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      <titleStmt>
        <title>Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 (Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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        <bibl>
          <title>Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897</title>
          <date notBefore="1400" notAfter="1499">Mitte 15. Jh. (Teil I)</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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        <application ident="fyndling-corema-index" version="1" xml:id="fyndling-corema-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
        </application>
        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
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    <body>
      <div type="recipe" xml:id="w1-001">
        <head>Der erste Hechtbraten</head>
        <div type="original" xml:id="w1-001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-001-trans">
          <p>des Ersten von hecht praten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-001-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-001-orig">
          <p>Dieses Rezept besteht nur aus dem Titel. Eine Zubereitungsanleitung ist im Originaltext nicht überliefert.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-002">
        <head>Gebratener Hecht mit schwarzer Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="w1-002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-002-trans">
          <p>DV solt nemen hecht vnd slach die auf vnd tue die great dauon vnd den swais von dem hecht mues du habn so wirt es swarcz von hastu sein nicht genueg so nym leczelten schifflen die solt prennen das sie swarcz werden vnd lass kalt werden vnd lass klain stossen vnd slach die durich ein sib vnd nym dann ein wein vnd leg die leczelten darin vnd hakch mit den vischen klain das tue du zu maszen daran vnd nym ein roken prat vnd reib das klain vnd mach es durich einander mit dem visch vnd leczelten vnd gwurcz es wol vnd tue nicht saffran daran Nym Nu das merer tail der visch do mach von dem visch do mach ain praten von vnd stekch den praten an den spis vnd nym ain arbais prue die tue in den chessel vnd do leg den praten In vnd laz In sieden vncz an die stat vnd la In auch nicht versieden vnd der mach zwen oder drey das er sich auf ein schussel verge Vnd nym Mandel vnd sneid In noch der leng klain vnd spikch den praten domit vnd stekch gancze negel auch darin do wirt es gesmach von nu sol man 1/2 weinper habn die sol man reibem klain mit weachlischen wein sol man sew durich slachn vnd zuker vnd ander gut gew= urcz das sol man darczue haben vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-002-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-002-orig">
          <p>Nimm einen Hecht, schlage ihn auf und entferne die Gräten. Das Blut vom Hecht musst du haben, denn es färbt die Sauce schwarz. Hast du davon nicht genug, so nimm Lebkuchenstücke. Diese sollst du brennen, bis sie schwarz werden, dann kalt werden lassen und fein stoßen. Schlage sie durch ein Sieb.</p>
          <p>Nimm dann einen Wein und weiche die Lebkuchen darin ein. Hacke die eingeweichten Lebkuchen zusammen mit dem Hechtfleisch fein, so dass eine angemessene Menge entsteht. Nimm ein Roggenbrot, reibe es klein und vermische es mit dem Fisch und den eingeweichten Lebkuchen. Würze es gut und gib keinen Safran hinzu.</p>
          <p>Nimm nun den größeren Teil des Fisches und mache daraus einen Braten. Stecke den Braten an den Spieß. Nimm eine Erbsenbrühe, gib sie in einen Kessel und lege den Braten hinein. Lass ihn sieden, bis er gar ist, aber lass ihn auch nicht verkochen. Mache zwei oder drei solcher Braten, damit er sich auf einer Schüssel anrichtet.</p>
          <p>Nimm Mandeln und schneide sie der Länge nach klein. Spicke den Braten damit und stecke auch ganze Gewürznelken hinein, so wird er schmackhaft. Nun sollst du ein halbes Pfund Rosinen haben. Diese soll man klein reiben. Schlage sie mit welschem Wein durch und gib Zucker und andere gute Gewürze dazu. Serviere es dann.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="fish bone" orig="great" commodity="wikidata:Q11801583" source="#corema-ingredient-index">Gräten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike blood" orig="swais von dem hecht" commodity="wikidata:Q107246653" source="#corema-ingredient-index">Hechtblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="leczelten schifflen">Lebkuchenstücke (verbrannt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vischen klain">Hechtfleisch, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="roken prat" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (nicht verwenden)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pea stock" orig="arbais prue" commodity="wikidata:Q107246700" source="#corema-ingredient-index">Erbsenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gestiftelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negel" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="1/2 weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 0.5 kg</item>
            <item>
              <ingredient en="southern wine" orig="weachlischen wein" commodity="wikidata:Q107262744" source="#corema-ingredient-index">Welscher Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ander gut gewurcz">Andere gute Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-003">
        <head>Rebhuhn-Imitation aus Fisch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-003-trans">
          <p>Ein geprotns von Rephuner HAis dir grabem zway holczer in der formm zwaier rephuner wenn man die zu samen drukcht das es formm macht als ein rephun nym visch vnd tue die gret daraus vnd die schuebem dauon vnd hakch die praten vndereinander gar klain vnd wurcz es wol vnd sewd das gar wol mit den hoelczern daz hat ein formm als ein rephun das prat vnd spigks mit grun hochten praten vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-003-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-003-orig">
          <p>Lass dir zwei Hölzer in der Form zweier Rebhühner schnitzen, die, wenn man sie zusammendrückt, die Gestalt eines Rebhuhns annehmen.</p>
          <p>Nimm Fisch, entferne die Gräten und die Schuppen. Hacke das Fischfleisch sehr fein. Würze es gut und siede es sehr gut in den Hölzern. Das Brät nimmt dann die Form eines Rebhuhns an.</p>
          <p>Spicke es mit rohem Hechtbrät und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="visch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="wurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike filet" orig="grun hochten praten" commodity="wikidata:Q67773148" source="#fyndling-ingredient-name">Hechtbrät (roh)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-004">
        <head>Rehbraten aus Fisch (Imitation)</head>
        <div type="original" xml:id="w1-004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-004-trans">
          <p>Ein broten rehen von NIm grosz visch welicher lay das sein vnd tue die gret daraus vnd die schuebem davon vnd hakch die praten gar klain vnd reib ein prat dar= Inder vnd bewurcz das wol vnd mach zusamen mit nassn messernn auf der anricht In der form eins rechpraten vnd tue das In ain phannen vnd erwells darnach vnd nym spis vnd stos In daran vnd spikch In mit hecht praten das wirt ein rechpraten vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-004-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-004-orig">
          <p>Nimm einen großen Fisch, welcher Art auch immer er sei, und entferne die Gräten und die Schuppen daraus.</p>
          <p>Hacke das Fischfleisch sehr klein und reibe geriebenes Brot hinein. Würze das Ganze gut und forme es mit nassen Messern auf einem Anrichtebrett in die Gestalt eines Rehbratens.</p>
          <p>Lege den geformten Fisch in eine Pfanne und lasse ihn danach aufwallen. Nimm dann einen Spieß, stecke ihn in den Fisch und spicke ihn mit Hechtbrät. Das wird ein Rehbraten. Serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="grosz visch welicher lay das sein">Großer Fisch (beliebige Art)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish bone" orig="gret" commodity="wikidata:Q11801583" source="#corema-ingredient-index">Fischgräten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish scale" orig="schuebem" commodity="wikidata:Q5454665" source="#corema-ingredient-index">Fischschuppen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="praten">Fischfleisch, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein prat" commodity="wikidata:Q7802">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="bewurcz das wol" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="nassn messernn">Messer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike filet" orig="hecht praten" commodity="wikidata:Q67773148" source="#fyndling-ingredient-name">Hechtbrät</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-005">
        <head>Weiße gebratene Hühner mit Eiklar-Glasur</head>
        <div type="original" xml:id="w1-005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-005-trans">
          <p>Von weissen geproten huner fremde geproten rephuner wearn auch gut ein fremde salsen darczue du vindest es aber da nicht NIm das weisz von den ayrn vnd zeslach das wol vnd ein winczigs melbs darinder vnd begeus sew do= mit vnd tue sew wider zu dem fewr vncz sy ger= ech werden sy schulln vor gevvlt sein mit weisser vvl</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-005-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-005-orig">
          <p>Über weiße gebratene Hühner. Exotische gebratene Rebhühner wären auch gut. Eine besondere Sauce dazu findest du jedoch hier nicht.</p>
          <p>Nimm das Eiklar von den Eiern und schlage es gut auf. Gib ein wenig Mehl hinein und begieße die Hühner oder Rebhühner damit. Lege sie dann wieder auf die Glut, bis sie gar sind. Sie sollen zuvor mit weißer Füllung versehen sein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="weissen geproten huner" commodity="wikidata:Q864693" source="#fyndling-ingredient-name">Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="partridge" orig="fremde geproten rephuner wearn auch gut" commodity="wikidata:Q26106" source="#fyndling-ingredient-name">Rebhühner (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="das weisz von den ayrn" commodity="wikidata:Q796758" source="#corema-ingredient-index">Eiklar</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein winczigs melbs">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weisser vvl">Weiße Füllung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-006">
        <head>Rotes gefülltes Huhn</head>
        <div type="original" xml:id="w1-006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-006-trans">
          <p>Von raten huner NIm ayr vnd saffrawun vnd mel vnd sol dem tun als vor vnd gewurcz wol gib es hin sy schulln vor gevvlt sein mit roter vvll</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-006-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-006-orig">
          <p>Nimm Eier, Safran und Mehl. Verfahre damit, wie zuvor beschrieben. Würze diese Mischung gut. Gib sie dann über die Hühner. Die Hühner sollen zuvor mit einer roten Füllung gefüllt sein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="huner" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Huhn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffrawun" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="roter vvll">Rote Füllung</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-007">
        <head>Grünes Hühnchen mit Petersilien-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="w1-007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-007-trans">
          <p>Von grun huner NIm petersil vnd reib den mit ayrn vnd saffran vnd mel vnd gewurcz wol vnd slach es durich ein tuch vnd tue dem als dem vorigen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-007-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-007-orig">
          <p>Nimm Petersilie und reibe sie gut mit Eiern, Safran, Mehl und Gewürzen. Schlage diese Mischung durch ein Tuch. Verfahre damit wie beim vorigen Rezept.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="grun huner">Hühnchen (roh)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayrn" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-008">
        <head>Schwarze Sauce für Hühner</head>
        <div type="original" xml:id="w1-008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-008-trans">
          <p>Von swarczn huner NIm leczelten vnd prenn den wol vnd legn In ainn morser vnd stoesz in klain hastu nicht leczelten so nym henyg vnd semel mel vnd prenn das In ainer phann vncz das es swarcz wird vnd loess kalt werden vnd slags durich ein tuch mit ayren vnd pegeus die huner wann sy dann gepratn sein so sol man sew spikchn mit negelein die swarczn mit gulden neglein die roten mit silbren neglein die grun mit silbren vnd mit gulden</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-008-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-008-orig">
          <p>Nimm Lebkuchen und brenne ihn gut an. Lege ihn dann in einen Mörser und stoße ihn klein. Hast du keinen Lebkuchen, so nimm Honig und Semmelmehl und brenne dies in einer Pfanne, bis es schwarz wird. Lasse es dann kalt werden und schlage es durch ein Tuch mit Eiern. Gieße diese Sauce über die Hühner, wenn sie gebraten sind.</p>
          <p>Danach soll man die Hühner mit Nelken spicken: die schwarzen Hühner mit goldenen Nelken, die roten Hühner mit silbernen Nelken und die grünen Hühner mit silbernen und goldenen Nelken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="leczelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="henyg" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="semel mel" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Semmelmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="huner" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gulden neglein">Nelken, golden (dekorativ)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="silbren neglein">Nelken, silbern (dekorativ)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-009">
        <head>Saucen-Empfehlungen für gebratenes Huhn</head>
        <div type="original" xml:id="w1-009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-009-trans">
          <p>Von gespikchten gevvlten alten huner eines fremden sins ZV allem gepraten huner muest du zu yegleichem ein besundrew salsen haben zu den alten gefulten huner ein weisse zu weissn ein grune zu den roten Raich ain grune zu den swarczn ein grobe</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-009-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-009-orig">
          <p>Von gespickten, gefüllten alten Hühnern einer fremden Art:</p>
          <p>Zu allen gebratenen Hühnern musst du zu jedem eine besondere Sauce haben. Zu den alten gefüllten Hühnern gehört eine weiße Sauce, zu weißen Hühnern eine grüne, zu den roten Hühnern eine reiche grüne und zu den schwarzen Hühnern eine grobe Sauce.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-010">
        <head>Gutes Kalbsgebratenes</head>
        <div type="original" xml:id="w1-010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-010-trans">
          <p>Ein guecz gepratens NVm das gepret von dem kalb vnd hakch das klain vnd nym den swais daran das du es nicht zu swarcz machest wann das nu gehacht sey so nym ein roken prat vnd reib das klain vnd xxiiij ayr slach dar an vnd das geribem prat tue auch daran vnd hakch es durich einander vnd nym gut gwurcz vnd machs rain ab mit ne= glein vnd das gepret nym halbs vnd ein wenig mer da m= agstu praten von machen vnd nym ein wenigen chessel vnd geus ein wenig prue daran vnd secz auf die prennt auf das feur vnd nym die praten vnd leg sie darin lass sew darinn sieden nahent vncz an die stat wann sie wol gerecht sind der mach also vil als es auf ain gut essen sey vnd wann sie wol gerecht seinn so nym sye heraus vnd lasz sewu werden chalt vnd nym ainn rain spekch den sneid klain vnd lankch vnd spikch sew rain vnd gan= cze negel stich darauf so nym ein gueten suessen wein vnd mach ein gut suppel darczue</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-010-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-010-orig">
          <p>Nimm das Kalbsbrät und hacke es fein. Füge das Kalbsblut hinzu, damit es nicht zu schwarz wird. Wenn das Fleisch gehackt ist, nimm ein Roggenbrot und reibe es fein. Schlage 24 Eier dazu und gib das geriebene Brot ebenfalls hinzu. Hacke alles durcheinander.</p>
          <p>Nimm gute Gewürze und vollende die Mischung sauber mit Nelken. Nimm die Hälfte des Kalbsbräts und ein wenig mehr davon; daraus kannst du die Gebratenen formen. Nimm einen kleinen Kessel und gieße etwas Brühe hinein. Setze ihn auf die Glut über das Feuer.</p>
          <p>Nimm die geformten Gebratenen und lege sie in den Kessel. Lass sie darin sieden, bis sie fast gar sind. Mache so viele davon, wie für ein gutes Essen reichen. Wenn sie gut gar sind, nimm sie heraus und lass sie kalt werden.</p>
          <p>Nimm einen sauberen Speck, schneide ihn klein und lang (in Streifen) und spicke die Gebratenen damit sauber. Stecke ganze Nelken darauf. Nimm dann einen guten süßen Wein und mache eine gute Sauce dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="veal" orig="gepret von dem kalb" commodity="wikidata:Q957434" source="#corema-ingredient-index">Kalbsbrät</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="blood" orig="swais" commodity="wikidata:Q494268" source="#corema-ingredient-index">Kalbsblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="roken prat" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="xxiiij ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 24</item>
            <item>
              <ingredient orig="geribem prat">Geriebenes Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prue" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="rain spekch" commodity="wikidata:Q11106">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gancze negel" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Ganze Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gueten suessen wein">Süßer Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-011">
        <head>Kalbsrückenbraten mit Nelken und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="w1-011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-011-trans">
          <p>Aber ein gueten kalbs praten NIm den rukch praten von dem kalb nach der leng vnd prat In halben weg wann er schir gepraten sey so be= stekch In mit negelen und bestrewach In mit czimer rinten vnd prat In gar vnd stoz die negel gar darin so wirt er wol gesmach gib In nicht an ein salssen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-011-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-011-orig">
          <p>Nimm den Kalbsrückenbraten der Länge nach und brate ihn zur Hälfte gar. Wenn er fast fertig gebraten ist, spicke ihn mit Nelken und bestreue ihn mit Zimtrinde. Brate ihn dann ganz gar und drücke die Nelken vollständig in das Fleisch. So wird er gut schmecken. Serviere ihn nicht mit einer Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kalbs praten / rukch praten von dem kalb">Kalbsrückenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelen / negel" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="czimer rinten" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimtrinde</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-012">
        <head>Gebratener Kalbshinterdarm mit Lungenfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="w1-012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-012-trans">
          <p>Ein geprotens von einem After darmm NIm ain affterdormm von dem kalb vnd mach den gar schon vnd hakch die lungel vnd spekch vnder ain ander vnd gwurcz vnd verbs vnd vasz das In den darmm vnd sneid wuerst vnd magst vnd prats dornoch vnd is trukchen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-012-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-012-orig">
          <p>Nimm einen Kalbshinterdarm und reinige ihn sehr gründlich. Hacke die Lunge und den Speck zusammen. Würze die Masse und färbe sie. Fülle diese Masse in den Darm. Schneide den gefüllten Darm zu Würsten, wie du magst, und brate sie danach. Iss sie trocken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ain affterdormm von dem kalb">Kalbshinterdarm</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="die lungel">Kalbslunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="spekch" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" commodity="wikidata:Q11254">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient>Fett zum Braten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-013">
        <head>Gefüllter Hecht</head>
        <div type="original" xml:id="w1-013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-013-trans">
          <p>Von einem gefulten hecht NIm ain hecht des auf ain essen genug sey vnd sneid Im das haupp ab vncz hinden an rukk vnd nym ain schindel vnd sneid die als langkch als den hecht Vnd ledig In von der haut gancz vnd prich der haut nicht wann der hecht nu ledig ist das die federen vnd der czagel an der haut bele= ibem vnd loz In mit ainem messer auf dem rukk vnd den czagel so wirt der visch ledig vnd tue den visch heraus nym den visch vnd los In von den greten vnd los die haut ligen vnd hakch den visch chlain vnd nym ander visch dorczue das du In wider vvlst vnd solt das mit gwurcz abmachen so wirt es wolgesmach so solt haben ysop pertram abruten must darczue haben ein sal uei vnd ain petersil vnd hakch das an die visch vnd full es wider in die haut das haist ein mayen hecht ist nicht ein vastag so slach ayr daran ist dann ain vastag so hakch ain aphel daran secz das haupp wider an vnd secz zu mit ainem vaden so wirt der hecht gancz nu nym der selbn vvl in die orwenglein die oerwenglen sullen schon sein gwaschn do solt tu die full in tun In das haubt vnd In den mund vnd leg In auf ainn roest vnd prat In sauber vnd ver prenn In nicht oder er wirt enbicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-013-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-013-orig">
          <p>Nimm einen Hecht, der für eine Mahlzeit ausreichend ist. Schneide ihm den Kopf ab, bis hinten zum Rücken. Nimm eine Schindel und schneide sie so lang wie den Hecht.</p>
          <p>Löse ihn ganz von der Haut und zerreiße die Haut nicht. Wenn der Hecht nun von der Haut gelöst ist, sollen die Flossen und der Schwanz an der Haut bleiben. Und löse ihn mit einem Messer am Rücken und am Schwanz, so wird das Fischfleisch gelöst und nimm es heraus. Nimm das Fischfleisch und löse es von den Gräten und lass die Haut liegen.</p>
          <p>Hacke das Fischfleisch klein und nimm anderen Fisch dazu, damit du ihn wieder füllen kannst. Und würze es damit ab, so wird es wohlschmeckend. So sollst du Ysop, Bertram, Eberraute, Salbei und Petersilie dazuhaben. Und hacke das zu dem Fisch und fülle es wieder in die Haut. Das nennt man einen Maienhecht.</p>
          <p>Ist kein Fasttag, so schlage Eier daran. Ist dann ein Fasttag, so hacke einen Apfel daran. Setze den Kopf wieder an und nähe ihn mit einem Faden zu, so wird der Hecht ganz. Nun nimm dieselbe Füllung und fülle die kleinen Wangen; die Wangen sollen sauber gewaschen sein. Dort sollst du die Füllung hineintun, in den Kopf und in den Mund. Und lege ihn auf einen Rost und brate ihn sauber und verbrenne ihn nicht, sonst ist er verdorben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ain hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="das haupp">Hechtkopf</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain schindel">Holzschindel</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="der haut">Hechthaut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die federen">Hechtflossen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="der czagel">Hechtschwanz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ainem messer">Messer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="den visch">Hechtfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish bone" commodity="wikidata:Q11801583" source="#corema-ingredient-index">Fischgräten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ander visch">Fischfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="hyssop" orig="ysop" commodity="wikidata:Q137931" source="#corema-ingredient-index">Ysop</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pellitory" orig="pertram" commodity="wikidata:Q828427" source="#corema-ingredient-index">Bertram</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="southernwood" orig="abruten" commodity="wikidata:Q79106872" source="#corema-ingredient-index">Eberraute</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="sal uei" commodity="wikidata:Q1111359" source="#fyndling-ingredient-name">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="ain petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier (optional, für Nicht-Fastentage)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="apple" orig="ain aphel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Apfel (optional, für Fastentage)</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="ainem vaden">Küchengarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="der selbn vvl">Fischfüllung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ainn roest">Rost</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-014">
        <head>Hecht in eigener Haut</head>
        <div type="original" xml:id="w1-014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-014-trans">
          <p>Ein andres vom einem hecht NIm ain andern hecht vnd sneiden oben ab an der kewu vnd rawm zwischen dem visch vnd der hewut das solt du nicht vergessen vnd zu prich der hewut nicht zu peden seitten solt du den magen vnder greiffen Als ein Iungs hundlen leberr vnd magen nym herr aus dem magen cher vmb vnd full In schon vnd nym von ainem hecht ij stukch oder iij vnd hakch das klain vnd nym den swais darczue so wirt die full prawun nym neglein darczue so wirt es swarcz vnd vvll den magen domit vnd laa In sieden vncz an die stat wan der magen gesotn ist so tue In darczue vnd tue Iem mit dem salcz recht mit diser vvl vvl den hecht vber al das die haut nicht vol werd so prist sy nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-014-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-014-orig">
          <p>Nimm einen weiteren Hecht und schneide ihn oben am Nackenbereich ab. Räume das Fleisch zwischen dem Fisch und der Haut heraus; das sollst du nicht vergessen und die Haut dabei nicht zerbrechen.</p>
          <p>Fasse auf beiden Seiten unter den Magen, wie bei Leber und Magen eines jungen Hündchens. Nimm den Magen heraus, drehe ihn um und fülle ihn sauber. Nimm zwei oder drei Stücke vom Hechtfleisch und hacke sie klein.</p>
          <p>Gib das Hechtblut dazu, so wird die Füllung braun. Gib Nelken dazu, so wird sie schwarz. Fülle den Magen damit und lass ihn sieden, bis er gar ist. Wenn der Magen gar gekocht ist, gib ihn zum Hecht und würze ihn richtig mit Salz.</p>
          <p>Fülle den Hecht überall mit dieser Füllung, aber nicht zu voll, damit die Haut nicht platzt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ain andern hecht" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient orig="ij stukch oder iij">Hechtfleisch (aus dem Hecht)</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item><ingredient orig="magen">Hechtmagen (aus dem Hecht)</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="blood" orig="swais" commodity="wikidata:Q494268" source="#corema-ingredient-index">Hechtblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-015">
        <head>Hecht, mittig gesotten, endseitig gebraten</head>
        <div type="original" xml:id="w1-015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-015-trans">
          <p>Von einem hecht der mitten gesoten sey vnd an pedn ortern geproten NSO Nim ein weisz tuch das ainer hannt prait sey oder praiter vnd necz in ainem wein vnd nym Im aus die leber vnd den magen das der magen gancz beleib von dem andern hecht nym ain stukch vnd Full den magen domit vnd tue ein vaists darvnder so wirt er gut vnd los sieden an die stat die leber vnd den magen das die leber gancz beleib vnd das wull wider in den hecht nym das tuch vnd machs nas in dem wein daz sol als lang sein das es zwier vber get slach es ainst vmb den hecht wann du es dann vmbgeslagen hast so leg ain salcz auf das tuch slach das tuech vber das salcz auf den rukk vnd vber all vnd wincz dem hecht vm an paiden seitten sol er gesalczen sein vmb vnd vmb zwischen paiden tuechernn nym ain vadem vnd wint In vmb vnd vmb viruach mues das tuech sein nu schupp In zu peden ortern wann du In praten wilt so nym ein spis vnd stich In in das tuech so beleibt er Alss gancz salcz in als ein prat visch vnd nym zwen cziegel vnd leg In an die ekk vnd leg den spis darauf vnd prat In ab als ein andern visch vnd vnder das tuech mach ein gut feur vnd vnder das ander ein klain feur vnd solt haben ein prue wenn du die hecht wilt sieden do sol er das tuech mit begiessen das es nicht verprunn so sewt sich der hecht In der mitt nu solt du nemen klain chisling die sullen hais sein die solt du rechen vnder das tuch vnd solt das tuch begiesen mit einer haisen prue so rint die prue herr ab auf die stain so seut der hecht rain prat In nu rain</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-015-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-015-orig">
          <p>Nimm ein weißes Tuch, das eine Handbreit oder breiter sei, und befeuchte es in Wein. Nimm dem Hecht die Leber und den Magen heraus, sodass der Magen ganz bleibt. Nimm von einem anderen Hecht ein Stück und fülle den Magen damit, und gib etwas Fett darunter, so wird er gut. Lass die Leber und den Magen separat sieden, sodass die Leber ganz bleibt, und gib das wieder in den Hecht.</p>
          <p>Nimm das Tuch und mache es nass in dem Wein. Es soll so lang sein, dass es zweimal um den Hecht geht. Schlage es einmal um den Hecht. Wenn du es dann umgeschlagen hast, so lege Salz auf das Tuch. Schlage das Tuch über das Salz auf den Rücken und überall, und wickle es um den Hecht. An beiden Seiten soll er gesalzen sein, rundherum zwischen beiden Tüchern. Nimm einen Faden und wickle ihn rundherum; das Tuch muss vierfach sein.</p>
          <p>Nun schuppe ihn an beiden Enden. Wenn du ihn braten willst, so nimm einen Spieß und stich ihn in das Tuch, so bleibt er ganz und gesalzen wie ein gebratener Fisch. Nimm zwei Ziegel und lege sie an die Ecke, und lege den Spieß darauf und brate ihn ab wie einen anderen Fisch. Unter das eine Tuch (am Ende des Fisches) mache ein gutes Feuer und unter das andere (Ende) ein kleines Feuer.</p>
          <p>Du sollst eine Brühe haben. Wenn du den Hecht sieden willst, so sollst du das Tuch damit begießen, damit es nicht verbrennt, so siedet sich der Hecht in der Mitte. Nun sollst du kleine, heiße Kieselsteine nehmen. Die sollst du unter das Tuch harken und das Tuch mit einer heißen Brühe begießen, so rinnt die Brühe herab auf die Steine, und der Hecht siedet schön gar in der Mitte. Brate ihn an den Enden nun vollends fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item><ingredient orig="weisz tuch">Weißes Tuch</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="liver" orig="leber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Hechtleber</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item><ingredient orig="magen">Hechtmagen</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="stukch">Hechtfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="vaists" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vadem">Faden</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="spis">Spieß</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item><ingredient orig="cziegel">Ziegel</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="feur">Feuer/Glut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prue" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="chisling">Kieselsteine</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-016">
        <head>Zwei Saucen für Hecht</head>
        <div type="original" xml:id="w1-016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-016-trans">
          <p>Mach zwayer lay salsen vnd ein supplein an den hecht ZV dem zagel mach ein gruene salsen die slach durich mit esseich so wirt sie scharf vnd vnd tue gwurcz daran zu dem hauepp nym ein vierdung weinper vnd I virdung mandel die schon stoz die weinper vnd die mandel durich einander wild ein gute salsen haben die solt du mit rayuol oder mit rumanie durich slahen do tue ein gut gwurcz an vnd zuker so hast du ein gute salsen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-016-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-016-orig">
          <p>Bereite zwei Arten von Saucen und ein dünnes Süppchen für den Hecht zu.</p>
          <p>Für den Schwanz: Mache eine grüne Sauce. Schlage diese mit Essig durch, so wird sie scharf. Gib Gewürze hinzu.</p>
          <p>Für den Kopf: Nimm ein Viertelpfund Weinbeeren und ein Viertelpfund Mandeln. Stoße die Weinbeeren und die Mandeln gründlich durcheinander. Wenn du eine gute Sauce haben willst, sollst du diese mit Rainfahl oder mit Rumanier durchschlagen. Gib gute Gewürze und Zucker hinzu, so hast du eine gute Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="grape or raisin" orig="ein vierdung weinper" commodity="wikidata:Q13186 wikidata:Q10978" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Weinbeeren</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient en="almond" orig="I virdung mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 125 g</item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="rayuol" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal (Süßwein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rumanier" orig="rumanie" commodity="wikidata:Q107262741" source="#corema-ingredient-index">Rumanier (Süßwein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-017">
        <head>Gefüllter Hechtbraten</head>
        <div type="original" xml:id="w1-017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-017-trans">
          <p>Ein anderr geprotens NIm ein hecht loez die great dauon nym den visch vnd hakch In klain gwuercz rain nu nym die fuell halbe vnd vvll den czagel domit cher dem czagel das Inner heraus vnd prat In sanft vnd mach die vvll vaist vnd nym das ander tail der vvll vnd reib ein Wenig prots darvnder oder mel hakch das durich einander vnd slach es zusamen vnd mach ein praten dovon bestekch es mit neglein gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-017-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-017-orig">
          <p>Nimm einen Hecht, entferne die Gräten davon. Nimm das Fischfleisch und hacke es klein. Würze es reinlich.</p>
          <p>Nimm nun die Hälfte der Füllung und fülle den Schwanz damit. Kehre das Innere des Schwanzes heraus und brate ihn sanft.</p>
          <p>Bereite die Füllung fettreich zu. Nimm den anderen Teig der Füllung und reibe ein wenig Brot oder Mehl darunter. Hacke alles durcheinander und schlage es zusammen. Forme daraus einen Braten, besteche ihn mit Gewürznelken und serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="northern pike" orig="ein hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwuercz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="vvll vaist" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein Wenig prots" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="oder mel">Mehl (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-018">
        <head>Gebratenes Kalbshaupt</head>
        <div type="original" xml:id="w1-018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-018-trans">
          <p>Ein geproten kalbs haubt SNeid dew vnderen chewu von dem kalbs choph darnach prich die hiernn schal auf vnd see gucz gwurcz auf das hiernn vnd geus haisz smalcz darin vnd prat In auf ainem rost das wirt ein gutz kalbshaupp</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-018-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-018-orig">
          <p>Ein gebratenes Kalbshaupt:</p>
          <p>Schneide die unteren Kiefer vom Kalbskopf. Danach brich die Hirnschale auf und streue gutes Gewürz auf das Hirn. Gieße heißes Schmalz hinein und brate es auf einem Rost. Das wird ein gutes Kalbshaupt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kalbs haubt / kalbs choph / kalbshaupp">Kalbshaupt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="dew vnderen chewu">Unterkiefer (vom Kalbshaupt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die hiernn schal">Hirnschale (vom Kalbshaupt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="das hiernn">Kalbshirn (vom Kalbshaupt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gucz gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze (z.B. Pfeffer, Ingwer, Zimt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="haisz smalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-019">
        <head>Bockleber im Netz gebraten</head>
        <div type="original" xml:id="w1-019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-019-trans">
          <p>Von einer pokch leber NIm ein pokchleber vnd hakch sie klain also grun vnd hakch darin ayer vnd weisz prot vnd gewuertze vnd wind das In ain necz Vnd prat es</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-019-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-019-orig">
          <p>Nimm eine Bockleber und hacke sie klein, noch roh. Hacke Eier, Weißbrot und Gewürze hinein. Wickle die Masse in ein Bauchfell und brate es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="liver" orig="ein pokchleber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Bockleber</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weisz prot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewuertze" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="caul fat" orig="ain necz" commodity="wikidata:Q662490" source="#corema-ingredient-index">Bauchfell</ingredient> - 1 Stück</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-020">
        <head>Brachvogel am Spieß mit Wacholderbeeren</head>
        <div type="original" xml:id="w1-020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-020-trans">
          <p>Von prachvogel NIm prachvogel vnd wasch die schon so nym krani witpoer vnd geus ein wein darauf oder esseich wann sew der waikchent so stozze sye dann In die vogel mit gwurcz vnd sie dann an dem spis</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-020-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-020-orig">
          <p>Nimm Brachvögel und wasche sie gründlich. Nimm dann Wacholderbeeren und gieße Wein oder Essig darüber. Wenn die Beeren eingeweicht sind, stopfe sie zusammen mit Gewürzen in die Vögel. Brate sie dann am Spieß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="curlew" orig="prachvogel" commodity="wikidata:Q215166" source="#corema-ingredient-index">Brachvogel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="krani witpoer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#corema-ingredient-index">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-021">
        <head>Gebackener Hecht im Teigmantel</head>
        <div type="original" xml:id="w1-021-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-021-trans">
          <p>Von dem hecht SCHub hecht vnd haw sew zu stukchen hakch peter sil salua pheffer Innwer chuam saffran salcz wein oder esseich mach ein toph vol mit taig vnd tue darIn den visch mit den condimenten mach es oben gancz mit taig pach es In einem ofen als lang als ein roken prat vnd gib es hin also macht du machen dy vorhenn den lachs den al vnd ander visch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-021-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-021-orig">
          <p>Schuppe den Hecht und zerteile ihn in Stücke.</p>
          <p>Hacke Petersilie und Salbei, dazu Pfeffer, Ingwer, Kümmel, Safran und Salz. Gib Wein oder Essig hinzu.</p>
          <p>Kleide einen Topf vollständig mit Teig aus. Lege den Fisch mit den Gewürzen hinein. Verschließe den Topf oben vollständig mit Teig. Backe ihn in einem Ofen so lange, wie ein Roggenbrot zum Garen benötigt.</p>
          <p>Serviere es. Auf diese Weise kannst du auch Forellen, Lachs, Aal und andere Fische zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hecht SCHub hecht" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="peter sil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="salua" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Innwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="chuam" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine or vinegar" orig="wein oder esseich" commodity="wikidata:Q282 wikidata:Q41354" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="dough" orig="taig" commodity="wikidata:Q178024" source="#corema-ingredient-index">Teig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-022">
        <head>Gebackener Hecht aus der Presse</head>
        <div type="original" xml:id="w1-022-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-022-trans">
          <p>Ein anderrs SCHub ain hocht loes aus die great hakch In vnd stoez In In ainem morser tue darczue mel vnd henig vnd salcz meng es Zu samen leg es In einen choph do ein loch durich sey eins vinger weit dreng den visch durich das loch in ein schaf mit wallunden oell vnd stell In Als ein al pach in gar vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-022-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-022-orig">
          <p>Eine andere Zubereitung: Schuppe einen Hecht, löse die Gräten heraus, hacke ihn ein und stoße ihn in einem Mörser. Gib dazu Mehl, Honig und Salz und mische es zusammen.</p>
          <p>Lege die Masse in einen Topf, der ein fingerbreites Loch hat. Drücke den Fisch durch das Loch in ein Schaff mit wallendem Öl. Stelle es so, dass es wie ein Aal gart, und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hocht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="henig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oell" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Pflanzenöl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-023">
        <head>Gebratener Aspenschwanz und Lachs mit Gewürzsauce</head>
        <div type="original" xml:id="w1-023-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-023-trans">
          <p>Ein praten schaid czagel NIm den czagel als verr er vaist ist vnd prat In so er na= hent ist gepraten so bespreng in mit Innwer vnd mit pheffer prat In vollen vnd gib In hin Den ruk von dem lachs den prat auch also das ander seud In wasser vnd In esseich nym Innwers mers denn pheffers vnd ein wenig chum mal das mit esseich erbell ez eben dikch gib es mit dem visch dikch condiment haist galentin das mag man essen mit allerhant visch vnd wilpret</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-023-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-023-orig">
          <p>Ein gebratener Aspenschwanz: Nimm den Aspenschwanz, so weit er fett ist, und brate ihn. Wenn er fast gar ist, besprenge ihn mit Ingwer und Pfeffer. Brate ihn vollständig gar und serviere ihn.</p>
          <p>Lachs: Den Rücken vom Lachs brate ebenfalls auf dieselbe Weise.</p>
          <p>Die Galentin (Gewürzsauce): Den anderen Fisch koche in Wasser und Essig. Nimm mehr Ingwer als Pfeffer und ein wenig Kümmel. Mahle dies mit Essig. Koche es gut dick auf. Serviere es dick mit dem Fisch als Würzsauce. Diese Sauce heißt Galentin; man kann sie mit allerlei Fisch und Wildbret essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="schaid czagel">Aspenschwanz, fetter Teil</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Innwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saddle of salmon" orig="ruk von dem lachs" commodity="wikidata:Q107262391" source="#corema-ingredient-index">Lachsfilet (Rückenstück)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="das ander" commodity="wikidata:Q600396" source="#fyndling-ingredient-name">Fisch (für die Sauce)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Innwers" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer (für die Sauce)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer (für die Sauce)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="chum" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel (für die Sauce)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-024">
        <head>Gebratener Stockfisch im Teigmantel</head>
        <div type="original" xml:id="w1-024-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-024-trans">
          <p>Vom stokch visch NIm ein stokchvisch tue Im die haut ab waichk In dem wasser ein nacht vaikchen in In einem essach vnd prot in vnd lasz In belauffen mit oel oder mit putern allenthalben mach ein taig von mel vnd von ayren tue darczue pheffer vnd saffran salcz vnd beslach den visch dreistund domit vnd lozze In rot werden bey dem feur betreufen vaist vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-024-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-024-orig">
          <p>Nimm einen Stockfisch und zieh ihm die Haut ab. Weiche ihn eine Nacht lang in Wasser ein.</p>
          <p>Drücke ihn danach im Essig aus, und brate ihn. Lass den Fisch dann überall mit Öl oder Butter bedecken.</p>
          <p>Bereite einen Teig aus Mehl und Eiern zu. Füge Pfeffer, Safran und Salz hinzu. Bestreiche den Fisch damit dreimal. Lass ihn am Feuer rot werden und beträufle ihn dabei mit Schmalz. Serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="stockfish" orig="stokch visch" commodity="wikidata:Q213725" source="#corema-ingredient-index">Stockfisch</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="skin" orig="haut" commodity="wikidata:Q1074" source="#corema-ingredient-index">Stockfischhaut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essach" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oel" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="vaist" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-025">
        <head>Gebratener Kapaun mit Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="w1-025-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-025-trans">
          <p>Von dem chopawner DEm chopawner solt du das haupp abslahen vnd solt Im den hals fullen vnd praten so er dann gesoten sey so gib dobey ein galentein oder ein gut condiment</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-025-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-025-orig">
          <p>Schlage dem Kapaun den Kopf ab und fülle ihm den Hals. Brate ihn dann. Wenn er gar ist, gib dazu eine Galantine oder ein gutes Condiment.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="capon" orig="chopawner" commodity="wikidata:Q594676" source="#corema-ingredient-index">Kapaun</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-026">
        <head>Spanferkel am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="w1-026-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-026-trans">
          <p>Ein spenvearl NIm ein spenfearhl vnd prat es chuel das spalt enczway mit dem haupp so nym die lungel vnd iij herte ayr vnd ij waiche vnd schon prat saffran pheffer salcz hakch das klain vnd tue gehakchten spekch darczue vnd vvll das ferhel stekch es an den spis prat es sanft betreuff es mit smalcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-026-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-026-orig">
          <p>Nimm ein Spanferkel und brate es sanft an. Spalte es dann mitsamt dem Kopf in zwei Hälften. Nimm die Lunge, drei hartgekochte Eier und zwei weichgekochte Eier sowie gutes Brot, Safran, Pfeffer und Salz. Hacke alles klein und gib gehackten Speck dazu. Fülle das Ferkel damit, stecke es auf den Spieß und brate es sanft. Beträufle es mit Schmalz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="suckling pig" orig="spenfearhl" commodity="wikidata:Q23015" source="#corema-ingredient-index">Spanferkel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="lights (offal)" orig="lungel" commodity="wikidata:Q1723359">Lunge vom Spanferkel</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="iij herte ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier, hartgekocht</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient>Eier, weichgekocht</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient orig="schon prat">Brot, altbacken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safranfäden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gehakchten spekch">Speck, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lard" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q72827" source="#corema-ingredient-index">Schweineschmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-027">
        <head>Lammfüllung nach Art eines Mortelruls</head>
        <div type="original" xml:id="w1-027-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-027-trans">
          <p>Von dem lamp ALso mach tu fullen ein halb lamp nym vaist sweinen vleisch tue ab die swarten vnd hakch die klain tue darczue semeln pheffen saffran ayr honig esseich nicht zu saur salcz lasz es erwallen vnd gib es hin das haist mortelrul allso mach auch das hnrgmus</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-027-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-027-orig">
          <p>Von dem Lamm:</p>
          <p>So mache eine Füllung für ein halbes Lamm. Nimm fettes Schweinefleisch, entferne die Schwarte und hacke es klein. Gib dazu geriebenes Weißbrot, Pfeffer, Safran, Eier, Honig, Essig (nicht zu sauer) und Salz.</p>
          <p>Lass die Mischung aufwallen und serviere sie dann. Das nennt man Mortelrul. So mache auch das hnrgmus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein halb lamp">Lamm</ingredient> - 0.5 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="vaist sweinen vleisch">Fettes Schweinefleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semeln" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Geriebenes Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffen" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-028">
        <head>Fremdes Birnen-Schweinefleisch-Gericht</head>
        <div type="original" xml:id="w1-028-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-028-trans">
          <p>Ein fremder sin von praten NIm ein gepraten piern vnd roh sawr holczoephel vnd gesoten sweinen vnderwachsen vleisch pheffer saffran aneis das pach alles vnd mach es waich vnd mit rohen ayren das es zusamen chlebn muag so mach dann ain plat von ayren vnd zu tail das condiment gleich dar auf wint das plat zu samen vnd zeuch ain ayren taig darvber pach es hert In smalcz stich das durich ein spis prat ez vnd beslach es mit ayren vnd mit smalcz wann es schuemt so ist es gar ge= soten so gib es hin Man mag es spikchen als ain rechpraten er mag es wermen bey dem fewr das haist pieren praten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-028-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-028-orig">
          <p>Nimm eine gebratene Birne, rohe, saure Holzäpfel und gekochtes, durchwachsenes Schweinefleisch, Pfeffer, Safran und Anis. Backe alles und mache es weich.</p>
          <p>Binde die Masse mit rohen Eiern, damit sie zusammenhält. Dann mache einen Eierfladen und verteile das Würzmittel gleichmäßig darauf. Wickle den Fladen zusammen und ziehe einen Eierteig darüber.</p>
          <p>Backe es fest in Schmalz. Stich es dann auf einen Spieß und brate es. Beschlage es mit Eiern und mit Schmalz. Wenn es schäumt, ist es gar gekocht. Dann serviere es.</p>
          <p>Man kann es spicken wie einen Rehbraten. Man kann es am Feuer wärmen. Das nennt man Birnenbraten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="gepraten piern">Gebratene Birne</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="roh sawr holczoephel">Rohe saure Holzäpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesoten sweinen vnderwachsen vleisch">Gekochtes durchwachsenes Schweinefleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="aneis" commodity="wikidata:Q33873455" source="#corema-ingredient-index">Anis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="rohen ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Rohe Eier (zum Binden)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="plat von ayren">Eierfladen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="condiment" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Würzmittel (Füllung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg dough" orig="ayren taig" commodity="wikidata:Q107262035" source="#fyndling-ingredient-name">Eierteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier (zum Beschlagen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-029">
        <head>Rehrückenbraten im Teigmantel mit Hasen-Variante</head>
        <div type="original" xml:id="w1-029-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-029-trans">
          <p>Von dem rukpraten NIm den ruk praten von dem rech spikch den wol mit klainem spekch spreng In wol mit salcz wirf darauf Innwer pheffer chum bewint In einen taig als chreph lein lasz in einem ofen pachen wart mit dem hecht aber gar gepachen sey allso mach tu praten den hasen gancz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-029-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-029-orig">
          <p>Nimm den Rehrückenbraten. Spicke ihn gut mit kleinem Speck. Bestreue ihn reichlich mit Salz und streue darauf Ingwer, Pfeffer und Kümmel.</p>
          <p>Umwickle den Braten mit einem Teig, wie man es von einem Krapfen kennt. Lass ihn in einem Ofen backen. Warte, bis er ganz durchgebacken ist, wie man es vom Hecht kennt.</p>
          <p>Ebenso kannst du den ganzen Hasen braten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="saddle of roe-deer" orig="ruk praten von dem rech" commodity="wikidata:Q56297309" source="#corema-ingredient-index">Rehrückenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klainem spekch">Speck, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Innwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="chum" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="dough" orig="taig" commodity="wikidata:Q178024" source="#corema-ingredient-index">Teig (zum Umwickeln)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="hecht" commodity="wikidata:Q83363026" source="#corema-ingredient-index">Hecht (als Vergleich für Gargrad)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rabbit" orig="hasen gancz" commodity="wikidata:Q3556748" source="#corema-ingredient-index">Hase, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-030">
        <head>Hirse- oder Grützebrei, gebraten am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="w1-030-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-030-trans">
          <p>Wie man hiers oder grews an einem spis pret NIm hiers vnd grewus slach ayr darczue das es dikch werd sneid in aus stekch in an ain spis prat in peslach in mit ayren gib in hin als mit andern condimenten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-030-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-030-orig">
          <p>Wie man Hirse oder Grütze am Spieß brät:</p>
          <p>Nimm Hirse und Grütze. Schlag Eier dazu, sodass es dick wird. Schneide es aus. Stecke es an einen Spieß und brate es. Bestreiche es dabei mit Eiern. Gib es mit anderen Saucen hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="common millet" orig="hiers" commodity="wikidata:Q259438" source="#corema-ingredient-index">Hirse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="groat" orig="grewus" commodity="wikidata:Q1436715" source="#corema-ingredient-index">Grütze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="condimenten" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Saucen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-031">
        <head>Gebackene Erbsen-Bratlinge am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="w1-031-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-031-trans">
          <p>Wie man arbais preat Slach arbais durich ein sib slach als vil ayr darczue pach sew mit einem klainem smalcz oder putern sneid sie zu stukchen pra sew an ainem spis beslach sie mit ayren vnd gib sew hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-031-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-031-orig">
          <p>Schlage die Erbsen durch ein Sieb. Schlage ebenso viele Eier dazu.</p>
          <p>Backe die Masse mit etwas Schmalz oder Butter. Schneide sie in Stücke. Brate sie an einem Spieß. Ummantel sie mit Eiern und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="als vil ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klainem smalcz oder putern">Schmalz (oder Butter)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier (zum Ummanteln)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-032">
        <head>Gefüllter Hecht</head>
        <div type="original" xml:id="w1-032-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-032-trans">
          <p>Aber von einem gefulten hecht NIm ein frischen hecht vnd loez Im ab die haut daz sy gancz beleib vnd sewd in gar wol vnd loez aus die great nym guete kreweter vnd stoez daz mit dem visch vnd tue darczue rohe ayr vnd ein wenig pheffers vnd saffran vnd dy haut vvll vnd rost in ein wenig vnd gib in hin versalcz In nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-032-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-032-orig">
          <p>Über einen gefüllten Hecht:</p>
          <p>Nimm einen frischen Hecht und ziehe ihm die Haut so ab, dass sie ganz bleibt. Siede den Hecht sehr gut und löse die Gräten heraus. Nimm gute Kräuter und stoße sie mit dem Fischfleisch. Gib rohe Eier, ein wenig Pfeffer und Safran dazu. Fülle die Haut mit dieser Mischung und röste den Hecht ein wenig. Serviere ihn und versalze ihn nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="northern pike" orig="ein frischen hecht" commodity="wikidata:Q83363026">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die haut">Hechthaut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish bone" orig="die great" commodity="wikidata:Q11801583" source="#corema-ingredient-index">Gräten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="guete kreweter" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="rohe ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig pheffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz In nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-033">
        <head>Süßes Mandelmus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-033-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-033-trans">
          <p>Hie hebt sich an ein geticht von manigerlay essen wie man dy hofleich machen sol das vindest du herr nach geschriben Von allerlay gemuesen WIlt du machen ein mandel mues so nym ein halb talentum mandel vnd vmerdum darczue ob du ez nicht enhast so nym semeln prat dorczue vnd das tue in ain wasser vnd pall es schoan aus daz slach mit der milch durich ein tuch so wirt es klain wildu es suesz haben so tue ein Zuker dor zue das haist ain mandel mues</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-033-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-033-orig">
          <p>Hier beginnt eine Abhandlung über mancherlei Speisen, wie man die höfischen Gerichte macht - das findest du hier nachfolgend aufgeschrieben.</p>
          <p>Von allerlei Gemüsen.</p>
          <p>Willst du ein Mandelmus machen, so nimm ein halbes Pfund Mandeln und dazu auch Stärke. Hast du diese nicht, so nimm stattdessen geriebenes Weißbrot. Gib die Mandeln oder das Brot in Wasser und drücke die Masse gut aus. Schlage sie mit Milch durch ein Tuch, sodass sie fein wird. Willst du das Mus süß haben, so gib Zucker dazu. Das nennt man ein Mandelmus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein halb talentum mandel" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="vmerdum darczue">Stärke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ain wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="der milch" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein Zuker dor zue" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-034">
        <head>Mandelkäse-Imitat mit Hausenblase</head>
        <div type="original" xml:id="w1-034-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-034-trans">
          <p>Aber ein ander essen WIldu haben ein mandel ches da muest du haben ein hausen plater vnd des mandels muest du haben i1/2 talentum auf ein essen so machstu den keas von dem mandel den reib schon vnd slach den durich ein weisz tuch vnd ein lot hausn plosn das solt du ineinem wasser sieden und die plater soltu mit dem mandel durich slahen mit gesoten wasser vnd solt der milch nicht sieden mach sye suesz mit zuker mit ein 1/2 firdung vnd schikch sie zum ches so nym ein verglast reindel do schutt denn die milch ein so wiert sy hert vnd losz ein weil sten so wirz ein cheas vnd mach ein suesse mandel milch daran vnd du mach in wol sneiden in fyer tail so kumbt die milch zwischn vnd stekch In mit mandel kernn vnd gib in hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-034-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-034-orig">
          <p>Willst du ein anderes Gericht haben, einen Mandelkäse, so musst du dazu eine Hausenblase haben. Von den Mandeln musst du 1 1/2 Talentum für ein Gericht haben. So machst du den Käse aus den Mandeln: Reibe sie gründlich und schlage sie durch ein weißes Tuch.</p>
          <p>Nimm 1 Lot Hausenblase, das sollst du in Wasser sieden. Die Hausenblase sollst du dann mit den Mandeln und gekochtem Wasser durchschlagen (und passieren). Die Milch sollst du nicht sieden. Mache sie süß mit Zucker, mit einem halben Firdung, und bereite sie für den Käse vor.</p>
          <p>So nimm ein verglastes Reindl, dort schütte dann die Milch hinein. So wird sie hart und lass sie eine Weile stehen, so wird es ein Käse. Mache eine süße Mandelmilch dazu. Du kannst ihn gut in vier Teile schneiden, so kommt die Milch dazwischen. Stecke ihn mit Mandelkernen und gib ihn hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="lot hausn plosn" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient> - 15 g</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient> - 62.5 g</item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel kernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-035">
        <head>Mandelziger (Mandel-Käse-Imitat)</head>
        <div type="original" xml:id="w1-035-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-035-trans">
          <p>Willdu machen ein mandel cziger MAch milch aus einem 1/2 talentum mandel vnd solt In dikch durich slahen vnd losz sie sieden vnd salcz vnd geus ein wenig wein daran oder esseich vnd schutt sy auf ein weisz tuech vnd beswer sie daz sy hert werd dornach sneid die wie du wild auf die schussel vnd mach ein kalte milch doran mit czuker vnd bestekch du sew mit mandel chernn das schat nicht gib in hin den cziger</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-035-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-035-orig">
          <p>Wenn du einen Mandelziger zubereiten möchtest, stelle Mandelmilch aus einem halben Pfund Mandeln her. Schlage die Mandelmilch dick und lasse sie sieden. Salze sie und gieße ein wenig Wein oder Essig hinzu.</p>
          <p>Schütte die Masse auf ein weißes Tuch und beschwere sie, damit sie fest wird. Danach schneide sie nach Belieben auf eine Schüssel und bereite eine kalte Milch mit Zucker dazu. Garniere den Mandelziger mit Mandelkernen - das schadet nicht. Serviere den Ziger.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="1/2 talentum mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine or vinegar" commodity="wikidata:Q282 wikidata:Q41354" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Wein oder Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-036">
        <head>Mandelmus mit welschem Wein</head>
        <div type="original" xml:id="w1-036-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-036-trans">
          <p>Ein ander gmus von mandel NIm mandel chernn vnd reib in chlain vnd slach die durich mit wechlischen wein vnd mach sie suesz mit zuker vnd losz es sieden vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-036-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-036-orig">
          <p>Nimm Mandelkerne und reibe sie klein. Passiere sie dann mit welschischem Wein. Süße das Mus mit Zucker und lass es sieden. Serviere es anschließend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="southern wine" orig="wechlischen wein" commodity="wikidata:Q107262744" source="#corema-ingredient-index">Wein, weiß (trocken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-037">
        <head>Süßes Mandel-Reis-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-037-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-037-trans">
          <p>Aber ein gmues NIm ein 1/2 mandel vnd reib In vnd slach in durich mit gutem wein vnd la die steen vnd nym ein gestossen reis vnd tue des doz ein vncz dich dunkcht das sein ge= nueg sey vnd loz sieden vnd versalcz nicht vnd mach es suesz mit zuker vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-037-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-037-orig">
          <p>Nimm ein halbes Pfund Mandeln und reibe sie.</p>
          <p>Schlage die Mandeln mit gutem Wein durch und lass sie stehen. Nimm dann gestoßenen Reis und gib davon hinzu, bis du meinst, dass es genug sei.</p>
          <p>Lass es sieden und versalze es nicht. Süße es mit Zucker und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="1/2 mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 250.0 g</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gutem wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein, weiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice flour" orig="gestossen reis" commodity="wikidata:Q1269205" source="#fyndling-ingredient-name">Reismehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-038">
        <head>Nussmus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-038-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-038-trans">
          <p>Ein kernn mues NIm ein 1/2 talentum mandel vnd mach milch daraus vnd slach sie schan durich vnd mach ir nicht zu vil vnd nym ein libra nusz vnd schel sie schon vnd seud sie vnd die klain als ein greusz vnd tue sie in die milch vnd laz ein wall tuen vnd mach sie suez mit czuker vnd versalcz nicht vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-038-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-038-orig">
          <p>Nimm ein halbes Pfund Mandeln und mache daraus Mandelmilch. Passiere sie gründlich und mache nicht zu viel davon.</p>
          <p>Nimm ein Pfund Nüsse, schäle sie gründlich und siede sie. Zerkleinere die Nüsse klein wie Grütze und gib sie in die Mandelmilch. Lass alles einmal aufwallen. Süße das Mus mit Zucker und versalze es nicht. Serviere es dann.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="1/2 talentum mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient orig="ein libra nusz">Walnüsse</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-039">
        <head>Ein weißer Igel aus Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="w1-039-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-039-trans">
          <p>Ein weissen igel NIm ein phunt mandel den stoz gar klain vnd tue ein czuker darin vnd slach in zu sam vnd mach ein ygel dovon vnd xij mandl chernn vnd sneid sie noch der leng vnd stekch den ygel in der mit vnd vber?tel als die porsterr vnd versalcz nicht vnd gib In hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-039-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-039-orig">
          <p>Nimm 500 g Mandeln und zerstoße sie sehr fein. Gib Zucker hinzu und schlage die Masse zusammen. Forme daraus einen Igel.</p>
          <p>Nimm zwölf Mandelkerne, schneide sie der Länge nach und stecke sie in die Mitte des Igels und überall hinein, sodass sie wie Borsten aussehen. Achte darauf, nicht zu versalzen. Serviere den Igel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein phunt mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="xij mandl chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne (ganz)</ingredient> - 12</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-040">
        <head>Ein schwarzer Igel</head>
        <div type="original" xml:id="w1-040-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-040-trans">
          <p>Ein swarczen igel NIm ein libra weinper vnd wasch die schon vnd erchlaub sie schon daz nicht vnsaubers dabey beleib vnd solt sie swaissen schon in einer phann vnd solt sie lassn kalt werden vnd wann sie truken sein so stoez sie klain vnd czimey vnd neglein vnd czuker solt du tun der Ein vnd machst zusamen vnd mach ain Igl daraus vnd wann er berait ist so schol er in mit neglein besteken das sullen sein porsterr vnd ain gulden muschcat sol man Im gebem in den mund vnd versalcz in nicht vnd gib in hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-040-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-040-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Rosinen und wasche sie gründlich und verlies sie sorgfältig, damit nichts Unsauberes daran bleibt. Röste sie in einer Pfanne gut trocken und lasse sie kalt werden. Wenn sie trocken sind, so zerstoße sie klein. Zimt, Gewürznelken und Zucker sollst du dazugeben und alles zusammenmischen. Mache einen Igel daraus. Wenn er bereit ist, so sollst du ihn mit Gewürznelken bestecken, das sollen seine Borsten sein. Eine goldene Muskatnuss soll man ihm in den Mund geben. Versalze ihn nicht und serviere ihn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="raisin" orig="ein libra weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="czimey" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken (zum Bestecken)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain gulden muschcat">Muskatnuss (golden, zur Dekoration)</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-041">
        <head>Roter Igel aus Feigen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-041-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-041-trans">
          <p>Ein roten ygel NIm ein libra feigen vnd wasch daz mel dauon vnd loss sie wider trukn werden vnd hakch sy dann klain vnd stoez sie dann wol mit guetem gwuercz vnd tue saffran daran so wirt es rot vnd des czukerrs solt du nicht vergessn vnd wenn er klain gestozzen ist so sol er in slahn zu samen vnd mach ain ygel daraus vnd bestekch den schon mit silbren negln daz sullen sein poersterr ein veigen gib Im In den mund</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-041-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-041-orig">
          <p>Nimm 500 g Feigen und wasche das Mehl davon ab. Lasse sie dann wieder trocken werden und hacke sie anschließend klein. Stoße sie dann gut mit einer guten Gewürzmischung und gib Safran hinzu, damit es rot wird. Den Zucker sollst du nicht vergessen. Wenn die Masse klein gestoßen ist, sollst du sie zusammenschlagen und einen Igel daraus formen. Stecke ihn gründlich mit silbernen Nelken, die seine Borsten sein sollen. Gib ihm eine Feige in den Mund.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="fig" orig="ein libra feigen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feigen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="guetem gwuercz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="des czukerrs" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="silbren negln">Silberne Nelken</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="fig" orig="ein veigen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feige</ingredient> - 1 Stück</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-042">
        <head>Weiße Geislitz mit Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="w1-042-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-042-trans">
          <p>Von furlay geyslicz ZV weisser geislicz nym ein libra mandel die schel schon vnd reib sy klain vnd slach sy mit der geislicz durich als vil als ir werd auf ein gut essen die secz in ein chessel oder in ein hefen die la sieden durich ein ander wol wil sie dikch werden so geus ein wasser daran salcz vnd ein czuker tue daran an das das zu massn sey wann das nu gesoten ist so tue es auf ain schussel vnd lazz stan</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-042-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-042-orig">
          <p>Für eine weiße Geislitz nimm ein Pfund Mandeln. Schäle sie gründlich und reibe sie fein. Schlage sie mit der Geislitz-Masse durch, in einer Menge, die für ein gutes Essen ausreicht.</p>
          <p>Setze die Mischung in einen Kessel oder Topf und lass sie gut miteinander sieden. Wenn sie dick wird, gieße etwas Wasser hinzu, gib Salz und etwas Zucker dazu, so dass es nach Maß ist. Wenn das Gericht gesotten ist, gib es auf eine Schüssel und lass es stehen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein libra mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, geschält und gemahlen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="der geislicz" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Geislitz (Basis)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ein wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-043">
        <head>Schwarze Rosinen-Sauce (Geislitz)</head>
        <div type="original" xml:id="w1-043-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-043-trans">
          <p>Ein swarcze geyslicz NIm j libra weinper vnd reib die schon daz sy klain werden du solt nemen schifflen von leczlten gemacht macht du ir nicht gehaben so nym ein andern leczlten vnd sneid in dynn vnd prenn In swarcz vnd losz In kalt werden vnd stozz klain vnd saw in durich ein pheffer sib daz solt du tun daran als vil daz sein genug sey vnd solt habn j talentum honigs vnd solt das daran tun vnd gut gwurcz auch dar an tun mit der geislicz solt du die temperieren vnd solt die weinper durich slahen vnd solt sie in Im sieden lassen wol weissen Innwer tue dar ein vnd ruer es wol ab vnd czuker solt du auch haben wenn sy zu dikch wil werden so geus rumanie darvnder vnd gibs kalt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-043-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-043-orig">
          <p>Nimm 500 Gramm Rosinen und zerreibe sie gründlich, bis sie fein sind.</p>
          <p>Du sollst speziell zubereiteten Lebkuchen nehmen. Falls du diesen nicht zur Hand hast, nimm stattdessen anderen Lebkuchen, schneide ihn dünn, brenne ihn schwarz und lasse ihn kalt werden. Zerstoße ihn dann fein und siebe ihn durch ein Pfeffersieb. Gib davon so viel hinzu, wie ausreichend ist.</p>
          <p>Du sollst Honig haben und diesen zusammen mit guten Gewürzen hinzufügen. Mit der Geislitz sollst du die Masse temperieren. Arbeite die Rosinen ein und lasse sie darin sieden. Gib guten weißen Ingwer hinzu und rühre alles gut ab. Du sollst auch Zucker bereithalten. Wenn die Sauce zu dickflüssig wird, gieße Rumanie-Wein hinzu und serviere sie kalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="raisin" orig="j libra weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="schifflen von leczlten gemacht / ein andern leczlten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#fyndling-ingredient-name">Lebkuchen (für Sauce)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="j talentum honigs" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white ginger" orig="weissen Innwer" commodity="wikidata:Q107262395" source="#corema-ingredient-index">Weißer Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rumanier" orig="rumanie" commodity="wikidata:Q107262741" source="#corema-ingredient-index">Rumanie-Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-044">
        <head>Rote Geislitz mit Rosinen und Honig</head>
        <div type="original" xml:id="w1-044-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-044-trans">
          <p>Von roter geislicz NIm ein 1/2 talentum weinper die solt du mit der geislicz durich slohen vnd 1/2 talentum hoenig vnd loz sie sieden durich ein ander gw= urcz tue daran phefferr vnd saffran wann sie nu ge= soten ist so geus auf vnd lozz kalt werden versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-044-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-044-orig">
          <p>Nimm ein halbes Talent Rosinen. Diese sollst du mit der Geislitz durchschlagen. Gib ein halbes Talent Honig hinzu und lass alles zusammen sieden.</p>
          <p>Füge weitere Gewürze, Pfeffer und Safran hinzu. Wenn die Speise gekocht ist, gieße sie auf und lass sie kalt werden. Versalze sie nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="geislicz" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Geislitz-Grütze</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="1/2 talentum weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 0.5</item>
            <item><ingredient en="honey" orig="1/2 talentum hoenig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient> - 0.5</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="phefferr" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="(implied from versalcz nicht)" commodity="wikidata:Q11254">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-045">
        <head>Rustikale Hafergrütze, kalt serviert</head>
        <div type="original" xml:id="w1-045-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-045-trans">
          <p>Ein grobe geyslicz NIm geislicz vnd slach die durich ein tuch lasz wol sieden das recht dunn werd so geusz auf ain schussel vnd lasz kalt werden vnd tue die haut darab vnd gib ez mit wein oder mit kalter milch wie du wild vnd gib ez hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-045-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-045-orig">
          <p>Nimm die Hafergrütze und passiere sie durch ein Tuch. Lasse sie gut sieden, sodass sie recht dünnflüssig wird. Dann gieße sie auf eine Schüssel und lasse sie kalt werden. Ziehe die Haut ab und serviere sie mit Wein oder mit kalter Milch, ganz wie du möchtest. Gib sie dann zu Tisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="geislicz" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Saure Hafergrütze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein tuch">Passiertuch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kalter milch">Kalte Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-046">
        <head>Fischrogen-Fladen für die Fastenzeit</head>
        <div type="original" xml:id="w1-046-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-046-trans">
          <p>Zu geweichten Inder vasten NIm mandel vnd hakch den chlain vnd verb den halben mit saffran das leg besunder In ain schussel nym weinper wol erlesen vnd well die daz sie sinibel werden vnd leg die besunder in die schussel zu disen nym aller visch rogen den der pearbem rogen nicht vnd die in einen morser mit einem wenigen weissn melblen daz ez werd als ain straubem taig vnd ferb das vnd geuz auf die fladen vnd pach es in einem offen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-046-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-046-orig">
          <p>Für weiche Speisen in der Fastenzeit:</p>
          <p>Nimm Mandeln und hacke sie klein. Färbe die Hälfte davon mit Safran und lege beide Hälften getrennt voneinander in eine Schüssel. Nimm gut verlesene Rosinen und koche sie, bis sie rund werden, und lege sie ebenfalls getrennt daneben in die Schüssel.</p>
          <p>Nimm nun jeglichen Fischrogen, aber nicht den Rogen der Barbe. Gib den Rogen in einen Mörser mit etwas weißem Mehl, sodass er wie ein Straubenteig wird. Färbe diese Masse und gieße sie auf die Fladen. Backe das Gericht in einem Ofen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen, gut verlesen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="roe" orig="aller visch rogen" commodity="wikidata:Q219426" source="#fyndling-ingredient-name">Fischrogen (nicht Barbenrogen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="weissn melblen" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flatbread" orig="fladen" commodity="wikidata:Q666242" source="#fyndling-ingredient-context">Fladen (als Basis)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-047">
        <head>Krebsmus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-047-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-047-trans">
          <p>Ein mus von chreubssen NIm chrebsn vnd sneid daz poz von den augen do von vnd stoz daz ander in einem morser vnd zerreib daz mit einer milch durich ein sib vnd reib einer semlen darczue vnd slach ayr toterrn darein vnd slach daz durich einander vnd mach ain mues daraus in einer phann daz wirt rot</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-047-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-047-orig">
          <p>Nimm Krebse und schneide das Unerwünschte bei den Augen ab. Stoße das Übrige in einem Mörser und zermahle es mit Milch durch ein Sieb. Reibe eine Semmel dazu und schlage Eigelb hinein. Schlage alles durcheinander und mache daraus ein Mus in einer Pfanne. Das Mus wird rot.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="chrebsn" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="einer semlen" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayr toterrn" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-048">
        <head>Krebsschwänze in Essig und Gewürz</head>
        <div type="original" xml:id="w1-048-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-048-trans">
          <p>Von chreubssen czegle DV solt nemen chreubs vnd seud die vnd schell In die czeagl wann sy gesoten sein so leg sew In ein reindel vnd geus daran gwurcz vnd esseich</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-048-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-048-orig">
          <p>Nimm Krebse und siede sie. Wenn sie gesotten sind, schäle die Schwänze heraus. Lege die Krebsschwänze dann in ein Reindl und gieße Gewürz und Essig darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="chreubs" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-049">
        <head>Krebse mit Wein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-049-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-049-trans">
          <p>Aber ein anders von chreubssen NIm kreubs vnd sied die vnd schell die hells schon vnd tue daz vnsauber dauon stosz die schalen vnd nym czwo stueten prat vnd pes vnd mach sie dar= vnder slach ez durich mit guetem wein vnd temperirs mit gwurcz vnd tue die hals darein vnd lozz erwallen vnd gib es hin vnd schell die schear vnd bestekchs domit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-049-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-049-orig">
          <p>Nimm Krebse und koche sie. Schäle die Hälse sauber und entferne das Unsaubere davon. Zerstoße die Schalen.</p>
          <p>Nimm zwei Stücke Brot und zerdrücke sie. Arbeite sie unter die zerstoßenen Schalen. Schlage die Mischung mit gutem Wein durch und würze sie mit Gewürz. Gib die Krebshälse hinein und lass es aufwallen.</p>
          <p>Serviere es. Schäle die Krebsscheren und bestecke das Gericht damit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="kreubs" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schalen">Krebsschalen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="bread" orig="czwo stueten prat" commodity="wikidata:Q7802">Brot</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="guetem wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="neck" orig="hals" commodity="wikidata:Q9633" source="#corema-ingredient-index">Krebshälse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="crayfish pincers" orig="schear" commodity="wikidata:Q107246478" source="#corema-ingredient-index">Krebsscheren</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-050">
        <head>Fasteneier im Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="w1-050-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-050-trans">
          <p>Von allerlay ayren in der vasten NIm ij libra mandl vnd stoz in klain reib in mit czuker ab vnd tue ein wenig wasser daran so beleibt er weisz vnd torfftz nicht sieden lassen vnd sol zu mossen dikch sein so macht du die ayr dovon machen vnd nym des mandel ain tail vnd mach in rot mit saffran daz er sey als ein tutter vnd mach aus dem roten als vil tutern alz vil du wild als groz als die tutter vnd nym ein klain weisz tuch vnd mach ein lug do leg daz tuterlein ein vnd daz weisz daruber daz es sey gestalt alz ein ay darnach als vil als auf ain essen vnd 1/2 weinper wasch schon vnd reibz klain vnd nym ein scheibem von einer semlen die prue darein vnd mit einem sussen wein durich slahen vnd ain pheffer machen vnd mit czuker daz haist ayr In dem pheffer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-050-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-050-orig">
          <p>Nimm 1 Kilogramm Mandeln und stoße sie fein. Reibe sie mit Zucker ab und gib ein wenig Wasser dazu, sodass die Masse weiß bleibt. Sie darf nicht sieden. Die Mandelmasse soll mäßig dick sein.</p>
          <p>So kannst du die Eier daraus machen: Nimm einen Teil der Mandelmasse und färbe sie mit Safran rot, sodass sie wie ein Eidotter aussieht. Forme aus dieser roten Masse so viele Dotter, wie du möchtest, und zwar so groß wie echte Eidotter.</p>
          <p>Nimm ein kleines weißes Tuch und forme darin eine kleine Vertiefung. Lege das Dotterlein hinein und das weiße Mandelmus darüber, sodass es wie ein Ei geformt ist. Bereite danach so viele Eier zu, wie du für eine Mahlzeit benötigst.</p>
          <p>Für die Sauce: Wasche 250 Gramm Rosinen gründlich und reibe sie fein. Nimm eine Scheibe einer Semmel, gib Brühe dazu und schlage sie mit einem süßen Wein durch. Bereite daraus einen ‚Pfeffer‘ (eine Sauce) zu und süße ihn mit Zucker. Das Gericht heißt ‚Eier im Pfeffer‘.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ij libra mandl" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 1000 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="raisin" orig="1/2 weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 250 g</item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="scheibem von einer semlen" commodity="wikidata:Q1501889">Semmel</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item>
