Handschrift liest snit (schneide), die Gloning-Handschrift bint (binde). Da das Fett „so lang und groß wie die Därme" zugerichtet werden soll, ist Schneiden das praktischere Verb.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geformte Geflügel-Klößchen am Stäbchen - im Geiste eine frühe Quenelle oder ein gefülltes Fleischklößchen am Stiel. Morche meint hier nicht den Pilz, sondern die Form: ein längliches, unregelmäßiges Stück von Morchel-Größe. Die hohle Form wird nach dem Garen mit einem Mus gefüllt und am Spieß serviert. Eine fast wortgleiche Schwesterfassung steht im Münchner Cgm 5919 (m5919-067); eine verwandte Formfamilie mit echten Morchel-Hüten findet sich in m5919-016.

menge... roeste daz wol zvo sammene. Zwei getrennte Arbeitsschritte: Zuerst wird die Farce (Mehl, Semmelbrösel, Gewürz, Ei) untergemengt, danach wird sie geröstet/kurz angebraten (roeste), bevor sie geformt wird - im übrigen BvgS-Korpus wird dasselbe Verb konsequent als Röstvorgang übersetzt.

walkez ... vmme den spiz als ein marach. Die Farce wird rund gerollt und um ein Stäbchen geformt, außen festgedrückt (zwengez vzzene), damit sie beim Garen Form hält und außen fest (krusp) wird. Der Vergleichsbegriff marach ist nicht eindeutig geklärt (siehe Annotation) - gemeint ist in jedem Fall eine längliche, stäbchenförmige Gestalt. Das Stäbchen ist nur Formhilfe - es wird nach dem Garen gezogen, die Höhle bleibt für die Füllung.

ein gehacketz muos mit butern. Das Füll-Mus ist nicht spezifiziert; küchenüblich wäre ein feines Kräuter-, Erbsen- oder Bohnenpüree mit Butter. Der Schluss verallgemeinert: ebenso ließen sich morchen aus Hecht oder Lachs formen - dasselbe Verfahren mit Fischfarce als Fastenvariante.

Praxis. Für 300 g Hühnerbrust 1-2 EL Mehl, 1-2 EL Semmelbrösel, ein Ei, Pfeffer/Ingwer und Salz im Cutter zu einer festen, formbaren Farce verarbeiten und kurz in der Pfanne anrösten. Um fingerlange Stäbchen formen, in der Pfanne gar ziehen lassen. Stäbchen ziehen, mit dem Buttermus füllen, quer auf einen Spieß stecken, kurz erwärmen und mit flüssiger Butter beträufeln.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="moerser" resp="#fyndling">Großer Fleischmörser, kein Gewürzmörser - dient dem Zerstoßen des Fleisches zur Farce.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="roeste daz wol zvo sammene" resp="#fyndling">Röste/brate dies gut zusammen - ein eigenständiger Arbeitsschritt nach dem Vermengen, kein bloßes Verrühren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="sinewel" resp="#fyndling">Rund, kugelig (mhd. sinwel) - die Farce wird in der Hand rund gerollt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="morche" resp="#fyndling">Hier Größen- und Formreferenz (Morchelpilz), nicht die Zutat: ein längliches Stück von Morchel-Größe.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="marach" resp="#fyndling">Formvergleich, Lesart unter den Fachwörterbüchern nicht eindeutig: Belege führen eher zu morhe (Möhre) als zu einer Mark-Bedeutung. Gemeint ist in jedem Fall eine längliche, stäbchenförmige Gestalt der Farce.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="zwengez vzzene" resp="#fyndling">Drücke es außen fest, damit es Form hält und außen fest wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="entwerhes an den spiz" resp="#fyndling">Quer auf den Spieß (mhd. entwer = quer).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="gehacketz muos" resp="#fyndling">Gehacktes Mus/Püree als Füllung; die Zutat ist offengelassen (Kräuter, Erbsen, Bohnen).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-023-orig" n="lehsen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#lehsen">Lachs (mhd. lahs), nicht Schleie - eine der beiden Fischvarianten im Schlusssatz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-023-orig" n="grobes brotes (Augustana) / grobes pfeffer (Giessen)" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Grobe Semmelbrösel (grobes brotes, Augustana-Transkription) - als Bindemittel der Farce plausibel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandelmilch-Brotsuppe - der mittelalterliche Vorläufer von Brotsuppe und Brotpudding, hier als feine Fastenspeise auf Mandelmilch statt Kuhmilch. Im Korpus eng verwandt mit dem süßen Milchmus mit gerösteten Brotwürfeln mha-025, dem weißen Mandelmilch-Pudding mar-099 und der Milch-Brot-Speise mit Eigelb-Option hkb-016.

Der Schnitt des Brotes. Auffällig genau beschreibt das Rezept das Zerkleinern: hartes Weißbrot, oberste Rinde dünn abschneiden, dann hauchdünne runde Scheiben (sinewel = rund), vier davon stapeln, in schmale Riemen schneiden und quer wieder durchschneiden - also feinste Würfelchen. Der Grund ist praktisch: nur so kleine Stücke lösen sich gleichmäßig in der warmen Mandelmilch auf und binden sie sämig, ohne Klumpen - eine Brotbindung anstelle einer Mehlschwitze.

Caleus und die Eigelb-Variante. Der Name Caleus ist selten belegt und gibt dem schlichten Brei einen vornehmen Anstrich. Die Schluss-Konvention (Conf., lateinisch conficitur/confectio - so bereitet man) öffnet das Rezept: auf gleiche Weise lassen sich andere Milchspeisen machen, wenn man totern (Eigelb) zugibt - das macht aus der Fastenspeise eine reichere, sattgelbe Creme für Fleischtage. Wie das Eigelb genau untergerührt wird, sagt der Text nicht mehr - das folgende ist daher redaktionell aus dem allgemeinen Umgang mit Eigelb in Milchspeisen ergänzt.

Praxis. Kräftige Mandelmilch ansetzen (Richtwert 100 g Mandeln auf 500 ml Wasser, fein mörsern, durch ein Tuch pressen). Altes Weißbrot wirklich fein würfeln. Mandelmilch nur warm werden lassen, das Brot nach und nach einrühren, dann bei kleiner Hitze unter Rühren eindicken, bis es löffelfest am Löffel haftet, aber noch fließt. In Schalen geben, mit Zucker bestreuen. Außerhalb der Fastenzeit lässt sich am Ende 1-2 gut verquirltes Eigelb unter die leicht abgekühlte Masse rühren und nur noch sanft erwärmen statt kochen, da Eigelb sonst leicht stockt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-024-orig" n="mandelmilch" resp="#fyndling">Mandelmilch - die in der Fastenzeit übliche Kuhmilch-Alternative.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-024-orig" n="sinewel" resp="#fyndling">rund (mhd. sinewel) - die Brotscheiben sollen runde Plättchen sein, bevor sie zu feinen Würfeln zerschnitten werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-024-orig" n="twinge sie durch ein tuoch" resp="#fyndling">presse sie durch ein Tuch - das Passieren ergibt die feine Mandelmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-024-orig" n="totern" resp="#fyndling">Eigelb (mhd. toter) - die optionale Zugabe für die reichere Variante außerhalb der Fastenzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-024-orig" n="Caleus" resp="#fyndling">Name der Speise - selten belegt, gibt dem schlichten Mandelmilch-Brei einen vornehmen Anstrich.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-024-orig" n="Conf." resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#conf">lat. conficitur/confectio (so bereitet man) - öffnet das Rezept zu Varianten: ebenso lassen sich andere Milchspeisen mit Eigelb machen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Trotz des Namens gebraten milch kein flüssiger Milchbrei, sondern ein gepresster Frischkäse, der in Scheiben über dem Feuer geröstet wird - im Geiste der direkte Verwandte von gegrilltem Paneer oder Halloumi. Eine fast gleiche Fassung steht im Münchner Cgm 5919 (m5919-043, „gebratene Milch / gebackener Eierkäse vom Rost"), wo zusätzlich Ei untergeschlagen wird.

die gelebt si - geronnene Magermilch. Ausgegangen wird von entrahmter (niht veiztes), bereits geronnener Milch. Der Bruch wird im Topf zerschlagen (den hafen zuoslahe), damit die Molke austritt, dann aufs Seihtuch gegeben, eingeschlagen und beschwert - erst sanft, dann fester - und über Nacht (von morgen biz hin zvo abent) gepresst. So entsteht ein schnittfester Käse.

hvelzinen rost. Der hölzerne Rost ist kein Widerspruch: frisches, grünes Hartholz brennt über reiner Glut nur langsam an und trägt eine Garung, ehe es weggeworfen wird. Modern-praktisch ein Metallrost über Glut.

Praxis. Etwa 2 l Magermilch auf 80-90 °C erwärmen, mit 2-3 EL Essig oder Zitronensaft gerinnen lassen, 10 Min. ruhen, auf ein Seihtuch geben, einschlagen und mit 1-2 kg beschweren, über Nacht kühl pressen. Dünn schneiden, salzen, aufspießen, über ruhiger Glut goldbraun rösten, mit Pfeffer bestreuen und mit Butter (oder an Fleischtagen Schmalz) beträufeln. An Fastentagen Pflanzenöl statt Schmalz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="gebraten milch" resp="#fyndling">Trotz des Namens kein flüssiges Gericht, sondern ein gepresster, über dem Feuer gerösteter Frischkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="gelebt" resp="#fyndling">Geronnen/dickgelegt (Milch); Ausgangsstoff ist also bereits geronnene Magermilch, kein Frischmilch-Kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="den hafen zuoslahe" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Den Bruch im Topf zerschlagen, damit die Molke austritt - üblicher Schritt der Käseherstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="buetel tuoch" resp="#fyndling">Seih-/Beuteltuch zum Abtropfen und Pressen des Bruchs.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="hvelzinen rost" resp="#fyndling">Hölzerner Rost. Aus frischem, grünem Hartholz über Glut brennt er nur langsam an; modern ein Metallrost über ruhiger Glut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-025-orig" n="fleischtac" resp="#fyndling">Fleischtag (kein Fastentag), an dem tierisches Fett wie Schmalz erlaubt ist - daher die Wahl „Butter oder Schmalz".</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-025-orig" n="hvelzinen rost" resp="#fyndling">Rost aus frischem, grünem Hartholz über Glut - brennt langsam an und trägt eine Garung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gebratene Gans mit einer reichhaltigen, mäßig sauren Begleitsauce aus Innereien, hartgekochtem Ei, Brot, gedünsteten Zwiebeln und sauren Äpfeln. Trotz des Namens fuelle (Füllung) wird die Gans nicht gestopft - die Masse wird über die zerlegte Gans gegossen, sie ist also ein Kondiment im Geiste einer Apfel-Zwiebel-Sauce zur Gans. Verwandt mit den Geflügel-Füllungen aus den Münchner Handschriften (m384-045, m384-046, m5919-003) und mit Severins gewürzten Geflügelsaucen (sev-030).

zvo mazzen sur - die Säureachse. Essig und Hühnerbrühe machen die gemörserte Innereien-Ei-Brot-Masse mäßig sauer; die Säure kontert das fette Gänsefleisch (dieselbe Agrodolce-/Apfelmus-zur-Gans-Logik wie bei vielen Geflügelsaucen). Die sauren Äpfel verstärken das.

Zwei Stränge, dann vereint. Einerseits die gemörserte saure Paste, andererseits weich geschmorte Zwiebeln, denen erst zum Schluss die entkernten sauren Äpfel zugegeben werden, damit sie weich, aber nicht zerfallen sind. Beides kommt zusammen in die Pfanne und wird über die Gans gegeben.

Praxis. Gans am Spieß braten, Innereien sieden. Vier hartgekochte Eier, eine Brotkrume, 3 gesottene Hühnerlebern, Kümmel, Pfeffer und Safran mit ~50 ml Essig und ~100 ml Brühe zur groben Paste mörsern (mäßig sauer abschmecken). Dünne Zwiebeln in Schmalz oder Wasser weich schmoren, gewürfelte saure Äpfel kurz mitziehen. Alles vereinen, durchwärmen, über die zerlegte, warme Gans gießen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-026-orig" n="fuelle" resp="#fyndling">Wörtlich „Füllung", hier aber eine Begleitsauce/ein Kondiment, das über die zerlegte Gans gegossen wird - nicht ins Tier gestopft.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-026-orig" n="gekroese" resp="#fyndling">Innereien (Herz, Leber, Magen) des Geflügels.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-026-orig" n="zvo mazzen sur" resp="#fyndling">„Zu Maßen sauer" - mäßig, ausgewogen sauer, nicht scharf-sauer.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-026-orig" n="gemalne" resp="#fyndling">Das Gemahlene = die im Mörser zerstoßene Innereien-Ei-Brot-Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-026-orig" n="zvo lide sie" resp="#fyndling">Zerlege sie (die gebratene Gans).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-026-orig" n="condimente" resp="#fyndling">Latinisierender Ausdruck für Sauce/Würzzutat, auch in bgs-022 belegt - eine im mittelhochdeutschen Kochbuchkontext ungewöhnlich direkte Lehnprägung aus dem Lateinischen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte Eier-Roulade, doppelt gegart: ein dünnes Eier-Omelett (blat von eyern) wird mit einer würzigen Fleisch-Apfel-Farce bestrichen, aufgerollt, in einem Eierteig frittiert und dann am Spieß über dem Feuer fertig geröstet. Im Geiste ein herzhafter gefüllter Crêpe. Verwandt mit den frittierten, fleisch-/apfelgefüllten Schau-Hüllen der Form of Cury (foc-173, „Pomme Dorryes").

Die Farce. Gebratene/gekochte Eier, gekochtes durchwachsenes Fleisch und rohe saure Äpfel werden mit Pfeffer und Safran im Mörser zerstoßen und mit rohen Eiern zu einer streichfähigen Masse gebunden. Die sauren Äpfel sind der Gegenspieler zur Deftigkeit von Fleisch und Ei.

Doppelt gegart. Erst frittieren in siedendem Schmalz, bis die Eierteig-Hülle fest ist (backez harte), dann auf den Spieß und über dem Feuer rösten. Dabei abwechselnd mit verquirltem Ei und Schmalz bestreichen - im Original mit zwei Schwämmen (zwein swammen), heute mit dem Backpinsel -, bis es singt (brutzelt) und rot wird. Das Ei-Bestreichen baut beim Rösten eine glänzende Kruste auf.

Praxis. Farce aus 2-3 Eiern auf ~200 g gehacktem Fleisch, sauren Äpfeln, Pfeffer und Safran. Ein dünnes Omelett backen, Farce dünn aufstreichen, fest aufrollen, in dünnem Eierteig (1 Ei, 1 EL Mehl, etwas Wasser) wenden und in siedendem Schmalz fest backen. Dann am Spieß über der Glut rösten und wiederholt mit Ei und Schmalz bestreichen, bis es brutzelt und rot wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027-orig" n="getrahte" resp="#fyndling">Eine Speise, ein Gericht (mhd. getrahte).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">Ein dünnes Eierblatt (Omelett/Crêpe), das als Hülle für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027-orig" n="vnder wahsen fleisch" resp="#fyndling">Durchwachsenes Fleisch (mit Fettanteil), das beim Garen saftig bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027-orig" n="swammen" resp="#fyndling">Schwämme - dienten zum Bestreichen/Benetzen der Speise mit Ei und Schmalz beim Rösten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027-orig" n="singen" resp="#fyndling">Das Brutzel-/Zischgeräusch beim Rösten, wenn Feuchtigkeit entweicht und die Oberfläche knusprig wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-027-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">Ein dünnes Eierblatt (Omelett/Crêpe) als Hülle, ergänzt aus der vollständigeren Augustana-Transkription, wo die Giessener Handschrift eine Lücke hat (ein blat von vnd zvo teile daz).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-027a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geröstete Neunaugen in einer kräftigen, süß-sauren Gewürzsauce, die mit eingeweichtem Schwarzbrot gebunden und mit einem Teil des gerösteten Fischs selbst angereichert wird - eine Zubereitung, deren Grundlogik (Braten, dann kalt in eine gesottene Essig-Honig-Beize einlegen) an Escabeche-artige Fisch-Marinaden erinnert, wie sie bis heute in südeuropäischen und mitteleuropäischen Küchen (eingelegter Fisch, Fisch süß-sauer) fortleben. Ein verwandtes Neunaugen-Galgant-Motiv findet sich bei Ménagier de Paris (men-185, „Neunauge auf verschiedene Arten") und in der Form of Cury (foc-123, „Neunaugen in Galgant-Sauce"; foc-122, mit Spieß-Röstung und Brotbindung dem hiesigen Verfahren besonders nah); auch Severin behandelt Lampreten/Neunaugen in Gewürzsud (sev-061, sev-062) - die Verfahren unterscheiden sich im Detail (Rösten vs. Kochen, mit oder ohne Brotbindung), das Grundmotiv Neunauge plus Galgant-Würzsauce ist aber dasselbe.

Das mittlere Stück bindet die Sauce. Die Neunauge wird in sechs Stücke geschnitten, das mittlere kleiner - es wird nach dem Rösten im Mörser zerstoßen und bindet zusammen mit der in Essig eingeweichten swartzen rinden brotes (Schwarzbrotrinde) die Sauce. Das ist die zeittypische Brotbindung, nicht Mehl. So trägt der Fisch seinen eigenen Geschmack in die Sauce.

Süß-sauer und Haltbarmachung. Galgant, Pfeffer, Ingwer, Muskatblüte und Nelken würzen scharf-aromatisch. Die Variante wilt duz aber lange (behalden) macht daraus eine Konserve: Essig und etwas Honig zur süß-sauren Beize, gesotten, dann den Fisch kalt einlegen.

Praxis. Fischstücke salzen und über Glut rösten, bis sie gar sind. Das mittlere Stück mit der in Essig eingeweichten Schwarzbrotrinde und den Gewürzen im Mörser zur dicklichen Sauce stoßen, mit Essig auf Konsistenz bringen. Für die Konservier-Variante Essig und Honig aufkochen, den Fisch darin kalt einlegen. Hinweis zur Zutat: Neunaugen stehen heute unter Artenschutz; als Ersatz Wels-Filet (Zucht) oder Räuchermakrele - die Sauce trägt den Charakter des Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027a-orig" n="lampriden" resp="#fyndling">Neunaugen, aalähnliche kieferlose Rundmäuler. Im christlichen Kontext galt alles im Wasser Lebende als „Fisch" und damit fastentauglich; wegen ihrer fleischigen Konsistenz waren Neunaugen eine geschätzte Luxus-Fastenspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027a-orig" n="swartzen rinden brotes" resp="#fyndling">Schwarzbrot(rinde), in Essig eingeweicht - das zeittypische Bindemittel der Sauce (Brotbindung, nicht Mehl).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027a-orig" n="hueltzinen rost" resp="#fyndling">Hölzerner Rost aus frischem, grünem Hartholz über Glut; brennt nur langsam an. Modern ein Metallrost über ruhiger Glut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027a-orig" n="galgan" resp="#fyndling">Galgant, eine ingwerähnliche Wurzel, scharf-zitronig - ein Leitgewürz mittelalterlicher Fischsaucen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027a-orig" n="muschat bluomen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der Samenmantel der Muskatnuss, feiner und blumiger als die Nuss.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-027a-orig" n="leg ez kalt dor in" resp="#fyndling">Den gerösteten Fisch kalt in die gesottene süß-saure Beize einlegen - eine Konservierungsmethode (Escabeche-Prinzip).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-027a-orig" n="fuelle" resp="#fyndling">„Gericht"/„Zubereitung" - das Rezept beschreibt eine eigenständige Speise, kein Füllgut. Der Schluss der Augustana-Fassung (gebratene niunaugen) bestätigt das.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-027a-orig" n="kümel (nur Augustana)" resp="#fyndling">Ohne Kümmel, der Giessener Handschrift folgend.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein überbackenes Hühnchen mit einer würzigen Eier-Glasur, verwandt mit einem frühen Gratin oder einer Art Frittata, bei dem das vorgegarte Fleisch durch eine aromatische Eiermasse gebunden wird. Im eigenen Korpus gehört das Rezept zu einer breiter belegten Familie von "Königs-Hühnern" (koe-013, m5919-063, m5919-065, mon-081): überall dasselbe Grundverfahren aus gebratenem, zerteiltem Huhn, einer Ei-Ingwer-Anis-Glasur und einem heißen (gefetteten) Gefäß am Feuer.

Das Gefäß und die Hitze. Das Original spricht von einem "heißen Mörser"; gemeint ist hier kein Stößel-Gefäß, sondern ein festes, hitzebeständiges Kochgefäß - Topf oder Auflaufform -, das bereits angewärmt ist, damit die Eiermasse zügig stockt und nicht am kalten Boden kleben bleibt. Die Hühnerstücke werden mit der Eimischung übergossen, in dieses Gefäß gegeben und ans Feuer gestellt. Der Text spricht ausdrücklich vom Feuer, nicht von einem Ofen mit fester Temperatur - passend dazu im Dutch Oven über bzw. in der Glut, mit der Deckelhitze als gleichmäßiger Wärmequelle von oben.

Praxis. Nehmt bereits gebratenes Hühnchen und zerteilt es in mundgerechte Stücke. Die Eier schlagt ihr mit fein gestoßenem Ingwer und einer Prise Anis auf; die im Rezept angesetzte Menge (4 Eier auf 2 Hühner) ist ein guter Ausgangspunkt, den man nach der Größe der Hühner anpassen kann. Gießt die Eimischung in das vorgewärmte, gefettete Gefäß, bewirft damit die Hühnerstücke und gebt sie hinein. Erst danach kommen Safran und Salz nach Belieben dazu, bevor das Gefäß ans Feuer gestellt wird. Lasst die Masse gleichmäßig heiß mit etwas Schmalz sieden und stocken, bis sie fest, aber noch zart und cremig ist - nicht trocken oder gummiartig. Serviert das Gericht direkt aus dem Gefäß, warm und als Ganzes.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="huenern" resp="#fyndling">Hühner</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="kueniges huenre" resp="#fyndling">Königs-Hühner</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="mursel" resp="#fyndling">Stücke, Brocken</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="zvo slahe die" resp="#fyndling">zerschlagen, aufschlagen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="gestozzen ingeber" resp="#fyndling">gestoßener Ingwer</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="enys" resp="#fyndling">Anis</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="guez daz" resp="#fyndling">gießt das</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="moerser" resp="#fyndling">Mörser (hier als hitzebeständiges Kochgefäß interpretiert, nicht als Zerstoßungsgerät - durch das Zwillingsrezept koe-013 und weitere Korpus-Parallelen mehrfach bestätigt)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="der heiz si" resp="#fyndling">der heiß sei / der heiß ist</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="crute" resp="#fyndling">Kraut, Gewürz (hier: Gewürze)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="bewirf" resp="#fyndling">bewirf, bedecke, bestreiche</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="saltz zvo mazzen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Salz nach Maß / in Maßen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="tuo sie zvo" resp="#fyndling">stelle sie zum Feuer (ergänzt durch Vergleichshandschrift)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="backen glich heiz" resp="#fyndling">gleichmäßig heiß sieden/backen (am Feuer, nicht im Ofen)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="smaltzes" resp="#fyndling">Schmalz</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-028-orig" n="gantz hin" resp="#fyndling">als Ganzes, vollständig (das Gericht)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-028-orig" n="moerser" resp="#fyndling">Das Wort "Mörser" wird hier als ein hitzebeständiges Kochgefäß (z.B. Topf, Auflaufform, Dutch Oven) verstanden, da die Hühner darin am Feuer gegart werden sollen. Das Zwillingsrezept koe-013 (Königsberger Kochbuch) belegt mit derselben Formel ("in einem veistenn morsser der heiß sey ... loß es sieden backenn") unabhängig denselben Gebrauch als Gefäß am Feuer, nicht als Reibe-Mörser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-028-orig" n="tuo sie zvo" resp="#fyndling">Diese unvollständige Phrase wurde im Sinne von 'stelle sie zum Feuer' interpretiert, basierend auf der klareren Formulierung 'tu sie zu dem viur' in einer Vergleichshandschrift (Bibliotheca Augustana).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-028-orig" n="gantz hin" resp="#fyndling">Das Gericht als Ganzes servieren, d.h. die zubereiteten Hühnerstücke als vollständige Mahlzeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-028-orig" n="saffran ... zvo mazzen (Safran-Stellung)" resp="#fyndling">Wir lesen die ungewöhnliche Stellung des Safrans (NICHT in die Ei-Ingwer-Anis-Glasur eingemischt, sondern getrennt ins heiße Gefäß gestreut, nachdem das Huhn drin ist) als bewusste Schau-Komposition für ein "Königs"-Gericht: 1) Visuell - Safran bleibt als orange Streifen/Punkte auf der hellen Ei-Glasur sichtbar, untergemischt wäre nur fahl-gelbe Homogenität. 2) Demonstrativ - Safran als sichtbares Luxus-Bestreuung kommuniziert Wohlhabenheit (konzentrierter, nicht verteilt). 3) Funktional - in der dampfenden Deckelhitze blüht Safran auch ohne vorheriges Mörsern/Einweichen, das Salz daneben hilft beim Lösen der Farbstoffe in die geringe Flüssigkeit am Gefäßboden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein höfisches Leber-Gericht in zwei Teilen: gegarte Rinderleber wird sauber zugeschnitten und in eine kräftige, brotgebundene Pfeffer-Sauce gelegt, die zur Hälfte aus der Leber selbst entsteht. Der direkte Verwandte ist der mittelalterliche Leberpfeffer - die warme Schwester ist rfk-019, wo ebenfalls gebratene Leber in Pfeffer-Sauce als „Hirschleber" ausgegeben wird.

Warum erst braten, dann sieden. Die Leber kommt zuerst auf den rost, um Röstaromen anzusetzen, wird dann gewaschen und im aufgesetzten Sud gar gebraten. Das zweistufige Garen ist Absicht: kurzes Anbraten gibt die Bräunung, das Garen im Sud hält die Leber zart, statt sie auf dem Rost trocken durchzubraten. Erst nach dem Erkalten lässt sie sich sauber schneiden - kalte Leber ist schnittfest, warme zerbröselt.

Die Sauce. Die Hälfte der gegarten Leber wandert mit einer Brotrinde in den moerser. Das Brot ist hier das Bindemittel - die zeittypische Brotbindung, lange vor der Mehlschwitze. Gewürzt wird mit Pfeffer und Ingwer (daz ez scharpf), abgeschmeckt mit Anis, ezzige und honicsaume (Honigseim, ungeklärter Honig): die süß-saure Agrodolce-Achse, die das fette Innereienaroma kontert.

Hirschleber-Ausgabe. Der Schluss verrät die Pointe: zvo der hochzit darf man dieselbe Sauce als Hirsch- oder Wildschweinleber servieren. Das ist keine Fälschung im heutigen Sinn, sondern die übliche festliche Aufwertung einer Alltagszutat durch eine edle Sauce.

Praxis. Leber kurz auf dem Rost (oder in der Pfanne) anbräunen, dann in guter Brühe (Startpunkt ca. 500 ml je 500 g) gar ziehen. Erkalten lassen, schneiden. Die Hälfte mit der Brotrinde fein mörsern; je 500 g Leber etwa 1 TL Pfeffer, 1 TL Ingwer, eine Messerspitze Anis. Mit Essig (kräftiger Rotweinessig oder Verjus) und Honigseim verrühren, mit etwas Brühe aufkochen, bis die Sauce dick wird. Die geschnittenen Leberstücke einlegen. Lauwarm oder kalt servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-029-orig" n="steineht" resp="#fyndling">Bei Fleisch zäh/faserig/sehnig - nicht wörtlich steinig. Anweisung, eine zarte Leber zu wählen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-029-orig" n="honicsaume" resp="#fyndling">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim) - hier der süße Gegenspieler zum Essig. Dieselbe Zutat wie in bgs-002 und bgs-049.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-029-orig" n="ein halb" resp="#fyndling">Die Hälfte (der Leber) - eine Parallelhandschrift ergänzt „stücke", die Giessener Lesart ist hier verknappt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-029-orig" n="hochzit" resp="#fyndling">Festmahl, Feier - der Anlass, zu dem die Leber als „Hirschleber" ausgegeben wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-029-orig" n="also gesuebert, so wasche sie in warmem wazzer oder in sode suede daz vnd laz sie braten gar" resp="#fyndling">Die Leber wird auf dem Rost angebräunt (gesäubert/vorbereitet), dann gewaschen und im aufgesetzten Sud gar gebraten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-029-orig" n="ein halb" resp="#fyndling">ein halbes Stück (der Leber) - die andere Hälfte bleibt als Einlage.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Hühnerragout, das über einer Brotrinden-Essig-Paste gebunden und mit gebratenen Quitten oder ersatzweise Birnen fruchtig-säuerlich abgerundet wird. Die Bindung über gemörserte Brotrinde statt Mehlschwitze ist ein zeittypisches Verfahren; die Kombination von Geflügel mit Steinobst und einer würzig-säuerlichen Sauce begegnet im Corpus mehrfach (verwandtes Verfahren u.a. in m5919-062).

Praxis. Die Hühner zunächst nicht ganz gar braten, dann in mundgerechte Stücke zerteilen und in Schmalz und Wasser gemeinsam sieden lassen. Für die Würzpaste eine Brotrinde mit Ingwer, wenig Pfeffer und Anis fein mörsern, mit Essig zermahlen und mit etwas vom eigenen Sud verrühren, bevor die Paste zu den Hühnern gegeben wird. Vier gebratene Quitten dazugeben und alles gemeinsam sieden lassen, bis die Sauce gleichmäßig dick wird. Ohne Quitten tun es ersatzweise gebratene Birnen. Am Ende nicht zu stark salzen - das Rezept mahnt ausdrücklich zur Zurückhaltung beim Salz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="huenre" resp="#fyndling">Hühner</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="brat niht volle gar" resp="#fyndling">nicht ganz gar braten</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="ent lide sie zvo / entlide die zu morseln" resp="#fyndling">zerteilen, in Stücke schneiden</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (z.B. Schweineschmalz)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="eine brotes / eine rinden brotes" resp="#fyndling">eine Brotrinde</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="ingeber" resp="#fyndling">Ingwer</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="anis" resp="#fyndling">Anis</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="daz mal mit ezzige" resp="#fyndling">das zermahle mit Essig</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="soedichin / sodich in" resp="#fyndling">Sud, Brühe; 'sodich in' bedeutet 'rühre es in den Sud'</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="kueten / küten" resp="#fyndling">Quitten</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Gewürzgemisch, Würze</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="bieren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bieren">Birnen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-030-orig" n="versaltz ez niht" resp="#fyndling">versalze es nicht</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-030-orig" n="daß ezzige vnd mit dem selben soedichin, vnd nim / daz mal mit ezzige. und mit dem selben sodich in." resp="#fyndling">Die Lesart der Harsch-Transkription ('daz mal mit ezzige. und mit dem selben sodich in.') wurde gewählt, da sie die Anweisung zum Zermahlen der Gewürze mit Essig und das Einrühren in den Sud klarer formuliert und die Lücke in der Gloning-Transkription schließt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-030-orig" n="hastu niht so nim gebraten bieren / hastu niht küten so nim gebraten bieren." resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bieren">Die Harsch-Transkription ('hastu niht küten so nim gebraten bieren.') wurde bevorzugt, da sie explizit angibt, dass die Birnen als Alternative zu den Quitten dienen, was in der Gloning-Transkription ('hastu niht so nim gebraten bieren') impliziert, aber nicht direkt benannt wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Bohnengemüse in einer brotgebundenen, kümmelstarken Würzsauce - im Geiste eine deftige Beilage, verwandt mit heutigen Kümmel-Bohnen-Eintöpfen bzw. der bayerisch-böhmischen Tradition, Saubohnen reichlich mit Kümmel zu würzen. Wichtig: Die bonen um 1350 sind keine grünen Gartenbohnen (die kamen erst nach 1492 aus der Neuen Welt), sondern die heimische Acker-/Saubohne (Vicia faba); „grüne Bohnen" meint hier junge, frische Hülsen bzw. frische statt getrocknete Bohnen.

Die Sauce. Das Bindemittel ist geriebenes Brot - die zeittypische Brotbindung statt einer Mehlschwitze. Es wird mit Pfeffer und der dreifachen Menge kuemel (Kümmel) sowie biere zu einer Paste vermahlen. Das Bier bringt malzige Tiefe und Säure. Der saffran färbt das Gericht goldgelb - die Standard-Speisefarbe der Zeit.

Die Würzbalance. Auffällig ist die Kümmel-Dominanz (dristunt als vil, dreimal so viel wie Pfeffer). Kümmel galt als verdauungsfördernd zu Hülsenfrüchten - hier ist er Leitgewürz, nicht Beiwerk.

