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      <titleStmt>
        <title>Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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      </titleStmt>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability status="restricted">
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/clutius/</idno>
      </publicationStmt>
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        <bibl>
          <title>Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich)</title>
          <date when="1597">1597</date>
          <idno type="URI">https://books.google.com/books?id=Y0NnAAAAcAAJ</idno>
          <note>Transkription: eigene Texterkennung (Kraken) aus dem Google-Digitalisat, je Rezept am Scan korrigiert (fyndling.de)</note>
        </bibl>
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        <interpretation>
          <p>Lesart-Entscheidungen stehen als note[@type='interpretive_choice'] im back-Teil, @n nennt die Stelle im Originaltext, @subtype die Art (lexical, philological, contextual, orthographic), list[@type='alternatives'] die erwogenen Lesarten. @cert='unknown' markiert eine ungeklärte Lesart: Die Stelle ist offen, der Text der Note gibt nur den Stand der Diskussion wieder.</p>
        </interpretation>
      </editorialDecl>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
        </application>
        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-registry" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-registry">
          <label>Zuordnung aus der Fyndling-Zutatenregistry</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-registry" haben ihre Normdaten aus unserer handgepflegten Zutatenregistry erhalten: einer redaktionell gefuehrten Tabelle, die je Wikidata-Konzept die modernen Namensvarianten festhaelt, unter denen wir es im Korpus fuehren. Sie greift genau dort, wo der Korpus selbst keine Mehrheit hergibt - etwa weil derselbe Name je nach Rezept verschieden aufgeloest wurde. Die Entscheidung ist unsere und nicht CoReMA zuzurechnen. Wo eine kontextabhaengige Regel zustaendig ist (Tierart, Fastengebot), gilt nicht diese Tabelle, sondern #fyndling-ingredient-context.</p>
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        <application ident="fyndling-corema-index" version="1" xml:id="fyndling-corema-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="und">Frühneuniederländisch (Leiden 1597), Fraktur; Gespräch zwischen Theodorus Clutius und Carolus Clusius</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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    <body>
      <div type="recipe" xml:id="clu-001">
        <head>Honig läutern mit Eiweiß</head>
        <div type="original" xml:id="clu-001-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-001-trans">
          <p>Men ſal nemen tot elcke pondt Honichs een witte van een Eye/ 'tſelf de witte bꝛekende met een royken in een 16. ofte 18. oncen ſchoon water/ daer na wel geclopt ende geſlagen zijnde/ doetmen den Honich daer by ende men ſtellet op een glat coolen vyer/ ende latet ſo te ſamẽ een walleken ofte twee opſieden/ daer na ſo gietmẽ dat dooꝛ een lichte Hypocras-ſac/ ofte een wollelap/ tot dat het Honich ende water te ſamen claer dooꝛloopt/ gelijc een Wijn/ dan ſetmen het dooꝛgeſegen Honich-water wederom opt vyer te ſieden/ tot dattet heeft die dicte vã dunnen Terpentijn/ ofte dicken Olie/ dan gietmen tſelfde in potten ofte vaten om te bewaren tot datmen die wilt gebꝛuycken. Dit is die rechte maniere om den Honich te ſuyveren/ ende men behooꝛt geen compoſitien te maken of den Honich behoort eerſt op deſer wijſe geſuvert te zijn:</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-001-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-001-orig">
          <p>Man soll auf jedes Pfund Honig das Weiße von einem Ei nehmen. Dieses Eiweiß zerschlägt man mit einem Rütchen in 16 oder 18 Unzen sauberem Wasser. Ist es danach gut geklopft und geschlagen, gibt man den Honig dazu, stellt es auf ein gleichmäßiges Kohlenfeuer und lässt es so zusammen ein- oder zweimal aufwallen.</p>
          <p>Danach gießt man es durch einen leichten Hypocras-Sack oder einen Wolllappen, bis Honig und Wasser zusammen klar durchlaufen, wie ein Wein.</p>
          <p>Dann setzt man das durchgeseihte Honigwasser wieder aufs Feuer und lässt es sieden, bis es die Dicke von dünnem Terpentin oder dickem Öl hat. Dann gießt man es in Töpfe oder Fässer, um es aufzubewahren, bis man es gebrauchen will.</p>
          <p>Das ist die rechte Weise, den Honig zu läutern. Man soll keine zusammengesetzten Arzneien machen, ohne dass der Honig zuerst auf diese Weise geläutert ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="honey" orig="pondt Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient en="egg white" orig="een witte van een Eye" commodity="wikidata:Q796758" source="#fyndling-ingredient-name">Eiweiß</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="16. ofte 18. oncen ſchoon water">sauberes Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-002">
        <head>Orangenschalen in Honig konfieren</head>
        <div type="original" xml:id="clu-002-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-002-trans">
          <p>Om Orangeſchellen te confijten.
Men ſal nemen Orangeſchellen wel geſuyvert van de vuylicheydt ofte vellekens die daer in ſoude mogen zijn/ eñ wel geſuyvert zijnde ſalmen int eerſt wegen die ſchellen die verſch zijn ongedꝛoocht/ ende nemen een pot ende ſalſe te weycken leggen in ſchoon ſuyver regenwater/ ende ververſchẽ alle dage het regẽwater tot negen ofte thien dagen toe/ tot dat hun bitterheydt wech genomen ende die ſchellen dooꝛſchijnich zijn. Daer nae ſalmẽ die ſchellen uyt het water nemẽ/ ende ſiedenſe in een ſchone nieuwe pot/ in ſchoon regenwater tot dat de ſchillen moꝛwe zijn/ dan ſalmẽ de ſchellen ſtoꝛten in een ſeve ofte dooꝛgate teyle/ ten eynde dat die ſchellen ſonder water mogen zijn/ eñ men ſalt geſoden water wech gieten. Daer na ſalmẽ nemen vanden geſuyverden Honich gelijck wy geleert hebben/ twee pondt/ ende gieten den honich op die ſchellen in een ſchone pot/ ende laten dat alſo te ſamen ſtaen/ tot datmen ſiet dat den Honich by na ſo dunne is gewoꝛdẽ gelijc water: dan ſalmen dẽ dunnen honich daer af gieten/ ende verſieden den Honich wederom tot der dickten van een Terpentijn/ ende laten als dan den Honich vercoelen in een andere aerden teyle/ ende alſt dan cout gewoꝛden is/ ſoo ſalmen die ſchellen wederom by den Honich doen/ ende als nu den Honich wederom ſo dun woꝛt/ ſo ſalmen die telckẽ reyſe wederom verſieden/ tot die vooꝛſeyde dicte/ eñ dit verſieden ende cout op de ſchellen te gietẽ moet ſo lang duyꝛen/ tot datmen ſiet dat den Honich niet meer en begint dun te woꝛden/ ende dat ſy hun dicte behout gelijc een dicken olye: Men ſal altoos aenmercken alſmẽ bevint dat een Sijroop diemen over eenige ſchellen/ woꝛtelen ofte ander dingen giet/ (diemen wil confijten) ſter[?]/ troubel ofte niet claer woꝛden/ datmen alſdan dien Sijroop van Honich gemaect/ ſal claer maken met een wit van een Eye/ gelijc wy geleert hebben/ ende alſo den geſodenen Sijroop cout gieten op die woꝛtelen ende ſchellen. Deſe Orangeſchellen zijn ſeer goet vooꝛ die quade vercoyde Magen hebben/ want ſy verwarmẽ de Mage/ ende doen eenen goeden Aſem hebbẽ: ſy zijn ooc goet tegens eẽ vercoude boꝛſt/ eñ doẽ de flumẽ rijſen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-002-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-002-orig">
          <p>Orangenschalen konfieren. Man soll Orangenschalen nehmen, gut gereinigt von der Unreinheit oder den Häutchen, die darin sein könnten. Sind sie gut gereinigt, soll man zuerst die Schalen wiegen, die frisch und ungetrocknet sind, einen Topf nehmen und sie zum Einweichen in sauberes, reines Regenwasser legen. Das Regenwasser soll man alle Tage erneuern, neun oder zehn Tage lang, bis ihnen die Bitterkeit genommen ist und die Schalen durchscheinend sind.</p>
          <p>Danach soll man die Schalen aus dem Wasser nehmen und sie in einem sauberen, neuen Topf in sauberem Regenwasser sieden, bis sie mürbe sind. Dann soll man die Schalen in ein Sieb oder eine durchlöcherte irdene Schale stürzen, damit sie ohne Wasser sind, und das gekochte Wasser weggießen.</p>
          <p>Danach soll man vom geläuterten Honig, wie wir es gelehrt haben, zwei Pfund nehmen, den Honig in einem sauberen Topf auf die Schalen gießen und es so zusammen stehen lassen, bis man sieht, dass der Honig beinahe so dünn geworden ist wie Wasser. Dann soll man den dünnen Honig abgießen, ihn wieder einkochen bis zur Dicke eines Terpentins und ihn danach in einer anderen irdenen Schale abkühlen lassen. Ist er kalt geworden, soll man die Schalen wieder zum Honig geben. Wird der Honig nun wieder so dünn, soll man ihn jedes Mal wieder einkochen bis zur genannten Dicke. Dieses Einkochen und das kalte Aufgießen auf die Schalen muss so lange dauern, bis man sieht, dass der Honig nicht mehr dünn zu werden beginnt und seine Dicke behält wie ein dickes Öl.</p>
          <p>Klären. Man soll immer darauf achten: Findet man, dass ein Sirup, den man über Schalen, Wurzeln oder andere Dinge gießt, die man konfieren will, [unsicheres Wort], trüb oder nicht klar wird, dann soll man diesen aus Honig gemachten Sirup mit dem Weißen von einem Ei klar machen, wie wir es gelehrt haben, und den so gesottenen Sirup kalt auf die Wurzeln und Schalen gießen.</p>
          <p>Wirkung. Diese Orangenschalen sind sehr gut für die, die schlechte, verkühlte Mägen haben, denn sie erwärmen den Magen und machen einen guten Atem. Sie sind auch gut gegen eine verkühlte Brust und lassen den Schleim aufsteigen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Orangeſchellen wel geſuyvert">Orangenschalen, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rain water" orig="ſchoon ſuyver regenwater" commodity="wikidata:Q21555202" source="#fyndling-ingredient-name">Regenwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="vanden geſuyverden Honich gelijck wy geleert hebben/ twee pondt">Honig, geläutert</ingredient> - 2 Pfund</item>
            <item><ingredient en="egg white" orig="een wit van een Eye" commodity="wikidata:Q796758" source="#fyndling-ingredient-name">Eiweiß (nur zum Klären eines trüben Sirups)</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-003">
        <head>Orangenschalen-Konserve mit Ysop- und Süßholzsirup</head>
        <div type="original" xml:id="clu-003-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-003-trans">
          <p>Om eẽ conſerfken te makẽ van Orangeſchellẽ alſmẽ die cleyn ſtoot/ eñ daer onder mengt een weynich Sijroope van Hyſop eñ van Soethout/ in eẽ manier van eẽ conſerfkẽ.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-003-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-003-orig">
          <p>Um eine kleine Konserve aus Orangenschalen zu machen, stößt man sie klein und mengt ein wenig Sirup von Ysop und von Süßholz darunter, in der Art einer kleinen Konserve.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Orangeſchellẽ">Orangenschalen, konfiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Sijroope van Hyſop">Sirup von Ysop</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="van Soethout">Sirup von Süßholz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-004">
        <head>Bagijnebouten mit konfierten Orangenschalen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-004-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-004-trans">
          <p>Men maect van deſe geconfijte ſchellẽ ooc bagijnebouten ofte coeckẽ/ gelijcmen die plach te noemen. Die gemaect woꝛdẽ van fijn Terwẽmeel/ t'ſap van Soethout/ gember/ notemuſchaten/ geconfijte Oꝛangieſchellẽ/ elcx ſo veel dat het genoech ſy/ alteſamen cleyn geſtoten/ eñ alſo onder melcanderen gemengt met Honich daer d'Orangieſchellen in gelegen hebben tot der dicten van een deech/ om lange bꝛoykens daer af te maken. Men can van dees geconfijte ſchellen ooc in banquettẽ toeruſtẽ/ alſmen die ſnijt in riemkens/ ende die in ſchalen leyt/ tot cijragie onder andere confijturen diemen int leſte vande maeltijt wil opꝛechten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-004-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-004-orig">
          <p>Aus diesen konfierten Schalen macht man auch Bagijnebouten oder Kuchen, wie man sie zu nennen pflegte. Sie werden aus feinem Weizenmehl gemacht, dem Saft von Süßholz, Ingwer, Muskatnüssen und konfierten Orangenschalen, von jedem so viel, wie genug ist. Alles zusammen wird klein gestoßen und untereinander gemischt mit dem Honig, in dem die Orangenschalen gelegen haben, bis zur Dicke eines Teigs, um lange Brötchen daraus zu machen.</p>
          <p>Man kann diese konfierten Schalen auch für Bankette zurichten: Man schneidet sie in Riemchen und legt sie in Schüsseln, zur Zierde unter anderen Konfekten, die man am Ende der Mahlzeit aufstellen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="fijn Terwẽmeel">Weizenmehl, fein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="t'ſap van Soethout">Süßholzsaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="gember" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="notemuſchaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatnüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geconfijte Oꝛangieſchellẽ">Orangenschalen, konfiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Honich daer d'Orangieſchellen in gelegen hebben">Honig aus dem Konfieren der Orangenschalen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-005">
        <head>Unreife Walnüsse in Honig einmachen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-005-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-005-trans">
          <p>Om Ockernoten te confijten.
Men ſal nemen onrijpe ockernooten diemen met een ſpille can dooꝛſteken: men ſalſe altemael dooꝛſtekẽ met die ſpille in elcke Ockernoot 5. ofte 6. gaten ende men ſalſe te weycken ſtellen in ſchoon regenwater ende ververſchen alle dagen het water tot ſes ofte ſeven dagen toe: Sommige ſetten die ockernoten te weic in loge ofte lichte peeckel van ſout gemaect/ ende als die noten dan dooꝛweycht zijn/ ſoo ververſchtmen die alle dagen met ſchoon regenwater/ tot dat die ſulticheyt vande loge oft pekel daer gans uyt ſy. Dan neemtmen die Ockernooten een pont/ ende men cooctſe tot datſe paſſelic moꝛwe zijn/ dan gietmen 'tgeſoden water wech ende men leydt die nooten in een ander teyle te vercoelen/ cout zijnde/ ſo ſtoꝛtmen daer by twee pondt geſuyverden Honich/ tot datmen ſiet dat den Honich waterich woꝛdt/ ende als dan moetmen hem wederom coocken tot der dickte als een Terpentijn. In maniere gelijck wy geleert hebben om d'orangieſchellen te confijten. Sommige ſteken in dees ockernooten eenige Nagelen/ Caneel/ ende ſtucxkens foelie/ om datſe te beter ſmaken ſoudẽ: Mẽ mach doen ſoo men wil. Deſe Ockernooten geconfijt werden ſeer gepꝛeſen in tijden van Peſte ende quade lochten: alſmen des moꝛgens een inneemt/ ſy verweckẽ natuerlicken camerganc/ ſy zijn oock goet tot quade keelen/ die van coude comt/ werden ooc gepꝛeſen zeer goet vooꝛ de Boꝛſt/ ende Mage als ſy met nagelen caneel ende foelie geconfijt zijn. Men maect ooc een Sijrope hier af/ diemen gebꝛuyct tot quade keelen ende anders/ ende wert geheeten Dianucum.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-005-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-005-orig">
          <p>Walnüsse einzumachen: Man soll unreife Walnüsse nehmen, die man mit einer Spindel durchstechen kann. Man soll sie alle mit der Spindel durchstechen, in jede Walnuss fünf oder sechs Löcher. Dann soll man sie in sauberem Regenwasser zum Einweichen stellen und das Wasser alle Tage erneuern, sechs oder sieben Tage lang.</p>
          <p>Manche setzen die Walnüsse zum Einweichen in Lauge oder in eine leichte, aus Salz gemachte Lake. Sind die Nüsse dann durchgeweicht, erneuert man sie alle Tage mit sauberem Regenwasser, bis die Salzigkeit der Lauge oder Lake ganz heraus ist.</p>
          <p>Dann nimmt man von den Walnüssen ein Pfund und kocht sie, bis sie hinreichend mürbe sind. Das Kochwasser gießt man weg und legt die Nüsse zum Abkühlen in eine andere Schale. Sind sie kalt, schüttet man zwei Pfund geläuterten Honig dazu, bis man sieht, dass der Honig wässrig wird. Dann muss man ihn wieder kochen, bis er die Dicke eines Terpentins hat. In der Weise, wie wir es zum Einmachen der Orangenschalen gelehrt haben.</p>
          <p>Manche stecken in diese Walnüsse einige Nelken, Zimt und Stückchen Macis, damit sie besser schmecken. Man mag es tun, wie man will.</p>
          <p>Von der Wirkung: Diese eingemachten Walnüsse werden in Pestzeiten und bei schlechter Luft sehr gerühmt. Nimmt man morgens eine ein, regen sie natürlichen Stuhlgang an. Sie sind auch gut gegen böse Hälse, die von Kälte kommen. Ebenso werden sie als sehr gut für Brust und Magen gerühmt, wenn sie mit Nelken, Zimt und Macis eingemacht sind.</p>
          <p>Man macht auch einen Sirup davon, den man bei bösen Hälsen und sonst gebraucht. Er wird Dianucum genannt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="die Ockernooten een pont">Walnüsse, unreif und grün</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="twee pondt geſuyverden Honich">Honig, geläutert</ingredient> - 2 Pfund</item>
            <item>
              <ingredient orig="ſchoon regenwater">Regenwasser, sauber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="loge">Lauge (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lichte peeckel van ſout gemaect">Salz für leichte Salzlake (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Nagelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneel" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſtucxkens foelie">Macis (wahlweise)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-006">
        <head>Unreife Feigen, Mandeln, Birnchen, Quitten und Zitronenschalen in Honig einmachen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-006-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-006-trans">
          <p>Om onrijpe Vijgen, Amandelen, Peerkens; Queen, ende andere Cytroenſchellen te confijten.
Men ſal die vooꝛſ. vꝛuchten ſtellẽ te weyckẽ in lichte pekel van ſout/ ofte loge den tijdt van thien ofte twaelf dagen. Daer na ſalmẽ den loge ofte pekel afgietẽ/ ende herweycken die vooꝛſ. vꝛuchtẽ in claer regenwater/ tot dat die ſulticheyt ofte ſcharpheyt wech is/ dan ſalmen die vꝛuchten ſieden in regenwater in eẽ aerden pot/ tot datſe moꝛwe zijn/ ende men ſal tot elcke pont vꝛuchten nemen 2. pont Honichs/ ende bereytſe gelijck wy vande ockernoten geleert hebben. Dees geconfijte vꝛuchtẽ gebꝛuyctmen in banquetten ende andere maeltijden.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-006-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-006-orig">
          <p>Um unreife Feigen, Mandeln, Birnchen, Quitten und andere Zitronenschalen einzumachen: Man soll die genannten Früchte zum Einweichen in eine leichte Salzlake oder in Lauge setzen, zehn oder zwölf Tage lang. Danach soll man die Lauge oder Lake abgießen und die genannten Früchte erneut in klarem Regenwasser einweichen, bis die Salzigkeit oder Schärfe weg ist.</p>
          <p>Dann soll man die Früchte in Regenwasser in einem irdenen Topf sieden, bis sie mürbe sind. Auf jedes Pfund Früchte soll man 2 Pfund Honig nehmen und sie zubereiten, wie wir es bei den Walnüssen gelehrt haben.</p>
          <p>Diese eingemachten Früchte gebraucht man bei Banketten und anderen Mahlzeiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="onrijpe Vijgen">Feigen, unreif</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Amandelen">Mandeln, unreif</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Peerkens">Birnchen, unreif</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="quince" orig="Queen" commodity="wikidata:Q2751465" source="#fyndling-ingredient-name">Quitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="andere Cytroenſchellen">Zitronenschalen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lichte pekel van ſout">Salz, für leichte Salzlake</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="loge">Lauge (wahlweise statt der Salzlake)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rain water" orig="claer regenwater" commodity="wikidata:Q21555202" source="#fyndling-ingredient-name">Regenwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="honey" orig="2. pont Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig</ingredient> - 2 Pfund</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-007">
        <head>Kalmus und Alantwurzel in Honig einmachen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-007-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-007-trans">
          <p>Om Calmus ofte Acorus ende Alantwortel te confijten.
Men ſal den Acoꝛus/ ofte Calmus/ ende Alantwoꝛtel ſeer ſchoon waſſchen ende ſuyverẽ van alle vuylicheyt/ ende ſtellen hem te weycken in loge ofte lichte pekel 10. ofte twaelf dagen/ daer na ſalmẽ die woꝛtelẽ herweycken in ſchoon regenwater/ alle dagen ververſchen tot dat den ſmaec vande loge ende ſoutheyt daer uyt is. Daer na ſalmen die woꝛtelen waſſchen ende ſieden die in ſchoon regenwater tot datſe moꝛwe zijn. Daer na ſalmen die woꝛtelen doen in een pot ſonder water/ ende nemen tot elc pont woꝛtels 2. pont Honichs/ men ſal dẽ Honich claer maken met wit van eyeren/ in een manier van een dunne lichte Syꝛoop/ ende daer na den geclaerden Sijꝛoop laten vercouwen/ coudt gewoꝛden zijnde/ ſalmen die woꝛtelen daer in doen een dach ofte anderhalf lang/ daerna ſalmen den Sijꝛoop verſieden tot inder dicte van Honich/ ende wederom laten vercouwen ende dan de woꝛtelen daer by doen/ tot datmen ſiet dat die Sijꝛoop niet meer dunne en woꝛt. Dan ſalmen die wech doen in ſuyvere potten. De crachten van confijtẽ Acoꝛus zijn ſeer goet in vꝛouwẽ gebꝛekẽ: want ſy opent die moeder/ ende is ſeer goet vooꝛ een quade mage/ des moꝛgens een lidt van een vinger groot nuchteren gebeſicht: Men cander ooc eenige conſerven af maecken tot veelderleye gebꝛeken/ alſmen daer eenige ſpecien oft gearomatiſeerde compoſitien by vermengt.
Den Alantwoꝛtel is ooc ſeer goet vooꝛ den hoeſt/ ende quade boꝛſt/ ſy doet dẽ verloꝛen ſpꝛaec wederom comẽ/ is ooc ſeer goet vooꝛ de mage als ſy met waterachtige vochticheyt gequelt is/ ende oock bequaem de vꝛouwen die haer ſtonden qualijcken connẽ crijgẽ/ mẽ gebꝛuyctſe ooc in tijden vande Peſte: Men mach daer ooc conſerven vande geſtoten woꝛtelen makẽ/ ende mengen daer onder eenige ſpecien die bequaem vooꝛ de boꝛſt ende der magen zijn/ alles na de gebꝛeeckẽ die de Menſchẽ connẽ overcomen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-007-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-007-orig">
          <p>Um Kalmus oder Acorus und Alantwurzel einzumachen:</p>
          <p>Man soll den Acorus oder Kalmus und die Alantwurzel sehr sauber waschen und von aller Unreinheit befreien und sie 10 oder zwölf Tage in Lauge oder leichter Salzlake einweichen. Danach soll man die Wurzeln in sauberem Regenwasser erneut einweichen und es alle Tage erneuern, bis der Geschmack der Lauge und die Salzigkeit heraus sind. Danach soll man die Wurzeln waschen und in sauberem Regenwasser sieden, bis sie mürbe sind.</p>
          <p>Danach soll man die Wurzeln ohne Wasser in einen Topf geben und auf jedes Pfund Wurzeln 2 Pfund Honig nehmen. Man soll den Honig mit Eiweiß klären, zu einer Art dünnem, leichtem Sirup, und danach den geklärten Sirup erkalten lassen. Ist er kalt geworden, soll man die Wurzeln einen Tag oder anderthalb darin lassen. Danach soll man den Sirup bis zur Dicke von Honig einkochen, wieder erkalten lassen und dann die Wurzeln dazugeben, bis man sieht, dass der Sirup nicht mehr dünn wird. Dann soll man sie in saubere Töpfe tun.</p>
          <p>Von der Wirkung des Acorus: Die Kräfte des eingemachten Acorus sind sehr gut bei Frauenleiden, denn er öffnet die Gebärmutter. Er ist auch sehr gut für einen schlechten Magen, wenn man morgens nüchtern ein Stück von der Größe eines Fingerglieds davon nimmt. Man kann daraus auch einige Konserven für vielerlei Gebrechen machen, wenn man einige Gewürze oder aromatisierte Mischungen daruntermengt.</p>
          <p>Von der Wirkung der Alantwurzel: Die Alantwurzel ist auch sehr gut gegen Husten und eine schlechte Brust. Sie bringt die verlorene Sprache zurück. Sie ist auch sehr gut für den Magen, wenn er von wässriger Feuchtigkeit geplagt ist, und auch geeignet für die Frauen, die ihre Monatsblutung schwer bekommen können. Man gebraucht sie auch in Pestzeiten. Man kann daraus auch Konserven aus den gestoßenen Wurzeln machen und einige Gewürze daruntermengen, die für Brust und Magen geeignet sind, ganz nach den Gebrechen, die den Menschen widerfahren können.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Calmus ofte Acorus">Kalmuswurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Alantwortel">Alantwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="loge ofte lichte pekel">Lauge oder leichte Salzlake</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rain water" orig="ſchoon regenwater" commodity="wikidata:Q21555202" source="#fyndling-ingredient-name">Regenwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="honey" orig="2. pont Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig</ingredient> - 2 Pfund</item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="wit van eyeren" commodity="wikidata:Q796758" source="#fyndling-ingredient-name">Eiweiß</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-008">
        <head>Ganze Rosen und andere Blüten in Honig einmachen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-008-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-008-trans">
          <p>Om geheele Roſen eñ andere gebloemte te confijten.
Men ſal nemen Roſen die naulicx open zijn/ ende ſieden die in ſchoon regenwater tot datſe moꝛwe zijn/ dan ſalmẽ dat ſelf de water nemen ende doen daerin Honich de helft meer in gewicht als Roſen/ ende claert den Honich met witte van eyeren/ ende maecter een Julep af/ dat is een dunne lichte Syꝛoop ende latet te ſamen ſtaen een dach ofte anderhalf: daer na verſiet den Honich in maniere ſo wy hier vooꝛ geleert hebben vande Calmus eñ Alantwoꝛtel. Deſe Roſen zijn ſeer goet tegens gebꝛeken der keelen/ die van hitte comen/ ende ſtercken ſeer die herſſenen/ thart/ ende mage/ hoe wel den Honich is van verwarmender naturen: ſo is die nochtans ſuyverende eñ afdꝛogende van crachten/ daerom ſalmen die rooſen ende ooc alle vercoelende dingen confijten met de witſtẽ Honich/ gelijc wy hier voꝛen aengeweſen hebben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-008-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-008-orig">
          <p>Ganze Rosen und andere Blüten einmachen: Man nehme Rosen, die kaum geöffnet sind, und siede sie in sauberem Regenwasser, bis sie mürbe sind. Dann nehme man dasselbe Wasser und gebe Honig hinein, die Hälfte mehr an Gewicht als die Rosen. Man kläre den Honig mit Eiweiß und mache daraus einen Julep, das ist ein dünner, leichter Sirup, und lasse es einen Tag oder anderthalb zusammen stehen. Danach koche man den Honig ein, in der Weise, wie wir es weiter vorn bei Kalmus und Alantwurzel gelehrt haben.</p>
          <p>Wirkung und Wahl des Honigs: Diese Rosen sind sehr gut gegen Beschwerden der Kehle, die von Hitze kommen, und sie stärken sehr das Gehirn, das Herz und den Magen. Obwohl der Honig von erwärmender Natur ist, ist er dennoch reinigend und austrocknend in seinen Kräften. Darum soll man die Rosen und auch alle kühlenden Dinge mit dem weißesten Honig einmachen, so wie wir es zuvor gezeigt haben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Roſen die naulicx open zijn">Rosen, kaum geöffnet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſchoon regenwater">Regenwasser, sauber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Honich de helft meer in gewicht als Roſen">Honig, möglichst weiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="witte van eyeren" commodity="wikidata:Q796758" source="#fyndling-ingredient-name">Eiweiß</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-009">
        <head>Fruchthonig aus Rosinen, Datteln, Feigen oder Korinthen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-009-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-009-trans">
          <p>Om Honich van Rozijnen, Dadelen, Vijgen, ende van Corinten te maken.
Neemt ſoo veel Rozijnen als ghy wilt/ ſuyvertſe van alle vuylicheydt; daer na ſiedtſe in een goet deel waters datſe overſwommen liggen/ tot datſe wel geſwollen eñ moꝛwe zijn: daer na gietſe dooꝛ eẽ ſifte ofte ſtramijn/ eñ dꝛuct die natticheyt daer uyt. Suyvert daer na over tvier dees natticheyt gelijck wy geleert hebben te doen met het ſuyveren vanden Honich: daer nae neemt dit clare nat ende verſiedet met ſachte coolen dat het niet aẽ en bꝛande/ tot der dicte van dicken olye ofte Syrope. In ſulcker manieren moechdy ooc vande Dadelẽ/ Vijgen/ Coꝛenten ende andere vꝛuchten Honich maken.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-009-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-009-orig">
          <p>Nimm so viele Rosinen, wie du willst, und reinige sie von allem Schmutz. Danach siede sie in einer guten Menge Wasser, sodass sie überschwemmt liegen, bis sie gut aufgequollen und mürbe sind. Danach gieße sie durch ein Sieb oder Seihtuch und drücke die Flüssigkeit daraus.</p>
          <p>Läutere danach diese Flüssigkeit über dem Feuer, so wie wir es beim Läutern des Honigs gelehrt haben. Danach nimm diese klare Flüssigkeit und koche sie über sanften Kohlen ein, sodass sie nicht anbrennt, bis zur Dicke von dickem Öl oder Sirup.</p>
          <p>Auf solche Weise kannst du auch aus Datteln, Feigen, Korinthen und anderen Früchten Honig machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="Rozijnen" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-registry">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Dadelen" commodity="wikidata:Q1652093" source="#fyndling-ingredient-name">Datteln (statt Rosinen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fig" orig="Vijgen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#fyndling-ingredient-name">Feigen (statt Rosinen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Corinten">Korinthen (statt Rosinen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waters" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q796758" source="#fyndling-ingredient-name">Eiweiß (zum Läutern)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-010">
        <head>Kirschen, Johannisbeeren und Berberitzen in Honigsirup einmachen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-010-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-010-trans">
          <p>Om Kerſſen, Criecken, Aelbeſſen, Amarellen, ende Berberis te confijten.
Neemt Kerſſen/ Criecken/ twee pont/ witten ſuyverẽ Honich een pont/ ofte luttel meerder. Men ſal den Honich met water claer maken/ gelijc wy geleert hebben/ ende claer gemaect zijnde/ ſalmen dẽ geclaerdẽ Honichwater opt vyer ſetten/ ende latent ſieden/ dan neempt u Kerſſen/ Criecken/ ofte Amarellen/ den ſteel ten halven afgeſneden zijnde/ ende werpt die inde ſiedende Honichwater/ ende laetſe alſoo tſamen een walleken ofte twee over ſieden/ dan gietſe in een teyle met gaten/ dat dẽ Syroop mach deurlopen in een onderteyle/ ende ſtelt wederom dat Honichwater/ daer die Kerſſen in geſooden hebben/ over een glat colen vyer/ ende latet alſoo ſoetelic ſieden tot dat het Honich-water hebbe die dicte van eẽ Syꝛoop/ daer na doet die Kriecken ofte Kerſſen daerinne/ ende latet te ſamen ſoetelic ſieden/ tot der dickte van Honich ofte een weynich dunder/ ende doetſe te ſamen in een pot ende laetſe couwen/ dan ſluyt u pot dicht toe met een perckement/ ende gebꝛuyctſe ter noot in Bancquettẽ ofte ſiecten: Iſt dat int ſtaen van v confijturen u Syꝛoop dun woꝛdt/ ſoo ſalmen die altoos verſieden/ eñ claer maken/ ende gietenſe wederom op u confijturen die ghy moecht hebben. In deſer manieren canmẽ confijturen het geheele iaer deur ende langer bewaren. Die ſwarte Kriecken zijn goedt vooꝛ een quade boꝛſt/ overmits zijn ſoeticheyt/ ende zijn verwarmende van naturen. Die roode Kerſſen/ Amarellen/ Aelbeſſen/ eñ Berberis zijn oock bequaem om in maeltijden ende banquetten te gebꝛuycken tot leckernijen. Men gebꝛuyctſe oock inder Medicijnen ende zijn ſeer bequaem in heete coortſen/ alſmen een vꝛuchtgen ofte twee inden monde neemt/ ſy maken een ververſchinge inden mont/ ende is ſeer goet tegens den doꝛſt. Andere nemen ’tſap vande Kriecken/ Kerſſen/ ofte Amarellen ende Aelbeſſen ende ſieden die vooꝛſ. vꝛuchten met dẽ Honich gelijc[?] om datſe te crachtiger ſoude zijn/ men mach doen ſomen wil. Altoos ſalmen die decoctien vande vꝛuchten vooꝛſ. wel af ſchuymen/ met een ſpatel ofte lepel/ om dat den Syroope te claerder ſoude woꝛden.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-010-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-010-orig">
          <p>Kirschen, Kriecken, Johannisbeeren, Sauerkirschen und Berberitzen einmachen.</p>
          <p>Nimm Kirschen, Kriecken, zwei Pfund, weißen, reinen Honig ein Pfund, oder ein wenig mehr. Den Honig soll man mit Wasser klar machen, wie wir es gelehrt haben. Ist er klar gemacht, setzt man das geklärte Honigwasser aufs Feuer und lässt es sieden.</p>
          <p>Dann nimm deine Kirschen, Kriecken oder Sauerkirschen, nachdem du den Stiel zur Hälfte abgeschnitten hast, wirf sie in das siedende Honigwasser und lass sie so zusammen ein- oder zweimal aufwallen. Dann gieße sie in eine durchlöcherte Schale, sodass der Sirup in eine untere Schale durchlaufen kann.</p>
          <p>Stelle das Honigwasser, in dem die Kirschen gesotten haben, wieder über ein gleichmäßiges Kohlenfeuer und lass es sanft sieden, bis das Honigwasser die Dicke eines Sirups hat. Danach gib die Kriecken oder Kirschen wieder hinein und lass alles zusammen sanft sieden bis zur Dicke von Honig oder ein wenig dünner.</p>
          <p>Fülle sie zusammen in einen Topf und lass sie erkalten. Dann verschließe den Topf dicht mit einem Pergament. Gebrauche sie bei Bedarf bei Banketten oder in Krankheiten.</p>
          <p>Wird beim Stehen deiner Konfitüren der Sirup dünn, soll man ihn immer einkochen und klar machen und wieder über die Konfitüren gießen, die du haben magst. Auf diese Weise kann man Konfitüren das ganze Jahr und länger aufbewahren.</p>
          <p>Zu den Früchten: Die schwarzen Kriecken sind wegen ihrer Süße gut für eine schlechte Brust und sind von Natur erwärmend. Die roten Kirschen, Sauerkirschen, Johannisbeeren und Berberitzen eignen sich ebenfalls dazu, bei Mahlzeiten und Banketten als Leckereien gebraucht zu werden. Man gebraucht sie auch in der Arznei, und sie sind sehr dienlich bei heißen Fiebern, wenn man ein Früchtchen oder zwei in den Mund nimmt. Sie erfrischen den Mund und das ist sehr gut gegen den Durst.</p>
          <p>Eine Abwandlung: Andere nehmen den Saft der Kriecken, Kirschen oder Sauerkirschen und Johannisbeeren und sieden die genannten Früchte ebenso mit dem Honig, damit sie umso kräftiger seien. Man mag es halten, wie man will.</p>
          <p>Die Abkochungen der genannten Früchte soll man immer gut mit einem Spatel oder Löffel abschäumen, damit der Sirup umso klarer wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Kerſſen/ Criecken/ twee pont">Kirschen oder Kriecken, Stiel zur Hälfte abgeschnitten</ingredient> - 2 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="witten ſuyverẽ Honich een pont">Honig, weiß und rein</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="’tſap vande Kriecken/ Kerſſen/ ofte Amarellen ende Aelbeſſen">Fruchtsaft, nur für die Abwandlung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-011">
        <head>Rob von Sauerkirschen, Johannisbeeren und Berberitzen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-011-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-011-trans">
          <p>Om Rob van Amarellen, van Aelbeſſen, ende Berberis te maken.
Neemt het ſap van Amarellen verſch uytgedꝛuckt/ eñ dooꝛ een ſifte gegooten ofte een doec gewꝛeven 2. pont/ geſuyverden witten Honich een pont. Dit ſtelt ’tſamen over een glat coolen vyer ſoetelic te ſieden/ tot der dicte van dicken Honich/ ’twelc ghy bepꝛoeven meucht op eẽ tinnen telloir ofte in een ſaucier met een lepel: daer nae ſo gietet ſo warm inde potten/ ende latet vercouwen eñ verbintſe met eẽ frãcijn dicht toe. Op deſer wijſe machmen ooc het Rob van Aelbeſſen ende Berberis maken: dan die vꝛuchtkens moetmen vande ſteel ſuyveren/ eñ daer na tſap uyt perſſen ende wꝛijven dooꝛ een ſifte ofte tenen doec. Dees Rob machmen ooc in maeltijden ende inder Medicijnen gebꝛuycken/ ende is van naturen ſeer vercoelende/ ende den mont ververſchende/ gelijc wy vã de geheele vꝛuchten geſeyt hebben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-011-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-011-orig">
          <p>Um einen Rob von Sauerkirschen, von Johannisbeeren und von Berberitzen zu machen: Nimm den Saft von Sauerkirschen, frisch ausgepresst und durch ein Sieb gegossen oder durch ein Tuch gerieben, 2 Pfund, dazu geläuterten weißen Honig, ein Pfund. Setze dies zusammen über ein gleichmäßiges Kohlenfeuer und lass es sanft sieden bis zur Dicke von dickem Honig. Das kannst du auf einem zinnernen Teller oder in einer Saucenschale mit einem Löffel prüfen. Danach gieße ihn warm, wie er ist, in die Töpfe, lass ihn erkalten und verbinde sie dicht mit einem Pergament.</p>
          <p>Auf diese Weise kann man auch den Rob von Johannisbeeren und Berberitzen machen. Nur muss man die Früchtchen vom Stiel säubern und danach den Saft auspressen und durch ein Sieb oder ein Tuch reiben.</p>
          <p>Diesen Rob kann man auch bei Mahlzeiten und in der Arznei gebrauchen. Er ist von Natur sehr kühlend und erfrischt den Mund, wie wir es von den ganzen Früchten gesagt haben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="het ſap van Amarellen verſch uytgedꝛuckt">Sauerkirschsaft, frisch ausgepresst</ingredient> - 2 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="geſuyverden witten Honich">Honig, geläutert und weiß</ingredient> - 1 Pfund</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-012">
        <head>Quittenbrot mit Honig eingekocht</head>
        <div type="original" xml:id="clu-012-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-012-trans">
          <p>Int eerſt om Que-cruyt of Que-vleys te maken.
NEemt Queepeeren ofte Queeappelen/ ſuyvertſe vã hare ſchellẽ ende het binnenſte ſaet. Daerna ſtelt ſe te coocken in weynich Wijns ofte waters/ ofte te ſmoꝛẽ over eenige gladde colen vyers/ tot datſe geheel moꝛwe zijn/ daer na ſo wꝛijftſe dooꝛ eẽ ſifte ofte opene doec/ dat ghy dat merch ſuyver daer uyt moecht hebben: Dan ſuldy dat merch op gladde coolen af roocken ofte dꝛoogen/ tot dat het merch de helft ingedꝛoocht ſy ofte wat meerder: ſo dat het die dickte van een deech by na hebbe/ dan ſuldy daer af wegen 2. pont ende een vierendeel/ ende ſult daer by doen 3. pont Honichs/ ende vermengẽ deſe onder melcanderen/ latent ſoetelick af roken tot der dicten datment ſnijden mach/ daerna gietet in een platte dooſe ende bewaret/ men mach dit ſelfde ooc in maeltijden gebꝛuycken na den eeten: Want het is ſeer goedt om de Mage te ſtercken ende te ſluyten/ dat die dompen of humoꝛen niet op en ſtijgen int hooft.
Men mach dit ooc gebꝛuycken om te ſtoppen de gãgen ende bloetgangen/ alſmen een ure ofte twee vooꝛ dẽ eten de grootte van een ockernote in neemt: Het ſterct de Mage/ ende maect appetijt/ ſtilt dat opwerpen ende bꝛakẽ der Magen:</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-012-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-012-orig">
          <p>Zuerst, wie man Quittenbrot oder Quittenfleisch macht. Nimm Birnenquitten oder Apfelquitten und säubere sie von ihren Schalen und dem inneren Samen. Danach setze sie in wenig Wein oder Wasser zum Kochen auf, oder lass sie über gleichmäßigen Kohlen schmoren, bis sie ganz mürbe sind.</p>
          <p>Dann reibe sie durch ein Sieb oder ein offenes Tuch, damit du das Mark sauber daraus bekommst. Das Mark sollst du anschließend auf gleichmäßigen Kohlen einkochen oder eintrocknen, bis es um die Hälfte oder etwas mehr eingetrocknet ist, so dass es fast die Dicke eines Teigs hat.</p>
          <p>Davon sollst du 2 Pfund und ein Viertel abwiegen und 3 Pfund Honig dazugeben. Vermenge beides miteinander und lass es sanft einkochen bis zu der Dicke, dass man es schneiden kann. Danach gieße es in eine flache Dose und bewahre es auf. Man kann es auch bei Mahlzeiten nach dem Essen verwenden. Denn es ist sehr gut, den Magen zu stärken und zu verschließen, damit die Dämpfe oder Säfte nicht ins Haupt aufsteigen.</p>
          <p>Man kann es auch verwenden, um Durchfall und blutigen Durchfall zu stopfen, wenn man eine oder zwei Stunden vor dem Essen davon die Größe einer Walnuss einnimmt. Es stärkt den Magen, macht Appetit und stillt das Aufstoßen und Erbrechen des Magens.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="quince" orig="Queepeeren ofte Queeappelen" commodity="wikidata:Q2751465" source="#fyndling-ingredient-name">Quitten (Birnenquitten oder Apfelquitten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="weynich Wijns ofte waters" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="2. pont ende een vierendeel">Quittenmark, um die Hälfte oder etwas mehr eingekocht</ingredient> - 2.25 Pfund</item>
            <item><ingredient en="honey" orig="3. pont Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig</ingredient> - 3 Pfund</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-013">
        <head>Quittenbrot mit Gewürzmischung und Moschus</head>
        <div type="original" xml:id="clu-013-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-013-trans" subtype="excerpt">
          <p>iſt datmen dit vooꝛſeyde Quecruyt wil maecken met ſpecerien/ ſoo ſalmen onder dit vooꝛſ. Quecruyt mengen dewijle het noch warm is/ deſe navolgende Specien wel cleyn geſtoten/ ende dooꝛ een fijne ſifte geſift. Neemt goeden Canneel dꝛie loot/ Gember 2. loot/ Peper/ Galegaen elcx een loot/ Nagelen/ Notemuſchaten elx dꝛievyerendelloots/ Spicæ nardi, Aloes hout/ Foelge/ Cardamomi elx eẽ half loot/ zeduwerwoꝛtel een vyerendelloots: Deſe ſtoodt cleyn/ ende ſiftſe wel daer by doende een greynken Muſcheliaet gemengt in wat roos water/ ende doetet in dooſkens als voꝛen.

