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        <title>Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187 (Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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          <title>Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187</title>
          <date notBefore="1400" notAfter="1499">Mitte 15. Jh.</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="b4-001">
        <head>Gespickter Hechtbraten in Rosinen-Wein-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-001-trans">
          <p>Von manigerlay gepratten des Ersten von hecht pratten DV solt nemen hecht vnd slach die auff vnd tue die greatt dauon vnd den swaicz von hecht must du haben do wirt es swarcz von hastu sein nicht genug So nym schifflein leczellten die solt prennen das sy swarcz werden vnd lass chalt werden vnd stozz chlain vnd slach durch ein sib vnd nymm dann ein wein vnd leg die leczellten darIn vnd hakch mit den vischen chlain das du zu massen daran Vnd nym ein Rokchein prott vnd reib das chlain vnd mach es durch einander mit dem visch vnd leczellten vnd gewurcz es wol vnd tue nicht Saffran daran Nym nu daz merrer tail der visch do mach von dem visch do mach ain pratten von vnd stekch den pratten an den spizz vnd nym arbais prue die tu In den kessel vnd do leg den pratten In vnd lazz In sieden vncz an die stat vnd la In auch nicht versieden vnd der mach zwen oder drey das er sich auf ein schussel vergee vnd nym nym mandel vnd sneid In nach der leng klain vnd Spikch den praten damit vnd gancze negel stekch auch darIn do wirt es ge smach von Nu sol man 1/2 libra weinper haben die sol man reyben chlain wealh= ischen wein sol man sy durch slachen vnd zukcher vnd gut gewurcz das sol man darczu haben Vnd gib in hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-001-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-001-orig">
          <p>Nimm einen Hecht und schneide ihn auf, entferne die Gräten. Das Blut des Hechts musst du dabei auffangen, davon wird es schwarz. Hast du davon nicht genug, so nimm stattdessen ein paar Stücke Lebkuchen, verbrenne sie, bis sie schwarz sind, lass sie kalt werden, stoße sie fein und streiche sie durch ein Sieb.</p>
          <p>Nimm dann Wein, gib den zerstoßenen Lebkuchen hinein und hacke ihn zusammen mit dem Hechtfleisch fein, sodass du eine angemessene Menge erhältst. Nimm ein Roggenbrot und reibe es fein, mische es unter den Fisch und den Lebkuchen und würze alles gut. Gib aber keinen Safran hinzu.</p>
          <p>Nimm nun den größeren Teil des Hechtfleischs und forme daraus einen Braten. Stecke den Braten an den Spieß, gib Erbsenbrühe in den Kessel und lege den Braten hinein. Lass ihn darin sieden, bis er gar ist, aber lass ihn nicht verkochen. Mach daraus zwei oder drei Stücke, damit es sich schön auf einer Schüssel anrichten lässt.</p>
          <p>Nimm Mandeln, schneide sie der Länge nach in feine Streifen und spicke den Braten damit. Stecke auch ganze Gewürznelken hinein, davon wird er besonders wohlschmeckend.</p>
          <p>Für die Sauce nimm ein halbes Pfund Rosinen und reibe sie fein. Schlage sie mit welschem Wein durch, gib Zucker und gute Gewürze dazu. Und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="den swaicz von hecht">Blut vom Hecht</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="schifflein leczellten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#fyndling-ingredient-name">Lebkuchen</ingredient>
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              <ingredient en="wine" orig="ein wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="Rokchein prott" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pea stock" orig="arbais prue" commodity="wikidata:Q107246700" source="#corema-ingredient-index">Erbsenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, in feine Streifen geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gancze negel" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="1/2 libra weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="southern wine" orig="wealhischen wein" commodity="wikidata:Q107262744" source="#corema-ingredient-index">Welscher Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze für die Sauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-002">
        <head>Fischbrät in Rebhuhnform</head>
        <div type="original" xml:id="b4-002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-002-trans">
          <p>Ain gepratens von Repphunern HAyz dir graben zway holcz In der formm zwayer Repphunr wenn Man die zusamen drukcht das es formm macht als ein Repphunn Nym Visch vnd tue die greatt daraus vnd die schueppen da von vnd hakch die pratten vnder einander gar chlain vnd gewurcz es wol vnd sewd das gar wol mit den holczernn das hat ein formm als ein Repphunn das prat vnd Spiks mit grunn hechten protten vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-002-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-002-orig">
          <p>Lass dir zwei Hölzer in der Form zweier Rebhühner schnitzen. Wenn man diese zusammendrückt, sollen sie eine Form wie ein Rebhuhn ergeben.</p>
          <p>Nimm Fisch, entferne die Gräten und Schuppen davon. Hacke das Fischfleisch ganz fein und würze es gut. Koche dieses Fischbrät sehr gut mit den Hölzern, sodass das Brät die Form eines Rebhuhns annimmt. Spicke es mit rohem Hechtbrät und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="Visch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fisch</ingredient>
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              <ingredient en="fish bone" orig="greatt" commodity="wikidata:Q11801583" source="#corema-ingredient-index">Fischgräten (entfernt)</ingredient>
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              <ingredient en="fish scale" orig="schueppen" commodity="wikidata:Q5454665" source="#corema-ingredient-index">Fischschuppen (entfernt)</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike filet" orig="grunn hechten protten" commodity="wikidata:Q67773148" source="#fyndling-ingredient-name">Hechtbrät (roh)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-003">
        <head>Falscher Rehbraten aus Fisch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-003-trans">
          <p>Ein pratten von Rechen NYm Grozz visch welherlay die sein tue die great vnd tu dy schueppen dauon vnd hakch die protten gar chlain vnd reib ein prat dar vnder vnd pewurcz Das wol vnd mach zu samen mit nassen messernn auff anricht In der formm eines eines rech protten vnd tue das In ein phannen vnd er wels darnach vnd nym ein spizz vnd stozz In daran vnd spikch In mit heacht praten das wirt ein rech pratten vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-003-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-003-orig">
          <p>Nimm großen Fisch, gleich welcher Art er ist, und entferne die Gräten und die Schuppen. Hacke das Fischfleisch ganz klein, reibe Brot darunter und würze es gut. Arbeite alles mit nassen Messern gut durch.</p>
          <p>Richte die Masse auf dem Anrichtebrett in der Form eines Rehbratens an. Lege sie in eine Pfanne und lass sie darin anziehen.</p>
          <p>Nimm danach einen Spieß und stecke ihn hinein, und spicke den Braten mit Hechtfilet. So wird daraus ein Rehbraten. Reiche ihn hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="Grozz visch welherlay die sein" commodity="wikidata:Q600396" source="#fyndling-ingredient-name">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prat" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-context">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="pewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike filet" orig="heacht praten" commodity="wikidata:Q67773148" source="#corema-ingredient-index">Hechtfilet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-004">
        <head>Weißglasiertes Bratenhuhn mit Füllung</head>
        <div type="original" xml:id="b4-004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-004-trans">
          <p>Von Weyssen gepratten hunern NYm das weyss von den ayren vnd ze slach das wol vnd nym ein winczig melbs darvnder Vnd pegewss sy damit vnd tue sy wider zu dem fewr vncz sy gerecht werden sy sullen vor geffullt sein mit weisser full</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-004-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-004-orig">
          <p>Nimm das Eiweiß der Eier und schlage es gut auf. Gib ein wenig Mehl darunter und verrühre es damit. Begieße die Hühner damit und lege sie wieder ans Feuer, bis sie durch sind.</p>
          <p>Zuvor sollen die Hühner mit einer weißen Füllung gefüllt werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="hunern" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Huhn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="das weyss von den ayren" commodity="wikidata:Q796758" source="#corema-ingredient-index">Eiweiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein winczig melbs">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weisser full">weiße Füllung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-005">
        <head>Safran-Ei-Hülle für gefüllte Hühner</head>
        <div type="original" xml:id="b4-005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-005-trans">
          <p>Nym ayr vnd saffran vnd mel vnd sol dem tun als vor vnd ge= wurcz wol gibs hin sy sullen vor gefullt sein mit rotter full .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-005-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-005-orig">
          <p>Nimm Eier, Safran und Mehl und verfahre damit wie zuvor beschrieben. Würze die Masse gut und trage sie auf.</p>
          <p>Sie müssen vorher schon mit einer roten Füllung gefüllt worden sein, bevor diese Masse aufgetragen wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotter full">rote Füllung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-006">
        <head>Sauce für rot gebratene Hühner</head>
        <div type="original" xml:id="b4-006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-006-trans">
          <p>Von Rotten hunernn NIm Pettersil vnd reyb den mit ayren vnd Saffran vnd mel vnd ge= wurcz wol vnd slach es durch ein tuech vnd tue dem als dem vorigen .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-006-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-006-orig">
          <p>Nimm Petersilie und reibe sie mit Eiern, Safran, Mehl und Gewürz gut zusammen. Schlage die Masse durch ein Tuch. Verfahre damit wie beim vorigen [Rezept].</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Pettersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="hunernn" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Huhn, rot gebraten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-007">
        <head>Hühner mit Gewürzglasur und farbigen Nelken</head>
        <div type="original" xml:id="b4-007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-007-trans">
          <p>Von Gruennen hunnernn NYm leczellten vnd prenn den wol vnd leg In In ain Morser vnd stozz in chlain hastu nicht leczellten So nym honig vnd semel mel vnd prenn das in das In einer phann vnczt daz es swarcz werd vnd lazz chalt werden vnd slachs durch ein tuech mit ayeren vnd pe gewss die hunerr Wann sy dann gepratten sein So sol man sy spikchen mit neagelein die Rotten mit silbrein negelein di swarczen mit guldein negelein die gruenn mit silberin negelein vnd mit guldein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-007-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-007-orig">
          <p>Nimm Lebkuchen und brenne ihn gut durch. Lege ihn dann in einen Mörser und stoße ihn klein. Hast du keinen Lebkuchen, so nimm Honig und Semmelmehl und brenne es in einer Pfanne, bis es schwarz wird. Lass es kalt werden und schlage es dann mit Eiern durch ein Tuch. Gieße das über die Hühner.</p>
          <p>Wenn sie dann gebraten sind, soll man sie mit Gewürznelken spicken: die roten mit silbernen Nelken, die schwarzen mit goldenen Nelken und die grünen mit silbernen und goldenen Nelken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="Gruennen hunnernn" commodity="wikidata:Q864693" source="#fyndling-ingredient-name">Hühner (roh)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="leczellten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="semel mel" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Semmelmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayeren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neagelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="silver" orig="silbrein" commodity="wikidata:Q1090" source="#corema-ingredient-index">Essbares Silber (für Dekoration)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gold" orig="guldein" commodity="wikidata:Q897" source="#corema-ingredient-index">Essbares Gold (für Dekoration)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-008">
        <head>Saucenregeln zu Hühnerfarben</head>
        <div type="original" xml:id="b4-008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-008-trans">
          <p>Von Swarczen huneren ZW allen gepratten hueneren must du zu yegleichem ein pesundre salssen haben zu den altten gefullten hunnernn weysse zu weissen ein grunne zu den swarcze ein grobe</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-008-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-008-orig">
          <p>Von schwarzen Hühnern: Zu allen gebratenen Hühnern musst du zu jedem eine besondere Sauce haben.</p>
          <p>Zu den alten, gefüllten Hühnern eine weiße, zu den weißen eine grüne, zu den schwarzen eine grobe Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gepratten hueneren">Gebratenes Huhn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="altten gefullten hunnernn">Alte, gefüllte Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weysse">Weiße Sauce</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="grunne">Grüne Sauce</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="grobe">Grobe Sauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-009">
        <head>Gefüllte alte Hühner nach fremder Sitte</head>
        <div type="original" xml:id="b4-009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-009-trans">
          <p>Von gespikchten altten hunneren gefullt eins frombden sytten NYm das gepraett von dem chalb vnd hakch das klain vnd nym den swayzz daran das du es nicht zuswarcz machest Wann daz nu gehakcht ist so nym ein rokchein prott vnd reyb das chlain Vnd xxiiij ayr slach daran vnd das geriben prott das tue auch daran Vnd hakch es durch ein= ander vnd nym gut gewurcz vnd machs rain ab mit negelein vnd das gepreatt nym halbs vnd ein wenig mer . das machtu pratten von machen vnd nym ein wenigen chessel vnd gewzz ein wenig prue dar an vnd secz auff die prenntt auff das fewr Vnd nym die pratten vnd leg sy dar In lazz sy dar In sieden nahent vncz an die stat Wann sy woll gerecht sind der mach also vil als es auff ain gut essen sey Vnd wann sy wol gerecht sein So nym sy her aus vnd lass sy werden kalt vnd nym ain rain spekch den sneid chlain vnd lankch vnd spikch sew rain vnd gancze negel stich darauff So nym ain gutten suessen wein vnd mach ain gut suppel darczu</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-009-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-009-orig">
          <p>Nimm das Brät vom Kalb und hacke es klein. Gib das Kalbsblut hinzu, damit du es nicht zu schwarz machst.</p>
          <p>Wenn das Brät nun gehackt ist, nimm ein Roggenbrot und reibe es klein. Schlage vierundzwanzig Eier daran und gib das geriebene Brot ebenfalls dazu. Hacke alles durcheinander und nimm gute Gewürze. Vollende die Masse rein mit gemahlenen Nelken.</p>
          <p>Nimm die Kalbsbrätwurst, die du durch Braten herstellen kannst, zur Hälfte und etwas mehr davon. Nimm einen kleinen Kessel, gieße ein wenig Brühe hinein und setze ihn auf die Glut auf das Feuer. Lege die gebratene Kalbsbrätwurst hinein und lass sie darin sieden, fast bis zum Punkt. Wenn sie gut zubereitet ist, mache davon so viel, wie es für ein gutes Essen reicht.</p>
          <p>Wenn die Kalbsbrätwurst gut zubereitet ist, nimm sie heraus und lass sie kalt werden. Nimm einen reinen Speck, schneide ihn klein und lang, und spicke sie (die Pratten) damit rein. Stich ganze Nelken darauf. Dann nimm einen guten süßen Wein und mache eine gute Sauce dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="altten hunneren">Alte Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="veal" orig="gepraett von dem chalb" commodity="wikidata:Q957434" source="#corema-ingredient-index">Kalbsbrät</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="blood" orig="swayzz" commodity="wikidata:Q494268" source="#corema-ingredient-index">Kalbsblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="rokchein prott" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="xxiiij ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 24</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gute Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sausage meat" orig="gepreatt" commodity="wikidata:Q995566" source="#corema-ingredient-index">Kalbsbrätwurst (roh)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prue" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="rain spekch" commodity="wikidata:Q11106">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gancze negel" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gutten suessen wein">Süßer Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-010">
        <head>Kalbsrückenbraten mit Nelken und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="b4-010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-010-trans">
          <p>Ain guts gepratens von ainem kalb NYm den Rukch pratten von dem kalb nach der leng vnd prat In halbenweg wenn er schier gepratten sey So pestekch In mit negelein vnd pestrewch In mit zymen Rintten vnd pratt In gar Stozz die negel gar dar In so wirt er wol gesmach gib In nicht an ein salssen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-010-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-010-orig">
          <p>Nimm den Kalbsrückenbraten der Länge nach und brate ihn halb gar. Wenn er fast gar ist, spicke ihn mit Nelken und bestreue ihn mit Zimtrinde. Brate ihn dann ganz gar. Drücke die Nelken vollständig in das Fleisch. So wird er gut schmecken. Serviere ihn nicht mit einer Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="saddle of veal" orig="Rukch pratten von dem kalb" commodity="wikidata:Q65239275" source="#corema-ingredient-index">Kalbsrückenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken (ganz)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="zymen Rintten" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimtrinde</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-011">
        <head>Kalbslungenwurst im Afterdarm</head>
        <div type="original" xml:id="b4-011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-011-trans">
          <p>Aber ain guetten kalbs pratten NIm ain affterdarmm von dem Chalb vnd mach den gar schon vnd hakch die lungel vnd spekch vndereinander vnd gewurcz vnd verbs vnd vass das In den darmm vnd sneid wurst vnd machs vnd prats Dar= nach yss trukchen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-011-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-011-orig">
          <p>Noch ein gutes Rezept: Nimm einen Afterdarm vom Kalb und mache ihn gründlich sauber. Hacke die Lunge und den Speck miteinander. Würze die Masse und färbe sie ein. Stopfe sie in den gereinigten Darm. Schneide daraus Würste, mach sie fertig und brate sie. Danach iss sie trocken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="kalbs pratten NIm ain affterdarmm von dem Chalb">Kalbsafterdarm</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="hakch die lungel">Kalbslunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="spekch" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-012">
        <head>Gefüllter Hecht in eigener Haut</head>
        <div type="original" xml:id="b4-012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-012-trans">
          <p>Ain geprattens von ainem Affterdarbmm NYm ein hecht des auff ein essen genug sey vnd sneid Im das haubt ab vnczt hintten an Rukchen vnd nym ain schnittel vnd sneid die als lankch als den hecht vnd ledig In von der hawtt gancz vnd prich der hawt nicht Wann der hecht nu ledig ist das die vedernn vnd der zagel an der haut peleiben vnd lozz sy mit einem messer auff dem rukch vnd den zagel . so wirt der visch ledig vnd tue den visch heraus nym den visch vnd lozz In von den greatten vnd lozz die hawtt ligen vnd hakch den visch chlain vnd nym ander visch darczu das du In wider fullst . vnd solt das mit gewurcz ab machen So wirt es wol gesmach So solt haben Ysopp Berchtram abrutten must darczu haben ein Saluay vnd ein petersil vnd hakch das an die visch vnd full es wider In die hawtt Das haist ain mayen hecht ist nicht ein vasttag so slach ayr daran ist denn ein vasttag so hakch ein apphel daran secz das haubt wider an vnd heffcz zu mit einem vadem So wirt der hecht gancz So nym derselben full In die orwengelein Die orwengelein sullen schon gewaschen sein Da solt du die full In tun In das haubt vnd In den mund vnd leg In auff ein rast vnd prat In sawber vnd ver= prenn In nicht oder wirt enwicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-012-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-012-orig">
          <p>Nimm einen Hecht, der für eine Mahlzeit ausreicht. Schneide ihm den Kopf ab, den Schnitt bis hinten zum Rücken führend. Nimm ein Messer und schneide einen Schnitt so lang wie der Hecht selbst, und löse ihn ganz aus der Haut, ohne die Haut zu verletzen.</p>
          <p>Wenn der Hecht so von seiner Haut befreit ist, bleiben die Flossen und der Schwanz an der Haut. Löse sie mit dem Messer am Rücken und am Schwanz, dann wird der Fisch frei. Nimm den Fisch heraus, löse das Fleisch von den Gräten und lass die Haut liegen. Hacke das Fischfleisch fein.</p>
          <p>Nimm zusätzlich anderen Fisch, damit du die Haut wieder füllen kannst. Schmecke die Fülle mit Gewürz ab, dann wird sie wohlschmeckend. Nimm Ysop, Bertram und Eberraute dazu, außerdem Salbei und Petersilie. Hacke das unter den Fisch und fülle alles wieder in die Haut. Das nennt man einen Maienhecht.</p>
          <p>Ist kein Fasttag, so schlage Eier daran. Ist es dagegen ein Fasttag, so hacke einen Apfel daran. Setze den Kopf wieder an und nähe ihn mit einem Faden zu, dann wird der Hecht wieder ganz.</p>
          <p>Nimm von derselben Fülle etwas und fülle die kleinen Wangen des Fischkopfes damit. Die Wangen sollen bereits gewaschen sein. Dort füllst du die Masse ein, in den Kopf und in das Maul. Lege den Fisch auf einen Rost und brate ihn sorgfältig, und verbrenne ihn nicht, sonst ist er verdorben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ein hecht des auff ein essen genug sey" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="ander visch">anderer Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="hyssop" orig="Ysopp" commodity="wikidata:Q137931" source="#corema-ingredient-index">Ysop</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pellitory" orig="Berchtram" commodity="wikidata:Q828427" source="#corema-ingredient-index">Bertram</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="southernwood" orig="abrutten" commodity="wikidata:Q79106872" source="#corema-ingredient-index">Eberraute</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Saluay" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="slach ayr daran">Eier (optional, an Nicht-Fasttagen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="hakch ein apphel daran" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Apfel (optional, an Fasttagen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-013">
        <head>Gefüllter Hecht mit Nelken</head>
        <div type="original" xml:id="b4-013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-013-trans">
          <p>Von ainem gefullten hecht NYm ein anderen hecht vnd sneiden oben an der kchew vnd rawmm zwischen dem visch vnd der heawtt des solt du nicht vergessen vnd zeprich der heawt nicht zu peden seitten solt du den magen vnder greiffen als einem Iungen huendlein leber vnd magen nym her aus den ker vmb vnd full In schon vnd nym von einem anderen hecht zway stukch oder drew vnd hakch das klain vnd nym den swais Darczu so wirt die full prawn nym negelein Darczu so wirt es swarcz vnd full den magn damit vnd la In sieden vnczt an die stat Wann der magen gesotten ist So tu In wider In den hecht vnd die leber darczu vnd tue Im mit dem salcz recht mit diser full full den hecht vber all das die hawt nicht zuvol sey So prist sy nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-013-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-013-orig">
          <p>Nimm einen weiteren Hecht und schneide ihn oben an der Kehle auf. Löse das Fleisch von der Haut, ohne diese zu beschädigen - das sollst du nicht vergessen. Greife von beiden Seiten unter den Magen des Hechts, wie bei Leber und Magen eines jungen Hündleins. Nimm den Magen heraus, kehre ihn um und fülle ihn sauber.</p>
          <p>Nimm von einem anderen Hecht zwei oder drei Stücke Fleisch und hacke es klein. Gib das Blut des Hechts dazu, so wird die Füllung braun. Füge Nelken hinzu, so wird sie schwarz. Fülle den Magen damit und lass ihn sieden, bis er gar ist.</p>
          <p>Wenn der Magen gar ist, gib ihn wieder in den Hecht und die Leber dazu. Würze den Hecht mit Salz richtig. Fülle den Hecht überall mit dieser Füllung, aber achte darauf, dass die Haut nicht zu voll wird, damit sie nicht platzt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ein anderen hecht" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="skin" orig="heawtt" commodity="wikidata:Q1074" source="#corema-ingredient-index">Hechthaut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="magen">Hechtmagen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="zway stukch oder drew">Hechtstücke</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="blood" orig="swais" commodity="wikidata:Q494268" source="#corema-ingredient-index">Hechtblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="liver" orig="leber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Hechtleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-014">
        <head>Hecht halb gebraten, halb gesotten</head>
        <div type="original" xml:id="b4-014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-014-trans">
          <p>Von ainem hecht der mitten gesotten sey vnd zu paiden Ortternn gepratten SO nym ein weyzz tuch das ainer hanntt prait sey oder praitter vnd necz In einem wein vnd nym aus die leber vnd den magen das der magen gancz peleib von dem anderen hecht nym ein stukch vnd full den magen damit vnd tue ein vaists darvnder So wirt es gutt vnd lazz sieden an die stat die leber vnd den magen das die leber gancz peleib vnd das full wider In den hecht das der magen vnd die leber pey einander lig In der mitt In dem hecht Nym das tuech vnd machs nass In dem wein Das sol als lang sein das es zwier vmb geet slach es ainst vmb den hecht Wann du es vmb geslagen hast so leg ain salcz auff den rukch vnd vberall vnd wincz dem hecht vmb an paiden seytten sol er gesalczen sein vmb vnd vmb zwischen paiden tuchernn nym ain vaden vnd wintt In vmb vnd vmb vierfach muss das tuch sein nu schopp In zu peden orternn Wenn du In pratten wild So nym ein spizz vnd stich In In das tuech So peleibt er also gancz salcz In als einen prat visch vnd nym zwen ziegel vnd leg In an die ekk vnd leg den spizz darauff vnd prat In ab als einander visch vnd vnder das tuch mach ein gut fewr vnd vnder daz ander ein chlain fewr vnd scholt haben ein prue wenn du die hecht wild sieden da soll er das tuch mit pegiessen das es nicht verprynn so sewdt sich der hecht In der mitt nu solt du nemen chlain schussling die sullen hayzz sein die solt du rechen vnder das tuch vnd solt das tuch pegiessen mit ainer haissen pruee So rintt die prue herab auff die stain so sewdt der hecht rain pratt in nu rain</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-014-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-014-orig">
          <p>Für einen Hecht, der in der Mitte gesotten und an beiden Enden gebraten sein soll, nimm zunächst ein weißes Tuch, das eine Handbreit breit ist oder breiter, und feuchte es in Wein an. Nimm aus dem Hecht die Leber und den Magen heraus, sodass der Magen ganz bleibt. Von einem zweiten Hecht schneide ein Stück Fleisch und fülle damit den Magen, gib etwas Schmalz dazu, so wird es gut. Lass Leber und Magen an der gleichen Stelle sieden, sodass die Leber ganz bleibt, und fülle beide wieder in den ersten Hecht zurück, sodass Magen und Leber gemeinsam in der Mitte des Fisches liegen.</p>
          <p>Nimm das Tuch und feuchte es erneut im Wein an. Es soll so lang sein, dass es zweimal um den Hecht reicht, schlage es einmal um den Fisch. Lege dann Salz auf den Rücken und überall auf den Fisch und wickle das Tuch dem Hecht an beiden Seiten um, sodass er zwischen den beiden Tuchlagen rundum gesalzen ist. Nimm einen Faden und wickle ihn rundherum, vierfach soll das Tuch liegen. Schiebe es an beiden Enden fest zusammen.</p>
          <p>Willst du ihn braten, stich einen Spieß durch das Tuch, so bleibt der Fisch ganz. Salze ihn wie einen gewöhnlichen Bratfisch, lege zwei Ziegelsteine an die Ecken, lege den Spieß darauf und brate ihn wie jeden anderen Fisch. Mache unter der Mitte, wo das Tuch liegt, ein kräftiges Feuer, unter dem anderen Ende ein kleines Feuer. Halte dazu eine Brühe bereit, denn während der mittlere Teil des Hechts sieden soll, musst du das Tuch mit der Brühe begießen, damit es nicht verbrennt. So siedet der Hecht in der Mitte.</p>
          <p>Nimm nun kleinen, stark erhitzten Kies und schiebe ihn unter das Tuch. Begieße das Tuch mit heißer Brühe, sodass die Brühe auf die heißen Steine herabrinnt, und der Hecht siedet schön gar in der Mitte. Brate ihn an den Enden nun vollends fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="liver" orig="leber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Hechtleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="magen">Hechtmagen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="vaists" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prue" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Fischbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-015">
        <head>Zwei Saucen für Haupt und Schwanz</head>
        <div type="original" xml:id="b4-015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-015-trans">
          <p>Von Zwain Salssen ZW dem zagel macht ein grunne Salssen die slach durch mit esseach So wirt sy scharff vnd tue gewurcz daran zu dem haubt nym ein virdunng weinper vnd ain virdung mandel die schell schon stozz die weinper vnd die mandel durch einander Wildu ein gutte Salssen haben die solt du mit Rayffall Oder mit Rumannyer durch= slachen do tue ein gut gewurcz an vnd zukcher so hastu ein gutte salssen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-015-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-015-orig">
          <p>Für zwei Saucen: eine für den Schwanz, eine für das Haupt.</p>
          <p>Für den Schwanz: Bereite eine grüne Sauce zu. Schlage sie gründlich mit Essig durch, sodass sie scharf wird, und gib Gewürze hinzu.</p>
          <p>Für das Haupt: Nimm eine Vierung Rosinen und eine Vierung Mandeln. Schäle die Mandeln gründlich und stoße Rosinen und Mandeln zusammen. Willst du eine gute Sauce haben, so schlage sie mit Rainfal oder mit Rumanier durch. Gib ein gutes Gewürz und Zucker hinzu, so hast du eine gute Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseach" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, geschält</ingredient> - 125 g</item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="Rayffall" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal (Süßwein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rumannyer">Rumanier (Süßwein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-016">
        <head>Gefüllter Hecht mit Fisch-Braten</head>
        <div type="original" xml:id="b4-016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-016-trans">
          <p>Ain Anders von ainem hecht NYm ein hecht lazz die greatt dauon nym den visch vnd hakch In chlain gewurcz in rain Nu nym die full halbe vnd full den zagel damit cher dem zagel das Inner heraus vnd prat In sanfft vnd mach die full vaist vnd nym das ander tail der full vnd reib ein wenig prats darvnder Oder mel hakch das durch einander vnd slach es zu samen vnd mach ein pratten dauon pestekch es mit negelein gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-016-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-016-orig">
          <p>Nimm einen Hecht und entferne die Gräten. Nimm das Fischfleisch, hacke es klein und würze es rein.</p>
          <p>Nimm die Hälfte dieser Füllung, stopfe damit den Schwanz des Hechts und kehre das Innere des Schwanzes heraus. Brate den gefüllten Schwanz sanft.</p>
          <p>Den anderen Teig der Füllung mache fett. Reibe ein wenig Brot oder Mehl darunter. Hacke alles durcheinander und schlage es zusammen. Forme daraus einen Braten, bestecke ihn mit Nelken und serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ein hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="fish bone" orig="die greatt" commodity="wikidata:Q11801583" source="#corema-ingredient-index">Fischgräten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gewurcz in rain">Helle Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die full">Fischfüllung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="den zagel">Hechtschwanz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="die full vaist" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig prats">Brotkrume</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-017">
        <head>Gebratenes Kalbshaupt auf dem Rost</head>
        <div type="original" xml:id="b4-017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-017-trans">
          <p>Ain geprattens kalbs haubtt SNeid die vorderen kew von dem kalbs kopph Darnach prich die hiernnschall auff vnd see guts gewurcz auff das hiernn vnd gewzz haiss smalcz dar In vnd prat In auff einem rast das wirt ein guts kalbshaubtt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-017-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-017-orig">
          <p>Ein gebratenes Kalbshaupt:</p>
          <p>Schneide die vorderen Kiefer vom Kalbskopf ab. Danach brich die Hirnschale auf und streue gutes Gewürz auf das Hirn. Gieße heißes Schmalz hinein und brate es auf einem Rost. Das wird ein gutes Kalbshaupt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ain geprattens kalbs haubtt / kalbs kopph / kalbshaubtt">Kalbshaupt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die vorderen kew">Vordere Kiefer vom Kalbshaupt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die hiernnschall">Hirnschale</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="das hiernn">Kalbsgehirn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="guts gewurcz">Gutes Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="haiss smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Heißes Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-018">
        <head>Gebratene Bocksleber im Netzmantel</head>
        <div type="original" xml:id="b4-018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-018-trans">
          <p>Von ainer Pokchleber NYm ein Pokchsleber vnd hakch sy chlain also grunn vnd hakch dar In ayr vnd weiss pratt vnd gewurcz vnd wintt das in ein necz vnd pratt es</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-018-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-018-orig">
          <p>Nimm eine Bocksleber und hacke sie klein, im rohen Zustand. Hacke dann Eier, Weißbrot und Gewürze dazu. Wickle diese Masse in ein Netzfell und brate es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="liver" orig="Pokchsleber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Bocksleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiss pratt" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze (z.B. Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caul fat" orig="necz" commodity="wikidata:Q662490" source="#corema-ingredient-index">Netz-/Bauchfell vom Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-019">
        <head>Brachvogel am Spieß mit Wacholder</head>
        <div type="original" xml:id="b4-019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-019-trans">
          <p>Ain ander geprattens von prach vogel NYm Prach vogel vnd wasch die schon so nym kranibittper vnd gews ein ein wein darauff oder esseach Wenn sy der waikchen so stozz sy dann In die vogel mit gewurcz vnd prats sy dann an dem spiss</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-019-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-019-orig">
          <p>Nimm Brachvögel und wasche sie gründlich.</p>
          <p>Nimm dann Wacholderbeeren und gieße Wein darüber oder Essig. Wenn sie weich geworden sind, stopfe sie mit Gewürz in die Vögel und brate sie dann am Spieß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="curlew" orig="Prach vogel" commodity="wikidata:Q215166" source="#corema-ingredient-index">Brachvögel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="kranibittper" commodity="wikidata:Q3251025" source="#corema-ingredient-index">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-020">
        <head>Gebackener Hecht im Teigmantel</head>
        <div type="original" xml:id="b4-020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-020-trans">
          <p>Von dem hecht SChuppenhecht vnd haw sy zu Stukchen hakch petersil Saluay pheffer Ingwer kwmb Saffran salcz wein Oder essech mach ein topph vollen mit taig vnd tue darIn den visch mit den Condimenten mach es oben gancz mit taig pach es In ainem offen als lang als ein rokchein prott vnd gib es hin Also magstu machen die Vorchen den Lachs . den al . vnd ander visch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-020-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-020-orig">
          <p>Schuppe den Hecht und zerteile ihn in Stücke. Hacke Petersilie und Salbei, dazu Pfeffer, Ingwer, Kubebenpfeffer, Safran, Salz und Wein oder Essig.</p>
          <p>Kleide einen Topf vollständig mit Teig aus. Lege den Fisch mit den Gewürzen hinein. Verschließe den Topf oben vollständig mit Teig. Backe ihn in einem Ofen so lange, wie ein Roggenbrot zum Garen benötigt.</p>
          <p>Serviere es dann. Auf diese Weise kannst du auch Forellen, Lachs, Aal und andere Fische zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="Schuppenhecht" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Saluay" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cubeb" orig="kwmb" commodity="wikidata:Q161927" source="#corema-ingredient-index">Kubebenpfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein (trocken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="dough" orig="taig" commodity="wikidata:Q178024" source="#corema-ingredient-index">Brottteig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-021">
        <head>Hecht als falscher Aal</head>
        <div type="original" xml:id="b4-021-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-021-trans">
          <p>Ain Anders Von ainem hecht SChuepp ein hecht lozz aus die greatt hakch In vnd stozz in In einem Morser tue darczu mel vnd honig vnd salcz vnd meng es zu samen leg es In einen topph do ein loch durch sey eins vinger weyt dreng den visch durch das loch In ein schaff mit wallundenn oll vnd stel In als ein all pach In gar vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-021-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-021-orig">
          <p>Den Hecht schuppen, die Gräten herauslösen und das Fleisch hacken und im Mörser zerstoßen. Mehl, Honig und Salz dazugeben und alles zu einer Masse vermengen.</p>
          <p>Die Masse in einen Topf füllen, der ein fingerbreites Loch hat. Den Fisch durch dieses Loch in ein Gefäß mit siedendem Öl drücken, sodass lange Stränge entstehen, die wie ein gebackener Aal aussehen. Darin gar werden lassen und dann auftragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wallundenn oll">Öl, zum Frittieren</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-022">
        <head>Gebratener Aspenschwanz mit Galantine-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-022-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-022-trans">
          <p>Ain pratten Schaid zagel NYm den zagel als verr er vaist ist vnd prott In So er nahent gepratten ist so pe= spreng In mit ygwer vnd mit pheffer prat In vollen vnd gib In hin Den Rukch von dem lachs den pratt auch also das ander sewd In wasser vnd In esseach nym rintten vnd rokchein pratt gewaykcht In Esseach nym Ingwers mer denn pheffers vnd ein wenig chwmb mal das mit esseach er well es eben dikch gib es mit dem Visch dikch Condiment haisst gallentin das mag man essen mit allerlay hantt visch vnd wilpratt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-022-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-022-orig">
          <p>Nimm den Schwanz des Aspen, so weit er fett ist, und brate ihn. Wenn er fast durchgebraten ist, bestreue ihn mit Ingwer und Pfeffer und brate ihn vollständig durch. Dann gib ihn heraus zum Servieren.</p>
          <p>Den Rückenteil vom Lachs brate ebenso. Ein anderes Stück davon sude stattdessen in Wasser und Essig.</p>
          <p>Für die Galantine: Nimm Roggenbrotkrusten und Roggenbrot, in Essig eingeweicht. Nimm mehr Ingwer als Pfeffer und dazu ein wenig Kümmel, zerstoße das mit Essig und lass es aufkochen, bis es gleichmäßig dick ist. Gib die Sauce dickflüssig zum Fisch.</p>
          <p>Dieses Kondiment heißt Gallentin. Man kann es zu allerlei Fisch und Wildbret essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="asp tail" orig="Schaid zagel" commodity="wikidata:Q107246425" source="#corema-ingredient-index">Aspenschwanz, fetter Teil</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="ygwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, zum Bestreuen des Fischs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer, zum Bestreuen des Fischs</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saddle of salmon" orig="Rukch von dem lachs" commodity="wikidata:Q107262391" source="#corema-ingredient-index">Lachsrücken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseach" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread crust" orig="rintten" commodity="wikidata:Q107262073" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrotkrusten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="rokchein pratt" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwers" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, für die Sauce, mehr als Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer, für die Sauce, weniger als Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="chwmb" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-023">
        <head>Gebratener Stockfisch im Eierteig</head>
        <div type="original" xml:id="b4-023-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-023-trans">
          <p>Von Stokch Visch NYm ein Stokch visch tue ym die hawt ab waikch In In dem wasser ein nacht trukken in In einem essech vnd prat in vnd lazz pelauffen mit oll Oder mit putteren allent thalben mach ein taig von mel vnd von ayren tu darczu pheffer vnd Saffran salcz vnd peslach den visch Dreystund damitt vnd lass rott werden pey dem fewr petrewff In mit vaist vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-023-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-023-orig">
          <p>Nimm einen Stockfisch und ziehe ihm die Haut ab. Weiche ihn eine Nacht lang in Wasser ein. Drücke ihn danach im Essig aus und brate ihn. Lass ihn allenthalben mit Öl oder mit Butter überlaufen.</p>
          <p>Mach einen Teig aus Mehl und Eiern. Gib Pfeffer, Safran und Salz dazu.</p>
          <p>Bestreiche den Fisch dreimal mit diesem Teig und lass ihn beim Feuer rot werden. Beträufle ihn mit Fett und gib ihn hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="stockfish" orig="Stokch visch" commodity="wikidata:Q213725" source="#corema-ingredient-index">Stockfisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essech" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil or butter" orig="oll Oder mit putteren" commodity="wikidata:Q427457 wikidata:Q34172" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Öl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="vaist" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Fett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-024">
        <head>Gebratener Kapaun mit Galantine</head>
        <div type="original" xml:id="b4-024-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-024-trans">
          <p>Von dem Koppawner DEm Koppawner solt du das haubt abslachen vnd solt Im den hals fullen vnd pratten vnd so er dann geprotten sey So gib dapey ein galentein oder ein gut Condimentt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-024-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-024-orig">
          <p>Dem Kapaun den Kopf abschlagen. Den Hals füllen und den Vogel braten. Ist er gebraten, dazu eine Galantine oder ein gutes Condiment reichen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="capon" orig="Koppawner" commodity="wikidata:Q594676" source="#corema-ingredient-index">Kapaun</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="den hals fullen">Füllung für den Hals</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein galentein oder ein gut Condimentt">Galantine-Sauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-025">
        <head>Gefülltes Spanferkel am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="b4-025-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-025-trans">
          <p>Von ainem Spen Vaerel NYm ein SpenVaerel vnd prat es chuell das spalten enczwai mit mit dem haubt So nym die Lungel vnd drew herttew ayr vnd zway waiche vnd schon prott Saffran pheffer salcz hakch das klain vnd tue gehakchtten spekch darczu vnd full das vaerel stekch es an den spizz pratt es sanfft petrewff es mit smalcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-025-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-025-orig">
          <p>Nimm ein Spanferkel und brate es leicht an. Spalte es entzwei, mitsamt dem Kopf. Dann nimm die Lunge und drei hart gekochte Eier und zwei weich gekochte Eier und sauberes Brot, Safran, Pfeffer, Salz. Hacke das alles klein und gib gehackten Speck dazu. Fülle das Ferkel damit und stecke es an den Spieß. Brate es sanft und beträufle es dabei mit Schmalz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="suckling pig" orig="Spen Vaerel" commodity="wikidata:Q23015" source="#corema-ingredient-index">Spanferkel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="lights (offal)" orig="Lungel" commodity="wikidata:Q1723359">Lunge (vom Spanferkel)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="drew herttew ayr">Eier, hart gekocht</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient>Eier, weich gekocht</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="schon prott" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot (altbacken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gehakchtten spekch">Speck, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-026">
        <head>Lammfüllung nach Art des Morttelruls</head>
        <div type="original" xml:id="b4-026-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-026-trans">
          <p>Von dem Lampp ALso machst du fullen ein halbs Lampp Nym vaist Sweinen fleysch tu ab die Swarten vnd hakch die chlain tue darczu semel pheffer Saffran ayr honig essech nicht zu Sawr salcz lass erwallen Vnd gib es hin Das haisst morttelrul also mach auch das Lunkchmuss</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-026-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-026-orig">
          <p>Von dem Lamm:</p>
          <p>So bereitest du eine Füllung für ein halbes Lamm. Nimm fettes Schweinefleisch, ziehe die Schwarte ab und hacke es klein. Gib dazu geriebenes Weißbrot, Pfeffer, Safran, Eier, Honig, Essig (nicht zu sauer) und Salz. Lass es aufwallen und serviere es.</p>
          <p>Das nennt man Morttelrul. So machst du auch das Lungenmus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="halbs Lampp">Lamm</ingredient> - 0.5 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="vaist Sweinen fleysch">Fettes Schweinefleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork rind" orig="die Swarten" commodity="wikidata:Q3695900" source="#corema-ingredient-index">Schwarte (vom Schweinefleisch)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel (geriebenes Weißbrot)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essech nicht zu Sawr" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-027">
        <head>Verkappter Birnenbraten mit Schweinefleisch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-027-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-027-trans">
          <p>Ain frombder Syn Von praten pieren NYm ein gepratnew pieren vnd rach Sawr holcz opphel vnd gesotten sweinein vnder wachsen fleisch pheffer Saffran Aneis daz pach alles vnd mach es waich vnd mit rochen ayren das es zusamen chleben mueg So mach denn ein plat von ayeren vnd zutail daz Codiment geleich darauff wintt das plat zesamen vnd zeuch ein ayrein taig darvber pach es hertt in smalcz stich das durch ein spiss prat es vnd peslach es mit ayren vnd mit smalcz wenn es schawmpt So ist es gar ge= sotten so gib es hin Mann mag es spikchen als ein rech pratten er mag es wermmen bey dem fewr das haist pieren pratten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-027-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-027-orig">
          <p>Nimm eine gebratene Birne, dazu rohe saure Holzäpfel sowie gekochtes, durchwachsenes Schweinefleisch, Pfeffer, Safran und Anis. Backe das alles zusammen und mache es weich, dann binde es mit rohen Eiern, damit es zusammenkleben kann.</p>
          <p>Mache dann einen Fladen aus Eiern und verteile die Füllung gleichmäßig darauf. Wickle den Fladen zusammen, ziehe einen Eierteig darüber und backe es fest in Schmalz.</p>
          <p>Stich es mit einem Spieß durch und brate es. Bestreiche es mit Eiern und Schmalz, sobald es zu schäumen beginnt. Wenn es ganz gar ist, gib es hin.</p>
          <p>Man kann es spicken wie einen Rehbraten, oder man wärmt es am Feuer. Das nennt man Birnenbraten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein gepratnew pieren">Birne, gebraten</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="crab-apple" orig="Sawr holcz opphel" commodity="wikidata:Q47161" source="#corema-ingredient-index">Holzäpfel, sauer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesotten sweinein vnder wachsen fleisch">Schweinefleisch, durchwachsen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="Aneis" commodity="wikidata:Q33873455" source="#corema-ingredient-index">Anis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="rochen ayren" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayrein taig">Eierteig, dünner Ausbackteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-028">
        <head>Rehrücken im Krapfenteig gebacken</head>
        <div type="original" xml:id="b4-028-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-028-trans">
          <p>Von ainem Rech ein Rukchpratten NIm den Rukch pratten von dem Rech spikch den wolmit chlainen spekch spreng In wol mit salcz wirff darauff Ingwer kumb pheffer pewint in einen taig als kraepphlein lasss in einem offen pachen wart mit dem hecht ob er gar gepachen sey also magstu praten den hasen gancz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-028-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-028-orig">
          <p>Nimm den Rücken vom Reh, einen Rückenbraten vom Reh. Spicke ihn gut mit kleinen Speckstückchen und bestreue ihn gründlich mit Salz. Wirf Ingwer und Kubebenpfeffer darüber.</p>
          <p>Umwickle den Braten mit einem Teig, wie man ihn für Krapfen nimmt, und lass ihn in einem Ofen backen.</p>
          <p>Prüfe, ob er schon ganz durchgebacken ist. Ebenso magst du auch einen ganzen Hasen auf diese Weise braten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient>Rehrücken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="chlainen spekch" commodity="wikidata:Q11106">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cubeb" orig="kumb pheffer" commodity="wikidata:Q161927" source="#corema-ingredient-index">Kubebenpfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="taig als kraepphlein">Teig, wie für Krapfen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="den hasen gancz">Hase, ganz (optional, als Variante zum Rehrücken)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-029">
        <head>Hirse- oder Grütz-Spieß mit Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-029-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-029-trans">
          <p>Wie man hiers oder Greaws an ainem spis prat NYm hiers vnd Greawzz slach ayr darczu das es dikch werd sneid in aus stekch in an ain spizz pratt in peslach in mit ayren gib In hin als mit Codimenten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-029-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-029-orig">
          <p>So brät man Hirse oder Grütze am Spieß.</p>
          <p>Nimm Hirse oder Grütze und schlage Eier darunter, bis die Masse dick wird. Schneide es aus und stecke es auf einen Spieß. Brate es und bestreiche es dabei mit Ei. Reiche es mit einer Sauce dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="common millet" orig="hiers vnd Greawzz" commodity="wikidata:Q259438" source="#fyndling-ingredient-name">Hirse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="slach ayr darczu">Eier, zum Binden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="peslach in mit ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-name">Eier, zum Bestreichen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="Codimenten" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Sauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-030">
        <head>Gebratenes Erbsenmus am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="b4-030-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-030-trans">
          <p>Wie man arbais prat SLach Arbais durch ein Sib Slach als vil ayr darczu pach sy mit einem chlainen smalcz Oder putteren sneid sy zu stukchen prat sy an einem spizz peslach sy mit ayren gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-030-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-030-orig">
          <p>Erbsen durch ein Sieb schlagen. So viele Eier dazuschlagen, wie es Erbsen sind.</p>
          <p>Das Mus mit ein wenig Schmalz oder Butter backen. In Stücke schneiden, auf einen Spieß stecken und braten, dabei mit Ei bestreichen.</p>
          <p>Fertig servieren.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="Arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="als vil ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="einem chlainen smalcz Oder putteren" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-031">
        <head>Hecht, gefüllt in eigener Haut</head>
        <div type="original" xml:id="b4-031-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-031-trans">
          <p>Aber von einem gefullten hecht NIm ein frischen hecht vnd lozz Im ab die hawtt das sy gancz peleib vnd sewd . In gar wol vnd loz aus die greatt nym gutte . chrawtter vnd stozz das mit dem visch vnd . tue darczue roche ayr vnd ein wenig pheffers . vnd Saffrans vnd full die hawt vnd rosst In ein wenig vnd gib In hin vnd versalcz in nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-031-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-031-orig">
          <p>Für einen gefüllten Hecht nimm einen frischen Hecht und löse ihm die Haut ab, sodass sie ganz bleibt. Siede den Hecht sehr gut und löse anschließend alle Gräten heraus.</p>
          <p>Nimm gute Kräuter und zerstoße sie zusammen mit dem Fischfleisch. Gib rohe Eier dazu sowie ein wenig Pfeffer und Safran.</p>
          <p>Fülle die Haut wieder mit dieser Masse, röste ihn ein wenig und richte ihn an. Versalze ihn dabei nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ein frischen hecht" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="gutte chrawtter" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="roche ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig pheffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffrans" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz in nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-032">
        <head>Mandelmus und Mandelkäse</head>
        <div type="original" xml:id="b4-032-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-032-trans">
          <p>Hie hebt sich an ain geticht . von manigerlay essen Wie man die hoeff leich machen sol Das vindestu her nach geschriben etc. WIldu machen ein Mandel muess So nym ein halb phunnt Mandel vnd auch vmbedum darczu Ob du es nicht en habst So nym Semlein prott darczu vnd das . tue In ein wasser vnd pall es aus rain vnd . das slach mit der milich durch ein tuech So . wirt es chlain Wildu es suezz haben so tue ein keas darczu das haisst ain mandelmuss Wildu haben ein Mandel keas das mustu haben ein hawsen platter vnd des Mandels mustu haben i1/2 libra auff ain essen So machstu den keas von dem Mandel den Reib schon vnd slach durch ein weyzz tuch vnd ein lott hawsen platter das solt du In einem wasser sieden Vnd die platter solt du mit dem Mandel durch slachen mit gesotten wasser vnd solt der milich nicht sieden mach sy suezz mit zukcher mit einem halben virdung vnd schikch zu einem keas So nym ein verglascz Reaindel do schutt denn die milich ein So wirt sy hertt vnd lass ein weilsten So wirts ein keas vnd mach ain suess mandel milich daran vnd . du macht In wol sneiden In viertail So . kumbt die milich do enzwischen vnd be= stekch In mit Mandel kernn vnd gib in hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-032-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-032-orig">
          <p>Hier beginnt eine Abhandlung über mancherlei Speisen, wie man die höfischen Gerichte macht. Das findest du hier nachfolgend aufgeschrieben.</p>
          <p>Mandelmus: Willst du ein Mandelmus machen, nimm ein halbes Pfund Mandeln und dazu auch Stärke. Hast du keine Stärke, so nimm ersatzweise Weißbrot: Lege es ins Wasser, drücke es sauber aus und schlage es mit der Milch durch ein Tuch, so wird es fein. Willst du es süß haben, gib einen Käse dazu, das nennt man ein Mandelmus.</p>
          <p>Mandelkäse: Willst du einen Mandelkäse haben, brauchst du Hausenblase, und von den Mandeln musst du anderthalb Pfund für eine Mahlzeit nehmen. So machst du den Käse aus den Mandeln: Reibe sie gründlich und schlage sie durch ein weißes Tuch. Ein Lot Hausenblase sollst du in Wasser sieden. Die Hausenblase sollst du mit der Mandelmilch und dem gekochten Wasser durchschlagen, dabei darf die Milch nicht kochen. Mache sie süß mit Zucker, mit einem halben Vierdung, und richte sie als Käse an.</p>
          <p>Nimm dann ein verglastes Reindl, schütte die Milch hinein, so wird sie fest. Lass sie ein Weilchen stehen, so wird sie zu einem Käse. Mach dazu eine süße Mandelmilch, und du kannst ihn gut in Viertel schneiden. Dann kommt die Milch dazwischen, und besteck ihn mit Mandelkernen, und reiche ihn dar.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein halb phunnt Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="starch" orig="vmbedum" commodity="wikidata:Q41534" source="#corema-ingredient-index">Stärke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein keas">Käse (oder Quark)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="des Mandels ... i1/2 libra" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 750 g</item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="ein lott hawsen platter" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient> - 15 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher mit einem halben virdung" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandel kernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-033">
        <head>Mandelziger - veganer Fastenkäse</head>
        <div type="original" xml:id="b4-033-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-033-trans">
          <p>Wildu machen ein Mandel ziger MAch milich aus einem halben phunt Mandel vnd solt in dikch durch slachen vnd lazz sy sieden vnd salcz vnd gews ein wenig weins daran Oder esseach vnd schutt sy auff ein weyzz tuech vnd peswer sy das sy hertt werd darnach sneid sy wie du wild auf die vnd mach ein kalte milich daran mit zuker vnd pestekch sy mit mandel kernn das schatt nicht gib In hin den ziger</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-033-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-033-orig">
          <p>Mache aus einem halben Pfund Mandeln eine Milch. Arbeite sie kräftig durch, bis sie dick wird, und lass sie sieden. Würze mit Salz und gieße einen Schluck Wein oder Essig dazu.</p>
          <p>Schütte die Masse auf ein weißes Tuch und beschwere sie, damit sie fest wird. Schneide den Ziger danach, wie du magst, auf die Schüssel, und mache dazu eine kalte Mandelmilch, mit Zucker gesüßt.</p>
          <p>Bestecke den Ziger mit Mandelkernen, das schadet nicht, und reiche ihn hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="einem halben phunt Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gews ein wenig weins daran Oder esseach" commodity="wikidata:Q282">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="mach ein kalte milich daran mit zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel kernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne, zur Garnitur</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-034">
        <head>Mandelmus mit Wein und Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="b4-034-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-034-trans">
          <p>Von ainem Mandel Mueess NIm Mandel chern vnd Reyb die chlain vnd slach sy durch mit welhischen wein vnd mach sy suezz mit zuker vnd lass sieden vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-034-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-034-orig">
          <p>Nimm Mandelkerne und reibe sie fein. Schlage sie mit welschem Wein durch ein Sieb oder Tuch. Süße die Masse mit Zucker, lass sie sieden und serviere sie anschließend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandel chern" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="southern wine" orig="welhischen wein" commodity="wikidata:Q107262744" source="#corema-ingredient-index">Wein (Rot- oder Weißwein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-035">
        <head>Süßes Mandel-Nuss-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-035-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-035-trans">
          <p>Von ainem Mandel Muess NYm ein halb phunnt Man del vnd mach milich daraus vnd slach sy schon durch vnd mach ir nicht zuuil vnd . nym ein halb phunnt nuzz vnd sewd die vnd schell die schon vnd hakch sy chlain als die greawzz vnd tue sy in die milich vnd lass ein wall tuen vnd mach sy suezz mit zukcher vnd versalcz nicht vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-035-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-035-orig">
          <p>Nimm ein halbes Pfund Mandeln und mache daraus Mandelmilch: schlage sie gründlich durch, aber mach nicht zu viel davon.</p>
          <p>Nimm dazu ein halbes Pfund Nüsse. Siede sie, schäle sie sorgfältig und hacke sie klein wie Grütze.</p>
          <p>Gib die gehackten Nüsse in die Mandelmilch und lass alles einmal aufwallen. Süße das Mus mit Zucker, salze es nicht zu stark und reiche es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein halb phunnt Mandel" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="nut" orig="ein halb phunnt nuzz" commodity="wikidata:Q11009" source="#fyndling-ingredient-name">Nüsse</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-036">
        <head>Weißer Igel aus Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="b4-036-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-036-trans">
          <p>Von ainem weyssen ygel NIm ein phunnt Mandel den stozz gar chlain vnd tue ein zuker darIn vnd slach In zusam vnd . mach ein ygel dauon vnd zwelff mandel . kernn vnd sneid sy nach der leng pestekch den ygel In der mitt vnd vber all als die porster vnd versalcz nicht vnd gib In hin .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-036-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-036-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Mandeln und zerstoße sie sehr fein. Gib Zucker hinzu und schlage die Masse zusammen. Forme daraus einen Igel. Nimm zwölf ganze Mandeln, schneide sie der Länge nach und stecke sie in die Mitte des Igels und überall hinein, sodass sie wie Borsten aussehen. Übersalze es nicht. Serviere den Igel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein phunnt Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 500.0 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="zwelff mandel . kernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, ganz</ingredient> - 12.0</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-037">
        <head>Schwarzer Igel aus Rosinenmasse</head>
        <div type="original" xml:id="b4-037-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-037-trans">
          <p>Von ainem Swarczen ygel NIm ain phunt wein per vnd wasch die schon vnd der klaub sy schon das . nicht vnsawbers dapey sey vnd solt sy schwaiczen schon In einer phann vnd solt sy lassen chalt werden vnd wenn sy trukchen sein So . stozz sy chlain vnd czymey vnd negelein vnd . zukcher soltu tun dar ein vnd machs zesammen vnd mach ein ygel daraus vnd wenn er . peraitt ist so sol er In mit negelein pestekchen das sullen sein poerster sein vnd ein guldein Muschat sol man Im geben In den mund vnd . versalcz In nicht vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-037-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-037-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Rosinen und wasche sie gründlich. Verlese sie sorgfältig, damit nichts Unsauberes darunterbleibt. Röste sie dann in einer Pfanne gut trocken und lasse sie anschließend kalt werden.</p>
          <p>Wenn die Rosinen trocken sind, stoße sie klein und gib Zimt, Nelken und Zucker dazu. Verknete alles gut miteinander und forme aus der Masse einen Igel.</p>
          <p>Ist die Figur fertig, bestecke sie mit Nelken, die seine Borsten sein sollen. Gib ihm eine vergoldete Muskatnuss ins Maul. Übertreibe es dabei nicht mit dem Salz, und gib ihn dann hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="raisin" orig="ain phunt wein per" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-name">Rosinen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="czymey" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gemahlen (für die Masse)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, ganz (zum Bestecken als Borsten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein guldein Muschat">Muskatnuss, vergoldet</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-038">
        <head>Roter Feigen-Igel</head>
        <div type="original" xml:id="b4-038-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-038-trans">
          <p>Von einem Rotten Ygel . NIm ein phunntt veygen vnd wasch das mel dauon vnd lass sy wider trukchen werden vnd hakch sy den klain vnd stozz sy denn wol mitt gutten gewuercz vnd tue Saffran daran So wirt es rott vnd des zukers solt du nicht vergessen . vnd wenn er chlain ge= stossen ist So sol er In slachen zusamen vnd mach ein ygel Daraus vnd pestekch den den schon mit silbrein negelein das sullen sein porster sein ein feygenn gib Im In denn mund</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-038-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-038-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Feigen und wasche den Staub davon ab. Lass sie dann wieder trocken werden und hacke sie klein. Stoße sie dann gut mit guten Gewürzen und gib Safran daran, so wird es rot. Den Zucker sollst du nicht vergessen. Wenn der Zucker fein gestoßen ist, sollst du ihn in die Masse einarbeiten. Forme daraus einen Igel und bestecke ihn dann gründlich mit silbernen Nelken, das sollen seine Borsten sein. Gib ihm eine Feige in den Mund.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein phunntt veygen">Feigen, getrocknet</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gutten gewuercz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze (süße Mischung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukers" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="silbrein negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken (silberfarben)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="fig" orig="ein feygenn" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feige (als Dekoration)</ingredient> - 1 Stück</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-039">
        <head>Weiße Geyslicz (Mandel-Süßspeise)</head>
        <div type="original" xml:id="b4-039-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-039-trans">
          <p>Von vierrlay Geyslicz Am Ersten von ainer Weissen geyslicz ZW Weysser Geyslicz Nym ein phunnt Mandel die schell schon vnd reyb die klain vnd slach sy mit der Geyslicz durch als vil als ir werd auff ein gut essen die secz vber In einen kessel . Oder In einen haffen die la sieden durch einander wol wil sy dikch werden So gews ein wasser dar vnder ein salcz vnd ein zukcher tue daran das daz zumassen sey wenn das nugesotten ist So tue auff ain schussel vnd lazz stan</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-039-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-039-orig">
          <p>Von viererlei Geyslicz, am ersten von einer weißen Geyslicz.</p>
          <p>Zu weißer Geyslicz: Nimm ein Pfund Mandeln, schäle sie gründlich und reibe sie klein. Passiere sie mit der Geyslicz durch, so viel, wie für ein gutes Essen nötig ist. Setze diese in einen Kessel oder in einen Topf. Lass sie gut durcheinander sieden. Wenn sie dick wird, so gieße Wasser darunter, gib Salz und Zucker hinzu, sodass es nach Maß ist. Sobald es gargekocht ist, so gib es auf eine Schüssel und lass es stehen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein phunnt Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, geschält und gemahlen</ingredient> - 500.0 g</item>
            <item>
              <ingredient en="oat kissel" orig="Geyslicz" commodity="wikidata:Q16693052" source="#fyndling-ingredient-context">Geyslicz (Basis)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ein wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-040">
        <head>Schwarze Lebkuchensauce mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-040-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-040-trans">
          <p>Von ainer Swarczen Geyslicz NYm ein phunntt weinper vnd Reyb die schon das sy chlain werden du solt nemmen Schifflein von leczellten gemacht magstu Ir nicht gehaben So nym ein anderen leczellten vnd sneid in duenn vnd prenn In Swarcz vnd lazz In kalt werden vnd stozz In gar klain vnd fae In durch ein pheffer sib das solt du dar an tun als uil das sein genug sey vnd solt haben ein phuntt honig vnd solt das daran tun vnd gut gewurcz auch daran tun mit der Geyslicz solt du die Temperieren vnd durch slachen vnd solt sy In Im sieden lassen wol weissen Ingwer tue auch dar In vnd . ruer es wol ab Wenn sy zu dikch wel werden So gewzz Rumanyer darvnder Vnd gibs kalte . hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-040-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-040-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Weinbeeren und reibe sie gründlich, bis sie klein werden.</p>
          <p>Nimm kleine Schifflein aus Lebkuchen. Kannst du sie nicht bekommen, so nimm einen anderen Lebkuchen, schneide ihn dünn, brenne ihn schwarz und lass ihn kalt werden. Stoße ihn dann ganz fein und treibe ihn durch ein Pfeffersieb. Gib davon so viel dazu, wie nötig ist.</p>
          <p>Nimm auch ein Pfund Honig und gib es dazu, ebenso gute Gewürze. Temperiere die Masse gut und schlage sie tüchtig durch, dann lass sie darin sieden.</p>
          <p>Gib auch guten weißen Ingwer dazu und rühre gut ab. Wird die Sauce zu dick, so gieße Rumney-Wein darunter. Serviere sie kalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="raisin" orig="ein phunntt weinper" commodity="wikidata:Q13186">Weinbeeren (Rosinen)</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="Schifflein von leczellten gemacht" commodity="wikidata:Q1468150" source="#fyndling-ingredient-name">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="honey" orig="ein phuntt honig" commodity="wikidata:Q10987">Honig</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white ginger" orig="weissen Ingwer" commodity="wikidata:Q107262395" source="#corema-ingredient-index">Weißer Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rumanier" orig="Rumanyer" commodity="wikidata:Q107262741" source="#corema-ingredient-index">Rumney-Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-041">
        <head>Rote Geislitz mit Rosinen und Honig</head>
        <div type="original" xml:id="b4-041-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-041-trans">
          <p>Von ainer Rotten Geyslicz NIm ein halb phunntt weinper die solt du mit der Geyslicz durch slachen vnd ein 1/2 libra honig vnd lazz das durch einander gut gewurcz tue daran pheffer vnd Saffran Wann sy nu gesotten ist so gewzz auff vnd lass chalt werden vnd versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-041-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-041-orig">
          <p>Eine rote Geislitz: Nimm ein halbes Pfund Rosinen und arbeite sie in die Geislitz-Grütze ein. Gib ein halbes Pfund Honig dazu und lass alles gut miteinander vermengen.</p>
          <p>Würze mit einer guten Gewürzmischung, gib Pfeffer und Safran dazu.</p>
          <p>Wenn die Masse gekocht ist, gieße sie in eine Schüssel und lass sie kalt werden. Versalze sie nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="oat kissel" orig="Geyslicz" commodity="wikidata:Q16693052" source="#fyndling-ingredient-context">Geyslicz-Grütze</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="ein halb phunntt weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-name">Rosinen</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="honey" orig="ein 1/2 libra honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-042">
        <head>Grobe Geislitz</head>
        <div type="original" xml:id="b4-042-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-042-trans">
          <p>Von Grober Geyslicz NIm Geislicz vnd slach die durch ein tuch lass wol sieden das sy recht dunn werd So gewzz auff ain schussel vnd lass chalt werden vnd . tue die hawt darab vnd gib es mit wein oder mit chalter milich wie du wild vnd . gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-042-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-042-orig">
          <p>Nimm Geislitz und passiere sie durch ein Tuch. Lass sie gut sieden, sodass sie richtig dünn wird. Dann gieße sie auf eine Schüssel und lass sie kalt werden. Entferne die Haut und serviere sie mit Wein oder mit kalter Milch, ganz wie du möchtest. Und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="Geislicz" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Hafergrütze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="tuch">Passiertuch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="chalter milich">Kalte Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-043">
        <head>Fastenfladen mit Mandeln, Rosinen und Fischrogen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-043-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-043-trans">
          <p>Zu geweichten In der Vasten NYm Mandel vnd hakch den chlain vnd . verb den halben mit Saffran vnd leg pesunder In ein schuessel Nym weinper wol erlesen vnd er well die das sy symbel werden vnd leg die pesunder zu disen In die schussel Nym aller visch rogen denn der perbem Rogen nicht vnd tue die In einen Morser mit einem wenigen weissen melb . Das es werd als ein strauben taig vnd verb das vnd gewzz auff die fladen vnd pach es In einem offen .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-043-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-043-orig">
          <p>Für weiche Fastenspeisen: Nimm Mandeln und hacke sie klein. Färbe die Hälfte davon mit Safran und lege beide Hälften getrennt voneinander in eine Schüssel.</p>
          <p>Nimm gut verlesene Rosinen und lasse sie aufkochen, bis sie prall und rund geworden sind. Lege sie ebenfalls getrennt neben die Mandeln in die Schüssel.</p>
          <p>Nimm allerlei Fischrogen, nur keinen Barbenrogen, und gib ihn in den Mörser mit etwas Weißmehl, bis eine Masse entsteht wie ein Straubenteig. Färbe diese Masse und gieße sie über die Fladen. Backe alles im Ofen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinper wol erlesen" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-name">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="aller visch rogen denn der perbem Rogen nicht">Fischrogen, außer Barbenrogen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="weissen melb" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Weißmehl, etwas</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flatbread" orig="fladen" commodity="wikidata:Q666242" source="#fyndling-ingredient-context">Fladen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-044">
        <head>Rotes Mus von Krebsen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-044-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-044-trans">
          <p>Ain Muess Von Krewssen NYm krewssen vnd sneid das posss pey den augen dauon vnd stozz das ander In einem Moser vnd zetreib das mit einer milich durch ein sib vnd reib einer semel darczu vnd slach ayr tutter darein vnd slach das durch einander vnd mach ein muss daraus In einer phann Das wirt rott</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-044-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-044-orig">
          <p>Nimm Krebse und schneide das Schlechte bei den Augen ab.</p>
          <p>Stoße das übrige Fleisch in einem Mörser. Verreibe es mit Milch und drücke die Masse durch ein Sieb. Reibe eine Semmel dazu und schlage Eidotter hinein. Alles durcheinanderschlagen.</p>
          <p>Mache daraus ein Mus in einer Pfanne. Das wird rot.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="krewssen" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="einer semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayr tutter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-045">
        <head>Krebsschwänze mit Essig und Gewürz</head>
        <div type="original" xml:id="b4-045-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-045-trans">
          <p>Von krewssn Zageln DV solt nemen krewssen vnd sewd die vnd schell In die zaegel wenn Sy gesotten sein Vnd leg sy in ein Reyndel vnd geuss daran gewurcz vnd essech</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-045-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-045-orig">
          <p>Nimm Krebse und siede sie. Wenn sie gesotten sind, schäle die Schwänze heraus. Lege die Krebsschwänze in ein Reindl und gieße Gewürz und Essig darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="krewssen" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essech" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-046">
        <head>Krebsmus mit Weinsauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-046-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-046-trans">
          <p>Aber Von krewssen NIm krewss vnd sewd die vnd schell die haels schon vnd tue das vnsawber Dauon stozz die schallen vnd . nym Zwo snitten prots vnd paezz vnd mach sy darvnder slach es durch mit guten wein vnd tempers mit gewurcz vnd tue die haels darein vnd lazz erwallen . vnd gib es hin vnd schell die schaer vnd bestekchs damit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-046-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-046-orig">
          <p>Nimm Krebse und siede sie. Schäle die Hälse sauber und entferne das Unsaubere davon. Stoße die Schalen und nimm zwei Schnitten Brot. Bearbeite das Brot und mische es unter die gestoßenen Schalen. Schlage die Masse mit gutem Wein durch und würze sie mit Gewürz. Gib die Krebshälse hinein und lass es aufwallen. Serviere es und schäle die Scheren, um das Gericht damit zu bestecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="krewss" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="bread" orig="Zwo snitten prots" commodity="wikidata:Q7802">Brot</ingredient> - 2 Scheibe</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="guten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-047">
        <head>Mandel-Fasteneier in Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-047-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-047-trans">
          <p>Von allerlay Ayren In der Vasten NIm zway phuntt Mandel vnd stozz In chlain reib in mit zukcher ab vnd tu ein wenig wasser daran so peleibt er weyzz vnd darffs nicht sieden lassen vnd sol zu massen dikch sein so machtu die ayr Dauon machen vnd nym des mandels ein tail vnd mach In Rott mit Saffran das er sey als ein tutter vnd mach aus dem rotten als uil tuetter als uil du Ir haben wild als grozz als die tuttern Vnd nym ein klain weyzz tuch das soltu legen In die hant nym ein weyzz tuch vnd mach ein lueg do leg das tutterlein ein vnd das . weyss darvber Das es sey gestalt als ein aye Der mach als vil als auff ein essen vnd ein 1/2 libra weinper die wasch schon vnd . Reibs chlain vnd nym ein scheyben vnd ainer semelnn die prue dar ein vnd mit einem suessen wein durch slachen vnd ein pheffer machen Vnd mit Zukcher das haissent ayr Im pheffer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-047-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-047-orig">
          <p>Nimm zwei Pfund Mandeln, stoße sie klein und reibe sie mit Zucker ab. Gib ein wenig Wasser dazu, damit die Masse weiß bleibt. Sie muss nicht gekocht werden und soll mäßig dick sein. Daraus machst du die Fasteneier.</p>
          <p>Nimm einen Teil der Mandelmasse und färbe ihn mit Safran, sodass er wie ein Eidotter aussieht. Forme aus der gefärbten Masse so viele Dotter, wie du haben möchtest, jeweils so groß wie ein echter Eidotter.</p>
          <p>Nimm ein kleines weißes Tuch, lege es in die Hand und forme darin eine kleine Mulde. Lege das Dotterchen hinein und die weiße Mandelmasse darüber, sodass es aussieht wie ein ganzes Ei. Mache so viele, wie für eine Mahlzeit gebraucht werden.</p>
          <p>Für die Sauce nimm ein halbes Pfund Rosinen, wasche sie gründlich und reibe sie klein. Nimm eine Scheibe von einer Semmel, gieß etwas Brühe daran und schlage alles mit einem süßen Wein gut durch, sodass ein Pfeffer entsteht, und süße mit Zucker. Das Gericht heißt Eier im Pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="zway phuntt Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 1000 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="1/2 libra weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ainer semelnn" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Semmel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prue" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="suessen wein">Süßer Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-048">
        <head>Halbierte Mandel-Fasteneier mit Zuckerguss</head>
        <div type="original" xml:id="b4-048-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-048-trans">
          <p>Ein ander essen von Ayeren NIm der vorigen ayr In ein chlaines Reindlein vnd mach halbew ayr vnd leg die darein wieuil du wild vnd nym denn ain virdunng Zuker den leg In ein phann wann der zugangen ist So soltu In giessen an die ayr das stet als auff . dem smalcz Vnd nym der weissen ayr milich vnd mach lener ayr tuetter vnd legein Zukcher fur salcz darein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-048-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-048-orig">
          <p>Nimm die Eier aus dem vorigen Rezept, lege sie in ein kleines Reindl und schneide sie in Hälften. Lege davon so viele hinein, wie du magst.</p>
          <p>Nimm dann einen Vierdung Zucker und gib ihn in eine Pfanne. Wenn er geschmolzen ist, gieße ihn über die Eier, sodass er obenauf steht wie sonst das Schmalz.</p>
          <p>Nimm außerdem die weiße Mandelmilch und forme weiche Dotterstücke. Gib Zucker anstatt Salz hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="der vorigen ayr">Mandel-Fasteneier</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain virdunng Zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient> - 60 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="der weissen ayr milich">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lener ayr tuetter">Mandel-Dotterstücke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zukcher fur salcz">Zucker, anstatt Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-049">
        <head>Eier am Spieß, schwarz und gelb</head>
        <div type="original" xml:id="b4-049-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-049-trans">
          <p>Aber ain ander essen von ayren MAch gancze ayr Vnd stozz die an einen spiss vnd mach sy swarcz vnd gell vnd vergiss des zukchers nicht .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-049-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-049-orig">
          <p>Nimm ganze Eier und stecke sie auf einen Spieß. Mache sie schwarz und gelb und vergiss den Zucker nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="gancze ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Ganze Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukchers" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gell" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-050">
        <head>Hanfsuppe mit Apfel und Zwiebel</head>
        <div type="original" xml:id="b4-050-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-050-trans">
          <p>Ain haniff Suppen ITem Von haniffmuss machstu ein gutte Suppen die sol man mit wein durch slachen do wirt ein gutte suppen vnd gepeatts prott vnd solt haben ein apphel . vnd ein zwiubl den hakch chlain vnd rosst In In dem Oll rain vnd tue das darein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-050-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-050-orig">
          <p>Aus Hanfmus machst du eine gute Suppe. Diese soll man mit Wein durch ein Sieb passieren, so wird eine gute Suppe. Gib geröstetes Brot dazu. Und du sollst einen Apfel und eine Zwiebel haben, diese hacke klein. Röste sie in reinem Öl und gib das dann in die Suppe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="hemp purée" orig="haniffmuss" commodity="wikidata:Q107246629" source="#corema-ingredient-index">Hanfmus</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gepeatts prott">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="apphel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Apfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="zwiubl" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="Oll" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Pflanzenöl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-051">
        <head>Mohnkäse mit gebratenen Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="b4-051-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-051-trans">
          <p>Von ainem Magen keas . etc. NYm den magen Vnd stozz den klain vnd solt In rain waschen vnd sewd In vnd nym den schotten oben ab vnd tue In In ein Reindelein mit oell nym zwen opphel vnd sneid sy nach der leng rost In In einem Oll vnd tu sy darauff dauon do sol man nuzz milich Innen machen vnd mit zukcher sol die milich suezz sein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-051-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-051-orig">
          <p>Ein Mohnkäse: Den Mohn klein stoßen, danach sauber waschen. Den Mohn sieden und den Schotten, die obenauf schwimmende quarkartige Masse, abschöpfen. Den Schotten in ein kleines Reindlein mit Öl geben.</p>
          <p>Zwei Äpfel der Länge nach in Scheiben schneiden und in Öl braten. Die gebratenen Apfelscheiben auf den Mohnschotten legen.</p>
          <p>Dazu Nussmilch bereiten und mit Zucker süßen. Die gesüßte Nussmilch über den Mohnschotten mit den Äpfeln gießen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="den magen">Mohn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="rain waschen" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="mit oell" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="apple" orig="zwen opphel" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="In einem Oll" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl (zum Braten der Äpfel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="nuzz milich">Nüsse für Nussmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="mit zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-052">
        <head>Hanf-Schotten mit Bratäpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="b4-052-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-052-trans">
          <p>Von ainem haniff Schotten NYm Rachen haniff vnd stozz den chlain vnd wasch In vnd seich In durch ein tuech zu zwayn mallen So wirt  er rain vnd sewd In denn ab vnd nym denn den schotten dauon vnd du solt haben ain Reyndel . Da sol oll in sein Vnd tu den schotten dar In . Vnd nym vier Ophel oder funff vnd sneid die lankch vnd chlain vnd prenn die die in dem oll vnd tue das auff den schotten In die Reyn vnd zukcher darauff</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-052-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-052-orig">
          <p>Nimm rohen Hanf und stoße ihn klein. Wasche ihn und seihe ihn zweimal durch ein Tuch, dann wird er rein. Sied ihn danach ab und nimm dann den Schotten davon.</p>
          <p>Halte ein Reindel bereit, darin soll Öl sein. Gib den Schotten in dieses Reindel.</p>
          <p>Nimm vier oder fünf Äpfel und schneide sie in lange, schmale Streifen. Brate die Streifen im Öl und lege sie über den Schotten im Reindel. Streue zum Schluss Zucker darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="hemp" orig="Rachen haniff" commodity="wikidata:Q27595243" source="#fyndling-ingredient-name">Hanfsamen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oll" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="apple" orig="Ophel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient> - 4</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-053">
        <head>Gebratenes Ei-Schmalz-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-053-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-053-trans">
          <p>Von Ainem gepranten mues NYm Eyttel . ayr vnd als uil smalcz vnd secz daz das es nicht zu haizz werd vnd tue es In ein phann vnd prats . das wirt ein gepratten muess .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-053-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-053-orig">
          <p>Nimm nur Eier und ebenso viel Schmalz. Sorge dafür, dass es nicht zu heiß wird, und gib es in eine Pfanne; brate es. So wird daraus ein gebratenes Mus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyttel . ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="als uil smalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-054">
        <head>Hanfmus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-054-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-054-trans">
          <p>Ain haniff muess NIm gesotten haniff vnd stozz den klain vnd nym semelein prott vnd slach denn haniff vnd das prott durch ein schon tuech vnd das mach mit gewurcz ab .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-054-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-054-orig">
          <p>Nimm gekochten Hanf und stoße ihn klein.</p>
          <p>Nimm dazu Weißbrot und schlage beides, den Hanf und das Brot, gemeinsam durch ein sauberes Tuch.</p>
          <p>Schmecke die Mischung mit Gewürz ab.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="hemp" orig="gesotten haniff" commodity="wikidata:Q27595243" source="#corema-ingredient-index">Hanfsamen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semelein prott" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-055">
        <head>Krauser Erbsen-Ziger mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-055-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-055-trans">
          <p>Von kraus Arbais NYm schon gesotten trukchen Arbais die nicht zu waich sein Vnd stozz sy Dann . chlain In einem Morser . vnd mach . die milich Dauon vnd seich sy durch ein tuch In ein phann vnd reib ein wenigk weiss prats darvnder . Ee es wall auff ein sib oder auff ein tuch So seich das wasser dauon das wirt gut ziger . die richt an als ein pon preyn vnd pestekch sy mit Mandelkernn Nym den selben ziger vnd leg In das merer tail In ein schussel vnd gews mandelmilich daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-055-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-055-orig">
          <p>Nimm sauber gekochte, getrocknete Erbsen, die nicht zu weich sein sollen. Stoße sie im Mörser klein. Mache daraus eine Milch, indem du die zerstoßenen Erbsen durch ein Tuch in eine Pfanne seihst. Reibe ein wenig weißes Brot darunter, noch bevor die Masse aufwallt.</p>
          <p>Gieße alles über ein Sieb oder ein Tuch und lasse das Wasser abtropfen. So entsteht ein guter Ziger. Richte ihn an wie einen Bohnenbrei und bestecke ihn mit Mandelkernen.</p>
          <p>Nimm von diesem Ziger den größten Teil, lege ihn in eine Schüssel und gieße Mandelmilch darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gesotten trukchen Arbais die nicht zu waich sein">Erbsen, getrocknet und gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiss prats" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelkernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandelmilich" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-056">