Praxis. Bohnen weich garen, Kochwasser auffangen. Für 500 g Bohnen etwa 50 g altbackenes Brot (ohne Rinde), 1 TL frisch gemahlenen Pfeffer und 3 TL Kümmel mit einem Schuss Bier (ca. 100 ml) fein mahlen oder stoßen, Safran einrühren. Abgetropfte Bohnen zurück in den Topf, Gemahlenes darüber, mit dem Bohnenwasser auf saucige Konsistenz verdünnen, salzen, einmal aufwallen lassen. Heiß servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-031-orig" n="bonen / grüene bonen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bonen">Bohnen - um 1350 die heimische Acker-/Saubohne (Vicia faba), nicht die erst nach 1492 eingeführte Gartenbohne. „Grün" meint frisch/jung statt getrocknet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-031-orig" n="brot" resp="#fyndling">Brot - hier als geriebenes Bindemittel der Sauce (Brotbindung statt Mehlschwitze).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-031-orig" n="dristunt als vil" resp="#fyndling">Dreimal so viel - die Kümmelmenge ist dreifach gegenüber dem Pfeffer; Kümmel ist hier Leitgewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-031-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Hier nicht ein kleines Würzmittel im modernen Sinn, sondern die fertige, gewürzte Bohnensauce, in der das Gericht aufwallt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-031-orig" n="sode" resp="#fyndling">Die Kochflüssigkeit/der Sud der Bohnen - nicht zu verwechseln mit der neuhochdeutschen „Sode" (Rasen-, Salzsode).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-031-orig" n="mit biere" resp="#fyndling">Mit Bier - so die hier hinterlegte Giessener Handschrift.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine warme, säuerliche Knoblauch-Eigelb-Sauce - ein Verwandter der italienischen agliata (Knoblauchsauce), nur hier mit Eigelb statt Brot gebunden. Sie wird zu gebratenem Geflügel, Morcheln und Pilzen gereicht.

Knoblauch mit Salz reiben. Der knobelauch wird mit saltze zur Paste gerieben - das Salz ersetzt dabei den Mörser und hilft, die geschälten Zehen fein zu zerkleinern.

Eigelb als Bindung. Sechs Eigelb on daz wisse (ohne Eiweiß) binden die Sauce. Diese Bindetechnik - Eigelb ohne Eiweiß - findet sich fast wortgleich auch im Königsberger Kochbuch (die heubptt schoelle schone), dort allerdings mit dem Eiweiß zusammen und roh statt erhitzt: eine echte Rezeptvariante zwischen beiden Handschriften, kein Schreibfehler.

Behutsam aufwallen. Erwallen, daz blibe ist der heikle Punkt: die Sauce soll gerade andicken und dabei gebunden bleiben, nicht kochen - sonst gerinnt das Eigelb. Niht zvo sur - der Essig wird mit etwas Wasser zurückgenommen, damit die Säure die Sauce nicht überlagert. Der Text nennt weder Hitzequelle noch Rührtechnik; das Andicken einer reinen Eigelb-Essig-Mischung ohne Gerinnen ist auch mit heutigem Wissen ein schmaler Grat, besonders über offenem Feuer.

Praxis. 2-3 Knoblauchzehen mit einer Prise Salz zur Paste reiben, 6 Eigelb unterrühren, mit ca. 50 ml Essig und 20-50 ml Wasser verrühren (langsam abschmecken, nicht zu sauer). Bei kleinster Hitze unter Rühren nur eben andicken lassen, nicht kochen - im Zweifel lieber vom Feuer nehmen und nachrühren als riskieren, dass das Eigelb gerinnt. Warm zu gebratenem Huhn, Morcheln oder Pilzen reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032-orig" n="haubt schele schone" resp="#fyndling">Die Häute der Knoblauchzehen sauber abschälen, bevor man reibt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032-orig" n="on daz wisse" resp="#fyndling">Ohne das Eiweiß - nur die sechs Eigelb binden die Sauce; das Eiweiß würde beim Erhitzen flocken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032-orig" n="erwallen, daz blibe" resp="#fyndling">Nur aufwallen, bis sie andickt und gebunden bleibt - nicht durchkochen, sonst gerinnt das Eigelb.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032-orig" n="morchen swemme" resp="#fyndling">Morcheln und (andere) Pilze - „swemme" ist der Sammelbegriff für Pilze, nicht eine eigene Pilzart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-032a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dieser Agraz ist eine rohe, ausgepresste Frucht-Säure-Sauce aus unreifen Weintrauben und sauren Äpfeln, mit Wein verlängert und durch ein Tuch gepresst. Er wird kalt zu gebratenem Schaf, Huhn oder Fisch gereicht. Lebendige Verwandtschaft: Verjus, der unreife Traubensaft, der bis heute zum Säuern von Speisen verwendet wird.

Praxis. Zerstoße die unreifen Weintrauben und die sauren Äpfel im Mörser, bis eine grobe Masse entsteht. Gib beides zusammen und vermenge es mit Wein. Presse die Masse durch ein Tuch, um den klaren, sauren Saft zu gewinnen. Serviere ihn zu gebratenem Schaf, Huhn oder Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032a-orig" n="agraz" resp="#fyndling">Eine saure Sauce, oft aus unreifen Früchten wie Trauben oder Äpfeln hergestellt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032a-orig" n="wintruebele / wintriubele" resp="#fyndling">Weintrauben (mhd. 'win' = Wein, 'triubele' = Träubchen, Diminutiv-Plural). Für Agraz/Verjus traditionell unreife, im Hochsommer geerntete Trauben, die liefern den nötigen sauren Saft. Nichts mit 'Winter' zu tun: Spätlese-Trauben wären süßer, nicht saurer.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032a-orig" n="stoz" resp="#fyndling">Stoße / zerstampfe im Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032a-orig" n="sur ephele" resp="#fyndling">Saure Äpfel.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032a-orig" n="wine" resp="#fyndling">Wein, hier vermutlich Weißwein, passend zur sauren Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-032a-orig" n="scheffinem braten" resp="#fyndling">Schafbraten (mhd. 'scheffin' = Adjektiv zu 'schâf', Schaf; nicht Lamm/Jungtier). Der Begriff schließt eine Lücke der Gloning-Edition und findet sich an dieser Stelle in der Harsch-Edition.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-032a-orig" n="guot zvo vnd zvo huenren" resp="#fyndling">Die Lücke im Text der Gloning-Edition ('guot zvo vnd zvo huenren') wird durch den Vergleich mit der Harsch-Edition geschlossen, die hier 'scheffinem braten' (Schafbraten) einfügt. Diese Lesart wurde für die moderne Übersetzung übernommen, da sie den Satz vervollständigt und in den Kontext der empfohlenen Speisen passt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine rohe, scharfe Schalotten-Würzflüssigkeit - im Geiste ein Zwiebel-Relish oder eine schlichte Schalotten-Vinaigrette, die als pikante Beigabe zu Rinderbraten dient. Der exakte Cross-Source-Zwilling ist m811-002 (Münchner Cgm 811), wo dieselbe Schalotten-selczen zu Rinderbraten steht; Teil des BgS-Salse-Blocks (bgs-032a bis bgs-035).

Salz zieht den Saft. Der aschlauch wird geschält und gerieben, dann mit saltze vermengt (ribin mit saltze). Das Salz entzieht den Schalotten Flüssigkeit und mildert ihre Schärfe - derselbe Trick wie beim Einsalzen roher Zwiebeln.

Wein oder Essig als Säure. Anschließend mit wine oder ezzige vermengt und ausgedrückt (drueckez vz). Der Text nennt kein Werkzeug für das Auspressen - es entsteht eine dünnflüssige, intensive Würzsauce statt eines sämigen Mus; die Säure trägt die Schalotten-Note.

Praxis. 2 Schalotten schälen, reiben, mit ca. einem halben TL Salz vermengen und sogleich mit 1-2 EL Weißwein, mildem Weißweinessig oder Verjus mischen. Kräftig auspressen, den Saft frisch zum Rinderbraten reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-033-orig" n="aschlauch" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#aschlauch">Schalotte, von lat. Ascalonicum (Zwiebel aus Askalon)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-033-orig" n="ribin" resp="#fyndling">reiben</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-033-orig" n="drueckez vz" resp="#fyndling">drück es aus</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-033-orig" n="rinderinen braten" resp="#fyndling">Rinderbraten</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-033-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Der mhd. Text nennt das Rezept selbst so - stützt die Einordnung als Würzbeigabe</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-033-orig" n="drueckez vz" resp="#fyndling">Die Masse wird ausgepresst, ohne dass der Text ein Werkzeug nennt - in der Praxis vermutlich mit den Händen oder durch ein Tuch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine rohe, säuerlich-würzige salse aus sauren Trauben, Salbei, Knoblauch und Speck, im Mörser zerstoßen und ausgepresst - im Geiste eine herzhafte Verwandte der Salsa verde, mit der Säure unreifer Trauben und der Salz-Fett-Note des Specks. Teil des BgS-Salse-Blocks (bgs-032a bis bgs-035).

Speck im Rohzustand mörsern. Ungewöhnlich ist der spec: fetter Bauchspeck wird roh mit den anderen Zutaten gestoßen. Sein Fett und Salz geben der Sauce Tiefe und Umami und runden die Schärfe von knobelauch und salbey ab.

Säure als Rückgrat. Die sure winber (saure Weinbeeren, also unreife Trauben) liefern die Leitsäure. Sind die Trauben zu süß, fehlt der Sauce der Biss - dann mit Verjus nachhelfen.

Wie viel Knoblauch? Zwei knobelauches ist mengenmäßig offen (siehe Lesarten). Mit zwei ganzen Knoblauchköpfen wird die Sauce sehr scharf; das ist hier durchaus Absicht für ein kräftiges Würz-Condiment.

Praxis. Für ca. 200 g wirklich saure Trauben (oder Verjus-Trauben) etwa 10-15 Salbeiblätter, Knoblauch nach Schärfetoleranz (von einigen Zehen bis zu zwei Köpfen) und 50-80 g fetten, ungeräucherten Bauchspeck. Alles zusammen im Mörser zu einer feinen Paste stoßen, durch ein Tuch auspressen. Kühl zu gebratenem oder gekochtem Fleisch reichen, wo die Säure das Fett schneidet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-034-orig" n="winber" resp="#fyndling">Weinbeeren, also Trauben</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-034-orig" n="knobelauches" resp="#fyndling">Knoblauch</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-034-orig" n="spec" resp="#fyndling">Speck, fetter Bauchspeck</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-034-orig" n="zwei knobelauches" resp="#fyndling">Zwei Knoblauchköpfe - eine zweite Handschrift liest „zwei knobelauchs haubt" und präzisiert damit auf ganze Köpfe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zweites BgS-agraz: ein roher, fruchtig-saurer Würzsaft, hier aus Holzäpfeln, Petersilie und Bete gestoßen und ausgepresst - ein färbender Verwandter des Verjus. Teil des BgS-Salse-Blocks (bgs-032a bis bgs-035); das erste Agraz (bgs-032a) nutzt unreife Trauben und Äpfel.

Die Säure. Die holtzepfele (Holz-/Wildäpfel) sind das saure Rückgrat - reife Tafeläpfel wären zu süß, dann fehlt dem Agraz die Schärfe. Sie liefern denselben sauren Saft, den sonst unreife Trauben geben.

Die Farbe - und die Crux bezzin. Das Rezept will, dass die petersilie ein wenic zvo var - dass die Petersilie ein wenig Farbe annimmt. Den Rotton gibt das bezzin (Bete, vom lat. beta). ⚠️ Wichtig: Das ist nicht die moderne, knollige Rote Bete - die kam als Gartengemüse erst im 16. Jahrhundert auf. Um 1350 ist mit der Bete die Blatt-/Stielbete (Mangold) bzw. ihre rotstieligen Formen gemeint; der rote Saft der Stiele/Wurzel färbt den Saft. Hier ist die Bete also eine periodentreu im Text genannte Färbe-Zutat, kein moderner Behelf - die Färbung ist sogar das ausdrückliche Ziel des Rezepts.

Praxis. Holzäpfel, Petersilie und rotstieliger Mangold (ersatzweise ein wenig Rote Bete) gemeinsam im Mörser stoßen und anschließend auspressen, sodass die Petersilie ein wenig Farbe annimmt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-035-orig" n="agraz" resp="#fyndling">Saurer Würzsaft aus unreifen Früchten - hier aus Holzäpfeln statt der üblichen unreifen Trauben.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-035-orig" n="holtzepfele" resp="#fyndling">Holz-/Wildäpfel - klein, sehr sauer und herb; liefern die Leitsäure des Agraz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-035-orig" n="bezzin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bezzin">Bete (lat. beta) - das Färbemittel. Nicht die moderne knollige Rote Bete (16. Jh.), sondern die mittelalterliche Blatt-/Stielbete (Mangold) bzw. rotstielige Formen, deren Saft die Petersilie rot tönt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-035-orig" n="zvo var" resp="#fyndling">Farbe annehmen, sich (rot) verfärben - die gewünschte Färbung der Petersilie durch den Beten-Saft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-035-orig" n="bezzin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bezzin">Bete (lat. beta) als Färbe-Zutat: die mittelalterliche Blatt-/Stielbete (Mangold) bzw. ihre rotstieligen/rotwurzeligen Formen, deren roter Saft die Petersilie tönt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Hecht, dem die Haut möglichst am Stück abgezogen wird, damit sie anschließend als Hülle für eine Farce aus dem eigenen, bereits gegarten Fleisch dient - im Prinzip eine Fisch-Galantine, bei der die Fischhaut die Funktion der Terrinenform übernimmt. Das Grundverfahren - ganzer Fisch, gehäutet, gefüllt, wieder in Form gebracht - lebt strukturell auch in der späteren jüdischen Küchentradition des ganzen gefüllten Hechts fort, aus dem sich der heute meist als Klops servierte Gefilte Fish entwickelte; eine direkte Herleitung ist damit nicht behauptet. Verwandte Fassungen desselben Verfahrens finden sich im selben Buch bei bgs-046 (nahezu wortgleiche Doppelüberlieferung), außerdem bei mon-169 (dieselbe Technik, dort mit gesulzter Mandelmilch statt Kräuter-Ei-Farce), bei koe-014 und bgs-037 (dieselbe Grundtechnik, dort auf Aal übertragen, bei bgs-037 zusätzlich in Teig gehüllt) sowie bei mha-195 (eine zur mehrfarbigen Schau-Version ausgebaute Variante).

Praxis. Die Haut so unversehrt wie möglich ablösen. Den Fisch dann gar kochen (sieden) und sorgfältig entgräten. Das gegarte Fischfleisch mit den Kräutern fein zerstoßen, rohe Eier und Safran daruntermischen. Mit dieser Füllung die Hechthaut füllen, den gefüllten Fisch ein wenig anbraten und servieren. Der Originaltext nennt weder eine Fischgröße noch Mengen für Kräuter oder Eier, keine Gardauer und keine Angabe, wie die Öffnung verschlossen wird - hier ist Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt. Da die Füllung rohes Ei enthält, sollte beim Anbraten auf ausreichendes Durchgaren geachtet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="hechede" resp="#fyndling">Hecht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="geriht" resp="#fyndling">Gericht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="loese abe die hut als gantz" resp="#fyndling">Löse die Haut so ganz wie möglich ab</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="suede in gar" resp="#fyndling">Koche ihn gar</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="loese vz die grete" resp="#fyndling">Löse die Gräten heraus</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="krut" resp="#fyndling">Kräuter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="stoz" resp="#fyndling">Zerstoße</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="ro eyer" resp="#fyndling">Rohe Eier</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="fuelle die hut des hechdes" resp="#fyndling">Fülle die Haut des Hechtes</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="roeste in eine wenic" resp="#fyndling">Röste ihn ein wenig</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-036-orig" n="gibin hin" resp="#fyndling">Gib ihn hin / Serviere ihn</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein entgräteter, in der eigenen Haut wieder gefüllter Aal, der kurz angebraten, in Teig gehüllt und geröstet wird - im Aufbau eine Aal-Galantine im Teigmantel. Das Verfahren (Haut als Wursthülle, Wiederherstellen der Fischform, Teigmantel als Backschutz) lebt strukturell in der heutigen Pastete en croûte und in der Galantine-Technik der klassischen Küche fort.

Die Lücke im Text. Die Giessener Zeile bricht nach snit abe daz ab, das Objekt fehlt. Die Bibliotheca-Augustana-Fassung ergänzt an dieser Stelle daz haubt, wonach der Kopf abgeschnitten und der Aal gar gesotten wird - dieser Lesart folgt das Rezept. Dieselbe Vergleichsfassung liefert auch das Verb für den Schritt zwischen dem Füllen der Haut und dem Wiederanfügen des Kopfes: ein kurzes Anbraten der gefüllten Haut, bevor sie in den Teigmantel kommt. Das abschließende roestin bezieht sich dagegen auf den fertigen, in Teig gehüllten Aal als eigenen, letzten Garschritt.

Praxis. Die Haut wird vom vorbereiteten Aal abgezogen, muss dabei heil bleiben, denn sie dient als Füllhülle. Kopf abschneiden, Aal gar sieden, dann sorgfältig entgräten. Kräuter, Eier und eingeweichtes, ausgedrücktes Brot im Mörser zu einer Paste verarbeiten; das gegarte Aal-Fleisch fein hacken und mit dem Salbei sowie dieser Paste vermengen. Die Haut mit der Mischung füllen, kurz anbraten, den Kopf wieder ansetzen. Den gefüllten Aal in dünnen Teig hüllen, ein dünnes Eierblatt darauflegen und rösten, bis der Teig durchgegart ist. Der Teigmantel braucht gleichmäßige, haltbare Hitze - über offener Flamme ist das kaum zu steuern, im Dutch Oven oder Lehmofen dagegen gut machbar. Salz und Pfeffer als Grundwürze sind eine praxisübliche Ergänzung, im Text selbst nicht genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-037-orig" n="elen" resp="#fyndling">Aale</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-037-orig" n="grete" resp="#fyndling">Gräten</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-037-orig" n="schœne brot" resp="#fyndling">feines Brot, Weißbrot</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-037-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">ein Blatt aus Eiern - eine dünne Omelette- oder Eierkuchen-Schicht</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-037-orig" n="snit abe daz sie gar sieden" resp="#fyndling">schneide den Kopf ab und lasse sie gar sieden</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-037-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">ein dünnes Eierblatt - eine dünne Omelette- oder Eierkuchen-Schicht, die auf den Teig gelegt wird</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer, gewässerter und mit Essig gefestigter Stockfisch wird auf einem hölzernen Rost über Glut gegart und dabei mit einem safrangelben Ei-Mehl-Teig übergossen, der auf dem heißen Fisch zu einer Kruste erstarrt. Das ist eine frühe Form dessen, was man heute als Fisch im Teigmantel kennen würde - der Teig schützt den Fisch beim Garen über offenem Feuer und würzt ihn zugleich.

Das Wässern. Das Original nennt nur eine Nacht. Moderner, stark getrockneter Stockfisch braucht dafür in der Praxis eher mehrere Tage mit regelmäßigem Wasserwechsel, bis er sich weich und elastisch anfühlt - das ist eine Anpassung an heutige Ware, keine Textaussage.

Der Essig. Der Fisch wird nach dem Wässern in Essig gedrückt, „damit er ganz bleibe“ - der Essig dient hier dem Festigen des Fleisches, nicht der Würzung. Anschließend wird er der Länge nach mit zwei Holzschienen gebunden, damit er auf dem Rost nicht auseinanderfällt.

Praxis. Den gewässerten und mit Essig behandelten Fisch mit zwei Schienen der Länge nach binden und auf einen hölzernen Rost über milde Glut legen. Erwärmen, dann mit Salz und Butter besprengen. Für den Teig Mehl mit Eiern verrühren, dazu gestoßenen Pfeffer, Safran und Salz nach Belieben. Sobald der Fisch sehr heiß ist, den Teig mit Schwung darüberschlagen, sodass er den Fisch möglichst geschlossen bedeckt. Nun reichlich Feuer geben, bis der Teig rot beziehungsweise gebräunt ist. Vor dem Abnehmen vom Rost noch einmal reichlich mit geschmolzener Butter beträufeln und heiß servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="stoc visch" resp="#fyndling">Stockfisch, getrockneter, ungesalzener Fisch, meist Kabeljau</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="dürre" resp="#fyndling">trocken</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="ein naht" resp="#fyndling">eine Nacht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="schinen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Schienen, Holz- oder Metallstäbe zum Fixieren</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="hueltzinen rost" resp="#fyndling">hölzerner Rost</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="teyc" resp="#fyndling">Teig</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="gestozzen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">gemahlener oder gestoßener Pfeffer</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="zvo mazzen" resp="#fyndling">nach Maß, nach Belieben; bezieht sich grammatisch auf das unmittelbar vorangehende Salz, nicht auf Pfeffer oder Safran</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="swanke" resp="#fyndling">Schwenk, Schwung (hier: mit Schwung auftragen)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="viuer" resp="#fyndling">Feuer</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-038-orig" n="vaste" resp="#fyndling">reichlich, fest</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-038-orig" n="druecke ezzig / drücke in in ezzig" resp="#fyndling">Die Formulierung wurde als „Drücke ihn in Essig“ übersetzt, was eine kurze Behandlung des Fisches mit Essig meint, um ihn zu festigen und ganz zu halten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-038-orig" n="vnd in mit butern" resp="#fyndling">Die Gloning-Transkription lässt an dieser Stelle ein Verb aus. Übersetzt wurde dies als „besprenge ihn mit Salz und Butter“, gestützt auf die Parallelfassung desselben Rezepts (Harsch), die hier ein vollständiges „besprenge in mit saltze. butern.“ überliefert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Mandel-Frischkäse beziehungsweise eine Mandelbutter - ein veganer Milchersatz für die Fastenzeit, hergestellt wie echter Käse: Mandelmilch wird durch Säure (Wein) zum Gerinnen gebracht und die Masse im Tuch abgetropft. Der direkte Verwandte ist rfk-017 (Mandelmus mit Wein, in Form gebracht); im Königsberger Kochbuch wird dieselbe Idee zur dreifarbigen Mandel-Sülze koe-017 getrieben.

Die Gerinnung mit Wein. Der Clou ist, dass hier Säure statt Lab arbeitet: Eine Eierschale voll Wein (ein gängiges mittelalterliches Maß, ca. 50 ml) wird in die siedende Mandelmilch gerührt - die Säure fällt die Mandelproteine aus, sie flocken und trennen sich vom Wasser, genau wie Käsebruch. Was im Tuch zurückbleibt, ist der Mandel-„Käse“.

Maximaler Ertrag aus dem Trester. Das Rezept legt Wert aufs zweimalige Auswringen: die ausgepresste Mandelmasse (kafen = Trester) kommt zurück in den Mörser, wird erneut gestoßen, mit Wasser gemengt und nochmals ausgewrungen. So holt man auch die letzte Mandelmilch heraus - bei teuren Mandeln lohnt das.

Butter statt Käse - die Safran-Variante. Will man Butter statt Käse, lässt man etwas Safran mitkochen. Safran färbt die Masse goldgelb - genau die Farbe, die echte Butter hat. Hier ist das Färben also kein Selbstzweck, sondern die Illusion: aus weißem Mandelbruch wird optisch Butter.

Praxis. Mandeln blanchieren, häuten, im Mörser stoßen, bis sie ölig werden, dann mit kaltem Wasser zur dicken Paste mengen und durch ein feines Tuch wringen; Trester nochmals stoßen und auswringen. Die Mandelmilch in der Pfanne erhitzen, ca. 30-50 ml Wein einrühren und unter Rühren zum Sieden bringen. In ein Seihtuch (modern: Sieb statt Stroh) gießen, gut abtropfen lassen, fest werden lassen - das Ergebnis ist der Käse. Für Butter stattdessen eine Prise Safran mitkochen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="fuelle" resp="#fyndling">die Überschrift Ein guot fuelle meint hier ein gehaltvolles, sättigendes Erzeugnis (zu mhd. vüele/vülle = Fülle, Reichhaltigkeit) - nicht eine Füllung zum Befüllen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="garsten" resp="#fyndling">die abgelösten Häute/Schalen der blanchierten Mandeln.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="veiste" resp="#fyndling">fettig, ölig - der Punkt beim Stoßen, an dem die Mandeln ihr Öl freigeben (Signal, kaltes Wasser zuzusprengen).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="kafen" resp="#fyndling">Trester, der ausgepresste Mandelrückstand - wird erneut gestoßen und ausgewrungen, um die restliche Milch zu gewinnen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="eier schaln vol wines" resp="#fyndling">eine Eierschale voll Wein - historisches Kleinmaß (ca. 50 ml); der Wein liefert die Säure zum Gerinnen, wie Lab bei Kuhmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="ueber sige" resp="#fyndling">durchsickert/abtropft - die Molke läuft durchs Tuch ab, der Bruch bleibt zurück.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-039-orig" n="saffrans" resp="#fyndling">Safran - färbt die Mandelbutter goldgelb, also in die Farbe echter Butter (Färbung als Illusion, nicht Selbstzweck).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Innereien-Frittata: Hühnermägen und -lebern werden dünn geschnitten, in Schmalz vorgegart und mit aufgeschlagenen, gewürzten Eiern zu einer kompakten, wendbaren Masse gebunden, die in der Pfanne als ganzes Stück ausbackt. Das Verfahren - Ei-Masse in gefetteter Pfanne stocken lassen, formen, wenden - ist mit modernen Frittata- oder Bauernfrühstück-Konzepten verwandt, allerdings mit einer für heutige Gewohnheiten ungewöhnlichen Einlage aus Innereien statt Gemüse.

Zum Garablauf. Der Text nennt für die Hitze nur "heiz" (heiß) und für das Garen der Innereien "machez gar in smaltze" - konkrete Temperatur- oder Zeitangaben fehlen. Wichtig ist die Zielrichtung der Eimasse: Sie soll beim ersten Rühren in der Pfanne weich bleiben, nicht durchstocken. Das Küchlein wird deshalb zweimal vom Feuer genommen: einmal, um die noch weiche Masse mit dem Spatel zu einem runden, kompakten Stück zu formen, ein zweites Mal nicht - stattdessen kommt die geformte Masse erneut aufs Feuer, wird nochmals eingefettet und fest angedrückt, damit sie beim Fertigbacken als ein Stück zusammenhält.

Praxis. Putze Mägen und Lebern, schneide sie dünn und gare sie in Schmalz vor, bis sie weich sind. Verquirle die Eier mit Salz, Pfeffer und vorsichtig dosiertem Kümmel. Erhitze eine gut gefettete Pfanne, gib die Innereien und die Eimasse hinein und rühre nur so viel, dass sich alles verbindet und weich bleibt. Nimm die Pfanne kurz vom Feuer und forme die Masse mit einem Spatel zu einem runden, kompakten Stück. Setze die Pfanne zurück aufs Feuer, fette noch einmal nach und drücke die Masse fest an, damit sie beim Fertigbacken nicht auseinanderfällt. Lass sie durchgaren und serviere sie warm, als Ganzes.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="trahte" resp="#fyndling">Gericht, Speise</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="huenre magen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen">Hühnermägen (Geflügelmägen)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="lebern" resp="#fyndling">Lebern (Leber)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="kuemel" resp="#fyndling">Kümmel</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="zvo mazzen" resp="#fyndling">nach Maß, nach Belieben</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="kuochin" resp="#fyndling">Kuchen (hier im Sinne von Fladen/Gebäck)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="schinen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Spatel, Schaber, flaches Holzstück</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="veist" resp="#fyndling">fett, reichhaltig, schmalzig</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="muos" resp="#fyndling">Mus, Brei, Püree (hier die Masse)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="laxis" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#laxis">„Laxis" ist ein im Buch von guter Speise singulär belegter mhd. Speisenname unklarer Etymologie (Hapax legomenon). Wahrscheinlichste Wurzel: mhd. lasche/laschen („flacher Streifen, Hau"), passt zur Pfannenkuchen-Form. Eine zweite Lesart leitet von lat. lixa („Köchin") oder einem unbekannten Lemma ab. Inhaltlich klar: flaches Pfannengericht aus Hühner-Mägen und -Lebern, in Schmalz angebraten, mit Eiern und Kümmel zu einer Frittata gebunden und als ganzes Stück serviert.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-040-orig" n="lampfleische" resp="#fyndling">Lammfleisch</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-040-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Pfeffer wird mitgewürzt</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-040-orig" n="schine" resp="#fyndling">ein Spatel oder flaches Holzstück zum Formen und Wenden der Masse</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zart geschmortes, zerzupftes Rindfleisch in fetter Brühe, gewürzt mit Schalotten und reichlich Minze - der Text nennt es selbst ein „condimentelin“, also eine kleine Würz- oder Beilagenspeise, nicht ein Hauptgericht. Das lange Garen und das anschließende Zerzupfen von Hand erinnert an modernes Pulled Beef, auch wenn das mittelalterliche Ergebnis eher einer confit-artigen Zupf-Fleisch-Zubereitung als einem amerikanischen Barbecue-Gericht gleicht.

Zur Textstelle „suedez mot“. Direkt nach der Anweisung, das Fleisch zu kochen, steht im Text ein kurzes, unklares Wort („mot“), dessen genaue Bedeutung sich nicht sicher klären lässt. Es ändert am Kochvorgang nichts: Die umgebenden Sätze sind eindeutig - kochen, salzen, mit Schalotten und Minze in fetter Brühe sieden, dann zerreißen.

Zu „eime veisten sode“. Der Text lässt offen, ob das Fett aus dem lange kochenden Fleisch selbst stammt oder aus einer separat angesetzten Brühe - beide Lesarten sind mit dem mittelhochdeutschen Wortlaut vereinbar.

Praxis. Rindfleisch aufsetzen, kochen und salzen. Schalotten und reichlich Minze dazugeben und das Fleisch in einer fetten Brühe weitersieden lassen. Anschließend nach Belieben von Hand zerzupfen und warm servieren. Der Text nennt keine Mengen-, Zeit- oder Temperaturangaben über die genannten Schritte hinaus - der Gargrad bleibt der Erfahrung am Kessel überlassen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="condimentelin" resp="#fyndling">Diminutiv von „Condiment“ - eine kleine Würzmittel- oder Beilagenspeise, wie es die Überschrift des Rezepts selbst benennt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="als ez erst zvo kumt" resp="#fyndling">Wie es gerade zur Hand ist / wie es erhältlich ist - eine Aussage zur Verfügbarkeit, nicht in erster Linie zum Frischegrad.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="suedez mot" resp="#fyndling">Unklare Textstelle direkt nach dem Sud-Verb; die genaue Bedeutung von „mot“ lässt sich nicht sicher bestimmen. Der Sinn des Satzes (kochen) ist davon unberührt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="aschlauch" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#aschlauch">Schalotten, eine milde Zwiebelart, benannt nach der Stadt Askalon (lateinisch cepa ascalonica).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="des krutes nim genuoc" resp="#fyndling">Nimm genug von den Kräutern.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="veisten sode" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#veisten-sode">Fette Brühe oder fetter Sud.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="reitz swie du wilt" resp="#fyndling">Reiße es, wie du willst / nach Belieben zerzupfen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-041-orig" n="gibz hin" resp="#fyndling">Serviere es.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine im eigenen Sud fast trockengeschmorte Gans, die zum Schluss mit einer heiß aufgegossenen Milch-Eigelb-Sauce mit Knoblauch und Safran übergossen wird, die nur einmal aufwallt. Das Rezept selbst nennt diese Sauce schlicht "condiment" (Würzsauce); vom Prinzip der mit Eigelb legierten Sauce über Geflügel führt eine lose Linie zu späteren, ähnlich gebundenen Saucen wie dem Frikassee, ohne dass hier ein direkter Nachfahre gemeint wäre.

Praxis. Nehmt eine junge Gans, entfernt die Innereien und schneidet Flügel und Keulen ab. Legt die Gans in einen engen irdenen Topf, gießt Wasser darüber, bis sie bedeckt ist, und setzt den Topf auf einen unten offenen Dreifuß; der Topf bleibt dabei bedeckt, damit der Dampf nicht entweicht. Die Innereien werden separat gekocht. Erst danach wird die Gans gesalzen und im Sud weitergekocht, bis die Flüssigkeit fast vollständig eingekocht und die Gans gar ist. Für die Sauce schält man zwei große Knoblauchköpfe und stößt sie mit etwas Salz zu einer Masse, vermengt sie mit süßer Milch, sechs Eigelb und Safran und gießt das Ganze über die Gans. Es soll dabei nur einmal aufwallen, dann wird sofort serviert.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="geriht" resp="#fyndling">Gericht, Speise</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="gense" resp="#fyndling">Gans</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="gekroese" resp="#fyndling">Innereien (Herz, Leber, Magen)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="fluegele" resp="#fyndling">Flügel</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="diech" resp="#fyndling">Keulen, Schenkel</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="irdinen hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Tontopf, Steinguttopf</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="betueche" resp="#fyndling">bedeckt</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="drifuoz" resp="#fyndling">Dreifuß (Kochgestell über dem Feuer)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="bradem" resp="#fyndling">Dampf</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="sunder" resp="#fyndling">separat, getrennt</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="sode" resp="#fyndling">Sud, Brühe</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="vilnach trucken" resp="#fyndling">fast trocken (hier: Flüssigkeit stark reduziert)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="gar si gesoten" resp="#fyndling">gar gekocht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="suezze milich" resp="#fyndling">Süße Milch (Vollmilch, nicht sauer)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="totern" resp="#fyndling">Eigelb</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="knobelauches" resp="#fyndling">Knoblauch</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="stoz sie" resp="#fyndling">stoßt sie (zerstoßen, mörsern)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Würze, Sauce</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-042-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">aufwallen, aufkochen lassen</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Trotz des Namens "Apfel-Teigtaschen" ist das kein gefülltes, verschlossenes Gebäck, sondern ein Apfel-Krapfen bzw. -Küchlein: Ein dicker Ei-Mehl-Teig mit untergehobenen Apfelstücken wird löffelweise ausgebacken. Verwandte Gerichte leben bis heute fort - süddeutsch-österreichische Apfelküchle bzw. Apfelkiachl, französische beignets aux pommes, amerikanische apple fritters -, alle nach demselben Prinzip: Apfelstücke im Teig, in Fett gebraten.