[</p>
          <p><gap reason="editorial-excerpt"/>] Dit Quecruyt is veel heeter/ ende bequamer om te gebruycken tegen vercoude Magẽ/ die met vele flegmatijcke vochticheyden overladẽ zijn: dan tgene dat ſonder ſpecien gemaect is/ het ſterct den menſch eñ geeft hem een goede coleur/ ende neemt wech den ſtinckenden Azem.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-013-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-013-orig">
          <p>Will man das vorgenannte Quittenbrot mit Gewürzen machen, so mengt man unter das Quittenbrot, solange es noch warm ist, die folgenden Gewürze, gut klein gestoßen und durch ein feines Sieb gesiebt.</p>
          <p>Nimm guten Zimt drei Lot, Ingwer 2 Lot, Pfeffer und Galgant je ein Lot, Nelken und Muskatnüsse je drei Viertel Lot, Narde, Aloeholz, Macis und Kardamom je ein halbes Lot, Zitwerwurzel ein Viertel Lot.</p>
          <p>Diese stoße klein und siebe sie gut. Gib ein Körnchen Moschus dazu, gemengt in etwas Rosenwasser, und tu es in Döschen wie zuvor.</p>
          <p>Dieses Quittenbrot ist viel heißer und besser gegen einen erkalteten Magen zu gebrauchen, der mit vielen phlegmatischen Feuchtigkeiten überladen ist, als das ohne Gewürze gemachte. Es stärkt den Menschen, gibt ihm eine gute Farbe und nimmt den stinkenden Atem.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Quecruyt">Quittenbrot, noch warm</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="cinnamon" orig="goeden Canneel dꝛie loot" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient> - 3 lot</item>
            <item><ingredient en="ginger" orig="Gember 2. loot" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer</ingredient> - 2 lot</item>
            <item><ingredient en="pepper" orig="Peper" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-registry">Pfeffer</ingredient> - 1 lot</item>
            <item><ingredient en="lesser galangal" orig="Galegaen elcx een loot" commodity="wikidata:Q27653540" source="#fyndling-ingredient-registry">Galgant</ingredient> - 1 lot</item>
            <item><ingredient en="clove" orig="Nagelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken</ingredient> - 0.75 lot</item>
            <item><ingredient en="nutmeg" orig="Notemuſchaten elx dꝛie vyerendelloots" commodity="wikidata:Q83165" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatnüsse</ingredient> - 0.75 lot</item>
            <item><ingredient orig="Spicæ nardi">Narde</ingredient> - 0.5 lot</item>
            <item><ingredient orig="Aloes hout">Aloeholz</ingredient> - 0.5 lot</item>
            <item><ingredient orig="Foelge">Macis</ingredient> - 0.5 lot</item>
            <item><ingredient en="cardamom" orig="Cardamomi elx eẽ half loot" commodity="wikidata:Q14625808" source="#fyndling-ingredient-name">Kardamom</ingredient> - 0.5 lot</item>
            <item><ingredient orig="zeduwerwoꝛtel een vyerendelloots">Zitwerwurzel</ingredient> - 0.25 lot</item>
            <item>
              <ingredient orig="een greynken Muſcheliaet">Moschus</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="wat roos water" commodity="wikidata:Q900450" source="#fyndling-ingredient-name">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-014">
        <head>Fruchtpasten mit Honig aus Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Pfirsichen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-014-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-014-trans">
          <p>Om paſten van Appelen, Peren, Prumen, Perſſen, ende andere vleyſachtige vruchten te maken.
Men ſal nemen Appelen/ Peeren/ ofte eenige andere vꝛuchten diemen wilt/ ende ſetten die te ſtooven ofte coken in wijn ofte water/ daerna ſalmen die dooꝛwꝛijvẽ als ſy moꝛwe geſtooft zijn/ in manieren gelijc wy vande Queen verhaelt hebben/ ende ſult het merch van die vꝛuchten afcoken/ op een gladt colen vyer/ dat niet aen en brande[?]/ altoos roerende tot der dicten van deech ofte dicken pap/ daer na ſuldy nemen het merch een deel/ eñ doen daer by geſuyverden Honich oock een deel/ eñ vermengen deſe twee gelijckelic by den anderen/ ende latet te ſamen afcoken/ op een glat colen vyer/ altoos omroerende dat het niet aen en bꝛant/ tot der dickten datment mach ſnijden ende foꝛmeeren wat datmen wil. Deſe paſten canmen gebꝛuycken in maeltijden/ vooꝛ banckquetten/ ende andere leckernien: Iſt datmen wil/ men can hier by mengen/ eenige ſpecerien/ gelijc Caneel/ muſchaten/ nagelen/ Gember/ ende andere dingen/ tot den ſmaec na den eyſch vande vꝛuchten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-014-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-014-orig">
          <p>Um Pasten aus Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Pfirsichen und anderen fleischigen Früchten zu machen: Man soll Äpfel, Birnen oder beliebige andere Früchte nehmen und sie in Wein oder Wasser zum Dünsten oder Kochen aufsetzen. Wenn sie mürbe gedünstet sind, soll man sie danach durchreiben, in der Weise, wie wir es von den Quitten berichtet haben.</p>
          <p>Das Mark der Früchte soll man auf einem gleichmäßigen Kohlenfeuer einkochen, damit es nicht anbrennt, und dabei ständig rühren, bis es die Dicke von Teig oder dickem Brei hat.</p>
          <p>Danach soll man von dem Mark ein Teil nehmen und geläuterten Honig ebenfalls ein Teil dazugeben. Diese beiden soll man gleichmäßig miteinander vermengen und zusammen auf einem gleichmäßigen Kohlenfeuer einkochen lassen und dabei ständig umrühren, damit es nicht anbrennt, bis es so dick ist, dass man es schneiden und formen kann, wie man will.</p>
          <p>Diese Pasten kann man bei Mahlzeiten, für Bankette und andere Leckereien gebrauchen. Wenn man will, kann man einige Gewürze daruntermengen, wie Zimt, Muskat, Nelken, Ingwer und andere Dinge, zum Geschmack, wie es die Früchte verlangen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Appelen" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="Peeren" commodity="wikidata:Q13099586" source="#fyndling-ingredient-name">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="plum" orig="Prumen" commodity="wikidata:Q12372598" source="#corema-ingredient-index">Pflaumen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="peach" orig="Perſſen" commodity="wikidata:Q13411121" source="#fyndling-ingredient-name">Pfirsiche</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="eenige andere vꝛuchten diemen wilt">andere fleischige Früchte nach Wahl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wijn ofte water">Wein oder Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſuyverden Honich oock een deel">Honig, geläutert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneel" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg or mace" orig="muſchaten" commodity="wikidata:Q83165 wikidata:Q1882876" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Muskat (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="nagelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken (wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Gember" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer (wahlweise)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-015">
        <head>Marzipan aus Mandeln und Honig mit Zuckerguss</head>
        <div type="original" xml:id="clu-015-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-015-trans">
          <p>Om Maſſapeynen te maken.
Neemt Amandelen ſo veel als ghy wilt/ ſietſe eens op ende peltſe/ ofte ſuyvertſe van hun ſchellen ende waſtſe wel ſchoon: daer na ſtootſe met rooſwater wel cleyn in een ſchoon ſteenen moꝛtier/ met een houten ſtamper/ ende vermengt daer onder ſo veel witten Honich als Amandelen ofte wat minder/ ende roertſe wel onder den anderen over een glat colen vyer tot dat die paſte ofte deech by na dꝛooch woꝛt: daer na beſtrijctſe op eẽ groot awelblat/ leggende opt papier/ ende ſtrijcter met eẽ ſpatel over daer van maeckende groote ofte cleyne Maſſapeynkens/ naer uwen ſinne: Dan ſtelt die te dꝛoogen in een backers oven ofte onder eẽ Maſſapeyn ofte paſteypan/ met colen daer opgeleit/ ende gedꝛoocht zijnde ſonder root woꝛden/ ſalmen die Maſſapeynen beſtrijcken met geſtoten Suycker dat met Rooſwater vermengt ſy/ in een manier gelijck een dunnen Honich/ ende ſteltſe wederom onder die Maſſapeynpan/ tot dat ghy ſiet dat het Suycker met zijn bellen blijft ſtaen. Dan neemtſe uyt/ ende verciertſe met Roſmarijntacxkens ende diergelijcken/ ooc met Muſketſuycker van alle coleuren/ eñ rechtſe op in maeltijden na den etẽ/ ſy zijn zeer goet vooꝛ luyden die uytdꝛogen/ ende voeden ſeer/ ende ſtoppen dẽ loop des buycx.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-015-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-015-orig">
          <p>Nimm Mandeln, so viele du willst, koche sie einmal auf und ziehe ihnen die Haut ab, oder befreie sie von ihren Schalen, und wasche sie gut sauber.</p>
          <p>Stoße sie danach mit Rosenwasser in einem sauberen steinernen Mörser mit einem hölzernen Stößel gut klein. Vermenge darunter so viel weißen Honig wie Mandeln oder etwas weniger und rühre alles gut durcheinander über einem gleichmäßigen Kohlenfeuer, bis die Paste oder der Teig fast trocken wird.</p>
          <p>Streiche sie danach auf eine große Oblate, die auf Papier liegt, und streiche mit einem Spatel darüber. Mache daraus große oder kleine Marzipänchen, nach deinem Sinn. Stelle sie dann zum Trocknen in einen Bäckerofen oder unter eine Marzipan- oder Pastetenpfanne, auf die Kohlen gelegt sind.</p>
          <p>Sind sie getrocknet, ohne rot zu werden, soll man die Marzipane mit gestoßenem Zucker bestreichen, der mit Rosenwasser vermengt ist, so dass er wie ein dünner Honig ist. Stelle sie wieder unter die Marzipanpfanne, bis du siehst, dass der Zucker mit seinen Bläschen stehen bleibt.</p>
          <p>Nimm sie dann heraus und verziere sie mit Rosmarinzweiglein und dergleichen, auch mit Musketzucker in allen Farben, und richte sie bei Mahlzeiten nach dem Essen an. Sie sind sehr gut für Leute, die austrocknen, sie nähren sehr und stopfen den Lauf des Bauches.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Amandelen ſo veel als ghy wilt" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-registry">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="rooſwater" commodity="wikidata:Q900450" source="#fyndling-ingredient-name">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="witten Honich als Amandelen ofte wat minder">weißer Honig (so viel wie Mandeln oder etwas weniger)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="awelblat">große Oblate (als Unterlage)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſtoten Suycker">Zucker, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Roſmarijntacxkens">Rosmarinzweiglein (zum Verzieren)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Muſketſuycker van alle coleuren">Musketzucker in allen Farben (zum Verzieren)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-016">
        <head>Met aus ausgewaschenen Honigresten</head>
        <div type="original" xml:id="clu-016-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-016-trans">
          <p>Om Meede te maken.
Men ſal nemen die reſte die inde mande gebleven is vant darlecken[?] vande ongepijndẽ Honich ofte Seem/ ende ſpoelen dat af met heet water/ ſo dat alle die ſoeticheyt int water ga/ tot dat ghy eẽ tobbẽ vol of twe hebt/ of ſoveel als ghy wilt: Dan doet dit nat inde keetel eñ latet in ſieden tot datter een eye int nat can dꝛijvẽ/ Dan ſtellet vant vyer/ ende gietet inde vaten ende latet coude werden/ daer by doende wat giſt van bier/ ende ſtellet te rijſen ofte werchen/ ende altoos het vadt opvollende/ dat die vuylicheit mach overcomen/ ende alſt niet meer en ſiet/ ofte werct/ ſo ſalmen het vat dicht toeſluyten/ eñ latent beruſten. Dit is de manier van Meede te makẽ/ ſommige doen in een doecxken gebonden wat Caneel/ Gember/ Muſchaten/ Nagelẽ eñ diergelijcke ſpecerien: om dat de Meede een goede ſmaec eñ reuc ſoude hebbẽ.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-016-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-016-orig">
          <p>Um Met zu machen: Nimm den Rest, der vom Durchtropfen des Jungfernhonigs oder Honigseims im Korb geblieben ist, und spüle ihn mit heißem Wasser ab, sodass alle Süße ins Wasser übergeht, bis du einen Zuber voll hast oder zwei oder so viel, wie du willst.</p>
          <p>Gib dann diese Flüssigkeit in den Kessel und lass sie einsieden, bis ein Ei darin schwimmen kann. Nimm sie dann vom Feuer, gieße sie in die Fässer und lass sie kalt werden. Gib etwas Bierhefe dazu und stelle sie zum Gären hin.</p>
          <p>Fülle das Fass dabei immer wieder auf, damit der Schmutz überlaufen kann. Wenn es nicht mehr siedet oder gärt, verschließe das Fass dicht und lass es ruhen.</p>
          <p>So macht man Met. Manche binden etwas Zimt, Ingwer, Muskatnüsse, Nelken und ähnliche Gewürze in ein Tüchlein und tun es hinein, damit der Met einen guten Geschmack und Geruch bekommt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die reſte die inde mande gebleven is">Honigrückstand aus dem Korb (nach dem Abtropfen von Jungfernhonig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="heet water">Wasser, heiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="een eye" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Ei (nur für die Probe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wat giſt van bier">Bierhefe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneel" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Gember" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſchaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnüsse (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Nagelẽ" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürznelken (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-017">
        <head>Anderer Met: 10 Teile Honig auf 90 Teile Wasser</head>
        <div type="original" xml:id="clu-017-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-017-trans">
          <p>Een ander.
Neemt 90. deelen ofte ſtopen ſchoon rivier ofte regẽwater 10. deelen ofte ſtoopen witten Seem of Honich. Dit doet te ſamen in een ketel/ ende latet ſiedẽ afſchuymẽde tot datter 80. ſtopen blijvẽ/ ofte daer ontrent: mẽ cant bepꝛoeven met een eye/ ſo het dꝛijft ſo iſt genoech: Daer na latet cout woꝛden ende doetet inde vaten/ ende ſtellet te werckẽ/ daer bi doẽde giſt van bier/ om te doen overgaen ende claren/ men mach hier ooc eenige ſpeceryen in doen/ gelijc wy verhaelt hebben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-017-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-017-orig">
          <p>Ein anderer.</p>
          <p>Nimm 90 Teile oder Stoop sauberes Fluss- oder Regenwasser und 10 Teile oder Stoop weißen Honigseim oder Honig. Gib das zusammen in einen Kessel und lass es unter Abschäumen sieden, bis 80 Stoop übrig bleiben oder ungefähr so viel. Man kann es mit einem Ei prüfen: Schwimmt es, ist es genug.</p>
          <p>Danach lass es kalt werden, gib es in die Fässer und stelle es zum Gären hin. Gib dabei Bierhefe hinzu, damit es überläuft und sich klärt. Man kann hier auch einige Gewürze hineingeben, wie wir berichtet haben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="90. deelen ofte ſtopen ſchoon rivier ofte regẽwater">Fluss- oder Regenwasser, sauber (90 Teile oder Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="10. deelen ofte ſtoopen witten Seem of Honich">Honigseim oder Honig, weiß (10 Teile oder Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="een eye" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Ei (zur Probe)</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="giſt van bier">Bierhefe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="eenige ſpeceryen" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-018">
        <head>Weinartiges Honigwasser mit Quittensaft</head>
        <div type="original" xml:id="clu-018-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-018-trans">
          <p>Om een Wijnachtich Honichwater te maken,
Neemt een deel Honichs/ ſes deelẽ regenwaters/ ſiettet als boven/ ende latet cout woꝛden/ daer by doende in de Queappeltijt tſap van Queen/ tot elcke pont Honichs een vyerendeel ſaps van Queen/ ſtellet met giſt te rijſen ende te claren.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-018-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-018-orig">
          <p>Um ein weinartiges Honigwasser zu machen: Nimm einen Teil Honig und sechs Teile Regenwasser. Siede es wie oben und lass es kalt werden.</p>
          <p>Gib dazu in der Quittenzeit den Saft von Quitten, auf jedes Pfund Honig ein Viertel Saft von Quitten. Stelle es mit Hefe zum Gären und Klären an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="een deel Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig (1 Teil)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rain water" orig="ſes deelẽ regenwaters" commodity="wikidata:Q21555202" source="#fyndling-ingredient-name">Regenwasser (6 Teile)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="een vyerendeel ſaps van Queen">Quittensaft (ein Viertel je Pfund Honig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="giſt">Hefe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-019">
        <head>Rotes weinartiges Honigwasser mit Sauerkirschsaft</head>
        <div type="original" xml:id="clu-019-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-019-trans">
          <p>Om een root wijnachtich Honichwater te maken.
Neemt vande Meede vande twee ſooꝛten hier boven verhaelt 64 ſtoopen/ daer by doende 16. ſtoop ſaps van Amarellen/ noch twee ſtoop Honichs/ dit vermengt te ſamen ende ſtellet te rijſen als vooꝛen. Dit Wijnachtich Honichwater is ſeer goet tegens de cooꝛtſe/ ende tegens die met overvloedige hitten zijn gequelt/ tegens die gebreken der Herſſenen/ ende men mach die in plaetſe van Wijn gebꝛuycken/ vooꝛ den genen die den Wijn verboden is. In ſulcker voegen machmen oock wijnachtich water maken met tſap van Aelbeſien/ rode ende ſwarte Kriecken/ oock van Druyven/ Appelen/ ende Peeren/ altoos hem regulerende na de pꝛopoꝛtie vande Amarellẽ/ als vooꝛen verclaert is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-019-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-019-orig">
          <p>Um ein rotes weinartiges Honigwasser zu machen, nimm von dem Met der zwei Sorten, die weiter oben beschrieben sind, 64 Stoop. Gib dazu 16 Stoop Saft von Sauerkirschen und noch zwei Stoop Honig. Mische dies miteinander und stelle es zum Gären an wie zuvor.</p>
          <p>Dieses weinartige Honigwasser ist sehr gut gegen das Fieber, auch für die, die von übermäßiger Hitze geplagt sind, und gegen die Gebrechen des Gehirns. Man kann es anstelle von Wein gebrauchen für diejenigen, denen der Wein verboten ist.</p>
          <p>Auf diese Weise kann man auch weinartiges Wasser machen mit dem Saft von Johannisbeeren, von roten und schwarzen Kirschen, ebenso von Trauben, Äpfeln und Birnen. Richte dich dabei immer nach dem Verhältnis, das bei den Sauerkirschen gilt, wie zuvor erklärt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="vande Meede vande twee ſooꝛten hier boven verhaelt 64 ſtoopen">Met (64 Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="16. ſtoop ſaps van Amarellen">Saft von Sauerkirschen (16 Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="twee ſtoop Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig (2 Stoop)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-020">
        <head>Roter Hypocras aus weinartigem Honigwasser</head>
        <div type="original" xml:id="clu-020-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-020-trans">
          <p>Om roden Hypocras te maken.
Neemt vant root wijnachtich water 1. ſtoop/ Honich die ſuyver ende wit is/ 12. Oncen: Canneel 2. Oncen: Gengevaer iij. Dꝛagmen: Galigaen/ Naghelen/ elcx een half dꝛagma. Die ſpecerien cleyn gebꝛoken/ vermengt onder het Honichwater/ ende latet te ſamẽ ſtaẽ weycken 24. vꝛen lang/ 5. ofte 6. malen omroerende dewijle die ſpecerien weycken. Daer na ſoo mengter den Honich onder eñ latet te ſamen dooꝛ een Hypocras-ſac loopen/ tot dattet claer woꝛdt/ wilt men den Hypocras noch rooder hebben: ſoo machmen een loot Turneſols daer by doen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-020-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-020-orig">
          <p>Um roten Hypocras zu machen: Nimm von dem roten weinartigen Wasser 1 Stoop, von Honig, der rein und weiß ist, 12 Unzen, Zimt 2 Unzen, Ingwer 3 Drachmen, Galgant und Nelken, von jedem eine halbe Drachme.</p>
          <p>Zerbrich die Gewürze klein, mische sie unter das Honigwasser und lass es zusammen 24 Stunden stehen und weichen. Rühre fünf- oder sechsmal um, solange die Gewürze weichen.</p>
          <p>Danach mische den Honig darunter und lass es zusammen durch einen Hypocras-Sack laufen, bis es klar wird.</p>
          <p>Will man den Hypocras noch röter haben, so kann man ein Lot Turnesol dazugeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="root wijnachtich water 1. ſtoop">rotes weinartiges Honigwasser (1 Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="Honich die ſuyver ende wit is/ 12. Oncen">Honig, rein und weiß</ingredient> - 12 ounce</item>
            <item><ingredient en="cinnamon" orig="Canneel 2. Oncen" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient> - 2 ounce</item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Gengevaer iij. Dꝛagmen" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer (3 Drachmen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lesser galangal" orig="Galigaen" commodity="wikidata:Q27653540" source="#fyndling-ingredient-registry">Galgant (½ Drachme)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Naghelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken (½ Drachme)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="een loot Turneſols">Turnesol, nach Wunsch zum Färben</ingredient> - 1 lot</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-021">
        <head>Weißer Hypocras aus weinartigem Honigwasser</head>
        <div type="original" xml:id="clu-021-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-021-trans">
          <p>Om witten Hypocras te maken.
Neempt vant wit Wijnachtich water dat met ſuyꝛe Appelen ofte Druyven gemaect ſy/ 1. ſtoop/ Honich die ſuyver ende wit is xij. Oncẽ: Canneel/ gebꝛokẽ ende gepelde Amandelẽ elcx ij. Oncen/ gengevaer/ iij. Dꝛagmẽ: Galigaen/ Nagelen elcx een half Dꝛagma/ die ſpecerien tſamen cleyn geſtooten/ vermengtſe onder het Honichwater/ ende latet ſtaen weycken 24 vꝛen als boven verhaelt is/ daer na mengter den Honich onder/ ende laetet te ſamen dooꝛ een Hypocras-ſac lecken/ tot dattet claer woꝛt. Deſe twee ſooꝛten zijn ſeer lieflic om in bancquetten ende andere maeltijden te gebꝛuycken/ ende is ſeer goet den genen die met geraectheyt ende vallende ſiectẽ zijn gequelt/ eñ verteert alle quade ſlijmachtige vochticheden inde Mage/ ſy ſterctſe/ voetſe/ ende geeft appetijt den genen die geen ſpijſe en connen verteeren.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-021-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-021-orig">
          <p>Um weißen Hypocras zu machen: Nimm von dem weißen weinartigen Wasser, das mit sauren Äpfeln oder Trauben gemacht ist, 1 Stoop, und von Honig, der rein und weiß ist, 12 Unzen. Dazu Zimt sowie zerbrochene und geschälte Mandeln, von jedem 2 Unzen, Ingwer 3 Drachmen, Galgant und Nelken, von jedem eine halbe Drachme.</p>
          <p>Stoße die Gewürze zusammen klein und mische sie unter das Honigwasser. Lass es 24 Stunden stehen und weichen, wie oben berichtet. Danach mische den Honig darunter und lass alles zusammen durch einen Hypocras-Sack laufen, bis es klar wird.</p>
          <p>Diese zwei Sorten sind sehr lieblich bei Banketten und anderen Mahlzeiten zu gebrauchen. Er ist sehr gut für diejenigen, die von Schlagfluss und Fallsucht geplagt sind, und verzehrt alle üblen schleimigen Feuchtigkeiten im Magen. Er stärkt ihn, nährt ihn und gibt denen Appetit, die keine Speise verdauen können.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="wit Wijnachtich water dat met ſuyꝛe Appelen ofte Druyven gemaect ſy/ 1. ſtoop">Weißes weinartiges Honigwasser, mit sauren Äpfeln oder Trauben gemacht (1 Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="Honich die ſuyver ende wit is xij. Oncẽ">Honig, rein und weiß</ingredient> - 12 ounce</item>
            <item><ingredient en="cinnamon" orig="Canneel" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient> - 2 ounce</item>
            <item><ingredient orig="gebꝛokẽ ende gepelde Amandelẽ elcx ij. Oncen">Mandeln, zerbrochen und geschält</ingredient> - 2 ounce</item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="gengevaer/ iij. Dꝛagmẽ" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer (3 Drachmen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lesser galangal" orig="Galigaen" commodity="wikidata:Q27653540" source="#fyndling-ingredient-registry">Galgant (eine halbe Drachme)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Nagelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken (eine halbe Drachme)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-022">
        <head>Branntwein aus Met brennen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-022-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-022-trans">
          <p>Om Brandewijn van Meede te maken.
Neemt vande eerſte ſooꝛte van Meede/ ofte vande anderde ſooꝛte/ doetſe inden diſtileer-ketel/ eñ latet matelic ſiedẽ/ eñ trect daer af ſo lang dat het water niet meer en ſmaect na dẽ Brandewijn. Daer na neẽt 'tgene dat ghy overgehaelt hebt/ eñ doetet in een ander Brandewijn-ketelken/ ende overhalet eñ rectificeertet ſo lang dattet u goet dunckt[?] wãt hoe ghijt meerder overhaelt/ hoe dattet ſtercker ende ſubtijlder woꝛt/ ende men ſout int eynde wel ſoo ſterck maken/ dattet een menſch innemende terſtont wel ſoude daer af ſterven.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-022-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-022-orig">
          <p>Um Branntwein aus Met zu machen: Nimm Met von der ersten Sorte oder von der zweiten Sorte, gib ihn in den Destillierkessel und lass ihn mäßig sieden. Ziehe davon so lange ab, bis das Wasser nicht mehr nach dem Branntwein schmeckt.</p>
          <p>Danach nimm, was du übergezogen hast, und gib es in ein anderes Branntweinkesselchen. Ziehe es über und rektifiziere es, bis es dir gut dünkt. Denn je öfter du es überziehst, desto stärker und feiner wird es. Am Ende könnte man es wohl so stark machen, dass ein Mensch, der es einnimmt, auf der Stelle wohl daran stürbe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="vande eerſte ſooꝛte van Meede/ ofte vande anderde ſooꝛte">Met (erste oder zweite Sorte)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-023">
        <head>Honigbranntwein aus rohem Honig der Lebkuchenbäcker</head>
        <div type="original" xml:id="clu-023-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-023-trans">
          <p>Een ander om van Honich Brandewijn te maken.
Men ſal in plaetſe van Meede mogen nemen/ rouwe Coeckebackers Honich/ ende vermengen die met water tot datter een eye in dꝛijft/ ſtelt dat met wat giſt te rijſẽ/ tot dattet wijnachtich riect/ ſtellet te diſtileren als voꝛẽ.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-023-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-023-orig">
          <p>Noch eine Weise, aus Honig Branntwein zu machen: Man kann anstelle von Met rohen Honig der Lebkuchenbäcker nehmen und ihn mit Wasser vermengen, bis ein Ei darin schwimmt.</p>
          <p>Stelle das mit etwas Hefe zum Gären hin, bis es weinartig riecht, und stelle es zum Destillieren auf wie zuvor.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="rouwe Coeckebackers Honich">Honig, roh (grober Honig der Lebkuchenbäcker)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="een eye" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Ei (nur für die Probe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wat giſt">Hefe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-024">
        <head>Wermutwein auf Metbasis</head>
        <div type="original" xml:id="clu-024-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-024-trans">
          <p>Om Alſem Wijn te maken.
Neemt Meede vande tweede ſcoꝛte 2. ſtoopen/ doet daer by dꝛogen gebꝛoken Alſem/ in een doecxken gebonden 3. Oncen/ ſtellet te weycken 5. ofte 6. dagen/ alle dagen den Alſem uyt dꝛuckende/ daer nae claert den Wijn van zijn grondicheyt/ deſe Wijn is ſeer diẽſtelic/ de vꝛouwen die haer ſtonden niet wel en connen crijgen/ ſy verwarmt die Moeder eñ Mage/ doet die ſpijſe verteeren/ eñ neemt wech alle coꝛruptien die inde Mage groeyen. In deſer wijſe machmẽ ooc Wijn van Roſmarijn/ Lavendel/ Hyſop/ van Stychas cruyt/ ende andere bloemẽ ende cruyden maken.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-024-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-024-orig">
          <p>Um Wermutwein zu machen: Nimm Met von der zweiten Sorte, 2 Stoop, und gib getrockneten, gebrochenen Wermut dazu, in ein Tüchlein gebunden, 3 Unzen. Stelle es 5 oder 6 Tage zum Weichen hin und drücke den Wermut alle Tage aus. Danach kläre den Wein von seinem Bodensatz.</p>
          <p>Dieser Wein ist sehr dienlich den Frauen, die ihre Monatsblutung nicht recht bekommen können. Er erwärmt die Gebärmutter und den Magen, lässt die Speise verdauen und nimmt alle Verderbnis fort, die im Magen wächst.</p>
          <p>Andere Kräuter: Auf diese Weise kann man auch Wein von Rosmarin, Lavendel, Ysop, von Stoechaskraut und von anderen Blumen und Kräutern machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Meede vande tweede ſcoꝛte 2. ſtoopen">Met, zweite Sorte (2 Stoop)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="dꝛogen gebꝛoken Alſem/ in een doecxken gebonden 3. Oncen">Wermut, getrocknet und gebrochen</ingredient> - 3 ounce</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-025">
        <head>Essig aus Met in der Sonne</head>
        <div type="original" xml:id="clu-025-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-025-trans">
          <p>Om Azijn van Meede te maken.
Neemt Meede ſteltſe inde Sonne te ſuyꝛen gelijcmẽ vande Wijnẽ ofte Bierẽ doet/ ende ſo dicmaels als daer vlies op comt ſo ſalment af tappen/ ende doen die Meede in een ander vat/ tot dat hy u ſuyꝛ genoech is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-025-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-025-orig">
          <p>Um Essig aus Met zu machen.</p>
          <p>Nimm Met und stelle ihn in die Sonne, damit er sauer wird, wie man es bei Wein oder Bier macht. Und sooft sich eine Haut darauf bildet, soll man ihn abziehen und den Met in ein anderes Fass füllen, bis er dir sauer genug ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Meede">Met</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-026">
        <head>Honigessig in der Sonne, mit Essig oder Sauerteig angesetzt</head>
        <div type="original" xml:id="clu-026-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-026-trans">
          <p>Een ander manier.
Neemt een deel Honichs/ ſes deelen waters/ een vyerendeel Azijns/ ſtellet in een vat ter Sonnen tot dat het ſuyꝛ genoech is/ als boven verhaelt is: ſommige nemẽ ſuyꝛ Deeſſem in plaetſe vande Azijn ende latẽt ſo ſtaẽ/ ende tappen 'tclaer af ſo lang tot alſt ſuyꝛ genoech is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-026-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-026-orig">
          <p>Auf andere Weise: Nimm einen Teil Honig, sechs Teile Wasser und ein Viertel Essig. Stelle es in einem Fass in die Sonne, bis es sauer genug ist, wie oben berichtet.</p>
          <p>Manche nehmen anstelle des Essigs Sauerteig und lassen es so stehen, und sie ziehen das Klare ab, so lange, bis es sauer genug ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="een deel Honichs" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig (1 Teil)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ſes deelen waters" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser (6 Teile)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="een vyerendeel Azijns" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Essig (ein Viertel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſuyꝛ Deeſſem">Sauerteig (statt des Essigs)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-027">
        <head>Rosenessig und Blütenessig ansetzen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-027-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-027-trans">
          <p>Om Azijn van Roſen, eñ van andere gebloemten te maken.
Neemt roode dꝛoochde Rooſen iij. loodt/ doetſe in een Fiole/ giet daer op van die vooꝛſeyden Azijn/ ſteltſe inde Sonne 40. dagen lang/ daer na moechdyſe claren/ ofte ſoo ghy wilt moocht die bloemen daer op laten blijven. In ſulcker voegen machmen ooc Azijn van Vleerbloemen/ Lavendel/ Roſmarijn/ Goutſbloemẽ/ ende anders cruyden ende gebloemten maken.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-027-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-027-orig">
          <p>Um Essig von Rosen und von anderen Blüten zu machen: Nimm 3 Lot rote, getrocknete Rosen und gib sie in eine Phiole. Gieße von dem vorgenannten Essig darüber und stelle sie 40 Tage lang in die Sonne.</p>
          <p>Danach kannst du ihn klären. Oder, wenn du willst, kannst du die Blüten darauf bleiben lassen.</p>
          <p>Auf diese Weise kann man auch Essig von Holunderblüten, Lavendel, Rosmarin, Ringelblumen und von anderen Kräutern und Blüten machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="roode dꝛoochde Rooſen iij. loodt">Rosenblüten, rot, getrocknet</ingredient> - 3 lot</item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="van die vooꝛſeyden Azijn" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Essig (der vorgenannte: aus Met oder aus Honig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="elder flower" orig="Vleerbloemen" commodity="wikidata:Q67778134" source="#fyndling-ingredient-name">Holunderblüten (Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Lavendel">Lavendel (Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rosemary" orig="Roſmarijn" commodity="wikidata:Q122679" source="#fyndling-ingredient-name">Rosmarin (Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Goutſbloemẽ">Ringelblumen (Variante)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-028">
        <head>Wachs aus Honigrückständen läutern</head>
        <div type="original" xml:id="clu-028-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-028-trans">
          <p>Men ſal nemen die overghebleven vuylicheydt/ daer den Honich uyt getrocken is/ ende doen die in een groote ketel over 'tuyer/ na dat ghy veel ofte luttel hebt/ ende gieten daer by ſoo veel waters dat die vooꝛſ. vuylicheydt dꝛiftich woꝛt/ ende ſtooct onder den keetel een goet vyer ende latet te ſamen ſieden/ alſt nu wel geſmolten is/ ſoo ſalmen nemen een gebreyden ſac/ die met wandtgaern gebꝛeyt is/ ofte eenen anderen opene ſtercke canefaſſen ſac/ ende ſteken die eerſt in heet ofte warm water/ daer na ſuldy u geſoden ſubſtantie gieten inde ſack/ welcken over een tobben met weynich cout waters ſal hangen/ ende als nu den ſac met die ſubſtantie gevult is/ ſo ſalmen die toe binden met eenen ſtercken bant/ ende doen die gevulde ſac alſo inde parſſe ende dꝛucken alſo ſterckelic het Was uyt die vuylicheit/ makende dat het dooꝛgeſegen ofte gedꝛucte Was zijnẽ loop hebbe inde vooꝛſ. tobben/ om alſoo tſamen den hoop by melcanderen te vergaderen: iſt datter nu geen Was meer uyt de ſack comt/ ſo ſalmen die vuylicheyt uytſchudden/ ende daer wederom(als voꝛen) andere ſubſtantie in doen/ eñ wederom uyt perſſen/ tot datmen het leſte uyt den keetel heeft/ daer na als nu die vuylicheyt van t'Was geſcheyden is: ſo ſalmen het Was uyt de tobben by den anderen vergaderen/ ende doen 'tſelfde in eenen cleynder keetel/ daer by doende wat ſuyver water/ ende laten dit tſamẽ met een ſacht vierken ſmelten/ ende alſt nu wel geſmolten is/ ſo ſalmen dat gieten in een tobbeken ofte tobben na dat ghi veel Was meynt te hebbẽ/ daer vooꝛ het wat warm water in gedaẽ is/ om dattet te verlãgſamer cout ſoude werdẽ/ eñ alſt nu aldus inde tobben ofte tobbekẽ gegoten is/ ſo ſalmen tſelfde het ſchuym afnemẽ/ ende maecken dat het claer ſy/ ende daer na ſalmẽt ſeer dicht met een ſac ofte yet anders toe decken/ ende laten dat vã langerhant alſo vercoelen/ ende alſt cout gewoꝛden is/ ſoo ſalmen den bodem Was daer uyt nemen/ ende ſuyveren den bodem van onderen van alle die vuylicheydt: Siet/ hier heeftmẽ de maniere om het Was vã zijn vuylicheyt te ſuyveren.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-028-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-028-orig">