        <head>Eierfäden-Schaugericht</head>
        <div type="original" xml:id="b4-056-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-056-trans">
          <p>Ain gemuess von Ayeren NYm zway vnd dreyssigk ayr sewd Sy hertt das weyss nym dauon das hakch chlain vnd stozz den Rain vnd ein vein semel mell Nym darczu das solt du durch ein tuch slachen vnd zukcher vnd ein wenig salcz tue daran die tutter soltu pesunder stossen vnd nym auch ain wenig mell darczu vnd . Saffran tue daran vnd zuker vnd solt es . durch ein tuch faeeen Vnd zu yedem muss . mustu ein tegell haben der sol yegleicher drew locher haben Das weyss soltu pesunder In ein tegel tun vnd die tutter pesunder . In ain tegel Nu mustu ein reachel haben zu yegleichen tegel Das man es damit durch reyzz vnd das soltu trukchen das die wuermel als lankch werden als praitt die schussel ist vnd zeuch ain von dir vnd den andern zu . dir vnd mit dem hor auf Nwnn nym die weissen tegel vnd czeuch chrewcz weis hin vber nach der leng vnd deen Im das gelb . das streich hin vber vnd nymb aber das weyzz vnd nach dem weyssen das gelb die weill du ichts habst</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-056-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-056-orig">
          <p>Nimm 32 Eier und sied sie hart. Trenne das Eiweiß vom Eigelb. Das Eiweiß hacke klein und stoße es sauber durch, mische feines Semmelmehl darunter. Diese Masse streiche durch ein Tuch, gib Zucker und ein wenig Salz dazu.</p>
          <p>Das Eigelb stoße gesondert, gib ebenfalls ein wenig Mehl dazu, dann Safran und Zucker. Auch diese Masse durch ein Tuch streichen.</p>
          <p>Für jede der beiden Massen brauchst du ein eigenes Gefäß mit je drei Löchern. Fülle das Eiweiß-Mus in das eine Gefäß, das Eigelb-Mus in das andere. Zu jedem Gefäß gehört eine Röhre, mit der man die Masse durchdrückt. Drücke so, dass die Fäden so lang werden wie die Schüssel breit ist, in die du sie legst. Ziehe einen Faden von dir weg, den nächsten zu dir heran, und fahre so fort.</p>
          <p>Nimm nun das Eiweiß-Gefäß und ziehe die Fäden kreuzweise über die Länge der Schüssel. Tu das Gleiche mit dem Eigelb, streiche es darüber. Nimm wieder das Eiweiß, dann wieder das Eigelb, und wechsle so ab, solange du noch Masse hast.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="zway vnd dreyssigk ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient> - 32</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein vein semel mell">feines Semmelmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher / zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wenig mell">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-057">
        <head>Kachelmus mit Safran und Ei</head>
        <div type="original" xml:id="b4-057-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-057-trans">
          <p>Ain Kachel muess NYm gutte suesse milich die soltu wallen lassen vnd solt ayr aus . slachen vnd gews . sy daran vnd mach es ab mit gutten gewurcz vnd mit Saffran das sol er durch ein tuch slachen vnd salcz das zumassen vnd das solt du tun In die milich die ayr vnd solt es sieden lassen vnd ein raines smalcz darein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-057-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-057-orig">
          <p>Nimm gute, süße Milch und lass sie aufwallen. Schlage Eier auf und gieße sie in die heiße Milch.</p>
          <p>Würze die Mischung mit gutem Gewürz und mit Safran. Den Safran soll man durch ein Tuch schlagen. Salze in angemessener Menge.</p>
          <p>Gib diese geseihte Würzmischung zur Milch mit den Eiern und lass alles gemeinsam sieden. Zuletzt kommt reines Schmalz dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gutte suesse milich">Süße Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="raines smalcz">Reines Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-058">
        <head>Gestockte Milch-Ei-Speise zum Schneiden</head>
        <div type="original" xml:id="b4-058-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-058-trans">
          <p>Ain pratne milich NIm ein susse milich vnd fumffczigk ayr dar an durch ein tuch Wann das . welt vnd die milich welt so gews daran vnd ruer die milich vmb In dem haffen das die ayr die milich pegreiffen Wenn sy dikch will werden So soltu haben ein tuch das rain sey vnd wann sy nu der wellt daz die ayr zu samen wallent So gews es auff ein tuech So machstu die milich wol gepratten vnd gewzz auff das tuch vnd lazz chalt werden So sneidest du sy wie du wild .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-058-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-058-orig">
          <p>Nimm eine süße Milch und schlage fünfzig Eier durch ein Tuch hinein.</p>
          <p>Sobald es aufwallt und die Milch kocht, gieße es hinzu und rühre die Milch im Topf gut um, damit die Eier die Milch binden.</p>
          <p>Wenn sie dick zu werden beginnt, halte ein sauberes Tuch bereit. Wallt es weiter, bis die Eier sich zusammenballen und mit aufkochen, gieße alles auf das bereitgehaltene Tuch.</p>
          <p>So bekommst du die Milch schön fest und gestockt. Gieße sie auf das Tuch und lass sie vollständig kalt werden. Dann schneide sie, wie du magst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="ein susse milich" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="fumffczigk ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient> - 50</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-059">
        <head>Schwarzes Mus mit Kalbsblut</head>
        <div type="original" xml:id="b4-059-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-059-trans">
          <p>Aber ain ander Gemuss das Swarcz ist NYm kalbs swais machstu das nicht ge= haben darczu So nym huner swais Von Iungen huenerrn vnd lass den In wein sieden Vnd nym ein gesottne henn Vnd hakch die vnd ein halbe semel vnd leg das In den siedunden swaizz vnd lazz wallen vnd wann es erwellt so mach es ab mit honig das es nicht zu suezz noch zeswar sey vnd pespreng das mit gestossen negelein vnd Ingwer vnd mit zukcher . vnd gib es . hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-059-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-059-orig">
          <p>Für ein weiteres schwarzes Mus: Nimm Kalbsblut. Kannst du das nicht bekommen, nimm stattdessen Blut von jungen Hühnern und lass es in Wein aufkochen.</p>
          <p>Nimm ein gekochtes Huhn und hacke es klein, dazu eine halbe Semmel, und gib beides in das siedende Blut. Lass es aufwallen.</p>
          <p>Wenn es aufgekocht ist, schmecke es mit Honig ab, so dass es weder zu süß noch zu sauer wird. Bestreue es mit gestoßenen Nelken und Ingwer sowie mit Zucker, und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf blood" orig="kalbs swais" commodity="wikidata:Q107246442" source="#corema-ingredient-index">Kalbsblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="gesottne henn">Huhn, gekocht</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ein halbe semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Semmel</ingredient> - 0.5</item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen negelein">Nelken, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-060">
        <head>Kalb-Hühner-Mandelmus in Milch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-060-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-060-trans">
          <p>Aber ein ander gemuess NYm ein phuntt mandel Vnd stozz die klain vnd nym ein gesottne henn vnd stozz die chlain vnd nym ein preattigs chalb fleisch vnd hakch das mit der henn chlain vnd lazz sieden In der milich vnd die milich als miteinander In dem heffen lass das zurecht sieden versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-060-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-060-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Mandeln und stoße sie klein. Nimm eine gesottene Henne und stoße sie ebenso klein. Nimm gebratenes Kalbfleisch und hacke es fein zusammen mit der Henne.</p>
          <p>Lass alles zusammen in der Milch sieden, alles gemeinsam im Topf. Lass es ordentlich aufkochen. Nicht zu stark salzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein phuntt mandel" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein gesottne henn">Henne, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein preattigs chalb fleisch">Kalbfleisch, gebraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-061">
        <head>Fasten-Mus aus Holunderblüten</head>
        <div type="original" xml:id="b4-061-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-061-trans">
          <p>Ain Muess von holler In der vasten NYm holler pluett vnd lass den sieden In wasser vnd nym ain phunntt mandel vnd stozz den chlain vnd slach den mandel durch vnd lazz sieden vmedumb tuee darczu So wirt er dikch vnd zukcher tue daran So wirt er suezz Vnd versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-061-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-061-orig">
          <p>Nimm Holunderblüten und lass sie in Wasser aufsieden.</p>
          <p>Nimm ein Pfund Mandeln, stoße sie fein und schlage sie durch. Lass sie weiter sieden.</p>
          <p>Rühre Stärke ein, damit das Mus dick wird, und süße mit Zucker. Nur mit dem Salz sei vorsichtig, versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="elder flower" orig="holler pluett" commodity="wikidata:Q67778134" source="#corema-ingredient-index">Holunderblüten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="ain phunntt mandel" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="starch" orig="vmedumb" commodity="wikidata:Q41534" source="#corema-ingredient-index">Stärke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-062">
        <head>Reismus in Käseform mit Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="b4-062-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-062-trans">
          <p>Ein ander gemuss . NYm ein phunnt Mandel vnd ein vierdung reyzz den solt du absieden vnd der klaub Inschon vnd gews die milich daran Nym ein phunnt Reyss das sol . er waschen schon vnd In einem wasser sieden vnd versewd es nicht vnd flozz es mit einem loffel vnd tue auff ein weyss tuch vnd tue Darein ain zukcher Vnd ein wenig einsalcz vnd slach es In die schussel vnd mach In slecht das er eine keas geleich sey vnd gews ein susse milich daran vnd pestekch es mit mandel kernn vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-062-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-062-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Mandeln und ein Viertelpfund Reis. Koche beides vollständig ab, verlese es dann sorgfältig und sauber und gieße Milch dazu.</p>
          <p>Nimm außerdem ein Pfund Reis, wasche ihn gründlich und siede ihn in Wasser, ohne ihn zu verkochen. Schöpfe ihn mit einem Löffel ab und lege ihn auf ein weißes Tuch.</p>
          <p>Gib Zucker und ein wenig Salz dazu, schlage alles in eine Schüssel und glätte es, bis es einem Käselaib gleicht. Gieße süße Milch darüber, bestecke es mit Mandelkernen und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein phunnt Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="rice" orig="ein vierdung reyzz" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis (für die Milch)</ingredient> - 125 g</item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="rice" orig="ein phunnt Reyss" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis (für das Mus)</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig einsalcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein susse milich">Süße Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel kernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-063">
        <head>Gestockter Mohnkäse mit Nüssen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-063-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-063-trans">
          <p>Ein keas von magen NYm magen vnd mach den zu milich das ir genug sey zu einem essen vnd nym ein lott hawsen plater vnd sewd sy das sy zergee In einem wasser da slach es mit durch Wann du es nu durch geslagen hast . So sol die milich als dikch sein als die mandel milich gews die milich an die hausen plater vnd rueers durch einander vnd tue ein zukcher daran versalcz nicht vnd sol suezz sein Nu gews In In ein schussel die nicht . ze weitt sey als ein keas napph Wann es nu kalt worden ist So wirt sy hertt so tue den kes auff ein ander schussel vnd pestekch den keas mit nuss kernn vnd wild du gernn So sneid In zu vier stukchen vnd mach ein suesse mandel mich oder ein nuss milich darczu vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-063-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-063-orig">
          <p>Nimm Mohn und mache daraus eine Milch, so viel wie für eine Mahlzeit gebraucht wird. Nimm ein Lot Hausenblase und siede sie in Wasser, bis sie sich auflöst. Schlage sie gut durch, sobald sie zergangen ist.</p>
          <p>Die Mohnmilch soll so dick sein wie Mandelmilch. Gieße die Mohnmilch zur aufgelösten Hausenblase und rühre beides gut durcheinander. Gib Zucker dazu, aber versalze es nicht, es soll süß schmecken.</p>
          <p>Gieße die Masse in eine Schüssel, die nicht zu weit ist, ähnlich einem Käsenapf. Wenn sie kalt geworden ist, wird sie fest. Stürze den Käse auf eine andere Schüssel und bestecke ihn mit Nusskernen. Wer mag, schneidet ihn in vier Stücke und richtet dazu eine süße Mandelmilch oder Nussmilch an. So wird er aufgetragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="magen">Mohn</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="ein lott hawsen plater" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient> - 15 g</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="nuss kernn" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nusskerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk or nut milk" orig="mandel mich oder ein nuss milich" commodity="wikidata:Q975953 wikidata:Q107246657" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-064">
        <head>Fasten-Hanfkäse mit Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="b4-064-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-064-trans">
          <p>Ein andernn keas von haniff NIm haniff der Rach sey vnd stozz den vnd slach In zwir oder drey= stund durch mit gesotten wasser vnd nym ein lott hausen platter darczu vnd ein halb phunnt mandel zu einer suessen milich So machest du wol ein haniff keas vnd pestekch In wol mit wew du wild vnd versalcz In nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-064-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-064-orig">
          <p>Nimm Hanf, der roh ist, und stoße ihn. Schlage ihn zwei- oder dreimal mit gesottenem Wasser durch.</p>
          <p>Gib dazu ein Lot Hausenblase und ein halbes Pfund Mandeln, zu einer süßen Milch verarbeitet. So machst du gut einen Hanfkäse.</p>
          <p>Garniere ihn, womit du magst, und versalze ihn nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="haniff der Rach sey">Hanf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="gesotten wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="ein lott hausen platter" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient> - 15 g</item>
            <item><ingredient en="almond" orig="ein halb phunnt mandel" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-065">
        <head>Nusskäse mit Hausenblase</head>
        <div type="original" xml:id="b4-065-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-065-trans">
          <p>Ein keas von nussen NIm Nuss vnd schell die gar . schon vnd stozz die chlain vnd sewd ein lott hausen platter vnd nym das gesotten wasser slach es damit durch vnd mach die milich suezz mit zuker vnd lass nicht sieden vnd tue sy In ein keas char vnd lass sy der kaltten mach ein dunne susse milich darczu sneid In oder lass In gancz vnd versalcz nicht Also machest du aller lay keas</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-065-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-065-orig">
          <p>Nimm Nüsse und schäle sie gründlich sauber. Stoße sie klein.</p>
          <p>Sied ein Lot Hausenblase in Wasser auf. Nimm das gesottene Wasser und schlage die Nüsse damit durch.</p>
          <p>Mach die Milch mit Zucker süß, lass sie danach aber nicht mehr sieden. Gieß sie in einen Käsenapf und lass sie kalt werden.</p>
          <p>Mach dazu eine dünne, gesüßte Milch. Schneide ihn an oder lass ihn ganz und versalze ihn nicht. So machst du allerlei Käse.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="Nuss" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Walnüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="isinglass" orig="ein lott hausen platter" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="gesotten wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="dunne susse milich">Dünne, gesüßte Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-066">
        <head>Nussmilchsuppe mit Brot</head>
        <div type="original" xml:id="b4-066-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-066-trans">
          <p>Ain Suppen von Nussen NIm Nussen vnd mach Daraus ein milich vnd sewd Sy Wenn du wild So sneid ein prott darein als du einer Mandel milich tuest dasselb tust du von dem magen auch wol</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-066-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-066-orig">
          <p>Nimm Nüsse und mache daraus eine Milch, dann lass sie aufsieden.</p>
          <p>Wenn du magst, schneide Brot hinein, so wie du es bei einer Mandelmilch machst. Dasselbe gelingt auch gut mit Mohn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="Nussen" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prott" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="magen">Mohn (optional, als Alternative zu den Nüssen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-067">
        <head>Bohnenmus mit süßer Milch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-067-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-067-trans">
          <p>Ain preynn von pon NIm die pon vnd mach die schon In kallttgussen vnd secz sy zu In einem schonen haffen vnd lass sy trukchen sieden das sy nicht zu waich werden Vnd nym ain rain scheaffel vnd reib sy vnczt das du sy wild an richten So peleiben sy weis vnd mach ein milich darczu welher lay du gehaben machtt das sy suess sey die tue daran vnd gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-067-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-067-orig">
          <p>Die Bohnen nehmen und in den ‚kallttgussen‘ gründlich reinigen.</p>
          <p>Danach in einen sauberen Topf setzen und trocken sieden lassen, damit sie nicht zu weich werden.</p>
          <p>Ein reines Schaff nehmen und die Bohnen darin reiben, bis sie zum Anrichten bereit sind: so bleiben sie weiß.</p>
          <p>Dazu eine Milch bereiten, welcherlei man bekommen kann, so dass sie süß ist. Die Milch über die Bohnen geben und das Gericht anrichten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="broad bean" orig="pon" commodity="wikidata:Q61672189" source="#corema-ingredient-index">Dicke Bohnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kallttgussen">Kallttgussen (Deutung offen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch, gesüßt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-068">
        <head>Bohnenmus mit Erbsenbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="b4-068-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-068-trans">
          <p>Muess NIm die vbrigen geriben pon Ain pon nym ein arbais prue vnd tue die pon darein vnd geus ein oll darIn vnd mach es dikch vnd gibs haiss hin das ist ein muss vnd versalcz es nichtt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-068-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-068-orig">
          <p>Nimm die übrigen, bereits zerstoßenen Bohnen. Nimm eine Erbsenbrühe und gib die Bohnen hinein. Gieß Öl dazu und mach es dick. Reiche es heiß, das ist ein Mus. Salze es nicht zu stark.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die vbrigen geriben pon">Ackerbohnen, übrig und zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pea stock" orig="ein arbais prue" commodity="wikidata:Q107246700" source="#corema-ingredient-index">Erbsenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="ein oll" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz es nichtt" commodity="wikidata:Q11254">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-069">
        <head>Erbsenmus mit Senffüllung</head>
        <div type="original" xml:id="b4-069-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-069-trans">
          <p>Ein ander Muess von arbais NIm Arbais vnd reib die schon do machestu gemuess von wie du wild warmm oder chalt gews sy auff ain schussel vnd wenn sew gestanden sein So sneid mitten do durch zwir vnd nym das mitter heraus . vnd gews ein seniff dar In</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-069-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-069-orig">
          <p>Nimm Erbsen und reibe sie gründlich fein, so machst du daraus ein Mus. Serviere es warm oder kalt, ganz wie du magst.</p>
          <p>Gieße das Mus auf eine Schüssel. Wenn es fest geworden ist, schneide zweimal mittig hindurch. Nimm das Innere heraus und gieße Senf in die entstandene Mulde.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="Arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="seniff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-070">
        <head>Erbsenmus mit Reis</head>
        <div type="original" xml:id="b4-070-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-070-trans">
          <p>Ein ander essen Von Arbais NIm Arbais vnd sewd sy chlain vnd gews dar In das sy nicht zu dunn werden nym den Reyzz der wol geswellt sey den leg mitten dar . In gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-070-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-070-orig">
          <p>Erbsen nehmen und weich sieden, bis sie klein zerfallen. Etwas Kochflüssigkeit dazugießen, damit sie nicht zu dünn und wässrig werden. Reis nehmen, der gut aufgequollen ist, und ihn mitten in das Erbsenmus legen. Dann auftragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="Arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice" orig="Reyzz" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-071">
        <head>Böhmisches Erbsenmus mit Schweinefleisch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-071-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-071-trans">
          <p>Von ainem pehaym= NIm gutt Arbais vnd ischen arbais muss erklaub . die schon vnd mach sy schon mit einer Kaltguss nym die arbais vnd sewd sie schon trukchen wenn sy gesotten sein sweinein fleisch . vnd must haben gut gruppen Ob du der nicht hast So nym ein schone gersten die sol trukchen sein Nun nym ein holczein loffel vnd zeuch die arbais In den haffen das . sy weiss werden mach sy dunn mit der swein= ein prue vnd salcz sy nicht vnczt du sy wild an richten Nym das Sweinein fleisch vnd sneid es nach der leng vnd preawn es schon In einer phannn Wenn du an wild richten So nym die gerstein die sol nicht gesalczen sein vnd richt sy trukchen an auff die schussel nu nym das . sweinein fleyzzch vnd leg es oben auff die . gersten Nun sullen die arbais auch warmm sein die richt an auff ein schussel die sullen nicht dikch sein also gib es mit einander hin fur ein essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-071-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-071-orig">
          <p>Nimm gute Erbsen für dieses Gericht. Diese Erbsen müssen verlesen sein, die schönen ausgesucht, und wasche sie gründlich mit einer kalten Lauge.</p>
          <p>Danach nimm die Erbsen und koche sie ordentlich durch, bis sie schön dick eingekocht sind. Sind sie gar, musst du gutes gekochtes Schweinefleisch bereithalten, und du musst gute Graupen haben. Hast du keine, nimm stattdessen feine Gerste, die trocken gekocht sein soll.</p>
          <p>Nimm nun einen Holzlöffel und rühre die Erbsen im Topf durch, bis sie hell werden. Mach sie mit der Schweinebrühe schön dünnflüssig, und salze sie erst kurz vor dem Anrichten.</p>
          <p>Nimm das Schweinefleisch, schneide es der Länge nach in Streifen und brate es in einer Pfanne gut braun.</p>
          <p>Will man anrichten, nimm die Gerste, die nicht gesalzen sein soll, und richte sie trocken auf einer Schüssel an. Dann lege das Schweinefleisch oben auf die Gerste.</p>
          <p>Auch die Erbsen sollen warm sein. Richte sie auf einer eigenen Schüssel an, sie sollen nicht zu dick sein. So gib beides zusammen als ein Gericht auf den Tisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="Arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kaltguss">Aschenlauge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork" orig="sweinein fleisch" commodity="wikidata:Q191768" source="#corema-ingredient-index">Schweinefleisch, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="groat" orig="gruppen" commodity="wikidata:Q1436715" source="#corema-ingredient-index">Graupen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="sweinein prue">Schweinebrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-072">
        <head>Erbsen mit gebratenem Speck</head>
        <div type="original" xml:id="b4-072-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-072-trans">
          <p>Mer ein essen von Arbais SO nym der selben Arbais vnd nym ain gesotten lautteren spekch vnd sneid . In wurfflat vnd mach In prawnn In einer phann vnd tue In auff die Arbais vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-072-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-072-orig">
          <p>Nimm die Erbsen und dazu gesottenen, reinen Speck. Schneide den Speck in Würfel und brate ihn in einer Pfanne braun. Gib den gebratenen Speck über die Erbsen und richte an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="Arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="gesotten lautteren spekch" commodity="wikidata:Q11106">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-073">
        <head>Weißes Nussmus mit Semmel</head>
        <div type="original" xml:id="b4-073-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-073-trans">
          <p>Ain weiss Gemuess von Nussen NYm Nuss vnd stozz die klain vnd reib sy chlain das du ir nicht durffest durch slachen vnd mach ein dikche milich dauon vnd . ein semel tu daran So wirt sy dikch vnd mach sy chalt oder warmm Wie du wild vnd mach sy suezz mit zuker</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-073-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-073-orig">
          <p>Nüsse nehmen und klein stoßen, dann so fein reiben, dass sie nicht mehr durch ein Tuch passiert werden müssen. Aus den Nüssen eine dicke Nussmilch bereiten und eine Semmel dazugeben, so wird sie schön dick.</p>
          <p>Das Mus kalt oder warm servieren, wie es beliebt, und mit Zucker süßen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="Nuss" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nüsse</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ein semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-074">
        <head>Dottermus mit Wein und Ingwer</head>
        <div type="original" xml:id="b4-074-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-074-trans">
          <p>Ain Tutter muss NIm Sechczigk hertt tutter Tue die In ein Reib scherben zeuch die ab mit gutten wein ein weissen Ingwer tu darczu vnd ein wenig zukers mach es warmm vnd versalcz nicht vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-074-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-074-orig">
          <p>Nimm sechzig harte Dotter und gib sie in eine Reibschale. Ziehe sie mit gutem Wein ab, gib weißen Ingwer und ein wenig Zucker dazu.</p>
          <p>Mach es warm und versalze es nicht. Gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Sechczigk hertt tutter">Eidotter, hart gekocht</ingredient> - 60</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gutten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white ginger" orig="ein weissen Ingwer" commodity="wikidata:Q107262395" source="#corema-ingredient-index">weißer Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein wenig zukers" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-075">
        <head>Braunes Fruchtmus zu Wildbret</head>
        <div type="original" xml:id="b4-075-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-075-trans">
          <p>Ain prawnn gemuess NYm ain phuntt weinper vnd ain phunnt veigen vnd zwaynczigk Regelspieren die schell schon vnd sneid sy das man sy prawnn mueg Im smalcz oder In oell vnd mach sy trukchen mit einem mell vnd tue es In ein phann mit haissen smalcz Oder mit oll Wenn sy nu prawnn sein so zeuch sy heraus . vnd lazz die kalt werden Wann es nu kalt wirt so trukch es zusam So . geet das oll daraus vnd hakch es chlain vnd . veygen sol er damit hakchen das sy chlain werden die veigen sullen wol geswellt sein vnd die weinper . swaicz schon vnd reib sy durch einander vnd reib es vnd nym denn ein gutten welhischen wein oder Rumanyr Oder Raynfall Oder Maluasya vnd tu gutt gewurcz daran Nu nym honig vnd tu das . In ein schon chessel das honig sol haiss . sein So sol er das . dar In tuen vnd rur das woll das . er dikch werd tue es denn auff ein char oder . was du hast wenn du an wild richten So sneid . Tattel kernn wuerfflat mugst du der Tattel kernn nicht gehaben So tue ganczew negelein an das gemuess sneid die Tattelkernn nach der leng vnd pestekch es damit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-075-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-075-orig">
          <p>Das braune Mus: Nimm ein Pfund Rosinen, ein Pfund Feigen und zwanzig Birnen. Schäle die Birnen gründlich und schneide sie so, dass man sie im Schmalz oder Öl bräunen kann. Bestäube die Stücke trocken mit etwas Mehl und gib sie in eine Pfanne mit heißem Schmalz oder Öl.</p>
          <p>Wenn sie schön gebräunt sind, zieh sie heraus und lass sie kalt werden. Ist alles ausgekühlt, drücke die Stücke zusammen, damit das Öl herausläuft. Hacke sie dann klein und hacke die Feigen gleich mit, bis auch sie klein sind. Die Feigen sollen gut aufgequollen sein, und auch die Rosinen sollen gut weich geworden sein. Reibe alles gründlich durcheinander, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.</p>
          <p>Nimm nun einen guten welschen Wein, Rumanier, Rainfal oder Malvasier, und gib gutes Gewürz dazu. Nimm dann Honig und gib ihn in einen sauberen Kessel; der Honig soll heiß sein. Gib die Frucht-Wein-Gewürz-Mischung hinein und rühr gut um, bis alles dick wird. Fülle es dann auf eine Schale oder was immer du zur Hand hast.</p>
          <p>Willst du das Mus zu Wildbret reichen, schneide Datteln würfelig. Bekommst du keine Datteln, streue stattdessen ganze Gewürznelken über das Mus. Schneide die Datteln der Länge nach und stecke die Stücke als Garnierung hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="raisin" orig="ain phuntt weinper" commodity="wikidata:Q13186">Rosinen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="fig" orig="ain phunnt veigen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feigen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="pear" orig="zwaynczigk Regelspieren" commodity="wikidata:Q13099586">Birnen</ingredient> - 20</item>
            <item>
              <ingredient en="lard or cooking oil" orig="smalcz oder In oell" commodity="wikidata:Q72827 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einem mell">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="welhischen wein oder Rumanyr Oder Raynfall Oder Maluasya">Welschwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gutt gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Tattel kernn" commodity="wikidata:Q1652093" source="#corema-ingredient-index">Datteln (optional, zum Servieren mit Wildbret)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ganczew negelein">Gewürznelken (optional, Alternative zu Datteln)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-076">
        <head>Gedämpftes Birnenmus im Wasserbad</head>
        <div type="original" xml:id="b4-076-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-076-trans">
          <p>Ain muess Von piernn NYm ein trukchen haffen vnd tu piernn darein die stingel vnd die plumben tue dauon der haffen sol nicht smalczig sein Vnd leg die piernn darIn vnd verspeil den haffen wol das sew nicht heraus vallent Du solt haben ein haffen mit wasser der sied vnd stuercz die piernn oben auff den haffen mit dem wasser das do sewd so praten die piernn In dem tuennst Wann sy waich sein so . tu sy herab . lazz kalt werden vnd stozz chlain vnd slachs durch ein tuch vnd solt haben ein vncz das es prawnn werd . du macht das muss prawnn geben wildu es gel haben So tu Saffran daran . Das machtu geben haiss . oder chalt vnd . wenn du an richtest so strew puluer . darauf du magst von Ingwer vnd zuker vnd negelein darczu das tu auch daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-076-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-076-orig">
          <p>Nimm einen trockenen, ungefetteten Topf. Die Birnen von Stielen und Blütenkelchen befreien und in den Topf legen. Den Topf gut verschließen, damit beim Wenden keine Birne herausfällt.</p>
          <p>Einen zweiten Topf mit Wasser zum Sieden bringen. Den verschlossenen Birnentopf verkehrt herum auf den siedenden Wassertopf stürzen, sodass die Birnen allein im aufsteigenden Dampf garen. Sind die Birnen weich, herabnehmen und vollständig auskühlen lassen.</p>
          <p>Die Birnen klein stoßen und durch ein Tuch schlagen, sodass ein feines Mus entsteht. Warte, bis es braun wird - so wird das Mus braun. Wer es lieber gelb mag, gibt stattdessen Safran dazu.</p>
          <p>Das Mus kann heiß oder kalt aufgetragen werden. Beim Anrichten mit Gewürzpulver bestreuen: Ingwer, Zucker und Nägelein sind dafür gut geeignet.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="piernn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-077">
        <head>Rindermus mit Blut gebunden</head>
        <div type="original" xml:id="b4-077-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-077-trans">
          <p>Aber ain gemuss von Rinttfleisch NIm Rinttfleisch Es sey grunn Oder gedigen das lass vorsieden hakch es chlain du must ein swaiz von hunern oder von einem lampp haben So rur es als lang das es walt nym essech vnd tu den swais darIn . vnd rur es . das erwellt das gehakcht fleisch tu daran als uil das es genug sey ein prat reib darIn Vnd ain rain smalcz tu daran So wirt es slaecht von vnd Ein wenig gewuercz tu daran so smekcht es wol wann du an richtest So strew . ein puluer daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-077-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-077-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch, sei es roh oder bereits gegart, und lass es vorher kurz sieden. Danach hacke es klein.</p>
          <p>Du musst außerdem Blut von Hühnern oder von einem Lamm haben. Rühr es solange, bis es aufwallt. Nimm Essig und gib das Blut hinein, und rühr es, bis es aufwallt.</p>
          <p>Gib das gehackte Rindfleisch dazu, so viel, dass die Masse genug gefüllt ist. Reib etwas Brot hinein. Gib sauberes Schmalz dazu, dadurch wird die Masse schön glatt.</p>
          <p>Würze mit ein wenig Gewürz, so schmeckt es gut. Beim Anrichten streue noch etwas Gewürzpulver darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rinttfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="swaiz von hunern oder von einem lampp">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essech" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prat" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-context">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="rain smalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewuercz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="puluer" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzpulver zum Bestreuen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-078">
        <head>Petersilienwurzel-Mus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-078-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-078-trans">
          <p>Ain gemuess von petersil wurczen In der selben weis machtu mit piessen auch machen NIm petersil wurczen vnd sewd die In eim schon wasser Wann die gesotten sein So tu das hercz dauon vnd . das ander hakch chlain vnd nym ein halb phuntt Mandel do solt milich von machen do solt du die wurczlein In tun vnd lass sieden Wann es gesotten ist So richt es an nym smalcz Oder oll darczu das tu daran vnd lass darInn sieden So wirt es . geslaecht In der selben weiss</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-078-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-078-orig">
          <p>Ein Mus von Petersilienwurzeln. Auf dieselbe Weise kannst du es auch mit Mangold machen.</p>
          <p>Nimm Petersilienwurzeln und siede sie in sauberem Wasser gar. Wenn sie gekocht sind, entferne den Kern und hacke den restlichen Teil klein.</p>
          <p>Nimm ein halbes Pfund Mandeln und mache daraus Mandelmilch. Gib die kleingehackten Wurzelstücke hinein und lass sie darin sieden.</p>
          <p>Wenn es gar ist, richte es an. Nimm Schmalz oder Öl dazu, gib es hinein und lass es darin sieden. So wird es mild und geschmacklich ausgeglichen. Auf dieselbe Weise.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="parsley root" orig="petersil wurczen" commodity="wikidata:Q68220931" source="#corema-ingredient-index">Petersilienwurzeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chard" orig="piessen" commodity="wikidata:Q157954" source="#corema-ingredient-index">Mangold</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="schon wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="ein halb phuntt Mandel" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="lard or cooking oil" orig="smalcz Oder oll" commodity="wikidata:Q72827 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-079">
        <head>Reismus mit Eidotter und Milch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-079-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-079-trans">
          <p>Ain gemuess Von Reyss NIm ein halb phunntt Reyzz zu einem essen den wasch rain vnd . der chlaub In schon vnd solt In nicht versieden lassen das er wol geswellt sey Nun solt du haben ein suesse chuee milich die soltu wallen lassen vnd leg den geswelten Reyzz darIn vnd nym xxiiij tutter vnd zerslach sy wol . wenn du an richten wild So zeuch die tutter darIn das es dikch genug werd vnd tu ain Rain smalcz daran oder ein putter vnd siech das der reyzz nicht versotten sey</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-079-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-079-orig">
          <p>Nimm ein halbes Pfund Reis für ein Gericht. Wasche ihn gründlich und lies ihn sauber aus. Lass ihn nicht verkochen, sondern nur gut aufquellen.</p>
          <p>Nun nimm süße Kuhmilch und lass sie aufwallen. Gib den aufgequollenen Reis hinein.</p>
          <p>Nimm 24 Eidotter und schlage sie gut durch. Willst du anrichten, ziehe die Dotter in die Milch-Reis-Mischung, damit sie dick genug wird. Gib reines Schmalz oder Butter dazu und sieh zu, dass der Reis nicht verkocht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="rice" orig="ein halb phunntt Reyzz" commodity="wikidata:Q5090">Reis</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein suesse chuee milich">Kuhmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="xxiiij tutter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient> - 24</item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ain Rain smalcz daran oder ein putter" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-080">
        <head>Wildmus mit Blut-Wein-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-080-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-080-trans">
          <p>Ain gemuess Von Grunn wildpraett NIm ein stukch wildpraetts das gesotten sey vnd hakch das klain So mustu haben ein rain swais hast du des nicht So nym von hunern ein swais den lass lauffen in ein haissen wein alsuil als . auff ein essen tu das In ein haffen vnd ruer es schon ab das es wall das du hast gehakcht . chlain das tue In das smalcz vnd lass darInn sieden mach es ab das es nicht zestarkch sey ein gute straew tue darauff von Ingwer vnd von zymey vnd von zukcher do sol er es mit pestreawn vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-080-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-080-orig">
          <p>Nimm ein Stück gekochtes Wildbret und hacke es klein.</p>
          <p>Dazu brauchst du reines Blut vom Wild. Hast du das nicht zur Hand, nimm ersatzweise Hühnerblut. Lass das Blut in heißen Wein einlaufen, etwa so viel, wie für eine Mahlzeit gebraucht wird.</p>
          <p>Gib die Blut-Wein-Mischung in einen Topf und rühre gut durch, bis sie aufwallt. Gib das klein gehackte Fleisch in das Schmalz und lass es darin sieden.</p>
          <p>Schmecke ab, dass es nicht zu stark wird. Streue eine gute Menge Ingwer, Zimt und Zucker darüber und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="game meat" orig="ein stukch wildpraetts das gesotten sey" commodity="wikidata:Q19862498">Wildbret</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein rain swais / von hunern ein swais">Wildblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="haissen wein" commodity="wikidata:Q282">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="das smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="von Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="von zymey" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="von zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-081">
        <head>Weißes Fleischmus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-081-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-081-trans">
          <p>Allerlay gemuess von fleisch . WEnn du es . weiss wild haben So mustu Mandel milich Daran haben vnd weyss von ayren mach es suess mit zukcher vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-081-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-081-orig">
          <p>Willst du das Fleischmus weiß haben, so gib Mandelmilch daran und Eiweiß. Süße es mit Zucker und richte es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="meat" orig="fleisch" commodity="wikidata:Q10990">Fleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="Mandel milich" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="weyss von ayren" commodity="wikidata:Q796758" source="#corema-ingredient-index">Eiweiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-082">
        <head>Fischmus in Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-082-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-082-trans">
          <p>Ain gemuess von Vischen NIm visch welherlay du wellest die ge= sotten sein die hakch chlain vnd tu sy In die mandel milich vnd sewd sy rain das es dikch werd richt es an versalcz nicht gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-082-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-082-orig">
          <p>Nimm bereits gekochten Fisch, welche Sorte du willst. Hacke ihn klein und gib ihn in die Mandelmilch.</p>
          <p>Lass alles sieden, bis es dick wird. Richte es an, versalze es nicht und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="visch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandel milich" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-083">
        <head>Braunes Fischblut-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-083-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-083-trans">
          <p>Ein ander gemuess von vischen NIm Swaizz von hechten oder von hausen oder von schaid vnd slachs . durch ein tuch so wirt es prawnn magstu des swais nicht gehaben genug So nym ein leczellten vnd prenn den lass In chalt werden vnd stozz In vnd tu In dar In So wirt es prawnn vnd mit gutten gewurcz mach es ab das es nicht zu vil sey mit dem salcz tu Im recht . ein gewurcz strew darauff gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-083-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-083-orig">
          <p>Nimm das Blut von Hecht, Hausen oder Schied und schlage es (passiere es) durch ein Tuch, so wird es braun.</p>
          <p>Hast du von dem Blut nicht genug, so nimm einen Lebkuchen und brenne ihn an. Lass ihn kalt werden, zerstoße ihn im Mörser und gib ihn dazu, so wird das Mus ebenfalls braun.</p>
          <p>Schmecke es mit guten Gewürzen ab, aber nicht zu stark, und salze nach rechtem Maß. Streue zum Schluss noch etwas Gewürz darüber und reiche es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Swaizz von hechten oder von hausen oder von schaid vnd slachs">Fischblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="ein leczellten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gutten gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="ein gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz zum Bestreuen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-084">
        <head>Hafermus mit Eidotter</head>
        <div type="original" xml:id="b4-084-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-084-trans">
          <p>Einhaber kernn DEn vindest du do wasch In schon vnd der chlaub In swell In In einem wasser tu In . In ein susse chue milich lass In DarInne sieden das er nicht versied nym zwelff tutter zu einem essen zu treib die wol Nym ein wenig semel mell wenn du an wild richten so zeuch das darIn vnd lass nymer sieden gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-084-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-084-orig">
          <p>Haferkerne, die findest du dort. Wasche sie gründlich und verlese sie. Weiche sie in Wasser ein. Gib sie in süße, frische Kuhmilch und lass sie darin sieden, damit der Hafer nicht zerkocht.</p>
          <p>Nimm zwölf Eidotter für ein Gericht und schlage sie gut durch. Nimm auch etwas geriebene Semmel dazu. Wenn du anrichten willst, ziehe die Eidotter-Semmel-Mischung in das heiße Hafermus ein und lass es danach nicht mehr sieden. Dann gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="oats" orig="Einhaber kernn" commodity="wikidata:Q24265484" source="#corema-ingredient-index">Haferkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="susse chue milich">Frische Kuhmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="zwelff tutter">Eidotter</ingredient> - 12</item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="semel mell" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Semmelmehl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-085">
        <head>Apfelmus für Fleisch- und Fastentag</head>
        <div type="original" xml:id="b4-085-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-085-trans">
          <p>Von einem Ophel muess DV solt Opphel nemen vnd schel sie vnd leg sy in einen topph vnd gewss zu hanntt vaistes daran vnd lazz das also sieden so nym vnd ruer sy vnd slach ayr dar an vnd gewurcz sy auff der schussel das sol man essen an ainem fleisch tag Aber an einem vast tag So reib prott darvnder an der ayr stat das muess magstu also machen Von chutten oder von piernn gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-085-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-085-orig">
          <p>Nimm Äpfel und schäle sie. Lege sie in einen Topf und gieße sogleich Schmalz darüber. Lass das Ganze köcheln.</p>
          <p>Nimm sie dann und rühre sie durch, und schlage Eier darunter. Würze sie auf der Schüssel. So wird es an einem Fleischtag gegessen.</p>
          <p>An einem Fastentag reibe stattdessen Brot unter das Mus, anstelle der Eier. Dieses Mus kannst du ebenso aus Quitten oder aus Birnen machen. Reiche es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Opphel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="vaistes" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier (am Fleischtag)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prott" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot (am Fastentag statt Ei)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="quince" orig="chutten" commodity="wikidata:Q2751465" source="#corema-ingredient-index">Quitten (alternativ)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="piernn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen (alternativ)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-086">
        <head>Falsche gebratene Morcheln aus Mandelmasse</head>
        <div type="original" xml:id="b4-086-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-086-trans">
          <p>Von gepratten Maurrochen NIm Welhischew weinper vnd durch lyse sy rain vnd stozz sy In einem Morser So nym geschellt Mandel chernn vnd stozz sy damitt vnd musch darczu zukcher vnd Ingwer . so das geschicht So welg es In der hannt das es geschaffen werd als ein piernn So nym gancz mandel chernn vnd stozz sy vnden darIn sam die stingel vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-086-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-086-orig">
          <p>Nimm welsche Weinbeeren und lese sie sauber durch, dann stoße sie in einem Mörser.</p>
          <p>Nimm geschälte Mandelkerne und stoße sie zusammen mit den Rosinen. Mische Zucker und Ingwer darunter.</p>
          <p>Wenn das fertig ist, knete die Masse in der Hand, sodass sie wie eine Birne geformt wird. Nimm dann ganze Mandelkerne und stecke sie unten hinein, wie einen Stiel. Dann serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="Welhischew weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#corema-ingredient-index">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geschellt Mandel chernn">geschälte Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="gancz mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">ganze Mandelkerne</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-087">
        <head>Fleischmus vom Schweinebauch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-087-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-087-trans">
          <p>Ein fleisch Mueess NIm Sweinein fleisch an der wuechst ab dem pauch vnd lass . das wol sieden So sich das schier erlosen will von der hawtt So tue die hawtt dauon vnd . hakch es klain als ain lungkmuess So leg es . wider In die selbenn pru ruer es mit ein wenig semel . vnd pheffers vnd mach es vaist also= mach lungkmuss vnd alle andree fleisch gemuss . Vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-087-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-087-orig">
          <p>Nimm Schweinefleisch, wie es am Bauch wächst, und lass es gut sieden. Sobald sich das Fleisch bald von der Haut lösen will, nimm die Haut ab und hacke das Fleisch klein, so wie man es für ein Lungenmus tut.</p>
          <p>Leg das gehackte Fleisch wieder in dieselbe Brühe, rühre ein wenig Semmel und Pfeffer unter und mach es reichhaltig.</p>
          <p>So macht man Lungenmus und alle anderen Fleischmuse. Und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Sweinein fleisch an der wuechst ab dem pauch">Schweinebauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die selbenn pru">Kochbrühe vom Schweinefleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="ein wenig semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-088">
        <head>Lauch in Mandel- oder Mohnmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-088-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-088-trans">
          <p>Von Lauch NIm die weissen chollen vnd sneid sy chlain vnd leg sy In ein chalts wasser vber nacht So nym des morgens Vnd pall In aus vnd sewd In pey einem gutten fewr in einem welligen wasser So er darInn gesotten hat So gews das wasser hin vnd gewzz ein mandel milich oder ein magen milich daran ob du wild so sneid hausen das vaist daran oder spekch vnd lass . das sieden</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-088-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-088-orig">
          <p>Nimm die weißen Köpfe des Lauchs und schneide sie klein. Lege sie über Nacht in kaltes Wasser.</p>
          <p>Am nächsten Morgen nimm sie heraus und drücke das Wasser gut aus. Siede sie dann bei einem guten Feuer in wallendem Wasser, bis sie gar sind.</p>
          <p>Gieße das Kochwasser ab und gieße stattdessen Mandelmilch oder Mohnmilch daran. Willst du, so schneide das Fett vom Hausen dazu, oder Speck, und lass alles zusammen weitersieden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die weissen chollen">Lauch, weißer Teil</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein chalts wasser">Kaltes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einem welligen wasser">Wallendes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk or poppy seed milk" orig="ein mandel milich oder ein magen milich" commodity="wikidata:Q975953 wikidata:Q107246708" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="sneid hausen das vaist daran oder spekch">Hausenfett, optional</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-089">
        <head>Junges Weißkraut mit Fleisch, Ei und Käse</head>
        <div type="original" xml:id="b4-089-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-089-trans">
          <p>Von Iungen weissen krautt NIm Iunges weiss krautt vnd sneid es zu spalten So leg es In den topph vnd lass . es sieden vnd gews das wasser ab so hab ge= sottens fleisch In einem anderen toph scheffeins oder Rindreins vnd leg das chrautt denn zu dem fleisch So nym ayr die hertt vnd schell sy vnd rost Sy denn gancz In einer phann Wenn das chrautt vnd das fleisch nahent gesotten So tu die ayr darIn Vnd hertten keas vnd lass . das aber miteinander sieden vnd mach das gar vaist wildu es aber machen nicht mit fleisch So leg darauff ayr als vor gemacht . In der phann mit dem keas vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-089-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-089-orig">
          <p>Nimm jungen weißen Kohl und schneide ihn in Spalten. Lege die Spalten in den Topf, lass sie sieden und gieße dann das Wasser ab.</p>
          <p>Habe in einem anderen Topf gesottenes Fleisch bereit, Schaf oder Rind, und lege das Kraut zu dem Fleisch.</p>
          <p>Nimm hart gekochte Eier, schäle sie und röste sie dann ganz in einer Pfanne. Wenn das Kraut und das Fleisch fast gar sind, gib die Eier dazu und harten Käse. Lass alles noch einmal miteinander sieden und mach es schön reichhaltig.</p>
          <p>Willst du es aber ohne Fleisch machen, so lege stattdessen die schon vorbereiteten Eier mit dem Käse obenauf und gib es hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Iunges weiss krautt">Junges Weißkraut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mutton or beef" orig="scheffeins oder Rindreins" commodity="wikidata:Q14566073 wikidata:Q192628" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Gesottenes Fleisch, Schaf oder Rind</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayr die hertt vnd schell sy">Eier, hart gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pressed cheese" orig="hertten keas" commodity="wikidata:Q1412674" source="#corema-ingredient-index">Harter Käse</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-090">
        <head>Gestoßenes Hühnerfleisch mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="b4-090-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-090-trans">
          <p>Von gestossen huner DV macht auch wol machen von altten hunern gestossen huner in einem Morsner vnd daran tue Saffrann vnd mit gewurcz gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-090-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-090-orig">
          <p>Von gestoßenen Hühnern: Das lässt sich auch gut aus alten Hühnern machen. Stoße die Hühner im Mörser fein. Gib Safran und Gewürz dazu und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="huner" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffrann" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-091">
        <head>Zimtsauce für Morcheln oder Erbsen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-091-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-091-trans">
          <p>Was Topanicz man sol machen an die Maur ochen NIm Zmettan vnd sewd den wol vnd seich den durch ein tuch oder durch ein ein sib So tue putteren vnd Saffran daran Vnd . pestreaw das mit gerosten semmeln Item von arbaissen macht man auch ein Topaenicz du solt aber darczu tun Saffran vnd kumebel</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-091-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-091-orig">
          <p>Zimtsauce für Morcheln: Nimm Zimt und koche ihn gut auf. Seihe ihn durch ein Tuch oder durch ein Sieb. Gib Butter und Safran dazu. Bestreue die Sauce mit gerösteten Semmelbröseln.</p>
          <p>Erbsen-Variante: Auch aus Erbsen macht man eine solche Sauce. Dazu sollst du aber Safran und Kümmel geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zmettan" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putteren" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gerosten semmeln">geröstete Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbaissen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="kumebel" commodity="wikidata:Q22978145">Kümmel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-092">
        <head>Eierkuchen als Morchel-Imitat</head>
        <div type="original" xml:id="b4-092-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-092-trans">
          <p>Aber ain Maurochen chostel . etc. NIm vnd mach aine chuechen Inder phann von ayren So sneid In zustukchen vnd In ainer salssen die da gemacht sey mynnczen vnd petersil von Iungen vnd altten knoblach</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-092-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-092-orig">
          <p>Noch eine Morchel-Nachahmung. Mach einen Kuchen in der Pfanne aus Eiern, so wie man einen Eierkuchen backt. Schneide ihn dann in Stücke.</p>
          <p>Lege die Stücke in eine Sauce, die aus Minze und Petersilie gemacht ist, dazu junger und alter Knoblauch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mint" orig="mynnczen" commodity="wikidata:Q27640062" source="#corema-ingredient-index">Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="von Iungen vnd altten knoblach">Knoblauch, jung und alt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-093">
        <head>Sauerkraut mit süßer Senfpaste</head>
        <div type="original" xml:id="b4-093-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-093-trans">
          <p>Von ainem gutten pottigen krawtt DV solt Seniff Stampphen Wenn das ge= schicht So gews syedunds wasser daran vnd rueer In als ein taig das tu drey nacht nach ein ander vnd gews des morgens ymmer das wasser herab . vnd In aber mit einen anderen siedunden wasser an dem dritten morgen So . reib In mit einem gutten pier essech so nym krenn der chlain gesnitten sey vnd gestossen petersill der mit sampt der wurcz gestossen sey vnd ge= sotten Regelspiernn Coriander gestossen vnd gevaett durch ein sib welhischs weinper Geschellt Mandel chernn vnd honigsam das tue auff daz chraut zu einer ysleicher legk . das sol man mit recht mit silber wider legen als gesuntt ist es das ist gesuntt zu essen In dem aewgsten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-093-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-093-orig">
          <p>Zu einem guten eingelegten Kraut sollst du zuerst Senfsaat stoßen. Wenn das geschehen ist, gieße siedendes Wasser darauf und rühre den Senf an wie einen Teig. Das wiederhole drei Nächte nacheinander und gieße jeden Morgen das alte Wasser ab. Am dritten Morgen gieße wieder frisches, siedendes Wasser darauf.</p>
          <p>Reibe den Senf danach mit einem guten Bieressig an. Nimm dazu klein geschnittenen Kren, gestoßene Petersilie mit ihrer Wurzel, gesottene Birnen, gestoßenen Koriander, der durch ein Sieb passiert ist, Rosinen, geschälte Mandelkerne und Honig.</p>
          <p>Diese Mischung gib auf das Kraut, auf jede Lage eine Schicht. Das soll man mit Recht mit Silber wieder einlegen. So gesund diese Zubereitung ist, so gesund ist es auch, sie im August zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Seniff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senfsaat</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="syedunds wasser">Wasser, siedend</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer vinegar" orig="gutten pier essech" commodity="wikidata:Q107262097" source="#corema-ingredient-index">Bieressig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="horse radish" orig="krenn" commodity="wikidata:Q2964630" source="#corema-ingredient-index">Meerrettich</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="petersill der mit sampt der wurcz gestossen sey">Petersilie mit Wurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="gesotten Regelspiernn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Coriander gestossen vnd gevaett durch ein sib">Koriander, gestoßen und durchs Sieb passiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="welhischs weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#corema-ingredient-index">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Geschellt Mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nectar" orig="honigsam" commodity="wikidata:Q171934" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="pottigen krawtt / chraut">Sauerkraut</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-094">
        <head>Falsche Morcheln aus Huhn</head>
        <div type="original" xml:id="b4-094-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-094-trans">
          <p>Mawrochen von hunern NIm das fleisch von der prust hakch es chlain tue dar= czu ayr mel pratt pheffer salcz zwen stekchen vornn chullpatt als die maurochen vnd leg es In wallund Suppen die weil das sewdet so windt die anderen vmb den spiss So du ir genug hast So full sy mit gewurczten ayren vnd prat sy gar an einem spiss vnd gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-094-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-094-orig">
          <p>Nimm das Fleisch von der Hühnerbrust und hacke es klein. Gib Eier, Mehl, Brot, Pfeffer und Salz dazu.</p>
          <p>Forme damit zwei Stecken vorne knollig, sodass sie wie Morcheln aussehen. Lege sie in wallende Brühe. Während sie darin sieden, wickle die übrigen um den Spieß.</p>
          <p>Wenn genug fertig geformte Morcheln bereitstehen, fülle sie mit gewürzten Eiern und brate sie vollständig an einem Spieß. Dann richte sie an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="das fleisch von der prust">Hühnerbrustfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="pratt" commodity="wikidata:Q7802">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wallund Suppen">Brühe zum Sieden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gewurczten ayren">gewürzte Eier zur Füllung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-095">
        <head>Rehblut-Lungen-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-095-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-095-trans">
          <p>Ain gemuess von des Rechs= pluett vnd von der Lungel etc. NIm das plutt vnd die Lungelen von dem Rech vnd sewd es mar sneid es wurfflat seych die suppen durch ein tuch das da nicht har . dar Innen peleib tue das alles wider In den topph tue darczu smalcz vnd wein lass es vast sieden So du es hin gibst do tue dar auff gemallen pheffer es sol doch eben dikch peleiben</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-095-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-095-orig">
          <p>Ein Mus vom Rehblut und von der Lunge: Nimm das Blut und die Lunge vom Reh und koche es gut durch. Schneide es in Würfel.</p>
          <p>Seihe die Brühe durch ein Tuch, damit kein Haar darin zurückbleibt. Gib alles wieder in den Topf, gib Schmalz und Wein dazu und lass es kräftig sieden.</p>
          <p>Wenn du es aufträgst, streue gemahlenen Pfeffer darüber. Es soll aber gleichmäßig dick bleiben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="das plutt">Rehblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="roe-deer lung" orig="die Lungelen von dem Rech" commodity="wikidata:Q107246731" source="#corema-ingredient-index">Rehlunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gemallen pheffer" commodity="wikidata:Q3143131">Pfeffer, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-096">
        <head>Haltbares Weißbrot-Kondiment mit Wein</head>
        <div type="original" xml:id="b4-096-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-096-trans">
          <p>Ain Condiment oder ain gemuess DErr weyzz prott vnd rer es durch ein sib dicz pehalt auch In einem lidrein peawtel das es nicht nass werd So du es dann essen wild So leg es In wein vnd tue darczu smalcz ayr pheffer oder was du dikchs haben wild</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-096-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-096-orig">
          <p>Ein Kondiment oder ein Mus:</p>
          <p>Dörre Weißbrot und reibe es durch ein Sieb. Bewahre dieses Pulver auch in einem ledernen Beutel auf, damit es nicht feucht wird.</p>
          <p>Willst du es dann essen, so lege es in Wein ein und gib Schmalz, Eier und Pfeffer dazu, oder was du sonst Dickes haben willst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weyzz prott" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-097">
        <head>Gefüllte Eier mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="b4-097-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-097-trans">
          <p>Von gefullten Ayeren NIm air slach sy an peden ortternn auff hakch Saluay chlain vnd menge sy zu den tutternn vnd full sy wider in vnd wireff sy in hayzz wasser vnd schell die ayr vnd prat sy peslach sy mit ayren vnd mit chreawttern vnd mit saffran vnd gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-097-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-097-orig">
          <p>Nimm Eier und schlage sie an beiden Enden auf. Hacke Salbei fein und mische ihn unter das Eigelb.</p>
          <p>Fülle die Salbei-Eigelb-Mischung wieder in die Eier und wirf sie ins heiße Wasser. Schäle die Eier, brate sie an und beschlage sie mit Ei, Kräutern und Safran. Dann gib sie hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Saluay" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei, fein gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="tutternn" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="hayzz wasser" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier, für die Hülle</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="chreawttern" commodity="wikidata:Q207123">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-098">
        <head>Spieß-Eier mit Salbei und Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="b4-098-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-098-trans">
          <p>Gepratten ayr von dem Spiss . REyb schon prott prat es hertt in putteren menig darczu ayr vnd . durren Saluay vnd pheffer full die ayr schallen damit prat sy an einem Spiss gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-098-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-098-orig">
          <p>Reibe Brot sauber und brate es in Butter, bis es hart wird.</p>
          <p>Mische viele Eier darunter, dazu trockenen Salbei und Pfeffer. Fülle die leeren Eierschalen mit dieser Masse.</p>
          <p>Brate sie an einem Spieß und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prott" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putteren" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="durren Saluay">Salbei, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayr schallen">Eierschalen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-099">
        <head>Gefüllte Eier mit Salbei</head>
        <div type="original" xml:id="b4-099-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-099-trans">
          <p>Aber von gefullten ayeren HAkch Saluay chlain prat sy inputteren menig darczu ayr chrewtter Saffran salcz daraus mach ein habech muss full . es wider In die schallen leg sy in siedundts wasser . sewd sy</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-099-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-099-orig">
          <p>Für gefüllte Eier auf eine weitere Art: Salbei klein hacken und in Butter anbraten.</p>
          <p>Mehrere Eier, Kräuter, Safran und Salz dazugeben und daraus ein Habichtsmus machen.</p>
          <p>Das Mus zurück in die Schalen füllen, die gefüllten Eier in siedendes Wasser legen und darin sieden lassen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="gefullten ayeren" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Saluay" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="inputteren menig" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="chrewtter" commodity="wikidata:Q207123">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="siedundts wasser" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-100">
        <head>Gefüllte Eier im Salbei</head>
        <div type="original" xml:id="b4-100-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-100-trans">
          <p>Gefullt ayr in dem Saluay NIm milich vnd ayr . schon prat Saffran vnd salcz mach es dikch leg die ayr dar In . er well sy gib sy hin das haissen gefullte ayr in einem saluay</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-100-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-100-orig">
          <p>Nimm Milch und Eier und rühre sauberes, geriebenes Brot, Safran und Salz darunter. Mach die Mischung dick. Lege die Eier hinein. Lass es aufwallen und gib es dann hin. Das nennt man gefüllte Eier im Salbei.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prat" commodity="wikidata:Q7802">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="saluay" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-101">
        <head>Biersauce mit Salbei zu Eiern</head>
        <div type="original" xml:id="b4-101-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-101-trans">
          <p>Von gewellten ayren NIm pier vnd putteren vnd gehakchten saluay esseach vnd salcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-101-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-101-orig">
          <p>Für gewällte (gekochte) Eier: Nimm Bier und Butter und gehackten Salbei, Essig und Salz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gewellten ayren">Eier, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer" orig="pier" commodity="wikidata:Q44">Bier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putteren" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gehakchten saluay">Salbei, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseach" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-102">
        <head>Bohnen aus Teig</head>
        <div type="original" xml:id="b4-102-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-102-trans">
          <p>Von pon gemacht von taig MAch ein ayr taig mit einem walg holcz das er werd eins halben vinger dikch sneid den wuerfflat als die pon wirff . den taig In hayzz smalcz es ist snell gepachen gews ab das smalcz lass es trukchen vnd mach ein ayr prue oder ein ander suppen vnd lass . es erwallen ee du die pon darIn tust das . haissen pon von taig pewar es vor nassen so machstu es pehaltten lange Zeit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-102-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-102-orig">
          <p>Für die Bohnen aus Teig: Mache einen Eierteig und rolle ihn mit dem Nudelholz aus, bis er etwa einen halben Finger dick ist. Schneide ihn würfelig, in der Größe von Bohnen. Wirf die Teigwürfel in heißes Schmalz, sie sind schnell gebacken. Gieße das Schmalz ab und lasse die Stücke abtropfen und trocknen.</p>
          <p>Mache eine Eierbrühe oder eine andere Suppe und lass sie aufkochen, bevor du die Bohnen hineingibst. Das nennt man Bohnen aus Teig.</p>
          <p>Bewahre sie vor Feuchtigkeit, dann lassen sie sich lange aufheben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="egg dough" orig="ayr taig" commodity="wikidata:Q107262035" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg dough" orig="ayr taig" commodity="wikidata:Q107262035" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hayzz smalcz">Schmalz zum Ausbacken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayr prue oder ein ander suppen">Eierbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-103">
        <head>Grüne Bohnen mit Brot-Gewürz-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="b4-103-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-103-trans">
          <p>Von Grunn pon SEwd gruen pon mit schonem prott pheffer vnd dreystund als vil chumb saffran salcz esseach vnd pier . mal die zusamen trukchen die pon gews . das gemallen gesotten darauff gib es hin Gruen arbais mach auch also .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-103-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-103-orig">
          <p>Die grünen Saubohnen sieden.</p>
          <p>Für die Sauce sauberes Brot mit Pfeffer und dreimal so viel Kümmel wie Pfeffer vermengen, dazu Safran, Salz, Essig und Bier geben. Alles zusammen im Mörser zerstoßen, bis eine dicke, nicht wässrige Masse entsteht.</p>
          <p>Diese Masse über die gesottenen Bohnen gießen. Anrichten und auftragen.</p>
          <p>Variante: Grüne Erbsen bereitet man auf dieselbe Weise zu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Grunn pon / gruen pon">grüne Saubohnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="schonem prott" commodity="wikidata:Q1501889">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="dreystund als vil chumb" commodity="wikidata:Q22978145">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseach" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer" orig="pier" commodity="wikidata:Q44">Bier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Gruen arbais">grüne Erbsen (Variante statt Bohnen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-104">
        <head>Fastenbutter aus Ackerbohnen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-104-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-104-trans">
          <p>Von hertten putteren oder ob man putteren dauon wil machen GEdigenn ponmach also tue sy in wallunde lang vncz das In der palkch ab gee vnd gews auf ein syb . Oder auff ein reib In ab . die pelg erwell sy mit den vorgenanten condimenten vnd gib sy dann hin aus den pon magstu machen putteren</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-104-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-104-orig">
          <p>Über harte Butter, oder wenn man daraus eine Butter machen will: Nimm reife Ackerbohnen und verfahre so: Gib sie lange in die siedende Flüssigkeit, bis sich ihnen die Schale löst. Gieße sie dann auf ein Sieb, oder reibe sie auf einer Reibe ab.</p>
          <p>Die Schalen koche mit den zuvor genannten Gewürzen auf und richte sie dann an. Aus den Bohnen kannst du dann die Butter machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="broad bean" orig="pon" commodity="wikidata:Q61672189" source="#corema-ingredient-index">Ackerbohnen, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wallunde" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vorgenanten condimenten">Brot-Pfeffer-Kümmel-Safran-Sauce, wie im unmittelbar vorangehenden Rezept b4-103 beschrieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-105">
        <head>Getreidebrei mit Safran und Butter</head>
        <div type="original" xml:id="b4-105-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-105-trans">
          <p>Von pampel muss WAykch haber greus oder von waicz oder von hyerzz sewd die mit milich dunnelecht tu darczu saffran . putteren erwell sy vnd gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-105-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-105-orig">
          <p>Pampelmus: Weiche Hafergrütze wählen, ersatzweise Weizen- oder Hirsegrütze. Die Grütze mit Milch aufsetzen und dünnflüssig kochen. Safran und Butter dazugeben. Einmal aufwallen lassen und auftragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="haber greus">Hafergrütze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putteren" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-106">
        <head>Weißes Kriechenpflaumenmus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-106-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-106-trans">
          <p>Ein gemuess von weissen kriechen NIm weyss kriechen sewd sy gar schon slach sy durch ein sib . vnd doch nicht zu zeng das die putteren von den kernn vnder der hawtt darczu icht kumb tue darczu honig weyss prott gekreawt erwell es gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-106-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-106-orig">
          <p>Nimm weiße Kriechenpflaumen und koche sie gründlich weich. Streiche sie durch ein Sieb, aber nicht zu fest, damit das Öl aus den Steinkernen unter ihrer Schale nicht mit ins Mus gerät.</p>
          <p>Gib Honig, Weißbrot und Kräuter dazu und lass es einmal aufwallen. Dann serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="weyss kriechen">weiße Kriechenpflaumen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weyss prott" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="gekreawt" commodity="wikidata:Q207123">Kräuter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-107">
        <head>Safran-Eierkäse im Wasserbad</head>
        <div type="original" xml:id="b4-107-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-107-trans">
          <p>Ein gemuss NIm ein gefuegen haffen mit milich slach zwelff ayr darczu salcz vnd saffran slach sy mit einem twierel secz die milich mit dem toph in ein wallunden chessel mit wasser lazz sy darInn sieden als lang als ein Rinttfleisch so sy gar sey gesotten So gib sy hin an ganczen stukchen vnd . gib darauff wol gesmache krewtter Wildu sy pratten So tue sy In ein tuech die weil sy gancz ist vnd peswer sy mit einem stain sanfft von morgen pis an den abent sneid sy dunn . vnd stozz an ein spis vnd pespreng sy mit Salcz vnd mit vnd gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-107-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-107-orig">
          <p>Nimm einen passenden Topf mit Milch, schlage zwölf Eier hinein und würze mit Salz und Safran. Schlage alles mit einem Quirl gut durch.</p>
          <p>Stelle den Topf mit der Milch in einen siedenden Kessel mit Wasser. Lass die Masse darin so lange sieden wie ein Stück Rindfleisch braucht, bis sie ganz gar gekocht ist.</p>
          <p>Ist sie gar, richte sie in ganzen Stücken an. Gib wohlschmeckende Kräuter darüber.</p>
          <p>Willst du sie stattdessen braten: Lege die Speise, solange sie noch ganz ist, in ein Tuch und beschwere sie sanft mit einem Stein, vom Morgen bis zum Abend. Schneide sie danach dünn, stecke die Scheiben auf einen Spieß und bestreue sie mit Salz und mit [im Text fehlt hier eine Angabe]. Dann richte sie an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milich" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="zwelff ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient> - 12</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="krewtter" commodity="wikidata:Q207123">Kräuter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-108">
        <head>Reismus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-108-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-108-trans">
          <p>Von Reyss ein Gemuss NImReis mach den schon mit warmm wasser . tu In Inein haffen gews wasser darauff das es sey eines . Dawmen prait ob dem Reys secz es hayss vber das fewr oder chalt so er pegynnt vornn auff werffen so seich die pru ab secz In hin lass In chalten So du In aber machen wild So gews mandel milich darauff vnd secz denn auff die chollen so rur In also das er gancz pe= leib So er peginnet dikchen So weyss In mit der milich Wenn du wissen wild ob er sey ge= sotten So nym drew korner zwischen die vinger zu gent die ziger das da nichts herttes peleibt So ist er gar peraitt So gib in hin mit zuker .</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-108-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-108-orig">
          <p>Nimm Reis und wasche ihn gründlich mit warmem Wasser. Gib ihn in einen Topf und gieße so viel Wasser darüber, dass es eine Daumenbreite über dem Reis steht. Setze den Topf heiß oder kalt über das Feuer, bis der Reis beginnt, oben aufzuwallen.</p>
          <p>Seihe dann die Brühe ab, stelle den Reis zur Seite und lass ihn kalt werden.</p>
          <p>Wenn du ihn weiter zubereiten willst, gieße Mandelmilch darüber und setze den Topf auf die Glut. Rühre den Reis, damit er ganz bleibt. Wenn er beginnt einzudicken, mache ihn mit der Mandelmilch schön weiß.</p>
          <p>Willst du wissen, ob er gar ist, nimm drei Körner zwischen die Finger und drücke sie, bis sie weich wie Ziger werden und nichts Hartes mehr übrig bleibt. Dann ist er ganz bereit. Serviere ihn mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="rice" orig="Reis" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="warmm wasser" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandel milich" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-109">
        <head>Schlichtes Safran-Speck-Süppchen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-109-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-109-trans">
          <p>Ain Slechtes kosstel NIm ein gute prue saffran Saluay vnd . esseach zemassen Sawr vnd lazz es er wallen So temperirs zusammen ayr vnd schon prott darczu gesnitten spekch leg es In siedunds . wasser . vnd lass es erwallen vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-109-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-109-orig">
          <p>Nimm eine gute Brühe und gib Safran und Salbei hinein sowie Essig, in angemessenem Maß sauer eingestellt, und lass sie aufwallen.</p>
          <p>Verrühre Eier und sauberes Brot miteinander und gib geschnittenen Speck dazu. Lege diese Masse in siedendes Wasser und lass sie aufwallen. Dann serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gute prue">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Saluay" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseach" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="schon prott" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesnitten spekch">Speck, geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="siedunds wasser" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-110">
        <head>Birnenmus mit Eidotter</head>
        <div type="original" xml:id="b4-110-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-110-trans">
          <p>Ain piernn muss NIm piernn vnd pe sneid die vnd sewd sy in einem haffen mit einem wein vnd mit vnd slach Sy durch ein tuech vnd erwell sy denn mit ayr tuetter So . ist es . denn gancz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-110-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-110-orig">
          <p>Nimm Birnen und schäle sie. Siede sie in einem Topf mit Wein und mit [Lücke im Original, vermutlich Schmalz].</p>
          <p>Schlage die gesottenen Birnen durch ein Tuch. Lass das Mus danach mit Eidotter noch einmal aufwallen. So ist es dann ganz fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="piernn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="(aus Paralleltext erschlossen)" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayr tuetter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-111">
        <head>Reismus mit gerösteten Apfelwürfeln und Wein</head>
        <div type="original" xml:id="b4-111-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-111-trans">
          <p>Ein Reys muss NIm Mandel milich vnd meng sy mit Reys mel vnd sewd es wol vnd nym ein ophel vnd sneid In wurffellat vnd rosst In in einem smalcz vnd tue wein darauff gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-111-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-111-orig">
          <p>Für ein Reismus: Mandelmilch nehmen und mit Reismehl vermengen, dann gut aufkochen lassen.</p>
          <p>Einen Apfel nehmen, in Würfel schneiden und in Schmalz rösten. Wein daraufgeben und auftragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="Mandel milich" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice flour" orig="Reys mel" commodity="wikidata:Q1269205" source="#corema-ingredient-index">Reismehl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="apple" orig="ophel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Apfel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-112">
        <head>Nussmus mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="b4-112-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-112-trans">
          <p>Ein Muess Von Nuessen NIm Nuss kernn vnd stozz die klain vnd slach sy durch ein tuech mit einer suessen milich zesamen vnd mit einer prosem semel vnd sewd es wol in einem haffen vnd tu smalcz darczu ge= nug vnd mit ayr tutternn wol ab gerurt vnd wol geverbt mit Saffran vnd gib es hin versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-112-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-112-orig">
          <p>Nimm Nusskerne und stoße sie klein. Schlage sie durch ein Tuch, zusammen mit süßer Milch und mit Semmelbröseln, und lass es gut in einem Topf sieden. Gib genug Schmalz dazu.</p>
          <p>Rühre zuletzt das Eigelb gut unter und färbe es schön gelb mit Safran. Gib es hin und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="Nuss kernn" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nüsse, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="einer suessen milich" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white breadcrumbs" orig="prosem semel" commodity="wikidata:Q107262394" source="#corema-ingredient-index">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayr tutternn" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-113">
        <head>Sauerkirschmus mit Eigelb</head>
        <div type="original" xml:id="b4-113-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-113-trans">
          <p>Ain weychselmuess NIm weychsel vnd prich die Stingel ab vnd sewd sy mit ein wenig wein vnd slach sy durch ein tuch mit einer semel prosem wol der wallt In einem haffen vnd tue smalcz genug daran vnd ruer es denn mit ayr tutternn ab . vnd strew gewurcz dar auff . So man es an richtet versalcz nicht vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-113-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-113-orig">
          <p>Nimm Weichseln und breche die Stiele ab. Sied sie mit einem Schuss Wein.</p>
          <p>Streiche die Kirschen zusammen mit einer gut aufgekochten Semmelbrösel-Beigabe durch ein Tuch in einen Topf. Gib genug Schmalz hinzu und rühre die Mischung dann mit Eigelb ab.</p>
          <p>Streue Gewürz darüber. Beim Anrichten nicht übersalzen, dann gib es zu Tisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sour cherry" orig="weychsel" commodity="wikidata:Q68438267" source="#corema-ingredient-index">Sauerkirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="semel prosem">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayr tutternn" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-114">
        <head>Weichselmus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="b4-114-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-114-trans">
          <p>Aber von weychsel NIm weichsel vnd sewd die mit wein vnd slach sy durch ein tuech mit Irr aigen pru vnd nym dikchew mandel milich vnd tuee die weichsel dar In vnd sewd es wol In einem haffen vnd rur es mit reyzz mel . smalcz vnd gewurcz genug daran vnd zukcher darauff gestreawtt gib es hin versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-114-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-114-orig">
          <p>Nimm Weichseln und siede sie mit Wein. Schlage sie durch ein Tuch, zusammen mit ihrer eigenen Brühe.</p>
          <p>Nimm dicke Mandelmilch und gib die Weichseln hinein. Lass alles in einem Topf gut aufkochen und rühre Reismehl, Schmalz und genug Gewürz daran.</p>
          <p>Streue Zucker darüber und richte es an. Achte darauf, es nicht zu versalzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sour cherry" orig="weichsel" commodity="wikidata:Q68438267" source="#corema-ingredient-index">Sauerkirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="dikchew mandel milich">Mandelmilch, dick eingekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice flour" orig="reyzz mel" commodity="wikidata:Q1269205" source="#corema-ingredient-index">Reismehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zukcher" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-115">
        <head>Eidotter-Wein-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="b4-115-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-115-trans">
          <p>Ain tutter Muess NIm Sechczigk ayr vnd tue die tutter daraus vnd nym ein halbew aechter in welhisch wein darczu So wirt das muss vein ein wenig salcz vnd ein suezze milich smalcz das ist auch gut vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-115-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-115-orig">
          <p>Nimm sechzig Eier und löse die Dotter heraus. Rühre ein halbes Achter Welschwein unter die Dotter, dadurch wird das Mus fein. Würze mit ein wenig Salz. Auch süße Butter kannst du dazugeben, das ist ebenfalls gut. Serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="yolk" orig="Sechczigk ayr" commodity="wikidata:Q16336079">Eigelb</ingredient> - 60</item>
            <item><ingredient en="southern wine" orig="ein halbew aechter in welhisch wein" commodity="wikidata:Q107262744">Welscher Wein</ingredient> - 0.5</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein suezze milich smalcz">Süße Butter (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-265">
        <head>Grüner Met von jungen Bienen</head>
        <div type="original" xml:id="b4-265-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-265-trans">
          <p>Von Grunn mett NIm honig von Iungen pein do machst ein grunn mett dem tue als du dem anderen hast getan chain prawnn tue nicht daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-265-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-265-orig">
          <p>Nimm Honig von jungen Bienen. Daraus machst du einen grünen Met. Verfahre dabei, wie du es mit dem anderen Met getan hast. Gib kein Braun daran.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="honig von Iungen pein">Honig von jungen Bienen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Hefe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="b4-267">
        <head>Met brauen mit Hefe und Ei-Probe</head>
        <div type="original" xml:id="b4-267-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#b4-267-trans">
          <p>Wie du mett solt machen . NIm honig als uil als du sein haben wild alsvil sein In dem werch ist So . nym zwir alsuil wassers . das gewzz dar an pall es rain aus Nym ein news aye das leg daran als lang tuee wasser dar In das In das daz aye plekch so machstu des ays nicht gehaben So nym ein frische . Regelspiernn So siecht man Wann es . sein genug hat das lazz durch ein tuch das daz wachs dauon kumb tue es In . ein kessel sewd es Rain vnd faym es Rain vnd nym ein sakchlein tue die heffen darInn . das des nicht zu uil sey vnd lazz sieden Wann das wol gesotten ist vnczt an die stat recht So nym ein Raine poting Do gews es In . vnd lass es kalt werden das du die hannt wol mugst verdollen dar Inne das es nicht zu haiss sey vnd tue ein pier gearm darvnder vnd lass sten So wirt er gut vnd lautter . von der Germ</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="b4-267-trans" xml:lang="de" corresp="#b4-267-orig">
          <p>Nimm Honig, so viel du haben willst - so viel, wie du für den Ansatz brauchst. Nimm dann die doppelte Menge Wasser dazu und gieße sie zum Honig. Lass die Mischung klar aufwallen.</p>
          <p>Nimm ein frisches Ei und lege es hinein. Gib so lange Wasser dazu, bis sich das Ei an der Oberfläche zeigt. Kannst du kein Ei bekommen, nimm stattdessen eine frische Birne - auch daran siehst du, wann die Mischung genug hat.</p>
          <p>Lass die Flüssigkeit durch ein Tuch laufen, damit das Wachs herausgefiltert wird. Gieße sie in einen Kessel, koche sie sauber auf und schöpfe den Schaum sorgfältig ab. Nimm ein kleines Säckchen und fülle etwas Hefe hinein, aber nicht zu viel, und lass die Mischung weiter köcheln, bis sie an der richtigen Stelle gut durchgekocht ist.</p>
          <p>Fülle den Sud dann in eine saubere Holzbütte und lass ihn abkühlen, bis du die Hand gut darin ertragen kannst, ohne dass er zu heiß ist. Gib nun Biergärm hinein und lass ihn stehen. So wird der Met gut und klar von der Hefe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wassers" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="news aye">Ei</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="brewer's yeast" orig="heffen" commodity="wikidata:Q911712" source="#corema-ingredient-index">Hefe, im Säckchen zum Mitsieden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer yeast" orig="pier gearm" commodity="wikidata:Q12045459" source="#corema-ingredient-index">Biergärm</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#b4-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gespickter Hechtbraten: eine fein gehackte Fischfarce aus Hecht, eingelegtem Lebkuchen und geriebenem Roggenbrot, am Spieß zu einem festen Braten geformt und in Erbsenbrühe gegart, danach mit Mandelstiften und Gewürznelken gespickt und mit einer süß-sauren Rosinen-Wein-Sauce aufgetragen. Der Fischbraten selbst hat in der heutigen Küche keine direkte Entsprechung mehr. Die Färbetechnik dagegen lebt weiter: Blut als Farb- und Bindemittel für dunkle Saucen kennt man bis heute aus Schwarzsauer, und die im Rezept selbst genannte Ersatzlösung - verbrannter, schwarz gestoßener Lebkuchen statt Blut - ist strukturell dieselbe Technik, mit der bis heute der Rheinische Sauerbraten dunkel gefärbt und gebunden wird.