Der Schlusssatz enthält eine offene Editionscrux: Unsere Transkription liest "brat den in smaltze oder in butern, fleischtac ist" - also wenn es Fleischtag ist. Eine andere Edition liest an dieser Stelle "ab ez niht fleischtac ist" - also wenn es kein Fleischtag, sondern ein Fasttag ist. Kochtechnisch ändert das nichts: Schmalz und Butter funktionieren beim flachen Ausbacken gleichermaßen, der Unterschied betrifft allein die Fastenregel, nicht die Zubereitung.

Praxis. Schlage aus Eiern und feinem Mehl einen dünnen Teig und verdicke ihn mit fein geriebenem Weißbrot, bis er dick, aber noch löffelbar ist und die Apfelstücke gut hält. Schäle saure Äpfel und schneide sie grob - der Text nennt als Größenmaß Speckwürfel, wie man sie zum Spicken von Hühnern verwendet, also eher rustikale Stücke mit Biss statt feiner Würfel. Hebe die Apfelstücke unter den Teig, forme mit dem Löffel Portionen und backe sie in Schmalz oder Butter aus. Serviere sie warm.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="cluoge spise / kluge spise" resp="#fyndling">Eine 'kluge' oder 'weise' Speise, was im Mittelalter oft eine raffiniert zubereitete oder besonders schmackhafte Speise meinte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="duennen teic" resp="#fyndling">Ein dünner Teig, der hier als Hülle für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="schoenem melwe" resp="#fyndling">Feines, gesiebtes Mehl, oft aus Weizen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="schoenem brote" resp="#fyndling">Feines Brot, vermutlich Weißbrot, das hier zum Verdicken des Teiges verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="ribe daz" resp="#fyndling">Reibe es fein. Bezieht sich hier auf das Brot, das gerieben und dem Teig beigemischt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="sur epfele" resp="#fyndling">Saure Äpfel, die für einen frischen Kontrast zur Süße und zum Fett sorgen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="scharbe sie groeber denne spec vf huenre" resp="#fyndling">Schneide sie gröber als Speck auf Hühnern. Eine bildhafte Größenangabe, die auf relativ große, rustikale Apfelstücke hindeutet, kein Hinweis auf Speck als Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="leufel" resp="#fyndling">Ein Löffel, der zum Füllen und Portionieren des Teiges verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schweineschmalz, ein häufig verwendetes tierisches Fett zum Braten und Kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="butern" resp="#fyndling">Butter, ebenfalls ein gängiges Fett, das auf Fastentagen, an denen Milchprodukte erlaubt waren, eine Alternative zu Schmalz sein konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-043-orig" n="fleischtac / (niht) fleischtac" resp="#fyndling">Fleischtag. Die hier zugrunde liegende Transkription liest 'fleischtac ist' (Fleischtag), eine andere Edition (Bibliotheca Augustana) liest an derselben Stelle 'ab ez niht fleischtac ist' (kein Fleischtag, also Fasttag) - eine offene Editionscrux, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-043-orig" n="brat den in smaltze oder in butern, fleischtac ist" resp="#fyndling">in Schmalz oder Butter braten, wenn es ein Fleischtag ist</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Herzhafte, ausgebackene Käse-Speck-Krapfen - gefüllte Teigtaschen im Schmalz- oder Butterbad, im Geiste verwandt mit kleinen Piroggen oder Empanadas. Im Korpus die engsten Geschwister sind die fast wortgleich betitelten Käse-Ei-Speck-Krapfen m5919-038 (dort direkt in der Pfanne verstrichen statt in Teig gefüllt) und die nach demselben Verfahren gefüllten Krapfen m5919-085 (Käse-Ei-Speck-Füllung zwischen zwei Teigplatten).

Käse mit Ei gebunden. Geriebener Hartkäse, mit Ei zu einer bindigen Masse vermengt - das Ei hält die Füllung beim Garen zusammen, der Käse wird darin weich. Dazu fein zerkleinerter (scharbe) gekochter Speck. Dass der Speck schon gesoten (gekocht) ist, ist wichtig: die kurze Fritierzeit der fertigen Krapfen würde nicht ausreichen, um rohen Speck durchzugaren.

backe heißt frittieren. backe sie in butern oder in smaltze meint nicht Ofenbacken, sondern das Ausbacken in heißem Fett - die übliche Garart für Krapfen. Die Wahl Butter oder Schmalz folgt dem Kirchenkalender (noch der zit): an Fasttagen Butter (erlaubt), sonst Schweineschmalz.

Praxis. Aus 300 g Weizenmehl, 150 ml Wasser oder Milch und einer Prise Salz einen festen, geschmeidigen Teig kneten. Würzigen Hartkäse (Bergkäse, alter Emmentaler) fein reiben, mit den Eiern zu einer nicht zu nassen Masse binden, fein geschnittenen oder gehackten gekochten Speck unterheben. Teig dünn ausrollen, Füllung einlegen, Ränder fest verschließen. In reichlich heißem Fett (Butter oder Schmalz) ausbacken, bis der Teig fest und knusprig ist, und warm servieren. Häufigster Fehler: zu nasse Füllung oder zu weicher Teig - dann platzen die Krapfen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-044-orig" n="scharbe" resp="#fyndling">fein zerkleinern, schaben (mhd. scharben) - der gekochte Speck wird fein zerkleinert, nicht zwingend gewürfelt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-044-orig" n="gesoten spec" resp="#fyndling">gekochter Speck (Bauchspeck) - vorgegart, damit er beim kurzen Ausbacken nicht roh bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-044-orig" n="derben teyc" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#derben-teyc">fester, nicht aufgehender Teig - hält die Füllung und wird knusprig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-044-orig" n="krepfelin" resp="#fyndling">kleine Krapfen, gefüllte und ausgebackene Teigtaschen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-044-orig" n="backe sie in butern oder in smaltze" resp="#fyndling">in Fett ausbacken (frittieren), nicht im Ofen - die übliche Krapfen-Garart.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-044-orig" n="noch der zit" resp="#fyndling">wörtlich 'nach der Zeit' = je nach Kirchenkalender: an Fasttagen Butter, sonst Schmalz.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Kern ist dies eine feine Erbsenpüree-Masse, die mit Ei gebunden, in Butter gegart, ausgekühlt, geschnitten, aufgespießt und mit einem Kräuter-Ei-Überzug versehen wird - am ehesten vergleichbar mit einer festen Erbsen-Krokette am Spieß mit einer dünnen, gestockten Ei-Kräuter-Hülle. Ein fastentaugliches, vegetarisches Gericht, das mit dem fast wortgleichen Rezept bei Meister Eberhard (meb-006) denselben Ablauf teilt.

Praxis. Koche getrocknete oder tiefgekühlte Erbsen weich und streiche sie durch ein Sieb, bis keine Schalenreste mehr stören. Der Text nennt keine feste Mengenangabe für die Eier, sondern nur „so viele Eier dazu, wie die Erbsenmasse ist“ - richte dich nach der Konsistenz: Die Masse soll formbar, aber nicht klebrig-weich sein. Siede sie anschließend in Butter, nicht allzu fett, und lass sie danach vollständig abkühlen, sonst zerfällt sie beim Schneiden und Spießen. Erst wenn die Masse ganz kalt ist, in mundgerechte Stücke schneiden, aufspießen und in Butter gut anbraten. Direkt danach die heißen Spieße mit verquirltem Ei und gehackten Kräutern (der Text nennt nur „krute“, gängig sind z. B. Petersilie, Salbei oder Majoran) übergießen und sofort servieren, solange der Überzug noch warm ist. Wie zuverlässig das dünn aufgetragene Ei auf dem Spieß durchgart, beschreibt der Text selbst nicht - deshalb zügig arbeiten und erst servieren, wenn der Überzug sichtbar fest geworden ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="gerihtlin" resp="#fyndling">Kleines Gericht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="erbeiz" resp="#fyndling">Erbsen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="sip" resp="#fyndling">Sieb</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="butern" resp="#fyndling">Butter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="mursel" resp="#fyndling">Stückchen, Brocken</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="spiz" resp="#fyndling">Spieß</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-045-orig" n="beslahe" resp="#fyndling">überziehen, bedecken</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mittelalterliche Fisch-Galantine: Die Hechthaut wird unversehrt abgezogen, das gegarte Fleisch zu einer gewürzten Farce zerstoßen und wieder in die Haut gefüllt, sodass am Ende ein scheinbar ganzer Fisch auf dem Tisch liegt. Das ist die direkte Vorfahrin der modernen gefüllten Fischterrine und ein klassisches Schaustück der höfischen Tafel. Im Korpus steht es doppelt - dasselbe Rezept erscheint im Buch von guter Speise ein zweites Mal (bgs-036) - und gehört zur Sippe der gefüllten Hechte (bgs-017, mha-194).

Die Haut abziehen. Nach loese im abe die hut von dem bricht der Satz in dieser Fassung ab. Der Paralleltext im selben Werk (bgs-036) liest an dieser Stelle vollständig als gantz - die Haut also ganz, wie einen Strumpf, vom Fleisch trennen, ohne sie zu zerreißen - am leichtesten vom Kopf her, das Fleisch löst sich nach dem Garen ohnehin. Sie ist die Hülle, in die später die Farce zurückkommt.

Die Farce. Nim krut, stoz ez mit dem vische - gegartes, entgrätetes Fischfleisch mit frischen Kräutern zerstoßen, dann mit rohem Ei und Safran binden und färben. Welche Kräuter, sagt der Text nicht; zeittypisch sind Petersilie, Salbei, Majoran. Das rohe Ei zieht beim Nachgaren an und hält die Füllung zusammen.

Das Garen. Der Text nennt für den letzten Schritt nur ein kurzes Rösten. Ob damit nur der Kopf oder der ganze wiederbefüllte Fisch gemeint ist, lässt die Stelle offen - der Paralleltext im selben Werk (bgs-036) röstet an der entsprechenden Stelle den ganzen gefüllten Fisch kurz, ohne den Kopf gesondert zu erwähnen.

Praxis. Den Fisch häuten, die Haut möglichst ganz erhalten, das Fleisch sieden, bis es gar ist, und gründlich entgräten. Mit frischen Kräutern zerstoßen, mit rohem Ei und einer Prise Safran binden und färben. Die Farce locker zurück in die Haut füllen und den ganzen gefüllten Fisch kurz rösten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-046-orig" n="loese im abe die hut von dem" resp="#fyndling">Nach „von dem“ bricht der Satz ab. Der Paralleltext bgs-036 liest hier vollständig „als gantz“ - die Haut ganz, unversehrt ablösen (wie einen Strumpf), damit sie später als Hülle für die Farce dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-046-orig" n="lise vz die grete" resp="#fyndling">Löse die Gräten heraus - der Fisch wird vor dem Stoßen vollständig entgrätet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-046-orig" n="krut" resp="#fyndling">Kräuter allgemein, nicht „Kraut/Kohl“. Welche Sorte, lässt der Text offen; zeittypisch Petersilie, Salbei, Majoran.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-046-orig" n="ro eyer" resp="#fyndling">Rohe Eier - binden die Farce und stocken beim Nachgaren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-046-orig" n="daz haubt, daz roest ein wenic" resp="#fyndling">Der Text nennt eigens das Rösten des Kopfes; ob der übrige, wiederbefüllte Körper ebenso oder anders gegart wird, bleibt offen. Der Paralleltext bgs-036 röstet an der entsprechenden Stelle den ganzen Fisch kurz, ohne den Kopf gesondert zu erwähnen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-046-orig" n="loese im abe die hut von dem / suede in gar schone" resp="#fyndling">Nach „von dem“ bricht der Satz in dieser Fassung ab, es fehlt der Anschluss. Der Paralleltext im selben Werk (bgs-036) liest an dieser Stelle vollständig „als gantz“ - die Haut also ganz, unversehrt ablösen. Dieser Lesart wird hier gefolgt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-046-orig" n="nim krut [stoz] ez mit dem vische / [fülle] die hut des hechdes wider" resp="#fyndling">An zwei Stellen fehlt in der vorliegenden Textfassung ein Verb (das Zerstoßen und das Füllen). Der Paralleltext im selben Werk (bgs-036) überliefert beide Stellen vollständig mit stoz (zerstoße) und fülle - im Kontext einer Farce-Herstellung die einzig schlüssige Lesart, der hier gefolgt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-046-orig" n="daz haubt, daz roest ein wenic" resp="#fyndling">Der Text nennt ausdrücklich das Rösten des Kopfes; ob der übrige, wiederbefüllte Körper ebenfalls geröstet wird oder anders gegart, sagt die Stelle nicht ausdrücklich. Der Paralleltext bgs-036 röstet an der entsprechenden Stelle den ganzen wiederbefüllten Fisch kurz, ohne den Kopf gesondert zu erwähnen - dieser einfacheren Lesart (kurzes Rösten des ganzen Fisches) folgt die Praxis-Anleitung hier.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine fastentaugliche Nachbildung der gebratenen Milch - jenes mittelalterlichen Lieblingsgerichts, bei dem eine feste Milch-Ei-Masse erkaltet, in Stücke geschnitten, auf den Spieß gesteckt und gebraten wird (vgl. m5919-043, m384-060, rfk-020). Hier ersetzen Mandeln und Hirse die Milch, sodass das Ganze in der Fastenzeit erlaubt bleibt. Das gibs hin für gebraten milich am Ende sagt es ausdrücklich: serviere es anstelle von gebratener Milch. Im Ergebnis eine Art gebratener Grießschnitte mit Mandelnote.

Die Masse. Eingeweichte Mandeln, Hirsegrütze, gekochte Eier, etwas geriebenes Weißbrot und Kräuter werden zusammen vermengt, so dick wie möglich, und in der Pfanne gesotten, bis die Masse dick wird. Der Text nennt an dieser Stelle kein eigenes Zerkleinerungsverfahren für die Mandeln - Stoßen, Mahlen oder bloßes Vermengen sind alle denkbar. Das schoenes brot (feines Weißbrot) ist hier zeittypisches Bindemittel, keine Mehlschwitze. Safran färbt die Masse gelb, Butter macht sie reichhaltig - im Text zwei eigene, parallele Verben (gelb machen / fett machen), keine Anleitung zum späteren Anrichten mit Butter.

Spieß und Glasur. Nach dem Erkalten wird die feste Masse zvo murseln (in mundgerechte Brocken) geschnitten, aufgespießt und gebraten, dann mit Ei und frischen Kräutern bestrichen (beslahe ez mit eyern vnd mit guotem krute).

Praxis. Als Startpunkt für die Masse: ~100 g eingeweichte Mandeln, ~100 g Hirsegrütze, 2-3 hartgekochte Eier, eine Scheibe Weißbrot, eine Handvoll Petersilie/Salbei. Alles fein zerkleinern und zu einer sehr festen Paste verarbeiten, in der Pfanne einkochen, bis sie fest wird - der häufigste Fehler ist eine zu weiche Masse, die beim Braten zerfällt. Mit Safran und Butter abschmecken, kalt stellen, in Würfel schneiden, auf Spieße stecken und in Butterschmalz braten. Zum Schluss mit Ei und gehackten Kräutern bestreichen. Lauwarm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-047-orig" n="hirse gruetze" resp="#fyndling">Hirsegrütze - geschrotete Hirse, das Sättigungsgetreide der Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-047-orig" n="schoenes brotes" resp="#fyndling">Feines Weißbrot, hier (gerieben) als zeittypisches Bindemittel, nicht als Mehlschwitze.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-047-orig" n="so du dickes muegest" resp="#fyndling">So dick wie du es vermagst - die Masse soll möglichst fest werden, damit sie sich schneiden und braten lässt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-047-orig" n="snide es zvo murseln" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#murseln">In kleine Brocken/Morsellen schneiden - 'mursel' ist ein Lehnwort (vgl. französisch/italienisch morceau/morsello, 'Bissen/Stück') und im Korpus ein Hapax, nur hier belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-047-orig" n="beslahe ez mit eyern" resp="#fyndling">Mit Ei bestreichen - eine zusätzliche Schicht nach dem Braten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-047-orig" n="gibs hin für gebraten milich" resp="#fyndling">Serviere es anstelle von gebratener Milch - das Gericht ist eine Fasten-Imitation jenes Klassikers.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-047-orig" n="guez ez in ein [pfannen]" resp="#fyndling">Die Giessener Handschrift bricht hier ab; das Wort für das Kochgefäß fehlt. Die Stuttgarter Parallelfassung ergänzt 'Pfanne' - im Kontext des Eindickens schlüssig, dem hier gefolgt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-047-orig" n="[verb] zvo sammene, so du dickes muegest" resp="#fyndling">Vor 'zvo sammene' fehlt in der Giessener Handschrift ebenfalls ein Verb - der Satz bricht nach 'krut,' ab. Die Parallelüberlieferung liest hier ein Wort für 'mahlen/vermengen', dem die Übersetzung 'vermenge' hier folgt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist eine kalte, würzige Essig-Senf-Lake zum Einlegen von Kräutern, Beeren und bereits eingelegtem Gemüse - kein eigenständiges Gericht, sondern eine Würzmarinade zur Vorratshaltung. Die nächste lebendige Verwandtschaft findet sich heute in gewürzten Essig-Suden mit Senfkörnern, wie sie für Senfgurken verwendet werden, sowie strukturell in der englischen Piccalilli-Tradition (Essig, Senfsaat, Gelbfärbung, eingelegtes Gemüse) - unabhängig entstanden, aber demselben Konservierungsprinzip folgend.

Der Senf. "Senf" konnte im 14. Jahrhundert Saat, Mehl oder fertige Paste meinen. Für einen mehrtägigen Einlege-Sud passt Senfsaat am besten: Sie gibt ihre Schärfe langsam an die Lake ab, während sich fertige Paste beim Durchziehen auflösen würde und Mehl den Sud eintrübt.

Suelze - einlegen, nicht Sülze. "In mahtu suelze" meint hier das Verb "sülzen" im Sinn von "einlegen, in Essig konservieren", verwandt mit "salzen" und "pökeln". Sülze als feste Gallerte wäre hier kulinarisch unpassend, sie würde sich im Essigsud auflösen.

Cumpost. Das im Rezept genannte "cumpost" ist bereits eingelegtes, saures Gemüse (Sauerkraut, eingelegte Rüben, Salzgurken) - kein süßes Obstkompott. Es kommt fertig in den Sud, wird also nicht selbst neu angesetzt.

Praxis. Zerstoße Kümmel, Anis und Pfeffer im Mörser und verrühre sie mit dem Weinessig zu einem Sud. Rühre die eingeweichten Safranfäden für die Gelbfärbung ein, dazu etwas Honig und die Senfsaat. In diesen kalten Sud gibst du Petersilie, Beeren oder bereits eingelegtes Gemüse - alles bleibt vollständig von Flüssigkeit bedeckt, während es durchzieht. Eine Kochstelle brauchst du für keinen Schritt.

Sicherheits-Hinweis. Bewahre Sud und Eingelegtes gekühlt auf und verzehre es innerhalb weniger Tage bis maximal zwei Wochen - für unbegrenzte Lagerung bei Raumtemperatur ist die historische Methode nicht ausgelegt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="condimentlin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#condimentlin">Kleines Würzmittel, hier konkret ein Würz-Essig-Sud zum Einlegen anderer Speisen. Diminutiv von 'condiment'.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="kuemel" resp="#fyndling">Kümmel</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="enis" resp="#fyndling">Anis</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="ezzige" resp="#fyndling">Essig (Weinessig im Mittelalter Standard)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="vnd mit … vnd mach ez gel (Textlücke)" resp="#fyndling">Der Originaltext hat hier eine Lücke, eine Zutat vor der Safran-Anweisung fehlt. Eine Parallelüberlieferung ergänzt an dieser Stelle 'honige' (Honig).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="gel" resp="#fyndling">Gelb (gefärbt mit Safran als Statussymbol, teures Gewürz)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran, neben Färbung auch leicht bitter-aromatischer Geschmack</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="senf" resp="#fyndling">Im 14. Jh. konnte 'senf' dreierlei meinen: (1) Senfsaat ganz/geschrotet, (2) Senfmehl, (3) fertige Senfpaste mit Essig angerührt. Bei Pickling-/Würzsuden ist Senfsaat am wahrscheinlichsten, sie setzt Schärfe langsam in die Lake frei (wie heute bei Salzgurken). Senfpaste löste sich beim Einlegen über Tage zu sehr auf.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="in mahtu suelze" resp="#fyndling">Wörtlich 'darin kannst du sülzen', 'sülzen' ist hier wahrscheinlich Verb: einlegen, einsalzen, konservieren in Lake/Essig. Mhd. 'sulzen' ist verwandt mit unserem 'salzen' und meint die Pökel-/Einlege-Konservierung. Anschließend folgt die Liste der Dinge, die man einlegen kann.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="petersielien" resp="#fyndling">Petersilie (das Kraut)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="bern" resp="#fyndling">Beeren (im mittelalterlichen Sprachgebrauch oft Wacholder-, Holunder- oder Schlehbeeren)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-048-orig" n="cumpost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#cumpost">Eingelegtes / fermentiertes Gemüse, Vorform unseres heutigen Sauergemüses (Sauerkraut, eingelegte Rüben, Gurken). Vom lat. 'compositum' (Zusammengelegtes). Hat NICHTS mit dem heutigen süßen 'Kompott' zu tun!</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-048-orig" n="senf" resp="#fyndling">Senfsaat (ganz oder grob geschrotet), passt zum Pickling-Kontext, Körner geben Schärfe langsam in die Lake ab (wie heute Salzgurken).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-048-orig" n="vnd mit … vnd mach ez gel" resp="#fyndling">Textlücke im Originaltext. Eine Parallelüberlieferung des Rezepts (Ausgabe Harsch, Bibliotheca Augustana) ergänzt an dieser Stelle 'vnd mit honige' (Honig), was zur restlichen Würzmischung passt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süß-würzige Reduktionssauce aus Wein und Honigseim, kräftig mit Ingwer, Pfeffer und etwas Knoblauch abgeschmeckt und so weit eingekocht, bis sie zu bräunen beginnt - im Geiste eine mittelalterliche Gastrique, die das Buch von guter Speise ausdrücklich als Winter-Sauce empfiehlt und unter dem Eigennamen Swallenberges salse führt. Sie passt zu kräftigem Braten und Wild.

Honigseim. honicsaum ist nicht Honigwasser, sondern Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim), nicht der industriell erhitzte und gefilterte Flüssighonig des Handels - dieselbe Zutat, die das Buch auch in bgs-002 und bgs-029 verwendet. Er liefert die Süße, die hier gegen die Schärfe von Ingwer und Pfeffer steht.

Mehr Ingwer als Pfeffer. gestozzen ingeber me denne pfeffers, doch niht al zvo vil gibt das Würzverhältnis vor: Ingwer führt, aber nicht zu viel, Pfeffer unterstützt nur; dazu kommt - nach der Stuttgarter Parallelfassung - etwas Knoblauch.

Rühren mit dem Stab. Der Text schreibt beim Einkochen ausdrücklich vor, mit schinen zu rühren - einer Holzschiene oder einem Rührspatel, wie das Wort auch anderswo im Buch verwendet wird (bgs-020, bgs-038, bgs-040). Die Stuttgarter Parallelfassung liest an dieser Stelle eyer schinen statt nur schinen - ein Unterschied zwischen beiden Handschriften, dessen genaue Bedeutung offenbleibt.

brinnen = bräunen, nicht anbrennen. laz ez sieden, biz daz ez brinnen beginne meint das Einkochen, bis die Sauce dunkler wird und der Honig karamellige Noten entwickelt - der Punkt der gewünschten Konzentration, nicht das Verbrennen.

Praxis. Etwa 250 ml Rotwein mit 2-3 EL Honigseim aufsetzen, ein daumengroßes Stück fein gestoßenen Ingwer, eine gute Prise Pfeffer und ein bis zwei zerdrückte Knoblauchzehen zugeben. Bei mittlerer Hitze einkochen, dabei mit einem Holzlöffel oder Stab rühren, damit nichts anbrennt, bis die Sauce sirupartig wird und am Boden leicht zu bräunen beginnt. Warm reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="honicsaum" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#honicsaum">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim) - nicht Honigwasser und nicht Met. Dieselbe Zutat wie in bgs-002 und bgs-029.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="ingeber me denne pfeffers" resp="#fyndling">Mehr Ingwer als Pfeffer - der Text gibt das Würzverhältnis vor: Ingwer führt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="ruerez mit schinen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Rühre es mit einer Holzschiene bzw. einem Rührspatel um - so verwendet das Korpus schinen durchgängig (bgs-020, bgs-038, bgs-040). Die Stuttgarter Parallelfassung liest hier eyer schinen statt nur schinen - ein Unterschied zur Giessener Fassung, dessen genaue Bedeutung ungeklärt bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="brinnen beginne" resp="#fyndling">Zu bräunen beginnen - gemeint ist das Einkochen, bis die Sauce dunkelt und der Honig karamellisiert, nicht das Anbrennen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-049-orig" n="in kaldem wetere" resp="#fyndling">Bei kaltem Wetter - die Sauce wird ausdrücklich als Winter-/Kaltwetter-Sauce empfohlen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-049-orig" n="honicsaum" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#honicsaum">Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (DWDS: mhd. honecseim). Im Buch von guter Speise dieselbe Zutat wie in bgs-002 und bgs-029; eine Lesart als 'Honigwasser' oder 'Met' ist damit ausgeschlossen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-049-orig" n="knobelauch (nur Stuttgarter Fassung)" resp="#fyndling">Die Giessener Handschrift nennt keinen Knoblauch, die Stuttgarter Parallelfassung schon. Da Knoblauch zur kräftigen, winterlichen Würzung gut passt, wird er aufgenommen; eine knoblauchlose Variante bleibt damit eine echte Überlieferungs-Alternative.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-049-orig" n="ruerez mit schinen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schinen">Rühre es mit einer Holzschiene bzw. einem Rührspatel um - so verwendet das Korpus schinen durchgängig (bgs-020, bgs-038, bgs-040).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zusammengesetztes Geflügelgericht: Gebratenes Huhn, in Schmalz geröstete Semmelwürfel und gebratene Birnen werden auf ein großes, dünnes Eierblatt - ein Omelett, das die ganze Pfanne füllt - gelegt, eingeschlagen, gestürzt und mit einem süß-würzigen Wein-Honig-Sud begossen. Die nächste lebende Verwandtschaft ist die gefüllte Omelette-Roulade: eine dünne Eihülle umschließt eine herzhafte Füllung - hier zusätzlich mit dem Kniff, dass der Sud erst nach dem Stürzen durch eingeschnittene Öffnungen eingegossen wird. Es ist die Schwesterzubereitung zu bgs-051 (Hühner von Kriechen), die direkt daneben im Buch steht und dieselbe Eierblatt-Stürz-Technik nutzt.

Das blat von eiern. mache ein blat von fünf eyern - fünf Eier werden in der Pfanne zu einem dünnen, pfannenfüllenden Eierblatt gestockt, das als Hülle für die Füllung dient.

Das condiment. Der Wein-Honig-Sud mit Pfeffer und Anis ist der Geschmacksträger - süß-würzig, kein dicker Sirup. Die Giessener Handschrift ist an dieser und mehreren weiteren Stellen lückenhaft (u.a. Semmel-Bezeichnung, das Wort 'condiment', 'anis' sowie 'hühner' im Schlusssatz); die Ergänzungen folgen hier durchgehend der Stuttgarter Parallelfassung. Der Sud wird erst nach dem Stürzen durch eingeschnittene Öffnungen ins Innere gegossen, beguez daz blat niht: die Hülle selbst bleibt trocken.

Praxis. Das Huhn braten, in mundgerechte Bissen schneiden, wie für einen Brotbrei, und dann klein zerteilen. Semmelwürfel in Schmalz rösten, sechs Birnen braten. Fünf Eier in der Pfanne zu einem dünnen Eierblatt schlagen. Huhn, Semmel und Birnen getrennt darauflegen, das Eierblatt zusammenlegen, eine Schüssel darüberdecken und die Pfanne umkehren. Wein und Honig erhitzen, Pfeffer und Anis einreiben. Oben durch das Blatt einschneiden, den Sud hineingießen, das Blatt selbst nicht begießen, und warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-050-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">Eierblatt - ein großes, dünnes Omelett, das als Hülle für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-050-orig" n="als zvo einem brut muse" resp="#fyndling">Wie für einen Brotbrei - die Stücke sollen so klein zerteilt werden wie für ein Mus. Aus der Stuttgarter Parallelfassung ergänzt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-050-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Würzsud aus Wein und Honig mit Gewürzen - hier Pfeffer und Anis (aus der Stuttgarter Fassung ergänzt).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-050-orig" n="kere die pfannen vemme" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">Kehre die Pfanne um - das gefüllte Eierblatt wird durch Umstürzen aus der Pfanne auf die Schüssel gebracht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-050-orig" n="beguez daz blat niht" resp="#fyndling">Begieße das Blatt nicht - der Sud kommt durch eingeschnittene Öffnungen nur ins Innere, die Hülle bleibt trocken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-050-orig" n="von Rinkanwe" resp="#fyndling">Eigenname des Gerichts, vermutlich nach einem Ort oder einer Person - nicht weiter überliefert. Die Giessener Handschrift schreibt 'Rinkauwe', die Parallelüberlieferung 'Rinkanwe' - eine Schreibvariante desselben Namens.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-050-orig" n="vemme sniten / mache ein [condiment] / wuertze ... [anis] / diz heizzent [hühner] von Rinkanwe" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">Die Giessener Handschrift ist an mehreren Stellen lückenhaft (u.a. die Bezeichnung der Semmelscheiben, der Begriff 'condiment', das Gewürz Anis sowie das Wort 'hühner' im Schlusssatz). Alle Lücken werden hier sinngemäß nach der Stuttgarter Parallelfassung ergänzt, die inhaltlich mit dem übrigen Rezepttext übereinstimmt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine geschichtete Festspeise, die statt eines Teigmantels ein großes Eierblatt - ein die ganze Pfanne füllendes Omelett - als Hülle nutzt: In Speck gebratenes Huhn, in Schmalz gebackene Arme Ritter (in Ei getränktes Brot) und angebratene Apfelscheiben werden geschichtet, eingeschlagen, gestürzt und mit einem Wein-Honig-Sud begossen. Es ist die Schwesterzubereitung zu bgs-050 (Hühner von Rinkanwe), die nebenan im Buch steht und dieselbe Eierblatt-Stürz-Technik verwendet; ein nahezu identisches Verfahren findet sich auch in der Cgm-5919-Handschrift (m5919-101), wo Geflügel und Äpfel ebenfalls in einem Eierblatt eingeschlossen und durch ein Loch mit Gewürzhonig übergossen werden. Der Name armeritlere (Arme Ritter) ist im Text bereits als eigenständiges Wort belegt - ein früher Namensträger der heutigen Frühstücksspeise.

spec gewuelt. Das Huhn wird in spec gewuelt - in Speck gewickelt - gebraten; der Speck gibt Fett und Würze ab und hält das Fleisch saftig.

Das groz blat. ein groz blat von eiern, pfannen alle begrife - ein Eierblatt, das den ganzen Pfannenboden bedeckt und groß und flexibel genug ist, um über die Schichten geschlagen und gestürzt zu werden. Es darf nicht zu fest oder dunkel braten, sonst reißt es beim Falten.

Die Lücke bei jeder Schicht. Nach den Worten tuo vf ieglich schiht ein hat die Handschrift eine kurze Lücke. Der Vergleich mit einer Parallelüberlieferung stützt hier die Lesart, dass auf jede Schicht ein wenig Gewürz gegeben wird - passend dazu, dass auch das Eierblatt selbst schon gewürzt wird.

huenre von Kriechen. Der Name huenre von Kriechen (Hühner aus Griechenland) ist eine Prunk-Floskel für ein besonders feines, exquisites Gericht - keine Herkunftsangabe.