          <p>Man nimmt die übrig gebliebenen Rückstände, aus denen der Honig herausgezogen ist, und gibt sie in einen großen Kessel über das Feuer, je nachdem, ob man viel oder wenig davon hat. Dazu gießt man so viel Wasser, dass die genannten Rückstände darin treiben. Unter dem Kessel schürt man ein gutes Feuer und lässt alles zusammen sieden.</p>
          <p>Ist es gut geschmolzen, nimmt man einen geknüpften Sack, der aus Netzgarn geknüpft ist, oder einen anderen offenen, starken Sack aus Kanevas. Den taucht man zuerst in heißes oder warmes Wasser. Danach gießt man die gesottene Masse in den Sack, der über einem Zuber mit wenig kaltem Wasser hängen muss.</p>
          <p>Ist der Sack mit der Masse gefüllt, bindet man ihn mit einem starken Band zu, legt den gefüllten Sack in die Presse und drückt das Wachs stark aus den Rückständen heraus. So läuft das durchgeseihte oder ausgepresste Wachs in den genannten Zuber und sammelt sich dort. Kommt kein Wachs mehr aus dem Sack, schüttelt man die Rückstände aus, füllt wieder, wie zuvor, neue Masse ein und presst abermals aus, bis man das Letzte aus dem Kessel hat.</p>
          <p>Sind die Rückstände so vom Wachs getrennt, sammelt man das Wachs aus dem Zuber und gibt es in einen kleineren Kessel. Dazu kommt etwas sauberes Wasser. Man lässt es zusammen auf einem kleinen, sanften Feuer schmelzen.</p>
          <p>Ist es gut geschmolzen, gießt man es in ein Zuberchen oder einen Zuber, je nachdem, wie viel Wachs man zu bekommen meint. Vorher hat man etwas warmes Wasser hineingetan, damit es umso langsamer kalt wird. Ist es so in den Zuber oder das Zuberchen gegossen, nimmt man den Schaum ab und sorgt dafür, dass es klar ist. Danach deckt man es sehr dicht mit einem Sack oder etwas anderem zu und lässt es nach und nach abkühlen.</p>
          <p>Ist es kalt geworden, nimmt man den Wachskuchen heraus und säubert ihn an der Unterseite von allem Schmutz. Siehe, hier hat man die Art, das Wachs von seinem Schmutz zu reinigen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die overghebleven vuylicheydt/ daer den Honich uyt getrocken is">Rückstände der Honiggewinnung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waters" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-029">
        <head>Wachs weiß bleichen (über das Rad zu Schuppen)</head>
        <div type="original" xml:id="clu-029-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-029-trans">
          <p>Men ſal nemen ſo veel bleec Was alſmen wilt wit maken/ ende ſmelten dat met een deel waters/ ende alſt nu wel geſmolten is/ ſo ſalmen allenſkens met een grote lepel het geſmolten Was uyt de keetel ſcheppen/ eñ gieten dat over een rat datmen in een tobben met cout water gevult ſal om dꝛaeyen/ ende laten het Was dooꝛ een becken met acht ofte thien cleyne gaetkens loopen over het rat in ſulcker voegen dat het Was hem verdeele in cleyne dunne ſchelferkens/ ende daer nae vergadert dat by den anderen/ ende werpet op een nat ſeyl-doeck/ leggende op tafels ofte Hoꝛderen/ dat het doeck geſpannen ſo dat het Was daer op mach leggen te bleecken/ keeret ende wẽdet dicwils/ altoos het zeyl ende t'Was nat begietende met ſuyver water/ tot dat het wit genoech gebleect is/ daerna ſo ſmeltet wederom/ eñ gietet in ſchotelen daer weynich water in ſy/ ende waſſchet in ſulcker voegen dat het dunne bodemkens zijn/ iſt dat het u noch niet wit genoech is/ ſo ſuldijt herſmelten ende latet (als vooꝛen) wederom overt radt lopẽ/ ende leggent wederom te bleken/ tot het genoech is: maer men moet toe ſien datter gheen ſtof van Aſſchen ofte Aerde by windich weer in en waeye/ ende alſt ſeer waeyet moetmen dat met natte zeyldoecken ofte ander doecken bedeckẽ altoos die doecken ende t'Was nat houdende.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-029-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-029-orig">
          <p>Man nimmt so viel blasses Wachs, wie man weiß machen will, und schmilzt es mit etwas Wasser. Ist es gut geschmolzen, schöpft man das geschmolzene Wachs nach und nach mit einem großen Löffel aus dem Kessel und gießt es über ein Rad, das man in einem mit kaltem Wasser gefüllten Zuber drehen soll.</p>
          <p>Dabei lässt man das Wachs durch ein Becken mit acht oder zehn kleinen Löchern über das Rad laufen, so dass es sich in kleine, dünne Schuppen teilt.</p>
          <p>Danach sammelt man sie zusammen und wirft sie auf ein nasses Segeltuch, das auf Tafeln oder Hürden liegt. Das Tuch soll gespannt sein, so dass das Wachs darauf zum Bleichen liegen kann. Man kehrt und wendet es oft und begießt dabei Segeltuch und Wachs immer wieder mit sauberem Wasser, so dass sie nass sind, bis es weiß genug gebleicht ist.</p>
          <p>Danach schmilzt man es wieder, gießt es in Schüsseln, in denen wenig Wasser ist, und wäscht es so, dass es dünne Böden werden.</p>
          <p>Ist es einem dann noch nicht weiß genug, soll man es nochmals schmelzen, wie zuvor wieder über das Rad laufen lassen und wieder zum Bleichen auslegen, bis es genug ist.</p>
          <p>Man muss aber darauf achten, dass bei windigem Wetter kein Staub von Asche oder Erde hineinweht. Weht es stark, muss man es mit nassen Segeltüchern oder anderen Tüchern bedecken und dabei die Tücher und das Wachs immer nass halten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="bleec Was">Wachs, blassgelb (ungebleicht)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="een deel waters">Wasser, zum Schmelzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="cout water">Kaltes Wasser, für den Zuber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſuyver water">Sauberes Wasser, zum Begießen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-030">
        <head>Wachs bleichen (Scheiben vom Holzteller)</head>
        <div type="original" xml:id="clu-030-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-030-trans">
          <p>Een ander manier van wit Was te maken.
Men ſal dat bleec gelu Was ſmelten met water over tuier/ daer nae ſalmen nemen een houten tellioꝛe ofte tafel-bert/ ende leggen dat in een emmer met cout water/ ende alſmen nu het Was wilt wit maken/ ſo ſalmẽ een hantvatſel aen deene zijde vant tafel-bert maken/ eñ[?] alſo dopende aen dander zijde int geſmolten Was/ tot[?] het Was daer aen mach hangen/ in maniere van't tafel-bert/ ende ſult telcke reyſe het houten tellioer wederom doopen/ in het cout water/ eñ daerna wederom int geſmolten Was/ eñ alſo vergaderẽ het Was in dunne lichte Hobblyẽ/ ofte Auwelbꝛodẽ/ tot dat al het Was alſo dopende uyt de keetel zy getrocken/ daer na ſalmen die Waſſe-dunne-ſchijven leggen te bleken op doecken/ ofte tafels ende houdẽ het Was geſtadich nat met water/ omkeerende die ſchijven tot dat het wit genoech is/ daer na herſmeltment/ eñ maecter coecken af als boven verhaelt is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-030-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-030-orig">
          <p>Eine andere Weise, Wachs weiß zu machen: Das blassgelbe Wachs soll man mit Wasser über dem Feuer schmelzen. Danach nimmt man einen hölzernen Teller oder ein Tafelbrett und legt es in einen Eimer mit kaltem Wasser.</p>
          <p>Will man nun das Wachs weiß machen, so macht man an der einen Seite des Tafelbretts einen Handgriff und taucht es so mit der anderen Seite in das geschmolzene Wachs, bis das Wachs daran hängen kann, in der Form des Tafelbretts.</p>
          <p>Jedes Mal taucht man den hölzernen Teller wieder in das kalte Wasser und danach wieder in das geschmolzene Wachs. So sammelt man das Wachs in dünnen, leichten Oblaten oder Oblatenbroten, bis alles Wachs auf diese Weise tauchend aus dem Kessel gezogen ist.</p>
          <p>Danach legt man diese dünnen Wachsscheiben zum Bleichen auf Tücher oder Tafeln und hält das Wachs ständig mit Wasser nass. Dabei wendet man die Scheiben, bis das Wachs weiß genug ist. Dann schmilzt man es wieder und macht Kuchen daraus, wie oben erzählt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="bleec gelu Was">Wachs, blassgelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="water">Wasser, zum Schmelzen und Nasshalten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="cout water">Wasser, kalt, für den Eimer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-031">
        <head>Handgerollte Wachskerzen mit Docht</head>
        <div type="original" xml:id="clu-031-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-031-trans">
          <p>men maect eerſt het Lemmet van kaerſmakers ende catoen gaern onder den anderẽ gedꝛaeyt/ dat maectmen vet ofte men trecket dooꝛ geſmolten Was eñ dan roltmen het lemmet effen/ de ſommige die nemen het lemmet rou ongedoopt/ als ſy nu het lemmet coꝛt ende lang (ſoo ſy begeeren) afgeſneden hebben/ ſo nemen ſy Was ſo veel als hun belieft eñ leggen dat in warm water/ in ſulcker voegen dat het niet en ſmelt/ eñ alſt dã wel dooꝛwarmt is/ ſo makẽ ſy haer handen vet met Olie ofte boter/ ende nemen een warm ſtuc Was/ uyt het warme water/ ende werckent met haer handen dat het Lemmet comt te midtſwegen int Was/ ende ſoot te ſtijf wilt werden om te rollen/ ſoo houden ſy die kaerſſe al dꝛaeyende over wat vyers/ ten eynde dat ſy hem te beter moge rollen op een warm bert dat vet gemaect is met Oly ofte Boter/ in ſulcker voegen ſo maken ſy haer kaerſſen coꝛt eñ lang na haer beliefte.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-031-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-031-orig">
          <p>Man macht zuerst den Docht aus Kerzenmachergarn und Baumwollgarn, die untereinander gedreht werden. Den macht man fettig, oder man zieht ihn durch geschmolzenes Wachs, und dann rollt man den Docht glatt.</p>
          <p>Manche nehmen den Docht roh, ungetaucht. Haben sie den Docht nun kurz und lang, wie sie es wünschen, abgeschnitten, nehmen sie Wachs, so viel es ihnen beliebt, und legen es in warmes Wasser, und zwar so, dass es nicht schmilzt. Ist es dann gut durchwärmt, machen sie ihre Hände fettig mit Öl oder Butter, nehmen ein warmes Stück Wachs aus dem warmen Wasser und bearbeiten es mit den Händen, bis der Docht mitten im Wachs liegt.</p>
          <p>Wird es zu steif zum Rollen, halten sie die Kerze drehend über etwas Feuer, damit sie sie besser rollen können auf einem warmen Brett, das mit Öl oder Butter fettig gemacht ist. Auf solche Weise machen sie ihre Kerzen kurz und lang, nach ihrem Belieben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kaerſmakers">Kerzenmachergarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="catoen gaern">Baumwollgarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Was">Wachs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="warm water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-name">Wasser, warm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="Olie ofte boter" commodity="wikidata:Q427457" source="#fyndling-ingredient-registry">Öl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-032">
        <head>Kerzenwachs im abgekühlten Ofen anwärmen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-032-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-032-trans">
          <p>De ſommige leggen dat Was in een ſchotel in een warmen Oven/ die ſoo coel is gewoꝛdẽ/ datter t'Was niet en can in ſmelten/ ende maken haer handen vet ende doen als vooꝛſ.is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-032-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-032-orig">
          <p>Manche legen das Wachs in einer Schüssel in einen warmen Ofen, der so kühl geworden ist, dass das Wachs darin nicht schmelzen kann. Sie machen ihre Hände fettig und verfahren, wie zuvor gesagt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Was">Wachs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="haer handen vet">Fett für die Hände (hier ungenannt)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-033">
        <head>Fackeln am Föhrenstock mit Wachs-Harz-Dochten</head>
        <div type="original" xml:id="clu-033-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-033-trans">
          <p>Om Toortſen te maken.
Men ſal nemen een ronde vueren ſtoc inder dicten vã een duym/ inder lengte van 6.voeten ofte daer ontrent/ ende wat meer als het derdendeel den ſtock beſtrijcken met geſmolten Harſch/ dan ſalmen nemen het lemmet redelicken dic/ ende trecken dat deur geſmoltẽ Was een deel/ rinſchen Harſch een half deel/ ende rollent met vette handen/ ende leggent alſoo warm deſe lemmetten/ op die geharſte plaetſe tot dat den ſtoc bedeckt ſy: dan ſalmen de Tooꝛtſe over 'tuyer een weynich houden ende laten dat ſoetelic ſmelten dat die oneffenheyt effẽ ſy ende in redelicker dicte.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-033-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-033-orig">
          <p>Um Fackeln zu machen.</p>
          <p>Man nimmt einen runden Föhrenstock, so dick wie ein Daumen und ungefähr 6 Fuß lang, und bestreicht etwas mehr als ein Drittel des Stocks mit geschmolzenem Harz.</p>
          <p>Dann nimmt man den Docht, angemessen dick, und zieht ihn durch geschmolzenes Wachs, einen Teil, und rheinisches Harz, einen halben Teil. Man rollt ihn mit gefetteten Händen und legt diese Dochte so warm auf die geharzte Stelle, bis der Stock bedeckt ist.</p>
          <p>Dann hält man die Fackel ein wenig über das Feuer und lässt es sacht schmelzen, damit die Unebenheit eben wird und die Fackel eine angemessene Dicke hat.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="een ronde vueren ſtoc inder dicten vã een duym/ inder lengte van 6.voeten">Runder Föhrenstock (daumendick, ungefähr 6 Fuß lang)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſmolten Harſch">Harz, geschmolzen (zum Bestreichen des Stocks)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="het lemmet redelicken dic">Docht, angemessen dick</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſmoltẽ Was een deel">Wachs, geschmolzen (ein Teil)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rinſchen Harſch een half deel">Rheinisches Harz (ein halber Teil)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vette handen">Fett (für die Hände)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-034">
        <head>Fackeln aus halb Wachs, halb Harz</head>
        <div type="original" xml:id="clu-034-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-034-trans">
          <p>De ſommige nemen half een half ander Was ende Harſch/ ende maken alſo de Tooꝛtſen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-034-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-034-orig">
          <p>Manche nehmen halb das eine, halb das andere, Wachs und Harz, und machen so die Fackeln.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Was">Wachs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Harſch">Harz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-035">
        <head>Große Fackeln oder Kerzen aus vier Dochten</head>
        <div type="original" xml:id="clu-035-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-035-trans">
          <p>Om grote Fackels oft Kaerſen voor grote Heeren te maken.
Neemt 'tlemmet dic genoech nadẽ eyſch vande Fackel/ trect die dooꝛ geſmoltẽ Was eñ Harſch yder evẽ veel/ eñ werctſe dic genoech ende voecht die 4/ lemmetten by dẽ anderen/ daer na giet geſmolten Was ende Hars onder melcanderen tuſſchen die vergaderinge/ tot dat het u dic genoech ſy: dan effent u Fackel met hitte van vier. Sommige nemen rijnſchen Harſch in plaetſe vande gemeynen Harſch: ende het maect datmen het Was beter can wercken/ ende is veel ſachter ende werckelicker.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-035-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-035-orig">
          <p>Um große Fackeln oder Kerzen für große Herren zu machen: Nimm den Docht, dick genug, wie es die Fackel verlangt. Ziehe ihn durch geschmolzenes Wachs und Harz, von jedem gleich viel, und bearbeite sie, bis sie dick genug sind. Dann füge die vier Dochte aneinander.</p>
          <p>Danach gieße geschmolzenes Wachs und Harz, miteinander vermischt, zwischen die zusammengefügten Dochte, bis es dir dick genug ist. Dann glätte deine Fackel mit der Hitze des Feuers.</p>
          <p>Eine Variante: Manche nehmen rheinisches Harz anstelle des gewöhnlichen Harzes. Das bewirkt, dass man das Wachs besser bearbeiten kann, und es ist viel weicher und leichter zu bearbeiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="'tlemmet dic genoech nadẽ eyſch vande Fackel">Docht, dick genug für die Fackel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſmoltẽ Was">Wachs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Harſch">Harz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rijnſchen Harſch">Rheinisches Harz (anstelle des gewöhnlichen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-036">
        <head>Rotes Siegelwachs mit Zinnober</head>
        <div type="original" xml:id="clu-036-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-036-trans">
          <p>Om alderley coleur van zegelwas te maken.
Om root Was te maken: ſalmen nemen ſchoon geel Was j. pont/ Terpentijn die claer is/ iiij. Oncen/ gewꝛeven foꝛmelioen/ in Oly van Olyven elcx eẽ Once/ bꝛeect het Was in ſtucxkens de grote van Ockernooten/ ende latet ſoetelick ſmelten over een claer colen vyer/ daerna mengter in den Terpentijn/ ende alſt wel gemingelt ſy latet wat vercouwen/ ende roeret geſtadich omme/ op dat het niet ongelijc ofte clonterachtich ſoude woꝛden/ ende daer na mengter den gewꝛeven Foꝛmelioen ende Oly onder/ ende roertet geſtadich/ wel mengẽde/ tot het by na cout gewoꝛden is/ dan nemet uyt de panne/ ende legget in lau water: daer na nemet uyt/ eñ rollet ſo lang ofte coꝛt alſt u belieft/ gelijc vande kaerſen geſeyt is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-036-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-036-orig">
          <p>Um Siegelwachs in allerlei Farben zu machen.</p>
          <p>Um rotes Wachs zu machen: Man soll schönes gelbes Wachs nehmen, 1 Pfund, klaren Terpentin, 4 Unzen, zerriebenen Zinnober in Olivenöl, von jedem eine Unze. Brecht das Wachs in Stückchen von der Größe von Walnüssen und lasst es sanft über einem klaren Kohlenfeuer schmelzen.</p>
          <p>Danach mengt den Terpentin hinein, und wenn es gut vermengt ist, lasst es etwas abkühlen und rührt es beständig um, damit es nicht ungleichmäßig oder klumpig wird.</p>
          <p>Danach mengt den zerriebenen Zinnober und das Öl darunter und rührt es beständig, gut mengend, bis es beinahe kalt geworden ist. Dann nehmt es aus der Pfanne und legt es in laues Wasser. Danach nehmt es heraus und rollt es so lang oder kurz, wie es euch beliebt, wie es bei den Kerzen gesagt ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ſchoon geel Was j. pont">gelbes Wachs</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="Terpentijn die claer is/ iiij. Oncen">klarer Terpentin</ingredient> - 4 ounce</item>
            <item><ingredient orig="gewꝛeven foꝛmelioen">Zinnober, zerrieben</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item><ingredient orig="Oly van Olyven elcx eẽ Once">Olivenöl</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item>
              <ingredient orig="lau water">Wasser, lau</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-037">
        <head>Grünes Siegelwachs mit Spanischgrün</head>
        <div type="original" xml:id="clu-037-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-037-trans">
          <p>Om groen Was te maken.
Neemt Was j. pont/ fijn geſtoten Spaenſgroen/ een half Once/ Maſticot ij. dꝛagma. Oly van Olyven j. Once/ Teꝛpentijn iiij. Oncen. Smelt het Was ende Terpentijn/ ende mengtet als voren/ men mach het Maſticot wel uyt laten ſomen wilt/ ende nemen alleen Spaenſgroen v. dꝛagma. Mẽ mach int Was by den Winter v. Once Terpentijn nemen; angeſien dat inde Winter het Was herder is dan by den Somer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-037-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-037-orig">
          <p>Um grünes Wachs zu machen. Nehmt 1 Pfund Wachs, fein gestoßenes Spanischgrün, eine halbe Unze, Masticot, 2 Drachmen, Olivenöl, 1 Unze, Terpentin, 4 Unzen. Schmelzt das Wachs und den Terpentin und mischt es wie zuvor.</p>
          <p>Man kann das Masticot wohl weglassen, wenn man will, und nur Spanischgrün nehmen, 5 Drachmen.</p>
          <p>Man kann im Winter 5 Unzen Terpentin in das Wachs nehmen, da das Wachs im Winter härter ist als im Sommer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Was j. pont">Wachs</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="fijn geſtoten Spaenſgroen/ een half Once">Spanischgrün (Grünspan), fein gestoßen</ingredient> - 0.5 ounce</item>
            <item>
              <ingredient orig="Maſticot ij. dꝛagma">Masticot (2 Drachmen), kann entfallen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="Oly van Olyven j. Once">Olivenöl</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item><ingredient orig="Teꝛpentijn iiij. Oncen">Terpentin</ingredient> - 4 ounce</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-038">
        <head>Siegelwachs in Schwarz, Blau, Violett und Purpur</head>
        <div type="original" xml:id="clu-038-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-038-trans">
          <p>In ſulcker voegen canmen Was geven alderleye coleuren: wildijt ſwart hebben/ neemt ſwart crijt j. Once/ ofte Lampſwart ij. dꝛagma. Wildijt blaeu hebben/ Neemt fijn aſſche die Schilders beſigen j. Once in een pont Was. Wildijt eẽ ander blaeu verwe gevẽ/ neẽt Olyſmalt anderhalf Once in eẽ põt Was: wildijt paers of Violet hebben/ neemt gewꝛeven Lac ende Oly-ſmalt elcx een half Once/ ende wrijvet met Oly deur den anderen; of begeerdijt paerſch alleen/ Neemt Lac gewꝛevẽ vj. dꝛagma. In ſulcker voegen moechdy u coleurẽ mengen eñ maken alſulcken coleur als ghy wilt/ licht/ doncker/ root oft blaeu/ altoos gedenckende op eẽ pont Was iiij. oft v. Oncen Terpentijn/ vooꝛ de coleuren ſoo ſterck alſt u belieft/ tſy vã wit/ geel/ groẽ/ blau/ violet/ paerſch/ ſwart/ men mach doen ſomen wil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-038-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-038-orig">
          <p>Auf diese Weise kann man dem Wachs allerlei Farben geben.</p>
          <p>Schwarz: Willst du Schwarz haben, nimm schwarze Kreide, 1 Unze, oder Lampenruß, 2 Drachmen.</p>
          <p>Blau: Willst du Blau haben, nimm feine Asche, wie die Maler sie gebrauchen, 1 Unze auf ein Pfund Wachs. Willst du eine andere blaue Farbe geben, nimm Ölsmalt, anderthalb Unzen auf ein Pfund Wachs.</p>
          <p>Purpur und Violett: Willst du Purpur oder Violett haben, nimm geriebenen Lack und Ölsmalt, von jedem eine halbe Unze, und reibe es mit Öl durcheinander. Begehrst du Purpur allein, nimm geriebenen Lack, 6 Drachmen.</p>
          <p>Mischen: Auf diese Weise kannst du deine Farben mischen und jede Farbe machen, die du willst, hell, dunkel, rot oder blau. Denke dabei immer daran, dass auf ein Pfund Wachs 4 oder 5 Unzen Terpentin kommen. Die Farben nimm so stark, wie es dir beliebt, sei es Weiß, Gelb, Grün, Blau, Violett, Purpur oder Schwarz. Man mag es machen, wie man will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="een pont Was">Wachs</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="ſwart crijt j. Once">Schwarze Kreide (für Schwarz)</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item>
              <ingredient orig="Lampſwart ij. dꝛagma">Lampenruß, 2 Drachmen (statt der schwarzen Kreide)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="fijn aſſche die Schilders beſigen j. Once">Feine Malerasche (für Blau)</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item><ingredient orig="Olyſmalt anderhalf Once">Ölsmalt (für das zweite Blau)</ingredient> - 1.5 ounce</item>
            <item><ingredient orig="gewꝛeven Lac">Lack, gerieben (für Violett)</ingredient> - 0.5 ounce</item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="Oly" commodity="wikidata:Q427457" source="#fyndling-ingredient-registry">Öl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="iiij. oft v. Oncen Terpentijn">Terpentin, 4 oder 5 Unzen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-039">
        <head>Pfropfwachs aus gelbem Wachs</head>
        <div type="original" xml:id="clu-039-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-039-trans">
          <p>Om Ent-was te maken om te griffien.
Neemt gelu Was j. pont/ Terpentijn v. Oncen/ ſmeltet als voꝛẽ int root Was geleert is/ ende maecter rollẽ af om te gebꝛuycken.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-039-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-039-orig">
          <p>Um Pfropfwachs zum Pfropfen zu machen.</p>
          <p>Nimm 1 Pfund gelbes Wachs und 5 Unzen Terpentin, schmilz es, wie es zuvor beim roten Wachs gelehrt ist, und mache daraus Rollen zum Gebrauch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="gelu Was j. pont">Gelbes Wachs</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="Terpentijn v. Oncen">Terpentin (Baumharz)</ingredient> - 5 ounce</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-040">
        <head>Wachstücher aus Wachs und Harz</head>
        <div type="original" xml:id="clu-040-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-040-trans">
          <p>Om Waſſencleden te maken.
Neẽt Was een deel/ rinſchen Hars een half deel/ ſmeltet te gader/ ende trect u cleet dooꝛ het geſmolten Was eñ wꝛinget met twee ſtocken matelic uyt/ eñ ontſpꝛeytet ende houwet over 'tvier/ ende latet over al gelijc lopẽ dooꝛ den doec: heeftmen geen rinſchen Hars/ men mach anderen Harſch eñ Terpentijn elcx even veel inde plaets nemen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-040-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-040-orig">
          <p>Um Wachstücher zu machen: Nimm ein Teil Wachs und ein halbes Teil rheinisches Harz. Schmilz beides zusammen.</p>
          <p>Zieh dein Tuch durch das geschmolzene Wachs und wringe es mit zwei Stöcken mäßig aus. Breite es aus und halte es über das Feuer. Lass das Wachs überall gleichmäßig durch das Tuch laufen.</p>
          <p>Hat man kein rheinisches Harz, so kann man an seiner Stelle anderes Harz und Terpentin nehmen, von jedem gleich viel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Was een deel">Wachs (ein Teil)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rinſchen Hars een half deel">Rheinisches Harz (ein halber Teil)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="anderen Harſch">Anderes Harz (Ersatz für das rheinische Harz)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Terpentijn elcx even veel">Terpentin (Ersatz, so viel wie vom anderen Harz)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="u cleet">Tuch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-041">
        <head>Pfropfwachs mit Tonbrei vor Bienen schützen</head>
        <div type="original" xml:id="clu-041-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-041-trans">
          <p>Te beletten dat Byen het gegriffide Was niet en beroven.
Mẽ ſal het Was daer die griffien mede gegriffijt zijn/ beſtrijcken met dunne pap van Cley ofte ſlic/ in ſulcker voegen en ſullen ſy t'Was vande griffien niet beroven/ want een Byeken en ſoeckt niet dan dat geheel ſuyver ende claer is.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-041-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-041-orig">
          <p>Damit die Bienen das Wachs an den Pfropfstellen nicht rauben.</p>
          <p>Man soll das Wachs, mit dem die Pfropfreiser gepfropft sind, mit einem dünnen Brei aus Ton oder Schlick bestreichen. Auf diese Weise rauben sie das Wachs von den Pfropfreisern nicht, denn ein Bienchen sucht nur, was ganz rein und klar ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="het Was">Pfropfwachs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="dunne pap van Cley ofte ſlic">Ton oder Schlick, als dünner Brei</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-042">
        <head>Honig aus Körben: Jungfernhonig und grober Honig</head>
        <div type="original" xml:id="clu-042-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-042-trans">
          <p>Alſmen dẽ Honich uyt de coꝛvẽ met alle zijn Byen/ Honichrats eñ Bꝛoetwerc inde tonnen heeft geſtoten/ ſo iſt datmen die (dewijle ſy noch laeu is vande Byen genomen) ſtelt in een lange mande gelijck de Bꝛouwers buſtelmanden plegen te zijn/ eñ men ſtelt daer onder een vat/ daer den Honich van ſelfs mach in dꝛupen/ ſonder dꝛucken ofte perſſen: eñ alſmen ſiet dat het meeſte dꝛupen begint op te houden/ ſo leechtmen die mande eñ men vulter ander in/ tot datmen genoech heeft: dan ſteltmen die gevulde vaten met den gelecten Honich in coele plaetſen/ eñ men laet hem daer ſtaen hert woꝛden/ dit is by ſommige ongepijnde Honich genaemt. Daer na neemtmẽ die reſterende materie die inde coꝛven was gebleven/ ende men doetſe in een grote keetel te ſamen over 'tvier/ ende men doeter een weynich water by/ om dat die materie niet en ſoude verbꝛanden/ ofte verdꝛogen/ eñ men roertſe geſtadich om/ gins ende weeder/ tot dat die materie heel warm is/ eñ dan doetmen die in dicke gebꝛeyde ſacken/ ende men parſt den Honich ſtijf uyt/ in vaten byſonder: Dit wert groven Honich vooꝛ die Coeckebachers/ ende men ſtelt die ooc in coele plaetſen/ om dat hy dic werdẽ ſoude/ daer na ſo neemtmen die reſte/ ende men doet die in een keetel byſonder om Was te maken/ daer van wy noch ſullen ſpꝛeken.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-042-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-042-orig">
          <p>Wenn man den Honig samt allen Bienen, den Honigwaben und dem Brutwerk aus den Körben in die Tonnen gestoßen hat, stellt man die Masse, solange sie, den Bienen abgenommen, noch lau ist, in einen langen Korb, wie die Treberkörbe der Brauer zu sein pflegen. Darunter stellt man ein Fass, in das der Honig von selbst tropfen kann, ohne Drücken und ohne Pressen.</p>
          <p>Wenn man sieht, dass das meiste Tropfen aufhört, leert man den Korb und füllt anderes hinein, bis man genug hat. Dann stellt man die gefüllten Fässer mit dem abgetropften Honig an kühle Orte und lässt ihn dort hart werden. Dieser Honig wird von manchen Jungfernhonig genannt.</p>
          <p>Der grobe Honig: Danach nimmt man den Rest der Masse, der in den Körben zurückgeblieben war, und gibt ihn zusammen in einen großen Kessel über das Feuer. Man fügt ein wenig Wasser hinzu, damit die Masse nicht anbrennt oder austrocknet, und rührt sie beständig hin und her, bis sie ganz warm ist. Dann füllt man sie in dicke, geknüpfte Säcke und presst den Honig kräftig aus, in eigene Fässer.</p>
          <p>Das ergibt groben Honig für die Lebkuchenbäcker. Auch ihn stellt man an kühle Orte, damit er dick wird.</p>
          <p>Das Wachs: Danach nimmt man den Rest und gibt ihn in einen eigenen Kessel, um Wachs daraus zu machen. Davon werden wir noch sprechen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Honich uyt de coꝛvẽ met alle zijn Byen/ Honichrats eñ Bꝛoetwerc">Honig aus den Körben samt Bienen, Waben und Brutwerk</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="een weynich water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-043">
        <head>Jungfernhonig aus weißen Waben ohne Brut</head>
        <div type="original" xml:id="clu-043-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-043-trans">
          <p>Men neemt ende ſoert de witſte eñ ſuyverſte Honichraten daer geen Byenbꝛoet ofte Bꝛoetwerc in is/ gelijck Palladius leert; het Bꝛoet ſal ſuyver wech te nemen alſmen den Honich wil ſuyveren/ ende men bꝛeectſe ende vultſe inde vooꝛſ. lange manden ende laetſe lecken in eenige vaten/ ende men ſteltſe in coele plaetſen/ om datſe hert woꝛden ſoude. Dees Honich valt geheel wit eñ ſuyver/ eñ is int begintſel eer hy ſtolt/ gelijc een ſeer dicken claren Veneetſchen Terpentijn/ ende dit is den beſten ongepijnde ofte Maechden-Honich ofte Seemhonich: Wert daerom ongepijnden ofte Maechden-Honich geheeten/ om dat hy ſonder perſſen loopt dooꝛ de manden/ ende den Honich die met perſſen wert vercregen/ heetmen ſimpelic Honich/ die reſte die vooꝛts inde mant is geblevẽ/ doetmen byſonder in een vat/ het ſy om groven Honich ofte om Meede te maken/ waer van wy hier na ſpꝛeken ſullen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-043-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-043-orig">
          <p>Man nimmt und sucht die weißesten und reinsten Honigwaben aus, in denen keine Bienenbrut oder Brutwerk ist, wie Palladius lehrt. Die Brut ist sauber wegzunehmen, wenn man den Honig reinigen will.</p>
          <p>Und man bricht sie und füllt sie in die vorgenannten langen Körbe und lässt sie in einige Fässer abtropfen. Und man stellt sie an kühle Orte, damit sie hart werden.</p>
          <p>Dieser Honig wird ganz weiß und rein und ist anfangs, ehe er erstarrt, wie ein sehr dicker, klarer venezianischer Terpentin. Das ist der beste ungepresste oder Jungfernhonig oder Seemhonig.</p>
          <p>Ungepresster oder Jungfernhonig heißt er deshalb, weil er ohne Pressen durch die Körbe läuft. Den Honig, den man durch Pressen gewinnt, nennt man schlicht Honig. Den Rest, der dann im Korb geblieben ist, gibt man gesondert in ein Fass, sei es für groben Honig oder um Met zu machen, wovon wir hiernach sprechen werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="witſte eñ ſuyverſte Honichraten">Honigwaben, weiß und rein, ohne Brut</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="clu-044">
        <head>Besserer grober Honig zum Brot</head>
        <div type="original" xml:id="clu-044-orig" xml:lang="und" corresp="#clu-044-trans">
          <p>Om nu te ſpꝛeken van een beter grover Honich/ als die vooꝛgaende vooꝛ de Coeckebackers/ ende ander lieden/ om op bꝛoot te eten/ ſoo iſt datmen die ſtoꝛt uyt de tonnen/ het eene met het ander gelijc inde ketel/ daer by doende een weynich water/ eñ men perſtſe als voꝛen/ eñ men ſteltſe in coele plaetſen om te herden: deſe Honich is beter eñ bequamer als de eerſte groven Honich daer wy van geſpꝛoken hebben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="clu-044-trans" xml:lang="de" corresp="#clu-044-orig">
          <p>Um nun von einem besseren groben Honig zu sprechen als dem vorhergehenden für die Lebkuchenbäcker und andere Leute, um ihn auf Brot zu essen: Man schüttet die Masse aus den Tonnen, das eine mit dem anderen zusammen, in den Kessel und gibt ein wenig Wasser dazu. Man presst sie wie zuvor und stellt sie an kühle Orte, damit sie hart wird.</p>
          <p>Dieser Honig ist besser und geeigneter als der erste grobe Honig, von dem wir gesprochen haben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="uyt de tonnen">Honigmasse aus den Tonnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="een weynich water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#clu-001-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Geklärter und wieder eingedickter Honig, ein Grundstoff, das Gegenstück zum Läuterzucker. Am Ende steht wieder ein Honig, nur klarer als zuvor.