Farbgeber für die Farce, nicht für eine separate Sauce. Das Hechtblut beziehungsweise sein Ersatz aus verbranntem Lebkuchen färbt und würzt die Fischfarce selbst, aus der der Braten geformt wird - eine eigenständige schwarze Sauce gibt es in diesem Rezept nicht. Die einzige Sauce, die tatsächlich serviert wird, ist die helle, süß-saure Rosinen-Wein-Sauce am Ende.

Spieß und Kessel zugleich. Der Braten wird an den Spieß gesteckt und trotzdem in siedende Erbsenbrühe gelegt - das wirkt zunächst widersprüchlich, weil ein Spieß sonst für offenes Braten steht. Der Text nennt den Grund dafür nicht ausdrücklich; naheliegend ist, dass der Spieß beim Sieden vor allem als Formhalter und Handling-Hilfe für die noch weiche Farce dient, während das eigentliche Garen durch das Sieden in der Brühe geschieht. Das ist eine plausible Lesart, kein belegtes Detail.

Praxis. Hecht entgräten, Blut aufbereiten (oder Ersatz: Lebkuchenstücke verbrennen, kalt werden lassen, fein stoßen, durchsieben). Lebkuchen(-asche) in Wein einlegen, mit dem Hechtfleisch fein hacken. Geriebenes Roggenbrot einarbeiten, kräftig würzen, aber ohne Safran. Den größeren Teil der Farce zu einem Braten formen, an den Spieß stecken und in siedender Erbsenbrühe garen, bis er fest ist, ohne zu verkochen - für die Schüssel in zwei oder drei Stücke teilen. Nach dem Garen mit feinen Mandelstiften spicken und ganze Gewürznelken hineinstecken. Für die Sauce Rosinen fein reiben, mit welschem Wein durchschlagen und mit Zucker und Gewürzen abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-001-orig" n="swaicz von hecht" resp="#fyndling">Das Blut des Hechts diente als Farb- und Bindemittel für eine schwarze Sauce, ähnlich dem heutigen Schwarzsauer. War davon zu wenig vorhanden, ersetzte man es durch verbrannten, schwarz gewordenen Lebkuchen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-001-orig" n="greatt" resp="#fyndling">Die Gräten, die vor der Weiterverarbeitung aus dem Fisch entfernt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-001-orig" n="schifflein leczellten" resp="#fyndling">Bezeichnet vermutlich eine kleine Menge Lebkuchen, möglicherweise in einer schiffchenförmigen Backform hergestellt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#leczellten"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-001-orig" n="arbais prue" resp="#fyndling">Eine aus getrockneten Erbsen gekochte Brühe, die als Siedeflüssigkeit für den Fischbraten diente.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-001-orig" n="gib in hin" resp="#fyndling">Feststehende Schlussformel mittelalterlicher Kochtexte im Sinn von 'serviere es'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-001-orig" n="schifflein leczellten" resp="#fyndling">Im Text als 'einige Stücke Lebkuchen' verstanden, ohne genaue Mengenangabe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#leczellten"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-001-orig" n="Rokchein prott" resp="#fyndling">Als 'Roggenbrot' übersetzt, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse (rye bread).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-001-orig" n="wealhischen wein" resp="#fyndling">Als 'welscher Wein', also ein südländischer, meist italienischer Wein übersetzt, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse (southern wine).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-001-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Als 'durchschlagen' im Sinn von gründlich verrühren beziehungsweise durch ein Sieb passieren übersetzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fischfarce - fein gehacktes, gewürztes Fischfleisch -, die in einer zweiteiligen Holzform zu einem Rebhuhn geformt und darin gegart wird, anschließend mit rohem Hechtbrät gespickt. Im Kern eine geformte Fischspeise ohne Teighülle - die Form kommt von der Holzmatrize, nicht von einer Backhülle. Verwandt mit der bis heute bekannten Tradition geformter Fischterrinen und -mousses sowie mit der mittelalterlichen Tradition der Trugspeisen, bei denen ein Gericht optisch als etwas anderes erscheint als seine Zutaten.

Roh oder gefärbt? ‚Grunn hechten protten‘ wird als ‚rohes Hechtbrät‘ gelesen, im Kontrast zum bereits durchgegarten Hauptbrät - gestützt durch den wortgleichen Zwilling w1-003, der denselben Passus ebenso auflöst, und durch den Glossareintrag zu ‚geprät‘ (Brät), der ‚hechten prät = Hechtbrät‘ bereits als Beispiel nennt. Eine Grünfärbung durch Pflanzenfarben ist textlich nicht ausgeschlossen, aber schwächer gestützt als die Roh-Lesart.

Praxis. Zwei Rebhuhn-Halbformen aus Holz schnitzen (ersatzweise stabile Metall- oder Silikonformen verwenden) und vorab zu Hause vorbereiten. Mageren, weißen Fisch (z.B. Zander, Dorsch) entgräten, entschuppen und sehr fein hacken, bis eine bindefähige Farce entsteht - die Bindung ist rein proteinbasiert (das Fischeiweiß gerinnt beim Erhitzen), eine Mehlschwitze braucht es nicht. Würzen, in die zusammengedrückte Form füllen und darin gar sieden, bis die Farce durchgegart ist und die Form hält. Mit Streifen aus rohem Hechtbrät spicken - das liefert einen Farb- und Texturkontrast zur Grundfarce, nicht die Fett-Anreicherung eines klassischen Speck-Spickens. Offen bleibt, wie zwei Holzhälften beim längeren Sieden in Wasser dicht genug verschlossen werden, ohne dass die Farce ausläuft oder das Holz aufquillt - der Text setzt dieses handwerkliche Können stillschweigend voraus. Aufwand und Vorbereitung machen das Gericht zu einem Schaugericht für die Vorführung, nicht zur schnellen Lagerverpflegung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-002-orig" n="Repphunr" resp="#fyndling">Rebhuhn. Hier dient die Form des Rebhuhns als Vorlage für die Pastete, nicht das Tier selbst als Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-002-orig" n="graben zway holcz" resp="#fyndling">Wörtlich ‚zwei Hölzer graben‘, hier im Sinne von ‚schnitzen‘ oder ‚formen‘. Es handelt sich um eine Holzform, die das Fischbrät während des Garens in die gewünschte Gestalt bringt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-002-orig" n="pratten" resp="#fyndling">Bezeichnet hier das fein gehackte, rohe Fischfleisch, also das Fischbrät oder die Fischfarce. Dasselbe Wort taucht weiter unten als ‚protten‘ erneut auf (siehe dort).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-002-orig" n="Spiks" resp="#fyndling">Spicken bedeutet üblicherweise, Fleisch mit Speckstreifen zu durchziehen, um es saftiger zu machen. Hier wird stattdessen mit rohem Hechtbrät gespickt - es geht also nicht um eine Fett-Anreicherung wie beim klassischen Speck-Spicken, sondern um einen optischen und texturalen Kontrast zum Hauptbrät.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-002-orig" n="grunn hechten protten" resp="#fyndling">‚Protten‘ ist wie ‚pratten‘ oben eine Form von ‚prät‘ (Brät) und bezeichnet rohes, fein zerkleinertes Fischfleisch - eine Farce -, nicht ausgelöste Filets. ‚Grunn‘ wird als ‚roh, unverarbeitet‘ gelesen, im Kontrast zum bereits durchgegarten Hauptbrät. Der wortgleiche Zwillingstext w1-003 löst denselben Passus (‚grun hochten praten‘) ebenso auf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-002-orig" n="grunn hechten protten" resp="#fyndling">‚Grunn‘ wird als ‚roh, unverarbeitet‘ gelesen - im Kontrast zum bereits gegarten Hauptbrät. ‚Protten‘ ist wie ‚pratten‘ oben eine Form von ‚prät‘/Brät (vgl. Glossareintrag ‚geprät‘: ‚hechten prät = Hechtbrät‘). Der wortgleiche Zwillingstext w1-003 löst ‚grun hochten praten‘ ebenso auf.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gehacktes Fischfleisch, mit geriebenem Brot gebunden und gewürzt, in die Form eines Rehbratens gebracht, in der Pfanne angezogen und mit Hechtfilet-Streifen gespickt, um die Marmorierung und Sehnen eines echten Wildbratens optisch nachzuahmen - ein Illusionsgericht der Fastenzeit, keine Kochtechnik-Kuriosität. Am nächsten verwandt sind heutige Fischterrinen oder Fischlaibe: gehacktes, gebundenes, geformtes und angebratenes Fischfleisch.

Wie lange und wie heiß in der Pfanne? Der Text nennt für den Pfannenschritt weder Hitzegrad noch Dauer. Die Fischmasse soll darin nur so weit anziehen, dass sie beim folgenden Aufspießen und Spicken nicht zerfällt - ob sie dabei im Kern schon vollständig durchgegart ist, bleibt offen.

Roh oder gegart gespickt? Auch für die Hechtfilet-Streifen zum Spicken nennt der Text keinen eigenen Garschritt - unklar, ob sie roh oder bereits gegart eingesteckt werden.

Praxis. Die Fischmasse in der Pfanne vollständig durchgaren, bevor sie gespickt und aufgespießt wird - fest und durchgegart wie bei einem Fischlaib, das ist die sicherere Wahl. Die Streifen zum Spicken aus bereits durchgegartem Fisch schneiden bzw. kurz mitgaren, damit am Ende durchgehend gegarter Fisch serviert wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-003-orig" n="great" resp="#fyndling">Die Gräten des Fisches, werden vor dem Hacken entfernt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-003-orig" n="schueppen" resp="#fyndling">Die Schuppen des Fisches, werden ebenfalls entfernt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-003-orig" n="nassen messernn" resp="#fyndling">Nasse Messer verhindern, dass die klebrige Fischmasse beim Verarbeiten und Formen daran haften bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-003-orig" n="spikch" resp="#fyndling">Spicken: dünne Streifen (hier aus Hechtfilet) werden in die Masse gesteckt, um die Marmorierung und Sehnen eines echten Rehbratens optisch nachzuahmen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-003-orig" n="heacht praten" resp="#fyndling">Hechtfilet, das zum Spicken des falschen Rehbratens verwendet wird - es ersetzt die Fettspicknadeln, die man bei echtem Wildbret verwenden würde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-003-orig" n="er wels darnach" resp="#fyndling">Gelesen als eine Form von mhd. 'wellen' (sieden/erhitzen): die geformte Fischmasse soll danach in der Pfanne erhitzt bzw. angezogen werden. Eine Parallelhandschrift derselben Rezeptfamilie (w1-004) schreibt die Stelle eindeutig als ein Wort ('erwells' = erwellen + enklitisches 'es') und stützt damit diese Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-003-orig" n="heacht praten" resp="#fyndling">Gelesen als Hechtfilet bzw. Hechtbraten, mit dem der falsche Rehbraten gespickt wird - so auch von CoReMA als 'northern pike filet' geglosst. Eine Parallelhandschrift derselben Rezeptfamilie (w1-004) schreibt die Stelle klar als 'hecht praten' ohne die ambige Schreibung und stützt damit diese Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-003-orig" n="Gargrad der Fischmasse in der Pfanne" resp="#fyndling">Die Fischmasse wird in der Pfanne vollständig durchgegart, bevor sie gespickt und aufgespießt wird - modern die sicherere Wahl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-003-orig" n="Garzustand der Hechtfilet-Streifen zum Spicken" resp="#fyndling">Die Streifen zum Spicken aus bereits durchgegartem Fisch schneiden bzw. kurz mitgaren, damit durchgehend gegarter Fisch serviert wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein bereits fertig gebratenes, gefülltes Huhn wird kurz vor dem Servieren mit steifgeschlagenem Eiweiß und wenig Mehl begossen und noch einmal ans Feuer gelegt - nicht um Farbe anzunehmen, sondern um sie zu vermeiden: Die Kruste soll hell bleiben statt zu bräunen. Das ist der Umkehrschluss zum heute üblichen Eigelb-Anstrich und gehört in die Familie bewusst weiß gehaltener Speisen (siehe editors_note zur Blancmanger-Tradition).

Praxis. Das Eiweiß wird locker aufgeschlagen, ein wenig Mehl darunter gerührt - das gibt der dünnen Wäsche etwas Körper und Halt, ist aber keine Mehlschwitze, sondern zeittypisches Bindemittel. Damit wird das schon gebratene, gefüllte Huhn begossen und noch einmal kurz ans Feuer gelegt, bis es gar ist: Eiweiß enthält kaum Fett oder Farbstoff und gerinnt in der Hitze zu einer hellen, matten Schicht, statt wie ein Eigelb-Anstrich zu bräunen. Der Text nennt weder Dauer noch Hitzegrad für diese zweite Feuerphase - das bleibt Ermessenssache der Küche, mit dem Risiko ungleichmäßigen Antrocknens oder punktuellen Verbrennens nahe der Glut. Welche Füllung genau mit der "weißen Füllung" gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-004-orig" n="gepratten" resp="#fyndling">Partizip zu 'braten' = gebraten. Nicht mit dem Substantiv 'Brät' (rohe Fleischfarce) zu verwechseln, das in diesem Buch an anderer Stelle als 'geprät' vorkommt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-004-orig" n="weyss von den ayren" resp="#fyndling">Das Eiweiß der Eier, aufgeschlagen als Grundlage der weißen Glasur.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-004-orig" n="weisser full" resp="#fyndling">Eine helle, im Text nicht näher beschriebene Füllung. Vermutlich aus Brot, Ei oder Mandeln, damit die Farbe zum weißen Gesamtbild des Gerichts passt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-004-orig" n="melbs" resp="#fyndling">Mehl, hier nur in winziger Menge als Bindemittel für die Eiweiß-Glasur gedacht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Safran-Ei-Mehl-Hülle, die auf ein bereits gefülltes Stück Geflügel aufgetragen wird - eine Vergoldungstechnik, wie sie im Mittelalter für Braten und Festessen üblich war (vergleichbar der französischen doreure). b4-005 ist kein eigenständiges Gericht, sondern der letzte Arbeitsschritt eines mehrteiligen Fortsetzungsrezepts: Der Haupttext - Zubereitung und Füllung des Geflügels - steht im unmittelbar vorangehenden Rezept b4-004 im selben Manuskript, auf das „als vor“ („wie zuvor“) verweist. b4-004 füllt das Huhn weiß, b4-005 beschreibt dieselbe Schluss-Hülle für die rote Variante; der Zwilling w1-006 aus der Wiener Schwester-Handschrift trägt zusätzlich die Rubrik „Von raten huner“ (von roten Hühnern) und bestätigt damit die Geflügel-Identität, die im knappen Fragment von b4-005 selbst nur als Pronomen („sy“, sie) auftaucht.

Was ist die „rote Füllung“? Weder b4-005 noch b4-004 nennen ihre genaue Zusammensetzung. Denkbar ist eine mit Safran, Sandelholz oder Petersiliensaft rot eingefärbte Fleisch- oder Innereien-Füllung; eine Blutfüllung ist ebenfalls möglich, aber im Text nicht ausdrücklich belegt.

Wird nach dem Auftragen noch gegart? Der Text von b4-005 endet bei „gibs hin“ (gib es hin, trage es auf), ohne einen eigenen Hitzeschritt zu nennen. Das fast wortgleiche Vorrezept b4-004 schließt an derselben Stelle mit „vnd tue sy wider zu dem fewr vncz sy gerecht werden“ (und lege sie wieder ans Feuer, bis sie durch sind) - sehr wahrscheinlich gilt dieser Schritt auch hier, auch wenn b4-005 ihn nicht wiederholt.

Praxis. Ein gefülltes Huhn (oder ein anderes Geflügelstück) mit einer eigenen roten Füllung versehen - etwa gewürztes Hackfleisch mit einer roten Färbung aus Safran oder Sandelholz - und am Spieß oder im Dutch Oven braten. Kurz vor Schluss mit der angerührten Safran-Ei-Mehl-Masse bestreichen (Eier mit Safran und Mehl glatt verrühren, kräftig würzen) und nochmals über die Glut zurücklegen, bis das Geflügel durchgegart ist. Serviere niemals rohes oder halbgegartes gefülltes Geflügel nur mit dem Anstrich - die Masse ist eine goldene Hülle, kein eigener Garschritt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-005-orig" n="als vor" resp="#fyndling">Wörtlich „wie zuvor“. Verweist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das unmittelbar vorangehende Rezept b4-004 im selben Manuskript, das erhalten ist und Struktur wie Schlussformel fast wortgleich mit b4-005 teilt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-005-orig" n="rotter full" resp="#fyndling">Rote Füllung. Die genaue Zusammensetzung nennt weder b4-005 noch der Nachbartext b4-004 - vermutlich eine mit Safran, Sandelholz oder einem anderen roten Färbemittel eingefärbte Fleisch- oder Innereien-Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-005-orig" n="gibs hin" resp="#fyndling">Wörtlich „gib es hin“. Gelesen als Anweisung, die angerührte Ei-Safran-Mehl-Masse auf die vorbereiteten (gefüllten) Stücke aufzutragen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-005-orig" n="Safran-Ei-Hülle" resp="#fyndling">Die Technik, ein bereits gefülltes Fleisch- oder Geflügelstück vor dem letzten Garschritt mit einer Ei-Safran-Mehl-Masse zu bestreichen, wird im mittelalterlichen Kochbuch-Kontext oft als „Vergolden“ bezeichnet (vergleichbar der französischen doreure) - sie gibt dem fertigen Stück eine goldene Oberfläche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-005-orig" n="als vor" resp="#fyndling">Verweist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das unmittelbar vorangehende Rezept b4-004 im selben Manuskript („wie zuvor beschrieben“) - b4-004 ist erhalten und teilt fast wortgleich Struktur und Schlussformel mit b4-005.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-005-orig" n="gibs hin" resp="#fyndling">Die angerührte Safran-Ei-Mehl-Masse wird auf die vorbereiteten, gefüllten Stücke aufgetragen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-005-orig" n="rotter full" resp="#fyndling">Eine rot eingefärbte Füllung, deren genaue Zusammensetzung weder b4-005 noch der Nachbartext b4-004 nennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-005-orig" n="sy" resp="#fyndling">Bezieht sich auf das Geflügel aus dem unmittelbar vorangehenden Rezept b4-004 („Von Weyssen gepratten hunern“), das im selben Manuskript erhalten ist und dieselbe Struktur und Schlussformel teilt; der Zwilling w1-006 trägt zusätzlich die Rubrik „Von raten huner“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-005-orig" n="Abschluss nach „gibs hin“" resp="#fyndling">Nach dem Auftragen der Safran-Ei-Mehl-Masse wird das gefüllte Stück nochmals ans Feuer gelegt, bis es durchgegart ist - analog zur fast identischen Anweisung im vorangehenden Rezept b4-004 („vnd tue sy wider zu dem fewr vncz sy gerecht werden“).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine dickliche, safrangelbe Petersilien-Ei-Sauce für rot gebratenes Huhn, durch ein Tuch passiert. Das Rezept gehört zu einer im Mondseer Kochbuch vollständig belegten "Farbhühner"-Serie: schwarze, weiße, grüne und rote gebratene Hühner, jeweils mit eigener Sauce. Der wortidentische Zwilling w1-007 überliefert praktisch denselben Grundtext - nur das Farbwort im Titel weicht ab. Eine entfernte lebende Verwandte ist die deutsche Petersiliensauce bis heute, ohne dass eine direkte Linie belegt wäre.

Wie geht es weiter - "tue dem als dem vorigen"? Der Schlusssatz verweist auf das unmittelbar vorangehende Rezept in der Handschrift (b4-005), das seinerseits auf b4-004 verweist. Dort steht die volle Technik: die Masse wird auf das Huhn aufgetragen, das anschließend noch einmal kurz zurück ans Feuer kommt, bis die Ei-Masse gestockt ist. Genau dieses Verfahren zeigt auch der verwandte Königsberger Eintrag koe-011 wortnah. Der Mondseer Zwilling mon-222 zeigt daneben eine sehr ähnliche Petersilien-Ei-Masse, die dort ausdrücklich als eigenständige, separat erhitzte Sauce ("salsen") serviert wird, ohne Rückkehr ans Feuer - offen bleibt dabei, ob die kurze Erhitzung das rohe Ei zuverlässig durchgart.

Praxis. Petersilie mit Eiern, Safran, Mehl und Gewürz gut verreiben (Reibe oder Mörser reichen), die Masse durch ein Tuch schlagen, um Fasern zu entfernen und eine glattere Konsistenz zu bekommen. Wie im Vorgänger-Rezept: die Masse auf das rot gebratene Huhn auftragen und das Huhn noch einmal kurz zurück ans Feuer legen, bis die Ei-Masse gestockt ist - so wird auch das rohe Ei sicher durcherhitzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-006-orig" n="Rotten hunernn" resp="#fyndling">Vermutlich 'rot gebratene Hühner', also die Farbe des Huhns nach dem Braten - nicht die Gefiederfarbe. Vergleichbar mit der Farbhühner-Serie (schwarz, weiß, grün, rot) im Mondseer Kochbuch (mon-216 bis mon-219 für die Brattechnik, mon-221 bis mon-223 für die zugehörigen Saucen). Der Zwilling mon-222 ('Grüne Sauce für rot gebratene Hühner') bestätigt: grün bezeichnet die Sauce, rot das gebratene Huhn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-006-orig" n="slach es durch ein tuech" resp="#fyndling">Die geriebene Masse wird durch ein Tuch gepresst bzw. passiert - vermutlich um Fasern zurückzuhalten und eine glattere Sauce zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-006-orig" n="tue dem als dem vorigen" resp="#fyndling">Verweis auf das unmittelbar vorangehende Rezept in der Handschrift (b4-005), das selbst auf b4-004 verweist - dort ist die volle Technik beschrieben: Masse auf das Huhn auftragen und zurück ans Feuer legen, bis sie gestockt ist. Kein fehlendes Rezept, sondern ein korpusinterner Verweis.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-006-orig" n="Rotten hunernn" resp="#fyndling">Rot gebratene Hühner - die Farbe bezieht sich auf das Ergebnis des Bratens, analog zur Farbhühner-Serie (schwarz/weiß/grün/rot) in verwandten Kochbüchern der Zeit. Der Zwilling mon-222 ('Grüne Sauce für rot gebratene Hühner') bestätigt dies zusätzlich: dort ist eindeutig rot das gebratene Huhn und grün die Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-006-orig" n="tue dem als dem vorigen" resp="#fyndling">Die Masse wird wie im Vorgänger-Rezept (b4-005 → b4-004) als Glasur auf das gebratene Huhn aufgetragen, das anschließend kurz zurück ans Feuer kommt, bis die Ei-Masse gestockt ist - dieselbe Technik zeigt der verwandte Eintrag koe-011.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratenes Huhn mit einer dunklen Honig-Lebkuchen-Glasur, mit Gewürznelken gespickt und mit Blattgold bzw. Blattsilber verziert - ein Schaugericht aus einer offenbar mehrteiligen Serie „roter/schwarzer/grüner Hühner". Die geschwärzte Honig-Semmel-Glasur ist die nächste lebende Verwandte der heute noch gebräuchlichen Lebkuchen- bzw. Honig-Senf-Kruste auf Weihnachtsschinken; die Nelken-Spickung mit Blattgold/-silber lebt in der Blattgold-Dekoration auf Festtagsgebäck weiter.

Der Titel passt nicht zum Text. Die Überschrift „Von grünen Hühnern" widerspricht dem Rezeptinhalt: Der Text verlangt ausdrücklich, die Masse zu brennen, „bis es schwarz wird" - das Ergebnis ist eine schwarze, nicht grüne Glasur. Die Parallelhandschrift W1 überliefert praktisch denselben Rezepttext unter dem passenden Titel „Von schwarzen Hühnern", und dasselbe Verschiebungsmuster zeigt sich bei den Nachbarrezepten b4-006 und b4-008 gegenüber ihren W1-Gegenstücken. Naheliegender als eine Sonderbedeutung von „grün" ist daher, dass die Rubriken-Titel in B4 gegenüber W1 leicht verschoben sind.

Übergießen vor oder nach dem Braten? Der Text nennt erst das Übergießen der Hühner mit der Glasur, dann das Braten und danach das Spicken mit den Nelken. Die Parallelhandschrift Meister Hans (mha-182) formuliert dieselbe Stelle eindeutiger: Dort wird ausdrücklich über die bereits gebratenen Hühner gegossen. Küchenpraktisch spricht auch mehr dafür, die stark verbrannte, empfindliche Ei-Honig-Masse als fertige Sauce über den gebratenen Vogel zu geben statt als Marinade auf rohes Fleisch - über längere Garzeit am Feuer würde sie ungleichmäßig nachdunkeln oder bitter werden.

Eine Familie, keine drei Farben an einem Huhn. Die Schlusszeile nennt rote, schwarze und grüne Hühner mit je eigener Nelkenfarbe. Der vorliegende Text beschreibt aber nur eine (schwarze) Glasur. Der Vergleich mit den Parallelhandschriften W1, Meister Hans (mha-182) und dem Mondseer Kochbuch (mon-219) zeigt dasselbe Muster: „rote", „schwarze" und „grüne" Hühner waren vermutlich eigene Rezepte einer größeren Rezeptfamilie mit je eigener Sauce - keine Anleitung, ein einzelnes Huhn dreifarbig zu färben.

Praxis. Lebkuchen im Mörser oder mit dem Blitzhacker fein zerstoßen (ersatzweise Honig und Semmelmehl in der Pfanne verbrennen, bis die Masse schwarz ist). Abkühlen lassen, mit Ei verquirlen und durch ein Tuch passieren, bis die Masse glatt und gießfähig ist. Hühner am Spieß oder in der Pfanne braten, dann mit der schwarzen Glasur übergießen und mit goldbelegten Gewürznelken spicken.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="Gruennen hunnernn" resp="#fyndling">Der Titel „grün" passt nicht zum Rezeptinhalt: Der Text beschreibt ausdrücklich eine schwarze Glasur („vnczt daz es swarcz werd"). Der Vergleich mit der Parallelhandschrift W1 - dort trägt der praktisch wortgleiche Rezepttext den Titel „Von schwarzen Hühnern" - und dasselbe Muster bei den Nachbarrezepten b4-006/b4-008 zeigen: Die Rubriken-Titel sind in B4 gegenüber W1 leicht verschoben, keine Sonderbedeutung von „grün".</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="leczellten" resp="#fyndling">Hier sind Lebkuchen oder ein ähnliches gewürztes Gebäck gemeint, das als Basis für die schwarze Glasur dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#leczellten"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="prenn den wol" resp="#fyndling">'Brennen' bedeutet hier, die Lebkuchen oder die Honig-Semmelmehl-Mischung so stark zu erhitzen, dass sie schwarz wird. Dies erzeugt die dunkle Farbe und einen karamellisierten, leicht bitteren Geschmack für die Glasur.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="Morser" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein Mörser ein großes, schweres Gefäß aus Stein oder Metall, das mit einem Stößel zum Zerkleinern und Pürieren von Zutaten wie Fleisch, Fisch oder in diesem Fall Lebkuchen verwendet wurde. Er diente als eine Art Küchenmaschine.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="semel mel" resp="#fyndling">Dies bezeichnet Semmelmehl oder geriebene Brotkrume, die als Bindemittel und Füllstoff verwendet wurde. Eine Mehlbindung im modernen Sinne war im Mittelalter unüblich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="pe gewss / gepratten" resp="#fyndling">Im bairischen Dialekt wechseln stimmhafte und stimmlose Verschlusslaute häufig: „pe gewss" steht für „begeuß" (gieße über), „gepratten"/„gepratn" für „gebraten". Ein p/b-Wechsel, keine eigenständigen Wörter.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="slachs durch ein tuech mit ayeren" resp="#fyndling">Die Mischung wird mit Eiern verquirlt und dann durch ein Tuch passiert, um eine feine, glatte Konsistenz für die Glasur zu erhalten. Ein 'Tuch' war oft ein feines Leinen- oder Haartuch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="spikchen mit neagelein" resp="#fyndling">'Spicken' bedeutet hier, die gebratenen Hühner dekorativ mit Gewürznelken zu bestecken oder zu verzieren. Dies war eine gängige Praxis, um Gerichten ein festliches Aussehen zu verleihen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="silbrein negelein / guldein negelein" resp="#fyndling">Hier sind Gewürznelken gemeint, die mit essbarem Silber- oder Goldstaub überzogen oder verziert wurden. Dies war ein reines Statussymbol und diente der prunkvollen Präsentation bei höfischen Tafeln.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-007-orig" n="die Rotten mit silbrein negelein di swarczen mit guldein negelein die gruenn mit silberin negelein vnd mit guldein" resp="#fyndling">Diese Passage ordnet die Farben Rot, Schwarz und Grün je einem eigenen Metall (Silber/Gold) zu. Der Vergleich mit den Parallelhandschriften W1, Meister Hans (mha-182) und dem Mondseer Kochbuch (mon-219) bestätigt: „rote", „schwarze" und „grüne" Hühner waren wahrscheinlich eigene Rezepte einer größeren Rezeptfamilie mit je eigener Sauce, nicht ein einzelnes dreifarbig gefärbtes Huhn.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-007-orig" n="Gruennen hunnernn" resp="#fyndling">Der Titel „grün" ist gegenüber dem eigentlichen Rezeptinhalt (schwarze Glasur) verschoben - vermutlich eine Rubriken-Verschiebung im B4-Ductus gegenüber der Parallelhandschrift W1.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-007-orig" n="die Rotten mit silbrein negelein di swarczen mit guldein negelein die gruenn mit silberin negelein vnd mit guldein" resp="#fyndling">„Rote", „schwarze" und „grüne" Hühner sind eigene Rezepte einer größeren Rezeptfamilie mit je eigener Sauce/Glasur - dieser Text beschreibt nur die schwarze Variante.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-007-orig" n="vnd pe gewss die hunerr Wann sy dann gepratten sein" resp="#fyndling">Die Glasur wird als fertige Sauce über die bereits gebratenen Hühner gegossen (Praxis-Empfehlung).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Gericht, sondern eine reine Zuordnungsregel: Sie legt fest, welche Sauce zu welcher Hühner-Zubereitung passt, verweist dabei aber auf Saucen-Rezepte, die an anderer Stelle im Buch stehen und hier nicht mitgeliefert werden. Am ehesten vergleichbar mit modernen Sauce-Zuordnungstabellen, wie sie klassische Kochlehrbücher führen: welche Sauce zu welcher Fleischzubereitung gehört.

Die Lesart von 'grob' bleibt uneindeutig: Gemeint sein kann eine stückige, nicht fein passierte Sauce oder eine mit grob statt fein gestoßenen Gewürzen statt der ganzen Sauce - der knappe Text lässt beides offen.

Praxis. Hier gibt es keinen einzigen Kochschritt zu befolgen, keine Zutatenmenge und keine Hitzequelle - dieser Eintrag lässt sich für sich allein nicht nachkochen. Wer die drei genannten Saucen zubereiten will, braucht die eigenständigen Sauce-Rezepte des Buchs; die Zuordnung selbst ist als Anrichte-Konvention zu verstehen, nicht als Kochverfahren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-008-orig" n="salssen" resp="#fyndling">Sauce, Würzsoße - das Grundwort dieses Eintrags. CoReMA verlinkt den Begriff selbst mit dem Sachbegriff 'Sauce'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-008-orig" n="gefullten" resp="#fyndling">Gefüllt, also mit einer Farce oder Füllung versehen - hier ein besonderer Zubereitungstyp der Hühner, keine eigene Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-008-orig" n="grobe" resp="#fyndling">Grob im Sinn von 'nicht fein passiert', also eine stückige, kräftige Sauce im Gegensatz zur glatt gerührten weißen oder grünen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-008-orig" n="Swarczen huneren" resp="#fyndling">Schwarze Hühner - vermutlich dunkel gebraten, geräuchert oder mit dunklen Gewürzen/Farbe versehen. Solche farbig benannten Hühnerserien (schwarz, weiß, grün, rot) kommen in mehreren Kochbüchern derselben Zeit vor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-008-orig" n="grobe" resp="#fyndling">Als 'grob' im Sinn einer stückigen, nicht fein passierten Sauce gelesen, im Gegensatz zur glatten weißen und grünen Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-008-orig" n="altten gefullten hunnernn" resp="#fyndling">Als 'alte, gefüllte Hühner' gelesen, also ältere (zähere) Hühner, die durch eine Füllung/Farce aufgewertet wurden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der Rezepttext selbst beschreibt durchgehend nur eine Sache: eine Kalbsfarce aus rohem Kalbsbrät, Kalbsblut, geriebenem Roggenbrot, 24 Eiern und Gewürzen, die zu Röllchen ("pratten") verarbeitet, in Brühe auf der Glut gegart, abgekühlt, mit Speck und ganzen Nelken gespickt und mit einer süßen Weinsauce serviert wird. Der Rubrik-Titel nennt "alte Hühner", die gefüllt werden sollen - aber nach der Titelzeile taucht kein Hühnchen mehr im Text auf, kein Ausnehmen, kein Füllen, kein Handling eines Vogels wird beschrieben. Die fast wortgleiche Zwillingshandschrift w1-010 trägt für denselben Rezepttext den hühnerlosen Titel "Ein guecz gepratens" (Ein gutes Gebratenes) und erwähnt an keiner Stelle Geflügel. Dieses Rezept ist damit im Kern dasselbe Gericht wie sein Zwilling: eine gespickte Kalbsfarce-Rolle mit Weinsauce, keine gefüllten Hühner - siehe dazu die Diskussion unten. Das mit Speck und ganzen Nelken gespickte Fleischstück ist die Vorstufe der bis heute bekannten Technik, Braten oder Schinken mit ganzen Nelken zu spicken; die mit Ei und Brot gebundene Farce selbst lebt in der heute noch verbreiteten gefüllten Fleisch-Ei-Brot-Farce weiter.

Innerhalb der Farce unterscheiden wir zwischen "gepraett von dem chalb" (rohes, gehacktes Kalbfleisch für die Grundmasse) und "gepreatt" (eine separat gebratene Kalbsbrätwurst, die zusätzlich zur Füllung kommt). Ganz sicher ist das nicht: dieselbe CoReMA-Verschlagwortung, die für dieses Rezept zwei unterschiedliche Glossen ansetzt, benennt dieselbe Wortform bei anderen B4-Rezepten uneinheitlich, und die Zwillingshandschrift w1-010 schreibt beide Vorkommen identisch als "gepret" - ein Hinweis darauf, dass derselbe Referent gemeint sein könnte. Die Unterscheidung bleibt eine offene Frage.

Nach dem Spicken mit rohem Speck folgt im Text kein weiterer Hitzeschritt - das Rezept endet mit dem kalten Spicken und dem sofortigen Servieren der heißen Weinsauce dazu.

Praxis. Kalbsbrät, Kalbsblut, geriebenes Roggenbrot, 24 Eier und Gewürze zu einer Farce verarbeiten und mit gemahlenen Nelken abschmecken. Daraus Röllchen (Pratten) formen und in leicht gesalzener Brühe auf milder Glut pochieren, bis sie fast durch sind. Herausnehmen und vollständig abkühlen lassen - erst die kalte, feste Masse hält beim Spicken. Mit dünnen Speckstreifen spicken und mit ganzen Nelken bestecken. Vor dem Servieren die gespickten Pratten nochmals kurz erhitzen bzw. vollständig durchgaren: der Text selbst überspringt diesen Schritt, aber weder roher Speck noch eine möglicherweise nicht vollständig durchgegarte Ei-Fleisch-Farce sollten kalt oder halbgar auf den Tisch kommen. Dazu die süße Weinsauce reichen. Die Menge hält der Text selbst bewusst offen ("mach also vil als es auff ain gut essen sey") - die Personenangabe hier ist eine redaktionelle Schätzung, keine Textangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="gepraett von dem chalb" resp="#fyndling">Hier ist rohes, fein zerkleinertes Kalbfleisch gemeint, das als Basis für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="swayzz" resp="#fyndling">Kalbsblut wurde in der mittelalterlichen Küche häufig als Bindemittel und zur Farbgebung in Farces und Saucen verwendet. Es verleiht dem Gericht eine dunklere Farbe und einen kräftigen, erdigen Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="rokchein prott" resp="#fyndling">Roggenbrot dient hier als Bindemittel für die Farce, ähnlich wie Semmelbrösel heute.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="machs rain ab mit negelein" resp="#fyndling">Die Formulierung 'machs rein ab' bedeutet hier, die Masse gründlich mit den gemahlenen Nelken abzuschmecken und zu vollenden, nicht im Sinne von 'reinigen'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="gepreatt" resp="#fyndling">Dies bezeichnet eine Art Kalbsbrätwurst oder eine vorbereitete Kalbsfarce, die separat gebraten und dann zur Füllung hinzugefügt wird. Es ist ein eigenständiger Bestandteil neben dem frischen Kalbsbrät - die genaue Abgrenzung ist aber nicht restlos sicher, siehe preparation_note.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="prenntt auff das fewr" resp="#fyndling">Dies beschreibt das Kochen auf glühenden Kohlen oder direkt im Feuer, eine typische Zubereitungsart in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="nahent vncz an die stat" resp="#fyndling">Diese Phrase bedeutet 'fast bis zum Punkt' oder 'bis zur richtigen Konsistenz', also bis die Brätwurst gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="spikch sew rain" resp="#fyndling">Das Spicken ('rein spicken') bedeutet, die abgekühlten Pratten (die Kalbsfarce-Röllchen) sorgfältig und gleichmäßig mit Speckstreifen zu versehen, um sie saftiger zu machen und zu aromatisieren. Das Pronomen 'sew' bezieht sich grammatisch auf die zuvor genannten 'pratten', nicht auf die im Titel genannten Hühner, die im Rezepttext nach der Titelzeile nie wieder vorkommen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-009-orig" n="suppel" resp="#fyndling">Im Mittelalter war eine 'Suppel' eine Sauce oder ein dünner Brei, oft auf Weinbasis, der zu Fleischgerichten gereicht wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-009-orig" n="gepraett von dem chalb / gepreatt / pratten" resp="#fyndling">Wir unterscheiden zwischen 'gepraett von dem chalb' als rohem, gehacktem Kalbfleisch für die Farce und 'gepreatt' als einer Art Kalbsbrätwurst, die separat gebraten ('pratten') und dann zur Füllung hinzugefügt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-009-orig" n="swayzz" resp="#fyndling">Kalbsblut. Es wird als Zutat in der Farce verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-009-orig" n="Rubrik-Titel 'hunneren' vs. Rezepttext (reine Kalbsfarce)" resp="#fyndling">Der Rezepttext beschreibt durchgehend nur eine Kalbsfarce, die zu Pratten geformt, gegart, gekühlt und gespickt wird - kein Halbsatz beschreibt das Ausnehmen, Füllen oder sonstige Handling eines Hühnchens. Die Rubrik-Titelzeile nennt 'alte Hühner' vermutlich, weil eine Hühner-Zubereitung als bekannt vorausgesetzt und hier nicht ausgeschrieben wurde, oder weil der Titel zu einem anderen Rezeptkontext gehört.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-009-orig" n="Finaler Garzustand nach dem Spicken" resp="#fyndling">Wortgetreu gelesen endet das Rezept nach dem Pochieren 'fast gar' ('nahent vncz an die stat'), dem Abkühlen, dem kalten Spicken mit rohem Speck und Nelken und dem Servieren mit heißer Weinsauce - ohne einen erneuten Hitzeschritt für die gespickten Stücke.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kalbsrückenbraten, der mit ganzen Gewürznelken gespickt und mit Zimtrinde bestreut wird, serviert ohne Sauce. Das Spicken mit Nelken vor dem Garen ist dieselbe Handbewegung, die bis heute beim weihnachtlichen, mit Nelken gespickten Schinken- oder Bratenstück verwendet wird - kein direkter Vorfahre desselben Gerichts (dort Schwein statt Kalb), sondern eine geteilte Grundtechnik.

Praxis. Der Braten wird der Länge nach am Spieß oder auf dem Rost über offener Flamme zunächst nur halb gar gebraten. Erst wenn er fast durch ist, werden die Nelken eingesteckt und die Zimtrinde darübergestreut - dieses Timing hält die Gewürze aus der vollen Garzeit über direkter Hitze heraus, ohne dass sie zu wenig Aroma abgeben können. Danach wird ganz fertig gebraten, und die Nelken werden zum Schluss noch einmal bündig ins Fleisch gedrückt, damit die Köpfe nicht abstehen und verkohlen. Die Zimtrinde liegt dabei nur locker auf und fällt von einem Spießbraten leicht wieder ab, wenn sie nicht durch Bratensaft oder Fett hält - der Text nennt dafür keine Lösung, wer sicherer gehen will, drückt sie zusätzlich mit an. Da es sich um ein mageres Stück ohne erwähntes Bardieren handelt, lohnt sich Aufmerksamkeit gegen das Austrocknen. Serviert wird ohne Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-010-orig" n="Rukch pratten von dem kalb" resp="#fyndling">Der ‚Rukch pratten‘ bezeichnet den Rückenbraten vom Kalb, ein besonders hochwertiges Stück Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-010-orig" n="pestekch (spicken)" resp="#fyndling">‚Spicken‘ meint hier ausschließlich das Einstecken ganzer Nelken ins Fleisch - nicht, wie im heutigen Sprachgebrauch meist gemeint, das Einziehen von Fettstreifen oder Speck zur Saftigkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-010-orig" n="negelein" resp="#fyndling">Hier sind ganze Gewürznelken gemeint, die in das Fleisch gesteckt werden. Sie geben beim Braten ihr intensives Aroma ab und waren ein beliebtes Gewürz der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-010-orig" n="zymen Rintten" resp="#fyndling">Es wird Zimtrinde verwendet, nicht gemahlener Zimt. Die Rinde wird über den Braten gestreut und sorgt für ein feines, würziges Aroma, das sich während des Garens entfaltet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-010-orig" n="salssen" resp="#fyndling">Die Anweisung, keine Sauce zu servieren, ist eine reine Serviervorgabe ohne im Text genannten Grund; vermutlich soll der reine Geschmack des gewürzten Kalbsbratens im Vordergrund stehen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Innereien-Bratwurst aus gehackter Kalbslunge und Speck, gewürzt, gefärbt, in gereinigten Kalbsdarm gefüllt und trocken (ohne Sauce) gebraten. Ihr nächster lebender Verwandter ist die bairisch-österreichische Lungwurst (auch Lüngerlwurst genannt), eine bis heute handwerklich hergestellte Innereien-Wurst aus Lunge und anderen Innereien - kein Museumsstück, sondern eine lebendige Wursttradition in Bayern, Österreich und der Schweiz. Strukturell entfernt vergleichbar ist die schottische Haggis (Innereien in einer Hülle gegart), die aber Magen statt Darm und Hafergrütze statt Speck verwendet.

Was hat es mit 'kalbs pratten' im Kopf auf sich? Der Rezeptkopf lautet 'Aber ain guetten kalbs pratten NIm ain affterdarmm...' - obwohl das Rezept gar keine Kalbsbraten-, sondern eine Afterdarm-Wurst-Rezeptur ist. Am wahrscheinlichsten ist 'kalbs pratten' eine aus dem vorangehenden Rezept (einem Kalbsrückenbraten) verschleppte Kopfformel: dessen Zwilling (w1-011) trägt fast denselben Kopf, während der eigentliche Zwilling zu diesem Rezept (w1-012) einen ganz anderen Titel hat ('Ein geprotens von einem After darmm').

Praxis. Den Darm gründlich reinigen - das ist der aufwendigste Schritt. Rohe Kalbslunge und Speck miteinander hacken, bis sich beides gut verbindet; das magere Lungenfleisch nimmt dabei Fett aus dem Speck auf. Würzen und mit einem period-treuen Färbemittel (etwa Safran oder Sandelholz) einfärben - der Text selbst nennt kein bestimmtes Färbemittel. Die Masse in den gereinigten Darm füllen, zu Würsten schneiden und über dem Feuer oder auf dem Rost braten, bis die Fülle vollständig durchgegart ist und keine rohen Stellen mehr hat. Der Text nennt keine Gardauer, bei einer rohen Innereien-Speck-Fülle im Naturdarm ist vollständiges Durchgaren aber sicherheitsrelevant, da die Hülle schneller Farbe nimmt als der Kern durchgart. Ohne Sauce servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="Aber ain guetten" resp="#fyndling">Stehende Übergangsformel ('noch ein gutes [Rezept]') am Kapitelanfang, kein Eigenname des Gerichts.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="affterdarmm" resp="#fyndling">Der Afterdarm (Enddarm) des Kalbs, gereinigt und als Wursthülle verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier 'gründlich/sauber', nicht 'schön' im ästhetischen Sinn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="lungel" resp="#fyndling">Die Lunge des Kalbs, eine im Mittelalter gängige Innereien-Zutat für Wurstfüllungen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="vndereinander" resp="#fyndling">'Untereinander' = 'miteinander/durcheinander' - der Text macht keine Angabe zu einem Hackfeinheitsgrad.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="verbs" resp="#fyndling">Vermutlich Kurzform von 'verbe es' = 'färbe es', analog zur bekannten Formel 'bewürtz vnd färbs'. Der Zwilling mon-146 hat an dieser Stelle die Variante 'feribs', was diese Lesart stützt; der lautlich ähnliche mon-212 liest an derselben Position dagegen 'reibs' im Sinn von 'durchreiben' und stützt damit nicht 'färben'. Welches Färbemittel gemeint ist, nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="vass" resp="#fyndling">Von 'vassen' = in ein Gefäß oder eine Hülle füllen, hier: die Masse in den Darm stopfen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="machs" resp="#fyndling">Wörtlich 'mach es' - ein unspezifisches Abschlussverb, das im B4-Korpus generisch für 'fertigstellen/vollenden' steht (vgl. b4-009 'machs rain ab', b4-037 'machs zesammen'). Der Wiener Zwilling w1-012 hat an dieser Stelle stattdessen 'magst' - eine echte Abweichung zwischen den beiden Handschriften.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="prats" resp="#fyndling">Imperativ 'brat es' = brate es.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-011-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">'Trocken', hier als Serviervorschrift: ohne Sauce gegessen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-011-orig" n="affterdarmm von dem kalbs pratten Chalb" resp="#fyndling">Gelesen als 'Afterdarm vom Kalb' - das eingeschobene 'pratten' wird als Verschreibung oder vorgezogene Anspielung auf das spätere 'prats' (brate es) gedeutet und in der Übersetzung nicht eigenständig wiedergegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-011-orig" n="prats (Garzustand)" resp="#fyndling">Da der Text keine Gardauer nennt, wird als Praxis-Empfehlung bis zum vollständigen Durchgaren gebraten (Fülle fest, keine rohen Stellen mehr, nicht nur außen angebräunt).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Hecht wird vollständig gehäutet und entgrätet, sein Fleisch mit einem zweiten Fisch und Kräutern zu einer Farce vermengt, zurück in die eigene, mit Flossen und Schwanz intakte Haut gefüllt und der Kopf wieder angenäht. Am Ende liegt scheinbar wieder ein ganzer, unversehrter Fisch auf dem Rost - ein Illusionsgericht. Die Grundtechnik - Haut ablösen, entbeinen, füllen, wieder verschließen - ähnelt dem, was die heutige Küche Ballotine oder Galantine nennt. Anders als dort wird hier aber keine neue Form geschaffen: Kopf, Flossen und Schwanz kommen zurück an ihren Platz, damit am Ende wieder genau der ursprüngliche Fisch dasteht - die Illusion ist der eigentliche Punkt der Technik.

Zwei Fische statt einem. Der zweite Fisch in der Füllung liefert zusätzliches Volumen, das dem entgräteten Hechtfleisch allein fehlen würde - der Text nennt dafür nur den Zweck ('damit du sie wieder füllst'), keinen Kostengrund.

Ei oder Apfel. Die Wahl folgt der Fastenregel, nicht dem Geschmack: Ist kein Fasttag, kommt Ei in die Fülle, an Fasttagen wird stattdessen ein gehackter Apfel untergemischt. Der Text nennt für keine der beiden Zutaten eine Wirkbegründung - vermutlich dient das Ei zusätzlich als Bindemittel für die Farce (Koagulation beim Garen), während der Apfel eher Feuchtigkeit und Süße beisteuert.

Praxis. Der Text nennt keine Garzeit und kein Prüfkriterium für die Füllung selbst, nur das Verbot, die Haut zu verbrennen ("brat In sawber vnd verprenn In nicht"). Bei einem dick gefüllten, wieder zugenähten rohen Fisch besteht real das Risiko, dass die Außenhaut anbrennt, bevor die Farce im Kern durchgegart ist. Verlasse dich deshalb nicht allein auf die Optik der Haut, sondern prüfe den Garzustand der Füllung zusätzlich mit einer Anschnitt- oder Kerntemperaturprobe, bevor der Fisch vom Rost kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="Affterdarbmm" resp="#fyndling">Entspricht "Afterdarm" (gereinigter Kalbsmastdarm als Wursthülle), belegt im direkt vorangehenden Rezept dieser Handschrift (Kalbslungenwurst im Afterdarm). Der Titel dieser Rubrik gehört jedoch nicht zum vorliegenden Hecht-Text - er ist mit dem Titel jenes Nachbarrezepts vertauscht (Rubrik/Textkörper-Versatz in der Handschrift).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="geprattens" resp="#fyndling">Substantiviertes 'ein Gebratenes' - NICHT das gleich aussehende 'geprät' (rohe Fisch-/Fleischfarce), sondern das fertig gebratene Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="ledig" resp="#fyndling">'Frei, los' - das Fischfleisch wird von Haut und Gräten gelöst.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="orwengelein" resp="#fyndling">Vermutlich die kleinen Wangen/Bäckchen des Fischkopfes, die vor dem Füllen gewaschen werden. Die genaue Bedeutung ist nicht sicher geklärt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="vasttag" resp="#fyndling">Fastentag - an solchen Tagen wird statt Ei ein Apfel zum Binden der Fülle verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="mayen hecht" resp="#fyndling">'Maienhecht' - Name für diesen festlich wieder zusammengesetzten Frühlings-Fischgang.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-012-orig" n="rast" resp="#fyndling">Hölzerner Rost zum Braten über der Glut. Mehr dazu in den Grundlagen unter Der hölzerne Rost.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-012-orig" n="Affterdarbmm" resp="#fyndling">Das Wort selbst ist geklärt: Es entspricht "Afterdarm" (Kalbsmastdarm als Wursthülle), belegt im direkt vorangehenden Rezept derselben Handschrift. Der Titel dieser Rubrik gehört aber inhaltlich nicht zum vorliegenden Text - Rubrik und Körpertext sind hier vertauscht (Rubrik/Textkörper-Versatz), während der Körpertext wortgleich dem gefüllten Hecht der Wiener Parallelhandschrift folgt. Die moderne Titelübersetzung folgt deshalb der tatsächlich beschriebenen Technik statt der fehlplatzierten Rubrik.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-012-orig" n="orwengelein" resp="#fyndling">Gelesen als Diminutiv zu 'Wange' - die kleinen fleischigen Wangen/Bäckchen des Fischkopfs, die vor dem Füllen gewaschen werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-012-orig" n="heffcz" resp="#fyndling">Gelesen als 'heftet' (zu 'heften' = zunähen/festmachen), passend zum direkt folgenden 'mit einem vadem' (mit einem Faden).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit eigener Fischfarce gefüllter Hecht: Fleisch, Blut und Nelken werden zurück in das Tier selbst verarbeitet, während der Fischmagen zusätzlich als eigene kleine Hülle für einen Teil der Füllung dient - im Grundprinzip nicht unähnlich einer Blutwurst, nur mit Fisch statt Schwein. Technisch nah verwandt ist der bis heute in Bayern und Franken servierte gefüllte Hecht (Fischhaut mit Fischfarce gefüllt, wieder in Fischform gegart); ein durchgehender Kontinuitätsnachweis zu diesem konkreten Rezept fehlt, die Grundtechnik ist aber bis heute lebendig. Eine strukturelle Ähnlichkeit besteht auch zur Technik des Gefilte Fish (aschkenasische Küche, Fischhaut mit Fischfarce gefüllt) - ohne dass daraus eine Abstammungslinie behauptet werden kann.

Der Magen als Hülle. Der Fischmagen wird herausgenommen, umgewendet und sauber befüllt - im Text nur als 'kehre ihn um und fülle ihn sauber' benannt. Dass das Wenden dabei auch der Reinigung dient, liegt nahe, ist aber keine wörtliche Textaussage. Der gefüllte Magen wird separat gesotten, bevor er zusammen mit der rohen Leber zurück in den Hecht kommt.

Mohn oder nochmals der Magen? CoReMAs eigene Glosse liest 'magn' an der Stelle 'vnd full den magn damit' als Mohn - hier stattdessen als erneute Nennung des Fischmagens (Behälter) gelesen: Der Satzbau ('den magn' als direktes Objekt von 'füllen') passt zu einem Behälter, nicht zu einer Zutat, und der wortgleiche Zwilling w1-014 schreibt an der identischen Stelle 'magen', ohne Mohn zu erwähnen. Der Widerspruch zur CoReMA-Glosse wurde an die Projektleitung gemeldet. Für die Praxis bedeutet das: kein Mohn in der Füllung.

Blut und Nelken als Farbmittel. Das Hechtblut färbt die Füllung braun und gerinnt beim Sieden mit - eine einfache, unspekulative Bindungsfunktion, keine Mehlschwitze, wie es der Zeit entspricht. Die Nelken dunkeln die Füllung zusätzlich nach, bis sie fast schwarz wird - beides wird im Text selbst so begründet.

Offener Punkt: das Ende des Rezepts. Der Originaltext bricht nach der Anweisung, die Haut nicht zu voll zu füllen, ab - ein eigener Garschritt für den fertig zusammengesetzten, gefüllten Hecht als Ganzes wird nicht genannt. Nur der Magen wird laut Text ausdrücklich separat gesotten.

Praxis. Löse die Haut ganz vom Fleisch, ohne sie zu beschädigen - sie dient später als Hülle. Nimm den Magen heraus, wende ihn und fülle ihn sauber. Hacke Fleisch von einem zweiten Hecht klein und vermenge es mit Blut und Nelken; fülle damit den Magen und lass ihn separat gar sieden. Gib den gegarten Magen zusammen mit der rohen Leber zurück in den ausgehöhlten Hecht und fülle ihn mit dem Rest der Farce auf - nicht zu prall, sonst platzt die Haut. Da der Text für den fertigen, ganzen Hecht keinen eigenen Garschritt nennt, gare ihn vor dem Servieren vollständig durch (zum Beispiel pochiert oder im Ofen) - roher Fisch mit roher Leber und roher Füllung darf nicht ungegart serviert werden. Für die Lagerküche nur eingeschränkt geeignet: frischer Fisch, Innereien und Blut brauchen eine durchgehende Kühlkette.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-013-orig" n="kchew" resp="#fyndling">Die genaue Bedeutung von 'kchew' ist nicht eindeutig belegt, wird aber im Kontext des Öffnens eines Fisches am ehesten als 'Kehle' oder 'Kiemenbereich' interpretiert, um die Haut vom Fleisch zu lösen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-013-orig" n="magen / magn" resp="#fyndling">Im Originaltext stehen 'magen' (Fischmagen als Hülle für die Füllung) und 'magn' nah beieinander. Gelesen als erneute Nennung des Fischmagens (Behälter), nicht als Mohn: Der Satzbau ('fülle den magn damit') passt grammatisch zu einem Behälter, nicht zu einer Zutat, die man nicht füllen kann, und der wortgleiche Zwilling w1-014 schreibt an identischer Stelle 'magen', ohne Mohn zu erwähnen. CoReMAs eigene Glosse zu dieser Stelle (o:corema.b4.13) liest 'magn' abweichend als Mohn/'opium poppy' - dieser Widerspruch wurde an Helmut Klug (CoReMA-Projekt, Uni Graz) gemeldet, siehe interpretive_choices.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-013-orig" n="swais" resp="#fyndling">'Swais' bezeichnet hier das Blut des Hechts, das als Zutat in der Füllung verwendet wird, um ihr eine braune Farbe zu verleihen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-013-orig" n="huendlein leber" resp="#fyndling">Dies ist ein Vergleich, der die Größe und Zartheit der Hechtorgane beschreibt, nicht eine Zutat. Es soll verdeutlichen, wie vorsichtig mit den Organen umgegangen werden soll.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-013-orig" n="vnczt an die stat" resp="#fyndling">Diese Phrase bedeutet 'bis es gar ist' oder 'bis es den richtigen Garpunkt erreicht hat'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-013-orig" n="negelein" resp="#fyndling">Gewürznelken, die hier nicht nur zum Würzen, sondern auch zum Färben der Füllung verwendet werden, um ihr eine dunkle, fast schwarze Farbe zu geben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="kchew" resp="#fyndling">Die 'Kehle' oder der 'Kiemenbereich' des Hechts, wo der Fisch zum Ausnehmen und Ablösen der Haut aufgeschnitten wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="zeprich der heawt nicht" resp="#fyndling">Die Haut soll nicht zerbrochen oder beschädigt werden, da sie als Hülle für die Füllung dient.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="huendlein leber vnd magen" resp="#fyndling">Dies ist ein Vergleich, der die Größe und Zartheit der Hechtorgane beschreibt, um auf eine vorsichtige Handhabung hinzuweisen, nicht eine Zutat.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="magen / magn" resp="#fyndling">'magn' an der Stelle 'vnd full den magn damit' meint erneut den Fischmagen als Behälter (dieselbe Schreibvariante wie zuvor im Text), nicht Mohn: 'und fülle den Magen damit [der Mischung]'. Grammatisch passt 'den magn' als direktes Akkusativobjekt von 'füllen' zu einem Behälter, nicht zu einer Zutat, die man nicht füllen kann - der Text spricht kurz danach vom bereits 'gesottenen Magen', was voraussetzt, dass er zu diesem Zeitpunkt schon befüllt ist. Der wortgleiche Zwilling w1-014 schreibt an identischer Stelle 'magen', nicht 'magn', ganz ohne Mohn-Erwähnung.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="swais" resp="#fyndling">Das Blut des Hechts, das als färbende Zutat in der Füllung verwendet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="vnczt an die stat" resp="#fyndling">Übersetzt als 'bis er gar ist' oder 'bis er den richtigen Garpunkt erreicht hat'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="tue Im mit dem salcz recht" resp="#fyndling">Bedeutet 'würze ihn richtig mit Salz', also das Gericht nach Geschmack salzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="zuvol / prist sy nicht" resp="#fyndling">Die Anweisung, die Haut nicht zu voll zu füllen, damit sie nicht platzt, ist eine praktische Kochanleitung zur Vermeidung von Schäden an der Fischhaut während des Garens.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-013-orig" n="So prist sy nicht (Rezeptende)" resp="#fyndling">Der Text endet nach der Anweisung, die Haut nicht zu voll zu füllen, damit sie nicht platzt - ohne einen eigenen Garschritt für den komplett zusammengesetzten, gefüllten Hecht als Ganzes zu nennen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schaugericht: derselbe Hecht wird an beiden Enden am Spieß über offenem Feuer gebraten, während die Mitte unter einem gesalzenen, weingetränkten Tuch durch aufgegossene heiße Brühe auf glühendem Kies gedämpft wird - zwei Garmethoden an einem Stück, live vorgeführt. Eine direkte technische Nachfahrenlinie ist in der heutigen Küche nicht belegt; am nächsten kommt die Gattung der Tischshow-Gerichte (Tranchieren, Flambieren, Live-Feuer vor Publikum) - gleiche Funktion als Inszenierung, nicht dieselbe Technik.

Das weingetränkte Tuch. Es macht das Tuch geschmeidig und lässt das Salz anhaften, liefert aber kein wesentliches Aroma - Wasser würde denselben mechanischen Zweck erfüllen. Vierfach gewickelt und gesalzen wirkt es wie eine Salzkruste, die vor allem den Mittelteil vor der direkten Hitze schützt und die beim Begießen zugeführte Feuchtigkeit speichert.

Der Magen als Wursthülle. Der Fischmagen wird mit Fleisch vom zweiten Hecht und etwas Fett gefüllt - Resteverwertung nach der Wursttechnik der Zeit. Dass Leber und Magen vorab an der gleichen Stelle gesotten werden, festigt die Füllung und gart sie durch, bevor sie in den nur schonend gegarten Mittelteil zurückkommt - eine Sicherung gegen einen rohen Kern.

Zwei echte Garverfahren an einem Fisch. Außen, an den Enden, brennt offenes Feuer - dort wird tatsächlich gebraten und gebräunt. In der Mitte liegen heiße Kieselsteine unter dem nassen Tuch; die aufgegossene heiße Brühe rinnt auf die Steine und verdampft dort, was den Mittelteil durch das feuchte Tuch hindurch gart. Zwei physikalisch unterscheidbare Techniken an einem Stück, keine Fantasie - das laufende Begießen hält gleichzeitig das Tuch feucht, damit es nicht über der Glut verbrennt.

Praxis. Für den Gargrad der Mitte nennt der Text kein Zeit- oder Temperaturkriterium, nur das Ergebnis: der Fisch soll rein (sauber, durchgegart) sieden. Verlasst euch nicht allein auf den beschriebenen Ablauf, sondern prüft vor dem Servieren, dass das Fleisch im Mittelteil tatsächlich durchgegart ist - undurchsichtig und leicht vom Rückgrat lösbar. Bedenkt außerdem, dass der Fisch zweimal gesalzen wird (unter dem Tuch und nochmal wie ein gewöhnlicher Bratfisch an den Enden), ohne dass der Text die Mengen aufeinander abstimmt - an den Enden kann das Ergebnis dadurch recht salzig geraten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Gesiedet/gekocht in Flüssigkeit, im Gegensatz zu 'gepraten' (gebraten). Das Rezept verbindet beide Techniken in einem einzigen Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="gepratten" resp="#fyndling">Partizip von 'braten' = gebraten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="tuech" resp="#fyndling">Ein festes, vierfach gelegtes Tuch, das den Hecht umhüllt. Es dient zugleich als Salzmantel und als Dampfkammer über den heißen Steinen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="ziegel" resp="#fyndling">Zwei Ziegelsteine stützen den Spieß über dem Feuer, damit der Fisch nicht direkt in der Glut liegt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="schussling" resp="#fyndling">Kleine, stark erhitzte Kieselsteine, die unter das Tuch geschoben werden. Gießt man heiße Brühe darüber, entsteht Dampf, der den mittleren Teil des Fisches gart. Die Lesart ist über mindestens drei Handschriften bestätigt (b4-014, mha-196 identisch als 'schussling', w1-015 als 'chisling').</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="vaists" resp="#fyndling">Fett bzw. Schmalz, das der Fischfülle beigegeben wird. Für dieses Rezept auch durch eine Sachglosse im CoReMA-Glossen-Korpus bestätigt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="magen" resp="#fyndling">Hier wörtlich der Magen des Hechts, kein Mohn. In anderen Rezepten des Korpus kann 'magen' auch Mohn bedeuten, hier ist der Kontext (Innereien-Fülle) eindeutig.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-014-orig" n="rukch" resp="#fyndling">Der Rücken des Fisches, auf den zuerst gesalzen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-014-orig" n="ekk" resp="#fyndling">Als 'Ecke' bzw. Rand der Feuerstelle gelesen, an den die beiden Ziegelsteine gelegt werden, die den Spieß stützen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-014-orig" n="Gargrad des Mittelteils" resp="#fyndling">Modern empfiehlt sich, vor dem Servieren aktiv zu prüfen, dass das Fleisch im Mittelteil durchgegart ist (undurchsichtig, löst sich leicht vom Rückgrat) - zusätzlich zum im Text genannten Verfahren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Zwei getrennte Beilagsaucen zu Kopf und Schwanz eines Tieres - eine scharfe grüne Essigsauce für den Schwanz, eine süß-würzige Rosinen-Mandel-Sauce für das Haupt. Der wortnahe Zwilling w1-016 trägt den spezifischeren Titel „Zwei Saucen für Hecht“; in beiden Handschriften flankieren explizite Hecht-Rezepte diese Stelle (b4-014/w1-015, b4-016/w1-017). Das Wort „hecht“ selbst kommt im Rezepttext nicht vor - der Bezug stützt sich allein auf die Nachbarschaft im Manuskript und bleibt ein plausibler, aber nicht zwingender Hinweis.

Die grüne Essigsauce steht in loser Verwandtschaft zur bis heute bekannten Frankfurter Grünen Soße und der französischen sauce verte - beide in derselben Tradition scharf-saurer Kräutersaucen, ohne dass eine direkte Rezeptkontinuität belegt wäre. Die Rosinen-Mandel-Sauce ist näher mit der Rosinensauce verwandt, wie sie bis heute zu rheinischem Sauerbraten gereicht wird - eine süß-saure Frucht-Nuss-Sauce zu kräftigem Fleisch.

Rayffall und Rumannyer sind Weine, keine Kräuter.

Die zweite Sauce wird laut Transkript mit „Rayffall“ oder „Rumannyer“ durchgeschlagen. Beide wurden bislang als Kräuter (Rainfarn, Rosmarin) gedeutet - das CoReMA-Glossen-Korpus verzeichnet „Rayffall“ jedoch direkt in diesem Rezept als „rainval“, einen historischen Import-Süßwein aus der Malvasier-Familie; das Parallelwort im Zwilling w1-016, „rumanie“, ist dort als „rumanier“ glossiert, ein zweiter Süßwein. Das ergibt auch technisch mehr Sinn: „durchschlagen“ braucht ein flüssiges Medium, um die dicke Mandel-Rosinen-Paste zu einer streichfähigen Sauce zu verdünnen - trockene Kräuter können das nicht leisten, ein Süßwein schon.

Praxis.