Praxis. Das in Speck gewickelte Huhn garbraten, in mundgerechte Stücke zerteilen. Aus altbackenem Weißbrot Arme Ritter backen (8-10 Scheiben in 2 Eiern getränkt, in Schmalz goldbraun). Äpfel in Scheiben schneiden, entkernen, kurz anbraten. 4-6 Eier mit Salz und einer zeittypischen Würzmischung (Pfeffer, Ingwer, Muskat) verquirlen und ein großes, dünnes Eierblatt braten. Pfanne damit auslegen, Äpfel, Arme Ritter und Huhn schichten, dabei jede Schicht mit ein wenig Gewürz bestreuen, das Blatt darüberklappen, Teller aufdecken, stürzen. Für den Sud Weißwein mit Honig und Gewürzen erwärmen, nicht zu heiß. Oben ein Fenster einschneiden, den Sud hineingießen und anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-051-orig" n="spec gewuelt" resp="#fyndling">In Speck gewickelt gebraten - der Speck gibt Fett ab und hält das Huhn saftig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-051-orig" n="armeritlere" resp="#fyndling">Arme Ritter - in Ei getränktes und in Schmalz gebackenes Brot, der Vorfahr des heutigen Gerichts.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-051-orig" n="groz blat von eiern" resp="#fyndling">Großes Eierblatt - ein die ganze Pfanne füllendes, dünnes Omelett, das als Hülle dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-051-orig" n="stuertze schuezzeln dor vf vnd kere die pfannen vemme" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">Eine Schüssel darüberstürzen und die Pfanne umkehren - so wird das geschichtete Gericht aus der Pfanne gebracht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-051-orig" n="venster" resp="#fyndling">Fenster - Öffnungen, die oben ins Eierblatt geschnitten werden, um den Sud einzugießen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-051-orig" n="huenre von Kriechen" resp="#fyndling">Hühner aus Griechenland - eine Prunk-Floskel für ein besonders feines, exquisites Gericht, keine Herkunftsangabe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-051-orig" n="dor noch das sol cleine gelidet sin" resp="#fyndling">Die Giessener Handschrift hat hier eine Lücke; aus dem Kontext ergibt sich, dass das gebratene Huhn zerteilt und auf die Schichten gelegt wird. Dieser Lesart wird gefolgt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-051-orig" n="tuo vf ieglich schiht ein" resp="#fyndling">Die Handschrift hat auch hier eine unmarkierte Lücke. Der Vergleich mit einer Parallelüberlieferung stützt die Lesart 'ein wenig Gewürz' anstelle eines unbestimmten Gegenstands.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gefüllter Eier-/Käsekuchen: Ein dünner Eierboden ("blat von eyern") wird in Butter in die Pfanne gelegt, mit einer Füllung aus weich gekochten Eiern, angebratener Petersilie, Käse und Brot belegt und ausschließlich mit Oberhitze fertig gebacken, ohne zu wenden. Die nächsten lebenden Verwandten sind eine Frittata oder ein großes, gefülltes Omelett - vergleichbar auch mit einer offenen Quiche, weil ein Eierboden eine feste Füllung trägt und die Garung über Hitze statt über Wenden erfolgt.

Die Eier für die Füllung werden nur weich gekocht ("tueftele eyer weich"), sodass das Eigelb noch schlotzig bleibt - das dient als Bindemittel und macht die Füllung cremig, statt sie beim späteren Nachgaren trocken werden zu lassen.

Praxis. Hacke die Petersilie und brate sie kurz in Butter an - das setzt ihr Aroma frei. Koche die Eier weich und menge sie mit der Petersilie. Reibe Käse und Brot hinein: Der Käse dient als schmelzendes Bindemittel und für Geschmack, das Brot bindet Feuchtigkeit - eine zeittypische Bindetechnik ohne Mehl. Gieße Butter in die Pfanne und gib die dünne Eierschicht hinein, lege die Füllung darauf und gib Feuer von oben (Glut auf einem Deckel) dazu, bis alles durchgebacken ist. Der Fladen wird dabei nicht gewendet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-052-orig" n="koecherye" resp="#fyndling">Gericht, Gekochtes (zu mhd. kochen).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-052-orig" n="glich vil" resp="#fyndling">gleich viel - der Vergleichspunkt (etwa ein zweites Kraut) ist im vorliegenden Text nicht genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-052-orig" n="tueftele eyer weich" resp="#fyndling">koche die Eier weich (sodass das Eigelb noch schlotzig ist) - das hält die Füllung später saftig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-052-orig" n="blat von eyern" resp="#fyndling">eine dünne Schicht aus Eiern, wie ein dünnes Omelett oder ein Crêpe, die als Boden für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-052-orig" n="gib im fiuer oben vf" resp="#fyndling">gib ihm Feuer von oben - der Kuchen wird nicht gewendet, sondern mit Oberhitze (Glut auf dem Deckel) fertig gebacken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-052-orig" n="ruzzige kuechin" resp="#fyndling">rußige Küchlein (Plural) - Bezug auf die Schwärzung durch die im Rezept beschriebene Oberhitze, nicht 'rustikal' im modernen Sinn.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-052-orig" n="tueftele eyer weich daz zvo sammene" resp="#fyndling">Die Eier werden weich gekocht und anschließend mit der angebratenen Petersilie zusammengemengt ('daz zvo sammene' = das zusammen).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-052-orig" n="petersylien glich vil" resp="#fyndling">Petersilie wird 'gleich viel' verwendet - vermutlich im Verhältnis zu einer zweiten, im vorliegenden Text nicht genannten Zutat.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gar keines - dies ist ein Scherz-Eintrag, kein Kochrezept. Das Buch von guter Speise listet hier mit ernster Miene lauter unmögliche Zutaten auf - Mückenfüße, Finkenzungen, Meisenbeine, Froschkehlen - und verspricht, wer sich daran halte, lebe lange on sorgen. Solche kulinarischen Schelmenstücke sind in mittelalterlichen Sammlungen nicht selten; sie parodieren die Aufschneiderei von Köchen, die vorgeben, alles zubereiten zu können.

Die Pointe. Der Witz liegt in der Unmöglichkeit: Niemand sammelt Mückenfüße oder Froschkehlen. Wer es ernsthaft versuchte, wäre für immer beschäftigt - und genau das ist gemeint mit dem Leben ohne Sorgen: man kommt nie dazu, sich um etwas anderes zu kümmern.

Praxis. Es gibt keine - der Eintrag gehört in die Sammlung als Augenzwinkern, nicht in den Topf.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-053-orig" n="lecker koestelin" resp="#fyndling">Ein feiner kleiner Leckerbissen (Verkleinerung von 'Kost') - hier ironisch gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-053-orig" n="zvom iuengesten" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#zvom-iuengesten">Zuletzt, schließlich (mhd. 'ze jungest', vgl. Lexer/Grimm) - ein zeitliches Adverb, keine Reihenfolgeangabe im Sinne von 'zuerst'.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-053-orig" n="magin" resp="#fyndling">Magen (im vorliegenden Transkript ohne Tierbezug); eine andere Überlieferung des Textes liest an dieser Stelle 'von stichellinges magin' (Magen eines Stichlings, eines kleinen Stachelfisches) - passend zum Muster der übrigen vier Zutaten, die jeweils einem winzigen Tier zugeordnet sind.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-053-orig" n="lovinken zvngen" resp="#fyndling">Finkenzungen (mhd. lovinke = Finkenart) - eine bewusst absurde, unbeschaffbare Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-053-orig" n="froesche an der keln" resp="#fyndling">Frösche an der Kehle, also Froschkehlen - ebenfalls als Scherz-Zutat gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-053-orig" n="lange on sorgen leben" resp="#fyndling">Lange ohne Sorgen leben - die ironische Pointe: wer diese Zutaten zu sammeln versucht, ist auf ewig beschäftigt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-054-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist kein Kochrezept, sondern ein mittelalterlicher Küchenscherz in Reimform - ein Rätselgedicht, das die Form eines Rezepts für Unsinn und Wortwitz nutzt. Im Buch von guter Speise steht es unmittelbar nach einem sehr ähnlich aufgebauten Scherzrezept, mit dem es sogar wörtlich die Zutat mucken fuozze (Mückenfüße) teilt; beide bilden gemeinsam den Abschluss des ersten Sammlungsteils. Die realen Zutaten der Aufzählung - Brombeeren, Erdbeeren, Weinlaub, Liebstöckel, Minze - würden für sich genommen zu einem Beeren-Kräuter-Mus passen; hier werden sie bewusst mit unmöglichen Fantasiezutaten gemischt, damit der Scherz funktioniert.

Die unmögliche Zutat ‚Sydelblut‘. Der Begriff sydeln sweyz lässt sich nicht sicher deuten. 'sweyz' meint dabei nicht Schweiß, sondern in der mittelhochdeutschen Jägersprache Blut des erlegten Wilds (vgl. nhd. „Schweißhund“). Wer oder was mit 'sydel' gemeint ist, bleibt offen - die verbreitete Lesart ‚Sumpfbinse‘ ist als Pflanzenname nicht belegt, die einschlägige mittelhochdeutsche Lexik führt den Wortstamm eher auf sedel (Sitz, Wohnstatt) zurück. Sicher ist nur die Funktion: wie kiselinges smaltz, stigelitzes versen und mucken fuozze benennt die Zeile etwas Unmögliches, keine reale Zutat.

Praxis. Nachkochen lässt sich hier nichts - es gibt weder Mengenangaben noch eine Zubereitungsreihenfolge, weder Hitze noch Bindung. Die real vorkommenden Zutaten (Brombeeren, Erdbeeren, Weinlaub, Liebstöckel, Minze) liest man am besten als Anspielung auf ein echtes Beeren-Kräuter-Mus, nicht als Einkaufsliste. Wer den Scherz vortragen will, braucht nur den Reim - ein Kochtopf bleibt kalt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="sydeln sweyz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sydeln-sweyz">Wörtlich ‚Blut des/der Sydel‘ - nicht ‚Schweiß‘: 'sweiz' meint in der mittelhochdeutschen Jägersprache das Blut des erlegten Wilds (vgl. Grimm: „der bluotec sweiz“, Parzival 387,24; daher auch nhd. „Schweißhund“). Die verbreitete Deutung ‚Schweiß der Sumpfbinse‘ ist zudem als Pflanzenname nicht belegt: Die einschlägige mittelhochdeutsche Lexik (MHDBDB) führt den Wortstamm ‚sydel/sedel‘ vorrangig auf ‚Sitz, Wohnstatt‘ zurück. Die Identität von ‚sydel‘ bleibt ein ungeklärtes Hapax - in jedem Fall eine Scherzzutat (Blut von etwas Unklarem/Unmöglichem), die für ‚nichts‘ oder Unmögliches steht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="kiselinges smaltz" resp="#fyndling">Wörtlich 'Kieslingsschmalz', eine weitere Scherzzutat, die auf die Unmöglichkeit der Beschaffung hinweist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="hueffehaltz" resp="#fyndling">Hüftlahm, hüftgelähmt - eine Behinderung, keine bloße Steifheit.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="bresteling" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bresteling">Erdbeeren (alemannisch Bräschtling/Brestling) - hier neben Brombeeren (bromber) genannt, die eine 'normale' Zeile in diesem Scherzrezept. Nicht Preiselbeeren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="wingart laup" resp="#fyndling">Weinlaub, Blätter des Weinstocks.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="binzen" resp="#fyndling">Binsen, eine Sumpfpflanze, die nicht essbar ist; hier eine Scherzzutat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="stigelitzes versen" resp="#fyndling">Wörtlich 'Fersen des Stieglitz' (mhd. 'verse' = Ferse, nicht zu verwechseln mit nhd. 'Vers'). Stieglitz (Distelfink) ist als 'carduelis' belegt - Fersen als Speisezutat sind natürlich unmöglich.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="mucken fuozze" resp="#fyndling">Wörtlich 'Mückenfüße', eine unmögliche Scherzzutat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="furtze" resp="#fyndling">Fürze, Blähungen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="spigerihtelin" resp="#fyndling">Kleines Speisegericht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-054-orig" n="wanne" resp="#fyndling">Sieht wie temporales 'wann/wenn' aus, steht hier aber kausal für 'denn/weil' ('wanne ez ist ein guot geriht' = 'denn es ist ein gutes Gericht').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-054-orig" n="sydeln sweyz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sydeln-sweyz">'sweyz' = Blut (mhd. Jägersprache, vgl. Grimm „der bluotec sweiz“, Parzival 387,24; nhd. „Schweißhund“), nicht Schweiß im Sinne von Perspiration. 'sydel' bleibt unklar - MHDBDB führt den Wortstamm eher auf 'sedel' (Sitz, Wohnstatt) zurück als auf einen Pflanzennamen wie 'Sumpfbinse'. Als Ganzes eine Scherzzutat ('Blut von etwas Unklarem/Unmöglichem'), die für 'nichts' oder etwas nicht Beschaffbares steht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-055-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein muos - ein gebundenes Fischgericht: Ein essiggebeizter Barsch wird in eine mit Reismehl gebundene Mandelmilch gegeben und einmal aufgewallt. Im Ergebnis ein frühes Fisch-Frikassee in cremig-säuerlicher Sauce. Der Name ein gebacken muos meint hier vermutlich eine feststehende Bezeichnung für das fertige, gebundene Gericht; gebacken im Ofen wird nichts - der einzige Garschritt ist das Erwärmen am Feuer.

gebeizt in ezzig. solt du nemen einen bersich gebeizt in ezzig - der Barsch ist schon vorab in Essig eingelegt (konserviert oder mariniert); das Beizen ist nicht Teil dieses Rezepts, sondern Voraussetzung. Er bringt seine eigene Säure mit.

ris mele als Bindung. Reismehl bindet die Mandelmilch sämig - ein zeittypisches Bindemittel neben Brot und Mandeln, lange vor der Mehlschwitze. Laut Text ist diese Bindung bereits fertig vorbereitet (die do si ... gemachet), etwas Schmalz gibt zusätzlich Schmelz.

erwellet, nicht gekocht. mit erwellet heißt: einmal aufwallen lassen, nicht stark durchkochen - sonst wird der Fisch trocken und die gebeizte Milch kann gerinnen.

Praxis. Reismehl (ca. 25 g) vorab gut mit der Mandelmilch (500 ml) verrühren und mit einem Löffel Schmalz (ca. 20 g) versetzen - das entspricht dem im Text bereits fertig vorbereiteten Zustand. Den essiggebeizten Barsch (ca. 500 g) in diese fertige Reismilch geben und einmal aufwallen lassen. Sehr zurückhaltend salzen - der gebeizte Fisch ist schon würzig, und das Rezept warnt ausdrücklich vor dem Übersalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="muos" resp="#fyndling">Ein gebundenes Gericht, oft brei- oder eintopfartig - hier ein gebundenes Fischmus, kein Ofengebäck.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="gebacken muos" resp="#fyndling">Vermutlich eine feststehende Bezeichnung für das fertige, gebundene Mus - keine Back-Anweisung. Im Rezept wird nichts im Ofen gebacken, der einzige Garschritt ist das Erwärmen am Feuer. Das Schwesterrezept meb-009 hat an gleicher Stelle 'gebraten muß', ebenfalls ohne tatsächliches Braten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="bersich" resp="#fyndling">Die hier zugrundeliegende Transkription bricht nach 'nemen' ab, ohne die Fischart zu nennen. Eine zweite Edition derselben Handschrift ergänzt an dieser Stelle 'einen bersich' - Barsch (vgl. Lexer, Fischer, Idiotikon, Grimm).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="gebeizt in ezzig" resp="#fyndling">In Essig gebeizt - der Fisch, ein Barsch, ist bereits vorab eingelegt; das Beizen ist Voraussetzung, nicht Teil des Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="milich, die do si gemachet" resp="#fyndling">Die hier zugrundeliegende Transkription bricht an dieser Stelle unvollständig ab; eine zweite Edition derselben Handschrift überliefert vollständiger 'von mandel gemachet' - also Mandelmilch statt gewöhnlicher Milch, passend zur Fastenspeise (vgl. Zwilling meb-009, ebenfalls Mandelmilch).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="ris mele" resp="#fyndling">Reismehl - zeittypisches Bindemittel für die Sauce, lange vor der Mehlschwitze.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="erwellet" resp="#fyndling">Aufwallen lassen, erwärmen - nicht stark durchkochen, sonst trocknet der Fisch und die Milch kann gerinnen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-055-orig" n="versaltz" resp="#fyndling">Wörtlich 'übersalzen'. Der Text bricht hier ab; eine zweite Edition derselben Handschrift schließt den Satz vollständig mit 'versaltz niht' (versalze es nicht) - eine Warnung vor zu starkem Salzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-055-orig" n="gebeizt in ezzig" resp="#fyndling">Der Fisch ist bereits gebeizt - die Formulierung solt du nemen gebeizt bezeichnet eine Zutatenauswahl (nimm gebeizten Fisch), nicht eine Beiz-Anweisung im Rezept selbst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-055-orig" n="vnd versaltz" resp="#fyndling">Eine Warnung vor dem Übersalzen. Der Satz bricht in der Handschrift ab; da eine Aufforderung zum Übersalzen sinnlos wäre, ist die Verneinung ('versalze es nicht') die schlüssige Lesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-056-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackener herzhafter Fladen mit Fischfüllung - im Grunde eine frühe Quiche oder ein offener pie ohne Eier. Statt Sahne bindet eine sehr dicke Mandelmilch mit Reismehl, dazu kommt gewürfelter Apfel für Süße und Säure. Die direkt folgende Schwesterfassung im selben Buch (Rezept 57) macht fast denselben Fladen ausdrücklich als Fastenspeise; anders als dort wird der Fisch hier aber roh in die Mandelmilch gegeben statt vorher gebraten - ein kleiner, aber echter Unterschied zwischen den beiden Fassungen.

Das Wort smaltz heißt wörtlich Schmalz, also tierisches Fett. In einem Fastengericht wäre das verboten gewesen, weshalb hier ein erlaubtes Fett - Butter oder Pflanzenöl - gemeint sein dürfte. Anders als Rezept 57 nennt dieser Text aber kein vasten ausdrücklich, sodass bei einer nicht-fastenzeitlichen Lesart auch echtes Schmalz denkbar bleibt.

Das blat von teyge gemacht ist ein ausgerollter Teigboden - ein flaches Teigblatt, auf das der Belag gestrichen wird, kein Deckel darüber. Der mittelalterliche Fladen ist offen.

Praxis. Fisch (Hecht oder Barsch, ersatzweise Kabeljau) in kleine Würfel oder Stücke schneiden, etwa 200-250 g Filet - der Text gart ihn nicht vor, sondern gibt ihn roh in die Mandelmilch, wo er beim Backen mit gart. Die Mandelmilch muss deutlich dicker sein als Trinkmilch; 1-2 EL Reismehl untermengen, das bindet zusätzlich und lässt die Masse beim Backen stocken. Einen mittelgroßen Apfel fein würfeln, mit einem erlaubten Fett (oder, außerhalb der Fastenzeit, echtem Schmalz) und einer Prise Gewürzmischung nach Wahl untermengen. Auf einen ausgerollten Mürbe- oder Blätterteigboden streichen und im Ofen backen, bis Füllung und Fisch durchgegart sind.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-056-orig" n="fladen" resp="#fyndling">Fladen, ein offener Teigboden mit Belag - frühe Form von Quiche oder Tarte, kein süßer Kuchen</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-056-orig" n="dicken mandelmilch" resp="#fyndling">Mandelmilch, hier ausdrücklich dick - stark eingekocht als sämiges Bindemittel; gängiger Milchersatz in der Fastenzeit</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-056-orig" n="smaltzes" resp="#fyndling">wörtlich Schmalz (tierisches Fett); im Kontext der Mandelmilch (Fasten) eher ein erlaubtes Fett wie Butter oder Pflanzenöl - siehe interpretive_choices</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-056-orig" n="gewuertz gebreit" resp="#fyndling">gebreit = ausgebreitet/verstrichen (zu mhd. breiten); das Gewürz wird in die Masse gemengt, bevor die gesamte, bereits gewürzte Mischung auf das Teigblatt gestrichen wird - keine nachträglich aufgestreute Prise. Kein fester Mengenanteil angegeben.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-056-orig" n="blat von teyge gemacht" resp="#fyndling">ein aus Teig geformtes Blatt, also ein flach ausgerollter Teigboden als Unterlage für den Belag</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-056-orig" n="smaltzes" resp="#fyndling">Butter oder Pflanzenöl - die Mandelmilch deutet auf einen fleischlosen (Fasten-)Kontext, in dem tierisches Schmalz verboten war; die Schwesterfassung Rezept 57 liest smaltz ebenso als erlaubtes Fett.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-057-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackener herzhafter Fischfladen für die Fastenzeit - im Grunde eine frühe offene Pastete oder Quiche ohne Eier und ohne Milchprodukte. Der Fisch wird zuerst gebraten, dann mit einer sehr dicken, reismehlgebundenen Mandelmilch zu einer Füllung vermengt und auf einem Teigblatt gebacken. Die direkt vorausgehende Schwesterfassung bgs-056 macht fast denselben Fladen (Hecht oder Barsch, dicke Mandelmilch, Apfel, in den Ofen) - bgs-057 ist die ausdrücklich als Fastenspeise benannte Variante.

smaltz im Fastenkontext. smaltz heißt wörtlich Schmalz, also tierisches Fett. In einem vasten gerete (Fastengericht) sind tierische Fette aber verboten; gemeint ist hier pflanzliches Öl (Oliven-, Nuss- oder Mohnöl). Dieselbe Mehrdeutigkeit zieht sich durch das ganze Buch: dasselbe Wort meint Schmalz oder Öl, je nachdem, ob das Rezept für Fleisch- oder Fastentage gedacht ist.

Die dicke Mandelmilch mit Reismehl ist die Fasten-Bindung schlechthin: sie ersetzt Sahne und Ei. Das Reismehl dickt die Mandelmilch zu einer sämigen Sauce, die den gebratenen Fisch zusammenhält, damit die Füllung nicht wässrig auf dem Teig zerläuft.

Praxis. Etwa 500 g festen weißen Fisch (Kabeljau, Hecht, Barsch) in Öl braten. Für die Füllung 2-3 EL Reismehl mit 250 ml Mandelmilch zu einer dicken, sämigen Masse verrühren. Den Fisch mit der Sauce, etwas mehr Öl und einer zeittypischen Gewürzmischung (Pfeffer, Ingwer, etwas Muskat, ein Hauch Safran) vermengen, zurückhaltend salzen - das Rezept warnt ausdrücklich: versaltz niht. Auf einen ausgerollten Mürbeteigboden geben und im Ofen backen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-057-orig" n="vasten gerete" resp="#fyndling">Fastengericht, Speise für die Fastenzeit - ohne Fleisch, Eier oder tierische Milchprodukte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-057-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Wörtlich Schmalz (tierisches Fett); im Fastenkontext hier pflanzliches Öl, da tierische Fette in der Fastenzeit verboten waren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-057-orig" n="vische backes" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vische-backes">Verschmelzung aus Imperativ „back" und angehängtem Pronomen „-es" (= „back es", brate es) - keine eigene Vokabel, sondern kurz für „nimm Fisch und brate ihn".</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-057-orig" n="dicke mandelmilch ... gemenget mit ris mele" resp="#fyndling">Sehr dicke Mandelmilch, mit Reismehl zur sämigen Sauce gebunden - die fastenkonforme Bindung, die Sahne und Ei ersetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-057-orig" n="blat von teyge" resp="#fyndling">Ausgerolltes Teigblatt als Boden für den Fladen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-057-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">Versalze es nicht - eine im Buch wiederkehrende Mahnung zur Salzdosierung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-058-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Füllung für Fastenkrapfen, keine eigenständige Speise: Hechtdärme, ebenso viel Apfel, Mandelmilch und etwas Reismehl werden vermengt - daz ist guot zvo gefuelten krapfen, 'das ist gut für gefüllte Krapfen'. Sie gehört in die Reihe der Krapfen-Füllungen des Buoch von guoter Spise (bgs-058 bis -061), die teils herzhaft (Fischinnereien), teils süß (Nüsse, Äpfel, Honig) sind. Die süß-säuerliche Kombination von Innereien mit Apfel zeigt die mittelalterliche Lust an der Verwertung aller Teile und am Mischen der Geschmacksrichtungen.

hechde darmen - Hechtdärme. Wörtlich die Därme/Innereien vom Hecht. Als Fastenspeise ist Fisch (anders als Fleisch) erlaubt, und die Mandelmilch ersetzt die in der Fastenzeit verbotene Kuhmilch. Innereien zu verwerten war Norm; für heutige Küchen ist die Zutat allerdings ein dokumentarisches Kuriosum - frische Hechtdärme sind kaum zu bekommen und in der Handhabung heikel.

also vil epfele, als der vische - eine Mengenformel. Also vil = 'etwa gleich viel' ist im Buch die übliche Formel für ungefähre Mengenangaben. Gemeint ist ungefähr gleich viel Apfel wie Fisch, kein exaktes Abwiegen.

Praxis. Wer die historische Zutat nachstellen will, muss die Hechtdärme sauber spülen und von allen Resten befreien. Realistischer ist der Ersatz durch festes Hechtfilet (oder anderen festen Weißfisch), das den herzhaften Charakter erhält, ohne den Aufwand. Etwa gleich viel säuerlichen Apfel fein würfeln und mit ca. 100 ml Mandelmilch und 1-2 EL Reismehl zu einer streichfähigen, nicht zu flüssigen Masse binden (das Reismehl hält die Füllung zusammen). Der Text selbst endet bei dieser Füllung und beschreibt weder Teig noch Ausbackart - für gefüllte Krapfen bietet sich, wie bei den benachbarten Rezepten der Reihe, das Füllen in einen Teig und Ausbacken im Fett an.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-058-orig" n="vasten krapfen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vasten-krapfen">Ein Krapfen für die Fastenzeit - ohne Fleisch (Fisch ist erlaubt), Eier oder tierische Milch, daher Mandelmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-058-orig" n="hechde darmen" resp="#fyndling">Hechtdärme/-innereien - im Korpus ein Hapax (nur hier belegt), sprachlich aber eindeutig. In der mittelalterlichen Küche als Füllung verwertet; heute eine schwer zu beschaffende, dokumentarische Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-058-orig" n="also vil epfele, als der vische" resp="#fyndling">Mengenformel also vil = 'etwa gleich viel': ungefähr gleich viel Apfel wie Fisch (mhd. vische meint wörtlich Fisch, nicht die Innereien) - kein exaktes Maß.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-058-orig" n="guot zvo gefuelten krapfen" resp="#fyndling">'Gut für gefüllte Krapfen' - der Text beschreibt nur die Füllung, nicht den Teig oder das Ausbacken.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-059-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fastenkrapfen mit einer süß-würzigen Nuss-Apfel-Füllung: Nüsse werden im Mörser gestoßen, mit ebenso viel gewürfeltem Apfel und Gewürzen vermengt und in Krapfenteig gefüllt, dann gebacken. Es gehört zur Krapfen-Reihe des Buoch von guoter Spise (bgs-058 bis -061) und ist die nächste Verwandte der Walnuss-Apfel-Füllung bgs-060 - beide Rezepte enden mit derselben Formel: 'das ist auch eine gute Füllung, und versalzt nicht'.

nuezze - welche Nüsse? Genannt sind nur 'Nüsse'; in Mitteleuropa lagen Walnüsse und Haselnüsse am nächsten. Im Mörser gestoßen heißt rustikal-stückig, nicht zu feiner Paste.

wuertzen, wellerley sie daz lässt die Gewürzwahl bewusst offen: 'mit Gewürzen, welche auch immer man für Krapfen nimmt'. Für eine süße Frucht-Nuss-Füllung passen Zimt, Ingwer, Nelke oder Muskat.

Praxis. Etwa gleiche Teile Nüsse und Äpfel nehmen (z.B. je 200 g). Die Nüsse im Mörser grob stoßen, den Apfel in kleine, gleichmäßige Würfel (ca. 0,5 cm) schneiden, beides mit den Gewürzen mischen. Einen Krapfenteig vorbereiten (siehe bgs-058/-060), die Masse darin verschließen und in heißem Fett ausbacken, bis der Teig goldbraun ist. Sparsam salzen, wie es das Rezept selbst mahnt ('versalzt nicht') - die Süße von Apfel und Gewürzen soll im Vordergrund bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-059-orig" n="vasten krapfen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vasten-krapfen">Krapfen für die Fastenzeit - ohne Fleisch und tierische Produkte.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-059-orig" n="nuezze" resp="#fyndling">Nüsse, in Mitteleuropa am ehesten Walnüsse oder Haselnüsse.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-059-orig" n="wuerfeleht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wuerfeleht">Würfelförmig geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-059-orig" n="wuertzen, wellerley sie daz" resp="#fyndling">Gewürze nach Wahl - 'welche auch immer man für Krapfen nimmt'. Für die süße Füllung passen Zimt, Ingwer, Nelke oder Muskat.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-060-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fasten-Krapfen-Füllung aus fein gestoßenen welschen (importierten) Weinbeeren und Äpfeln, gewürzt und ungesalzen. Das Rezept steht in einer kleinen Serie von Fastenkrapfen-Füllungen desselben Buchs (Hechtdärme, gewürfelte Nüsse, nun Weinbeeren) und reiht sich in ein weitverbreitetes Muster der mittelalterlichen Küche ein: Frucht-Nuss- bzw. Frucht-Rosinen-Füllungen in frittiertem Teig. Bis heute lebt diese Kombination in der Apfelstrudel-Füllung (Äpfel mit Rosinen und Zimt) und in gefüllten Krapfen oder Berlinern fort.

Welsche Weinbeeren statt Walnüsse. "Welsche" heißt wörtlich "fremd, welsch, importiert". Im Buch von guter Speise steht es meist vor "nuz" bzw. "nuezze" (Walnuss), hier aber vor "winber" (Weinbeeren, also getrocknete Trauben bzw. Rosinen). Die Füllung besteht demnach aus Rosinen und Äpfeln, nicht aus Walnüssen und Äpfeln.

Backen heißt hier Frittieren. Die Anweisung "lasst es backen" bezieht sich, wie in vergleichbaren Rezepten dieser Zeit, auf das Garen in heißem Fett - "Backen" und "Frittieren in der Pfanne" wurden in der mittelalterlichen Küchensprache nicht scharf getrennt.

Praxis. Rosinen und Äpfel zu gleichen Teilen fein zerkleinern - ein Mörser eignet sich dafür gut, ein Mixer tut es ebenso. Mit einer süßen Gewürzmischung (Zimt, Ingwer, Nelken, etwas Muskat) abschmecken und nur sehr sparsam salzen, wie es der Text ausdrücklich verlangt. Die Mischung in Krapfenteig füllen und in heißem Fett goldbraun ausbacken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="krapfen" resp="#fyndling">Ein gefülltes, oft frittiertes Gebäckstück.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="vasten krapfen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vasten-krapfen">Krapfen, die für die Fastenzeit geeignet sind, also ohne tierische Produkte wie Schmalz, Eier oder Milch im Teig und in der Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="welsche winber" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#welsche-winber">Welsche (fremde, importierte) Weinbeeren, also getrocknete Trauben bzw. Rosinen - nicht Walnüsse. "Welsche" steht in diesem Buch meist vor "nuz"/"nuezze" (Walnuss), hier aber vor "winber" (Weinbeeren).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="stoz sie cleine" resp="#fyndling">Stoßt sie fein - das Gerät wird im Text nicht genannt, ein Mörser eignet sich aber gut dafür.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="wuertze dor zvo" resp="#fyndling">Würzt sie mit Gewürzen. Für diese Füllung sind süße Gewürze wie Zimt, Ingwer, Nelken oder Muskat passend.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">Nicht übersalzen. Eine Prise Salz ist jedoch zur Geschmacksabrundung üblich.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-060-orig" n="vnd laz ez backen" resp="#fyndling">Und lasst es backen - in der mittelalterlichen Küchensprache oft gleichbedeutend mit Frittieren in heißem Fett.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-060-orig" n="Krapfen" resp="#fyndling">Das Rezept beschreibt nur die Füllung. Für den Krapfen-Teig wird ein einfacher Hefeteig ohne tierische Produkte angenommen, da es sich um 'vasten krapfen' handelt und Grundrezepte oft als bekannt vorausgesetzt wurden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-060-orig" n="wuertze dor zvo" resp="#fyndling">Da keine spezifischen Gewürze genannt werden, wurden typische süße Gewürze des Mittelalters wie Zimt, Ingwer, Nelken und Muskat für eine Rosinen-Apfel-Füllung angenommen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein süßes, gefülltes Fastengebäck: Krapfenteig mit einer honig-gerösteten Füllung aus ganzen Nusskernen und passend großen Apfelstücken, im Ofen gebacken. Der Text sagt nur „loz ez backen“ (lasst es backen) - kein Beleg für Ausbacken in Fett. Im Geiste vergleichbar mit später gefüllten Krapfen- oder Nuss-Apfel-Gebäcken, ohne dass sich daraus eine belegbare direkte Linie zu einem bestimmten heutigen Gebäck ziehen ließe.

Erst rösten, dann würzen. Der Text beschreibt einen einzigen Röstvorgang: Nüsse und Äpfel werden zusammen mit etwas Honig geröstet (roest sie wol mit ein wenig honiges), und erst danach wird die geröstete Mischung mit den Gewürzen vermengt (mengez mit wuertzen). Der Honig gehört also von Anfang an ins Röstgut, die Gewürze kommen erst zum Schluss dazu - keine zwei getrennten Phasen mit separat vorgewürztem Honig.