              <ingredient orig="sussen wein">Süßer Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-051">
        <head>Mandel-Fasteneier mit Zuckerguss und weicher Mandelmasse</head>
        <div type="original" xml:id="w1-051-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-051-trans">
          <p>Ein ander essen von ayren NIm der vorigen ayr in ein klains reidlen vnd mach halbe ayr vnd leg die darein wie vil du wilt vnd nym dann ain vierdung czuker den leg in ein phann wann der ze ergangen ist so solt du In giessen an die ayr daz stet als auf ain smalcz vnd nym der weissen ayr milch vnd mach lener ayr tekch vnd leg czuker fur salcz darIn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-051-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-051-orig">
          <p>Nimm die Fasteneier aus dem vorangehenden Rezept in ein kleines Reindl, halbiere sie und lege so viele davon hinein, wie du möchtest.</p>
          <p>Nimm dann einen Vierdung Zucker und gib ihn in eine Pfanne. Wenn er geschmolzen ist, gieße ihn über die Fasteneier, sodass er obenauf steht wie sonst Schmalz.</p>
          <p>Nimm die weiße Mandelmilch und bereite eine weiche Eiermasse („lener ayr tekch“) zu. Gib Zucker statt Salz hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="der vorigen ayr">Mandel-Fasteneier</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain vierdung czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient> - 60 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="der weissen ayr milch">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="czuker fur salcz darIn">Zucker statt Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-052">
        <head>Gefärbte Eier am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="w1-052-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-052-trans">
          <p>Ein ander essen von ayren MAch gancze ayr vnd stoz die an einen spis vnd mach sie swarcz oder gel vnd vergiss des czukers nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-052-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-052-orig">
          <p>Nimm ganze Eier und stecke sie auf einen Spieß. Färbe sie schwarz oder gelb und vergiss den Zucker nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="gancze ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="spis">Spieß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gel" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czukers" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-053">
        <head>Hanfmus-Sauce mit Apfel und Zwiebel</head>
        <div type="original" xml:id="w1-053-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-053-trans">
          <p>Ein hanif suppem ITem von hanif mues machstu ein gute suppem die sol man mit wein durich slahen do wirt ein guete suppem vnd gepeats prot vnd solt haben ein aphel vnd ain czwiual den hakch klain vnd swaicz in In dem oell rain vnd tue daz dar ein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-053-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-053-orig">
          <p>Eine Hanf-Sauce:</p>
          <p>Aus Hanfmus machst du eine gute Sauce. Diese soll man mit Wein durchschlagen, so wird eine gute Sauce daraus.</p>
          <p>Gib leicht geröstetes Brot hinzu. Du sollst einen Apfel und eine Zwiebel haben. Hacke sie klein und schwitze sie im reinen Öl an. Gib das dann in die Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="hanif mues">Hanfmus</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gepeats prot">Brot, leicht geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="aphel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Apfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="czwiual" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oell" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-054">
        <head>Mohnkäse mit gebratenen Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="w1-054-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-054-trans">
          <p>Ein magen kes NIm den magen vnd stoez den klain vnd solt In rain waschen vnd seud In vnd nym den schotten oben ab vnd in ein reindel mit oel nym zwen oephel vnd sneid sy nach der leng roest in einem ol vnd sew dar auf dauon so sol man nuz milch Innen machen vnd mit czuker</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-054-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-054-orig">
          <p>Nimm den Mohn und stoße ihn fein. Wasche ihn gründlich und siede ihn. Nimm die obenauf liegenden Schotten ab und gib sie in ein Reindl mit Öl. Nimm zwei Äpfel, schneide sie der Länge nach, brate sie in Öl und richte sie auf den Schotten an. Dazu soll man Nussmilch machen und die Milch mit Zucker süßen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="magen">Mohn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oel" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="apple" orig="zwen oephel" commodity="wikidata:Q89">Äpfel</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient orig="nuz milch">Nussmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-055">
        <head>Hanfschotten mit gebratenen Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="w1-055-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-055-trans">
          <p>Ein hanif schott NIm rohen hanif vnd stoez den klain vnd wasch in vnd seich in durich ein tuech zu czwain moalen so wirt er rain vnd seud in dann ab vnd nym den schotten dauon du solt haben ein reindlein do sol oel Inn sein vnd tue dann schotten darin vnd nym iiij oephl oder v vnd sneid die langkch vnd klain vnd prenn die In dem oel vnd tue daz auf den schotten in die rein vnd czuker darauf</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-055-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-055-orig">
          <p>Nimm rohen Hanf und stoße ihn klein. Wasche ihn und seihe ihn zweimal durch ein Tuch, damit er rein wird.</p>
          <p>Dann koche ihn ab und nimm die Schotten davon. Du sollst ein Reindl haben, darin soll Öl sein. Gib dann die Schotten hinein.</p>
          <p>Nimm vier oder fünf Äpfel, schneide sie länglich und klein, und brate sie im Öl. Gib dies auf die Schotten in das Reindl und streue Zucker darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="hemp" orig="rohen hanif" commodity="wikidata:Q27595243" source="#corema-ingredient-index">Hanf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oel" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="apple" orig="iiij oephl oder v" commodity="wikidata:Q89">Äpfel</ingredient> - 4</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-056">
        <head>Gebratenes Eier-Schmalz-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-056-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-056-trans">
          <p>Ein gepraten mues NIm eytel ayr vnd als vil smalcz vnd das setz das es nicht zu vnd tue es in ein phann vnd pracz das wird ein geprotens mues</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-056-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-056-orig">
          <p>Ein gebratenes Mus: Nimm nur Eier und ebenso viel Schmalz. Setze es so auf, dass es nicht zu wird. Gib es in eine Pfanne und brate es. Das wird ein gebratenes Mus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="eytel ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="als vil smalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-057">
        <head>Hanfmus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-057-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-057-trans">
          <p>Ein hanif mues NIm gesoten hanif vnd stoez den klain vnd nym semelnn prot vnd slach den hanif vnd das prot durich ein schon tuech vnd daz mach mit gwurcz ab</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-057-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-057-orig">
          <p>Nimm gekochten Hanf und stoße ihn fein. Nimm Weißbrot. Presse den Hanf und das Brot durch ein sauberes Tuch. Schmecke es mit Gewürzen ab.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gesoten hanif">Hanfsamen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semelnn prot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-058">
        <head>Krauser Erbsen-Ziger mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-058-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-058-trans">
          <p>Chrews arbaisz NIm schon gesoten trukchen arbais die nicht zu waich sein vnd stoz sie dann klain in einem moerser vnd mach die milch dauon vnd seich sie durich ein tuch In ein phann vnd reib ein wenig weissprat dar vnder ee ez wall auf ein sib oder auf ain tuch so seich daz wasser douon das wirt gut cziger die richt an als ein pon prein vnd bestekch sie mit mandel chernn Nim den selbem cziger vnd leg In das mertail In ein schussel vnd geus mandel milch daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-058-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-058-orig">
          <p>Nimm gut gekochte, getrocknete Erbsen, die nicht zu weich sein sollen, und stoße sie fein in einem Mörser. Mache daraus eine Milch und seihe sie durch ein Tuch in eine Pfanne. Reibe ein wenig Weißbrot darunter, bevor sie aufwallt. Gieße sie auf ein Sieb oder ein Tuch und seihe das Wasser davon ab. So wird es ein guter Ziger. Richte ihn wie einen Bohnenbrei an und bestecke ihn mit Mandelkernen.</p>
          <p>Nimm von demselben Ziger den größeren Teil, gib ihn in eine Schüssel und gieße Mandelmilch darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="schon gesoten trukchen arbais">Erbsen, gekocht und trocken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="moerser">Mörser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="tuch">Tuch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="phann">Pfanne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="wenig weissprat" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="sib">Sieb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandel milch" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-059">
        <head>Eierfäden-Schaugericht</head>
        <div type="original" xml:id="w1-059-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-059-trans">
          <p>Ein gmus von ayren NIm xxxij ayr seud sie hert daz weisz nym douon daz hakch klain vnd stoez den rain vnd ein fein semelmel nym darczue daz solt du durich ein tuch slahen vnd czuker vnd wenig salcz tue daran die tuter solt du besuander stoezzen vnd nym ain wenig mel darczue vnd saffran tue darein saffran darein vnd czuker vnd solt es durich ein tuch fean vnd czu yedem mues muestu haben ain tegel vnd yegleicher sol drew loecher haben das weisz besunder in ain tegel vnd die tuter auch besunder in ain tegel nu muestu nu ein rechel haben zu ygleichem tegel daz man ez damit durich reib vnd daz solt du trwukchen daz die wrmel als lang werden als prait die schussel ist vnd czeuch ain von dir vnd ain zu dir vnd mit dem her auf Nu nym die weissen tegel vnd czeuch chrewcz weis hin vber noch der leng vnd dann nu das gelb streich hin vber vnd her vber vnd nym aber daz weisz vnd nach dem weissen das gelb dy weil du ychcz hast</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-059-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-059-orig">
          <p>Nimm zweiunddreißig Eier und koche sie hart. Nimm das Eiweiß davon, hacke es klein und stoße es fein. Nimm feines Semmelmehl dazu, schlage die Masse durch ein Tuch und gib Zucker sowie ein wenig Salz daran.</p>
          <p>Die Eidotter stoße gesondert. Nimm ein wenig Mehl dazu, gib Safran und Zucker hinein und streiche auch diese Masse durch ein Tuch.</p>
          <p>Für jede Masse brauchst du einen eigenen Behälter mit je drei Löchern. Das Eiweiß kommt gesondert in den einen Behälter, die Eidotter in den anderen. Zu jedem Behälter gehört ein Rohr, mit dem man die Masse durchdrückt. Drücke sie so, dass die Fäden so lang werden wie die Schüssel breit ist. Ziehe einen von dir weg und einen zu dir heran; höre dann mit dem Ziehen auf.</p>
          <p>Nimm das weiße Gefäß und ziehe die Fäden kreuzweise der Länge nach in die Schüssel. Streiche die gelbe Masse darüber, dann wieder die weiße und nach der weißen die gelbe, solange du noch etwas hast.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="xxxij ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 32</item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="daz weisz" commodity="wikidata:Q796758">Eiweiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein fein semelmel">Feines Semmelmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="wenig salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="die tuter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wenig mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-060">
        <head>Kachelmus mit Ei und Safran</head>
        <div type="original" xml:id="w1-060-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-060-trans">
          <p>Ein kachel mus NIm gute suesse milch die solt du walln lassen vnd solt ayr ausslahen vnd geus sie doran vnd mach es ab mit guetem gwurcz vnd mit saffran daz sol er durich ein tuch slahen vnd salcz das zu massen vnd das solt du tun in die milch die ayr vnd solt ez sieden lassen vnd ain raines smalcz daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-060-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-060-orig">
          <p>Nimm gute, süße Milch und lass sie aufwallen. Schlage Eier auf und gieße sie dazu. Würze mit gutem Gewürz und Safran. Schlage es durch ein Tuch und salze es nach Maß. Gib es zu Milch und Eiern und lass es sieden. Füge reines Schmalz hinzu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gute suesse milch">Süße Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="guetem gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="raines smalcz">Reines Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-061">
        <head>Gestockte Milch und Eier</head>
        <div type="original" xml:id="w1-061-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-061-trans">
          <p>En gepratne NIm ein suesse milch vnd l ayr slach daran durich ein tuch wann das welt vnd dy milch welt so geus das daran vnd rur die milch vmb In dem hafen das die ayr dy milch begreifen wann sy dikch wil werden so solt du haben ein tuch daz rain sey vnd wann sy nu wellent daz dy ayr zusamen wallent so geus es auf daz tuch so magstu die milch wol gepraten vnd geus auf daz tuech vnd lass kalt werden so sneidest du sye wie du wild</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-061-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-061-orig">
          <p>Nimm süße Milch und schlage fünfzig Eier durch ein Tuch. Wenn dies und die Milch aufwallen, gieße es dazu und rühre die Milch im Topf, damit die Eier die Milch binden. Wenn sie dick zu werden beginnt, halte ein sauberes Tuch bereit. Wenn die Eier nun weiter aufwallen und sich zusammenballen, gieße alles auf das Tuch. So kannst du die Milch gut verfestigen. Gieße sie auf das Tuch und lass sie kalt werden. Dann schneide sie, wie du willst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="suesse milch">Süße Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="l ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 50</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-062">
        <head>Schwarzes Hühner-Mus mit Blut</head>
        <div type="original" xml:id="w1-062-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-062-trans">
          <p>Aber Ein ander gmues das swartz NIm kalbes swais mach tu das nicht gehaben darczue so nym huner swais von Iungen huneren vnd lass den In wein sieden vnd nym ein gesotne henn vnd hakch die vnd ein halbe semel vnd leg daz In den siedunden swais vnd lass wallen vnd wann es erwellt so mach ez ab mit honig das es nicht zu suess noch zu saur sey vnd bespreng das mit gestossen negeleinn vnd Ingwer vnd czuker vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-062-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-062-orig">
          <p>Ein weiteres schwarzes Mus:</p>
          <p>Nimm Kalbsblut. Wenn du das nicht bekommen kannst, nimm Blut von jungen Hühnern und lass es in Wein sieden. Nimm ein gekochtes Huhn und hacke es. Gib eine halbe Semmel dazu, lege alles in das siedende Blut und lass es aufwallen.</p>
          <p>Wenn es aufgewallt ist, vollende es mit Honig, sodass es weder zu süß noch zu sauer sei. Bestreue das Mus mit gestoßenen Nelken, Ingwer und Zucker und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf blood" orig="kalbes swais" commodity="wikidata:Q107246442" source="#corema-ingredient-index">Kalbsblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="huner swais von Iungen huneren">Hühnerblut von jungen Hühnern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein gesotne henn">Huhn, gekocht</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient orig="ein halbe semel">Semmel, altbacken</ingredient> - 0.5</item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negeleinn" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-063">
        <head>Hühner-Kalbfleisch-Mus mit Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="w1-063-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-063-trans">
          <p>Aber ein ander gmues NIm ein libra mandel vnd stoz die klain vnd nym ein gesotne henn vnd stoz die klain vnd nym ein preatigs kalbvleisch vnd hakch das mit der hennen klain vnd loss sie sieden In der milch vnd die milch als mit einander in dem hefn lass das zurecht sieden versalcz ez nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-063-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-063-orig">
          <p>Hier ist ein weiteres Mus:</p>
          <p>Nimm ein Pfund Mandeln und stoße sie fein. Nimm eine gekochte Henne und stoße sie ebenfalls fein. Nimm preatiges Kalbfleisch (die Lesung ist unsicher) und hacke es zusammen mit der Henne sehr klein.</p>
          <p>Lass alles zusammen in Milch in einem Topf sieden. Lass es ordentlich sieden und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ein libra mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient orig="ein gesotne henn">Huhn, gekocht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein preatigs kalbvleisch">Kalbfleisch (Lesung unsicher)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz ez nicht" commodity="wikidata:Q11254">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-064">
        <head>Holunderblütenmus für die Fastenzeit</head>
        <div type="original" xml:id="w1-064-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-064-trans">
          <p>Ein mues von holer in der vastenn NIm holear plued vnd lasz den sieden In wasser vnd nymm ein libra mandel vnd stoz den klain vnd slach den mandel duich vnd lasz sieden vmerduz tue daran so wirt er dikch vnd czuker tue daran so wirt er suesz versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-064-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-064-orig">
          <p>Ein Mus aus Holunderblüten für die Fastenzeit.</p>
          <p>Nimm Holunderblüten und lass sie in Wasser sieden. Nimm ein Pfund Mandeln, stoße sie fein und schlage die Mandeln durch. Lass sie sieden. Gib Stärke hinzu, damit es dick wird, und Zucker, damit es süß wird. Versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="elder flower" orig="holear plued" commodity="wikidata:Q67778134" source="#corema-ingredient-index">Holunderblüten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="ein libra mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="starch" orig="vmerduz" commodity="wikidata:Q41534" source="#corema-ingredient-index">Stärke (Art offen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versalcz nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-065">
        <head>Weißes Reis-Mandel-Mus nach Käseart</head>
        <div type="original" xml:id="w1-065-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-065-trans">
          <p>Ein ander gmus NIm ain libra mandel vnd ain firdung reis den solt du absieden vnd erklaub In schon vnd geus dye milch daran nym ij libra reis den sol er schan waschen vnd Verseud es nicht vnd floez es mit einem leffel vnd tue es auf ein weiss tuch vnd tue In halben daruon vnd reib in schon vnd tue darein ein czuker vnd ein wenig salcz vnd slach es In die schussel vnd mach In slecht das er einem keas geleich sey vnd geus ein suezze milch daran vnd be stekch es mit den mandel chernn vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-065-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-065-orig">
          <p>Ein weiteres Mus. Nimm ein Pfund Mandeln. Koche ein Viertel Pfund Reis ab, lies ihn sorgfältig aus und gib Milch daran. Welche Rolle diese erste Mandel-Reis-Milch-Mischung im fertigen Gericht spielt, sagt der Text nicht.</p>
          <p>Nimm dann zwei Pfund Reis, wasche ihn gründlich und koche ihn nicht zu weich. Nimm ihn mit einem Löffel aus dem Kochwasser und gib ihn auf ein weißes Tuch. Nimm die Hälfte davon und reibe sie gründlich. Gib Zucker und ein wenig Salz hinzu und schlage die Masse in eine Schüssel.</p>
          <p>Bearbeite sie so, dass sie einem Käse gleicht. Gieße süße Milch darüber, bestecke sie mit Mandelkernen und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="rice" orig="reis" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient> - 125 g</item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="rice" orig="reis" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient> - 1000 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Süße Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-066">
        <head>Gestockter Mohnkäse mit Nüssen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-066-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-066-trans">
          <p>Ein kes von mahen NIm mahen vnd mach den zu milch diz ir genueg sey zu einem essen vnd nym ain lot hausen ploter vnd sewd sy das zerrge In einem wasser do slach es mit durich wann du es nu durich geslagen hast so sol die milch als dikch seinn als die mandelmilch geus die milch an die hausen plater vnd ruers durich einander vnd tue ainn czuker daran vnd versalcz nicht vnd sol suesz sein nu geus in In ein schussel die nicht zu weit sey als ein keas naph wann es nu kalt warden ist so wirt sy hert so tue den keas auf ein andre schissel vnd bestekch den keas mit nus kernn vnd wildu gernn so sneid In zu iiij stukchen vnd mach ein suezze mandel milch oder ein nus milch dorczue vnd gib ez hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-066-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-066-orig">
          <p>Nimm Mohnsamen und bereite daraus so viel Mohnmilch, wie für eine Mahlzeit reicht. Nimm ein Lot Hausenblase und siede sie in etwas Wasser, bis sie zergeht. Schlage die Flüssigkeit danach durch. Die Mohnmilch soll so dick sein wie Mandelmilch.</p>
          <p>Gieße die Mohnmilch zur aufgelösten Hausenblase und rühre beides gut durcheinander. Gib Zucker hinzu, salze nicht zu stark und richte es süß zu. Gieße die Mischung in eine nicht zu weite Schüssel, ähnlich einem Käsenapf. Wenn sie kalt geworden ist, wird sie fest.</p>
          <p>Stürze den Käse auf eine andere Schüssel und bestecke ihn mit Nusskernen. Wer mag, schneidet ihn in vier Stücke. Bereite dazu eine süße Mandelmilch oder Nussmilch und serviere sie dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="opium poppy" orig="mahen" commodity="wikidata:Q2007388" source="#corema-ingredient-index">Mohnsamen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Mohnmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="hausen ploter" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient> - 15 g</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="nus kernn" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nusskerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandel milch" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch (optional, als Beigabe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nut milk" orig="nus milch" commodity="wikidata:Q107246657" source="#corema-ingredient-index">Nussmilch (optional, als Beigabe)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-067">
        <head>Hanfkäse</head>
        <div type="original" xml:id="w1-067-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-067-trans">
          <p>Ein ander keas von hanif NIm honif der roch sey vnd stoz den vnd slach In ij oder iij durich mit gesotem wasser vnd nym ein loat hausn ploter dorczue vnd 1/2 mandel zu einer suessn milch so maches du wol ein hanif keas vnd bestekch In wo mit du wild vnd versalcz in nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-067-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-067-orig">
          <p>Nimm rohen Hanf und stoße ihn. Schlage ihn zwei- oder dreimal mit gesottenem Wasser durch. Gib ein Lot Hausenblase und ein halbes Pfund Mandeln für eine süße Milch dazu. So machst du einen guten Hanfkäse. Garniere ihn, womit du willst, und versalze ihn nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="hemp" orig="honif" commodity="wikidata:Q27595243" source="#corema-ingredient-index">Hanf (roh)</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser (gekocht)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="hausn ploter" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient> - 15 g</item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch (süß)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wo mit du wild">Garnitur (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-068">
        <head>Nusskäse mit Hausenblase</head>
        <div type="original" xml:id="w1-068-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-068-trans">
          <p>Ein keas von nussen NIm nuss vnd schell die gar schon vnd stosz die klain vnd sewd ein lad hausen ploter vnd nym das gesoten wasser vnd slach es domit durich vil vnd mach die milch suess mit zuker vnd lasz nicht sieden vnd tue sye In ein keas naph vnd losz sie ercholten mach ein dunne suzze milch dorczue sneid In oder lasz In gancz vnd versalcz nicht Also maches du allerlay keas</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-068-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-068-orig">
          <p>Nimm Nüsse, schäle sie sehr sauber und stoße sie klein. Siede ein Lot Hausenblase. Nimm das gesottene Wasser und schlage die Nüsse damit vielfach durch.</p>
          <p>Mache die Milch mit Zucker süß und lasse sie nicht sieden. Gib sie in einen Käsenapf und lasse sie erkalten. Mache dazu eine dünne süße Milch. Schneide ihn an oder lasse ihn ganz und versalze ihn nicht. So machst du allerlei Käse.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="nuss" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="isinglass" orig="hausen ploter" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Dünne, süße Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-069">
        <head>Nuss- oder Mohnmilch-Suppe mit Brot</head>
        <div type="original" xml:id="w1-069-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-069-trans">
          <p>Ein suppem von nussen NIm nusz vnd mach daraus ain milch vnd sewd sye wann du wild so sneid prot dorein als du ainer mandel milch tuest dasselb tuest du von mahn auch wol</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-069-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-069-orig">
          <p>Nimm Nüsse und bereite daraus eine Milch zu. Koche diese Nussmilch auf. Wenn du möchtest, schneide Brot hinein, so wie du es auch bei einer Mandelmilch tun würdest.</p>
          <p>Ebenso kannst du diese Suppe auch gut aus Mohnsamen zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="nusz" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="opium poppy" orig="mahn" commodity="wikidata:Q2007388" source="#corema-ingredient-index">Mohnsamen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-070">
        <head>Bohnenmus mit süßer Milch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-070-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-070-trans">
          <p>Ein prein von pon NIm die pon vnd mach die schoen In kaltguassen vnd secz sie zu In eyn schon hafen vnd loz sie truken sieden daz sie nicht waich werden vnd nym ein rain scheffel vnd reib sie vncz du sye wilt anrichten so beleibem sy weisz vnd mach ein milch dorczue wechlicherlay du gehaben macht daz sye suez sey die du daran vnd gib sie hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-070-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-070-orig">
          <p>Nimm die Saubohnen und reinige sie in den ‚kaltguassen‘. Setze sie in einen sauberen Topf und lass sie trocken sieden, damit sie nicht zu weich werden.</p>
          <p>Nimm ein sauberes Schaff und reibe die Bohnen darin, bis du sie anrichten willst; so bleiben sie weiß. Bereite dazu eine Milch, von welcher Art du sie bekommen kannst, und mache sie süß. Gib die Milch zu den Bohnen und richte das Gericht an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="broad bean" orig="pon" commodity="wikidata:Q61672189" source="#corema-ingredient-index">Saubohnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kaltguassen">Kaltguassen (Deutung offen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch, nach Verfügbarkeit</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-071">
        <head>Saubohnenmus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-071-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-071-trans">
          <p>Ein pan mus NIm die vbring geribem pon nym ein arbaiss prue vnd tue die pon darin vnd geus ein oel darin vnd mach ez dikch daz gib haysz hin das ist ein mues vnd versalcz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-071-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-071-orig">
          <p>Nimm geriebene Bohnen. Nimm Erbsenbrühe, gib die Bohnen hinein und gieße etwas Öl dazu. Mache alles dick. Gib das Mus heiß hin und versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="broad bean" orig="pon" commodity="wikidata:Q61672189" source="#corema-ingredient-index">Geriebene Saubohnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pea stock" orig="arbaiss prue" commodity="wikidata:Q107246700" source="#corema-ingredient-index">Erbsenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oel" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Speiseöl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-072">
        <head>Erbsenmus mit Senffüllung</head>
        <div type="original" xml:id="w1-072-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-072-trans">
          <p>Ein anders gmues von arbaissen NIm arbais vnd reib schon do mach du gmues von wie du wild warmm oder kalt geus sie auf ein schussel vnd wenn sew gestanden seyn so sneid mitten da durich czwir vnd nym daz mitter heraus vnd geus ein senif darin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-072-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-072-orig">
          <p>Nimm Erbsen und reibe sie gründlich. Bereite daraus ein Mus, wie du willst, warm oder kalt. Gieße es auf eine Schüssel. Wenn es fest geworden ist, schneide es in der Mitte zweimal ein und nimm das Innere heraus. Gieße dann Senf hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbais" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="senif" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-073">
        <head>Erbsenmus mit Reis</head>
        <div type="original" xml:id="w1-073-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-073-trans">
          <p>Ein ander essen von arbaissen NIm arbaiss vnd sewd sie hincz daz sy dy pelg lassen reib sie klain vnd geus daran das sy nicht zu dunn werden nym dann ein reis der wol gewelt sey den leg mitten darin vnd gib ez hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-073-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-073-orig">
          <p>Nimm Erbsen und siede sie, bis sie ihre Schalen lösen. Reibe sie fein und gieße etwas daran, damit sie nicht zu dünn werden.</p>
          <p>Nimm dann Reis, der gut verlesen sei. Lege ihn mitten in das Mus und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbaiss" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice" orig="reis" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-074">
        <head>Böhmische Erbsen mit Schweinefleisch und Grütze</head>
        <div type="original" xml:id="w1-074-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-074-trans">
          <p>Ein behamysch arbaiss NIm gut arbaiss vnd erchlaub sy schoan vnd mach sy schon mit einer kaltgusz nym dy arbaiss vnd sewd sy schon trukchen wann sy gesoten seynn nu mues du haben ein gutz gesoten sweinen vleisch vnd muest haben gut gruppem ob du der nicht hast so nym ein schone gersten die sol trukchen gesoten sein nu nym ein hualczenn leffel vnd czeuch dy arbaiss in dem hefen daz sy weisz werden mach sie dunn mit der sweinen prue vnd salcz sie nicht vncz du sie wilt anrichten nym das sweinen vleisch vnd sneid daz nach der leng vnd prewun ez schon in einer phann wann du an wild richten so nym die gersten die sol nicht gesalczen sein vnd richt sie trukchen auf die schussel an nu nym das sweinen vleisch vnd leg ez obem auf die ger sten nu sulen arbais auch warmm sein die richt an auf ain sch ussel die sullen nicht dikch sein also gib ez miteinander hin fur ein essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-074-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-074-orig">
          <p>Nimm gute Erbsen, lies sie sorgfältig aus und reinige sie mit einer kalten Lauge. Koche die Erbsen, bis sie trocken beziehungsweise dick eingekocht sind.</p>
          <p>Halte gutes, bereits gekochtes Schweinefleisch und gute Grütze bereit. Wenn du keine Grütze hast, nimm schöne Gerste, die ebenfalls trocken gekocht sein soll.</p>
          <p>Nimm einen Holzlöffel und bearbeite die Erbsen im Topf, damit sie weiß werden. Verdünne sie mit der Schweinebrühe und salze sie erst beim Anrichten. Schneide das Schweinefleisch der Länge nach und bräune es in einer Pfanne.</p>
          <p>Zum Anrichten gib die ungesalzene, trocken gekochte Gerste auf eine Schüssel und lege das Fleisch darauf. Die Erbsen sollen warm und nicht zu dick sein; richte sie auf einer eigenen Schüssel an. Gib alles zusammen als eine Mahlzeit hin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbaiss" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einer kaltgusz">Kaltguss (Lauge)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork" orig="sweinen vleisch" commodity="wikidata:Q191768" source="#corema-ingredient-index">Schweinefleisch, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="groat" orig="gruppem" commodity="wikidata:Q1436715" source="#corema-ingredient-index">Grütze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork stock" orig="sweinen prue" commodity="wikidata:Q107246715" source="#corema-ingredient-index">Schweinebrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-075">
        <head>Erbsen mit gebratenem Speck</head>
        <div type="original" xml:id="w1-075-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-075-trans">
          <p>Mer ain essen von arbaissen SO nym derselbem arbaisz vnd nym ain lauttern gesoten spekch vnd sneid In werffelat vnd mach In prawn in einer phann vnd tue In auf die arbaisz vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-075-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-075-orig">
          <p>Nimm für dieses Gericht Erbsen. Nimm reinen, gesottenen Speck, schneide ihn würfelig und bräune ihn in einer Pfanne. Gib den gebratenen Speck auf die Erbsen und richte das Gericht an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbaissen / arbaisz" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain lauttern gesoten spekch">Speck, gekocht</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-076">
        <head>Weißes Nussmus mit Semmel</head>
        <div type="original" xml:id="w1-076-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-076-trans">
          <p>Ein weiss gmus von nussen NIm nusz vnd stoesz vnd stoez die vnd reib sie klain daz du ir nicht durfest durich slachen vnd mach ein dikche milch dovon vnd ain semel tue daran so wirt sy dikch vnd mach sy kalt oder warmm wie du wild vnd mach sy suesz mit czuker</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-076-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-076-orig">
          <p>Nimm Nüsse, stoße sie klein und reibe sie so fein, dass du sie nicht mehr passieren musst.</p>
          <p>Bereite daraus eine dicke Nussmilch und gib eine Semmel dazu; dadurch wird das Mus dick. Serviere es kalt oder warm, wie du möchtest, und süße es mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="nussen">Nüsse, fein gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="dikche milch dovon">Dicke Nussmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ain semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-077">
        <head>Eidotter-Mus mit Ingwer und Wein</head>
        <div type="original" xml:id="w1-077-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-077-trans">
          <p>Ein tuter mues NIm lx hert tuter tue du die in ainn reib scherbem zeuch dy ab mit gutem wein ein weissen Ingwer tue dar zue vnd wenigs czuker mach ez warmm versalcz nicht nicht vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-077-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-077-orig">
          <p>Nimm 60 hartgekochte Eidotter. Gib sie in eine Reibschale und ziehe sie mit gutem Wein ab. Gib weißen Ingwer und wenig Zucker dazu.</p>
          <p>Erwärme das Mus, versalze es nicht und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="lx hert tuter">Eidotter, hartgekocht</ingredient> - 60</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gutem wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white ginger" orig="ein weissen Ingwer" commodity="wikidata:Q107262395" source="#corema-ingredient-index">Weißer Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="wenigs czuker" commodity="wikidata:Q57656231">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-078">
        <head>Braunes Fruchtmus zu Wildbret</head>
        <div type="original" xml:id="w1-078-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-078-trans">
          <p>Ein praun gmues NIm ein libra weinper vnd j libra veigen vnd xx reglspieren die schell schon vnd sneid sie das man sew prennen muag in smalcz oder In oel vnd mach sy trukchen mit mel vnd tue es in ain phann mit haissem smalcz oder mit ol wann sew nu praun sein so czeuch sy heraus vnd lasz sy kalt werden wenn es nu kalt wirt so trukch ez zu sam so get das oel daraus vnd hakch ez klain vnd veigen domit hakch daz sy klain werden dy veigen die veigen sullen wol geswelt sein vnd die weinper swaicz schon vnd reib sy durich einander vnd reib ez vnd nym dann ein guten wechlisch wein oder rumanie oder rainuol oder malmasie vnd tue gut gwurcz daran nu nym honig vnd das in ain schon chessel daz honig sol hais sein so sol er das darin tun vnd rur daz wol das er dikch werd tue dann auf ain kar oder was du hast wann du an wild richten so sneid tatel chernn wer= ffelat mugst du der tatel cherne nicht gehabem so tue gancze neglein an das mues sneid die tatel chernn nach der leng vnd bestekch ez domit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-078-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-078-orig">
          <p>Braunes Mus: Nimm ein Pfund Rosinen, ein Pfund Feigen und zwanzig Birnen. Schäle die Birnen gründlich und schneide sie so, dass man sie in Schmalz oder Öl braten kann. Behandle sie mit Mehl und gib sie in eine Pfanne mit heißem Schmalz oder Öl. Wenn sie braun sind, nimm sie heraus und lass sie abkühlen. Drücke sie dann zusammen, sodass das Öl abläuft.</p>
          <p>Hacke die Birnen klein und hacke die Feigen darunter, damit auch sie klein werden. Die Feigen sollen gut aufgequollen sein; wie dies erreicht wird, sagt der Text nicht. Dünste die Rosinen gut. Reibe alles miteinander zu einer Masse.</p>
          <p>Nimm einen guten welschen Wein, Rumanier, Rainuol oder Malvasier, und gib gute Gewürze dazu. Erhitze Honig in einem schönen Kessel; gib ihn zur Fruchtmasse und rühre gut, bis das Mus dick wird. Richte es in einem Gefäß an.</p>
          <p>Wenn du anrichten willst, schneide Dattelstücke würfelig. Wenn du keine Dattelstücke bekommen kannst, gib ganze Nelken an das Mus. Schneide die Dattelstücke der Länge nach und bestecke das Mus damit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="raisin" orig="ein libra weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient> - 500.0 g</item>
            <item><ingredient en="fig" orig="j libra veigen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feigen</ingredient> - 500.0 g</item>
            <item><ingredient en="pear" orig="xx reglspieren" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient> - 20.0</item>
            <item>
              <ingredient en="lard or cooking oil" orig="smalcz oder In oel" commodity="wikidata:Q72827 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz oder Öl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein guten wechlisch wein oder rumanie oder rainuol oder malmasie">Welscher Wein oder Rumanier, Rainuol oder Malvasier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="date" orig="tatel chernn" commodity="wikidata:Q1652093" source="#corema-ingredient-index">Dattelstücke</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gancze neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Ganze Nelken (falls keine Dattelstücke vorhanden sind)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-079">
        <head>Gedämpftes Birnenmus mit Honig und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-079-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-079-trans">
          <p>Ein mues von pieren NIm ein trukchen schoen hafen vnd tue pieren darin die stingel vnd die pluemen tue dervon der hafen sol nicht smalczig sein vnd leg dy pieren dorin vnd verspetel den hafen wol daz sew nicht heraus vallen du solt haben ein hafen mit wasser der sied vnd stircz dy pieren obem auf den hafen mit dem wasser das do sewd so praten die pieren in dem dunst wann sy waich seinn so tue sew her ab lass kalt werden vnd stoss chlain Vnd slachs durich ein tuech vnd solt haben ain honig do lass Inn sieden vncz daz es praun werd du mach das mues praun geben wil du es gel haben so tue saffran daran da mach du geben haisz oder kalt vnd wann du anrichst so strea puluer darauf du magst von Innwear czuker neglein dorczue das tue auch daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-079-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-079-orig">
          <p>Nimm einen trockenen, sauberen Topf und gib Birnen hinein. Entferne die Stiele und Blüten davon. Der Topf soll nicht schmalzig sein.</p>
          <p>Lege die Birnen hinein und sichere den Topf gut, damit sie nicht herausfallen. Du sollst einen Topf mit siedendem Wasser haben. Stürze die Birnen oben auf den Topf mit dem kochenden Wasser, sodass die Birnen im Dampf garen.</p>
          <p>Wenn sie weich sind, nimm sie herunter, lass sie kalt werden und stoße sie klein. Schlage sie durch ein Tuch.</p>
          <p>Du sollst Honig haben; lass ihn sieden, bis er braun wird. Du kannst das Mus braun servieren. Wenn du es gelb haben willst, gib Safran hinzu. Du kannst es heiß oder kalt servieren.</p>
          <p>Wenn du anrichtest, streue Gewürzpulver darauf. Du kannst Ingwer, Zucker und Nelken dazugeben; das gib auch hinzu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="pieren" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="plant stem" orig="stingel" commodity="wikidata:Q134267" source="#corema-ingredient-index">Stiele (entfernt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="pluemen">Blüten (entfernt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Innwear" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-080">
        <head>Rindfleischmus mit Blut</head>
        <div type="original" xml:id="w1-080-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-080-trans">
          <p>Aber ein gmues von rintvleisch NIm rintvleisch es sey gruen oder gedigen das lasz vorsieden hakch ez chlain du muest haben swais von huner oder von einem lamp haben so rur es als lang bis es walt nym esseich vnd tue den swais daran vnd rur ez bis er= welt das gehachkt vleisch tu daran als vil das es genueg sey ein prot reib darin vnd ein rein smalcz tue daran so wirt es slecht von vnd ein wenig gwurcz tue daran so smekcht es wol wann du richtest an so strewu ain puluer daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-080-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-080-orig">
          <p>Ein Mus von Rindfleisch.</p>
          <p>Nimm Rindfleisch, sei es roh oder bereits gegart. Lass es vorsieden und hacke es klein. Du musst Blut von Hühnern oder von einem Lamm haben. Rühre es so lange, bis es aufwallt. Nimm Essig, gib das Blut dazu und rühre es, bis es aufwallt.</p>
          <p>Gib das gehackte Fleisch hinzu, so viel, dass es genug ist. Reibe Brot hinein und gib reines Schmalz dazu; so wird es glatt. Gib ein wenig Gewürz dazu, so schmeckt es gut. Wenn du anrichtest, streue Gewürzpulver darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="rintvleisch es sey gruen oder gedigen" commodity="wikidata:Q192628">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="swais von huner" commodity="wikidata:Q107246464" source="#corema-ingredient-index">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lamb blood" orig="von einem lamp" commodity="wikidata:Q107246635" source="#fyndling-ingredient-name">Lammblut (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ein rein smalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="ein wenig gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain puluer">Gewürzpulver</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-081">
        <head>Mus von Petersilienwurzeln</head>
        <div type="original" xml:id="w1-081-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-081-trans">
          <p>Ein mues von petersil wrczen NIm petersil wurczen vnd sewd die in ainem schon wasser wann sy gesoten sein so tue daz hercz davon daz ander hakch klain vnd nym ein 1/2 talentum mandel do mach milch von do solt die wurczlen In tun vnd lass sieden wann es gesoten ist so richtz an nym smalcz oder ol das tue daran vnd lasz darInn sieden so wirtes slecht In der selbem weis</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-081-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-081-orig">
          <p>Nimm Petersilienwurzeln und koche sie in sauberem Wasser. Wenn sie gar sind, entferne das harte Herz der Wurzeln. Den Rest hacke klein.</p>
          <p>Nimm ein halbes Talent Mandeln und bereite daraus Mandelmilch. Gib die gehackten Wurzeln in die Mandelmilch und lass sie darin sieden. Wenn es gar ist, richte es an.</p>
          <p>Nimm Schmalz oder Öl, gib es hinzu und lass es darin sieden, bis das Mus glatt und geschmeidig wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="parsley root" orig="petersil wurczen" commodity="wikidata:Q68220931" source="#corema-ingredient-index">Petersilienwurzeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="schon wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="1/2 talentum mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="lard or cooking oil" orig="smalcz oder ol" commodity="wikidata:Q72827 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz oder Öl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-082">
        <head>Mangold in gleicher Weise</head>
        <div type="original" xml:id="w1-082-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-082-trans">
          <p>In der selbem weis machtu mit piessen auch machen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-082-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-082-orig">
          <p>In derselben Weise kannst du auch Mangold zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chard" orig="piessen" commodity="wikidata:Q157954" source="#corema-ingredient-index">Mangold</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-083">
        <head>Reis-Mus mit süßer Milch und Eidotter</head>
        <div type="original" xml:id="w1-083-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-083-trans">
          <p>Ein gmus von reis NIm j libra reis zu ainem essen den wasch rain vnd erchlaub in rain vnd solt in nicht versieden lassen das er wol geswelt sey nu solt haben ein suzze chue milch die solt wallen lassen vnd leg den geswelten reis dorin vnd nym xxiiij tuter vnd zerslach sy wol wenn du an wild richten so czeuch die tuter dadurich das es dikch genug werd vnd tue ein rain sm alcz oder ein puttern vnd siech das der reis icht versoten sey</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-083-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-083-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Reis für ein Gericht. Wasche ihn rein und verlies ihn sorgfältig. Lass ihn nicht verkochen, sodass er gut gequollen ist.</p>
          <p>Nun sollst du süße Kuhmilch aufwallen lassen und den gequollenen Reis hineingeben. Nimm vierundzwanzig Eidotter und zerschlage sie gut. Wenn du das Gericht zu Wildbret anrichten willst, ziehe die Eidotter durch die Milch-Reis-Masse, sodass sie dick genug wird.</p>
          <p>Gib reines Schmalz oder Butter hinzu und sieh zu, dass der Reis nicht verkocht ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="rice" orig="j libra reis" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="suzze chue milch">Süße Kuhmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="xxiiij tuter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient> - 24</item>
            <item>
              <ingredient orig="rain sm alcz oder ein puttern">Reines Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-084">
        <head>Wildbretmus mit Blut und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-084-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-084-trans">
          <p>Ein gmus von grun wilpreat NIm ein stukch wilpreatzs das gesoten sey vnd hakch das klain so muest haben ein rain swais hast du des nicht so nym von huner swais den lass lauffen in ain haissen wein als vil als auf ain essen tue das in ain hafen vnd rur es schon ab das es wall das du hast gehakcht clain das tue in ain smalcz vnd loz darin sieden mach es ab das es nicht zu starkch sey ein gute strew tue darauf von Innber von zimey von czuker do sol er es mit bestrewuen vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-084-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-084-orig">
          <p>Nimm ein Stück Wildbret, das bereits gesotten ist, und hacke es klein. Dann musst du reines Blut haben. Falls du keines hast, nimm Hühnerblut. Lasse das Blut in heißem Wein laufen, so viel wie für eine Mahlzeit. Gib dies in einen Topf und rühre es gründlich um, bis es wallt. Das klein gehackte Wildbret gib in Schmalz und lasse es darin sieden. Schmecke es ab, sodass es nicht zu stark ist. Eine gute Streu aus Ingwer, Zimt und Zucker gib darauf. Damit soll man es bestreuen und servieren.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ein stukch wilpreatzs das gesoten sey">Wildbret, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein rain swais">Blut, rein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="huner swais" commodity="wikidata:Q107246464" source="#corema-ingredient-index">Hühnerblut (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain haissen wein">Wein, heiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ain smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Innber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="zimey" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-085">
        <head>Weißes Fleischmus</head>
        <div type="original" xml:id="w1-085-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-085-trans">
          <p>Allerlay gmus von vleisch NIm wenn du es weisz wild haben so muest mandel milch daran haben vnd weiss von ayren mach es suesz mit czuker vnd gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-085-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-085-orig">
          <p>Allerlei Fleischmus: Wenn du es weiß haben willst, musst du Mandelmilch und Eiweiß dazugeben. Süße es mit Zucker und richte es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="meat" orig="vleisch" commodity="wikidata:Q10990">Fleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandel milch" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="weiss von ayren" commodity="wikidata:Q796758" source="#corema-ingredient-index">Eiweiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-086">
        <head>Fischmus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-086-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-086-trans">
          <p>Ein gmus von vischen NIm visch welicherlay du wolst die gesoten seinn die hakch klain vnd tue sew in die mandel milch vnd seud sy rain das es dikch werd richt es an versalcz nicht gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-086-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-086-orig">
          <p>Nimm bereits gekochten Fisch, welcher Art du willst. Hacke ihn klein und gib ihn in die Mandelmilch.</p>
          <p>Lass alles sieden, bis es dick wird. Richte es an, versalze es nicht und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="visch welicherlay du wolst die gesoten seinn">Fisch (bereits gekocht)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="mandel milch" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-087">
        <head>Braunes Fischmus mit Blut oder Lebkuchen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-087-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-087-trans">
          <p>Ein anderr gmues von vischen NIm swais von hechten oder von hausen oder von schait vnd slach durich ein tuch so wirt ez praun macht du des swais nicht genueg haben so nym ein leczelten vnd prenn den losz in kalt werden vnd stozz in vnd tue darin so wirt er prawn vnd mit gutem gwuercz mach ez ab das es nicht zu vil sey mit dem salcz tue im recht ein salcz ein gwurcz strewu darauf gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-087-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-087-orig">
          <p>Ein weiteres Fischmus:</p>
          <p>Nimm Blut von Hecht, Hausen oder Rapfen und passiere es durch ein Tuch; so wird das Mus braun. Reicht das Blut nicht aus, nimm einen Lebkuchen, brenne ihn an, lass ihn abkühlen und zerstoße ihn.</p>
          <p>Gib den zerstoßenen Lebkuchen hinein; so wird das Mus braun. Schmecke es mit guten Gewürzen ab, aber nicht zu viel; salze es angemessen, streue Gewürz darüber und reiche es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="swais von hechten oder von hausen oder von schait">Fischblut (Hecht, Hausen oder Rapfen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein tuch">Tuch zum Passieren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="ein leczelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gutem gwuercz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="ein gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz zum Bestreuen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-088">
        <head>Hafermus mit Eidotter</head>
        <div type="original" xml:id="w1-088-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-088-trans">
          <p>Ein haber kernn NIm haberchernn den vindest du wasch in schon vnd der claub in swel in In einem wasser tue In In ein suesse chue milch loz in dorIn sieden das er icht versied nym xij tutter zu einem essen zu treib die wol nym ein wenig semel mel wenn du an wild richten so czeuch das darin vnd losz nymer sieden gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-088-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-088-orig">
          <p>Nimm Haferkerne, die du finden kannst. Wasche sie gründlich und verlese sie. Weiche sie in Wasser ein. Gib sie dann in süße, frische Kuhmilch und lass sie darin sieden, damit der Hafer nicht zerkocht.</p>
          <p>Nimm zwölf Eidotter für ein Gericht und schlage sie gut durch. Nimm ein wenig Semmelmehl. Wenn du das Gericht anrichten willst, ziehe dies alles hinein und lass es danach nicht mehr sieden. Serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="haber kernn / haberchernn">Haferkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="suesse chue milch">Kuhmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="xij tutter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient> - 12</item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="ein wenig semel mel" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Semmelmehl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-089">
        <head>Apfelmus (oder Quitten-/Birnenmus)</head>
        <div type="original" xml:id="w1-089-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-089-trans">
          <p>Ein ephel mues DV solt ephel nemen vnd schel sy vnd leg sy in ein toph vnd geus zu hant vaiscz daran vnd gwurcz sy auf der schussel das sol man essen an einem vleisch tag aber an ainem vastag so reib prot darvnder an der ayr stat das mues mach tu allso machen von kuten oder pieren gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-089-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-089-orig">
          <p>Nimm Äpfel und schäle sie. Lege sie in einen Topf und gib sofort Schmalz dazu. Würze sie auf der Schüssel. Dies soll man an einem Fleischtag essen.</p>
          <p>An einem Fastentag reibe Brot darunter anstelle von Eiern. Dieses Mus kannst du auch aus Quitten oder Birnen zubereiten. Serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="ephel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="vaiscz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot, gerieben (für Fastentag)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier (für Fleischtag)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="quince" orig="kuten" commodity="wikidata:Q2751465" source="#corema-ingredient-index">Quitten (optional, als Alternative zu Äpfeln)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="pieren" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen (optional, als Alternative zu Äpfeln)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-090">
        <head>Morchel-Imitat aus Mandeln und Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-090-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-090-trans">
          <p>Von gepraten maurochen NIm weachlische weinper vnd durich chlaub sy rain vnd stosz in ainem moerser so nym geschelt mandel chernn vnd stoess sie domit vnd misch dorczue czuker vnd ingeper so das geschiecht so welg es inder hant das er geschaffen werd als ein pieren so nym gancz mandel chernn vnd stozz sy vnden dor ein sam die stingel gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-090-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-090-orig">
          <p>Nimm welsche Weinbeeren und liese sie sorgfältig durch. Stoße sie in einem Mörser. Nimm dann geschälte Mandelkerne und stoße sie dazu. Mische Zucker und Ingwer darunter. Wenn das geschehen ist, knete die Masse in der Hand, sodass sie wie eine Birne geformt wird. Nimm dann ganze Mandelkerne und stecke sie unten hinein, wie Stängel. Serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weachlische weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#corema-ingredient-index">Welsche Weinbeeren (Rosinen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geschelt mandel chernn">Mandelkerne, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czuker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="ingeper" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="gancz mandel chernn" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-091">
        <head>Fleischmus vom Schweinebauch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-091-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-091-trans">
          <p>Ein vleisch mues NIm sweinen vleisch an der voust ab den pauch vnd la das wol sieden so das sich schir erlesen wil von der haut so tue die haut davon vnd hakch es chlain als ein lung mus so leg es wider In die selbem prue vnd czwir es mit ein wenig semel vnd phefferrs vnd mach es vaist also mach lung mues vnd alle andrew vleisch gmues vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-091-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-091-orig">
          <p>Nimm Schweinefleisch vom Bauch und lass es gut sieden, bis es sich fast von der Haut lösen will. Entferne die Haut und hacke das Fleisch klein wie für ein Lungenmus. Gib es wieder in dieselbe Brühe und rühre es mit etwas Semmel und Pfeffer. Mache es reichhaltig. So bereitet man Lungenmus und alle anderen Fleischmuse zu; serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="sweinen vleisch an der voust ab den pauch">Schweinebauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="haut">Schweinehaut (entfernt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="phefferrs" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="prue">Schweinebrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-092">
        <head>Lauch in Mandel- oder Mohnmilch</head>
        <div type="original" xml:id="w1-092-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-092-trans">
          <p>Von lauch NIm die weissen kalen vnd sy klain vnd legs in ain kalts wasser vber nacht so nym des margens vnd pall in aus vnd sevd in bey ainem guetem fevr in ainem welling wasser so er dorInn gesoten hat so geus das wasser hin vnd geus ain mandel milch oder magen milch daran ob du wilt so sneid hausen daz vaist daran oder spekch vnd la das sieden</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-092-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-092-orig">
          <p>Nimm die weißen Stangen des Lauchs und schneide sie klein. Lege sie über Nacht in kaltes Wasser.</p>
          <p>Am Morgen nimm sie heraus und drücke sie aus. Koche sie dann über einem guten Feuer in sprudelndem Wasser. Sobald sie darin gekocht haben, gieße das Wasser ab.</p>
          <p>Gieße Mandelmilch oder Mohnmilch darüber, wenn du möchtest. Schneide dann das Fett vom Hausen (Stör) oder Speck hinein und lasse es sieden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="leek" orig="lauch" commodity="wikidata:Q21870138" source="#corema-ingredient-index">Lauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die weissen kalen">weiße Lauchstangen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain kalts wasser">kaltes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond milk" orig="ain mandel milch" commodity="wikidata:Q975953" source="#corema-ingredient-index">Mandelmilch (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="poppy seed milk" orig="magen milch" commodity="wikidata:Q107246708" source="#corema-ingredient-index">Mohnmilch (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hausen daz vaist">Störfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="spekch" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-093">
        <head>Weißkohl mit Fleisch, Eiern und Käse</head>
        <div type="original" xml:id="w1-093-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-093-trans">
          <p>Von Iungem weissem kraut NIm Iungs weisz kraut vnd sneid es zu spalten so leg es in den toph vnd lasz es sieden vnd geus das wasser ab so hab gesotens vleisch in einem anderm toph scheaffeins oder rinderrns vnd leg das kraut dann zu dem vleisch so nym vnd sewd ayr hert so schel sie vnd rost sy dann gancz in einer phann wenn das kraut vnd das vleisch nahent gesoten sey so tue die ayr darin vnd herten keas vnd losz das aber mit ain ander sieden vnd mach das gar vaist wildu es aber machen nit mit vleisch so leg darauf ayr als vor gemacht In der phann mit dem cheas vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-093-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-093-orig">
          <p>Nimm junges Weißkraut und schneide es in Spalten. Lege es in einen Topf und lasse es sieden, dann gieße das Wasser ab.</p>
          <p>Halte bereits gesottenes Schaf- oder Rindfleisch in einem anderen Topf bereit. Gib das Kraut dann zu dem Fleisch.</p>
          <p>Nimm Eier und koche sie hart. Schale sie und röste sie dann ganz in einer Pfanne.</p>
          <p>Wenn das Kraut und das Fleisch nahezu gar gekocht sind, gib die Eier und den Hartkäse hinzu. Lasse alles miteinander sieden und mache es sehr reichhaltig.</p>
          <p>Willst du es aber ohne Fleisch zubereiten, so gib die Eier, wie zuvor in der Pfanne zubereitet, mit dem Käse darauf und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Iungs weisz kraut">Junger Weißkohl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesotens vleisch / scheaffeins oder rinderrns">Schaf- oder Rindfleisch, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr hert" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pressed cheese" orig="herten keas" commodity="wikidata:Q1412674" source="#corema-ingredient-index">Hartkäse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="vaist" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Fett (möglicherweise Schmalz)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-094">
        <head>Gestoßene Hühner mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="w1-094-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-094-trans">
          <p>Von gestossen huner DV macht auch wol machen von alten huner gestossen huner in einem morser vnd dar an tue saffran vnd mit gwurcz gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-094-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-094-orig">
          <p>Von gestoßenen Hühnern:</p>
          <p>Auch aus alten Hühnern lässt es sich gut machen. Stoße die Hühner in einem Mörser, gib Safran und Gewürz dazu und richte es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="huner" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Huhn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gwurcz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-095">
        <head>Topanitz zu Morcheln oder aus Erbsen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-095-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-095-trans">
          <p>Was topanitz man sol machen an dy maurachen DAs topanicz Nym czimetan vnd seud den wol vnd seich den durich ain tuch oder durich ein sib so tue putern vnd saffran daran vnd bestwu das mit geresten semeln Item von arbaissen macht man auch ein topanicz du solt aber darczue tun saffran vnd kumel</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-095-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-095-orig">
          <p>Topanitz zu Morcheln: Nimm Zimt und koche ihn gut. Seihe ihn dann durch ein Tuch oder ein Sieb. Gib Butter und Safran hinzu und bestreue das Gericht mit gerösteten Semmelbröseln.</p>
          <p>Topanitz aus Erbsen: Auch aus Erbsen macht man einen Topanitz. Dazu gib Safran und Kümmel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="morel" orig="dy maurachen" commodity="wikidata:Q1129282">Morcheln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="czimetan" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geresten semeln">geröstete Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbaissen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="kumel" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-096">
        <head>Morchel-Gericht: Eierkuchenstücke mit Kräuter-Eier-Salse</head>
        <div type="original" xml:id="w1-096-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-096-trans">
          <p>Aber ein maurachen kostel NIm vnd mach ainen kuchen In der phanne von ayren so sneid In Zu stukchen vnd in ayren salsen die da gemacht sey von salua Mynczen vnd petersil von Iungen vnd von allten knofleach</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-096-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-096-orig">
          <p>Noch ein Morchel-Gericht. Nimm Eier und backe daraus einen Eierkuchen in der Pfanne. Schneide ihn in Stücke.</p>
          <p>Gib die Stücke in eine Eier-Salse, die aus Salbei, Minze, Petersilie sowie jungem und altem Knoblauch gemacht ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="salua" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mint" orig="Mynczen" commodity="wikidata:Q27640062" source="#corema-ingredient-index">Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Iungen / knofleach">Knoblauch (jung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="allten knofleach">Knoblauch (alt)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-097">
        <head>Eingelegtes Kraut mit Frucht-Senf-Paste</head>
        <div type="original" xml:id="w1-097-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-097-trans">
          <p>Von einem guetem poting kraut DV solt senif stamphen wenn das geschiecht so geus si= dundes wasser daran vnd twir in als einen taig das du drey nacht noch einander vnd geus des morgens ymer das wasser herab vnd twir In aber mit einem andern siedenen wasser an den dritten margen so reib in mit einem guetem pir esseich so nym kren der chlain gesniten sey vnd gestossen petersil der der mit sambt der wurcz gestassen vnd gesoten regelspieren goriander gestossen vnd genocht durich ein sib weachlisch weinper geschelt mandel cherne vnd honig sam das tue auf das chraut zu einer yesleicher lechk das sol man mit recht mit silber widerlegen als gesunt ist es das ist gesunt zu essen in den haissen augst</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-097-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-097-orig">
          <p>Für gutes eingelegtes Kraut sollst du Senfsaat stoßen. Wenn das geschehen ist, gieße siedendes Wasser daran und rühre sie wie einen Teig an. Das wiederhole drei Nächte nacheinander: Gieße jeden Morgen das Wasser ab und rühre die Masse mit anderem siedendem Wasser wieder an.</p>
          <p>Am dritten Morgen reibe sie mit gutem Bieressig. Nimm klein geschnittenen Meerrettich und gestoßene Petersilie mitsamt ihrer Wurzel. Gib gekochte Birnen, gestoßenen und durch ein Sieb gestrichenen Koriander, welsche (importierte) Rosinen, geschälte Mandelkerne und Honigseim hinzu.</p>
          <p>Gib diese Würzpaste auf das eingelegte Kraut. Der Schlusssatz hebt ihren Wert mit der Formel hervor, man solle sie mit Silber aufwiegen; sie sei gesund zu essen, besonders im heißen August.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="senif" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senfsaat</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer vinegar" orig="pir esseich" commodity="wikidata:Q107262097" source="#corema-ingredient-index">Bieressig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kren der chlain gesniten sey">Meerrettich, fein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="petersil der der mit sambt der wurcz gestassen">Petersilie mit Wurzel, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesoten regelspieren">Birnen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="goriander gestossen">Koriander, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weachlisch weinper" commodity="wikidata:Q13186" source="#corema-ingredient-index">Importierte Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="geschelt mandel cherne" commodity="wikidata:Q184357">Mandeln, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nectar" orig="honig sam" commodity="wikidata:Q171934" source="#corema-ingredient-index">Honigseim</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="chraut">Eingelegtes Kraut</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-098">
        <head>Falsche Morcheln aus Huhn</head>
        <div type="original" xml:id="w1-098-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-098-trans">
          <p>Maurochen von huner NIm das vleisch von der prust hakch es klain tue darczue ayr mel prot pheffer salcz czwen stekchen vornn kulpat als die maurochen vnd leg es in wallund suppem die weil das sewdet so windt dy andern vmb den spis so du ir genug hast so vvll die mit gwurczten ayren vnd prat sy gar an einem spis vnd gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-098-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-098-orig">
          <p>Nimm das Fleisch von der Hühnerbrust und hacke es klein. Gib Eier, Mehl, Brot, Pfeffer und Salz dazu. Forme damit zwei Stäbchen vorne knollig, sodass sie wie Morcheln aussehen.</p>
          <p>Lege die geformten Stücke in wallende Brühe. Während sie sieden, wickle die weiteren Stücke um den Spieß. Wenn du genug davon hast, fülle sie mit gewürzten Eiern. Brate sie an einem Spieß gar und richte sie an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken breast" orig="vleisch von der prust" commodity="wikidata:Q2607161" source="#corema-ingredient-index">Hühnerbrustfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wallund suppem">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gwurczten ayren">Gewürzte Eier</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-099">
        <head>Reh-Mus von Blut und Lunge</head>
        <div type="original" xml:id="w1-099-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-099-trans">
          <p>Ein gmues von des rechs pluet vnd von der lungel NIm daz plut vnd die lungen von dem rech vnd sewd es mar vnd sneid es worffelat seich die suppem durich ein tuch das da nicht hors dorInnen peleib du das alles wider in dem toph tue darczue smalcz vnd wein losz es vast sieden so du es hin gibst so tue darauf gemalen pheffer es sol doch ebem dikch beleibem</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-099-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-099-orig">
          <p>Nimm das Blut und die Lunge vom Reh und koche es gut durch. Schneide die Lunge würfelig. Seihe die Brühe durch ein Tuch, damit kein Haar darin zurückbleibt. Gib alles wieder in den Topf. Füge Schmalz und Wein hinzu. Lass es kräftig sieden. Wenn du es servierst, streue gemahlenen Pfeffer darüber. Es soll dabei gleichmäßig dick bleiben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="daz plut vnd die lungen von dem rech">Rehblut und Reh-Lunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gemalen pheffer" commodity="wikidata:Q3143131">Pfeffer, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-100">
        <head>Brot-Kondiment zum Anrühren</head>
        <div type="original" xml:id="w1-100-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-100-trans">
          <p>Ein condiment oder ein gmues DErr weisz prot vnd rer es durich ein sib dicz behalt auch in ainem lidren peitel daz es nicht nas werd so du es dann essen wild so leg es in wein vnd tue darczue smalcz ayr pheffer oder was du dikchs haben wild</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-100-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-100-orig">
          <p>Ein Würzmittel oder ein Mus:</p>
          <p>Dörre weißes Brot und reibe es durch ein Sieb. Bewahre es in einem ledernen Beutel auf, damit es nicht nass wird.</p>
          <p>Wenn du es dann essen willst, so lege es in Wein und gib Schmalz, Eier und Pfeffer dazu, oder was du sonst Dickes haben willst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weisz prot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smalcz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-101">
        <head>Gefüllte Eier</head>
        <div type="original" xml:id="w1-101-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-101-trans">
          <p>Von gefulten ayren NIm ayr slach sew an peden ortern auf hakch saluey chlain vnd mengen sy zu den tutern vnd vvll sy wider in vnd wierffs in ain hais wasser vnd schell dy ayr vnd prat sy beslach sy mit ayren vnd mit krewtern vnd mit saffran vnd gibs hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-101-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-101-orig">
          <p>Nimm Eier und schlage sie an beiden Enden auf. Hacke Salbei klein und mische ihn zu den Dottern. Fülle sie wieder hinein.</p>
          <p>Wirf sie in heißes Wasser, schäle die Eier und brate sie. Beschlage sie dann mit Eiern, Kräutern und Safran und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr / ayren" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="saluey" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="tuter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter (aus den Eiern)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="krewtern" commodity="wikidata:Q207123">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-102">
        <head>Spieß-Eier mit Salbei und Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="w1-102-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-102-trans">
          <p>Gepraten ayr von dem spis REib schon prot prot es hert in putern menig darczue ayr vnd duren salua vnd pheffer vvll dy ayr schalen domit prat sy an einem spis gib sy hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-102-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-102-orig">
          <p>Reibe Brot fein und brate es in Butter, bis es hart wird. Mische viele Eier, trockenen Salbei und Pfeffer darunter. Fülle die leeren Eierschalen damit. Brate sie an einem Spieß und serviere sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayr schalen">leere Eierschalen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="salua" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-103">
        <head>Gefüllte Eier mit Salbei (Habichtmus)</head>
        <div type="original" xml:id="w1-103-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-103-trans">
          <p>Aber von gefulten ayren HAkch salua klain prat sy in putern menig darczue ayr krewter saffran salcz daraus mach ein habech mues full es wider in dy schallen leg sie in siedundes wasser seud sy</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-103-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-103-orig">
          <p>Noch eine Art gefüllter Eier: Hacke Salbei klein und brate ihn in Butter. Gib mehrere Eier, Kräuter, Safran und Salz dazu und mache daraus ein Habichtmus. Fülle es wieder in die Schalen, lege sie in siedendes Wasser und lasse sie sieden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="salua" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="krewter" commodity="wikidata:Q207123">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-104">
        <head>Gefüllte Eier mit Salbei</head>
        <div type="original" xml:id="w1-104-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-104-trans">
          <p>Gefulte ayr in dem saluan NIm milch vnd ayr schon prat saffran vnd salcz mach es dikch leg dy ayr darin erwell sy gib sy hin das haissen gevvlte ayr in einem salua</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-104-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-104-orig">
          <p>Nimm Milch und Eier sowie sauberes, geriebenes Brot, Safran und Salz. Mach die Masse dick. Lege die Eier hinein, lass sie aufwallen und richte sie an. Das nennt man gefüllte Eier im Salbei.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="schon prat" commodity="wikidata:Q7802">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="saluan / salua" commodity="wikidata:Q1111359">Salbei</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-105">
        <head>Bier-Butter-Sauce mit Salbei zu gesottenen Eiern</head>
        <div type="original" xml:id="w1-105-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-105-trans">
          <p>Von derwelten ayren NIm pir vnd putern vnd gehachkten saluan esseich vnd salcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-105-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-105-orig">
          <p>Zu gesottenen Eiern: Nimm Bier und Butter, gehackten Salbei, Essig und Salz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="derwelten ayren">Eier, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer" orig="pir" commodity="wikidata:Q44">Bier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gehachkten saluan">Salbei, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-106">
        <head>Bohnen aus Teig</head>
        <div type="original" xml:id="w1-106-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-106-trans">
          <p>Pon gemacht ponen von taig MAch ein ayr tayg mit einem walg holcz das er werd eines halbem vinger dikch sneid den wrfelat als dy pon wirf den taig in haisz smalcz es ist snell ge pachen geus ab das smalcz lasz ez trukchen vnd mach ein ayr prue oder ein ander suppel vnd losz es erwalen ee du dy pon darin tuest das haissent pon vom taig bewar es vor nassem so machtu ez behalden lange czeit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-106-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-106-orig">
          <p>Bohnen aus Teig: Mache einen Eierteig und rolle ihn mit einem Wellholz aus, bis er einen halben Finger dick ist. Schneide ihn würfelig, in der Größe von Bohnen. Gib den Teig in heißes Schmalz; er ist rasch gebacken. Gieß das Schmalz ab und lass die Stücke trocknen.</p>
          <p>Mache eine Eierbrühe oder eine andere Suppe und lass sie aufwallen, ehe du die Teigbohnen hineingibst. Sie heißen Bohnen aus Teig. Bewahre sie vor Nässe, dann lassen sie sich lange aufheben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="egg dough" orig="ayr tayg" commodity="wikidata:Q107262035">Eierteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="haisz smalcz">Schmalz zum Ausbacken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayr prue oder ein ander suppel">Eierbrühe oder andere Suppe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-107">
        <head>Saubohnen mit Kümmel-Pfeffer-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="w1-107-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-107-trans">
          <p>Von grun pon SEud grun pon mit schon prot pheffer vnd dreistund als vil chum saffran salcz esseich vnd pir mal die zu samen trukchen dy pon geus das gemalen gesoten darauf gib es hin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-107-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-107-orig">
          <p>Die Saubohnen sieden. Sauberes Brot mit Pfeffer und dreimal so viel Kümmel wie Pfeffer, Safran, Salz, Essig und Bier zusammen mahlen. Die gemahlene Masse über die gesottenen Bohnen gießen und anrichten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="broad bean" orig="grun pon" commodity="wikidata:Q61672189" source="#corema-ingredient-index">Saubohnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="schon prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pheffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="chum" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="esseich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beer" orig="pir" commodity="wikidata:Q44">Bier</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-108">
        <head>Grüne Erbsen nach Art der Saubohnen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-108-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-108-trans">
          <p>Grun arbais mach auch also</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-108-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-108-orig">
          <p>Grüne Erbsen bereite man auf dieselbe Weise zu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Grun arbais">grüne Erbsen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-267">
        <head>Grüner Met von jungen Bienen</head>
        <div type="original" xml:id="w1-267-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-267-trans">
          <p>Von grun met NIm honig von Iungen pein do machst ein grun met dem tw als du dem andern hast getan kain prawn tu nicht daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-267-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-267-orig">
          <p>Von grünem Met: Nimm Honig von jungen Bienen, davon machst du einen grünen Met.</p>
          <p>Damit tu, wie du dem anderen getan hast. Gib kein Braunes daran.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig von Iungen pein" commodity="wikidata:Q10987">Honig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="w1-269">
        <head>Met-Ansatz: Honigwasser mit Eiprobe</head>
        <div type="original" xml:id="w1-269-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#w1-269-trans">
          <p>Wie du met solt machen NIm honig als vil du sein habem wild als vil sein in dem werkch ist so nym ij als vil wassers das geus doran pall es rain aus nym ain neus ay das leg daran als lang du wasser darin das ay plekch magst des ay nicht habem so nym ein frische reglspieren so sicht man wann es sein genug hat das la durich ein tuech das das wachs douon kuam tu es in ein kessel seud es rain faym es rain vnd</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="w1-269-trans" xml:lang="de" corresp="#w1-269-orig">
          <p>Wie du Met machen sollst: Nimm so viel Honig, wie du haben willst - so viel, wie im Wabenwerk (der Honigwabe) steckt. Dann nimm doppelt so viel Wasser und gieß es dazu. Koch es rein aus.</p>
          <p>Nimm ein frisches Ei und leg es hinein, solange bis du das Ei mit einem sichtbaren Fleck über dem Wasser schwimmen siehst. Hast du kein Ei, nimm eine frische Birne, so sieht man ebenso, wann die Mischung genug hat.</p>
          <p>Lass es dann durch ein Tuch laufen, damit das Wachs herauskommt. Tu es in einen Kessel, sieds rein und schäume es rein ab und... (der Text bricht hier ab, die Hefezugabe und der weitere Gärprozess fehlen).</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ij als vil wassers" commodity="wikidata:Q283">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain neus ay">Ei, frisch (zur Dichteprobe)</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient orig="ein frische reglspieren">Birne, frisch (optional, alternative Dichteprobe)</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#w1-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Überliefert ist nur der Kapitel-Eintrag "des Ersten von hecht praten" - kein eigener Zubereitungstext. "Des Ersten" ist die formelhafte Ordnungszahl "erstens", mit der eine Liste eingeführt wird: die Liste "von manigerlay gepratten" (von mancherlei Braten). Der Hechtbraten ist schlicht das erste Stück dieser allgemeinen Braten-Liste, keine eigene Reihe von Hecht-Gerichten.