Für die erste Sauce Essig mit Gewürzen gründlich verrühren, bis sie deutlich scharf schmeckt - eine kalte Anrührung ohne Hitze. Für die zweite Sauce geschälte Mandeln und Rosinen im Mörser zu einer Paste stoßen, dann mit einem milden Süßwein (ersatzweise Sherry oder Portwein) durchschlagen, bis die Masse streichfähig ist, und mit Gewürz und Zucker abschmecken. Kein Schritt im Transkript erfordert Feuer - beide Saucen sind Kalt-Zubereitungen, gut im Voraus herstellbar.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="zagel" resp="#fyndling">Bezeichnet den Schwanz eines Tieres, oft von Fisch oder Wild, der als eigener Gang oder Teil eines Gerichts serviert wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="haubt" resp="#fyndling">Bezeichnet den Kopf eines Tieres, der ebenfalls als eigener Gang oder Teil eines Gerichts serviert wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="slach durch" resp="#fyndling">Bedeutet ‚durchschlagen‘ oder ‚gründlich verrühren/verstampfen‘, um eine homogene Masse zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="virdunng" resp="#fyndling">Eine historische Maßeinheit, die oft ein Viertel Pfund (ca. 125 g) bezeichnete.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="schon" resp="#fyndling">Im mittelhochdeutschen Kontext bedeutet ‚schon‘ hier ‚gründlich‘ oder ‚sauber‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="gewurcz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Im Mittelalter waren dies oft Mischungen aus Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und Zimt, je nach Verfügbarkeit und gewünschtem Geschmacksprofil.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="Rayffall" resp="#fyndling">Rainfal (auch reinfal, reymel), ein im Spätmittelalter beliebter italienischer Süßwein aus der Malvasier-Familie - keine Pflanze. Die CoReMA-Glossierung zu genau diesem Rezept verzeichnet den Begriff direkt als ‚rainval‘; auch andernorts im Korpus (etwa mha-197, mon-213) ist rainfal/reinfal als Import-Süßwein belegt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rayffall"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-015-orig" n="Rumannyer" resp="#fyndling">Rumanier (auch Romanie), ein weiterer historischer Import-Süßwein - keine Kräuterpflanze. Im textnahen Zwillingsrezept w1-016 glossiert CoReMA das Parallelwort ‚rumanie‘ direkt als ‚rumanier‘; zusammen mit Rainfal bildet dies ein Paar süßer Weine, mit denen die Sauce durchgeschlagen wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rumannyer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllter Hecht: Der Schwanz wird mit einer fein gehackten, gewürzten Fischfarce gestopft, der Rest der Farce zu einem separaten, mit Gewürznelken gespickten Braten geformt. Das Grundprinzip - Farce zurück in die Fischhaut - kennt bis heute eine strukturelle Parallele im gefilte fish, ohne dass eine belegte direkte Überlieferungslinie zu diesem Text besteht.

Was heißt „das Innere heraus kehren“? Der Text sagt nur, dass das Innere des Schwanzes herausgekehrt wird, während der Schwanz gefüllt wird - er legt nicht fest, ob dabei die Haut vollständig vom Fleisch gelöst und umgestülpt wird oder die Schwanzhöhle nur ausgeräumt und gesäubert wird. Da die Füllung laut Text bereits vorher aus dem ganzen entgräteten Fisch hergestellt wurde, ist die einfachere Lesart - Höhle säubern, mit der bereits fertigen Füllung stopfen - die näherliegende.

Reihenfolge Füllen/Räumen. Der Wortlaut nennt zuerst das Füllen, dann das Herauskehren des Inneren, beides im selben Satz mit „vnd“ verbunden. Küchenpraktisch naheliegender wäre es, die Höhle zuerst zu räumen und erst danach zu füllen; der Text selbst legt diese Reihenfolge aber nicht zwingend fest, und der Zwilling w1-017 behält dieselbe Wortfolge bei.

Garung des zweiten Bratens. Für das Schwanzstück nennt der Text ausdrücklich sanftes Braten. Für das zweite, separat geformte Stück fehlt ein eigenes Gar-Verb - nur „mach ein pratten dauon ... gibs hin“ steht da. Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit sollte auch dieses Stück vor dem Servieren durchgegart werden.

Praxis. Hecht entgräten und das Fleisch fein hacken - Hecht hat neben der Hauptgräte ein dichtes Netz feiner Gräten im Fleisch, daher lohnt sich, die gehackte Masse noch einmal durchzutasten. Die Hälfte der gewürzten Masse in die geräumte Schwanzhöhle füllen und sanft braten, damit die dünne Haut nicht reißt. Die restliche Füllung mit Schmalz anreichern, mit etwas Brotkrume oder Mehl binden, durchhacken und zu einem Braten formen, mit Gewürznelken spicken und durchgaren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-016-orig" n="gewurcz in rain" resp="#fyndling">Die Anweisung ‚rein würzen‘ bedeutet, Gewürze zu verwenden, die die helle Farbe des Fischfleisches nicht verändern. Hierfür eignen sich besonders weiße Gewürze wie weißer Pfeffer, Ingwer und Muskatblüte.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-016-orig" n="cher dem zagel das Inner heraus" resp="#fyndling">Der Text sagt, dass das Innere des Schwanzes herausgekehrt wird, während der Schwanz gefüllt wird. Ob dabei die Haut vollständig vom Fleisch gelöst und umgestülpt wird oder die Schwanzhöhle nur ausgeräumt und gesäubert wird, legt der knappe Wortlaut nicht fest.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-016-orig" n="full vaist" resp="#fyndling">‚Vaist‘ bedeutet fett. Die Füllung soll mit zusätzlichem Fett, wie Schmalz oder Butter, angereichert werden, um sie saftiger und geschmackvoller zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-016-orig" n="prats" resp="#fyndling">‚Prats‘ bezieht sich hier auf geriebenes Brot oder Brotkrume, das als Bindemittel für die Füllung dient.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-016-orig" n="pratten" resp="#fyndling">Ein ‚Braten‘ im mittelalterlichen Kontext konnte auch eine geformte und gebratene Masse aus Fleisch oder Fisch sein, ähnlich einer Pastete oder einem Hackbraten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-016-orig" n="tail" resp="#fyndling">‚Teig‘ oder ‚Paste‘ - im Kontext der Füllung bedeutet dies die formbare Masse des Fischfleisches.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tail"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-016-orig" n="vaist" resp="#fyndling">‚Fett‘ oder ‚Schmalz‘ - die Füllung soll mit zusätzlichem Fett angereichert werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-016-orig" n="cher dem zagel das Inner heraus" resp="#fyndling">Die Schwanzhöhle wird ausgeräumt und gesäubert, bevor sie mit der bereits fertigen Füllung gestopft wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-016-orig" n="full den zagel damit cher dem zagel das Inner heraus (Reihenfolge)" resp="#fyndling">Der Text nennt zuerst das Füllen, dann das Herauskehren des Inneren - beide Vorgänge werden im selben Satz mit ‚vnd‘ verbunden, ohne dass eine zwingende Abfolge festgelegt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-016-orig" n="mach ein pratten dauon ... gibs hin (Garung)" resp="#fyndling">Auch der zweite, separat geformte Braten wird vor dem Servieren durchgegart - das Substantiv ‚Braten‘ setzt Garung voraus, auch ohne eigenes Gar-Verb an dieser Stelle.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer gebratener Kalbskopf mit separat gewürztem, im Schädel mitgegartem Hirn. Die nächste lebende Verwandtschaft ist die französische tête de veau (ganzer gegarter Kalbskopf samt Hirn); entfernter verwandt sind die bairisch-österreichischen Bregen- und Hirn-mit-Ei-Gerichte, in denen das Hirn ebenfalls separat gewürzt verarbeitet wird.

Gebraten oder Brät? ‚Geprattens‘ ist hier das Partizip von braten (gebraten), nicht das Substantiv Brät (feine Fleischfarce) - der Kontext eines ganzen, auf dem Rost gebratenen Kalbshauptes stützt nur die erste Lesart.

Praxis. Die vorderen Kiefer vom Kalbskopf abtrennen, dann die Hirnschale aufbrechen. Das freigelegte Hirn direkt im Schädel würzen und mit heißem Schmalz übergießen - das Fett gleicht die Magerkeit des Organs aus. Das Ganze auf einem Rost über offenem Feuer braten, bis das Hirn durchgegart, fest und nicht mehr glasig ist (Sicherheitsstandard für Innereien). Der Text nennt weder Gardauer noch Hitzegrad; offenes Rösten über direktem Feuer gart ungleichmäßig (Oberfläche gegenüber Kern) - Hitze und Abstand zur Glut also laufend prüfen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-017-orig" n="geprattens" resp="#fyndling">Das Wort ‚geprattens‘ ist hier das Partizip von ‚braten‘ und bedeutet ‚gebraten‘, nicht das Substantiv ‚Brät‘ (eine feine Fleischfarce). Der Kontext eines ganzen Kalbshauptes, das auf einem Rost zubereitet wird, bestätigt dies.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-017-orig" n="kew" resp="#fyndling">‚Kew‘ ist eine bairische Dialektform für ‚Kiefer‘ oder ‚Kinnbacken‘.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-017-orig" n="hiernnschall" resp="#fyndling">Die ‚Hirnschale‘ ist der Schädelknochen, der das Gehirn umschließt. Sie muss aufgebrochen werden, um an das Hirn zu gelangen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-017-orig" n="see auff" resp="#fyndling">Die Phrase ‚see auff‘ bedeutet in diesem Kontext ‚streue auf‘ oder ‚gib auf‘, insbesondere im Zusammenhang mit Gewürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-017-orig" n="rast" resp="#fyndling">Ein ‚Rast‘ ist ein Rost oder Spieß, auf dem das Kalbshaupt über offenem Feuer oder Glut gebraten wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-017-orig" n="geprattens" resp="#fyndling">Als Partizip ‚gebraten‘, das die Zubereitungsart des Kalbshauptes beschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-017-orig" n="Garstufe des Hirns" resp="#fyndling">Durchgaren bis fest und nicht mehr glasig - Sicherheitsstandard für Innereien in der modernen Küche.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Farce aus roher, klein gehackter Leber, gebunden mit Ei und Weißbrot, gewürzt und in Netzfett (Omentum) gewickelt gebraten. Nächste lebende Verwandte sind die französische Crépinette, die toskanischen Fegatelli und die englischen Faggots - b4-018 ist ein früher belegter Vertreter dieser weit verbreiteten Zubereitungsfamilie, kein singulärer Fund.

Die Technik. Rohe Leber wird feingehackt, weil sich nur rohes Organeiweiß zu einer formbaren, bindefähigen Masse verarbeiten lässt - gegarte Leber würde beim Weiterverarbeiten zerfallen. Ei und Weißbrot sind die zeittypische Bindemittel-Kombination: das Ei koaguliert beim Braten und hält die Masse zusammen, das Brot puffert Flüssigkeit und Fett und macht die Masse formbarer. Das Netzfett ersetzt Darm oder Kruste - es hält die lose Masse während des Bratens formstabil, bastet die Oberfläche selbsttätig mit ausschmelzendem Fett und schützt vor dem Austrocknen und direktem Verbrennen am offenen Feuer.

Praxis. Leber roh und fein hacken, mit Ei, Weißbrot und Gewürzen vermengen, in Netzfett wickeln und braten, bis die Masse vollständig gestockt und durchgegart ist. Eine genaue Gardauer nennt der Text nicht - das ist eine für mittelalterliche Rezepttexte übliche Lücke, keine Verzerrung durch die Übersetzung. Netz- und Bauchfell sowie die rohe Leber sind hochverderblich und brauchen bis zur Verarbeitung eine durchgehende Kühlkette - das macht das Gericht in der Lagerküche ohne Kühlmöglichkeit nur eingeschränkt praktikabel.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-018-orig" n="grunn" resp="#fyndling">Im Frühneuhochdeutschen bedeutet ‚grün‘ im Kontext von Lebensmitteln oft ‚roh‘ oder ‚frisch‘, also ungekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-018-orig" n="necz" resp="#fyndling">Das Netz- oder Bauchfell (Omentum majus) ist eine dünne, fettreiche Membran, die die Bauchorgane von Schweinen oder Lämmern umhüllt. Es wird in der Küche traditionell zum Umwickeln von Farcen, Pasteten oder Braten verwendet, um diese saftig zu halten und ihnen Geschmack zu verleihen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein am Spieß gebratener Brachvogel, dessen Körperhöhle vor dem Braten mit in Wein oder Essig weich eingezogenen Wacholderbeeren und Gewürz gefüllt wird. Wacholderbeeren zu Wildgeflügel sind bis heute ein festes Aromapaar der deutschen und österreichischen Wildküche - eine anhaltende Geschmackskombination, auch ohne belegbare direkte Abstammungslinie.

Die Wacholderbeeren-Einweiche. „Wenn sy der waikchen“ beschreibt einen Zustand - wenn sie weich sind - keine feste Zeitangabe. Harte, getrocknete Wacholderbeeren brauchen beim Einlegen in Wein oder Essig ohne Erhitzen realistisch eher 30 bis 60 Minuten, nicht nur wenige Minuten.

Die Füllung. „stozz sy dann In die vogel mit gewurcz“ meint Stopfen der weich gewordenen Beeren mit Gewürz in die Körperhöhlen, nicht Zerstoßen im Mörser - die Präposition „in die Vögel“ spricht für die Fülltechnik, und drei Zwillingsrezepte im Korpus bestätigen unabhängig dieselbe Lesart.

Praxis. Mit Wachtel oder Perlhuhn statt dem geschützten Brachvogel lässt sich das Gericht gut nachkochen: Wacholderbeeren 30 bis 60 Minuten in Wein oder Essig einweichen, bis sie weich sind, dann mit Gewürz in die Körperhöhlen der Vögel stopfen und am Spieß über der Glut braten, bis das Fleisch vollständig durchgegart ist - bei Geflügel gilt aus heutiger Hygienesicht kein rosafarbenes Fleisch am Knochen als akzeptabel.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-019-orig" n="Prach vogel" resp="#fyndling">Brachvogel, ein Wat-/Wiesenvogel. Heute in der EU streng geschützt, daher für die Nachkoch-Praxis nur mit Zuchtgeflügel (Wachtel, Perlhuhn) darstellbar.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-019-orig" n="kranibittper" resp="#fyndling">Wacholderbeeren. Bairische Lautform zu Kranewitt/Kranbeer, NICHT mit Cranberry/Preiselbeere zu verwechseln.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-019-orig" n="esseach" resp="#fyndling">Essig, hier als Alternative zu Wein genannt, in dem die Wacholderbeeren aufweichen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-019-orig" n="waikchen" resp="#fyndling">Weich werden. Die Wacholderbeeren sollen im Wein oder Essig weich einziehen, bevor sie verarbeitet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-019-orig" n="stozz" resp="#fyndling">Hier im Sinn von 'stopfen/hineindrücken', nicht 'im Mörser zerstoßen' - die weich gewordenen Wacholderbeeren werden mit Gewürz in die Körperhöhlen der Vögel gefüllt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-019-orig" n="waikchen" resp="#fyndling">Gelesen als 'weich werden' - die Wacholderbeeren weichen im Wein oder Essig ein, bis sie weich sind, bevor sie weiterverarbeitet werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-019-orig" n="stozz sy dann In die vogel" resp="#fyndling">Gelesen als 'stopfe sie dann in die Vögel' - eine Fülltechnik, bei der die weichen Wacholderbeeren mit Gewürz in die Körperhöhlen gefüllt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-019-orig" n="Garzustand am Spieß" resp="#fyndling">Für die moderne Zubereitung wird vollständiges Durchgaren empfohlen - der Text nennt selbst keine Garzeit oder Garprobe, und bei Geflügel gilt heute aus Hygienegründen kein rosafarbenes Fleisch am Knochen als akzeptabel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Hecht im Teigmantel: Fisch und Gewürze werden in einen aus Brotteig geformten, rundum verschlossenen „Topf“ gelegt und darin im Ofen gegart. Der Teig ist reine Garhülle, kein Verzehrbestandteil. Die nächste lebende Verwandte ist der Fisch en croute beziehungsweise in der Salzteigkruste: eine formbare Hülle wird luftdicht um das Gargut geschlossen und dient als Dampf- und Wärmekammer. Die Grundidee - ein Gefäß aus Teig statt aus Ton oder Metall - ist außerdem ein Vorläufer dessen, was heute ein Römertopf oder ein Bratschlauch übernimmt: geschlossenes Garen ohne direkten Ofenkontakt.

Der Teigtopf. „Mach ein topph vollen mit taig“ heißt trotz des Wortlauts nicht, den Topf mit Teig zu füllen, sondern ihn vollständig mit Teig auszukleiden, sodass innen ein Hohlraum für den Fisch bleibt. Das ergibt sich aus dem Folgesatz „tue darin den Fisch“ - ein bereits vollgefüllter Topf hätte dafür keinen Platz - und aus der Parallelformulierung „mach es oben ganz mit Teig“ für den Deckel, die ebenfalls eine Verschluss-, keine Füllanweisung ist. Der versiegelte Teigmantel wirkt wie eine frühe Salzteig- oder Coffin-Kruste: Er isoliert den Fisch vom trockenen Ofenklima und lässt ihn eher im eigenen Dampf, unterstützt von der Feuchtigkeit aus Wein oder Essig, garen als austrocknen.

Was der Text ausspart. Erwähnt wird nur das Schuppen des Hechts, nicht das Ausnehmen. Das dürfte als selbstverständlicher Vorbereitungsschritt vorausgesetzt und deshalb nicht eigens genannt worden sein.

Praxis. Hecht schuppen und ausnehmen, in Stücke teilen. Petersilie und Salbei hacken, mit Pfeffer, Ingwer, Kubebenpfeffer, Safran, Salz und Wein oder Essig zum Fisch geben. Eine feuerfeste Form rundum mit festem Brotteig auskleiden, Fisch und Gewürze hineinlegen, den Teig oben verschließen. Beim Backen nicht blind die volle Backzeit eines Roggenbrots (60 bis 90 Minuten) durchhalten: Fischfleisch gart in einem Bruchteil dieser Zeit. Nach etwa 30 bis 40 Minuten prüfen, ob der Fisch gar ist, und die Teighülle bei Bedarf danach getrennt fertig backen, damit sie durch ist, ohne dass der Fisch innen austrocknet. Ebenso mit Forelle, Lachs, Aal oder anderem Fisch zubereitbar.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-020-orig" n="Schuppenhecht" resp="#fyndling">Hier ist ‚Schuppen‘ als Verb zu verstehen, nicht als Teil des Fisches. Es bedeutet ‚den Hecht schuppen‘, also die Schuppen entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-020-orig" n="kwmb" resp="#fyndling">‚Kwmb‘ ist eine frühneuhochdeutsche Schreibweise für Kubebenpfeffer (Piper cubeba), ein pfefferartiges Gewürz mit einer leicht bitteren, eukalyptusartigen Note, das im Mittelalter sehr beliebt war. Die für B4 einschlägige CoReMA-Glosse bestätigt diese Lesart; in den Parallelhandschriften (etwa w1-021) steht an derselben Stelle dagegen ein eigenständiges Kümmel-Wort - beide Lesarten sind für ihr jeweiliges Manuskript belegt, keine Verwechslung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-020-orig" n="topph vollen mit taig" resp="#fyndling">Dies beschreibt die Technik, einen Topf vollständig mit Brotteig auszukleiden und zu verschließen, um darin den Fisch zu garen. Der Teig dient als Schutzhülle und Aromageber, ähnlich einem modernen Salzteig- oder Blätterteigmantel.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-020-orig" n="Condimenten" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die zuvor genannte Gewürzmischung aus Petersilie, Salbei, Pfeffer, Ingwer, Kubebenpfeffer, Safran, Salz und Wein/Essig. Die rezeptspezifische CoReMA-Glosse übersetzt den Begriff hier wörtlich mit ‚sauce‘ - mit Wein oder Essig angerührt, hat die Mischung eher den Charakter eines dünnflüssigen Würzsuds als eines trockenen Gewürzpulvers.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-020-orig" n="rokchein prott" resp="#fyndling">‚Roggenbrot‘ dient hier als Zeitmaß für die Backdauer. Die genaue Backzeit hängt von der Größe des Brotes und des Ofens ab, aber es deutet auf eine längere Garzeit bei mittlerer Hitze hin, typischerweise 60 bis 90 Minuten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-020-orig" n="Schuppenhecht" resp="#fyndling">Die Formulierung ‚Schuppenhecht‘ wurde als Imperativ ‚Schuppe den Hecht‘ übersetzt, da es sich um eine Vorbereitungsanweisung handelt, nicht um eine Zutat (Fischschuppen sind kein übliches Lebensmittel in diesem Kontext).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-020-orig" n="kwmb" resp="#fyndling">Basierend auf der für B4 einschlägigen CoReMA-Glosse und dem Kontext der Gewürzliste wurde ‚kwmb‘ als Kubebenpfeffer (Piper cubeba) übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-020-orig" n="topph vollen mit taig" resp="#fyndling">Diese Phrase wurde als ‚einen Topf vollständig mit Brotteig auskleiden‘ interpretiert, was die Technik eines Teigtopfes beschreibt, in dem der Fisch gebacken wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-020-orig" n="Condimenten" resp="#fyndling">Übersetzt als die zuvor genannte Kräuter-Gewürz-Mischung, die zusammen mit dem Fisch in den Teigtopf gegeben wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-020-orig" n="Ausnehmen des Hechts" resp="#fyndling">Der Text erwähnt nur das Schuppen des Hechts, nicht ausdrücklich das Ausnehmen der Eingeweide.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-020-orig" n="Backdauer im Teigmantel" resp="#fyndling">Der Text nennt als Zeitmaß ausdrücklich die volle Backdauer eines Roggenbrots (etwa 60 bis 90 Minuten).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fischfarce aus Hecht, im Mörser zerstoßen und mit Mehl, Honig und Salz zu einer festen, formbaren Masse gebunden, wird durch ein fingerbreites Loch in siedendes Öl gepresst. So entstehen lange Stränge, die beim Frittieren aussehen wie gebackener Aal. Kerntechnik ist die Extrusion einer Fischmasse zur Formimitation einer anderen, als wertvoller geltenden Fischart - technisch verwandt mit dem Prinzip, das heute in Surimi (Fischpaste wird geformt, um teurere Krebstiere nachzuahmen) fortlebt, und handwerklich vergleichbar mit einem improvisierten Wurstfüller oder Spritzbeutel. Beide Vergleiche sind reine technische Analogien, keine kulinarhistorische Abstammungslinie.

Die Formulierung 'stel In als ein all pach' lässt zwei Lesarten zu: 'stelle/forme ihn wie einen gebackenen Aal' - im Kontext des Press-Vorgangs die naheliegendere Lesart - oder, lautlich weiter entfernt, eine verkürzte Form von 'stich' (steche). Der textnahe Zwilling w1-022 hält dieselbe Ambiguität offen und favorisiert ebenfalls die erste Lesart.

Praxis. Den Hecht schuppen, entgräten und das Fleisch hacken. Anschließend im Mörser (ersatzweise im Blender) zu einer feinen, streichfähigen Paste zerstoßen - nur eine ausreichend feine Masse lässt sich später durch die enge Öffnung pressen, ohne sie zu verstopfen. Mehl, Honig und Salz einarbeiten: Mehl macht aus der Fischpaste einen festen, formbaren Teig, kein Bindemittel für Flüssigkeit wie bei einer Mehlschwitze. Salz würzt und löst zugleich Muskelproteine aus dem Fisch, was die Masse klebriger und bindiger macht - derselbe Effekt wie bei der Fischklops- oder Surimi-Herstellung. Honig sorgt für Süße und Bräunung beim Frittieren. Die fertige Masse durch ein fingerbreites Loch - ein gebohrter Topf, ersatzweise ein Spritzbeutel mit großer Tülle - in siedendes Öl drücken, sodass lange Stränge entstehen. Darin gar frittieren; die dünnen Stränge garen durchgehend und schnell durch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-021-orig" n="greatt" resp="#fyndling">Die Gräten des Hechts. Sie werden vor dem Zerstoßen ausdrücklich entfernt, sind also keine Zutat, sondern ein Arbeitsschritt der Vorbereitung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-021-orig" n="SChuepp" resp="#fyndling">Imperativ 'schuppe' - eine Arbeitsanweisung an den Fisch (Schuppen entfernen), keine Zutatenangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-021-orig" n="mel" resp="#fyndling">Hier tatsächlich Mehl als Bindemittel gemeint, nicht Semmel oder Brotkrume. Anders als bei flüssigen Saucen dient es hier dazu, aus der Fischpaste eine feste, formbare Masse zu machen, die sich durch das Loch pressen lässt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-021-orig" n="als ein all pach" resp="#fyndling">'Wie ein gebackener Aal' - der durch das Loch gepresste Hecht formt lange Stränge, die beim Frittieren die Gestalt von Aalstücken annehmen. Ein typisches Illusionsgericht der spätmittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-021-orig" n="stel In als ein all pach" resp="#fyndling">Lass ihn aussehen wie einen gebackenen Aal - 'stel' im Sinn von 'stelle/mache' (gestalte die Form), 'all pach' als 'Aal-Gebackenes'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratener Fisch - Aspenschwanz und Lachsrücken - mit einer essigsauren, brotgebundenen Gewürzsauce, die das Rezept selbst „Gallentin" nennt. Mit der heutigen französischen Galantine, einer kalten, geformten Fleisch- oder Geflügelterrine, teilt das Gericht nur den Namen: Die mittelalterliche Gallentin hier ist eine dickflüssige Würzsauce zu Fisch und Wildbret, kein geformtes Kaltgericht. Eine durchgehende lebende Nachfolge lässt sich nicht benennen, verwandte essig-brot-gebundene Würzsaucen zu Fisch und Wildbret sind aus Kochbüchern der Zeit auch außerhalb dieser Handschrift bekannt.

Der fette Schwanzteil des Aspen wird am Feuer gebraten und erst kurz vor Ende mit Ingwer und Pfeffer bestreut (pespreng, bairisch für „besprenge" - bestreue), damit die Gewürze nicht vorzeitig verbrennen und die Kruste vorher trocken anziehen kann. Der Zwillingstext w1-023 schreibt an derselben Stelle eindeutig bespreng mit b und stützt damit diese Lesart gegenüber einem denkbaren „aufsprengen/aufschneiden".

Der Lachsrücken wird ebenso gebraten, ein zweites Stück Fisch stattdessen in Wasser und Essig gesotten. Warum diese doppelte Zubereitung vorgesehen ist, sagt der Text nicht - die Sauce selbst enthält keinen Fisch, nur Brot, Essig und Gewürze. Das Sieden ist damit keine Voraussetzung für die Sauce, eher eine zweite Option für den Esser; eine weitergehende Begründung wäre erfunden und bleibt hier bewusst offen.

Für die Sauce werden Roggenbrotkrusten und Roggenbrot in Essig eingeweicht, dann mit reichlich Ingwer, wenig Pfeffer und etwas Kümmel zerstoßen und mit Essig aufgekocht (er well es eben dikch - „erwellen", aufkochen lassen, bis es gleichmäßig dick ist). Die Zwillingstexte w1-023 (erbell ez) und mha-058 (erwell das eben dick) schreiben dieselbe Form und stützen diese Lesart gegenüber einem denkbaren „wellen" im Sinn von rollen/formen. Das eingeweichte Brot quillt beim Kochen auf und bindet die Flüssigkeit über seine Stärke - Bindung über Brot statt Mehlschwitze.

Praxis. Fisch am Rost oder Spieß über offener Glut braten, erst gegen Ende mit Ingwer und Pfeffer bestreuen und fertig braten. Für die Sauce Roggenbrot in Essig einweichen, mit Ingwer, wenig Pfeffer und Kümmel zerstoßen, mit Essig aufkochen und unter Rühren dick einkochen lassen. Dickflüssig zum Fisch reichen. Insgesamt in gut einer Stunde machbar - frischen Fisch am Markttag besorgen, da er sich nicht vorrätig halten lässt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-022-orig" n="Schaid zagel" resp="#fyndling">Der Aspe (auch Rapfen genannt, Aspius aspius) ist ein europäischer Süßwasserfisch. Gemeint ist hier der fette Schwanzteil des Fisches.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-022-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Fett, fettig - beschreibt hier den fetteren Teil des Fischschwanzes, nicht ein separates Fett als Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-022-orig" n="esseach" resp="#fyndling">Bairische Schreibweise für Essig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-022-orig" n="chwmb" resp="#fyndling">Kümmel, ein heimisches Würzsamen-Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-022-orig" n="gallentin" resp="#fyndling">Galantine - eine mittelalterliche Essig-Brot-Gewürzsauce, die als eigenständiges Kondiment zu Fisch und Wildbret gereicht wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-022-orig" n="pespreng" resp="#fyndling">Als 'besprenge' (bairisch p für b) gelesen: 'bestreue es'. Passt zum direkt folgenden 'mit ygwer vnd mit pheffer'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-022-orig" n="er well es eben dikch" resp="#fyndling">Gelesen als 'erwellen' (aufkochen/aufwallen lassen): die Masse wird aufgekocht, bis sie gleichmäßig dick ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewässerter Stockfisch wird gebraten, mehrfach mit einem gewürzten Eier-Mehl-Teig bestrichen und am Feuer fertig gegart, bis die Kruste rot wird. Kochtechnisch steht das näher an einem Glasieren/Basten als am heutigen Frittieren - ein entfernter Vorfahr eierteig-panierter Fischgerichte, wie man sie heute etwa als "Fisch im Backteig" kennt, hier aber ohne Fettbad, sondern durch wiederholtes Bestreichen am offenen Feuer aufgebaut. Eine direkte Abstammungslinie zu späteren frittierten Fisch-in-Teig-Gerichten ist plausibel, aber nicht belegt.

Warum Essig? Nach der nächtlichen Wässerung wird der aufgeweichte Stockfisch im Essig ausgedrückt, bevor er in die Pfanne kommt. Die Säure strafft das durchweichte Fischfleisch, damit es beim späteren Bestreichen mit dem Teig nicht zerfällt.

Das dreifache Bestreichen. "Belaufen" bzw. "beträufeln" (petrewff) heißt hier Übergießen/Bestreichen mit Fett, nicht Aufkochen - das fettarme Trockenfisch-Fleisch braucht zugeführtes Fett, sonst trocknet es beim Braten aus. Der Ei-Mehl-Pfeffer-Safran-Teig wird in drei dünnen Schichten statt einer dicken aufgetragen: Ein einzelner dicker Überzug würde auf dem feuchten, fettigen Untergrund eher abrutschen oder ungleichmäßig anbrennen. "Dreystund" ist im Korpus zugleich eine häufige formelhafte Dreier-Zahl, nicht zwingend eine exakte Zählvorschrift.

Praxis. Der Text nennt keinen Garpunkt vor dem Teig-Aufbau - nur "brät ihn" und danach "lass rot werden beim Feuer". Für die Nachkoch-Praxis empfiehlt sich, den Fisch vor dem ersten Teigauftrag durchzubraten, bis kein glasiges Fleisch mehr sichtbar ist, sodass die drei Teigschichten am Feuer nur noch der Kruste und der Färbung dienen. Das Wässern über Nacht lässt sich am Vorabend erledigen, die eigentliche Zubereitung dauert danach unter einer Stunde am offenen Feuer.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-023-orig" n="Stokch visch" resp="#fyndling">Stockfisch, luftgetrockneter Kabeljau. Muss vor der Verarbeitung eine Nacht (oder länger) in Wasser eingeweicht werden, damit er sich wieder weich und verarbeitbar zeigt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-023-orig" n="peslach" resp="#fyndling">beschlagen, mit einer dickflüssigen Masse überziehen - hier: den Fisch dreimal mit dem Eier-Mehl-Teig bestreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-023-orig" n="Dreystund" resp="#fyndling">dreimal, dreifach - hier die Anzahl der Teig-Beschichtungen auf dem Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-023-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Fett, Schmalz - dient hier zum abschließenden Beträufeln des fertig gebratenen Fischs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-023-orig" n="lazz pelauffen" resp="#fyndling">lass ihn allenthalben mit Öl oder Butter überlaufen bzw. bestreichen - 'belaufen' im Sinn von benetzen/übergießen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-023-orig" n="petrewff" resp="#fyndling">beträufle ihn mit Fett - von 'betreufen/betroufen', beträufeln, betröpfeln.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-023-orig" n="prat in ... lozze In rot werden" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen eigenen Garprüfpunkt vor dem Teig-Aufbau - nur 'brät ihn' und danach 'lass rot werden beim Feuer'. Für die Praxis empfiehlt sich, den Fisch vor dem ersten Teigauftrag durchzubraten (kein glasiges Fleisch mehr) und die drei Teigschichten am Feuer nur noch der Kruste und Färbung dienen zu lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer gebratener Kapaun mit einer unter der Halshaut versteckten Füllung, dazu eine sämige, brotgebundene Würzsauce (Galantine) oder ersatzweise ein anderes Condiment. Der lebende Verwandte ist der klassische Festtagsbraten aus gefülltem Geflügel mit Bratensauce - heute etwa die Weihnachtsgans oder der britische Truthahn mit Bread Sauce. Der auffälligste Unterschied zu heute: Die Füllung sitzt unter der Halshaut, nicht im Bauchraum.

Zur Füllung. Der Text nennt für die Halsfüllung keinerlei Zutaten. Eine rohe Farce oder Innereien-Füllung, die sich allein auf die lange Garzeit des ganzen Vogels verlässt, wäre zeittypisch denkbar gewesen, gilt aus heutiger Küchenhygienesicht aber nicht als empfehlenswert. Praktikabler ist eine vorgegarte oder rein brotbasierte Füllung ohne rohes Ei oder rohes Hackfleisch.

Praxis. Ganzer Kapaun am Spieß oder im Dutch Oven, 1,5 bis 2 Stunden Garzeit über dem Feuer. Der Kopf wird vor dem Braten abgeschlagen - ein reiner Schlachtschritt. Die am Rumpf verbleibende Halshaut wird mit der Füllung versehen und gart in derselben Bratzeit mit; die Füllung selbst sollte auf sichere Kerntemperatur geprüft werden, nicht nur die Brust. Galantine oder Condiment werden separat im Topf angesetzt (Brot, Essig, Gewürze) und erst nach dem Braten dazu gereicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-024-orig" n="Koppawner" resp="#fyndling">Kapaun, ein kastrierter und gemästeter Hahn - im Mittelalter eine geschätzte Braterei, zarter und fetter als ein gewöhnliches Huhn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-024-orig" n="galentein" resp="#fyndling">Galantine, eine im Mittelalter verbreitete Sauce aus geriebenem Brot, Essig und Gewürzen, oft zimtbraun gefärbt. Nicht zu verwechseln mit der modernen 'Galantine' als kaltem Fleisch-Aspik - hier ist die flüssige Würzsauce gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-024-orig" n="Condimentt" resp="#fyndling">Allgemeiner Begriff für eine Würzsauce oder Beize, ähnlich wie 'Salse'. Welche genaue Zusammensetzung gemeint ist, bleibt im Rezept offen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-024-orig" n="hals fullen" resp="#fyndling">Das Füllen des Halses meint eine unter die Halshaut gesteckte Fleisch- oder Brotfüllung, eine gängige Technik beim Braten von Geflügel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-024-orig" n="koppawner" resp="#fyndling">Kapaun (kastrierter, gemästeter Hahn) - bestätigt durch die CoReMA-Sachglosse, die das Wort direkt mit dem Wikidata-Eintrag für Kapaun verknüpft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-024-orig" n="hals fullen (Zusammensetzung)" resp="#fyndling">Vorgegarte oder rein brotbasierte Füllung ohne rohes Ei oder rohes Hackfleisch - der Text nennt keine Zutaten, diese Praxis-Empfehlung folgt heutiger Küchenhygiene.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzes Spanferkel wird am Spieß gebraten und mit einer Farce aus Lunge, hart- und weichgekochten Eiern, Brot, Speck und Gewürzen gefüllt - ein aufwendiges Schaugericht. Die Grundtechnik (junges Schwein, ganz, am Spieß gegart) lebt bis heute im Spanferkel am Spieß von Volksfesten und Mittelaltermärkten fort, nahe verwandt mit der italienischen Porchetta; nicht überlebt hat die Ei-Lunge-Brot-Füllung, die heutiges Spanferkel meist nicht mehr bekommt.

Chuell - vermutlich ein Hitzegrad, nicht Abkühlen. Das Ferkel wird zunächst ungeteilt „chuell“ angebraten, bevor es geteilt und gefüllt wird. Die Stelle ist im Original nicht restlos eindeutig. Vergleichbare Bratanweisungen in anderen Rezepten unserer Sammlung verwenden denselben Ausdruck eindeutig als Hitzegrad („bei schwacher, gemäßigter Hitze“), was zur eigenen Folgeanweisung dieses Rezepts passt, das gefüllte Ferkel danach „sanfft“ fertigzubraten. Eine zweite, schwächer belegte Lesart versteht „chuell“ als „kühl“ im Sinn von Temperatur, wonach das Ferkel nach dem ersten Braten abkühlen gelassen würde, bevor es geteilt wird - dafür gibt es einen Beleg in einem eng verwandten Rezept, aber keine Stütze im übrigen Korpus.

Praxis. Das ganze Ferkel zunächst bei mäßiger, schwacher Hitze am Spieß oder Rost anbraten - vermutlich um die Schwarte vor dem Teilen anzuschwitzen und zu festigen. Dann entzweischneiden (Kopf bleibt dran) und mit der rohen, klein gehackten Füllung aus Lunge, Eiern, Brot, Safran, Pfeffer, Salz und Speck befüllen. Wieder aufspießen, bei sanfter Hitze fertigbraten und dabei laufend mit Schmalz beträufeln. Der Text nennt für das gefüllte Ferkel keinen Endpunkt und keine Garprobe - nur „brat es sanfft“ und stetiges Beträufeln mit Schmalz, vermutlich verließ man sich in der damaligen Küchenpraxis am offenen Feuer auf Augenmaß und Erfahrung. Bei rohen Innereien und rohem Speck im Kern eines so großen Bratens empfiehlt sich heute stattdessen eine Garprobe im Zentrum der Füllung (Kerntemperatur bzw. Konsistenz prüfen), statt sich allein auf die Bratzeit oder die Optik der Schwarte zu verlassen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-025-orig" n="Spen Vaerel" resp="#fyndling">Ein ‚Spanferkel‘ ist ein junges, noch gesäugtes Schwein, das für den Verzehr bestimmt ist. Es ist bekannt für sein zartes Fleisch und seine knusprige Haut nach dem Braten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-025-orig" n="chuell" resp="#fyndling">Das mittelhochdeutsche ‚chuell‘ bezeichnet hier vermutlich einen Hitzegrad beim ersten Anbraten (schwache, gemäßigte Hitze), bevor das Ferkel geteilt und gefüllt wird - gestützt durch vergleichbare Bratanweisungen in anderen Rezepten unserer Sammlung. Die Stelle ist im Original nicht restlos eindeutig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-025-orig" n="schon prott" resp="#fyndling">‚Schon‘ bedeutet im Mittelhochdeutschen ‚sauber‘ oder ‚rein‘. Hier ist also sauberes Brot gemeint, das für die Füllung verwendet wird. Oft wurde altbackenes Brot bevorzugt, da es Flüssigkeiten besser aufnimmt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-025-orig" n="sanfft" resp="#fyndling">‚Sanft‘ bezieht sich auf eine schonende und langsame Garmethode. Beim Braten eines gefüllten Spanferkels am Spieß ist dies wichtig, um ein gleichmäßiges Garen zu gewährleisten und das Fleisch saftig zu halten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-025-orig" n="chuell" resp="#fyndling">Als ‚sanft‘ bzw. ‚langsam‘ bei niedriger Hitze gebraten - deckt sich mit der späteren Anweisung ‚prat es sanfft‘ und wird durch Parallelstellen in unserer Sammlung gestützt, die denselben Ausdruck in identischer Bratanweisung eindeutig als Hitzegrad verwenden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-025-orig" n="schon prott" resp="#fyndling">‚Sauberes Brot‘. Das mittelhochdeutsche 'schon' bedeutet 'sauber' oder 'rein'. Für eine Füllung ist sauberes Brot wichtig, während 'frisch' nicht explizit impliziert wird und altbackenes Brot oft bevorzugt wurde.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-025-orig" n="Lungel" resp="#fyndling">‚Lunge (vom Spanferkel)‘. Obwohl nicht explizit 'vom Spanferkel' erwähnt, ist es im Kontext eines Rezepts für ein Spanferkel naheliegend, dass die Innereien vom selben Tier stammen sollen, um die Füllung zu bereichern.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit fettem Schweinefleisch, geriebener Semmel, Ei und einer Honig-Essig-Würzung angesetzte Fleischfülle, die kurz aufgekocht und dann zum Füllen eines halben Lamms verwendet wird - im Kern eine frühe Fleisch-Brot-Farce (Semmelfülle), wie sie bis heute zum Füllen von Braten dient. Der lebende Nachfahre ist die klassische Semmel-/Brotfülle für Braten (etwa gefüllte Kalbsbrust): fettes Fleisch plus geriebenes Brot plus Ei als Bindemittel ist bis heute dasselbe Grundprinzip. Die süß-saure Würzung mit Honig und Essig hat dagegen keine direkte Entsprechung in der heutigen deutschen Küche.

Die Füllung selbst. Schwarte abziehen und das Fleisch fein hacken macht das fette Schweinefleisch zu einer streichfähigen Farce-Basis, die das magerere Lamm später von innen durchfeuchtet. Die Semmel bindet und streckt die Masse, das Ei koaguliert beim Erhitzen und hält sie zusammen. Honig und Essig (nicht zu sauer) ergeben den zeittypischen süß-sauren Kontrast. Das kurze Aufwallen vor dem Füllen setzt die eigebundene Masse formstabiler und macht sie leichter handhabbar.

Die offene Stelle: Garen des gefüllten Lamms. Der Text bricht nach dem Stopfen der Füllung ab - er nennt weder Gardauer noch Hitze noch Verfahren (Spieß, Topf, Bratrohr) für das gefüllte Lamm selbst. Das ist eine reale Lücke im Rezept, keine erfundene: möglich, dass das Garen für die Leser der Zeit selbstverständlich war und deshalb nicht aufgeschrieben wurde.

Praxis. Rohes Fleisch und eine eibasierte Füllung verlangen vollständiges Durchgaren - am Spieß, im Bratrohr oder im Dutch Oven, je nach Küche. Das ist der moderne Sicherheitsstandard, nicht Text des Rezepts. Mengenangaben fehlen gänzlich (gattungstypisch); bei Ei, Honig und Essig hilft nur Herantasten nach Gefühl.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-026-orig" n="semel" resp="#fyndling">Im Mittelalter wurde zur Bindung und als Füllstoff häufig geriebenes Weißbrot oder Semmel verwendet, nicht Mehl im modernen Sinne. Dies sorgt für eine leichtere und lockerere Textur.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-026-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">Das Verb ‚erwallen‘ bedeutet ‚aufwallen‘ oder ‚aufkochen lassen‘. Hier ist gemeint, dass die Füllung kurz erhitzt wird, um die Zutaten zu verbinden und die Gewürze zu entfalten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-026-orig" n="gib es hin" resp="#fyndling">Eine im Korpus formelhafte Schlusswendung für „servieren/anrichten“ (vgl. b4-001, b4-002, b4-020, bgs-050 u. a.) - keine Anweisung, eine Zutat hinzuzugeben.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-026-orig" n="Morttelrul" resp="#fyndling">Der Name der Füllung - ein seltener Fachbegriff, belegt auch im Zwillingstext w1-027 (als „mortelrul“) sowie in den inhaltlich verwandten Rezepten m5919-075 und mha-229. Er bezeichnet die hier beschriebene Mischung aus Schweinefleisch, Brot und Gewürzen; die genaue Etymologie bleibt ungeklärt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-026-orig" n="Lunkchmuss" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Lungenmus‘. Dies deutet auf eine ähnliche Zubereitung hin, bei der Lunge (vermutlich vom Lamm oder Schwein) zu einem Mus verarbeitet und gewürzt wird, möglicherweise ebenfalls als Füllung oder eigenständiges Gericht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-026-orig" n="lass erwallen Vnd gib es hin" resp="#fyndling">Die Füllung soll kurz aufgekocht und dann serviert (aufgetragen) werden. „Gib es hin“ ist im Korpus eine formelhafte Schlusswendung für ‚servieren/anrichten‘, keine Anweisung, etwas hinzuzugeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-026-orig" n="Garzustand/-methode des gefüllten Lamms" resp="#fyndling">Der Text endet mit dem Stopfen der Füllung und nennt keinen Garschritt für das Lamm selbst. Für die Praxis wird ein vollständiges Durchgaren danach empfohlen (Spieß, Bratrohr oder Dutch Oven) - das ist moderner Sicherheitsstandard, keine Textangabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Täuschungsgericht der Marke „frombder Syn“: eine Fülle aus gebratener Birne, sauren Holzäpfeln und durchwachsenem Schweinefleisch wird in einen Eierfladen gerollt, im Eierteig ausgebacken und am Spieß wie ein echter Braten fertiggegart - am Ende darf man das Ergebnis sogar „wie einen Rehbraten“ spicken. Dasselbe Grundprinzip, aus einer unscheinbaren Masse per Form und Garmethode die Anmutung eines Wildbret-Bratens zu erzeugen, kennt die deutsche Küche bis heute als „Falschen Hasen“ - keine Rezeptur-Verwandtschaft, aber dieselbe kulinarische Idee der Attrappe.

Ob die Holzäpfel roh in Stücken oder gerieben in die Füllung kommen, lässt der Text offen. Die Parallelüberlieferung (w1-028, mha-074) legt aber nahe, sie einfach roh und ungerieben zu verarbeiten - da ohnehin alles im nächsten Schritt gemeinsam weichgegart wird, macht das für das Ergebnis kaum einen Unterschied.

Auch ob die Mischung zu Beginn gebacken oder gekocht wird, bleibt mehrdeutig. Der Zwilling w1-028 liest an dieser Stelle aus Konsistenzgründen ebenfalls „backen“, weil dasselbe Wort im Rezept später ein zweites Mal eindeutig in dieser Bedeutung auftaucht; praktisch macht ein gemeinsames Weichkochen der drei sehr unterschiedlichen Texturen - weich-süß, sauer-fest, faserig-fett - aber ebenso Sinn.

Der letzte Schritt, das Spicken des fertigen Bratens „wie ein Reh“, hat hier nicht mehr die übliche Funktion: Beim echten Spicken zieht Fett in rohes, mageres Fleisch, damit es beim Braten nicht austrocknet. Zu diesem Zeitpunkt ist das Stück aber schon durchgegart und von einer festen Eierteig-Kruste umschlossen - das eingezogene Fett kann nichts mehr am Garergebnis ändern. Die Funktion ist rein optisch und vervollständigt die Illusion des echten Wildbret-Bratens.

Praxis. Birne braten, Holzäpfel roh lassen (grob geschnitten reicht), zusammen mit vorgekochtem durchwachsenem Schweinefleisch, Pfeffer, Safran und Anis weich köcheln, bis sich alles zu einer streichfähigen Masse verbindet. Mit rohem Ei binden. Aus geschlagenem Ei einen dünnen Fladen wie ein Omelett backen, die Füllung darauf verteilen und einrollen. Die Rolle durch einen dünnen Eierteig ziehen und in heißem Schmalz rundum fest ausbacken. Am Spieß über offenem Feuer fertigbraten und dabei mehrfach mit einer Mischung aus Ei und Schmalz bestreichen, bis diese beim Auftreffen auf die heiße Oberfläche zu schäumen beginnt - das zeigt, dass genug Hitze da ist. Wer mag, spickt das fertige Stück zum Schluss noch mit dünnen Speckstreifen; rein fürs Aussehen, nötig ist es nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-027-orig" n="frombder Syn" resp="#fyndling">Wörtlich 'fremder Sinn', gemeint ist ein ungewöhnlicher Kunstgriff oder Trick - hier eine als Braten verkleidete Fülle aus Birne, Holzäpfeln und Schweinefleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-027-orig" n="Codiment" resp="#fyndling">Vom lateinischen 'condimentum' abgeleiteter Begriff für die angerichtete Füllung bzw. das Gemenge, das auf den Eierfladen verteilt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-027-orig" n="vnder wachsen fleisch" resp="#fyndling">Durchwachsenes, also fettdurchzogenes Schweinefleisch - vergleichbar mit magerem, aber marmoriertem Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-027-orig" n="ayrein taig" resp="#fyndling">Ein dünner, eierbasierter Ausbackteig, mit dem die gerollte Füllung vor dem Backen in Schmalz umhüllt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-027-orig" n="peslach" resp="#fyndling">Bestreichen bzw. Übergießen des am Spieß rösten Bratens mit Ei und Schmalz, ähnlich modernem Basting.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-027-orig" n="rach" resp="#fyndling">Adjektivische Lesart 'roh' - die Holzäpfel sind roh, im Gegensatz zur bereits gebratenen Birne, bevor beides zusammen weiterverarbeitet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-027-orig" n="pach" resp="#fyndling">Gelesen als 'backe' - dasselbe Wort erscheint im Rezept später noch einmal ('pach es hertt in smalcz' = 'backe es fest in Schmalz'), die konsistente Lesart überträgt 'backen' auch auf die erste Stelle.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-027-orig" n="spikchen" resp="#fyndling">Gelesen als 'spicken' im Sinn von Fettstreifen einziehen, gestützt durch den direkten Vergleich mit einem Rehbraten, bei dem Spicken eine bekannte Technik gegen das Austrocknen mageren Wildbrets ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gespickter, gewürzter Rehrücken wird komplett in Krapfenteig gehüllt und darin gebacken - ein Vorläufer der Fleisch-im-Teigmantel-Familie, aus der später Pasteten (pâté en croûte) und Wellington-artige Braten hervorgingen. Die nächste lebende Verwandtschaft ist der bis heute in der deutschen und österreichischen Wildküche verbreitete Rehrücken im Blätterteig.

Die Crux "wart mit dem hecht". Der textidentische Zwilling mha-076 hat an derselben Stelle "wart an dem liecht ob er ganncz pachen sej" - eine Garprobe über die Bräunung am Feuerschein. Das legt eine Verschreibung hecht/liecht nahe, bleibt aber eine textkritische Hypothese ohne eigene CoReMA-Editorennotiz zu b4-028; siehe interpretive_choices.

Praxis. Spicke den mageren Rehrücken gut mit Speck gegen das Austrocknen, salze und würze ihn mit Ingwer und Kubebenpfeffer direkt vor dem Einhüllen, dann hält der Teigmantel Gewürze und Fleischsaft gemeinsam am Braten. Für die Garprobe an einem vollständig ummantelten Braten legt sich das Original nicht fest: praktikabel ist, die Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer durch eine kleine Einstichöffnung im Teigmantel zu prüfen, oder die Garzeit anhand von Gewicht und Ofentemperatur zu kalkulieren, ohne die Hülle vollständig zu öffnen. Die Hasen-Variante am Schluss folgt derselben Logik - auch mageres Hasenfleisch profitiert vom Teigmantel gegen das Austrocknen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-028-orig" n="Rukchpratten" resp="#fyndling">Bezeichnet den Braten aus dem Rückenstück des Rehs, nach der Sachglosse ein eigener Gerichtname, nicht bloß die Bezeichnung für das Fleischstück.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-028-orig" n="kumb pheffer" resp="#fyndling">Kubebenpfeffer, ein exotisches, damals teures Gewürz aus Südostasien, verwandt mit schwarzem Pfeffer, aber mit leicht bitterer, harziger Note.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-028-orig" n="kraepphlein" resp="#fyndling">Diminutiv von 'Krapfen'. Der Teig soll dieselbe Konsistenz haben wie Krapfenteig, dient hier aber nicht als Fettgebäck, sondern als Backhülle um den Braten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-028-orig" n="hasen" resp="#fyndling">Am Ende des Rezepts wird die Technik ausdrücklich auch für einen ganzen Hasen als mögliche Variante genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-028-orig" n="wart mit dem hecht" resp="#fyndling">Als allgemeine Aufforderung gelesen, die Garzeit zu prüfen ('warte/prüfe, ob er durchgebacken ist'), ohne das Wort 'hecht' wörtlich als Fisch zu übersetzen, da das im Kontext eines Teigmantel-Bratens keinen erkennbaren Sinn ergibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-028-orig" n="rukchpratten" resp="#fyndling">Nach der Sachglosse als eigener Gerichtname 'Rückenbraten vom Reh' gelesen, nicht als bloße Bezeichnung des Fleischstücks.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-028-orig" n="pewint" resp="#fyndling">Als 'bewindet, umwickelt' gelesen (von mhd. biwinden = einwickeln), passend zur Anweisung, den Braten in Teig zu hüllen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-028-orig" n="kraepphlein" resp="#fyndling">Als Diminutiv von 'Krapfen' gelesen. Der Teig soll dieselbe Konsistenz wie Krapfenteig haben, dient hier aber als Backhülle für den Braten, nicht als eigenes Fettgebäck.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-028-orig" n="Garprobe bei vollständig ummanteltem Braten" resp="#fyndling">Praxisnah als Kerntemperatur-Kontrolle mit einem Fleischthermometer durch eine kleine Einstichöffnung im Teigmantel umgesetzt, ersatzweise Garzeit nach Gewicht und Ofentemperatur kalkuliert, ohne die Hülle vollständig zu öffnen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Ei gebundener, fest gekochter Hirse- oder Grützebrei, der in Stücke geschnitten, auf den Spieß gesteckt, über dem Feuer gebraten und dabei mehrfach mit Ei bestrichen wird - serviert mit einer Sauce (Codimenten). Vom Verfahren her erinnert das wiederholte Bestreichen mit Ei während des Bratens an eine moderne Grill-Glasur; ein Vergleich mit gegrillter Polenta liegt nahe, betrifft aber nur die Technik (ein fester Getreidebrei wird geschnitten und über Hitze gebraten) - Mais kam erst nach 1500 nach Europa, eine Abstammungslinie gibt es also nicht.

Der Vorgar-Schritt fehlt im Text. Der Rezepttext beginnt direkt mit dem Eier-Einschlagen ("slach ayr darczu das es dikch werd") und nennt an keiner Stelle ein vorheriges Garen der Hirse oder Grütze. Roh mit Ei verquirlt würde die Masse aber weder ausreichend eindicken noch beim Braten auf dem Spieß durchgaren, ohne außen zu verbrennen - der Text setzt hier offenbar voraus, dass der Koch das Getreide vorher zu einem Brei kocht.

Praxis. Hirse oder Grütze zunächst in Wasser weichkochen und abkühlen lassen, dann mit den Eiern zu einer dicken, formbaren Masse verrühren. Die abgekühlte, feste Masse in Stücke schneiden, auf einen Spieß stecken und über der Glut braten. Dabei die Oberfläche wiederholt mit Ei bestreichen, bis die Ei-Schicht sichtbar durchgegart und fest ist - das Ei koaguliert an der Hitze und bildet eine feste, haltgebende Kruste, ähnlich einer Grill-Glasur. Mit einer würzigen Sauce servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-029-orig" n="hiers" resp="#fyndling">Nach der CoReMA-Sachglosse dieses Rezepts (Wikidata Q259438) ist 'hiers' Hirse, nicht Hirsch (mhd. 'hirz'), obwohl die Buchstabenfolge auf den ersten Blick an das Tier denken lässt. Der Rezepttext selbst, in dem Eier eingeschlagen werden, bis die Masse dick wird, passt nur zu einem Getreidebrei.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-029-orig" n="Greaws / Greawzz" resp="#fyndling">Grütze, also grob geschrotetes, gehülstes Getreide (nach CoReMA-Sachglosse, Wikidata Q1436715). Außerhalb der Sachglosse dieses Rezepts sonst nicht eindeutig belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-029-orig" n="prat / pratt" resp="#fyndling">Mittelbairische Verbform von 'braten' (nicht das Substantiv 'Brett'), wie in 'an ainem spis prat' (bratet man am Spieß) und 'an ain spizz pratt in' (brate es auf einem Spieß).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-029-orig" n="peslach" resp="#fyndling">Von mhd. 'beslahen', hier: bestreichen/beschlagen - die gebratene Masse wird während des Bratens wiederholt mit Ei bestrichen, ähnlich einer modernen Glasur beim Grillen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-029-orig" n="Codimenten" resp="#fyndling">Von lat. 'condimentum'; laut CoReMA-Sachglosse (Wikidata Q178359) eine Sauce, mit der das fertige Gericht serviert wird - kein eigenständiges Gewürzpulver.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-029-orig" n="hiers" resp="#fyndling">Hirse (Getreide), gestützt durch die CoReMA-Sachglosse (Wikidata Q259438: common millet), die speziell für dieses Rezept vergeben wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-029-orig" n="hiers vnd Greawzz / hiers oder Greaws" resp="#fyndling">Alternative Zutat: Hirse ODER Grütze, wie es der Titel mit 'oder' formuliert - die Wahl beeinflusst nur die Konsistenz des Grundbreis, nicht das Verfahren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-029-orig" n="Codimenten" resp="#fyndling">Eine begleitende Sauce, mit der das gebratene Getreidegericht serviert wird, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse (Wikidata Q178359: sauce).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-029-orig" n="Garzustand der Hirse/Grütze vor dem Verrühren mit Ei" resp="#fyndling">Für die Praxis empfiehlt sich, Hirse oder Grütze vor dem Verrühren mit Ei in Wasser weichzukochen - nur so bindet die Masse ausreichend und gart beim Braten auf dem Spieß durch, ohne außen zu verbrennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-029-orig" n="Gargrad der Ei-Glasur beim Braten (peslach)" resp="#fyndling">Für die Praxis: so lange braten und bestreichen, bis die Ei-Schicht sichtbar durchgegart und fest ist, bevor serviert wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein durchs Sieb geschlagenes, mit Ei gebundenes Erbsenmus wird in wenig Schmalz oder Butter gebacken, in Stücke geschnitten und dann am Spieß mit Ei bestrichen fertiggebraten - technisch der Vorfahre heutiger Erbsen-Bratlinge (mit Ei gebundene, in der Pfanne gebackene Hülsenfrucht-Masse). Fast wortgleiche Fassungen finden sich in w1-031, ka2-009 und mon-250 - das Rezept gehörte offenbar zum festen Bestand mehrerer Kochbücher, nicht zu einer Einzelhandschrift.

Was macht der Schritt am Spieß? Das Backen in Schmalz oder Butter gart die Erbsen-Ei-Masse bereits durch und macht sie schnittfest - das zeigt sich daran, dass die Stücke danach geschnitten werden können, ohne auseinanderzufallen. Das anschließende Bestreichen mit Ei am Spieß dient deshalb vor allem der Oberfläche: eine glänzende, feste Eihülle, ähnlich einem modernen Eibestrich.

Waren die Erbsen roh oder vorgekocht? Der Text nennt den Garzustand der Erbsen vor dem Durchsieben nicht. Rohe, zumal getrocknete Erbsen lassen sich nicht zu einem Mus durch ein Sieb schlagen - praktikabel ist nur bereits weichgekochte Ware. Das lässt sich vorab, auch am Vortag, erledigen; im Transkript selbst ist dieser Vorkoch-Schritt aber nicht belegt.

Praxis. Getrocknete oder frische Erbsen weich kochen und durch ein Sieb zu einem Mus schlagen. Ebenso viele Eier untermischen, wie Erbsen verwendet wurden. Die Masse mit etwas Schmalz oder Butter backen, bis sie fest ist. In Stücke schneiden, auf einen Spieß stecken, über der Glut braten und dabei mit Ei bestreichen. Warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-030-orig" n="arbais" resp="#fyndling">Bairisch-österreichische Form von 'Erbsen' (Arbeis/Erbeis), im ganzen Rezept die zentrale Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-030-orig" n="prat" resp="#fyndling">Bairischer p/b-Wechsel für „brät“ (3. Pers. Sg. Präs. von „braten“), nicht „bereiten“. Der Titel „Wie man arbais prat“ bedeutet „Wie man Erbsen brät“.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-030-orig" n="peslach" resp="#fyndling">Von mhd. 'beslahen', hier: mit Ei bestreichen/überziehen, wie ein modernes Bestreichen mit Eigelb vor dem Fertiggaren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-030-orig" n="smalcz Oder putteren" resp="#fyndling">Zwei gleichwertige Fett-Alternativen, wie im Original mit 'oder' verbunden: Schmalz als omnivore, Butter als etwas mildere Variante.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putteren"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-030-orig" n="putteren" resp="#fyndling">Bairischer p/b-Wechsel für „Butter“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putteren"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-030-orig" n="spizz" resp="#fyndling">Ein Bratspieß, hier zweckentfremdet: nicht für ganzes Fleisch, sondern zum Aufspießen der geschnittenen Erbsenmus-Stücke.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-030-orig" n="prat" resp="#fyndling">Verbform von „braten“ (3. Pers. Sg. Präs., bairischer p/b-Wechsel wie in preat/pratt=braten korpusweit belegt). „Wie man arbais prat“ bedeutet „Wie man Erbsen brät“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein gehäuteter, gegarter Hecht, dessen Fleisch mit Kräutern, Ei und Gewürzen zerstoßen und zurück in die eigene Haut gefüllt wird, sodass am Ende wieder ein ganzer Fisch auf dem Tisch steht. Aus derselben Grundtechnik - Fisch häuten, Fleisch mit Ei binden, in die Haut zurückfüllen - entwickelte sich die bis heute bekannte Ganzfisch-Variante von gefilte fish (jiddisch für „gefüllter Fisch"). Näher verwandt ist der „gefüllte/farcierte Hecht", der in deutscher, polnischer und tschechischer Küche bis heute als Fest- beziehungsweise Weihnachtsgericht serviert wird.

Warum wird die Haut roh abgelöst und der Fisch erst danach gegart?

Die Haut lässt sich nur im rohen Zustand am Stück lösen, ohne beim späteren Garen zu reißen oder zu schrumpfen - so bleibt sie als intakte Hülle für die spätere Füllung erhalten. Das anschließende gute Durchgaren des enthäuteten Fischfleischs erfüllt zwei Zwecke zugleich: Es macht den Fisch essbar, und die Hitze löst die Gräten aus dem Fleisch, was das Entgräten deutlich erleichtert. Dass das nackte Fleisch beim Sieden zerfällt, ist dabei kein Nachteil, da es ohnehin zu Farce weiterverarbeitet wird.

Was passiert mit dem Ei?

Das rohe Ei bindet die zerstoßene Fisch-Kräuter-Masse - es gerinnt erst beim abschließenden Rösten und gibt der Füllung dann ihren Zusammenhalt. Das ist zeittypisch und unproblematisch: Eine Mehlschwitze oder ein anderes späteres Bindemittel kommt hier nicht zum Einsatz.

Ein unausgesprochener Schritt: das Salzen.

Der Text warnt am Ende ausdrücklich, den Fisch nicht zu versalzen, nennt zuvor aber an keiner Stelle einen eigenen Salzschritt. Die Warnung setzt also voraus, dass irgendwo gesalzen wird - naheliegend beim Garwasser oder in der Farce selbst -, macht das aber nie explizit. Diese Lücke steht so im Transkript und wird hier nicht aufgefüllt.

Praxis.

Der Hecht muss vor dem Häuten roh sein - nur so lässt sich die Haut im Ganzen abziehen. Das enthäutete Fleisch danach gut durchgaren, dann die Gräten entfernen. Das Fischfleisch mit den Kräutern zerstoßen und die Masse erst etwas abkühlen lassen, bevor rohes Ei, Pfeffer und Safran untergemischt werden - zu heiße Masse lässt das Ei sofort körnig gerinnen statt sich glatt einzubinden. Die Haut damit wieder füllen und kurz rösten, bis die Füllung durchgehend fest ist und kein rohes Ei mehr flüssig im Kern steht - das ist der sichere Maßstab, auch wenn der Text nur eine kurze Röstzeit nennt. Mit Garen, Verarbeiten und Rösten sind rund 90 Minuten am Feuer einzuplanen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-031-orig" n="hawtt" resp="#fyndling">Die Haut des Hechts wird im Ganzen abgelöst, damit sie danach wieder befüllt werden kann - der Fisch soll am Ende aussehen wie ein ganzer, unversehrter Hecht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-031-orig" n="greatt" resp="#fyndling">Die Gräten werden nach dem Sieden entfernt und sind keine Zutat, sondern Abfall - sie werden ausdrücklich 'ausgelöst', damit die Farce grätenfrei bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-031-orig" n="chrawtter" resp="#fyndling">Unspezifizierte 'gute Kräuter'. Der Text nennt keine konkrete Sorte - denkbar sind gängige Fischkräuter wie Petersilie oder Salbei.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-031-orig" n="gar wol" resp="#fyndling">Festes Intensiv-Idiom im Sinn von 'sehr/ganz wohl' (vgl. Belege wie 'das mag gar wol seyn'), nicht das Adjektiv 'gar' im Sinn von durchgegart.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-031-orig" n="In" resp="#fyndling">Männliches Akkusativpronomen 'ihn', durchgängig auf den Hecht bezogen (nicht auf die Haut oder die Farce, beide grammatisch feminin).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-031-orig" n="versalcz in nicht" resp="#fyndling">Warnhinweis am Ende: nicht übersalzen. Salz wird also verwendet, aber mit Bedacht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-031-orig" n="chrawtter" resp="#fyndling">Allgemeine, nicht näher benannte Kräuter, wie es der Text selbst offen lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-031-orig" n="rosst In ein wenig" resp="#fyndling">Kurz rösten, bis die eigebundene Füllung durchgehend fest ist und kein rohes Ei mehr flüssig im Kern bleibt - als Sicherheitsmaßstab für den modernen Nachkoch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der Mandelkäse ist im Ergebnis eine mit Hausenblase gestockte, gesüßte Mandelmilch-Masse, die geformt und in Viertel geschnitten wird wie ein Käselaib - dieselbe Grundtechnik (Nussmilch plus Geliermittel zu einer schneidbaren, käseartigen Form), die heute bei pflanzenbasierten Käsealternativen begegnet, wenn auch aus anderem Grund: hier ging es um das Fastengebot, nicht um pflanzliche Ernährung. Eine Traditionslinie zu modernen Produkten besteht nicht, nur die strukturelle Ähnlichkeit. Das vorangestellte Mandelmus ist die einfachere Vorstufe ohne Geliermittel.

Käse oder Zucker? An der Stelle, an der das Mandelmus gesüßt wird, schreibt B4 "so tue ein keas darczu" - ein Käse oder Quark als Süßungszutat in einem sonst rein pflanzlichen Fastenrezept ist ungewöhnlich. Der Wiener Zwillingstext liest an genau derselben Stelle stattdessen "ein Zuker", und auch die Meister-Hans-Parallele bestätigt "zugker". Drei von vier bekannten Parallelstellen sprechen für Zucker; B4s "keas" könnte eine Verschreibung sein, die aus dem unmittelbar folgenden Mandelkäse-Rezept vorgezogen wurde. Sicher ist das nicht - wer nachkocht, kann beide Varianten probieren.

Praxis. Für das Mandelmus: Mandeln mit Stärke (ersatzweise eingeweichtem, ausgedrücktem Weißbrot) mit Milch durch ein Tuch schlagen - eine schnelle, im Korpus gut belegte Bindetechnik ohne Mehlschwitze. Für den Mandelkäse: Mandeln fein reiben und durch ein weißes Tuch schlagen ergibt die Mandelmilch; die Hausenblase wird separat in Wasser aufgekocht, damit sich ihr Kollagen löst, und erst danach mit der (nicht mehr kochenden) Mandelmilch vermengt. Im verglasten Reindl erkaltet die Masse zu einer schnittfesten Form, die geviertelt und mit Mandelmilch und Mandelkernen serviert wird. Der Text nennt weder eine genaue Zeitspanne für das Ruhen noch eine Temperatur für die Hausenblasen-Lösung - hier hilft nur Fingerspitzengefühl: Die Milch darf beim Vermengen nicht mehr kochen, sonst wird sie wieder flüssig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-032-orig" n="vmbedum" resp="#fyndling">Von CoReMA als Stärke glossiert - ein Verdickungsmittel, das hier als Alternative zu eingelegtem Weißbrot dient.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-032-orig" n="hawsen platter" resp="#fyndling">Hausenblase, die getrocknete und zerkleinerte Schwimmblase des Hausen (Stör). Wurde als Geliermittel verwendet, ähnlich moderner Blattgelatine, nur fischbasiert.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-032-orig" n="virdung" resp="#fyndling">Historisches Gewichtsmaß, ein Vierdung entsprach ungefähr einem Viertel einer Mark. Ein 'halber Vierdung' wäre demnach ein Achtel Mark, moderne Umrechnung bleibt ungenau.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-032-orig" n="Reaindel" resp="#fyndling">Ein Reindl ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, hier als verglaste (glasierte) Tonschale verwendet, in der die Mandelmilch fest wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-032-orig" n="keas" resp="#fyndling">Mehrdeutig: kann echter (Milch-)Käse oder Quark sein, oder sich vorausschauend auf den im Rezept beschriebenen Mandelkäse selbst beziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-032-orig" n="hoeff leich / höfische Gerichte" resp="#fyndling">Selbstbezeichnung der Vorrede ("Wie man die hoeff leich machen sol") - Genre-Anspruch des Textes, kein Beleg für tatsächliche Entstehung an einem Hof. Entstehungsort und Auftraggeber der Handschrift B4 sind unbekannt, nur die spätere Provenienz Starhemberg von Riedegg ist dokumentiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-032-orig" n="vmbedum" resp="#fyndling">Als Stärke übersetzt, gestützt auf die CoReMA-Sachglosse für diese konkrete Rezeptstelle (Wikidata-Verknüpfung mit Stärke).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-032-orig" n="ein keas (Mandelmus-Stelle)" resp="#fyndling">Als eigenständige Käse- oder Quark-Zutat gelesen, die dem Mus zur Süßung/Bindung zugegeben wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-032-orig" n="schikch" resp="#fyndling">Als 'schick' im Sinn von 'richte an, bereite zu' gelesen: die gesüßte Masse wird zu einem Käse zurechtgemacht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Mandelziger für Fastentage: Mandelmilch wird eingedickt, mit Wein oder Essig gesäuert, unter einem Gewicht ausgepresst, geschnitten und wie junger Frischkäse angerichtet - der Text selbst nennt das Ergebnis 'Mandel ziger'. Die nächste lebende Verwandte ist der heutige vegane Nusskäse (Mandel- oder Cashewkäse): dieselbe Grundoperation, pflanzliche Milch mit Säure zum Ausflocken bringen und unter Gewicht abpressen, nur mit Jahrhunderten Abstand.

Wie fest die Säure wirklich macht. Wein oder Essig lassen die Eiweiße in der Mandelmilch ausflocken - schwächer allerdings als bei echtem Käse aus Tiermilch, weil Mandelmilch kein Kasein enthält. Die eigentliche Festigkeit kommt erst durch das anschließende Auspressen der Masse unter einem Gewicht zustande, wie der Text mit 'das sy hertt werd' (damit sie fest wird) selbst festhält.

'dikch durch slachen'. Gemeint ist wohl das kräftige Durcharbeiten der Mandelmilch, bis sie dick und sämig wird - der Text nennt 'dikch' (dick) ausdrücklich als Ziel. Das Wörterbuch Diefenbach glossiert dasselbe Wort andernorts mit 'cribrare' (sieben), was auf ein Durchseihen durch ein Tuch verweisen könnte - eine in der Fastenküche gängige Technik zur Mandelmilch-Herstellung. Da der Text das Sieden aber erst danach nennt und 'dick' als Ergebnis fordert, bleibt das Durcharbeiten die naheliegendere Lesart.

Eine Lücke im Text. An der Stelle 'sneid sy wie du wild auf die' fehlt in dieser Handschrift offenbar ein Wort. Der wortgleiche Zwillingstext in W1 (Wien, Cod. 2897) hat hier 'auf die schussel' (auf die Schüssel) - die Übersetzung übernimmt diese Ergänzung, ohne dass der Originalscan von B4 selbst geprüft werden konnte.

Praxis. Mandelmilch aus 250 g gemahlenen Mandeln und Wasser ansetzen, kräftig durchrühren oder -schlagen, bis sie dick wird, dann aufsieden lassen - für eine spürbare Verdickung eher länger köcheln als nur kurz aufwallen lassen. Mit Salz würzen, einen Schluck Wein oder Essig unterrühren. Die Masse auf ein weißes Tuch schütten, das Tuch verschließen und unter einem schweren Gegenstand (Stein, Brett) auspressen, bis sie fest ist. Danach in Stücke schneiden, auf einer Schüssel anrichten, mit gezuckerter kalter Mandelmilch übergießen und mit Mandelkernen bestecken.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-033-orig" n="Mandel ziger" resp="#fyndling">Ein Mandelziger ist ein Käseimitat aus Mandelmilch: Wo tierische Milch für Fastentage verboten war, dickte man Mandelmilch mit Säure ein, presste sie aus und schnitt sie wie jungen Frischkäse an.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-033-orig" n="dikch durch slachen" resp="#fyndling">Meint das kräftige Durcharbeiten der Mandelmilch, bis sie eine dicke, sämige Konsistenz erreicht - eine Vorstufe zum Eindicken durch das Sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-033-orig" n="peswer" resp="#fyndling">Beschweren - die ausgeschüttete Masse wird auf dem Tuch unter einem Gewicht (z.B. ein Stein oder Brett) ausgepresst, damit die Flüssigkeit abläuft und der Ziger fest wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-033-orig" n="esseach" resp="#fyndling">Essig, hier als Alternative zum Wein zum Ansäuern der Mandelmilch - die Säure lässt die Mandeleiweiße etwas ausflocken, die eigentliche Festigkeit entsteht aber erst durch das anschließende Auspressen unter Gewicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-033-orig" n="kalte milich" resp="#fyndling">Eine zweite, separat angesetzte und mit Zucker gesüßte Mandelmilch, die kalt zum geschnittenen Ziger gereicht wird - eine Art Sauce zum fertigen Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-033-orig" n="auf die schussel" resp="#fyndling">An dieser Stelle hat B4 eine Textlücke ('auf die' ohne folgendes Wort); der wortgleiche Zwillingstext w1-035 liefert an derselben Stelle 'auf die schussel' (auf die Schüssel) und schließt damit die Lücke.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-033-orig" n="dikch durch slachen" resp="#fyndling">Kräftig durcharbeiten/durchschlagen, bis die Mandelmilch dick und sämig wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-033-orig" n="auf die" resp="#fyndling">Der Text hat an dieser Stelle eine Lücke - nach 'auf die' fehlt das Bezugswort. Der wortgleiche Zwilling w1-035 hat an derselben Stelle 'auf die schussel' (auf die Schüssel); text_modern übernimmt diese Ergänzung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes, mit Wein statt Wasser angesetztes gesüßtes Mandelmus - eine flüssigere Vorstufe dessen, was heute als Mandelcreme oder Mandelpudding bekannt ist, näher an einem löffelbaren Mandel-Wein-Pudding als an festem Marzipan. Innerhalb des Korpus ist es die einfachste Fassung seiner Familie: Es enthält außer Wein und Zucker keine weitere Zutat.