Praxis. Äpfel in Stücke von der Größe der Nusskerne schneiden. Nüsse und Apfelstücke gemeinsam mit dem Honig in einer Pfanne rösten, bis alles gut durchgezogen und leicht gebräunt ist. Vom Feuer nehmen und mit der Gewürzmischung (z.B. Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat) vermengen. Die Füllung auf die Teigblätter geben, zu Krapfen formen und backen. Nicht übersalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-061-orig" n="krapfen" resp="#fyndling">Im Mittelalter ein Oberbegriff für Gebäck, das gebacken oder in Fett ausgebacken wurde, oft gefüllt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-061-orig" n="vasten krapfen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vasten-krapfen">Ein Krapfen, der den Regeln der Fastenzeit entspricht, also ohne Fleisch, Eier oder Milchprodukte zubereitet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-061-orig" n="nuezzen ganzen kern" resp="#fyndling">Ganze Nusskerne, z.B. Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-061-orig" n="mengez" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mengez">Kontraktion aus „menge“ (mischt) und dem enklitischen „ez“ (es) - ein eigener, auf das Rösten folgender Arbeitsschritt: Nachdem die Nuss-Apfel-Mischung mit Honig geröstet wurde, wird sie mit den Gewürzen vermengt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-061-orig" n="bleter, die do krapfen" resp="#fyndling">Teigblätter oder eine einfache Teighülle, die den Krapfen formt. Dies könnte ein einfacher Mürbe- oder Hefeteig gewesen sein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-061-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">Eine häufige Warnung in mittelalterlichen Rezepten, die darauf hinweist, Salz sparsam zu verwenden, da es ein kostbares Gut war und Überwürzen vermieden werden sollte.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fastengericht mit Barsch, der in dicker Mandelmilch gegart und mit Zucker bestreut wird - näher verwandt mit den Fischgerichten in Mandelmilch bgs-055 und bgs-056 aus demselben Buch als mit den rein pflanzlichen Mandelmus-Süßspeisen wie rfk-017, mha-002 oder m5919-030. Der vornehme Beiname von Jerusalem verleiht der Speise Prestige, ohne dass eine reale Verbindung zum Heiligen Land gemeint wäre - ein Namensmuster, das mittelalterliche Kochbücher öfter für Luxusspeisen mit teuren Zutaten wie Mandeln und Zucker verwenden.

bersige - Barsch statt „kräftig“. Das Wort wurde bislang als Adjektiv zur Mandelmilch gelesen (von mhd. birsen, angeblich „zerstoßen“). Dafür findet sich aber kein Beleg: birsen gehört zum Wortfeld Jagd/Fischerei, nicht zum Zerkleinern. Im selben Buch benennt bersich/bersige dagegen zweimal eindeutig den Fisch Barsch - einmal essiggebeizt, einmal zusammen mit Hechten in Mandelmilch. Naheliegender ist daher: „nehmt Barsche und dicke Mandelmilch dazu“. Eine völlig sichere Entscheidung ist das nicht - die internationale Mandelmus-Tradition, mit der dieses Rezept bisher verglichen wurde, kennt sonst keinen Fisch -, aber die Wortbelege im eigenen Buch wiegen schwerer als der Vergleich mit fremden Rezeptsammlungen.

Praxis. Barschfilets in dicker, selbstgemachter Mandelmilch gar ziehen lassen, bis der Fisch durch ist und die Milch leicht eindickt. Mit Zucker bestreuen und warm oder kalt servieren - das Original nennt beides ausdrücklich. Da frischer Fisch nicht lange lagerfähig ist, eignet sich das Gericht nur eingeschränkt für ein mehrtägiges Lager; frisch gefangener oder gut gekühlt mitgebrachter Fisch ist Voraussetzung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-062-orig" n="vastenmuos" resp="#fyndling">Speise für die Fastenzeit - ohne Fleisch und tierische Fette; Fisch war erlaubt, Mandelmilch ersetzt zusätzlich die (tierische) Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-062-orig" n="bersige mandelmilich" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bersige">„Barsche, dazu dicke Mandelmilch“ - bersige ist hier vermutlich der Fischname Barsch, kein Adjektiv zur Mandelmilch. Im selben Buch bezeichnet dasselbe Wort an zwei weiteren Stellen (bgs-055, bgs-056) eindeutig diesen Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-062-orig" n="von Jerusalem" resp="#fyndling">vornehmer Beiname, der die Speise mit dem Heiligen Land und exotischem Luxus (Mandeln, Zucker) verknüpft - prestigesteigernd, wie öfter in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-062-orig" n="bersige" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bersige">Barsch (Fisch) - im selben Buch (bgs-055, bgs-056) ist dasselbe Wort eindeutig ein Fischname; für die bisherige Ableitung von mhd. birsen (zerstoßen) gibt es dagegen keinen Wörterbuchbeleg.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mittelalterliches Konfekt: fein gestoßene Mandeln werden mit einem Drittel ihres Gewichts an Honig und Gewürzen zu einer festen, formbaren Paste verknetet - ein früher Verwandter von Marzipan und von würzigen Honig-Mandel-Konfekten. Der Name „Erbsen" meint vermutlich die Form: kleine, erbsengroße Kügelchen.

Heidenische / behemmische erweiz. Der Titel nennt „Heidnische Erbsen", der Rezeptanfang „Böhmische Erbsen" - zwei unterschiedliche mittelhochdeutsche Beiwörter für dieselbe Speise. „Heidnisch" (wie bei den „Heidnischen Köpfen" bgs-095) signalisiert oft das Fremdländisch-Exotische teurer Importzutaten wie Mandeln und Gewürze; „böhmisch" verweist auf eine regionale Zuschreibung. Echte Erbsen sind nicht beteiligt - der Name spielt auf die kleine, runde Form an.

mandelkern vnd die gar cleine. Das Verb für die Zerkleinerung ist an dieser Stelle im Transkript nicht erhalten; an vergleichbaren Stellen im Buch werden Mandelkerne durchgehend im Mörser gestoßen, nicht gemahlen. Die Paste entsteht also durch feines Stoßen der Mandeln.

dritteil als vil honiges gibt das einzige feste Maß: ein Drittel so viel Honig wie Mandeln. Das hält die Masse formbar, ohne sie zu klebrig zu machen.

Praxis. Etwa 200 g fein gestoßene Mandeln (im Mörser, je feiner desto glatter das Ergebnis) mit rund 60-70 g Honig zu einer festen, geschmeidigen Paste verkneten. Eine zeittypische süße Gewürzmischung untermengen (Zimt, Ingwer, Nelke, Muskat). Keine Hitze nötig, alles wird kalt vermischt. Zu kleinen Kugeln formen - vielleicht in Erbsengröße, worauf der Name anspielt. Das Original sagt man kalt oder warm - die Kügelchen lassen sich kalt naschen oder zum Servieren leicht erwärmen. Sie halten sich gut (Honig konserviert), daher ein dankbares Mitnehm-Konfekt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="Heidenische / behemmische erweiz" resp="#fyndling">'Heidnische' bzw. 'Böhmische Erbsen' - zwei Namen für dieselbe Speise. Kein Gericht mit echten Erbsen; der Name meint die kleine, runde (erbsengroße) Form. 'Heidnisch/böhmisch' markiert das Exotisch-Fremdländische der teuren Importzutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="mandelkern ... gar cleine" resp="#fyndling">Mandelkerne, fein gestoßen (im Mörser) - Grundlage für die glatte Konfektpaste. Das Verb für die Zerkleinerung fehlt an dieser Stelle im Transkript; an vergleichbaren Stellen im Buch wird für Mandelkerne durchgehend gestoßen, nicht gemahlen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="dritteil als vil honiges" resp="#fyndling">Ein Drittel so viel Honig wie Mandeln - das einzige feste Maß im Rezept, hält die Paste formbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-063-orig" n="man kalt oder warm" resp="#fyndling">Man genießt es kalt oder warm.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-064-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein sämig gebundenes Lauch-Mus für die Fastenzeit: fein gehackter weißer Lauch wird in Mandelmilch weich gekocht und mit Reismehl zu einer cremigen Masse eingedickt - die moderne Verwandtschaft ist die Lauchcremesuppe oder das Lauchpüree, nur dass die Bindung hier fastenbedingt über Mandelmilch und Reismehl läuft statt über Sahne oder Mehlschwitze. Die fleischhaltige Schwester ist das Lauchmus mit Schweinefleisch (rfk-023); hier ersetzt Mandelmilch die Brühe/Milch, das macht es fastentauglich.

wizzen lauch - der weiße, milde Teil der Lauchstange (Porree). Je feiner gehackt, desto cremiger wird das Mus.

Mandelmilch + Reismehl sind das fastenkonforme Bindeduo: Reismehl dickt die Mandelmilch zu einer sämigen Basis, in der der Lauch weich gart - ganz ohne Sahne, Ei oder Mehlschwitze. Dasselbe Binde-Prinzip taucht im Korpus wiederholt auf, etwa bei Reisbreien und Mandelmusen mit Reismehl.

Praxis. Auf 300-400 g weißen Lauch etwa 500 ml Mandelmilch und 2-3 EL Reismehl rechnen. Lauch, Mandelmilch und Reismehl gut vermengen und gemeinsam aufkochen, bis das Mus durch das Reismehl sämig eindickt und der Lauch weich ist. Salzen - aber nicht übersalzen (versaltz, wahrscheinlich abgebrochene Schlussformel versaltz niht).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-064-orig" n="muos" resp="#fyndling">Ein Mus, Brei oder Püree, oft aus Gemüse oder Getreide.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-064-orig" n="wizzen lauch" resp="#fyndling">Der weiße, milde Teil der Lauchstange (Porree).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-064-orig" n="ris mele" resp="#fyndling">Reismehl - bindet die Mandelmilch zur sämigen Basis (fastenkonforme Bindung statt Mehlschwitze).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-064-orig" n="vasten muos" resp="#fyndling">Ein Mus für die Fastenzeit - ohne Fleisch, Eier oder tierische Milch; daher Mandelmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-064-orig" n="versaltz" resp="#fyndling">Das Transkript bricht hier ab; die im Korpus sonst durchgehend belegte Schlussformel lautet 'versaltz niht' - also 'versalze es nicht' (nicht übersalzen), nicht 'salze es gut'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-064-orig" n="versaltz (Textende)" resp="#fyndling">Die Handschrift bricht nach 'versaltz' ab; wir lesen dies als abgebrochene Schlussformel 'versaltz niht' (nicht übersalzen), wie sie im Korpus an vergleichbarer Stelle sonst durchweg belegt ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-065-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein colris: dünne, aus Eiern gebackene Fladen werden klein geschnitten, zusammen mit gewürfeltem Weißbrot in süße (frische) Milch gegeben, mit Eigelb gebunden und mit Schmalz vollendet - ein herzhaftes Milch-Ei-Gericht, kein süßer Pudding. Der lebende Verwandte ist die Flädle-/Frittatensuppe: dünne Eierkuchen in der Flüssigkeit, hier in Milch statt in Brühe.

Das Wort colris ist KEIN Schreibfehler. Das Buoch von guoter Spise bringt drei colris-Rezepte direkt hintereinander (Nr. 65-67), alle nach demselben Muster: dünne Eierfladen, klein geschnitten, mit Weißbrotwürfeln in Milch gesotten und mit Eigelb gebunden. Die Schwesterfassung bgs-066 schlägt Eier mit Semmelmehl auf, bgs-067 ergänzt zusätzlich Apfel. colris ist also der Name dieser Gerichtsfamilie - vermutlich ein 'Schein-Reis', bei dem die kleinen Eierfladen-Würfel optisch an Reiskörner in Milch erinnern (echter Reis war ein teures Importgut). Der Titelzusatz gebacken bezieht sich auf das Ausbacken der Eierfladen, nicht auf das fertige Gericht, das danach gesotten (suedez wol) wird.

Eine wahrscheinliche Textlücke. An einer Stelle wirkt das überlieferte Transkript unvollständig: Nach nim fehlt ein Objekt, bevor es weitergeht mit snit daz wuerfeleht dor in - das Neutrum daz passt nicht zu den zuvor genannten Eierfladen (Plural bleter), wohl aber zu einer Zutat im Singular. Naheliegend ist Weißbrot, das zusätzlich zur Milch gewürfelt hinzugegeben wird - so auch der Aufbau der Schwesterrezepte bgs-066 und bgs-067, die ebenfalls Brotwürfel verwenden. Die Übersetzung oben folgt dieser Lesart.

suezze milich. Frische, ungesäuerte Milch - im Gegensatz zur gesäuerten 'dicken Milch'. Das ist hier wichtig, weil gesäuerte Milch beim Sieden gerinnen würde; frische Milch bleibt glatt und lässt sich mit dem Eigelb binden.

Praxis. Aus den Eiern in der Pfanne mehrere dünne Fladen backen, auskühlen lassen und klein bzw. würfelig schneiden. Die Fladenwürfel zusammen mit gewürfeltem Weißbrot in erhitzte, frische Milch geben. Mit Eigelb vermengen und gut aufkochen lassen, bis die Masse bindet - das Original schreibt ausdrücklich suedez wol (gut sieden), das Ergebnis wird dabei eher leicht körnig als seidig-glatt, was dem historischen Verfahren entspricht. Zum Schluss Schmalz obenauf geben und zurückhaltend salzen (das Original warnt: versaltz niht). Ein Hauch Muskat oder Zimt passt zeittypisch. Warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-065-orig" n="col ris / colris" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#colris">Name einer Gerichtsfamilie im Buoch von guoter Spise (Nr. 65-67): dünne Eierfladen und Weißbrotwürfel, klein geschnitten, in Milch gesotten. Vermutlich 'Schein-Reis' - die Eierfladen-Würfel ahmen Reiskörner nach. Kein Schreibfehler und kein Gericht mit Kohl oder echtem Reis. Ein Homograph-Bedeutungsfeld zu 'colris' im allgemeinen mittelhochdeutschen Wortschatz (Gewässer, Vögel) betrifft vermutlich ein anderes Lemma und ist hier nicht einschlägig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-065-orig" n="gebacken" resp="#fyndling">Bezieht sich auf das Ausbacken der dünnen Eierfladen; das fertige Gericht wird danach gesotten (suedez wol).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-065-orig" n="bleter" resp="#fyndling">Dünne Eierfladen (eierkuchen-/crêpeartig), die anschließend klein geschnitten werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-065-orig" n="suezze milich" resp="#fyndling">Frische, ungesäuerte Milch - im Gegensatz zur gesäuerten 'dicken Milch'. Wichtig, weil gesäuerte Milch beim Sieden gerinnen würde.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-065-orig" n="eyer totern" resp="#fyndling">Eigelb, hier als Bindemittel für das gesottene Milchgericht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-065-orig" n="vnd nim vnd snit daz wuerfeleht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wuerfeleht">Das überlieferte Transkript wirkt an dieser Stelle lückenhaft: 'nim' steht ohne Objekt, und das Neutrum 'daz' passt nicht zu den zuvor genannten Eierfladen (Plural). Naheliegend ist ein fehlendes Objekt wie Weißbrot, das gewürfelt zusätzlich in die Milch gegeben wird - so auch beim Aufbau von bgs-066/bgs-067.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-066-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein colris: dünne Eierfladen (hier mit Semmelmehl im Eierteig) werden in Milch gesotten und mit Eigelb und Schmalz zu einem sämigen Milchgericht gebunden. Der lebende Verwandte ist die Flädle-/Frittatensuppe - dünne Eierkuchen in der Flüssigkeit -, hier in Milch statt Brühe.

Das Rätselwort colris. Das Buoch von guoter Spise bringt drei colris-Rezepte in Folge (Nr. 65-67), alle nach demselben Muster: dünne Eierfladen in Milch. Trotz des Anklangs ist es kein Kohlreis - in keinem der drei kommt Kohl oder Reis vor. Der Namensursprung ist in der Forschung ungeklärt; wir geben colris als Gerichtnamen wieder und raten keine Etymologie hinein.

Praxis. Eier mit Semmelmehl verquirlen; der Text nennt anders als die beiden Nachbarrezepte kein ausdrückliches Backen der Fladen, daher lässt sich der Teig entweder zu dünnen Fladen backen oder direkt in die siedende Milch geben. In der Milch garziehen lassen, bis die Fladen durchgegart sind. Die Hitze vor dem Einrühren des Eigelbs reduzieren, damit es sich glatt einbindet statt zu gerinnen, und zuletzt mit Schmalz abrunden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="col ris / colris" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#colris">Name eines Gerichts aus dünnen Eierfladen in Milch (drei colris-Rezepte in Folge, BvgS Nr. 65-67). NICHT 'Kohlreis' - in keinem der drei kommt Kohl oder Reis vor; der Namensursprung ist ungeklärt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="zeslahe" resp="#fyndling">Zerschlagen, aufschlagen, verquirlen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="semel mele" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel">Semmelmehl, Paniermehl.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="duenne kuochen" resp="#fyndling">Dünne Kuchen, Fladen oder Pfannkuchen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="geworfen" resp="#fyndling">Hineingeben, hinzufügen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="milich" resp="#fyndling">Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="gesiede" resp="#fyndling">Siedet, kocht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="eyger totern" resp="#fyndling">Eigelb.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-066-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (z.B. Schweine- oder Gänsefett).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-066-orig" n="zeslahe daz" resp="#fyndling">Wahrscheinlicher ist, dass das zweite 'zeslahe' (in 'zeslahe daz duenne kuochen') das Verb ist, das den Eierteig zu dünnen Kuchen verarbeitet bzw. verstreicht ('schlage/forme das zu dünnen Kuchen') - nicht eine bloße Wiederholungs-Emphase des ersten Aufschlagens von Eiern und Semmelmehl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-067-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein colris in der süßen Variante: dünne Eierfladen und Semmelbrot werden gewürfelt, in Milch eingeweicht, mit Apfel ergänzt und mit Eigelb zu einer sämigen, aufgekochten Masse gebunden. Verwandt mit süddeutsch-österreichischen Brot-Apfel-Speisen wie dem Ofenschlupfer (Schwaben) oder dem Scheiterhaufen (Österreich) - dieselbe Grundidee aus altbackenem Weißbrot, Apfel und Milch/Ei, hier ergänzt um die charakteristischen Eierfladen-Würfel.

col rys - die Reis-Imitation. Das Aber ein col rys ('Noch ein Colris') reiht dieses Rezept direkt an bgs-065 und bgs-066: drei colris-Rezepte in Folge, alle nach demselben Muster. Echter Reis war ein teures Importgut; die klein gewürfelten Eierfladen- und Brotstücke ahmen die Reiskörner in Milch optisch nach. Hier kommt mit dem Apfel ein süß-säuerlicher Akzent dazu.

eyertotern und das Aufkochen. Das Eigelb bindet die eingeweichte Masse; anschließend wird - wie bei den beiden vorangehenden Colris-Rezepten - kräftig aufgekocht. bgs-065 schließt mit 'suedez wol' (koche es gut auf), bgs-066 mit 'biz ez gesiede' (bis es siedet); dasselbe Muster ist auch hier anzunehmen.

Praxis. Sehr dünne Pfannkuchen (fast Crêpes) backen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden; ebenso viel altbackenes Semmelbrot würfeln. Beides in einen Topf geben und mit Milch übergießen, sodass alles bedeckt ist (Startpunkt: ca. 300 ml Milch auf je 100 g Brot/Pfannkuchen). Kurz einweichen, dann einen gewürfelten, eher säuerlichen Apfel zugeben. 3-4 Eigelb unterrühren und die Masse unter ständigem Rühren gut aufkochen lassen, bis sie andickt. Warm servieren; ein Löffel Honig, eine Prise Zimt oder ein paar geröstete Mandelblättchen sind eine zeittypische Verfeinerung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-067-orig" n="Aber ein col rys" resp="#fyndling">'Noch ein Colris' - das dritte von drei aufeinanderfolgenden colris-Rezepten (bgs-065, -066, -067). Colris ist ein 'Schein-Reis': klein geschnittene Eierfladen/Brotwürfel ahmen Reiskörner in Milch nach. Echter Reis war ein teures Importgut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-067-orig" n="wuerfeleht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wuerfeleht">Würfelförmig geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-067-orig" n="semelbrotes" resp="#fyndling">Semmelbrot, also feines Weißbrot/Brötchen - hier am besten altbacken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-067-orig" n="eyertotern" resp="#fyndling">Eigelb, bindet die eingeweichte Masse zu einer sämigen Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-067-orig" n="laz" resp="#fyndling">Reguläre mittelhochdeutsche Imperativform von lâzen (=lassen) - keine Kurzform. Der Satz endet knapp; die beiden vorangehenden Colris-Rezepte (bgs-065: 'suedez wol', bgs-066: 'biz ez gesiede') schließen jeweils mit einem Sieden/Aufkochen, weshalb auch hier von einem kräftigen Aufkochen auszugehen ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-067-orig" n="laz [...] vnd gibz hin" resp="#fyndling">Der Satz bricht nach 'laz' knapp ab, ohne ausformuliertes Verb für den letzten Kochschritt. Die beiden vorangehenden Colris-Rezepte enden beide mit einem Sieden/Aufkochen (bgs-065: 'suedez wol', bgs-066: 'biz ez gesiede'), weshalb auch hier von einem kräftigen Aufkochen ausgegangen wird, bevor serviert wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-068-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines, durchpassiertes Quittenmus - im Geiste verwandt mit heutigem Fruchtkompott und -püree, aber mit dem samtigen Schmelz der durchs Tuch gestrichenen Frucht. Im Korpus gehört es zur Quitten-Familie: das reichere Quittenmus mit Mandeln und Gewürzen mar-074, die haltbare Quitten-Latwerge kkm-106 und ein fast wortgleiches Verfahren aus dem Tegernsee Speisenbuch m725-009, das ebenfalls Quitten weich gart und durch ein Tuch reibt.

gar schon - sehr weich kochen. schon steht hier für schön im Sinn von gründlich/vollständig: die Quitten müssen wirklich sehr weich, fast zerfallen sein. Quitte ist hart und körnig - nur durchgegart lässt sie sich im Mörser zerstoßen und anschließend durchs Tuch streichen, ohne dass ein grießiges Mus entsteht.

slahe sie durch ein tuoch - das Passieren. Der namengebende Schritt für ein feines Mus: die zerstoßene Frucht wird durch ein Tuch (oder Sieb) gestrichen, was Fasern und Steinzellen (Reste des Kerngehäuses) zurückhält und die seidige Textur gibt.

Der Text bricht ab. Das Rezept ist im Original unvollständig: nach dem Zucker-Streuen endet die überlieferte Handschrift. Was als Kochflüssigkeit dazukommt und ob gewürzt wird, sagt der Text nicht - aus den verwandten Quitten-Rezepten (mar-074, kkm-106, m725-009) lässt sich aber gut ergänzen: etwas Wein oder Wasser zum Einkochen, Würze mit Ingwer, Zimt oder Nelke.

Praxis. Quitten waschen, grob vierteln (Schälen und Entkernen ist nicht nötig - Schale und Kerngehäuse werden beim Passieren durchs Tuch ohnehin zurückgehalten) und in wenig Wasser oder Weißwein sehr weich kochen, bis sie fast zerfallen (die abgeseihte Kochflüssigkeit aufheben). Im Mörser zerstoßen, durch ein feines Tuch oder die Flotte Lotte passieren. Mit etwas Kochflüssigkeit oder frischem Wein auf streichfähige Dicke einkochen. Zucker nach Geschmack (Richtwert 200-300 g je kg Quitten, je nach Säure), nach Belieben Ingwer, Zimt oder Nelke. Lauwarm oder kalt zu Käse, auf Brot oder als Dessert.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-068-orig" n="gar schon" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon">sehr weich, vollständig gar (mhd. schon = schön im Sinn von gründlich) - die Quitten müssen fast zerfallen, sonst wird das Mus grießig.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-068-orig" n="moerser" resp="#fyndling">Mörser - hier zum Zerstoßen der weich gekochten Quitten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-068-orig" n="slahe sie durch ein tuoch" resp="#fyndling">durch ein Tuch streichen (passieren) - hält Fasern und Steinzellen zurück, macht das Mus fein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-068-orig" n="suedez do mit" resp="#fyndling">koche es damit - die durchpassierte Masse wird mit etwas Flüssigkeit auf die gewünschte Dicke eingekocht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Wein, Schmalz und Ei angereichertes Apfelmus - kein schlichtes Kompott, sondern eine cremig gebundene, süß-säuerliche Beilage, gut zu Braten und Geflügel. Verwandt ist das bis heute geläufige Apfelmus zu Gans oder Schweinebraten; strukturell näher noch das mittelenglische appelmoy (Forme of Cury), ebenfalls ein mit Wein angereichertes, teils mit Ei gebundenes Apfelmus als eigener Gang. Im Korpus die Apfelmus-Sippe: das Tegernseer Apfelmus mit Gewürzen teg-002, das mit Mandeln foc-077, das Fasten-Apfelmus wes-016 und zwei sehr enge Verwandte mit fast demselben Verfahren: kkm-037 sowie m5919-031, das dieselbe Zubereitung ausdrücklich für den Fleischtag vorschreibt und für den Fastentag Brot statt Ei einsetzt.

Der Text hat nach „in einem“ eine Lücke - vermutlich fehlt dort die Nennung des Kochgefäßes (ein Topf), nicht eine zweite Wasserangabe.

Auch vor „schneide“ fehlt vermutlich ein Wort: die Anweisung, die Äpfel zu schälen, bevor sie in kaltes Wasser kommen - im Korpus wird das Schälen an vergleichbarer Stelle sonst stets eigens genannt.

Und der Schluss bricht nach „ein guot“ ab, bevor die Mahnung „versaltz niht“ folgt - offen bleibt, welches Wort für die fertige Speise dort ursprünglich stand.

Äpfel ins kalte Wasser. Die geschälten, geschnittenen Äpfel kommen sofort in kaltes Wasser - das verhindert das Braunwerden, bis alle Stücke geschnitten sind. Danach weich kochen.

Wein, Schmalz und Ei. Wein gibt Säure, Schmalz Geschmack und Schmelz. Die Eier - ganz aufgeschlagen, mit Weißem und Gelbem - binden das Mus zu einer cremigen Masse.

versaltz niht. Das Rezept endet mit der Mahnung, nicht zu versalzen - eine kleine Prise genügt, um die Apfelsüße zu balancieren.

Praxis. Auf 500 g Äpfel etwa 50-80 ml trockener Weißwein und 1-2 EL Schmalz. Äpfel schälen, entkernen, in kaltes Wasser schneiden, dann in wenig Wasser sehr weich kochen, für ein feines Mus pürieren oder passieren. Wein und Schmalz unter das heiße Mus rühren. Die Eier lassen sich dem Originaltext nach einfach einschlagen und zugeben; wer modern vorsichtig sein möchte, nimmt den Topf kurz vom Feuer und rührt sie langsam ein, damit sie nicht stocken. Sparsam salzen. Warm servieren. Ein Hauch Zimt oder Ingwer passt zeittypisch dazu, auch wenn das Rezept ihn hier nicht nennt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="snide sie in ein kalt wazzer" resp="#fyndling">in kaltes Wasser schneiden - hält die Äpfel hell, bis alle geschnitten sind.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="epfele vnd vnd snide sie" resp="#fyndling">Vor „schneide“ fehlt vermutlich durch einen Schreiber-Aussprung (Haplographie beim doppelten „vnd“) die Anweisung „schäle sie“ - das Schälen der Äpfel wird auch in weiteren Korpus-Rezepten (bgs-026, bgs-032, bgs-042, bgs-043, kkm-011, kkm-012, kkm-018) an vergleichbarer Stelle ausdrücklich genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="suede sie in einem" resp="#fyndling">Nach „in einem“ fehlt im Transkript vermutlich die Nennung des Kochgefäßes (ein Topf) - die Kochflüssigkeit selbst bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="menge" resp="#fyndling">vermengen, verrühren (mit Wein und Schmalz).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett, meist Schweineschmalz) - gibt Geschmack und Schmelz; macht das Gericht zur Nicht-Fastenspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="zeslahe eyer mit al" resp="#fyndling">Die Eier ganz aufschlagen - mit dem Weißen und mit allem (Eiweiß und Eigelb) - und einrühren, damit sie das Mus binden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-069-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">versalze es nicht - die abschließende Mahnung des Rezepts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-069-orig" n="vnd suede sie in einem [Lücke] menge" resp="#fyndling">Die Lücke bezeichnet vermutlich das Kochgefäß (ein Topf), nicht eine zweite Wasserangabe - text_modern übersetzt entsprechend „in einem Topf“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-069-orig" n="vnd daz ist gar ein guot [Lücke] versaltz niht" resp="#fyndling">text_modern übersetzt vorsichtig mit „ein sehr gutes Gericht“, da unser Transkript nach „guot“ abbricht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-070-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßer Brotbrei in Mandelmilch mit gebratenen Apfelwürfeln - im Geiste der direkte Verwandte von Armen Rittern und Brotpudding, fastenkonform durch die Mandelmilch statt Kuhmilch. Ein naher Vetter ist der Käse-Quark-freie Mandelziger bgs-071 sowie das gleichnamige Mandelmus aus dem Rheinfränkischen (rfk-017), nach Meister Hans (mha-002) und mit Reismehl statt Brot gebunden (m5919-030).

erwelle. Das Brot wird in der Mandelmilch erwellet - aufgekocht und weichgegart, bis es die Flüssigkeit aufgesogen hat und ein dickes Mus entsteht. Kein Backen, kein Stocken - reine Topf-Arbeit am Feuer.

smaltze. Der Apfel wird in eime smaltze verarbeitet - das Verb dafür fehlt an dieser Stelle im Transkript, der engste Zwilling bgs-075 hat hier aber die Vollform „...vnd roest den in eime smaltze“ (rösten/braten), was die Lesart „braten“ gut stützt. In einem Mandelmilch-Gericht (klassische Fastenspeise) ist das pflanzliches Fett - Öl oder Nussöl -, denn tierisches Schmalz wäre fastenwidrig. Außerhalb der Fastenzeit ginge auch Butter oder Schmalz.

Praxis. Etwa zwei Teile Mandelmilch auf einen Teil altbackene Weißbrotwürfel (1-2 cm). Mandelmilch erhitzen, Brot zugeben, aufkochen, dann sanft 10-15 Minuten köcheln, bis ein dickes Mus entsteht, das langsam vom Löffel fällt. Eine Prise Salz hebt die Mandelsüße; eine Messerspitze Zimt oder Ingwer ist zeittypisch und denkbar, auch wenn das knappe Original keine Gewürze nennt. Die Apfelwürfel (ca. 1 cm) in Öl goldbraun und leicht karamellig braten und warm über das Mus geben.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-070-orig" n="mandelmuos" resp="#fyndling">Mandelmus oder -brei, eine häufige Fastenspeise - hier mit Brot zu einem dicken Mus gekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-070-orig" n="erwelle daz" resp="#fyndling">Lass es aufkochen / aufwallen (erwellen) - das Brot gart dabei in der Mandelmilch weich, bis ein Mus entsteht. Nicht „vollenden“.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-070-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Bratfett. Im Mandelmilch-Kontext (Fastenspeise) pflanzliches Öl; außerhalb der Fastenzeit auch tierisches Schmalz oder Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-070-orig" n="den in eime smaltze" resp="#fyndling">Zwischen „snit den wuerfeleht“ und „den in eime smaltze“ fehlt im Transkript das Verb für die Fettbehandlung des Apfels. Der Zwilling bgs-075 hat an derselben Stelle die Vollform „snit den wuerfeleht vnd roest den in eime smaltze“ - die Übersetzung mit „braten“ folgt dieser durch den engsten Zwilling gestützten Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-070-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Pflanzliches Öl - das Gericht ist durch die Mandelmilch eine Fastenspeise, in der tierisches Fett vermieden wurde.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-071-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Mandelziger - milchfreier Frischkäse aus Mandeln. „Ziger“ ist das alte Wort für Quark/Frischkäse; hier wird er nicht aus Milch, sondern aus aufgekochter Mandelmilch gewonnen, die wie Quark stockt und abtropft. Eine raffinierte Fastenspeise, die die Textur von Milchprodukten imitiert. Engste Verwandte im Korpus sind die Mandelziger ri15632-003 und mha-113 sowie der Mandel-Käse bgs-039, der dieselbe Stroh-Abtropf-Apparatur unter dem Seihtuch nutzt.

erwelle - der eigentliche Trick. Hier liegt der Knackpunkt des Rezepts. Erwellen heißt aufkochen/aufwallen, nicht seihen. Die aus den gestoßenen Mandeln gewonnene Mandelmilch wird erhitzt, bis sie aufwallt - dabei flockt sie aus und stockt zu einer quarkartigen Masse. Diese gibt man auf ein feines Tuch (schoen tuoch), unter das ein schaub - ein Strohwisch/eine Strohunterlage - gelegt wird, damit die Molke ablaufen kann. Der feste Rückstand im Tuch ist der „Ziger“. Das Parallelrezept ri15632-003 beschreibt denselben Ablauf ausführlicher: Mandelmilch durch ein Tuch in die Pfanne, ein wenig geriebene Semmel und Wein hinein, „wan ez erwall“ (sobald es aufwallt) auf Sieb oder Tuch zum Abtropfen.

schaub. Kein Gefäß, sondern eine Stroh-/Reisig-Unterlage, die das Seihtuch trägt und die Molke durchlaufen lässt - die historische Variante des Käse-Abtropfsiebs.