Wozu das Eiweiß? Clutius begründet es nicht, er nennt nur das Ziel: Honig und Wasser sollen klar durchlaufen wie ein Wein. Nach heutiger Küchenerfahrung gerinnt das Eiweiß in der Hitze und hält Trübstoffe fest, und beides bleibt im Sack oder Tuch zurück. So klärt man auch Brühe.

Die Mengen. Auf jedes Pfund Honig kommen ein Eiweiß und 16 oder 18 Unzen Wasser. Das Wasser dient nur dem Klären und wird im zweiten Sieden wieder verkocht.

Feuer und Seihen. Der erste Gang ist kurz: ein- oder zweimal aufwallen, mehr verlangt der Text nicht. Eine Dauer nennt Clutius weder hier noch beim Einkochen. „Bis es klar durchläuft“ legt nahe, dass man noch einmal durchgießt, wenn es zuerst trüb kommt; ausdrücklich sagt er das nicht.

Der Endpunkt. Maßstab ist allein die Dicke von dünnem Terpentin oder dickem Öl. Danach wird gegossen, der Honig muss also noch fließen.

Praxis. Heute tun es statt des Rütchens ein Schneebesen und statt des Sacks ein feines Seihtuch, beides modern. Ruhige Glut ohne hohe Flammen ist unsere Deutung des gleichmäßigen Kohlenfeuers. Honig schäumt beim Aufwallen, also einen Topf mit Luft nach oben nehmen; das ist heutiger Rat, kein Wort von Clutius.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-001-orig" n="royken" resp="#fyndling">Kleine Rute, Rütchen. Das Mittelniederländische Wörterbuch führt nach Plantijn „roedeken oft roeyken“ mit der Bedeutung virgula, frz. vergette.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-001-orig" n="Hypocras-ſac" resp="#fyndling">Filtersack, benannt nach dem gewürzten Hypocras, den man damit klärte; Clutius selbst lässt seinen Hypocras so durchlaufen (clu-020, clu-021). Aus welchem Stoff der Sack ist, sagt er nicht, „licht“ heißt leicht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-001-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Das zähe Harz, nicht das dünne Terpentinöl: Kiliaan erklärt es als resina oleosa, öliges Harz. Es dient hier nur als Maß für die Dicke.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-001-orig" n="compoſitien" resp="#fyndling">Zusammengesetzte Arzneien. Clutius setzt das kurz zuvor selbst gleich: „die gemengde medicijnen ofte Compositien“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-001-orig" n="glat coolen vyer" resp="#fyndling" subtype="lexical">Gleichmäßiges Kohlenfeuer. „Glat“ heißt glatt, eben (Kiliaan: „effen ende glat“, planus), und Clutius nennt dieses Feuer auch dort, wo er sanft sieden lässt.<list type="alternatives"><item>Flammenloses Kohlenfeuer<note type="rationale">Praktisch wahrscheinlich gemeint, das Wort selbst sagt es aber nicht; deshalb nur in der Praxis als unsere Deutung.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-002-trans" resp="#fyndling">Was ist das? In Honig eingelegte Orangenschalen, eine Verwandte des heutigen Orangeats, nur ohne Zucker. Die Arbeit hat drei Stufen: wässern, weich sieden, dann den Honig so oft einkochen, bis er dick bleibt.

Wiegen und zwei Pfund. Clutius lässt die frischen Schalen wiegen, nennt danach aber nur „twee pondt“ Honig, ohne Bezug auf das Gewicht. Bei den Nachbarn clu-006 und clu-007 steht ausdrücklich zwei Pfund Honig auf ein Pfund Früchte oder Wurzeln. Das würde das Wiegen erklären, ist hier aber nur eine Vermutung.

Warum der Honig dünn wird. Clutius beschreibt nur, was man sieht. Die Erklärung ist unsere: Die gewässerten und gekochten Schalen sind voller Wasser und geben es an den Honig ab. Jedes Einkochen nimmt es wieder heraus, bis nichts mehr nachkommt. Daraus ergibt sich seine Endprobe: Der Honig wird nicht mehr dünn und bleibt dick wie ein dickes Öl. Wie viele Durchgänge das sind, sagt er nicht.

Klären. Das Weiße vom Ei gehört nur in den Fall, dass der Sirup trüb wird. Das Verfahren steht in clu-001: Eiweiß und Wasser mit dem Honig kurz aufkochen und durchseihen. Clutius sagt es allgemein für alles, was man einmacht, und verlangt danach wieder das kalte Aufgießen.

Praxis. Heutiger Rat, nicht von Clutius: Schalen unbehandelter Früchte nehmen, weil sie mitgegessen werden, und statt Regenwasser weiches, sauberes Wasser. Die Schalen während des Wässerns kühl stellen. Maßstab sind seine Proben, nicht die Uhr: nicht mehr bitter und durchscheinend, dann mürbe, am Ende bleibend dicker Honig. Der Honig wird nur eingekocht und kalt wieder aufgegossen, die Schalen kochen darin nicht mit. Zur Haltbarkeit sagt der Text nichts.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-002-orig" n="geſuyverden Honich" resp="#fyndling">Geläuterter Honig: mit Eiweiß und Wasser aufgekocht und durchgeseiht, siehe clu-001.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-002-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Nur ein Vergleich für die Dicke, keine Zutat. Terpentin ist ein zähflüssiges Baumharz (Braekman). Auch clu-001 misst die Dicke des Honigs daran.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-002-orig" n="vercoyde" resp="#fyndling">Druckform neben „vercoude“ im selben Satz: durch Kälte erkrankt, verkühlt (Verdam).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-002-orig" n="ſter[?]" resp="#fyndling" subtype="philological" cert="unknown">Das Wort steht vor „troubel“ und lässt sich nicht sicher lesen, der Druck zeigt „ſter“ oder „ſier“. Die Übersetzung lässt es offen; der Sinn des Satzes hängt an „trüb oder nicht klar“.<list type="alternatives"><item>„ſuer“ (sauer), als Druckversehen<note type="rationale">Passt sachlich, denn Clutius sagt im Gespräch nach clu-001, ungeklärter dünner Honig werde „in ſuyricheit veranderen“. Es ist aber eine Vermutung, das Schriftbild stützt sie nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-002-orig" n="twee pondt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wie gedruckt: zwei Pfund Honig, ohne Bezug auf das Gewicht der Schalen.<list type="alternatives"><item>Zwei Pfund Honig je Pfund Schalen<note type="rationale">So in clu-006 und clu-007, und es erklärte das Wiegen der frischen Schalen. Hier steht es aber nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-002-orig" n="Orangeſchellen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Orangenschalen. Kiliaan führt nur „Aranie-appel“ (malum aurantium) und trennt nicht nach bitter und süß, deshalb nennt die Übersetzung keine Sorte.<list type="alternatives"><item>Schalen der Bitterorange<note type="rationale">Die lange Entbitterung passt dazu, beweist aber nichts: Auch die Schalen süßer Pomeranzen werden in std-226 tagelang gewässert.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-003-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine gestoßene, mit Sirup gebundene Masse aus Orangenschalen. Clutius gibt dafür nur einen Satz, ohne Mengen und ohne Gerät.

Welche Schalen? Der Satz selbst sagt nur „Orangenschalen“. Der Zusammenhang spricht für die zuvor konfierten: Sie sind weich und süß, und ein wenig Sirup genügt, um sie zu binden. Frische Schale wäre nach Clutius' eigener Angabe bitter.

Die Sirupe. Wie sie gemacht werden, sagt er nicht, auch nicht, ob mit Honig oder Zucker. Kiliaan (1599) gibt für sirope lateinisch syrupus, serapium und apozema, das Mittelniederländische Wörterbuch umschreibt es als süßen Saft oder süße Arznei; Clutius selbst kocht seinen Sirup in diesem Kapitel aus Honig. Eine Wirkung nennt er für diese Konserve nicht. Unmittelbar davor lobt er die Schalen gegen eine verkühlte Brust, und das Wörterbuch belegt für Ysop „is gut der bosen lungen“; die Wahl der Sirupe dürfte darauf zielen. Das ist eine Vermutung und kein heutiger Gesundheitsrat.

Praxis. Die Schalen klein stoßen, das Wort spricht für einen Mörser. Dann nach und nach wenig Sirup untermengen, bis die Masse zusammenhält. Eine genaue Festigkeit nennt der Text nicht, sein einziger Maßstab ist „in der Art einer kleinen Konserve“.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-003-orig" n="conſerfken" resp="#fyndling">Verkleinerung von conserf, das bei Clutius auch conserve heißt. Emmels deutsch-lateinischer Nomenclator von 1592 setzt „conserf“ mit saccharatum gleich, also etwas Gezuckertem.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-003-orig" n="Orangeſchellẽ" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die konfierten Schalen aus dem vorangehenden Eintrag. Der Satz steht zwischen „Deſe Orangeſchellen“, womit die konfierten gemeint sind, und „Men maect van deſe geconfijte ſchellẽ ooc bagijnebouten“: Das „ooc“ setzt voraus, dass gerade schon eine Verwendung der konfierten Schalen genannt wurde. Bei den kandierten Wurzeln heißt es ebenso „conſerven vande geſtoten woꝛtelen“.<list type="alternatives"><item>Frische oder nur getrocknete Schalen<note type="rationale">Der Satz selbst sagt nicht „geconfijte“. Clutius wässert frische Schalen aber neun bis zehn Tage wegen „hun bitterheydt“; mit nur wenig Sirup bliebe die Masse bitter.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-003-orig" n="Sijroope van Hyſop eñ van Soethout" resp="#fyndling" subtype="contextual">Zwei Sirupe, einer von Ysop und einer von Süßholz, weil das „van“ wiederholt wird.<list type="alternatives"><item>Ein gemeinsamer Sirup aus beiden Pflanzen<note type="rationale">„Sijroope“ steht im Singular, und mittelniederländische Rezepte kochen Ysop und Süßholz auch zusammen („hyssop, gerst en drop“, Braekman 1975). Die Übersetzung behält die offene Form des Originals.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-004-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Teig aus feinem Weizenmehl, Gewürzen und konfierten Orangenschalen, gebunden mit dem Honig, in dem die Schalen gelegen haben. Heute erinnert das am ehesten an einen Honigkuchen in langen Stücken. Dazu kommt eine zweite Verwendung der Schalen: als Riemchen unter dem Konfekt.

Schalen und Honig kommen aus dem Vorrezept. Clutius setzt die in Honig konfierten Orangenschalen voraus. Ihr eingekochter Honig ist am Ende so dick wie ein dickes Öl und bindet hier den Teig.

Mengen. Es gibt keine. „Elcx so veel dat het genoech sy“ überlässt das Verhältnis dem Geschmack. Das einzige Maß ist die Dicke eines Teigs, und die regelt der Honig.

Süßholzsaft. „Altesamen cleyn gestoten“ spricht für ein festes, eingedicktes Erzeugnis, das sich stoßen lässt. Ein flüssiger Auszug käme eher mit dem Honig dazu. Der Text entscheidet das nicht.

Garen. Der Text endet beim Formen, er nennt weder Ofen noch Hitze noch Dauer. „Coecken“ und „broykens“ legen nahe, dass die Stücke gebacken wurden, belegt ist das nicht. Heute sollte man rohes Mehl nicht ungegart essen, deshalb ist Backen die sinnvolle Ergänzung.

Praxis. Süßholz, Ingwer, Muskat und konfierte Schalen klein stoßen und mit dem Mehl mischen. Süßholz schmeckt sehr kräftig, also mit wenig beginnen. Honig aus dem Konfieren zugeben, bis ein Teig entsteht, und lange Stücke formen. Als heutige Ergänzung bei mäßiger Hitze backen, bis sie fest sind. Für die Tafel die fertigen Schalen in Riemchen schneiden und in Schüsseln zwischen anderes Konfekt stellen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-004-orig" n="geconfijte ſchellẽ" resp="#fyndling">Konfierte Schalen: wiederholt in eingekochtem Honig gezogen, ohne Zuckerkruste. Daher „konfiert“, nicht „kandiert“.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-004-orig" n="t'ſap van Soethout" resp="#fyndling">Soethout ist Süßholz (Kiliaan: Glycyrrhiza, radix dulcis). Zur Form des Safts siehe den Zubereitungshinweis.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-004-orig" n="banquettẽ" resp="#fyndling">Festmahl. Der Satz selbst zeigt, worum es hier geht: Konfekt, das am Ende der Mahlzeit aufgestellt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-004-orig" n="bagijnebouten" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Bleibt als Gebäckname stehen. Die Zusammensetzung ist in Kiliaan, Mnw und Verdam nicht verzeichnet. Bagijn ist die Begine (Mnw), bout unter anderem Bolzen oder Stange (Mnw, Verdam), was zu den „langen“ Stücken passen könnte.<list type="alternatives"><item>Derber Scherzname<note type="rationale">Verdam verzeichnet für bout auch „teellid“ (männliches Glied). Ob der Name damit spielt, lässt sich nicht belegen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-004-orig" n="bꝛoykens" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">„Brötchen“, Verkleinerung zu broot (Mnw: brodekijn). Die Form ist nicht verzeichnet, die Ableitung ist erschlossen; vergleichbar scheint royken zu roede im Rezept zum Honigläutern.<list type="alternatives"><item>Lange Stangen ohne Brotbezug<note type="rationale">Nur vom Zusammenhang gestützt. Das „lange“ beschreibt die Form ohnehin, „Brötchen“ bleibt näher am Wort.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-005-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ganze grüne Walnüsse, gewässert, weichgekocht und in dick eingekochtem Honig eingemacht. Verwandt ist heute das griechische glyko karydaki, das Zucker statt Honig nimmt. Die Schale muss noch so weich sein, dass die Spindel durchgeht; das ist Clutius' einziger Prüfstein für die Reife.

Das Wässern. Die Löcher lassen das Wasser in die Nuss. Den Zweck nennt Clutius hier nicht; bei den Orangenschalen (clu-002) wässert er, bis die Bitterkeit weg ist. Für die Variante mit Lauge oder Salzlake nennt er hier keine Dauer, bei den Früchten in clu-006 sind es zehn oder zwölf Tage. Danach muss das Salz wieder heraus. Woran man das merkt, sagt er hier nicht; bei Kalmus und Alant (clu-007) wässert er, bis der Geschmack von Lauge und Salz fort ist.

Warum der Honig wässrig wird. Clutius beschreibt nur, was man sieht. Die nächste Parallele nennt die Ursache: „wanns hunig von den nuſſen weſſerig wolt werden“ (mst-129), die Nüsse verdünnen ihn also, und deshalb wird er wieder eingekocht. Ob die Nüsse dabei im Honig bleiben, sagt der Eintrag nicht. Sein Verweis auf die Orangenschalen beantwortet es: Dort wird der dünne Honig abgegossen, eingekocht, abgekühlt und kalt wieder aufgegossen, und zwar so oft, bis er nicht mehr dünn wird und seine Dicke „wie ein dickes Öl“ behält.

Die Gewürze. Nelken, Zimt und Macis sind freigestellt. Wann sie in die Nuss kommen, steht hier nicht; Staindl (std-243) besteckt nach dem Sieden und vor dem Honig. Das Lob für Brust und Magen gilt ausdrücklich nur für die gewürzte Fassung.

Praxis. Heute reicht ein dünner, spitzer Holz- oder Metallstab. Der Saft grüner Walnüsse färbt Hände und Holz tief braun, heute also mit Handschuhen arbeiten. Lauge ist ätzend: Wer nachkocht, nimmt die Salzlake. Regenwasser lässt sich durch Leitungswasser ersetzen. Das Verhältnis bleibt ein Pfund Nüsse auf zwei Pfund geläuterten Honig (clu-001). Da heißer Honig dünner wirkt als kalter, beurteilt man die Dicke heute am besten an einem abgekühlten Löffel voll; das ist ein moderner Behelf, kein Wort von Clutius. Eine Hitzeangabe oder Kochzeit gibt er nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-005-orig" n="confijten" resp="#fyndling">In Honig einmachen. Die Nüsse werden nicht kandiert, sie liegen zuletzt in dick eingekochtem Honig.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-005-orig" n="geſuyverden Honich" resp="#fyndling">Geläuterter Honig: mit Eiweiß und Wasser aufgekocht und geseiht. Das Verfahren steht am Anfang des Buchteils (clu-001).</note>
        <note type="gloss" target="#clu-005-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Hier das zähflüssige Baumharz, nicht das dünne Öl. Kiliaan nennt es 1599 resina oleosa, ein öliges Harz. Clutius meint die Dicke, und das Harz fließt noch, nur langsam.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-005-orig" n="Dianucum" resp="#fyndling">Clutius gibt die Vorschrift gleich im Anschluss: Saft frischer, in den Hundstagen gepflückter Walnüsse, gesotten und geläutert, zwei Pfund auf ein Pfund geläuterten Honig, zur Dicke von Honig eingekocht. Der Sirup entsteht also nicht aus den eingemachten Nüssen. Als Arznei ist er hier nicht aufgenommen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-005-orig" n="ſpille" resp="#fyndling" subtype="lexical">Spindel, das spitz zulaufende Gerät. So glossieren Kiliaan (fusus) und Mnw (spille 1).<list type="alternatives"><item>Stecknadel oder anderes spitzes Gerät<note type="rationale">Mnw (spille 3) erwägt eine Nebenform von spelle, also Stecknadel, ohne sich festzulegen; Kiliaan führt spelle (acicula) getrennt. Parallelen stechen mit Pfriem (mon-063), Ahle (m384-011) oder Nadel (rum-1895). Für das Verfahren ändert sich nichts.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-005-orig" n="loge ofte lichte peeckel van ſout gemaect" resp="#fyndling" subtype="contextual">Zwei Flüssigkeiten: Lauge (Kiliaan looghe: lixivium) oder eine leichte Lake. „van ſout gemaect“ gehört nur zur Lake; clu-006 trennt beide ebenso.<list type="alternatives"><item>Beides aus Salz gemacht<note type="rationale">Sprachlich möglich, aber Lauge ist bei Kiliaan und Mnw keine Salzbrühe; pekel dagegen schon.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-005-orig" n="paſſelic moꝛwe" resp="#fyndling" subtype="lexical">hinreichend mürbe. Braekman belegt „wel passelic ... ende niet te seer“: im passenden Maß, ohne Steigerung.<list type="alternatives"><item>nur mäßig mürbe, gerade so eben<note type="rationale">Möglich, zumal Clutius bei den Schalen schlicht „moꝛwe“ sagt. Für das Verfahren genügt, dass die Nuss nach dem Sieden weich ist.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-005-orig" n="In maniere gelijck wy geleert hebben" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Verweis überträgt das ganze Honigverfahren aus clu-002: abgießen, einkochen, abkühlen, kalt aufgießen, wiederholen, bis der Honig dick bleibt.<list type="alternatives"><item>Nur das einmalige Einkochen bis zur Terpentindicke<note type="rationale">So steht es in diesem Eintrag wörtlich. Die Wiederholung folgt allein aus dem Verweis.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-006-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Früchte und Schalen, die erst lange gebeizt und gewässert, dann weich gesotten und in Honig eingekocht werden. Der Eintrag beschreibt nur die Vorbehandlung, für den Honig verweist er auf die Walnüsse (clu-005). Dieselbe Vorbehandlung mit demselben Honigverhältnis steht gleich danach bei Kalmus und Alant (clu-007).