Die Parallelhandschrift B4 überliefert unter demselben Titel das vollständige Verfahren: der Hecht wird ausgenommen, sein Blut aufgefangen, eine mit Lebkuchen und Roggenbrot gebundene Fischfarce am Spieß geformt, in Erbsenbrühe gesotten, mit Mandeln und Nelken gespickt und mit einer Rosinen-Wein-Sauce aufgetragen.

Praxis. Aus diesem Eintrag allein lässt sich nichts nachkochen, da W1 selbst keine Anleitung überliefert. Wer das Gericht ausprobieren möchte, folgt dem vollständigen Verfahren der Parallelhandschrift (siehe verwandte Rezepte).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-001-orig" n="praten" resp="#fyndling">Im Mittelhochdeutschen bezeichnet ‚praten‘ sowohl das Braten als auch den Braten selbst. Hier ist es als ‚Braten‘ im Sinne eines gebratenen Fisches zu verstehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-001-orig" n="des Ersten" resp="#fyndling">‚Des Ersten‘ ist die formelhafte Kapitel-Ordinalzahl (‚erstens‘), die eine Liste einführt - hier die Liste ‚von manigerlay gepratten‘ (von mancherlei Braten). Der Hechtbraten ist das erste Stück dieser allgemeinen Braten-Liste, nicht der Auftakt einer eigenen Reihe von Hecht-Gerichten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-001-orig" n="praten" resp="#fyndling">Das Wort ‚praten‘ wird hier als Substantiv ‚Braten‘ (gebratener Fisch) verstanden, da es sich um den Titel eines Gerichts handelt. Die Kapitelüberschrift der Parallelhandschrift B4 (‚Von manigerlay gepratten‘, Plural-Substantiv) stützt diese Lesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gespickter Hechtbraten in schwarz gefärbter Sauce, garniert mit Mandeln, Gewürznelken und einer süß-sauren Rosinen-Wein-Zubereitung. Die blutgebundene, süß-saure Sauce erinnert an die bis heute bekannte Schwarzsauer-Tradition (etwa im Rheinland/Westfalen zu Schweinefleisch mit Essig, Zucker und Trockenfrüchten) - hier in einer fastentauglichen Fischvariante mit Hecht statt Schwein.

Warum kein Safran? Das Rezept verbietet ausdrücklich Safran - folgerichtig, denn dessen gelbe Farbe würde die angestrebte schwarze Färbung sofort unterlaufen. Zur Schwärzung dient entweder Hechtblut (Eisenfärbung mit leichter Bindewirkung beim Erhitzen) oder, wenn nicht genug Blut vorhanden ist, verbrannter, fein gemörserter und gesiebter Lebkuchen (Kohle-Färbung mit bittersüßem Aroma) - beide Wege sind austauschbar, je nach Verfügbarkeit.

Spieß und Kessel zugleich - kein Widerspruch. Der geformte Fisch-Brot-Braten wird an den Spieß gesteckt UND in einen Kessel mit Erbsenbrühe zum Sieden gelegt. Das sind zwei verschiedene Funktionen: Der Spieß hält die gebundene Masse in Form, die eigentliche Garung erfolgt durch das Sieden in der Brühe, nicht durch Feuerhitze - es handelt sich also um ein pochiertes, kein trocken gebratenes Stück, trotz der Bezeichnung „Braten“. Mehrere kleinere Braten statt eines großen ergeben eine bessere Durchgarung der gebundenen Fischmasse und lassen sich, wie der Text selbst sagt, besser auf einer Schüssel anrichten.

Was passiert mit der schwarzen Mischung? Für die schwarze Blut-Lebkuchen-Roggenbrot-Fisch-Mischung nennt der Text keinen eigenen Hitzeschritt - sie wird angesetzt, gewürzt und danach nicht mehr erwähnt, während nur der größere Fisch-Braten ausdrücklich gesotten wird. Da die Mischung rohes Fischblut und rohes gehacktes Fischfleisch enthält, sollte sie vor dem Servieren erhitzt oder mit in die Erbsenbrühe des Bratens gegeben werden. Denkbar wäre nach dem Wortlaut auch eine kalt angesetzte, dickflüssige Farce, die nur durch Kontakt mit dem heiß servierten Braten erwärmt wurde - der Text lässt das offen.

Praxis. Hecht ausnehmen, Gräten entfernen, Blut auffangen (Ersatz: Lebkuchen verbrennen, mörsern, sieben). Lebkuchen in Wein einweichen, mit einem Teil des gehackten Hechtfleischs fein hacken, mit geriebenem Roggenbrot und dem übrigen Fisch vermengen, würzen (kein Safran) - diese Mischung vor dem Anrichten kurz erhitzen oder mit in die Brühe geben. Aus dem größeren Teil des Fischs zwei bis drei kleinere Braten formen, an den Spieß stecken und in siedender Erbsenbrühe garziehen lassen, bis sie gar sind, ohne zu verkochen. Mit Mandelstiften spicken, ganze Gewürznelken einstecken. Für die Sauce Rosinen fein reiben, mit Wein durchschlagen, mit Zucker und Gewürzen abschmecken. Aufwendig: Sieb, Mörser, Spieß und Kessel sind gleichzeitig im Einsatz, dazu durchgehende Aufmerksamkeit am Feuer - und frisches Hechtblut ist auf einem Markt nur auf Vorbestellung beim Fischhändler zu bekommen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="great" resp="#fyndling">Die ‚great‘ sind die Gräten des Fisches, die entfernt werden sollen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="swais von dem hecht" resp="#fyndling">Das ‚swais‘ ist das Blut des Hechts. Es wird zur Färbung der Sauce verwendet, um eine tiefschwarze Farbe zu erzielen, ähnlich einem Schwarzsauer.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="leczelten schifflen" resp="#fyndling">‚Leczelten‘ sind Lebkuchen oder Honigkuchen. ‚Schifflen‘ könnte sich auf kleine Stücke oder Scheiben beziehen. Hier werden sie verbrannt und gemörsert, um als Ersatz für Fischblut die Sauce schwarz zu färben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="sib" resp="#fyndling">Ein ‚sib‘ ist ein Sieb, durch das die gemörserten Lebkuchen geschlagen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="zu maszen" resp="#fyndling">‚Zu maszen‘ bedeutet ‚in Maßen‘ oder ‚angemessen‘, hier die angemessene Menge, die beim Zusammenhacken von Lebkuchen und Hechtfleisch entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="roken prat" resp="#fyndling">‚Roken prat‘ ist Roggenbrot, das gerieben als Bindemittel und Geschmacksgeber dient.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="praten" resp="#fyndling">Ein ‚praten‘ ist hier ein Braten vom Fisch, der am Spieß in Form gehalten und in der Erbsenbrühe im Kessel gesotten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="spis" resp="#fyndling">Ein ‚spis‘ ist ein Spieß, der den Fischbraten in Form hält, während er in der Brühe gart.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="arbais prue" resp="#fyndling">‚Arbais prue‘ ist eine Erbsenbrühe, die als Kochflüssigkeit für den Fischbraten dient.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="chessel" resp="#fyndling">Ein ‚chessel‘ ist ein Kessel oder großer Topf.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="vncz an die stat" resp="#fyndling">‚Uncz an die stat‘ bedeutet ‚bis an den Punkt‘ oder ‚bis zum richtigen Zustand‘, hier also bis der Fisch gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="verge" resp="#fyndling">Aus dem Kontext ‚dass er sich auf einer Schüssel verge‘ wird geschlossen, dass es sich um das Anrichten oder Präsentieren des Gerichts auf einer Schüssel handelt, also ‚sich anrichtet‘ oder ‚sich präsentiert‘. Das Wort ist im Korpus bislang nur hier und im Paralleltext b4-001 (‚vergee‘) belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="Mandel" resp="#fyndling">Die Mandeln werden der Länge nach geschnitten und zum Spicken des Fischbratens verwendet, was dem Gericht Geschmack und eine dekorative Optik verleiht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="negel" resp="#fyndling">‚Negel‘ sind Gewürznelken, die ganz in den Braten gesteckt werden, um Aroma abzugeben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="weinper" resp="#fyndling">‚Weinper‘ sind Weinbeeren, hier im Zweifel Rosinen, die für eine süß-saure Garnitur verwendet werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-002-orig" n="weachlischen wein" resp="#fyndling">‚Weachlischen wein‘ ist ‚welscher Wein‘ - korpusweit belegter Terminus für Wein aus romanischsprachigen Ländern (Italien/Frankreich), nicht wörtlich ‚südlich‘. Derselbe Wortlaut steht im Paralleltext b4-001 (‚welschen wein‘).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-002-orig" n="leczelten schifflen" resp="#fyndling">Lebkuchenstücke. Die CoReMA-Glosse ‚gingerbread for sauce‘ und der Kontext des Verbrennens und Mörserns stützen die Lesart als Zutat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-002-orig" n="verge" resp="#fyndling">sich anrichtet/präsentiert. Die genaue Bedeutung ist unsicher, aber im Kontext des Anrichtens auf einer Schüssel ist dies die plausibelste Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-002-orig" n="weachlischen wein" resp="#fyndling">welscher Wein - korpusweit etablierter Terminus für Wein aus romanischsprachigen Ländern (Italien/Frankreich, siehe data/glossary_index.tsv), nicht wörtlich ‚südlich‘. Derselbe Wortlaut im Paralleltext b4-001 (‚welschen wein‘, dort korrekt übersetzt).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-002-orig" n="1/2 weinper" resp="#fyndling">halbes Pfund (ca. 500 g) Rosinen. Die Angabe ‚1/2‘ ohne Einheit wird nach gängiger mittelalterlicher Praxis als halbes Pfund gedeutet.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-002-orig" n="schwarze Farce (Blut/Lebkuchen-Roggenbrot-Fisch-Mischung)" resp="#fyndling">Die Mischung wird vor dem Anrichten kurz erhitzt bzw. mit dem Braten in der Erbsenbrühe mitgegart, da sie rohes Fischblut und rohes gehacktes Fischfleisch enthält.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine reine Fischfarce, die in zwei Holzformen zur Gestalt eines Rebhuhns gepresst und gegart wird - kein Rebhuhnfleisch ist enthalten, es ist eine Formimitation aus Fisch. Die nächste lebende Verwandtschaft ist die Familie der Fischfarce-Gerichte: der deutsche Fischkloß und die französische Fischfarce/Quenelle teilen das Verfahren (Fisch entgräten, fein hacken, würzen, garen). Das Pressen von Brät in eine dekorative Form findet sein fernstes Echo in der japanischen Kamaboko-Tradition - eine strukturelle, keine historische Verwandtschaft.

Der Titel nennt das Gericht einen „Braten“ (geprotns), tatsächlich wird die Fischfarce aber gesotten (sewd), nicht gebraten - der Name bezieht sich auf die imitierte Bratenform, nicht auf die Garmethode.

Praxis. Fisch entgräten und entschuppen, das Fleisch sehr fein hacken und würzen. Die Farce in die beiden zusammengefügten Holzformen füllen und gar sieden, bis das Fischeiweiß fest wird und die Rebhuhnform auch nach dem Entfernen der Formen hält - reine Eiweißbindung durch Hitze, keine Mehlschwitze. Für das abschließende Spicken mit rohem Hechtbrät zuvor tiefgefrorenen (mindestens -20 °C, mehrere Tage) statt frisch-rohen Hecht verwenden: roher Süßwasserfisch birgt ein Parasitenrisiko, unter anderem durch den Fischbandwurm, für den Hecht ein bekannter Wirt ist. Der Text nennt nur „roh“ und schweigt zu einer Vorbehandlung. Offen bleibt auch, wie dicht die zwei Holzhälften während der Siedezeit schließen müssen, damit die rohe Farce nicht ausschwimmt - der Text setzt dieses handwerkliche Können stillschweigend voraus.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="geprotns von Rephuner" resp="#fyndling">Dies bezeichnet ein Gericht, das die Form eines Bratens oder eines Rebhuhns imitiert. Es ist ein typisches mittelalterliches Schaugericht, oft aus Fisch für die Fastenzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="HAis dir grabem zway holczer in der formm zwaier rephuner" resp="#fyndling">Hier ist die Anweisung, zwei Holzformen schnitzen zu lassen, die, wenn sie zusammengefügt werden, die Silhouette eines Rebhuhns ergeben. Diese Formen dienen als Gussform für das Fischbrät.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="gret" resp="#fyndling">Fischgräten, die vor der Weiterverarbeitung sorgfältig entfernt werden müssen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="schuebem" resp="#fyndling">Fischschuppen, die ebenfalls entfernt werden müssen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="praten" resp="#fyndling">Das fein zerkleinerte Fischfleisch, auch als Brät oder Farce bezeichnet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="grun" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚roh‘ oder ‚unverarbeitet‘, nicht die Farbe Grün.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-003-orig" n="hochten" resp="#fyndling">Hecht, ein beliebter Süßwasserfisch in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-003-orig" n="geprotns" resp="#fyndling">Braten (Titel- und Formbezeichnung, nicht Garmethode)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-003-orig" n="spigks" resp="#fyndling">spicke (Imperativ von „spicken“)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-003-orig" n="grun hochten praten (Frische des rohen Hechtbräts)" resp="#fyndling">Modern: zuvor tiefgefroren (mind. -20 °C, mehrere Tage) statt frisch-roh verarbeiten - Standardempfehlung gegen Parasitenrisiko bei rohem Süßwasserfisch (u.a. Fischbandwurm).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schaugericht: Fischfarce aus einem großen, entgräteten und entschuppten Fisch wird mit geriebenem Brot gebunden, gewürzt, von Hand in die Form eines Rehbratens gebracht, in der Pfanne angegart, aufgespießt und mit Hechtbrät gespickt - so entsteht optisch und im Anschnitt die Illusion eines echten Rehbratens. Der modernste lebende Verwandte ist Surimi: Fischpaste, die geformt und aromatisiert wird, um ein anderes, höher geschätztes Lebensmittel vorzutäuschen - dieselbe Grundtechnik. Der deutsche Name Falscher Hase führt die Form-Täuschungs-Idee sprachlich fort, ist aber Fleisch auf Fleisch und kein direkter Rezeptnachfahre - nur eine strukturelle, keine genealogische Verwandtschaft.