Praxis. Etwa 200 g blanchierte Mandeln im Mörser (oder Mixer) sehr fein zerreiben, mit etwa 500 ml Wasser zu einer dicken Mandelmilch verarbeiten, durch ein Tuch passieren. Die Milch in einem Topf erhitzen, bis sie aufwallt und ausflockt - anders als das Zwillingsrezept ri15632-003 (das Semmel und Wein zur Bindung zusetzt) kommt bgs-071 selbst ganz ohne Bindemittel aus, die Gerinnung entsteht allein durch die Hitze. Das Ergebnis ist dadurch etwas launischer als bei einem Milch-Quark: Reine Mandelmilch flockt beim Kochen nicht immer so straff aus. Wer sicherer binden will, kann sich an ri15632-003 orientieren und etwas geriebenes Weißbrot mit aufkochen. Die ausgeflockte Masse in ein mit Leinen ausgelegtes Sieb geben und abtropfen/leicht ausdrücken lassen, bis sie quarkfest ist. In eine Schale geben, mit fein gestoßenen Mandeln und Zucker bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-071-orig" n="cygern / zyger" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#cygern">Ein „Ziger“ ist Quark / Frischkäse - hier aus Mandeln statt Milch hergestellt, also ein veganes Käseimitat der Fastenküche.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-071-orig" n="erwelle" resp="#fyndling">Aufkochen / aufwallen lassen (erwellen) - dabei flockt die Mandelmilch aus und stockt zu Quark. NICHT „seihen“; das Seihen folgt erst danach auf dem Tuch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-071-orig" n="schaub" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schaub">Strohwisch / Strohunterlage, die unter das Seihtuch gelegt wird, damit die Molke ablaufen kann - das historische Käse-Abtropfgestell. NICHT „Schale“.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-071-orig" n="schoen tuoch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch (Leinen), durch das die gestockte Masse abtropft.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-071-orig" n="slahe" resp="#fyndling">Imperativ zu slahen im Sinn von „gießen/legen/tun“ - hier: die abgetropfte Masse in eine Schüssel füllen. NICHT im heutigen Sinn von „schlagen/aufschlagen/schaumig rühren“ zu verstehen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-072-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dieser Mandelkäse ein rein pflanzliches Fasten-Käseimitat, vergleichbar mit einem festen, süßen Frischkäse oder einer Art Marzipan-Pudding, der durch Pressen seine Form erhält.

So gelingt es. Der Schlüssel zu diesem Gericht liegt in der Qualität der Mandelmilch und dem richtigen Einkochen. Beginne mit blanchierten Mandeln (als Startpunkt: 200g Mandeln auf 400-500ml Wasser), die du sehr fein mörserst oder in einem starken Mixer mit dem Wasser zu einer cremigen Mandelmilch verarbeitest. Diese Milch muss dann durch ein feines Tuch gepresst werden, um alle festen Partikel zu entfernen. Die gewonnene Mandelmilch kochst du bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren ein. Das dauert seine Zeit - sei geduldig. Ziel ist eine sehr dicke, puddingartige Masse, die sich vom Topfboden löst und kaum noch Flüssigkeit enthält. Der häufigste Fehler ist, nicht lange genug einzukochen; die Masse bleibt dann zu weich und lässt sich nicht formen. Koche lieber etwas länger, bis die Konsistenz wirklich fest ist. Danach die Masse auf ein sauberes Leinentuch geben, zu einem Päckchen formen und gut ausdrücken. Lege es dann in eine kleine Form (oder einfach zwischen zwei Teller) und beschwere es leicht, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen und eine feste Konsistenz zu erreichen.

So wird es richtig gut. Die Süße ist hier der Star. Das Rezept nennt nur Zucker, aber ein Hauch von Rosenwasser (historisch passend zu Mandelgerichten) oder eine Prise Zimt würde die Aromen wunderbar abrunden, falls du experimentieren möchtest - das ist aber optional. Wichtig ist, dass die Masse beim Servieren gut gekühlt ist; das festigt sie zusätzlich und macht sie erfrischender. Vor dem Servieren den Mandelkäse aus der Form lösen und großzügig mit feinem Zucker bestreuen. Für einen schönen Kontrast kannst du ihn in Scheiben schneiden oder kleine Kugeln formen. Die Textur sollte fest, aber nicht trocken, sondern cremig und schmelzend sein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-072-orig" n="kese napf" resp="#fyndling">Eine Käseform, oft aus Holz oder Ton, in die der Käsebruch zum Abtropfen und Formen gelegt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-072-orig" n="erwelle daz abe" resp="#fyndling">Wörtlich 'koche das ab', gemeint ist 'einkochen' oder 'reduzieren', bis die Flüssigkeit verdampft und die Masse eindickt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-072-orig" n="teler" resp="#fyndling">Teller. Im Kontext des Käsemachens ist hier das Pressen zwischen zwei Tellern gemeint, um weitere Flüssigkeit zu entfernen und dem Käse eine feste Form zu geben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-072-orig" n="aber einen kese von mandeln" resp="#fyndling">'aber' = nochmal/zusätzlich, das Rezept ist eine Variante eines vorherigen Mandelkäse-Rezepts im BvgS. Im Originaltext folgen mehrere Mandelkäse-Varianten direkt aufeinander. Das BvgS dokumentiert oft Varianten desselben Gerichts mit unterschiedlichen Techniken oder Zutatenverhältnissen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-072-orig" n="vnd guez einer guoten" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als 'und gieß eine gute Menge Wasser hinzu' interpretiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-072-orig" n="laz in" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als 'lass ihn abtropfen' interpretiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-072-orig" n="vnd mache in vnd lege in denne teler" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als 'forme ihn und lege ihn dann zwischen Teller [zum Pressen]' interpretiert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gestockter Mandel-Pudding aus Fastentagen - dicke Mandelmilch wird so weit eingekocht, dass sie beim Erkalten zu einer schnittfesten Masse wird, die man wie einen kleinen Brotlaib (buter wecke) formt. Verwandt ist das mit den geformten Mandelmassen wie dem Mandelkäs (mha-004) und dem Mandelquark (mha-005). Anders als bei diesen wird hier kein Geliermittel (Hausenblase) verwendet - die Masse bindet allein durch das Eindicken der Mandelmilch.

Abgießen oder Abseihen? Der Text sagt nach dem Sieden nur knapp vnd schuet - und schütte ab. Das Verb meint eher das Abgießen/Abseihen der gekochten Masse als ein bloßes Umfüllen in eine Form; das stützen auch andere Mandelmilch-Rezepte des Korpus, in denen die gekochte Masse durch ein Tuch geschlagen wird (vgl. mha-004). Erst danach wird die Masse geformt und fest.

Praxis. Mandeln fein mahlen, mit wenig Wasser zu einer dicken Mandelmilch verrühren - deutlich konzentrierter als die dünne Trinkmilch - und unter Rühren einkochen, bis die Masse merklich eindickt; ein genaues Verhältnis oder eine Kochzeit nennt der Text nicht, hier hilft Erfahrung. Die heiße Masse abgießen bzw. durch ein Tuch abseihen, in eine Form füllen und vollständig auskühlen und fest werden lassen. Den erkalteten Laib stürzen, wie einen kleinen Butterwecken formen, auf eine Schüssel oder einen Teller legen, ringsherum mit kalter, dünnerer Mandelmilch übergießen und mit Zucker bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-073-orig" n="wecke" resp="#fyndling">Ein länglicher, laibförmiger Brotwecken. Hier nur als Formvergleich: Die gestockte Mandelmasse soll zu einem solchen Laib geformt werden, nicht gebacken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-073-orig" n="gestozzen" resp="#fyndling">Zerstoßen, im Mörser zermahlen - der erste Schritt der Mandelmilch-Herstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-073-orig" n="suet" resp="#fyndling">Siedet, kocht - hier ist gemeint, die Mandelmilch so lange einzukochen, bis sie eindickt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-073-orig" n="buter wecke" resp="#fyndling">Ein Butterwecken: ein länglicher, oben gewölbter Weißbrotlaib im Kleinformat. Der Vergleich erklärt allein die Form, in die die feste Mandelmasse gebracht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-073-orig" n="drvemme" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#drvemme">Darum, ringsherum - die flüssige Mandelmilch wird rings um den geformten Laib gegossen, nicht von oben darüber.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-073-orig" n="vnd schuet" resp="#fyndling">'Und schütte (sie) ab' - schuet meint hier das Abgießen/Abseihen der gekochten Mandelmasse, nicht das bloße Ausgießen in eine Form.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-074-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in Schmalz gebackenes Teigtäschchen aus Weizenmehl mit einer fest eingekochten Mandelmilch-Zucker-Füllung - im Kern ein früher Vorläufer von Marzipan als süßer Kuchenfüllung. Der nächste lebende Verwandte ist ein in Fett gebackener Krapfen oder eine Mandeltasche, deren feste Fülle statt Konfitüre aus reduzierter Mandelmasse besteht.

Die Stroh-Unterlage (schaub). Die eingedickte Mandelmasse wird auf ein Tuch gegossen, unter das ein „schaub" gelegt wird - ein Strohwisch bzw. eine Stroh-Unterlage, kein Gefäß. Dasselbe Wort und dieselbe Konstruktion finden sich im verwandten Rezept „Ein cygern von mandeln" (Mandel-Ziger), wo die Stroh-Unterlage das Tuch luftig trägt, damit die Flüssigkeit ablaufen kann, während die Masse fest wird.

Praxis. Zunächst wird aus Mandeln und Wasser Mandelmilch hergestellt. Diese wird gekocht und mit Zucker abgerührt, bis sie sich deutlich vom Topfboden löst - das braucht stetiges Rühren und Geduld, denn Zucker und Milch brennen auf dem Feuer leicht an. Die eingedickte Masse kommt auf ein Tuch mit Stroh-Unterlage und kühlt dort ab, bis sie sich schneiden und portionieren lässt.

Für den Teig wird feines Weizenmehl schlicht ausgerollt - der Text nennt außer dem Mehl keine weiteren Zutaten, entsprechend fest und schlicht bleibt die Teighülle. Die abgekühlte Mandelmasse kommt darauf, der Teig wird ringsherum zugeschnitten, und die Küchlein werden in einer Pfanne in Schmalz gebacken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="kuochen" resp="#fyndling">Kuchen, Gebäck, hier im Sinne eines gefüllten Teigstücks</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="mandelkerne" resp="#fyndling">Mandeln, geschält oder ungeschält</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="milch" resp="#fyndling">Mandelmilch, ein häufiger Milch- und Sahneersatz im Mittelalter</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="suet die" resp="#fyndling">siedet sie, kocht sie</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="ruere die abe" resp="#fyndling">rührt sie ab, d.h. rührt sie, bis sie eindickt und vom Topfboden abgelöst werden kann</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="tuoch" resp="#fyndling">Tuch, hier zum Abtropfen der Mandelmasse</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="schaub" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schaub">Strohwisch, Stroh-Unterlage - kein Gefäß. Dient dazu, das Tuch mit der Mandelmasse luftig zu tragen, damit die Flüssigkeit ablaufen kann. Dieselbe Formulierung findet sich im Rezept „Ein cygern von mandeln" (Mandel-Ziger).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="semel melwe" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel">Semmelmehl, im Mittelalter oft gleichbedeutend mit feinem, weißem Weizenmehl</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="wille" resp="#fyndling">wellen, ausrollen (des Teiges)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="gesoten mandels" resp="#fyndling">die gekochte Mandelmasse</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="snit daz abe" resp="#fyndling">schneidet es ab, d.h. den Teig um die Füllung herum</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (z.B. Schweineschmalz)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-074-orig" n="vnd wille daz mit eyner" resp="#fyndling">Die Textlücke nach 'eyner' wurde mit 'Walze' oder 'Nudelholz' ergänzt, da 'wellen' (mhd. 'wille') das Ausrollen von Teig bedeutet und ein entsprechendes Werkzeug erfordert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-074-orig" n="vnd in eyner pfannen im smaltze." resp="#fyndling">Das fehlende Verb wurde als 'braten' (ausbacken) interpretiert, da die Küchlein in einer Pfanne mit Schmalz zubereitet werden sollen, was auf eine Frittier- oder Bratmethode hindeutet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-074a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein früher Vorläufer des Milchreis: Der Reis wird zunächst in Salzwasser fast trocken gekocht und dann mit einer zweiten Flüssigkeit - vermutlich Milch oder Mandelmilch - zu einer sämigen, mit Zucker gesüßten Speise vollendet. Diese schlichte, ungewürzte Form gehört zu einer größeren Familie von Reis-in-Milch-Süßspeisen, wie sie im Korpus mehrfach begegnet.

Der Originaltext hat an zwei Stellen eine Lücke: Nach menge ez mit einer fehlt das Substantiv für die zugegebene Flüssigkeit, und untz im sine ... kumme bricht vor dem Wort für die gewünschte Endbeschaffenheit ab. Aus dem grammatischen Geschlecht der erhaltenen Artikel- und Possessivformen (beide feminin) und dem Kontext eines gezuckerten Reisgerichts ergänzen wir eine Milchflüssigkeit sowie die Sämigkeit/Konsistenz als plausibelste Lesarten; siehe interpretive_choices.

Praxis. Reis in Salzwasser kochen, bis das Wasser vollständig aufgenommen und der Reis trocken ist. Dann mit Milch oder Mandelmilch vermengen, ein wenig rühren und weiterköcheln lassen, bis es erneut kocht und die Masse die gewünschte sämige Konsistenz erreicht. Zum Schluss mit Zucker servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074a-orig" n="erlese ez" resp="#fyndling">Den Reis verlesen - Steinchen, Spelzen und unreine Körner aussortieren, vor dem Waschen. Falscher Freund: mhd. "erlesen" heißt hier "auslesen/aussortieren", nicht das heutige Adjektiv "erlesen" im Sinn von exquisit/fein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074a-orig" n="wasche ez schone" resp="#fyndling">"Schone" (schœne) ist hier das Adverb für "gründlich/sorgfältig" - nicht das moderne Adjektiv "schön" im Sinn von hübsch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074a-orig" n="siedez, bis ez trucken werde" resp="#fyndling">Kochen, bis er trocken wird - der Reis nimmt das Salzwasser vollständig auf, bevor die zweite Flüssigkeit zugegeben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074a-orig" n="menge ez mit einer" resp="#fyndling">„Vermenge es mit einer ..." - hier endet der Satz im Original abrupt, das Substantiv (die zugegebene Flüssigkeit) fehlt. Siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074a-orig" n="aber siede" resp="#fyndling">Mhd. "aber" bedeutet hier "wieder/erneut", nicht das heutige "aber" im Sinn von "jedoch".</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-074a-orig" n="untz im sine ... kumme" resp="#fyndling">„Bis ihm seine ... zukommt" - vor dem Schlüsselwort für die gewünschte Beschaffenheit (Sämigkeit/Konsistenz) bricht der Text ab. Siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-074a-orig" n="menge ez mit einer [Lücke]" resp="#fyndling">Ergänzt zu „mit einer Flüssigkeit (Milch oder Mandelmilch)": Der weibliche Dativartikel einer verlangt ein feminines Substantiv, und eine Milch passt zu einem mit Zucker servierten süßen Reisgericht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-074a-orig" n="untz im sine ... kumme [Lücke]" resp="#fyndling">Ergänzt zu „bis ihm seine rechte Beschaffenheit/Sämigkeit zukommt": Das feminine Possessiv sine verlangt ein feminines Substantiv, und die Konsistenz ist das, was dem zweimal gegarten Reis am Ende noch fehlt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-075-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein cremiger, mit Reismehl gebundener Mandelmilchbrei - verwandt mit unserem heutigen Milchreis, hier aber glatter und puddingartiger, weil Reismehl statt ganzer Reiskörner verwendet wird. Dazu kommen in Schmalz geröstete Apfelwürfel als Topping, vergleichbar mit Milchreis und warmem Apfelkompott.

Praxis. Das Original sagt nur: die Mandelmilch mit Reismehl vermengen und gut kochen lassen (richte dich an der Zutatenliste: 100 g Reismehl auf 500 ml Mandelmilch), dabei regelmäßig umrühren, damit das Reismehl gleichmäßig bindet. Die Apfelwürfel röstest du in Schmalz gar; Röstgrad, Gewürze oder Süßung nennt das Original nicht, hier folgst du deinem eigenen Geschmack. Serviere den Brei warm, die frisch gerösteten Äpfel darüber gestreut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-075-orig" n="muos" resp="#fyndling">Brei, Mus, Püree</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-075-orig" n="gestozzen milich" resp="#fyndling">Wörtlich 'gestoßene Milch'. Wir lesen es als Mandelmilch ('gestozzen' = die zerstoßenen Mandeln). Eine weitere mittelhochdeutsche Textfassung dieses Rezepts (Harsch-Edition) hat hier explizit 'gestozzen mandelmilich', was diese Lesart stützt. Alternativlesart: eingedickte Milch / Quark / Dickmilch, siehe Lesarten unten und ausführlich auf der Grundlagen-Seite.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-075-orig" n="rismele" resp="#fyndling">Reismehl</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-075-orig" n="wuerfeleht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wuerfeleht">würfelförmig, gewürfelt</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-075-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-075-orig" n="gestozzen milich" resp="#fyndling">Mandelmilch, 'gestozzen' bezieht sich auf die zerstoßenen Mandeln, aus denen die Milch gemacht wird. Eine weitere mittelhochdeutsche Textfassung dieses Rezepts (Harsch-Edition, Bibliotheca Augustana) hat an dieser Stelle explizit 'gestozzen mandelmilich' - das stützt diese Lesart unabhängig von unserer Ausgabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-076-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein blamenser (Blancmanger), das wohl meistverbreitete Prestige-Gericht der europäischen Spätmittelalterküche: fein zerzupftes Hühnerfleisch, in dicker Mandelmilch mit Reismehl zu einer samtigen, mild-süßen Masse gebunden. Diese süß-herzhafte Urform lebt bis heute im türkischen Tavuk Göğsü weiter - einem Pudding aus Reismehl, Milch, Zucker und feinstem Hühnerbrustfleisch.

Geceyset meint hier das Zerzupfen des bereits gargekochten Hühnerfleischs in feine Fasern, ähnlich dem heutigen Pulled Chicken. Für die ganz feine Hofküche wurde es zusätzlich im Mörser angestoßen, bis es fast zur Paste wurde.

Dicke mandelmilch ist konzentrierte Mandelmilch - entweder aus hohem Mandelanteil angesetzt oder durch Einkochen reduziert. Sie liefert die weiße Farbe, die dem Gericht den Namen gibt, und trägt zusammen mit Reismehl die Bindung.

Praxis. Hühnerbrust gar kochen und sehr fein zerzupfen. Reismehl mit etwas kalter Mandelmilch glatt anrühren, dann unter die warme, nicht kochende Mandelmilch ziehen - das verhindert Klümpchen. Bei milder Hitze (am besten im Wasserbad) unter ständigem Rühren eindicken lassen, bis die Masse den Löffelrücken überzieht, dann das Huhn unterheben. Als Startpunkt auf 500 ml Mandelmilch etwa 50 g Reismehl, ein gutes Stück Schmalz oder Butter und Zucker nach Geschmack - es soll mild-süßlich bleiben, nicht dessertartig. Der häufigste Fehler ist zu starke Hitze, die die Mandelmilch anbrennt. Lauwarm oder bei Zimmertemperatur servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-076-orig" n="blamensir / blamenser" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#blamensir">Blancmange, ein beliebtes mittelalterliches Gericht aus Mandelmilch, Hühnerfleisch und Reismehl, oft weiß gefärbt und süß-herzhaft.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-076-orig" n="geceyset" resp="#fyndling">Zerzupft, zerkleinert. Bezieht sich auf bereits gekochtes Hühnerfleisch, das in feine Fasern zerteilt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-076-orig" n="dicke mandelmilch" resp="#fyndling">Dickflüssige Mandelmilch, die durch einen höheren Mandelanteil oder durch Reduktion (Einkochen) erreicht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-076-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (hier Schweineschmalz oder Butter). Im Mittelalter ein wichtiges Bindemittel und Geschmacksträger.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-076-orig" n="genuoc / genuog" resp="#fyndling">Genug, ausreichend. Die genaue Menge ist dem Koch überlassen und nach Geschmack anzupassen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-076-orig" n="Tavuk Göğsü (überlebende Urform)" resp="#fyndling">Die süß-herzhafte Urform des Blancmanger lebt in der türkischen Küche bis heute als Tavuk Göğsü weiter - ein Dessert aus Reismehl, Milch, Zucker und fein püriertem Hühnerbrustfleisch, exakt wie im spätmittelalterlichen Rezept. Während sich die europäische Tradition über die Jahrhunderte zu einer rein süßen, fleischlosen Mandelsulz (ähnlich einer Panna Cotta) entwickelt hat, erhält Tavuk Göğsü die ursprüngliche Kombination aus Geflügel und Süße als populäres Dessert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-077-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein überaus feiner, süß-herzhafter Geflügel-Pudding oder -Ragout, im Geiste verwandt mit einer sehr delikaten Panna Cotta oder einem cremigen Hühnerfrikassee, aber mit der besonderen, floralen Note und Farbe von Veilchenblüten - ein echtes Prunkstück der mittelalterlichen Küche.

So gelingt es. Zuerst die Kapaunbrust gar kochen oder dämpfen, bis sie zart ist, dann sehr fein zupfen oder schneiden, damit sie sich gut in die cremige Masse einfügt. Bereite eine gute, nicht zu dünne Mandelmilch (als Startpunkt etwa 500 ml) zu und erhitze sie sanft in einem Topf. Das Reismehl (beginne mit 2-3 Esslöffeln für 500 ml Flüssigkeit) rührst du am besten mit etwas kalter Mandelmilch oder Wasser glatt, bevor du es unter ständigem Rühren in die heiße Mandelmilch gibst. Lass es langsam andicken, bis es eine sämige Konsistenz erreicht. Nun gib das fein zerrupfte Hühnerfleisch, 1-2 Esslöffel Schmalz und 1-2 Esslöffel Zucker hinzu - die genaue Zuckermenge hängt von deinem Geschmack ab, es soll eine Balance zwischen süß und herzhaft entstehen. Die zerstoßenen Veilchenblüten (etwa 1-2 Esslöffel, je nach Intensität) rührst du zuletzt ein. Lass alles noch einmal sanft köcheln, damit sich die Aromen verbinden und das Reismehl vollständig gart. Der häufigste Fehler ist das Anbrennen oder Klümpchenbildung: Rühre stets gut um und halte die Hitze niedrig.

So wird es richtig gut. Die Textur ist entscheidend: Sie sollte samtig-cremig sein, wie ein dicker Brei oder eine sehr sämige Sauce, die sich zart auf der Zunge auflöst. Die Balance zwischen der Süße des Zuckers, dem Umami des Kapaunfleisches und dem zarten, floralen Aroma der Veilchen ist der Schlüssel. Eine Prise Salz kann die Aromen noch hervorheben und die Süße erden. Serviere das Blancmanger lauwarm, denn dann entfalten sich die feinen Veilchennoten am besten. Für das Anrichten kannst du die zarte violette Farbe durch ein paar frische Veilchenblüten als Garnitur betonen, das macht optisch viel her.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077-orig" n="blamensir" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#blamensir">Blancmanger, ein beliebtes Gericht des Mittelalters, oft süß, aus Hühnerfleisch, Mandelmilch, Reismehl und Zucker.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077-orig" n="geceysten huenern" resp="#fyndling">Kapaunen, kastrierte Hähne, die für ihr zartes und fettreiches Fleisch geschätzt wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077-orig" n="fial bluomen" resp="#fyndling">Veilchenblüten, die im Mittelalter häufig zum Färben und Aromatisieren von Speisen verwendet wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (z.B. Schweineschmalz oder Gänsefett), das zum Kochen und Braten verwendet wurde.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-077a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gestocketer blamenser - die feste, geschnittene Variante des Blancmangers. Wo die Standardfassung (bgs-076) eine cremige Speise ist, wird diese hier durch Reismehl und Eidotter so weit gebunden, dass sie erkaltet schnittfest stockt: im Geiste ein herzhaft-süßer Hühnerpudding oder eine feine Terrine, die in Scheiben serviert wird.

Gestocket heißt „fest geworden" - das Garziel ist eine Masse, die in der Form auskühlt und sich schneiden lässt.

Geceiset meint das sehr feine Zerhacken des gekochten Hühnerfleischs, fast bis zur Paste. Milich ist hier Mandelmilch (siehe interpretive_choices): Sie liefert die weiße Farbe, die dem Blancmanger seinen Namen gibt.

Praxis. Hühnerbrust gar kochen und extrem fein hacken. Reismehl und Eidotter zuerst mit etwas kalter Mandelmilch glattrühren, dann unter die übrige, leicht erwärmte Mandelmilch ziehen, das Huhn zugeben. Unter ständigem Rühren bei milder Hitze (am besten im Wasserbad) erhitzen, bis die Masse andickt - die Eidotter dürfen nicht gerinnen, also Temperatur niedrig halten. Schmalz am Ende unterrühren. Als Startpunkt auf 500 ml Mandelmilch etwa 200 g gekochtes Huhn, 2-3 EL Reismehl und 2-3 Eidotter. In eine Form füllen, vollständig auskühlen und fest werden lassen (am besten über Nacht kalt gestellt), in Scheiben schneiden und den Zucker erst kurz vor dem Servieren darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077a-orig" n="gestocketen" resp="#fyndling">Gestockt, fest geworden - die Masse bindet beim Erkalten zu einer schnittfesten Speise.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077a-orig" n="blamenser" resp="#fyndling">Blancmanger, das „weiße Gericht" aus Hühnerfleisch, Mandelmilch und Reismehl - eines der am breitesten überlieferten Gerichte des europäischen Spätmittelalters.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077a-orig" n="geceiset" resp="#fyndling">Fein gehackt, zerkleinert - hier das gekochte Hühnerfleisch, fast bis zur Paste.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077a-orig" n="zamen" resp="#fyndling">Fest, zäh, dickflüssig - beschreibt die konzentrierte (dicke) Mandelmilch als Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-077a-orig" n="eyer totern" resp="#fyndling">Eidotter, hier als zusätzliches Bindemittel, das die Masse beim Erkalten stocken lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-077a-orig" n="milich" resp="#fyndling">Mandelmilch</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein cremiges Mandel-Reismehl-Mus, mit frischen Veilchenblüten gefärbt und parfümiert. Es gehört zur selben Grundrezeptur-Familie wie das Mandel-Reis-Mus foc-093 (Resmolle) und mon-110 - dieselbe Basis aus dicker Mandelmasse und Reismehl, hier statt mit Gewürzen mit Blüten gefärbt.

Die Basis. Ein dicke mandel meint eine sehr konzentrierte Mandelmasse: gemahlene Mandeln mit nur wenig Wasser zu einer dicken Paste verrührt. Darunter wird Reismehl (rismele) gut eingearbeitet - es bindet das Mus zu einer sämigen Konsistenz. Das Schmalz (smaltzes genuoc, reichlich) macht die Masse fett und geschmeidig; für eine fastenkonforme Variante kann man stattdessen Pflanzenöl nehmen.

Die Veilchen. Der Text verlangt, das Mus gut mit den Blüten (fial bluomen) zu färben - sie dienen hier in erster Linie als Farbmittel, ihr florales Aroma kommt als Nebeneffekt hinzu.

Praxis. Mandelpaste und Reismehl verrühren, das Schmalz einarbeiten und die Masse im Topf erwärmen, bis sie sämig bindet. Die Veilchenblüten untermischen, bis das Mus gleichmäßig eingefärbt ist. Das Original nennt keinen Zucker; für ein modernes Dessert kann man mit etwas Honig oder Zucker süßen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="fialmuos" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#fialmuos">Veilchen-Mus - ein sämiger Brei mit Veilchenblüten als Farb- und Aromageber.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="dicke mandel" resp="#fyndling">Eine sehr konzentrierte, dicke Mandelmasse aus gemahlenen Mandeln mit wenig Wasser - die Bindebasis des Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="rismele" resp="#fyndling">Reismehl - bindet das Mus zu sämiger Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="smaltzes genuoc" resp="#fyndling">Reichlich Schmalz (tierisches Fett). In fastenkonformer Lesart durch Pflanzenöl ersetzbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-078-orig" n="fial bluomen" resp="#fyndling">Frische Veilchenblüten (Viola odorata) - dienen im Text als Farbmittel für das Mus, ihr florales Aroma kommt als Nebeneffekt hinzu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-078-orig" n="smaltzes genuoc" resp="#fyndling">Tierisches Schmalz (Schweine- oder Gänsefett) in reichlicher Menge.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-079-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines Morchelmus - im Geiste ein cremiges Pilzragout oder eine sämige Pilzsuppe, gebunden mit Mandelmilch statt Sahne und damit fastenkonform. Verwandt mit dem Weinmus mha-021 und der Pasteten-Variante mit Morcheln m384-018.

morchen und das Waschen. Morcheln (morchen) sind wabig und fangen leicht Sand; der Text betont das gründliche Waschen vz eime kalden wazzer - in frischem, kaltem Quellwasser. Danach werden sie fein gehackt.

dicke mandel milich mit wine wol gemacht. Die Bindung kommt aus einer dickflüssigen, konzentrierten Mandelmilch, die ihrerseits gut mit Wein zubereitet ist - der Wein steckt also schon in der Mandelmilch, nicht nur als Schuss obendrauf. Erst in diese fertige, sämige Grundmasse kommen die gehackten Morcheln und garen sanft mit.

wuertze genuoc und ferve bluomen. Genug Würze meint die zeittypische Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken und Muskat. Ferve bluomen - färben/garnieren mit Blüten - schließt das Gericht ab: essbare Blüten geben Farbe und eine zarte florale Note.

Praxis. Etwa 100 g blanchierte Mandeln auf 200-250 ml Flüssigkeit (Wasser + Wein) zu dicker Mandelmilch verarbeiten. 200 g frische (oder 20 g getrocknete, eingeweichte) Morcheln gründlich waschen, fein hacken, in die Mandelmilch geben und bei sanfter Hitze wenige Minuten köcheln, bis sie gar sind - nicht zu lange, sonst werden sie zäh, und nicht zu heiß, sonst brennt die Mandelmilch an. Großzügig würzen, mit essbaren Blüten (Ringelblume, Borretsch) garnieren. Die Konsistenz soll sämig am Löffel haften.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-079-orig" n="morchen" resp="#fyndling">Morcheln - geschätzte Speisepilze mit wabiger Oberfläche, die gründlich gewaschen werden müssen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-079-orig" n="geballen vz eime kalden wazzer" resp="#fyndling">In kaltem (Quell-)Wasser gewaschen / abgespült - das Reinigen der sandfangenden Morcheln vor dem Hacken.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-079-orig" n="dicke mandel milich" resp="#fyndling">Eine dickflüssige, konzentrierte Mandelmilch, die hier als Bindung dient - fastenkonformer Sahne-Ersatz.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-079-orig" n="wuertze genuoc" resp="#fyndling">„Genug Gewürze“ - typische offene Mengenangabe; gemeint ist die zeittypische Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken und Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-079-orig" n="ferve bluomen" resp="#fyndling">Färben/garnieren mit (essbaren) Blüten - zum Abschluss für Farbe und florale Note.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-079-orig" n="mit wine wol gemacht die mandel milich" resp="#fyndling">Der Wein ist Bestandteil der Mandelmilch-Zubereitung, nicht bloß ein nachträglicher Zusatz - die Bindeflüssigkeit ist von Anfang an weinhaltig.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-080-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dieses Nussmus ist ein dickflüssiges, mit Ei und Schmalz gebundenes Nuss-Milch-Mus - der lebenden Verwandtschaft nach einer feinen, eibindegebundenen Nusscreme vergleichbar, wie sie heute noch als Kuchenfüllung oder eigenständige Cremespeise vorkommt. Seine cremige Konsistenz entsteht dadurch, dass die fein gestoßenen Nüsse zusammen mit Milch und weichgekochter Semmelbrotkrume durch ein Tuch gepresst werden.

Praxis. Stoße die Nusskerne im Mörser sehr fein. Koche die Semmelbrotkrume in der Milch gut weich und passiere sie zusammen mit den gestoßenen Nüssen durch ein Tuch, um eine feine, samtige Nussmilch zu erhalten - das ist der wichtigste Schritt für die Cremigkeit. Als Richtwert eignen sich etwa 200 g Nusskerne (Walnüsse oder Haselnüsse) auf 200 ml Milch und eine Scheibe Semmelbrot. Erhitze die Nussmilch und rühre reichlich Schmalz ein, bis es geschmolzen ist. Verrühre die Eier vorher gut glatt und rühre sie unter stetigem Rühren bei milder Hitze ein, damit sie nicht gerinnen; zwei bis drei Eigelb binden etwas feiner, ganze Eier funktionieren ebenso gut - der überlieferte Text nennt schlicht 'Eier', andere Fassungen des Rezepts sprechen ausdrücklich von Eidotter. Färbe zum Schluss mit Safran.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="nuezzemuos" resp="#fyndling">Nussmus</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="nuezze kern" resp="#fyndling">Nusskerne</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="stoz die cleine" resp="#fyndling">zerstoße sie fein</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="slahe sie durch ein tuoch" resp="#fyndling">passiere sie durch ein Tuch (presse sie durch)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="zamen milich" resp="#fyndling">Kuhmilch (wörtlich: 'zahme Milch', im Gegensatz zu Pflanzenmilch oder Milch von Wildtieren)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="brosmen semeln brotes" resp="#fyndling">Krume von feinem Weißbrot (Semmelbrot)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="wol gesoten eyme hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">gut in einem Topf gekocht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett, z.B. Schweineschmalz oder Butter)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="eyer wol abe geruert" resp="#fyndling">gut mit Eiern verrührt</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-080-orig" n="wol geverwet mit saffran" resp="#fyndling">gut mit Safran gefärbt</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-080-orig" n="eyer" resp="#fyndling">Wir übersetzen 'eyer' texttreu als 'Eier' (ganze Eier), da unser Transkript den Zusatz 'totern' (Dotter) nicht enthält.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-081-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein passiertes Birnenmus: Birnen werden in Wein und Schmalz weichgekocht, durch ein Tuch geschlagen und danach mit Eidottern noch einmal aufgekocht - verwandt mit dem, was uns heute als cremiges Birnenkompott oder eidottergebundene Fruchtcreme begegnet.