Sieb oder Tuch? Der Text schreibt nur, die geriebenen Mandeln würden mit dem Wein durchgeschlagen - welches Gerät dabei zum Einsatz kam, bleibt offen. Sowohl ein feinmaschiges Sieb als auch ein Passiertuch pressen die feine Mandelmilch von gröberen Bruchstücken ab; beides ist am Feuer und ohne Sonderausrüstung möglich.

Praxis. Reibe die Mandeln fein - fertig gemahlene Mandeln aus dem Handel sind eine gute Abkürzung. Verrühre sie mit dem Wein und schlage die Masse durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch, bis nur noch die feine Mandelmilch übrig bleibt. Süße mit Zucker und lass die Masse kurz aufkochen, bis sie sich zu einem Mus einreduziert - der Text nennt weder Mengen noch eine genaue Kochzeit; etwa 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze ergeben eine löffelfeste Konsistenz. Für die Lagerküche gut geeignet: Alle Zutaten sind lagerstabil, das Durchschlagen braucht lediglich ein Sieb oder Tuch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-034-orig" n="Mandel Mueess" resp="#fyndling">Mandelmus (mhd. muos) ist ein Brei aus zerstoßenen Mandeln, oft mit Flüssigkeit und Süßungsmitteln. Es war eine beliebte Fastenspeise und Basis für viele weiße Gerichte.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-034-orig" n="welhischen wein" resp="#fyndling">‚Welscher Wein‘ bezeichnete im Mittelalter Wein aus romanischsprachigen Ländern, insbesondere aus Italien oder Frankreich. Er galt oft als besonders hochwertig oder exotisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-034-orig" n="slach sy durch" resp="#fyndling">Das ‚Durchschlagen‘ oder ‚Durchstreichen‘ einer Masse durch ein Sieb oder Tuch diente dazu, eine feine, glatte Konsistenz zu erzielen, ähnlich dem Passieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-034-orig" n="slach sy durch (Sieb oder Tuch)" resp="#fyndling">Die geriebenen Mandeln werden mit dem Wein durch ein feinmaschiges Sieb geschlagen, um eine feine, glatte Mandelmilch von gröberen Bruchstücken zu trennen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gesüßtes, cremiges Mus aus Mandelmilch und klein gehackten, vorgekochten Nüssen - eine rein pflanzliche Fastenspeise. Die nächste noch bekannte Verwandtschaft ist die Familie der Mandel-Nuss-Cremes wie die Crème d'amande (Frangipane) der späteren Patisserie oder heutige vegane Nuss-Mus-Aufstriche - hier aber warm als eigenständiges Mus gereicht, nicht als Fülle oder Brotaufstrich.

Die Nüsse: erst kochen, dann schälen, dann hacken. Die Reihenfolge „sewd die vnd schell die schon vnd hakch sy chlain" folgt einem stimmigen Ablauf: das Kochwasser lockert die Nusshaut, wodurch sich das Schälen erst praktikabel macht - ein Blanchierverfahren, das bei Haselnüssen wie bei Walnüssen funktioniert. Erst danach werden die geschälten Nüsse klein gehackt, bis sie an Grütze erinnern („als die greawzz") - so entsteht die grobkörnige Textur, die das fertige Mus von einem glatten Mandelmilch-Brei unterscheidet.

Nur einmal aufwallen lassen. Sobald die gehackten Nüsse in der Mandelmilch sind, soll das Ganze nur „ein wall tuen" - einmal kurz aufwallen, nicht länger köcheln. Mandelmilch neigt bei längerem starkem Kochen dazu, auszuflocken; der kurze Wallschlag reicht, um Nüsse und Milch zu verbinden und durchzuwärmen. Eine zusätzliche Bindung durch Brot, Ei oder Mehl nennt der Text nicht und braucht es auch nicht - die Konsistenz kommt allein aus Mandelmilch und gehackten Nüssen.

Praxis. Für die Mandelmilch reicht fertig gemahlenes Mandelmehl mit Wasser aufgekocht und durch ein Tuch geschlagen - das erspart die Mörserarbeit. Die Nüsse vorab köcheln, bis sich die Haut löst, dann schälen und grob hacken. Beides zusammen einmal aufwallen lassen, mit Zucker süßen und vorsichtig salzen. Wie viel Mandelmilch im Verhältnis zu den Nüssen die richtige Menge ist („mach ir nicht zuuil"), sagt der Text nicht - hier hilft nur Augenmaß, bis die Konsistenz eines Mus statt einer dünnen Suppe erreicht ist.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-035-orig" n="Muess" resp="#fyndling">Bezeichnet die Gerichtsform: ein Mus, also ein gestoßenes, breiartiges Gericht. Steht im Original als Teil des (verschränkten) Titels.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-035-orig" n="milich" resp="#fyndling">Gemeint ist Mandelmilch, hergestellt durch das Zerstoßen der Mandeln und Durchschlagen durch ein Tuch - die mittelalterliche Standardgrundlage für Fastenspeisen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-035-orig" n="greawzz" resp="#fyndling">Vergleichsbegriff für 'Grütze' (grob zerstoßenes Getreide), hier nur als Maßstab für die Hackgröße der Nüsse gemeint, nicht als eigene Zutat des Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-035-orig" n="schon" resp="#fyndling">Meint hier 'gründlich/sauber', nicht 'schön' im ästhetischen Sinn - typisch für Anweisungen zum sorgfältigen Durchseihen oder Schälen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-035-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Warnung, das Mus nicht zu stark zu salzen - ein Hinweis darauf, dass eine kleine Menge Salz die Süße des Mandel-Nuss-Mus abrundet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-035-orig" n="Von ainem Mandel NYm ein halb phunnt Man Muess del" resp="#fyndling">Titel und Anweisung sind ineinander verschränkt; gelesen als 'Von einem Mandelmus. Nimm ein halbes Pfund Mandeln...' - die Wörter 'Mandel' und 'Muess' wurden beim Abschreiben oder Transkribieren durcheinandergebracht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-035-orig" n="nuzz" resp="#fyndling">Allgemein als 'Nüsse' übersetzt, ohne festgelegte Nussart, da der Text keine genauere Angabe macht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-035-orig" n="greawzz" resp="#fyndling">Nach der CoReMA-Sachglosse als 'Grütze' (Getreidegrütze) gelesen, ein reiner Vergleichsmaßstab für die Hackgröße der Nüsse, keine eigene Zutat des Rezepts.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine rohe, ungekochte Mandel-Zucker-Masse, zu einem Igel geformt und mit der Länge nach gespaltenen ganzen Mandeln als „Borsten“ besteckt - der Vorläufer des Marzipan-Igels, wie er heute in deutschen Konditoreien als Standardartikel verkauft wird. Enge Textzwillinge finden sich in w1-039 (nahezu wortidentisch, gleiche Mengen) und mha-006 (gleiche Rezeptfamilie, 20 statt 12 Mandelkerne und zusätzlich ein Mandelkern im Maul des Igels). Eine abweichende Verfahrensvariante mit gekochten, safrangefärbten Mandeln und Mandelmilch-Guss findet sich in mon-038.

Die Anweisung „pestekch den ygel in der mitt“ (stecke [die Mandeln] in die Mitte des Igels) ist durch beide Zwillinge eindeutig belegt: w1-039 hat an derselben Stelle „stekch den ygel in der mit“, mha-006 „steck sy Im ein“ - beides klare Formen von „stecken“, keine Mehrdeutigkeit.

Praxis. Die gemahlenen Mandeln sehr fein verarbeiten (im Mörser oder mit der Küchenmaschine) und mit Zucker verkneten - das dabei austretende Mandelöl bindet die Masse zu einer rohen, marzipanartigen Paste, ganz ohne Hitze. Der Text nennt weder eine Zuckermenge noch ein Bindemittel wie Rosenwasser oder Eiweiß, wie es in anderen zeitgenössischen Marzipanrezepten üblich ist - mit modernen, bereits entölten gemahlenen Mandeln kann die Masse dadurch eher bröckelig als formbar geraten. Im Zweifel mit ein paar Tropfen Rosenwasser nachhelfen. Zur Masse geformt, die zwölf ganzen Mandeln der Länge nach halbieren und als Borsten hineinstecken - rein dekorativ, ohne Garfunktion. Die Masse lässt sich vorbereiten und muss vor Ort nur noch geformt und besteckt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-036-orig" n="ygel" resp="#fyndling">Ein ‚Igel‘ war im Mittelalter ein beliebtes Schaugericht, das oft in Tierform präsentiert wurde. Hier wird eine süße Mandelmasse zu einem Igel geformt und mit Mandelsplittern als Borsten versehen. Solche Gerichte dienten der Unterhaltung und als Statussymbol auf Festtafeln.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-036-orig" n="stozz gar chlain" resp="#fyndling">Das Zerstoßen der Mandeln zu einer sehr feinen Masse ist entscheidend für die Konsistenz des Igels. Dies kann mit einem Mörser oder einer modernen Küchenmaschine erfolgen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-036-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Eine stehende Schlussformel, die im Korpus über 40 Mal belegt ist - sowohl bei süßen als auch bei herzhaften Gerichten. Sie bedeutet ‚übersalze es nicht‘, also eine allgemeine Warnung vor zu viel Salz, nicht die Anweisung, ganz auf Salz zu verzichten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Essen im eigentlichen Sinn, sondern ein Schaukonfekt: eine aus getrockneter, gewürzter Rosinenmasse geknetete Igel-Figur mit Gewürznelken als Borsten und einer vergoldeten Muskatnuss im Maul. Vergleichbare Tierfiguren aus Frucht- oder Mandelmasse leben heute in Marzipan- und Fondantfiguren sowie Konfekt-Tierfiguren der Patisserie fort.

Rosinen statt frischer Trauben. Der Arbeitsgang - waschen, verlesen, in der Pfanne trockenrösten, kalt werden lassen, dann erst zerstoßen - passt zu bereits getrockneten Rosinen, die vor dem Verarbeiten noch weiter entwässert werden. Frische Trauben mit Kernen und Schale bräuchten für eine glatte, formbare Masse ein Entkernen oder Passieren, das der Text an keiner Stelle erwähnt. Ganz ausschließen lässt sich die frische Traube trotzdem nicht, siehe interpretive_choices.

Praxis. Rosinen waschen, verlesen und in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis sie merklich trockener wirken, dann vollständig auskühlen lassen. Fein hacken oder mit dem Stößel zerstoßen und mit gemahlenem Zimt, gemahlenen Nelken und Zucker zu einer knetbaren Masse verarbeiten, ähnlich einem festen Marzipan. Zu einem Igel formen und mit ganzen Nelken als Borsten bestecken. Für die Muskatnuss ist essbares Speiseblattgold die unkomplizierteste Lösung. Wer stattdessen die historische Safran-Eigelb-Lasur nachstellen möchte, sollte pasteurisiertes Eigelb verwenden oder die Nuss erst kurz vor dem Servieren bemalen, rohes Ei sollte nicht stundenlang ungekühlt am Marktstand stehen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="ygel" resp="#fyndling">Igel - hier keine echte Zutat, sondern die Zielform: aus Rosinenmasse wird die Silhouette eines Igels geknetet, ein klassisches Schauessen der höfischen Tafel.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="wein per" resp="#fyndling">Wörtlich 'Weinbeeren'. Der Korpus-Standard sowie der nahezu wortgleiche Zwillingstext (w1-040, dieselbe Igel-Rezeptzeile) legen hier getrocknete Rosinen nahe, siehe interpretive_choices.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wein-per"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="der klaub sy schon" resp="#fyndling">Vermutlich zusammengezogen aus 'erklauben' (auslesen, verlesen). Der Zwillingstext w1-040 schreibt dieselbe Stelle als ein Wort, 'erchlaub sie schon'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="schwaiczen" resp="#fyndling">Trocken rösten bzw. in der Pfanne schwitzen lassen, um den Rosinen Restfeuchte zu entziehen, bevor sie zu einer formbaren Masse gestoßen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="poerster" resp="#fyndling">Borsten - die Stacheln des Igels, hier durch aufgesteckte Gewürznelken nachgebildet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="guldein Muschat" resp="#fyndling">Vergoldete Muskatnuss, wohl mit Blattgold belegt. Diente als kostbarer Blickpunkt im Gesicht der Figur, vergleichbar mit vergoldeten Details auf anderen höfischen Schauspeisen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-037-orig" n="versalcz" resp="#fyndling">'Übersalze es nicht' - eine stehende Schlussformel, die in vielen Rezepten dieser Sammlung auftaucht, obwohl hier gar kein Salz als Zutat genannt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-037-orig" n="wein per" resp="#fyndling">Rosinen (getrocknete Weinbeeren). Der Korpus-Standard liest 'weinper' im Zweifel als Rosinen, gestützt durch Lexer 1482 ('passile' = Rosine) und Grimm ('trucken weinper ... rosine'). Der nahezu wortgleiche Zwillingstext w1-040 (dieselbe Igel-Rezeptzeile) und das eng verwandte Meister-Hans-Rezept 'Schwarzer Rosinen-Igel' (mha-007) stützen diese Lesart ebenfalls. Auch der Arbeitsschritt - waschen, verlesen, in der Pfanne trockenrösten - passt zu bereits getrockneten Beeren, die nur noch weiter entwässert werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wein-per"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-037-orig" n="vnsawbers" resp="#fyndling">Unsauberes, Schmutziges - beim Verlesen der Rosinen sollen keine faulen Beeren, Stiele oder Verunreinigungen zurückbleiben. Gestützt durch die CoReMA-Sachglosse ('dirt'), die hier ausdrücklich verneint wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-037-orig" n="guldein Muschat" resp="#fyndling">Eine mit echtem Speiseblattgold belegte Muskatnuss als Zierstück im Gesicht der Igel-Figur.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-037-orig" n="versalcz In nicht" resp="#fyndling">Wörtlich 'salze es nicht zu stark' als stehende Schlussformel, obwohl im Rezept selbst kein Salz vorkommt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein zu einem Igel geformtes Konfekt aus gestoßener Feigenpaste, mit Zucker und Gewürzen gebunden, durch Safran rötlich gefärbt und mit versilberten Gewürznelken als Borsten besteckt - dem Igel wird zum Schluss eine echte Feige ins Maul gesteckt. Das Rezept gehört zur Gattung der spätmittelalterlichen „Ygel“-Schauessen, die in mehreren Kochbüchern belegt ist - kein Einzelstück dieser Handschrift. Die lebendige Verwandtschaft von heute ist die figürlich geformte Konfekt-Masse, wie sie als Marzipanfigur (etwa der Marzipan-Igel) fortlebt: eine gestoßene, süße Paste, von Hand zur Tierfigur geformt und verziert - hier mit Feige statt Mandel als Grundstoff, aber demselben Prinzip.

Was bedeutet „mel“?

„Mel“ ist hier nicht Mehl, sondern Staub oder Schmutz. Getrocknete Feigen werden vor der Verarbeitung abgewaschen, um Lagerstaub zu entfernen - danach müssen sie wieder trocknen, sonst wird die Masse zu feucht und lässt sich nicht formen. Die Lesart ist durch die CoReMA-Glosse zu dieser Handschrift sowie durch beide Textzwillinge mit derselben Formulierung „wasch das mel dauon“ bei einem reinen Feigenrezept ohne Mehlzutat bestätigt.

Was bedeutet „slachen zusamen“?

„Slachen zusamen“ heißt einschlagen beziehungsweise einarbeiten: der fein gestoßene Zucker wird in die Feigenpaste eingearbeitet, bis eine gleichmäßige Masse entsteht - kein bloßes Zusammenfügen von Stücken. Auch diese Lesart bestätigen beide Textzwillinge mit der gleichen Wendung.

Praxis.

Getrocknete Feigen waschen (frische Feigen ergeben eine zu feuchte, nicht formbare Masse), abtrocknen lassen, klein hacken und im Mörser mit den Gewürzen und Safran zu einer homogenen Paste stoßen - vergleichbar mit der Herstellung von Marzipanmasse. Fein gestoßenen Zucker einarbeiten, dann von Hand zur Igelform bringen. Die klebrige Konsistenz der Feigen trägt die Bindung von selbst, ein Ei oder eine Mehlschwitze braucht es nicht. Zum Schluss die Nelken als Borsten hineinstecken und eine frische Feige ins Maul setzen. Da kein Hitzeschritt nötig ist, lässt sich die Paste gut vorbereiten - die aufwendige Dekoration macht diesen Gang zum Vorführstück.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-038-orig" n="Ygel" resp="#fyndling">Ein ‚Igel‘ war im Mittelalter ein beliebtes Schaugericht, das in Form eines Igels zubereitet wurde. Oft handelte es sich um eine Pastete oder eine geformte Masse, die mit Mandeln, Rosmarin oder Gewürznelken als ‚Borsten‘ versehen wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-038-orig" n="silbrein negelein" resp="#fyndling">‚Silberne Nelken‘ sind Gewürznelken, die mit einer dünnen Schicht aus essbarem Silber überzogen wurden. Das Versilbern von Gewürzen und Speisen ist als Dekorationstechnik bei aufwendigen spätmittelalterlichen Festmahlen bezeugt, ohne dass sich daraus etwas über den gesellschaftlichen Rahmen dieser konkreten Handschrift ableiten lässt. Essbares Silber ist heute noch im Spezialhandel erhältlich.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-038-orig" n="stozz" resp="#fyndling">Das ‚Stoßen‘ im Mörser war eine zentrale Technik der mittelalterlichen Küche, um Zutaten wie Fleisch, Fisch, Nüsse oder Früchte zu einer feinen Paste oder Farce zu verarbeiten. Dies entspricht dem heutigen Pürieren oder feinen Wolfen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-038-orig" n="slachen zusamen" resp="#fyndling">Die Phrase 'slachen zusamen' wurde als 'einschlagen/einarbeiten' übersetzt, was das Vermischen des Zuckers in die Feigenpaste bedeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-038-orig" n="mel" resp="#fyndling">Das Wort 'mel' wurde als 'Staub/Schmutz' übersetzt, der von den Feigen abgewaschen werden soll.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weiße Geyslicz ist eine gezuckerte, dickgekochte Mandelmasse - der Vorläufer des heutigen Mandelpuddings bzw. des europaweit verbreiteten Blancmanger der spätmittelalterlichen Kochbücher. Das Rezept eröffnet eine Serie von vier Farbvarianten derselben Grundspeise ('Von viererlei Geyslicz').

Die Anweisung „schlage sie mit der Geyslicz durch” setzt voraus, dass „die Geyslicz” bereits als fertige Basis existiert, durch die die fein geriebenen Mandeln passiert werden - vermutlich eine bereits angesäuerte Getreidegrütze (vergleiche das Parallelrezept „Geysslicz in der Fastenzeit”, dort ausdrücklich eine gesäuerte Hafergrütze, die vor der Weiterverarbeitung eine Weile stehen muss). Das Passieren fein geriebener Mandeln zusammen mit einer Flüssigkeit durch ein Sieb oder Tuch ist die mittelalterliche Standardtechnik zur Herstellung einer glatten Mandelmilch-Basis; der direkte Serien-Nachbar „Grobe Geyslicz” beschreibt denselben Arbeitsschritt an dieser Stelle eindeutig mit „schlage sie durch ein Tuch”.

Praxis. Diese Anleitung beschreibt nur die Weiterverarbeitung einer bereits vorbereiteten Basis, nicht das ganze Gericht von Grund auf. Wer nachkochen will, braucht zuerst eine leicht gesäuerte Getreidegrütze (ersatzweise aus Hafer- oder Weizengrieß) - oder als moderne Vereinfachung schlicht Mandelmilch. Ein Pfund geschälte, fein geriebene Mandeln werden mit dieser Basis durch ein Tuch passiert, im Topf am Feuer aufgekocht, bei zu starker Bindung mit etwas Wasser verdünnt und mit Salz und Zucker abgeschmeckt. Auf eine Schüssel gegeben, zieht die Masse beim Erkalten zu einer gestockten, kalt anrichtbaren Süßspeise an. Reine Kochzeit am Feuer: 30 bis 45 Minuten, zuzüglich der Vorbereitung der Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-039-orig" n="Geyslicz" resp="#fyndling">Geyslicz ist im Kochbuch ein Sammelbegriff für gegossene, gestockte Speisen - der CoReMA-Glossar führt den Begriff für diese Rezeptreihe als „sauce”. Hier bezeichnet er eine bereits vorbereitete Grundmasse (vermutlich eine gesäuerte Getreidegrütze, vergleiche das Parallelrezept „Geysslicz in der Fastenzeit”), in die für die weiße Variante geriebene Mandeln eingearbeitet werden - das Ergebnis ist eine gezuckerte Mandel-Süßspeise nach Art eines Blancmanger.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-039-orig" n="schell schon" resp="#fyndling">Die Anweisung 'schon' bedeutet im mittelhochdeutschen Kontext 'gründlich' oder 'sauber', nicht 'schön' im ästhetischen Sinne. Die Mandeln sollen also sorgfältig geschält werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-039-orig" n="slach sy mit der Geyslicz durch" resp="#fyndling">Das Verb 'durchschlagen' bedeutet hier wie im übrigen Korpus, die geriebenen Mandeln zusammen mit der Geyslicz-Basis durch ein Sieb oder Tuch zu passieren - nicht, sie bloß einzuarbeiten. Der direkte Serien-Nachbar „Grobe Geyslicz” hat an derselben Stelle die eindeutige Formulierung 'schlage sie durch ein Tuch'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-039-orig" n="zumassen sey" resp="#fyndling">Bedeutet 'nach Maß sein' oder 'ausgewogen sein'. Die Zutaten sollen in einem passenden Verhältnis zueinander stehen, um den gewünschten Geschmack zu erzielen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-039-orig" n="nugesotten" resp="#fyndling">Wir haben 'nugesotten' als zwei Wörter gelesen: 'nu gesotten' - 'sobald es gekocht ist'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-039-orig" n="schell schon" resp="#fyndling">Wir haben 'schon' als 'gründlich' oder 'sauber' übersetzt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Trotz des Namens „Geyslicz" ist das hier keine saure Hafergrütze, sondern eine dunkle, süß-würzige Fleischsauce, die mit zerstoßenem, geschwärztem Lebkuchen gebunden und gefärbt, mit Honig gesüßt und mit Rumney-Wein verlängert wird. Die Bindung über zerkleinerten Lebkuchen in einer dunklen, süß-säuerlichen Bratensauce lebt bis heute im rheinischen Sauerbraten fort, und die Verbindung aus süßer Gewürzsauce und Lebkuchen zu Wildgerichten ist eine erkennbare Vorstufe der bis heute in Franken und Bayern bekannten Lebkuchensoße zu Wild.

Wie ist „durch slachen" zu verstehen?

Der Satz „mit der Geyslicz solt du die Temperieren vnd durch slachen" bleibt für sich genommen mehrdeutig: bezieht sich das Einarbeiten auf die schon angesetzte Masse aus Rosinen, Lebkuchen, Honig und Gewürzen, oder auf ein zweites Passieren durch ein Tuch? Die wortgleiche Zwillingshandschrift W1 (Rezept w1-043) klärt beides: Sie formuliert an derselben Stelle „solt die weinper durich slahen" - also ausdrücklich das Einarbeiten der Weinbeeren, kein erneutes Sieben - und trägt dieselbe knappe Formulierung „mit der geislicz solt du die temperieren". Die Kürze ist damit keine B4-spezifische Textlücke, sondern eine in beiden Zeugen geteilte, zeittypische Verknappung.

Praxis.

Die Rosinen zunächst gründlich reiben oder im Mörser zerkleinern, bis eine klebrige Fruchtpaste entsteht. Für die Lebkuchen-Krümel dünn geschnittenen Lebkuchen über offener Flamme bewusst schwarz anbrennen lassen, auskühlen lassen, im Mörser fein stoßen und durch ein feines Sieb oder Tuch treiben - dieser verkohlte Lebkuchen liefert sowohl die dunkle Farbe als auch, zusammen mit Honig und den geriebenen Rosinen, die Bindung der Sauce; eine Mehlschwitze braucht es nicht. Honig und Gewürze dazugeben, mit der Rosinenmasse verrühren, die Weinbeeren gut einarbeiten und kurz aufkochen lassen. Zum Schluss guten weißen Ingwer unterrühren; wird die Sauce zu dick, mit Rumney-Wein verdünnen. Kalt heißt hier auf Raumtemperatur abgekühlt - eine aktive Kühlung ist bei diesem honigreichen, durchgekochten Ansatz nicht nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-040-orig" n="Geyslicz" resp="#fyndling">Der Name meint hier nicht die sonst im Korpus belegte saure Hafergrütze, sondern eine dunkle Würzsauce - so ordnet auch die CoReMA-Datenbank das Wort in diesem Rezept als 'sauce' ein.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-040-orig" n="Schifflein" resp="#fyndling">Kleine, schiffchenförmig geformte Lebkuchenstücke, offenbar als eigenständige Fertigware erhältlich, die man wahlweise durch selbst geschnittenen und schwarz gebrannten Lebkuchen ersetzen konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-040-orig" n="pheffer sib" resp="#fyndling">Ein feines Sieb oder Tuch, durch das man Pulver oder Krümel presste, ähnlich einem heutigen feinen Sieb oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-040-orig" n="weissen Ingwer" resp="#fyndling">Weißer Ingwer meint die geschälte, hellere Handelssorte getrockneten Ingwers, die im mittelalterlichen Gewürzhandel von der dunkleren, ungeschälten Sorte unterschieden wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-040-orig" n="Rumanyer" resp="#fyndling">Rumney- oder Romney-Wein, ein süßer Importwein aus dem östlichen Mittelmeerraum, der im Spätmittelalter als edles Handelsgut in Nord- und Mitteleuropa geschätzt wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-040-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Als 'durchschlagen' im Sinne von kräftig durchmischen/einarbeiten der Weinbeeren gelesen - bestätigt durch die wortgleiche Zwillingshandschrift W1 (w1-043), die an derselben Stelle den expliziten Objektbezug 'solt die weinper durich slahen' hat und damit eindeutig das Einarbeiten der Weinbeeren meint, nicht das Passieren durch ein Tuch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-040-orig" n="mit der Geyslicz solt du die Temperieren" resp="#fyndling">Verstanden als: die zuvor angesetzte Masse aus Rosinen, Lebkuchen, Honig und Gewürzen wird abgestimmt/gemischt, um die im Titel genannte schwarze Geyslicz zu ergeben - 'die' bezieht sich auf diese Masse selbst.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-040-orig" n="wol weissen Ingwer" resp="#fyndling">'wol' als Modaladverb ('gut/gründlich', Art der Ausführung) gelesen, nicht als Mengenangabe - so auch die wortgleiche Zwillingshandschrift W1 (w1-043: 'guten weissen Ingwer'), und im Korpus ist 'wol' überwiegend als Modaladverb belegt, nicht als Mengenwort.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-040-orig" n="Rumanyer" resp="#fyndling">Als Rumney-/Romney-Wein gelesen, ein bekannter süßer Importwein des Spätmittelalters, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse zu diesem Rezept.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gewürzte, süße, kalt gestürzte Grützspeise auf Basis der sauren Hafergrütze (Geyslicz), hier mit Rosinen und Honig rot eingefärbt. Am ehesten vergleichbar ist die englische Frumenty, eine mittelalterliche Getreidegrütze (meist aus Weizen) mit Trockenfrüchten, Milch und Gewürzen - auch wenn Frumenty warm gegessen wird, während diese Geislitz kalt gestürzt wird. Mit der heutigen deutschen Roten Grütze teilt das Gericht nur den Namen und die Farbe; die moderne Beeren-Grütze hat keine inhaltliche Verwandtschaft mit dieser Hafer-Rosinen-Honig-Speise.

Wird die Grütze fertig übernommen oder weitergekocht? Der Text nennt keine fertige, kalte Basis - er sagt nur, dass Rosinen in die Geyslicz eingearbeitet werden, dann Honig und Gewürze dazukommen und die Masse "gesotten" wird, bevor sie in die Schüssel kommt. Die Nachbarrezepte derselben Handschrift, die weiße und die schwarze Geyslicz (b4-039, b4-040), beschreiben nach dem Einmischen ausdrücklich ein gemeinsames Sieden im Kessel. Das spricht dafür, dass auch hier Rosinen, Honig und Gewürze in die noch warme Grundgrütze eingearbeitet und gemeinsam weitergekocht werden, statt eine bereits fertige, kalte Geyslicz nur noch anzureichern.

Praxis. Setze zunächst die saure Hafergrütze nach dem Geyslicz-Grundrezept an (siehe mha-132). Solange sie noch warm ist, arbeite ein halbes Pfund Rosinen ein, gib ein halbes Pfund Honig, die Gewürzmischung, Pfeffer und Safran dazu und lass alles gemeinsam kurz aufkochen, bis die Masse bindet. Dann in eine Schüssel gießen und vollständig auskühlen lassen - die Grütze wird beim Erkalten von selbst schnittfest, ein Ofen ist nicht nötig. Nicht nachsalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-041-orig" n="Geyslicz" resp="#fyndling">Saure Hafergrütze, später allgemein eine feste, gegossene und kalt gestockte Speise. Eine Grundfassung ist bereits übersetzt: mha-132.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-041-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Wörtlich 'durchschlagen', hier im Sinn von kräftig einarbeiten und vermengen, nicht durch ein Sieb passieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-041-orig" n="gewzz auff" resp="#fyndling">Gieß es auf beziehungsweise gieß es in eine Schüssel, eine formelhafte Wendung fürs Umfüllen der fertigen Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-041-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Warnung, die Speise nicht zu versalzen. Da im Rezepttext selbst kein Salz genannt wird, bezieht sie sich vermutlich auf die Würzung der zugrunde liegenden Geyslicz-Basis.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-041-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Einarbeiten, kräftig untermischen (verwandt mit 'durchschlagen' im Sinn von Verrühren), da die Rosinen als ganze Stücke in der Grütze verteilt werden sollen. Bestätigt durch die Zwillinge w1-044 ('durich slohen') und mon-240 ('slachs durch') in identischer Funktion.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-041-orig" n="gewzz auff" resp="#fyndling">Gieß die fertige Masse in eine Schüssel oder ein Gefäß zum Erkalten. Bestätigt durch den Zwilling mon-240, der ausdrücklich 'auf eine Schüssel' (gewss sy auff ain schussell) schreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-041-orig" n="Wann sy nu gesotten ist" resp="#fyndling">Bezieht sich auf ein gemeinsames Weiterkochen von Grütze, Rosinen, Honig und Gewürzen, bis die Masse durchgekocht ('gesotten') ist - analog zum ausdrücklich beschriebenen Sieden in den Nachbarrezepten der weißen und schwarzen Geyslicz (b4-039, b4-040) derselben Handschrift.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte, kalt gestockte saure Hafergrütze: gekocht, durch ein Tuch passiert, ausgekühlt bis zum Festwerden, die sich bildende Haut abgenommen, kalt mit Wein oder kalter Milch serviert. Der Name „Geislitz“ geht auf das slawische kyselice/kyselica zurück und macht das Gericht wortverwandt mit dem ost- und mitteleuropäischen Hafer-Kissel (kissel, kyselo) - näher an einem gestockten Haferpudding als am heute geläufigen fruchtigen Kissel-Dessert. Es handelt sich um eine Wortverwandtschaft, keine belegte Rezeptlinie.

„Recht dünn werden“ klingt zunächst widersprüchlich, denn Sieden verdampft Wasser und verdickt eher, statt zu verdünnen. Plausibler ist, dass „dünn“ hier die glatte, klumpenfreie Konsistenz nach dem Passieren durch das Tuch meint - nicht eine tatsächliche Verflüssigung durchs Kochen selbst. Diese Unschärfe lässt sich aus dem Text nicht restlos auflösen.

Praxis. Fertige, bereits gesäuerte Hafergrütze durch ein feines Tuch oder Sieb streichen, um Spelzen und Klumpen zu entfernen. Die passierte Masse noch einmal gut aufkochen, bis sie glatt und homogen ist. In dünner Schicht auf eine Schüssel gießen - das lässt sie gleichmäßiger und schneller durchkühlen. Kaltstellen, bis sie durch die Stärke fest und puddingartig anzieht. Vor dem Servieren die sich an der Oberfläche gebildete Haut abziehen, dann kalt mit Wein oder kalter Milch auftragen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-042-orig" n="Geyslicz / Geislicz" resp="#fyndling">Eine „Geislitz“ (auch Geislitze) war im Mittelalter eine Art saure Hafergrütze, die oft gekocht, passiert und dann kalt serviert wurde. Sie konnte auch als Basis für andere feste, gegossene Speisen dienen. Der Name leitet sich vom slawischen „kyselice“ (saure Mehlspeise) ab und ist damit wortverwandt mit dem ost- und mitteleuropäischen Hafer-Kissel (russisch/polnisch kissel, tschechisch kyselo) - eine Wortverwandtschaft, keine belegte durchgehende Rezeptlinie.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-042-orig" n="tuch" resp="#fyndling">Ein feines Tuch, ähnlich einem Passiertuch oder Käsetuch, wurde verwendet, um die Grütze zu passieren und eine besonders feine, glatte Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-042-orig" n="hawt" resp="#fyndling">Die „Haut“, die sich auf der Oberfläche von gekochten und abkühlenden Breien oder Flüssigkeiten bildet, wurde entfernt, um eine glattere Textur und ein ansprechenderes Aussehen zu gewährleisten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-042-orig" n="Grober Geyslicz" resp="#fyndling">Der Titel ‚Grobe Geislitz‘ bezieht sich auf eine einfache oder rustikale Variante dieser Speise, die weniger aufwendig oder weniger stark gewürzt ist als andere Geislitz-Rezepte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-042-orig" n="Geyslicz / Geislicz" resp="#fyndling">Wir übersetzen ‚Geislitz‘ als saure Hafergrütze, die zu einer festen, gestockten Speise verarbeitet wird, basierend auf historischen Belegen und der Zubereitungsweise im Rezept.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-042-orig" n="slach die durch ein tuch" resp="#fyndling">‚slach die durch ein tuch‘ wird als ‚passiere sie durch ein Tuch‘ übersetzt, was dem Durchdrücken oder Durchschlagen einer Masse durch ein feines Gewebe entspricht, um eine glatte Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fasten-Fladen mit einem dreiteiligen Belag aus gefärbten und ungefärbten Mandeln, aufgekochten Rosinen und einer Fischrogen-Mehl-Masse in Straubenteig-Konsistenz, der im Ofen gebacken wird. Die Rogenmasse übernimmt dabei die deckende und bindende Funktion, die außerhalb der Fastenzeit ein Ei-Sahne-Guss hätte - Eier und Milchprodukte waren an Fastentagen untersagt, Fisch und Fischrogen nicht. Eine direkt fortlebende Rezeptlinie lässt sich nicht benennen; strukturell am nächsten kommen heutige Rogen-Tartes, bei denen Rogen allerdings meist als Topping dient und nicht wie hier als Guss selbst.

Die Bindung ist zeittypisch: die rohe Rogenmasse wird kalt mit wenig Weißmehl vermengt, es handelt sich also nicht um eine vorgekochte Mehlschwitze. Das Vergleichsmaß "strauben taig" bezieht sich allein auf die Konsistenz - ein dünnflüssiger, gießbarer Ausbackteig, wie der Text selbst zwei Wörter später bestätigt ("gewzz auff die fladen").

Der zweite Färbeschritt bei der Rogenmasse bleibt im Text ohne benanntes Mittel. Naheliegend ist die Wiederverwendung von Safran wie zuvor bei den Mandeln, zwingend belegt ist das aber nicht.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Ofentemperatur noch Backzeit. Empfehlenswert: die belegten Fladen backen, bis der Belag sichtbar fest geworden und leicht gebräunt, also durchgegart ist - roher Fischrogen sollte aus Gründen der Lebensmittelsicherheit nicht nur kurz erwärmt werden. Für das Aufkochen der Rosinen nennt der Text kein Flüssigkeitsmedium; Wasser ist die naheliegende Wahl. Das Mischungsverhältnis von Rogen zu Mehl ergibt sich am besten durch Ausprobieren bis zur gewünschten, gießbaren Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-043-orig" n="geweichten" resp="#fyndling">Auch bei den Zwillingsrezepten mha-031 ("Ain geweichts") und mon-168 ("ein geweichcz") als Gerichtsname belegt, keine Einzelstelle im Korpus. Die Sachglosse der Quelle deutet auf 'weiche Speise', also vermutlich weiche Fastenspeisen wie die hier beschriebenen Fladen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-043-orig" n="perbem Rogen" resp="#fyndling">Rogen der Barbe (Barbus barbus). Barbenrogen ist giftig und löst die sogenannte Barbenkrankheit aus (Magen-Darm-Beschwerden); wird deshalb im Text ausdrücklich ausgeschlossen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-043-orig" n="strauben taig" resp="#fyndling">Kein eigener Bestandteil des Rezepts, sondern nur ein Vergleichsmaß: die Rogen-Mehl-Masse soll die Konsistenz eines dünnflüssigen Ausbackteigs (Strauben) haben.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-043-orig" n="symbel" resp="#fyndling">Rund, prall - beschreibt hier den Zustand der aufgekochten Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-043-orig" n="geweichten" resp="#fyndling">Weiche Fastenspeisen, nach der Sachglosse der Quelle als 'soft food' gedeutet, auf die dieser Belag aufgetragen wird</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-043-orig" n="perbem Rogen" resp="#fyndling">Barbenrogen (Rogen der Barbe, Barbus barbus), gestützt auf die Wikidata-Verlinkung der Quelle</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-043-orig" n="verb das" resp="#fyndling">Die Rogenmasse wird gefärbt, vermutlich erneut mit Safran wie zuvor bei den Mandeln, auch wenn der Text hier kein Farbmittel nennt</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-043-orig" n="Backdauer/Gargrad" resp="#fyndling">Backen, bis der Belag sichtbar fest geworden und leicht gebräunt, also durchgegart ist - der Text nennt weder Zeit noch Temperatur, 'pach' steht im Korpus durchgängig für vollständiges Garen</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Krebsfarce: fein gestoßenes Krebsfleisch wird mit Milch verrieben, durch ein Sieb gedrückt, mit geriebener Semmel und Eidotter gebunden und in der Pfanne zu einem Mus gegart. Die nächste lebende Verwandte ist die Krebsbisque beziehungsweise eine Krebscreme - beide binden passiertes Krebsfleisch mit Milch oder Sahne zu einer sämigen Masse. Der Unterschied liegt in der Semmel-statt-Mehl-Bindung und im Ergebnis als Mus statt als Suppe.

Der Moser ist ein großer Fleisch- oder Küchenmörser aus Stein oder Metall, keine kleine Gewürzreibe - er ersetzte im Mittelalter die Küchenmaschine beim Zerkleinern von rohem Krebsfleisch. Das Sieb entfernt danach Schalen- und Sehnenreste und homogenisiert die Masse zu einer feinen Farce, Semmel bindet als Trockensubstanz die Flüssigkeit, Eidotter bindet zusätzlich und sorgt für Farbe und Reichhaltigkeit - eine zeittypische Kombination ohne jede Mehlschwitze. Die Rotfärbung beim Garen ist echte, einfach nachvollziehbare Chemie: Hitze löst den Farbstoff Astaxanthin aus seinem Eiweißkomplex im Krebsfleisch, das Gargut färbt sich dadurch sichtbar rot, kein zugesetztes Färbemittel nötig.

Der Text nennt keinen Vorkoch- oder Blanchierschritt für die rohen Krebse vor dem Stoßen, moderne Krebsfarce-Rezepte blanchieren dagegen fast immer zuerst. Das lässt sich aus dem Transkript nicht ergänzen, macht das Zerstoßen von Hand aber mühsamer, weil rohes Krebsfleisch zäher ist als gegartes.

Praxis. Die Masse enthält rohes Krebsfleisch, rohe Milch und rohes Eigelb - deshalb in der Pfanne vollständig durchgaren, bis sie durchgehend rot und fest ist, nicht nur kurz erwärmen. Frische Krebse bis zur Verarbeitung kühl halten, das ist der einzige echte Engpass in diesem Rezept.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-044-orig" n="posss pey den augen" resp="#fyndling">Der „schlechte“ Teil bei den Augen, vermutlich der bittere Magensack im Kopf des Krebses, der beim Ausbrechen entfernt wird. Die CoReMA-Sachglosse zu dieser Stelle bleibt vage („Teil des Krebses“, ohne genauere Bestimmung) - die Lesart als allgemeiner schlechter Teil statt als benannter Körperteil folgt demselben Sprachmuster wie vergleichbare Belege im Korpus, etwa „das böse“ = „das Schlechte“ in der Münchner Handschrift Cgm 384.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-044-orig" n="Moser" resp="#fyndling">Großer Fleisch-/Küchenmörser aus Stein oder Metall, kein kleiner Gewürzmörser. Diente als mittelalterliche Küchenmaschine zum Zerstampfen von Fleisch, Fisch oder eben Krebsfleisch zu einer feinen Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-044-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel als Bindemittel. Mehl kam für diesen Zweck im Mittelalter nicht zum Einsatz, gebunden wurde mit Brot, Mandeln oder Ei.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-044-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Eidotter, bairische Form von „Dotter“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-044-orig" n="posss pey den augen" resp="#fyndling">Gelesen als „das Schlechte bei den Augen“, also ein ungenießbarer, vermutlich bitterer Teil im Kopfbereich des Krebses (Magensack), der vor der Weiterverarbeitung entfernt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-044-orig" n="mach ein muss daraus in einer phann" resp="#fyndling">Vollständig durchgaren, bis die Masse durchgehend rot und fest ist - da rohes Krebsfleisch, rohe Milch und rohes Eigelb verarbeitet werden, ist das aus heutiger Küchenpraxis die empfohlene Lesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Krebsschwänze, kalt oder lauwarm mit einer Essig-Gewürz-Marinade übergossen - ein einfaches Vorspeisen-Muster aus gegartem Schalentier und saurer Würzsauce, das an heutige Krebs- und Krabbenvorspeisen mit Essig oder Vinaigrette erinnert, etwa norddeutsche Krabben im Sud oder französische écrevisses à la ravigote. Eine direkte Rezeptlinie lässt sich daraus nicht ableiten, nur das wiederkehrende Zubereitungsmuster. Der nahezu wortgleiche Zwilling w1-048 aus der Wiener Handschrift Cod. 2897 bestätigt die vorliegende Lesart zeilengenau.

Gewürzmischung oder Einzelgewürz? Der Text nennt nur den Sammelbegriff gewurcz, ohne einzelne Sorten zu benennen. Das lässt offen, ob eine feste Mischung (etwa aus Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken) oder ein einzelnes, dominantes Gewürz gemeint war - der Sammelbegriff spricht eher für eine Mischung.

Praxis. Die Krebse werden lebend in den Sud gegeben - Sieden ist Tötungs- und Garschritt in einem. Erst nach dem Kochen lassen sich die Schwänze mechanisch aus der Schale lösen, das ist einfacher als beim rohen Tier. Die geschälten Schwänze kommen in ein flaches Reindl; Essig und Gewürz werden lediglich darübergegossen, ohne weiteres Binden oder Erhitzen - eine kalte, dünnflüssige Würzmarinade auf bereits fertig gegartem Fleisch, vergleichbar mit einer heutigen Vinaigrette. Mengen, Salz und Serviertemperatur nennt der Text nicht - das ist die knappe Handschrift, keine Lücke, die auszufüllen wäre.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-045-orig" n="krewssn Zageln" resp="#fyndling">Der Titel und die Anweisung im Rezept beziehen sich auf die Schwänze der Krebse, die das eigentliche Gericht bilden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-045-orig" n="Reyndel" resp="#fyndling">Ein ‚Reindl' ist eine flache, ofenfeste Pfanne oder eine kleine Bratschüssel, die in der bayerischen und österreichischen Küche traditionell verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-045-orig" n="gewurcz" resp="#fyndling">Im Mittelalter war ‚Gewürz' oft eine Mischung aus gängigen Fernhandelsgewürzen wie Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit und Geschmack.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-045-orig" n="gewurcz" resp="#fyndling">Der Begriff 'gewurcz' wird als generische 'Gewürzmischung' übersetzt, da keine spezifischen Gewürze genannt werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Krebsmus mit Weinsauce: ganz gesottene Flusskrebse, deren zerstoßene Schalen zusammen mit eingearbeitetem Brot und gutem Wein zu einer sämigen Sauce durchgeschlagen werden, in der die geschälten Krebshälse noch einmal aufwallen, bevor das Gericht mit den geschälten Scheren garniert wird. Das Grundprinzip - Schalen als Farb- und Geschmacksträger, Brot statt Mehlschwitze als Binder - lebt in regionalen deutschen Krebssuppen fort, etwa im Aischgrund oder in der Lausitz/im Spreewald. Zur französischen Bisque d'écrevisses besteht nur eine entfernte strukturelle Ähnlichkeit, keine belegte direkte Linie - die Bisque ist eine deutlich jüngere, eigenständige Formalisierung, erst ab dem 17. Jahrhundert mit Sahne und Reis belegt.

An der Stelle „nym Zwo snitten prots vnd paezz vnd mach sy darvnder" bleibt das Verb paezz ungeklärt, CoReMA führt es als „unsolved". Die textnahe Parallelstelle in der Wiener Handschrift W1 (dort „pes") liest an derselben Stelle „zerdrücken/stampfen" - das passt funktional besser in den Ablauf, weil an dieser Stelle noch kein Wein im Spiel ist, in den man das Brot einweichen könnte, der Wein kommt erst im nächsten Satz beim Durchschlagen dazu. Trockenes Brot lässt sich vor dem Durchschlagen zerdrücken, aber schwerlich einweichen. Die Übereinstimmung zwischen beiden Handschriften stärkt diese Lesart, beweist sie aber nicht.

Für frische, lebende Krebse ist eine durchgehende Kühlkette bis zum Sieden nötig - am Lager ohne Kühlmöglichkeit ein echtes Problem, kein Komfort-Detail. Dazu kommen zwei Zusatzgeräte über Topf und Feuer hinaus: ein Mörser für Schalen und Brot, und ein Sieb oder Tuch zum Durchschlagen der Sauce. Die Wiener Parallelstelle (w1-049) stuft dasselbe Verfahren unabhängig als „eingeschränkt" ein, mit derselben Begründung.

Praxis. Krebse ganz in Wasser sieden, dann die Schwanzhälse aus der Schale lösen und den Darmtrakt entfernen. Die leeren Schalen im Mörser zerstoßen. Zwei Scheiben Brot zerkleinern und mit den zerstoßenen Schalen vermengen, dann die Masse mit gutem Wein durch ein Tuch oder Sieb schlagen - das ergibt eine gefärbte, sämige Flüssigkeit, ähnlich einem Krustentierfond. Mit Gewürz abschmecken, die bereits gegarten Krebshälse hineingeben und nur kurz aufwallen lassen, kein zweites Garen, nur Erwärmen und Verbinden mit der Sauce. Zum Servieren mit den geschälten Scheren garnieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="krewssen / krewss" resp="#fyndling">Bezeichnet Krebse, insbesondere Flusskrebse, die im Mittelalter eine beliebte Fastenspeise waren und oft zu Mus oder Pasteten verarbeitet wurden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#krewssen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="haels" resp="#fyndling">Die Hälse der Krebse, also der fleischige Teil des Schwanzes, der nach dem Kochen aus der Schale gelöst wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Die Krebshälse sollen sorgfältig gereinigt werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="vnsawber" resp="#fyndling">Das ‚Unsaubere‘ bezieht sich auf die nicht essbaren oder unerwünschten Teile der Krebse, wie den Darm oder andere Innereien, die entfernt werden sollen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="schallen" resp="#fyndling">Die Schalen der Krebse. Sie werden zerstoßen, um Geschmack und Farbe an die Sauce abzugeben, ähnlich wie heute ein Krustentierfond aus Schalen gekocht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">‚Aufwallen lassen‘ bedeutet, das Gericht kurz aufzukochen oder leicht köcheln zu lassen, bis es Blasen wirft.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="schaer" resp="#fyndling">Die Scheren der Krebse. Sie werden geschält, um das Fleisch zu entnehmen, das dann als Garnitur dient.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-046-orig" n="bestekchs damit" resp="#fyndling">‚Bestecken‘ bedeutet hier, das Gericht mit den geschälten Scheren zu garnieren, um es optisch aufzuwerten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-046-orig" n="paezz" resp="#fyndling">‚Bearbeite das Brot‘ - unklares Verb, wörtlicher Sinn ungeklärt; im Kontext das Brot vorbereiten, bevor es mit den Schalen vermengt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-046-orig" n="tempers" resp="#fyndling">‚Würze es‘ - als Imperativ von ‚temperieren‘ im Sinne von ‚abschmecken‘ oder ‚würzen‘.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Illusionsgericht der Fastenzeit: Mandelmasse wird zu falschen Eiern geformt, mit einem safrangefärbten "Dotter" im Kern, serviert in einer süß-säuerlichen Rosinen-Wein-Sauce. Die lebende Verwandtschaft sind die heutigen Marzipan- und Persipan-Ostereier - dieselbe Grundidee einer gefärbten Mandelmasse in Eiform, nur ohne den Dotter-im-Dotter-Trick und heute reines Konfekt statt Ei-Ersatz.

Die Sauce bleibt kalt. Der Text nennt an keiner Stelle ein Sieden oder Erhitzen, nur "durch slachen" (verrühren). Das strukturell verwandte Rezept b4-040 lässt eine vergleichbare Masse dagegen ausdrücklich sieden - dass diese Pfeffersauce hier ungekocht bleibt, ist eine echte Besonderheit dieses Rezepts und keine Auslassung.

Woher die "prue" (Brühe) stammt, sagt der Text nicht. Für ein Fastenrezept wäre eine Fleischbrühe inhaltlich unstimmig, denn der Witz des Gerichts ist gerade der Verzicht auf tierische Zutaten. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt Wasser oder etwas verdünnten Wein statt einer angesetzten Brühe.

Praxis. Die Mandelmasse (zwei Pfund Mandeln mit Zucker abgerieben, wenig Wasser dazu) bleibt bewusst ungekocht - Hitze würde Mandelfett austreten lassen und die Masse gelblicher statt hell machen. Ein Teil wird mit Safran gefärbt und zu kleinen Dottern geformt. Ein sauberes Tuch in der hohlen Hand dient als Formhilfe, damit die weiße Masse nicht an den Fingern klebt und sich sauber um den Dotter pressen lässt. Für die Sauce eine Scheibe Semmel in etwas Flüssigkeit einweichen (sie quillt auf und bindet die Sauce), mit klein geriebenen Rosinen und süßem Wein verrühren und mit Zucker abschmecken - alles kalt, kein Feuer nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-047-orig" n="Vasten" resp="#fyndling">Die Fastenzeit, in der Eier, Fleisch und Milchprodukte verboten waren. Dieses Rezept ist eine kunstvolle Umgehung des Verbots: ein 'Ei' ganz ohne echtes Ei.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-047-orig" n="tutter / tuetter" resp="#fyndling">Eidotter. Hier die aus safrangefärbter Mandelmasse geformte Nachbildung des Eigelbs.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-047-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Weinbeeren, gemeint sind hier getrocknete Rosinen, keine frischen Trauben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-047-orig" n="semel" resp="#fyndling">Eine Scheibe Semmel; sie quillt in der Flüssigkeit auf und bindet die Sauce.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-047-orig" n="pheffer" resp="#fyndling">'Pfeffer' bezeichnet hier keine bloße Würze, sondern einen eigenen spätmittelalterlichen Sauce-Typ: dickflüssig, süß-säuerlich, mit Wein und Trockenfrüchten angesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-047-orig" n="Rott mit Saffran" resp="#fyndling">Safran färbt eigentlich goldgelb-orange, wird hier aber locker als 'rot' bezeichnet, weil damit die kräftige Dotterfarbe gemeint ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-047-orig" n="prue" resp="#fyndling">Eine Flüssigkeit (Brühe oder verdünnter Wein), mit der die Semmelscheibe vor dem Verrühren mit dem süßen Wein übergossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-047-orig" n="lueg" resp="#fyndling">Eine kleine Mulde oder Vertiefung, die man mit dem Tuch in der Hand formt, um den Dotter und die weiße Masse darin zu formen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-047-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Gründlich durchschlagen bzw. verrühren der Rosinen-Semmel-Masse mit dem süßen Wein, bis eine homogene Sauce entsteht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dieses Rezept setzt unmittelbar das vorherige fort ('Ein ander essen von Ayeren' - 'noch ein Eiergericht'): Die 'vorigen ayr' sind die Mandel-Fasteneier aus dem direkt davorstehenden Rezept b4-047 - aus Mandelmasse geformte, safrangefärbte Fastenspeise ohne echten Eianteil, wie sie in der Fastenzeit anstelle von Fleisch, Ei und Milch üblich waren. Hier werden diese Fasteneier halbiert und mit geschmolzenem Zucker übergossen; parallel dazu entsteht aus weißer Mandelmilch und weich geformten Mandel-Dotterstücken eine zweite, ähnliche Portion, wieder mit Zucker statt Salz gewürzt. Einen direkten, heute noch geführten Nachfahren dieses konkreten Gerichts gibt es nicht; das Grundprinzip, festes Gargut mit heißem, erstarrendem Zucker zu überziehen, lebt aber im Grundgedanken heutiger Glasuren und Nappagen fort.

Die weiße Mandelmilch. CoReMA glossiert 'weissen ayr milich' für dieses Rezept ausdrücklich als Mandelmilch, nicht als Eiweiß - passend zur Mandelbasis des ganzen Gerichts. Die Wiener Parallelhandschrift W1 liest dieselbe Stelle dagegen unbefangen als flüssiges Eiweiß, ohne die Mandelmilch-Möglichkeit zu erwägen. Der Widerspruch zwischen den beiden Textzeugen lässt sich nicht auflösen; hier wird der Mandelmilch-Lesart gefolgt, weil sie zur unmittelbar vorangehenden Mandel-Fasteneier-Zubereitung passt.

Praxis. Am nächsten am Text kocht man zunächst die Mandel-Fasteneier aus dem Vorrezept (Mandelmasse mit Zucker und wenig Wasser verrieben, ein Teil safrangefärbt als 'Dotter', mit weißer Masse zu Eiform ummantelt - kein Kochen nötig). Diese Fasteneier halbieren und in eine kleine Pfanne legen. Zucker (ca. 60 g je Portion) bei mäßiger Hitze in einer Pfanne schmelzen - dabei rühren bzw. aufmerksam bleiben, denn geschmolzener Zucker verbrennt bei ungleichmäßiger Hitze schnell - und über die Fasteneier gießen. Für den zweiten Teil zusätzliche weiche Mandel-Dotterstücke formen, mit etwas Mandelmilch verrühren und mit Zucker statt Salz würzen. Wer stattdessen mit echten hart gekochten Eiern arbeiten möchte, sollte das rohe Eiweiß nicht unerhitzt lassen, sondern es kurz mitstocken lassen, bevor es mit dem Zucker serviert wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="vorigen ayr" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die Mandel-Fasteneier aus dem unmittelbar vorangehenden Rezept b4-047 ('Von allerlay Ayren In der Vasten') - eine aus Mandelmasse geformte, safrangefärbte Fastenspeise, kein echtes Hühnerei.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="chlaines Reindlein" resp="#fyndling">Ein Reindl ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, kein rundes Gericht im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="virdunng" resp="#fyndling">Ein Vierdung war eine mittelalterliche Gewichtseinheit, ungefähr ein Viertel Pfund - hier grob mit 60 g Zucker angesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="zugangen" resp="#fyndling">Bedeutet 'zergangen', also geschmolzen bzw. aufgelöst - der Zucker wird in der Pfanne verflüssigt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Schmalz wird hier nur als Vergleich genannt: der geschmolzene Zucker soll obenauf schwimmen wie sonst Fett auf einer Brühe. Schmalz selbst ist keine Zutat dieses Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="weissen ayr milich" resp="#fyndling">CoReMA glossiert diesen Begriff für diese Stelle als Mandelmilch, nicht als Eiweiß - passend zur Mandelbasis des Vorrezepts b4-047.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-048-orig" n="lener ayr tuetter" resp="#fyndling">'lener' bedeutet weich - gemeint sind weiche, aus Mandelmasse geformte Dotterstücke wie im Vorrezept b4-047, kein echtes Eigelb.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-048-orig" n="weissen ayr milich" resp="#fyndling">Die weiße Mandelmilch aus der Mandelmasse des vorangehenden Rezepts b4-047 - so glossiert CoReMA den Begriff für diese Stelle ausdrücklich (Wikidata-Eintrag für Mandelmilch), passend zur Mandelbasis des ganzen Gerichts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-048-orig" n="virdunng" resp="#fyndling">Als 'Vierdung' gelesen, eine mittelalterliche Gewichtseinheit von etwa einem Viertel Pfund/Mark - hier mit ca. 60 g Zucker angesetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-048-orig" n="vorigen ayr" resp="#fyndling">Die Mandel-Fasteneier aus dem unmittelbar vorangehenden Rezept b4-047 ('Von allerlay Ayren In der Vasten') - textlicher Rückverweis plus Folio-Nachbarschaft (079v/080r), gestützt durch CoReMA, das 'ayr'/'Ayeren' in diesem Rezept mit dem Modifier 'anal' (analog gebraucht) glossiert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ganze Eier am Spieß, in Schwarz und Gelb abgesetzt und mit Zucker bestreut - eine kleine Schauspeise für den Festtisch. Der nahezu wortgleiche W1-Paralleltext wählt zwischen Schwarz oder Gelb; b4-049 verlangt beide Farben.

Garzustand. b4-049 nennt für „gancze ayr“ keinen Garzustand. Der nahe Paralleltext mha-010 ergänzt ausdrücklich, die Eier sollen hart sein. Für eine heutige Umsetzung bietet es sich daher an, Eier hart zu kochen, zu schälen und erst dann auf einen Spieß zu reihen; das ist eine durch den Paralleltext gestützte Umsetzung, keine wörtliche Ergänzung von B4.

Farbe und Zucker. Gelb ist durch die CoReMA-Glosse als Safran belegt. Womit „schwarz“ erzeugt wurde, sagen B4, W1 und mha-010 nicht; die Stelle bleibt offen. Historisch möglich, aber für diese Stelle nicht bewiesen, sind zwei Lesarten: Die Eier könnten goldgelb beziehungsweise dunkel bis braun-schwarz gebraten worden sein; oder sie könnten durch einen gelb beziehungsweise dunkel gefärbten Tauch- oder Überzugsteig geführt worden sein. Zum Schluss mit Zucker bestreuen, wie der Text verlangt.

Praxis. Hart gekochte, geschälte Eier vorsichtig auf einen Spieß reihen. Für Gelb Safran in wenig warmer Flüssigkeit lösen und die Eier damit bestreichen. Die dunkle Fassung bleibt wegen der offenen Quellenstelle ohne nachgestelltes Verfahren. Als kleine Schau-Beilage mit Zucker anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-049-orig" n="Spiss" resp="#fyndling">Ein Spieß zum Aufreihen und Präsentieren der Eier. Der nahe Paralleltext mha-010 sagt ausdrücklich, dass die Eier vorher hart sein sollen; b4-049 selbst nennt keinen Garzustand.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-049-orig" n="swarcz vnd gell" resp="#fyndling">B4 verlangt Schwarz und Gelb. Die CoReMA-Glosse belegt Safran für „gell“. Für „swarcz“ nennt der Text kein Mittel. Als historische, aber nicht quellenbewiesene Lesarten kommen ein Goldgelb- beziehungsweise Dunkelbraten oder ein gelb beziehungsweise dunkel gefärbter Tauch- oder Überzugsteig in Betracht; W1 und mha-010 entscheiden die Frage nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-049-orig" n="zukchers" resp="#fyndling">Zucker wurde im Mittelalter oft auch in herzhaften Gerichten verwendet, um den Geschmack abzurunden oder als Statussymbol, da er ein teures Importgut war.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-049-orig" n="gancze ayr" resp="#fyndling">b4-049 verlangt ganze Eier am Spieß, nennt aber keinen Garzustand. Der nahe Paralleltext mha-010 sagt ausdrücklich, die Eier sollen hart sein; hart gekochte, geschälte Eier sind daher eine begründete Umsetzung, keine in b4-049 selbst ausgesprochene Ergänzung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-049-orig" n="swarcz" resp="#fyndling">Für Schwarz nennt b4-049 kein Mittel. W1 und mha-010 präzisieren diese Stelle ebenfalls nicht; die konkrete Ausführung bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-049-orig" n="gell" resp="#fyndling">Die Eier werden mit Safran gelb gefärbt, wie es die CoReMA-Glosse zu diesem Rezept (b4.49: gell = saffron) bestätigt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine mit Wein durchgeschlagene Hanfsamen-Suppe, verfeinert mit geröstetem Brot und getoppt mit in Öl gerösteten Apfel- und Zwiebelstückchen. Die pflanzliche Mus-Basis erinnert an heutige samenbasierte, vegane Cremesuppen, wie sie im Reformhaus-Sortiment vorkommen - keine forcierte Analogie, sondern eine tatsächlich bestehende Nische.

Das Hanfmus bringt von sich aus Bindung und Körper mit, eine Mehlschwitze braucht es nicht. Es wird mit Wein verdünnt und durch ein Sieb oder Tuch geschlagen (durch slachen), um Fasern zu entfernen und eine glatte Konsistenz zu erhalten - Standardtechnik für Mus-Suppen dieser Zeit.

Das im Text erwähnte geröstete Brot (gepeatts prott, bairisch für ‚gebähtes Brot') kommt anschließend in die Suppe, vermutlich um zusätzlichen Körper und Bindung zu geben - eine reine Wein-Hanf-Basis bliebe sonst dünn und säuerlich. ‚Gebäht' meint hier leichtes Rösten, nicht Backen oder Einweichen.

Apfel und Zwiebel werden klein gehackt und in reinem, ungewürztem Öl angeröstet - die Röstaromen und die Karamellisierung der enthaltenen Zucker liefern einen süß-herzhaften Kontrast zur eher faden Wein-Hanf-Basis.

Praxis.

Für 2-4 Personen etwa 200 g Hanfmus mit einem kräftigen Schluck Wein glattrühren und durch ein feines Sieb streichen. Eine Scheibe altbackenes Weißbrot in einer trockenen Pfanne oder am Feuer leicht rösten und in die Suppe geben. Einen festen, säuerlichen Apfel und eine Zwiebel klein hacken, in reinem Pflanzenöl anrösten, bis sie Farbe nehmen, und zur Suppe geben. Gesamtzeit am Feuer: rund 20 Minuten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-050-orig" n="Hanfmus" resp="#fyndling">Ein Mus aus geschälten Hanfsamen, das als Basis für Suppen oder Breie diente. Es ist nahrhaft und hat einen leicht nussigen Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-050-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Das Verb ‚durchschlagen‘ bedeutet hier, die Suppe durch ein Sieb oder Tuch zu passieren, um eine feine, glatte Konsistenz zu erhalten. Es kann auch ein kräftiges Rühren oder Schlagen bedeuten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-050-orig" n="rain" resp="#fyndling">Bedeutet ‚rein‘ oder ‚sauber‘. Im Kochkontext oft einfach ‚in Öl‘, um die Verwendung von reinem Fett zu betonen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-050-orig" n="slachen" resp="#fyndling">‚durch ein Sieb passieren‘ - die Suppe wird durch ein Sieb gegeben, um eine glatte Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-050-orig" n="gepeatts prott" resp="#fyndling">‚gebähtes [leicht geröstetes] Brot‘ - das Ehlert-1999-Glossar führt das Lemma ‚bähen‘ ausdrücklich als leichtes Rösten, nicht Backen oder Einweichen; ‚gepeatts‘ ist bairischer p/b-Lautwandel zu ‚gebäht‘. Das Brot wird der Suppe zugegeben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fasten-Mohnkäse: Aus gestoßenem, gesottenem Mohn wird eine quarkartige Masse (der Schotten) abgeschöpft und wie ein Käseimitat mit gebratenen Apfelscheiben und gesüßter Nussmilch angerichtet - kein Käse im heutigen Sinn, sondern eine milchfreie Fastenspeise, die über Textur und Anrichtung an Käse erinnern soll. Es reiht sich in die bairisch-österreichische Mohnspeisen-Familie ein (Mohnnudeln, Mohnstrudel, Mohnnocken), deren Grundkombination aus süßem Mohn und Frucht bis heute in der alpinen Mehlspeisenküche lebt; als milchfreies Käse-Analogon steht es neben dem bekannteren Mandelziger.

Der Trick mit dem Schotten. Der zerstoßene Mohn wird gesotten; dabei setzt sich eine dickere, quarkartige Masse obenauf ab, die abgeschöpft wird. Diese Konsistenz-Illusion aus einer pflanzlichen Zutat ist der eigentliche Kunstgriff des Rezepts. Eine Bindung über Mehlschwitze wäre hier anachronistisch und wird auch nicht gebraucht - die abgeschöpfte Masse ist von Natur aus quarkartig genug.

Wohin kommt die gesüßte Nussmilch? Der Text sagt wörtlich, man solle davon Nussmilch machen und sie 'Innen' (hinein) geben, nicht dass sie als eigenes Getränk daneben gereicht wird. Die naheliegendste Lesart ist deshalb, die gesüßte Nussmilch über den Mohnschotten mit den Apfelscheiben zu gießen, sodass ein zusammenhängendes Gericht entsteht statt Süßspeise plus separatem Getränk. Ganz sicher ist diese Lesart nicht, siehe interpretive_choices.

Praxis. Mohn fein stoßen, sauber waschen und in Wasser sieden, bis sich obenauf eine dickere Masse absetzt, und diese abschöpfen. In ein geöltes Pfännchen geben. Zwei Äpfel längs in Scheiben schneiden, in Öl braten und auf den Mohnschotten legen. Nüsse (Mandeln oder Walnüsse) fein reiben, mit Wasser zu Nussmilch verkochen, mit Zucker süßen und über das Gericht gießen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-051-orig" n="Magen keas" resp="#fyndling">Der Titel nennt das Gericht selbst 'Mohnkäse' - keine echte Käsespeise, sondern ein Fasten-Käseimitat aus Mohn, vergleichbar mit dem bekannteren Mandelziger.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-051-orig" n="magen" resp="#fyndling">Hier ist Mohn (Schlafmohn) gemeint, nicht der Magen als Innerei. Die CoReMA-Sachglossierung bestätigt die Lesart 'Mohn' für dieses Rezept eindeutig.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-051-orig" n="schotten" resp="#fyndling">Die beim Sieden von Mohn obenauf schwimmende, quarkartige Masse, ein Mohn-Quark-Analogon. Kein Gefäß oder Sieb.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-051-orig" n="Reindelein" resp="#fyndling">Kleines flaches Pfännchen oder kleine Bratschüssel, Diminutiv zu 'Reindl'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-051-orig" n="nuzz milich" resp="#fyndling">Nussmilch, also aus gestoßenen Nüssen (Mandeln oder Walnüsse) mit Wasser gewonnene Milch, nicht 'nützliche Milch'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-051-orig" n="magen" resp="#fyndling">Mohn (Schlafmohn) - gestützt durch die CoReMA-Sachglossierung, die das Wort im Rezept direkt mit 'opium poppy' verlinkt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-051-orig" n="schotten" resp="#fyndling">Die beim Sieden des Mohns obenauf schwimmende, quarkartige Masse - ein Mohn-Quark-Analogon, das abgeschöpft wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-051-orig" n="nuzz milich" resp="#fyndling">Nussmilch, aus gestoßenen Nüssen mit Wasser gewonnene Fastenmilch, mit Zucker gesüßt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-051-orig" n="Innen machen" resp="#fyndling">Die gesüßte Nussmilch wird in das Gericht (Mohnschotten mit den Apfelscheiben im Reindlein) hineingegeben beziehungsweise darüber gegossen, nicht getrennt serviert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein pflanzliches Fastendessert: aus zweimal durchgeseihter Hanfmilch entsteht beim Absieden eine stockende, quarkartige Masse, der Schotten, die mit in Öl gebratenen Apfelstreifen und Zucker angerichtet wird. Es ist die Hanf-Variante derselben Technik, die im Corpus sonst mit Mohnmilch belegt ist - im selben Buch bei b4-051 (mit dem Zwilling w1-054), außerdem bei mha-201 als eigenständige Parallelüberlieferung desselben Gerichts. Der Schotten ist kein Käse im eigentlichen Sinn, sondern eine durch Hitze konzentrierte und ausgeflockte Pflanzenmilch.

Rachen haniff: roh oder reif? Der Text beginnt mit „Rachen haniff“, einer Lesart, die bisher als „reifer Hanf“ gedeutet wurde. Der nahezu wortgleiche Zwilling w1-055 hat an derselben Stelle eindeutig „rohen hanif“, roher Hanf. Diese Fassung folgt jetzt der Zwillings-Lesart: Gemeint sind ungeschälte, rohe Hanfsamen vor der Verarbeitung, nicht besonders reife.

Praxis. Hanfsamen im Mörser fein stoßen, mit Wasser aufschlämmen und zweimal durch ein Tuch seihen, dann absieden - das Erhitzen konzentriert die Milch, bis sich der Schotten absetzt und abgeschöpft werden kann. Den Schotten in ein geöltes Reindel (flache Pfanne) geben. Vier oder fünf Äpfel in lange, schmale Streifen schneiden, im selben Öl braten und über den Schotten legen, zum Schluss mit Zucker bestreuen. Ohne Ofen oder Kühlung in etwa 45 bis 60 Minuten machbar - der größte Zeitanteil entfällt auf Seihen und Einkochen der Hanfmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-052-orig" n="Schotten" resp="#fyndling">Die beim Einkochen von Pflanzenmilch (hier Hanfmilch, sonst meist Mohnmilch) obenauf stockende, quarkartige Masse - ein pflanzliches Analogon zu Käse, wie es in vielen Fastenspeisen dieser Zeit vorkommt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-052-orig" n="Reyndel" resp="#fyndling">Ein Reindel ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, kein Kochtopf im heutigen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-052-orig" n="haniff" resp="#fyndling">Hanf, hier die Samen, aus denen durch Stoßen, Waschen und Seihen eine Pflanzenmilch gewonnen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-052-orig" n="prenn" resp="#fyndling">Zu mhd. brennen: hier im Sinn von scharf Anbraten der Apfelstreifen im heißen Öl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-052-orig" n="Rachen haniff" resp="#fyndling">Gelesen als 'rohen Hanf' - eine a/o-Lautvariante zu 'roh', die den unverarbeiteten Hanfsamen vor Stoßen und Waschen bezeichnet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-052-orig" n="prenn" resp="#fyndling">Übersetzt als 'braten' - die Apfelstreifen werden im heißen Öl angebraten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eier und Schmalz werden zu gleichen Teilen erhitzt, in der Pfanne gebraten und zu einem „Mus“ verrührt - ohne Bindung durch Brot oder Mehl, ohne Würzung. Das Ergebnis liegt zwischen Rührei und Bratei und ist ein sehr früher Verwandter des heutigen Rühreis, hier in Schmalz statt Butter oder Öl gebraten; modernen Fassungen fehlt hier sowohl die Würzung als auch das Strecken mit Milch. Sechs Zeugen im Korpus (w1-056, mha-016, m5919-058, rfk-049, m384-051, ka1-037) belegen dasselbe Grundverfahren, drei davon nahezu wortgleich.

Wie viel Schmalz?

„Als uil smalcz“ heißt wörtlich „ebenso viel Schmalz“, ist im Korpus aber als idiomatischer Ausdruck für „reichlich, nach Bedarf“ belegt - keine exakte Volumengleichheit. Eine buchstäblich gleiche Menge Schmalz und Ei wäre für eine Pfanne kaum praktikabel; gemeint ist eine großzügige, nach Augenmaß bemessene Menge.

Wann darf es nicht zu heiß werden?

Der Text lässt offen, ob sich die Warnung auf ein vorsichtiges Erwärmen der rohen Ei-Schmalz-Mischung bezieht oder auf die Pfannen- beziehungsweise Fetthitze beim Braten selbst. Der Zwilling w1-056 legt die zweite Lesart nahe.

Praxis.