Der Text nennt für das Garen in der Pfanne ('erwells darnach') keine Dauer oder keinen Hitzegrad. Denkbar ist, dass die Masse dort vollständig durchgegart wird, bevor sie gespickt und aufgespießt wird; ebenso denkbar ist, dass nur die Außenseite anzieht und der Kern noch nicht ganz durch ist. Für den Nachbau empfehlen wir, die Fischmasse in der Pfanne vollständig durchzugaren.

Auch für die Hechtbrät-Streifen zum Spicken nennt der Text keinen eigenen Garschritt. Historisch ist sowohl rohes als auch mitgegartes Hechtfleisch denkbar; für die Praxis empfehlen wir, Streifen aus bereits durchgegartem Hecht zu schneiden oder sie kurz mitzugaren.

Praxis. Fisch entgräten und entschuppen, Fischfleisch sehr fein hacken, geriebenes Brot einarbeiten, kräftig würzen. Mit nassen Händen oder Messern auf dem Brett zu einer Rehbraten-Form pressen - das Wasser verhindert, dass die klebrige Masse ankleben bleibt. In der Pfanne durchgaren, dann einen Spieß einstecken: Er dient nicht zum Drehen über dem Feuer - der Text endet mit dem Servieren, nicht mit einem weiteren Brat- oder Grillschritt -, sondern der Optik: er lässt die Fischform wie einen echten Spießbraten aussehen. Mit dünnen, gegarten Hechtstreifen spicken, die die Fettadern eines Rehbratens imitieren, und servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="broten rehen" resp="#fyndling">Ein ‚Braten Reh‘ ist hier ein Imitationsgericht, das die Form und den Anschein eines Rehbratens hat, aber aus Fisch zubereitet wird. Solche Schaugerichte waren im Mittelalter beliebt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="gret" resp="#fyndling">Die Gräten des Fisches müssen sorgfältig entfernt werden, um eine feine Farce zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="schuebem" resp="#fyndling">Die Fischschuppen werden ebenfalls entfernt. Sie könnten als Geliermittel verwendet werden, hier aber nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="praten" resp="#fyndling">Hier ist das fein gehackte Fischfleisch gemeint, das zu einer Farce verarbeitet wird, nicht das fertige Bratgut.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="ein prat" resp="#fyndling">Geriebenes Brot dient als Bindemittel für die Fischfarce.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="bewurcz das wol" resp="#fyndling">Die genaue Gewürzmischung ist nicht spezifiziert, aber typisch wären Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken, um den Geschmack des Fisches zu verfeinern und zu überdecken.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="nassn messernn" resp="#fyndling">Nasse Messer verhindern, dass die Fischfarce beim Formen kleben bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="anricht" resp="#fyndling">Ein Anrichtebrett oder eine Anrichte war eine Arbeitsfläche in der Küche, auf der Speisen vorbereitet und angerichtet wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="erwells" resp="#fyndling">Das Aufwallenlassen in der Pfanne festigt die Außenseite der Fischfarce, sodass sie beim Aufspießen und Spicken nicht zerfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="spis" resp="#fyndling">Der Spieß wird nach dem Garen in die Fischform gesteckt. Der Text nennt keinen weiteren Brat- oder Drehschritt über dem Feuer - der Spieß dient hier der Optik: er lässt die Fischform wie einen echten Spießbraten aussehen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-004-orig" n="spikch In mit hecht praten" resp="#fyndling">Das Spicken bedeutet, den Fischbraten mit Streifen oder kleinen Stücken von Hechtbrät zu durchziehen. Dies dient der Geschmacksgebung, der Textur und der Optik, um die Imitation des Rehbratens zu perfektionieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-004-orig" n="dar= Inder" resp="#fyndling">'darunter' - zwei unabhängige Parallelstellen aus den Zwillingsrezepten b4-003 ('dar vnder') und mon-267 ('dar vnter') belegen diese Lesart: das geriebene Brot wird in die Fischfarce eingearbeitet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-004-orig" n="erwells darnach (Gargrad)" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Dauer noch Hitzegrad für das Garen in der Pfanne. Für den Nachbau empfehlen wir, die Fischmasse vollständig durchzugaren, bevor sie gespickt und aufgespießt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-004-orig" n="hecht praten (Garzustand der Spicknadeln)" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen eigenen Garschritt für die Hechtbrät-Streifen zum Spicken. Für die Praxis empfehlen wir, Streifen aus bereits durchgegartem Hecht zu schneiden bzw. sie kurz mitzugaren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weißes Bratgeflügel - Huhn, laut Text auch Rebhuhn möglich - das während des Bratens mehrfach mit aufgeschlagenem Eiklar und wenig Mehl bestrichen wird, damit eine helle, nicht bräunende Glasur entsteht. Das ist das Gegenstück zu den bekannteren goldbraunen Eigelb-Safran-Anstrichen: hier soll das Geflügel gerade nicht braun, sondern weiß bleiben. Die nächste lebende Verwandtschaft ist das Bestreichen von Bratgeflügel während des Garens, wie es beim heutigen Rotisserie-Huhn üblich ist - nur mit umgekehrter Zielfarbe.

Zur Crux "zeslach". Das mittelhochdeutsche zeslahen kann sowohl "aufschlagen" als auch "zerschlagen/zerstoßen" bedeuten. Für Eiklar, das zu einer dünnen, gießbaren Glasurgrundlage werden soll, ist ein kräftiges Aufschlagen die praktisch sinnvollere Lesart - deshalb die gewählte Übersetzung.

Praxis. Eiklar vom Eigelb trennen und kräftig aufschlagen, bis es leicht schaumig ist. Ein wenig Mehl einrühren - das gibt der dünnen Flüssigkeit genug Körper, damit sie am Geflügel haftet statt abzulaufen. Das bereits gebratene, mit weißer Füllung versehene Geflügel damit bestreichen und noch einmal kurz an die Glut legen, bis die Glasur anzieht. Der Text nennt keine Dauer oder Hitzestufe - die Glut sollte deshalb nicht zu nah sein, sonst brennt die dünne Schicht an, statt gleichmäßig hell anzutrocknen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-005-orig" n="fremde" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚exotisch‘ oder ‚besonders‘, nicht geografisch ‚ausländisch‘. Es hebt die Besonderheit der Rebhühner hervor.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-005-orig" n="fewr" resp="#fyndling">Gemeint ist die reine Glut eines Feuers, nicht offene Flammen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-005-orig" n="vvl" resp="#fyndling">Die Füllung (Stopfung) für das Geflügel. Das Rezept gibt keine Details zur Zusammensetzung der weißen Füllung an, typisch wären Brot, Eier, Kräuter und helle Gewürze.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-005-orig" n="salsen" resp="#fyndling">Eine Sauce oder Tunke. Der Schreiber merkt an, dass das Rezept für die passende Sauce hier nicht zu finden ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-005-orig" n="zeslach" resp="#fyndling">Als ‚schlage es gut auf‘ übersetzt, da es sich auf Eiklar bezieht und ein kräftiges Aufschlagen für eine Glasur sinnvoll ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzes Huhn mit einer roten Füllung im Inneren, außen mit einer golden-gelben Safran-Ei-Mehl-Glasur überzogen. Modernes Analogon: ein gefülltes Bratenhuhn mit glänzender Glasur, wie man es heute zu Festtagen macht - Vorfahre des klassischen gefüllten Bratenhuhns und der französischen volaille farcie, verwandt mit der bis heute üblichen, mit Ei bepinselten Bratenkruste bei Pasteten.

Der Verweis "sol dem tun als vor". Die Anweisung setzt eine zuvor beschriebene oder bekannte Standardprozedur voraus. Der wortgleiche Zwilling b4-005 aus derselben CoReMA-Doppeltradition (B4) legt nahe, dass damit das unmittelbar vorangehende Rezept im Manuskript gemeint ist - in B4 das benachbarte, weiße Hühner-Rezept b4-004: Die Eier-Safran-Mehl-Masse wird über das bereits gefüllte Huhn gegeben, dieses zurück ans Feuer gestellt und dort gegart, bis die Masse gestockt ist.

Die rote Füllung. Der Text nennt die Zusammensetzung der roten Füllung nicht - sie ist ein vorgelagerter, hier nicht ausgeführter Arbeitsschritt. Rot ist offenbar nur diese innere Füllung; die äußere Eier-Safran-Schicht ist golden-gelb, kein zweites Rot.

Praxis. Eier, Safran und Mehl zu einer bindenden Masse verrühren, kräftig würzen und über das bereits gefüllte, vorgegarte Huhn geben; zurück ans Feuer, bis die Masse gestockt ist (Eiklar gerinnt ab etwa 60 bis 70 Grad) - reine Feuertechnik, kein Ofen nötig. Gardauer und Garprobe nennt der Text nicht; in der Praxis Huhn samt Füllung durchgaren, bis auch der Kern der Füllung heiß bzw. durch ist. Die rote Füllung selbst muss vorher separat zubereitet werden - der Text bleibt hier offen, plausibel sind Brotkrumen, Gewürze und Rotwein oder Sandelholz für die Farbe.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-006-orig" n="als vor" resp="#fyndling">Diese Phrase ist eine Standardanweisung in mittelalterlichen Kochbüchern und bedeutet, dass eine zuvor beschriebene oder allgemein bekannte Zubereitungsweise angewendet werden soll.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-006-orig" n="gevvlt" resp="#fyndling">Eine Schreibvariante von 'gefüllt'. Das Huhn soll also mit einer Füllung versehen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-006-orig" n="vvll" resp="#fyndling">Eine Schreibvariante von 'Füllung' oder 'Fülle', hier im Sinne einer Speisefüllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-006-orig" n="raten huner" resp="#fyndling">rotes Huhn</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-006-orig" n="Garprobe (aus Parallelstelle b4-004: &quot;vncz sy gerecht werden&quot;)" resp="#fyndling">Modernes Sicherheitsmaß: Huhn samt Füllung durchgaren, bis auch der Kern der Füllung heiß bzw. durch ist</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Petersilien-Ei-Safran-Sauce, mit der ein Hühnchen bestrichen wird - eine entfernte Verwandte heutiger Petersiliensaucen zu Geflügel, nur dass hier allein das Ei bindet (keine Sahne, keine Butter) und Safran zusätzlich Farbe und Aroma beisteuert. Die eigentliche Zubereitung des Huhns selbst wird nicht ausgeschrieben, sondern per Verweis an das vorangehende Rezept ausgelagert.

Die Rubrik „grun huner“. Gemeint ist nicht ein rohes Huhn, sondern die grüne Farbe der Petersilien-Masse. Derselbe Aufbau findet sich im wortidentischen Zwilling b4-006 (dort „Rotten hunernn“, also rot) und in einer eigenen kleinen Farb-Hühner-Serie im Mondseer Kochbuch - die Rubrik benennt die Farbe der Sauce beziehungsweise des fertigen Gerichts, nicht den Garzustand des Fleischs.

„tue dem als dem vorigen“. Kein unbestimmter Verweis auf ein fehlendes Rezept, sondern die Anweisung, mit dem Huhn wie beim unmittelbar vorangehenden Rezept in der Handschrift zu verfahren. Wie genau das aussieht, sagt w1-007 selbst nicht; über den parallelen Rezeptverbund in anderen Handschriften lässt sich erschließen, dass eine Masse über das Huhn gegeben und dieses zurück ans Feuer gelegt wird, bis sie stockt.

Praxis. Petersilie mit Eiern, Safran, Mehl und Gewürz zu einer Paste verreiben, dann durch ein Tuch oder ein feines Sieb passieren, um Fasern und Eischalenreste zu entfernen. Die Paste vor dem Braten auf das rohe Huhn auftragen und mit dem Fleisch vollständig durchgaren, damit das Ei mitgart und kein rohes Ei zurückbleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-007-orig" n="grun huner" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die grüne Farbe der Petersilien-Ei-Masse, mit der das Huhn bestrichen wird - nicht auf den Garzustand des Fleischs. Teil einer Farb-Hühner-Serie (weiß/rot/grün/schwarz), die auch in b4-004 bis b4-006 sowie im Mondseer Kochbuch (mon-216 bis mon-223) belegt ist: die Petersilie färbt die Sauce grün, das Huhn wird separat zubereitet.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-007-orig" n="slach es durich ein tuch" resp="#fyndling">Die Mischung soll durch ein Tuch passiert oder geschlagen werden, um eine feine, glatte Konsistenz zu erhalten. Ein Passiertuch oder ein feines Sieb sind hierfür geeignet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-007-orig" n="tue dem als dem vorigen" resp="#fyndling">Verweis auf das unmittelbar vorangehende Rezept in der Handschrift (w1-006, „Rotes gefülltes Huhn“) - kein Hapax: die Verweisformel „vorigen“ ist im Korpus mehrfach belegt, unter anderem wortgleich im Zwilling b4-006. Die konkrete Ausführung - Masse übers Huhn geben und zurück ans Feuer legen, bis sie stockt - lässt sich über den parallelen Rezeptverbund b4-004 bis b4-006 erschließen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-007-orig" n="grun huner" resp="#fyndling">Die Lesart „grünes Hühnchen“ wurde gewählt: „grun“ bezeichnet hier die grüne Farbe der Petersilien-Ei-Masse, nicht den Garzustand. Der wortidentische Zwilling b4-006 („Von Rotten hunernn“) und eine eigene Farb-Hühner-Serie im Mondseer Kochbuch belegen dieselbe Logik: Die Rubrik benennt die Farbe der Sauce beziehungsweise des Gerichts, nicht ob das Fleisch roh ist.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-007-orig" n="tue dem als dem vorigen" resp="#fyndling">„Verfahre damit wie beim vorigen Rezept“ - konkreter Verweis auf das unmittelbar vorangehende Rezept in der Handschrift (w1-006). Die Formel „vorigen“ ist im Korpus mehrfach belegt, unter anderem wortgleich im Zwilling b4-006, kein Hapax.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-007-orig" n="Auftragezeitpunkt der Ei-Petersilien-Masse" resp="#fyndling">Als Praxis-Empfehlung wird die Masse vor dem Braten auf das rohe Huhn aufgetragen und mit dem Fleisch vollständig durchgegart, damit kein rohes Ei zurückbleibt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein eigenständiges Nachfolgegericht, sondern eine Technik-Ahnenreihe: eine dunkle, mit gebranntem Lebkuchen bzw. gebranntem Honig-Semmelmehl gebundene Sauce über gebratenen Hühnern, zusätzlich verziert mit blattgold- und blattsilberbezogenen Gewürznelken nach Hühnerfarbe. Es ist ein Vorführ- und Schaugericht innerhalb einer farbcodierten Speisenserie (schwarz/rot/grün), kein Alltagsessen. Die Bindung mit gebranntem Lebkuchen lebt in der deutschen Küche bis heute fort - Sauerbraten- und Wildsoßen werden noch immer mit zerkrümeltem Lebkuchen gebunden und gedunkelt. Die edelmetallbezogenen Nelken sind eine Vorläuferin der heutigen Blattgold-Garnitur in der gehobenen Küche, nur ohne die Farbzuordnung nach Hühnerfarbe.

Zur Bindung. Semel mel haben wir als Semmelmehl (geriebenes Weißbrot) übersetzt statt als Weizenmehl - eine korpusweit belegte Lesefalle, denn eine Mehlschwitze war vor dem 17. Jahrhundert unüblich, während die Bindung mit Brotkrume der zeittypischen Praxis entspricht.

Zur Eiermasse. Der Text erwähnt nach dem Verquirlen der abgekühlten Farbmasse mit Eiern und dem Durchschlagen durch ein Tuch keine erneute Erhitzung - wörtlich gelesen wird die kalte Ei-Masse direkt über die heiß gebratenen Hühner gegossen. Aus Lebensmittelsicherheitsgründen übernehmen wir das nicht unverändert als Praxis-Empfehlung.

Praxis. Lebkuchen in einer Pfanne ohne Fett stark anbräunen, fast schwarz, dann im Mörser zerstoßen. Ersatzweise Honig und Semmelmehl in der Pfanne unter Rühren dunkel karamellisieren lassen, bis die Masse schwarz ist. Abkühlen lassen, mit Eiern verquirlen und durch ein feines Tuch oder Sieb streichen, um Krümel und Verbrennungsreste herauszufiltern. Diese Masse vor dem Übergießen kurz in einer Pfanne bei milder Hitze unter Rühren stocken lassen, nicht kochen, bis sie sauceartig eindickt - erst dann über die bereits gebratenen Hühner geben, damit kein rohes Ei serviert wird. Zum Schluss die Hühner mit Gewürznelken bestecken: schwarze Hühner mit goldbezogenen Nelken, rote Hühner mit silberbezogenen Nelken, grüne Hühner mit silber- und goldbezogenen Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-008-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Historischer Lebkuchen oder Honigkuchen, der hier stark angebrannt wird, um eine dunkle Farbe und einen karamellisierten, leicht bitteren Geschmack für die Sauce zu erzeugen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-008-orig" n="semel mel" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot oder feiner Grieß, der als Bindemittel und zur Farbgebung dient. Im Mittelalter war die Bindung mit Brotkrume üblich, nicht mit Weizenmehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-008-orig" n="spikchn" resp="#fyndling">Das 'Spicken' bezeichnet hier das dekorative Verzieren der gebratenen Hühner, indem man Nelken in die Haut steckt. Es ist nicht im Sinne des modernen 'Spickens' mit Speckstreifen zu verstehen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-008-orig" n="gulden neglein / silbren neglein" resp="#fyndling">Dies bezieht sich auf Gewürznelken, die mit essbarem Gold- oder Silberblatt überzogen wurden. Eine typische Praxis der höfischen Küche, um Speisen optisch aufzuwerten und den Reichtum des Gastgebers zu demonstrieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-008-orig" n="semel mel" resp="#fyndling">Wir haben 'semel mel' als Semmelmehl (geriebenes Weißbrot) übersetzt, da dies im mittelalterlichen Kontext ein übliches Bindemittel war und die 'Mehlbindung' (Roux) als anachronistisch gilt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-008-orig" n="grun" resp="#fyndling">Im Kontext der Garnieranweisung 'die grun mit silbren vnd mit gulden' haben wir 'grun' als die Farbe 'grün' interpretiert, die für eine bestimmte Art von Hühnerpräsentation steht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-008-orig" n="Erhitzung der Ei-Farbmasse" resp="#fyndling">Wir empfehlen als Praxis, die mit Eiern verquirlte und durch ein Tuch geschlagene Farbmasse vor dem Übergießen kurz bei milder Hitze unter Rühren stocken zu lassen, damit kein rohes Ei serviert wird (siehe Zubereitung).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Einzelgericht, sondern eine Zuordnungsregel: welche Saucenfarbe zu welcher Art von gebratenem Huhn passt. Strukturell verwandt ist die bis heute gebräuchliche Küchenfaustregel, helle Sauce zu Geflügel und kräftige, dunkle Sauce zu Wild oder dunklem Fleisch zu reichen - eine direkte Abstammungslinie lässt sich daraus nicht belegen, nur eine Ähnlichkeit im Ordnungsprinzip.

Die Hühnerfarben. Weiß, rot und schwarz bezeichnen hier vermutlich nicht die Rassefarbe des Vogels, sondern den Bräunungsgrad des gebratenen Huhns (hell/mittel/stark geröstet). Dazu passt, dass die Saucenfarbe bzw. -derbheit jeweils mit dem Röstgrad mitwächst: hell zu hell, kräftiger zu dunkler geröstet.

Die ‚Raich‘-Stelle. Die vierte Klausel („zu den roten Raich ain grune“) ist mehrdeutig: primär als „eine reiche grüne [Sauce]“ gelesen, denkbar auch als Imperativ „reiche eine grüne [Sauce]!“. Beide Lesarten laufen praktisch aufs Gleiche hinaus - eine (kräftigere) grüne Sauce zu den roten Hühnern.

Praxis. Der Text nennt selbst keine Zutaten oder Arbeitsschritte, sondern nur die Zuordnung. Zum Nachkochen: Hühner wie gewohnt spicken, füllen und braten, dann je nach Kategorie eine der vier Grundsaucen dazu servieren - weiße Sauce (Mandelmilch/Reis) zu den alten gefüllten Hühnern, grüne Sauce (Kräuter) zu hell gebratenen Hühnern, eine kräftigere grüne Sauce zu den rot/dunkler gebratenen Hühnern, eine grobe, rustikale Sauce zu den stark gerösteten (schwarzen) Hühnern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="gespikchten" resp="#fyndling">‚Spicken‘ (lardieren) ist das Einbringen von Speckstreifen oder anderen Füllungen in mageres Fleisch, um es saftiger und aromatischer zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="gevvlten" resp="#fyndling">Gefüllt, bezieht sich auf die Füllung der Hühner.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="sins" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚Art‘, ‚Weise‘. Bestätigt durch die Formel-Parallele in b4-009 (‚eins frombden sytten‘ = ‚einer fremden Weise/Art‘).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="gepraten" resp="#fyndling">Gebraten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraten"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="salsen" resp="#fyndling">Sauce, eine würzige Tunke.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="weisse/rote/schwarze Huner" resp="#fyndling">Bezieht sich vermutlich nicht auf die Rassefarbe des Vogels, sondern auf den Bräunungsgrad des gebratenen Huhns (hell/mittel/stark geröstet) - dazu passt, dass Saucenfarbe bzw. -derbheit jeweils dem Röstgrad zugeordnet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="weisse Sauce" resp="#fyndling">Eine helle Sauce, typischerweise auf Basis von Mandelmilch, Reis oder Brot, oft mit Ingwer und weißem Pfeffer gewürzt. Siehe auch die Grundlagen zu Blancmanger.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="grune Sauce" resp="#fyndling">Eine grüne Sauce, gefärbt und aromatisiert mit Kräutern wie Petersilie, Salbei oder Minze.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="rote Sauce" resp="#fyndling">Eine rote Sauce, oft mit Safran, Sandelholz oder Blutfärbung (wenn erlaubt) hergestellt, oder durch Rotwein/Essig. Rote Saucen waren ein Statussymbol.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="schwarze Sauce" resp="#fyndling">Eine dunkle Sauce, typischerweise mit geröstetem Brot, Leber oder Blut gebunden und mit dunklen Gewürzen wie Pfeffer und Nelken gewürzt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="Raich" resp="#fyndling">Primär als ‚reiche‘ (reichhaltig, üppig, Adjektiv zur grünen Sauce) gelesen. Eine ebenso begründbare Alternative liest ‚Raich‘ als Imperativ von ‚reichen‘ (=gib/serviere) - siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-009-orig" n="grobe" resp="#fyndling">Grob, rustikal, möglicherweise weniger fein passiert oder mit stückigeren Zutaten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-009-orig" n="Raich" resp="#fyndling">Die Lesart „reiche“ (Adjektiv im Sinne von reichhaltig, üppig) wurde gewählt, da sie in die Parallelstruktur der Klausel passt ("ein weisse", "ein grune", "ein reiche grune", "ein grobe").</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-009-orig" n="grobe" resp="#fyndling">Die Lesart ‚grobe/rustikale‘ wurde gewählt, da sie die Textur oder den Stil der Sauce beschreibt, möglicherweise weniger fein passiert oder mit stückigeren Zutaten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Aus Kalbsbrät, 24 Eiern und geriebenem Roggenbrot geformte Klöße („Pratten“), die in wenig Brühe über der Glut gesiedet, dann kalt gestellt und erst danach mit Speckstreifen gespickt und mit ganzen Nelken besteckt werden. Serviert wird dazu eine süße Weinsauce. Trotz des Titels „Gebratenes“ wird hier nichts gebraten oder am Spieß gegart - „praten“ steht im Text als Gattungsbegriff für ein geformtes Fleischgericht, nicht für die Garmethode. Die Bindung erfolgt zeittypisch über Blut, Ei und geriebenes Brot, ohne Mehlschwitze; das Verfahren (Fleisch hacken, mit Ei und Brot binden, formen, in Brühe sieden) ist eine Vorstufe der heutigen Wurst- und Frikadellenherstellung und zeigt eine technische Familienähnlichkeit zur späteren Klops-Tradition - eine direkte Abstammungslinie lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Das Blut zur Färbung. Das Kalbsblut dient nicht nur der Bindung, sondern gezielt der Farbgebung - die Textwarnung, es „nicht zu schwarz“ zu machen, betrifft die Dosierung, nicht einen Fehler im Verfahren.

Das Spicken passiert am kalten Stück. Speck und Nelken werden erst gesteckt, nachdem die Klöße bereits gegart und wieder abgekühlt sind. Das ist reine Oberflächendekoration und Aromatisierung für die Präsentation, keine klassische Spicktechnik zur Saftigkeit - dafür müsste das Fett während des Garens einschmelzen, was hier ausgeschlossen ist.

Eine offene Frage. Der Text sagt, dass nur die Hälfte der Brät-Mischung (plus etwas mehr) zu Klößen verarbeitet wird, lässt aber offen, was mit dem Rest geschieht. Das bleibt eine echte Lücke im Rezept.

Praxis. Kalbsbrät fein hacken, mit etwas Kalbsblut, 24 Eiern, geriebenem Roggenbrot und Gewürzen zu einer festen Farce verarbeiten, mit Nelken abschmecken. Aus gut der Hälfte der Masse Klöße formen und in einem Kessel mit wenig Brühe auf der Glut sieden lassen, bis sie fast gar sind. Herausnehmen und vollständig auskühlen lassen - erst danach mit Speckstreifen spicken und ganze Nelken aufstecken. Mit einer Sauce aus süßem Wein servieren. Kalbsbrät und -blut vorab beim Metzger bestellen, da beides frisch bzw. gekühlt gebraucht wird; für die Lagerküche den Abkühlschritt zeitlich einplanen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="gepret von dem kalb" resp="#fyndling">Kalbsbrät - fein zerkleinertes Kalbfleisch, ähnlich Hackfleisch oder einer Farce. CoReMA glossiert es als ‚veal‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="swais" resp="#fyndling">Kalbsblut - wurde hier zur Färbung und Bindung verwendet, um dem Gericht eine dunklere, aber nicht schwarze Farbe zu verleihen. CoReMA glossiert es als ‚calf blood‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="roken prat / geribem prat" resp="#fyndling">Roggenbrot - dient als Bindemittel und Füllstoff. Das ‚geriebene Brot‘ ist dasselbe wie das zuvor genannte ‚Roggenbrot‘, nachdem es gerieben wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="gut gwurcz" resp="#fyndling">Gute Gewürze - der Text nennt hier keine einzelnen Gewürze. Eine Zusammensetzung wie Pfeffer, Ingwer, Zimt und Muskat ist eine plausible Annahme nach zeitüblicher Praxis, aber im Manuskript nicht spezifiziert. Die separat genannten Nelken werden im Text klar von dieser Gewürzmischung unterschieden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="machs rain ab mit neglein" resp="#fyndling">Wörtlich „mache es sauber ab mit Nelken“, bedeutet hier, das Gericht mit Nelken abzuschmecken und fertigzustellen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="gepret nym halbs vnd ein wenig mer" resp="#fyndling">Nimm die Hälfte des vorbereiteten Kalbsbräts und etwas mehr davon. Dies ist die Menge, die für die Gebratenen verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="praten" resp="#fyndling">Gebratenes - hier sind die aus dem Brät geformten und gesiedeten Fleischstücke gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="prennt / feur" resp="#fyndling">Glut / Feuer - das Gericht wird auf der heißen Glut eines Feuers gekocht. CoReMA glossiert beide als ‚ember‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="spikch sew rain" resp="#fyndling">Spicken - Speckstreifen und ganze Nelken werden erst nach dem Garen, am bereits abgekühlten Stück, aufgesteckt. Das ist reine Oberflächendekoration und Aromatisierung für die Präsentation, keine klassische Spicktechnik zur Saftigkeit, da das Fett während des Garens nicht mehr einschmelzen kann.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-010-orig" n="suppel" resp="#fyndling">Sauce - eine flüssige Beilage, hier aus süßem Wein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-010-orig" n="swais" resp="#fyndling">Kalbsblut - die Anweisung, es nicht zu schwarz zu machen, deutet auf die Verwendung als Färbemittel hin. Gestützt durch die CoReMA-Glosse ‚calf blood‘ und den fast wortgleichen Zwilling b4-009.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kalbsrückenbraten, der mit ganzen Gewürznelken gespickt und mit Zimtrinde bestreut wird, serviert ohne Sauce. Das Spicken mit Nelken vor dem Garen ist dieselbe Handbewegung, die bis heute beim weihnachtlichen, mit Nelken gespickten Schinken- oder Bratenstück verwendet wird - kein direkter Vorfahre desselben Gerichts (dort Schwein statt Kalb), sondern eine geteilte Grundtechnik.

Praxis. Der Braten wird der Länge nach am Spieß oder auf dem Rost über offener Flamme zunächst nur halb gar gebraten. Erst wenn er fast durch ist, werden die Nelken eingesteckt und die Zimtrinde darübergestreut - dieses Timing hält die Gewürze aus der vollen Garzeit über direkter Hitze heraus, ohne dass sie zu wenig Aroma abgeben können. Danach wird ganz fertig gebraten, und die Nelken werden zum Schluss noch einmal bündig ins Fleisch gedrückt, damit die Köpfe nicht abstehen und verkohlen. Die Zimtrinde liegt dabei nur locker auf und fällt von einem Spießbraten leicht wieder ab, wenn sie nicht durch Bratensaft oder Fett hält - der Text nennt dafür keine Lösung, wer sicherer gehen will, drückt sie zusätzlich mit an. Serviert wird ohne Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-011-orig" n="spicke" resp="#fyndling">'Spicken' meint hier ausschließlich das Einstecken ganzer Gewürznelken ins Fleisch - nicht, wie im heutigen Sprachgebrauch meist gemeint, das Einziehen von Speckstreifen mit einer Spicknadel.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-011-orig" n="Zimtrinden" resp="#fyndling">Hier sind Stücke der Zimtrinde gemeint, die zum Würzen des Bratens verwendet und mitgebraten werden. Ihr Aroma ist milder als das von gemahlenem Zimt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-011-orig" n="salssen" resp="#fyndling">Die Anweisung, keine Sauce zu servieren, ist eine reine Serviervorgabe ohne im Text genannten Grund; vermutlich soll der reine Geschmack des gewürzten Kalbsbratens im Vordergrund stehen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine frische, ungepökelte Bratwurst aus gehackter Kalbslunge und Speck, gestopft in gereinigten Kalbsafterdarm, in Würste geschnitten und sofort gebraten - kein Räuchern, kein Pökeln, keine Reifung. Die Füllung aus Lunge und Speck entspricht der bayerisch-österreichischen Lungenwurst- und Beuschelwurst-Tradition, die es in ähnlicher Form noch heute gibt.

Rohe Lunge hacken. Kalbslunge ist roh schwammig-porös und lässt sich nur schwer feinhacken. Der Text nennt kein Vorbrühen, wie es moderne Lungenwurst-Rezepte oft vorsehen - ob das Vorbrühen als selbstverständlich vorausgesetzt war oder die Fülle bewusst gröber blieb, lässt sich aus dem Text nicht sicher entscheiden.

Garzustand beim Braten. Der Text nennt weder Gardauer noch ein Garzustands-Kriterium für die gefüllte Wurst. Eine rohe Innereien-Speck-Fülle im Naturdarm nimmt außen schneller Farbe an, als der Kern durchgart - deshalb sollte nicht allein nach der Bräunung der Darmhülle, sondern bis zum vollständigen Durchgaren im Kern gebraten werden.

Praxis. Für die gründliche Reinigung des Afterdarms und das Hacken der Füllung ausreichend Zeit einplanen (rund 90 Minuten für den gesamten Ablauf, wie beim wortgleichen Zwilling b4-011). Lunge und Speck von Hand fein hacken und mischen, würzen und färben (etwa mit Safran), die Masse in den vorbereiteten Darm füllen und zu Würsten schneiden. In der Pfanne oder auf dem Rost braten, bis die Fülle im Kern fest und durchgegart ist - dann trocken, ohne Sauce servieren, wie der Text es vorgibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-012-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Die Innereien sollen sorgfältig gereinigt werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-012-orig" n="Afterdarm" resp="#fyndling">Der Enddarm des Kalbs, der hier als Wursthülle verwendet wird. Im Mittelalter waren Innereien ein wichtiger Bestandteil der Ernährung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-012-orig" n="lungel" resp="#fyndling">Die Lunge des Kalbs, die hier als Füllung dient. Innereien wie Lunge, Leber und Herz wurden häufig in Pasteten oder Würsten verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-012-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Typische mittelalterliche Gewürzmischungen enthielten oft Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und manchmal Safran zur Färbung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-012-orig" n="verbs" resp="#fyndling">Hier als Imperativ von ‚verben‘ (färben) gelesen. Die Farbe eines Gerichts war in der mittelalterlichen Küche oft von großer Bedeutung. Ohne weitere Angaben könnte dies eine allgemeine Anweisung sein, eine ansprechende Farbe zu erzielen, zum Beispiel durch Bräunung oder die Zugabe von Safran.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-012-orig" n="verbs" resp="#fyndling">Wir haben 'verbs' als Imperativ von 'verben' (färben) übersetzt. Die CoReMA-Glossierung bestätigt diese Lesart direkt ('verbs' = food coloring, belegt in b4.153, b4.186, er2.43), und der fast wortgleiche Zwilling b4-011 nutzt an derselben Stelle dieselbe Form, zusätzlich gestützt durch die Parallelvarianten 'reibs'/'feribs' in mon-212 und mon-146.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-012-orig" n="magst" resp="#fyndling">Wir haben 'magst' als Verb ('wie du magst', von 'mügen') interpretiert, bezogen auf die gewünschte Größe oder Form der geschnittenen Würste. Der ReF-Korpus belegt 'magst' als attestierte Verbform von 'mügen' (403 Belege, davon 123 vor 1500), und CoReMA glossiert die Form ebenfalls als Verb.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-012-orig" n="After darmm / affterdormm" resp="#fyndling">Der Begriff 'Afterdarm' wurde als 'Kalbshinterdarm' übersetzt, basierend auf der CoReMA-Glosse, die ihn als 'calf hindgut' identifiziert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-012-orig" n="Garzustand beim Braten (prats)" resp="#fyndling">Wir empfehlen, bis zum vollständigen Durchgaren im Kern zu braten (keine rohen Stellen mehr), nicht nur bis zur äußeren Bräunung der Darmhülle - bei roher Innereien-Speck-Fülle ist das sicherheitsrelevant, weil die Hülle schneller Farbe annimmt als der Kern durchgart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Hecht wird vollständig gehäutet und entgrätet, das Fleisch mit einem zweiten Fisch und Kräutern zu einer Farce vermengt, zurück in die eigene, mit Flossen und Schwanz intakte Haut gefüllt und der Kopf wieder angenäht - am Ende liegt scheinbar wieder ein ganzer, unversehrter Fisch auf dem Rost. Der Rezepttitel „Gefüllter Hecht" (im Transkript „Von einem gefulten hecht") verbindet diese Illusionstechnik lose mit dem heutigen aschkenasischen Gefilte Fish („gefüllter Fisch"), dessen moderne Form (meist Klößchen oder ein Fischlaib) sich aber weit von der hier beschriebenen Rekonstruktion des ganzen Fisches samt Haut entfernt hat - ein direkter Abstammungsweg ist nicht belegt, nur eine gemeinsame Grundidee. Der im Text selbst genannte Name des rekonstruierten Gerichts, „Maienhecht", bezeichnet dagegen nur diesen speziellen Frühlings-Fischgang und hat keinen etymologischen Bezug zu „gefüllt".

Zwei Fische statt einem. Der zweite Fisch in der Füllung liefert das Volumen, das dem entgräteten Hechtfleisch allein fehlen würde, und streckt den teureren Hecht - eine plausible Mengen-Lösung, kein moderner Zusatz.

Ei oder Apfel. Die Wahl richtet sich nach der Fastenregel, nicht nach dem Geschmack: Ei ist an Nicht-Fasttagen erlaubt, an Fasttagen ersetzt gehackter Apfel das tierische Bindemittel. Chemisch ist das kein gleichwertiger Ersatz - Ei bindet die Farce durch Eiweißgerinnung beim Garen, ein gehackter Apfel liefert vor allem Feuchtigkeit und etwas Säure, aber keine vergleichbare Bindekraft. Der Text nennt den Apfel als Fastenregel-Austausch, nicht als technisch gleichwertiges Bindemittel.

Die Schindel. Der Text führt die Schindel nur einmal ein und erwähnt sie danach nicht mehr. Vermutlich diente sie als Stütz- oder Formhilfe beim Häuten, belegt ist das im Text selbst nicht.

Praxis. Als Garkriterium nennt der Text nur die Optik der Haut - sauber braten, nicht verbrennen. Eine Prüfung der Füllung selbst fehlt. Bei einem dick gefüllten, zugenähten rohen Fisch besteht real das Risiko, dass die Haut außen fertig wirkt, bevor die Farce im Kern durchgegart ist. Prüfe deshalb zusätzlich mit einer Anschnitt- oder Kerntemperaturprobe, bevor der Fisch vom Rost kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-013-orig" n="Mayen hecht" resp="#fyndling">„Maienhecht" - der im Text selbst genannte Name für diesen wieder zusammengesetzten Frühlings-Fischgang, der äußerlich wieder wie ein ganzer, unversehrter Hecht aussieht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-013-orig" n="vastag" resp="#fyndling">Fasttag, ein Tag, an dem gemäß christlicher Tradition auf Fleisch (und oft auch Eier und Milchprodukte) verzichtet wird. Fisch war jedoch erlaubt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-013-orig" n="roest" resp="#fyndling">Ein Rost, hier vermutlich ein hölzerner Rost, auf dem der Fisch über offener Glut gebraten wird. Siehe auch Der hölzerne Rost.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-013-orig" n="schindel" resp="#fyndling">Ein dünnes Holzbrettchen. Die genaue Funktion beim Häuten nennt der Text nicht - vermutlich diente sie als Stütz- oder Formhilfe beim Abziehen der Haut.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-013-orig" n="orwenglein / oerwenglen" resp="#fyndling">Vermutlich die kleinen Wangen/Bäckchen des Fischkopfes, die vor dem Füllen gewaschen werden. Die genaue Bedeutung ist nicht sicher geklärt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-013-orig" n="orwenglein / oerwenglen" resp="#fyndling">Gelesen als Diminutiv zu 'Wange' - die kleinen Wangen/Bäckchen des Fischkopfs, die vor dem Füllen gewaschen werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-013-orig" n="Garkriterium der Füllung" resp="#fyndling">Der Text nennt als einziges Garkriterium die Optik der Haut ('brate ihn sauber und verbrenne ihn nicht') - eine Prüfung des Farce-Kerns wird nicht erwähnt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein enthäuteter Hecht wird mit einer Farce aus dem eigenen, gehackten Fleisch neu gefüllt und in seine eigene Haut zurückgestopft; zusätzlich wird der Magen des Fisches separat als kleine Hülle mit derselben Füllung bestückt und mitgegart - ein aufwendiges Präsentationsgericht, kein Alltagsessen. Die Technik - Fischhaut mit Fischfarce gefüllt, wieder in Fischform gegart - ist bis heute lebendig, etwa im gefilte fish der aschkenasischen Küche oder in moderner Fischfarce für Klößchen; ein durchgehender Kontinuitätsnachweis zu diesem konkreten Rezept lässt sich daraus nicht ableiten, nur eine gemeinsame Grundtechnik.

Die Magen-Füllung. Der Hechtmagen wird wie eine kleine Wursthülle behandelt: herausgenommen, gewendet (von innen nach außen gekehrt, wie beim Reinigen eines Naturdarms) und mit einem Teil der gehackten Fischfarce gefüllt. Er wird separat gesotten, bevor er zusammen mit der restlichen Füllung zurück in den Hecht kommt.

Blut und Nelken als Farbmittel. Das Hechtblut färbt die Füllung braun und bindet beim Erhitzen durch Gerinnung mit - eine einfache, unspekulative Wirkung, keine Mehlschwitze. Die Nelken sollen die Füllung laut Text zusätzlich schwarz färben; das ist eine Behauptung des Originaltexts selbst, keine eigene Ergänzung - küchenpraktisch dürfte das Ergebnis eher dunkelbraun als tiefschwarz ausfallen.

Wo genau wird geschnitten? Der Text setzt beim Enthäuten an der 'kewu' an - wörtlich unklar, meist als Nackenbereich gelesen. Eine verwandte Form ('kew') findet sich im selben CoReMA-Glossen-Korpus in einem Kalbskopf-Rezept eindeutig als Kiefer-/Kinnbereich belegt; ob dieselbe Bedeutung hier zutrifft, bleibt wegen der abweichenden Endung offen. Auch der textnahe Zwilling (Berlin, Ms. germ. qu. 1187, dort 'kchew') liest die Parallelstelle uneinheitlich - die Stelle bleibt ein ungeklärtes Hapax.

Offener Punkt: das Ende des Rezepts. Der Text nennt für den fertig wieder befüllten, ganzen Hecht keinen eigenen Garschritt - nur der Magen wird ausdrücklich gesotten. Möglich, dass ein weiterer Garschritt als selbstverständlich vorausgesetzt und deshalb nicht ausgeschrieben wurde; sicher belegt ist das nicht.

Praxis. Löse die Haut vom Fleisch, ohne sie zu beschädigen - sie dient später als Hülle für die Rückbefüllung. Fasse von beiden Seiten unter den Magen, nimm ihn heraus, wende ihn und reinige ihn wie eine Wursthülle. Hacke Fleisch von einem zweiten Hecht klein, vermenge es mit Blut und Nelken und fülle damit den Magen; lass ihn separat gar sieden. Gib den gegarten Magen zurück in den ausgehöhlten Hecht und fülle ihn mit dem Rest der Farce auf - nicht zu prall, sonst platzt die Haut. Da der Text für den fertigen, ganzen Hecht keinen eigenen Garschritt nennt, gare ihn vor dem Servieren vollständig durch (zum Beispiel pochiert oder im Ofen) - roher Fisch mit roher Füllung darf nicht ungegart serviert werden. Für die Lagerküche nur eingeschränkt geeignet: frischer Fisch und Blut brauchen eine durchgehende Kühlkette, und das Enthäuten ohne Reißen der Haut ist feinmotorisch anspruchsvoll.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="kewu" resp="#fyndling">Bezeichnet den Bereich am Nacken oder Kopf des Fisches, wo die Haut für das Enthäuten angeschnitten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="rawm" resp="#fyndling">Das Verb ‚räumen‘ bedeutet hier, das Fleisch vorsichtig von der Haut zu lösen und zu entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="hewut" resp="#fyndling">Die Haut des Hechts, die intakt bleiben soll, um später wieder gefüllt zu werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="magen" resp="#fyndling">Der Magen des Hechts, der gereinigt und gefüllt wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="Als ein Iungs hundlen leberr vnd magen" resp="#fyndling">Dieser Vergleich dient der Beschreibung der Größe oder des Aussehens des Hechtmagens, nicht als Zutat.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="swais" resp="#fyndling">Das Blut des Hechts, das der Füllung eine braune Farbe verleihen soll.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="neglein" resp="#fyndling">Gewürznelken, die hier nicht nur zum Würzen, sondern auch zur dunklen Färbung der Füllung eingesetzt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="gesotn" resp="#fyndling">Gar gekocht oder gesotten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-014-orig" n="vvl" resp="#fyndling">Die Füllung für den Hecht und seinen Magen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-014-orig" n="kewu" resp="#fyndling">Nackenbereich des Fisches, wo die Haut angeschnitten wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-014-orig" n="Garschritt für den fertig befüllten, ganzen Hecht" resp="#fyndling">Der Text nennt für den ganzen, wieder befüllten Hecht keinen eigenen Garschritt - nur der Magen wird ausdrücklich gesotten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Hecht, dessen Mittelteil in einem weingetränkten, gesalzenen Leinentuch über heißen Kieselsteinen mit aufgegossener Brühe gegart wird, während beide Enden gleichzeitig am Spieß über offenem Feuer braten - zwei Garverfahren an einem einzigen Fisch. Die Innereien eines zweiten Hechts (Leber und Magen) werden getrennt vorgekocht und in den Magen zurückgefüllt, bevor dieser mitgart. Ein direktes modernes Gegenstück gibt es nicht: die gedämpfte Mitte ist im Prinzip mit dem Garen über heißen Steinen verwandt (ähnlich einer Dampfgarung), die gebratenen Enden entsprechen dem klassischen Spießfisch am offenen Feuer - die Kombination beider Prinzipien an einem Stück ist ungewöhnlich.

Der Gargrad ist im Text nicht festgelegt. Für Mittelteil und Enden nennt die Anweisung nur das Ergebnis „rein“ (gänzlich durchgegart), aber kein Zeit- oder Temperaturkriterium - das Begießen soll für sich genommen zum Garpunkt führen. Für die Nachkochpraxis reicht das allein nicht als verlässliche Garprobe.

Praxis. Vaists (Schmalz, ersatzweise Pflanzenfett) unter die Fleischfüllung des Magens geben, Leber und Magen getrennt vorkochen und erst danach in den Hecht zurückfüllen. Das Tuch vierfach um den Mittelteil wickeln, dazwischen beidseitig salzen; die Fischenden werden zusätzlich wie ein gewöhnlicher Bratfisch gesalzen - hier vorsichtig dosieren, da sich beide Salzlagen sonst summieren. Zwei Feuerzonen einrichten: eine kräftige nahe der Tuchzone zum Anwärmen der Kieselsteine, eine kleine am fernen Ende für die Enden. Heiße Kieselsteine unter das Tuch schieben und wiederholt mit heißer Brühe begießen, bis das Fleisch im Mittelteil undurchsichtig ist und sich leicht vom Rückgrat löst - das zusätzlich aktiv prüfen, nicht allein auf das Begießen verlassen. Für Ausnehmen, Füllen, Vorkochen der Innereien, Tuchwickeln und Aufbau der zwei Feuerzonen deutlich mehr als 30 Minuten einplanen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="mitten gesoten sey vnd an pedn ortern geproten" resp="#fyndling">Dieses Rezept beschreibt eine raffinierte Garmethode, bei der der Fisch in der Mitte gedämpft/gesotten und an den Enden gebraten wird. Dies erzeugt unterschiedliche Texturen und Geschmacksnuancen in einem einzigen Gericht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="magen" resp="#fyndling">Hier ist der anatomische Magen des Hechts gemeint, der mit Hechtfleisch gefüllt wird, nicht Mohn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="wull" resp="#fyndling">w/f-Wechsel: „wull“ steht hier für „füll“ (füllen) - belegt am selben Ort im textnahen Zwilling b4-014, der „full“ liest. Die Übersetzung „gib das wieder in den Hecht“ trifft die Bedeutung bereits korrekt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="vaists" resp="#fyndling">Bezeichnet tierisches Fett, hier Schmalz, das zur Füllung gegeben wird. Die Lesart ist über den textnahen Zwilling b4-014 durch eine CoReMA-Sachglosse bestätigt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="viruach" resp="#fyndling">Bedeutet „vierfach“. Das Tuch soll also vierlagig um den Fisch gewickelt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="schupp In zu peden ortern" resp="#fyndling">„Schuppe ihn an beiden Enden“ - im Korpus (u. a. koe-023, mha-056, mha-149, mha-151, mha-152, mha-217, mon-041) ist „schupp“ am Hecht durchgängig als „entschuppen“ belegt, mehrfach explizit im Zusammenhang mit dem Braten. Die Enden werden direkt gebraten, die Mitte bleibt im Tuch geschützt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="cziegel" resp="#fyndling">Ziegelsteine dienen hier als einfache, hitzebeständige Unterlage, um den Spieß über dem Feuer zu positionieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="chisling" resp="#fyndling">Kleine Kieselsteine, die erhitzt und unter das Tuch geschoben werden. Durch das Begießen mit Brühe entsteht Dampf, der den Fisch in der Mitte gart.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-015-orig" n="rain prat In nu rain" resp="#fyndling">Zwei Anweisungen in einem Satz: „rain“ beschreibt zunächst den vollständigen Garpunkt des siedenden Mittelteils, danach folgt mit „prat In nu rain“ ein eigener Imperativ - brate ihn (die Enden) nun ganz fertig. Bestätigt durch den textnahen Zwilling b4-014 (identischer Wortlaut „rain pratt in nu rain“, dort übersetzt als zwei Sätze) sowie durch die CoReMA-Glossendatei data/corema_glosses/b4.json, die „prat“ an dieser Stelle als eigenständiges Token (category: dish, gloss_en: roast) führt, getrennt von einem früheren Kompositum.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-015-orig" n="an die stat die leber vnd den magen" resp="#fyndling">Die Leber und der Magen sollen separat, also ‚an dieser Stelle‘ (neben dem Fisch), gesotten werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-015-orig" n="so seut der hecht rain (Gargrad-Angabe)" resp="#fyndling">Für die Praxis empfehlen wir, den Gargrad des Mittelteils zusätzlich aktiv zu prüfen (Fleisch undurchsichtig, löst sich leicht vom Rückgrat) - über das im Text beschriebene Begießen hinaus.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Zwei getrennte Saucen für denselben Hecht, je nach Körperteil: eine scharfe, essig-durchgeschlagene grüne Sauce für den Schwanz und eine süß-saure Mandel-Rosinen-Sauce für den Kopf. Die Praxis, für Kopf und Schwanz eines Fisches unterschiedliche Saucen vorzusehen, ist im Corpus belegt - der textnahe Zwilling b4-015 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187) überliefert dasselbe Rezept nahezu wortgleich, dort allerdings ohne den Hecht im Titel.

Verwandte Rezepte.

Die süß-saure Mandel-Rosinen-Sauce zu Fisch findet eine entfernte Analogie in der mitteleuropäischen weihnachtlichen Karpfentradition (der polnisch-tschechische ‚graue Sud‘ mit gemahlenen Mandeln, Rosinen, Wein und Gewürz) - keine belegte Kontinuität, sondern eine strukturelle Ähnlichkeit.