Lake und Lauge. Den Zweck des langen Beizens nennt Clutius hier nicht. Beim Wässern der Orangenschalen (clu-002) soll die Bitterkeit weichen, für unreife Früchte liegt das nahe, ausdrücklich steht es hier nicht. Das Wässern danach hat einen genannten Zweck: Salz oder Schärfe müssen heraus. Wie viel Salz eine „leichte“ Lake enthält und woraus die Lauge gemacht ist, sagt der Text nicht.

Der Honigschritt. Bei den Walnüssen kommt der Honig auf die kalten Stücke: Die gesottenen Stücke werden vom Kochwasser getrennt und abgekühlt, dann gießt man den geläuterten Honig darüber. Wird er wässrig, kocht man ihn wieder ein, bis er so dick ist wie Terpentin. Das Walnuss-Rezept verweist für diesen Ablauf seinerseits auf die Orangenschalen, und dort wird das Einkochen und Wiederaufgießen wiederholt, bis der Honig nicht mehr dünn wird.

Praxis. Heute nimmt man die Salzlake, die der Text gleichrangig nennt, denn Lauge ist ätzend und braucht Handschutz und ein passendes Gefäß. Gewässert wird, bis eine Kostprobe nicht mehr salzig schmeckt. Dann im Regenwasser oder weichem Wasser sieden, bis sich die Stücke leicht eindrücken lassen, und abkühlen lassen. Geläuterten Honig (clu-001) daraufgießen und nach dem Walnuss-Verfahren einkochen, bis er dick bleibt. Ob die Früchte zusammen oder getrennt eingemacht werden, lässt der Text offen. Wegen der Reifezeit im Jahr wird man sie heute getrennt ansetzen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-006-orig" n="confijten" resp="#fyndling">Hier: in Honig einmachen. Wie das geht, steht nicht in diesem Eintrag, sondern bei den Walnüssen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-006-orig" n="pekel / loge" resp="#fyndling">„Pekel“ ist Salzlake, „loge“ ist Lauge. Der Text stellt beide gleichrangig nebeneinander, und „sulticheyt ofte scharpheyt“ nimmt das Paar wieder auf: die Salzigkeit der Lake oder die Schärfe der Lauge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-006-orig" n="andere Cytroenſchellen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Zitronenschalen. Kiliaan führt „Citroen“ als Citreum, Medicum malum. „Andere“ bleibt wörtlich stehen und grenzt wohl von den zuvor behandelten Orangenschalen ab, nicht von den Quitten.<list type="alternatives"><item>Schalen der Zitronatzitrone<note type="rationale">Kiliaans lateinische Namen decken diese Frucht ebenso. Der Text unterscheidet die Sorten nicht, deshalb nicht enger übersetzt.</note></item><item>Zitrusschalen allgemein<note type="rationale">Passt zu „andere“, doch Orangen heißen bei Clutius eigens „Orangie“.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-006-orig" n="onrijpe Vijgen, Amandelen, Peerkens; Queen" resp="#fyndling" subtype="philological">„Unreif“ gilt sicher für Feigen, Mandeln und Birnchen, denn nach „Peerkens“ steht im Druck ein Strichpunkt. Für Quitten und Schalen bleibt es deshalb offen, die Übersetzung behält die Reihe wie gedruckt.<list type="alternatives"><item>„Unreif“ gilt für die ganze Reihe<note type="rationale">Grammatisch möglich, bei Schalen aber wenig sinnvoll.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-007-trans" resp="#fyndling">Was ist das? In Honigsirup eingemachte Wurzeln, ein Konfekt, das Clutius als Hausarznei beschreibt: Davon isst man morgens ein Stück. Mit Kandieren im heutigen Sinn hat es nichts zu tun, von Trocknen oder einer Kruste steht nichts im Text. Die Wurzeln kommen am Ende in saubere Töpfe.

Kalmus heute. Die Asarone in der Kalmuswurzel gelten als erbgutverändernd, krebserregend und fortpflanzungsgefährdend. Das Rezept ist beim Kalmus deshalb Zeitzeugnis. Clutius behandelt beide Wurzeln gleich, das Verfahren lässt sich also auch mit Alantwurzel allein durchführen.

Einweichen und Wässern. Einen Zweck für die Lauge oder Lake nennt Clutius nicht, nur das Ende des Wässerns: Der Geschmack von Lauge und Salz muss heraus sein. Das prüft man durch Kosten. Welche Lauge gemeint ist, sagt er nicht. Lauge ist ätzend, heute nimmt man die leichte Salzlake.

Der Sirup. Mengen und Handgriffe zum Klären stehen in clu-001: Eiweiß in Wasser aufschlagen, den Honig dazu, aufwallen lassen und durchseihen. Dort wird dann bis zur Dicke von dünnem Terpentin eingekocht, hier bleibt der Sirup zuerst dünn und leicht. Die Wurzeln kommen erst in den kalten Sirup.

Wie oft einkochen? Der Text nennt keine Zahl, nur die Prüfung: Der Sirup wird nicht mehr dünn. Das spricht für Wiederholen, wie es clu-002 ausdrücklich beschreibt: Wird der Honig wieder dünn, abgießen, einkochen, kalt aufgießen. Für seine Rosen in clu-008 verweist Clutius genau auf dieses Verfahren.

Praxis. Wurzeln waschen, einweichen, täglich wässern, waschen, weich sieden, abtropfen und abwiegen. Honig klären, kalt werden lassen, die Wurzeln einen Tag oder anderthalb darin lassen. Dann Sirup ohne Wurzeln einkochen, kalt werden lassen, wieder zu den Wurzeln geben, bis er dick bleibt. Modern: Ohne sauberes Regenwasser nimmt man Trinkwasser. Das Eiweiß wird mitgekocht und abgeseiht, es bleibt also nichts Rohes im Konfekt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-007-orig" n="confijten" resp="#fyndling">Einmachen, hier in Honigsirup. Gemeint ist das Ergebnis im Topf, nicht eine trockene Zuckerkruste.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-007-orig" n="Calmus ofte Acorus" resp="#fyndling">Zwei Namen derselben Wurzel, Kiliaan 1599 setzt Calmus mit Calamus aromaticus und acorus gleich: der Kalmus (Acorus calamus).</note>
        <note type="gloss" target="#clu-007-orig" n="Alantwortel" resp="#fyndling">Wurzel des Echten Alants (Inula helenium), bei Kiliaan 1599 Helenium, inula.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-007-orig" n="moeder" resp="#fyndling">Gebärmutter. Die Wendung gibt Clutius' Wirkungsangabe wieder und ist kein Rat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-007-orig" n="loge" resp="#fyndling" subtype="lexical">Lauge, ohne Festlegung der Art. Mnw: Loog, bijtend of zuiverend vocht; Kiliaan führt looghe und looghasschen als lixivium. Der Text trennt sie von der Salzlake: 'vande loge ende ſoutheyt'.<list type="alternatives"><item>Aschenlauge<note type="rationale">Naheliegend wegen Kiliaans looghasschen, aber Clutius sagt nicht, woraus die Lauge gemacht ist.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-007-orig" n="tot datmen ſiet dat die Sijroop niet meer dunne en woꝛt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Einkochen und Zurückgeben wird wiederholt, bis der Sirup dick bleibt. So beschreibt es clu-002 ausdrücklich.<list type="alternatives"><item>Nur ein Durchgang<note type="rationale">Der Wortlaut nennt keine Wiederholung, aber die Prüfung ergäbe dann keinen Sinn.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-008-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eingemachte ganze Rosenblüten: kaum geöffnete Rosen, weich gesotten, die zuletzt in dick eingekochtem Honigsirup stehen. Am nächsten kommt heute eine Rosenkonfitüre mit ganzen Blüten.

Sirup aus dem Kochwasser. Das Wasser, in dem die Rosen gesotten wurden, wird zur Grundlage des Sirups. Wie viel Wasser es ist, sagt Clutius nicht; das Ergebnis soll ein dünner Sirup sein. Das Klären mit Eiweiß nennt er hier nur. Ausgeführt ist es im Rezept zum Honigläutern: Eiweiß in Wasser aufschlagen, den Honig dazugeben, auf glatter Kohlenglut ein- oder zweimal aufwallen lassen und durch einen Hypocras-Sack oder ein Wolltuch gießen, bis es klar läuft.

Der Schritt, auf den er verweist. Das Einkochen steht bei Kalmus und Alantwurzel: Den Sirup bis zur Dicke von Honig einkochen, erkalten lassen, die Einlage wieder hineingeben und das wiederholen, bis der Sirup nicht mehr dünn wird. Die Wiederholung ist nötig, weil die Einlage den Sirup wieder verdünnt. Danach kommt alles in saubere Töpfe. Dass die Rosen in den erkalteten Sirup kommen, steht nur dort, nicht in diesem Eintrag.

Praxis. Heutiger Hinweis: Nur ungespritzte Rosen verwenden. Statt Regenwasser geht kalkarmes Wasser. Die gesottenen Rosen wiegen und die Hälfte mehr an Honig nehmen. Heute den Ansatz abgedeckt und kühl stehen lassen, denn ein so dünner Honigsirup kann in der Wärme zu gären beginnen. Zum Abfüllen saubere Gläser nehmen. Eine Haltbarkeit nennt Clutius nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-008-orig" n="Julep" resp="#fyndling">Clutius erklärt das Wort selbst: ein dünner, leichter Sirup. Das Mittelniederländische Wörterbuch kennt es als kühlenden Trank, eigentlich Rosenwasser, aus dem Arabisch-Persischen über das Französische.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-008-orig" n="confijten" resp="#fyndling">Einmachen, hier in Honig. Das Mittelniederländische Wörterbuch nennt dazu „al wat ingemaakt of ingelegd wordt“. Die Blüten bleiben im Sirup, sie werden nicht kandiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-008-orig" n="verſiet den Honich" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Sirup wird ohne die Rosen eingekocht, sie kommen danach in den erkalteten Sirup zurück. Der Satz nennt nur den Honig und verweist auf Kalmus und Alantwurzel, wo genau das steht.<list type="alternatives"><item>Rosen und Sirup zusammen einkochen<note type="rationale">Möglich, weil es zuvor „te ſamen“ stand, aber das Bezugsrezept verfährt anders, und die Blüten sollen ganz bleiben.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-008-orig" n="in gewicht als Roſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die gesottenen Rosen werden gewogen, denn das Gewicht kommt in der Reihenfolge des Textes erst nach dem Sieden zur Sprache.<list type="alternatives"><item>Die frischen Rosen werden gewogen<note type="rationale">Bei den Orangenschalen schreibt Clutius ausdrücklich vor, sie zuerst frisch zu wiegen. Hier sagt er das nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-009-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein eingedickter Fruchtsud, den Clutius Honig nennt, obwohl er keinen Bienenhonig und auch sonst nichts Süßes zugibt. Am nächsten kommen heute Dattelsirup oder Traubendicksaft.

Auskochen und Ausdrücken. Das Sieden macht die Früchte weich, das Ausdrücken holt den Saft heraus. Mengen und Dauer nennt Clutius nicht, sein Maßstab ist allein: aufgequollen und mürbe. Er lässt Sieb oder Seihtuch zu; zum Ausdrücken ist das Tuch nach unserer Deutung das handlichere.

Das Läutern. Es steht im Rezept zum Honigläutern (clu-001): Eiweiß in Wasser aufschlagen, den Honig dazugeben, auf gleichmäßigem Kohlenfeuer ein- oder zweimal aufwallen lassen und durch einen Hypocras-Sack oder Wolllappen gießen, bis es klar läuft. Hier steht der Fruchtsud an der Stelle von Honig und Wasser. Die Mengen dort gelten je Pfund Honig; wie viel Eiweiß ein Fruchtsud braucht, sagt Clutius nicht.

Das Einkochen. Sanfte Kohlen, damit der dicker werdende Sud nicht anbrennt. Endpunkt ist die Dicke von dickem Öl oder Sirup, der Sud fließt also noch. Eine Dauer nennt Clutius nicht.

Praxis. Heutige Hinweise, nicht von Clutius: Auf kleiner Hitze einkochen und zum Ende hin oft rühren. Ein Seihtuch tut es zum Ausdrücken wie zum Klären. Sirup wird beim Abkühlen dicker, deshalb die Dicke an einem Tropfen auf kaltem Teller prüfen. In saubere Gläser füllen; eine Haltbarkeit gibt der Text nicht an.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-009-orig" n="Honich" resp="#fyndling">Hier nicht Bienenhonig, sondern ein eingedickter Fruchtsud von der Dicke eines Sirups. Der Name ist Clutius' eigener.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-009-orig" n="Corinten" resp="#fyndling">Korinthen, kleine getrocknete Trauben; Kiliaan führt corinten als uvae. Clutius nennt sie neben den Rosinen als eigene Ausgangsfrucht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-009-orig" n="ſtramijn" resp="#fyndling">Seihtuch. Kiliaan verweist von stramijn auf stamijne: ein Gewebe aus Haaren, percolandis liquoribus aptum, zum Durchseihen von Flüssigkeiten geeignet. Das Mittelniederländische Wörterbuch gibt zeefdoek, gaas.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-009-orig" n="Suyvert … over tvier dees natticheyt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das ganze Verfahren des Honigläuterns, mit Eiweiß, Aufwallen und Durchseihen, wird auf den Sud übertragen. Clutius verweist ausdrücklich darauf und nennt das Ergebnis danach „dit clare nat“.<list type="alternatives"><item>Nur Aufkochen und Durchseihen, ohne Eiweiß.<note type="rationale">Eiweiß steht in diesem Eintrag nicht, und die Mengen in clu-001 gelten je Pfund Honig. Gegen diese Lesart spricht der Wortlaut des Verweises.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-010-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kirschen, die kurz im geklärten Honigwasser aufwallen und dann in dem zu Sirup eingekochten Sud weitersieden, bis er fast honigdick ist. Am nächsten kommt heute eine Konfitüre aus ganzen Früchten. Das Verfahren beschreibt Clutius nur an Kirschen, Kriecken und Sauerkirschen. Johannisbeeren und Berberitzen nennt er in der Überschrift und bei den Wirkungen; was sich bei ihnen am Ablauf ändert, sagt er nicht.

Der Honig. Ein Teil Honig, oder ein wenig mehr, auf zwei Teile Früchte. Das Klarmachen setzt er voraus. Es steht beim Honigläutern: Eiweiß in Wasser schlagen, den Honig dazu, ein- oder zweimal aufwallen lassen und durch einen Hypocras-Sack oder einen Wolllappen gießen, bis es klar läuft. Eine Wassermenge für dieses Rezept nennt er nicht.

Zweimal in den Sud. Die Früchte wallen nur kurz auf, dann läuft der Sud durch die durchlöcherte Schale ab und kocht allein ein. Einen Grund nennt Clutius nicht. Vermutlich sollen die Früchte nicht während des ganzen Einkochens mitsieden. Vom Entsteinen spricht er nicht; da der gekürzte Stiel an der Frucht bleibt, kommen die Kirschen wohl ganz in den Sud.

Die Dicke. Der Zielpunkt ist Honig oder ein wenig dünner. Eine Probe nennt er hier nicht; beim Rob prüft er die Dicke auf einem Zinnteller oder in einer Saucenschale mit dem Löffel. Eine Kochzeit gibt er nicht an.

Praxis. Wird der Sirup beim Stehen dünn, gehört er nach Clutius wieder eingekocht und geklärt. Die Früchte sind also nicht ein für alle Mal fertig, und das Jahr und länger, das er verspricht, hängt an dieser Nacharbeit. Heutiger Hinweis: Saubere Schraubgläser statt Pergament nehmen, kühl lagern und regelmäßig nachsehen. Rohes Eiweiß wird beim Läutern mitgekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-010-orig" n="Amarellen" resp="#fyndling">Sauerkirschen. Kiliaan (1599): cerasum amari sive aridi saporis, Kirsche von bitterem oder herbem Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-010-orig" n="Honichwater" resp="#fyndling">Der mit Wasser geklärte Honig, wie im Rezept zum Honigläutern beschrieben. Hier ist er der Sud, aus dem der Sirup eingekocht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-010-orig" n="walleken" resp="#fyndling">Verkleinerung von wal, das Kochen. Ein Walleken ist ein kurzes Aufwallen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-010-orig" n="confijten" resp="#fyndling">Einmachen. Das Mittelniederländische Wörterbuch erklärt confijt als Eingelegtes, besonders süß eingemachtes Obst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-010-orig" n="Criecken" resp="#fyndling" subtype="lexical">Eine Kirschenart, im Text als „Kriecken“ stehen gelassen, weil Clutius sie neben den Kerſſen nennt. Kiliaan: kriecke, cerasum, swerte criecke ist die Morelle. Clutius nennt die schwarzen allerdings süß, die Sorte bleibt deshalb unbestimmt.<list type="alternatives"><item>Pflaume, wie süddeutsch Kriecherl<note type="rationale">Das Mittelniederländische Wörterbuch kennt die Bedeutung Pflaume nur für östliche Mundarten. Das Abschneiden der Stiele und der Text sprechen für Kirschen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-010-orig" n="gelijc" resp="#fyndling" subtype="philological" cert="unknown">„Ebenso“: die Früchte werden auf gleiche Weise mit dem Honig gesotten (Mittelniederländisches Wörterbuch: gelike, Adverb, auf gleiche Weise). Die Lesung ist nicht sicher, weil ein Fleck im Druck das Wort nach gel großenteils verdeckt.<list type="alternatives"><item>„Zugleich“: Saft, Früchte und Honig kommen zusammen in den Topf<note type="rationale">Das Wörterbuch hält diese Bedeutung bei gelike für möglich. Sachlich passt sie auch, belegen lässt sie sich hier aber nicht.</note></item><item>„Gleich viel“ Früchte und Honig<note type="rationale">Unwahrscheinlich, weil eine Menge sonst nicht erwähnt wird und das Hauptrezept zwei zu eins nimmt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-010-orig" n="’tſap … ende ſieden" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Satz nennt nur, dass Saft genommen und die Früchte mit dem Honig gesotten werden. Er ist wörtlich wiedergegeben.<list type="alternatives"><item>Der Saft ersetzt das Wasser des Honigwassers<note type="rationale">Das liegt nahe, steht aber nicht da. Auch eine Menge fehlt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-011-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Fruchtsaft, mit geläutertem Honig dick eingekocht: zwei Pfund Saft auf ein Pfund Honig. Fruchtstücke bleiben nicht darin, das unterscheidet ihn von den eingemachten ganzen Früchten in clu-010.

Der Saft. Sauerkirschen werden frisch ausgepresst, der Saft durch ein Sieb gegossen oder durch ein Tuch gerieben. Johannisbeeren und Berberitzen kommen zuerst vom Stiel, dann erst wird gepresst. Womit gepresst wird und was mit den Kirschsteinen geschieht, sagt Clutius nicht. Auch der Saft wird in Pfund angegeben.

Der Honig. Er ist vorher geläutert (clu-001) und kommt so zum Saft.

Feuer und Endpunkt. Sanftes Sieden über gleichmäßigem Kohlenfeuer, ruhige Glut ist unsere Deutung. Worin es siedet und wie lange, nennt der Text nicht. Maßstab ist allein die Dicke von dickem Honig. Geprüft wird auf einem Zinnteller oder in einer Saucenschale mit einem Löffel, die Handgriffe dazu fehlen.

Abfüllen. Warm in die Töpfe, damit er noch läuft, erkalten lassen und erst dann mit Pergament dicht verbinden. Eine Haltbarkeit nennt Clutius für den Rob nicht.

Praxis. Alles Folgende ist heutiger Rat. Wegen der Säure einen Topf aus Edelstahl oder Emaille nehmen, und weil Honig schäumt, mit Luft nach oben. Zur Probe wenig auf einen kalten Teller geben und erkalten lassen, denn heiß wirkt der Rob dünner. Statt Pergament tut es ein sauberes Glas mit Deckel. Bleibt er zu dünn, kann er gären, dann kühl aufbewahren und bald verbrauchen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-011-orig" n="Rob" resp="#fyndling">Eingedickter Fruchtsaft. Kiliaan und das Mittelniederländische Wörterbuch führen das Wort in dieser Bedeutung nicht. Das Register des Buchs setzt es mit Clutius' eigenem Wort gleich: „Amarellecruyt ofte Rob Amarellorum“. In Krünitz' viel späterer Enzyklopädie heißen bis zur Honigdicke eingedickte Pflanzensäfte Roob oder Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-011-orig" n="frãcijn" resp="#fyndling">Pergament. Kiliaan (1599) erklärt Francijn als membrana Francica, pergamena; das Mittelniederländische Wörterbuch ebenso. Beim Einmachen der ganzen Früchte heißt derselbe Verschluss „perckement“.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-011-orig" n="geſuyverden witten Honich" resp="#fyndling">Geläutert heißt: mit Eiweiß und Wasser aufgewallt und durchgeseiht, wie in clu-001. „Weiß“ ist Clutius' Wort; eine Honigsorte nennt er nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-011-orig" n="tenen doec" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">„ein Tuch“, ohne Attribut. Das Wort „tenen“ ist am Druck klar lesbar, aber hier nicht geklärt. Im ersten Satz steht an derselben Stelle „een doec“, die Sache ist also dieselbe.<list type="alternatives"><item>ein dünnes Tuch<note type="rationale">Dem Sinn nach möglich, aber ohne Beleg: Kiliaan führt „dun“ als tenuis, nicht „tenen“.</note></item><item>aus Weidenruten<note type="rationale">Das Mittelniederländische Wörterbuch kennt „tenen, teenen“ als „von Weidenruten gemacht“, Kiliaan vimineus. Zu einem Tuch passt das schlecht.</note></item><item>ein offenes Tuch, verdruckt<note type="rationale">Im nächsten Rezept steht „ſifte ofte opene doec“ (clu-012). Das stützt ein durchlässiges Tuch, ein Druckfehler lässt sich aber nicht beweisen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-012-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein schnittfester Quittenblock, heute als Quittenbrot oder Quittenkäse bekannt, hier aber ganz mit Honig statt mit Zucker gekocht.

Warum zweimal einkochen? Das Mark wird erst allein eingeengt und dann gewogen. So beziehen sich die 2 Pfund und ein Viertel auf ein Mark von fast Teigdicke, nicht auf rohes Mus. Das Verhältnis ist 3 Teile Mark auf 4 Teile Honig, es kommt also mehr Honig als Mark in den Topf. Wie viele rohe Quitten das ergibt, sagt Clutius nicht.

Der Honig. Hier steht nur „Honichs“, nicht wie im Eintrag davor „geſuyverden“. Ob er stillschweigend geläuterten Honig meint, bleibt offen.

Feuer und Rühren. Ruhige Glut ohne hohe Flammen ist unsere Deutung der „gladde colen“. Vom Rühren sagt Clutius hier nichts, bei der Fruchtpaste verlangt er es ausdrücklich, damit nichts anbrennt. Bei dieser Dicke ist es auch hier nötig.

Der Endpunkt. Maßstab ist allein die Dicke, „datment ſnijden mach“. Eine Probe nennt Clutius nicht, und gegossen wird trotzdem, die Masse fließt also heiß noch. Heutiger Rat: etwas auf einen kalten Teller geben und prüfen, ob es sich nach dem Abkühlen schneiden lässt.

Praxis. Ein Passiersieb und ein breiter Topf sind modern und erleichtern die Arbeit. Die heiße Masse spritzt beim Einkochen, also Abstand halten. Wie lange das Quittenbrot hält, sagt Clutius nicht, nur „bewaret“.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-012-orig" n="Que-cruyt of Que-vleys" resp="#fyndling">Zwei Namen für dieselbe Sache. Kiliaan setzt quevleesch gleich quekruyd und quemoes, das Mittelniederländische Wörterbuch erklärt es als eingemachte Quitten. „Vleys“ meint das Fruchtfleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-012-orig" n="dompen of humoren" resp="#fyndling">Dämpfe oder Körpersäfte. Kiliaan erklärt domp als vapor, exhalatio; humor ist im Mittelniederländischen der Bestandteil der Säftemischung im Körper.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-012-orig" n="af roocken ofte dꝛoogen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Einkochen oder eintrocknen: Flüssigkeit über der Glut abdampfen. Das Mittelniederländische Wörterbuch kennt roken auch als „dampfen“, und „dꝛoogen“ sowie die Teigdicke als Ziel sprechen dafür.<list type="alternatives"><item>Räuchern<note type="rationale">Die Grundbedeutung von roken ist „rauchen“, aber zum Räuchern passen weder das Einengen um die Hälfte noch die Honigmasse im zweiten Gang.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-012-orig" n="gãgen ende bloetgangen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Durchfall und blutiger Durchfall. Verdam führt bloetganc als Ruhr, und „ſtoppen“ passt dazu.<list type="alternatives"><item>Körpergänge und Adern im allgemeinen Sinn<note type="rationale">Ganc hat viele Bedeutungen, aber das Stopfen und das Paarwort sprechen für den Stuhlgang.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-012-orig" n="opwerpen ende bꝛakẽ" resp="#fyndling" subtype="contextual">Aufstoßen und Erbrechen. Für opwerpen belegen die Wörterbücher nur „empor-“ und „auswerfen“, die Bedeutung am Magen kommt aus dem Zusammenhang.<list type="alternatives"><item>Beides meint das Erbrechen<note type="rationale">Möglich als Doppelformel; am Sinn der Stelle ändert es wenig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-013-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Die gewürzte Fassung des Quittenbrots aus dem Vorrezept: Quittenmark und Honig, dick eingekocht, dazu gestoßene und gesiebte Gewürze, die untergemengt werden, solange die Masse warm ist.

Die Menge. Clutius nennt die Gewürze genau, zusammen zehn und drei Viertel Lot, sagt aber nicht, auf wie viel Quittenbrot sie kommen. Die Menge des Vorrezepts (zwei und ein Viertel Pfund Mark, drei Pfund Honig) gilt hier nicht ausdrücklich. Wer das nachkocht, muss die Würzung am eigenen Quittenbrot abschmecken; das ist eine heutige Entscheidung, keine Angabe des Buchs.

Warm untermengen. Das Quittenbrot soll am Ende schnittfest sein, also lässt es sich nur warm noch gleichmäßig durcharbeiten. Deshalb das doppelte Stoßen und Sieben: Grobe Stücke blieben in der Masse stehen.

Moschus und Rosenwasser. Das Körnchen Moschus wird zuerst in etwas Rosenwasser gemengt und kommt so in die Mischung. Wer keinen Moschus nimmt, lässt ihn heute einfach weg; das Rosenwasser kann bleiben.

Praxis. Quittenbrot nach dem Vorrezept einkochen. Die Gewürze vorher stoßen und durch ein feines Sieb geben. Die Gewürze und den Moschus im Rosenwasser unter die noch warme Masse mengen und in Döschen füllen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-013-orig" n="Spicæ nardi" resp="#fyndling">Apothekerlatein, im Druck auch in anderer Schrift gesetzt: die Nardenähre, eine aromatische Droge.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-013-orig" n="Aloes hout" resp="#fyndling">Aloeholz, lateinisch Lignum aloes: ein duftendes Holz, nicht die Aloe mit ihrem bitteren Saft.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-013-orig" n="Foelge" resp="#fyndling">Macis, die Muskatblüte. Das Mittelniederländische Wörterbuch erklärt foelge als Vlies um die Muskatnuss, in anderem Zusammenhang heißt das Wort Blattmetall.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-013-orig" n="zeduwerwoꝛtel" resp="#fyndling">Zitwer, eine Gewürzwurzel (Mittelniederländisches Wörterbuch: sedeware, zeduware, hochdeutsch Zitwer).</note>
        <note type="gloss" target="#clu-013-orig" n="Muſcheliaet" resp="#fyndling">Moschus (Kiliaan: moschus, muscus), ein tierischer Duftstoff.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-013-orig" n="greynken" resp="#fyndling" subtype="lexical">Ein Körnchen, also eine winzige, nicht abgewogene Menge. Die Verkleinerungsform spricht dafür, und die übrigen Mengen stehen in Lot.<list type="alternatives"><item>Ein Gran als Gewichtseinheit<note type="rationale">Kiliaan führt graen, greyn auch als kleinstes Gewicht für Gold und Kostbares. Bei Moschus möglich, eine Zahl nennt der Text aber nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-013-orig" n="doetet in dooſkens" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das gewürzte Quittenbrot kommt in die Döschen. Für die Gewürze steht vorher der Plural (ſiftſe), hier dagegen „het“, und das Quittenbrot wird im Vorrezept in eine Dose gegossen, worauf „als vooꝛen“ zurückweist.<list type="alternatives"><item>Nur das Gewürzpulver kommt in Döschen<note type="rationale">Das Pulver wird nach dem ersten Satz in die warme Masse gemengt; als Vorrat für später sagt der Text das nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-014-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine schnittfeste Paste aus eingedicktem Fruchtmark und geläutertem Honig, das Verfahren des Quittenbrots, übertragen auf anderes Obst.

Das Durchreiben. Dafür verweist Clutius auf die Quitten: durch ein Sieb oder ein offenes Tuch, damit das Mark sauber herauskommt. Dort werden Schalen und Samen vorher entfernt. Ob das hier auch gilt, sagt er nicht; das Durchreiben hält sie ohnehin zurück.

Warum zweimal einkochen? Zuerst wird das Mark allein eingedickt, bis es wie Teig oder dicker Brei ist. So verkocht Wasser, bevor der Honig dazukommt, und das Maß bezieht sich auf das eingedickte Mark. Erst danach folgt das zweite Einkochen bis zur Schnittfestigkeit.

Gleiche Teile. Mark und Honig gehen zu gleichen Teilen zusammen; bei den Quitten nimmt er mehr Honig als Mark. Gewicht oder Raum lässt er offen. Beim Quittenbrot wiegt er, deshalb liegt das Wiegen auch hier nahe.

Feuer und Rühren. Zweimal nennt der Text die Gefahr, dass es anbrennt, und beide Male die Abhilfe: ruhiges Kohlenfeuer, ständiges Rühren.

Die Gewürze. Sie sind freiwillig, und Clutius gibt keine Mengen. Maßstab ist der Geschmack, wie ihn die jeweilige Frucht verlangt. Wann sie hineinkommen, sagt er nicht.

Praxis. Ein Passiersieb und ein breiter Topf mit dickem Boden sind modern und erleichtern die Arbeit. Den Honig vorher läutern. Heutiger Rat zum Endpunkt: etwas auf einen kalten Teller geben und prüfen, ob es sich nach dem Abkühlen schneiden lässt. Die heiße Masse spritzt beim Einkochen, also Abstand halten. Wie lange die Pasten halten, sagt Clutius nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-014-orig" n="Perſſen" resp="#fyndling">Pfirsiche, nicht „pressen“. Das Mittelniederländische Wörterbuch führt perse als vor allem flämische Nebenform von perseke, und Kiliaan nennt es neben persick.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-014-orig" n="gladt colen vyer" resp="#fyndling">Glat heißt eben, glatt, nach Kiliaan auch sanft (mollis). Gemeint ist wohl ruhige Glut ohne hohe Flammen; die Übersetzung sagt wie in den Nachbareinträgen „gleichmäßig“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-014-orig" n="het merch een deel ... geſuyverden Honich oock een deel" resp="#fyndling" subtype="contextual">Gleiche Teile Mark und Honig, weil beide Glieder gleich gebaut sind und das „oock“ das Maß des ersten aufnimmt.<list type="alternatives"><item>Einen Teil, also etwas vom Mark und etwas Honig, ohne festes Verhältnis<note type="rationale">Das Mittelniederländische Wörterbuch belegt „een deel“ auch im Sinn von „einigermaßen, ein Stück weit“. Die gepaarte Form spricht hier dagegen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-015-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Glasiertes Marzipankonfekt auf Oblate. Die Masse besteht aus Mandeln und weißem Honig, Zucker kommt erst im Guss vor.

Die Masse. Das Rosenwasser beim Stoßen begründet Clutius nicht. Die Stenglerin sagt es für ihr Marzipan: oft befeuchten, damit die Mandeln nicht ölig werden (mst-095). Der Honig bringt Feuchte mit, deshalb wird die Masse über der Glut abgerührt, bis sie fast trocken ist. Weich genug zum Aufstreichen muss sie bleiben. Ständiges Rühren schützt vor dem Anbrennen.

Das Trocknen. Clutius nennt keine Zeit und keine Hitze, nur das Kriterium: Die Stücke dürfen nicht rot werden, also braucht es schwache Hitze. Unter der Pfanne stehen sie, die Kohlen liegen oben auf. Wecker zieht den Ofen vor, wenn das große Brot heraus ist, denn in der Pastetenpfanne sei es schnell übersehen (wec-087). Staindl beschreibt eigene, flachere Marzipanpfannen und einen Notbehelf (std-016). Ob das Papier mit in die Hitze geht, sagt Clutius nicht; Staindl schiebt das Stück davon ab.