Schmalz in der Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen - das verhindert, dass das Fett verbrennt und das Eiweiß körnig übergart. Die verquirlten Eier dazugeben und unter Rühren stocken lassen, bis die Masse durchgehend fest gebraten ist; der Text nennt keinen weicheren Endzustand. Serviert wird die Speise pur, ohne Beilage.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-053-orig" n="Eyttel" resp="#fyndling">Bedeutet hier 'nur, nichts als' (mhd. itel) - es sollen ausschließlich Eier verwendet werden, keine weitere feste Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-053-orig" n="als uil (Menge Schmalz)" resp="#fyndling">Wörtlich 'ebenso viel', im Rezeptkorpus aber als idiomatischer Ausdruck für 'reichlich, nach Bedarf' belegt - keine wörtliche Eins-zu-eins-Volumenangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-053-orig" n="gepranten mues / gepratten muess" resp="#fyndling">Zwei Schreibvarianten desselben Gerichtsnamens im selben Rezept: 'gebratenes Mus'. Kein Hinweis auf zwei unterschiedliche Zubereitungsarten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-053-orig" n="secz" resp="#fyndling">Hier Imperativ von 'setzen' - die Anweisung, die Hitze so zu regulieren, dass die Masse nicht zu heiß wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-053-orig" n="prats" resp="#fyndling">Imperativ von 'braten' (brate) - die Handlungsanweisung, die Eier-Schmalz-Masse in der Pfanne zu braten; die Parallelhandschriften w1-056 und m5919-058 belegen dieselbe Form als Imperativ ('pracz').</note>
        <note type="gloss" target="#b4-053-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Schweineschmalz, das ausgelassene Fett des Schweins - hier zu gleichen Teilen wie die Eier verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-053-orig" n="gepranten / gepratten" resp="#fyndling">Beide Formen sind Schreibvarianten desselben Partizips 'gebraten' (in der Pfanne gebraten), nicht zwei unterschiedliche Zubereitungen - der Zwilling w1-056 verwendet ebenfalls beide Schreibvarianten im selben Rezept ('gepraten' im Titel, 'geprotens' am Schluss).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-053-orig" n="secz daz das es nicht zu haizz werd" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die Pfannen- beziehungsweise Fetthitze beim Braten - eine gemäßigte Hitze verhindert, dass das Schmalz verbrennt und das Eiweiß körnig übergart. Das ist die für die Praxis empfohlene Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-053-orig" n="gepratten muess (Garzustand)" resp="#fyndling">Vollständig durchgestockt und fest gebraten, kein flüssiges Ei mehr sichtbar - das ist die für die Praxis empfohlene Standardlesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-054-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein durchgeschlagenes Fastenmus aus gekochtem Hanfsamen, mit Weißbrot gebunden und durch ein Tuch gepresst - technisch dieselbe Machart wie die zeitgenössischen Mandelmilch-Rezepte (Kochen, Stoßen, Bindemittel, Durchschlagen durchs Tuch), nur mit Hanf statt Mandel als Grundlage. Das Ergebnis ist eine feine, streichfähige Masse, kein Getränk. Die nächste lebendige Verwandtschaft sind heutige Hanfsamen-Aufstriche oder Hanfmilch aus dem Bioladen: gleiche Grundzutat, gleiches Grundprinzip aus Zerkleinern und Durchseihen.

Der Text nennt weder Kochzeit noch Kochflüssigkeit für den Hanf noch ein Mengenverhältnis von Hanf zu Brot - er ist, wie für diese Rezeptgattung typisch, stark verkürzt und setzt Grundwissen voraus. Welche Flüssigkeit beim Durchschlagen durchs Tuch im Spiel ist, sagt der Text ebenfalls nicht; am plausibelsten ist die Restfeuchte aus dem Kochwasser des Hanfs zusammen mit der vom Brot aufgenommenen Feuchtigkeit, das bleibt aber offen und ist keine Vorgabe des Originals.

Praxis. Hanfsamen etwa 20 Minuten weich kochen, dann im Mörser oder mit einem groben Stampfer klein stoßen. Weißbrot untermischen und beides gemeinsam durch ein sauberes Tuch oder Nesseltuch schlagen beziehungsweise pressen, bis nur die feine Masse durchgeht und die Schalenreste im Tuch zurückbleiben. Mit Pfeffer und Ingwer abschmecken. Insgesamt etwa 30 bis 40 Minuten am Feuer, alle Zutaten sind lagerfest.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-054-orig" n="haniff" resp="#fyndling">Hanfsamen, hier bereits gekocht. Die Samen der Hanfpflanze enthalten praktisch kein THC und waren im Mittelalter eine ganz gewöhnliche, sättigende Zutat für Fastenspeisen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-054-orig" n="muess" resp="#fyndling">Mus, also ein durchgeschlagenes, feines Brei- oder Puree-Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-054-orig" n="semelein prott" resp="#fyndling">Feines Weißbrot beziehungsweise Semmelbrot, hier als Bindemittel für das Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-054-orig" n="tuech" resp="#fyndling">Ein sauberes Tuch zum Durchschlagen der Masse, vergleichbar mit einem Passiertuch oder feinen Küchentuch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-054-orig" n="gewurcz" resp="#fyndling">Allgemeiner Begriff für Gewürz. Der Text nennt keine konkrete Zusammensetzung; üblich für diese Zeit war eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer und ähnlichen Gewürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-054-orig" n="schon tuech" resp="#fyndling">'schon' meint hier sauber, gründlich gereinigt, nicht 'schön' im ästhetischen Sinn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-055-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fastentags-Ersatz für Frischkäse bzw. Quark: zweifach durchgeseihte Erbsenmilch wird eingedickt, mit geriebenem Weißbrot gebunden und zu einer festen, quarkartigen Masse abgetropft - ein "Ziger" ganz ohne Lab oder Säure. Anders als bei den im Korpus häufigeren Mandel-Zigern dient die Mandelmilch hier nur als Topping über dem fertigen Erbsen-Ziger, nicht als dessen Grundlage. Einen direkten lebenden Nachfahren gibt es nicht; das Gericht gehört in dieselbe Kategorie wie heutige Hülsenfrüchte-basierte Milchersatz-Techniken (etwa Erbsenprotein-"Käse" oder Bohnenquark) - als Fastenersatz für ein tierisches Milchprodukt, nicht als direkte Rezeptlinie.

Kraus. Im Titel meint das Wort nicht "gekräuselt/lockig" im wörtlichen Sinn von Haaren, sondern - wie an anderen Stellen im Korpus (etwa "krosz ayer") - die krümelig-gestockte, nicht glatte Textur der fertigen Erbsenmasse. Die Grundbedeutung von mhd. "krûs" liegt im Bereich Haare/Behaarung; die Übertragung auf gestockte Speisen ist eine etablierte Metapher davon, keine unabhängige Zweitbedeutung.

Praxis. Die Erbsen sollten vorgekocht, aber noch bissfest sein - zu weich zerfallen sie beim Stoßen zu strukturlosem Brei und lassen sich nicht mehr sauber durchseihen. Im Mörser fein gestoßen und durch ein Tuch gepresst, ergeben sie eine stärkehaltige "Milch"; das eingeriebene Weißbrot quillt in der Hitze und bindet sie, noch bevor sie aufwallt. Das zweite Abseihen mit Abtropfen ist der eigentliche Ziger-Trick: Die angedickte Masse wird dadurch konzentriert, bis eine quarkartige Konsistenz entsteht - ganz ohne Gerinnungsmittel. Der Text nennt weder Hitzedauer noch Abtropfzeit noch Mengen für Brot und Erbsen; die veranschlagte Gesamtzeit von etwa 60 Minuten ist eine plausible Schätzung, keine Textangabe. Das Bestecken mit Mandelkernen und das abschließende Übergießen mit Mandelmilch sind reine Anrichte-Deko ohne weitere Kochtechnik.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="kraus" resp="#fyndling">Beschreibt die krümelig-gekräuselte Konsistenz der fertigen Erbsenmasse, ähnlich wie bei anderen mittelalterlichen 'krausen' Gerichten mit stückig-gestockter Textur.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bairische Schreibung von 'schön', hier nicht im Sinn von qualitativ 'gut', sondern 'sauber/gründlich' als Zubereitungsgrad - vgl. data/glossary_index.tsv, Belege u.a. mon-117, m384-065.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="Arbais" resp="#fyndling">Bairische Form von 'Erbsen'. Hier sind getrocknete, bereits gekochte Erbsen gemeint, nicht frische grüne Erbsen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="ziger" resp="#fyndling">Bezeichnet ein Käseimitat, das nicht aus Milch, sondern hier aus abgeseihter Erbsen-'Milch' hergestellt wird. Solche pflanzlichen Käseersatzstoffe waren an Fastentagen verbreitet. Das Dialektwort lebt bis heute fort, etwa im Schweizer 'Schabziger' oder bairisch für Quark- bzw. Molkenkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="pon preyn" resp="#fyndling">Ein Vergleichsgericht (Bohnenbrei bzw. ein grützeartiges Gericht), das nur die gewünschte Konsistenz und Anrichtweise beschreibt - keine tatsächliche Zutat dieses Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="Morser" resp="#fyndling">Gemeint ist ein großer Fleisch-/Küchenmörser aus Stein, nicht der kleine Gewürzmörser. Moderne Entsprechung: Küchenmaschine oder Blender.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-055-orig" n="pestekch" resp="#fyndling">Gelesen als 'bestecken' im Sinn von 'spicken/schmücken' - die Erbsenmasse wird mit Mandelkernen besteckt, ähnlich wie andere Schaugerichte mit Mandelspitzen verziert wurden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-055-orig" n="kraus" resp="#fyndling">Beschreibt die krümelig-gestockte Konsistenz des Erbsen-Zigers, vergleichbar mit anderen 'krausen' Speisen im Korpus, die eine nicht-glatte, stückige Textur meinen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-056-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein reines Schau- und Zierstück für die Tafel: gekochtes, passiertes Eiweiß und Eigelb wird getrennt durch ein gelöchertes Gefäß mit Röhre zu dünnen Fäden gepresst und in der Schüssel kreuzweise zu einem zweifarbigen Muster angeordnet. Es geht nicht ums Sattwerden, sondern um den optischen Effekt am Tisch - technisch der Vorläufer jeder Extrusions-Deko-Technik, wie sie heute noch beim Pressen von hartgekochtem Ei durch ein feines Sieb zu sehen ist, etwa als Garnitur für Eiersalat.

Das Presswerkzeug. Für jede der beiden Massen braucht man ein eigenes Gefäß mit je drei Löchern (tegel) und eine Röhre (reachel), mit der man die Masse durch die Löcher drückt - im Grunde eine frühe Spritztülle. Die CoReMA-Sachglosse bestätigt reachel eigenständig als „pipe“/Rohr, was diese Lesart stützt.

Drücken statt Trocknen. Der Zwillingstext w1-059 liest dieselbe Stelle als „trocknen“ statt „drücken“ - eine dokumentierte bairische Orthographie-Doppeldeutigkeit derselben Schreibung. Küchenlogisch ergibt nur „drücken“ Sinn: Die Fadenlänge entsteht durch das Auspressen durch die Löcher, nicht durch nachträgliches Trocknen.

Ungeklärt. Ob nach dem ersten Fadenpaar tatsächlich fortgefahren oder ein Teilschritt beendet wird (mit dem hor auf), lässt sich aus dem Text von b4-056 allein nicht sicher entscheiden - siehe Lesart-Hinweis. Auch das Verb beim zweiten Durchstreichen der Eigelbmasse (faeeen) ist im Korpus sonst nicht belegt.

Praxis. Die Eier hart kochen, Eiweiß und Eigelb trennen, getrennt fein zerstoßen, mit Semmelmehl (Eiweiß) bzw. etwas Mehl, Safran und Zucker (Eigelb) binden und je durch ein Tuch streichen - das lässt sich vollständig vorbereiten. Für die Vorführung selbst tut es heute ein Spritzbeutel mit mehrlöchriger Tülle oder auch drei einzelne Spritzbeutel je Farbe. Die Massen müssen fest genug sein, um beim Pressen nicht zu reißen, aber noch weich genug, um durchgepresst werden zu können - der Text nennt für Semmelmehl und Mehl nur „ein wenig“, die richtige Konsistenz ist Erfahrungssache und lohnt einen Testlauf vorab.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-056-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Bezeichnet hier kein Gemüse im modernen Sinn, sondern ein Mus, eine breiige oder verarbeitete Speise, hier aus verarbeitetem Ei-Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-056-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Bairisch für Eigelb, nicht mit 'Hälfte' zu verwechseln.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-056-orig" n="vein semel mell" resp="#fyndling">Feines, gemahlenes Weißbrot (Semmel) zum Binden der Eiweißmasse, keine Getreidemehl-Bindung.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-056-orig" n="tegell / tegel" resp="#fyndling">Ein Gefäß mit je drei Löchern, das hier als eine Art Vorform einer Spritztülle oder Nudelpresse dient.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-056-orig" n="reachel" resp="#fyndling">Eine Röhre oder Tülle, mit der die Ei-Masse durch die Löcher des Gefäßes gedrückt wird - ein primitives Extrudier-Werkzeug.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-056-orig" n="wuermel" resp="#fyndling">Wörtlich 'Würmchen': die dünnen, wurmartigen Fäden aus gepresster Eiweiß- bzw. Eigelbmasse, die zu einem Fadenmuster gewebt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-056-orig" n="reachel" resp="#fyndling">Eine Röhre oder Tülle, mit der die passierte Ei-Masse durch die Löcher des Gefäßes gepresst wird, wie eine frühe Spritztülle. Gestützt durch die CoReMA-Sachglosse 'pipe'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-056-orig" n="faeeen" resp="#fyndling">Vermutlich eine verunklarte Schreibung von 'seihen/sihen' (durchseihen, durch ein Tuch streichen), parallel zur vorher genannten Handlung 'durch ein tuch slachen'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-056-orig" n="mit dem hor auf" resp="#fyndling">Als Fortsetzungs-Anweisung gelesen: 'und fahre so fort' - man zieht abwechselnd Fäden von sich weg und zu sich heran, bis das Muster entsteht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-056-orig" n="ain wenig mell" resp="#fyndling">Hier als tatsächliches (Weizen-)Mehl gelesen, da im Unterschied zur vorherigen 'semel mell' (Semmelmehl/Breadcrumbs) das Wort ohne 'semel'-Vorsatz allein steht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-056-orig" n="deen" resp="#fyndling">Text_modern folgt der gängigen Deutung als Verbform zu 'tuon' (tue): 'Tu das Gleiche mit dem Eigelb'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-057-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gebundene Milch-Ei-Speise: süße Milch wird aufgekocht, verquirltes Ei eingerührt, mit Gewürz, durchgeseihtem Safran und Salz versehen, gemeinsam gegart und zuletzt mit reinem Schmalz abgerundet. Kein Gebäck, kein fester Auflauf, sondern eine gestockte, noch löffelbare Masse - näher an der Grundtechnik des heutigen Eierstichs als an einem süßen Dessert, denn im Text kommen weder Zucker noch Honig vor.

Was genau wird durchs Tuch geschlagen? Der Text lässt offen, ob nur die Gewürz-Safran-Mischung vor der Zugabe geseiht wird, oder ob die fertige Milch-Ei-Mischung insgesamt noch einmal durchs Tuch soll. Der wortgleiche Zwilling w1-060 wählt stillschweigend dieselbe knappe Lesart wie hier als Hauptvariante und diskutiert die Alternative ebenfalls nicht - beide Handschriften lassen die Frage offen.

Zur Reihenfolge. Die Milch wird laut Text erst zum vollen Wallen gebracht, danach werden die geschlagenen rohen Eier eingegossen und alles noch einmal gesotten. Ohne Hitzereduktion oder vorgewärmte Eier entstehen dabei nach heutigem Verständnis eher grobe Eiflocken als eine glatte Masse - der Text nennt dazu keine Technik. Das muss kein Fehler sein: Der Name Mus setzt ohnehin eine grobe, keine cremige Konsistenz voraus, und die Ei-Gerinnung ist vermutlich der gewünschte Bindemechanismus.

Praxis. Milch aufkochen, verschlagene Eier einrühren - wer grobe Gerinnung vermeiden will, nimmt den Topf kurz von der Hitze; wer der historischen Reihenfolge wörtlich folgt, gießt die Eier direkt in die kochende Milch. Gewürz und Safran durch ein sauberes Tuch streichen, dazugeben, salzen, gemeinsam sieden lassen. Zuletzt reines Schmalz unterrühren. Ein Topf, ein Feuer, rund 30 Minuten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-057-orig" n="Kachel muess" resp="#fyndling">Der Titel bedeutet 'Mus, gekocht im Tontopf'. Eine Kachel war hier ein irdenes, oft glasiertes Kochgefäß, kein Ofenkachel im heutigen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-057-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Feste Formel im Kochbuch für 'abschmecken und fertigstellen', meist gefolgt von der Zutat, mit der gewürzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-057-orig" n="durch ein tuch slachen" resp="#fyndling">Wörtlich 'durch ein Tuch schlagen', gemeint ist Seihen oder Passieren: die Gewürz-Safran-Mischung wird durch ein Tuch gestrichen, um Fäden und Trübstoffe zu entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-057-orig" n="zumassen" resp="#fyndling">In angemessener Menge, weder zu viel noch zu wenig - eine Mengenformel, keine feste Zahl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-057-orig" n="das sol er durch ein tuch slachen" resp="#fyndling">'er' als unpersönliches Pronomen ('man') gelesen: man soll die Gewürz-Safran-Mischung durch ein Tuch streichen, um Fäden und Trübstoffe zu entfernen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-057-orig" n="das solt du tun In die milich die ayr" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die zuvor durch das Tuch geseihte Gewürz-Safran-Mischung, die nun zur Milch mit den Eiern gegeben wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-058-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit Eiweiß geronnene, im Tuch abgetropfte und kalt geschnittene Milch-Ei-Masse - technisch am nächsten an einfachen Frischkäse-Verfahren wie Paneer oder Queso fresco, nur dass hier Eiprotein statt Lab oder Säure die Gerinnung übernimmt. Eine konkret benannte, durchgängig belegte lebende Nachfahrin im deutschsprachigen Raum ist nicht bekannt; der Vergleich bleibt bewusst auf der Ebene der Gerinnungstechnik.

Trotz des Titels wird nichts gebraten oder gegrillt: gepratten ist hier ein fester Küchenbegriff für das Eindicken und Stocken der Milch durch die Eier. Der Zwilling w1-061 bestätigt diese Lesart mit der fast wortgleichen Formel „so magstu die milch wol gepraten“ in einer unabhängigen Parallelhandschrift; auch ka1-047 belegt „Braten“ als Idiom für das Stocken von Milch in einem verwandten Fall.

Unklar bleibt, ob Eier und Milch in einem einzigen Topf-Vorgang zusammengeführt werden oder ob ein Teil zunächst getrennt erhitzt und dann zugegossen wird - der Text lässt beide Lesarten offen (siehe interpretive_choices). Für die Praxis macht das kaum einen Unterschied, solange ständig gerührt wird.

Praxis. Die durch ein Tuch geschlagenen Eier (das entfernt nebenbei Schalenreste und Hagelschnüre) in die erhitzte Milch einrühren und unter ständigem Rühren zum Wallen bringen: Die Eiproteine gerinnen und binden die Milch zu einer festen Masse, das Rühren verhindert Anbrennen am Topfboden. Sobald sich die Eier sichtbar zusammenballen, alles auf ein sauberes Tuch gießen - das Tuch dient zugleich als Sieb und als Form. Vollständig auskühlen lassen, bevor geschnitten wird, das festigt die Masse endgültig. Der Text nennt keine Milchmenge, nur die fünfzig Eier; das Mengenverhältnis ist Küchenschätzung, keine Textangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-058-orig" n="pratne milich / gepratten" resp="#fyndling">Der Titel bedeutet wörtlich 'gebratene Milch', gemeint ist hier aber ein Eindicken und Stocken der Milch durch die Eier, ähnlich einem frischen Milchkäse, nicht ein Braten in der Pfanne.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-058-orig" n="durch ein tuch" resp="#fyndling">Die aufgeschlagenen Eier werden durch ein Tuch in die Milch geschlagen. Ein Zweck wird im Text nicht genannt; das Durchsieben von Eiern dient in vergleichbaren Rezepten meist dem Zurückhalten von Schalenresten und Hagelschnüren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-058-orig" n="pegreiffen" resp="#fyndling">Wörtlich 'ergreifen' - gemeint ist, dass die Eier die Milch binden und zum Stocken bringen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-058-orig" n="haffen" resp="#fyndling">Bairisches Wort für Topf, das Kochgefäß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-058-orig" n="pratne milich / gepratten" resp="#fyndling">Kulinarischer Fachbegriff für 'eingedickt/gestockt' - die Milch wird durch die Eier fest und schneidbar gemacht, ohne dass ein Bratvorgang im engeren Sinn stattfindet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-058-orig" n="so gews daran vnd ruer die milich vmb In dem haffen" resp="#fyndling">Ein einziger, fortlaufender Vorgang im selben Topf: Die durch das Tuch geschlagenen Eier werden in die bereits kochende Milch gegossen und sofort im Topf verrührt, damit sie binden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-059-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein blutgebundenes Geflügelmus mit Wein, Honig und Gewürzen. Strukturell verwandt mit dem bis heute bekannten Schwarzsauer (Sauerblut) beziehungsweise der polnischen Czernina - ein mit Tierblut abgebundenes Geflügel- oder Wildgericht. Die Verwandtschaft ist strukturell, nicht eins zu eins: das Original hier wird honigsüß-gewürzt statt säuerlich abgeschmeckt.

Zur Lesart "nicht zu süß noch zu sauer". Der direkte Paralleltext w1-062 aus der eng verwandten Wiener Handschrift führt an exakt derselben Stelle unzweideutig "das es nicht zu suess noch zu saur sey" - eine Bestätigung dieser Lesart, die hier gegenüber einer früher erwogenen Lesart "zu schwer" den Vorzug bekommt.

Praxis. Kalbsblut, ersatzweise Hühnerblut von jungen Hühnern, in Wein aufkochen - die Säure des Weins verzögert die Gerinnung des Bluts zu harten Klümpchen und hält das Mus sämig statt körnig. Das bereits gekochte Huhn kleinhacken, mit der halben Semmel (zur guten Bindung am besten zerkrümelt) ins siedende Blut geben und aufwallen lassen. Mit Honig abschmecken, dabei die Balance zwischen zu süß und zu sauer austarieren. Zum Schluss gestoßene Nelken, Ingwer und Zucker darüberstreuen statt einzurühren, das erhält Aroma und die dunkle Farbe des Mus. Mengen und Garzeiten für den Wein-Blut-Sud nennt der Originaltext nicht, hier hilft Augenmaß: so viel Wein, dass das Blut vollständig bedeckt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-059-orig" n="swais / swaizz" resp="#fyndling">Nicht Schweiß im modernen Sinn, sondern Tierblut. In der Jägersprache lebt das Wort bis heute als 'Schweiß' für das Blut des erlegten Wilds weiter.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-059-orig" n="Gemuss" resp="#fyndling">Meint hier eine zubereitete Speise, ein Mus oder Gericht, nicht 'Gemüse' im heutigen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-059-orig" n="erwellt" resp="#fyndling">Aufgewallt, aufgekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-059-orig" n="gib es hin" resp="#fyndling">Formelhafte Schlusswendung dieser Zeit für 'serviere es' bzw. 'gib es aus'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-059-orig" n="zeswar" resp="#fyndling">zu sauer - gestützt durch den direkten Paralleltext w1-062, der an derselben Stelle unzweideutig 'zu saur' schreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-059-orig" n="pespreng" resp="#fyndling">Als 'besprenge' gelesen (bestreuen/bestäuben mit den gestoßenen Gewürzen), b/p-Wechsel ist im Bairischen dieser Zeit üblich.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-060-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines Mus aus zerstoßenem Huhn, gebratenem Kalbfleisch und Mandeln, das in Milch gegart wird, bis es dicklich wird - ungesüßt und ungewürzt bis auf die Salzwarnung. Das Gericht gehört zur spätmittelalterlichen Blancmanger-Familie (frz. blanc-mangier, engl. blommanger), die meist mit Mandelmilch, Reis und Zucker gebunden wird; diese bairische Fassung ersetzt die Mandelmilch durch Kuhmilch, ergänzt Kalbfleisch und bleibt herzhaft statt süß.

Das Crux-Wort „preattigs“. Die Lesart „gebratenes“ folgt dem im Korpus mehrfach belegten b/p-Lautwechsel (vgl. „pracz“ = braten, „gepraten“ = gebraten) und ergibt kulinarisch Sinn: Wie die Henne muss auch das Kalbfleisch bereits durchgegart sein, bevor beides zusammen fein gehackt wird. Das Wort selbst ist ein Einzelbeleg ohne Wörterbuchbestätigung; der nahezu wortgleiche Zwilling w1-063 trägt dieselbe Stelle und erwägt zusätzlich eine Lesart als „Kalbsbrät“ (Farce) - beide Deutungen bleiben unbelegt, das Wort ist ein Hapax dieser einen Wortfamilie.

Praxis. Mandeln, Henne und Kalbfleisch werden jeweils fein zerstoßen beziehungsweise gehackt - für die 500 Gramm Mandeln ist das im Mörser reine Handarbeit und dauert spürbar länger, als die knapp bemessene Zubereitungszeit vermuten lässt; fertig gemahlene Mandeln aus dem Handel sind die realistischere Option für die Lagerküche. Henne und Kalbfleisch sind beim Verarbeiten bereits durchgegart, ein Rohfleisch-Risiko besteht nicht. Alles zusammen kommt in die Milch und wird einmal kräftig aufgekocht; die gestoßenen Mandeln binden die Milch zu einer sämigen Sauce, ganz ohne Mehlschwitze. Der Text nennt weder eine Milchmenge noch eine Garzeit für das Sieden - diese Lücke wird hier bewusst nicht mit erfundener Präzision gefüllt. Ein Topf am offenen Feuer reicht, ein Ofen wird nicht gebraucht; die Milch braucht dabei durchgehende Aufsicht, damit sie nicht anbrennt oder ausflockt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-060-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Bedeutet hier ein feines Mus oder eine Breispeise aus zerstoßenen Zutaten, nicht ein Gemüsegericht im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-060-orig" n="heffen" resp="#fyndling">Bairisch für Topf oder Kochgefäß, nicht zu verwechseln mit Hefe (Backtriebmittel).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#heffen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-060-orig" n="preattigs" resp="#fyndling">Die Bedeutung der Fleischbezeichnung bleibt offen. Eine Lesung als ‚gebraten‘ ist möglich, eine Deutung in Richtung Kalbsbrät ebenfalls; die parallelen W1- und MHA-Fassungen lösen die Stelle nicht auf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-060-orig" n="preattigs" resp="#fyndling">Die Bedeutung der Fleischbezeichnung bleibt offen. Eine Lesung als ‚gebratenes Kalbfleisch‘ ist möglich, aber nicht gesichert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein glattes, gesüßtes Mandelmilch-Mus mit Holunderblüten-Aroma, mit Stärke gebunden - im Kern ein Fasten-Pudding ganz ohne tierische Zutat, das seinen Geschmack allein aus Zucker und den Blüten selbst zieht. Nahezu wortgleich liegt das Rezept auch im Zwilling w1-064 vor; verwandt, aber mit Weißbrot statt Stärke gebunden, sind zwei Fasten-Rezepte des italienischen Kochs Maestro Martino (mar-098, mar-099) - eine der im Korpus am breitesten bezeugten Fastenspeisen dieser Art. Lebende Verwandte sind heutige Holunderblüten-Süßspeisen und milchfreie, stärkegebundene Puddings.

Mandeln zu Mandelmilch. Stoßen und Durchschlagen der Mandeln ist die im Korpus wiederkehrende Standardtechnik, um aus ganzen Mandeln eine milchige Flüssigkeit zu gewinnen - dieselbe Wortfolge erscheint in b4-035 und w1-038 ausdrücklich im Zusammenhang mit der Mandelmilch-Herstellung. Praktisch heißt das: die Mandeln im Mörser fein zerstoßen und die Masse durch ein Tuch pressen, das den festen Trester zurückhält und nur die milchige Flüssigkeit durchlässt.

Was ist ‚vmedumb‘? Ein Wort, das außerhalb dieses Rezepts und seines Zwillings in keinem Wörterbuch belegt ist - ein Hapax. Gedeutet wird es als Stärke, gestützt durch eine Sachglosse der CoReMA-Edition (unabhängig auch beim Zwilling w1-064, dort ‚vmerduz‘) und durch dieselbe Wortfamilie in b4-032, w1-033 und bei Meister Hans (mha-002), der an gleicher Stelle „ob du des nicht hast So nym semlein prot dar zue“ schreibt (wenn du es nicht hast, nimm feines Weißbrot dazu) - genau die aus dem Korpus bekannte Substitutionslogik für teure Weizenstärke. Welche konkrete Stärkequelle hier gemeint war, bleibt trotzdem offen.

Praxis. Die Holunderblüten zunächst allein in Wasser aufkochen. Parallel die Mandeln im Mörser fein stoßen und durch ein Tuch schlagen, um die Mandelmilch zu gewinnen - bei einem vollen Pfund (500 g) ganzen Mandeln von Hand die arbeitsintensivste Teilaufgabe, die allein schon 15 bis 20 Minuten beansprucht; mit fertig gemahlenen Mandeln geht es deutlich schneller. Die Mandelmilch zum Holunderblüten-Sud geben und beides gemeinsam weiterköcheln lassen, dann die Stärke einrühren - am besten vorher mit etwas kalter Flüssigkeit angerührt, damit sie beim Einrühren in die köchelnde Flüssigkeit nicht klumpt. Zum Schluss mit Zucker süßen und nur sparsam salzen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-061-orig" n="holler pluett" resp="#fyndling">Blüten des Schwarzen Holunders, im Frühsommer gesammelt. Sie geben dem Sud ein blumig-süßliches Aroma.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-061-orig" n="vmedumb" resp="#fyndling">Gedeutet als Stärke, gestützt durch eine Sachglosse der CoReMA-Edition und durch dieselbe Wortfamilie in b4-032 (‚vmbedum‘), w1-033 (‚vmerdum‘) und bei Meister Hans mha-002 (‚vmudum‘, dort mit ausdrücklicher Ersatzanweisung: Weißbrot, wenn keine Stärke zur Hand ist). Ein eigener Wörterbucheintrag fehlt trotzdem - das Wort bleibt ein Hapax.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vmedumb"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-061-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Eine im Korpus breit belegte Schlussformel gegen das Übersalzen, die sowohl bei süßen als auch bei herzhaften Speisen erscheint (u.a. bei b4-035, b4-036, b4-037 und b4-041 im selben Codex) - keine Besonderheit dieses einen Gerichts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-061-orig" n="vmedumb" resp="#fyndling">Als Substantiv ‚Stärke‘ gelesen: Die CoReMA-Sachglosse verknüpft das Wort unmodifiziert - also mit hoher Zuversicht - mit dem Wikidata-Eintrag für Stärke, und zwar unabhängig sowohl hier als auch im nahezu wortgleichen Zwilling w1-064 (‚vmerduz‘). Dieselbe Wortfamilie taucht als ‚vmbedum‘ in b4-032 und dessen Zwilling w1-033 (‚vmerdum‘) sowie als ‚vmudum‘ bei Meister Hans (mha-002) auf, der im Original selbst eine Ersatzanweisung gibt („ob du des nicht hast So nym semlein prot dar zue“ - wenn du es nicht hast, nimm feines Weißbrot) - genau die aus dem Korpus bekannte Substitutionslogik für teure Weizenstärke. Der Satzbau von „vmedumb tuee darczu“ entspricht zudem exakt der wenig später folgenden Wendung „zukcher tue daran“ (Substantiv + tue darczu/daran = Zutat hinzufügen), was die Substantiv-Lesart grammatisch stützt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vmedumb"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gesüßter Reis-Mandel-Milch-Brei, der zu einem Käselaib geformt und mit Mandelkernen besteckt wird - der Vorfahr des heutigen Milchreis beziehungsweise Reispuddings, hier aber absichtlich im Gewand eines Käses aufgetischt, nicht als erkennbare Süßspeise. Engster Verwandter ist w1-065, ein nahezu wortgleicher Zwilling mit identischem Aufbau und derselben Käseform. Der Trick, ein süßes Mus als Käselaib zu tarnen, kehrt im Corpus mehrfach wieder, etwa bei mon-226 (Reis-Käse-Imitat mit Nussmilch) und m5919-042 (Mandelkäse) - CoReMA glossiert die vergleichbare Stelle in mon-226 sogar ausdrücklich als „cheese analogue" (Wikidata Q1568226).

Abschöpfen oder glattrühren? Das Verb flözen (hier flozz, im Zwillingstext floez) taucht im gesamten Corpus nur in diesen zwei fast wortgleichen Rezepten auf. Seine Grundbedeutung ist „fließen, schwimmen machen" - dieselbe Wurzel wie im heutigen Wort „Floß". Im Kochkontext lesen wir das als „mit dem Löffel abschöpfen": Der Zwillingstext liest dasselbe Wort an gleicher Stelle ebenso, und nur so ergibt die folgende Anweisung Sinn - der Reis kommt danach zum Abtropfen auf ein Tuch, was nur nötig ist, wenn er zuvor aus dem Kochwasser genommen wurde. Denkbar wäre auch „glattrühren", dieselbe Wurzel trägt auch diese Lesart, doch dann müsste die Masse später in der Schüssel kaum noch einmal geglättet werden.

Warum verlangt der Zwilling die doppelte Reismenge? w1-065 nennt für den Hauptreis zwei Pfund statt eines und schiebt zwischen Tuch und Zucker eine zusätzliche Anweisung ein: „nimm die Hälfte davon und reibe sie gründlich". Dieses Rezept hier kennt den Schritt nicht - das Transkript springt direkt vom Tuch zum Zucker. Dreimal das Wort „tue" kurz hintereinander im Zwillingstext ist ein typisches Muster für einen Augensprung (Homoioteleuton) beim Abschreiben; ob hier etwas ausgelassen oder bewusst gekürzt wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Am Ende landet in beiden Fassungen ungefähr dieselbe Reismenge im Mus, nur bleibt der Reis hier ohne den Reib-Schritt vermutlich etwas körniger.

Praxis. Mandeln und den kleineren Teil Reis (ein Viertelpfund) in Wasser vollständig abkochen, dann sorgfältig verlesen - das löst die Mandelhäutchen und entfernt Spelzen oder Steinchen. Milch dazugießen. Was aus dieser ersten Milch-Mandel-Reis-Mischung wird, sagt der Text nicht ausdrücklich; sie könnte am Ende die süße Milch sein, die über das fertige Mus kommt - wer sichergehen will, hält einfach etwas zusätzliche gesüßte Milch bereit. Den Hauptreis (ein Pfund) gründlich waschen, in Wasser gar, aber nicht zerkocht sieden, mit dem Löffel abschöpfen und auf ein weißes Tuch legen. Zucker und etwas Salz einrühren, in eine Schüssel schlagen und glattstreichen, bis eine käseähnliche Form entsteht - ohne Gerinnungsmittel oder Beschwerung bleibt das eher ein formbarer, weicher Hügel als ein schnittfester Laib. Süße Milch darüber gießen, mit Mandelkernen bestecken und servieren. Ohne Ofen und mit nur Topf, Löffel, Tuch und Schüssel in etwa 75 Minuten fertig - frische Milch ist der einzige Einkauf am Markttag.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-062-orig" n="gemuss" resp="#fyndling">Bezeichnet ein Mus- oder Pree-Gericht, keine bestimmte Zutat - der Titel 'Ein ander gemuss' meint 'Ein weiteres Mus-Gericht'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-062-orig" n="vierdung" resp="#fyndling">Historisches Gewichtsmaß, ein Viertel eines Pfundes, also etwa 125 g.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-062-orig" n="klaub Inschon" resp="#fyndling">'Sauber verlesen/klauben' - die gekochten Mandeln und der Reis werden sorgfältig durchgesehen und gereinigt, etwa von Schalenresten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-062-orig" n="flozz" resp="#fyndling">„Abschöpfen" - der gekochte Reis wird mit dem Löffel aus dem Siedewasser genommen. Der Zwillingstext w1-065 verwendet an gleicher Stelle dasselbe Wort (floez); im übrigen Corpus kommt der Begriff nicht vor.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-062-orig" n="pestekch" resp="#fyndling">'Bestecken' - Mandelkerne werden wie Spicknadeln in die Oberfläche der Masse gesteckt, eine dekorative Garnierung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-062-orig" n="keas geleich" resp="#fyndling">'Wie ein Käse' - die Reismasse wird nicht zu echtem Käse, sondern nur in eine käselaibartige Form gebracht, ein reiner Formvergleich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-062-orig" n="milich (erste Nennung)" resp="#fyndling">Wir lesen die erste 'milich' als zugegebene Milch, die über die vorbereiteten Mandeln und den Reis gegossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-062-orig" n="ein vierdung reyzz / ein phunnt Reyss" resp="#fyndling">Wir lesen zwei getrennte Reismengen: ein Viertelpfund Reis für die Milch-Zubereitung im ersten Schritt, und separat ein ganzes Pfund Reis für das eigentliche Mus im zweiten Schritt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-062-orig" n="flozz" resp="#fyndling">Wir lesen 'flözen' als 'abschöpfen' - der gekochte Reis wird mit dem Löffel aus dem Siedewasser genommen, bevor er auf das Tuch kommt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Hausenblase gestocktes, gesüßtes Mohnmilch-Dessert, das in einer schmalen, hohen Schüssel geformt, gestürzt und mit Nusskernen besteckt wird - ein Fastenimitat von Käse, kein Gebäck. Technisch folgt es derselben Grundidee wie eine heutige gelierte Milch(ersatz)-Süßspeise nach dem Panna-cotta-Prinzip: pflanzliche "Milch" plus Geliermittel ergibt eine feste, sturzfähige Masse - nur mit Mohnmilch statt Sahne und Hausenblase statt Blattgelatine.

Was heißt "da slach es mit durch"? Nachdem sich die Hausenblase im Wasser aufgelöst hat, verlangt der Text "da slach es mit durch" - primär als "schlage/rühre es gut durch" gelesen, ein gründliches Verrühren der geschmolzenen Masse. Der textlich fast identische W1-Zwilling (w1-066) liest dieselbe Stelle ("durich geslagen") dagegen ausdrücklich als Passieren durch ein Tuch, um die Hausenblasen-Lösung von Verunreinigungen zu klären, und führt das als eigenen Auslegungspunkt. Beide Lesarten passen zur Stelle; wer mag, seiht die aufgelöste Hausenblase probeweise durch ein feines Tuch, bevor sie mit der Mohnmilch vermischt wird.

Praxis. Mohn zu einer Milch verarbeiten, die etwa so dick ist wie Mandelmilch - Menge und genaues Verfahren nennt das Original nicht, Einweichen und feines Vermahlen/Passieren ist die naheliegende moderne Umsetzung. Ein Lot (ca. 15 g) Hausenblase in Wasser aufkochen, bis sie sich löst, dann durchschlagen bzw. -seihen (siehe oben). Mit der Mohnmilch verrühren, süßen, nicht salzen. In eine enge, hohe Schüssel füllen und vollständig auskühlen lassen, bis die Masse fest ist. Stürzen, mit Nusskernen bestecken, nach Belieben vierteln und mit süßer Mandel- oder Nussmilch anrichten. Weil die Hausenblase-Gallerte erst im vollständig Kalten fest wird und bei Wärme wieder zerläuft, gehört dieses Dessert zuhause vorbereitet und gekühlt zum Markt mitgebracht, nicht an die Feuerküche.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-063-orig" n="keas von magen" resp="#fyndling">Wörtlich 'Käse aus Mohn' - eine Fastenspeise, die Konsistenz und Form von Käse imitiert, aber ohne Milchprodukt zubereitet wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-063-orig" n="hawsen plater" resp="#fyndling">Hausenblase, der getrocknete Schwimmblasenleim vom Stör. Wurde in Wasser aufgelöst als Geliermittel verwendet, ähnlich wie heute Gelatine.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plater"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-063-orig" n="lott" resp="#fyndling">Ein Lot war ein historisches Gewichtsmaß, süddeutsch/bairisch etwa 15 g.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-063-orig" n="keas napph" resp="#fyndling">Ein 'Käsenapf' war ein schmales, hohes Gefäß, in dem frischer Käse zum Abtropfen und Formen gesetzt wurde - hier als Größenvergleich für die passende Schüssel genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-063-orig" n="da slach es mit durch / durch geslagen" resp="#fyndling">Als 'schlage/rühre es gut durch' gelesen: die Anweisung, die geschmolzene, aufgelöste Hausenblase gründlich zu verrühren, sobald sie zergangen ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-064-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die Quelle nennt das Ergebnis Hanfkäse. Die nahezu wortgleiche Wiener Parallelfassung W1-067 verbindet ebenfalls rohen Hanf, Mandeln, gesottenes Wasser und Hausenblase.

Roher Hanf. Die Lesung „der Rach sey“ entspricht W1 „der roch sey“ und meint rohen, unverarbeiteten Hanf.

Die offene Ausführung. Der Text fordert, den Hanf zwei- oder dreimal mit gesottenem Wasser durchzuschlagen, nennt aber weder ein Tuch oder Sieb noch einen genauen Herstellungsweg für die süße Milch. Auch die Hausenblase wird nur als Zutat angeführt. Aus diesen Angaben lässt sich kein belegter Schritt zum Festwerden ableiten.

Praxis. Für eine quellennahe Annäherung den rohen Hanf zerstoßen und wiederholt mit gesottenem Wasser bearbeiten. Wie Milch und Hausenblase modern zusammengeführt werden, ist eine eigene Versuchsentscheidung, nicht eine überlieferte Anweisung. Zum Schluss darf das Gericht frei garniert werden; Salz soll nicht hinzugefügt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-064-orig" n="keas" resp="#fyndling">Käse - hier kein Milchkäse, sondern ein Fasten-Käseersatz aus Hanf- und Mandelmilch, gebunden mit Hausenblase.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-064-orig" n="haniff" resp="#fyndling">Hanf, hier die Samen, die wie Mandeln zu einer milchigen Flüssigkeit verarbeitet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-064-orig" n="hausen platter" resp="#fyndling">Hausenblase, ein Geliermittel aus der Schwimmblase des Hausen (Stör). Diente im Mittelalter zum Binden von Käseimitaten und Sülzen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-064-orig" n="lott" resp="#fyndling">Lot, ein historisches Gewichtsmaß von etwa 15 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-064-orig" n="suessen milich" resp="#fyndling">Süße Milch - gemeint ist hier keine Kuhmilch, sondern die milchige Flüssigkeit aus Hanf und Mandeln.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-064-orig" n="pestekch" resp="#fyndling">‚Pestekch‘ ist die bairische Schreibform zu ‚bestekch‘: Das fertige Gericht darf frei garniert oder verziert werden. Womit dies geschehen soll, bleibt offen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-065-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein gesüßter ‚Käse von Nüssen‘: Geschälte, klein gestoßene Nüsse werden mit dem gesottenen Wasser der Hausenblase durchgeschlagen. Die Milch wird gesüßt, nicht weiter gesotten, in einen Käsenapf gegeben und soll erkalten. Die Wiener Parallelhandschrift w1-068 ist nahezu wortgleich; Meister Hans 200 und die Mohn-Variante w1-066 zeigen verwandte Käseformen mit Hausenblase.

Was bleibt offen?

Das Durchschlagen nennt weder Werkzeug noch genaue Mechanik. Es kann ein kräftiges Durcharbeiten oder ein Passieren meinen. Ein Tuch, Sieb oder ein bestimmter Zweck steht nicht in der Quelle und darf nicht als historische Zubereitungsanweisung ergänzt werden. Auch die zweite dünne, gesüßte Milch bleibt in ihrer Zutat offen; eine zweite Nussmilch ist möglich, aber nicht ausdrücklich genannt.

Menge und Form.

‚Ein Lot‘ Hausenblase ist eine historische Gewichtseinheit; als heutige Orientierung lässt sich nur ungefähr 15 bis 17,5 g angeben. Mengen für Nüsse, Wasser und Zucker, die Größe des Käsenapfs sowie die Dauer des Erkaltens fehlen.

Praxis.

Als gesicherte Reihenfolge bleiben: Nüsse schälen und stoßen, Hausenblase sieden, deren gesottenes Wasser mit den Nüssen durchschlagen, die Milch süßen, nicht weiter sieden, in einen Käsenapf füllen und erkalten lassen. Für einen Nachkochversuch müssen Durchschlagverfahren, zweite Milch und fehlende Mengen offen dokumentiert und separat erprobt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-065-orig" n="keas" resp="#fyndling">Ein ‚Käse von Nüssen‘: Die Quelle beschreibt eine aus Nüssen und dem gesottenen Wasser der Hausenblase bereitete Milch, die im Käsenapf erkaltet. Einen Anlass oder eine Speiseregel nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-065-orig" n="hausen platter" resp="#fyndling">Hausenblase, die getrocknete Schwimmblase des Hausen (Stör), diente als Geliermittel. Heute stammt Isinglass fast immer aus industrieller Fischverarbeitung, nicht aus Wildfang.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-065-orig" n="lott" resp="#fyndling">Historisches Gewichtsmaß. Für den süddeutsch-österreichischen Raum lässt sich nur eine heutige Annäherung von ungefähr 15 bis 17,5 Gramm angeben.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-065-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Die Warnung, nicht zu versalzen, wirkt bei einem süßen Gericht seltsam. Vermutlich stammt die Formel aus der allgemeinen Käse-Schlussformel, die für mehrere Käsevarianten gleichzeitig galt, darunter auch salzige.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-065-orig" n="Nuss" resp="#fyndling">Als Walnüsse gelesen, da 'Nuss' ohne Zusatz im Mittelhochdeutschen meist die Walnuss meint, während Mandeln eigens als 'Mandel' benannt würden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-065-orig" n="dunne susse milich" resp="#fyndling">Eine zweite dünne, gesüßte Milch zum Käse; ihre Zutat nennt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-066-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine Nussmilch-Brotsuppe: gemahlene Nüsse (oder ersatzweise Mohn) werden mit Wasser zu einer pflanzlichen "Milch" verarbeitet, kurz aufgekocht und mit eingeschnittenem Brot angedickt - nach demselben Prinzip wie Mandelmilch. Die bis heute in Teilen Bayerns und Österreichs gepflegte Mandelmilchsuppe ist im Grunde die lebende Verwandte dieser Nuss-Variante, mit derselben Grundtechnik.

Praxis.

Nüsse fein stoßen oder mahlen, mit Wasser verrühren und durch ein Tuch seihen, um eine trinkbare Nussmilch statt einer Nusspaste zu bekommen - der Text benennt nur das fertige "milich", nicht diesen Zwischenschritt, setzt ihn aber technisch voraus, genau wie bei der Mandelmilch. Die Milch kurz aufsieden lassen, dann nach Belieben Brot einschneiden, um der dünnen Nussmilch Körper zu geben. Dieselbe Zubereitung gelingt mit Mohn statt Nüssen ebenso gut.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-066-orig" n="magen" resp="#fyndling">Hier nicht das Körperorgan Magen, sondern Mohn (Schlafmohn). Mohnmilch war neben Mandelmilch eine gängige Grundlage der spätmittelalterlichen Küche, besonders für Fastenspeisen. Die Lesung ist doppelt bestätigt: durch eine CoReMA-Sachglosse (Mohn, Papaver somniferum) zu diesem Rezept und zum Nachbarrezept 'Von ainem Magen keas', sowie durch die Parallelstelle in der Schwesterhandschrift W1 (w1-069), die an derselben Stelle eindeutig 'mahn' schreibt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-066-orig" n="Mandel milich" resp="#fyndling">Mandelmilch dient hier nur als Vergleichsmaßstab für die Zubereitungsweise, sie ist keine Zutat dieses Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-066-orig" n="milich" resp="#fyndling">Gemeint ist eine aus zerstoßenen Nüssen und Wasser gewonnene Nussmilch, nicht Tiermilch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-066-orig" n="Nussen" resp="#fyndling">Nüsse allgemein, ohne festgelegte Sorte im Originaltext.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-067-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein Bohnenmus: Die Bohnen werden gereinigt, in einem Topf ‚trocken‘ gesotten, vor dem Anrichten in einem Schaff zerrieben und mit einer süßen Milch serviert. W1-070 bewahrt denselben Ablauf fast wortgleich.

Die Kaltguss-Reinigung.

‚Kallttgussen‘ ist dieselbe Wurzel wie das ‚Kaltguss‘ der Parallelrezepte b4-071/w1-074 (mnd. kōltgȫte) - eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Bohnen vor dem Kochen gewaschen wurden, eine historisch belegte Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte. Für die heutige Praxis lässt sich dieser Schritt problemlos durch gründliches Waschen der Bohnen in kaltem Wasser ersetzen.

Was sagt die Quelle zur Milch?

‚Welcherlei du gehaben magst‘ lässt die Milch nach Verfügbarkeit offen; nur süß soll sie sein. Der Text nennt weder Mandelmilch noch Kuhmilch und auch kein Mittel zum Süßen. Mengen, Garzeit, Einweichzeit und die genaue Konsistenz des Muses fehlen ebenfalls. Eine moderne Kochentscheidung für diese offenen Punkte ist möglich, muss aber als solche kenntlich bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-067-orig" n="preynn" resp="#fyndling">Brei bzw. Mus, hier aus Bohnen gestampft. CoReMA vergleicht das Gericht mit dem slowenischen 'Žganci', einem festen Getreidebrei.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-067-orig" n="kallttgussen" resp="#fyndling">Dieselbe Wurzel wie ‚Kaltguss‘ (mnd. kōltgȫte, Lauge/Aufguss von Asche) - eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Bohnen vor dem Kochen gewaschen wurden, eine historisch belegte Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte (Mittelniederdeutsches Wörterbuch; siehe auch b4-071/w1-074 und die Wiener Parallelhandschrift w1-070).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-067-orig" n="scheaffel" resp="#fyndling">Ein sauberes Schaff, also ein hölzernes Gefäß oder ein flacher Trog, in dem die gegarten Bohnen zerrieben wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-067-orig" n="schon" resp="#fyndling">Hier im Sinn von 'sauber, gründlich' gemeint, nicht als ästhetisches 'schön'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-067-orig" n="kallttgussen" resp="#fyndling">Dieselbe Wurzel wie ‚Kaltguss‘ (mnd. kōltgȫte) - eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Bohnen vor dem Kochen gewaschen wurden, eine historisch belegte Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte (Mittelniederdeutsches Wörterbuch; siehe auch b4-071/w1-074, w1-070).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-068-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes, dickgekochtes Bohnenmus: bereits zerstoßene Ackerbohnen werden mit Erbsenbrühe aufgegossen, mit Öl verfeinert und zu einer sämigen Masse verkocht - ausdrücklich als Resteverwertung eines schon vorhandenen Bohnenpürees gedacht, nicht als Rezept von Grund auf. Ein Verwandter der bis heute verbreiteten dicken Hülsenfrucht-Pürees, etwa des griechischen Fava (Gelbe-Erbsen-Püree) oder des levantinisch-ägyptischen Ful/Bissara (Fava-Bohnen-Mus), beide ebenfalls schlicht mit Öl angemacht - die Verwandtschaft liegt in der Grundidee, nicht in einer direkten Überlieferungslinie.

Die Formulierung "Ain pon". Im Text steht zwischen den bereits zerstoßenen Bohnen und der Anweisung, Erbsenbrühe zu nehmen, das kurze "Ain pon". Der nahezu wortgleiche Zwilling w1-071 hat an genau dieser Stelle keine Entsprechung - dort geht der Satz direkt von den zerstoßenen Bohnen zur Erbsenbrühe über. Das spricht für eine versehentliche Wortwiederholung (Dittographie) statt für einen eigenen Sinnabschnitt; "Ain pon" bleibt deshalb hier unübersetzt.

Praxis. Bereits gekochte und grob zerstoßene Ackerbohnen (ersatzweise gekochte, zerdrückte Fava-Bohnen) mit Erbsenbrühe - dem Kochwasser von Erbsen oder ersatzweise heller Gemüsebrühe - verrühren, bis eine gießfähige Masse entsteht. Öl unterrühren und bei mittlerer Hitze offen köcheln lassen, bis die Masse dick ist - das Original nennt nur das Ergebnis ("dikch"), nicht die Methode; da kein anderes Bindemittel im Text vorkommt, ist Einkochen durch Verdunsten die naheliegende Praxis-Lösung, aber eine Interpretation über den Wortlaut hinaus. Heiß servieren und vorsichtig salzen, da die Erbsenbrühe meist schon gesalzen ist. Mengenverhältnis von Bohnen zu Brühe und genaue Kochzeit nennt das Original nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-068-orig" n="Muess" resp="#fyndling">Mus, ein dickgekochtes Püree - hier aus Bohnen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-068-orig" n="pon" resp="#fyndling">Bohnen, hier Ackerbohnen (Vicia faba).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-068-orig" n="geriben" resp="#fyndling">Zerstoßen oder passiert - die Bohnen wurden bereits zu einer breiigen Masse verarbeitet, bevor dieses Rezept beginnt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-068-orig" n="arbais prue" resp="#fyndling">Erbsenbrühe, das Kochwasser von Erbsen, hier als Grundlage für das Bohnenmus verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-068-orig" n="oll" resp="#fyndling">Öl, vermutlich Pflanzenöl - macht das Gericht ohne tierisches Fett zubereitbar.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-068-orig" n="versalcz es nichtt" resp="#fyndling">Wörtlich 'versalze es nicht' - eine Warnung vor zu kräftigem Salzen, da die Erbsenbrühe wohl schon Salz enthielt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-068-orig" n="Ain pon" resp="#fyndling">Vermutlich eine versehentliche Wortwiederholung (Dittographie) ohne eigenen Inhalt - der Satz geht dann direkt von den zerstoßenen Bohnen zur Erbsenbrühe über.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-068-orig" n="geriben" resp="#fyndling">Gelesen als 'zerstoßen/zerdrückt' - die Bohnen wurden bereits zu einer groben Masse verarbeitet, bevor das eigentliche Rezept beginnt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein festes, gestürztes Erbsenmus, das nach dem Fest-werden mittig ausgehöhlt und mit Senf gefüllt wird - im Grundprinzip nah an der englischen Pease Pudding (fester, gestürzter Erbsenbrei, traditionell mit Senf gereicht) und an der bis heute geläufigen Kombination aus Erbspüree und Senf zu deftigen Fleischgerichten. Die Tafel-Idee, das Mus aufzuschichten, kreuzweise einzuschneiden und Senf in die entstandene Mulde zu gießen, ist als Anrichteform heute nicht mehr gebräuchlich, hat aber ein strukturelles Echo in modernen „Dip-in-der-Mulde"-Präsentationen wie Hummus mit Ölvertiefung.

Das Garen der Erbsen fehlt im Text. Die Anweisung springt direkt von „Nimm Erbsen und reib sie schon" zum fertigen Mus, ohne Kochen, Wasser oder eine Zeitangabe zu nennen. Technisch ist das Garen trotzdem zwingend: rohe, harte Trockenerbsen ließen sich weder zu einem reibfähigen Mus verarbeiten, noch würden sie beim Erkalten fest, wie es der folgende Schritt (Einschneiden, Formstabilität) voraussetzt. Denkbar wäre auch, bereits weiche, frische grüne Erbsen ohne separates Kochen zu verwenden - der Text selbst lässt beides offen.

Bindung ohne Zusatzmittel. Das Erkalten-Lassen nutzt die beim Reiben freigesetzte Erbsenstärke, die sich beim Abkühlen verdickt - ein Zusatzbindemittel wie eine Mehlschwitze braucht es dafür nicht. Das kreuzweise Einschneiden und Aushöhlen ist reine Formgebungstechnik für die Präsentation, keine Gartechnik; der scharfe Senf in der Mulde setzt einen bewussten Geschmackskontrast zum milden Erbsenmus.

Praxis. Getrocknete Erbsen (oder halbierte gelbe Speiseerbsen) in Wasser weich kochen, danach durch ein Sieb streichen oder im Mörser fein zerreiben, bis ein glattes Mus entsteht. Das Mus auf eine Schüssel gießen und vollständig auskühlen und fest werden lassen. Dann zweimal kreuzweise mittig einschneiden, das Innere vorsichtig herausnehmen und die entstandene Mulde mit scharfem Senf füllen. Warm oder kalt servierbar.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-069-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier 'gründlich/sauber', nicht 'schön' im ästhetischen Sinn - die Erbsen sollen fein und ordentlich zerrieben werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-069-orig" n="seniff" resp="#fyndling">Senf, hier als fertige Paste oder angerührte Mischung zu verstehen, die man in die ausgehöhlte Mulde gießt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-069-orig" n="zwir" resp="#fyndling">Zweimal - die beiden Schnitte kreuzen sich in der Mitte und erzeugen so die Öffnung für die Senffüllung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-069-orig" n="gestanden" resp="#fyndling">Fest geworden - das Mus muss erst abkühlen und sich setzen, bevor man es einschneiden kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-069-orig" n="seniff" resp="#fyndling">Fertig angerührte Senfpaste, die in die ausgehöhlte Mulde gegossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-069-orig" n="reib die schon" resp="#fyndling">Die Erbsen gründlich/sauber fein zerreiben, um ein glattes Mus zu erhalten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-069-orig" n="Garen der Erbsen" resp="#fyndling">Getrocknete Erbsen werden vor dem Reiben in Wasser weich gekocht; erst danach lassen sie sich zu Mus zerreiben und werden beim Erkalten fest.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-070-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichter Erbsen-Reis-Brei: getrocknete Erbsen weich gekocht, bis sie von selbst zu Mus zerfallen, dazu separat gegarter, gut aufgequollener Reis, der mittig in das Mus gelegt und sofort aufgetragen wird. Die nächste lebende Verwandtschaft ist das heutige Erbspüree/Erbsenbrei als Beilage. Die Kombination Hülsenfrucht-Mus mit separat gegartem Getreide ähnelt im Bautyp einer sehr verbreiteten Gerichtsklasse - das ist eine typologische Ähnlichkeit, keine Abstammungsbehauptung.

Die Gieß-Stelle. Der Text sagt "gews dar In das sy nicht zu dunn werden" - wörtlich "gieß hinein, damit sie nicht zu dünn werden". Naheliegend klingt zunächst, hier werde überschüssiges Kochwasser abgegossen. Sprachlich trägt das aber nicht: giezen heißt "gießen/eingießen", nicht "abgießen" (dafür bräuchte es die Vorsilbe ab-), und "dar In" zeigt nach innen, nicht nach außen. Zwei Schwesterhandschriften lösen dieselbe Stelle übereinstimmend als Hinzufügen: die eine nennt Kochflüssigkeit oder Brühe als eigene Zutat, die andere gibt die fein zerriebene Erbsenmasse in den Sud zurück. In der Praxis heißt das: nach dem Weichkochen kontrolliert etwas von der Kochflüssigkeit zurückgeben, in Maßen, damit das Mus die richtige Konsistenz behält.

Der Reis. Der Text nennt keinen eigenen Garschritt für den Reis, nur dass er "wol geswellt" (gut aufgequollen) sein soll, bevor er in die fertige, heiße Erbsenmasse gelegt und sofort serviert wird. Das lässt offen, ob damit vollständiges Durchgaren gemeint ist oder nur ein Aufquellen. Da danach kein weiterer Garschritt folgt, ist für die Praxis vollständiges Weichkochen die sicherere Wahl.

Praxis. Erbsen in reichlich Wasser weich kochen, bis sie von selbst zu Mus zerfallen (kein Passieren oder Reiben nötig) - am offenen Feuer etwa 30 Minuten. Danach etwas von der Kochflüssigkeit kontrolliert zurückgeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, ohne dass das Mus zu dünn wird. Reis separat vollständig weich garkochen. Reis mittig in die heiße Erbsenmasse legen und sofort auftragen. Kein Mehl, kein Ei zum Binden nötig - die Erbsen binden sich durch das Zerfallen selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-070-orig" n="Arbais" resp="#fyndling">Bairisch-österreichisch für Erbse (Arbeis/Erbeis), gestützt durch die CoReMA-Sachglosse zu diesem Rezept (Wikidata: garden pea). Nicht mit der Ackerbohne zu verwechseln.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-070-orig" n="Reyzz" resp="#fyndling">Reis, ebenfalls durch die CoReMA-Sachglosse dieses Rezepts bestätigt (Wikidata: rice).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-070-orig" n="gews" resp="#fyndling">Von mhd. giezen (gießen). Hier im Sinn von 'hineingießen' - vermutlich etwas Kochflüssigkeit oder Brühe kontrolliert dazugeben, damit das Mus nicht zu dünn wird. Siehe interpretive_choices für die Alternative (Abgießen des Kochwassers).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-070-orig" n="gews dar In" resp="#fyndling">Etwas Kochflüssigkeit oder Brühe kontrolliert dazugießen, damit das Erbsenmus nicht zu dünn/wässrig wird - giezen bedeutet lexikalisch 'gießen/eingießen', nicht 'abgießen' (dafür bräuchte es die Vorsilbe ab-), und 'dar In' zeigt richtungsmäßig nach innen. Zwei Schwesterhandschriften desselben Grundtexts lösen dieselbe Stelle übereinstimmend als Hinzufügen: die eine nennt Kochflüssigkeit oder Brühe als eigene Zutat, die andere gibt die fein zerriebene Erbsenmasse in den Sud zurück.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-070-orig" n="wol geswellt (Reis)" resp="#fyndling">Reis, der gut aufgequollen ist - für die Praxis als vollständig weich gegart zu verstehen, da im Text danach kein weiterer Garschritt mehr folgt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-071-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Erbsenmus mit angebratenen Schweinefleischstreifen und trocken gekochter Gerste bzw. Graupen, alle drei Komponenten getrennt gegart und getrennt angerichtet, dann gemeinsam serviert. Die nächste lebende Verwandtschaft ist die bis heute in Böhmen/Tschechien verbreitete hrachová kaše (Erbsenmus, traditionell mit Speck serviert) sowie das norddeutsche Erbspüree mit Kasseler oder Speck - beide setzen dieselbe Grundidee aus Hülsenfrucht-Mus und Schweinefleisch fort.

Das Schweinefleisch muss vorgegart sein. Die Stelle, an der das im Original steht, ist in dieser Handschrift verkürzt überliefert. Der eng verwandte Paralleltext zu diesem Rezept hat an genau derselben Stelle den vollständigen Satz erhalten: das Schweinefleisch muss zu diesem Zeitpunkt bereits gekocht/gesotten sein. Das Anbraten in der Pfanne ist demnach nur noch ein Bräunungs-Finish für bereits gegartes Fleisch, kein Garvorgang aus dem Rohen.

Kaltguss. Die getrockneten Erbsen werden vor dem Kochen mit einer kalten Aschenlauge gewaschen - eine historische Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte, um Schmutz und Spelzenreste zu entfernen.

Praxis. Erbsen über Nacht einweichen, dann in Wasser weichkochen und so lange einkochen, bis die Masse dick wird. Mit einem Holzlöffel im Topf verrühren, bis sie durch das aufgebrochene Erbsenfleisch merklich heller wird - im Grunde ein grobes Pürieren ohne Sieb. Mit Schweinebrühe auf die gewünschte Konsistenz verdünnen und erst kurz vor dem Anrichten salzen. Das Schweinefleisch zuerst gar kochen (z. B. sieden), danach in Streifen schneiden und in der Pfanne nur noch braun anbraten - so ist es sicher durchgegart, statt sich auf den Bräunungsgrad als Garindikator zu verlassen. Parallel dazu Graupen oder ersatzweise Gerste ungesalzen trocken garen. Zum Anrichten Gerste trocken auf eine Schüssel geben, Fleisch obenauf legen; das Erbsenmus separat und nicht zu dick auf einer zweiten Schüssel anrichten. Beides gemeinsam auf den Tisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-071-orig" n="pehaym=" resp="#fyndling">Rest von 'pehaymisch/behamysch' (böhmisch) - die Handschrift bricht das Wort am Zeilenende ab. Eine eng verwandte Rezeptsammlung erhält an derselben Stelle den vollen Titel 'Ein behamysch arbaiss' und bestätigt diese Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-071-orig" n="Kaltguss" resp="#fyndling">Eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Erbsen vor dem Kochen gewaschen wurden - eine historische Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kaltguss"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-071-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">Bedeutet 'trocken/dickflüssig gekocht', nicht wässrig - sowohl bei den Erbsen als auch bei der Gerste.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-071-orig" n="gruppen" resp="#fyndling">Grütze bzw. Graupen, hier vermutlich Gerstengraupen. Falls keine vorhanden sind, nennt der Text selbst Gerste als Ersatz.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gruppen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-071-orig" n="an richten" resp="#fyndling">Anrichten, also servierfertig auf der Schüssel anordnen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-071-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Gekocht/gesotten - an der Stelle vor dem Anbraten bezieht sich das auf das Schweinefleisch, das zu diesem Zeitpunkt bereits gegart sein muss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-071-orig" n="pehaym=" resp="#fyndling">Fragment von 'pehaymisch' (böhmisch), als regionale Bezeichnung des Gerichts im abgebrochenen Titel - bestätigt durch eine eng verwandte Rezeptsammlung, die an derselben Stelle den vollen Titel 'Ein behamysch arbaiss' erhält.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-071-orig" n="vnd ischen arbais muss erklaub" resp="#fyndling">Verstanden als 'und diese Erbsen müssen verlesen/ausgeklaubt sein' - 'ischen' als Verlesung von 'dieselben' oder 'diese', 'erklaub' im Sinne von 'ausgeklaubt/gesäubert' (vgl. Glossareintrag 'erclawpt').<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#erklaub"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-071-orig" n="weiss" resp="#fyndling">Übersetzt als 'hell/blass werden' - die Erbsen werden beim Rühren mit dem Holzlöffel im Topf heller/blasser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-071-orig" n="preawn" resp="#fyndling">Gelesen als 'bräunen/anbraten', analog zum bairischen b/p-Wechsel wie bei 'pracz' = 'braten'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#preawn"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-071-orig" n="gesotten sein sweinein fleisch (Garzustand des Schweinefleischs vor dem Anbraten)" resp="#fyndling">Das Schweinefleisch muss zu diesem Zeitpunkt bereits gekocht/gesotten sein - gestützt durch eine eng verwandte Rezeptsammlung, die an derselben Stelle vollständig 'nu mues du haben ein gutz gesoten sweinen vleisch' überliefert. Das Anbraten in der Pfanne ist dann nur noch ein Bräunungs-Finish, kein Garvorgang aus dem Rohen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-072-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Erbsen mit gebratenem Speck: gekochte Erbsen, übergossen mit gewürfeltem, braun gebratenem Speck - keine Bindung, keine weiteren Gewürze. Die bis heute in Bayern und Österreich verbreitete Beilage „Erbsen mit Speck“ entspricht dieser Grundkombination fast unverändert. Entfernter verwandt sind die französischen petits pois au lard, dort meist gemeinsam geschmort statt getrennt zubereitet und angerichtet.

Was steht wirklich im Text?

„Nym der selben Arbais“ (nimm dieselben Erbsen) bezieht sich konkret auf das unmittelbar vorangehende Rezept b4-071 (Böhmisches Erbsenmus mit Schweinefleisch) - beide Rezepte stehen auf derselben Handschriftenseite (Fol. 083v) und sind fortlaufend nummeriert. Der Titel „Mer ein essen von Arbais“ (Ein weiteres Erbsengericht) bestätigt diese Fortsetzung, ebenso der fast wortgleiche Zwilling: w1-074 (Böhmisches Erbsenmus) und w1-075 (dieses Rezept) stehen ihrerseits fortlaufend und auf derselben Wiener Seite (Fol. 010r). Die eigentliche Kochanweisung dieses Rezepts betrifft ausschließlich den Speck: „gesotten“ heißt vorgekocht - der Speck liegt bereits gesotten vor, wird dann gewürfelt und in der Pfanne braun gebraten.

Die Schnittanweisung „in wurfflat“ (würfelig oder rautenförmig einschneiden) war im Manuskript unsicher vermerkt; der Zwilling w1-075 („werffelat“) und weitere Korpusbelege (u.a. MHDBDB „würfeleht“) sichern diese Lesart eindeutig ab.

Praxis.

Gekochte Erbsen bereitstellen. Gesottenen, mageren Speck ohne Schwarte würfeln und in der Pfanne braten, bis er braun ist und Fett austritt. Den heißen Speck samt ausgelassenem Fett über die Erbsen geben und sofort anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-072-orig" n="wurfflat" resp="#fyndling">Würfelig oder rautenförmig einschneiden. Die Lesart ist über den Zwilling w1-075 (dort 'werffelat') sowie weitere Korpusbelege (u.a. MHDBDB 'würfeleht') abgesichert.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflat"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-072-orig" n="lautteren" resp="#fyndling">Mhd. 'lûter' = rein, klar. Gemeint ist wohl mageres, sauberes Speckstück ohne Schwarte oder Verunreinigungen, nicht ausdrücklich 'ausgelassen'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-072-orig" n="Arbais" resp="#fyndling">Bairische Dialektform für Erbsen (verwandt mit 'Arbeis'/'Erbeis'), nicht die Ackerbohne.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-072-orig" n="der selben Arbais" resp="#fyndling">Bezieht sich konkret auf die Erbsen aus dem unmittelbar vorangehenden Rezept b4-071 (Böhmisches Erbsenmus mit Schweinefleisch) - beide Rezepte stehen auf derselben Handschriftenseite (Fol. 083v) und sind fortlaufend nummeriert (71/72). Unabhängig durch den Zwilling bestätigt: w1-074 (Böhmisches Erbsenmus) und w1-075 (dieses Rezept) stehen ebenfalls fortlaufend und auf derselben Wiener Seite (Fol. 010r).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-072-orig" n="wurfflat" resp="#fyndling">Würfelig oder rautenförmig einschneiden. Die Schreibung war im Manuskript unsicher vermerkt; der fast wortgleiche Zwilling w1-075 (dort 'werffelat') sowie weitere Korpusbelege (u.a. MHDBDB 'würfeleht') sichern diese Lesart eindeutig ab.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflat"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Nussmilch, mit geriebener Semmel gebunden und mit Zucker gesüßt - im Kern ein einfaches Nussmus, das an eine heutige Nusscreme oder einen milchfreien Nussmilch-Pudding erinnert. Es gehört zur mittelalterlichen Gattung der 'weißen Gemüs'/Mus-Gerichte: sämige weiße Massen aus Nuss- oder Mandelmilch, zu der auch das bekanntere Mandelmus/Blancmanger zählt - hier aber mit Baumnuss statt Mandel und mit Semmel statt Reis gebunden, eine einfachere, bodenständigere Variante.

Welche Nuss? Der Text bleibt offen. Walnuss ist die naheliegendste Lesart für 'Nuss' ohne Zusatz, aber weder der Text noch CoReMAs Wörterbucheintrag legen sich hier fest. Der textnahe Zwilling w1-076 (Wien) und die verwandte Fassung mha-207 lesen denselben bzw. einen sehr ähnlichen Text als Mandelmus. Haselnuss ist ebenfalls plausibel und würde ein helleres, für ein 'weißes Gemüs' passenderes Ergebnis geben - wer nachkocht, kann nach eigenem Vorrat entscheiden.

Praxis. Nüsse klein stoßen, dann so fein reiben, dass möglichst keine groben Reste mehr durch ein Tuch passiert werden müssen - von Hand gelingt das seidig-feine Ergebnis allerdings seltener als der Text suggeriert, das Durchschlagen durch ein Sieb ist im Zweifel die verlässlichere Wahl. Die gestoßenen, geriebenen Nüsse mit Wasser zu einer dicken Nussmilch verrühren (der Text nennt keine Flüssigkeit, Wasser ist die naheliegende Annahme), eine geriebene Semmel einrühren, bis die Masse dick wird. Kalt oder warm servieren und mit Zucker süßen. Kein Feuer nötig - alle Schritte sind Kaltverarbeitung, 'warm' ist nur eine Serviertemperatur-Option.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-073-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">Wörtlich 'durchschlagen': eine Masse durch ein Tuch oder Sieb passieren, um sie zu glätten. Wer die Nüsse fein genug reibt, braucht diesen Schritt nicht mehr.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-073-orig" n="dikche milich" resp="#fyndling">Hier ausdrücklich 'eine dicke Milch davon', also aus den Nüssen selbst gewonnen - eine Nussmilch, keine Tiermilch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-073-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene oder zerkrümelte Semmel diente im Mittelalter als übliches Bindemittel, nicht Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-073-orig" n="Gemuess" resp="#fyndling">Mittelalterliches 'Gemüs' (im Originaltitel 'Ain weiss Gemuess von Nussen') meint allgemein eine sämige Speise/Mus, nicht das moderne 'Gemüse' im Sinne von Pflanzenkost - eine Verwechslungsfalle für heutige Leser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-073-orig" n="Nuss" resp="#fyndling">Der Text nennt keine botanische Präzisierung. 'Nuss' ohne Zusatz kann im Mittelhochdeutschen die Walnuss meinen, doch auch CoReMAs Wörterbucheintrag legt sich an dieser Stelle nicht auf eine bestimmte Art fest.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-074-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein warmes Dottermus: hart gekochte Eidotter werden zerstoßen, mit Wein abgezogen und mit Ingwer und Zucker gewürzt. Die Zutaten-Trias Eidotter-Wein-Zucker, warm serviert, lebt entfernt in der Zabaglione-/Sabayon-Familie und in der deutschen Weinschaumcreme fort - dort wird allerdings roher Dotter zu Schaum aufgeschlagen, während hier bereits durchgegarter, gestoßener Dotter zu einer Paste verarbeitet wird. Der nächste tatsächlich belegte Verwandte ist der fast wortgleiche Zwilling w1-077 (Wien, Cod. 2897).

Wie die Dotter genau zu einer Masse werden ("zeuch die ab"), lässt der Text offen. Der Zwilling w1-077 legt an derselben Stelle dieselbe Alternative nahe: schlichtes Verrühren mit dem Wein oder zusätzliches Passieren durch ein Sieb für eine feinere Konsistenz. Der Text nennt kein Zielergebnis - eine "geschmeidige, streichfähige Masse" wäre eine unbelegte Zutat.

Praxis. Ausgangspunkt sind bereits hart gekochte, gepellte Eidotter - der Text beschreibt das Kochen nicht als eigenen Schritt, sondern setzt sie als fertige Zutat voraus. Sechzig Dotter im Mörser zerstoßen: von Hand bleibt das eher körnig, da weder Sieben noch Durchstreichen erwähnt wird. Mit gutem Wein abziehen - eine Menge nennt der Text nicht, hier hilft nur Erfahrung. Weißen Ingwer und wenig Zucker einrühren, dann erwärmen. Salz ist im Text nicht als eigene Zutat genannt, aber die Warnung "versalcz nicht" setzt es voraus - sparsam salzen. Warm auftragen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-074-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Bairische Form für 'Dotter' - Eigelb.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-074-orig" n="muss" resp="#fyndling">Mus, ein feiner Brei oder Püree, hier aus zerstoßenen Eidottern.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-074-orig" n="Reib scherben" resp="#fyndling">Bezeichnet hier einen Mörser bzw. eine Reibschale, in der die Dotter fein zerstoßen werden - kein Gefäß aus Ton oder Scherben im heutigen Wortsinn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#scherben"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-074-orig" n="weissen Ingwer" resp="#fyndling">Weißer Ingwer meint vermutlich eine helle, geschälte oder getrocknete Ingwerqualität, im Unterschied zu dunklerem, ungeschältem Ingwer.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-074-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Warnung, das Mus nicht zu versalzen - setzt voraus, dass Salz zuvor zugegeben wird, auch wenn Salz im Text nicht ausdrücklich als Zutat genannt ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-074-orig" n="zukers" resp="#fyndling">Zucker, wie von der Handschrift und dem Sachkommentar (unraffinierter Rohrzucker) übereinstimmend nahegelegt. Der Kontext ('ein wenig zukers' neben Wein und Ingwer zum Süßen und Würzen des Dottermuses) macht diese Lesart eindeutig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-074-orig" n="zeuch die ab" resp="#fyndling">Verrühre sie zu einer Masse</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-075-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine dickflüssige Frucht-Wein-Gewürz-Paste aus gebratenen Birnen, Feigen und Rosinen, mit welschem Wein, Honig und Gewürz eingekocht - als süß-würzige Beilage zu Wildbret gedacht, garniert mit Datteln oder Nelken.