Rainfahl und Rumanier sind Süßweine, kein Essig und keine Kräuter.

Die zweite Sauce wird laut Transkript mit ‚rayuol‘ oder ‚rumanie‘ durchgeschlagen. Die CoReMA-Glossierung identifiziert beide Begriffe direkt an dieser Stelle: ‚rayuol‘ als ‚rainval‘ (Rainfal, ein historischer Import-Süßwein aus der Malvasier-Familie) und ‚rumanie‘ als ‚rumanier‘, einen zweiten Süßwein. Das ergibt auch technisch Sinn: Die Sauce wird ohnehin mit Zucker gesüßt - ein saurer Essig würde den Charakter kippen, während der Süßwein zugleich die Bindeflüssigkeit für die gestoßene Mandel-Rosinen-Paste liefert.

Die grüne Sauce bleibt ohne Kraut.

Der Name ‚gruene salsen‘ legt ein grünes Element nahe, doch der Text nennt für diese Sauce nur Essig und Gewürze - kein Kraut wird erwähnt. Das ist eine Lücke im überlieferten Text selbst, keine Auslassung der Übersetzung; ein Kraut lässt sich nicht ergänzen, ohne über das Transkript hinauszugehen.

Praxis.

Für die Schwanz-Sauce Essig mit Gewürzen kalt verrühren, bis sie deutlich scharf schmeckt. Für die Kopf-Sauce Rosinen und Mandeln im Mörser zu einer Paste stoßen, dann mit einem milden Süßwein (ersatzweise Sherry oder Portwein) durchschlagen, bis die Masse streichfähig ist, und mit Gewürz und Zucker abschmecken. Beide Saucen sind reine Kaltzubereitungen ohne Feuer und lassen sich gut im Voraus herstellen; der limitierende Faktor für die Marktküche ist allein der frische Hecht, der gekühlt mitgebracht oder tagesfrisch beschafft werden muss.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="supplein" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Süppchen‘, hier aber im Kontext der Saucen als dünne Sauce oder Brühe zu verstehen. Das Rezept beschreibt nur zwei Saucen, nicht explizit ein drittes ‚Supplein‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="zagel" resp="#fyndling">Der Schwanz des Hechts, ein spezifischer Teil des Fisches, für den eine eigene Sauce zubereitet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="hauepp" resp="#fyndling">Der Kopf des Hechts, ebenfalls ein spezifischer Teil, der eine eigene Sauce erhält.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Im Mittelalter meist getrocknete Weinbeeren, also Rosinen. Frische Weintrauben wurden selten so bezeichnet, es sei denn, der Kontext wies explizit darauf hin.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="stoz die weinper vnd die mandel durich einander" resp="#fyndling">Die Anweisung, Weinbeeren und Mandeln ‚durcheinander zu stoßen‘, bedeutet, sie gemeinsam im Mörser zu einer feinen Paste zu verarbeiten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="durich slahen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚durchschlagen‘, bedeutet hier, die Sauce zu passieren oder gründlich zu verrühren, um eine feine, homogene Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-016-orig" n="rayuol / rumanie" resp="#fyndling">Historische Import-Süßweine aus der Malvasier-Familie, keine Kräuter und kein Essig. Die CoReMA-Glossierung identifiziert diese Stelle direkt: ‚rayuol‘ als ‚rainval‘ (Rainfal), ‚rumanie‘ als ‚rumanier‘ - beides Süßweine, die hier als flüssiges Bindemedium für die gestoßene Mandel-Rosinen-Paste dienen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-016-orig" n="supplein" resp="#fyndling">Als eigenständige dritte Sauce (‚sauce‘), die im Rezepttext jedoch nicht näher ausgeführt wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllter Hecht: Der Schwanz wird mit einer fein gehackten, gewürzten Fischfarce gestopft, der Rest der Farce zu einem separaten, mit Gewürznelken gespickten Braten geformt. Das Grundprinzip - Farce zurück in die Fischhaut - kennt bis heute eine strukturelle Parallele im gefilte fish, ohne dass eine belegte direkte Überlieferungslinie zu diesem Text besteht.

Was heißt „das Innere heraus kehren“? Der Text sagt nur, dass das Innere des Schwanzes herausgekehrt wird, während der Schwanz gefüllt wird - er legt nicht fest, ob dabei die Haut vollständig vom Fleisch gelöst und umgestülpt wird oder die Schwanzhöhle nur ausgeräumt und gesäubert wird. Da die Füllung laut Text bereits vorher aus dem ganzen entgräteten Fisch hergestellt wurde, ist die einfachere Lesart - Höhle säubern, mit der bereits fertigen Füllung stopfen - die näherliegende.

Reihenfolge Füllen/Räumen. Der Wortlaut nennt zuerst das Füllen, dann das Herauskehren des Inneren, beides im selben Satz mit „vnd“ verbunden. Küchenpraktisch naheliegender wäre es, die Höhle zuerst zu räumen und erst danach zu füllen; der Text selbst legt diese Reihenfolge aber nicht zwingend fest, und der Zwilling b4-016 behält dieselbe Wortfolge bei.

Garung des zweiten Bratens. Für das Schwanzstück nennt der Text ausdrücklich sanftes Braten. Für das zweite, separat geformte Stück fehlt ein eigenes Gar-Verb - nur „mach ein praten dovon ... gibs hin“ steht da. Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit sollte auch dieses Stück vor dem Servieren durchgegart werden.

Praxis. Hecht entgräten und das Fleisch fein hacken - Hecht hat neben der Hauptgräte ein dichtes Netz feiner Gräten im Fleisch, daher lohnt sich, die gehackte Masse noch einmal durchzutasten. Die Hälfte der gewürzten Masse in die geräumte Schwanzhöhle füllen und sanft braten, damit die dünne Haut nicht reißt. Die restliche Füllung mit Schmalz anreichern, mit etwas Brotkrume oder Mehl binden, durchhacken und zu einem Braten formen, mit Gewürznelken spicken und durchgaren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-017-orig" n="great" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die Gräten des Fisches, die vor der Weiterverarbeitung sorgfältig entfernt werden sollen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-017-orig" n="gwuercz rain" resp="#fyndling">Die Anweisung ‚würze es reinlich‘ meint vermutlich helle Gewürze, die die Farbe des hellen Fischfleisches nicht verändern - etwa Gewürze wie weißer Pfeffer, Ingwer oder Muskatblüte.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-017-orig" n="fuell / vvll" resp="#fyndling">Bezeichnet die Füllung, die aus dem zerkleinerten Fischfleisch und weiteren Zutaten wie Gewürzen, Fett und Brot hergestellt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-017-orig" n="czagel" resp="#fyndling">Der Schwanz des Hechts. Die Anweisung, ihn ‚herauszukehren‘, bedeutet, das Innere des Schwanzes zu säubern und vorzubereiten, um ihn mit der Füllung zu versehen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-017-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Bedeutet ‚fett‘ oder ‚fettreich‘. Die Füllung soll durch die Zugabe von Schmalz oder anderem Fett besonders gehaltvoll gemacht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-017-orig" n="bestekch es mit neglein" resp="#fyndling">Das Gericht soll mit Gewürznelken ‚besteckt‘ oder ‚gespickt‘ werden. Dies dient sowohl der Dekoration als auch der Aromatisierung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-017-orig" n="gwuercz rain" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als Verb ‚würze es reinlich‘ interpretiert, was eine Anweisung zum Würzen des Fisches darstellt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-017-orig" n="tail" resp="#fyndling">‚Teig‘ oder ‚Paste‘ - im Kontext der Füllung bedeutet dies die formbare Masse des Fischfleisches.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tail"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-017-orig" n="cher dem czagel das Inner heraus" resp="#fyndling">Die Schwanzhöhle wird ausgeräumt und gesäubert, bevor sie mit der bereits fertigen Füllung gestopft wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-017-orig" n="vvll den czagel domit cher dem czagel das Inner heraus (Reihenfolge)" resp="#fyndling">Der Text nennt zuerst das Füllen, dann das Herauskehren des Inneren - beide Vorgänge werden im selben Satz mit ‚vnd‘ verbunden, ohne dass eine zwingende Abfolge festgelegt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-017-orig" n="mach ein praten dovon ... gibs hin (Garung)" resp="#fyndling">Auch der zweite, separat geformte Braten wird vor dem Servieren durchgegart - das Substantiv ‚Braten‘ setzt Garung voraus, auch ohne eigenes Gar-Verb an dieser Stelle.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer gebratener Kalbskopf mit separat gewürztem, im Schädel mitgegartem Hirn. Die nächste lebende Verwandtschaft ist die französische tête de veau (ganzer gegarter Kalbskopf samt Hirn); entfernter verwandt sind die bairisch-österreichischen Bregen- und Hirn-mit-Ei-Gerichte, in denen das Hirn ebenfalls separat gewürzt verarbeitet wird. Der abgetrennte Teil ist hier „die unteren Kiefer“ - die nahezu wortgleiche Parallelhandschrift B4 (b4-017) hat an derselben Stelle „die vorderen Kiefer“, eine echte Abweichung zwischen den beiden Abschriften.

Streuen oder Sehen? ‚See‘ wird hier als ‚streue‘ (von säen) gelesen, nicht als Imperativ ‚sieh‘. Das Lemma ist im Korpus mit über hundert Belegen für ‚säen/streuen‘ stark etabliert, und die textlich fast identische Parallelstelle in b4-017 (‚see auff‘) behandelt dieselbe Formulierung ohne jede Alternative als ‚streue auf‘.

Praxis. Die unteren Kiefer vom Kalbskopf abtrennen, dann die Hirnschale aufbrechen. Das freigelegte Hirn direkt im Schädel würzen und heißes Schmalz hinein gießen - das Fett gart das Hirn in der geöffneten Schale mit, während der übrige Kopf auf dem Rost brät. Der Text nennt weder Gardauer noch Hitzegrad; ein ganzer Kopf mit Knochen und Knorpel gart bei offenem Feuer ungleichmäßig - Außenhaut kann verbrennen, während das Fleisch an den Knochennähten noch zäh ist. Hitze und Abstand zur Glut daher laufend prüfen, das Hirn sollte fest und nicht mehr glasig sein.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="geproten" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für ‚gebraten‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="chewu" resp="#fyndling">Bairische Schreibweise für ‚Kiefer‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="hiernn schal" resp="#fyndling">Die Hirnschale des Kalbskopfes.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="hiernn" resp="#fyndling">Das Kalbshirn, das im Rezept separat gewürzt und mit heißem Schmalz übergossen im Schädel mitgegart wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="gucz gwurcz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus edlen Gewürzen, typischerweise Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken oder Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Tierisches Fett, hier zum Übergießen und Braten verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-018-orig" n="rost" resp="#fyndling">Ein Bratrost, auf dem das Kalbshaupt über dem Feuer gegart wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-018-orig" n="see" resp="#fyndling">Die Lesart ‚streue‘ (von ‚säen‘) wurde gewählt, da sie im Kontext des Aufbringens von Gewürzen auf das Hirn am plausibelsten ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Farce aus roher, klein gehackter Bockleber, gebunden mit Ei und Weißbrot, gewürzt und in Netzfett (Omentum, hier als Bauchfell übersetzt) gewickelt gebraten. Nächste lebende Verwandte sind die französische Crépinette, die toskanischen Fegatelli und die englischen Faggots - w1-019 ist ein früher belegter Vertreter dieser weit verbreiteten Zubereitungsfamilie, kein singulärer Fund.

Die Technik. Rohe Leber wird feingehackt, weil sich nur rohes Organeiweiß zu einer formbaren, bindefähigen Masse verarbeiten lässt - gegarte Leber würde beim Weiterverarbeiten zerfallen. Ei und Weißbrot sind die zeittypische Bindemittel-Kombination: das Ei koaguliert beim Braten und hält die Masse zusammen, das Brot puffert Flüssigkeit und Fett und macht die Masse formbarer. Das Netzfett ersetzt Darm oder Kruste - es hält die lose Masse während des Bratens formstabil, bastet die Oberfläche selbsttätig mit ausschmelzendem Fett und schützt vor dem Austrocknen und direktem Verbrennen am offenen Feuer.

Praxis. Leber roh und fein hacken, mit Ei, Weißbrot und Gewürzen vermengen, in Netzfett wickeln und braten, bis die Masse vollständig gestockt und durchgegart ist, ohne rohen Kern - bei roher Leber und rohem Ei in derselben Masse ist ein sicherer Gargrad wichtig. Eine genaue Gardauer nennt der Text nicht - das ist eine für mittelalterliche Rezepttexte übliche Lücke, keine Verzerrung durch die Übersetzung. Netz- und Bauchfell sowie die rohe Leber sind hochverderblich und brauchen bis zur Verarbeitung eine durchgehende Kühlkette - das macht das Gericht in der Lagerküche ohne Kühlmöglichkeit nur eingeschränkt praktikabel.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-019-orig" n="pokch leber / pokchleber" resp="#fyndling">Die ‚Bockleber' bezeichnet die Leber eines Bocks, hier speziell die männliche Ziege (Hausziege). Die Parallelstelle ka1-031 (Reichenauer Kochbuch, dort ausdrücklich ‚aines bockes leber') bestätigt diese Lesart über eine unabhängige Handschrift.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-019-orig" n="grun" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚roh' oder ‚unverarbeitet', nicht die Farbe Grün. Die Leber soll also im rohen Zustand gehackt werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-019-orig" n="gewuertze" resp="#fyndling">Im Mittelalter umfasste der Begriff ‚Gewürze' oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken oder Galgant, je nach Verfügbarkeit und gewünschtem Geschmacksprofil. Für dieses Rezept wäre eine einfache Mischung aus Pfeffer und Ingwer passend.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-019-orig" n="necz" resp="#fyndling">Das ‚Netz' ist das Bauchfell (Omentum majus), eine dünne, fettreiche Membran, die die inneren Organe von Wiederkäuern und Schweinen umhüllt. Es wird in der Küche traditionell zum Umwickeln von Farcen, Pasteten oder Braten verwendet, um sie saftig zu halten und eine schöne Kruste zu bilden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-019-orig" n="pokchleber" resp="#fyndling">Bockleber (Leber eines Bocks, hier als männliche Ziege gelesen).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-019-orig" n="Gargrad beim Braten" resp="#fyndling">Durchbraten bis die Ei-Leber-Masse vollständig gestockt und durchgegart ist, ohne rohen Kern.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein am Spieß gebratener Wildvogel mit einer Füllung aus in Wein oder Essig eingelegten Wacholderbeeren und Gewürzen. Die Paarung von Wildgeflügel mit Wacholder ist bis heute lebendig - Wildente, Fasan oder Rehrücken mit Wacholderbeeren oder -sauce gehören zur alpinen und deutschen Wildküche. Der Brachvogel selbst hat keine lebende kulinarische Nachfolge, da die Art heute streng geschützt ist; als Vorfahre gilt nur die Zubereitungsidee, nicht der Vogel.

Die Wacholderbeeren einweichen. Getrocknete Wacholderbeeren sind hart. Das Übergießen mit Wein oder Essig macht sie in 30 bis 60 Minuten weich und aufnahmefähig und zieht gleichzeitig Aroma in die Flüssigkeit. Erst die eingeweichten Beeren werden zusammen mit dem Gewürz in den Vogel gestopft - die Körperhöhle erhitzt sich beim Braten und gibt das Aroma von innen ans Fleisch ab.

Sieden oder braten? Das Verb vor „an dem spis“ fehlt in der Wiener Handschrift - erhalten ist nur das nackte Pronomen „sie“. Die Parallelhandschriften b4-019 („prats sy dann an dem spiss“), mon-070 („pratt sy dan an dem spiß“) und m5919-009 („prat sy dan ann ainem spis“) haben an dieser Stelle das Verb „prat(t)“ (braten) vollständig erhalten - wahrscheinlich ist es beim Abschreiben der Wiener Fassung ausgefallen. Gebraten wird daher, nicht gesotten.

Praxis. Vogel waschen, Wacholderbeeren 30 bis 60 Minuten in Wein oder Essig einweichen, mit Gewürz vermengt in den Ersatzvogel (Wildente, Fasan oder Zuchtente) füllen und am Spieß über offener Glut braten, bis das Fleisch vollständig durchgegart ist und am Knochen kein rosafarbenes Fleisch mehr zeigt - der Text selbst nennt keine Garzeit oder Garprobe. Wer historisch kürzer garen möchte: mittelalterliches Wildgeflügel blieb am Spieß teils leicht rosa am Knochen, das ist im Text nicht entschieden und heute aus Hygienegründen nicht empfohlen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-020-orig" n="prachvogel" resp="#fyndling">Der Brachvogel (Numenius arquata) ist ein großer Watvogel, der im Mittelalter gejagt und gegessen wurde. Heute ist er in Europa streng geschützt und vom Aussterben bedroht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-020-orig" n="krani witpoer" resp="#fyndling">Dies sind Wacholderbeeren, die dem Gericht ein harzig-würziges Aroma verleihen. Die Schreibweise ist eine dialektale Variante, vgl. ‚Kranbipir‘ oder ‚Chraniperen‘ im Korpus; der Zwilling b4-019 schreibt ‚kranibittper‘ mit b statt w - derselbe Konsonantenwechsel, dasselbe Wort.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-020-orig" n="schon" resp="#fyndling">Im Mittelhochdeutschen bedeutet ‚schon‘ hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-020-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">Die genaue Zusammensetzung der Gewürze ist nicht spezifiziert. Typisch für die Zeit wären Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-020-orig" n="spis" resp="#fyndling">Der Spieß ist ein klassisches Kochgerät für das Braten von Fleisch oder Geflügel über offenem Feuer oder Glut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-020-orig" n="krani witpoer" resp="#fyndling">Wacholderbeeren. Die CoReMA-Glosse verlinkt direkt auf Juniper Berry (Q3251025), was die Lesart stützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-020-orig" n="waikchent" resp="#fyndling">Wenn sie eingeweicht sind. Dies passt zum Kontext des Übergießens mit Wein oder Essig, um die Beeren weicher zu machen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-020-orig" n="sie dann an dem spis" resp="#fyndling">brate sie dann am Spieß. Das Verb fehlt in der Wiener Handschrift - erhalten ist nur das Pronomen ‚sie‘, vermutlich ein Schreiberausfall. Die Parallelhandschriften b4-019 („prats sy dann an dem spiss“), mon-070 („pratt sy dan an dem spiß“) und m5919-009 („prat sy dan ann ainem spis“) haben das Verb ‚prat(t)‘ (braten) an dieser Stelle vollständig erhalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-020-orig" n="Garzustand des Spießbratens" resp="#fyndling">Vollständiges Durchgaren des Ersatzgeflügels (kein rosafarbenes Fleisch am Knochen) - heutiger Hygienestandard, da der Text selbst keine Garzeit oder Garprobe nennt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Hecht im Teigmantel: der gewürzte Fisch wird in einen aus Brotteig geformten, rundum verschlossenen „Topf“ gelegt und darin im Ofen gegart. Der Teig ist reine Garhülle, kein Verzehrbestandteil. Die nächste lebende Verwandte ist der Fisch en croûte beziehungsweise in der Salzteigkruste: eine formbare Hülle wird luftdicht um das Gargut geschlossen und hält Feuchtigkeit und Aroma im Inneren.

Die Würzmischung. Petersilie, Salbei, Pfeffer, Ingwer, Kümmel, Safran und Salz werden zusammen mit Wein oder Essig zum Fisch gegeben - im Text als „condimenten“ bezeichnet. Ob damit die gehackten Kräuter und Gewürze selbst gemeint sind oder eine daraus angerührte, dünnflüssige Würzmischung, lässt der Wortlaut offen; für die Zubereitung macht das keinen Unterschied, da beides gemeinsam mit dem Fisch in den Teigtopf kommt.

Praxis. Hecht schuppen, in Stücke teilen. Petersilie und Salbei hacken, mit Pfeffer, Ingwer, Kümmel, Safran, Salz und Wein oder Essig vermengen. Eine feuerfeste Form rundum mit festem Brotteig auskleiden, Fisch und Gewürze hineinlegen, den Teig oben verschließen. Beim Backen nicht blind die volle Backzeit eines Roggenbrots durchhalten: Fischfleisch gart deutlich schneller. Nach etwa 30 bis 40 Minuten prüfen, ob der Fisch gar ist, und die Teighülle bei Bedarf danach getrennt fertig backen. Ebenso mit Forelle, Lachs, Aal oder anderem Fisch zubereitbar.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-021-orig" n="SCHub hecht" resp="#fyndling">Hier ist ‚Schub‘ als Verbform zu verstehen, im Sinne von ‚Schupp(e) den Hecht‘, also die Schuppen entfernen - analog zur Parallelhandschrift b4-020, die an derselben Stelle ‚SChuppenhecht‘ liest und ebenfalls als Imperativ zum Entschuppen auflöst, nicht als eigenständiger Fischname.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-021-orig" n="condimenten" resp="#fyndling">Im Kontext dieses Rezepts bezieht sich ‚condimenten‘ auf die zuvor genannten gehackten Kräuter und Gewürze, die als Würzmittel dienen, nicht auf eine fertige Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-021-orig" n="roken prat" resp="#fyndling">‚Roken prat‘ bedeutet Roggenbrot. Die Backzeit eines Roggenbrots diente als gängige Maßeinheit für die Backdauer, was auf eine längere Garzeit bei mittlerer Hitze hindeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-021-orig" n="vorhenn" resp="#fyndling">‚Vorhenn‘ ist eine bairisch-österreichische Schreibvariante für Forelle.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-021-orig" n="al" resp="#fyndling">‚Al‘ ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für Aal.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-021-orig" n="SCHub hecht" resp="#fyndling">Die Formulierung ‚SCHub hecht‘ wurde als Imperativ ‚Schuppe den Hecht‘ übersetzt, analog zur Parallelhandschrift b4-020, die an derselben Stelle ‚SChuppenhecht‘ liest und ebenfalls als Vorbereitungsanweisung (Schuppen entfernen) auflöst, nicht als Fischnamen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-021-orig" n="condimenten" resp="#fyndling">Die ‚condimenten‘ sind die zuvor genannten gehackten Kräuter und Gewürze, die dem Fisch beigefügt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-021-orig" n="Backdauer im Teigmantel" resp="#fyndling">Für die praktische Umsetzung wird empfohlen, den Fisch schon nach 30 bis 40 Minuten zu prüfen, da Fischfleisch deutlich schneller gart als der Teigmantel durchbäckt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Hechtfarce wird durch ein fingerbreites Loch in einem Topf gepresst und in siedendem Öl zur Aal-Form frittiert - ein extrudiertes, geformtes Fischgericht. Technisch am ehesten mit dem Grundprinzip von Fischwurst oder Fischklößchen vergleichbar, bei denen eine Farce in eine andere Form gepresst wird, um eine bestimmte Gestalt anzunehmen - das ist ein technischer Vergleich zur Einordnung, keine behauptete historische Kontinuität.

Die Bindung der Farce. Mehl wird nicht als Mehlschwitze verkocht, sondern direkt in die rohe, im Mörser zerstoßene Fischmasse gearbeitet und bindet dort mechanisch. Honig süßt und fördert die Bräunung beim Frittieren. Salz würzt und zieht zusätzlich bindende, klebrige Eigenschaften aus dem Fischmuskelprotein - ein einfacher, real belegter Effekt aus der traditionellen Fischpasten-Herstellung.

Die Presse. Der Topf mit dem fingerbreiten Loch im Boden ist ein einfaches Extrusionswerkzeug: Die Farce wird hindurchgedrückt und nimmt dabei die längliche Form eines Aals an, bevor sie im siedenden Öl gart. Das Prinzip ist mit Spätzle- oder Wurstpressen vergleichbar.

Eine offene Stelle. Der Schlusssatz „stell In Als ein al pach" lässt sich als „richte es so an, dass es wie ein Aal gart" lesen; denkbar wäre auch, dass „stell" eine verkürzte Form von „stich" (stechen/durchstechen) ist und sich auf eine Garprobe bezieht. Eine eindeutige Klärung ist ohne weitere Belege nicht möglich.

Praxis. Hecht schuppen, entgräten, das Fleisch im Mörser oder ersatzweise in einer Küchenmaschine zu einer feinen Paste verarbeiten. Mehl, Honig und Salz nach Gefühl einarbeiten, bis die Masse fest genug ist, um gepresst zu werden, aber noch weich genug, um durch ein fingerbreites Loch zu passen - Mengen nennt der Text nicht, hier hilft nur Ausprobieren. Die Farce durch das Loch (zur Not: Spritzbeutel oder angebohrter Topfboden) in siedendes Öl drücken und ausbacken, bis sie gar ist. Vorsicht: Der Honiganteil bräunt und verbrennt in heißem Öl schnell, die Hitze sollte moderat gehalten werden. Die Press-Technik braucht etwas Übung - kein Zehn-Minuten-Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="SCHub" resp="#fyndling">Imperativ von mhd. schuopen/entschuopen (‚schuppen‘), hier mit bairischem p/b-Wechsel zu ‚SCHub‘ - eine Arbeitsanweisung an den Fisch: die Schuppen entfernen, bevor er entgrätet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="hocht" resp="#fyndling">CoReMA identifiziert ‚hocht‘ als Hecht (northern pike), die Hauptzutat dieses Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="great" resp="#fyndling">CoReMA verneint die Lesart als Zutat und identifiziert ‚great‘ als Fischgräten, die aus dem Hecht entfernt werden sollen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="morser" resp="#fyndling">Im Mittelalter war der Mörser ein großes, schweres Gefäß aus Stein oder Metall, das zum Zerkleinern von Fleisch, Fisch oder Nüssen zu einer feinen Farce verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="choph do ein loch durich sey eins vinger weit" resp="#fyndling">Ein spezielles Küchengerät, das als eine Art Presse oder Spritzbeutel-Vorgänger diente, um die Fischmasse in Form zu bringen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="schaf" resp="#fyndling">Ein ‚Schaff‘ ist ein großes Holzgefäß, hier vermutlich als Behälter für das Frittieröl oder als äußere Hülle für einen Metalltopf verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-022-orig" n="al" resp="#fyndling">Der Aal dient hier als Vergleich für die gewünschte Form oder die Art des Garens, nicht als Zutat. Die Fischmasse soll wie ein Aal geformt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-022-orig" n="stell In Als ein al pach" resp="#fyndling">‚Stelle es so, dass es wie ein Aal gart‘ - der Fisch wird in der Presse zu einer aalähnlichen Form gebracht und in dieser Form durchgegart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratener Fisch - Aspenschwanz und Lachsrücken - mit einer separat gekochten, essig-gewürzten Dicksauce namens Galentin. Ein zweites Fischstück in Essig-Wasser-Sud zu pochieren, kennt man im Prinzip bis heute etwa vom Blaukochen, hier kombiniert mit einer stark gewürzten, sauer-scharfen Sauce aus Ingwer, Pfeffer und Kümmel. Eine direkte lebende Nachfahrin mit demselben Namen gibt es nicht; am ehesten vergleichbar sind essigbasierte, gewürzte Fischsaucen im Sinn einer Escabeche - die Ähnlichkeit liegt im Prinzip, nicht in einer belegten Linie.

Die Textlücke bei der Sauce. Der Transkript nennt für die Galentin nur Ingwer, Pfeffer, Kümmel und Essig - keine Zutat, die die im Text behauptete dicke Konsistenz ("eben dikch", "gib es mit dem visch dikch") tatsächlich erreichen würde. Der nahezu wortgleiche Zwillingstext b4-022 enthält an genau dieser Stelle einen zusätzlichen Satz: Roggenbrotkrusten und -brot, in Essig eingeweicht, als Bindemittel. Zwischen zwei fast identischen Textbausteinen ("esseich/esseach ... nym") fehlt dieser Satz in W1 - ein typisches Muster für einen Augensprung (Homoioteleuton) beim Abschreiben, keine bewusste Rezeptvariante. Da es sich um eine echte Divergenz zwischen den Handschriften handelt, wird die Brot-Zutat hier nicht nachträglich ergänzt.

Praxis. Aspenschwanz (ersatzweise Hecht- oder Zanderfilet) und Lachsrücken getrennt braten, gegen Ende mit Ingwer und Pfeffer bestreuen. Für die Sauce Ingwer, Pfeffer und Kümmel mit Essig zu einer Paste verreiben und einkochen - ohne Brot bleibt das Ergebnis eine sirupartige Gewürz-Essig-Reduktion, keine sämige Sauce. Für die Lagerküche gut geeignet: beide Bratmethoden und das Sieden des zweiten Fischstücks laufen am offenen Feuer, die Sauce kocht parallel im Topf; frischer Fisch lässt sich morgens besorgen und mittags verarbeiten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="schaid czagel" resp="#fyndling">Der Aspe (auch Rapfen genannt, Aspius aspius) ist ein europäischer Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische, keine Störart. Gemeint ist hier der fette Schwanzteil des Fisches. Für moderne Nachkocher sind Hecht- oder Zanderfilet geeignete Alternativen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="galentin" resp="#fyndling">Eine dickflüssige, würzige Sauce, die im Mittelalter zu Fisch und Wildbret gereicht wurde. Der Begriff ist verwandt mit der späteren ‚Galantine‘, die jedoch ein Gericht aus entbeintem, gefülltem Fleisch in Aspik bezeichnet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="erbell ez eben dikch" resp="#fyndling">Koche es gut dick auf. Das Verb ‚erbelten‘ bedeutet aufkochen oder aufwallen lassen, hier bis zur gewünschten dicken Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Ein Würzmittel oder eine Würzsauce, die zu einer Speise gereicht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="czagel als verr er vaist ist" resp="#fyndling">Der fettreiche Teil des Schwanzes. ‚Vaist‘ bedeutet fett oder beleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="nahent ist gepraten" resp="#fyndling">Wenn es fast gar ist. ‚Nahent‘ bedeutet nahe oder fast.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraten"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="ruk von dem lachs" resp="#fyndling">Das Rückenstück des Lachses, ein besonders fleischiger und wertvoller Teil.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-023-orig" n="das ander" resp="#fyndling">Ein weiterer Fisch, der als Basis für die Sauce dient. Der Text lässt die genaue Art offen, Karpfen oder Hecht wären plausible Optionen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-023-orig" n="schaid czagel" resp="#fyndling">Aspenschwanz. CoReMA glossiert den Begriff als ‚asp tail‘ (Q107246425) - gemeint ist der Fisch Aspe/Rapfen (Aspius aspius, englisch ‚asp‘), ein europäischer Süßwasser-Raubfisch aus der Familie der Karpfenfische, keine Störart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-023-orig" n="galentin" resp="#fyndling">Gewürzsauce. CoReMA glossiert den Begriff als ‚sauce‘ (Q178359). Obwohl ‚Galantine‘ heute ein Gericht aus entbeintem, gefülltem Fleisch in Aspik bezeichnet, ist hier klar eine dickflüssige, gewürzte Sauce gemeint, die zu Fisch und Wildbret gereicht wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-023-orig" n="das ander" resp="#fyndling">Ein weiterer Fisch. Der Kontext legt nahe, dass hier ein anderer Fisch gemeint ist, der als Basis für die Sauce dient, da der Aspenschwanz und Lachs gebraten werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gewässerter, im Essig ausgedrückter Stockfisch, der dreifach mit einem safrangelben Ei-Mehl-Teig ummantelt und am offenen Feuer unter Beträufeln mit Schmalz gebraten wird. Kein Paniermehl, sondern ein gegossener Teig - ein entfernter Vorfahre dessen, was heute als Backfisch oder Fisch im Bierteig bekannt ist.

Zur Stelle „prot in". Die Handschrift schreibt hier „prot in", was auf den ersten Blick wie „Brot hinein" aussieht. Der bairische o/a-Vokalwechsel macht daraus jedoch eine Form von „braten": „brate ihn". Die Parallelhandschriften B4 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187) und Meister Hans haben an genau dieser Stelle „prat in" und lesen es selbst als Verb. Brot taucht in keinem der Paralleltexte als Zutat auf - der Fisch wird stattdessen kurz vorgebraten, bevor er dreifach mit dem Eierteig ummantelt wird.

Zur Stelle „vaikchen". Das Wort ist im Korpus sonst nicht belegt. Die beiden Zwillingstexte haben an derselben Position ein Verb für „drücken/auswringen" statt eines zweiten „weichen" - daher hier probeweise als „im Essig ausdrücken" gelesen. Sicher ist das nicht; ein Vokalwechsel zu „weichen" bleibt möglich.

Praxis. Stockfisch enthäuten und über Nacht in kaltem Wasser einweichen, dann im Essig ausdrücken und kurz anbraten. Anschließend allenthalben mit Öl oder Butter bestreichen. Einen Teig aus Mehl, Eiern, Pfeffer, Safran und Salz anrühren und den Fisch damit dreimal bestreichen. Am offenen Feuer unter ständigem Beträufeln mit Schmalz braten, bis die Teighülle kräftig rot-braun wird. Als Schaugericht gut geeignet: Das nächtliche Wässern lässt sich am Vorabend erledigen, die eigentliche Vorführung - das mehrfache Bestreichen und Braten am Feuer - ist publikumswirksam und in überschaubarer Zeit machbar.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="stokch visch" resp="#fyndling">Stockfisch ist getrockneter, ungesalzener Fisch (meist Kabeljau), der vor der Zubereitung über mehrere Tage gewässert werden muss, um ihn weich und genießbar zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="essach" resp="#fyndling">Essig wurde im Mittelalter häufig zum Einweichen von Fisch verwendet, um ihn zarter zu machen und den Geschmack zu mildern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="prot in" resp="#fyndling">Bairischer o/a-Vokalwechsel: „prot" ist hier nicht das Nomen Brot, sondern eine Verbform von „braten" (Imperativ „prat(e) in" = „brate ihn"). Die textnahen Parallelhandschriften B4 und Meister Hans haben an derselben Stelle eindeutig „prat in".</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="vaikchen" resp="#fyndling">Im Korpus sonst nicht belegtes Wort (Hapax). Die Parallelhandschriften haben an dieser Stelle „trucken"/„truck" (drücken, auswringen) statt eines zweiten Einweich-Verbs - daher hier probeweise als „ausdrücken" gelesen; ein w/v-Vokalwechsel zu „weichen" ist nicht auszuschließen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="belauffen" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚bedecken‘ oder ‚überlaufen lassen‘, was auf ein Beträufeln oder Übergießen mit Fett hindeutet, um den Fisch feucht zu halten und Geschmack zu geben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="beslach" resp="#fyndling">Das Verb ‚beschlagen‘ bedeutet hier, den Fisch mit dem Teig zu umhüllen oder zu bestreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="feur" resp="#fyndling">Das Braten ‚bey dem feur‘ (beim Feuer) meint das Garen über oder neben offener Glut, nicht in einem geschlossenen Ofen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-024-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Schmalz, also ausgelassenes tierisches Fett, wurde häufig zum Braten und Beträufeln verwendet, um Gerichten Geschmack und Saftigkeit zu verleihen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-024-orig" n="vaikchen" resp="#fyndling">„drücke ihn aus" (im Essig auswringen) - gestützt durch die Parallelhandschriften B4 und Meister Hans, die an derselben Stelle „trucken"/„truck" (drücken) statt eines zweiten Einweich-Verbs haben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer, im Ganzen gebratener Kapaun, serviert mit einer separaten Sauce oder Beilage (Galantine oder Condiment) - ein klassischer spätmittelalterlicher Festbraten, kein Sonderfall. Der lebende Verwandte ist der französische chapon rôti, bis heute traditionelles Weihnachtsgericht, ebenfalls mit eigener Sauce serviert; das Grundprinzip lebt auch im deutschsprachigen Sonntags- oder Festtagsbraten fort.

'Gesoten' im Bratrezept. An der Stelle, an der man einen Kochschritt erwarten würde, steht 'so er dann gesoten sey' - wörtlich 'wenn er dann gesotten ist'. Der Zwilling b4-024 hat an genau derselben Position 'geprotten' (gebraten). Das spricht dafür, dass 'gesoten' hier als generischer Ausdruck für 'durchgegart' verwendet wird, unabhängig von der tatsächlichen Garmethode - keine Anweisung, den Vogel zusätzlich zu kochen.

Praxis. Der Kapaun kommt am Drehspieß oder im Dutch Oven über das Feuer, bis er durchgegart ist - bei einem ganzen Tier realistisch 1,5 bis 2 Stunden. Für die Halsfüllung gilt: der Text nennt keine Zutaten, daher empfiehlt sich eine schnell durchgarende, vorgekochte oder rein brotbasierte Füllung ohne rohes Ei oder rohes Hackfleisch - und die Füllung selbst auf sichere Kerntemperatur prüfen, nicht nur die Brust. Die period-übliche Alternative wäre eine rohe Farce oder Innereien-Füllung gewesen, die sich allein auf die lange Garzeit des ganzen Vogels verlassen hat; das ist aus heutiger Küchenhygienesicht nicht empfehlenswert. Galantine oder Condiment werden separat zubereitet und erst nach dem Braten dazu gereicht, sie sind kein Teil dieses Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="chopawner" resp="#fyndling">Ein Kapaun ist ein kastrierter Hahn, der gemästet wurde. Sein Fleisch ist besonders zart und fettreich und galt als Delikatesse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="haupp abslahen" resp="#fyndling">Das Abschlagen des Kopfes ist ein üblicher Schritt bei der Schlachtung von Geflügel. Der Text sagt nichts zur Weiterverwendung des Kopfes.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="hals fullen" resp="#fyndling">Der Hals wurde offenbar mit einer Füllung gestopft, um das Fleisch saftiger zu machen. Der Text nennt keine Zutaten dafür - eine Füllung aus Brot, Kräutern und Innereien war im Buch und in der Zeit üblich, ist hier aber nicht belegt, sondern als bekannt vorausgesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="praten" resp="#fyndling">Braten, hier vermutlich am Spieß über offenem Feuer oder in einem Bräter.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="gesoten" resp="#fyndling">Wörtlich 'gesotten' (gekocht), hier aber im Sinn von 'durchgegart' gebraucht - der Satz beschreibt weiter den Bratvorgang, kein zusätzliches Kochen. Der Zwilling b4-024 hat an genau dieser Stelle 'geprotten' (gebraten) statt 'gesoten', was diese generische Lesart stützt: der Schreiber von W1 nutzt 'sieden' hier unabhängig von der tatsächlichen Garmethode als Wort für 'fertig gegart'.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="galentein" resp="#fyndling">Eine Galantine ist eine kalt servierte, oft in Aspik oder Gelee eingebettete Fleischspeise, die auch als reichhaltige Sauce oder Beilage dienen konnte. Der Name leitet sich vom altfranzösischen Wort für Gelee ab.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-025-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Ein Condiment ist ein Würzmittel oder eine Sauce, die zu einer Speise gereicht wird, um ihren Geschmack zu verbessern oder zu ergänzen. Es konnte eine einfache Kräutersauce oder eine komplexere Gewürzmischung sein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-025-orig" n="gesoten" resp="#fyndling">Generischer Ausdruck für 'durchgegart', synonym zum vorangehenden 'praten' gebraucht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-025-orig" n="galentein oder ein gut condiment" resp="#fyndling">Galantine oder ein gutes Condiment als Beilage/Sauce zum Servieren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzes Spanferkel wird am Spieß gebraten und mit einer Farce aus Lunge, hart- und weichgekochten Eiern, Brot, Speck und Gewürzen gefüllt - ein aufwendiges Schaugericht. Die Grundtechnik (junges Schwein, ganz, am Spieß, langsam gegart) hält sich bis heute im süddeutsch-österreichischen Spanferkel am Spieß; nicht überlebt hat die Füllung - modernes Spanferkel wird meist unausgefüllt oder mit Kräutern serviert, nie mit einer Ei-Lunge-Brot-Farce.

Chuel - schwache Hitze, nicht Abkühlen. Das Ferkel wird zunächst ungeteilt "chuel" angebraten, bevor es geteilt und gefüllt wird. Parallelstellen im Korpus (mon-130, mon-161: "chuel pratten") belegen "chuel" in dieser Bratanweisung durchgängig als Hitzegrad - "auf schwacher, gemäßigter Hitze" - nicht als nachträgliches Abkühlen. Das passt zur eigenen Anweisung des Rezepts, das Ferkel danach "sanft" fertigzubraten, und dient vermutlich dazu, die Haut vor dem Teilen anzuschwitzen und zu festigen.

Praxis. Das Ferkel ungeteilt bei mäßiger Hitze am Spieß oder Rost anbraten, dann entzweischneiden (Kopf bleibt dran) und mit der rohen, klein gehackten Füllung aus Lunge, Eiern, Brot, Safran, Pfeffer, Salz und Speck befüllen. Wieder aufspießen, bei sanfter Hitze fertigbraten und dabei mit Schmalz beträufeln. Der Text nennt keine eigene Garprobe für die Füllung - vor dem Anschneiden Farbe und Konsistenz im Kern prüfen, statt sich allein auf die Gesamtbratzeit des Ferkels zu verlassen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-026-orig" n="schon prat" resp="#fyndling">‚Schon‘ bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gut‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. ‚Prat‘ wird hier als ‚Brot‘ gelesen, was als Füllzutat plausibel ist.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-026-orig" n="herte ayr vnd waiche ayr" resp="#fyndling">Die explizite Unterscheidung zwischen hart- und weichgekochten Eiern in der Füllung ist ungewöhnlich; ein Grund dafür ist im Text nicht genannt. Ob ein Texturunterschied nach der langen Gesamtgarzeit des gefüllten Ferkels noch spürbar wäre, ist offen - näherliegend ist schlicht die Verwertung vorhandener, unterschiedlich gekochter Eier.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-026-orig" n="lungel" resp="#fyndling">Lunge vom Spanferkel als Füllungszutat - ein Innereien-Einsatz, der modernen Lesern erklärungsbedürftig sein kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-026-orig" n="chuel" resp="#fyndling">Als ‚sanft‘ oder ‚langsam‘ (bei niedriger Hitze) gebraten. Dies passt zur späteren Anweisung ‚prat es sanft‘ und wird durch die Parallelstellen in mon-130/mon-161 (‚chuel pratten‘ = langsam braten) gestützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-026-orig" n="prat (in ‚schon prat‘)" resp="#fyndling">Als ‚Brot‘, das als Zutat für die Füllung verwendet wird. Dies wird durch die CoReMA-Glosse und die kulinarische Plausibilität gestützt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine eiergebundene, gewürzte Farce aus fettem Schweinefleisch mit geriebenem Weißbrot, die als Füllung für ein halbes Lamm dient und getrennt aufgekocht serviert wird. Die süß-saure Würzung mit Honig und Essig sowie die Bindung über Ei und Brot statt über eine Mehlschwitze machen daraus einen entfernten Vorläufer der heutigen Frikadelle bzw. der französischen Farce-Familie - hier aber noch süß-sauer und als Bratenfüllung gedacht, nicht als eigenständiges Klößchen.

Was der Text offen lässt. Beschrieben wird nur die Farce, nicht wie das halbe Lamm selbst gegart wird - Spieß oder Bräter liegen nahe, stehen aber nicht im Text. Auch wie lange die rohe Fleisch-Ei-Masse aufkochen soll ("lasz es erwallen"), bleibt offen.

Praxis. Schwarte vom fetten Schweinefleisch entfernen und das Fleisch fein hacken - das vergrößert die Oberfläche und sorgt für gleichmäßiges Binden und Durchgaren. Mit geriebenem Weißbrot, Ei, Pfeffer und Safran vermengen; das Ei bindet beim Erhitzen durch Gerinnung, das Brot trägt Feuchtigkeit. Mit Honig und mildem Essig süß-sauer abschmecken, salzen. Unter Rühren aufkochen und einige Minuten köcheln lassen, bis die Masse komplett durchgegart und das Ei fest ist - der Text nennt nur ein einmaliges Aufwallen, für rohes Hackfleisch mit Ei ist gründliches Durchgaren aber die sicherere Wahl. Das halbe Lamm separat am Spieß oder im Bräter garen; Zeit und Methode dafür verrät der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-027-orig" n="semeln" resp="#fyndling">Im Mittelalter wurden Speisen oft mit geriebenem Weißbrot gebunden, nicht mit Mehl. Dies ist eine typische Bindemethode der Zeit.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-027-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">Bedeutet ‚aufwallen lassen‘ oder ‚erhitzen‘, bis es leicht köchelt oder Blasen wirft.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-027-orig" n="mortelrul" resp="#fyndling">Der Begriff ‚Mortel‘ (von Mörser) bezeichnete im Mittelalter eine fein gestampfte Fleischfarce oder ein Gericht daraus. ‚Mortelrul‘ könnte eine gerollte oder geformte Variante dieser Farce sein, die als Füllung oder eigenständiges Gericht diente.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-027-orig" n="hnrgmus" resp="#fyndling">Im Korpus sonst unbelegtes Wort. Drei eng verwandte Paralleltexte (b4-026, m5919-075, mha-229) haben an derselben Stelle desselben Verweissatzes übereinstimmend eine Lesart, die auf ‚Lungenmus‘ zurückgeht - vermutlich die richtige Auflösung von ‚hnrgmus‘. Die ältere Lesart ‚Hühnermus‘ bezeichnet im Korpus dagegen ein strukturell anderes, aufwendiges Gericht aus Hühnerfleisch mit Mandelmilch - das passt schlecht zu einem beiläufigen Einzeiler-Verweis nach einer Schweinefleisch-Honig-Essig-Farce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-027-orig" n="mortelrul" resp="#fyndling">‚Mortelrul‘ wird als eine fein gestampfte Fleischfüllung bzw. Farce interpretiert, deren Name sich vom Mörser ableitet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-027-orig" n="hnrgmus" resp="#fyndling">Der Schlussverweis ‚allso mach auch das hnrgmus‘ bezieht sich wahrscheinlich auf ein Lungenmus: Drei eng verwandte Paralleltexte (b4-026, m5919-075, mha-229) haben an derselben Stelle desselben Verweissatzes übereinstimmend eine Lesart, die auf ‚Lungenmus‘ zurückgeht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-027-orig" n="gib es hin" resp="#fyndling">Die Phrase ‚gib es hin‘ wird als ‚serviere es‘ übersetzt, da sie nach dem Kochschritt und der Benennung des Gerichts steht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-027-orig" n="lasz es erwallen (Dauer)" resp="#fyndling">Für die Praxis empfehlen wir, die rohe Schweinehack-Ei-Masse unter Rühren aufzukochen und mehrere Minuten köcheln zu lassen, bis sie komplett durchgegart und das Ei fest ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit Birne, saurem Wildapfel und durchwachsenem Schweinefleisch gefüllte Roulade, die in Eierfladen und Eierteig gehüllt, in Schmalz ausgebacken, gespießt, fertiggebraten und mit einer Ei-Schmalz-Glasur überzogen wird - strukturell am nächsten an einer obstgefüllten Fleischroulade der heutigen Küche, mit einer Wickel- und Glasiertechnik, die entfernt an die französische Ballotine erinnert. Trotz der Wickelkonstruktion nennt der Text das Ergebnis am Ende schlicht „Braten" - typisch für ein Schaugericht, das eine Täuschung inszeniert.

Erste Garstufe unklar. Der Text sagt an dieser Stelle nur „das pach alles vnd mach es waich", ohne Fett oder Kochgefäß zu nennen. Dasselbe Verb „pach" wird zwei Sätze später eindeutig als „in Schmalz backen" verwendet - das spricht dafür, auch hier ein sanftes Andünsten in wenig Schmalz statt eines Kochens in Flüssigkeit anzunehmen, bis die rohen Holzäpfel weich sind und sich mit der bereits gebratenen Birne und dem bereits gekochten Fleisch zu einer formbaren Masse verbinden lassen. Sicher ist nur das Ziel (weich, verarbeitbar), nicht die genaue Technik.

Praxis. Birne, saure Äpfel und Schweinefleisch klein schneiden und in wenig Schmalz bei schwacher Hitze weich dünsten, bis sich alles zerdrücken lässt. Mit Pfeffer, Safran und Anis würzen, mit rohem Ei binden. Einen dünnen Eierfladen backen, die Füllung darauf verteilen und einrollen. Die Rolle durch flüssigen Eierteig ziehen und in Schmalz rundum ausbacken, bis die Hülle fest ist. Auf einen Spieß stecken, am Feuer fertigbraten und dabei wiederholt mit Ei und Schmalz bestreichen, bis die Kruste aufschäumt - das ist im Text selbst der Fertigkeits-Hinweis. Nach Belieben vor dem Braten wie einen Rehbraten spicken.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="fremder sin" resp="#fyndling">‚Fremder Sinn‘ oder ‚fremde Art‘ - hier im Sinne von ‚ein fremdes Gericht‘ oder ‚eine ungewöhnliche Zubereitungsart‘. Kennzeichnet die Zubereitungsart als von der Norm abweichend, keine geografische Herkunftsangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="gepraten piern" resp="#fyndling">Eine Birne, die bereits gebraten oder geröstet wurde, um Süße und Aroma zu entwickeln.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraten"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="sawr holczoephel" resp="#fyndling">Wildäpfel, die typischerweise sehr sauer und fest sind. Sie dienen als säuerliche Komponente zur Balance der Süße der Birne und des Fettes vom Schweinefleisch. Moderne Alternativen sind säuerliche Apfelsorten wie Boskoop oder Granny Smith.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="vnderwachsen vleisch" resp="#fyndling">Durchwachsenes Fleisch, also mit Fett durchzogen. Das Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger und sorgt für Saftigkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="chlebn muag" resp="#fyndling">Wörtlich ‚kleben möge‘, hier im Sinne von ‚damit es bindet‘ oder ‚zusammenhält‘. Die rohen Eier dienen als Bindemittel für die Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="plat von ayren" resp="#fyndling">Ein dünner Eierfladen oder Pfannkuchen, der als Hülle für die Füllung dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Ein Würzmittel oder eine angemachte Masse. Hier bezieht es sich auf die vorbereitete Füllung aus Birne, Apfel und Schweinefleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="wint das plat zu samen" resp="#fyndling">Wickle den Eierfladen zusammen, um die Füllung zu umschließen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="zeuch ain ayren taig darvber" resp="#fyndling">Ziehe oder streiche einen Eierteig über den gewickelten Fladen, um ihn vollständig zu umhüllen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="pach es hert In smalcz" resp="#fyndling">Backe es fest in Schmalz. Dies kann ein Frittieren oder ein Backen in einer Pfanne mit viel Schmalz bedeuten, bis die Hülle fest und goldbraun ist.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="stich das durich ein spis prat ez" resp="#fyndling">Stich das Gericht auf einen Spieß und brate es. Dies deutet auf ein Braten über offenem Feuer oder in einem Ofen hin, um eine knusprige Oberfläche zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="beslach es mit ayren vnd mit smalcz" resp="#fyndling">Beschlage oder glasiere es mit Eiern und Schmalz. Dies ist eine letzte Schicht, die dem Gericht Glanz und zusätzlichen Geschmack verleiht. Es könnte auch bedeuten, es in einer Mischung aus Ei und Schmalz zu kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="wann es schuemt so ist es gar ge= soten" resp="#fyndling">Wenn es schäumt, ist es gar gekocht. Das Schäumen ist ein Zeichen dafür, dass die Flüssigkeit verdampft ist und das Fett austritt oder die Eier gerinnen und eine schaumige Textur bilden, was den Garzustand anzeigt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="spikchen als ain rechpraten" resp="#fyndling">Spicken bedeutet, mageres Fleisch mit Speckstreifen zu durchziehen, um es saftiger zu machen und ihm Geschmack zu verleihen. Hier wird es als Vergleich für eine ähnliche Veredelung des Gerichts genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="fewr" resp="#fyndling">Feuer oder Glut. Das Gericht kann am Feuer gewärmt werden, was auf eine einfache Erwärmungsmethode hindeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-028-orig" n="pieren praten" resp="#fyndling">Eigenbezeichnung am Textende - das Gericht heißt nach der Birne, obwohl Schweinefleisch die Hauptmasse der Füllung bildet (Namensgebung nach geschmacksbestimmender statt mengenmäßig dominanter Zutat, ein wiederkehrendes Muster im Corpus).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-028-orig" n="fremder sin" resp="#fyndling">‚Ein fremdes Gericht‘ - dies passt gut als Titel für ein Rezept, das eine ungewöhnliche oder besondere Zubereitungsart beschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-028-orig" n="das pach alles" resp="#fyndling">‚Backe alles‘ (in etwas Schmalz gar dünsten) - dasselbe Verb ‚pach‘ erscheint zwei Sätze später im selben Rezept eindeutig als ‚pach es hert In smalcz‘ (backe es fest in Schmalz). Für die konsistente Lesart desselben Wortes spricht diese Deutung, auch wenn Fett und Gefäß an dieser ersten Stelle nicht explizit genannt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-028-orig" n="zu tail das condiment" resp="#fyndling">‚verteile das Würzmittel‘ - dies passt zur Anweisung, eine Masse auf einen Fladen aufzutragen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tail"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein magerer Rehrücken (oder ganzer Hase) wird gespickt, gewürzt und komplett in einen Teigmantel eingeschlagen, dann im Ofen gebacken. Das lebt bis heute fast namensgleich weiter: der „Rehrücken im Teig-/Strudelmantel“ ist ein Herbstklassiker der österreichisch-süddeutschen Wildküche. Entfernter verwandt ist die Familie der in Teig gebackenen Fleischgerichte wie Beef Wellington oder Pâté en croûte - gleiches Prinzip, andere Fleischsorte.