Die Textlücke. Der überlieferte Text bricht mitten im Satz ab: Nach vnd derwelle sie denne mit folgt sofort die Schlussformel, ohne dass die Zutat genannt wird, mit der aufgekocht werden soll. Der Vergleich mit einer weiteren Textzeugen-Fassung derselben Sammlung legt an dieser Stelle Eidotter nahe - das deckt sich mit dem böhmischen Verwandten sev-206, der im selben Arbeitsschritt mit Eidottern bindet.

Praxis. Birnen putzen und sauber zurechtschneiden, dann mit etwas Wein und einem Löffel Schmalz (pro Kilo Birnen) im Topf weich kochen, bis sie fast zerfallen. Die Masse durch ein feines Tuch oder Sieb streichen, damit ein glattes Mus entsteht. Ein bis zwei verquirlte Eidotter unterrühren und noch einmal bei milder statt starker Hitze kurz aufkochen - so gerinnt das Ei nicht und das Mus bleibt cremig statt flockig. Nach Geschmack mit Honig, Verjus oder einem Hauch Zimt, Ingwer oder Nelke abrunden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="birnmuos" resp="#fyndling">Birnenmus</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Topf</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="smaltze" resp="#fyndling">Schmalz (tierisches Fett)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="besnit die" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#besnit-die">schneidet/putzt sie sauber zurecht</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="durchgeslagen durch ein tuoch" resp="#fyndling">durch ein Tuch passiert/geschlagen (um ein Püree zu erhalten)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="derwelle" resp="#fyndling">'Derwelle' = erwellen = nochmals aufkochen. Der Satz bricht danach ab, bevor die Zutat genannt wird, mit der aufgekocht werden soll.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="eyers totern" resp="#fyndling">Eidotter - laut einer weiteren Textzeugen-Fassung die an dieser Stelle im überlieferten Transkript fehlende Zutat, mit der die Birnen zuletzt aufgekocht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-081-orig" n="daz ist gar gantz" resp="#fyndling">damit ist es ganz fertig (typische Schlussformel in mittelalterlichen Rezepten)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-081-orig" n="vnd derwelle sie denne mit daz ist gar gantz .do." resp="#fyndling">Der überlieferte Text bricht nach 'vnd derwelle sie denne mit' ab; die Schlussformel 'daz ist gar gantz' folgt unmittelbar, ohne dass eine Zutat genannt wird. Der Vergleich mit einer weiteren Textzeugen-Fassung derselben Sammlung legt nahe, dass hier ursprünglich 'mit eyers totern' (mit Eidottern) stand.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-082-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein wissel muos - vermutlich ein Mus aus Weichseln (Sauerkirschen), das mit Wein gekocht, durch ein Tuch passiert, mit Semmelbröseln gebunden, mit Schmalz verfeinert und zuletzt mit Eigelb legiert wird; die Gewürze kommen erst beim Anrichten obenauf. Das Ergebnis ist ein dickflüssiges, samtiges Fruchtmus mit einer durch das Eigelb leicht cremigen Konsistenz - am ehesten vergleichbar mit einem frühen Fruchtcurd (Frucht mit Eigelb legiert) oder einer sämigen Fruchtcreme, weniger mit der heutigen, stärkebasierten Roten Grütze.

Wissel ist im Korpus wiederholt als Schreibweise für Weichsel belegt, klar getrennt von „wizz-“ (weiß); auch das eng verwandte Rezept „weichsell muesz“ trägt einen fast gleichlautenden Titel. Der Name dürfte also die Kirschsorte meinen, nicht die Farbe des fertigen Muses - ganz sicher lässt sich das aber nicht entscheiden, siehe interpretive_choices.

Der breche die [stile abe] meint das Abbrechen der Stiele vor dem Kochen, nicht das Entkernen der Kirschen - ein fast wortgleiches Schwesterrezept formuliert denselben Schritt als „brech in die stile abe“. Die Kirschsteine werden erst später beim Passieren durch das Tuch entfernt.

Eyerstotern sind die Eidotter, mit denen das Mus am Ende legiert wird; sie gerinnen leicht bei zu großer Hitze.

Praxis. Die Kirschen entstielen und mit wenig Weißwein weichkochen. Durch ein Tuch oder Sieb passieren, zurück in den Topf, Semmelbrösel einrühren (Startpunkt: 1-2 EL auf 500 g Kirschen) und unter Rühren aufkochen, bis es eindickt. Schmalz einrühren und dann die Eidotter unterschlagen. Die Gewürze (klassisch Zimt, Nelke, Ingwer) erst über das angerichtete Mus streuen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-082-orig" n="wissel muos" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wissel-muos">Vermutlich ein Mus aus Weichseln (Sauerkirschen, Prunus cerasus) - der Korpus trennt die Schreibweise „wis(s)el-“ konsequent von „wizz-“ (weiß), und ein eng verwandtes Rezept trägt den fast gleichlautenden Titel „weichsell muesz“. Eine Lesart als „weißes Mus“ (Gerichtsgattung) bleibt aber denkbar, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-082-orig" n="der breche die stile abe" resp="#fyndling">Das überlieferte Transkript bricht nach „der breche die“ ab; der fehlende Rest lässt sich aus dem fast wortgleichen Schwesterrezept „der wiseln vnd brech in die stile abe“ erschließen: die Stiele der Kirschen abbrechen, nicht die Kirschen entkernen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-082-orig" n="slahe sie denne durch tuoch" resp="#fyndling">Passieren: die weichgekochten Kirschen durch ein Tuch streichen, um Kerne, Häute und Fasern zu entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-082-orig" n="semelbrosmen" resp="#fyndling">Semmelbrösel, getrocknetes und zerriebenes Brot - im Mittelalter ein verbreitetes Bindemittel für Muse und Saucen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-082-orig" n="eyerstotern" resp="#fyndling">Eidotter, hier zum Legieren (Binden) des Muses verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-082-orig" n="wol der wellet in eime hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Gut aufkochen in einem Topf - das Eindicken der Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-082-orig" n="wissel muos" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wissel-muos">„Sauerkirschenmus“ (Weichselmus) - der Name „wissel“ bezeichnet die Kirschsorte, nicht die Farbe des fertigen Muses.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-083-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dickflüssiges, süß-saures Kirschmus mit Mandelmilch - die fruchtige Schwester des weißen Blancmanger in diesem Buch (vgl. bgs-003/076/077), mit demselben Bindeprinzip aus Mandelmilch und Reismehl, nur mit Frucht statt Huhn oder Fisch. Heute am ehesten mit einem gebundenen Kirschkompott oder einer Kirschgrütze zu vergleichen. Dieselbe Handschrift überliefert unter dem Namen Konkavelite mit bgs-001 noch eine zweite, leicht abweichende Fassung desselben Gerichts.

Praxis. Für die Mandelmilch die Mandelkerne mit Wein oder Wasser fein zerstoßen und ausdrücken. Die Weichseln in Wein und dem beim Kochen austretenden eigenen Saft weich kochen, anschließend durch ein feines Tuch oder Sieb passieren, um Schalen und Kerne zu entfernen. Das Kirschmus in die Mandelmilch geben, gemeinsam in einem Topf gar kochen und mit Reismehl zum Andicken einrühren. Zum Schluss Schmalz, eine großzügige Gewürzmischung (zeittypisch etwa Zimt, Nelke, Ingwer und Muskatblüte) und Zucker unterrühren - und, ganz im Sinne der Handschrift, nicht versalzen. Das Conkauelit lauwarm oder gut gekühlt als Nachspeise servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="fuelle (Kopfzeile: „Ein guot fuelle.“)" resp="#fyndling">Hier nicht wörtlich „Füllung“, sondern die im Buch von guter Speise wiederkehrende Titelformel für „eine gute Speise/ein gutes Gericht“ (vgl. bgs-012, bgs-027a). Eine echte Füllung meint „fuelle“ nur dort, wo tatsächlich etwas in eine Hülle gefüllt wird, z. B. bgs-026 (gefüllte Gans).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="Conkauelit" resp="#fyndling">Der Name des Gerichts, eine Art eingedickter Kirschmus oder Fruchtbrei, möglicherweise abgeleitet vom lateinischen 'concoctum' (Zubereitetes, Gekochtes).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="wiseln" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für Weichseln, eine Sorte Sauerkirschen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="eine guoten [Wort fehlt] machen" resp="#fyndling">An dieser Stelle fehlt im Digitalisat durch einen Zeilenumbruch ein Wort; die Parallelüberlieferung stützt die Ergänzung „Mandelmilch“, wie sie auch in der Übersetzung steht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett (z.B. Schweine- oder Gänsefett), das zur Geschmacksgebung und Sättigung hinzugefügt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="ris mele" resp="#fyndling">Reismehl, wird als Bindemittel zum Andicken des Mus verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="wuertze genuoc" resp="#fyndling">Wörtlich 'genug Gewürze'. Eine allgemeine Anweisung, die eine typische mittelalterliche Gewürzmischung impliziert, oft bestehend aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-083-orig" n="vnd versaltz niht" resp="#fyndling">Die für dieses Buch typische Schlussformel (vgl. dieselbe Wendung am Ende von bgs-001): nach Würzen und Süßen die Mahnung, nicht zu versalzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-083-orig" n="fuelle (Kopfzeile: „Ein guot fuelle.“)" resp="#fyndling">Eine wiederkehrende, generische Rezept-Titelformel im Buch von guter Speise, vergleichbar mit „Ein guot geriht“ oder „Ein guot spise“ - hier also „eine gute Speise“ im Sinne von „ein gutes Gericht“, nicht die Ankündigung einer Füllung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-084-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Sauerkirsch-Kumpost zum Einlagern - eine passierte, mit Honig gesüßte und mit Galgant gewürzte Fruchtzubereitung, die in einem pechausgekleideten Topf aufbewahrt wird. Die fast wortgleichen Schwesterfassungen im Korpus zeigen, worum es geht: die Sauerkirschsauce zur Vorratshaltung m5919-047 ("darin bleibt sie ein Jahr oder vier Jahre gut") und die Weichsel-Latwerge m811-004. In allen drei Fällen werden die Früchte im eigenen Saft gekocht, passiert, und der Brei wird zur Konserve - es ist also eine eingekochte Frucht-Würze, kein modernes süßes Kompott.

Kumpost und der gepichte Hafen. Kumpost (von lat. compositum) meint im Mittelalter eine eingelegte, haltbar gemachte Frucht- oder Gemüsezubereitung. Der hafen, der gebichet si ist ein innen mit Pech ausgekleideter Vorratstopf - das dichte, luftabschließende Gefäß für die Lagerung, das im Schwesterrezept m5919-047 schlicht ein Fass ist. Es gibt keinen Beleg für eine bewusste Fermentation; die Haltbarkeit entsteht durch das Einkochen, den Honig und das dichte Gefäß.

Praxis. Sauerkirschen entstielen und im eigenen Saft weich kochen, bis sie aufbrechen - das Original nennt keine Zeit- oder Mengenangabe, das hängt von der Reife der Früchte ab. Abkühlen lassen, durch ein Tuch oder feines Sieb streichen, um Kerne und Häute zu entfernen. Den passierten Brei nach Geschmack mit Honig süßen und mit etwas Galgantpulver würzen - vorsichtig herantasten, Galgant bringt eine erdig-scharfe, leicht zitronige Note. Wer sofort essen will, lässt nach dem Original die Gewürze weg. Sicherheit: Die historische Pech-Topf-Lagerung heute nicht nachstellen - fertig in sterile Gläser füllen, kühl stellen und binnen weniger Tage verbrauchen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="cumpost / kumpost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#cumpost">Von lat. compositum: eine eingelegte, haltbar gemachte Frucht- oder Gemüsezubereitung - nicht das süße Kompott der Neuzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="wiseln" resp="#fyndling">Weichseln, also Sauerkirschen (auch 'suren wiseln'). Im selben Text synonym 'kirsen' genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="ir eigin brue" resp="#fyndling">Der eigene Saft der Früchte, der beim Kochen austritt - es wird keine Flüssigkeit zugesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="hafen, der gebichet si" resp="#fyndling">Ein innen mit Pech ausgekleideter Vorratstopf - das dichte Lagergefäß. Im Schwesterrezept m5919-047 ist es ein Fass.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-084-orig" n="galgan wuertze" resp="#fyndling">Galgantpulver: ein Ingwergewächs mit scharf-zitronigem Geschmack, in der mittelalterlichen Küche sehr beliebt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-085-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein getrocknetes Sauerkirsch-Fruchtleder - der mittelalterliche Vorläufer des Frucht-Roll-ups. Passierte, mit Honig behandelte Kirschmasse wird dünn ausgestrichen, an der Luft getrocknet und in Stücke geschnitten; gegessen wird sie als ein latwergen (wie eine Latwerge). Das ist die trockene Schwester zum eingekochten Sauerkirsch-Kumpost bgs-084 desselben Buchs und eng verwandt mit der Weichsel-Latwerge m811-004 und der Vorrats-Weichselsauce m5919-047.

Honig: Fläche oder Masse? An der Stelle vnd smir wol mit honige fehlt in unserer Handschrift das Objekt des Schmierens - smir heißt wörtlich „schmieren/bestreichen", nicht „süßen". Der unmittelbar folgende Satzteil vnd schuete die kirsen dor vf (und schütte die Kirschen darauf) setzt voraus, dass zuvor etwas anderes behandelt wurde, auf das die Kirschmasse erst gegossen wird - naheliegend ist die hölzerne Trocknungsunterlage. Wahrscheinlich wird also zunächst das Brett mit Honig bestrichen und danach die passierte Kirschmasse darauf gegossen, statt den Honig direkt in die Masse einzurühren. Da unsere Handschrift das Bezugswort nicht ausschreibt, bleibt dies eine wahrscheinliche, aber nicht letztgültig gesicherte Lesart.

Latwerge und Trocknung. Eine latwerge ist eine süße, dicke Fruchtpaste (auch als Heilmittel/Elektuarium gebräuchlich), gut haltbar und transportabel. Hier wird die Paste nicht eingekocht wie beim Kumpost, sondern durch Lufttrocknung haltbar gemacht: vf holtze an den luft (auf Holzbrettern an der Luft), ersatzweise in einen kuelen hof (an einen kühlen, luftigen Ort). Das Ergebnis ist biegsam, aber nicht mehr klebrig.

Praxis. Sauerkirschen entstielt im eigenen Saft weich kochen (auf kleiner Flamme unter gelegentlichem Rühren, bis genug Saft austritt), abkühlen lassen, durch Tuch oder feines Sieb streichen (Kerne und Häute entfernen). Reichlich mit Honig versehen (Richtwert siehe Zutatenliste) - wahlweise in die Masse eingerührt oder als Schicht auf der Trocknungsunterlage, siehe oben. Sehr dünn (3-5 mm) auf Backpapier ausstreichen. Heute am besten im Dörrautomaten oder Backofen bei niedrigster Temperatur (50-70 °C Umluft, Tür einen Spalt offen) durchtrocknen, bis es biegsam ist. In Stücke schneiden und mit einer süßen Gewürzmischung (wuertzen - Zimt, Ingwer, Nelke, Muskat) bestreuen. Lagerung: Heute luftdicht und kühl aufbewahren, binnen weniger Tage verzehren - die historische Langzeitlagerung bei Raumtemperatur ist nicht zu empfehlen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="wisseln" resp="#fyndling">Weichseln, also Sauerkirschen. Im Text synonym 'kirsen' genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="sines selbes brue" resp="#fyndling">Im eigenen Saft - es wird keine Flüssigkeit zugesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="smir wol mit honige" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#smir">'Smir' ist das Verb schmieren/bestreichen, nicht süßen. Das Objekt fehlt in unserer Handschrift; da der folgende Satzteil voraussetzt, dass die Kirschmasse erst noch auf etwas gegossen wird ('dor vf'), ist vermutlich die Trocknungsunterlage gemeint, die zuvor mit Honig bestrichen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="vf holtze an den luft" resp="#fyndling">Auf Holzbrettern an der Luft - die Trocknungsmethode für das Fruchtleder.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="kuelen hof" resp="#fyndling">Ein kühler, luftiger (Innen-)Hof - der Ersatzort zum Trocknen, falls keine Bretter an der Luft verfügbar sind.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="wuertzen" resp="#fyndling">Gewürze - im Kontext einer süßen Fruchtpaste eine süße Mischung aus Zimt, Ingwer, Nelke, Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-085-orig" n="latwergen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#latwergen">Latwerge: eine süße, dicke Fruchtpaste, oft auch als Heilmittel (Elektuarium) gebräuchlich - gut haltbar und transportabel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-085-orig" n="Einen fladen von wisseln" resp="#fyndling">Die Kirschmasse selbst bildet den 'Fladen' - eine dünn ausgestrichene, getrocknete Fruchtpaste (Fruchtleder).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-085-orig" n="vnd smir wol mit honige" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#smir">Honig wird auf die hölzerne Trocknungsunterlage gestrichen, bevor die passierte Kirschmasse darauf gegossen wird - das Bezugswort für 'smir' fehlt in unserer Handschrift, ergibt sich aber aus dem nachfolgenden 'dor vf' (die Kirschen darauf).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-086-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackener herzhafter Fleisch-Fladen - eine Art Fleisch-Käse-Pastete auf Teigboden. Gekochtes, fein gehacktes Fleisch wird mit Käse und Ei zu einer dicken, streichfähigen Masse gebunden, auf ein Teigblatt gestrichen und im Ofen gebacken. Es ist das erste einer kleinen Reihe von Fleisch-Fladen im Buch von guter Speise (bgs-087 mit Kutteln, bgs-088 und bgs-089 mit Lende/Käse) - alle nach demselben Grundmuster: gekochtes Fleisch + geriebener Käse + Ei, auf Teig gebacken.

Fleisch und Bindung. lumbel (Lende) ist mager, wenste (Bauch/Flanke) saftiger - eine Mischung gibt Geschmack und Feuchtigkeit. Die mitgekochten markhaltigen Knochen (knucken) geben der Füllung zusätzliche Fett- und Geschmackstiefe. Der Käse - im Rezept ausdrücklich halb so viel wie Fleisch - und die Eier (mengez mit eyern, daz ez dicke) binden die Füllung zu einer streichfähigen, nicht zu wässrigen Masse.

Praxis. Rindfleisch mit den Knochen gut weich kochen, dann fein hacken. Käse im Verhältnis von etwa der Hälfte des Fleischgewichts reiben (bei 500 g Fleisch ca. 250 g Käse) und mit den Eiern zu einer dicken, streichfähigen Masse verrühren - bei zu wässriger Füllung mehr Käse oder ein zusätzliches Ei zugeben. Mit Pfeffer würzen. Auf einen ausgerollten Teig (Mürbe- oder Blätterteig) streichen und im Ofen backen, bis die Füllung durchgegart und die Oberfläche gefestigt ist. Heiß servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-086-orig" n="lumbel" resp="#fyndling">Lendenstück - ein mageres, hochwertiges Teilstück.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-086-orig" n="wenste" resp="#fyndling">Bauch oder Flanke - ein fetthaltigeres, saftigeres Teilstück. (Im Schwesterrezept bgs-087 meint 'wensten' dagegen Kutteln/Pansen.)</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-086-orig" n="knucken" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#knucken">Markhaltige Knochen bzw. Knochenmark, die/das mitgekocht werden/wird, um der Füllung zusätzliche Fett- und Geschmackstiefe zu geben.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-086-orig" n="blat von gemaht" resp="#fyndling">Ein vorbereitetes Teigblatt als Boden des Fladens - die Teigart ist nicht festgelegt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-086-orig" n="als vil keses" resp="#fyndling">Halb so viel Käse wie Fleisch - eine feste Mengenrelation, keine freie Ermessensfrage. (Im Schwesterrezept bgs-087 wird dagegen die gleiche Menge Käse wie Fleisch verlangt.)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-086-orig" n="fleisch, do ge von dem lumbel oder von dem wenste" resp="#fyndling">Rindfleisch (Lende oder Bauch) - eine verbreitete, vielseitige Fleischart, die beide genannten Teilstücke liefert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-087-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhafter, im Ofen gebackener Fleisch-Käse-Ei-Fladen - die nächste lebende Verwandtschaft ist eine Quiche bzw. ein offener, herzhafter Fleisch-Käse-Kuchen. Es ist die Kutteln-Variante der Fladen-Reihe im Buch von guter Speise (vgl. bgs-086, bgs-088, bgs-089) und eng verwandt mit gebackenen Fleisch-Käse-Ei-Pasteten wie foc-151 und foc-164 aus der Form-of-Cury.

Die Füllung und ihre Proportionen. als vil keses … als vil des fleisches heißt: gleich viel Käse wie Fleisch - hier aus Kutteln und ausgelöstem Knochenmark, beides fein gehackt. Die Eier machen des viertels als vil aus - etwa ein Viertel der Fleisch-Käse-Masse - und werden gesoten oder gebraten (gekocht oder gebraten) und dann gestrauwet (zerbröselt) untergemischt. So entsteht eine angenehm stückige Füllung aus zartem Fleisch, schmelzendem Käse und körnigen Eiern.

versaltz niht, daz ist auch guot. Der Schlusssatz warnt davor, die Füllung zu übersalzen - nicht davor, sie absichtlich stark zu salzen. Das passt zu einer Füllung, die durch Käse und langgekochtes Fleisch bereits reichlich Eigengeschmack mitbringt.

Praxis. Kutteln (oder ersatzweise Rindfleisch) zusammen mit Knochen lange weich kochen, bis das Fleisch mürbe ist und sich das Mark leicht auslöst; Fleisch und Knochenmark fein hacken (zusammen ca. 250-300 g). Gleich viel kräftigen Hartkäse reiben (Bergkäse, reifer Gouda). Eier hart kochen oder als Rührei braten, grob zerbröseln und untermischen (etwa ein Viertel der Masse, 2-3 Eier). Salzen, aber nicht übertreiben. Auf ein Teigblatt geben, in den Ofen schieben und backen, heiß servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-087-orig" n="wensten" resp="#fyndling">Kutteln/Pansen (Magen von Wiederkäuern) - so hier gedeutet. Im Schwesterrezept bgs-086 bezeichnet 'wenste' dagegen den Bauch/die Flanke, dort ausdrücklich als Alternative zur Lende genannt; auch eine unabhängige Glossierung desselben Handschriftentextes stützt eher diese zweite Lesart. Die Zuordnung bleibt daher nicht restlos sicher.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-087-orig" n="knucken" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#knucken">Knochenmark, nicht bloß 'Knochen' - wird ausgelöst und fein gehackt in die Füllung gegeben, nicht nur als Suppenknochen für den Sud verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-087-orig" n="wol gesoten" resp="#fyndling">Gut gesotten, lange weich gekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-087-orig" n="gestrauwet" resp="#fyndling">Gestreut/zerbröselt - hier die gekochten oder gebratenen Eier, die zerkleinert untergemischt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-087-orig" n="des viertels als vil" resp="#fyndling">Etwa ein Viertel so viel (Eier) wie die Fleisch-Käse-Masse - eine Mengen-Faustregel.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-087-orig" n="versaltz" resp="#fyndling">Übersalzen. Die vorliegende Transkription liest den Schlusssatz ohne Verneinung; andere Überlieferungen belegen 'versaltz niht' (nicht übersalzen) - die Anweisung ist demnach eine Warnung, keine Aufforderung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-087-orig" n="wensten" resp="#fyndling">Kutteln/Pansen - die zerlegte Magenwand von Wiederkäuern, lange gekocht ein klassisches Innereien-Gericht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-088-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhafter, offener Fleisch-Käse-Fladen auf einem Teigboden, in den ganze, ungeschlagene Eier gesetzt werden - näher an einer Torta Pasqualina/Torta Rustica (sichtbares ganzes Ei beim Anschnitt) als an einer französischen Quiche mit verquirlter Ei-Masse. Verwandt mit der Schweinefleisch-Pastete foc-151, der Fleisch-Käse-Torte mar-133 und dem Fladen mit Fleischfüllung mon-162; innerhalb des Buchs von guter Speise am engsten verwandt mit bgs-086, bgs-087 und bgs-089, die dieselbe Formel in Serie variieren.

Die Fleisch-Käse-Masse. Fleisch und lumbel (Lende) werden zerkleinert, ein Viertel des Fleischgewichts an geriebenem Hartkäse untergemengt und mit Gewürzen "genug" (wuertze genuoc) abgeschmeckt - der Text nennt keine konkreten Sorten. Vermengt wird die Masse mit Eiern: Der Wortlaut an dieser Stelle ist knapp, doch die unmittelbar benachbarten Fladen-Rezepte im selben Buchabschnitt mischen an genau derselben Stelle der Formel ausdrücklich "mit eyern" - naheliegend also, dass auch hier Eier das Bindemittel sind.

Der Fladen und die ganzen Eier. Die Masse wird auf einem ausgerollten Teigboden (blat) geformt und großzügig durchstochen. Zusätzlich zu den untergemischten Eiern werden weitere, ganze und ungeschlagene Eier (eier als gantz) in die Füllung gesetzt; sie werden beim Anschneiden sichtbar und sind vor allem ein Blickfang, keine zusätzliche Bindung im technischen Sinn.

Praxis. Der Text nennt weder Ofentemperatur noch Backzeit, nur dass der Fladen heiß aufgetragen wird - er muss also durchgegart sein, bevor er auf den Tisch kommt. Im Lager braucht es dafür einen Backofen-Ersatz (Dutch Oven mit Glut auf dem Deckel oder Lehmofen); reines Topffeuer reicht nicht. Die Füllung hat laut Text keine zusätzliche Flüssigkeit außer Käse und Ei - roh gemischt und direkt gebacken, kann sie leicht krümelig oder trocken geraten; sorgfältiges Durchmengen der Masse vor dem Formen hilft dagegen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-088-orig" n="lumbel" resp="#fyndling">Lende, ein hochwertiges, zartes Stück Fleisch, oft vom Schwein oder Rind.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-088-orig" n="vierdigteil als vil keses" resp="#fyndling">ein Viertel so viel Käse wie Fleisch - also ein Mengenverhältnis Käse:Fleisch von etwa 1:4.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-088-orig" n="vnd menge daz wol mit" resp="#fyndling">menge das gut zusammen (mit ein = untermischen). Im Manuskript fehlt an dieser Stelle das Objekt; die unmittelbar benachbarten Fladen-Rezepte im selben Abschnitt haben an genau derselben Stelle der Formel "mit eyern" (mit Eiern) - eine ausgelassene Nennung von "eyern" ist daher naheliegender als eine rein adverbiale Lesart von "mit".</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-088-orig" n="ein blat wol gemaht" resp="#fyndling">eine gut gemachte (ausgerollte) Teigplatte als Boden des Fladens, kein Backblech und kein Pflanzenblatt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-088-orig" n="eier als gantz drin" resp="#fyndling">ganze, ungeschlagene Eier werden zusätzlich in die Füllung gesetzt - sichtbar beim Anschneiden, eine Technik, die eher an die spätere Torta Pasqualina (ganze Eier in der Füllung) erinnert als an eine französische Quiche mit verquirlter Ei-Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-088-orig" n="vnd menge daz wol mit" resp="#fyndling">Das Objekt fehlt im Manuskript; gemeint sind vermutlich "eyern" (Eier) - so wie an der exakt gleichen Stelle der Formel in den Nachbarrezepten bgs-086 und bgs-087, die dort ausdrücklich "mit eyern" mischen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-089-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein deftiger, gebackener Fleisch-Fladen bzw. eine Pastete: Lendenfleisch mit Käse, Eiern und Speck auf einem Teigboden, der zusätzlich eine Schicht aus Schweine- oder Kalbsfüßen trägt. Es schließt die kleine Fladen-Reihe des Buchs von guter Speise ab (bgs-086, bgs-087, bgs-088) - alle nach dem Muster Fleisch + geriebener Käse + Ei auf Teig gebacken. Der Schlusssatz, dies werde auch ein bastede von guoten huenren (eine Pastete aus guten Hühnern) genannt, ist ein typischer assoziativer Verweis auf eine verwandte Pastetenform - im selben Buch findet sich mit bgs-092 tatsächlich eine mit Huhn gefüllte Variante derselben Fladenform.

Die Füße als Bindung. clawen oder kalbz fuezze drunder geworren - mhd. geworren (zu werren, vgl. nhd. „verworren“) heißt hier „darunter gemischt/eingearbeitet“, nicht „gekocht“; wie die Füße selbst zubereitet wurden, sagt der Text nicht. Die mhd. fuoz meint im Kochkontext die unteren Beinabschnitte mit Knöchel und Sehnen (dt. Eisbein/Beinscheibe), nicht die Hufe - lange gegart geben sie viel Gelatine ab und machen den Boden saftig und bindig, dasselbe Prinzip wie bei Sülzen und Pastetenböden.

Praxis. Da rohe Füße in der kurzen Backzeit eines Fladens nicht durchgaren, empfiehlt es sich, Schweine- oder Kalbsfüße vorab weich zu kochen und als erste Schicht auf den ausgerollten Teig zu verteilen - der Text selbst beschreibt nur das Ergebnis, nicht diesen Vorbereitungsschritt. Für die Füllung Lendenfleisch (Richtwert 500 g) mit geriebenem Hartkäse (ein vierteil, ca. 125 g), 2-3 Eiern und reichlich Speck (machz veizt mit specke, 100-150 g) mischen und auf die Füße-Schicht streichen. Mit robustem Mürbe- oder Pastetenteig im Ofen backen, bis die Füllung gestockt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="lumbel" resp="#fyndling">Lendenfleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="vierteil kes" resp="#fyndling">Ein Viertel(pfund) Käse, etwa 110-125 g (mhd. Pfund ca. 450-500 g).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="veizt" resp="#fyndling">Fett, reichhaltig - hier: die Füllung mit Speck fett/saftig machen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="clawen / kalbz fuezze" resp="#fyndling">Klauen bzw. Kalbsfüße - im Kochkontext die gelatinereichen unteren Beinabschnitte (Eisbein/Beinscheibe), die den Boden binden und saftig machen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="geworren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geworren">Zu mhd. 'werren' (verwirren, hineinmischen, vgl. nhd. 'verworren') - hier 'darunter gemischt/eingearbeitet', nicht 'gekocht'. Der Text macht zur Zubereitung der Füße selbst keine Angabe.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-089-orig" n="bastede" resp="#fyndling">Pastete - ein Fleischkuchen mit Teighülle bzw. Teigboden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-089-orig" n="kalbz fuezze" resp="#fyndling">Mhd. 'fuoz' bezeichnet im Kochkontext die gelatinereichen unteren Beinabschnitte mit Knöchel und Sehnen (dt. Eisbein/Beinscheibe), nicht die Hufe. Sie werden für ihre Gelatine in Sülzen und Pastetenböden klassisch verbaut und geben dem Fladenboden hier die Bindung. Die Übersetzung 'Kalbsfüße' ist im deutschen Kochbuch-Idiom seit Jahrhunderten für genau dieses Teilstück etabliert und wurde beibehalten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-090-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine doppelte Fleisch-Farce-Konstruktion: Eine Hülle aus fein gehackter Kalbsleber mit Speck umschließt beim Backen einen bereits vorbereiteten Hohlbraten aus Kalbfleisch - eine um einen Spieß geformte, gebratene Farce, die nach dem Entfernen des Spießes hohl ist und in Ringe geschnitten und gefüllt wird (die genaue Bauweise zeigt das verwandte Rezept Hohlbraten von Kalbfleisch). Beim Anschnitt wird so ein zweiter, gefüllter Fleischkern sichtbar - ein Gericht im Gericht, näher an einer Ballotine oder Galantine mit eingebettetem Kern als an einer einfachen Leberpastete. Es gehört zur großen Fladen-Reihe des Buchs (bgs-086 bis bgs-093), die den Begriff fladen nicht als Brot, sondern als gebackene, oft eingefasste Fleisch-/Käse-Masse versteht.

Zur Lesart „Hohlbraten". Ältere Lesarten übersetzen die Stelle als „Hohlbrot" (ausgehöhltes Brot). Die morphologische Zerlegung in der MHDBDB (hol + brâten), ein Beleg im Schweizerischen Idiotikon („Holbraten von Kalbfleisch") sowie der korpuseigene Beleg kkm-065 mit exakt gleichem Namen und passender Bauanleitung sprechen für „Hohlbraten". Auch die Harsch-Edition schreibt die Stelle zweigliedrig „hol bröten" - der Umlaut passt eher zu brâten als zu brot.