Praxis. Birnen schälen, in mehlbestäubte Stücke schneiden und in heißem Schmalz oder Öl braunbraten - die Mehlpanade fördert die Bräunung und bindet etwas Feuchtigkeit an der Oberfläche. Ausgekühlte Stücke zusammendrücken, damit überschüssiges Fett herausläuft, dann klein hacken, mit den Feigen vermengen und alles gründlich durcheinanderreiben, bis eine gleichmäßige Masse entsteht - bei kleineren Mengen reicht von Hand reiben oder ein Mörser. Wein und Gewürz kalt untermischen, dann mit heißem Honig im sauberen Kessel verrühren und einkochen, bis die Masse dick wird - reine Verdickung durch Verdunstung, kein Bindemittel nötig. Zum Servieren mit Wildbret Datteln würfelig oder der Länge nach schneiden - ersatzweise ganze Gewürznelken - und ins fertige Mus stecken. Rund 90 Minuten Gesamtzeit. Wie genau die Feigen im Text "aufquellen" sollen, bleibt offen - vermutlich reicht die Restfeuchte handelsüblicher Trockenfeigen ohne zusätzliches Einweichen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="prawnn" resp="#fyndling">Braun - hier ist die angestrebte Farbe des Mus gemeint, die durch das Anbraten der Früchte entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Mus/Püree - eine dicke, breiige Zubereitung, hier aus gebratenem Obst.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="Regelspieren" resp="#fyndling">Nach CoReMA als Birnen zu lesen. Die genaue Sorte ist unklar, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="welhischen wein" resp="#fyndling">'Welscher Wein' meint importierten Wein aus dem romanischsprachigen Süden, damals ein Statussymbol.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="Rumanyr / Raynfall / Maluasya" resp="#fyndling">Drei Namen süßer Südweine, austauschbar verwendet - Malvasier ist der bis heute bekannteste davon.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="Tattel kernn" resp="#fyndling">Datteln, hier als Garnierung. Ob 'kern' den Stein oder die ganze Frucht meint, ist im Text nicht eindeutig zu klären.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-075-orig" n="pestekch" resp="#fyndling">Bestecken/garnieren - das fertige Mus wird mit Dattelstückchen oder Nelken gespickt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-075-orig" n="Regelspieren" resp="#fyndling">Birnen, gestützt auf die CoReMA-Verlinkung mit der Wikidata-Entität für Birne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-075-orig" n="swaicz schon" resp="#fyndling">Die Rosinen sollen gut aufquellen/weich werden, parallel zu den Feigen, die 'wol geswellt' sein sollen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-075-orig" n="Rumanyr / Raynfall / Maluasya" resp="#fyndling">Drei alternative süße Südweine, austauschbar verwendet, von denen einer gewählt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-075-orig" n="Tattelkernn" resp="#fyndling">Datteln als ganze Frucht, nicht nur der harte Steinkern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-075-orig" n="pestekch" resp="#fyndling">Bestecken/garnieren - das Mus wird mit Dattelstücken oder Nelken gespickt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-076-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gedämpftes, durch ein Tuch passiertes Birnenmus mit Gewürzpulver - der Vorfahr des heutigen (gewürzten) Birnenmus beziehungsweise der Birnenkompott-Familie, wie sie in der süddeutsch-österreichischen Küche bis heute fortlebt, vergleichbar der Rolle, die Apfelmus oder Powidl darin einnehmen. Die Gartechnik - ein fest verschlossener, trockener Topf wird verkehrt herum auf einen zweiten, siedenden Wassertopf gestürzt, sodass die Birnen nur im aufsteigenden Dampf garen, ohne Wasserkontakt - ist eine frühe Form des Dampfgarens ohne modernes Gerät. Engster Verwandter im Corpus ist w1-079, eine nahezu wortgleiche Parallelstelle mit identischem Aufbau.

Wodurch wird das Mus braun? An dieser Stelle hat der Text vermutlich eine Zeile verloren. Der Zwilling w1-079 liest an genau derselben Stelle zusätzlich "du sollst Honig haben, den lass sieden, bis er braun wird" - in B4 fehlt dieser Passus wahrscheinlich durch einen Abschreibfehler, bei dem der Blick von einem "werd" zum nächsten gesprungen ist. Dafür spricht auch der Bauplan des Satzes: Der Text nennt Braun und Gelb als zwei gleichwertige, aktiv herbeigeführte Farben - Gelb ausdrücklich durch Safran, Braun vermutlich ebenso durch eine zugegebene Zutat, nicht von selbst. Die Birnen sind an dieser Stelle im Text bereits abgekühlt und passiert, ein erneutes Erhitzen des Muses wird nicht erwähnt.

Praxis. Birnen entstielen und entkelchen, in einen trockenen, ungefetteten Topf geben und diesen dicht verschließen. Verkehrt herum auf einen zweiten, siedenden Wassertopf stürzen und im aufsteigenden Dampf weich garen. Vollständig auskühlen lassen, dann klein stoßen und durch ein Tuch schlagen, bis ein feines Mus entsteht. Für die vermutlich ursprüngliche Fassung etwas Honig separat karamellisieren, bis er braun ist, und unter das kalte Mus rühren; lässt man diesen Schritt weg, bräunt das zerstoßene Fruchtfleisch nur schwach von selbst nach, wie aufgeschnittenes Obst es tut. Wer es hell haben will, rührt stattdessen etwas Safran unter. Heiß oder kalt anrichten und mit einem Pulver aus Ingwer, Zucker und Gewürznelken bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-076-orig" n="smalczig" resp="#fyndling">fettig/schmalzig - der Topf soll ausdrücklich NICHT eingefettet sein, damit die Birnen rein im eigenen Saft und Dampf garen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-076-orig" n="verspeil" resp="#fyndling">verkeilen/fest verschließen - der Topf mit den Birnen wird so dicht verschlossen, dass beim Umdrehen nichts herausfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-076-orig" n="stuercz" resp="#fyndling">stürzen - den verschlossenen Birnentopf verkehrt herum auf den siedenden Wassertopf setzen, eine frühe Form des Dampfgarens.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-076-orig" n="tuennst" resp="#fyndling">der Dunst bzw. Dampf, in dem die Birnen garen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-076-orig" n="puluer" resp="#fyndling">Gewürzpulver zum Bestreuen der fertigen Speise, hier aus Ingwer, Zucker und Nelken.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-076-orig" n="ein vncz das es prawnn werd" resp="#fyndling">Wahrscheinlich ein Skriptenausfall (Homoioteleuton): B4 hat vor "vncz" vermutlich den Passus "honig do lass Inn sieden" verloren, den der eng verwandte W1-Zwilling (w1-079) an identischer Stelle noch führt ("solt haben ain honig do lass Inn sieden vncz daz es praun werd"). Gemeint ist demnach: Honig separat sieden lassen, bis er braun wird, und damit dem Mus die braune Farbe geben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-077-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Essig gesäuertes, mit Blut gebundenes Rindfleisch-Mus. Dieselbe Bindetechnik lebt bis heute im westfälisch-niedersächsischen Schwarzsauer und im französischen Civet fort - keine direkte Abstammungslinie, aber derselbe Technik-Typ.

Das Rindfleisch wird zunächst kurz vorgesotten (vorsieden), damit es sich klein hacken lässt - ein reiner Vorbereitungsschritt, keine Fertiggarung.

Das eigentliche Bindemittel ist das erhitzte Blut: Blut und Essig werden zusammen gerührt, bis die Mischung aufwallt (walt/erwellt). Die Hitze lässt das Blut gerinnen, und genau dieses Gerinnen dickt die Sauce - wie bei Blutwurst. Das ständige Rühren verhindert dabei grobe Klümpchen, nicht das Gerinnen als solches, denn das Gerinnen ist der Witz der Bindung.

Gehacktes Fleisch, geriebenes Brot als zusätzliches Bindemittel und Schmalz - macht die Masse geschmeidig, slaecht - werden untergerührt, gewürzt und beim Anrichten mit Gewürzpulver bestreut.

Praxis. Rindfleisch (roh oder bereits vorgegart) kurz vorkochen und fein hacken. Hühner- oder Lammblut mit Essig verrühren und unter ständigem Rühren aufkochen lassen, bis es bindet. Das gehackte Fleisch einrühren, etwas geriebenes Brot und Schmalz dazugeben, würzen. Beim Anrichten mit Gewürzpulver bestreuen. Blut vorab beim Metzger vorbestellen und am Tag der Zubereitung frisch verarbeiten, sonst gerinnt es vorzeitig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="gemuss" resp="#fyndling">Mus/Püree - hier ein gehacktes, mit Blut gebundenes Rindfleisch-Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="grunn" resp="#fyndling">Bezeichnet hier den Garzustand (roh/unverarbeitet), nicht Farbe oder Frische - Gegenstück zu 'gedigen'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="gedigen" resp="#fyndling">Bedeutet hier 'gar'/'gekocht', also bereits zubereitet - Gegenstück zu 'grunn'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="swaiz" resp="#fyndling">Blut, nicht Schweiß. Ein klassischer falscher Freund im Mittelhochdeutschen: 'sweiz' konnte sowohl Schweiß als auch Blut meinen, hier ist eindeutig Blut gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="vorsieden" resp="#fyndling">Vorher kurz sieden lassen, also ein Vorgar-Schritt vor dem Kleinhacken des Fleisches.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="walt / erwellt" resp="#fyndling">Formen von 'wallen' (aufkochen/sieden, bis Blasen aufsteigen) - hier zweimal genannt: einmal fürs Blut allein, einmal für Blut mit Essig zusammen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="slaecht" resp="#fyndling">Vermutlich 'schlicht/glatt' - die Masse wird durch das Schmalz geschmeidig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="puluer" resp="#fyndling">Gewürzpulver, das am Ende zum Bestreuen aufgetragen wird, typischerweise eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer oder Zimt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-077-orig" n="prat" resp="#fyndling">Brot, nicht Brät. Der generische CoReMA-Zutatenindex kennt 'prat' primär als 'Brät' (Q995566, ausdrücklich mit 'warningKONTEXT' markiert - also selbst als kontextabhängig gekennzeichnet), doch die recipe-eigene Sachglosse zu genau diesem Rezept (b4.77) verlinkt 'prat' explizit auf 'bread' (Q7802). Der Kontext stützt Brot eindeutig: der Satz beschreibt einen Bindeschritt ('reib darIn') neben dem bereits separat genannten gehackten Rindfleisch, kein zusätzliches Fleischprodukt. Dasselbe Wort 'prat' ist im CoReMA-Korpus stark kontextabhängig - je nach Rezept auch 'Braten', 'Fischstück' oder 'Rehfleisch' belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-077-orig" n="swaiz / swais" resp="#fyndling">Blut (Hühner- oder Lammblut), gestützt durch die CoReMA-Sachglosse, die die Stelle direkt als 'chicken blood' bzw. 'lamb blood' identifiziert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-077-orig" n="vorsieden" resp="#fyndling">Vorher sieden/anbrühen: das Rindfleisch wird kurz vorgekocht, bevor es klein gehackt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-077-orig" n="slaecht" resp="#fyndling">Schlicht/glatt: durch das Schmalz wird die Masse geschmeidig und glatt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-077-orig" n="grunn / gedigen" resp="#fyndling">Roh oder bereits gegart: 'grunn' (grün) bezeichnet den rohen, unverarbeiteten Garzustand, 'gedigen' das Gegenteil - bereits gekocht/gegart. Korpusweit belegtes Gegensatzpaar (u.a. ka1-031, ka1-059, m384-047, m384-070), unabhängig durch den Zwilling w1-080 bestätigt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Mandelmilch gebundenes Wurzelgemüse-Mus - Petersilienwurzeln, wahlweise auch Mangold - das am Ende mit Schmalz oder Öl abgerundet wird. Strukturell die Vorstufe einer heutigen Petersilienwurzel- oder Pastinaken-Cremesuppe: Wurzelgemüse weichkochen, zerkleinern, in einer Bindung fertiggaren, mit Fett abrunden. Die Mandelmilch statt Kuhmilch oder Sahne macht es zugleich zu einer funktionalen (nicht historisch abgeleiteten) Verwandten heutiger milchfreier Cremesuppen.

Zwei Rezepte in einem. Der Text nennt gleich zwei Fassungen: die Grundform mit Petersilienwurzeln und, in derselben Zubereitungsweise, eine Version mit Mangold statt der Wurzel. Der Zwilling w1-081 trägt dieselbe Mangold-Variante als eigenen, separaten Kurzeintrag (w1-082) - inhaltlich derselbe Stoff, nur redaktionell aufgeteilt.

Was ist das 'hercz'? Der Text verlangt nur, das 'hercz' (Herz/Kern) der gekochten Wurzel zu entfernen, ohne diesen Schritt zu begründen. Auch der Twin mon-232 beschreibt denselben Handgriff ohne Begründung. In der Praxis betrifft das vor allem ältere, dickere Wurzeln mit zäherem Mittelteil - dünne, junge Petersilienwurzeln lassen sich meist ohne diesen Schritt verarbeiten.

Praxis. Petersilienwurzeln in Wasser weichkochen, den Kern entfernen (falls vorhanden) und den Rest klein hacken. Aus einem halben Pfund (ca. 250 g) gemahlenen Mandeln und Wasser eine Mandelmilch ansetzen, die kleingehackten Wurzelstücke darin fertiggaren. Anrichten, Schmalz oder Öl einrühren und nochmals aufkochen lassen - dieser letzte Schritt rundet den Geschmack ab. Für die Mangold-Variante: geputzten, kleingeschnittenen Mangold statt der Wurzeln nach demselben Ablauf garen; Mangold braucht keinen Kern-Schritt und gart schneller.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-078-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Mus/Püree aus Gemüse, hier aus gekochten Petersilienwurzeln bzw. Mangold.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-078-orig" n="piessen" resp="#fyndling">Mangold. CoReMA verlinkt die Stelle mit dem Wikidata-Eintrag für Mangold; das Wort tritt hier als Alternativ-Zutat zur Petersilienwurzel auf.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-078-orig" n="milich" resp="#fyndling">Hier ist die aus Mandeln hergestellte Mandelmilch gemeint, kein tierisches Milchprodukt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-078-orig" n="geslaecht" resp="#fyndling">Von 'geschlacht' (mild, gutartig; vgl. Autenrieth: 'geschlacht (7) mild, vom wein') - das zugegebene Fett macht das Mus geschmacklich mild und ausgeglichen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-078-orig" n="piessen" resp="#fyndling">Mangold, gestützt durch die CoReMA-Wikidata-Verlinkung zu Mangold (Beta vulgaris) an dieser Stelle sowie durch den Zwilling w1-082 (eigener Kurzeintrag 'Mangold in gleicher Weise') und die Textparallele mon-232, die denselben Ablauf mit 'piessen' im Fließtext für Mangold verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-078-orig" n="geslaecht" resp="#fyndling">Mild und geschmacklich ausgeglichen, von 'geschlacht' (mild, gutartig; vgl. Autenrieth: 'geschlacht (7) mild, vom wein'). Das zugegebene Fett rundet den Geschmack des Mus ab.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-079-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein mit reichlich Eidotter gebundener Milchreis: Der Reis quillt zunächst in süßer Kuhmilch, danach wird die Masse mit 24 Eidottern zu einer dicken, cremigen Masse eingezogen. Die Dotter dienen hier nicht der Süße, sondern gezielt der Bindung und geben dem Gericht zugleich eine satte, goldgelbe Farbe - das Ergebnis liegt näher an einer eidotter-gebundenen Reis-Creme als am schlichten Milchreis von heute. Verwandt ist es mit späteren, ebenfalls dotter-gebundenen Reis-Cremes und -Aufläufen verschiedener europäischer Küchentraditionen, die sich als Weiterentwicklung des einfachen Milchreis verstehen lassen - eine belegte direkte Linie zu einem bestimmten modernen Einzelgericht gibt es aber nicht.

Das Vorquellen des Reises (das Medium dafür - vermutlich Wasser - nennt der Text nicht) trennt die Kochzeiten: Es verkürzt die Garzeit in der Milch und verhindert, dass die Milch anbrennt oder zu stark einkocht, bevor der Reis fertig ist. Erst danach zieht der vorgequollene Reis in der heißen Milch nach.

Der Text nennt keine Temperaturführung für das Einziehen der 24 Dotter am Ende - eine reale Schwierigkeit, denn bei zu hoher Hitze gerinnen sie zu Eiflocken statt cremig zu binden, bei zu wenig Hitze bleibt rohes Ei zurück. Beide Ausgänge sind mit dem knappen Originaltext vereinbar; wie warm die Köchin die Mischung tatsächlich zog, lässt sich nicht rekonstruieren.

Praxis. Für ein gefahrloses Ergebnis heute: die Dotter nicht direkt in die kochend heiße Milch-Reis-Mischung schlagen, sondern zunächst etwas von der heißen Flüssigkeit löffelweise unter Rühren in die Dotter einrühren (temperieren) und die angewärmte Dottermasse dann bei sanfter Hitze unter Rühren einziehen, bis sie sichtbar cremig-dick bindet wie ein Eierstich - dann sind die Dotter durchgegart und es bleibt kein Rohei-Risiko. Das ist eine moderne Zubereitungsempfehlung, keine im Text belegte Technik. Milch und rohe Dotter sollten im Feldküchen-Einsatz zeitnah verarbeitet werden; das fertige Gericht nicht stundenlang warmhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-079-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Meint hier kein Gemüse im modernen Sinn, sondern ein breiiges, gestocktes Gericht, eine Art Mus oder Puree.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-079-orig" n="chlaub In schon" resp="#fyndling">Bedeutet, den Reis sauber zu verlesen, also Steinchen oder Spreureste herauszusuchen. 'Schon' heißt hier gründlich/sauber, nicht ästhetisch schön.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-079-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Eidotter. Bairische Schreibvariante von 'Totter'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-079-orig" n="geswellt" resp="#fyndling">Vom Reis gesagt: gut aufgequollen, aber noch nicht zu einem Brei verkocht (versotten).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-079-orig" n="Reyzz (Reis)" resp="#fyndling">Reis war im 15. Jahrhundert ein importiertes Handelsgut (Gewürzhandel, u.a. über Venedig), kein einheimisches Grundnahrungsmittel - ein Zeichen für den wirtschaftlichen Wert dieses Rezepts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-079-orig" n="zu einem essen" resp="#fyndling">Als Mengenangabe für ein Gericht/eine Mahlzeit gelesen - ein halbes Pfund Reis ist die Grundmenge für dieses eine Rezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-079-orig" n="dick genug werd (Garzustand der Dotter-Mischung)" resp="#fyndling">Für die Praxis heute: die Dotter-Mischung bei sanfter Hitze durchgaren, bis sie cremig-dick bindet wie ein Eierstich - so bleibt kein Rohei-Risiko.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-080-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein blutgebundenes Wildragout in Wein, mit einer abschließenden süßen Gewürzstreu aus Ingwer, Zimt und Zucker - ein herzhaftes Hauptgericht, keine Nachspeise. Der nächste lebende Verwandte ist der deutsche Hasenpfeffer/Wildpfeffer, dessen Sauce bis heute durch Blut gebunden wird; entfernter verwandt ist das französische civet (Wildragout mit Blutbindung). Die süße Gewürzstreu selbst hat in der modernen Wildküche keine direkte Entsprechung mehr.

Der Titel nennt das rohe Fleisch, das Rezept das gekochte.

„Grunn wildpraett“ im Titel bezeichnet nicht Farbe oder Frische, sondern den Garzustand: roh, noch nicht gekocht. Der erste Satz des Rezepts verlangt dann ausdrücklich „ein stukch wildpraetts das gesotten sey“ - ein Stück, das inzwischen gekocht ist. Roh (Titel-Kategorie) gegen gekocht (Zubereitungsschritt) ist die tragende Opposition, kein Widerspruch.

Fleisch und Sauce werden nirgends ausdrücklich zusammengeführt.

Das gehackte, in Schmalz gesiedete Fleisch und die im Topf aufgekochte Blut-Wein-Sauce werden im Text als zwei getrennte Vorgänge beschrieben. Dass beide am Ende ein gemeinsames Gericht ergeben, folgt nur aus dem Gattungsbegriff „gemuess“, nicht aus dem Wortlaut - dieser Schritt bleibt implizit.

Praxis.

Wildbret vorher weich kochen und klein hacken (Wild ist zäher als Hausschlachtfleisch). Blut in heißen Wein einrühren, im Topf erhitzen, bis es aufwallt - dabei koagulieren die Blutproteine und binden die Flüssigkeit ähnlich einer Ei-Liaison, zugleich wird das rohe Blut durchgegart. Das gehackte Fleisch parallel in Schmalz erwärmen und anbraten. Beides zusammenführen, mit Ingwer, Zimt und Zucker abschmecken, nicht zu kräftig. Hinweis: hartes Aufkochen einer blutgebundenen Flüssigkeit kann zu gröberen Flocken statt einer glatten Bindung führen - die gröbere „Schwarzsauer“-Textur ist bei Hasenpfeffer bis heute gebräuchlich und im Text nicht ausgeschlossen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-080-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Gattungsbegriff für ein sämiges, aus zerkleinerten Zutaten bestehendes Gericht - nicht auf Gemüse im modernen Sinn beschränkt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-080-orig" n="swais" resp="#fyndling">Waidmannssprache für Blut des erlegten Wilds, NICHT Körperschweiß. Die CoReMA-Sachglosse bestätigt die Lesart „blood“ und benennt die Hühnerblut-Variante ausdrücklich.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-080-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Schmalz, ausgelassenes tierisches Fett.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-080-orig" n="zymey" resp="#fyndling">Zimt, hier vermutlich gemahlen als abschließende Würzstreu.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-080-orig" n="grunn" resp="#fyndling">Bezeichnet den Garzustand (roh, noch nicht gekocht) - NICHT Farbe und NICHT Frische/Präservierung. Korpusweit vierfach bestätigte Lesefalle (u. a. ka1-031, ka1-059, m384-047, m384-070). Der Titel nennt damit das rohe Grundprodukt, bevor der erste Satz ausdrücklich das inzwischen gekochte Stück Wildbret verlangt - roh gegen gekocht ist die tragende Opposition des Rezepts, kein Widerspruch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-080-orig" n="swais" resp="#fyndling">Blut des Wilds (Waidmannssprache), bestätigt durch die CoReMA-Wikidata-Verlinkung „blood“ und die im Text genannte Hühnerblut-Alternative.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-080-orig" n="zestarkch" resp="#fyndling">„Zu stark“ im Sinne von zu intensiv im Geschmack oder zu kräftig gewürzt/gebunden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-081-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Weißes Fleischmus mit Mandelmilch, Eiweiß und Zucker - Teil der spätmittelalterlichen Familie weißer Mus- und Blancmanger-Gerichte: fein zerkleinertes, gegartes Fleisch wird mit Mandelmilch weiß gefärbt und gesüßt. Ein entfernter Nachfahre ist das heutige Blancmange, das im Lauf der Jahrhunderte das Fleisch verloren hat und zur reinen Süßspeise wurde.

Praxis.

Das Fleisch wird vorher gekocht und fein zerkleinert bzw. gemörsert - das setzt der Text voraus und beschreibt es nicht extra. Anschließend Mandelmilch, Eiweiß und Zucker unter das noch heiße Mus rühren: das Eiweiß dient als zusätzliches Weißungs- und Bindemittel und sollte deshalb ins köchelnde bzw. noch heiße Mus eingerührt und kurz mitgegart werden, damit es durchstockt und nicht roh im fertigen Gericht bleibt - der Text nennt dafür keine eigene Hitzeangabe. Zum Schluss anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-081-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Meint hier ein Mus bzw. eine breiige Fleischspeise, nicht modernes 'Gemüse' im Sinn von Pflanzenkost.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-081-orig" n="weiss wild" resp="#fyndling">'Wild' ist hier vermutlich die bairische Schreibvariante von 'wilt' (willst), nicht das Substantiv 'Wild' (Wildbret) - gestützt durch die Parallelhandschrift W1 (Rezept w1-085), die exakt dieselbe Formulierung 'weisz wild haben' trägt. Der Satz liest sich dann als 'wenn du es weiß haben willst' - die typische Bedingungsformel dieser Kochbücher.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-081-orig" n="weyss von ayren" resp="#fyndling">Eiweiß, hier als Bindemittel und zusätzliches Weißungsmittel neben der Mandelmilch verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-081-orig" n="vnd weyss von ayren mach es suess (Hitze beim Einrühren)" resp="#fyndling">Eiweiß wird ins noch heiße bzw. leicht köchelnde Fleischmus eingerührt und kurz mitgegart, bis es durchstockt - der Text nennt keine eigene Hitzeangabe, aber nur so bleibt kein rohes Ei im fertigen Gericht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-082-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Fein gehackter, bereits gesottener Fisch wird mit Mandelmilch zu einem dicken Mus gesiedet. Das Rezept beschreibt damit die Weiterverarbeitung eines gegarten Fisches, nicht dessen Garen aus dem Rohzustand.

‚sewd sy rain‘. rain lässt sich im knappen Kontext nicht sicher enger bestimmen. Es kann das Sieden als ordentlich oder gründlich qualifizieren; die sichere Zielangabe folgt unmittelbar: Die Masse soll dick werden.

Praxis. Bereits gegarten, grätenfreien Fisch fein hacken und mit Mandelmilch bei mäßiger Hitze rühren, bis ein dickes Mus entsteht. Wie der Fisch vorher gegart wurde, welches Verhältnis von Fisch und Mandelmilch gemeint ist und wie lange das Sieden dauert, nennt die Quelle nicht. Die Schlussformel warnt vor dem Übersalzen, nennt aber keine bestimmte Salzmenge.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-082-orig" n="mandel milich" resp="#fyndling">Mandelmilch war im Mittelalter eine Standardzutat, besonders in der Fastenzeit, weil sie tierische Milch ersetzte. Hier dient sie als Flüssigkeit für das Fischmus.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-082-orig" n="die ge= sotten sein" resp="#fyndling">Der Fisch wird als bereits gesotten, also gegart, vorausgesetzt. Die anschließende Anweisung beginnt erst mit dem Kleinhacken; wie der Fisch zuvor gegart wurde, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-082-orig" n="richt es an versalcz nicht gib es hin" resp="#fyndling">Formelhafter Schluss, wie er in vielen spätmittelalterlichen Kochrezepten quer durch verschiedene Handschriften vorkommt: anrichten, nicht zu stark salzen, servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-082-orig" n="Ain gemuess von Vischen (Rubriktitel)" resp="#fyndling">„gemuess“ meint hier nicht Gemüse im heutigen Sinn, sondern die mittelalterliche Sammelbezeichnung für ein gekochtes, breiiges Gericht - unabhängig von der Zutat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-082-orig" n="sewd sy rain" resp="#fyndling">Übersetzt als 'siede gründlich durch' - 'rain' (rein) wird hier adverbial im Sinn von 'vollständig, ordentlich durchgekocht' verstanden, nicht als Eigenschaft der Milch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-083-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine dunkelbraune, mit Fischblut gebundene Mus-Sauce ohne eigenes Fischfleisch - die fischige Spielart einer blutgebundenen dunklen Sauce, wie sie heute in Wildsaucen (etwa im französischen Civet) oder in Blutsuppen wie dem norddeutschen Schwarzsauer und der baltischen Czernina fortlebt. Eine fischbasierte Fortsetzung dieser Technik ist in der heutigen Küche praktisch nicht mehr gebräuchlich.

Kalt oder erhitzt? Der Text nennt an keiner Stelle Feuer oder Topf - weder für das durchgeseihte Blut noch für die fertige Mischung mit Lebkuchen. Ob die Mus-Sauce kalt angerichtet oder vor dem Servieren erhitzt wurde, lässt sich aus dem Rezept nicht entscheiden; beide Lesarten sind mit dem Wortlaut vereinbar, keine davon ist belegt.

Praxis. Frisches Blut von Hecht, Hausen oder Schied durch ein Tuch streichen beziehungsweise passieren - dabei klärt sich das Blut, und es dunkelt an der Luft zu Braun nach (Oxidation des Blutfarbstoffs, ein einfacher, tatsächlich zutreffender Effekt). Reicht das Blut nicht aus, einen Lebkuchen anbrennen, vollständig auskühlen lassen, im Mörser zerstoßen und untermischen - das ergibt ebenfalls eine dunkle, bindende Masse. Mit milden Gewürzen und Salz nach Geschmack abschmecken, vor dem Servieren nochmals etwas Gewürz darüberstreuen. Frisches Fischblut fällt nur beim Ausnehmen frisch geschlachteter Fische an; Hausen scheidet als geschützter Stör ohnehin aus, Hecht und Schied sind die praktikableren Blutquellen. Die Lebkuchen-Variante ganz ohne Blut braucht weder Kühlung noch Vorbestellung und lässt sich uneingeschränkt vorbereiten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-083-orig" n="Swaizz" resp="#fyndling">Bedeutet hier nicht 'Schweiß' im heutigen Sinn, sondern Blut. In der Jägersprache heißt das Blut von Wild bis heute 'Schweiß' - hier wird der Begriff auf Fischblut übertragen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-083-orig" n="leczellten" resp="#fyndling">Ein gewürztes Honiggebäck (Lebkuchen), das angebrannt, abgekühlt und zerstoßen als Farb- und Bindemittel diente, wenn nicht genug Blut zur Verfügung stand.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#leczellten"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-083-orig" n="hausen" resp="#fyndling">Der Hausen ist ein Stör. Alle Störarten stehen heute unter Artenschutz (CITES) und dürfen nicht gehandelt werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-083-orig" n="schaid" resp="#fyndling">Bezeichnet den Schied oder Rapfen (Aspius aspius), einen Raubfisch großer Flüsse und der Donau.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-083-orig" n="Swaizz / swais" resp="#fyndling">Blut (wie in der Jägersprache 'Schweiß' für das Blut von Wild), hier auf Fischblut übertragen - so auch von CoReMA über die Wikidata-Verknüpfung bestätigt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-083-orig" n="slachs" resp="#fyndling">Verbform zu 'slahen' (schlagen/passieren) mit enklitischem Pronomen 'es' - 'slach's' = 'schlage es', leitet die folgende Tuch-Anweisung ein. Keine vierte Fischart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-083-orig" n="Erhitzen des fertigen Mus" resp="#fyndling">Ungeklärt: Der Text nennt weder für das durchgeseihte Blut noch für die fertige Mischung mit Lebkuchen einen Hitzeschritt - ob kalt angerichtet oder vor dem Servieren erhitzt, lässt sich aus dem Rezept nicht entscheiden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-084-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine mit süßer, frischer Kuhmilch gegarte Hafermus (Habermus), die am Ende mit zwölf Eidottern und geriebener Semmel gebunden wird - keine süße Nachspeise, sondern eine weiche, sämige Beilage. In der Struktur ist sie die nahe Verwandte der bis heute im süddeutschen und alemannischen Raum bekannten Habermus. Die Abschlusstechnik - Eidotter in das heiße, aber nicht mehr siedende Mus einziehen - entspricht dem, was die Quelle mit „lass nymer sieden“ vorgibt; das Gericht selbst bleibt herzhaft, keine Vorform einer süßen Creme.

„versied“: den Hafer nicht zerkochen.

Die Anweisung, die Haferkerne sollen nicht „versied“ werden, ist trotz der ungewöhnlichen Flexionsform gut belegt: Dieselbe Formel taucht wortnah zweimal im selben Buch auf (b4-001: „la In auch nicht versieden“; b4-079: „solt In nicht versieden lassen das er wol geswellt sey“), und das Verb selbst ist in Lexer, Benecke, Grimm und weiteren Wörterbüchern dokumentiert. Gemeint ist: Der Hafer soll beim Garen nicht zerkochen.

„an wild richten“: „anrichten“, nicht Wildbret.

Die Wortfolge ist als getrennt geschriebene Formel „wenn du anrichten willst“ zu lesen, nicht als Anweisung, das Mus zum Wildbret zu geben. Die nahezu wortgleiche Wiener Parallelfassung w1-088 und das Reismus w1-083 verwenden dieselbe Schlussfolge aus Getreide, süßer Milch und erst beim Anrichten eingezogenen Dottern.

Praxis.

Die Haferkerne über Nacht in Wasser quellen lassen, dann in süßer, frischer Kuhmilch bei mäßiger Hitze garen, bis die Körner weich sind, aber noch Struktur haben. Für den Abschluss zwölf Eidotter mit etwas geriebener Semmel verquirlen, in das heiße, nicht mehr siedende Hafermus einrühren und durch die vorhandene Hitze sämig werden lassen. Der Text selbst nennt für diesen letzten Schritt nur die Obergrenze („nicht mehr sieden“), keine Zieltemperatur oder Dauer. Mengen für Hafer und Milch nennt er ebenfalls nicht; die Konsistenz bleibt deshalb eine Frage des Augenmaßes.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="Einhaber kernn" resp="#fyndling">Haferkerne, also ganze, geschälte Haferkörner (Hafergrütze) - nicht Haferflocken im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="chlaub" resp="#fyndling">Klauben bedeutet sorgfältig durchlesen/verlesen, hier: Spelzen und Verunreinigungen aus den Haferkernen entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="swell" resp="#fyndling">Quellen lassen - die Haferkerne werden vor dem Kochen in Wasser eingeweicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="versied" resp="#fyndling">Vom Verb 'versieden' - zu stark kochen/anbrennen lassen. Nur die genaue Flexionsform 'versied' ist kein eigener Wörterbucheintrag; das Verb selbst ist im Korpus (u.a. b4-001, b4-079) und in mehreren Wörterbüchern gut belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Eidotter - bairische Form für das Eigelb.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="semel mell" resp="#fyndling">Geriebene Semmel (Weißbrot), nicht Getreidemehl - dient hier als Bindemittel.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-084-orig" n="an wild richten" resp="#fyndling">Zum Wildbret anrichten - eine wiederkehrende Formel, wortgleich auch in w1-088 und w1-083 belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-084-orig" n="versied" resp="#fyndling">Übersetzt als 'zu stark sieden/überkochen' - die Milch soll beim Garen der Haferkerne nicht überkochen oder anbrennen. Diese Lesart ist im B4-Korpus selbst mehrfach mit fast identischer Formel belegt (b4-001: 'la In auch nicht versieden'; b4-079: 'solt In nicht versieden lassen das er wol geswellt sey') sowie in Wörterbüchern (Lexer, Benecke, Grimm, Mittelniederdeutsch, MHDBDB) und im Zwilling w1-083 ('versoten', Partizip derselben Wurzel) - nur die exakte Flexionsform 'versied' ist kein eigener Lemma-Eintrag, das Verb selbst ist gut dokumentiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-084-orig" n="an wild richten" resp="#fyndling">Gelesen als 'zum Wildbret anrichten' - die Hafermilchspeise dient als Beilage zu einem Wildgericht. Der gleiche Wortlaut 'an wild richten' findet sich wortidentisch im Zwilling w1-088 sowie in der Varianten-Handschrift w1-083 - eine wiederkehrende Rezeptformel, kein Einzelbeleg.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-084-orig" n="Timing beim Einziehen der Dotter-Semmel-Mischung" resp="#fyndling">Der Text nennt nur die Obergrenze ('lass nymer sieden' - danach nicht mehr sieden lassen). Moderne Praxisempfehlung: die Mischung in die heiße, nicht mehr kochende Milch einrühren und kurz bei niedriger Hitze/Restwärme sämig binden lassen, dann sofort servieren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-085-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Vorfahr des heutigen Apfelmus - mit einer heute unüblichen Bindetechnik: geschlagenes Ei am Fleischtag, geriebenes Brot am Fastentag, statt der reinen, ungebundenen Fruchtpüree-Konsistenz, die man heute unter Apfelmus versteht. Direkte lebende Verwandtschaft ist das heutige Apfelmus beziehungsweise -kompott; die Ei-Bindung selbst hat keinen unmittelbaren Nachfahren mehr, seit die Fastendisziplin, die den Wechsel zwischen den beiden Varianten motivierte, das Kochen nicht mehr bestimmt.

Ein Topf, zwei Fassungen. Äpfel werden geschält, in den Topf gelegt und sogleich mit Schmalz übergossen, statt in Wasser zu garen - das ergibt eine dichtere, reichhaltigere Masse als reines Wassersieden. Nach dem Sieden wird durchgerührt, bis ein Mus entsteht; ein Sieb oder Passieren nennt der Text nicht, bei durchgegarten Äpfeln reicht einfaches Verrühren. Am Fleischtag werden Eier untergeschlagen, am Fastentag ersetzt geriebenes Brot die Eier - eine funktionale Substitution, die dem Fastengebot folgt, ohne dass sich am Verfahren sonst etwas ändert.

Wie heiß ist die Masse beim Einschlagen der Eier? Der Text nennt keine erneute Hitzeführung und keine ausdrückliche Entnahme vom Feuer vor dem Ei-Schritt - offen bleibt, ob die Eier durch die Resthitze der gerade gesottenen Apfelmasse binden oder ob die Masse zu diesem Zeitpunkt bereits abgekühlt ist. Das lässt der Text unklar; auch die Zwillingsrezepte (w1-089, m5919-031, mha-129) kommentieren diese Stelle nicht.

Praxis. Äpfel schälen, in den Topf geben, mit Schmalz übergießen und sieden lassen, bis sie weich sind. Vom Feuer nehmen, durchrühren zu Mus. Für den Fleischtag Eier unterschlagen, dabei die Masse noch heiß genug halten (direkt vom Sieden), dass die Eier binden - im Zweifel kurz auf kleiner Flamme unter Rühren nachziehen lassen. Für den Fastentag stattdessen geriebenes Brot einrühren. Würzen und auf der Schüssel anrichten. Ebenso mit Quitten oder Birnen anstelle der Äpfel zubereitbar.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-085-orig" n="muess" resp="#fyndling">Mus, ein Brei aus gekochtem und durchgerührtem Obst.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-085-orig" n="vaistes" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett. CoReMA glossiert das Wort für diese Stelle eindeutig als Lard (Schweineschmalz).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-085-orig" n="vast tag" resp="#fyndling">Fastentag - an solchen Tagen waren Eier und Fleisch untersagt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-085-orig" n="gewurcz" resp="#fyndling">Allgemeine Gewürzung, im Text nicht näher spezifiziert - typisch wären Zimt, Ingwer oder Pfeffer.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-085-orig" n="vaistes" resp="#fyndling">Schmalz wird in beiden Varianten (Fleisch- und Fastentag) gleich verwendet, der Text nennt keinen Wechsel des Fettes.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-086-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein handgeformtes Schaustück, keine gegarte Speise: Rosinen und geschälte Mandeln werden im Mörser zu einer bindigen Masse gestoßen, mit Zucker und Ingwer gesüßt, zur Birnenform geknetet und mit einem ganzen Mandelkern als Stiel versehen - eine Morchel-Attrappe aus rohem Mandel-Rosinen-Teig. Der Rezepttitel verspricht mit "gepratten" (gebraten) die Optik der gebratenen Speise, die Anweisungen selbst enthalten aber keinen Garschritt - das Braten existiert nur im Namen, nicht im Verfahren. Genau das ist der Witz des Illusionsgerichts: Form und Titel täuschen einen Pilzgang vor, serviert wird tatsächlich ein rohes Süßwerk. Dieselbe Handwerkslogik lebt in der heutigen Konditorei fort: Marzipanpilze und Marzipankartoffeln, wie sie deutsche und österreichische Konditoreien saisonal formen, beruhen auf demselben Prinzip - eine knetbare Mandel-Zucker-Masse wird von Hand zur Form eines ganz anderen Lebensmittels gebracht, rein fürs Auge.

Rosinen ohne Einweichen. Der Text nennt kein Einweichen der Rosinen vor dem Mörsern - anders als beim Mondseer Zwillingsrezept, das die Masse anschließend durch ein Sieb passiert und damit eingeweichte Früchte voraussetzt. Trockene Rosinen pur zu einer glatten Paste zu stoßen ist mühsamer, aber im Text nicht vorgesehen; wer es leichter haben will, kann die Rosinen kurz in warmem Wasser quellen lassen, bevor sie in den Mörser kommen - das Original selbst lässt diese Stelle offen.

Praxis. Rosinen verlesen (Stielreste und Schmutz entfernen), dann im Mörser zu einer klebrigen Masse stoßen - der Fruchtzucker bindet bereits. Geschälte Mandelkerne zugeben und mitstoßen, bis eine formbare Paste entsteht: Das Mandelfett gibt ihr Körper und Geschmeidigkeit. Zucker und Ingwer untermischen. Von Hand zu einer kleinen Birnenform kneten und einen ganzen Mandelkern unten hineinstecken, als Stiel-Imitat. Kalt servieren - der Text verlangt keine Hitze.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-086-orig" n="Maurrochen" resp="#fyndling">Morchel, der Pilz. Hier keine echte Morchel, sondern eine geformte Mandel-Rosinen-Masse, die eine Morchel nachahmt - ein sogenanntes Illusionsgericht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-086-orig" n="Welhischew weinper" resp="#fyndling">Welsche, also aus dem romanischsprachigen Ausland importierte Weinbeeren. Gemeint sind getrocknete Rosinen, keine frischen Trauben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-086-orig" n="durch lyse sy rain" resp="#fyndling">Sinngemäß: sauber durchlesen/verlesen. Die Rosinen werden von Stielresten und Schmutz befreit, bevor sie im Mörser verarbeitet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-086-orig" n="welg" resp="#fyndling">Knete, walke. Beschreibt das Formen der Masse von Hand zur Birnenform.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-086-orig" n="stozz sy vnden darIn sam die stingel" resp="#fyndling">Stecke sie unten hinein, wie einen Stiel. Die ganzen Mandelkerne werden hier nicht zerstoßen, sondern in die geformte Masse gesteckt, um den Pilzstiel nachzubilden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-086-orig" n="Maurrochen" resp="#fyndling">Morchel (der Speisepilz), gestützt durch die CoReMA-Wikidata-Verlinkung (Q1129282, morel) und die Form des Gerichts (Birne mit Stiel).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-086-orig" n="durch lyse sy rain" resp="#fyndling">durchlese/verlese sie sauber - ein Reinigungsschritt vor dem Mörsern der Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-086-orig" n="stozz sy vnden darIn sam die stingel" resp="#fyndling">stecke sie unten hinein, wie einen Stiel - ein Einstecken der ganzen Mandelkerne, kein weiteres Zerstoßen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-087-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein handwerkliches Grundrezept: gekochtes, gehäutetes und feinst gehacktes Schweinebauchfleisch wird in der eigenen Brühe mit geriebener Semmel sämig gebunden. Der Text selbst nennt es als Vorlage für Lungenmus und alle anderen Fleischmuse - es ist also als übertragbares Grundverfahren gedacht, nicht als Einzelrezept. Strukturell verwandt, aber nicht identisch, ist die bairisch-österreichische Beuschel-Tradition (gekochte, kleingeschnittene Innereien bzw. zähes Muskelfleisch, sämig gebunden, gepfeffert) - beide gehen auf dieselbe mittelalterliche Mus-Gattung zurück. Das heutige Beuschel wird allerdings meist in Streifen geschnitten und mit Mehlschwitze oder saurer Würze gebunden, nicht mit Brot gemascht.

Praxis. Schweinebauch am Stück in Wasser sieden, bis sich die Schwarte löst - eine bewährte Garprobe ohne Thermometer, üblicherweise nach 60 bis 90 Minuten erreicht. Schwarte abziehen, das Fleisch von Hand fein hacken, bis eine mus-artige Konsistenz entsteht, wie man sie von Lungenmus kennt. Das gehackte Fleisch zurück in die eigene, heiße Brühe geben und geriebene Semmel mit Pfeffer einrühren - die Semmel quillt auf und bindet die Brühe, ohne Mehlschwitze. Das beim Sieden ausgetretene Fett des Bauchspecks nicht abschöpfen, sondern im Mus belassen - das macht es reichhaltig, wie der Text verlangt. Ein Topf am offenen Feuer reicht für den gesamten Ablauf.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-087-orig" n="wuechst" resp="#fyndling">Wörtlich 'wächst' - meint hier das Fleisch, das am Bauch des Schweins sitzt, also den Bauchspeck bzw. das Bauchfleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-087-orig" n="lungkmuess" resp="#fyndling">Lungenmus dient hier nur als Vergleich für die Hacktechnik ('klein hacken wie für ein Lungenmus'), nicht als zusätzliche Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-087-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel diente als Bindemittel für die Brühe, nicht Mehl - Mehlbindung war zu dieser Zeit unüblich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-087-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Meint hier 'reichhaltig/fett machen' - das eigene Fett des Schweinebauchs sorgt für die gewünschte sämige, kräftige Konsistenz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-087-orig" n="wuechst" resp="#fyndling">Als 'wächst' (3. Person Singular von 'wahsen') gelesen: 'Schweinefleisch, wie es am Bauch wächst' bezeichnet die Bauchpartie/den Bauchspeck des Schweins.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-087-orig" n="lungkmuess" resp="#fyndling">Als Vergleichsbegriff für die Hacktechnik gelesen ('klein hacken wie für ein Lungenmus'), nicht als zusätzliche Zutat.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-088-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Gegartes Lauchgemüse, das nach dem Sieden mit einer weißen, sämigen Flüssigkeit übergossen und weitergegart wird - Mandel- oder Mohnmilch treten hier an die Stelle von Rahm oder Butter. Strukturell der Vorläufer des heute bekannten Lauchs in Rahmsauce; mit der pflanzlichen Milch zugleich eine Fastenspeise-Variante desselben Grundmusters, keine eigenständige Erfindung. Die nächsten lebenden Verwandten sind die französischen Poireaux à la crème und die britischen Leeks in white sauce - dieselbe Struktur, nur mit tierischer statt pflanzlicher Milch.

chollen - Lauch-Köpfe, nicht Kohl(e).

"chollen" bezeichnet die weißen, dicken Köpfe bzw. Stangen des Lauchs. Der Rezepttitel "Von Lauch" und die CoReMA-Sachglosse stützen das eindeutig. Im Korpus taucht dieselbe Buchstabenfolge an anderer Stelle - b4-108, derselben Handschrift - auch als Homograph für "Kohle/Glut" auf ("secz denn auf die chollen" = "setz es auf die Glut"). Kulinarisch ergibt "weiße Gluthaufen klein schneiden" hier aber keinen Sinn, sodass die Lauch-Lesart die einzig tragfähige bleibt.

pall in aus - vermutlich Ausdrücken.

Nach der Nachtwässerung wird der Lauch laut Wortfamilie um "ballen" (zusammenpressen) vermutlich ausgedrückt, bevor er in frischem Wasser gart. Ein Wörterbuchbeleg für genau diese Kochanweisung fehlt, ein bloßes Herausnehmen aus dem Wasser ohne Auspressen ist also nicht auszuschließen.

Praxis.

Den weißen Teil des Lauchs klein schneiden und über Nacht in kaltem Wasser ziehen lassen - das mildert Schärfe und spült Erdreste aus. Am nächsten Tag abgießen, gut ausdrücken und in kräftig wallendem Wasser 30-40 Minuten weich garen. Das Kochwasser abgießen und durch Mandel- oder Mohnmilch ersetzen, kurz mitsieden lassen. Wer mag, gibt zusätzlich ausgelassenes Fett dazu - heute ersatzweise Speck oder Wels-Filet statt Hausen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-088-orig" n="chollen" resp="#fyndling">Bezeichnet hier die weißen, dicken Stangen bzw. Köpfe des Lauchs, vermutlich verwandt mit 'Kolben' (Bulbe, dicker Kopf) - nicht zu verwechseln mit Kohl, obwohl die Schreibung ähnlich klingt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-088-orig" n="magen milich" resp="#fyndling">Mohnmilch: Mohnsamen werden zerstoßen und mit Wasser ausgezogen, ähnlich wie Mandelmilch. Eine gängige Fastenspeise-Zutat neben Mandelmilch.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-088-orig" n="hausen" resp="#fyndling">Der Hausen ist der Europäische Hausen, eine Störart. Sein Fett galt als Delikatesse. Heute in Deutschland ausgestorben und streng geschützt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-088-orig" n="welligen wasser" resp="#fyndling">Wörtlich 'wallendes Wasser', also sprudelnd kochendes Wasser - von mhd. 'wallen' = aufwallen, sieden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-088-orig" n="chollen" resp="#fyndling">Die weißen Köpfe bzw. dicken Stangen des Lauchs - der untere, weiße Teil der Pflanze, der beim Lauch traditionell als bester Teil gilt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-088-orig" n="pall In aus" resp="#fyndling">Ausdrücken bzw. Auswringen des eingeweichten Lauchs, um überschüssiges Wasser zu entfernen, bevor er in frischem Wasser gegart wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-089-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Junges Weißkraut wird kurz vorgegart und abgegossen, dann zusammen mit bereits gesottenem Fleisch (Schaf oder Rind) im Topf weitergezogen. Parallel werden geschälte, hart gekochte Eier ganz in der Pfanne angebraten und zusammen mit hartem Käse untergehoben, alles noch einmal kurz mitgekocht. Strukturell ein Eintopf aus Gemüse, Fleisch, Ei und geschmolzenem Käse in einem Gefäß, mit ausdrücklicher fleischloser Variante, bei der Ei und Käse das Fleisch ersetzen.

Wie viel Fett am Ende dazukommt, bleibt offen. Der Text schließt mit „mach das gar vaist" - „mach es schön reichhaltig". Die CoReMA-Sachglosse erklärt *vaist* auch als „lard" (Schmalz); die Formel selbst nennt jedoch weder Menge noch Herkunft des Fettes. Eine eigene Schmalzzugabe ist damit möglich, aber ebenso wenig entschieden wie die Lesung als bloßes reichhaltiges Ergebnis.

Praxis. Die Krautspalten in Wasser vorkochen und abgießen. Dann mit dem bereits gekochten Fleisch im Topf weiterziehen lassen. Die harten Eier geschält und ganz, also unzerteilt, in der Pfanne kurz anrösten. Sind Kraut und Fleisch fast gar, Eier und harten Käse dazugeben und alles noch einmal kurz gemeinsam sieden lassen. Ohne Fleisch: die vorbereiteten Eier zusammen mit dem Käse in der Pfanne braten und mit dem Kraut servieren. Mengen, genaue Dauer und Fettzugabe nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-089-orig" n="scheffeins" resp="#fyndling">Schaf- bzw. Hammelfleisch. Die Form ist im Text selbst nicht in dieser Schreibung anderweitig belegt, die Sachglosse der Quelle ordnet das Wort aber eindeutig 'Hammelfleisch' zu.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-089-orig" n="hertten keas" resp="#fyndling">Harter, gepresster Käse, wie er zum Reiben oder in Stücken geschmolzen wurde. Kein bestimmter Käsetyp, sondern eine Konsistenzangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-089-orig" n="gancz" resp="#fyndling">Ganz, das heißt die geschälten Eier werden unzerteilt in der Pfanne geröstet, bevor sie ins Kraut kommen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-089-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Fett, reichhaltig. Die CoReMA-Sachglosse erklärt 'vaist' auch als 'lard' (Schmalz). Die Schlussformel nennt weder Menge noch Herkunft des Fettes; ob sie eine eigene Zugabe oder nur das angestrebte reichhaltige Ergebnis meint, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-089-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Als Formel für ein fettes oder reichhaltiges Ergebnis gelesen, ohne die Fettquelle festzulegen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-090-trans" resp="#fyndling">Textkern. Der Eintrag nennt Hühner, das Stoßen in einem Mörser, Safran, allgemein Gewürz und das Anrichten. Er hält außerdem fest, dass sich das Gericht auch aus alten Hühnern machen lässt.

Was offen bleibt. Weder ein Garschritt noch ein Fett, eine Flüssigkeit, ein Bindemittel, eine Dauer oder die endgültige Form des Gerichts sind überliefert. Der Text erlaubt daher keine quellengetreue Anleitung, die etwa Kochen, Braten, Pürieren oder eine bestimmte Masse voraussetzt. Die Berliner Fassung ist an diesen Stellen ebenso knapp.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-090-orig" n="gestossen" resp="#fyndling">Die Hühner werden in einem Mörser gestoßen. Ob das Fleisch vorher gegart wird, wie fein es werden soll und was weiter damit geschieht, bleibt im Text offen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-090-orig" n="altten hunern" resp="#fyndling">Der Text sagt ausdrücklich, dass sich das Gericht auch aus alten Hühnern machen lässt. Eine besondere Behandlung dieser Tiere nennt er nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-090-orig" n="gewurcz" resp="#fyndling">Unspezifische Gewürzangabe; außer Safran nennt die Handschrift weder eine Mischung noch Mengen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-090-orig" n="gibs hin" resp="#fyndling">Formelhafte Schlusswendung für das Anrichten oder Servieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-090-orig" n="gestossen huner" resp="#fyndling">Die Hühner werden im Mörser gestoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-090-orig" n="DV macht auch wol" resp="#fyndling">Die Formel besagt, dass sich das Gericht auch aus alten Hühnern gut machen lässt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-091-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine geseihte, mit Safran gefärbte Sauce zu Morcheln, mit gerösteten Semmelbröseln bestreut - im Grundprinzip (Basisflüssigkeit aufkochen, klären, mit Butter und Gewürz binden, mit Bröseln statt Mehlschwitze abrunden) ein unmittelbarer Vorläufer der bis heute bekannten Morchelrahmsauce beziehungsweise der französischen morilles à la crème. Die Erbsen-Variante mit Safran und Kümmel ist eine einfachere Parallelfassung derselben Grundsauce für eine günstigere Zutat.

Die Basiszutat ist eine offene Frage. Das Transkript nennt 'Zmettan'. Die stärkere Beleglage spricht für Zimt: CoReMAs eigene Sachglosse verlinkt das Wort mit Zimt, und zwei unabhängige Parallelhandschriften desselben Rezepts lesen die entsprechende Stelle eindeutig so. Eine Lesung als bairisch-österreichisches 'Schmetten' (Rahm/Sahne) ist sprachlich ebenfalls vertretbar und nicht widerlegt. Beide Lesarten teilen sich dasselbe Verfahren: Aufkochen und Durchseihen dient bei Zimtstangen dazu, das Aroma aus dem holzig-faserigen Material zu ziehen, bei Sahne dazu, sie zu klären.

Praxis. Zimtstangen (oder ersatzweise Sahne, je nach gewählter Lesart) in einem Topf gut aufkochen, durch ein Tuch oder feines Sieb seihen. Butter und Safran einrühren - das ist reines Anreichern für Farbe und Aroma, kein Bindemittel und keine Emulsion. Mit gerösteten Semmelbröseln bestreuen: Textur und Garnitur obenauf, nicht zum Andicken. Für die Erbsen-Variante die gegarten Erbsen entsprechend mit Safran und Kümmel würzen. Insgesamt rund 20 Minuten, keine Präzisionsgarung nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-091-orig" n="Topanicz" resp="#fyndling">Von CoReMA sachlich als 'Sauce' verzeichnet - ein allgemeiner Name für eine gebundene, gewürzte Begleitsauce, kein Eigenname für eine bestimmte Rezeptur.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-091-orig" n="Maurochen" resp="#fyndling">Morcheln - ein im Frühjahr wild wachsender, stark aromatischer und teurer Speisepilz. CoReMA verlinkt das Wort direkt mit dem botanischen Eintrag für Morcheln.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-091-orig" n="Zmettan" resp="#fyndling">Wahrscheinlich Zimt (vgl. CoReMA-Sachglosse und die Parallelhandschriften Wien Cod. 2897 sowie München Cgm 5919, die die entsprechende Stelle eindeutig als Zimt lesen). Eine Lesung als bairisch-österreichisches 'Schmetten' (Rahm/Sahne) ist sprachlich ebenfalls möglich, siehe die ausführliche Abwägung in den Rezept-Anmerkungen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-091-orig" n="Zmettan" resp="#fyndling">Zimt (Zimtinfusion) - CoReMAs Sachglosse verlinkt das Wort mit Zimt (Wikidata Q28165), und zwei unabhängige Parallelhandschriften desselben Rezepts lesen die Basiszutat eindeutig als Zimt: Wien, Cod. 2897 ('czimetan') und München, Cgm 5919 ('zinetan'). Zimtstangen waren im Mittelalter zu holzig-faserig, um sie fein zu mahlen, und wurden deshalb aufgekocht und durch ein Tuch geseiht, um einen aromatischen Sud zu gewinnen - exakt das hier beschriebene Verfahren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-092-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in Stücke geschnittener Eierkuchen mit einer Kräuter-Knoblauch-Salse aus Minze, Petersilie sowie jungem und altem Knoblauch. Die Überschrift spielt auf Morcheln an, doch der Text nennt weder Pilze noch eine konkrete Technik, die eine Morchelnachahmung erklären würde.

Die Salse. Der Text zählt ihre Würzstoffe auf, nennt aber weder Flüssigkeits- oder Fettbasis noch Bindung, Temperatur oder die genaue Art des Anrichtens. Diese Angaben bleiben offen; eine moderne Salsentechnik darf nicht als historische Vorgabe ausgegeben werden.

Parallelzeuge. W1-096 überliefert den gleichen Aufbau und nennt zusätzlich Salbei sowie ausdrücklich eine Eier-Salse. Das verwandte mha-143 verbindet ebenfalls Kuchenstücke mit einer Eier-Salse, ersetzt aber keine fehlende Anweisung dieses Textes.

Praxis. Belegt ist das Backen eines Eierkuchens in der Pfanne und das Schneiden in Stücke. Für die weitere Zubereitung der Salse liefert die Quelle keine ausreichende Arbeitsanweisung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-092-orig" n="Maurochen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Morchel‘. Der Text nennt aber keine Pilze, sondern Eierkuchenstücke und eine Kräuter-Salse. Ein Schau- oder Formmotiv liegt nahe, doch eine konkrete Nachahmungstechnik ist nicht überliefert.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-092-orig" n="chostel" resp="#fyndling">Speise oder Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-092-orig" n="salssen" resp="#fyndling">Salse oder Sauce. Genannt sind Minze, Petersilie sowie junger und alter Knoblauch; Basis, Bindung, Temperatur und genaue Anrichteweise bleiben offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-092-orig" n="Maurochen" resp="#fyndling">Gelesen als Bezeichnung für eine Morchel-Nachahmung (Eierkuchenstücke in Morchelform), gestützt durch die Parallelstellen im Korpus, wo 'morochen/maurochen' für optische Pilz-Imitate aus anderen Zutaten steht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-093-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine gesüßt-scharfe Frucht-Senf-Paste aus entschärftem Senf, Meerrettich, Petersilie mit Wurzel, gesottenen Birnen, Koriander, Rosinen, Mandeln und Honig, die man schichtweise zwischen eingelegtes Sauerkraut legt. Kein eigenständiges Gericht, sondern eine aufwendige Würz- und Konservierungsbeilage zum Kraut - entfernt verwandt mit späteren Frucht-Senf-Kondimenten wie der italienischen Mostarda di frutta oder der französischen moutarde de fruits, allerdings mit zusätzlichem Meerrettich, Petersilienwurzel und Koriander, die dort fehlen. Eine direkte Abstammungslinie lässt sich daraus nicht ableiten, nur eine Familienähnlichkeit über süß-scharf-fruchtig.

Die Senf-Wässerung.

Die dreitägige Wässerung der gestoßenen Senfsaat mit täglich frischem, siedendem Wasser ist eine klassische Technik, um dem Senf seine Bitterkeit und übermäßige Schärfe zu nehmen, bevor er zur Paste weiterverarbeitet wird - historisch wie in heutigen Senfrezepturen belegt.

Was steht wirklich am Schluss?

Die Schlusswendung "das sol man mit recht mit silber wider legen" bleibt unklar. Denkbar ist eine praktische Anweisung, die fertige Mischung mit einem silbernen Löffel oder Gerät wieder einzuschichten - Silber galt als reines, hochwertiges Küchenmaterial. Ebenso denkbar ist ein bildhafter Vergleich zur Betonung der Reinheit oder Heilkraft der Zubereitung, ohne dass tatsächlich Silbergerät gemeint ist. Die Parallelhandschriften zeigen an dieser Stelle Schwankungen im Wortlaut (w1-097 identisch, mon-244 "wider wegen", mha-146 "vnnder weilen von recht mit silber") - das bestätigt eher handschriftliche Unsicherheit als dass es die Bedeutung klärt.

Praxis.

Senfsaat im Mörser stoßen, mit siedendem Wasser übergießen und zu einem Teig verrühren; drei Tage in Folge morgens das alte Wasser abgießen und durch frisches, siedendes Wasser ersetzen. Am dritten Morgen den entschärften Senf mit gutem Bieressig anreiben. Meerrettich klein schneiden, Petersilie mit Wurzel und Koriander im Mörser stoßen, den Koriander durch ein Sieb passieren. Gesottene Birnen, Rosinen, geschälte Mandeln und Honig untermischen - das ergibt eine stückige, chutney-artige Würzpaste, keine glatte Sauce; bei Zusatz von Früchten, Rosinen und Mandeln ist eine wirklich glatte Textur mit Mörser oder Reibe kaum erreichbar. Die Paste schichtweise zwischen das Kraut legen. Am Markttag selbst ist kein Ofen und keine Kühlkette nötig - die Endmontage dauert 30 bis 45 Minuten. Mengenangaben fehlen im Original vollständig und müssen vorab selbst festgelegt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="pottigen krawtt" resp="#fyndling">CoReMA glossiert diesen Ausdruck als Sauerkraut, also fermentiertes, eingelegtes Kraut - nicht bloß 'gutes Kraut' im allgemeinen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="Seniff" resp="#fyndling">Senfsaat. Das dreitägige Wässern mit täglich frischem, kochendem Wasser entzieht den Körnern Bitterstoffe und übermäßige Schärfe, bevor sie zur Paste verarbeitet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="Regelspiernn" resp="#fyndling">Eine Birnensorte bzw. gesottene Birnen, hier als weicher, süßer Bestandteil der Gewürzpaste.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="welhischs weinper" resp="#fyndling">Wörtlich 'welsche Weinbeeren', also importierte Rosinen aus romanischsprachigen Ländern.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="honigsam" resp="#fyndling">Honigseim, also fließender, unverarbeiteter Honig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="aewgsten" resp="#fyndling">Bairisch 'Augsten' für den Monat August, den klassischen Sauerkraut- und Erntemonat. Die Parallelhandschrift w1-097 schreibt an derselben Stelle ausgeschrieben 'in den haissen augst' (im heißen August) - bestätigt diese Lesart. Die Schreibung 'aewgsten' selbst ist im Korpus sonst nicht belegt (Hapax).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-093-orig" n="mit silber wider legen" resp="#fyndling">Unklare Schlusswendung: möglicherweise eine Anweisung, das Gericht mit einem silbernen Löffel oder Gerät sorgfältig wieder einzuschichten und zu verschließen, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-093-orig" n="gevaett" resp="#fyndling">Als 'passiert/gesiebt' übersetzt: der gestoßene Koriander wird durch ein Sieb gestrichen, um eine feine Konsistenz zu erhalten - passend zur direkt folgenden Nennung 'durch ein sib'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-093-orig" n="das sol man mit recht mit silber wider legen" resp="#fyndling">Als praktische Anweisung gelesen: man solle die fertige Zubereitung ordentlich verschließen bzw. mit einem silbernen Löffel oder Gerät wieder einschichten - Silber galt als reines, hochwertiges Küchengerät.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-094-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine als Morchelpilz verkleidete Hühnerfarce: gehacktes Hühnerbrustfleisch wird mit Ei, Mehl, Brot, Pfeffer und Salz zu einer bindigen Farce verarbeitet, um zwei Stecken zu Morchel-Kappen geformt, in Brühe gegart, mit gewürztem Ei gefüllt und am Spieß fertiggebraten. Ein Schaugericht ohne direkten Nachfahren in der heutigen Alltagsküche - texturell am nächsten kommt die bis heute verbreitete Marzipan-Pilz-Konfektion, deren mittelalterliches Gegenstück im selben Buch steht (die süße Mandel-Morchel-Variante), aber eine andere, süße Zubereitung ist.

chullpatt - die Morchel-Form. Das Wort ist im Wörterbuch nirgends belegt und wird hier als 'knollig/klumpig geformt' gelesen. Die Zwillingshandschriften stützen das: eine Parallelfassung hat an derselben Stelle 'kulpat' und liest es dort ausdrücklich als 'kolbenförmig', eine weitere hat 'kulpot' - dieselbe Wortform in bairisch/wienerischer Schreibvariante (ch/k-Wechsel). Das mittelhochdeutsche Lemma 'kolben' ist für knopf- und kolbenförmige Gegenstände gut belegt. In der Praxis heißt das: Die Farce wird vorne am Stecken zu einer runden, leicht zulaufenden Kappe geformt, die die Morchelform nachbildet.

Praxis. Hühnerbrust klein hacken und mit Ei, Mehl, Brot, Pfeffer und Salz zu einer bindigen Farce verkneten - das Ei bindet, Mehl und Brot nehmen Feuchtigkeit auf und geben der Farce Stand. Zwei Stecken vorne zu einer knolligen Kappe formen und in wallende Brühe legen, bis sie darin gesetzt/gefestigt ist. Die übrige Farce wird direkt, ohne Vorgaren, um den Spieß gewickelt - vermutlich, weil der Topf durch die erste Charge belegt ist, der Text nennt dafür aber keinen Grund. Wie aus der geformten Kappe ein Hohlraum für die Ei-Füllung entsteht, sagt der Text nicht; naheliegend ist, dass der Formstecken beim Herausziehen einen Hohlraum hinterlässt - das ist eine Ergänzung aus der Küchenlogik, keine Textaussage. Zum Schluss die Kappen mit gewürzten Eiern füllen und am Spieß gar braten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-094-orig" n="Mawrochen / maurochen" resp="#fyndling">Morcheln - hier nicht als Zutat, sondern als Formziel gemeint: die Hühnerfarce wird so geformt, dass sie wie Morchelpilze aussieht. Ein bekanntes Motiv für Schaugerichte in mittelalterlichen Kochbüchern.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-094-orig" n="chullpatt" resp="#fyndling">Unklarer Begriff, im Wörterbuch nicht belegt. Die Parallelstellen W1 ('kulpat') und München Cgm 5919 ('kulpot') zeigen eine ähnliche Wortform, lösen ihre Bedeutung aber nicht. Im Zusammenhang mit Stäbchen und Morchelvergleich kann sie eine Form des vorderen Endes bezeichnen; genauer ist das nicht zu bestimmen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-094-orig" n="gewurczten ayren" resp="#fyndling">Gewürzte Eier, die als Füllung in die geformten Morchel-Kappen kommen, bevor sie am Spieß fertig gebraten werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-094-orig" n="windt" resp="#fyndling">Von 'winden' - die restliche Farce wird um den Spieß gewickelt, um weitere Morchel-Formen zu erzeugen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-094-orig" n="chullpatt" resp="#fyndling">Bedeutung offen. chullpatt steht mit den zwei Stäbchen und dem Morchelvergleich zusammen; die parallelen Formen W1 kulpat und München Cgm 5919 kulpot sichern keine bestimmte Übersetzung. Als Bezeichnung einer Form am vorderen Ende der Stäbchen ist es möglich, nicht nachweisbar.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-095-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein sämiges Innereien-Mus aus Rehblut und Rehlunge, in Würfel geschnitten und mit Schmalz und Wein gekocht. Es bleibt ein offenes Mus im Topf, nicht eine Wurst in der Pelle.

Die Stelle „sewd es mar". Der Text sagt an dieser Stelle wörtlich „sewd es mar" - „sewd" ist „koche/siede", das folgende Wort „mar" ist unklar. Auffällig: dieselbe Formulierung (bzw. „seud es mare") steht wortgleich in drei weiteren, unabhängigen Handschriften an genau derselben Stelle im Rezept. Das spricht eher für ein tatsächlich in der gemeinsamen Vorlage vorhandenes, heute unklares Wort als für einen Schreibfehler dieser einen Abschrift. Wir übersetzen sinngemäß mit „gut durch", ohne die genaue Bedeutung zu behaupten.

Praxis. Blut und Lunge vom Reh im Wasser sieden, die Lunge würfeln und die Brühe durch ein Tuch seihen, damit keine Haarreste zurückbleiben. Alles mit Schmalz und Wein wieder in den Topf geben und kräftig sieden. Der Text nennt für das gleichmäßige Dickbleiben weder eine genaue Dauer noch ein Bindemittel oder dessen Wirkungsweise; eine moderne Bindetechnik gehört deshalb nicht in die Nachkoch-Anweisung. Zum Anrichten gemahlenen Pfeffer darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-095-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Meint hier ein sämiges Mus/Pürree, nicht speziell 'Gemüse' im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-095-orig" n="wurfflat" resp="#fyndling">Würfelig geschnitten, eine feste Schnitttechnik-Bezeichnung dieser Zeit.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflat"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-095-orig" n="har" resp="#fyndling">Haar - beim Seihen sollen keine Haarreste der Organe in der Brühe zurückbleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-095-orig" n="topph" resp="#fyndling">Bairische Schreibvariante von 'Topf', gemeint ist das Kochgefäß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-095-orig" n="sewd es mar" resp="#fyndling">Wir lesen 'sewd es' als 'koche es' und übersetzen das nachfolgende, unklare 'mar' sinngemäß als Verstärkung ('gut durch') - die genaue Wortbedeutung von 'mar' ist an dieser Stelle nicht sicher zu bestimmen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-096-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein fertiges Gericht, sondern eine haltbare Vorrats-Basis: getrocknetes Weißbrot wird zu Pulver verarbeitet und trocken im Lederbeutel gelagert, um erst bei Bedarf mit Wein, Fett, Ei und Pfeffer zu einer Sauce oder einem Mus angerührt zu werden. Die Grundidee - Brot als Bindemittel, das erst durch Flüssigkeit zur fertigen Sauce wird - lebt bis heute in mit Semmelbröseln gebundenen Saucen und Suppen fort.

Das Dörren des Weißbrots entzieht Feuchtigkeit für die Haltbarkeit, die genaue Methode (Ofen, Sonne, Feuernähe) bleibt offen. Das Reiben durch ein Sieb zerkleinert das spröde Trockenbrot zu Krümeln, vergleichbar dem heutigen Reiben von Semmelbröseln; wie fein das Ergebnis ausfällt, sagt der Text nicht. Der lederne Beutel hält Feuchtigkeit fern und verhindert Verklumpen oder Schimmel.

Offen bleibt, ob die Mischung aus Wein, Schmalz, Ei und Pfeffer vor dem Verzehr erwärmt wird: Der Text nennt kein Hitzeverb. Ob und wie eine heutige Zubereitung mit Ei erhitzt wird, ist deshalb eine eigenständige Entscheidung; eine historische Anweisung zum Stocken oder Andicken durch Hitze gibt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-096-orig" n="Condiment" resp="#fyndling">Meint hier keine moderne Tischsauce, sondern allgemein eine Würzzubereitung oder ein Mus, das erst bei Bedarf angerührt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-096-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Steht für ein Mus oder Brei - eine dickliche, breiige Zubereitung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-096-orig" n="lidrein peawtel" resp="#fyndling">Ein lederner Beutel, der Feuchtigkeit fernhielt und das getrocknete Brotpulver vor Verklumpen oder Schimmel schützte.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-096-orig" n="dikchs" resp="#fyndling">Unklare Stelle, gemeint ist wohl 'etwas Dickes' im Sinn einer beliebigen eindickenden Zutat nach Wahl. Details siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-096-orig" n="dikchs" resp="#fyndling">Substantiviertes Adjektiv 'Dickes', eine beliebige eindickende Zutat nach Wahl</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-096-orig" n="Erwärmung der Wein-Schmalz-Ei-Pfeffer-Mischung" resp="#fyndling">Offen - der Text nennt kein Hitzeverb</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-097-trans" resp="#fyndling">Was ist sicher belegt?

Die Eier werden an beiden Enden geöffnet, die Dotter mit Salbei vermengt und wieder eingefüllt. Danach kommen sie in heißes Wasser, werden geschält und gebraten. Zum Schluss nennt der Text einen Beschlag mit Ei, Kräutern und Safran.

Was bleibt offen?

B4 erklärt weder, wie der Inhalt entnommen wird, noch Temperatur, Dauer oder Garziel des Wasserbads. Das parallele W1-Rezept ergänzt diese Angaben ebenfalls nicht. Erst das verwandte Meister-Hans-Rezept nennt Ausblasen ausdrücklich; das ist eine plausible Vergleichsbeobachtung, aber kein B4-Arbeitsschritt. Ebenso bleibt offen, wie der Beschlag aus Ei, Kräutern und Safran zubereitet oder aufgetragen wird; ein weiterer Bratschritt steht nicht im Text.

Praxis.