Warum spicken und einwickeln? Reh und Hase sind sehr mageres Fleisch. Das Spicken mit kleinem Speck legt Fett ein, das beim langen Backen sonst fehlen würde. Der Teigmantel wirkt wie eine Pastetenkruste: Er schließt Feuchtigkeit ein und schützt das magere Fleisch vor der direkten Ofenhitze, sodass es nicht austrocknet. Ob der Teig selbst mitgegessen oder nur als Garhülle gedacht war, sagt der Text nicht - eine offene, aber unkritische Frage.

Der Hecht-Vergleich. „Warte, bis er gar gebacken ist wie der Hecht“ meint einen Garzustand, keine Zeitangabe: Hecht wird beim Garen schnell fest, und genau dieser feste, durchgegarte Zustand ist der Maßstab für den Braten. Der bereits geprüfte Zwilling mha-076 prüft denselben Punkt stattdessen an der Bräune der Kruste, ganz ohne Fisch-Vergleich - ein Beleg dafür, dass verschiedene Handschriften hier austauschbare, rein visuelle Gargrad-Anweisungen verwenden.

Praxis. Rehrücken (ersatzweise Hasenrücken) mit kleinem Speck spicken, kräftig salzen, mit Ingwer, Pfeffer und Kümmel würzen und vollständig in einen einfachen Teigmantel einschlagen. Das braucht durchgehende, gleichmäßige Ofenhitze - ein Dutch Oven mit Ober- und Unterhitze oder ein Stein-/Lehmofen funktioniert, am offenen Feuer oder Spieß lässt sich das nicht zuverlässig nachbauen. Backen, bis der Braten durch ist.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-029-orig" n="Rehrückenbraten" resp="#fyndling">Der Rücken des Rehs, ein besonders zartes Stück Fleisch, das sich gut zum Braten eignet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-029-orig" n="spicken" resp="#fyndling">Eine alte Küchentechnik, bei der Speckstreifen oder -würfel mit einer Spicknadel in mageres Fleisch gezogen werden, um es saftiger und aromatischer zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-029-orig" n="Krapfen" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kontext bezeichnet ‚Krapfen‘ oft eine Art gefülltes Gebäck oder eine Teigtasche. Hier dient es als Vergleich für die Art, wie der Braten vollständig mit Teig umhüllt wird, nicht unbedingt für ein frittiertes Gebäck.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-029-orig" n="wie der Hecht gar gepachen sey" resp="#fyndling">Diese Anweisung bedeutet, dass der Braten vollständig durchgegart sein soll. Der Hecht, ein magerer Fisch, wird beim Backen schnell gar und fest, was hier als Maßstab für eine gründliche Garung des Wildbratens dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-029-orig" n="rukpraten" resp="#fyndling">Rehrückenbraten - CoReMA glossiert ‚rukpraten‘ als ‚saddle of roe-deer‘, was die spezifische Fleischpartie des Rehs bezeichnet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-029-orig" n="chreph lein" resp="#fyndling">Krapfen - Hier als Vergleich für die Art der Teighülle, die den Braten umschließt. Es handelt sich um eine geschlossene Teigtasche, die gebacken wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-029-orig" n="wart mit dem hecht aber gar gepachen sey" resp="#fyndling">Warte, bis er ganz durchgebacken ist, wie man es vom Hecht kennt - Der Hecht dient als Referenz für einen vollständig durchgegarten Zustand des Bratens. Gestützt durch den Zwilling b4-028, der an derselben Stelle die eindeutigere Formulierung ‚wart mit dem hecht OB er gar gepachen sey‘ hat, sowie durch den bereits geprüften Cross-Book-Zwilling mha-076, der den Gargrad ganz ohne Hecht-Vergleich rein an der Kruste-Bräune festmacht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein mit Ei fest gebundener Hirse- oder Grützebrei, der in Stücke geschnitten, aufgespießt, am Spieß gebraten, dabei mehrfach mit Ei bestrichen und mit Saucen serviert wird - eine Getreidespeise, die wie ein Fleischgericht behandelt wird (Spieß, Bestreichen, Saucenbeigabe), obwohl sie keines ist. Das Grundprinzip, festen Getreidebrei in Stücke zu schneiden und über dem Feuer zu bräunen, lebt am ehesten in der gebratenen Grießschnitte weiter; entfernter verwandt ist die gegrillte Polenta-Schnitte, allerdings mit Mais, der erst nach 1500 nach Europa kam. Das Bestreichen mit Ei während des Bratens ist bis heute als Bräunungs- und Feuchtigkeitsschutz beim Backen und Braten gebräuchlich.

Der fehlende Koch- und Abkühlschritt.

Der knappe Text nennt zwischen "Ei einschlagen, bis es dick wird" und dem Ausschneiden keinen eigenen Hitzeschritt. Rohes Getreide wird durch rohes Ei allein nicht fest - dafür braucht es Hitze. Der eng verwandte Genre-Zwilling bgs-047 (aus der Familie der "gebratenen Milch") nennt diesen Schritt ausdrücklich: Die Masse wird eingekocht, bis sie dick ist, und erst dann abgekühlt, bevor sie geschnitten wird. Naheliegend, dass hier derselbe Zwischenschritt einfach nicht ausgeschrieben wurde.

Praxis.

Hirse oder Grütze weich kochen, mit verquirltem Ei vermengen und unter Rühren bei milder Hitze einköcheln, bis eine feste, puddingartige Masse entsteht. Auskühlen und in einer Form oder Schüssel fest werden lassen, erst dann in mundgerechte Stücke schneiden. Die Stücke vorsichtig aufspießen - die weiche Getreidemasse ist auf dem Spieß fragiler als eine feste Milch-Ei-Custard und kann leichter abrutschen; kleine, kompakte Stücke und ein nicht zu heißes Feuer helfen. Beim Braten mehrfach mit verquirltem Ei bestreichen, bis eine goldene Kruste entsteht. Mit einer Sauce nach Wahl servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-030-orig" n="hiers" resp="#fyndling">Bezeichnet hier Hirse (Panicum miliaceum), ein in der mittelalterlichen Küche weit verbreitetes Getreide.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-030-orig" n="grews / grewus" resp="#fyndling">Bezeichnet Grütze, also grob zerkleinertes Getreide (z.B. Hafer-, Gersten- oder Buchweizengrütze). Die Schreibweise variiert im Text.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-030-orig" n="pret / prat" resp="#fyndling">Ist eine mittelbairische Verbform von braten, kein Substantiv "Brett". Der Ausdruck "an einem spis pret/prat" bedeutet "am Spieß gebraten" bzw. "brät am Spieß" - dieselbe Konstruktion verwendet auch das direkt folgende Nachbarrezept ('arbais preat', 'pra sew an ainem spis') eindeutig als Verb.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-030-orig" n="peslach" resp="#fyndling">Das Verb ‚beslach‘ bedeutet hier basten oder bestreichen, also das Gargut während des Bratens mit Flüssigkeit (hier Eiern) zu bepinseln, um es saftig zu halten und eine Kruste zu bilden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-030-orig" n="condimenten" resp="#fyndling">Meint hier Saucen oder Würzmittel, die zum Gericht gereicht werden. Auffällig ist das direkte lateinische Lehnwort (lat. condimentum) mitten im deutschen Text - ein ungewöhnlich unvermitteltes Latein-Einsprengsel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-030-orig" n="grewus" resp="#fyndling">Das Wort 'grewus' wurde als 'Grütze' übersetzt, eine Schreibvariante des im Titel verwendeten 'grews'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-030-orig" n="Gargrad vor dem Schneiden" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen eigenen Hitzeschritt zwischen 'Ei einschlagen, bis es dick wird' und dem Ausschneiden. Für die Praxis wird angenommen, dass die Hirse-/Grütze-Masse vorab weich gekocht bzw. unter Hitze bis zur festen, schneidbaren Konsistenz eingekocht wird - wie im Genre-Zwilling bgs-047 ('gebratene Milch'-Familie) explizit beschrieben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Erbsenpüree wird mit Ei gebunden, in der Pfanne festgebacken, in Stücke geschnitten, aufgespießt und am Feuer unter wiederholtem Ei-Beschlag weitergebraten - ein vegetarischer Bratling, der durch die Spießform und den Eimantel wie ein Fleischspieß erscheint. Die Grundtechnik lebt in der heutigen Familie der Hülsenfrüchte-Bratlinge/-Puffer fort; die Spießform mit Ei-Glasur ist eine mittelalterliche Entsprechung heutiger vegetarischer Ersatzspieße. Fast wortgleiche Fassungen finden sich in b4-030, ka2-009 und mon-250 - das Rezept gehörte offenbar zum festen Bestand mehrerer Kochbücher, nicht zu einer Einzelhandschrift.

Was macht der zweite Schritt am Spieß? Der Pfannenschritt (Backen in Schmalz oder Butter) gart die Erbsen-Ei-Masse bereits vollständig durch. Das anschließende Braten am Spieß mit wiederholtem Ei-Beschlag („beslach“) hat deshalb keine zusätzliche Garfunktion mehr, sondern erzeugt eine glänzende Eihülle auf der Oberfläche - reiner Effekt, kein Garschritt.

Waren die Erbsen roh oder vorgekocht? Der Text nennt den Garzustand der Erbsen vor dem Durchsieben nicht. Rohe, zumal getrocknete Erbsen lassen sich nicht zu einem Mus durch ein Sieb streichen - praktikabel ist nur vorgekochte, weiche Ware. Der eng verwandte meb-006 bestätigt das mit „gesotenn arbeyß“ (gesottene Erbsen). Diese Annahme ist eine sinnvolle Praxis-Ergänzung, im Transkript selbst aber nicht belegt.

Praxis. Getrocknete Erbsen weich kochen und durch ein Sieb zu einem Mus streichen. Ebenso viele Eier untermischen. Die Masse in wenig Schmalz oder Butter in der Pfanne backen, bis sie fest und schnittfest ist. In Stücke schneiden, auf einen Spieß stecken und über der Glut drehen, dabei mehrfach mit verquirltem Ei bestreichen, bis die Hülle golden glänzt. Warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="arbais" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für Erbsen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="preat" resp="#fyndling">Vermutlich die bairische Schreibung von „brät“ (3. Pers. Sg. Präs. von „braten“, p/b-Wechsel wie in prat/pratt=braten korpusweit belegt), nicht „bereiten“. Der Titel bedeutet damit „Wie man Erbsen brät/röstet“.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="sib" resp="#fyndling">Ein Sieb zum Passieren der Erbsen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Tierisches Fett, meist Schweineschmalz. Für eine vegetarische Variante kann Pflanzenöl oder Butterschmalz verwendet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="putern" resp="#fyndling">Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="spis" resp="#fyndling">Ein Bratspieß, über offenem Feuer oder Glut verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-031-orig" n="beslach" resp="#fyndling">Bedeutet hier „ummanteln“ oder „beschlagen“, also mit Eiern überziehen, vermutlich als letzte Schicht, die auf der heißen Oberfläche stockt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-031-orig" n="preat" resp="#fyndling">Verbform von „braten“ (3. Pers. Sg. Präs., bairischer p/b-Wechsel wie in prat/pratt=braten korpusweit belegt). „Wie man arbais preat“ bedeutet „Wie man Erbsen brät/röstet“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein Hecht wird im Ganzen enthäutet, die Haut bleibt dabei als eine zusammenhängende Hülle erhalten. Das enthäutete Fleisch wird gesotten, entgrätet und mit Kräutern, Ei, Pfeffer und Safran zu einer Farce gestoßen, die zurück in die eigene Haut gefüllt wird - am Ende steht wieder ein ganzer Fisch auf dem Tisch, aus seiner eigenen Substanz wiederhergestellt. Die Technik ist bis heute als festlicher „gefüllter Hecht/Karpfen" im deutschen, polnischen und tschechischen Sprachraum bekannt und erinnert im Grundprinzip an das jiddische gefilte fish („gefüllter Fisch") - eine belegte direkte Linie von dieser einen Handschrift zu diesen späteren Traditionen besteht allerdings nicht, die Parallele ist strukturell, nicht genealogisch.

Warum wird die Haut roh abgezogen, bevor der Fisch gart?

Fischhaut lässt sich nur im rohen Zustand am Stück lösen, ohne beim Garen zu reißen oder zu schrumpfen. Das anschließende gründliche Sieden erfüllt zwei Aufgaben zugleich: Es gart das Fleisch, und die Hitze löst die Gräten, was das Entgräten erleichtert.

Was macht das rohe Ei?

Es bindet die zerstoßene Fisch-Kräuter-Masse und geliert erst beim abschließenden Rösten - zeittypisch und ohne spätere Bindemittel wie Mehlschwitze.

Ein unausgesprochener Schritt: das Salzen.

Der Text warnt am Ende ausdrücklich davor, den Fisch zu versalzen, nennt zuvor aber an keiner Stelle einen eigenen Salzschritt. Die Warnung setzt also einen Salzschritt voraus - naheliegend im Siedewasser oder in der Farce -, ohne ihn je zu benennen. Diese Lücke steht so im Transkript und wird hier nicht aufgefüllt.

Praxis.

Die Haut muss vom rohen Fisch abgezogen werden, nur so bleibt sie am Stück. Das enthäutete Fleisch gut durchsieden, dann die Gräten entfernen. Fischfleisch mit den Kräutern zerstoßen, dann rohes Ei, Pfeffer und Safran untermischen. Die Haut damit füllen und rösten, bis die Füllung durchgehend fest ist und kein rohes Ei mehr flüssig im Kern steht - der Text nennt dafür nur eine knappe Zeitangabe, dieser Garzustand ist der sichere Maßstab für den Nachkoch. Rund 75-90 Minuten Zeit am Feuer einplanen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-032-orig" n="loez Im ab die haut" resp="#fyndling">‚Lösen‘ oder ‚abziehen‘ der Haut. Dies ist eine klassische mittelalterliche Technik, um den Fisch als Ganzes zu präsentieren und dann mit einer Farce zu füllen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-032-orig" n="great" resp="#fyndling">Die Gräten des Fisches, die vor dem Füllen sorgfältig entfernt werden müssen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-032-orig" n="kreweter" resp="#fyndling">Ein allgemeiner Begriff für Küchenkräuter. Typisch wären Petersilie, Dill oder Majoran.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-032-orig" n="vvll" resp="#fyndling">Eine frühneuhochdeutsche Schreibweise für den Imperativ ‚füll‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-032-orig" n="rost in ein wenig" resp="#fyndling">Bedeutet, den gefüllten Hecht zu rösten. Der Text nennt dafür nur eine knappe Zeitangabe (‚ein wenig‘), aber keine Garprobe - als Praxismaßstab gilt: rösten, bis die Füllung durchgehend fest ist.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-032-orig" n="versalcz In nicht" resp="#fyndling">Eine häufige Anweisung in mittelalterlichen Rezepten, die auf die Wichtigkeit einer ausgewogenen Würzung hinweist und vor übermäßigem Salzen warnt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-032-orig" n="guete kreweter" resp="#fyndling">Allgemeine, nicht näher benannte Kräuter, wie es der Text selbst offen lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-032-orig" n="rost in ein wenig" resp="#fyndling">In der Praxis: rösten, bis die Füllung durchgehend fest ist und kein rohes Ei mehr flüssig im Kern steht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßes, durch ein Tuch passiertes Mandelmus: Mandeln (oder ersatzweise geriebenes Weißbrot) werden in Wasser eingeweicht und ausgedrückt, dann mit Milch fein durchgeschlagen und optional gezuckert. Technisch die klassische Methode der Mandelmilch-Herstellung, hier zu einem dickeren Mus weitergeführt. Das heutige deutsche „Mandelmus“ meint meist Mandelbutter (trocken gemahlene Mandeln ohne Flüssigkeit) - mit diesem milchbasierten Feinmus nicht zu verwechseln.

Ein halbes Pfund, nicht 30 Kilo. „Talentum“ liest sich wie das antike Großgewicht (30-60 kg), meint hier aber ein Pfund: Diefenbachs Glossarium Latino-Germanicum glosst „talentum“ direkt als „pfunt“, und der Zwillingstext b4-032 hat an derselben Stelle wörtlich „ein halb phunnt Mandel“. Die Menge ist also ein plausibles halbes Pfund, etwa 250 g Mandeln - keine symbolische oder unrealistische Angabe.

Stärke statt Rätselzutat. „vmerdum“ bleibt für sich genommen unklar, doch die kognate Schreibung „vmbedum“ ist im Zwillingstext b4-032 über eine CoReMA-Sachglosse als Stärke identifiziert, und der Meister-Hans-Zwilling mha-002 schreibt an derselben Stelle offen „Stärke (Amylum)“. Gemeint ist ein Bindemittel; das im Text genannte Weißbrot ist die ausdrücklich angebotene Ersatzoption, falls keine Stärke zur Hand ist - keine zweite, zusätzliche Zutat.

Praxis. Mandeln (oder das Weißbrot) in Wasser einweichen und gut auspressen, dann die ausgedrückte Masse mit Milch durch ein Tuch schlagen - das ergibt die feine, cremige Konsistenz. Ganze Mandeln lassen sich so kaum auspressen; vermutlich setzt der Text stillschweigend voraus, dass sie vorher fein zerkleinert oder im Mörser gestoßen werden, auch wenn das nirgends ausdrücklich steht. Der ganze Vorgang kommt ohne Hitze aus - kein Topf, kein Feuer nötig. Wer es süß mag, gibt am Ende Zucker dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="geticht" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚Abhandlung‘ oder ‚Traktat‘, der eine Sammlung von Rezepten einleitet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="manigerlay essen" resp="#fyndling">Bedeutet ‚verschiedene Speisen‘ oder ‚allerlei Gerichte‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="hofleich" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kontext bedeutet ‚höflich‘ nicht nur anständig, sondern auch kunstvoll, raffiniert und angemessen für eine gehobene Tafel.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="gemuesen" resp="#fyndling">Hier als Teil einer Kapitelüberschrift ‚Von allerlay Gemüsen‘ zu verstehen, die den folgenden Rezeptabschnitt einleitet, nicht als Zutat für dieses spezifische Mandelmus.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="talentum" resp="#fyndling">Diefenbachs Glossarium Latino-Germanicum glosst ‚talentum‘ direkt als ‚pfunt/pfund‘. Der textliche Zwilling b4-032 hat an dieser Stelle wörtlich ‚ein halb phunnt Mandel‘ - Übersetzung entsprechend als ‚Pfund‘, nicht als antikes Großgewicht (30-60 kg).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="vmerdum" resp="#fyndling">Für sich genommen unklar, aber die kognate Schreibung ‚vmbedum‘ ist im Zwillingstext b4-032 über eine CoReMA-Sachglosse als Stärke identifiziert; der Meister-Hans-Zwilling mha-002 schreibt an derselben Stelle offen ‚Stärke (Amylum)‘. Übersetzung entsprechend als Stärke.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel oder Weißbrotkrume, die im Mittelalter häufig als Bindemittel in Saucen und Mus verwendet wurde, da Mehlbindungen (wie die Mehlschwitze) erst später aufkamen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="pall es schoan aus" resp="#fyndling">Bedeutet ‚drücke es gut aus‘ oder ‚presse es sauber aus‘, um Flüssigkeit zu entfernen oder eine feine Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-033-orig" n="slach mit der milch durich ein tuch" resp="#fyndling">Diese Anweisung beschreibt das Passieren der Masse mit Milch durch ein Tuch, um eine sehr feine, glatte Flüssigkeit oder ein Mus zu erhalten. Dies ist eine typische Methode zur Herstellung von Mandelmilch oder feinen Pürees.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein geliertes Mandelmilch-„Käse“-Imitat: Mandelmilch wird mit Hausenblase (Fischblasen-Gelatine) gebunden, gezuckert, in einer verglasten Schale fest werden lassen, geviertelt und mit süßer Mandelmilch sowie Mandelkernen serviert. Damit ist es ein Vorläufer geleeartiger Milchdesserts wie dem Blancmange - und weil hier Tiermilch durch Mandelmilch ersetzt wird, zugleich ein entfernter Vorfahr heutiger pflanzlicher „Käse“-Imitate aus Nussmilch, die ebenfalls über ein Geliermittel Form und Schnittfestigkeit erhalten.

Die Mandelmenge ist mit anderthalb Pfund anzusetzen, also je nach zugrunde gelegter Pfund-Konvention etwa 675 bis 750 g. Das ergibt eine deutlich größere Portion als ein kleines Häppchen und passt zur Angabe „für ein Gericht“ sowie zum Vierteln am Ende.

Praxis. Mandeln fein reiben und durch ein Tuch schlagen, damit eine feine Mandelmilch-Basis entsteht. Die Hausenblase getrennt in Wasser aufkochen, bis sie sich löst. Das Hausenblasen-Wasser mit den geriebenen Mandeln und weiterem gekochtem Wasser durchschlagen und passieren, damit sich das Geliermittel gleichmäßig verteilt. Die Milch danach nicht mehr kochen - zu starke Hitze schwächt die Gelierkraft der gelösten Hausenblase. Mit Zucker süßen. Die Masse in eine verglaste (glasierte) Schale füllen und kühl fest werden lassen; der Text nennt weder Dauer noch Temperatur, in der Praxis reichen mehrere Stunden bis über Nacht im Kühlschrank. Den fertigen Block vierteln, süße Mandelmilch dazwischengießen und mit Mandelkernen bestecken.

Ohne Kühlmöglichkeit wird die Masse bei Marktbedingungen (offenes Feuer, Sommerhitze) nicht zuverlässig fest - für die Lagerküche ist das Gericht deshalb nicht geeignet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-034-orig" n="Talentum" resp="#fyndling">Ein „Talentum“ entspricht in diesem Rezept einem Pfund. Diefenbachs Glossar übersetzt „talentum“ direkt mit „pliunt, pfunt, pfund“; dieselbe Lesart bestätigt der bairisch-österreichische Korpus (u. a. mon-224/227/231) sowie der textnahe Zwilling b4-032, der an gleicher Stelle „i1/2 libra“ (anderthalb Pfund) liest. 1 1/2 Talentum entsprechen damit, je nach regionaler Pfund-Konvention, etwa 675 bis 750 g.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-034-orig" n="Hausenblase" resp="#fyndling">Die getrocknete Schwimmblase des Hausens (einer Störart), die als hochwertiges, geschmacksneutrales Geliermittel verwendet wurde. Sie ist heute schwer erhältlich und kann durch moderne Gelatine ersetzt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-034-orig" n="Firdung" resp="#fyndling">Ein ‚Firdung‘ (auch Viertung) war eine Gewichtseinheit, die einem Viertel eines Pfunds entsprach. Ein halber Firdung sind somit 1/8 Pfund, also etwa 62,5 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-034-orig" n="Reindl" resp="#fyndling">Ein ‚Reindl‘ ist eine flache, oft verglaste oder emaillierte Schüssel oder ein Pfännchen, typisch für die österreichische Küche. Hier dient es als Form für den Mandelkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-034-orig" n="schikch" resp="#fyndling">Das Verb ‚schicken‘ bedeutet hier ‚zubereiten‘ oder ‚herrichten‘, im Sinne von etwas für den weiteren Gebrauch vorbereiten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-034-orig" n="i1/2 talentum" resp="#fyndling">1 1/2 Pfund Mandeln (je nach regionaler Pfund-Konvention ca. 675-750 g). Diefenbachs Glossar übersetzt „talentum“ direkt mit „pliunt, pfunt, pfund“; im selben bairisch-österreichischen Dialektraum liest der bereits reviewte Korpus (mon-224/227/231) „Talentum“ durchgängig als Pfund, und der textnahe B4-Zwilling b4-032 hat an derselben Rezeptstelle „i1/2 libra“ (= anderthalb Pfund) statt talentum.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-034-orig" n="die plater soltu mit dem mandel durich slahen mit gesoten wasser" resp="#fyndling">Die Hausenblase sollst du mit den Mandeln und gekochtem Wasser durchschlagen (und passieren). Dies impliziert, dass die Hausenblase zusammen mit den Mandeln und dem Wasser fein zerkleinert und passiert wird, um eine homogene Masse zu erhalten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plater"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Mandelziger für Fastentage: Mandelmilch wird eingedickt, gesäuert, unter einem Gewicht ausgepresst und wie ein junger Frischkäse angerichtet - der Text selbst nennt das Ergebnis ‚mandel cziger‘. Die nächste lebende Verwandte ist die pflanzliche Linie von Frischkäse und Quark: dasselbe Grundprinzip, Milch mit Säure verdicken, im Tuch abtropfen lassen, unter Gewicht pressen, teilt sich der Mandelziger mit Paneer und mit modernen veganen Mandel-‚Käse‘-Produkten, nur mit Jahrhunderten Abstand.

Wie fest die Säure wirklich macht. Wein oder Essig lassen die zuvor eingedickte Mandelmasse ausflocken - Mandelmilch enthält allerdings kein Kasein, sodass hier kein Käsebruch im eigentlichen Sinn entsteht, sondern eine partielle Ausflockung von Eiweiß und Stärke durch Hitze und Säure. Fest wird die Masse vor allem durch das anschließende Pressen unter einem Gewicht - der Text nennt das als eigenen Schritt (‚beswer sie daz sy hert werd‘, beschwere sie, damit sie fest wird).

‚durich slahen‘. Gemeint ist wohl das kräftige Durcharbeiten der Mandelmilch, bis sie dick wird - der Text nennt ‚dikch‘ (dick) ausdrücklich als Ziel, bevor gesotten wird. Das Wörterbuch Diefenbach glossiert dasselbe Wort andernorts mit lateinisch ‚cribrare‘ (sieben), was auch auf ein Durchseihen durch ein Tuch verweisen könnte. Da der Text das Verdicken aber vor dem Sieden verlangt, bleibt das Durcharbeiten die naheliegendere Lesart.

Praxis. Mandelmilch aus 250 g gemahlenen Mandeln und Wasser ansetzen, kräftig durchrühren oder -schlagen, bis sie dick wird, dann aufsieden lassen. Mit Salz würzen, einen Schluck Wein oder Essig unterrühren. Die Masse auf ein weißes Tuch schütten, das Tuch verschließen und unter einem schweren Gegenstand auspressen, bis sie fest ist - eine Kühlung ist dafür nicht nötig. Danach in Stücke schneiden, auf einer Schüssel anrichten, mit gezuckerter kalter Mandelmilch übergießen und mit Mandelkernen bestecken.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="mandel cziger" resp="#fyndling">Ein ‚Mandelziger‘ ist ein pflanzliches Käse-Imitat, das aus Mandelmilch hergestellt wird. Es wurde besonders in der Fastenzeit als Ersatz für Käse aus Tiermilch gegessen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="talentum" resp="#fyndling">Das ‚Talentum‘ ist hier ein halbes Pfund (rund 250 g) - eine lateinische Gewichtsbezeichnung, die das Wörterbuch Diefenbach direkt mit ‚Pfund‘ glossiert. Der nahezu wortgleiche Zwillingstext in der Handschrift B4 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187) bestätigt das an derselben Stelle mit ‚ainem halben phunt Mandel‘ (einem halben Pfund Mandeln).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="durich slahen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚durchschlagen‘ - hier im Sinne von die Mandelmilch kräftig durcharbeiten, bis sie dick wird. Das Wörterbuch Diefenbach glossiert dasselbe Wort andernorts auch mit lateinisch ‚cribrare‘ (sieben).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="weisz tuech" resp="#fyndling">Ein ‚weißes Tuch‘, vergleichbar mit einem modernen Käsetuch oder Passiertuch, dient zum Abtropfen der Mandelmasse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="beswer" resp="#fyndling">‚Beschweren‘ bedeutet hier, die abtropfende Mandelmasse mit einem Gewicht zu pressen, damit sie ihre feste Form erhält, ähnlich der Käseherstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="kalte milch" resp="#fyndling">Eine ‚kalte Milch‘ ist hier eine süße, dünnflüssige Mandelmilch, die als Sauce zum Mandelziger serviert wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-035-orig" n="das schat nicht" resp="#fyndling">Diese Phrase bedeutet ‚das schadet nicht‘ oder ‚das ist in Ordnung‘ und kennzeichnet oft eine optionale Zutat oder eine unbedenkliche Ergänzung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-035-orig" n="durich slahen" resp="#fyndling">Kräftiges Durcharbeiten der Mandelmilch, bis sie dick wird - der Text nennt ‚dikch‘ (dick) ausdrücklich als Ziel, bevor gesiedet wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein passiertes, mit Wein gestrecktes und gesüßtes Mandelmus - eine feine, cremige Süßspeise ohne Getreide- oder Eierbindung. Lebende Verwandtschaft: am ehesten Vorläufer heutiger feiner Mandelcremes/Mandelmus-Desserts; entfernter verwandt mit der Blancmanger-Tradition, die aber meist zusätzlich Reis und/oder Geflügel enthält - hier fehlen beide, es bleibt ein reines Mandel-Wein-Mus.

"Slach die durich" - was bedeutet das Durchschlagen? Das ist kein bloßes Verrühren, sondern echtes Passieren: Die geriebenen Mandeln werden zusammen mit dem Wein durch ein Tuch oder feines Sieb gedrückt, sodass eine glatte Flüssigkeit entsteht und grobe Mandelpartikel zurückbleiben. Das ist funktional dieselbe Technik wie bei der klassischen mittelalterlichen Mandelmilch-Herstellung, hier nur mit Wein statt Wasser oder Brühe als Flüssigkeit.

Praxis. Mandeln fein reiben oder im Blender mahlen, dann portionsweise mit dem Wein durch ein Passiertuch oder ein feines Sieb streichen beziehungsweise drücken - das trennt die feine Mandelmilch vom groben Trester. Die passierte Flüssigkeit mit Zucker süßen und im Topf aufkochen lassen, bis sie durch das Mandeleiweiß leicht bindet; dabei gelegentlich rühren. Kein anachronistisches Bindemittel nötig, keine Mehlschwitze - die leichte Bindung kommt allein von den Mandeln.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-036-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnet im Mittelalter eine breiige Speise, oft aus zerstoßenen Früchten, Nüssen oder Gemüse, die gesüßt oder gewürzt wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-036-orig" n="mandel chernn" resp="#fyndling">Mandelkerne, die hier zu einem Mus verarbeitet werden. Für ein feines Mus wurden sie oft geschält und sehr fein gerieben oder gestoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-036-orig" n="slach die durich" resp="#fyndling">‚Durchschlagen‘ bedeutet hier, die Masse durch ein Sieb oder Tuch zu passieren, um eine besonders feine und glatte Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-036-orig" n="wechlischen wein" resp="#fyndling">‚Welsch‘ bezog sich im Mittelalter auf romanischsprachige Gebiete, insbesondere Italien oder Frankreich - ein sprachlich-ethnischer Herkunftsmarker, keine Kompassrichtung. ‚Welschischer Wein‘ meint hier also einen importierten Wein aus diesen Gebieten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-036-orig" n="zuker" resp="#fyndling">Zucker war im Mittelalter ein teures Importgut und ein Statussymbol. Oft wurde Rohrzucker verwendet, der eine leicht bräunliche Farbe hatte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-036-orig" n="slach die durich" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als ‚passieren‘ übersetzt, was das Durchstreichen durch ein Sieb oder Tuch zur Erzielung einer feinen Konsistenz bedeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-036-orig" n="wechlischen wein" resp="#fyndling">Die Übersetzung ‚welschischer Wein‘ bezieht sich auf Wein aus romanischsprachigen Gebieten, insbesondere Italien oder Frankreich - ein ethnisch-sprachlicher Herkunftsmarker, keine Kompassrichtung ("südlich").</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßes Mus aus geriebenen Mandeln, die mit Wein zu einer Art Mandelmilch verarbeitet und mit gestoßenem Reis gebunden werden - fleischlos, gezuckert, ein schlichter Verwandter der Blancmanger-Familie ohne das dort sonst übliche zerzupfte Hühnerfleisch. Erinnert an einen einfachen Milchreis, hier mit Mandel-Wein-Basis statt Kuhmilch und Reismehl als Bindemittel.

Durchschlagen mit Wein. ‚Durchschlagen' wird hier - wie im unmittelbar benachbarten Parallelrezept ‚Ein ander gmus von mandel' - als ‚durch ein Tuch oder Sieb passieren' gelesen: Die geriebenen Mandeln werden mit Wein zu einer Art Mandelmilch verarbeitet, der Wein tritt an die Stelle von Wasser. Das anschließende Stehenlassen zieht das Mandelmehl im Wein weiter aus.

Binden mit Reis. Der gestoßene Reis (heute Reismehl) wird zugegeben, bis - so der Text wörtlich - man meint, es sei genug; eine feste Mengenangabe fehlt bewusst, die Menge richtet sich nach der gewünschten Dicke. Bei fein gemahlenem Reismehl dickt die Masse innerhalb weniger Minuten Kochzeit an; wird stattdessen gröber gestoßener roher Reis verwendet, braucht die Stärke deutlich länger, bis sie durchgegart ist und das Mus nicht mehlig-roh schmeckt.

Praxis. Mandeln reiben oder fertig gemahlen verwenden, mit gutem Weißwein verrühren und durch ein feines Tuch oder Sieb passieren; kurz ziehen lassen. Reismehl esslöffelweise einrühren, bis die gewünschte Dicke erreicht ist, unter Rühren aufkochen lassen. Vorsichtig salzen - der Text warnt ausdrücklich vor Übersalzen - und mit Zucker süßen. In rund 20-25 Minuten im Topf am Feuer fertig, mit lagerfähigen Zutaten ohne Kühlbedarf.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-037-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Ein Mus oder Püree, hier eine süße Speise. Der Begriff ist verwandt mit dem modernen ‚Gemüse', bezeichnete aber im Mittelalter allgemein eine zubereitete Speise, oft breiartig.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-037-orig" n="gestossen reis" resp="#fyndling">Fein zerstoßener Reis, vergleichbar mit Reismehl, dient hier als Bindemittel und zur Textur des Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-037-orig" n="dich" resp="#fyndling">Akkusativ-Pronomen zum unpersönlichen Verb ‚dünken': ‚dich dunkcht' bedeutet ‚es dünkt dich', ‚du meinst/hältst es für'. Kein Bezug zum Adjektiv ‚dick' (Konsistenz) - eine naheliegende, aber falsche Lesart.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#dich"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-037-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Häufige Warnung vor Übersalzen in mittelalterlichen Rezepten, besonders bei Süßspeisen. Der Text nennt keinen weiteren Grund für die Warnung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-037-orig" n="slach in durich" resp="#fyndling">‚Durchschlagen' wird hier - wie im unmittelbar benachbarten Parallelrezept ‚Ein ander gmus von mandel' (w1-036, vgl. b4-034) - als ‚durch ein Tuch oder Sieb passieren' gelesen: Die geriebenen Mandeln werden mit Wein zu einer Art Mandelmilch verarbeitet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-037-orig" n="1/2 mandel" resp="#fyndling">Ohne Einheitswort im Transkript wird ‚1/2 mandel' als halbes Pfund gelesen, analog zu ‚ein halb phunnt mandel' im Parallelrezept b4-035, da ‚Pfund' im Korpus die übliche Mengenangabe für Mandeln ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßes Nussmus (im Text ‚Ein kernn mues‘ - Kernmus genannt): fein zerkleinerte, gesottene Walnüsse werden in selbstgemachter Mandelmilch aufgekocht, mit Zucker gesüßt und ausdrücklich nicht übersalzen serviert. Strukturell verwandt mit heutigen Nussmilch-Grießbreien und Mandelmilch-Puddings; näher historisch verwandt ist die Blamensier-Familie, die dasselbe Prinzip - gemahlener Kern in Mandelmilch, gesüßt - meist mit Reis statt Nüssen umsetzt.

Die Mengenangabe folgt der im Korpus durchgängigen Lesart: ein halbes Talentum entspricht einem halben Pfund, hier also 250 g Mandeln für die Mandelmilch.

Eine kleine Verfahrensvariante gegenüber dem nahen Zwillingsrezept mon-231 (‚Acker-Mus‘) fällt auf: dort werden die Mandeln gesotten und die Walnüsse roh-geschält gehackt, hier ist es umgekehrt - die Walnüsse werden vor dem Hacken gesotten, für die Mandelmilch wird kein eigener Siede-Schritt genannt. Beides ist küchentechnisch stimmig; welche Funktion das Sieden der Nüsse hier konkret hat, sagt der Text selbst nicht - vermutlich erleichtert es das Zerkleinern von Hand.

‚Versalze es nicht‘ ist keine Anweisung gegen Salz überhaupt, sondern die zeittypische Warnung vor zu kräftigem Salzen - der Zwilling mon-231 fordert für dasselbe Gericht ausdrücklich ‚Salz nach Maß‘.

Praxis. Mandeln fein mahlen, mit wenig Wasser aufkochen und durch ein Tuch passieren - das ergibt die Mandelmilch; nicht zu viel auf einmal ansetzen, sie hält sich nicht lange. Walnüsse schälen, kurz sieden und danach fein hacken, bis sie grützeartig sind. Nüsse in die Mandelmilch geben, einmal aufwallen lassen, mit Zucker süßen und nur sparsam salzen. Sofort servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-038-orig" n="talentum" resp="#fyndling">Im Korpus (bairisch-österreichisch, 15. Jh.) wird ‚talentum‘ konsequent als Pfund verstanden, nicht als antikes Gewichtsmaß: Diefenbachs zeitgenössisches Glossar übersetzt es direkt mit ‚pfunt, pfund‘. Parallelrezepte lesen ‚1/2 talentum‘ korpusweit als halbes Pfund (250 g), so auch hier.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-038-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Die Schreibung ‚schan‘ (in ‚slach sie schan durich‘) ist dieselbe Wortform, nur orthographisch abweichend.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-038-orig" n="slach sie schan durich" resp="#fyndling">Wörtlich ‚schlage sie gründlich durch‘, gemeint ist das Passieren oder Filtern der Mandelmilch, um eine feine Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-038-orig" n="greusz" resp="#fyndling">Bezieht sich auf ‚Grütze‘ und dient hier als Vergleich für die gewünschte feine Zerkleinerung der Nüsse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-038-orig" n="wall tuen" resp="#fyndling">Eine alte Formulierung für ‚aufwallen lassen‘ oder ‚einmal aufkochen‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-038-orig" n="kernn mues" resp="#fyndling">Der historische Gattungsname (‚Ein kernn mues‘) bezeichnet eine Klasse mandelmilchbasierter Mus-Speisen mit einem gemahlenen Kern - hier Walnüsse - als Substanzgeber. Der moderne Titel benennt nur die Hauptzutat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-038-orig" n="slach sie schan durich" resp="#fyndling">Diese Anweisung wurde als ‚passiere sie gründlich‘ übersetzt, was das Filtern der Mandelmilch durch ein Tuch oder Sieb bedeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-038-orig" n="nusz" resp="#fyndling">Wir haben ‚nusz‘ als Walnüsse interpretiert, da diese im Mittelalter weit verbreitet und robust waren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandel-Zucker-Masse wird ohne jeden Kochvorgang zu einem Igel geformt und mit der Länge nach geschnittenen Mandelstiften als Borsten besteckt. Das ist im Kern das, was in deutschen Konditoreien bis heute als Marzipanigel hergestellt wird - dieselbe Grundtechnik: fein gestoßene Mandeln, die mit Zucker verknetet ihr Öl abgeben und dadurch binden, geformt und mit Mandelsplittern bestochen.

Reine Formgebung, kein Kochschritt. Das ganze Rezept verlangt keine Hitze: Mandeln stoßen, mit Zucker verkneten, formen, bestecken, servieren. Das macht es zu einem klassischen Schaugericht - robuste, unbegrenzt lagerfähige Zutaten, die sich gut vor Publikum verarbeiten lassen.

Zuckermenge und Bindung. Der Text nennt keine Zuckermenge und kein zusätzliches Bindemittel wie Rosenwasser oder Eiweiß, wie es in anderen zeitgenössischen Marzipanrezepten vorkommt. Mit modernen, meist schon leicht entölten gemahlenen Mandeln kann die Masse eher krümelig als geschmeidig ausfallen. Die verwandte Handschrift mha-006 deutet mit der Formulierung „wenn er nun fest ist“ eine Ruhephase vor dem Bestecken an; w1-039 selbst erwähnt diesen Zwischenschritt nicht, daher wird er hier nicht unterstellt.

„versalcz nicht“. Diese Anweisung wirkt in einem Rezept ohne jede Salz-Zutat zunächst deplatziert. Sie ist im Korpus als stehende Qualitäts-Formel breit belegt und daher eher eine allgemeine Handwerksregel als eine rezeptspezifische Handlung.

Praxis. Mandeln möglichst fein mahlen oder im Mörser stoßen, dann Zucker einarbeiten und kräftig verkneten, bis eine formbare, marzipanartige Masse entsteht - die genaue Menge ist im Text nicht angegeben, hier nach Gefühl vorgehen. Zu einer Igelform kneten und die zwölf der Länge nach geschnittenen Mandelstifte in die Mitte und über den ganzen Igel verteilt hineinstecken, sodass sie wie Borsten aussehen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-039-orig" n="Igel" resp="#fyndling">Der Igel war ein beliebtes Motiv für mittelalterliche ‚Schein-Gerichte‘ oder ‚Schaugerichte‘, die oft aus Marzipan oder einer Mandelmasse geformt wurden. Solche Speisen dienten der Unterhaltung und Zierde der Tafel.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-039-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">In einem süßen Gericht wie diesem ist die Anweisung ‚versalze nicht‘ eine Warnung, entweder gar kein Salz hinzuzufügen oder nur eine minimale Prise, um den süßen Geschmack nicht zu beeinträchtigen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-039-orig" n="slach in zu sam" resp="#fyndling">Die Masse zusammenfügen und kneten, bis sie formbar ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-039-orig" n="xij mandl chernn" resp="#fyndling">Zwölf ganze Mandelkerne, die der Länge nach geschnitten werden, um Borsten zu imitieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-039-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Nicht zu viel Salz hinzufügen, um den süßen Charakter des Gerichts zu bewahren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine geformte, gewürzte Rosinen-Zucker-Paste in Igelgestalt, mit Gewürznelken als Borsten besteckt und einer vergoldeten Muskatnuss im Maul - ein reines Schaugericht für die Tafel, kein Alltagsessen. Der textnahezu identische Zwilling b4-037 ("Von ainem Swarczen ygel") und der Cross-Book-Verwandte mha-007 bestätigen dieselbe Bauform unabhängig voneinander.

Trocken rösten, nicht dämpfen. "Swaissen" (mhd. "sweizen", Feuchtigkeit austreiben) meint hier das Anrösten der gewaschenen Rosinen in der Pfanne, bis sie trocken sind - nicht das Dämpfen. Das ergibt sich zwingend aus dem Folgesatz "wenn sie trocken sind": ein Dämpfschritt würde Feuchtigkeit zuführen statt entziehen. Der vollständig reviewte Zwilling b4-037 liest dieselbe Stelle ebenso als Trockenrösten.

Praxis. Rosinen waschen und verlesen, dann in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, bis sie trocken und geschmeidig sind - so entweicht die Restfeuchte, und die Masse verklumpt später im Mörser nicht. Abkühlen lassen, dann fein zerstoßen: Die eigene Klebrigkeit der Rosinen bindet die Masse, ohne dass Mehl oder Ei nötig wären. Zimt, Gewürznelken und Zucker unterkneten, zu einem Igel formen, mit ganzen Gewürznelken als Borsten bestecken und eine vergoldete Muskatnuss ins Maul setzen. Das Formen und Bestecken ist reine Präsentationsarbeit ohne weitere Gartechnik.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-040-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Getrocknete Weinbeeren, also Rosinen. Im Mittelalter waren Rosinen eine wichtige Süßungs- und Würzkomponente.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-040-orig" n="erchlaub" resp="#fyndling">Bedeutet ‚ausklauben‘ oder ‚verlesen‘, also sorgfältig reinigen und von unerwünschten Teilen befreien.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-040-orig" n="swaissen" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚trocken rösten‘ bzw. ‚die Feuchtigkeit austreiben‘ (mhd. ‚sweizen‘), nicht ‚dämpfen‘ - der Folgesatz ‚wenn sie trocken sind‘ setzt das voraus. Der textnahe Zwilling b4-037 liest dieselbe Stelle ebenso als Trockenrösten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-040-orig" n="Igel" resp="#fyndling">Ein ‚Schaugericht‘ (Schympffessen), das die Form eines Igels annimmt. Solche Imitationen von Tieren waren beliebte Elemente auf mittelalterlichen Festtafeln. Die ‚Borsten‘ sind hier aus Gewürznelken gesteckt; in anderen Rezepten dieser Gattung sind stattdessen Mandelsplitter belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-040-orig" n="gulden muschcat" resp="#fyndling">Eine Muskatnuss, die entweder von Natur aus eine goldene Farbe hatte, mit Blattgold überzogen wurde oder einfach als besonders wertvoll und dekorativ ausgewählt war. Sie diente als Blickfang im ‚Maul‘ des Igels.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-040-orig" n="erchlaub" resp="#fyndling">Verlesen, ausklauben. Die Rosinen sollen sorgfältig von Stielen oder Unreinheiten befreit werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-040-orig" n="vnsaubers" resp="#fyndling">Unsauberes, Verunreinigungen. Es soll sichergestellt werden, dass die Rosinen sauber sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-040-orig" n="muschcat" resp="#fyndling">Muskatnuss. Obwohl CoReMA ‚nutmeg apple‘ (die Frucht) verlinkt, ist im Kontext einer kleinen, dekorativen Beigabe für eine Igel-Figur die Muskatnuss (der Kern) die kulinarisch plausiblere Lesart. ‚Gulden‘ bezieht sich dann auf die Farbe oder eine Vergoldung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="ygel" resp="#fyndling">Ein „Igel“ ist hier ein Schaugericht, das in Form eines Igels präsentiert wird, nicht das Tier selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="libra" resp="#fyndling">Ein Pfund, im Mittelalter regional unterschiedlich, hier etwa 500 g.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="wasch daz mel dauon" resp="#fyndling">Getrocknete Feigen sind oft mit einer pudrigen Schicht überzogen, die hier abgewaschen werden soll, um die Masse sauberer und bindiger zu machen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="gwuercz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für eine Gewürzmischung. Typische mittelalterliche Gewürze wären Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat und Galgant.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚gründlich‘ oder ‚sorgfältig‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="silbren negln" resp="#fyndling">Wörtlich ‚silberne Nelken‘. Dies könnte Nelken bedeuten, die mit essbarem Silberblatt überzogen wurden (ein Luxus für Schaugerichte), oder einfach sehr dunkle, glänzende Nelken, die poetisch als ‚silbern‘ beschrieben werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-041-orig" n="poersterr" resp="#fyndling">Borsten oder Stacheln. Die Nelken werden hier verwendet, um die Stacheln des Igels darzustellen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-041-orig" n="gwuercz" resp="#fyndling">Gewürzmischung. Die Lesart ist durch den Kontext einer Zutat und die Wikidata-Verlinkung gesichert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-041-orig" n="czukerrs" resp="#fyndling">Zucker. Die Lesart ist durch den Kontext einer Zutat und die Wikidata-Verlinkung gesichert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-041-orig" n="poersterr" resp="#fyndling">Borsten. Die Nelken werden in die Igelform gesteckt, um die Stacheln oder Borsten des Tieres darzustellen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-041-orig" n="silbren negln" resp="#fyndling">Silberne Nelken. Dies bezieht sich auf Gewürznelken, die entweder mit echtem Silberblatt überzogen sind oder aufgrund ihres dunklen Glanzes poetisch als ‚silbern‘ beschrieben werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weiße Geislitz ist eine gezuckerte, dickgekochte Mandelmasse - Vorläufer des heutigen Mandelpuddings bzw. des europaweit verbreiteten Blancmanger der spätmittelalterlichen Kochbücher. Die Kopfzeile „Von furlay geyslicz“ ist eine Lese-/Schreibvariante von „Von vierlay Geyslicz“ (viererlei Geislitz) und eröffnet damit eine Serie von vier Farbvarianten derselben Grundspeise; der textgleiche Zwilling b4-039 in der Berliner Handschrift trägt genau diese Rubrik ausgeschrieben.

Die vorausgesetzte Basis. Die Anweisung „schlage sie mit der Geislitz durch“ setzt voraus, dass „die Geislitz“ bereits als fertige Basis existiert, durch die die fein geriebenen Mandeln passiert werden - vermutlich eine bereits angesäuerte Getreidegrütze, die dieses Rezept selbst nicht beschreibt. Ob damit ein bloßes Vermischen oder ein Passieren durch Sieb/Tuch gemeint ist, lässt der Wortlaut offen; der Zwillingstext b4-039 legt sich unter Verweis auf den Serien-Nachbarn „Grobe Geislitz“ („schlage sie durch ein Tuch“) auf Passieren fest, ein anderer Serien-Nachbar liest dieselbe Wendung als Einarbeiten - der Cluster ist hier selbst nicht einheitlich.