Der Guss. Zucker und Rosenwasser, so dünn wie dünner Honig, ohne Eiweiß, anders als bei Rumpolt (rum-1708) und Rontzier (ron-2674). Fertig ist er, wenn die Bläschen stehen bleiben, der Guss also gesetzt ist.

Praxis. Die Mengen nennt Clutius nur im Verhältnis, ob nach Gewicht oder Maß, sagt er nicht; nach Gewicht ist unsere Annahme. Heute geht es auch mit fertig gemahlenen, blanchierten Mandeln, die Masse wird dann mit dem Rosenwasser glatt gearbeitet. Modern: Oblate auf Backpapier, ein Bräter mit Glut auf dem Deckel oder ein schwach geheizter Ofen. Nah dabeibleiben, die Stücke nehmen schnell Farbe. Eine kleine Probe zuerst, denn eine Honigmasse bleibt vermutlich weicher als eine Zuckermasse; nachgekocht ist das hier nicht. Den Rosmarin als Zierde behandeln. Für den Musketzucker reicht bunter Zucker, das Aroma ist nicht geklärt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-015-orig" n="Maſſapeynen" resp="#fyndling">Marzipan. Clutius macht die Masse aus Mandeln und weißem Honig, nicht aus Zucker.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-015-orig" n="Maſſapeyn ofte paſteypan" resp="#fyndling">Eine Pfanne, unter der die Stücke stehen und auf der die Kohlen liegen, also Hitze von oben. Clutius beschreibt sie nicht näher.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-015-orig" n="uytdꝛogen" resp="#fyndling">Wörtlich austrocknen, gemeint sind wohl Ausgezehrte. Estienne/Sebiz nennt 1579 einen Marzipan aus Honig gut für die Schwindsüchtigen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-015-orig" n="loop des buycx" resp="#fyndling">Durchfall. Kiliaan: buyck-loop = Diarrhoea.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-015-orig" n="awelblat" resp="#fyndling" subtype="lexical">Oblate als Unterlage. Mnw führt ouwel, Kiliaan: „Ouwel. j. oblije. Laganum“; die Schreibung mit aw ist selbst nicht belegt. Staindl hat denselben Handgriff: „Nimb der Oblat / vnnd die leg auff ain Papir“ (std-016).<list type="alternatives"><item>Ein anderes Blatt als Unterlage, etwa ein Pflanzenblatt.<note type="rationale">Ohne Beleg; das Papier nennt Clutius gesondert darunter.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-015-orig" n="Muſketſuycker" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Bleibt als „Musketzucker“ stehen: bunter Zierzucker, Aroma ungeklärt. Das Wort kommt im Buch nur hier vor. Kiliaan kennt muscket nur als Sperber und als Muskete.<list type="alternatives"><item>Muskatzucker<note type="rationale">Klanglich nah, aber Clutius schreibt für Muskat sonst Muſchaten (clu-013).</note></item><item>Moschuszucker<note type="rationale">Kiliaan hat musck, Clutius schreibt für Moschus aber Muſcheliaet (clu-013).</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-016-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Met ohne abgewogenen Honig. Die Süße kommt aus dem Wasser, mit dem der Rückstand im Honigkorb abgespült wird, die Stärke aus dem Einsieden.

Der Rückstand. Was im Korb bleibt, beschreibt Clutius in clu-042: die zerstoßene Masse aus den Bienenkörben, von der der ungepresste Honig abgetropft ist. Dort wird sie für groben Honig gepresst, hier abgespült. Sein Maß ist die Süße: Sie soll ganz ins Wasser übergehen. Eine Temperatur nennt er nicht, auch nicht, ob das Wasser danach geseiht wird.

Einsieden und Eiprobe. Spülwasser ist dünn, deshalb wird es eingesotten, bis ein Ei darin schwimmen kann. Je mehr Honig gelöst ist, desto eher trägt die Flüssigkeit das Ei. Wie hoch das Ei stehen soll und wie man es im Kessel handhabt, sagt Clutius nicht. Weil auch keine Honigmenge genannt ist, lässt sich die Stärke dieses Mets nicht berechnen; die beziffert erst clu-017.

Hefe. Die Flüssigkeit kommt heiß in die Fässer und kühlt dort ab, erst dann folgt die Bierhefe, ohne Mengenangabe. Heute würde man sagen: Das Sieden hat die Hefen abgetötet, und in heißer Flüssigkeit stürbe auch die zugesetzte.

Das randvolle Fass. Das Fass wird während der Gärung immer wieder aufgefüllt, damit der Schmutz oben austritt. Gemeint sind Schaum und Trub, die die Gärung nach oben treibt. Das ist das Gegenteil von Steigraum: Das Fass bleibt voll, und was hochkommt, läuft ab. Womit aufgefüllt wird, sagt Clutius nicht. Dicht verschlossen wird erst, wenn die Flüssigkeit nicht mehr „siedet oder gärt“; Tage nennt er keine. „Sieden“ meint an dieser Stelle das Aufwallen der Gärung. Heute gilt: Ein vor dem Gärende dicht verschlossenes Gefäß baut Druck auf.

Die Gewürze. Das Tüchlein ist ein Zusatz mancher Leute. Clutius nennt keine Mengen und keinen Zeitpunkt, und auch nicht, ob das Tüchlein wieder herauskommt.

Praxis. Der Ausgangsstoff fällt nur bei der Honigernte an, heute also beim Imker oder am eigenen Volk; dabei nimmt man brutfreie Waben. Bierhefe gibt es als Brauhefe im Brauereibedarf, und Mostwaage oder Refraktometer messen an einer abgekühlten Probe genauer als das Ei. Beides ist heutige Hilfe, nicht Clutius. Wer im Gärgefäß statt im Fass arbeitet, fängt den Überlauf auf. Ohne Rückstand führt clu-017 zum Ziel, dort mit Honig und Wasser in festen Teilen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-016-orig" n="ongepijndẽ Honich" resp="#fyndling">Jungfernhonig: Honig, der ohne Pressen aus den Waben läuft. Clutius nennt ihn in clu-043 den besten.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-016-orig" n="Seem" resp="#fyndling">Honigseim. Das Wort steht hier gleichwertig neben dem Jungfernhonig; in clu-043 führt Clutius „Seemhonich“ als weiteren Namen für ihn.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-016-orig" n="ſtellet te rijſen ofte werchen" resp="#fyndling">Zwei Wörter für dasselbe: gären.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-016-orig" n="vant darlecken" resp="#fyndling" subtype="philological" cert="unknown">„Vom Durchtropfen“. Der Wortanfang ist im Druck verschmiert, sicher ist nur der Ausgang -lecken. Lecken heißt tropfen (Mnw, Kiliaan: stillare), und Clutius schreibt selbst vom Honig, den man durch den Korb „lecken“ lässt (clu-043). Die Bedeutung trägt also, die Wortform bleibt offen.<list type="alternatives"><item>dooꝛlecken<note type="rationale">Passt zu Clutius' „loopt dooꝛ de manden“ und ergäbe denselben Sinn; am Druck nicht von darlecken zu unterscheiden.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-016-orig" n="ſiet" resp="#fyndling" subtype="contextual">„Siedet“: In „alſt niet meer en ſiet ofte werct“ steht das Wort für das Aufwallen der Gärung, neben „werct“. Das Feuer ist zu diesem Zeitpunkt längst aus.<list type="alternatives"><item>sieht (man)<note type="rationale">Dieselbe Schreibung kann „sieht“ sein, wie in clu-042 „alſmen ſiet“. Dort steht aber „men“; hier ist „'t“ das Subjekt, und das passt nur zu „siedet“.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-017-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Der zweite Met des Kapitels. Das erste Rezept arbeitet mit dem Spülwasser aus dem Honigkorb, hier wird der Honig zugemessen: 10 Teile auf 90 Teile Wasser, eingekocht auf 80, kalt mit Bierhefe angesetzt.

Sieden und Abschäumen. Einen vorab geläuterten Honig verlangt der Text nicht. Was beim Sieden aufsteigt, wird im Kessel abgenommen.

Zahl gegen Ei. Clutius nennt zwei Endpunkte nebeneinander: 80 Stoop „oder ungefähr so viel“, und das schwimmende Ei. Der Druck hat 90, 10 und 80 eindeutig. Nach der Rechnung unten passen beide trotzdem nicht zusammen, denn bei Digby steigt das Ei erst in einem viel stärkeren Ansatz. Clutius klärt das nicht auf. Das nächste Honigwasser des Buchs nimmt einen Teil Honig auf sechs Teile Wasser. Ob an dieser Stelle die Zahl oder das Ei gelten soll, bleibt offen.

Heutiger Hinweis, nicht bei Clutius: Die Zahlen ergeben rund 1,05, also etwa 8 % Alkohol bis trocken. Ein frisches Ei ist dichter, es schwimmt erst ab etwa 1,085 und im heißen Sud noch später. Wer bis dahin einkocht, kommt erst bei etwa der Hälfte der Menge an und hat einen deutlich stärkeren Met. Ein altes Ei ist leichter und schwimmt früher, die Probe sagt dann wenig. Entscheide dich also für eines von beiden und miss mit der Mostwaage.

Gärung. Die Hefe nennt der Text selbst, und sie kommt erst in den kalten Sud. Der gesottene Sud bringt nach heutigem Verständnis keine gärfähige Hefe mehr mit. „Overgaen“ heißt überlaufen: Das Unreine soll oben austreten, bis es klar wird. Den Handgriff beschreibt nur das erste Rezept: Das Fass wird immer wieder aufgefüllt, also randvoll gehalten, und erst dicht verschlossen, wenn nichts mehr arbeitet. Das „Ein anderer“ setzt das hier vermutlich voraus. Es ist das Gegenteil von Steigraum.

Gewürze. Der Rückverweis zielt wohl auf dasselbe Rezept: in ein Tüchlein gebunden etwas Zimt, Ingwer, Muskatnüsse, Nelken und Ähnliches. Mengen nennt Clutius auch dort nicht.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung mit Literaturwerten für Honig (Dichte, Zuckergehalt), keine Messung an einem angesetzten Met.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| Clutius: 10 Teile Honig auf 90 Teile Wasser, eingekocht auf 80 | 131-143 g/l | 1,051-1,055 | 51-55 | 12,6-13,6 | 7,8-8,5 % |
| Zum Vergleich Digby, das Ei steigt: 1 Teil Honig auf 3 Teile Wasser, vor dem Kochen | 263-286 g/l | 1,102-1,110 | 102-110 | 24,1-26,0 | 15,6-17,0 % |
| Zum Vergleich Digby, das Ei steigt bei sehr gutem Honig: 1 Teil Honig auf 3,5 Teile Wasser, vor dem Kochen | 234-254 g/l | 1,090-1,098 | 90-98 | 21,6-23,3 | 13,9-15,1 % |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.

Annahmen: Honig und Wasser sind im selben Raummaß gemessen, die Größe des Stoops kürzt sich heraus. Das Einkochen von 100 auf 80 steht im Text. Die Stärke der zweiten Zeile erreichte Clutius' Ansatz rechnerisch erst beim Einkochen auf 40. Nicht eingerechnet sind Gewürze und Hefe.

Praxis. Nimm ein beliebiges Gefäß als Einheit und miss Honig und Wasser damit, statt den Honig zu wiegen. Heutiger Hinweis, nicht bei Clutius: Die Stärke misst man mit der Mostwaage, nicht mit dem Ei. Eine Gärdauer nennt er nicht. Verschließe das Fass erst, wenn nichts mehr arbeitet, sonst baut sich Druck auf.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-017-orig" n="deelen ofte ſtopen" resp="#fyndling">Teile oder Stoop: zwei Namen für dieselbe Menge. Der Stoop ist ein Hohlmaß für Flüssigkeiten, das Rezept meint also Raum, nicht Gewicht. Auch eine mittelniederländische Metvorschrift misst das Wasser in Stoop (MNW, „seem“). Es zählt das Verhältnis.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-017-orig" n="Seem" resp="#fyndling">Honig. Kiliaan (1599) setzt „seem“ und „honigh“ gleich; Clutius stellt das Wort neben den Jungfernhonig. Im Deutschen entspricht es dem Honigseim.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-017-orig" n="ſpeceryen" resp="#fyndling">Gewürze. Der Satz nennt keine, er verweist zurück auf das erste Metrezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-017-orig" n="om te doen overgaen ende claren" resp="#fyndling" subtype="lexical">damit es überläuft und sich klärt: MNW und Verdam führen „overgaen“ als „overloopen“, auch von Wasser, und das erste Metrezept lässt das Unreine ebenso oben überkommen („dat die vuylicheit mach overcomen“).<list type="alternatives"><item>damit es in einen anderen Zustand übergeht, also vergärt<note type="rationale">MNW kennt auch „overgaen in een anderen toestand“, das nennt aber nicht die Gärung, und der Gärbefehl steht schon in „ſtellet te werckẽ“.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-018-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein mit Hefe vergorenes Honigwasser aus einem Teil Honig auf sechs Teile Regenwasser, zu dem in der Quittenzeit Quittensaft kommt. Das Wort „weinartig“ erklärt sich im folgenden Rezept: Dort soll ein solches Getränk den Wein ersetzen, für alle, denen er verboten ist.

Wie oben sieden. Clutius wiederholt das Sieden nicht, sondern verweist auf das Vorrezept: im Kessel unter Abschäumen, bis von hundert Teilen achtzig bleiben, oder bis ein Ei schwimmt. Das Vorrezept nimmt aber nur einen Teil Honig auf neun Teile Wasser. Ob dieselbe Einkochmenge oder die Eiprobe beim honigreicheren Ansatz hier genauso gilt, sagt er nicht.

Der Quittensaft. Nach der Reihenfolge des Satzes kommt er erst nach dem Sieden dazu und wird nicht mitgesotten. Wie er gewonnen wird, steht hier nicht, und „in der Quittenzeit“ bindet das Rezept an die Ernte. Einen Grund für den Saft nennt Clutius nicht. Heute würde man sagen: Ein Honigansatz hat kaum Säure, der Saft bringt sie mit, und das passt zu „weinartig“.

Hefe und Ende. Clutius nennt nur „giſt“, keine Art. Das Vorrezept nimmt Bierhefe. Ein Gefäß nennt er hier nicht, das Vorrezept füllt in Fässer. Ob das Fass wie beim ersten Met randvoll gehalten wird, wann abgezogen wird und woran man das Ende erkennt, bleibt offen: Es steht nur da, dass das Getränk gären und sich klären soll.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung mit Literaturwerten für Honig, keine Messung an einem angesetzten Getränk.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| Raumteile, 1 Teil Honig auf 6 Teile Wasser | 188-204 g/l | 1,072-1,079 | 72-79 | 17,6-19,1 | 11,2-12,1 % |
| Gewichtsteile, 1 Teil Honig auf 6 Teile Wasser | 142-147 g/l | 1,055-1,057 | 55-57 | 13,5-14,0 | 8,4-8,7 % |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.

Annahmen: Das Einkochen um ein Fünftel ist aus dem Vorrezept übertragen; das Rezept selbst beziffert es nicht. Das Verhältnis zählt, ein Literwert für die Teile ist nicht angesetzt. Nicht eingerechnet sind der Quittensaft und die Hefe, die Rechnung ist also unvollständig: Der Saft bringt eigenen Zucker und Flüssigkeit mit.

Praxis. Heutiger Hinweis, nicht bei Clutius: Statt gesammeltem Regenwasser nimmt man weiches, sauberes Trinkwasser, dazu Bier- oder Weinhefe. Der Saft geht roh in den kalten Sud und bringt eigene Keime mit, also sauberes Gerät und frisch gepresster Saft. Die Saftmenge ist eine Entscheidung am eigenen Ansatz, denn das Viertel lässt zwei Lesarten zu.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-018-orig" n="Wijnachtich" resp="#fyndling">Weinartig. Das Mittelniederländische Wörterbuch belegt das Wort für den Geschmack („wijnachtich van smaeck“, Dodoens). Im folgenden Rezept empfiehlt Clutius sein weinartiges Honigwasser ausdrücklich an Stelle von Wein.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-018-orig" n="ſiettet als boven" resp="#fyndling">Der Verweis geht auf das vorhergehende Rezept: Dort siedet der Ansatz unter Abschäumen, bis von hundert Teilen achtzig bleiben, oder bis ein Ei darin schwimmt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-018-orig" n="vyerendeel ſaps van Queen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein Viertel der Honigmenge, also ein Viertelpfund Saft je Pfund Honig. Dafür spricht, dass Clutius dasselbe Wort beim Quittenbrot mit dem Pfund verbindet („2. pont ende een vierendeel“) und dass die deutsche Maison rustique von 1579 bei gleichem Rezept von einem Viertel des Honigs spricht (ein Zeuge, siehe Anmerkung des Herausgebers).<list type="alternatives"><item>Ein Flüssigmaß: ein Viertel eines Stoops je Pfund Honig.<note type="rationale">Verdam kennt „vierendeel“ auch als Unterteil des Stoops. Dann läge die Saftmenge viel höher und näher am folgenden Rezept, das 16 Stoop Saft auf 64 Stoop Met nimmt. Hier steht aber kein Stoop im Satz.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-018-orig" n="een deel / ſes deelẽ" resp="#fyndling" subtype="contextual">Raumteile. Das Vorrezept setzt „deelen ofte ſtopen“ gleich, und auf dieses Rezept verweist der Text.<list type="alternatives"><item>Gewichtsteile.<note type="rationale">Der nächste Satz rechnet den Saft je Pfund Honig. Der Ansatz wäre dann deutlich schwächer, siehe die Zahlen in der Zubereitung.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-019-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Fruchtmet: vorhandener Met wird mit Sauerkirschsaft und etwas Honig vermischt und noch einmal zum Gären angestellt. Das Rot kommt wohl aus dem Saft, denn ein anderes Färbemittel nennt der Text nicht.

Der Grundmet. Mit den zwei Sorten sind wohl die beiden vorigen Mete des Buchs gemeint: der Met aus Honigresten und Spülwasser (clu-016) und der mit 90 Teilen Wasser auf 10 Teile Honig (clu-017). Ob sich der Eintrag frisch gesottenen, noch ungegorenen Met denkt oder fertigen, sagt Clutius nicht. Beides geht auf: Saft und Honig bringen in jedem Fall neuen Zucker. 64 und 16 Stoop ergeben zusammen die 80 Stoop, auf die clu-017 einkocht; ob das gewollt ist, bleibt offen.

Die Gärung. „Wie zuvor“ verweist auf die Vorgänger, ausgeführt wird es hier nicht. Dort kommt Bierhefe dazu, und in clu-016 bleibt das Fass randvoll, damit Schaum und Trub oben austreten; dicht verschlossen wird erst, wenn es nicht mehr gärt. Eine Dauer nennt Clutius nicht. Saft und Honig werden nur vermischt, von Sieden steht hier nichts.

Andere Früchte. Die Mengen der Sauerkirschen gelten auch für die anderen Säfte. Welche Farbe oder Stärke sie ergeben, sagt der Text nicht.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung, keine Messung. Sie geht vom Grundmet clu-017 aus, die Sorte clu-016 ist nicht rechenbar, weil sie nur die Eierprobe nennt.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| Grundmet noch ungegoren: alles zusammen gerechnet | 145-169 g/l | 1,056-1,065 | 56-65 | 13,8-16,0 | 8,6-10,1 % |
| Grundmet fertig vergoren: nur der neue Zucker aus Saft und Honig | 42-58 g/l | 1,016-1,022 | 16-22 | 4,2-5,7 | 2,5-3,4 %, zusätzlich zum Alkohol des Grundmets |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.

Annahmen: In 64 der 80 Stoop von clu-017 stecken anteilig 8 Stoop Honig und 56 Stoop Wasser, dazu kommen 2 Stoop Honig und 16 Stoop Saft. Der Stoop kürzt sich heraus, der Honig ist im Raummaß gerechnet. Der Saft steht mit Literaturwerten für Kirschsaft in der Rechnung, nicht mit Werten für Amarellen von 1597, die anderen Säfte sind nicht gerechnet. In der zweiten Zeile zählen die 64 Stoop Met wie Wasser; die Dichte dort misst also nur die Zuckerzugabe.

Praxis. Heutiger Hinweis, nicht bei Clutius: 64 zu 16 zu 2 lässt sich in jedem Gefäß als Raummaß ansetzen. Das Getränk enthält Alkohol, auch wenn Clutius es für Menschen nennt, denen Wein verboten ist.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-019-orig" n="Amarellen" resp="#fyndling">Sauerkirschen. Kiliaan (1599): cerasum amari sive aridi saporis, Kirsche von bitterem oder herbem Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-019-orig" n="wijnachtich Honichwater" resp="#fyndling">Weinartiges Honigwasser. Wijnachtich ist auch sonst für den Geschmack belegt: Dodoens nennt Beeren wijnachtich van smaeck (Mittelniederländisches Wörterbuch).</note>
        <note type="gloss" target="#clu-019-orig" n="ſtoop" resp="#fyndling">Gefäß und Hohlmaß für Flüssigkeiten (Mittelniederländisches Wörterbuch). Clutius gibt keine Größe an; es zählt das Verhältnis.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-019-orig" n="vande Meede vande twee ſooꝛten hier boven verhaelt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Met der beiden als Met überschriebenen Einträge clu-016 und clu-017; im Text bleibt es beim Verweis, denn das folgende Honigwasser clu-018 heißt nicht Met. Ob der Met schon vergoren ist, entscheidet der Wortlaut nicht.<list type="alternatives"><item>Fertig vergorener Met, der durch Saft und Honig nachgärt<note type="rationale">Meede heißt sonst das fertige Getränk, und Clutius sagt nicht, dass sie frisch sein muss. Dann wird das Getränk stärker als der Grundmet.</note></item><item>Eben gesottener, noch ungegorener Met<note type="rationale">In den Vorgängern wird der Sud erst danach zum Gären angestellt, und auch hier folgt das Anstellen erst nach dem Mischen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-019-orig" n="rode ende ſwarte Kriecken" resp="#fyndling" subtype="lexical">Rote und schwarze Kirschen. Kiliaan: kriecke, cerasum. Hier stehen keine Kerſſen daneben, deshalb nicht wie in clu-010 als „Kriecken“ belassen.<list type="alternatives"><item>Die roten als Amarellen, die schwarzen als Morellen<note type="rationale">Kiliaan setzt roode kriecke wie die Amarelle mit cerasum apronianum gleich und swerte kriecke mit der Morelle. Dass Clutius die Wörter genauso trennt, ist nicht belegt, denn er zählt die Amarellen hier gerade nicht zu den Kriecken.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-020-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Hypocras ohne Traubenwein. Die Grundlage ist das rote weinartige Honigwasser aus clu-019: Met, Sauerkirschsaft und noch etwas Honig, zusammen vergoren. Dazu kommen Gewürze und Honig, zuletzt wird geseiht. Es ist also ein alkoholisches Getränk, nur nicht aus Wein.

Zweimal Honig? Das sieht nach einer Doppelung aus, ist aber keine. „Het Honichwater“ ist die Grundlage aus dem ersten Satz, die 12 Unzen Honig kommen erst nach dem Weichen dazu. Warum erst dann, sagt Clutius nicht. „Suyver ende wit“ beschreibt den Honig; das Wort für den geläuterten Honig aus clu-001 steht hier nicht.

Weichen und Seihen. Die Gewürze werden klein zerbrochen, nicht zu Pulver gestoßen. Einen Grund für das Umrühren nennt Clutius nicht, nur die Häufigkeit, Feuer erwähnt er gar nicht. Der Sack hält Gewürze und Trübes zurück. „Bis es klar wird“ legt nahe, dass man noch einmal durchgießt, wenn es zuerst trüb kommt; ausdrücklich sagt er das nicht.

Gärung. Hier wird nichts neu angestellt, Hefe nennt dieser Text nicht. Die Gärung gehört zur Grundlage. Zu Abfüllen und Lagern sagt Clutius nichts. Heute würde man sagen: Der zugesetzte Honig kann verbliebene Hefe wieder anregen, und ein Tuch hält sie nicht sicher zurück. Wer abfüllt, nimmt druckfeste Flaschen und lagert kühl, sonst können sie platzen.

Turnesol. Eine Zugabe nach Wunsch. Ob sie vor oder nach dem Sack kommt, steht nicht da. Nach heutigem Wissen wird Lackmus in saurer Flüssigkeit rot, das passt zu einer Grundlage mit Sauerkirschsaft; ob Clutius' Ware Lackmus im heutigen Sinn war, belegt das nicht. Heute ist es kein Küchenmittel: weglassen. Eine andere Farbe nennt Clutius nicht.

Praxis. Zuerst muss die Grundlage aus clu-019 fertig sein. Dann die Gewürze klein zerbrechen, in der Flüssigkeit 24 Stunden stehen lassen und fünf- oder sechsmal umrühren. Den Honig einrühren und alles durch einen Sack laufen lassen. Heute tut es ein dichtes, sauberes Leinen- oder Baumwolltuch. Zimt ist die weitaus größte Gewürzmenge.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-020-orig" n="ſtoop" resp="#fyndling">Gefäß und Flüssigkeitsmaß (Verdam). Clutius nennt keine Größe, sie bleibt hier offen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-020-orig" n="Hypocras-ſac" resp="#fyndling">Filtersack, benannt nach dem Hypocras, den man damit klärt. Durch einen solchen Sack läutert Clutius auch den Honig (clu-001). Den Stoff nennt er in diesem Eintrag nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-020-orig" n="Turneſols" resp="#fyndling">Ein Färbemittel, nach dem Mittelniederländischen Wörterbuch Lackmus. Aus welcher Pflanze Clutius' Ware stammt, sagt er nicht; das französische tornesol ist bei Cotgrave 1611 auch eine Pflanze (Heliotropium).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-020-orig" n="root wijnachtich water" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das rote weinartige Honigwasser aus clu-019. Das „vant“ weist auf etwas schon Beschriebenes zurück, dieselbe Flüssigkeit heißt im nächsten Satz „het Honichwater“, und clu-019 trägt den Titel „Om een root wijnachtich Honichwater te maken“. Auch der weiße Hypocras (clu-021) nimmt „wit Wijnachtich water“ aus Äpfeln oder Trauben.<list type="alternatives"><item>Roter Wein<note type="rationale">Hypocras wird sonst aus Wein gemacht, hier steht aber „water“, und „wijnachtich“ ist die Eigenschaft des Honigwassers, das Clutius anstelle von Wein empfiehlt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-020-orig" n="Gengevaer" resp="#fyndling" subtype="lexical">Ingwer. Kiliaan führt „Ghenghber“ als Zingiber, das Mittelniederländische Wörterbuch kennt „gengevaer“, Braekman belegt „gengebaer“ in Arzneirezepten. Hier steht es zudem in der Gewürzreihe mit Zimt, Galgant und Nelken.<list type="alternatives"><item>Ein anderes Gewürz als „Gember“<note type="rationale">Clutius schreibt anderswo „Gember“, das könnte eine Unterscheidung sein. Einen Beleg dafür gibt es nicht; wahrscheinlicher sind zwei Formen desselben Worts.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-021-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Weinartiges Honigwasser, gewürzt, nachgesüßt und durch den Sack geklärt: das weiße Gegenstück zum roten Hypocras.

Die Grundlage. Das „weinartige Wasser“ ist kein frischer Saft. Clutius hat es kurz zuvor erklärt: Met wird mit Fruchtsaft und etwas Honig gemischt und noch einmal zum Gären gestellt, und statt Sauerkirschen gehen auch Trauben oder Äpfel. Die Grundlage ist also vergoren, und der Hypocras enthält Alkohol. Hell bleibt er wohl, weil diese Früchte nicht rot färben. Wie stark er ist, lässt sich hier nicht beziffern, denn dieser Eintrag nennt weder Honig noch Wasser der Grundlage.

Das Weichen. Das „wie oben berichtet“ verweist auf den roten Hypocras: Dort wird in den 24 Stunden fünf- oder sechsmal umgerührt. Hier steht das nur über den Verweis. Die Mandeln fehlen beim roten. Ob sie mit den Gewürzen gestoßen werden, bleibt offen, und wozu sie dienen, sagt Clutius nicht.

Der Honig kommt zuletzt. Das Honigwasser ist schon aus Honig gemacht, die 12 Unzen sind eine zweite Süßung. Sie geht nach dem Weichen hinein und läuft mit durch den Sack. Einen Grund für diese Reihenfolge nennt er nicht.

Der Sack. Das Getränk läuft von selbst durch, bis es klar ist; von Pressen steht nichts da. Ob das Durchgelaufene noch einmal aufgegossen wird, sagt der Text nicht. Heutiger Rat: Trübes vom Anfang zurückgießen.

Praxis. Zuerst die Grundlage ansetzen und vergären. Wer keine hat, nimmt heute hellen Met; das ist eine Abweichung, kein Clutius. Dann arbeiten wie beschrieben, als Sack taugt heute ein feiner Filterbeutel. Die Heilwirkungen sind Clutius' Angaben und kein Rat.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-021-orig" n="ſtoop" resp="#fyndling">Hohlmaß für Flüssigkeiten. Clutius nennt keine Größe, deshalb bleibt es beim Stoop.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-021-orig" n="gengevaer" resp="#fyndling">Ingwer. Verdam führt „gengever“ unter gingeber, Kiliaan (1599) setzt „Ghinghber“ mit zingiber gleich. Sonst schreibt Clutius „Gember“.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-021-orig" n="Hypocras-ſac lecken" resp="#fyndling">Durch den Filtersack laufen lassen. Kiliaan: „lecken ... den wijn“, vinum sacco castrare; das Mittelniederländische Wörterbuch belegt „den ypocras maickten ende leckeden“. Clutius nennt den Sack beim Honigläutern neben dem Wolllappen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-021-orig" n="geraectheyt ende vallende ſiectẽ" resp="#fyndling">Schlagfluss und Fallsucht. Kiliaan: „ghe-raecktheyd“ = apoplexia, paralysis, „vallende euel“ = epilepsia.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-021-orig" n="wit Wijnachtich water / Honichwater" resp="#fyndling" subtype="contextual">Vergorenes weinartiges Honigwasser nach dem Vorrezept: Dort macht man „wijnachtich water ... met tſap van ... Druyven/ Appelen“ und stellt es zum Gären. Deshalb heißt es hier im selben Satz auch „Honichwater“.<list type="alternatives"><item>Ungegorener saurer Saft<note type="rationale">Das sagt der Relativsatz für sich genommen nicht aus, und „Honichwater“ passt nicht dazu.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-021-orig" n="voetſe" resp="#fyndling" subtype="philological">Der Druck hat „voetſe“; übersetzt als „nährt ihn“. Kiliaan: „Voeden“ = alere, nutrire. Auch „voert“ kann das heißen, das Mittelniederländische Wörterbuch stellt „voeren“ zu „voeden“.<list type="alternatives"><item>„führt“ oder „fördert“<note type="rationale">Das hieße „voeren“ im gewöhnlichen Sinn; es passt schlechter zu „stärkt“ und ergibt ohne Ziel keinen Sinn.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-022-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Dieser Eintrag dokumentiert ein historisches Brennverfahren und leitet nicht zum Nachmachen an. Clutius brennt Met in zwei Arbeitsgängen: erst abziehen, dann das Gewonnene wiederholt überziehen.

Welcher Met? „Erste“ und „zweite Sorte“ meinen die beiden Met-Rezepte, mit denen das Kapitel beginnt (unten verlinkt). Einen Vorzug gibt Clutius keinem von beiden.

Erster Gang. Der Met siedet mäßig, warum, sagt der Text nicht. Das Ende bestimmt der Geschmack: Abgezogen wird, bis das „Wasser“ nicht mehr nach Branntwein schmeckt. Heute würde man sagen: Alkohol siedet niedriger als Wasser und geht deshalb zuerst über.

Zweiter Gang. Das Gewonnene kommt in ein eigenes, kleines Kesselchen und wird wiederholt übergezogen. Wie oft, bleibt dem Urteil des Brenners überlassen; Zahl und Messung nennt Clutius nicht. Dass jeder weitere Durchgang stärker macht, trifft auch nach heutigem Wissen zu.

Was fehlt. Kein Wort zum Bau des Kessels, zur Kühlung, zum Auffanggefäß, zur Dauer, zur Ausbeute und zum Abtrennen von Vorlauf und Nachlauf.

Die Warnung. Der Schlusssatz ist ernst zu nehmen: Sehr starker Branntwein kann auch nach heutigem Wissen tödlich wirken. Dazu kommt eine Gefahr, die der Text nicht nennt: Alkoholdampf ist am offenen Feuer brennbar.