Für eine Erprobung müssen Öffnen und Befüllen, Wasserbad und Beschlag eigenständig entschieden werden. Diese Entscheidungen sind moderne Erprobung und keine von B4 überlieferte Verfahrensbeschreibung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-097-orig" n="peden ortternn" resp="#fyndling">Wörtlich „an beiden Orten/Enden“: Die Eier werden an beiden Enden geöffnet. Wie ihr Inhalt dabei entnommen wird, erläutert B4 nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-097-orig" n="tutternn" resp="#fyndling">Bairisch für Eigelb (Dotter).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-097-orig" n="peslach" resp="#fyndling">Von „beschlagen“. Der Text nennt Ei, Kräuter und Safran, erläutert aber nicht, in welcher Form oder mit welchem Verfahren sie verwendet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-097-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran ist Teil des abschließenden Beschlags. Seine genaue Funktion und Verarbeitung nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-097-orig" n="wireff" resp="#fyndling">Form von „werfen“: Die gefüllten Eier kommen in heißes Wasser. Garart, Dauer und Garzustand bleiben offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-097-orig" n="slach sy an peden ortternn auff … full sy wider in" resp="#fyndling">Die Eier werden an beiden Enden geöffnet und später wieder befüllt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-097-orig" n="peslach sy mit ayren vnd mit chreawttern vnd mit saffran vnd gib sy hin" resp="#fyndling">Nach dem Beschlagen folgt unmittelbar das Servieren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-098-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Brot-Butter-Ei-Fülle mit Salbei und Pfeffer, die zurück in die eigene leere Eierschale gefüllt und am Spieß gegart wird - im Kern ein herzhaftes Bratei im eigenen Naturgefäß. Eine durchgehende Überlieferungslinie zu einem lebenden Nachfahren lässt sich nicht ziehen; am ehesten vergleichbar ist die Grundidee gefüllter Eier, bei denen Schale oder Eiweiß mit einer angereicherten Masse befüllt werden - dort allerdings kalt und ohne erneutes Garen in der Schale.

Crux: „prat es hertt". Mhd. herte kann sowohl die Konsistenz (hart, fest) als auch adverbial die Intensität einer Handlung (kräftig, gründlich) meinen. Beide Lesarten führen zum selben Ergebnis - fest gebratene, geröstete Brotbrösel als Basis der Füllung - und werden hier nicht gegeneinander entschieden.

Praxis. Brot fein reiben und in Butter braten, bis die Brösel fest werden - das entzieht Feuchtigkeit und gibt Röstaroma, damit die Masse mit dem später zugegebenen rohen Ei nicht durchweicht. Viele Eier, getrockneten Salbei und Pfeffer daruntermischen und die Masse in die vorsichtig entleerten, leeren Eierschalen füllen. Das Befüllen einer dünnen, zerbrechlichen Schale braucht Übung; am Spieß über dem Feuer balanciert eine gefüllte Schale schlecht, und ein Bruch durch Hitzeschock ist die realistischste Fehlerquelle - nicht Zutaten oder Kühlung. Garzeit und Garprobe nennt der Text nicht; in der Praxis empfiehlt sich, bis die Füllung sichtbar fest ist zu garen, da rohes Ei im Kern bei diesem dünnen, ungleich hitzeleitenden Gefäß ein Risiko bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-098-orig" n="Spiss" resp="#fyndling">Der Bratspieß, hier zum Garen der gefüllten Eierschalen über offenem Feuer benutzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-098-orig" n="ayr schallen" resp="#fyndling">Die leeren Eierschalen dienen selbst als kleines Backgefäß für die Füllung - ein praktischer Trick, um ein vorhandenes Naturgefäß weiterzuverwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-098-orig" n="menig" resp="#fyndling">Bedeutet 'viel/viele' - hier: viele Eier werden der Brot-Butter-Masse zugegeben, keine genaue Zahl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-098-orig" n="prat es hertt" resp="#fyndling">Das geriebene Brot wird in Butter angebraten, bis es hart bzw. fest wird - eine Art gerösteter Brotbrösel als Basis der Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-098-orig" n="Garzustand der Füllung" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Dauer oder Garprobe für die Ei-Füllung in der Schale; für die Praxis empfiehlt sich, bis die Füllung sichtbar fest ist zu garen, da rohes Ei im Kern bei diesem dünnen Schalengefäß ein Risiko bleibt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-099-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gekochtes, geleertes Ei dient hier selbst als Kochgefäß: die Schale bleibt der Behälter, gefüllt wird sie mit einer rohen Ei-Kräuter-Safran-Masse, die anschließend im siedenden Wasser nachgegart wird und stockt. Das Ergebnis ist eher ein kleines Ei-Kräuter-Timbale in der eigenen Schale als das heutige kalte Partei-Ei mit Mayonnaise-Füllung: die moderne Füllung wird kalt aus gekochtem Eigelb angerührt, hier dagegen wird sie roh angesetzt und noch einmal gegart, bis sie fest ist. Eine durchgehende Überlieferungslinie zwischen dem 15. Jahrhundert und heute lässt sich daraus nicht ableiten - nur eine strukturelle Verwandtschaft in Form und Namen.

Woher kommen die leeren Schalen? Der Text selbst beschreibt nur, dass die fertige Masse zurück in die Schalen kommt - wie die Schalen zuvor vorbereitet wurden, steht hier nicht. Das ist fummelige Handarbeit - die Schale bricht dabei leicht.

Praxis. Salbei fein hacken und in Butter anschwitzen, bis das Aroma austritt. Mehrere rohe Eier mit weiteren Kräutern, Safran und Salz zu einem streichfähigen Mus verrühren - der Safran sorgt vor allem für die goldgelbe Farbe. Das Mus zurück in die Schalen füllen und die gefüllten Eier in siedendem Wasser sieden lassen, bis die Füllung gestockt ist - eine feste Zeitangabe nennt der Text nicht, hier hilft nur die Garprobe. Rechne mit rund 45 Minuten insgesamt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-099-orig" n="habech muss" resp="#fyndling">Wörtlich 'Habichtsmus', aber ein Gerichtname für die Eier-Kräuter-Füllung - kein Habicht-Fleisch als Zutat. Vergleichbar mit anderen im Korpus belegten Gericht-Namen, die nicht wörtlich auf ihren Ausgangsstoff verweisen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-099-orig" n="inputteren" resp="#fyndling">'In Butter' - der Salbei wird in Butter angebraten. Per CoReMA-Sachglosse eindeutig als Butter bestätigt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-099-orig" n="chrewtter" resp="#fyndling">Allgemeiner Begriff für Kräuter, nicht näher spezifiziert - der Text nennt nur Salbei namentlich, weitere Kräuter bleiben offen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-099-orig" n="menig" resp="#fyndling">Quantifiziert nicht die zuvor genannte Butter, sondern die im nächsten Satzteil folgenden Eier ('mehrere/einige Eier'). Die unmittelbar vorangehende Anleitung derselben Handschrift verwendet dieselbe Konstruktion und legt sie eindeutig auf die Eier aus, ebenso zwei Parallelrezepte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-099-orig" n="habech muss" resp="#fyndling">Gerichtname für die Ei-Kräuter-Füllung, keine tierische Zutat 'Habicht'. Übersetzt als 'Habichtsmus' als eigenständiger Name, ohne dass Habichtfleisch tatsächlich verwendet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-099-orig" n="menig" resp="#fyndling">Mengenangabe für die Eier ('mehrere/einige Eier') im Füllmus, nicht für die zuvor genannte Butter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-099-orig" n="Gardauer des Siedens" resp="#fyndling">Keine Zeitangabe im Text - sieden, bis das Ei-Kräuter-Mus in der Schale gestockt ist (Garprobe statt fixer Zeit).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-100-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Safran gelb gefärbter, mit geriebenem Brot gebundener Milchsud, in dem ganze Eier aufgewallt und heiß serviert werden. Die Grundidee - gekochte Eier in einer sämigen, gewürzten weißen Sauce - ist strukturell mit bis heute bekannten Gerichten wie Eiern in Senfsoße oder Rahmsauce verwandt, ohne dass eine direkte Abstammung behauptet wird. Die Bindung über eingeweichtes, geriebenes Brot statt einer Mehlschwitze ist eine im Mittelalter breit belegte Technik, kein Merkmal nur dieser Handschrift.

Unklar bleibt, ob die Eier vor dem Einlegen bereits gegart waren oder roh in die heiße Sauce gegeben und nur kurz miterhitzt wurden - der Text nennt weder einen Vorgarschritt noch eine Gardauer danach für die Eier.

Praxis. Milch mit sauberem, geriebenem Brot, Safran und Salz bei mittlerer Hitze einkochen, bis die Masse dick bindet - das Original nennt dafür keine Zeit oder Hitzestufe, hier hilft nur die eigene Erfahrung. Vorgekochte, geschälte Eier ganz oder halbiert in die fertige Sauce legen, kurz darin erwärmen und einmal aufwallen lassen, dann sofort servieren. Gesamtzeit am Feuer unter 20 Minuten, kein Ofen und keine Spezialausrüstung nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-100-orig" n="schon prat" resp="#fyndling">‚Schon' heißt hier nicht ‚schön' im ästhetischen Sinn, sondern ‚sauber, gründlich'. Gemeint ist sauberes, geriebenes Brot als Bindemittel, nicht Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-100-orig" n="gefullt ayr" resp="#fyndling">‚Gefüllte Eier' meint hier vermutlich nicht mit einer Masse gefüllte Eier, sondern in die dicke Milch-Brot-Sauce eingelegte, ganze (gekochte) Eier - das Gericht ist mit Eiern ‚gefüllt'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-100-orig" n="saluay" resp="#fyndling">Namensgebendes Kraut des Gerichts, vermutlich Salbei - taucht aber im Zubereitungstext selbst nicht mehr auf. Siehe interpretive_choices für die offene Alternativlesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-100-orig" n="saluay" resp="#fyndling">Salbei (Salvia officinalis), das namensgebende Kraut des Gerichts. Wörterbuchbelege (Diefenbach: 'der-, velt-saluay'; Wülcker: 'salbei, saluay') stützen diese Lesart. Dass es im Zubereitungstext nicht erwähnt wird, ist vermutlich eine Textlücke.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-100-orig" n="leg die ayr dar In . er well sy" resp="#fyndling">Die Eier sind bereits vorgegart (z. B. hart gekocht, geschält) und werden in die fertige, dicke Sauce eingelegt, dort nur kurz erwärmt und einmal aufgewallt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-101-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine warme, süß-saure Bier-Butter-Sauce mit gehacktem Salbei zu gewällten (gekochten) Eiern - ein einfaches Gericht aus wenigen Grundzutaten. Im Prinzip ein Vorläufer der bis heute vor allem in Bayern und Franken bekannten „Sauren Eier“: hartgekochte Eier in einer warmen, säuerlichen Sauce. Die heutige Version arbeitet meist mit einer Mehlschwitze statt Bier und verzichtet auf Salbei - gemeinsam ist nur das Grundprinzip, nicht die genaue Rezeptur.

Der Transkripttext ist eine reine Zutatenaufzählung: „Nimm Bier und Butter und gehackten Salbei, Essig und Salz“ - kein einziges Verb für Erwärmen, Mischen oder Servieren steht im Text außer dem einleitenden „Nim“ (nimm). Ob und wie die Zutaten erhitzt oder kombiniert wurden, sagt die Handschrift nicht; das bleibt hier bewusst offen statt als Fakt behauptet zu werden.

Bier und Butter binden ohne Ei, Brot oder ein anderes Bindemittel nicht zu einer stabilen Sauce - im Rezept fehlt jeder Emulgator. Was dabei entsteht, ist bestenfalls eine warme, aromatisierte Flüssigkeit, die sich beim Stehen wieder in eine fettige und eine wässrige Phase trennt.

Praxis. Folgt man der Gattungskonvention vergleichbarer Rezepte (die Butter muss schmelzen, das Bier braucht Wärme um sich mit ihr zu verbinden, Essig kommt typischerweise erst gegen Ende dazu, damit seine Schärfe nicht verkocht), lässt sich das Rezept so nachkochen: Bier und Butter in einem kleinen Topf gemeinsam erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist, gehackten Salbei einrühren, mit Essig und Salz abschmecken und über die geschälten, warmen Eier geben. Das ist eine plausible, aber im Text nicht belegte Rekonstruktion.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-101-orig" n="gewellten" resp="#fyndling">Von mhd. 'wellen/wallen' = sieden, kochen. Gemeint sind im Wasser gekochte Eier, weich oder hart.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-101-orig" n="esseach" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Schreibvariante von Essig, hier durch die CoReMA-Sachglosse als 'vinegar' bestätigt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-101-orig" n="saluay" resp="#fyndling">Bairische Form von Salbei (lat. salvia), ein häufiges Küchenkraut der Zeit.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-101-orig" n="pier" resp="#fyndling">Bairische Schreibform von Bier (mhd. 'bier'), keine inhaltliche Abweichung.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-102-orig" n="pon" resp="#fyndling">Meint hier nicht echte Bohnen, sondern das Gericht selbst: aus Eierteig geformte 'Bohnen'. Ein typisches Schaugericht des Spätmittelalters, das mit der Erwartung der Tafelrunde spielt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-102-orig" n="wuerfflat" resp="#fyndling">Würfelig geschnitten, hier im Sinn von klein und bohnenförmig zugeschnittenen Teigstückchen. Die Schnittform-Lesart wird durch den Beleg in b4-075 ('Dattelkerne würfelig schneiden') gestützt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-102-orig" n="ayr prue" resp="#fyndling">Eierbrühe, eine mit verquirltem Ei angereicherte, klare Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-102-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">Meint hier abtropfen und trocknen lassen, nicht 'trocken' im Sinne von wasserlos gekocht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-102-orig" n="wuerfflat" resp="#fyndling">Als würfelig/klein geschnitten gelesen, im Anschluss an die im Korpus belegte Wortfamilie 'wurfflott/wirffladt' (würfelig) - die Teigstücke werden in Bohnengröße gewürfelt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-102-orig" n="ayr taig" resp="#fyndling">Als klassischer Eierteig aus Ei und Mehl gelesen, wie er für ausgerollte und geschnittene Teigwaren der Zeit üblich war (vgl. Nudel-/Fadenteig-Rezepte).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-103-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein einfaches Gemüsegericht aus jung geernteten, grünen Saubohnen (Ackerbohnen, Vicia faba) in einer sauer-würzigen, mit eingeweichtem Brot gebundenen Sauce aus Pfeffer, der dreifachen Menge Kümmel, Safran, Salz, Essig und Bier. Der Schlusssatz überträgt dasselbe Verfahren auf grüne Erbsen. Nächste lebende Verwandtschaft sind bairisch-österreichische Saubohnengerichte mit Kümmel, wie sie regional bis heute zubereitet werden - nicht die schlanke grüne Bohne (Phaseolus vulgaris), die es 1450 in Europa noch nicht gab.

Was heißt 'grün' bei den Bohnen? 'Grunn pon' bzw. 'gruen pon' bezeichnet frische, grün geerntete, also ungetrocknete Saubohnen - im Gegensatz zu den getrockneten Vorratsbohnen, die im Mittelalter den Großteil des Jahres den Speiseplan bestimmten. An anderen Stellen des Korpus liest dieselbe Wortform gelegentlich auf den Garzustand (roh statt gekocht) bezogen; im vorliegenden Rezept sprechen aber sowohl das ausdrückliche Sieden als auch der direkte Textzwilling derselben Handschriftenfamilie eher für den Erntezustand als für einen Hinweis auf rohen Verzehr.

Wird die fertige Masse noch einmal aufgekocht? Der Schlusssatz ('das gemallen gesotten darauff gib es hin') lässt offen, ob sich 'gesotten' auf ein kurzes zweites Aufkochen der übergossenen Masse bezieht oder schlicht auf die im ersten Schritt bereits gesottenen Bohnen zurückverweist. Der Text nennt keine Dauer, und keine der beiden Lesarten ändert etwas an Geschmack oder Bekömmlichkeit.

Praxis. Die Saubohnen in Wasser sieden, bis sie gar sind. Für die Sauce eingeweichtes Weißbrot mit Pfeffer und der dreifachen Menge Kümmel, dazu Safran, Salz, Essig und Bier im Mörser zu einer dicken, nicht wässrigen Masse verarbeiten - das Brot bindet hier, wo heute eine Mehlschwitze stünde. Die Masse über die gesottenen Bohnen gießen, nach Wahl kurz mit erhitzen oder direkt vermischt auftragen. Bewusst ohne Fett oder Öl: Die Sauce bleibt mager und säurebetont. Grüne Erbsen lassen sich nach demselben Verfahren zubereiten.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-103-orig" n="Grunn pon" resp="#fyndling">Gemeint sind frische, grün geerntete Saubohnen (Ackerbohnen, Vicia faba), nicht die schlanke grüne Bohne (Phaseolus vulgaris), die erst nach 1492 nach Europa kam.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-103-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">Meint 'dickflüssig, nicht wässrig gekocht' - die Brot-Gewürz-Masse soll fest und sämig sein, nicht trocken im Sinn von staubig.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-103-orig" n="dreystund" resp="#fyndling">Wörtlich 'dreimal': Der Kümmel wird in dreifacher Menge gegenüber dem Pfeffer eingesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-103-orig" n="esseach" resp="#fyndling">Gelesen als Essig, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse - im B4-Korpus mehrfach bezeugt (u.a. b4.101, b4.109, b4.33, b4.22), aber außerhalb dieser Sachglossen in keinem Standardwörterbuch verzeichnet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-103-orig" n="gews" resp="#fyndling">Von mhd. 'giezen' (gießen): das Übergießen der Bohnen mit der fertigen Gewürzmasse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-103-orig" n="Grunn pon / gruen pon" resp="#fyndling">Frische, grün geerntete (ungetrocknete) Saubohnen - Bezug auf den Erntezustand, nicht auf Farbe oder späteren Garzustand.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-103-orig" n="das gemallen gesotten darauff" resp="#fyndling">'gesotten' verweist zurück auf die im ersten Schritt bereits gesottenen Bohnen; die gemahlene Masse wird darauf gegossen, ein zweites Aufkochen ist nicht zwingend im Text angelegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-104-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fastenbutter aus geschälten, gekochten und passierten Ackerbohnen - kein Milchprodukt, sondern ein pflanzlicher Butterersatz für die Fastenzeit. Funktional der Vorfahr heutiger veganer Butter-Alternativen auf Hülsenfruchtbasis; entfernt verwandt auch mit modernen Bohnenmus-Aufstrichen wie Ful, wobei die Bohne dort meist eigenständiges Gericht bleibt statt zu Butterersatz zu werden. Fast wortgleich überliefert im Zwilling w1-109.

Was sind die 'vorgenanten condimenten'? Das Rezept verweist auf das unmittelbar vorangehende Rezept derselben Handschrift und desselben Folios, b4-103 ('Grüne Bohnen mit Brot-Gewürz-Sauce'): eine im Mörser zerstoßene, dicke Masse aus Weißbrot, Pfeffer, der dreifachen Menge Kümmel, Safran, Salz, Essig und Bier. Statt sie wie dort über gesottene Bohnen zu gießen, wird sie hier zum Aufkochen der abgezogenen Bohnenschalen zweitverwertet.

Wasser oder Lauge? Die Handschrift liest an der entscheidenden Stelle „wallunde lang" - siedend, lange. Ob mit reinem Wasser oder mit Lauge gekocht wurde, lässt sich aus B4 selbst nicht sicher klären: der Zwilling w1-109 liest an derselben Stelle „wallunde Laug" (siedende Lauge), und ein unabhängiger Korpusbeleg (mha-027) bestätigt Laugenbehandlung als reales Verfahren zum Lösen von Bohnen- und Erbsenhülsen. Die B4-Transkription selbst stützt jedoch die Wasser-Lesart - die Praxis-Empfehlung unten folgt deshalb dieser Lesart.

Praxis. Getrocknete Ackerbohnen vor dem Kochen über Nacht einweichen - im Text nicht erwähnt, aber ohne Einweichen dauert das Lösen der Schale deutlich länger, als sich in neunzig Minuten unterbringen lässt. Die Bohnen anschließend lange in kochendem Wasser köcheln, bis sich die Schale löst; je nach Bohne braucht das ein bis mehrere Stunden. Danach durch ein Sieb gießen oder auf einer Reibe abreiben, um Fruchtfleisch und Schale zu trennen. Die abgetrennten Schalen separat mit der Gewürzmischung aufkochen und für sich auftragen - eine sparsame Zweitverwertung, kein Abfall. Aus dem passierten Bohnenmus lässt sich die Butter herstellen; wie genau (etwa durch Stampfen oder Fettzugabe), bleibt im Text offen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-104-orig" n="putteren" resp="#fyndling">Butterersatz, keine echte Milchbutter. Die CoReMA-Sachglosse identifiziert das Wort ausdrücklich als 'butter substitute' - diese Fastenbutter ersetzte während der Fastenzeit die verbotene tierische Butter.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putteren"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-104-orig" n="ponmach" resp="#fyndling">Die reife, rohe Ackerbohne - der Rohstoff für die Fastenbutter. CoReMA glossiert das Wort selbst als 'broad bean', nicht als fertiges Mus; das Mus entsteht laut Rezept erst durch das anschließende Kochen und Passieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-104-orig" n="palkch / pelg" resp="#fyndling">Die Schale bzw. Hülse der Bohne, die sich beim Kochen löst und abgesiebt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-104-orig" n="condimenten" resp="#fyndling">Gewürz- oder Würzmischung. 'Vorgenant' (vorgenannt) verweist auf das unmittelbar vorangehende Rezept derselben Handschrift, b4-103 ('Grüne Bohnen mit Brot-Gewürz-Sauce', gleiches Folio 088r) - dort wird exakt eine solche Sauce aus Weißbrot, Pfeffer, der dreifachen Menge Kümmel, Safran, Salz, Essig und Bier im Mörser zu einer dicken Masse zerstoßen. Die Wiederverwendung derselben Würzsauce für einen völlig anderen Zweck (hier: Aufkochen der abgezogenen Bohnenschalen statt Übergießen gesottener Bohnen) ist für Kompilations-Handschriften wie B4 typisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-104-orig" n="erwell" resp="#fyndling">Aufkochen bzw. aufwallen lassen, hier bezogen auf die separat weiterverarbeiteten Bohnenschalen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-104-orig" n="ponmach" resp="#fyndling">Reife, rohe Ackerbohne. CoReMA identifiziert 'ponmach' selbst als 'broad bean' - den rohen Rohstoff, nicht das fertige Mus, das laut Rezepttext erst durch das anschließende Kochen und Sieben entsteht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-104-orig" n="wallunde" resp="#fyndling">Kochende bzw. siedende Flüssigkeit, von 'wallen' = aufwallen, sprudelnd kochen. Die B4-Handschrift selbst liest an dieser Stelle 'lang' (lange, zur Kochdauer), nicht 'Laug'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-104-orig" n="palkch / pelg" resp="#fyndling">Schale bzw. Hülse der Bohne, gemäß CoReMA-Sachglossierung als 'legume skin' identifiziert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-104-orig" n="gedigenn" resp="#fyndling">Reif bzw. ausgereift, zur Wortfamilie 'gedîhen' (gedeihen) gehörig, hier als Beschreibung der zu verwendenden Bohnen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-105-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dünner Getreide-Milch-Brei aus Hafer-, Weizen- oder Hirsegrütze, mit Safran gefärbt und mit Butter verfeinert. Die nächste lebende Verwandte ist der heutige Hafer- oder Hirse-Milchbrei (Porridge); die mit Safran gefärbte Getreide-Milch-Speise hat in der englischen frumenty (Weizengrütze in Milch mit Safran) ein zeitgenössisches Gegenstück - keine Abstammungslinie, sondern eine parallele europäische Tradition desselben Speisetyps.

Zur Konsistenz. Der Text beschreibt den Brei als dunnelecht, also dünnflüssig - vergleichbar einem sämigen, nicht standfesten Porridge. Der Parallelzeuge w1-110 liest an derselben Textstelle ein anderes Wort (dumelecht, dort als „daumendick" übersetzt, also eine sehr feste Konsistenz) - eine Diskrepanz zwischen den beiden Handschriften, die sich nicht auflösen lässt. Diese Übersetzung folgt der eigenen, gut gestützten b4-Lesart: ein dünnflüssiger Brei.

Praxis. Grütze (bevorzugt Hafer) in Milch aufsetzen und köcheln, bis sie dünnflüssig gebunden ist - die Stärke des Getreides bindet von selbst, ein zusätzliches Bindemittel ist nicht nötig. Safran und Butter erst gegen Ende zugeben, das schont Safranfarbe und -aroma. Einmal aufwallen lassen, um die Zutaten zu verbinden, danach direkt auftragen. Für eine mehrtägige Standzeit im Lager ist geklärte Butter (Butterschmalz) robuster als frische Butter, die bei sommerlicher Hitze schneller ranzig wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-105-orig" n="pampel muss" resp="#fyndling">Allgemeiner Name für einen Brei oder eine Mus-Speise, ohne dass eine bestimmte Grundzutat festgelegt wäre - hier aus Getreide und Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-105-orig" n="greus" resp="#fyndling">Grütze, also grob geschrotetes oder ganzes, weich gekochtes Getreidekorn.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-105-orig" n="erwell" resp="#fyndling">Aufwallen lassen, also kurz aufkochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-105-orig" n="waykch" resp="#fyndling">Als 'weich' gelesen, bezogen auf die weich gekochte Hafergrütze - passt zur folgenden Aufzählung der Getreide-Alternativen. Die Parallelzeugen w1-110 ('WAich') und mha-100 ('waich') bestätigen diese Lesung eindeutig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-105-orig" n="dunnelecht" resp="#fyndling">Als 'dünnlich' gelesen, eine fnhd. Adjektivbildung mit dem Suffix -echt/-icht (vergleichbar mit 'grünlicht'), die eine dünnflüssige, nicht feste Konsistenz beschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-105-orig" n="hyerzz" resp="#fyndling">Als 'Hirse' gelesen, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse, die das Wort direkt mit Hirse (Wikidata Q165196, common millet) verknüpft, passend in die Reihe der Getreide-Alternativen Hafer/Weizen/Hirse. Die Parallelzeugen w1-110 ('hirs') und mha-100 ('hirss') bestätigen diese Lesung eindeutig gegen die Namens-/Wildfleisch-Lesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-106-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein fein passiertes, mit Weißbrot gebundenes und mit Honig gesüßtes Frucht-Mus aus Kriechenpflaumen (Prunus insititia). Ein direkter lebender Nachfahre ist das österreichische Kriecherlmus (vor allem Wachau und Waldviertel), bis heute aus derselben Frucht nach demselben Grundprinzip gekocht: weichkochen, passieren, süßen.

Warum nicht zu fest passieren? Unter der harten Schale der Pflaumensteine sitzt ein öliges, bitteres Fett, verwandt der Bittermandel-Chemie. Wird der Stein beim Durchstreichen zerdrückt, tritt dieses Fett aus und macht das Mus bitter. Die Anweisung, beim Sieben nicht zu fest zu drücken, ist eine reale Küchenpraxis-Regel - bestätigt auch durch den fast wortgleichen Wiener Zwilling (w1-111), der dieselbe Warnung enthält.

Praxis. Weiße Kriechenpflaumen (ersatzweise Reneklode oder gelbe Mirabelle) gründlich weichkochen, dann mit sanftem Druck durch ein Sieb streichen. Honig, Weißbrot und Kräuter unterrühren und einmal aufwallen lassen, dann servieren. Nur Topf und Sieb nötig, in rund 30 Minuten fertig, ohne Kühlbedarf - auch für die Lagerküche geeignet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="gemuess" resp="#fyndling">Mus/Brei aus zerkochtem und passiertem Obst oder Gemüse, hier aus Pflaumen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="kriechen" resp="#fyndling">Kriechenpflaumen (Prunus insititia), eine alte, kleinwüchsige Pflaumensorte mit festem Fruchtfleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="zeng" resp="#fyndling">Korpusweiter Hapax - nur an dieser Stelle im gesamten Bestand belegt, keine gesicherte Wörterbuch-Deckung. Übersetzung als 'fest' folgt der plausibelsten Lesart im Satzzusammenhang (Warnung vor zu kräftigem Passieren). Der Wiener Zwilling (w1-111) hat an dieser Stelle ein anderes Wort ('cziger'), das dort eine eigene, gesondert dokumentierte Crux ist.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="putteren" resp="#fyndling">Hier nicht die Butter als Zutat, sondern das ölig-bittere Fett aus dem Inneren der Pflaumensteine, das beim zu festen Passieren mit ins Mus geraten könnte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putteren"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="hawtt" resp="#fyndling">Die Schale des Steinkerns, unter der sich der ölige, bittere Inhalt verbirgt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="gekreawt" resp="#fyndling">Vermutlich 'gekräutert', also mit Kräutern versehen - im Originaltext nicht näher spezifiziert.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-106-orig" n="erwell" resp="#fyndling">Aufwallen lassen, kurz aufkochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-106-orig" n="putteren von den kernn vnder der hawtt" resp="#fyndling">Das ölig-fettige, bittere Substanz aus dem Inneren der Pflaumensteine, das beim zu kräftigen Passieren mit ins Mus gelangen könnte - deshalb die Warnung, nicht zu fest zu drücken.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putteren"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-107-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine im Wasserbad langsam gestockte Ei-Milch-Masse mit Safran und Salz - technisch am nächsten an einem festen, ungesüßten Flan: Milch und Eier werden allein durch schonende, indirekte Hitze zu einer festen, schneidbaren Masse gebunden, ohne Lab oder Säuerung. Für die zweite, gegrillte Variante gibt es keine ebenso naheliegende heutige Entsprechung.

Wasserbad-Garung. Der Topf mit der Ei-Milch-Mischung steht nicht direkt am Feuer, sondern in einem Kessel siedenden Wassers - eine schonende, indirekte Hitze, die die Masse gleichmäßig gerinnen lässt, statt sie am Topfboden anbrennen zu lassen oder ungleichmäßig zu stocken. Die Garzeit gibt der Text nur als Vergleich an ("so lang wie ein Rindfleisch"), also als Erfahrungswert statt als Zeitmaß - das ist eine echte Unschärfe der Quelle, keine Auslassung. Wie dick die Masse im Topf sein soll, bleibt ebenfalls offen und beeinflusst die nötige Garzeit stark.

Pressen und Grillen (zweite Variante). Für die gegrillte Variante wird die bereits fertig gestockte Masse in ein Tuch gelegt und von morgens bis abends unter einem Stein gepresst - ein mechanisches Auspressen von Flüssigkeit, analog zum Käsepressen, das die Masse fest und schneidbar macht. Erst danach wird sie dünn geschnitten, auf einen Spieß gesteckt und über offenem Feuer gebraten - eine trockene Direkthitze zum Bräunen und Erwärmen der bereits durchgegarten Scheiben, kein Räuchern.

Praxis. Für die Grundvariante: Milch mit den Eiern, Salz und Safran im Wasserbad ziehen lassen, bis die Masse an der Garprobe komplett fest ist - der Text nennt keine Uhrzeit, nur den Vergleich mit einem Rinderbraten. Für die gepresste, gegrillte Variante braucht es einen ganzen Tag Vorlauf (Pressen von morgens bis abends); sie eignet sich eher als vorbereitetes Schaustück als für den spontanen Kochtag am Marktfeuer.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-107-orig" n="gemuss" resp="#fyndling">Wörtlich ein allgemeiner Sammelbegriff für eine gekochte, zubereitete Speise, in älteren Glossaren oft mit 'Mus/Puree' wiedergegeben. Hier meint es aber kein Mus im engeren Sinn, sondern eine im Wasserbad fest gewordene Eier-Milch-Speise, also eher einen Eierkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-107-orig" n="twierel" resp="#fyndling">Ein Quirl, das Standardwerkzeug zum Schlagen von Eiern und Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-107-orig" n="Rinttfleisch" resp="#fyndling">Rindfleisch dient hier nur als Vergleichsmaßstab für die Kochdauer, es wird selbst nicht als Zutat verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-107-orig" n="peswer / pespreng" resp="#fyndling">Bairische Lautform mit p statt b: 'peswer' steht für 'beschwere' (mit einem Gewicht niederdrücken), 'pespreng' für 'besprenge' (bestreuen/beträufeln).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-107-orig" n="stozz an" resp="#fyndling">Bedeutet hier 'stecken auf' (den Spieß), nicht 'zerstoßen' im Mörser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-107-orig" n="vnd mit ... (fehlendes zweites Gewürz am Ende)" resp="#fyndling">Die Handschrift bricht nach 'bestreue sie mit Salz und mit ...' ab, das zweite Gewürz fehlt im Manuskript selbst. Die eng verwandte Parallelhandschrift W1 (w1-112) sowie zwei weitere Handschriften derselben Gerichtsfamilie (mon-260, mha-101) überliefern an genau dieser Stelle übereinstimmend 'Pfeffer' - die Lücke lässt sich damit über den Textvergleich mit hoher Sicherheit auflösen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-107-orig" n="als lang als ein Rinttfleisch (Garzeit-Angabe)" resp="#fyndling">Eine bewusst vage Erfahrungsangabe ohne festes Zeitmaß: koche, bis die Masse fest wie ein durchgegartes Stück Rindfleisch ist. Der Text nennt keine Stunden- oder Minutenzahl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-108-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein zweistufig gegarter, gezuckerter Reisbrei - der Vorfahre des heutigen Milchreis/Reispuddings (mit internationalen Verwandten wie Riz au Lait oder Kheer). Statt Kuhmilch kommt hier Mandelmilch zum Einsatz, die klassische Fastenzutat für dieselbe Grundspeise.

Die Garprobe mit dem Ziger-Vergleich.

Die Stelle "zu gent die ziger" ist im Transkript nicht restlos eindeutig zu lesen. Am plausibelsten ist ein Vergleich mit Ziger, einem weichen Frischkäse: Die Körner sollen beim Drücken so weich werden wie Ziger. Der eng verwandte Zwilling w1-113 trägt exakt dieselbe Formulierung ("zu gent dy cziger") - das macht die Ziger-Lesart deutlich wahrscheinlicher als eine vereinzelte Verschreibung, auch wenn eine Lesart als "zergênt" (zergehen) nicht ganz auszuschließen ist.

Wann beginnt der Reis "aufzuwallen"?

Der Text sagt, der Reis solle "vornn auff werffen" beginnen - hier gelesen als "oben/an der Oberfläche aufwallen", sobald das Wasser zu kochen anfängt. Das Wort "vornn" fehlt allerdings im Zwilling w1-113 ganz, dessen Transkript an dieser Stelle nur "so er begynnet auf weriffen" hat. Es könnte sich um einen B4-spezifischen Zusatz ohne eigene Textgrundlage handeln.

Praxis.

Reis in warmem Wasser gründlich waschen, dann im Topf mit reichlich Wasser (eine Daumenbreite über dem Reis) aufsetzen, bis er oben aufzuwallen beginnt. Wasser abseihen, Reis beiseitestellen und nur kurz beziehungsweise handwarm abkühlen lassen - je länger gekochter Reis bei Raumtemperatur steht, desto größer das Risiko unerwünschter Keimvermehrung. Danach mit Mandelmilch auf die Glut (nicht die offene Flamme) setzen und rühren, damit die Körner ganz bleiben; beim Eindicken mit weiterer Mandelmilch die Farbe aufhellen. Gar ist der Reis, sobald sich drei zwischen die Finger genommene Körner mühelos zerdrücken lassen und nichts Hartes mehr spürbar ist. Mit Zucker servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-108-orig" n="haffen" resp="#fyndling">Bairisch für Topf, das übliche Kochgefäß dieser Zeit - nicht zu verwechseln mit 'Hefe'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-108-orig" n="chollen" resp="#fyndling">Glut/Kohlenglut, auf die der Topf zum weiteren, sanfteren Garen gesetzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-108-orig" n="mandel milich" resp="#fyndling">Mandelmilch war die Standard-Fastenzutat, wenn man auf Kuhmilch verzichten musste - hier macht sie das Reismus zudem cremig weiß.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-108-orig" n="ziger" resp="#fyndling">Ziger ist ein weicher Frischkäse/Quark. Der Vergleich dient hier als Bild für die gewünschte weiche, breiartige Konsistenz der Reiskörner in der Garprobe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-108-orig" n="zu gent die ziger" resp="#fyndling">Gelesen als Anweisung, die Körner zu drücken, bis sie weich wie Ziger (Frischkäse) werden und nichts Hartes mehr bleibt - eine bildhafte Garprobe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-108-orig" n="vornn auff werffen" resp="#fyndling">Gelesen als räumliche Angabe: der Reis beginnt oben/an der Oberfläche aufzuwallen, sobald das Wasser zu kochen anfängt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-108-orig" n="secz In hin lass In chalten" resp="#fyndling">Die Dauer des Abkühlens vor der zweiten Garstufe bleibt im Text unbenannt. Praktisch empfiehlt sich, den vorgegarten Reis nur kurz beziehungsweise handwarm abkühlen zu lassen und zügig mit der Mandelmilch weiterzugaren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-109-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gesäuerte, mit Safran und Salbei gewürzte Brühe mit einer weichen Einlage aus verquirltem Ei, Brot und geschnittenem Speck, die direkt in siedendem Wasser gegart wird - statt geformt und separat gebrüht zu werden. Die Technik erinnert an das, was heute als Eierstich oder Einlaufsuppe fortlebt, nur roher und einfacher: keine Form, kein separates Wasserbad, die Masse gart direkt im Kochwasser. Der Speck macht es herzhafter und bäuerlicher als die modernen, meist fleischlosen Nachfolger. Strukturell verwandt, aber kein direkter Nachfahre, ist die italienische Stracciatella, bei der das Ei fein in die heiße Brühe eingerührt statt zu einer festen Einlage gestockt wird - ein anderer Zweig derselben Grundtechnik "Ei in heißer Flüssigkeit gerinnen lassen".

Offen bleibt, ob "gute prue" (die gewürzte Safran-Salbei-Essig-Brühe aus dem ersten Schritt) und das "siedunds wasser", in das die Ei-Brot-Speck-Masse gelegt wird, dieselbe Flüssigkeit meinen oder zwei getrennte Gefäße - der Text verwendet zwei unterschiedliche Wörter, serviert wird aber offenbar ein einziges Gericht. Auch der nahezu wortgleiche Zwillingstext (w1-114) klärt das nicht auf.

Ebenso offen: der Text nennt weder Stückgröße noch Gardauer der Einlage über das einmalige "erwallen" hinaus.

Praxis. Die Ei-Brot-Speck-Masse in kleinen Portionen bzw. Klümpchen einlegen und bis zum sichtbaren Wiederaufwallen garen, damit Ei und Speck im Kern vollständig durchgaren - analog zu Eierstich oder Klößchen. Ein Topf am offenen Feuer genügt, in zwei Schritten: zuerst die Brühe aufkochen, dann die Einlage darin garen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-109-orig" n="Slechtes kosstel" resp="#fyndling">'Slecht' heißt hier 'einfach, schlicht' und nicht 'schlecht' im heutigen Sinn. 'Kösstel' ist ein kleines Gericht oder Süppchen, verwandt mit 'Kost'.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-109-orig" n="schon prott" resp="#fyndling">'Schon' bedeutet hier 'sauber, gründlich' und beschreibt die Qualität des Brotes, nicht seine Ästhetik.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-109-orig" n="temperirs" resp="#fyndling">Bedeutet 'vermenge, verrühre' - vom lateinischen 'temperare' (mischen, abstimmen).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-109-orig" n="zemassen" resp="#fyndling">Bedeutet 'in angemessenem Maß' - die Brühe soll moderat sauer sein, nicht übertrieben scharf abgeschmeckt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-109-orig" n="esseach" resp="#fyndling">Essig - die CoReMA-Sachglosse verknüpft das Wort direkt mit 'vinegar', und die nachfolgende Anweisung 'zemassen Sawr' (angemessen sauer) passt genau zu einer sauren Flüssigkeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-109-orig" n="Gardauer und Stückgröße der Ei-Brot-Speck-Einlage" resp="#fyndling">Textlich nicht spezifiziert. Praxis-Empfehlung: in kleinen Portionen einlegen und bis zum sichtbaren Wiederaufwallen garen, damit Ei und Speck im Kern vollständig durchgaren (analog Eierstich/Klößchen).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-110-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein durchgeschlagenes Birnenmus, das am Schluss mit Eidotter gebunden wird. Es erinnert an das in Österreich und Bayern bis heute verbreitete Birnenmus, die Eidotter-Bindung macht daraus aber eher einen frühen Verwandten der cremig gebundenen Fruchtspeisen als ein reines Kompott - ein benannter moderner Nachfolger lässt sich nicht festmachen, nur eine Familienähnlichkeit zur Gattung.

Der Kochsud. Die Handschrift hat an der Stelle "mit einem wein vnd mit" eine kleine Lücke. Drei unabhängige Parallelrezepte - w1-115 (dieselbe Handschriftenfamilie), bgs-081 (Buch von guter Speise) und sev-206 (eine tschechische Quelle) - haben an exakt dieser Stelle übereinstimmend "Schmalz" ("smalcz"/"smaltze"/"šmalcem"). Die Birnen werden demnach in Wein und Schmalz weichgekocht, nicht in Wein und Wasser - das Fett im Sud macht das später eidottergebundene Mus reichhaltiger.

Das Binden mit Eidotter. Nach dem Durchschlagen durchs Tuch wird das Mus mit Eidotter noch einmal "erwellt". Wörtlich heißt "erwellen" kräftig aufwallen/sieden lassen - bei echtem Sieden gerinnt Eidotter aber leicht zu Flocken statt sich glatt einzubinden. Der Text nennt keine Hitzebegrenzung, es bleibt offen, ob ein leicht griesliges Ergebnis hier in Kauf genommen wurde.

Praxis. Birnen schälen, in Wein und etwas Schmalz weich kochen, dann durch ein Tuch streichen. Das Mus danach nur sanft erwärmen und dabei ständig rühren, während das verquirlte Eidotter eingerührt wird - nicht hart aufkochen lassen, sonst gerinnt das Ei. Frisch zubereiten und zeitnah servieren, das gebundene Mus hält sich nicht lange warm.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-110-orig" n="muss" resp="#fyndling">Hier nicht das Verb 'müssen', sondern das Substantiv 'Mus' im Titel - ein durchgeschlagener, sämiger Fruchtbrei.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-110-orig" n="haffen" resp="#fyndling">Bairisch 'Hafen' = Topf, das gängige Kochgefäß der Zeit.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-110-orig" n="tuech" resp="#fyndling">Ein Tuch, durch das die weichgekochten Birnen gestrichen oder gepresst werden, um Fasern und Kerngehäuse-Reste zu entfernen - eine Art Passiertuch.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-110-orig" n="erwell" resp="#fyndling">Von 'erwellen': kurz aufwallen lassen, hier um das Eidotter unterzurühren und die Masse zu binden.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-110-orig" n="gancz" resp="#fyndling">Wörtlich 'ganz' im Sinn von 'vollständig/fertig' - die formelhafte Schlusswendung des Rezepts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-110-orig" n="pe sneid" resp="#fyndling">Als 'beschneiden/schälen' gelesen - die Birnen werden vor dem Kochen geschält bzw. zugeschnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-110-orig" n="mit einem wein vnd mit" resp="#fyndling">Textlücke, durch drei unabhängige Parallelzeugen (w1-115, bgs-081, sev-206) übereinstimmend zu 'Schmalz' zu ergänzen (Kochsud aus Wein und Schmalz). Naheliegende Alternativen wie Wasser oder Honig/Zucker als Lückenfüllung werden von keinem der drei Zeugen gestützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-110-orig" n="erwell (Hitzeführung mit Eidotter)" resp="#fyndling">In der Praxis nur sanft erwärmen und ständig rühren, damit das Eidotter glatt bindet statt zu gerinnen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-111-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Reismehl gebundenes, sämiges Mus auf Mandelmilch-Basis, dazu in Schmalz geröstete Apfelwürfel und ein Schuss Wein. Kein ganzer Bratapfel und kein Milchreis aus ganzen Reiskörnern, sondern ein glatt gebundener Brei der Mus-Familie, wie sie im Spätmittelalter als milchfreie, fastentaugliche Süßspeise gebräuchlich war. Die nächste lebende Verwandtschaft ist Milchreis mit Apfelkompott - dasselbe Grundprinzip aus gebundenem Getreidebrei und warmem, karamellisiertem Obst, nur mit Reismehl statt ganzer Reiskörner und mit Mandelmilch statt Kuhmilch.

Wein auf den Apfel oder aufs ganze Gericht? Das Original endet mit "tue wein darauff gib es hin" - Wein daraufgeben und servieren. Wörtlich bezieht sich "darauff" am nächsten auf den zuvor gerösteten Apfel, nicht zwingend auf ein vorher zusammengestelltes Mus-Apfel-Gericht. Der wortnahe Zwilling w1-116 übersetzt dieselbe Stelle ebenso zurückhaltend, ohne einen eigenen Zusammenfüge-Schritt zu benennen. Ob der Apfel eigens auf das Mus gegeben wird oder beide Komponenten nebeneinander serviert werden und nur der Wein sie verbindet, lässt der Text offen.

Praxis. Mandelmilch und Reismehl im Topf gut aufkochen, bis ein sämiges Mus entsteht, dann beiseitestellen. Apfelwürfel in heißem Schmalz rösten - der Text nennt weder Garzeit noch Bräunungsgrad, als Richtwert reicht Rösten bis die Würfel Farbe angenommen haben und weich sind. Wein über den fertigen Apfel geben und zusammen mit dem Mus auftragen, ob als eine zusammengestellte Portion oder getrennt nebeneinander bleibt Geschmackssache.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-111-orig" n="muss" resp="#fyndling">Mus, ein sämiger Brei, hier aus Mandelmilch und Reismehl eingekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-111-orig" n="wurffellat" resp="#fyndling">Würfelig geschnitten, so wie man heute Kartoffeln oder Äpfel in Würfel schneidet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-111-orig" n="tue wein darauff" resp="#fyndling">Der Wein wird auf den zuvor gerösteten Apfel gegeben; der Text nennt keinen expliziten Schritt, den Apfel vorher auf das Mus zu legen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-112-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Eigelb sämig gebundenes, safrangelb gefärbtes Nussmus - im Charakter näher an einer weichen Nusscreme als an einem Kompott. Es gehört zur breiten mittelalterlichen Familie der "Muos"-Gerichte, gebundenen Breien aus Nüssen, Getreide, Hülsenfrüchten oder Obst. Eine belegte direkte Linie zu einem konkreten heutigen Gericht gibt es nicht - die Verwandtschaft zu modernen Nusscremes ist strukturell (Bindeprinzip mit Eigelb), kein dokumentierter Traditionsstrang. Wichtig: Das Rezept arbeitet mit echter Kuhmilch statt einer reinen Nuss-Presslösung, ist also keine "Nussmilch" im heutigen Sinn.

Offen: Walnuss oder Haselnuss? Der Text nennt nur "Nuss kernn" ohne Farbadjektiv - anders als der W1-Zwilling, der an derselben Stelle "weisz kernn" (weiße Kerne) schreibt, ohne die Nussart damit zu klären. Walnuss gilt als naheliegendere Lesart, weil "Nuss" ohne Zusatz in mittelhochdeutschen Kochtexten meist die Walnuss meint; sicher ist das nicht.

Offen: Brösel im Tuch oder erst im Topf? Der Satzbau lässt offen, ob die Semmelbrösel zusammen mit Nüssen und Milch durchs Tuch geschlagen werden, oder erst beim Sieden im Topf dazukommen. Küchentechnisch spricht mehr für die zweite Variante, da grobe Brösel kaum durch ein Tuch passen würden.

Praxis. Nüsse fein stoßen (oder im Blitzhacker mahlen) und zusammen mit süßer Milch durch ein feines Tuch oder Sieb streichen. Mit Semmelbröseln in einem Topf gut aufkochen lassen, reichlich Schmalz einrühren. Das Eigelb gut unterrühren - der Text nennt keinen Garzustand, für die moderne Küche empfiehlt sich aber, dabei kurz bei sanfter Hitze mitzugaren, bis es sichtbar bindet, statt rohes Eigelb nur unterzuziehen. Mit Safran goldgelb färben, am Ende nicht zu stark salzen. Mengenverhältnisse von Nuss, Milch und Brösel nennt der Text nicht - die Konsistenz bleibt Ermessenssache.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-112-orig" n="slach sy durch ein tuech" resp="#fyndling">Die gestoßenen Nüsse werden zusammen mit der Milch durch ein Tuch gestrichen, damit ein feines, sämiges Mus ohne grobe Stücke entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-112-orig" n="prosem semel" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot (Semmelbrösel) diente als Bindemittel, nicht Mehl - Mehlschwitzen sind für diese Zeit noch unüblich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-112-orig" n="ayr tutternn" resp="#fyndling">Eigelb, das dem Mus Bindung und eine gelbliche Farbe gibt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-112-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Formelhafte Schluss-Warnung vieler Rezepte dieser Zeit: nicht zu stark salzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-112-orig" n="Nuessen / Nuss kernn" resp="#fyndling">Walnusskerne - im mittelhochdeutschen Kochkontext war 'Nuss' ohne weiteren Zusatz meist die Walnuss, die verbreitetste Nussart der Zeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-112-orig" n="mit ayr tutternn wol ab gerurt" resp="#fyndling">Das Eigelb wird gründlich untergerührt - so auch durch MHDBDB (Lemma rüeren) und mehrere Belege vor 1500 gestützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-112-orig" n="zesamen (Reichweite der Semmelbrösel)" resp="#fyndling">Die Semmelbrösel werden erst nach dem Passieren durch das Tuch beim Sieden im Topf zugegeben - küchenpraktisch naheliegend, da grobe Brösel kaum durchs Tuch passen würden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-112-orig" n="Hitzeführung beim Eigelb-Einrühren" resp="#fyndling">Für die moderne Nachkoch-Praxis empfiehlt sich, das Eigelb einzurühren und kurz bei sanfter Hitze mitzugaren, bis es sichtbar bindet - das vermeidet rohes Eigelb ohne Kühlkette.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-113-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Semmelbrösel gebundenes, mit Schmalz und Eigelb angereichertes Sauerkirschmus, glattgestrichen durch ein Tuch - eine entfernte Vorstufe des heute in Bayern und Österreich bekannten Kirsch- oder Weichselkompotts zu Knödeln oder Palatschinken. Die mittelalterliche Fassung bindet mit Semmelbrösel statt Mehl und reichert das Mus zusätzlich mit Schmalz und Eigelb an - beides kommt im modernen Kompott nicht mehr vor.

Die unklare Stelle "wol der wallt". Die Formulierung "wol der wallt" (b4) beziehungsweise "wol derwalt" (w1) ist uneindeutig überliefert - auch die Parallelhandschrift W1 markiert die Stelle an genau dieser Stelle mit einem Frage- und Ausrufezeichen als unsicher. Wir lesen sie als "gut aufgekocht/aufgequollen" und beziehen sie auf die Semmelbrösel, die zusammen mit den Kirschen durchs Tuch gestrichen werden: vorgequollene Brösel binden beim Passieren spürbar besser als trockene. Eine zweite Lesart, wonach sich die Stelle auf einen kräftig wallenden Topf bezieht, ist nicht auszuschließen, aber grammatisch schwächer begründet.

Die Eigelb-Frage. Der Text sagt nicht, ob der Topf beim Einrühren des Eigelbs noch auf dem Feuer steht oder ob danach noch einmal erwärmt wird. Siehe Praxis-Hinweis unten.

Praxis. Sauerkirschen entstielen und mit einem Schuss Wein weichkochen. Die Kirschen zusammen mit gut aufgekochten Semmelbröseln durch ein feines Tuch oder Sieb in einen Topf streichen - das trennt Kerne und Schalen ab und bindet gleichzeitig das Mus. Reichlich Schmalz einrühren. Das Mus vom Feuer nehmen oder auf milde Hitze reduzieren, Eigelb einrühren und bei milder Hitze wie bei einer Eiercreme kurz durchziehen lassen, bis es leicht bindet - direkt in kochendes Mus gerührt gerinnt Eigelb zu Flocken. Mit Gewürz bestreuen und servieren, dabei nicht übersalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-113-orig" n="weychsel" resp="#fyndling">Weichsel ist die bairisch-österreichische Bezeichnung für die Sauerkirsche (Prunus cerasus), heute noch in Süddeutschland und Österreich gebräuchlich.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-113-orig" n="slach sy durch ein tuch" resp="#fyndling">Die gegarten Kirschen werden durch ein Tuch gestrichen bzw. gepresst, um Kerne und Schalen abzutrennen - eine Art Passieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-113-orig" n="semel prosem" resp="#fyndling">Semmelbrösel, hier als Bindemittel verwendet. Im Mittelalter wurde meist mit Brot, Semmel, Mandeln oder Ei gebunden, nicht mit Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-113-orig" n="ayr tutternn" resp="#fyndling">Eigelb, hier zum Abrühren und Andicken des Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-113-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Stehende Schlussformel vieler Rezepte dieser Art: beim Abschmecken nicht übersalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-113-orig" n="haffen" resp="#fyndling">Dialektale Bezeichnung für Topf/Kochgefäß (Hafen), im Text auch als 'hafen' belegbar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-113-orig" n="wol der wallt" resp="#fyndling">Gelesen als 'die (Semmelbrösel-Kirsch-Mischung), die gut aufgekocht/aufgewallt ist' - die Brösel werden mit den Kirschen gut durchgekocht, bevor alles durchs Tuch gestrichen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-113-orig" n="ruer es denn mit ayr tutternn ab (Erwärmung nach der Eigelb-Zugabe)" resp="#fyndling">Der Text lässt offen, ob das Mus nach dem Einrühren des Eigelbs noch einmal erwärmt wird. Für die Praxis empfehlen wir, das Mus danach bei milder Hitze kurz durchzuziehen (wie bei einer Eiercreme), damit das Eigelb sicher durcherhitzt wird, ohne zu gerinnen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-114-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein warmes, sämig gebundenes Sauerkirschmus auf Mandelmilchbasis - durch die Mandelmilch cremiger als ein reines Fruchtkompott, durch Reismehl statt einer späteren Mehlschwitze gebunden. Entfernt verwandt mit heutigen warmen Kirschkompott-Süßspeisen; eine direkte Linie zur (deutlich jüngeren, norddeutschen) Roten Grütze lässt sich daraus nicht belegen, beide teilen nur die gemeinsame Gattung "gebundenes, gesüßtes Fruchtmus".

Der Schlusssatz "versalcz nicht" ist im B4-Korpus eine vielfach belegte Stehformel - rund 50 Rezepte enden so, auch süße Gerichte ohne erkennbaren Salzbezug. Der Text selbst weist an keiner Stelle an, Salz zuzugeben, nur die Warnung, es nicht zu übertreiben, steht da. Ob eine kleine Prise Salz tatsächlich zum süßen Mus gehörte, bleibt offen.

Praxis. Weichseln (frisch, tiefgekühlt aufgetaut oder aus dem Glas) mit Wein bei mittlerer Hitze kochen, bis sich das Fruchtfleisch leicht löst. Durch ein Tuch mit der eigenen Brühe streichen - das trennt Haut, Steine und Stiele und ergibt das glatte Mus. Zurück in den Topf zur dicken Mandelmilch geben, mit Reismehl, Schmalz und Gewürz (Zimt, Ingwer, etwas Muskat) gut aufkochen: Die Stärke im Reismehl bindet beim Kochen, ohne dass es eine Mehlschwitze bräuchte - Reismehl war neben Brot, Mandeln und Ei ein im Mittelalter anerkanntes Bindemittel für Mus- und Süßspeisen. Zum Schluss mit Zucker bestreuen und warm anrichten; wer mag, rundet mit einer winzigen Prise Salz ab.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-114-orig" n="weychsel" resp="#fyndling">Sauerkirsche (Prunus cerasus), im Spätmittelalter meist mit Wein gekocht und durch ein Tuch passiert.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-114-orig" n="tuech" resp="#fyndling">Ein feines Passiertuch, durch das die gekochten Kirschen samt Brühe gestrichen werden - eine Art Vorläufer des Küchensiebs.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-114-orig" n="dikchew mandel milich" resp="#fyndling">Dicke, eingedickte Mandelmilch - die typische Fastenzeit-Milchalternative, hier aber ohne erkennbaren Fastenbezug einfach als reichhaltige Basis genutzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-114-orig" n="reyzz mel" resp="#fyndling">Reismehl. Anders als eine Mehlschwitze aus Weizenmehl war Reismehl im Mittelalter ein anerkanntes und übliches Bindemittel für Mus- und Süßspeisen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-114-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Eine im B4-Korpus vielfach belegte Schlussformel (Warnung vor zu viel Salz), die auch bei süßen Gerichten ohne erkennbaren Salzbezug erscheint. Der Rezepttext selbst weist an keiner Stelle an, Salz zuzugeben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-115-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eidotter wird mit Welschwein verrührt, bis das Mus fein wird - im Grundprinzip verwandt mit einem Sabayon, allerdings ohne Zucker und stattdessen gesalzen, eher eine reichhaltige Wein-Eier-Creme als das süße Dessert von heute. Der Zwilling w1-120 (Wien, Cod. 2897) überliefert praktisch denselben Text mit derselben Formelstruktur und Schlusswendung.

Ob erhitzt wird, bleibt im Text offen. Weder b4-115 noch der Zwilling w1-120 nennen einen Kochschritt - es wird nur gerührt, gewürzt und angerichtet. Andere Rezepte einer verwandten Formelfamilie (mon-003, mha-249, m5919-088) kochen eine ähnliche Eidotter-Wein-Masse ausdrücklich, gehören aber zu einer anderen, längeren Textfassung mit Semmel, Sieben und Zucker. Ob das Fehlen der Hitzeangabe in b4-115/w1-120 eine scribale Auslassung ist (das Verfahren war dem Leser vertraut) oder tatsächlich eine kalt angerührte Variante meint, lässt der Text offen.

Zur Weinmenge. ‚Ein halbes Achter' ist als Mengenangabe unsicher - der Zwilling w1-120 hat an derselben Stelle statt eines Maßworts das Adjektiv ‚echt', ein verwandtes Rezept (m5919-088) stützt dagegen mit ‚ein achtel weins' die Lesart als Hohlmaß. Eine verlässliche moderne Umrechnung lässt sich daraus nicht ableiten.

Praxis. Dotter, Wein und Salz glattrühren, nach Belieben süße Butter unterrühren. Wer die 60 Eigelb im gleichen Verhältnis herunterrechnet, kommt für eine kleine Portion mit etwa sechs bis acht Dottern aus. Aus heutiger Lebensmittelsicherheitssicht empfiehlt sich, die Masse anschließend im Wasserbad über milder Hitze kurz zu erwärmen - Weinsäure allein kann die Masse durch leichte Säure-Denaturierung bereits verdicken, ganz ohne Hitze. Sofort servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-115-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Eidotter, das Eigelb, ist der zentrale Bestandteil dieses Mus.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-115-orig" n="welhisch wein" resp="#fyndling">Welscher Wein, also importierter Wein aus Italien oder dem romanischsprachigen Süden Europas.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-115-orig" n="aechter" resp="#fyndling">Unsicher: möglicherweise ein historisches Hohlmaß für Flüssigkeiten (etwa ein Achtel einer größeren Gebinde-Einheit) - der Zwilling w1-120 hat an derselben Stelle aber das Adjektiv ‚echt' stehen, was eher für ‚echten welschen Wein' spräche. Die Lesarten widersprechen sich, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-115-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Hier im Sinn von Fett; in Verbindung mit ‚milich' vermutlich Butter gemeint, nicht tierisches Schmalz. Der Zwilling w1-120 liest die Fügung an vergleichbarer Stelle als zwei getrennte Zutaten (süße Milch und Schmalz) statt als ein Kompositum - siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-115-orig" n="aechter" resp="#fyndling">Wir lesen ‚aechter' probeweise als historisches Hohlmaß für Flüssigkeiten, vermutlich ein ‚Achter' als Achtel einer größeren Einheit wie dem Eimer, also ‚ein halbes Achter Welschwein' als ungefähre Mengenangabe für den Wein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-115-orig" n="suezze milich smalcz" resp="#fyndling">Wir lesen dies als süße, frische Butter, die zusätzlich zum Wein untergerührt werden kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-115-orig" n="Zubereitungsart (roh oder erhitzt)" resp="#fyndling">Wir empfehlen aus heutiger Lebensmittelsicherheitssicht ein sanftes Erwärmen der Eidotter-Wein-Masse im Wasserbad, obwohl der Text selbst keinen Hitzeschritt nennt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-265-orig" n="pein" resp="#fyndling">"Honig von jungen Bienen". Lautgesetzlich regelhaft aus mittelhochdeutsch "bîn" (Biene) mit bairischem Anlautwechsel b &gt; p und der im 15. Jahrhundert abgeschlossenen Diphthongierung î &gt; ei. Gemeint ist nicht das Lebensalter der einzelnen Biene, sondern das Alter des Stocks: der Honig eines Volks, das in diesem Sommer neu geschwaermt ist. Das Grimmsche Woerterbuch fuehrt die ganze Wortfamilie - "Jungferbiene" ist "der erste bienenschwarm eines stockes im sommer", "Jungfernhonig" "der beste und reinste honig aus einem bienenstocke. auch der honig der von den jungferbienen eingetragen wird", "Jungfernwachs" "wachs von jungferbienen. ferner das reine von allen fremden theilen gesaeuberte und abgebleichte wachs". Das Muster ist durchgehend: vom Neuschwarm, und darum rein und hell. Der handwerkliche Grund steht nicht bei Grimm, sondern in der Imkerpraxis: ein Neuschwarm baut sein Wabenwerk komplett frisch, in diesen Waben war nie Brut und kein Pollen eingelagert. Geerntet wurde durch Ausschneiden der Wabe, der Honig kommt also samt Wabenumgebung ins Gefaess - aus jungfraeulicher Wabe hell und klar, aus alter, mehrfach bebrueteter dunkel. Genau darauf zielt der Schlusssatz "kain prawn tu nicht daran": die helle Sorte nicht mit der dunklen verschneiden. Dazu passt, dass das Grundrezept derselben Handschrift die Menge ueber das Wabenwerk bemisst ("als vil sein in dem werkch ist"). Aus heutiger Sicht ist die Unterscheidung verschwunden, was den Ausdruck befremdlich macht: Magazinbeute und Honigschleuder trennen Honig und Wachs, Waben werden ueber Jahre wiederverwendet, und Honig wird nach Trachtpflanze sortiert, nicht nach Alter des Volkes. Nicht belegt ist eine Bezeugung von "Jungfernhonig" fuer das 15. Jahrhundert selbst - Grimm zitiert Jacobsson, ein technologisches Woerterbuch des 18. Jahrhunderts. Als Schreibvariante direkt belegt ist daneben "bein" (Knochen, MHDBDB; an anderer Stelle im Korpus als "Schaedel" geglosst), was im Honigzusammenhang keinen Sinn ergibt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-265-orig" n="grunn mett" resp="#fyndling">‚Grün‘ kann hier ‚hell‘, ‚klar‘ oder ‚frisch‘ bedeuten, im Gegensatz zu dunkleren oder gewürzten Met-Varianten. Es könnte auch auf einen jungen, noch nicht vollständig gereiften Met hinweisen.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-265-orig" n="dem anderen hast getan" resp="#fyndling">Diese Formulierung verweist auf ein bekanntes, aber im Manuskript nicht explizit aufgeführtes Standardrezept für Met, das als Grundlage für diese Variante dient.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-265-orig" n="chain prawnn tue nicht daran" resp="#fyndling">‚Kein Braun‘ bedeutet, dass keine Zutaten hinzugefügt werden sollen, die den Met bräunlich färben würden, und dass der Met während der Zubereitung nicht zu stark karamellisiert oder oxidiert werden soll, um seine helle Farbe zu bewahren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-265-orig" n="pein" resp="#fyndling">Die Lesart ‚jungen Bienen‘ wurde gewählt, da sie im Kontext von Honig und Met eine plausible Beschreibung für eine spezifische Honigqualität darstellt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-265-orig" n="grunn mett" resp="#fyndling">Die Lesart ‚grünen Met‘ im Sinne von hell, klar und möglicherweise ungespiced wurde gewählt, da die Anweisung ‚kein Braun‘ dies unterstützt und eine tatsächliche grüne Färbung ohne explizite Farbstoffe unwahrscheinlich ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#b4-267-trans" resp="#fyndling">Welches Getränk ist das?

Honig wird mit der doppelten Menge Wasser aufgekocht - ein klassischer Met (Honig-Wasser-Gärgetränk), keine Gewürzwein-Variante wie Hippocras (moderner Vergleichsbegriff, steht so nicht im Text) und auch kein Pyment (Honig + Wein) oder Melomel (Honig + Frucht): Wein kommt im Rezept nicht vor, und die Birne dient nur als Schwimmkörper, nicht als Zutat im fertigen Getränk. Die Konzentration wird per Schwimmprobe geprüft: Ein frisches Ei zeigt sich an der Oberfläche, sobald genug Wasser zugegeben ist; ist keins zur Hand, leistet ersatzweise eine frische Birne denselben Dienst. Solche Honig-Wasser-Gärgetränke werden bis heute unter der Bezeichnung Met (Mead) hergestellt - der historische Ei-/Birnentest hat darin ein modernes Gegenstück im Aräometer oder Refraktometer, das denselben Zweck mit einem Messgerät erfüllt (keine Abstammungslinie, nur eine Funktionsparallele).

Wie viel Honig steckt im Ansatz?

Der Satz "so viel du haben willst, so viel wie im Ansatz steckt" beschreibt nur die eingesetzte Honigmenge - keine zweite, separat zurückgelegte Portion für einen weiteren Ansatz. Diese Lesart deckt sich mit dem wortgleichen Zwilling w1-269, der an derselben Stelle dieselbe Mengenangabe liest, und wurde eigens gegen Wörterbuch und Lesarten-Werkzeug geprüft - für eine "Wabenwerk"-Lesart (Honig direkt aus der Wabe, samt Wachs) findet sich dort keine Bestätigung, auch wenn sie erklären würde, warum später durch ein Tuch geseiht wird. Damit bleibt es beim im Text klar benannten Verhältnis Honig zu Wasser von 1 zu 2.

Ei oder Birne, nicht Ei und dann Birne. Ei und Birne sind zwei Alternativen für dieselbe Schwimmprobe, keine zwei aufeinanderfolgenden Schritte: Ist kein Ei zur Hand, tritt die Birne an seine Stelle. Beide bleiben reine Prüfobjekte und werden nicht Teil des fertigen Getränks.

Zwei Hefe-Zugaben, unterschiedliche Rolle. Der Text nennt zweimal etwas Hefeartiges - das ist keine Dopplung, sondern zwei verschiedene Schritte mit unterschiedlicher Funktion. Zuerst wird "heffen" in einem Säckchen mitgekocht, noch während der Sud weiterköchelt - bei dieser Temperatur übersteht keine lebende Hefe, diese Zugabe kann also nicht die eigentliche Gärung auslösen. Erst nachdem der Sud auf Handwärme abgekühlt ist, kommt Biergärm (Bier-Bärme aus einer laufenden Biergärung) hinzu - das ist die tatsächliche, bewusst zugesetzte Gärhefe.

Für Metmacher: die Zahlen

Die folgenden Werte stammen aus einer Modellrechnung mit Literatur-Referenzwerten (Honig-Dichte und -Zuckeranteil), nicht aus einer Messung an einem tatsächlich angesetzten Met.

| Variante | Zucker g/l | SG (OG) | °Oe | °Brix (näherungsweise) | Säure g/l | ABV (theoretisches Potenzial) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Honig:Wasser 1:2 (bestätigte Lesart, wie im Text und im Zwilling w1-269) | 412-635 | 1,159-1,245 | 159-245 | ca. 36-51 | 0,3-3,1 | 24,5-37,7 % |
| Sensitivitätscheck ~1:1 (verworfene Lesart, siehe oben - nur zum Vergleich) | 619-952 | 1,239-1,368 | 239-368 | ca. 50-70 | 0,45-4,6 | 36,7-56,6 % |

°Brix-Werte sind mit der Näherungsformel °Brix ≈ 261,3 × (1 − 1/SG) aus dem SG-Bereich nachgerechnet, nicht vom Modellwerkzeug selbst ausgegeben.

| Gärverlauf-Szenario | FG | ABV | Restzucker |
|---|---|---|---|
| Theoretische Trockenvergärung (physikalisch nicht erreichbar) | ca. 1,000 | 24,5-37,7 % | rechnerisch keiner |
| Realistische Gärung mit Biergärm (Bierhefe) | vom Werkzeug nicht separat beziffert | ca. 8-18 % | hoch, grob geschätzt 150-300+ g/l |

Beide geprüften Lesarten liegen mit ihrem theoretischen Zuckerpotenzial (24,5-56,6 % Vol.) weit jenseits dessen, was irgendeine bekannte Hefe - wilde Luftflora, Weinkeller-Fasshefe oder die im Text tatsächlich zugesetzte Biergärm - je durchgären könnte. Der fertige Met bleibt also in jedem Fall sehr süß mit hohem Restzucker; das ist keine Frage der Lesart, sondern eine Konsequenz der Honigmenge selbst.

Als Annahmen ohne eigenen Beleg im Rezept gekennzeichnet: Honig-Dichte und -Zuckeranteil sind moderne Referenzwerte, für Honig des 15. Jahrhunderts nicht eigens belegt; die Sud-Dauer und der dabei entstehende Volumenverlust sind im Text nicht beziffert (die 15-40 % Verdunstungsbandbreite ist eine allgemeine Modellannahme); die angesetzten Hefetoleranzen (wild, Weinkeller, Biergärm) sind moderne, auf dieses Rezept zurückprojizierte Erfahrungswerte; und dass "Maß" für Honig und Wasser dieselbe Volumeneinheit meint, ist eine plausible, aber für diese Handschrift nicht letztgültig belegte Annahme.

Praxis.

Als Schaugericht geeignet, nicht als Schnellgericht: Honig-Wasser-Ansatz mischen, die Ei- oder Birnenprobe vorführen, sieden und abschäumen, die Handwärme-Probe zeigen - das lässt sich am Marktfeuer gut zeigen. Der fertige, trinkfertige Met braucht danach aber Wochen bis Monate Gärzeit, das passt in kein Marktwochenende. Eine vorher fertig angesetzte, bereits vergorene Charge lässt sich zur Verkostung danebenstellen, ohne zu behaupten, sie sei am selben Tag entstanden.

Die Säure ist bei diesem Rezept auffällig niedrig (nur aus der Honigsäure selbst, kein Wein und keine Frucht liefern zusätzliche Säure) - das gründliche Sieden vor der Hefezugabe sterilisiert den Ansatz aber zuverlässig, und die extrem hohe Zuckerkonzentration wirkt zusätzlich osmotisch hemmend auf unerwünschte Keime. Das größere Risiko liegt in der langen Nachgärzeit bei hohem Restzucker: Ein süßer, nicht ganz durchgegorener Met mit wenig Säure ist über Monate hinweg anfälliger für Essigstich als ein trockener, saurer Wein.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="mett" resp="#fyndling">Met, also Honigwein - durch Gärung von Honig und Wasser mit Hefe hergestellt, kein Hippocras (gewürzter Wein).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="heffen" resp="#fyndling">Hefe, die noch während des Siedens in einem kleinen Säckchen mitgekocht wird - per CoReMA-Sachglosse als Bierhefe verzeichnet. Bei Siedehitze übersteht keine lebende Hefe, diese Zugabe ist also nicht die eigentliche Gärhefe. Die vergärende Zugabe ist die später, nach dem Abkühlen zugesetzte Biergärm (siehe dort). Im übrigen Korpus bezeichnet 'heffen' meist einen Topf, hier passt aber nur die Hefe-Lesart.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#heffen"/></note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="plekch" resp="#fyndling">'blecken' im Sinn von 'sich zeigen' - das Ei taucht an der Wasseroberfläche auf. Kernstück des historischen Schwimmtests zur Bestimmung der Honigkonzentration.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="Regelspiernn" resp="#fyndling">Frische Birne, die als Ersatz-Anzeiger dient, falls kein Ei zur Hand ist - kein zusätzlicher Schritt, sondern eine Alternative zum Ei bei derselben Schwimmprobe.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="faym" resp="#fyndling">abschäumen, den Schaum abschöpfen (verwandt mit 'Feim' = Schaum).</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="poting" resp="#fyndling">Bütte, ein reines Holzgefäß zum Abkühlen des Sudes.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="pier gearm" resp="#fyndling">Biergärm, die eigentliche Bierhefe, die die Gärung in Gang setzt - erst nach dem Abkühlen auf Handwärme zugesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#b4-267-orig" n="verdollen" resp="#fyndling">ertragen, dulden - der Handwärme-Test, mit dem geprüft wird, ob der Sud kühl genug für die Hefezugabe ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="heffen" resp="#fyndling">Hefe (Gärmittel) - gemäß der für dieses Rezept eigens vergebenen CoReMA-Sachglosse (Wikidata Q911712, 'brewer's yeast').<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#heffen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="als vil sein In dem werch ist" resp="#fyndling">Beschreibt die Menge des für diesen Ansatz eingesetzten Honigs ('so viel wie du für das Vorhaben/den Ansatz brauchst') - keine zweite, separat zurückgelegte Honigmenge. Bestätigt durch den wortgleichen Zwilling w1-269, der an derselben Stelle dieselbe Mengenangabe liest ('so viel wie für den Ansatz gebraucht wird'), sowie durch eigene Prüfung über das Lesarten-Werkzeug und im Schmeller'schen Wörterbuch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="plekch" resp="#fyndling">'blecken' im Sinn von 'sich zeigen, hervortreten' - das Ei zeigt sich an der Wasseroberfläche, der klassische Schwimmtest zur Bestimmung der Honigkonzentration.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="so machstu des ays nicht gehaben" resp="#fyndling">Bedingung: 'Kannst/Magst du kein Ei bekommen' - eine Verfügbarkeits-Alternative (Ei ODER Birne, je nachdem was vorhanden ist), keine zeitliche Abfolge nach Gebrauch des Eis. Bestätigt durch den wortgleichen Zwilling w1-269, der dieselbe Formel als Bedingung liest ('magst des ay nicht habem so nym...').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="Regelspiernn" resp="#fyndling">Frische Birne, so von CoReMA eigens für dieses Rezept verzeichnet (Wikidata Q13099586) - dient als Ersatz für das Ei, falls dieses nicht zur Hand ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="pall" resp="#fyndling">'wallen' (aufkochen, aufwallen lassen) - bairische Lautverschiebung b für w.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#b4-267-orig" n="faym" resp="#fyndling">abschäumen, den Schaum abschöpfen (verwandt mit 'Feim' = Schaum).</note>
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