Praxis. Diese Anleitung beschreibt nur die Weiterverarbeitung einer bereits vorbereiteten Basis, nicht das ganze Gericht von Grund auf. Wer nachkochen will, braucht zuerst eine leicht gesäuerte Getreidegrütze (ersatzweise aus Hafer- oder Weizengrieß) - oder als moderne Vereinfachung schlicht Mandelmilch. Ein Pfund geschälte, fein geriebene Mandeln werden mit dieser Basis vermengt bzw. passiert, im Topf am Feuer aufgekocht, bei zu starker Bindung mit etwas Wasser verdünnt und mit Salz und Zucker nach Maß abgeschmeckt. Auf eine Schüssel gegeben, zieht die Masse beim Erkalten zu einer gestockten, kalt anrichtbaren Süßspeise an. Reine Kochzeit am Feuer: 20 bis 45 Minuten, zuzüglich der Vorbereitung der Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-042-orig" n="geyslicz / geislicz" resp="#fyndling">Die „Geislitz“ war ursprünglich eine saure Hafergrütze, entwickelte sich aber zu einer allgemeinen Bezeichnung für feste, gegossene und kalt gestockte Speisen. In diesem Rezept wird sie durch Mandeln und Zucker zu einer weißen, süßen Variante.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-042-orig" n="libra" resp="#fyndling">Ein „libra“ entspricht einem Pfund, das im Mittelalter regional variierte, aber meist um die 500 Gramm betrug.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-042-orig" n="schon" resp="#fyndling">Im Mittelhochdeutschen bedeutet „schon“ hier „gründlich“ oder „sauber“, nicht „ästhetisch schön“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-042-orig" n="furlay" resp="#fyndling">Lese-/Schreibvariante von „vierlay“ (viererlei) durch v/f-Wechsel und Minimenverwechslung. Der textgleiche Zwilling b4-039 trägt an derselben Stelle unzweideutig „Von vierrlay Geyslicz“ und bestätigt damit eine Vierergruppe: auf die weiße folgen schwarze, rote und grobe Geislitz.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-042-orig" n="zu massen" resp="#fyndling">Bedeutet „nach Maß sein“ oder „ausgewogen sein“ - die Zutaten sollen in einem passenden, mäßigen Verhältnis zueinander stehen, nicht bloß „nach Geschmack“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-042-orig" n="slach sy mit der geislicz durich" resp="#fyndling">„schlage sie mit der Geislitz-Masse durch“ - im Sinne von Passieren durch ein Sieb oder Tuch, wodurch die fein geriebenen Mandeln mit der Basis zu einer homogenen, klumpenfreien Masse verbunden werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Trotz des Namens „Geislitz" ist das hier keine saure Hafergrütze - die ursprüngliche Bedeutung des Wortes -, sondern eine dunkle, süß-würzige Sauce, gebunden und gefärbt mit zerstoßenem, geschwärztem Lebkuchen, gesüßt mit Honig und Zucker, gewürzt mit Ingwer und verlängert mit Rumanie-Wein - kalt zu Fleisch gereicht. Das Prinzip, geröstetes bzw. verbranntes Brot oder Lebkuchen als dunkles Binde- und Farbmittel zu nutzen, gehört zur europaweiten mittelalterlichen Familie der „schwarzen" Gewürzsaucen, deren bekanntestes Mitglied die französische Sauce Cameline ist (dort meist mit Zimt statt Verbrennung dunkel gehalten). Das Grundprinzip lebt bis heute in der fränkischen und bayerischen Lebkuchensauce zu Wild fort - eine Kontinuität des Verfahrens, keine belegte ununterbrochene Rezeptlinie von dieser Handschrift zur heutigen Küche.

Wie ist „die weinper durich slahen" zu verstehen?

Die Formulierung „vnd solt die weinper durich slahen" meint kein erneutes Zerstoßen der Rosinen - die wurden bereits am Anfang des Rezepts fein gerieben. Gemeint ist das Einarbeiten bzw. Unterrühren der Rosinenpaste in die angesetzte Masse aus Lebkuchenkrümeln, Honig und Gewürzen. Die textgleiche Zwillingshandschrift B4 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187, Rezept b4-040) zieht genau diese Stelle als Beleg heran, um ihre eigene, kürzere Formulierung „durch slachen" ebenfalls als Einarbeiten statt als zweites Passieren zu lesen.

Was heißt „mit der Geislitz sollst du die temperieren"?

Das Pronomen „die" bezieht sich nicht isoliert auf die zuvor genannten Gewürze, sondern auf die gesamte bereits angesetzte Masse aus Rosinen, Lebkuchenkrümeln, Honig und Gewürzen - diese wird abgestimmt und zur Geislitz vermengt. Auch hier trägt die Zwillingshandschrift B4 dieselbe knapp elliptische Formulierung, was für eine in beiden Fassungen geteilte, zeittypische Kürze spricht statt für eine Textlücke.

Praxis.

Rosinen fein reiben, bis eine klebrige Paste entsteht. Lebkuchen dünn schneiden, über offener Flamme bewusst schwarz anbrennen lassen, auskühlen lassen, im Mörser fein stoßen und durch ein feines Sieb oder Tuch treiben - der verkohlte Lebkuchen liefert sowohl die dunkle Farbe als auch die Bindung, eine Mehlschwitze braucht es nicht. Honig und Gewürze einrühren, die Rosinenpaste einarbeiten und kurz aufkochen lassen. Guten weißen Ingwer unterrühren und gut abschmecken. Wird die Sauce zu dick, mit Rumanie-Wein verdünnen. Kalt heißt hier abgekühlt auf Raumtemperatur - bei diesem honigreichen, durchgekochten Ansatz ist keine aktive Kühlung nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="swarcze geyslicz" resp="#fyndling">Die ‚Geislitz‘ (mhd. ‚geyslicz‘) bezeichnete ursprünglich eine saure Hafergrütze. Hier wird der Begriff jedoch, wie von CoReMA glossiert, für eine Sauce verwendet. Das ‚Schwarz‘ bezieht sich auf den verbrannten Lebkuchen, der als Farb- und Geschmacksgeber dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Im Mittelhochdeutschen oft für getrocknete Weinbeeren, also Rosinen, verwendet.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚gründlich‘ oder ‚sorgfältig‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="leczlten" resp="#fyndling">Lebkuchen oder Honigkuchen. Hier speziell für die Verwendung in Saucen zubereitet, oft durch Rösten oder Verbrennen für Farbe und Aroma.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="schifflen von leczlten gemacht" resp="#fyndling">Kleine, schiffchenförmig geformte Lebkuchenstücke, offenbar als eigenständige Fertigware erhältlich, die man wahlweise durch selbst geschnittenen und schwarz gebrannten Lebkuchen ersetzen konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="pheffer sib" resp="#fyndling">Ein feines Sieb, ursprünglich zum Sieben von gemahlenem Pfeffer, hier zum Passieren des zerstoßenen Lebkuchens.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="talentum" resp="#fyndling">Ein antikes Gewichtsmaß, dessen Größe je nach Region und Zeit stark schwankte. Andere Fassungen desselben Rezepts setzen an derselben Stelle ein „Pfund“ Honig ein bzw. verwenden „Talentum“ selbst als bairisch-österreichisches Handelsgewicht von rund einem Pfund (etwa 500 Gramm) - nicht die große antike Talent-Einheit.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="gut gwurcz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus gängigen Gewürzen der Zeit, typischerweise Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="weissen Innwer" resp="#fyndling">Ingwer, der geschält und getrocknet wurde, um eine helle Farbe zu erhalten. Er wurde oft für helle oder farbkritische Gerichte verwendet, um keine dunklen Spuren zu hinterlassen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="ruer es wol ab" resp="#fyndling">Eine gängige Schlussformulierung in mittelalterlichen Rezepten, die das Abschmecken und Fertigstellen des Gerichts bedeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-043-orig" n="rumanie" resp="#fyndling">Ein süßer Importwein - der Name geht auf ‚Rômânîe‘ als mittelalterliche Bezeichnung für einen politischen Raum zurück, vermutlich mit Bezug auf den östlichen Mittelmeerraum, und ist nicht mit dem heutigen Staat Rumänien zu verwechseln. Der Korpus-Glossareintrag zu diesem Rezepttyp führt den Wein als historischen italienischen Import-Süßwein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-043-orig" n="geyslicz" resp="#fyndling">Sauce. CoReMA glossiert ‚geyslicz‘ in diesem Kontext als ‚sauce‘, was die Verwendung als Gewürzsauce nahelegt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-043-orig" n="j talentum honigs" resp="#fyndling">Ein bairisch-österreichisches Handelsgewicht von rund einem Pfund (etwa 500 Gramm), nicht die antike Talent-Großeinheit. Andere Fassungen desselben Rezepts setzen an derselben Stelle ein ‚Pfund‘ Honig ein bzw. verwenden ‚Talentum‘ selbst ausdrücklich mit dieser Bedeutung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-043-orig" n="rumanie" resp="#fyndling">Historischer italienischer Import-Süßwein, dessen Name auf ‚Rômânîe‘ als mittelalterliche Bezeichnung für einen politischen Raum zurückgeht - vermutlich mit Bezug auf den östlichen Mittelmeerraum, nicht auf den heutigen Staat Rumänien.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-043-orig" n="die weinper durich slahen" resp="#fyndling">Die Rosinenpaste in die angesetzte Masse einarbeiten bzw. unterrühren, nicht erneut zerstoßen - die Rosinen wurden bereits zu Beginn des Rezepts fein gerieben. Die textgleiche Zwillingshandschrift B4 (Rezept b4-040) zieht diese Stelle explizit als Beleg heran, um ihre eigene, kürzere Formulierung ebenfalls als Einarbeiten zu lesen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-043-orig" n="mit der geislicz solt du die temperieren" resp="#fyndling">‚Die‘ bezieht sich auf die gesamte zuvor angesetzte Masse aus Rosinen, Lebkuchenkrümeln, Honig und Gewürzen, die abgestimmt und zur Geislitz vermengt wird - nicht isoliert auf die Gewürze.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gewürzte, süße, kalt gestürzte Grützspeise auf Basis der sauren Hafergrütze (Geislitz), hier mit Rosinen und Honig rot angereichert - dieselbe rote Variante wie die Zwillinge b4-041 und mon-240. Am ehesten vergleichbar ist die englische Frumenty, eine mittelalterliche Getreidegrütze mit Trockenfrüchten und Gewürzen, auch wenn Frumenty warm gegessen wird, während diese Geislitz kalt gestürzt wird. Mit der heutigen deutschen Roten Grütze teilt das Gericht nur Name und Farbe, keine inhaltliche Verwandtschaft - die moderne Beeren-Grütze ist stärkebasiert, diese Geislitz dagegen eine gesäuerte Hafergrütze.

Ist ein Wein-Bezug im Rezept belegt? Nein. Weder der Transkript-Text noch die beiden fast wortgleichen Zwillinge b4-041 und mon-240 erwähnen Wein; alle drei setzen stattdessen die vorbereitete Geislitz-Grundgrütze voraus (Grundrezept: mha-132). Ein früherer Wein-Honig-Zusatz zu Titel und Annotation dieses Rezepts war unbelegt und wurde entfernt.

Wie viel ist ein ‚Talent' Rosinen bzw. Honig? Unklar in absoluten Zahlen. Der Zwilling b4-041 verwendet an derselben Stelle ‚phunt'/‚libra' (Pfund) statt ‚talentum', was auf eine ähnliche Größenordnung hindeutet; der dritte Zeuge mon-240 schreibt jedoch ebenfalls ‚talentum', sodass die Gleichsetzung nicht gesichert ist.

Praxis. Setze zunächst die saure Hafergrütze nach dem Geislitz-Grundrezept an (siehe mha-132). Arbeite in die noch warme Grütze je etwa ein halbes Pfund (rund 250 g) Rosinen und Honig ein, gib die Gewürzmischung, Pfeffer und Safran dazu und lass alles gemeinsam kurz aufkochen, bis die Masse bindet. Dann in eine Schüssel gießen und vollständig auskühlen lassen - die Grütze wird beim Erkalten von selbst fest, ein Ofen ist nicht nötig. Nicht nachsalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-044-orig" n="geislicz" resp="#fyndling">Eine ‚Geislitz' war ursprünglich eine saure Hafergrütze; das Wort geht vermutlich auf ein slawisches Lehnwort zurück (böhmisch kyselice, saure Mehlspeise). Später wurde der Begriff auf verschiedene feste, gegossene und kalt gestockte Speisen ausgeweitet. Die Grundzubereitung ist bereits übersetzt: mha-132.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-044-orig" n="talentum" resp="#fyndling">Das ‚Talent' war eine antike und mittelalterliche Gewichtseinheit, deren genauer Wert regional stark variierte. Der nahezu wortgleiche Zwilling b4-041 verwendet an derselben Stelle ‚phunt'/‚libra' (Pfund) statt ‚talentum' - ein Hinweis, dass hier ebenfalls etwa ein Pfund gemeint sein könnte. Der dritte Zeuge mon-240 schreibt jedoch ebenfalls ‚talentum', sodass die genaue Umrechnung für Wien im 15. Jahrhundert offen bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-044-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Obwohl wörtlich ‚Weinbeeren', sind in mittelalterlichen Rezepten meist getrocknete Weinbeeren, also Rosinen, gemeint, besonders wenn sie gekocht oder in Saucen verwendet werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-044-orig" n="durich slohen" resp="#fyndling">‚Durchschlagen' bedeutet hier, die Zutaten einzuarbeiten oder durch ein Sieb zu streichen, um eine feine, glatte Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-044-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">‚Gewürze' ist ein allgemeiner Begriff für eine Mischung aus gängigen Gewürzen der Zeit, oft Pfeffer, Ingwer, Nelken und Zimt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-044-orig" n="geislicz" resp="#fyndling">Feste, gegossene und kalt gestockte Speise auf Basis der sauren Hafergrütze, hier mit Rosinen, Honig und Gewürzen rot angereichert - dieselbe Grundzubereitung wie im Basisrezept mha-132 und den Zwillingen b4-041 und mon-240.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-044-orig" n="talentum" resp="#fyndling">Eine historische Gewichtseinheit unklaren Werts; der Zwilling b4-041 verwendet an derselben Position ‚phunt'/‚libra' (Pfund) statt ‚talentum', was auf eine ähnliche Größenordnung hindeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-044-orig" n="durich slohen" resp="#fyndling">Die Rosinen sollen in die Geislitz-Grundgrütze eingearbeitet werden, um eine glatte, gleichmäßig verteilte Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-044-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">Ein allgemeiner Begriff für eine Mischung aus gängigen Gewürzen der Zeit, die zusätzlich zu Pfeffer und Safran verwendet werden sollen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-044-orig" n="rot" resp="#fyndling">Die Farbe ‚rot' wird hier durch Safran erzielt, der in hoher Konzentration eine rötlich-orange Färbung ergeben kann. Es könnte auch eine allgemeine Bezeichnung für eine kräftige, dunkle Farbe sein, wie sie beim Einkochen von Honig und Rosinen entsteht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalt gestürzte, saure Hafergrütze - die schlichte, ungefärbte vierte Variante einer Farbserie von Geyslicz-Rezepten in derselben Handschrift (weiß mit Mandeln, schwarz mit Lebkuchen, rot mit Honig-Safran, hier ohne Zusatz). Der Name „geyslicz" geht auf das slawische kyselica (Saures) zurück; die nächste lebende Verwandtschaft ist der ost- und westslawische Hafer-Kissel (kisiel/kysielica owsiany), eine bis heute bekannte saure, kalt gestockte Haferspeise.

Das Rezept setzt eine bereits angesäuerte Grütze voraus - wie sie sauer angesetzt wird, sagt der Text nicht, das war zeitgenössisches Vorwissen. Heute lässt sich das mit Haferflocken und etwas Essig oder Zitronensaft nachstellen (siehe Zutatenliste).

Das Sieden dient nicht nur dem Garen, sondern der Verkleisterung der Haferstärke: „recht dünn" meint hier vermutlich eine glatte, klumpenfreie Flüssigkeit, nicht das dünnflüssige Endergebnis - fest wird die Masse erst beim Erkalten, und dabei bildet sich überhaupt erst die abzuziehende Haut. Ein zusätzliches Bindemittel wie eine Mehlschwitze kommt nicht vor; die Bindung stammt allein aus der Hafer-Eigenstärke.

Praxis. Die Grütze durch ein Tuch oder feines Sieb streichen, gut aufkochen, bis die Masse glatt und klumpenfrei ist, dann in eine Schüssel gießen. Vollständig auskühlen und im Kühlschrank durchziehen lassen (mehrere Stunden), bis sie stockt - der Text nennt weder Dauer noch Mengenverhältnis, das hängt von der Stärkekonzentration der eigenen Grütze ab. Vor dem Servieren die sich bildende Haut abziehen und mit Wein oder kalter Milch übergießen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-045-orig" n="geyslicz" resp="#fyndling">Eine ‚Geyslicz‘ (auch ‚Geislitz‘) ist eine saure Hafergrütze, die oft kalt und gestockt gegessen wurde. Der Name leitet sich vom slawischen ‚kyselica‘ (saure Mehlspeise) ab und war in alpenländischen Dialekten bis in die Neuzeit für sauren Haferbrei gebräuchlich. Sie konnte auch eine allgemein feste, gegossene und kalt gestockte Speise bezeichnen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-045-orig" n="grobe" resp="#fyndling">Viertes Glied einer Farbserie von Geyslicz-Varianten in derselben Handschrift (vgl. w1-042 weiß mit Mandeln, w1-043 schwarz mit Lebkuchen, w1-044 rot mit Honig-Safran) - ‚grob‘ bezeichnet hier vermutlich die schlichte, ungefärbte Grundform, nicht zwingend eine gröbere Textur.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-045-orig" n="slach die durich ein tuch" resp="#fyndling">‚Schlagen‘ bedeutet hier ‚passieren‘ oder ‚durchstreichen‘, also die Grütze durch ein Tuch zu drücken, um eine feinere Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-045-orig" n="die haut darab" resp="#fyndling">Bezieht sich auf die dünne Haut oder den Film, der sich auf der Oberfläche von Flüssigkeiten wie Milch oder Grütze bildet, wenn sie abkühlen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-045-orig" n="geyslicz" resp="#fyndling">Saure Hafergrütze, die zu einer festen, gestockten Speise erkaltet.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-045-orig" n="grobe geyslicz" resp="#fyndling">Eine rustikale oder einfach zubereitete Hafergrütze.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#geyslicz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-045-orig" n="lasz kalt werden" resp="#fyndling">Vollständiges Auskühlen und Durchziehen im Kühlschrank, bis die Masse stockt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gefärbter Fischrogen-Teig nach Art eines Straubenteigs wird auf Fladen gegossen und im Ofen gebacken - eine Fastenhauptspeise, die Fischrogen anstelle von Fleisch als Proteinträger einsetzt. Ein direktes heutiges Gegenstück gibt es nicht; am ehesten vergleichbar ist Rogen auf einem Fladen- oder Blini-Boden, wo eine Rogenmasse anstelle eines Ei-Sahne-Gusses auf einen Boden gegossen und gebacken wird. Die Kombination aus Fischrogen, Safran und gekochten Rosinen in einer Schüssel ist spätmittelalterliche Fastenspeisen-Logik (Süß-Salzig-Mischung als Fleischersatz), kein Vorläufer eines bestimmten heutigen Gerichts.

Weinper sind Rosinen, nicht frische Weintrauben. Der Text verlangt, die Weinbeeren zunächst „wol erlesen“ (gut auszulesen) und anschließend aufzukochen, „daz sie sinibel werden“ (bis sie rund/prall werden). Beide Anweisungen ergeben nur bei getrockneten Rosinen Sinn: Verlesen ist ein typischer Arbeitsschritt bei Trockenware, und das Aufkochen „bis rund“ beschreibt das Wiederaufquellen geschrumpfter, getrockneter Beeren - frische Trauben sind bereits rund und würden durch Kochen nicht runder. Der nahezu wortgleiche, bereits reviewte Zwilling b4-043 sowie vier weitere Zwillinge derselben Rezeptfamilie (mha-031, mon-141, mon-168, ri15632-004) lesen die Stelle einhellig als Rosinen; der Korpus-Glossareintrag zu „weinper“ bestätigt das als Standardlesart, sofern kein ausdrücklicher Frisch-Marker im Text steht - ein solcher fehlt hier vollständig.

Praxis. Mandeln fein hacken, eine Hälfte mit in wenig Wasser gelöstem Safran einfärben - das ist ein rein dekorativer Schritt ohne Wirkfunktion auf Geschmack oder Bindung. Rosinen kurz aufkochen, bis sie sichtbar prall aufgequollen sind, dann abtropfen lassen. Rohen Fischrogen (kein Barbenrogen, siehe unten) im Mörser oder mit der Gabel zerdrücken und mit wenig Weizenmehl zu einer gießfähigen, dicklichen Masse verrühren - vergleichbar mit dünnem Straubenteig; das Mehl dickt hier nur mechanisch an, es wird nichts vorgekocht oder emulgiert. Die Masse einfärben (naheliegend mit dem bereits verwendeten Safran) und auf dünne Fladen oder Pfannkuchenböden gießen, dann im Ofen backen, bis sie sichtbar fest und leicht gebräunt ist. Da roher Fischrogen verarbeitet wird, sollte vollständig durchgegart werden, nicht nur kurz erwärmt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="geweichten Inder vasten" resp="#fyndling">Die genaue Bedeutung ist nicht eindeutig. ‚geweichten‘ kann ‚eingeweicht‘ oder ‚weich‘ bedeuten. ‚Inder vasten‘ bedeutet ‚in der Fastenzeit‘. Die CoReMA-Glosse ‚soft food (dish)‘ deutet auf eine weiche Speise für die Fastenzeit hin.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="verb" resp="#fyndling">Kurzform von ‚verben‘, was ‚färben‘ bedeutet. Hier wird Safran zum Färben der Mandeln verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="besunder" resp="#fyndling">Fnhd./mhd. ‚besunder‘ bedeutet ‚gesondert, einzeln, getrennt voneinander‘ - nicht ‚beiseite‘ im Sinne von ‚aus dem Weg legen‘. Der safrangefärbte und der ungefärbte Mandelanteil bzw. die Rosinen sollen in der Schüssel räumlich voneinander getrennt bleiben, nicht für später aus dem Gericht entfernt werden. Der wortgleiche Zwilling b4-043 übersetzt entsprechend mit ‚getrennt voneinander‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="well die daz sie sinibel werden" resp="#fyndling">‚Wellen‘ bedeutet hier ‚aufkochen‘ oder ‚aufwallen lassen‘. ‚Sinibel‘ ist eine Schreibvariante von ‚sinwel‘, was ‚rund‘ oder ‚kugelig‘ bedeutet. Die Rosinen sollen also aufgekocht werden, bis sie prall und rund sind.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="pearbem rogen" resp="#fyndling">Der Rogen der Barbe (Barbus barbus) ist giftig und sollte nicht verzehrt werden. Die explizite Warnung in diesem Rezept zeigt, dass die Toxizität bestimmter Lebensmittel im Mittelalter bekannt war.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="melblen" resp="#fyndling">Ein Diminutiv von ‚Mehl‘, also ‚Mehlchen‘ oder ‚etwas Mehl‘. CoReMA identifiziert es als Weizenmehl.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="straubem taig" resp="#fyndling">Ein dünnflüssiger Teig, der durch einen Trichter in heißes Fett gegossen wird, um krauses Schmalzgebäck (‚Strauben‘ oder ‚Trichterkuchen‘) herzustellen. Hier dient er als Vergleich für die gewünschte Konsistenz der Fischrogenmasse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="ferb das" resp="#fyndling">Die Anweisung, die Fischrogenmasse zu färben, nennt kein Färbemittel. Naheliegend ist die Wiederverwendung des bereits für die Mandeln verwendeten Safrans; denkbar wäre auch ein anderer period-typischer Farbstoff wie Sandelholz.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-046-orig" n="fladen" resp="#fyndling">Dünne, flache Kuchen oder Brote, die als Basis für das Gericht dienen. Die Zubereitung dieser Fladen wird im Rezept nicht beschrieben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-046-orig" n="geweichten Inder vasten" resp="#fyndling">‚Für weiche Speisen in der Fastenzeit‘ - die Formulierung leitet das Rezept als eine Art von Fastenspeise ein, die eine weiche Konsistenz hat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-046-orig" n="weinper" resp="#fyndling">‚Rosinen‘ (getrocknete Weinbeeren) - so liest die gesamte bekannte Zwillingsfamilie (b4-043, mha-031, mon-141, mon-168, ri15632-004) sowie der Korpus-Glossareintrag zu ‚weinper‘. Das Verlesen (‚wol erlesen‘) und das Aufkochen ‚bis rund‘ (Wiederaufquellen) ergeben nur bei getrockneter Ware Sinn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-046-orig" n="pach es in einem offen (Garzustand)" resp="#fyndling">Vollständiges Durchbacken, bis die Rogenmasse sichtbar fest/gestockt und leicht gebräunt ist - bei rohem Fischrogen aus heutiger Lebensmittelsicherheitssicht die einzig empfehlenswerte Praxis.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein passiertes Krebsmus, mit Semmel und Eigelb gebunden und in der Pfanne gestockt - ein Vorläufer heutiger Krebs-/Flusskrebs-Cremesuppen und -Terrinen (etwa der Bisque-artigen Krebscremes der französischen Küche). Die rötliche Farbe teilt es mit diesen modernen Gerichten, eine direkte Rezeptlinie lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Der Text nennt keinen Vorkoch- oder Blanchierschritt für die rohen Krebse vor dem Stoßen. Das macht das Zerstoßen von Hand mühsamer, weil rohes Krebsfleisch zäher ist als gegartes - eine ehrliche Schwäche des überlieferten Verfahrens, keine Interpretationsfrage.

Der Text gibt auch keine Garprobe oder Dauer für den Pfannenschritt an, obwohl die Masse rohes Eigelb, rohe Milch und rohes Krebsfleisch enthält. Die Praxis unten geht deshalb auf Nummer sicher und gart vollständig durch; eine Lesart, die nur bis zur sichtbaren Rotfärbung erhitzt, wäre möglich, ließe die Masse aber unter Umständen untergegart.

Praxis. Krebse abschrecken, dann den Magen-/Darmbereich hinter dem Kopf herauslösen (das "Böse bei den Augen"). Das rohe Krebsfleisch im Mörser oder in der Küchenmaschine fein stoßen, mit Milch verreiben und durch ein Sieb drücken, um Schalen- und Sehnenreste zu entfernen. Geriebene Semmel einarbeiten, Eigelb einschlagen und alles in der Pfanne bei mittlerer Hitze durchgaren, bis die Masse durchgehend fest und rot ist - nicht nur kurz erwärmen. Rohe Krebse bis zur Verarbeitung kühl halten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-047-orig" n="chreubssen / chrebsn" resp="#fyndling">Krebse waren im Mittelalter eine beliebte Fastenspeise, da sie als „Fisch“ galten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-047-orig" n="poz von den augen" resp="#fyndling">Wörtlich „das Böse/Unerwünschte bei den Augen“. Gemeint ist das Entfernen des Magens und Darms, die sich im Kopfbereich des Krebses befinden und bitter schmecken können.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-047-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot, das hier als Bindemittel und zur Texturgebung dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-047-orig" n="morser" resp="#fyndling">Im Mittelalter ein großer Fleischmörser, um Zutaten zu einer feinen Farce zu zerstoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-047-orig" n="poz von den augen" resp="#fyndling">Das Unerwünschte/Böse bei den Augen. Dies bezieht sich auf das Entfernen des Magen- und Darmbereichs des Krebses, der bitter schmecken kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-047-orig" n="daz wirt rot (Garzustand)" resp="#fyndling">Vollständig durchgaren, bis die Masse durchgehend fest und rot ist - der Text nennt keine Garprobe, die Mischung enthält aber rohes Krebsfleisch, rohe Milch und rohes Eigelb.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Krebsschwänze, kalt in einer Essig-Gewürz-Marinade angerichtet - im Kern eine einfache marinierte Krustentier-Vorspeise, wie sie an Fischtagen quer durch die Zeiten vorkommt: kein Sud, keine Bindung, kein Gemüse, nur Krebsfleisch, Essig und Gewürz. Die nächste lebende Verwandtschaft ist der klassische essig-marinierte Krebs- oder Krabbensalat.

Welches Krustentier ist gemeint? Der Titel „Von chreubssen czegle” nennt Krebse und ihre Schwänze (czegle/czeagl). Im Rezepttext selbst ist „czegle” ohne Wörterbuch-Beleg, doch der CoReMA-Glossenapparat zu „chreubs” und der nahezu wortgleiche Zwilling b4-045 („Von krewssn Zageln”) bestätigen die Lesung unabhängig: Süßwasserkrebse, verwertet werden die Schwänze.

Praxis. Krebse in Wasser sieden, bis sie gar sind - der Text nennt „wenn sie gesotten sind” als Garzeit-Marker, eine feste Zeitangabe fehlt. Danach die Schwänze aus der Schale lösen (das Sieden lockert die Schale zugleich mit) und in ein Reindl - eine flache Pfanne oder kleine Bratschüssel - legen. Gewürz und Essig darüber gießen; im Text ist von keinem weiteren Erhitzen die Rede, es handelt sich also um ein kaltes bis lauwarmes Dressing auf bereits gegartem Fleisch. Menge von Essig und Gewürz bleibt offen - sparsam anfangen und nach Geschmack nachwürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-048-orig" n="chreubssen czegle" resp="#fyndling">‚Krebsschwänze‘ - Der Titel bezieht sich auf die Schwänze der Krebse, die als Delikatesse galten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-048-orig" n="reindel" resp="#fyndling">Ein ‚Reindl‘ ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, typisch für die Zubereitung kleinerer Gerichte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#reindel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-048-orig" n="chreubssen / czegle / chreubs / czeagl" resp="#fyndling">Krebse und Krebsschwänze.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Zerstoßene Krebsschalen werden mit Brot und Wein zu einer gebundenen Flüssigkeit verarbeitet, in der die geschälten Krebsschwänze aufgekocht und mit den Scheren garniert serviert werden. Strukturell ähnelt das Prinzip - Schalen als Geschmacks- und Bindungsträger einer Weinsauce - dem, was heute als Bisque bekannt ist (etwa Bisque d'écrevisses); eine durchgehende Rezepttradition dorthin ist damit nicht belegt, nur eine technische Familienähnlichkeit.

Das Verb, das hier mit dem Brot geschieht ("pes"), ist unklar - CoReMA führt es als ungelöst. Der textnahe B4-Zwilling (b4-046, dort "paezz") hat an derselben Stelle dasselbe ungelöste Verb und stützt probeweise dieselbe Lesart "zerdrücken/stampfen" - ein Indiz, kein Beweis. Auch "stueten" (die Brotstücke) bleibt offen: das Wort kann schlicht "Stücke" meinen oder auf "Stuten" als benannten Weißbrot-Typ verweisen; der B4-Zwilling hat an derselben Stelle ein drittes Wort ("snitten", Schnitten), was die generische Lesart weder bestätigt noch widerlegt.

Praxis. Krebse lebend in kochendem Wasser abkochen - das tötet und gart in einem Schritt und löst das Fleisch aus der Schale. Die Hälse (das Schwanzfleisch) schälen und Darm- und Kiemenreste entfernen. Die leeren Schalen im Mörser zerstoßen, das setzt Farbe und Geschmack für die Sauce frei. Zwei Stücke Brot zerdrücken und unter die zerstoßenen Schalen arbeiten, dann die Masse mit gutem Wein durch ein Sieb oder Tuch schlagen - das trennt die scharfkantige Schale von der gebundenen, aromatisierten Flüssigkeit. Mit Gewürz abschmecken, die bereits gegarten Krebshälse zugeben und nur einmal aufwallen lassen, damit das zarte Fleisch nicht zäh wird. Zum Servieren die Scheren schälen und aufstecken.

Der Text belegt nur eine kurze, kalte bis lauwarme Extraktion der Schalen ohne vorheriges Anrösten oder längeres Auskochen - das begrenzt die erzielbare Geschmackstiefe gegenüber einer modernen Bisque ehrlich. Die Menge der Bindung ist nicht quantifiziert; je nach Krebsmenge kann die Sauce zu dünn oder zu dick geraten.

Am Lager ist das Gericht nur eingeschränkt geeignet: frische, lebende Krebse brauchen eine durchgehende Kühlkette, und neben Topf und Feuer sind Mörser sowie Sieb oder Tuch nötig. Als Vorführung mit bereits geschältem, vorbereitetem Krebsfleisch ist es machbar, spontan am Lagerfeuer nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-049-orig" n="chreubssen / kreubs" resp="#fyndling">Bezeichnet Krebse, hier Flusskrebse. Im Mittelalter waren Krebse eine beliebte Fastenspeise und Delikatesse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-049-orig" n="hals" resp="#fyndling">Meint die Krebshälse, also das Schwanzfleisch der Krebse, das als zartestes und begehrtestes Fleisch gilt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-049-orig" n="schalen" resp="#fyndling">Die Krebsschalen werden hier zerstoßen und geben Farbe und Geschmack an die Sauce ab; die eigentliche Bindung der Flüssigkeit übernimmt das untergemischte Brot.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-049-orig" n="stueten prat" resp="#fyndling">Wörtlich 'Stücke Brot', die hier als Bindemittel für die Sauce dienen. 'Stueten' kann daneben auch 'Stuten' als benannten Weißbrot-Typ bezeichnen - am Text nicht sicher zu entscheiden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-049-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Typische Gewürzmischungen der Zeit enthielten Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und oft Safran.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-049-orig" n="schear" resp="#fyndling">Die Krebsscheren, die hier geschält und zum Garnieren des Gerichts verwendet werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-049-orig" n="pes" resp="#fyndling">Ein unklares Verb, das eine Bearbeitung des Brotes bezeichnet - der genaue wörtliche Sinn ist ungeklärt. CoReMA führt 'pes' als unsolved; auch der textnahe B4-Zwilling (b4-046, dort 'paezz') hat an identischer Stelle dasselbe ungelöste Verb.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-049-orig" n="stueten prat" resp="#fyndling">Stücke Brot - 'stueten' generisch als Plural von 'Stück' gelesen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-050-trans" resp="#fyndling">Die Mandelmasse. Die Quelle gibt zwei Pfund Mandeln vor und verlangt eine mäßig dicke, weiße Masse, die ausdrücklich nicht sieden soll. Für die heutige Umsetzung Mandeln sehr fein mahlen oder im Mörser stoßen, mit Zucker mischen und Wasser nur portionsweise einarbeiten. Die Masse muss sich zu einem Dotter und einer Hülle formen lassen; ist sie zu weich, hilft etwas mehr gemahlene Mandel, ist sie zu bröselig, tropfenweise Wasser. Das ist moderne Arbeitspraxis, keine im Text genannte Mengenangabe.

Eier formen. Etwa ein Viertel der Mandelmasse mit Safran zu einem kräftigen Gelb färben und kleine Kugeln formen. Ein sauberes, leicht angefeuchtetes Tuch über eine kleine Mulde legen, einen gelben Kern hineinsetzen und mit weißer Mandelmasse umhüllen. So ergibt sich die vom Text verlangte Eiform. Die geformten Stücke müssen nicht gegart werden; das Siedeverbot bezieht sich auf die Mandelmasse.

Pfeffersauce. Rosinen fein hacken oder mörsern. Die Semmelscheibe mit Brühe und süßem Wein zu einer glatten, dickflüssigen Sauce verarbeiten, Rosinen und Zucker einrühren und nur so weit erwärmen, dass sich alles verbindet. Welche Brühe und welche Garzeit vorgesehen sind, sagt die Quelle nicht. Die Mandel-Eier zum Schluss auf oder neben der Sauce anrichten.

Lagerpraxis. Mandeln, Zucker, Safran, Rosinen, Brot und Wein lassen sich gut trocken mitführen. Ein Mörser, ein Tuch sowie ein kleiner Topf oder eine Pfanne reichen; gerade das Formen der Eier eignet sich als sichtbarer Arbeitsschritt am Lagerfeuer.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="allerlay ayren in der vasten" resp="#fyndling">Dieses Rezept beschreibt die Zubereitung von Fastenspeisen, die in Aussehen und Textur tierische Produkte wie Eier imitieren. Solche Imitationen waren in der mittelalterlichen Fastenzeit sehr beliebt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="libra" resp="#fyndling">Ein ‚Pfund‘ (libra) entsprach im Mittelalter regional unterschiedlichen Gewichten, meist um 300 bis 500 Gramm. Hier wurde eine moderne Umrechnung von 500 g pro Pfund angenommen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="stoz in klain" resp="#fyndling">Die Mandeln sollen sehr fein zerstoßen oder gemahlen werden, um eine glatte Paste zu erhalten. Dies kann mit einem großen Mörser oder einer modernen Küchenmaschine erfolgen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="zu mossen dikch" resp="#fyndling">Die Mandelmasse soll eine mäßig dicke Konsistenz haben, ähnlich einem festen Brei oder einer dicken Paste, um sie formen zu können.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="torfftz nicht sieden lassen" resp="#fyndling">Die Masse soll nicht sieden; gemeint ist keine persönliche Erlaubnis, sondern eine Zubereitungsanweisung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Bezieht sich hier auf den Eidotter, der als Vorbild für die Form und Farbe der Safran-gefärbten Mandelmasse dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="lug" resp="#fyndling">Eine kleine Vertiefung oder ein Loch im Tuch, das als Formhilfe dient, um die Mandelmasse in Ei-Form zu bringen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Weinbeeren sind hier getrocknete Trauben, also Rosinen. Sie werden fein gerieben, um die Sauce zu binden und zu süßen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="prue" resp="#fyndling">Brühe. Welche Art von Brühe gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="semmel" resp="#fyndling">Eine Semmel ist ein Weißbrotbrötchen. Eine Scheibe davon wird zur Bindung der Sauce verwendet, ähnlich wie Semmelbrösel.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="durich slahen" resp="#fyndling">Die Brotscheibe und der Wein sollen gründlich miteinander vermischt und verarbeitet werden, bis eine homogene Masse entsteht, die als Basis für die Sauce dient.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-050-orig" n="pheffer" resp="#fyndling">‚Pfeffer‘ bezeichnet hier eine Sauce, nicht bloß das Gewürz. Der Text nennt Rosinen, Semmel, Brühe, süßen Wein und Zucker; weitere Gewürze oder eine säuernde Zutat erwähnt er nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-050-orig" n="tail" resp="#fyndling">‚Teil‘ der Mandelmasse. Der Kontext beschreibt, wie ein Teil der zuvor zubereiteten Mandelmasse abgenommen und gefärbt wird, um die Dotter zu formen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tail"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-050-orig" n="mossen" resp="#fyndling">‚Maßen‘ (im Sinne von ‚mäßig‘ oder ‚angemessen‘). Die Mandelmasse soll ‚zu Maßen dick‘ sein, also eine moderate, formbare Dicke haben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-050-orig" n="lug" resp="#fyndling">‚Loch‘ oder ‚Vertiefung‘. Im Kontext des Formens eines Eis in einem Tuch ist eine kleine Vertiefung gemeint, in die das ‚Dotterlein‘ gelegt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-050-orig" n="scheibem" resp="#fyndling">‚Scheibe‘. Eine Scheibe Semmel wird zur Bindung der Sauce verwendet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-051-trans" resp="#fyndling">Das Gericht im Zusammenhang. W1-051 setzt unmittelbar das vorangehende Rezept w1-050 fort. Die „vorigen ayr“ sind daher keine Hühnereier, sondern die dort aus weißer und safrangefärbter Mandelmasse geformten Fasteneier. Sie werden halbiert, in ein kleines Reindl gelegt und mit in der Pfanne geschmolzenem Zucker übergossen. „das stet als auf ain smalcz“ beschreibt dabei den Vergleich: Der Zucker steht obenauf wie sonst Schmalz; zusätzliches Fett fordert der Text nicht.

Weiße Mandelmilch und „lener ayr tekch“. CoReMA glossiert die „weissen ayr milch“ als Mandelmilch. W1 nennt danach „lener ayr tekch“, also eine weiche eierähnliche Masse; die Parallelhandschrift B4 hat an dieser Stelle „lener ayr tuetter“, weiche Dotterstücke. Beide Fassungen bleiben im Bild der Mandel-Eier-Imitation. W1 sagt weder, dass daraus Fladen gebacken werden, noch wie diese zweite Masse geformt oder gegart wird.

Praktische Annäherung. Zuerst die Mandel-Fasteneier nach w1-050 bereiten und halbieren. Zucker in einer Pfanne schmelzen und über die Hälften geben. Für den knappen Schlussabschnitt lässt sich weiße Mandelmasse mit Mandelmilch zu einer weichen Portion verrühren und mit Zucker statt Salz abschmecken; ihre genaue weitere Behandlung bleibt offen und sollte nicht zu einem erfundenen Bratvorgang ergänzt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-051-orig" n="reidlen" resp="#fyndling">Ein kleines, flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, auch als ‚Reindl‘ bekannt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-051-orig" n="vierdung" resp="#fyndling">Ein historisches Gewichtsmaß, das einem Viertel Pfund entspricht. Im süddeutschen Raum waren dies etwa 125 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-051-orig" n="weissen ayr milch" resp="#fyndling">CoReMA glossiert die Wortgruppe an dieser Stelle als weiße Mandelmilch. Das passt zu den Mandel-Fasteneiern aus dem unmittelbar vorangehenden Rezept w1-050; echtes Eiweiß ist hier keine zwingende Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-051-orig" n="lener ayr tekch" resp="#fyndling">W1 überliefert „lener ayr tekch“: eine weiche, an Eier erinnernde Masse. Die parallele B4-Handschrift b4-048 hat statt „tekch“ „tuetter“ (Dotterstücke); beide Fassungen gehören zur Mandel-Eier-Imitation, W1 nennt aber keinen Ausbackvorgang.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-052-trans" resp="#fyndling">Was die Handschriften sagen. W1 verlangt ganze Eier am Spieß und lässt zwischen Schwarz oder Gelb wählen; der parallele B4-Text setzt Schwarz und Gelb. Der nahe Text mha-010 ergänzt für dieselbe Grundformel, dass die Eier hart sein sollen. Für eine heutige Umsetzung ist es daher nachvollziehbar, die Eier hart zu kochen, zu schälen und erst dann aufzuspießen; W1 selbst nennt den Garzustand jedoch nicht.

Farbe und Zucker. Gelb ist durch die CoReMA-Glosse als Safran belegt. Womit „schwarz“ erzielt wurde, sagen weder W1 noch B4 oder mha-010; diese Stelle bleibt offen. Historisch möglich, aber für diese Stelle nicht bewiesen, sind zwei Lesarten: Die Eier könnten goldgelb beziehungsweise dunkel bis braun-schwarz gebraten worden sein; oder sie könnten durch einen gelb beziehungsweise dunkel gefärbten Tauch- oder Überzugsteig geführt worden sein. Anschließend die Eier mit Zucker bestreuen, wie der Text ausdrücklich verlangt.

Praxis. Geschälte, hartgekochte Eier vorsichtig auf einen geeigneten Spieß reihen. Für die gelbe Fassung Safran in wenig warmer Flüssigkeit lösen und die Eier damit bestreichen. Die dunkle Fassung bleibt wegen der offenen Quellenstelle ohne nachgestelltes Verfahren. Die Eier als kleine Schau-Beilage anrichten und mit Zucker vollenden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-052-orig" n="swarcz" resp="#fyndling">W1 nennt Schwarz als eine mögliche Farbe, aber kein Mittel dafür. Der parallele B4-Text und mha-010 präzisieren diese Stelle ebenfalls nicht. Historisch möglich, aber hier nicht quellenbewiesen, sind ein Goldgelb- beziehungsweise Dunkelbraten oder ein gelb beziehungsweise dunkel gefärbter Tauch- oder Überzugsteig.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-052-orig" n="gel" resp="#fyndling">Die CoReMA-Glosse zu dieser Stelle löst „gel“ als Safran auf. Safran ist damit für die gelbe Fassung quellenbasiert belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-052-orig" n="spis" resp="#fyndling">Ein Spieß zum Aufreihen und Präsentieren der Eier. W1 nennt keinen Garzustand; der nahe Paralleltext mha-010 verlangt dagegen ausdrücklich harte Eier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-052-orig" n="gancze ayr vnd stoz die an einen spis" resp="#fyndling">W1 verlangt ganze Eier am Spieß, nennt aber keinen Garzustand. Der nahe Paralleltext mha-010 sagt für dieselbe Formel ausdrücklich, die Eier sollen hart sein; hart gekochte, geschälte Eier sind daher eine begründete Umsetzung, keine in W1 selbst ausgesprochene Ergänzung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-052-orig" n="mach sie swarcz oder gel" resp="#fyndling">W1 verlangt Schwarz ODER Gelb. Gelb ist durch die CoReMA-Glosse als Safran belegt. Für Schwarz nennt der Text kein Mittel; die Lesung bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-052-orig" n="czukers" resp="#fyndling">Zucker. Die CoReMA-GAMS-Glosse verknüpft ‚czukers‘ direkt mit unraffiniertem Rohrzucker (Wikidata Q57656231). Obwohl im allgemeinen Korpus-Glossar als unsicher markiert, ist die spezifische Quellenverknüpfung hier maßgeblich.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-053-trans" resp="#fyndling">Ausgangspunkt. Die Quelle setzt Hanfmus bereits voraus; sie erklärt nicht, wie es hergestellt wird. Für eine heutige Umsetzung daher fertiges Hanfmus verwenden oder Hanfsamen vorher getrennt zu einem Mus verarbeiten. Das Mus mit Wein glatt rühren oder durch ein Sieb streichen, bis eine löffelbare Sauce entsteht. Mengen und genaue Konsistenz nennt der Text nicht, deshalb Wein nur nach und nach zugeben.

Gebähtes Brot. ‚Gepeats prot‘ ist gebähtes, also geröstetes Brot, kein frisch gebackenes Brot. Eine Scheibe Weißbrot oder Semmel in einer trockenen Pfanne rösten, grob zerbröseln und erst dann zur Hanfsauce geben. So lässt sich die Bindung beim Anrichten steuern, statt die Sauce frühzeitig zu verdicken.

Apfel und Zwiebel. Einen festen, säuerlichen Apfel und eine Zwiebel fein hacken. W1 verlangt, beides in Öl ‚swaicz‘ anzuschwitzen; B4 hat an derselben Stelle ‚rosst‘. Für die Praxis daher bei mittlerer Hitze weich werden lassen und bei Wunsch leichte Röststellen zulassen, ohne eine der beiden Handschriften zur allein maßgeblichen Fassung zu machen. Anschließend unter die Sauce geben.

Lagerpraxis. Topf, Pfanne, Messer und ein Mörser oder vorbereitete Hanfmus-Grundlage reichen aus. Der Text nennt weder Mengen noch Zeitangaben; die Eignung für das Lager beruht auf der einfachen Gerätschaft, nicht auf einer überlieferten Lageranweisung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-053-orig" n="suppem" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kontext bezeichnet ‚Suppe‘ (suppem) oft eine dickflüssige Sauce, ein Mus oder einen Brei, nicht zwingend eine flüssige Speise im modernen Sinne. Hier ist es eine Sauce auf Hanfmus-Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-053-orig" n="hanif mues" resp="#fyndling">Hanfmus, ein Püree aus Hanfsamen, das als nahrhafte und bindende Zutat in der mittelalterlichen Küche verwendet wurde. Hanf war eine weit verbreitete Kulturpflanze.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-053-orig" n="durich slahen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚durchschlagen‘ - dies bedeutet in Kochrezepten oft, eine Masse durch ein Sieb oder Tuch zu passieren, um sie zu glätten und von festen Bestandteilen zu befreien.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-053-orig" n="gepeats prot" resp="#fyndling">Gebähtes, also leicht geröstetes Brot. Die parallele B4-Handschrift schreibt an derselben Stelle ‚gepeatts prott‘; die Lesung meint nicht frisch gebackenes Brot.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-053-orig" n="swaicz" resp="#fyndling">Hier ein Verb: Apfel und Zwiebel werden im Öl angeschwitzt. Die parallele B4-Handschrift hat an dieser Stelle ‚rosst‘; beide Fassungen beschreiben den Arbeitsschritt unterschiedlich.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-054-trans" resp="#fyndling">Moderne Praxis. Mohn sehr fein mahlen oder im Mörser stoßen, mit Wasser ansetzen und vorsichtig erhitzen. Was sich dabei oben sammelt, mit einem flachen Löffel abnehmen und in ein leicht geöltes Pfännchen geben. Zwei Äpfel längs in Spalten schneiden, in Öl braten und auf dem Mohn anrichten. Eine Nussmilch nach eigener Methode mit Zucker süßen und zum Gericht reichen; die Quelle bestimmt ihre genaue Zugabereihenfolge nicht.

Äpfel. Eine feste, säuerliche Sorte wie Boskoop oder Elstar behält beim Braten eher ihre Form als sehr süße, weiche Zuchtsorten. Mittelalterliche Äpfel waren im Durchschnitt säuerlicher und fester als viele heutige Tafeläpfel.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-054-orig" n="magen" resp="#fyndling">Im Kontext dieses Rezepts ist ‚magen‘ als Mohn (Schlafmohn) zu verstehen, nicht als das Organ Magen. Die CoReMA-Sachglossierung führt die Stelle als Mohn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-054-orig" n="schotten obem" resp="#fyndling">‚Schotten oben ab‘ bezeichnet die beim Sieden obenauf liegende, abgeschöpfte Masse. Der Rezepttitel fasst das Gericht als ‚Mohnkäse‘; die genaue Beschaffenheit erklärt der knappe Text nicht weiter.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schotten-obem"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-054-orig" n="reindel" resp="#fyndling">Ein ‚Reindl‘ ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, typisch für die bayerisch-österreichische Küche.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#reindel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-054-orig" n="nuz milch" resp="#fyndling">‚Nussmilch‘ ist eine aus Nüssen und Wasser bereitete Pflanzenmilch. Der Text nennt sie zusammen mit Zucker als Teil der Anrichtung, bestimmt aber ihre genaue Reihenfolge nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-054-orig" n="magen" resp="#fyndling">Mohn (Schlafmohn), wie die CoReMA-Sachglossierung die Stelle führt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-054-orig" n="schotten obem" resp="#fyndling">Die obenauf liegende und abzunehmende Masse aus der Mohnzubereitung.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schotten-obem"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-054-orig" n="Innen machen" resp="#fyndling">Nussmilch mit Zucker als Bestandteil der Anrichtung bereiten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-055-trans" resp="#fyndling">Ablauf der Quelle. Das Rezept beginnt mit rohem Hanf: Er wird klein gestoßen, gewaschen und zweimal durch ein Tuch geseiht. Danach soll man ihn absieden und die dabei genannten Schotten davon nehmen. Diese kommen in ein Reindl mit Öl. Vier oder fünf Äpfel werden länglich und klein geschnitten, im Öl gebraten, auf die Schotten gelegt und mit Zucker bestreut. Die Angabe zu den Äpfeln ist die einzige Mengenangabe des Textes.

Was offen bleibt. Der Text nennt weder die Menge der beim Seihen verwendeten Flüssigkeit noch Dauer, Hitze, Rühren, Ausbeute oder die genaue Art, wie die Schotten beim Absieden gewonnen werden. „Schotten“ ist in der CoReMA-Erschließung als quarkähnliches Analogon erläutert; daraus folgt jedoch keine im Text beschriebene Gerinnungs- oder Abscheidetechnik. Eine heutige Zubereitung muss diesen Arbeitsschritt daher selbst erproben und darf ihn nicht als historische Anweisung ausgeben.