Welche Leber, welcher Speck. Gruener speck meint frischen, ungeräucherten Speck (siehe auch bgs-091/093) - er bringt das Fett, das die magere Leber saftig hält. Hacke Leber und Speck fein, aber nicht zu Püree (ein grobes Tatar-Korn gibt Biss). Als Startpunkt etwa zwei Teile Leber auf einen Teil Speck.

Der Hohlbraten. Der Text setzt einen bereits vorbereiteten, gut gelungenen (wol gemaht) Hohlbraten voraus und nennt seine Herstellung nicht - offenbar bekanntes Küchenwissen. Er wird wol zweier vinger breit (ein gutes Zweifingermaß) in Ringe geschnitten und mit einer guoten fuelle gefüllt. Was diese Füllung enthält, sagt der Text nicht - das war offenbar eine bekannte Standardfüllung, die der Koch frei wählte.

Praxis. Wer keinen vorbereiteten Hohlbraten zur Hand hat, folgt der Bauanleitung aus Hohlbraten von Kalbfleisch: Kalbfleisch-Farce um einen stabilen Spieß formen, am Feuer braten, Spieß entfernen. Die entstandenen Ringe (ca. zwei Finger breit) mit einer Füllung nach Wahl füllen (z. B. gewürztes Hackfleisch oder Pilze). Hacke daneben 500 g Kalbsleber und 200 g frischen Speck fein, würze kräftig (z. B. mit Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelke). Setze die gefüllten Hohlbraten-Ringe in eine ofenfeste Form, umgib sie mit der Lebermasse und backe, bis die Masse fest und die Oberfläche leicht gebräunt ist - Zeit und Temperatur nennt der Text nicht, als Richtwert dienen moderate Ofenhitze und etwa eine Stunde. Serviere heiß, wie der Text es ausdrücklich verlangt (trage in als heiz hin), in dicken Scheiben, damit der gefüllte Kern sichtbar wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-090-orig" n="fladen" resp="#fyndling">Fladen - im Buch von guter Speise meist keine Brotsorte, sondern eine gebackene, eingefasste Fleisch- oder Käse-Masse; hier dient die Lebermasse selbst als Hülle.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-090-orig" n="gruenen speckes" resp="#fyndling">Frischer, ungeräucherter Speck (nicht „grün" im Sinn der Farbe) - liefert das Fett, das die magere Leber saftig hält.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-090-orig" n="holbroten" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#holbroten">Hohlbraten - eine um einen Spieß geformte, gebratene Kalbfleisch-Farce, die nach dem Entfernen des Spießes hohl ist und sich in Ringe schneiden und füllen lässt (vgl. kkm-065, „Hohlbraten von Kalbfleisch"). Die ältere Lesart „Hohlbrot" ist philologisch schwächer belegt (siehe interpretive_choices).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-090-orig" n="eyner guoten fuelle" resp="#fyndling">Eine „gute Füllung" - der Text nennt keine, das war offenbar eine bekannte Standardfüllung nach Wahl des Kochs, mit der die Ringe des Hohlbratens gefüllt wurden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-090-orig" n="gesetz in den fladen" resp="#fyndling">Der gefüllte Hohlbraten-Ring wird in die zuvor bereitete Lebermasse (den „Fladen") eingebettet und gemeinsam gebacken - „in" spricht für ein Einbetten, nicht ein bloßes Auflegen. Die Harsch-Edition liest an dieser Stelle „giutz" (von giezen/gießen) statt „gesetz" (von setzen); unser Transkript folgt der in sich stimmigen Gloning-Lesart „gesetz".</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-090-orig" n="eynen holbroten" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#holbroten">Hohlbraten - ein Ring-/Röhrenstück aus Kalbfleisch-Farce, wie es der korpuseigene Beleg kkm-065 („Hohlbraten von Kalbfleisch") beschreibt: eine Farce wird um einen Spieß geformt und gebraten; nach dem Entfernen des Spießes bleibt ein hohler Fleischzylinder zurück, der sich in Ringe schneiden und füllen lässt. MHDBDB-Morphologie (hol+brâten), das Schweizerische Idiotikon („Holbraten von Kalbfleisch") und die Harsch-Edition (zweigliedrig „hol bröten") stützen diese Lesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-091-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhafter, gebackener Fladen auf einem Teigboden - im Geiste eine mittelalterliche Quiche oder Fleisch-Tarte, hier mit Schweinebauch, Geflügel-Innereien, Käse und einer Birne. Teil der großen Fladen-Reihe des Buchs (bgs-086 bis bgs-093); die süß-herbe Note der Birne hebt es von den reinen Fleisch-Käse-Fladen (bgs-088/089/092) ab. Die Kombination aus Hühnerleber und Hühnermagen ('Hühnerklein') mit fettem Bauchfleisch und Obst in einer offenen Teigkruste hat lebendige Verwandte bis heute - herzhafte Quiches und Tartes mit Geflügelklein.

Die Zutaten. Fleische von den wensten ist Bauch-/Flankenfleisch (vgl. bgs-086, bgs-093), fettreich und saftig. Swertelech von gruenen swarten sind kleine Streifen ('Schwertchen') von frischer, ungeräucherter Schweineschwarte - sie liefern beim Backen Fett und etwas Gelatine, die die Masse zusammenhalten. Dazu huenerlebern (Hühnerleber) und ein Viertel(-Pfund) Käse.

Megelech - Hühnermagen, nicht Knochenmark. Megelech leitet sich von mittelhochdeutsch 'mage' (Magen) ab und bezeichnet den Muskelmagen vom Huhn - zusammen mit der Hühnerleber also klassisches Hühnerklein. Da der Magen zähes Muskelgewebe ist, sollte er fein gewürfelt werden, damit er in der Backzeit gar wird.

Die Birne. Snit ein birn lengeleht - eine feste Birne wird der Länge nach in Scheiben geschnitten und untergemischt. Eine feste Kochbirne (Conference, Williams) zerfällt nicht und bringt eine süß-säuerliche Note, die das fette Fleisch kontert.

Der Boden. Vf sin blat heißt 'auf sein (Teig-)Blatt', also auf einen ausgerollten Teigboden in einer flachen Form - daher die Tarte-Lesart, nicht ein Fladenbrot. Das Backen auf offenem Teigboden braucht echte Oberhitze; am reinen Topffeuer wird der Boden nicht gar (siehe Lagerküche-Hinweis).

Praxis. Schneide 500 g Schweinebauchfleisch in Stücke und die 100 g frische Schwarte in dünne Streifen. Schneide 150 g Hühnerleber und 50 g Hühnermagen klein - der Magen ist zäh und sollte fein gewürfelt werden, damit er in der Backzeit durchgart. Schlage 3-4 Eier unter, reibe 125 g kräftigen halbfesten Käse dazu und hebe die in dünne Scheiben geschnittene feste Birne unter. Der Text nennt keine Gewürze; wer mag, salzt und pfeffert nach eigenem Geschmack. Auf einen Mürbeteigboden geben und im Ofen backen, bis Boden goldbraun und Füllung gestockt ist - als Orientierung etwa 180 °C für 30-40 Minuten (moderne Schätzung, der Text selbst nennt nur 'lass es backen' ohne Zeit- oder Temperaturangabe). Warm servieren (tragez hin).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-091-orig" n="wensten" resp="#fyndling">Bauch-/Flankenfleisch (vom Schwein); fettreich und saftig - vgl. bgs-086, bgs-093.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-091-orig" n="swertelech von gruenen swarten" resp="#fyndling">Kleine Streifen ('Schwertchen') von frischer, ungeräucherter Schweineschwarte - liefern Fett und Gelatine zur Bindung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-091-orig" n="megelech" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#megelech">Hühnermagen (Muskelmagen), nicht Knochenmark - zusammen mit der Hühnerleber klassisches Hühnerklein.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-091-orig" n="vierteil kes" resp="#fyndling">Ein Viertel(-Pfund) Käse, also etwa 125 g - 'Viertel' als Pfund-Bruchteil ist die übliche Mengenangabe des Buchs.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-091-orig" n="vf sin blat" resp="#fyndling">Auf seinen Teigboden ('Blatt') - ein ausgerollter Teig als Tarte-Unterlage, kein Fladenbrot.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-091-orig" n="gruenen swarten" resp="#fyndling">Frische, ungeräucherte Schweineschwarte ('grün' = frisch, wie bei 'grünem Speck' in bgs-090/093) - liefert Fett und gelierende Gelatine.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-091-orig" n="megelech" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#megelech">Hühnermagen (Muskelmagen) - gestützt durch die CoReMA-Sachglosse zur selben Handschrift (München UB, Cim. 4 / CoReMA-Sigle M11, Rezept 95: wortgleicher Text, 'megelech' dort als Hühnermagen glossiert) sowie das MHDBDB-Bedeutungsfeld zu 'mage' ('Organe von Vögeln'). Dieselbe Schreiberhand nutzt im unmittelbar vorangehenden Rezept mit 'knucken' ein eigenes, anderes Wort für Knochenmark.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-092-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackener Fleisch-Käse-Fladen mit dekorativer Pasteten-Krone - im Geiste eine mittelalterliche Fleischtarte, deren Oberseite mit drei kleinen Pasteten zu einem schildförmigen Muster gekrönt wird. Engste Verwandte sind die übrigen Fleisch-Käse-Fladen derselben Reihe (bgs-088, bgs-089), die sich nur in Details unterscheiden; die Pasteten-Dekoration ist hier die Besonderheit.

Das Fleisch. Fleische von lumbeln ist Lendenfleisch (mageres Edelstück, Rind oder Schwein). Es wird erst wol gesoten (gut weich gekocht), dann fein gehackt - das Vorkochen macht das magere Fleisch zart genug für eine saftige Füllung, die dann nur noch gebunden und gebacken werden muss.

Die Bindung. Ribe keses genuoc und slahe eyer auch genuoc drin: geriebener Hartkäse und genügend Eier binden die Masse - das zeittypische Trio aus gegartem Fleisch, Käse und Ei (vgl. bgs-087/088). Der Käse bringt Salz mit, daher die ausdrückliche Warnung versaltz niht.

Die Pasteten-Krone. Gesetz dri ecken von basteln als ein schilt - drei kleine Pasteten ('basteln') werden schildförmig auf den Fladen gesetzt. Im Buch von guter Speise bezeichnet 'bastel' an anderer Stelle ausdrücklich einen 'Pastetenkopf' (bgs-094, bgs-095) - hier sind es also keine bloßen Teigstreifen, sondern kleine, eigens gefüllte Gebäckstücke, die wie ein Wappenschild angeordnet werden.

Die Hühner-Füllung. vnd mit huenren gefuelt - unklar bleibt, ob die drei Pasteten-Ecken selbst mit Hühnerfleisch gefüllt sind oder der große Fladen zusätzlich damit gefüllt wird. Unser Transkript-Ausschnitt endet kurz danach bei versaltz niht - das ist eine Eigenschaft dieses Ausschnitts, keine gesicherte Aussage über die ganze Überlieferung.

Praxis. Koche 250-300 g Lendenfleisch weich und hacke es fein. Mische 100-150 g geriebenen Hartkäse und 2-3 Eier unter und würze kräftig - sparsam salzen, der Käse bringt bereits Salz mit. Fülle die Masse auf einen Teigboden, forme drei kleine Pasteten und setze sie schildförmig darauf. Backe in einem Ofen mit guter Oberhitze (Dutch Oven mit Glut auf dem Deckel oder Lehmofen), bis Käse und Ei gestockt und der Teig gebräunt sind - über offener Flamme allein gart der Fladen nicht durch. Lauwarm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-092-orig" n="lumbeln" resp="#fyndling">Lendenfleisch (mageres Edelstück, Rind oder Schwein) - wird erst weich gekocht, dann gehackt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-092-orig" n="siedez wol" resp="#fyndling">Gut weich kochen - das Vorgaren macht das magere Lendenfleisch zart genug für eine saftige Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-092-orig" n="basteln" resp="#fyndling">Kleine, eigens gefüllte Pasteten - im Buch von guter Speise sonst als 'Pastetenkopf' bezeichnet (bgs-094, bgs-095), keine bloßen Teigstreifen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-092-orig" n="schilt" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schilt">Wappenschild - drei aufgesetzte Pasteten-Ecken gliedern den Fladen schildförmig; ein höfisch-repräsentatives Detail.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-092-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">Nicht versalzen - wichtig, weil der geriebene Käse bereits viel Salz mitbringt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-092-orig" n="huenren" resp="#fyndling">Hühner(-fleisch) - korpusweit klar als Huhn belegt. Unklar bleibt nur, ob damit die Pasteten-Ecken oder der große Fladen zusätzlich gefüllt sind; unser Transkript-Ausschnitt endet kurz danach.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-092-orig" n="vnd mit huenren gefuelt" resp="#fyndling">Unklar bleibt, ob die drei Pasteten-Ecken selbst mit Hühnerfleisch gefüllt sind oder der große Fladen zusätzlich damit gefüllt wird - unser Transkript-Ausschnitt endet kurz danach, eine sichere Entscheidung erlaubt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-093-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackener Fleischfladen auf Teigboden, reich mit Walnüssen und Speck - im Geiste ein Hackbraten in der Tarte, festlich mit Teig-Zierstücken besetzt. Teil der Fladen-Reihe des Buchs (bgs-086 bis bgs-093); die Walnüsse und der aufwendige Teig-Schmuck heben es von den schlichteren Fleisch-Käse-Fladen ab.

Das Fleisch. Fleische von wensten ist Bauch-/Flankenfleisch (vgl. bgs-086, bgs-091), fettreich. Der Text verlangt, es erst gut weich zu kochen und dann klein zu hacken - dieselbe zweistufige Technik wie im Nachbarrezept bgs-092. Dazu kommen gewürfelter Speck (zusätzliches Fett) und Eier zum Binden.

Die Walnüsse. Welische nuezze gevierteilt - geviertelte Walnüsse ('welsche Nüsse'). Geviertelt, nicht gemahlen: sie bleiben als knackige Stücke in der Füllung erkennbar, ein damals geschätzter Kontrast in herzhaften Massen.

Der Teig-Schmuck. Schoene bastel fuenfe - fünf schöne Teig-Zierstücke: eines in die Mitte, vier an die Ränder, angeordnet wie die Punkte in den Ecken eines Würfel-Fünfer-Auges. In anderen Rezepten derselben Buch-Reihe (bgs-094, bgs-095) sind 'bastel' gefüllte, hohle Pastetenschalen - hier nennt der Text jedoch keinen Füllhinweis, daher bleibt die Deutung als reine Teigverzierung am plausibelsten.

Praxis. Kocht 500 g Bauchfleisch weich, hackt es dann klein, und mischt 100 g gewürfelten Speck, 100 g geviertelte Walnüsse und 2 Eier unter. Würzt reichlich mit einer Gewürzmischung aus Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und Salz - der Text nennt keine Mengen, nach Geschmack dosieren. Füllt die Masse auf einen ausgerollten Mürbeteigboden und setzt die Teig-Zierstücke auf. Der Text nennt nur 'und backt ihn', ohne Zeit oder Temperatur - in der Praxis bewährt sich 180 °C für 45-60 Minuten, bis der Fladen goldbraun und durchgebacken ist.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-093-orig" n="wensten" resp="#fyndling">Bauch-/Flankenfleisch (vom Schwein); fettreich - dasselbe Stück wie in bgs-086 und bgs-091. Eine parallele Textfassung liest an dieser Stelle einen zusätzlichen Vor-Koch-Schritt ('erst gut weich kochen, dann klein hacken') - dieselbe Formel wie im unmittelbaren Nachbarrezept bgs-092 ('gut sieden, dann klein hacken').</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-093-orig" n="welische nuezze gevierteilt" resp="#fyndling">Geviertelte Walnüsse ('welsche Nüsse') - geviertelt, nicht gemahlen, bleiben sie als knackige Stücke erkennbar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-093-orig" n="bastel" resp="#fyndling">Teig-Zierstücke, hier fünf Stück als festliche Verzierung. Der Begriff 'bastel' meint im Buch von guter Speise sowohl flache Zierstücke (wie hier) als auch gefüllte, hohle Pastetenschalen (vgl. 'bastel kopf ... mit huenren gefuellet' in bgs-094/bgs-095) - für bgs-093 selbst nennt der Text keinen Füllhinweis, daher bleibt die Lesart als reine Zierform am plausibelsten.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-093-orig" n="ein zinke vf einen wuerfele" resp="#fyndling">Beschreibt vermutlich die Anordnung der vier Eck-'bastel': angeordnet wie die vier Punkte in den Ecken eines Würfel-Fünfer-Auges (ein Punkt Mitte + vier Ecken = Quincunx-Muster), nicht ein eigenständiges sechstes Zierstück.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-093-orig" n="ein zinke vf einen wuerfele" resp="#fyndling">Vergleichsformel für die Anordnung der vier Eck-bastel: wie die vier Punkte in den Ecken eines Würfel-Fünfer-Auges (Quincunx-Muster), keine separate sechste Verzierung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-094-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine opulente Prunkplatte - ein Schaugericht (Entremet), das auf einem gebackenen Fleischfladen einen senkrechten Aufbau aus Spießen, Bratenstücken, einem leeren Pastetenkopf und gebackenen Vögeln trägt, umrahmt von einem Kranz aus goldgelb gefärbten Press-Stücken und kleinen Küchlein. Solche Schauessen dienten der Demonstration von Reichtum und Kochkunst auf der Festtafel. Verwandte Schauessen mit aufgesetzten Vögeln: bgs-095 (das nächste Rezept des Buchs), mha-289 (Tiergarten), via-171 und foc-164 (Prunkpasteten mit Vögeln).

Die Basis. Der Fladen ist im Kern derselbe Fleisch-Käse-Fladen wie in bgs-088/092: fein gehacktes Fleisch, ein Viertel(-Pfund) Käse, Gewürze, genug Eier und Speck, dazu Viertel von Hühnern. Gebacken im Ofen, dann auf eine schibe (Servierplatte) gelegt - sie bildet die tragende Unterlage des ganzen Aufbaus.

Der senkrechte Aufbau. Vier spizze ... eines vingers, einer eln lanc - vier fingerdicke, ellenlange (ca. 50-60 cm) Spieße werden mittig in den Fladen gesteckt. Darauf ein zerstoßener halber Braten als Masse, dann ein bastel kopf (Pastetenkopf, eine hohle Teigform), ausdrücklich ler (leer) - reines Schauobjekt. An jeden Spieß kommen halbe Bratenstücke und ein Küchlein. Wie die Spieße dabei den Pastetenkopf und die Bratenstücke tragend halten, sagt der Text nicht - das bleibt eine offene Frage der Rekonstruktion.

Der goldene Kranz. Milich mit eyern vnd mit saffran wol geferwet - Milch wird mit Eiern und Safran gelb gefärbt, in ein Tuch gegossen und mit Steinen beschwert, bis sie trocken und fest ist. Das ist eine gepresste, goldgelbe Eier-Milch-Masse (Verwandte des Mandel-/Eierkäses), die fingergroß und spannenlang geschnitten wird. Diese Stücke bilden mit kleinen, mit Blättern gebackenen Küchlein einen runden Kranz (sinewel ... einen krantz) um den Fladen. Obenauf kommen gebackene Vögel.

Praxis (Schaugericht). Dies ist kein Alltagsessen, sondern eine Bühnenkomposition. Backe den Fleischfladen wie bgs-088 als feste, tragfähige Basis. Forme den Pastetenkopf und backe ihn hohl. Presse die Safran-Eier-Milch im Tuch unter Gewicht, bis sie trocken und schnittfest ist - eine leuchtend goldgelbe Masse. Für die Farbe ausschließlich saffran verwenden - das periodentreue Gelb. Setze alles zur opulenten Platte zusammen: feste Basis, aufgespießte Bratenstücke, goldener Kranz, ganze Vögel als Krönung. Es zählt die Optik, nicht die Bekömmlichkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="fuelle" resp="#fyndling">Füllwerk - hier der Name des Gerichts: ein aufgebautes Schaugericht, keine bloße Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="reigel vf der schiben" resp="#fyndling">Riegel auf der Platte - ein tragendes oder gliederndes Element auf der Servierplatte, das den Aufbau hält; genaue Form unklar.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="schibe" resp="#fyndling">Scheibe/Platte - die Servierplatte als tragende Unterlage des gesamten Aufbaus.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="spizze ... einer eln lanc" resp="#fyndling">Vier fingerdicke, ellenlange (ca. 50-60 cm) Spieße, mittig in den Fladen gesteckt - die senkrechte Achse des Schauaufbaus.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="bastel kopf ... ler" resp="#fyndling">Pastetenkopf - eine hohle, geformte Teighülle, ausdrücklich leer ('ler') aufgesetzt: reines Schauobjekt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="milich mit saffran wol geferwet ... untz ez trucken" resp="#fyndling">Mit Safran gelb gefärbte Eier-Milch, gekocht, im Tuch unter Steinen zu einem festen goldgelben Block gepresst - dann geschnitten als Kranz-Element (verwandt mit Eier-/Mandelkäse).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-094-orig" n="sinewel ... krantz" resp="#fyndling">Rund ('sinewel') als Kranz - die Press-Stücke und Küchlein werden ringförmig um den Fladen gelegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-094-orig" n="Einen fladen von guotem wol cleine gehacket" resp="#fyndling">Die knappe Wendung 'von gutem fein gehacktem' meint Fleisch - die weiteren Zutaten (Speck, Hühner) und die Parallele zu den Fleisch-Käse-Fladen bgs-088/092 machen das eindeutig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-094-orig" n="gestozzen cleine spizze" resp="#fyndling">Zerstoßene kleine Stücke (von Fleisch oder Press-Masse), die ringsum als Kranz angeordnet werden - 'spizze' hier nicht die Holzspieße, sondern spitz geformte Speise-Stücke.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-095-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein spätmittelalterliches Schaugericht (Entremet), kein Alltagsgericht: ein herzhafter Hühner-Apfel-Fladen, mit Ei gebunden und gebacken - am ehesten vergleichbar mit einer heutigen herzhaften Quiche oder Frittata aus Fleisch, Obst und Ei -, trägt einen kunstvoll geformten Pastetenkopf (gefüllt mit Hühnerfleisch, vergleichbar einer gefüllten Fleischpastete), goldgelb mit Safran-Ei glasiert. Garniert wird mit zerstoßenem Eigelb, zu Blumen geschnittenem Eiweiß und ringsum aufgespießten Küchlein. Verwandt mit der Prunkplatte bgs-094, dem direkten Vorgänger im Buch und dem einzigen echten Konstruktions-Zwilling (gleiches Fladen-Spieß-Pastetenkopf-Bauprinzip); mha-289 und via-171 gehören zwar zum selben Schaugericht-Genre, folgen aber einem anderen Grundverfahren.

Der Fladen. Vierteil huenren ... wuerfeleht epfele ... mengez mit eyern - geviertelte Hühner, gewürfelte Äpfel, gut gewürzt, mit Eiern gebunden und im Ofen gebacken. Die Äpfel bringen die süß-herbe Note zum Geflügel. Der Fladen muss fest genug sein, um den Kopf zu tragen - der Text selbst nennt dafür keine Lösung jenseits der Spieß-Konstruktion.

Die Stabilisierung. Zwene starke spizze ... als einen vinger mitten drin gestecket - der gebackene Fladen wird auf zwei kräftige Spieße gelegt, ein dritter (fingerdicker) mittig durchgesteckt. Das Prinzip (Spieße als Ständer) ist nachvollziehbar, doch der Text lässt offen, wie der Pastetenkopf am Fladen befestigt wird und ob eine Ruhe- oder Trockenzeit dazwischenliegt - die Standfestigkeit bleibt der unsichere Punkt der Konstruktion.

Der goldene Kopf. Ein bastel kopf ... mit huenren wol gefuellet - eine Pastetenkopf-Hülle aus Teig, mit gekochtem Huhn gefüllt, auf einem Rost dick mit safrangelb gefärbtem Ei bestrichen, damit er leuchtend goldgelb backt. Die Farbe kommt vom saffran - das periodentreue Gelb, kein moderner Behelf. An dieser Stelle steht im Text das ungeklärte Wort „drue“ (siehe interpretive_choices) - ohne gesicherte Bedeutung.

Die Garnitur. Eyerstotern herte ... in bluomen gesniten von wizzen eiern - hartgekochtes Eigelb wird zerstoßen und aufgestreut, hartes Eiweiß zu Blumen geschnitten und darübergesetzt. Dazu kleine gebackene Küchlein auf Spießen, die das Ganze ringsum umrahmen (vemme den besetzet).

Praxis. Backe den Hühner-Apfel-Fladen fest: geviertelte, rohe Hühnerteile (ca. 500 g), 2-3 gewürfelte Äpfel, 2-3 Eier, Pfeffer/Ingwer/Zimt zusammen in eine Form geben und im Ofen backen, bis die Eimasse fest ist und trägt - im Original werden Huhn und Fladen gemeinsam gebacken, das Huhn wird also nicht vorab gekocht. Forme separat den Pastetenkopf aus festem Teig, fülle ihn mit gekochtem, gewürztem Hühnerfleisch, bestreiche ihn großzügig mit safrangelbem Ei und backe ihn goldgelb auf einem Rost. Auf den Fladen setzen, mit zerstoßenem Eigelb und Eiweiß-Blumen garnieren, mit aufgespießten Küchlein umrahmen. Es ist ein Fest für die Augen - die Standfestigkeit des Aufbaus bleibt dabei der kritische, vom Text nicht gelöste Punkt.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="heidenische haubt" resp="#fyndling">'Heidnische Köpfe' - ein etabliertes Gattungs-/Motivlabel der mittelalterlichen Kochliteratur, auch belegt als 'heidenische kuochen' (Grimms Wörterbuch) und im Korpus-Twin m5919-086 ('Heidnische Kuchen', ein anderes Gericht). Der Name spielt vermutlich auf fremdartig-groteske Kopfformen bei Festtafel-Schaustücken an - sicher belegt ist das aus dem Text selbst nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="wuerfeleht epfele" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wuerfeleht">Gewürfelte Äpfel - bringen die süß-herbe Note zum Geflügel (Apfel-zu-Huhn-Logik).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="bastel kopf" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bastel-kopf">Pastetenkopf - eine geformte, mit Fleisch gefüllte Teighülle, hier das Herzstück des Aufbaus (keine Sülze, kein Korb).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="drue gesoten" resp="#fyndling">Unklares Wort - im gesamten Korpus nur an dieser Stelle belegt (Hapax). Bleibt ungeklärt; siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="beslagen mit eiern ... von saffrane" resp="#fyndling">Dick mit safrangelb gefärbtem Ei bestrichen, damit der Kopf leuchtend goldgelb backt - Safran als periodentreue Speisefarbe.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="eyerstotern" resp="#fyndling">Eigelb (hartgekocht), zerstoßen und als Garnitur aufgestreut.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="in bluomen gesniten von wizzen eiern" resp="#fyndling">Aus hartem Eiweiß zu Blumen geschnittene Garnitur - höfische Tellerdekoration.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-095-orig" n="vemme" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vemme">'Ringsum' - bestätigt durch den Korpus-Zwilling koe-019 ('vmen vnd vmenn gantz'); im Fließtext bereits korrekt als 'ringsum' übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-095-orig" n="zwene starke spizze ... als einen vinger mitten drin gestecket" resp="#fyndling">Der Fladen wird auf zwei starke Spieße gelegt, ein dritter (fingerdicker) mittig durchgesteckt, um den Aufbau zu stabilisieren - die praktischere Lesart für einen tragfähigen Sockel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-095-orig" n="drue gesoten" resp="#fyndling">Unklares Wort, im gesamten Korpus nur hier belegt (Hapax). Der MHDBDB-Abgleich liefert als nächstliegenden Kandidaten 'drî/driu' (Zahlwort 'drei'), was auf eine Zähl- oder Mengenangabe zum Kochvorgang hindeuten könnte - eine gesicherte Lesart lässt sich daraus aber nicht ableiten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#bgs-096-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kalbsrollbraten, der ohsen spec (Ochsenspeck) nachbildet: dünn geklopftes, kurz angebratenes Kalbfleisch wird gerollt, fest in ein Tuch gewickelt, gegart, erkalten gelassen und dünn aufgeschnitten - kalt serviert mit einer würzigen, dünnflüssigen Essig-Brühe. Verwandt ist die deutsche Tradition kalter Rollbraten- und Roulade-Aufschnitte: Fleisch wird flachgeklopft, gerollt, in Tuch oder Netz gegart, gepresst und kalt in Scheiben serviert.

Ochsenspeck vom Kalb. Einen ohsen spec gemaht von eime kalbe - das fertige Stück soll in Form und Schnittbild an Ochsenspeck (ein geschichtetes/gerolltes Fleischstück) erinnern, ist aber aus Kalb gemacht. Gebroten bezeichnet einen echten Garschritt vor dem Rollen; ob damit ein kurzes Anbraten oder ein längeres Durchbraten gemeint ist, bleibt offen, denn das Fleisch wird im Anschluss ohnehin im Tuch weitergegart. Wol geslagen daz gebrete an ein ander: das Fleisch wird gut flachgeklopft und zusammengelegt, die swarten vz gekeret - die Schwarte (Haut) nach außen gedreht, gewunden in ein tuoch - fest ins Tuch gewickelt, das beim Garen die Rolle in Form hält.

Die fließende Sülze - kein Aspik. Einer fliezzende sultze ist hier ausdrücklich fliezzende (fließend), also gerade KEINE feste, kalte Gallerte. Sultze meint in diesem Buch eine würzige, oft essighaltige Sauce/Beize - eine dünnflüssige Gewürz-Essig-Brühe, die über die kalten Scheiben gegossen wird. Die Säure belebt das kalte Fleisch.

Versalz-Warnung. Versaltz niht - eine ausdrückliche Warnung vor dem Übersalzen; eine Begründung nennt der Text dafür nicht.

Praxis. Klopfe ca. 1-1,5 kg Kalbfleisch (Brust oder Schulter, mit Schwarte wenn erhältlich) dünn und brate es kurz von beiden Seiten scharf an. Würze kräftig - der Text nennt keine einzelnen Gewürze, eine kräftige mittelalterliche Gewürzmischung (z.B. Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelke) reicht aus -, rolle es fest zusammen und binde es straff in ein Tuch. Pochiere es in kräftiger Brühe, bis eine Garprobe zeigt, dass es durch ist, und lass es danach vollständig auskühlen, am besten kühl gestellt. Schneide es dünn auf. Für die fließende Sauce eignet sich eine kräftige Brühe mit einem Schuss Essig und derselben Gewürzmischung, kurz aufgekocht und abgekühlt, über die kalten Scheiben gegeben. Sparsam salzen.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="ohsen spec" resp="#fyndling">Ochsenspeck - hier ein Kalbsrollbraten, der in Form und Schnittbild ein gerolltes/geschichtetes Ochsenfleisch-Stück nachbildet.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="gebroten" resp="#fyndling">Flektierte Form von mhd. brâten (braten/rösten) - ein echter Garschritt vor dem Zusammenschlagen und Rollen. Ob damit ein kurzes Anbraten oder ein vollständiges Durchbraten gemeint ist, bleibt offen, da das Fleisch danach ohnehin im Tuch weitergegart (gesoten) wird.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="wol abe gewuertz" resp="#fyndling">Gut abgewürzt - der Text nennt keine einzelnen Gewürze. Eine kräftige mittelalterliche Gewürzmischung (z.B. Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelke) reicht aus; jede genauere Aufschlüsselung mit Mengenangaben wäre freie Erfindung.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="swarten vz gekeret" resp="#fyndling">Die Schwarte (Haut) nach außen gedreht - sie hält die Rolle zusammen und gibt das charakteristische Schnittbild.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="gewunden in ein tuoch" resp="#fyndling">Fest in ein Tuch gewickelt - hält die Rolle beim Garen in Form (Roulade-/Pressterrinen-Technik).</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="fliezzende sultze" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#fliezzende-sultze">'Fließende Sülze' - ausdrücklich KEIN festes Aspik, sondern eine dünnflüssige, gewürzte Essig-Brühe als Sauce über das kalte Fleisch. 'Sultze' meint im Buch von guter Speise eine würzige Beize/Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#bgs-096-orig" n="versaltz niht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#versaltz-niht">Eine ausdrückliche Warnung vor dem Übersalzen - der Text nennt dafür keine Begründung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-096-orig" n="fliezzende sultze" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#fliezzende-sultze">Eine dünnflüssige, gewürzte Essig-Brühe als Sauce - das Wort 'fliezzende' (fließend) schließt eine feste, kalte Gallerte ausdrücklich aus.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-096-orig" n="ohsen spec gemaht von eime kalbe" resp="#fyndling">Ein Kalbsrollbraten, der in Zubereitung und Schnittbild Ochsenspeck nachbildet - das Fleisch ist Kalb, nicht Ochse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-096-orig" n="gebroten" resp="#fyndling">Ein echter Garschritt (braten/anbraten) vor dem Rollen; ob kurzes Anbraten oder längeres Durchbraten gemeint ist, bleibt offen, da das Fleisch im Anschluss im Tuch weitergegart wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#bgs-096-orig" n="duenne schineht" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#duenne-schineht">Dünn in schienen-/streifenförmigen Scheiben (vermutlich von mhd. schîne, Schiene/Leiste, + Adjektivsuffix -eht) - eine plausible Deutung, aber 'schineht' ist im gesamten Korpus nur an dieser Stelle belegt (Hapax legomenon).</note>
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