Praxis. Das historische Verfahren: Met mäßig sieden und abziehen, bis die Geschmacksprobe nichts mehr ergibt, das Gewonnene im zweiten Kesselchen so lange überziehen, bis es dem Brenner stark genug ist. Zum Nacharbeiten ist es hier nicht gedacht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-022-orig" n="Brandewijn" resp="#fyndling">Branntwein, wörtlich „gebrannter Wein“. Clutius nennt auch das Destillat aus Met so.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-022-orig" n="overhaelt / rectificeertet" resp="#fyndling">Die Wörterbücher kennen overhalen sonst als „hinüberholen“ und rectificeren nur als „berichtigen, verbessern“. Den Sinn als wiederholtes Destillieren gibt hier der Zusammenhang.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-022-orig" n="ſubtijlder" resp="#fyndling">Feiner: subtijl steht im Mittelniederländischen für „fein“ im Gegensatz zu „grob“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-022-orig" n="eerſte ſooꝛte / anderde ſooꝛte" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die beiden Met-Rezepte am Kapitelanfang, in dieser Reihenfolge. Das rote Honigwasser nennt „vande Meede vande twee ſooꝛten hier boven verhaelt“, der Wermutwein Met von der zweiten Sorte.<list type="alternatives"><item>Zwei Güteklassen desselben Mets<note type="rationale">Soorte kann auch Beschaffenheit heißen (Kiliaan: qualitas, genus), aber die Rückverweise zählen Rezepte, nicht Güten.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-022-orig" n="het water" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wörtlich als „das Wasser“ belassen, am ehesten das, was gegen Ende aus dem Kessel übergeht.<list type="alternatives"><item>Die im Kessel verbleibende Flüssigkeit<note type="rationale">Grammatisch möglich. Der Endpunkt bleibt derselbe: Der Branntwein ist abgezogen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-023-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Der Eintrag dokumentiert ein historisches Brennverfahren und ist keine Anleitung zum Nachmachen. Statt fertigen Mets kommt ein einfacher Ansatz aus rohem Honig, Wasser und Hefe in den Kessel.

Der Ansatz. Der Honig wird nur mit Wasser vermengt, bis ein Ei darin schwimmt. Die Probe läuft also von der anderen Seite als in clu-016: Dort wird dünnes Spülwasser eingesotten, bis es das Ei trägt, hier wird Honig verdünnt. Wie hoch das Ei stehen soll, steht nicht da, und weil Mengen fehlen, lässt sich die Stärke nicht berechnen. Von Sieden, Abschäumen oder Klären ist keine Rede.

Die Gärung. Clutius nennt selbst Hefe, aber weder ihre Art noch die Menge. Auch Gefäß und Dauer fehlen. Sein Zeichen ist der Geruch: Der Ansatz gärt, bis er weinartig riecht. Beim Met in clu-016 wartet er dagegen, bis es nicht mehr gärt; ob das hier mitgemeint ist, bleibt offen.

Das Brennen. „Wie zuvor“ verweist auf clu-022: im Destillierkessel mäßig sieden lassen und abziehen, bis das Wasser nicht mehr nach Branntwein schmeckt, dann das Übergegangene im kleineren Kessel wiederholt überholen. Dort steht auch Clutius' Warnung, man könne es zuletzt so stark machen, dass ein Mensch, der es einnimmt, auf der Stelle daran stürbe.

Praxis. Das Verfahren steht und fällt mit dem Kessel aus clu-022. Heute gilt: Alkoholdampf ist brennbar, und Clutius selbst warnt vor dem, was daraus werden kann. Zum Verstehen genügt die Eiprobe am Honigwasser. Wer Met ansetzen will, findet in clu-016 und clu-017 die ausführlicheren Vorlagen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-023-orig" n="Coeckebackers Honich" resp="#fyndling">Honig für die Lebkuchenbäcker. In clu-042 ist das der grobe Honig, der aus dem erwärmten Rest im Korb gepresst wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-023-orig" n="rouwe" resp="#fyndling" subtype="lexical">„Roh“ im Sinn von ungekocht und ungeläutert: Mnw führt unter rau zuerst „ongekookt“ und nennt Kiliaans „rauw j. rouw“. Geläutert wird Honig bei Clutius mit Eiweiß und Sieden (clu-001); davon steht hier nichts.<list type="alternatives"><item>„rau, grob“<note type="rationale">Mnw belegt rouw auch für ruig, ruw. Das passte zum groben Honig der Lebkuchenbäcker, wäre neben „Coeckebackers“ aber doppelt gesagt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-024-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Fertiger Met, in dem Wermut weicht. Gesotten wird nichts, und außer dem Wermut kommt nichts dazu. „Wein“ heißt es trotzdem: Kiliaan führt den „alssen-wijn“ als Absinthites. Traubenwein steht hier nicht im Text.

Zweite Sorte. Das Buch beschreibt vorher zwei Mete, das rote Honigwasser spricht von den „twee ſooꝛten hier boven verhaelt“. Nach der Reihenfolge wäre die zweite Sorte der zugemessene Met, nicht der aus dem Spülwasser. Ausdrücklich sagt Clutius das nicht. Seine Stärke bestimmt die des Wermutweins, eine eigene Rechnung gibt es hier deshalb nicht.

Tüchlein und Ausdrücken. Das Tuch hält den gebrochenen Wermut zusammen, das tägliche Ausdrücken presst heraus, was sich darin vollgesogen hat. Ob das Tuch hängt oder liegt und ob das Gefäß verschlossen steht, sagt der Text nicht. Dass es vor dem Klären herauskommt, setzt er voraus.

Klären. Ein Mittel nennt Clutius nicht. Die einfachste Lesart ist, den Wein stehen zu lassen und vom Satz abzuziehen.

Wermut heute. Heutiges Wissen, nicht bei Clutius: Wermut enthält Thujon und gilt in größeren Mengen als bedenklich, in der Schwangerschaft wird von ihm abgeraten. Die Wirkungen im Text sind Clutius' Angaben, kein Rat.

Praxis. Nimm fertigen, klaren Met und ein Gefäß, in dem das Tuch Platz hat. Heutiger Hinweis: Da sich der Stoop nicht sicher umrechnen lässt, beginne bei einem kleinen Ansatz mit wenig Wermut und koste täglich. Für die anderen Kräuter nennt Clutius keine Mengen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-024-orig" n="ſcoꝛte" resp="#fyndling">Sorte. So gedruckt, wohl verdruckt für „ſooꝛte“, das Clutius sonst für die Mete schreibt. Nach Kiliaan „soorte“: qualitas, genus, species.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-024-orig" n="ſtoopen" resp="#fyndling">Stoop, ein Hohlmaß für Flüssigkeiten. Clutius nennt keinen Literwert, hier bleibt das Maß wie gedruckt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-024-orig" n="grondicheyt" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Bodensatz: abgeleitet von „gront“ (MNW: Boden, unterer Teil), dazu passend „claert ... van“. Als Substantiv in dieser Bedeutung ist das Wort weder bei Kiliaan noch in MNW und Verdam zu finden, dort heißt „grondich“ nur vollkommen, tief.<list type="alternatives"><item>Trübung im Wein überhaupt<note type="rationale">Vom Wort her möglich, die Praxis bleibt dieselbe: Der Wein soll klar werden.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-024-orig" n="Stychas cruyt" resp="#fyndling" subtype="lexical">Stoechas, wohl Schopflavendel (Lavandula stoechas): Gerard nennt für Stoechas den deutschen Namen „Stichas kraut“, und Clutius stellt anderswo im Buch Stoechas neben Lavendel.<list type="alternatives"><item>Gelbe Strohblume (Helichrysum stoechas)<note type="rationale">Fischer führt „Stichas citrina“. Dann stünde hier ein gelbes Kraut, doch nichts im Text deutet darauf.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-025-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Essig aus fertigem Met. Welchen Met, sagt der Text nicht; das Kapitel beschreibt ihn hier und hier. Einen Essig oder Sauerteig als Ansatz nennt er hier nicht, anders als im nächsten Rezept. Das Verfahren setzt er als bekannt voraus: so, wie man es bei Wein und Bier macht. Ein deutsches Weinrezept nennt dazu das halb gefüllte Fässchen an der Sonne; ob Clutius das meint, sagt er nicht.

Die Haut. „Vlies“ ist eine dünne Haut auf der Flüssigkeit. Sooft sie kommt, wird der Met abgezogen und kommt in ein anderes Fass, die Haut bleibt damit zurück, wenn man unter ihr abzapft. Warum das sein soll, sagt der Text nicht. Heute würde man sagen: Eine solche Haut kann die Essigmutter der Essigbakterien sein oder Kahm, und Clutius unterscheidet das nicht.

Praxis. Mengen, Dauer und Fassgröße nennt der Text nicht, das Ende bestimmt der Geschmack. Ob das Fass offen steht, bleibt ebenfalls ungesagt. Heutiger Hinweis, nicht bei Clutius: Essigbakterien brauchen Luft, also das Fass nicht dicht verschließen, sondern die Öffnung mit einem Tuch abdecken. Heutige Essigmacher lassen die Essigmutter meist liegen, das Umfüllen ist also nicht das heutige Vorgehen. Ein farbiger, pelziger Schimmel ist keine Essighaut, so einen Ansatz wirft man weg.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-025-orig" n="vlies" resp="#fyndling">Dünne Haut auf der Flüssigkeit. Kiliaan (1599) übersetzt die Verkleinerungsform „vliesken“ mit membrana, das Mittelniederländische Wörterbuch führt von ihm „vliesken op het melck“ an, die Haut auf der Milch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-026-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Essig, der nicht wie im Rezept davor von fertigem Met ausgeht, sondern von Honigwasser: ein Teil Honig auf sechs Teile Wasser, dazu ein Viertel Essig. Es steht im Fass in der Sonne, bis es sauer genug ist. Wozu der Essig dient, sagt Clutius nicht. Heute würde man sagen: Er säuert den Ansatz vor und kann Essigbakterien mitbringen.

Nichts gesotten. Von Sieden oder Läutern steht hier nichts, auch keine Hefe. Beim weinartigen Honigwasser mit demselben Verhältnis wird dagegen gesotten und Hefe zugesetzt. Im Fass gärt es hier mit der Fasshefe, der im Holz eingefahrenen Hefe. Heute würde man sagen: Aus dem Honig muss erst Alkohol werden, aus dem Essigbakterien mit Luft und Wärme Essigsäure machen. Der Text kennt dafür nur das Sauerwerden.

Wie oben. „als boven verhaelt is“ zieht das Vorrezept heran. Dort wird der Met, sooft sich eine Haut bildet, abgezogen und in ein anderes Fass gefüllt. Ob das auch für diesen Ansatz gilt, wiederholt Clutius nicht, der Verweis legt es nahe.

Sauerteig statt Essig. Eine Menge nennt der Text nicht. Dieser Ansatz bleibt stehen, und das Klare wird abgezogen, so lange, bis es sauer genug ist. Sauerteig als Essigansatz kennen auch andere Bücher, dort aber auf anderer Grundlage: Rumpolt legt ihn in gesottenes Bier, ein Weinessig bindet ihn im Tuch in alten Wein.

Praxis. Das Ende bestimmt der Geschmack, eine Dauer nennt Clutius nicht. Heutige Hinweise, nicht bei Clutius: Ohne eingefahrenes Fass setzt man Weinhefe zu. Essigbakterien brauchen Luft, also das Fass nicht dicht verschließen, sondern die Öffnung mit einem Tuch abdecken. Ein farbiger, pelziger Schimmel ist keine Essighaut, so einen Ansatz wirft man weg. Wer den Essig zum Einlegen nehmen will, misst die Säure, der Geschmack reicht dafür nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-026-orig" n="wie oben berichtet" resp="#fyndling">Verweist auf den Essig aus Met unmittelbar davor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-026-orig" n="een vyerendeel Azijns" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein Viertel eines Teils, also 1 : 6 : ¼. Das Wort steht in derselben Aufzählung wie „deel“, und das Mittelniederländische Wörterbuch belegt „vierendeel“ als vierten Teil von etwas. Ein Bezugswort nennt der Satz aber nicht.<list type="alternatives"><item>Ein Flüssigmaß, das Viertel eines Stoops.<note type="rationale">Verdam kennt „vierendeel“ auch als Unterteil des Stoops, und clu-017 setzt „deelen ofte ſtopen“ gleich. Ist der Teil ein Stoop, käme dasselbe Verhältnis heraus; hier steht aber kein Stoop im Satz.</note></item><item>Ein Viertel der Wassermenge.<note type="rationale">Das ergäbe anderthalb Teile Essig. Grammatisch nicht ausgeschlossen, aber das Wasser ist nicht ausdrücklich das Bezugswort.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-026-orig" n="tappen 'tclaer af ſo lang" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Klare wird abgezogen, solange bis es sauer genug ist. Der Wortlaut bleibt in der Übersetzung offen; das Vorrezept zieht mehrfach ab, das spricht für ein wiederholtes Abziehen.<list type="alternatives"><item>Einmal abziehen, dann stehen lassen, bis es sauer genug ist.<note type="rationale">Der Satz nennt keine Wiederholung ausdrücklich, „ſo lang“ könnte auch auf das Stehenlassen zielen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-027-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Blüten- und Kräuteressig. Hier wird nichts vergoren: Fertiger Essig zieht auf getrockneten Rosen, und dasselbe Verfahren gilt für Holunderblüten, Lavendel, Rosmarin, Ringelblumen und andere Kräuter und Blüten.

Welcher Essig? „die vooꝛſeyden Azijn“ zeigt zurück auf die beiden Essige direkt davor, den Essig aus Met und den Honigessig. Zwischen ihnen entscheidet Clutius nicht. Wein und Bier nennt er dort nur als Vergleich für das Sauerwerden.

Sonne und Gefäß. In den beiden Vorgängern macht die Sonne den Ansatz sauer. Hier ist der Essig schon fertig, die Sonne wärmt also wohl nur den Auszug. Die Dauer steht fest, die Jahreszeit nicht. Ob die Phiole verschlossen wird, sagt er ebenfalls nicht.

Klären oder stehen lassen. Clutius stellt beides frei. Wie geklärt wird, nennt er nicht. Getrocknet sind ausdrücklich nur die Rosen, bei den übrigen Blüten und Kräutern bleibt das offen.

Praxis. 3 Lot rote, getrocknete Rosen in eine Flasche geben, Essig aufgießen und 40 Tage in die Sonne stellen. Danach klären oder die Blüten im Essig lassen. Eine Essigmenge nennt der Text nicht; heute gießt man so viel auf, dass die Blüten bedeckt sind. Ebenfalls heutig: Wer weder Met- noch Honigessig hat, nimmt einen milden Essig, weicht damit aber vom Text ab, und Blüten kauft man ungespritzt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-027-orig" n="Fiole" resp="#fyndling">Eine Flasche mit langem Hals (MNW). Das gleichlautende fiole für Veilchen ist hier nicht gemeint, denn die Rosen kommen in das Gefäß.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-027-orig" n="Goutſbloemẽ" resp="#fyndling">Ringelblumen: Kiliaan führt goud-bloeme als calendula.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-027-orig" n="Vleerbloemen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Holunderblüten: Das MNW führt vleer als Form von vlieder (vlier), und Kiliaan stellt vlieder und vlier zu sambucus.<list type="alternatives"><item>Zwergholunder<note type="rationale">Kiliaan und MNW nennen ihn wilde vlier oder adick. Hier steht kein „wild“.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-027-orig" n="die vooꝛſeyden Azijn" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Essig aus Met oder der Honigessig, also die beiden Einträge direkt davor. Der Text legt sich zwischen ihnen nicht fest.<list type="alternatives"><item>Allein der Honigessig als unmittelbarer Vorgänger<note type="rationale">Möglich, aber „vorgenannt“ schließt den Metessig nicht aus.</note></item><item>Weinessig<note type="rationale">So hält es die Estienne-Bearbeitung von Sebiz (Feldbau, 1579). Bei Clutius ist Wein davor nur Vergleich für das Sauerwerden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-028-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Wachsgewinnung aus dem, was nach dem Honig übrig bleibt. In clu-042 kommt dieser Rest eigens in einen Kessel, „um Wachs zu machen“; hier folgt, wie das geht: mit Wasser schmelzen, im Sack pressen, mit sauberem Wasser umschmelzen und langsam erkalten lassen. Das Bleichen ist ein eigener Arbeitsgang (clu-029, clu-030).

Das Wasser im Kessel. Die Rückstände sollen im Wasser treiben. Den Grund nennt Clutius im anschließenden Gespräch selbst: Schmölze man sie ohne Wasser, bekäme man braun verbranntes statt gelbes Wachs. Ohne Wasser, sagt er, lasse sich kein gutes Wachs machen.

Sack und Presse. Der Sack muss das flüssige Wachs durchlassen und die festen Reste halten und den Druck der Presse aushalten; darum offen und stark. Warum er zuerst in heißes oder warmes Wasser kommt und warum im Zuber kaltes Wasser steht, sagt Clutius nicht. Heute würde man vermuten, dass das Wachs im warmen, nassen Gewebe nicht sofort erstarrt und das kalte Wasser es am Zuber nicht festkleben lässt. Die Bauart der Presse nennt er nicht.

Umschmelzen und Erkalten. Der zweite Gang läuft nur noch auf kleinem Feuer. Warmes Wasser im Zuber und das dichte Zudecken haben denselben Zweck, das langsame Erkalten. Clutius begründet es so: Der Wachskuchen reißt nicht und wird klarer. Käme das Wachs kalt in den Zuber, erstarrte es an der Luft sofort und könnte seinen Schmutz weder nach oben treiben noch absinken lassen. Womit die Unterseite gesäubert wird, sagt er nicht.

Praxis. Das ist heute Imkerarbeit; die Rückstände gibt es beim Imker. Geschmolzenes Wachs verbrennt die Haut und kann sich bei Überhitzung entzünden, deshalb gehört der Kessel unter Aufsicht und nicht auf starkes Feuer, sobald das Wasser fehlt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-028-orig" n="vuylicheydt" resp="#fyndling">Wörtlich Unreinheit, Schmutz. Hier ist zunächst das Ausgangsmaterial gemeint: die Reste, die nach dem Honig bleiben, und aus denen das Wachs erst noch herausgeholt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-028-orig" n="canefassen" resp="#fyndling">Aus Kanevas. Das Mittelniederländische Wörterbuch erklärt es als grobes, aus Hanf gefertigtes Leinen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-028-orig" n="bodem Was" resp="#fyndling">Der im Zuber erstarrte Wachsblock, im Gespräch danach „Wassen-bodem“, hier mit Wachskuchen übersetzt. Das Mittelniederländische Wörterbuch belegt „een bodem was“ auch in Rechnungen, lässt die genaue Bedeutung dort aber offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-028-orig" n="driftich" resp="#fyndling" subtype="lexical">„Darin treiben“: Mnw und Verdam erklären das Wort als „op het water drijvende“, Kiliaan kennt „driftigh sand“ als Treibsand.<list type="alternatives"><item>fließend, dünnflüssig<note type="rationale">Ohne Wörterbuchbeleg. Vom Schmelzen ist erst nach dem Sieden die Rede.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-028-orig" n="wandtgaern gebreyt" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">„Aus Netzgarn geknüpft“: Ein Stichwort fehlt in den Wörterbüchern. Kiliaan führt „wand, want“ auch als „rete“ und „breyden“ als „contexere rete“, und der zweite Sack heißt ausdrücklich „anderen opene“, ist also ebenfalls offen.<list type="alternatives"><item>aus Tuchgarn gewebt<note type="rationale">„Want“ heißt bei Kiliaan und im Mnw auch Tuch, und „breyden“ kann weben heißen („nectere telam“). Ein dichtes Tuchgewebe passt aber schlechter zum Durchpressen und zum „offenen“ Vergleichssack.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-029-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine Wachsbleiche, kein Essen: Gewöhnliches blasses Bienenwachs wird in dünne Stücke zerteilt und ausgelegt, bis es weiß ist. Clutius nennt dafür keine Dauer und kein Maß. Das Ende bestimmt allein das Auge: „wit genoech“.

Schmelzen mit Wasser. Den Grund gibt Clutius kurz zuvor beim Läutern selbst: Das Wasser soll verhindern, dass das Wachs verbrennt.

Rad und Becken. Der Text nennt ein Rad, das im Zuber mit kaltem Wasser gedreht wird, und ein Becken mit acht oder zehn kleinen Löchern, sonst nichts. Bauform des Rads, Halterung des Beckens und der Wasserstand bleiben offen. Unsere Deutung der Funktion: Die Löcher teilen den Guss in dünne Strahlen, und am kalten Rad erstarren sie zu Schuppen. Warum es Schuppen sein sollen, sagt Clutius nicht. Naheliegend ist die große Fläche, die dünnes Wachs dem Bleichen bietet. Auch die andere Weise zielt auf dünnes Wachs, dort auf Scheiben vom getauchten Holzbrett.

Auslegen und nass halten. Tafeln oder Hürden tragen das gespannte nasse Tuch. Gewendet und begossen wird „dicwils“ und „altoos“, ohne Taktangabe. Warum die Nässe nötig ist, begründet der Text nicht. Direkt vor der Anweisung nennt Clutius das Bleichen an der Sonne, und die Warnung vor Wind, Asche und Erde spricht für Arbeit im Freien. Die nassen Tücher sind sein Mittel gegen den Staub, den man auf dem weißen Wachs nicht haben will.

Praxis. Das Verfahren braucht vor allem Platz und ständige Aufsicht. Heißes Wachs verbrennt die Haut und ist selbst brennbar, und hier wird es am offenen Feuer geschöpft und gegossen. Heute hält man dabei Abstand von der Flamme und beheizt den Kessel nicht unbeaufsichtigt. Reicht ein Durchgang nicht, sieht Clutius den ganzen Gang vom Schmelzen über das Rad bis zum Auslegen noch einmal vor.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-029-orig" n="bleec Was" resp="#fyndling">Bleec heißt blass (Kiliaan: „Pallidus“). Gemeint ist gewöhnliches, noch ungebleichtes Wachs, das Clutius in der nächsten Anweisung „bleec gelu“ nennt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-029-orig" n="ſchelferkens" resp="#fyndling">Kleine Schuppen. Kiliaan führt schelffer als „squama“, die Schuppe, und „assula“, den Span.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-029-orig" n="Hoꝛderen" resp="#fyndling">Hürden, also flache Matten aus Flechtwerk (Kiliaan: „crates“).</note>
        <note type="gloss" target="#clu-029-orig" n="bodemkens" resp="#fyndling">Kleine Böden, also dünne gegossene Wachsscheiben. Clutius spricht auch sonst von Wachs, das „in bodems ofte in platen“ gegossen ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-029-orig" n="waſſchet" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wörtlich „wäscht es“ (Mnw wasschen: lavare). Die Übersetzung bleibt beim Wortlaut, weil der Satz den Handgriff nicht beschreibt. Sicher ist nur das Ergebnis: dünne Böden aus den Schüsseln mit wenig Wasser.<list type="alternatives"><item>Ein eigener Arbeitsgang: das erstarrte Wachs wird im Wasser der Schüssel gespült<note type="rationale">Passt zum Wort, der Text nennt aber weder Spülen noch Erstarren.</note></item><item>Das Gießen auf das Wasser ist selbst schon das Waschen<note type="rationale">Passt zu „in ſulcker voegen“, das die Art des Gießens meinen kann. Am Text nicht zu entscheiden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-030-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Die zweite Bleichweise neben dem Rad aus dem Eintrag davor. Beide Male wird das Wachs dünn gemacht, nass gehalten und gewendet, nur entstehen hier Scheiben statt Schuppen.

Brett und kaltes Wasser. Clutius begründet den Wechsel nicht. Handwerklich liegt nahe: Am kalten, nassen Holz erstarrt das Wachs sofort zu einer dünnen Schicht und haftet nicht fest. Wann und wie die Scheibe vom Brett kommt, sagt er nicht; am ehesten löst sie sich beim nächsten Gang ins kalte Wasser. Der Griff an der einen Seite lässt die andere Seite frei zum Tauchen.

Das Bleichen. Dieses Rezept nennt weder Sonne noch Dauer, sein einziges Maß ist „wit genoech“. Kurz vor den beiden Verfahren spricht Clutius allgemein vom „bleecken ter Sonnen“.

Praxis. Wachs mit Wasser schmelzen, Holzteller im Eimer mit kaltem Wasser bereitstellen, mit dem Griff eintauchen, abwechselnd Wasser und Wachs, bis der Kessel leer ist. Scheiben auf Tüchern oder Tafeln auslegen, nass halten, wenden, wieder schmelzen und zu Kuchen gießen, wie im Eintrag davor. Heißes Wachs verbrennt die Haut und brennt über offener Flamme, das nasse Brett kann darin spritzen. Heute schmilzt man deshalb besser im Wasserbad.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-030-orig" n="Hobblyen" resp="#fyndling">Oblaten: dünne Waffeln, im Mittelniederländischen „oblie“ oder „hoblie“, bei Kiliaan „Oblije, ouwel“. Clutius vergleicht die Wachsscheiben mit diesem Gebäck.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-030-orig" n="tellioore, tafel-bert" resp="#fyndling">Der hölzerne Speiseteller oder das Tafelbrettchen. Kiliaan: „talioor“ = orbis mensarius; das Mittelniederländische Wörterbuch zitiert „tellioor, tafelberd“ aus Plantin. Clutius setzt beide gleich.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-030-orig" n="coecken" resp="#fyndling">Flache Wachskuchen. Der Verweis „als boven“ zielt auf den Eintrag davor, in dem das Wachs in Schüsseln zu dünnen Böden gegossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-030-orig" n="Auwelbꝛodẽ" resp="#fyndling" subtype="lexical">Oblatenbrote: „auwel“ als Form von „ouwel“ (Kiliaan: „Ouwel. j. oblije“) mit „brood“; „ofte“ setzt es neben „Hobblyen“. Die Form „auwel“ und die Zusammensetzung sind selbst nicht als Stichwort belegt.<list type="alternatives"><item>Wachsbrote, also ein Vergleich mit der Brotform<note type="rationale">„dunne lichte“ und das nebengestellte „Hobblyen“ sprechen dagegen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-031-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine Kerze ohne Form und ohne Gießen: Weiches Wachs wird von Hand um den Docht gearbeitet und dann gerollt.

Der Docht. Clutius nennt drei Vorbereitungen: gefettet, durch geschmolzenes Wachs gezogen oder roh. Womit gefettet wird, sagt er nicht. Das Glattrollen legt die Fasern an.

Das Wachs. Es muss im warmen Wasser durchwärmen, darf aber nicht schmelzen, denn nur weiches Wachs lässt sich kneten. Wie warm das Wasser ist, steht nicht da; heute probiert man es aus. Das Fett an Händen und Brett hält das Wachs vom Ankleben ab. Wird es zu steif, macht die Wärme über dem Feuer es wieder rollbar, das warme Brett hält es weich.

Praxis. Heutiger Rat: Bienenwachs in warmem Wasser weich werden lassen, das Stück vor dem Kneten abtropfen lassen, weil eingeschlossenes Wasser beim Brennen spritzen kann. Geschmolzenes Wachs und offenes Feuer können Verbrennungen verursachen, Wachs ist entzündlich: Zum Schmelzen nimmt man heute ein Wasserbad und lässt es nicht unbeaufsichtigt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-031-orig" n="Lemmet" resp="#fyndling">Der Docht: Kiliaan führt „lemmet“ unter „Dacht“ mit lateinisch elychnium. Das gleichlautende Wort für die Messerklinge ist hier nicht gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-031-orig" n="kaerſmakers ende catoen gaern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Kerzenmachergarn und Baumwollgarn, untereinander gedreht: „kaerſmakers“ gehört als Bestimmung zu „gaern“, Verdam kennt „kersegarn“ als Docht, und „onder den anderen gedraeyt“ setzt zwei Garne voraus. Woraus das Kerzenmachergarn besteht, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Docht, wie ihn Kerzenmacher machen, aus Baumwollgarn<note type="rationale">Möglich, aber dann hätte „onder den anderen“ nur eine Garnsorte; die Wortstellung spricht dagegen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-031-orig" n="de ſommige ... ſy" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Kneten im warmen Wasser gilt für jeden Docht: Der erste Weg endet sonst beim glatt gerollten Docht ohne Kerze. Grammatisch hängt „ſy“ allerdings an „de ſommige“, deshalb steht es im Text so.<list type="alternatives"><item>Nur wer den Docht roh nimmt, knetet das Wachs<note type="rationale">Dann fehlte für den gefetteten oder getauchten Docht jede Fortsetzung.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-032-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine Variante zum Kerzenrollen aus clu-031, kein eigenes Verfahren. Sie ändert nur einen Schritt: Das Wachs wird nicht im warmen Wasser durchgewärmt, sondern trocken in einem Ofen.

Wie zuvor gesagt. Clutius verweist auf das Vorrezept und wiederholt nichts. Dort geht es so weiter: die Hände mit Öl oder Butter fetten, ein warmes Stück Wachs nehmen und mit den Händen so bearbeiten, dass der Docht mitten im Wachs liegt, zu steif gewordenes Wachs drehend über etwas Feuer halten und die Kerze auf einem warmen, gefetteten Brett rollen. Auch der Docht wird dort vorbereitet.

Ofen und Maß. Sein einziges Maß ist, dass das Wachs im Ofen nicht schmelzen kann. Eine Dauer nennt er nicht, auch nicht, um welchen Ofen es sich handelt. Warm und doch „ſoo coel“ geworden heißt: Der Ofen war heißer und hat abgekühlt. Warum manche den Ofen dem Wasser vorziehen, sagt er nicht.

Praxis. Die Arbeit hängt am Ofen: Fängt das Wachs an zu fließen, ist er noch zu heiß. Das Fett auf den Händen hält das Wachs vermutlich von der Haut ab; das ist eine Deutung, den Grund nennt Clutius nicht. Heute lässt sich das mit einem Backofen auf kleinster Stufe oder nach dem Abschalten nachstellen. Bienenwachs brennt: Beim Halten über das Feuer die Kerze im Blick behalten.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-032-orig" n="als vooꝛſ.is" resp="#fyndling">„vooꝛſ.“ ist abgekürztes „vooꝛſeyt“, vorgesagt. Clutius schreibt dieselbe Form an anderen Stellen des Buchs aus („die vooꝛſeyden Azijn“). Gemeint ist das Kerzenrollen unmittelbar davor.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-033-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine Fackel mit Holzkern: Ein Föhrenstock bekommt auf gut einem Drittel seiner Länge einen Mantel aus Dochten, die mit Wachs und Harz getränkt sind.

Der Aufbau. Das Harz auf dem Holz ist der Haftgrund, auf dem die noch warmen Dochte liegen bleiben. Die gefetteten Hände halten die klebrige Masse beim Rollen von der Haut fern; bei den Handkerzen nennt Clutius dafür Öl oder Butter, hier sagt er nur „vette handen“. Über dem Feuer verlaufen zuletzt die Übergänge zwischen den Strängen, bis die Oberfläche eben ist.

Warum rheinisches Harz? Bei den großen Fackeln schreibt Clutius, es lasse das Wachs besser verarbeiten, die Masse sei „veel ſachter ende werckelicker“. Bei den Wachstüchern nennt er als Ersatz anderes Harz und Terpentin zu gleichen Teilen. Welche Ware es genau war, sagt er nicht.

Was offen bleibt. Clutius nennt weder das Stockende noch die Zahl der Stränge, das Material des Dochts oder die Brenndauer. Dass der freie Teil des Stocks als Griff dient, ist unsere Folgerung.

Praxis. Heutiger Rat, nicht bei Clutius: Wachs und Harz im Wasserbad schmelzen, nicht über offener Flamme. Beide verursachen schwere Verbrennungen und sind brennbar, deshalb beim Glätten über dem Feuer auf Abstand zur Flamme achten und Löschmittel bereithalten. Die getränkten Dochte erst anfassen, wenn sie nur noch warm sind.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-033-orig" n="lemmet" resp="#fyndling">Docht. Kiliaan (1599) beschreibt das Wort als Schnur aus Werg oder Baumwolle für Lampe oder Kerze. Im heutigen Niederländisch heißt „lemmet“ Klinge.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-033-orig" n="vueren ſtoc" resp="#fyndling">Ein Stock aus Föhrenholz. Kiliaan (1599) setzt „vueren-hout“ mit Pinus siluestris und deutsch „forhen“ gleich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-033-orig" n="rinſchen Harſch" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Rheinisches Harz: „rinsch“ ist laut Mittelniederländischem Wörterbuch eine Form von „rijnsch“, vom Rhein. Clutius unterscheidet es bei den großen Fackeln vom „gemeynen Harſch“, es ist also eine eigene Sorte. Welches Harz das war, ist nicht geklärt.<list type="alternatives"><item>säuerlich<note type="rationale">Kiliaan führt „rijnsch“ auch als subacidus. Das beschreibt den Geschmack, etwa von Wein, und passt nicht zu einem Harz.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-034-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein einziger Satz ohne eigene Überschrift: eine Abwandlung der Fackel aus dem Eintrag davor. Clutius gibt nur das neue Mischungsverhältnis an, keine Mengen.

Der Bezug. Im Eintrag davor wird der Docht durch ein Gemisch aus einem Teil Wachs und einem halben Teil rheinischem Harz gezogen, mit gefetteten Händen gerollt und warm auf den geharzten Stock gelegt. Hier ist das Verhältnis halb und halb. Dass alles Übrige gleich bleibt, ist die naheliegende Lesart, steht aber nicht da.

Wachs und Harz. Warum manche mehr Harz nehmen, sagt Clutius nicht. Aus heutiger Werkstatterfahrung, nicht aus dem Text: Mehr Harz macht die erkaltete Masse härter und spröder, sie ist dann schwerer zu rollen.

Praxis. Heutiger Rat: Wachs und Harz sind entzündlich, und heißes Harz klebt an der Haut. Zum Schmelzen nimmt man ein Wasserbad statt offener Flamme und lässt es nicht unbeaufsichtigt; die fertigen Fackeln brennt man nur im Freien ab.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-034-orig" n="Tooꝛtſen" resp="#fyndling">Fackeln. Kiliaan (1599) führt „tortse“ als fax und beschreibt die Fackel als gedrehte Stränge, mit Wachs oder Pech bestrichen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-034-orig" n="Harſch" resp="#fyndling">Harz; im nächsten Eintrag stehen „Harſch“ und „Hars“ für denselben Stoff. Die Sorte nennt Clutius hier nicht, im Eintrag davor verlangt er „rinſchen Harſch“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-034-orig" n="half een half ander Was ende Harſch" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wachs und Harz zu gleichen Teilen als Masse für die Dochte: Der Satz folgt unmittelbar auf das Verfahren mit einem Teil Wachs und einem halben Teil Harz und ändert das Verhältnis. Stock, Grundierung und Rollen bleiben demnach wie dort.<list type="alternatives"><item>Das Gemisch ersetzt das ganze Verfahren, etwa auch das Harz auf dem Stock<note type="rationale">„alſo“ lässt das offen, aber Clutius beschreibt kein zweites Verfahren, und ohne die Schritte davor wäre der Satz keine Anleitung.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-035-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine große Fackel ohne Holzstock: Vier Dochte werden einzeln in Wachs und Harz dick gearbeitet, zusammengefügt und vergossen. Einen Stock nennt Clutius hier nicht, anders als bei den Fackeln davor.

Die Dochte. Eine Zahl für die Dicke gibt es nicht, dreimal steht nur „dick genug“, gemessen am Bedarf der Fackel. Von vier Dochten ist erst beim Zusammenfügen die Rede. Wie gearbeitet wird, sagt er hier nicht; bei den Handkerzen und den Stockfackeln geschieht es mit gefetteten Händen, was aber nur ein Vergleich ist.

Die Masse. „Von jedem gleich viel“ gilt für das Durchziehen. Beim Vergießen steht nur „miteinander vermischt“, ohne Verhältnis. Der Guss füllt die Zwischenräume der vier Stränge.

Rheinisches Harz. Es macht das Wachs laut Clutius weicher und besser zu bearbeiten. Welches Harz das ist, sagt er nicht. Beim Wachstuch erlaubt er als Ersatz anderes Harz und Terpentin zu gleichen Teilen; daraus lässt sich schließen, dass es ein weiches Harz war, belegt ist es nicht.

Das Glätten. Die Hitze schmilzt die Oberfläche eben. Bei den Stockfackeln beschreibt er das genauer: ein wenig über das Feuer halten und sanft schmelzen lassen, bis die Unebenheit eben ist.

Praxis. Heutiger Rat: Heißes Wachs und Harz kleben auf der Haut, verbrennen sie und sind brennbar. Beides bei kleiner Hitze schmelzen, nicht über offener Flamme und nie unbeaufsichtigt; brennendes Wachs nie mit Wasser löschen. Beim Glätten am Feuer hält man die Fackel nur kurz an die Hitze, damit sie nicht zündet.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-035-orig" n="lemmet / lemmetten" resp="#fyndling">Der Docht: Kiliaan führt „lemmet“ unter „Dacht“ mit lateinisch elychnium. Das gleichlautende Wort für die Messerklinge ist hier nicht gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-035-orig" n="dic genoech / can wercken" resp="#fyndling" subtype="philological">„dick genug“ und „bearbeiten kann“: Der Druck hat dreimal „dic genoech“ und im letzten Satz „can wercken“, der Anfangsbuchstabe von „can“ ist verschmiert. Kiliaan: dick = crassus; „redelicken dic“ steht auch bei den Stockfackeln.<list type="alternatives"><item>„die genoech“ als „die genug“<note type="rationale">Ergibt keinen Satz; die Vorlage verführte zur Lesung „Menge“ statt Dicke.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-035-orig" n="werckelicker" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">„leichter zu bearbeiten“, aus dem Zusammenhang mit „beter can wercken“ und „sachter“. Kiliaan führt „werckelick“ nur als operosus und mechanicus, das Mittelniederländische Wörterbuch kennt die Bedeutung nicht.<list type="alternatives"><item>„wirksamer“<note type="rationale">Mnw: „werkelijc“ auch „werkzaam“; passt aber schlecht neben „weicher“.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-035-orig" n="rijnſchen Harſch" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Rheinisches Harz: „rijnsch“, auch „rinsch“, heißt laut Mittelniederländischem Wörterbuch „vom Rhein“. Welche Ware damit gehandelt wurde, bleibt offen.<list type="alternatives"><item>„reines Harz“<note type="rationale">Das Wörterbuch stellt „rinsch“ zu „rijnsch“, und der Text setzt das Harz dem gemeinen entgegen, nicht dem unreinen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-036-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Rotes Siegelwachs: Bienenwachs, mit Terpentin versetzt und rot gefärbt, von Hand gerollt. Der Eintrag dokumentiert ein historisches Verfahren; heute nimmt man ungiftige Pigmente.

Das Farbmittel. Zinnober ist Quecksilbersulfid und giftig: Sein Staub darf nicht eingeatmet werden, stark erhitzt gibt er Quecksilberdampf ab, und er gehört nicht neben Lebensmittel. Auch Mennige, die das Wort „foꝛmelioen“ ebenfalls bezeichnen konnte, ist als Bleifarbe giftig.

Die Reihenfolge. Erst schmilzt das Wachs, in kleinen Stücken und bei sanfter Hitze, dann kommt der Terpentin dazu. Farbe und Öl gehen nicht in die heiße Schmelze, sondern erst in die abkühlende Masse. Das Rühren bis fast zum Erkalten hält sie gleichmäßig; Clutius nennt als Grund nur, dass sie nicht ungleich oder klumpig werden soll. Warum er so viel Terpentin nimmt, sagt er hier nicht. Beim grünen Wachs nimmt er im Winter mehr davon, weil das Wachs dann härter ist: Der Terpentin hält die Masse nachgiebig.

Das Rollen. Der Verweis geht auf die handgerollten Kerzen: Dort macht warmes Wasser das Wachs knetbar, Fett an Händen und Brett hält es vom Ankleben ab. Das laue Wasser dürfte hier denselben Zweck haben; einen Grund nennt Clutius nicht.

Praxis. Das Verfahren steht hier als Zeugnis, nicht als Anleitung. Heißes Wachs verbrennt die Haut und ist entzündlich, Terpentin ist brennbar und seine Dämpfe reizen, und beides wird hier über Glut verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-036-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Nicht das heutige Terpentinöl, sondern das zähflüssige, ölige Harz: Kiliaan erklärt es als resina oleosa.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-036-orig" n="gewꝛeven foꝛmelioen/ in Oly van Olyven elcx eẽ Once" resp="#fyndling" subtype="contextual">Zerriebener Zinnober, im Öl gegeben, je eine Unze Farbe und Öl: Das „in“ steht im Druck, „elcx“ zählt zwei Stoffe, und später gehen „Foꝛmelioen ende Oly“ zusammen in die Masse. Beim violetten Wachs (clu-038) wird die Farbe ausdrücklich mit Öl durchgerieben.<list type="alternatives"><item>Zinnober und Öl als zwei getrennte Zutaten, die erst in der Masse zusammenkommen<note type="rationale">Möglich, wenn „in“ für „ende“ steht; beim grünen Wachs (clu-037) stehen Farbe und Öl tatsächlich getrennt. Die Mengen bleiben gleich.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-036-orig" n="foꝛmelioen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Zinnober: Die Form gehört zu „vermelioen“ (Mnw: auch ferm-, vorm-), Kiliaan nennt unter „Vermillioen“ zuerst cinnabaris.<list type="alternatives"><item>Mennige oder Drachenblut<note type="rationale">Kiliaan führt unter demselben Wort auch minium und sanguis draconis. Der Text selbst nennt keine Eigenschaft, die entscheidet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-037-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Grünes Siegelwachs aus Wachs, Harz, Öl und Farbe. Der Eintrag gehört zu Clutius' Reihe „Om alderley coleur van zegelwas te maken“ und steht gleich hinter dem roten Wachs.

Historisch dokumentiert und keine Anleitung zum Nachmachen: Spanischgrün ist ein Kupfer-, Masticot ein Bleipigment, beide sind giftig. Heute nimmt man ungiftige Pigmente.

Der Verweis. „Als voren“ schickt zum roten Wachs (clu-036). Dort schmilzt das Wachs sanft über Kohlenfeuer, dann kommt der Terpentin hinein. Die Masse kühlt unter ständigem Rühren etwas ab, damit sie nicht klumpt, dann werden Farbe und Öl eingerührt, bis sie fast kalt ist. Zuletzt liegt sie in lauwarmem Wasser und wird gerollt. Beim roten Wachs ist die Farbe in Öl verrieben. Hier heißt das Spanischgrün nur fein gestoßen; ob es vorher mit dem Öl verrieben wird, sagt Clutius nicht.

Die Farbe. Masticot ist gelb, das Spanischgrün grün. Warum Clutius beide mischt, begründet er nicht, er gibt nur die Menge für den Fall ohne Masticot an.

Terpentin und Jahreszeit. Das Winterwachs ist härter, der zusätzliche Terpentin soll das ausgleichen. Die Regel „4 oder 5 Unzen auf ein Pfund“ wiederholt er im folgenden Eintrag für alle Farben.

Praxis. Das historische Verfahren läuft wie beim roten Wachs. Seine Gefahren liegen im Staub der gestoßenen Farben, die giftig sind, und im heißen Wachs und Terpentin über dem Feuer, die brennen können.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-037-orig" n="Spaenſgroen" resp="#fyndling">Grünspan, ein grünes Kupferpigment: Kiliaan stellt „spaensgroen“ zu „kopergroen“ (aerugo aeris), Braekman erklärt es ebenso. Es ist giftig.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-037-orig" n="Teꝛpentijn" resp="#fyndling">Das zähe Baumharz, nicht das dünne Terpentinöl: Kiliaan erklärt es als resina oleosa, öliges Harz.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-037-orig" n="als voren" resp="#fyndling">Verweist auf das rote Siegelwachs (clu-036). Dort steht die Reihenfolge des Mischens.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-037-orig" n="Maſticot" resp="#fyndling" subtype="lexical">Eine gelbe Malerfarbe aus Blei, Bleigelb: Verdam nennt „masticot“ den „Naam van eene verfstof“, Phillips 1658 „a kinde of yellow colour used in painting“, Adelung stellt es als verderbte Form zu Massicot, Bleygelb. Die Stellung neben Spanischgrün passt dazu.<list type="alternatives"><item>Mastix, das Pflanzenharz<note type="rationale">Huguet und Halliwell glossieren „Masticot“ so. Huguets eigener Beleg nennt es aber neben „painture, verd de gris“, und hier ersetzt Clutius es durch mehr Spanischgrün, nicht durch Harz.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-038-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Die Fortsetzung der Siegelwachs-Anleitung: Nach dem roten und dem grünen Wachs folgen Mengen für Schwarz, zwei Blau, Violett und Purpur, dazu die Regel fürs Mischen. Eine historische Werkstattanweisung; heute nimmt man ungiftige Pigmente.

Der Arbeitsgang. Hier steht er nicht, „in ſulcker voegen“ setzt ihn voraus. Beim roten Wachs (clu-036): Wachs in Stücken langsam schmelzen, Terpentin einmengen, etwas abkühlen lassen und dabei rühren, die geriebene Farbe mit dem Öl einrühren, bis die Masse beinahe kalt ist, dann in laues Wasser legen und rollen.

Die Farbstoffe. Kreide und Ruß geben Schwarz, die blaue Malerasche und das Ölsmalt Blau, der Lack ein rötliches Purpur; zusammen mit Ölsmalt ergibt er Violett. Öl nennt Clutius hier nur beim Violett. Ob die übrigen Farben die Unze Öl aus den beiden Einträgen davor bekommen, sagt er nicht. Die Bezugsgröße „ein Pfund Wachs“ steht ausdrücklich nur bei den beiden Blau.

Terpentin und Farbstärke. Fest ist nur das Terpentin mit 4 oder 5 Unzen. Warum die Spanne, steht beim grünen Wachs (clu-037): Im Winter ist das Wachs härter, dann 5 Unzen. Die Farbmengen sind dagegen ausdrücklich frei.

Praxis. Historisch wird das Pigment fein gerieben und in die warme Wachs-Harz-Masse gerührt, helle und dunkle Töne entstehen durch Mischen. Die Stoffe sind nicht harmlos: Smalte ist kobalthaltiges Glas, die blaue Malerasche war wohl ein Kupferpigment, und das am Ende mitgenannte Grün ist in clu-037 Grünspan. Terpentin entzündet sich an offener Flamme, heißes Wachs verbrennt die Haut.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-038-orig" n="Lampſwart" resp="#fyndling">Lampenruß. Ein mittelniederländisches Rezept erklärt „lampe zuaerts“ als den Rauch, der aus der Lampe geht.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-038-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Das Harz, nicht das Lösungsmittel: Kiliaan führt „Termentijn“ als „resina larigna“, Lärchenharz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-038-orig" n="aſſche die Schilders beſigen" resp="#fyndling" subtype="contextual" cert="unknown">Wörtlich als feine Asche wiedergegeben, wie die Maler sie gebrauchen. Sicher ist nur, dass sie im Satz über das Blau steht: ein blauer Malerstoff, dessen Art der Text nicht nennt.<list type="alternatives"><item>Aschenblau, ein blaues Kupferpigment<note type="rationale">Das ist der in der Malerei geläufige Name, in den Wörterbüchern dieser Sprache aber hier nicht belegt; ein mittelniederländisches Rezept nennt immerhin „asch van lazuer“. Deshalb nicht in die Übersetzung gesetzt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-038-orig" n="Olyſmalt / Oly-ſmalt" resp="#fyndling" subtype="lexical">Eine Sorte Smalte, das blaue Glaspigment: Kiliaan führt „Smalte“ als künstliche Gemme für Schmuck, englische Wörterbücher von 1658 und 1706 als blaue Malerfarbe. Der Satz verlangt ein Blau.<list type="alternatives"><item>Schon in Öl angeriebene Smalte<note type="rationale">Unbelegt; beim Violett muss noch eigens mit Öl gerieben werden. Ebenso möglich ist eine für Ölfarben gehandelte Sorte.</note></item><item>Öl-Schmalz<note type="rationale">Kiliaan und das Mittelniederländische Wörterbuch kennen „smalt“ auch als Schmalz, das gibt aber kein Blau.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-038-orig" n="Lac" resp="#fyndling" subtype="lexical">Lack als roter Farbstoff: Kiliaan hat „lac“ als „coloris rubri genus“, und Lack allein gibt hier Purpur.<list type="alternatives"><item>Gummilack als Harz<note type="rationale">Kiliaan führt daneben „gomme-lac“, ein Gummi, das zum Färben taugt. Dass er gerieben wird und für die Farbe steht, spricht für den Farbstoff; beides hängt aber an derselben Ware.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-038-orig" n="paers / paerſch" resp="#fyndling" subtype="lexical">Purpur, ein rötlicher Ton: Lack allein, also ein Rot, ergibt es, und Violett steht daneben als eigenes Wort.<list type="alternatives"><item>Blauviolett<note type="rationale">Kiliaan glossiert „peersch“ mit „caeruleus, violaceus“; das Wort reicht vom Blauen zum Purpurnen. Das passt hier schlechter zum Lack allein.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-039-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Baumwachs, wie man es beim Veredeln von Obstbäumen bis heute verwendet: eine Masse aus Wachs und Harz, in Rollen bereitgelegt. Kein Lebensmittel.

Der Verweis. Clutius nennt hier nur die Stoffe. Das Verfahren steht beim roten Siegelwachs in clu-036: das Wachs in Stücke brechen, über einem klaren Kohlenfeuer sanft schmelzen, den Terpentin hineinmengen, etwas abkühlen lassen und ständig rühren, damit es nicht ungleich oder klumpig wird, bis es fast kalt ist. Dann aus der Pfanne in lauwarmes Wasser legen, herausnehmen und rollen. Für das Rollen verweist clu-036 weiter auf die Kerzen in clu-031, wo man Hände und Brett mit Öl oder Butter fettet. Zinnober und Öl des roten Wachses gehören nicht hierher, sie stehen in diesem Eintrag nicht.

Der Terpentin. Fünf Unzen auf das Pfund sind die obere Grenze dessen, was Clutius beim Siegelwachs angibt (clu-038: vier oder fünf). Beim roten Wachs nimmt er vier, beim grünen fünf im Winter, weil das Wachs dann härter ist. Hier nennt er keinen Grund. Vermutlich soll das Pfropfwachs weicher und klebriger bleiben; das ist eine Deutung.

Am Baum. Wie das Wachs aufgebracht wird, beschreibt er nicht. Üblich ist, damit die Stelle abzudecken, an der das Reis eingesetzt wird. Dass Bienen dieses Wachs rauben, behandelt clu-041.

Praxis. Heutiger Rat: Wachs und Terpentin sind entzündlich, Terpentindämpfe reizen. Darum im Wasserbad statt über offenem Feuer schmelzen, gut lüften, nicht unbeaufsichtigt lassen und einen Topf nehmen, der nicht mehr für Essen gebraucht wird. Heißes Wachs verursacht Verbrennungen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-039-orig" n="Ent-was" resp="#fyndling">„Ente“ ist bei Kiliaan das Pfropfreis, „enten“ das Pfropfen. Ent-was ist demnach das Wachs für diese Arbeit. Das zusammengesetzte Wort selbst steht in keinem der geprüften Wörterbücher.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-039-orig" n="griffien" resp="#fyndling">Kiliaan stellt „greffien“ neben „enten“ (lateinisch inserere, pfropfen). „Griffie“ heißt sonst auch Griffel und Schreibstube; hier ist nur das Pfropfen gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-039-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Kiliaan erklärt „terpentijn“ als ölige Harzmasse (resina oleosa). Gemeint ist das zähe Baumharz, nicht das dünnflüssige Terpentinöl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-039-orig" n="als voren int root Was geleert is" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Verweis gilt dem ganzen Arbeitsgang beim roten Wachs in clu-036, ohne dessen Farbe und Öl: Clutius schreibt nur „schmilz“, nennt danach aber die Rollen, die dort den Abschluss bilden.<list type="alternatives"><item>Nur das Schmelzen und Mischen wird übernommen, das Rollen bleibt frei.<note type="rationale">Möglich, weil „ende maecter rollen af“ als eigener Schritt dasteht; am Ergebnis ändert es wenig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-040-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Tuch, das mit einer Mischung aus Wachs und Harz getränkt wird. Den Zweck nennt Clutius nicht; dass es Nässe abhalten soll, ist unsere Folgerung aus dem Material.

Die Mischung. Ein Teil Wachs auf einen halben Teil rheinisches Harz, dasselbe Verhältnis wie beim Fackeldocht. Ob nach Gewicht oder Raum, sagt er nicht. Das rheinische Harz lobt er bei den großen Fackeln als „veel ſachter ende werckelicker“. Dass das zähflüssige Terpentin im Ersatz diese Weichheit nachbildet, liegt handwerklich nahe, steht aber nicht da. Ob anderes Harz und Terpentin zusammen oder jedes für sich einen halben Teil ausmachen, lässt der Satz offen.

Die Arbeitsgänge. Das Durchziehen tränkt das Tuch, das Auswringen nimmt den Überschuss, aber nur „matelic“, mäßig. Über dem Feuer wird die Masse wieder flüssig und verteilt sich. Sein Maß ist keine Zeit, sondern das Ergebnis: Das Wachs soll überall gleichmäßig durch das Tuch laufen.

Was offen bleibt. Clutius nennt weder die Tuchart noch die Menge, noch wie das Tuch danach trocknet oder erkaltet.

Praxis. Heutiger Rat, nicht bei Clutius: Wachs und Harz im Wasserbad schmelzen, nicht über offener Flamme. Beide verursachen schwere Verbrennungen und sind brennbar, Terpentin gibt zudem brennbare Dämpfe ab. Ein getränktes Tuch kann über offener Flamme Feuer fangen, deshalb zum Verteilen eine Wärmequelle ohne Flamme nehmen, gut lüften und Löschmittel bereithalten.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-040-orig" n="Waſſencleden" resp="#fyndling">„Wassen“ heißt aus Wachs (Mittelniederländisches Wörterbuch, s. v. wassijn). Das „cleet“ nennt Clutius im selben Satz auch „doec“, gemeint ist also Tuch.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-040-orig" n="houwet" resp="#fyndling">Hier von „houden“, halten, nicht von „houwen“, hauen: Das Mittelniederländische Wörterbuch führt „houwen“ auch als Schreibung für „houden“.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-040-orig" n="Terpentijn" resp="#fyndling">Bei Kiliaan (1599) resina oleosa, ein öliges, zähflüssiges Baumharz, nicht das destillierte Terpentinöl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-040-orig" n="rinſchen Hars" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Rheinisches Harz: „rinsch“ ist laut Mittelniederländischem Wörterbuch eine Form von „rijnsch“, vom Rhein. Bei den großen Fackeln unterscheidet Clutius es vom „gemeynen Harſch“, es ist also eine eigene Sorte. Welches Harz das war, ist nicht geklärt.<list type="alternatives"><item>säuerlich<note type="rationale">Kiliaan führt „rijnsch“ auch als subacidus. Das beschreibt den Geschmack und passt nicht zu einem Harz.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-041-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Anstrich für das Pfropfwachs aus clu-039, wenn es schon am Baum sitzt: Ein dünner Brei aus Ton oder Schlick kommt über das Wachs, mit dem die Reiser eingesetzt sind. Kein Lebensmittel.

Warum der Anstrich? Clutius begründet ihn damit, dass eine Biene nur sucht, was rein und klar ist; der Brei nimmt dem Wachs dieses Aussehen. Das ist seine Erklärung, einen Versuch berichtet er nicht. Dass die Schicht das Wachs zudem einfach abdeckt, ist unsere Deutung.

Praxis. Es gibt nur diesen einen Arbeitsschritt: bestreichen. Der Brei muss dünn genug zum Streichen sein. Womit er angerührt wird, sagt Clutius nicht; naheliegend ist Wasser, das ist unsere Ergänzung. Auch wann man streicht, wie dick und ob man den Anstrich erneuert, bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-041-orig" n="griffien, gegriffijt" resp="#fyndling">Kiliaan führt „greffie“ auch als Pfropfreis (lateinisch surculus, insitum) und stellt „greffien“ neben „enten“ (inserere, pfropfen). „Griffie“ heißt sonst auch Griffel und Schreibstube; hier sind wegen des Pfropfwachses nur Reis und Pfropfen gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-041-orig" n="Cley ofte ſlic" resp="#fyndling">Kiliaan erklärt „kleye“ als Ton, zähe Erde (argilla, terra tenax) und „slijck“ als Schlamm (coenum, lutum). Die Schreibung „ſlic“ steht dort nicht; Sinn und Klang weisen auf dieses Wort.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-042-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Honiggewinnung aus ausgebrochenen Bienenkörben, kein Küchenrezept. Aus einer Masse entstehen nacheinander drei Erzeugnisse: der von selbst abgetropfte Honig, der gepresste grobe Honig und der Rest, aus dem Wachs wird (clu-028).

Was in der Masse steckt. Bienen, Waben und Brut kommen alle mit in die Tonnen. Den Grund gibt Clutius im anschließenden Gespräch: Die Menge soll größer werden, besser wird der Honig davon nicht. Den übelsten Geschmack geben nach seinen Worten die Bienen, an zweiter Stelle die Brut.

Korb und Sack. Den Korb beschreibt er nur über den Vergleich mit den Treberkörben der Brauer und das Beiwort lang. Durchlässig muss er sein, sonst tropfte nichts ins Fass; Flechtart und Maß nennt er nicht. Der Sack ist dick und geknüpft wie der Presssack in clu-028.

Die Wärme. Zum Abtropfen soll die Masse noch lau sein. Eine Begründung gibt er nicht; naheliegend ist, dass warmer Honig leichter fließt. Der Rest kommt mit wenig Wasser in den Kessel und wird beständig gerührt, bis er ganz warm ist. Das Wasser hat seinen von ihm genannten Zweck: Die Masse soll nicht anbrennen oder austrocknen.

Praxis. Jeder Schritt endet an einem Befund, nicht nach der Uhr: Der Korb wird geleert, wenn das meiste Tropfen aufhört, der Kessel ist bereit, wenn die Masse ganz warm ist, und beide Honige bleiben an kühlen Orten, bis sie hart oder dick sind. Zeiten und Mengen nennt Clutius nicht. Über dem offenen Feuer steht eine Masse aus Honig und Wachs, die anbrennen kann, und sie geht warm in die Säcke. Heute würde man Bienen und Brut herauslassen; die saubere Art aus ausgelesenen Waben steht in clu-043.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-042-orig" n="ongepijnde Honich" resp="#fyndling">Wörtlich „ungepresster Honig“: Kiliaan erklärt ihn als mel eliquatum, non pressum. Im Deutschen hier Jungfernhonig; Clutius selbst nennt ihn auch Maechden-Honich (clu-043).</note>
        <note type="gloss" target="#clu-042-orig" n="Coeckebachers" resp="#fyndling">Lebkuchenbäcker: Ein mehrsprachiges Wörterbuch von 1606 setzt Coeckebacker neben französisch faiseur de pain d'espice. Für sie ist der gepresste grobe Honig bestimmt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-042-orig" n="Bꝛoetwerc" resp="#fyndling">Die Waben mit der Bienenbrut. clu-043 stellt das Wort neben Byenbroet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-042-orig" n="buſtelmanden" resp="#fyndling" subtype="lexical">Treberkörbe der Brauer. Das Kompositum ist sonst nicht belegt, das Vorderglied schon: Kiliaan führt bustel über buystel zu booste, boostel, und das Mittelniederländische Wörterbuch erklärt bostel als Schalen und Abfall, Verdam ausdrücklich auch aus den Brauereien.<list type="alternatives"><item>Seihkörbe der Brauer<note type="rationale">Die Funktion ergibt sich hier beim Honig, ist aber für die Brauerkörbe weder im Wort noch im Satz belegt; „plegen te zijn“ beschreibt die Form.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-042-orig" n="dewijle ſy noch laeu is vande Byen genomen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eingeschobene Zeitangabe: solange die Masse, den Bienen abgenommen, noch lau ist. Kein eigener Arbeitsschritt, denn im anschließenden Gespräch werden die Bienen mitgepresst.<list type="alternatives"><item>Die Masse wird von den Bienen gesondert<note type="rationale">Wörtlich möglich und nach Clutius auch machbar, widerspricht aber seiner Aussage über diese gemeine Art, bei der die Bienen in der Masse bleiben.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-043-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Honiggewinnung, keine Speise: der Honig, der ohne Druck aus zerbrochenen Waben läuft. Clutius kündigt das als besseren Weg an als das gewöhnliche Verfahren in clu-042, bei dem der Korbinhalt samt Bienen und Brut in die Tonne gestoßen wird.

Auslesen. Der Unterschied liegt vor dem ersten Tropfen: Nur die weißesten Waben ohne Brut kommen in den Korb. Gleich im Anschluss sagt Clutius, dass die Brut und was sonst mitgepresst wird die Menge zwar mehrt, aber nicht verbessert.

Durch den Korb. Das Brechen öffnet die Zellen, der Korb hält das Wachs zurück, und der Honig tropft ins Fass. Es ist derselbe lange Korb wie in clu-042, dort mit den Seihkörben der Brauer verglichen. Wie lange das Tropfen dauert, sagt er hier nicht; dort endet es, wenn das meiste Tropfen aufhört. Dass die Masse noch lauwarm sein soll, steht ebenfalls nur dort.

Hart werden. Frisch ist der Honig so dick und klar wie zähes Harz, an kühlen Orten wird er hart. Heute nennt man das Kristallisieren.

Der Rest. Was im Korb bleibt, wird getrennt verwahrt. Das Pressen zu grobem Honig steht in clu-042, der Met aus dem abgespülten Rest in clu-016.

Praxis. Das ist heute Imkerarbeit, Honig wird meist geschleudert. Im Kleinen lässt sich das Verfahren mit brutfreien Wabenstücken nachvollziehen; ein Sieb über einem Gefäß ersetzt dabei den Korb.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-043-orig" n="Palladius" resp="#fyndling">Spätantiker römischer Schriftsteller über die Landwirtschaft, hier als Gewährsmann für die Wahl der Waben genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-043-orig" n="lange manden" resp="#fyndling">Körbe. „Vooꝛſ.“ heißt vorgenannt und verweist auf clu-042, wo der lange Korb mit den Seihkörben der Brauer verglichen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-043-orig" n="Veneetſchen Terpentijn" resp="#fyndling">Kein Lösungsmittel, sondern das zähe Harz: Kiliaan erklärt „Venedschen termentijn“ als resina oleosa. Hier nur Vergleich für die Dicke.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-043-orig" n="ongepijnde / Maechden-Honich / Seemhonich" resp="#fyndling">Drei Namen für denselben Honig. Kiliaan (1599): „onghepijnden honigh“ ist ungepresst, maeghden honigh ist mel non pressum, „seem-honigh“ das holländische und friesische Wort dafür.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-043-orig" n="ſoert" resp="#fyndling" subtype="philological" cert="unknown">„sucht aus“: Nach „neemt ende“ und vor den Superlativen ist Auswählen gemeint, was immer das Verb genau ist. Im Druck sind c und r hier kaum zu trennen, „ſoect“ (sucht) passt am besten.<list type="alternatives"><item>„ſoert“ wie gedruckt, als Form von „sortieren“<note type="rationale">Ergäbe denselben Sinn, ist so aber in den Wörterbüchern nicht belegt; Kiliaan kennt nur „sortéren“. Mnw „soeren“ verweist auf „soren“ und passt nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-043-orig" n="ſuyveren" resp="#fyndling" subtype="contextual">„reinigen“: Hier geht es darum, die Brut herauszuhalten, nicht um einen weiteren Arbeitsgang.<list type="alternatives"><item>„läutern“ wie in clu-001<note type="rationale">Dort wird der Honig mit Eiweiß und Wasser gekocht; davon steht hier nichts.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#clu-044-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Honiggewinnung, kein Küchenrezept: Clutius setzt den Eintrag „Honig aus Körben: Jungfernhonig und grober Honig“ voraus und ändert dessen Ablauf an einer Stelle.

Der Unterschied zum ersten groben Honig. Dort tropft zuerst der beste Honig von selbst ab, gepresst wird nur der Rest. Hier kommt der Tonneninhalt ungetrennt in den Kessel. Im Gespräch gleich danach fragt Clusius, warum man den guten mit dem schlechten Honig mischt, samt allen Bienen, dem Bienenbrot und der Brut. Clutius antwortet: damit die Menge größer wird, sonst presse man nicht so viel heraus. Bienenbrot und Brut vermehrten die Menge, verbesserten sie aber nicht. Warum dieser Honig besser ist als der erste grobe, sagt er nicht. Naheliegend, aber nur erschlossen: Der gute Honig bleibt in der Masse.

„Wie zuvor“. Der Verweis ergänzt, was hier fehlt: Im Vorgänger steht der Kessel über dem Feuer, das wenige Wasser soll Anbrennen und Austrocknen verhindern, man rührt, bis die Masse ganz warm ist, und presst sie in dicken gewebten Säcken kräftig aus. Dass auch hier so gewärmt wird, ist aus diesem Verweis geschlossen.

Praxis. Der Text nennt keine Menge, keine Wärme und keine Dauer. Heute würde man für einen kleinen Versuch Waben ohne Bienen und Brut nehmen, das ist eine moderne Abweichung und nicht Clutius' Verfahren.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-044-orig" n="tonnen" resp="#fyndling">In diese Tonnen wurde der Honig samt Bienen, Waben und Brutwerk aus den Körben gestoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#clu-044-orig" n="grover Honich" resp="#fyndling">Grober Honig: bei Clutius der gepresste Honig, im Gegensatz zum von selbst abgetropften Jungfernhonig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-044-orig" n="vooꝛ de Coeckebackers/ ende ander lieden/ om op bꝛoot te eten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Übersetzung behält die Wortfolge bei. Der Brotgebrauch gehört wahrscheinlich zum besseren Honig, denn der Schlusssatz nennt ihn geeigneter, und der erste grobe Honig ist im Vorgänger nur für die Lebkuchenbäcker bestimmt.<list type="alternatives"><item>Auch der bessere Honig ist für die Lebkuchenbäcker und andere Leute bestimmt.<note type="rationale">Grammatisch möglich, wenn „die vooꝛgaende“ dort endet.</note></item><item>Der vorhergehende Honig war für die Lebkuchenbäcker und andere Leute, der bessere dient zum Essen auf Brot.<note type="rationale">Möglich, aber der Vorgänger nennt nur die Lebkuchenbäcker.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#clu-044-orig" n="het eene met het ander gelijc" resp="#fyndling" subtype="contextual">Alles zusammen, ohne Trennen: Clusius fragt gleich danach, warum man den guten mit dem schlechten Honig mischt.<list type="alternatives"><item>Das eine und das andere zu gleichen Teilen.<note type="rationale">Von „gelijc“ her denkbar, aber der Text nennt keine abgemessenen Teile.</note></item></list></note>
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