Zum Anrichten. Für die belegten Schritte genügen Mörser, Tuch, Kochgefäß und ein geöltes Reindl oder eine flache Pfanne. Die Quelle verlangt bei den Äpfeln nur einen länglichen, kleinen Schnitt und Braten im Öl; einen bestimmten Bräunungsgrad nennt sie nicht. So bleibt die süße Hanfzubereitung mit Äpfeln und Zucker nachvollziehbar, ohne die offene Kerntechnik mit einer modernen Ersatzlösung zu füllen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-055-orig" n="hanif schott" resp="#fyndling">Die Überschrift bezeichnet eine aus Hanf bereitete Zubereitung. CoReMA erläutert „Schott“ als quarkähnliches Analogon; die Quelle selbst beschreibt jedoch nicht, wie diese Konsistenz entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-055-orig" n="schotten" resp="#fyndling">Die Schotten werden nach dem Absieden vom Hanf genommen und in das geölte Reindl gegeben. Über ihre genaue Gewinnung oder Konsistenz macht der Text keine weitere Angabe.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-055-orig" n="tuech" resp="#fyndling">Tuch zum zweimaligen Seihen des gestoßenen und gewaschenen Hanfs.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-055-orig" n="rain" resp="#fyndling">„rein“: Nach dem zweimaligen Seihen soll der Hanf rein sein. Eine darüber hinausgehende technische Erklärung gibt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-055-orig" n="reindlein" resp="#fyndling">Kleines Koch- oder Anrichtegefäß; hier soll es Öl enthalten und die Schotten aufnehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-055-orig" n="prenn" resp="#fyndling">„brennen“ bedeutet hier die Äpfel im Öl braten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-055-orig" n="schott" resp="#fyndling">Die nach dem Absieden vom Hanf zu nehmenden „Schotten“ werden mit der CoReMA-Erläuterung als quarkähnliches Analogon verstanden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-056-trans" resp="#fyndling">Was die Quelle sicher vorgibt. Das Rezept nennt ausschließlich Eier und Schmalz, setzt beide Mengen gleich, verlangt eine Pfanne und schließt mit dem Braten. Weder Salz noch Milch, Mehl oder eine andere Zutat stehen in der W1-Fassung. Auch ob die Eier zuvor geschlagen, die Masse in der Pfanne bewegt oder wie lange sie gegart wird, sagt der Text nicht. Eine bestimmte Endkonsistenz lässt sich daraus ebenfalls nicht ableiten.

Die verkürzte Anweisung. Auf ‚setz das es nicht zu‘ folgt in W1 unmittelbar das Einfüllen in die Pfanne. Die parallele B4-Handschrift hat an dieser Stelle den Zusatz, es solle nicht zu heiß werden. Das ist eine gut begründete Lesung für die kurze W1-Stelle; sie darf aber weder als ausführlicher W1-Wortlaut noch als Theorie über Anbrennen oder Textur ausgegeben werden.

Die Fettmenge. ‚Als vil smalcz‘ heißt hier ebenso viel Schmalz wie Eier. Das ist die historische Mengenangabe, keine bloße Aufforderung zu einer reichlichen Menge. Wer heute mit weniger Fett arbeitet oder Schmalz durch Butter oder Pflanzenöl ersetzt, nimmt bewusst eine moderne Abweichung vor; sie ist nicht die Rezeptvorgabe.

Einordnung. Die verwandten Fassungen B4-053, m5919-058, rfk-049, mha-016, m384-051 und ka1-037 bestätigen das Grundmuster eines Eier-Schmalz-Gerichts aus der Pfanne, weichen aber in ihren Zusätzen teils ab. Der Vergleich mit modernem Rührei kann die Speise anschaulich machen, bestimmt jedoch keine im W1-Text belegte Arbeitstechnik.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-056-orig" n="gepraten mues / geprotens mues" resp="#fyndling">Die Formen bezeichnen jeweils ein gebratenes Mus; die abweichende Schreibung im Titel und am Schluss meint nicht zwei verschiedene Gerichte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraten"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-056-orig" n="eytel ayr" resp="#fyndling">‚Eytel‘ heißt hier ‚nur, allein‘: Gemeint sind ausschließlich Eier, ohne weitere feste oder milchige Zutat. Die Parallelhandschrift B4-053 schreibt entsprechend ‚Eyttel ayr‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-056-orig" n="als vil smalcz" resp="#fyndling">Wörtlich ‚ebenso viel Schmalz‘; die Angabe setzt die Schmalzmenge der Eiermenge gleich.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-056-orig" n="setz das es nicht zu" resp="#fyndling">Die knappe W1-Fassung lässt den Bezug von ‚zu‘ offen. Die parallele B4-Fassung ergänzt ‚daz das es nicht zu haizz werd‘; sie stützt die Lesung, die Hitze nicht zu hoch werden zu lassen, ohne den W1-Wortlaut selbst zu erweitern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-056-orig" n="pracz" resp="#fyndling">Imperativ zu ‚braten‘: ‚brate es‘.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pracz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-056-orig" n="setz das es nicht zu" resp="#fyndling">Die Verkürzung wird mit der parallelen B4-Fassung gelesen: Dort lautet die Anweisung ausdrücklich, es solle nicht zu heiß werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-057-trans" resp="#fyndling">Quellenablauf. Die Handschrift setzt den Hanf bereits als gekocht voraus: Er wird fein gestoßen, mit Weißbrot zusammen durch ein sauberes Tuch geschlagen und mit gwurcz abgeschmeckt. Das Durchschlagen ist ein Passier- oder Pressvorgang, der eine feine Mus-Masse erzeugt. Nicht genannt sind Kochflüssigkeit und Kochdauer des Hanfs, das Verhältnis von Hanf zu Brot sowie die konkrete Gewürzmischung. Diese Lücken dürfen nicht als historische Angaben ergänzt werden.

Heutige Praxis. Für einen nachvollziehbaren Versuch eignen sich gekochte Speisehanfsamen. Sie lassen sich im Mörser oder mit einem Stampfer zerdrücken und mit Stückchen Weißbrot durch ein sauberes Tuch oder ein feines Sieb streichen. Wie viel Brot nötig ist und ob die Masse weiter gelockert werden muss, richtet sich nach der Feuchtigkeit der gekochten Samen und bleibt eine heutige Arbeitsentscheidung. Gewürzt wird nach eigener, ausdrücklich moderner Wahl. So bleibt der überlieferte Arbeitsschritt sichtbar, ohne eine nicht belegte Flüssigkeit, Technik oder historische Würzung zu erfinden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-057-orig" n="semelnn prot" resp="#fyndling">Feines Weißbrot oder Semmelbrot. Dass es gerieben sein müsse, steht nicht im Text.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-057-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-057-orig" n="slach ... durich ein schon tuech" resp="#fyndling">Das ‚Schlagen‘ durch ein Tuch ist eine Methode, um eine feine Püree- oder Mus-Konsistenz zu erzielen, ähnlich dem Passieren oder Pressen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-057-orig" n="mach ... ab" resp="#fyndling">Das Gericht mit Gewürz abschmecken. Eine konkrete Gewürzmischung nennt die Quelle nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-058-trans" resp="#fyndling">Gericht und Abfolge. Das Rezept nennt die fertige Erbsenspeise "Ziger". Ausgangspunkt sind gut gekochte getrocknete Erbsen, die ausdrücklich nicht zu weich sein sollen. Sie werden im Mörser fein gestoßen. Danach soll daraus eine "Milch" gemacht und diese durch ein Tuch in eine Pfanne geseiht werden. Noch vor dem Aufwallen kommt wenig geriebenes Weißbrot hinzu.

Zweimal seihen. Der Arbeitsschritt ist ungewöhnlich genau beschrieben: Zuerst wird die Erbsenmilch durch ein Tuch in die Pfanne gegeben; nach dem Erwärmen wird die Masse auf ein Sieb oder ein Tuch gebracht und das Wasser davon abgeseiht. Erst diese zweite Trennung bezeichnet der Text als guten Ziger. Damit ist das Abseihen kein beiläufiges Passieren, sondern ein eigener, zweimal genannter Teil der Zubereitung.

Was offen bleibt. Wie die aus den gestoßenen Erbsen genannte "Milch" genau hergestellt wird, erklärt die Quelle nicht. Sie nennt weder Flüssigkeitsmenge noch Hitzedauer noch Abtropfzeit. Eine konkrete moderne Ersatztechnik würde diese offene Stelle nur verdecken; aus dem Text lässt sich lediglich die Reihenfolge der beiden Seihschritte festhalten.

Anrichten. Der Ziger wird wie Bohnenbrei angerichtet und mit Mandelkernen besteckt. Mandelmilch gehört erst zum Schluss über den größeren, bereits in eine Schüssel gegebenen Teil der Speise. Sie ist somit nicht die Grundlage der Erbsenmasse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-058-orig" n="Chrews arbaisz" resp="#fyndling">Die W1-Überschrift entspricht der Parallelfassung B4-055, die "Von kraus Arbais" schreibt. Der Titel wird daher als "Krauser Erbsen-Ziger" wiedergegeben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-058-orig" n="arbaisz" resp="#fyndling">Bairisch-österreichische Form für Erbsen. Der Text verlangt gekochte, getrocknete Erbsen, die nicht zu weich sein sollen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-058-orig" n="milch dauon" resp="#fyndling">Der Text nennt eine aus den gestoßenen Erbsen zu bereitende "Milch", ohne deren genaue Herstellung zu erläutern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-058-orig" n="weissprat" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot. Es wird vor dem Aufwallen unter die durchgeseihte Erbsenmasse gerieben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-058-orig" n="cziger" resp="#fyndling">Name der fertigen, nach dem zweiten Seihen erhaltenen Erbsenspeise. Das Rezept benennt kein eigenes Gerinnungs- oder Käseverfahren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-058-orig" n="pon prein" resp="#fyndling">Bohnenbrei; er dient als Vergleich für das Anrichten, nicht als zusätzliche Zutat.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-059-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das Rezept erzeugt aus hartgekochtem Eiweiß und Eigelb getrennte, weiße und safrangelbe Fäden. Diese werden in einer Schüssel kreuzweise und abwechselnd angeordnet. Die Formgebung, nicht ein Mus im heutigen Sinn, steht im Mittelpunkt; deshalb ist „Eierfäden-Schaugericht“ als moderner Titel treffender.

Die belegte Arbeitstechnik. Der Text verlangt für jede Masse einen eigenen tegel mit drei Löchern und einen rechel. Zusammengenommen sind dies gelochte Behälter mit zugehörigen Rohren, durch die die Masse gedrückt wird. Trwukchen ist in diesem Zusammenhang „drücken“, nicht „trocknen“: Die Fäden werden beim Durchdrücken und den anschließenden Zugbewegungen auf Schüsselbreite gebracht. Ein Trocknungsschritt ist nicht überliefert.

Die beiden Massen. Nach dem Hartkochen werden Eiweiß und Eigelb getrennt bearbeitet. Für das Eiweiß nennt die Quelle feines Semmelmehl, anschließend das Durchschlagen durch ein Tuch, dann Zucker und wenig Salz. Für das Eigelb nennt sie etwas Mehl, Safran und Zucker; die Form fean bleibt sprachlich offen, die parallelen Fassungen sprechen aber für denselben Arbeitsschritt des Durchstreichens oder Passierens. Die doppelte Safranformel in W1 ist wahrscheinlich eine Dittographie, nicht eine belegte zweite Zugabe.

Anrichten. Das weiße Gefäß liefert zunächst kreuzweise Fäden längs der Schüssel. Darüber kommt die gelbe Masse; danach wechseln Weiß und Gelb, solange Material vorhanden ist. Die genaue Handhabung der nicht näher beschriebenen Geräte und die Beschaffenheit der beiden Massen legt die Quelle nicht fest.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-059-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnet im Mittelalter eine breiige oder pürierte Speise, oft aus Fleisch, Fisch, Gemüse oder in diesem Fall aus Eiern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-059-orig" n="semelmel" resp="#fyndling">‚Semmelmehl‘ bezeichnet feine Brotkrume aus Semmeln oder Weißbrot. Der Text unterscheidet es beim Eiweiß von dem späteren, nur als ‚Mehl‘ genannten Zusatz für das Eigelb.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-059-orig" n="durich ein tuch slahen / fean" resp="#fyndling">Das Eiweiß soll ausdrücklich durch ein Tuch geschlagen werden. Bei der Eigelbmasse steht die abweichende Form ‚fean‘; ihre genaue Wortbildung bleibt offen, die Parallelhandschriften stützen aber dieselbe Funktion des Durchstreichens oder Passierens.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-059-orig" n="tegel" resp="#fyndling">Ein ‚Tegel‘ ist hier ein Behälter mit drei Löchern. Für Weiß und Gelb nennt der Text je ein eigenes Gefäß.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-059-orig" n="rechel" resp="#fyndling">Ein ‚Rechel‘ ist im Zusammenhang mit dem gelochten Behälter ein Rohr oder eine Röhre zum Durchdrücken der Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-059-orig" n="wrmel" resp="#fyndling">Die ‚Würmer‘ sind die durch die Löcher gedrückten Eifäden. Der anschließende Text ordnet sie weiß und gelb abwechselnd in der Schüssel an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="semelmel" resp="#fyndling">‚Semelmel‘ wird als Semmelmehl, also feine Brotkrume, gelesen. Die Form nennt ausdrücklich die Semmel und ist von dem späteren unbestimmten ‚mel‘ der Eigelbmasse zu unterscheiden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="besuander" resp="#fyndling">Ich habe ‚besuander‘ als ‚gesondert‘ oder ‚separat‘ übersetzt, was im Kontext der getrennten Zubereitung von Eiweiß und Eidotter sinnvoll ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="trwukchen" resp="#fyndling">‚Trwukchen‘ wird als ‚drücken‘ gelesen: Im Kontext der gelochten Behälter und Rohre bezeichnet es das Durchdrücken, durch das die Fäden ihre Länge erhalten. Einen Trocknungsschritt nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="wrmel" resp="#fyndling">Ich habe ‚wrmel‘ als ‚Stränge‘ oder ‚Würmer‘ übersetzt, da dies die Form der extrudierten Eimasse beschreibt, die durch die Löcher des ‚Tegels‘ gepresst wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="ychcz" resp="#fyndling">Ich habe ‚ychcz‘ als ‚etwas‘ oder ‚irgendetwas‘ übersetzt, im Sinne von ‚solange du noch etwas (von der Masse) hast‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="saffran darein" resp="#fyndling">Die doppelte Formel ‚saffran darein‘ wird nur einmal übersetzt. Da sie in der parallelen B4-Fassung fehlt, ist eine Dittographie wahrscheinlicher als eine beabsichtigte Wiederholung, aber nicht sicher nachweisbar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="fean" resp="#fyndling">Die Form bleibt als Wort offen. Die Stellung nach der Eigelbmasse und die parallelen Fassungen sprechen funktional für Durchstreichen oder Passieren durch ein Tuch, nicht für eine gesicherte lexikalische Auflösung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-059-orig" n="mit dem her auf" resp="#fyndling">Die Stelle wird als Abschluss der vorangehenden Zugbewegung verstanden: ‚höre mit dem Ziehen auf‘. Der Paralleltext mha-032 hat an entsprechender Stelle ausdrücklich ‚mit dem zug hor auf‘.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-060-trans" resp="#fyndling">Quellenablauf. Das Kachelmus beginnt mit guter, ‚süßer‘ Milch; damit ist hier frische, nicht gesäuerte Milch gemeint, nicht gezuckerte Milch. Sie soll aufwallen. Danach folgen aufgeschlagene Eier, gutes Gewürz, Safran und Salz nach Maß. Zuletzt nennt die Quelle Sieden und reines Schmalz. Zucker, Honig, eine konkrete Gewürzmischung oder ein Dessertcharakter stehen nicht im Text. Der Name verweist wahrscheinlich auf ein irdenes Gefäß, dessen genaue Form offenbleibt.

Die schwierige Tuchstelle. Daz sol er durich ein tuch slahen … hat keinen eindeutigen Bezug. Möglich ist, dass Safran und Gewürz, die gesamte Eier-Milch-Speise oder ein nicht näher bestimmter Zwischenschritt durchs Tuch gehen sollen. W1 und die Parallelhandschrift B4-057 bewahren dieselbe Schwierigkeit; mha-033 ist eng verwandt, entscheidet die Frage aber ebenfalls nicht. Das Tuch darf daher nicht als sicherer Beleg für eine glatte Konsistenz oder eine bestimmte Passiermethode ausgegeben werden.

Moderne Annäherung. Wer die belegte Reihenfolge erproben möchte, erhitzt frische Milch, gibt verquirlte Eier sowie Safran und eine selbst gewählte, ausdrücklich moderne Würzung zu und salzt maßvoll. Das Tuch bleibt als unsicherer Schritt kenntlich: Man kann getrennt prüfen, ob nur die Würzung oder die gesamte Masse damit gemeint sein könnte, statt eine Variante als überliefert festzuschreiben. Nach dem anschließenden Sieden wird Schmalz zugegeben. Mengen, Dauer, die genaue Mechanik des Tuchs und die Konsistenz nennt der Text nicht; moderne Bindemittel oder eine künstliche Glättung ersetzen diese offene historische Technik nicht.

Einordnung. Die Kombination von Milch, Ei, Safran, Gewürz und Schmalz ergibt eine herzhafte, gebundene Speise; eine entfernte moderne Nähe zu Eier-Milch-Gerichten kann bei der Vorstellung helfen, ist aber keine historische Gleichsetzung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="kachel mus" resp="#fyndling">Der Name verweist auf eine ‚Kachel‘, also ein irdenes Gefäß. Dass ein Gefäßbezug vorliegt, ist gut begründet; die genaue Form des Gefäßes nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="walln lassen" resp="#fyndling">Bedeutet ‚aufwallen lassen‘ oder ‚zum Kochen bringen‘, also die Milch erhitzen, bis sie Blasen wirft.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="ausslahen" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚aufschlagen‘ oder ‚verquirlen‘, wie man Eier für eine Speise vorbereitet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Eine gängige mittelalterliche Kochformel, die ‚abschmecken und fertigstellen‘ bedeutet, oft durch Zugabe von Gewürzen oder anderen Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">Allgemeiner Begriff für eine als gut geltende Würzung. Welche einzelnen Gewürze hier gemeint sind, sagt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="durich ein tuch slahen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚durch ein Tuch schlagen‘. Der Satz lässt offen, ob sich dies auf Safran und Gewürz, auf die Eier-Milch-Mischung oder auf einen anderen vorausgesetzten Teil der Speise bezieht; auch der Zweck wird nicht erklärt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="zu massen" resp="#fyndling">Bedeutet ‚nach Maß‘ oder ‚in Maßen‘, also die Zutat (hier Salz) wohldosiert und nach eigenem Ermessen hinzufügen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-060-orig" n="raines smalcz" resp="#fyndling">Gereinigtes Schmalz. Die Tierart benennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-060-orig" n="kachel mus" resp="#fyndling">Die Bezeichnung verweist auf ein Mus mit Bezug zu einer ‚Kachel‘, einem irdenen Gefäß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-060-orig" n="daz sol er durich ein tuch slahen vnd salcz das zu massen vnd das solt du tun in die milch die ayr vnd solt ez sieden lassen" resp="#fyndling">‚daz‘ bezieht sich auf einen vorhergehenden, im knappen Satzgefüge nicht eindeutig bestimmbaren Bestandteil. Der Text ordnet an, ihn durch ein Tuch zu schlagen, nach Maß zu salzen, zu Milch und Eiern zu geben und zu sieden; weder ein erneutes Zurückgeben noch ein zusätzliches Gefäß steht dort.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die Anweisung führt zu einer im Topf erhitzten, im Tuch aufgefangenen und kalt schneidbaren Milch-Ei-Masse. „Gepraten“ meint hier nicht das Braten in Fett, sondern das Verfestigen durch Hitze. Die fast wortgleiche B4-058 und die verwandten Rezepte mha-034 sowie foc-079 zeigen dieselbe Gerichtsfamilie, ohne sie mit einer heutigen Käsesorte gleichzusetzen. Zwei von ihnen belegen die Lesart an genau derselben Satzstelle: mha-034 schreibt statt gepraten das Wort beraitten (bereiten, fertigmachen), und foc-079 formuliert die Anweisung unmissverständlich als „loke þat it be stondyng“ - achte darauf, dass es fest ist. Damit steht die Deutung nicht auf einer Vermutung, sondern auf zwei unabhängigen Zeugen.

Fünfzig Eier, aber keine Milchmenge. Das Zeichen vor ayr ist kein einzelnes Ei, sondern ein römisches L: Die B4-Parallelfassung schreibt ausdrücklich „fumffczigk ayr“. Die Quelle lässt die Milchmenge offen. Damit sind weder die ursprüngliche Portionszahl noch ein überliefertes Verhältnis von Milch zu Eiern bekannt.

Die offene Mittelpassage. „Wann das welt vnd dy milch welt, so geus das daran“ nennt Aufwallen, anschließendes Zugießen und Rühren im hafen. Nicht eindeutig ist, ob „das“ dieselbe Masse oder eine zweite Komponente meint. Auch der Zweck des Tuchs wird nicht erklärt. Diese Unsicherheiten lassen sich nicht durch einen erfundenen Ein-Topf-Ablauf, ein bestimmtes Sieben oder ein modernes Mengenverhältnis auflösen.

Praxis. Für einen heutigen Versuch ist die Quellenfolge klar genug: frische Milch und durch ein Tuch geschlagene Eier werden am Feuer gerührt, bis die Masse dick wird und die Eier sich zusammenballen; danach kommt sie auf ein sauberes Tuch, wird kalt und geschnitten. Weil die Quelle zwar fünfzig Eier, aber keine Milchmenge und keine Zeiten nennt, muss ein heutiger kleiner Testansatz seine Menge selbst ermitteln; er rekonstruiert damit kein historisches Verhältnis.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="gepraten" resp="#fyndling">Der Titel bedeutet wörtlich „gebraten“. Im Rezept bezeichnet er das durch Hitze verfestigte, kalt schneidbare Milch-Ei-Gericht, nicht einen Pfannenbraten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraten"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="suesse milch" resp="#fyndling">„Süße Milch“ meint frische, ungesäuerte Milch, nicht mit Zucker gesüßte Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="l ayr" resp="#fyndling">Das Zeichen ist als römisches L zu lesen: fünfzig Eier. Die parallele B4-Fassung schreibt die Menge ausdrücklich als „fumffczigk ayr“.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="welt / wellent" resp="#fyndling">Die Formen bezeichnen das Aufwallen. In der ersten Nennung bleibt offen, ob „das“ dieselbe Masse oder eine zweite, zuvor nicht näher bezeichnete Komponente meint.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Der „Hafen“ ist das Kochgefäß, also ein Topf.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="begreifen" resp="#fyndling">Die Eier sollen die Milch „begreifen“, also binden und zur festen Masse zusammenführen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-061-orig" n="tuch" resp="#fyndling">Ein sauberes Tuch wird zuerst beim Durchschlagen der Eier und später zum Auffangen der Masse genannt. Einen genaueren Zweck erklärt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-061-orig" n="wann das welt vnd dy milch welt, so geus das daran" resp="#fyndling">„Das“ und die Milch sollen aufwallen; anschließend wird „das“ zugegeben und die Milch im Topf gerührt, bis die Eier binden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein blutgebundenes Hühner-Mus mit Wein, Honig und Gewürzen. Es ist strukturell mit Schwarzsauer und anderen Blutgerichten verwandt, aber nicht mit ihnen gleichzusetzen: Hier verlangt der Text ausdrücklich eine Balance zwischen süß und sauer. Zucker und Honig machen das Gericht deshalb nicht zu einer Nachspeise.

Zur Bezeichnung. Das Wort gmues meint eine zubereitete Speise oder ein Mus, nicht Gemüse im heutigen Sinn. Die Zutatenfolge erklärt den Titel: Blut wird in Wein gesiedet, dazu kommen gehackte gekochte Henne und eine halbe Semmel. Die Semmel ist die im Text genannte Bindung; eine andere Bindetechnik wird nicht erwähnt.

Praxis. Der Quellentext gibt die Reihenfolge klar vor, aber keine Mengen für Blut, Wein, Honig oder Gewürze und keine Garzeit. Kalbsblut in Wein sieden, bei fehlender Verfügbarkeit Blut von jungen Hühnern verwenden. Die gekochte Henne hacken, zusammen mit der halben Semmel in das siedende Blut geben und aufwallen lassen. Erst danach mit Honig so abschmecken, dass das Mus weder zu süß noch zu sauer ist. Gestoßene Nelken, Ingwer und Zucker werden zum Schluss darübergestreut. Für eine heutige Umsetzung bleiben die Mengen und der genaue Zeitpunkt des Aufwallens offen; sie sind im Rezept nicht überliefert.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-062-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Bezeichnet hier eine zubereitete Speise oder ein Mus, nicht Gemüse im heutigen Sinn. Mit Henne und Semmel ist kein glattes Püree gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-062-orig" n="swais" resp="#fyndling">Bezeichnet hier Tierblut, nicht Schweiß: Das Rezept nennt Kalbsblut und als Ersatz Blut von jungen Hühnern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-062-orig" n="semel" resp="#fyndling">Eine halbe Semmel dient zusammen mit dem Blut als Bindung des Mus.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-062-orig" n="erwellt" resp="#fyndling">Aufgewallt, aufgekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-062-orig" n="negeleinn" resp="#fyndling">Gewürznelken, hier gestoßen verwendet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein herzhaftes Mus aus Mandeln, einer gesottenen Henne und Kalbfleisch, das zusammen in ausdrücklich genannter Milch siedet. Die Quelle verlangt feines Stoßen und Hacken, nennt aber weder eine Milchmenge noch eine Garzeit oder eine Zielkonsistenz.

Die offene Fleischbezeichnung.

Das W1 schreibt ‚preatigs kalbvleisch‘. Die fast wortgleiche Berliner Parallelfassung b4-060 hat ‚preattigs chalb fleisch‘, die weiter ausgeführte Fassung mha-189 ‚praetig kalb fleisch‘. ‚Gebratenes Kalbfleisch‘ ist eine mögliche Lesung; ebenso bleibt eine Deutung in Richtung Kalbsbrät denkbar. Keine dieser Deutungen wird durch die Paralleltexte oder einen Wörterbuchbeleg entschieden. Für eine heutige Kochfassung muss deshalb bewusst festgelegt werden, welches Kalbfleisch verwendet und wie es gegart wird; das ist eine moderne Umsetzung, nicht eine Anweisung der Quelle.

Praxis.

Die Mandeln, die gesottene Henne und das Kalbfleisch werden nach dem Text sehr fein zerstoßen beziehungsweise gehackt und dann gemeinsam mit Milch in einem Topf gesiedet. Gemahlene Mandeln können die Mörserarbeit heute erleichtern. Der Text nennt keinen Zeitpunkt für Salz außer der Warnung, nicht zu versalzen. Wie viel Milch nötig ist, wie lange das Mus siedet und wodurch genau seine Konsistenz entsteht, bleibt unbezeichnet und wird hier nicht mit Zahlen oder Kochregeln ergänzt.

Lagerküche.

Ein großer Mörser und ein Topf genügen grundsätzlich, doch die feine Zerkleinerung ist arbeitsintensiv. Milch und Fleisch verarbeitet man ohne Kühlmöglichkeit am selben Tag.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-063-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnet hier eine breiige Speise aus fein zerstoßenen Zutaten, nicht ein Gemüsegericht im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-063-orig" n="libra" resp="#fyndling">Ein ‚Libra‘ war ein mittelalterliches Pfund, dessen Gewicht regional variierte. Für dieses Rezept wird eine Umrechnung von etwa 500 Gramm angenommen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-063-orig" n="stoz die klain" resp="#fyndling">‚Stoßen‘ bedeutet hier, die Zutaten im Mörser zu zerkleinern, bis sie eine sehr feine, breiige Konsistenz haben. ‚Klaine‘ bedeutet ‚fein‘ oder ‚klein‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-063-orig" n="hefn" resp="#fyndling">Ein ‚Hefn‘ ist ein Topf oder ein Kochgefäß, eine bairisch-österreichische Bezeichnung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-063-orig" n="preatigs" resp="#fyndling">Die Bedeutung der Fleischbezeichnung bleibt offen. Eine Lesung als ‚gebraten‘ ist möglich, eine Deutung in Richtung Kalbsbrät ebenfalls; die nahezu gleiche B4-Fassung löst die Stelle nicht auf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-063-orig" n="preatigs kalbvleisch" resp="#fyndling">Die Fleischbezeichnung bleibt offen. Eine Lesung als ‚gebratenes Kalbfleisch‘ ist möglich, aber nicht gesichert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-064-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein süßes, mit Holunderblüten aromatisiertes Mus für die Fastenzeit. Die Quelle nennt Holunderblüten, Wasser, Mandeln, Stärke und Zucker und schließt ausdrücklich mit der Warnung, nicht zu versalzen.

Was der Text tatsächlich beschreibt.

Zuerst sollen die Holunderblüten in Wasser sieden. Die Mandeln werden fein gestoßen und anschließend ‚durchgeschlagen‘; danach heißt es erneut, sie zu sieden. Dann kommt vmerduz hinzu, damit das Mus dick werde, schließlich Zucker, damit es süß werde. Für vmerduz ist ‚Stärke‘ gut gestützt: die Berliner Parallelfassung b4-061 schreibt an derselben Stelle vmedumb, was dem lateinischen amidum näher steht, und der Korpus führt amidon beziehungsweise amidum zwanzigmal in genau dieser eindickenden Funktion. Die konkrete Stärkeart bleibt aber offen. Ebenso nennt die Quelle weder die Menge des Wassers noch eine Dauer, eine Hitze oder die gewünschte Endkonsistenz.

Die Mandeln.

‚Stoßen‘ und ‚durchschlagen‘ zeigen eine feine Bearbeitung der Mandeln an. Anders als bei Rezepten, die Mandelmilch ausdrücklich nennen oder ein Tuch verlangen, steht hier weder ein Tuch noch weitere Flüssigkeit noch Mandelmilch im Wortlaut. Daraus lässt sich keine historische Herstellungstechnik ergänzen.

Heutige Praxis.

Für einen heutigen Versuch kann man die Mandeln fein mahlen oder im Mörser stoßen und die Blüten zunächst in Wasser erhitzen. Wie die Mandelmasse eingearbeitet und wie die Stärke angerührt wird, muss eine moderne Entscheidung bleiben, weil der Text diese Schritte nicht erklärt. Die ungefähr 500 Gramm Mandeln sind nur eine praktische Umrechnung der libra, kein gesichertes historisches Gewicht.

Lagerküche.

Die trockenen Zutaten lassen sich gut vorbereiten und mitführen; frische Holunderblüten sind dagegen saisonal. Ein Topf, Feuer und ein Mörser reichen als Grundausstattung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-064-orig" n="mues" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ ist eine dicke, breiige Speise; die genaue Zielkonsistenz benennt dieses Rezept nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-064-orig" n="holear plued" resp="#fyndling">Holunderblüten. Die CoReMA-Sachglosse bestimmt die Verbindung eindeutig als elder flower.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-064-orig" n="libra" resp="#fyndling">Eine ‚libra‘ ist ein mittelalterliches Pfund. Sein Gewicht war regional verschieden; etwa 500 Gramm sind allein eine moderne Arbeitsgröße.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-064-orig" n="slach den mandel duich" resp="#fyndling">Nach dem feinen Stoßen sollen die Mandeln ‚durchgeschlagen‘ werden. Das weist auf weiteres Zerkleinern oder Passieren; ein Tuch, zusätzliche Flüssigkeit und die Herstellung von Mandelmilch nennt der Text jedoch nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-064-orig" n="vmerduz" resp="#fyndling">Die CoReMA-Sachglosse und die parallele B4-Fassung stützen die Lesung als Stärke. Welche Stärkequelle gemeint ist, bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-064-orig" n="versalcz nicht" resp="#fyndling">Die ausdrückliche Schlussanweisung lautet, das Mus nicht zu versalzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-064-orig" n="holear plued" resp="#fyndling">Holunderblüten. Die CoReMA-Sachglosse bestimmt die Verbindung als elder flower.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-064-orig" n="vmerduz" resp="#fyndling">Stärke. Dafür sprechen die CoReMA-Sachglosse, die fast wortgleiche B4-Fassung mit ‚vmedumb‘ und die Wortfamilie vmbedum/vmerdum.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-064-orig" n="slach den mandel duich" resp="#fyndling">Die fein gestoßenen Mandeln werden weiter durchgearbeitet oder passiert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-065-trans" resp="#fyndling">Was ist gesichert? Der Text setzt zwei Reisportionen an: Zuerst werden ein Viertelpfund Reis und Mandeln abgekocht, der Reis wird verlesen und mit Milch versehen. Danach folgen zwei Pfund gewaschener Reis, die nicht zu weich kochen sollen. Der Reis wird mit einem Löffel bearbeitet und auf ein weißes Tuch gegeben; von dieser Menge soll die Hälfte gründlich gerieben werden. Zucker und wenig Salz kommen hinzu, die Masse wird in eine Schüssel geschlagen, käseähnlich hergerichtet, mit süßer Milch übergossen und mit Mandelkernen besteckt.

Offene Arbeitsgänge. Die Quelle sagt nicht, wie die frühe Mandel-Reis-Milch-Mischung mit der späteren Reismenge zusammenkommt. Ebenso bleibt offen, ob und wie die Mandeln vor ihrer Verwendung zerkleinert werden. Floez kann im Zusammenhang mit Löffel und Tuch vorsichtig als Herausnehmen des Reises aus dem Kochwasser gelesen werden; ganz gesichert ist diese Bedeutung nicht. Auch mach in slecht legt zwar eine käseähnliche Gestaltung nahe, bestimmt aber weder eine feste Form noch eine Gerinnungs- oder Käsetechnik.

Für eine quellentreue Annäherung. Die beiden Reisportionen getrennt vorbereiten und die ungeklärte Verbindung nicht als historische Tatsache ausgeben. Den Hauptreis nicht zerkochen, mit Löffel und weißem Tuch weiterbehandeln und nur die verlangte Hälfte reiben. Anschließend Zucker und Salz einarbeiten, die Masse in einer Schüssel käseähnlich anrichten, Milch darübergeben und Mandelkerne aufsetzen. Menge, Dauer, Werkzeug und die Art der süßen Milch liefert der Text nicht; sie bleiben bei einer praktischen Umsetzung Entscheidungen der Gegenwart.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ ist ein Brei oder Püree, oft aus zerstoßenem Getreide, Nüssen oder Früchten. Es konnte sowohl herzhaft als auch süß zubereitet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="libra" resp="#fyndling">Ein ‚Pfund‘ war im Mittelalter eine gebräuchliche Maßeinheit, deren Gewicht regional variierte. Für dieses Rezept wird ein Wiener Pfund von ca. 560 g angenommen, hier auf 500 g gerundet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="firdung" resp="#fyndling">Ein ‚Firdung‘ oder ‚Vierdung‘ entspricht einem Viertel Pfund, also etwa 125 g.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="erklaub In schon" resp="#fyndling">‚Gründlich verlesen‘ bedeutet, den Reis sorgfältig von Verunreinigungen wie Steinchen oder Spelzen zu befreien.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#erklaub"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="floez es mit einem leffel" resp="#fyndling">Die genaue Bedeutung von floez ist nicht gesichert. Im Kontext kann es heißen, den Reis mit einem Löffel aus dem Kochwasser zu nehmen; die anschließende Anweisung mit dem weißen Tuch stützt diese vorsichtige Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="reib in schon" resp="#fyndling">Der Text verlangt, die Hälfte des Reises gründlich zu reiben. Werkzeug und gewünschter Feinheitsgrad werden nicht genannt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="keas geleich sey" resp="#fyndling">‚Einem Käse gleicht‘ bezieht sich auf die Formgebung des Mus, das als Imitation eines Käselaibs angerichtet wird. Solche Schaugerichte waren bei mittelalterlichen Festmahlen beliebt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-065-orig" n="suezze milch" resp="#fyndling">‚Süße Milch‘ bezeichnet eine süß verstandene Milch; womit oder ob sie zusätzlich gesüßt wird, erläutert der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-065-orig" n="ain libra mandel" resp="#fyndling">Die Quelle nennt zu Beginn ein Pfund Mandeln und am Ende Mandelkerne zum Bestecken. Ihre genaue Verarbeitung und ihr Verhältnis zu den Mandelkernen bleiben offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-065-orig" n="ain firdung reis / ij libra reis" resp="#fyndling">Die Quelle nennt zuerst einen Viertelpfund, später zwei Pfund Reis und beschreibt unterschiedliche Arbeitsschritte. Wie die beiden Mengen im fertigen Mus verbunden werden, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-065-orig" n="erklaub" resp="#fyndling">‚Erklaub‘ wird als ‚verlesen‘ oder ‚ausklauben‘ übersetzt, im Sinne von sorgfältigem Reinigen des Reises von Verunreinigungen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#erklaub"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-065-orig" n="floez" resp="#fyndling">Floez wird vorsichtig als Herausnehmen mit dem Löffel verstanden; die folgende Tuch-Anweisung passt dazu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-065-orig" n="keas" resp="#fyndling">‚Keas‘ wird als ‚Käse‘ übersetzt, was sich auf die gewünschte Form des Mus bezieht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-066-trans" resp="#fyndling">Was steht sicher im Text? Aus Mohn wird eine milchartige Flüssigkeit bereitet, die ungefähr die Dicke von Mandelmilch haben soll. Ein Lot Hausenblase wird in etwas Wasser gesotten, bis es zergeht. Diese Flüssigkeit wird mit der Mohnmilch vermischt, gesüßt und nur mäßig gesalzen. In einer nicht zu weiten Schüssel erkaltet die Masse zu einem sturzfähigen 'Käse'; Nusskerne werden hineingesteckt. Dazu nennt die Quelle süße Mandel- oder Nussmilch.

Die offene Stelle. Nach dem Zergehen der Hausenblase steht *slach es mit durich* beziehungsweise *durich geslagen*. Das kann kräftiges Durcharbeiten der Flüssigkeit bedeuten; auch ein Passieren ist sprachlich möglich. Die Quelle nennt dafür weder Tuch noch Sieb und erklärt keinen Zweck. Die Zubereitung sollte diese Unsicherheit nicht durch eine erfundene historische Technik ersetzen.

Moderne Umsetzung. Die Quelle gibt weder die Mohnmenge noch ein Verfahren für die Mohnmilch, ein Verhältnis von Mohn und Wasser, Garzeiten oder die Größe der Form an. Für einen heutigen Versuch müssen diese Punkte separat erprobt werden. Als gesicherte Reihenfolge bleiben: Mohnmilch bereitstellen, Hausenblase in Wasser auflösen, beide Flüssigkeiten vermischen, süßen, in eine enge Form füllen, kalt werden lassen, stürzen und mit Nüssen bestecken. Eine moderne Gelatine kann die Funktion der Hausenblase nachbilden, ist aber nicht die historische Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-066-orig" n="mahen" resp="#fyndling">Bezeichnet hier Mohn; die Anweisung macht daraus eine milchartige Flüssigkeit. Das genaue Herstellungsverfahren nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-066-orig" n="lot" resp="#fyndling">Ein historisches Gewichtsmaß. Ein Lot entsprach im süddeutschen Raum und Österreich ungefähr 15 bis 17,5 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-066-orig" n="hausen ploter" resp="#fyndling">Hausenblase, ein aus der Schwimmblase des Störs gewonnenes Geliermittel. Im Rezept wird sie in Wasser gesotten, bis sie zergeht, und gibt der Mohnmilch beim Erkalten Halt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-066-orig" n="durich geslagen" resp="#fyndling">Die Wendung ist an dieser Stelle nicht eindeutig. Sie kann kräftiges Durcharbeiten der aufgelösten Hausenblase meinen; ein Passieren ist ebenfalls möglich. Werkzeug und Zweck nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-066-orig" n="keas naph" resp="#fyndling">Ein Käsenapf, hier der Vergleich für eine nicht zu weite Schüssel, in der die Masse fest wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-066-orig" n="nus kernn" resp="#fyndling">Nusskerne werden in die gestockte Masse gesteckt. Eine bestimmte Nussart nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="mahen" resp="#fyndling">Mohn, dessen milchartige Zubereitung der Text ausdrücklich verlangt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="hausen ploter" resp="#fyndling">Hausenblase, die im Rezept in Wasser zergeht und die Masse beim Erkalten fest werden lässt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="slach es mit durich / durich geslagen" resp="#fyndling">Offene Arbeitsanweisung: Die aufgelöste Hausenblase soll durchgearbeitet werden; ein konkretes Werkzeug oder Ziel wird nicht genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="keas" resp="#fyndling">Käse-Analogon: eine in einer passenden Schüssel fest werdende, sturzfähige Speise.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="bestekch den keas mit nus kernn" resp="#fyndling">Die gestockte Masse mit Nusskernen bestecken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="mach den zu milch" resp="#fyndling">Mohn zu einer milchartigen Flüssigkeit verarbeiten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="als dikch seinn als die mandelmilch" resp="#fyndling">Die Mohnmilch soll die Dicke von Mandelmilch haben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-066-orig" n="keas naph" resp="#fyndling">Käsenapf als Vergleich für die passende, nicht zu weite Schüssel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-067-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die Quelle nennt das Ergebnis einen Hanfkäse. W1 und die nahezu wortgleiche Berliner Parallelhandschrift B4-064 verbinden rohen Hanf, Mandeln, gesottenes Wasser und Hausenblase; die moderne Gerichtskategorie lässt sich darüber hinaus nicht sicher bestimmen.

Die Menge der Mandeln. W1 schreibt verkürzt „1/2 mandel“. B4-064 ergänzt an derselben Stelle „ein halb phunnt mandel“; gemeint ist daher ein halbes Pfund, heute ungefähr 250 g.

Durchschlagen und Milch. Der Hanf wird zerstoßen und zwei- oder dreimal mit gesottenem Wasser „durchgeschlagen“. Ob das ein Passieren, Sieben oder eine andere Bearbeitung meint, bleibt offen. Ebenso nennt der Text weder ein Tuch noch einen Herstellungsweg für die süße Milch und kein Süßungsmittel.

Praxis. Für eine quellennahe Annäherung den rohen Hanf zerstoßen und wie angegeben wiederholt mit gesottenem Wasser bearbeiten. Hausenblase, Mandeln und die süße Milch werden genannt, ihre konkrete Verbindung aber nicht erklärt. Diese fehlenden Arbeitsschritte sollten in einer modernen Versuchsküche ausdrücklich als eigene Entscheidung behandelt werden, nicht als rekonstruierte Anweisung des Textes. Zum Schluss darf das Gericht frei garniert werden; nur übersalzen soll es nicht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="keas von hanif" resp="#fyndling">‚Käse‘ bezeichnet hier ein Gericht aus Hanf, Mandeln und Hausenblase; die Quelle nennt es ausdrücklich ‚hanif keas‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="roch sey" resp="#fyndling">‚Roh sei‘: Der Hanf soll unverarbeitet sein. Weitere Anforderungen an die Zutat nennt der Text nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="slach In ... durich" resp="#fyndling">‚Schlage ihn durch‘ beschreibt das wiederholte Bearbeiten des zerstoßenen Hanfs mit gesottenem Wasser. Ob damit ein Passieren, Sieben oder eine andere Technik gemeint ist, sagt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="loat" resp="#fyndling">Ein Lot war eine historische Maßeinheit, die je nach Region variierte. Ein Wiener Lot entsprach etwa 17,5 Gramm, ein süddeutsches Lot etwa 15 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="hausn ploter" resp="#fyndling">Hausenblase ist die getrocknete Schwimmblase des Hausen, eines Störs. Die Quelle nennt sie als Zutat, erläutert aber ihre konkrete Verarbeitung nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="suessn milch" resp="#fyndling">Die ‚süße Milch‘ steht im Zusammenhang mit den Mandeln. Ein Süßungsmittel oder ein genauer Herstellungsweg wird nicht genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-067-orig" n="bestekch In" resp="#fyndling">‚Bestecke ihn‘ meint hier das freie Garnieren oder Verzieren. Die Quelle lässt offen, womit dies geschehen soll.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-068-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein gesüßter ‚Käse von Nüssen‘: Geschälte, klein gestoßene Nüsse werden mit dem gesottenen Wasser der Hausenblase vielfach durchgeschlagen. Die so bezeichnete Milch wird gesüßt, nicht weiter gesotten, in einen Käsenapf gegeben und soll erkalten. Die Berliner Parallelhandschrift b4-065 ist nahezu wortgleich; Meister Hans 200 und die Mohn-Variante w1-066 zeigen verwandte Käseformen mit Hausenblase.

Was bleibt offen?

Die Anweisung *slach es domit durich vil* nennt weder Werkzeug noch genaue Mechanik. Sie kann ein kräftiges Durcharbeiten oder ein Passieren meinen. Ein Tuch, Sieb oder ein bestimmter Zweck des Durchschlagens steht nicht im Text und sollte nicht als historische Zubereitungsanweisung ergänzt werden. Auch die zweite ‚dünne süße Milch‘ bleibt in ihrer Zutat offen: Eine zweite Nussmilch ist möglich, aber nicht ausdrücklich genannt.

Menge und Form.

‚Ein Lot‘ Hausenblase ist eine historische Gewichtseinheit; als heutige Orientierung lässt sich nur ungefähr 15 bis 17,5 g angeben. Mengen für Nüsse, Wasser und Zucker, die Größe des Käsenapfs sowie die Dauer des Erkaltens fehlen.

Praxis.

Als gesicherte Reihenfolge bleiben: Nüsse schälen und stoßen, Hausenblase sieden, deren gesottenes Wasser mit den Nüssen vielfach durchschlagen, die Milch süßen, nicht weiter sieden, in einen Käsenapf füllen und erkalten lassen. Für einen Nachkochversuch müssen das konkrete Durchschlagverfahren, die zweite Milch und die fehlenden Mengen offen dokumentiert und separat erprobt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-068-orig" n="schon" resp="#fyndling">Sauber/gründlich. Im Mittelalter bedeutete ‚schon‘ oft ‚rein‘ oder ‚sorgfältig‘, nicht primär ‚ästhetisch ansprechend‘.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-068-orig" n="hausen ploter" resp="#fyndling">Hausenblase bezeichnet ein Geliermittel aus der Schwimmblase des Hausen, eines Störs. Der Text lässt sie sieden und verwendet anschließend das gesottene Wasser für die Nüsse.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-068-orig" n="keas naph" resp="#fyndling">Ein Käsenapf: ein Gefäß, in das die Masse gegeben wird und in dem sie erkalten soll. Eine genauere Bauform nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-068-orig" n="milch" resp="#fyndling">Die aus Nüssen und dem gesottenen Wasser bereitete Milch wird mit Zucker gesüßt. Für die später genannte dünne süße Milch nennt der Text keine Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-068-orig" n="zuker" resp="#fyndling">Zucker dient hier ausdrücklich zum Süßen der Milch. Eine Menge nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-068-orig" n="ercholten" resp="#fyndling">erkalten</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-068-orig" n="ein lad hausen ploter" resp="#fyndling">ein Lot Hausenblase (heute ungefähr 15-17,5 g)<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-068-orig" n="slach es domit durich vil" resp="#fyndling">schlage die Nüsse mit dem gesottenen Wasser vielfach durch</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine Suppe aus einer als ‚Milch‘ bezeichneten Grundlage: Der Text lässt diese aus Nüssen herstellen und aufsieden. Brot darf man nach Belieben hineinschneiden, so wie bei einer Mandelmilch. Anschließend nennt er dieselbe Möglichkeit mit Mohn. Ob das Brot die Speise andickt oder einfach mitgegart wird, wird nicht erläutert. Die Berliner Parallelhandschrift B4-066 bewahrt denselben Ablauf; ihre Form ‚magen‘ wird durch W1s eindeutigeres ‚mahn‘ als Mohn verständlich.

Was bleibt offen?

Die Anweisung ‚mach daraus ein Milch‘ benennt nur das Ergebnis. Sie sagt nicht, wie die Nüsse oder der Mohn verarbeitet werden, welche Flüssigkeit verwendet wird, ob etwas durchgeschlagen oder abgeseiht wird und welche Mengen oder Konsistenz vorgesehen sind. Aus dem Vergleich mit Mandelmilch folgt nur die Behandlung des Brots, keine vollständige Herstellungsanweisung für die Nuss- oder Mohnmilch.

Nachkochen.

Die quellennahe Reihenfolge lautet: eine Nussmilch herstellen, sie aufsieden und bei Wunsch Brot einschneiden; für die zweite Variante entsprechend eine Mohnmilch verwenden. Ein heutiger Nachkochversuch muss die nicht überlieferte Herstellungsweise der Milch als eigene, transparent dokumentierte Entscheidung treffen. Sie darf nicht als historische Rekonstruktion ausgegeben werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-069-orig" n="suppem" resp="#fyndling">Der Begriff ‚suppem‘ konnte im Mittelalter eine dickflüssige Speise, eine Sauce oder eine Suppe bezeichnen, oft mit Brot angedickt oder dazu gereicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-069-orig" n="milch (von Nüssen/Mohn)" resp="#fyndling">Der Text nennt eine aus Nüssen beziehungsweise Mohn herzustellende ‚Milch‘. Wie sie gewonnen wird, welche Flüssigkeit dazugehört und ob etwas abgeseiht wird, bleibt in diesem Rezept offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-069-orig" n="mahn" resp="#fyndling">‚Mahn‘ ist hier Mohn. Die Berliner Parallelhandschrift B4-066 schreibt an derselben Stelle ‚magen‘; W1 präzisiert die dort missverständlichere Form. Die Herstellung der daraus genannten Milch beschreibt keiner der beiden Texte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-069-orig" n="suppem" resp="#fyndling">Suppe</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-069-orig" n="nusz" resp="#fyndling">Nüsse</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-069-orig" n="mahn" resp="#fyndling">Mohnsamen</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-070-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein Bohnenmus: Die Saubohnen werden gereinigt, in einem Topf ‚trocken‘ gesotten, vor dem Anrichten in einem Schaff zerrieben und mit einer süßen Milch serviert. Die B4-Parallele 067 folgt demselben Ablauf fast wortgleich.

Die Kaltguss-Reinigung.

‚Kaltguassen‘ ist dieselbe Wurzel wie das ‚Kaltguss‘ der Parallelrezepte b4-071/w1-074 (mnd. kōltgȫte) - eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Bohnen vor dem Kochen gewaschen wurden, eine historisch belegte Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte. Für die heutige Praxis lässt sich dieser Schritt problemlos durch gründliches Waschen der Bohnen in kaltem Wasser ersetzen.

Was sagt die Quelle zur Milch?

‚Welcherlei du gehaben magst‘ lässt die Milch nach Verfügbarkeit offen; nur süß soll sie sein. Der Text nennt weder Mandelmilch noch Kuhmilch und auch kein Mittel zum Süßen. Mengen, Garzeit, Einweichzeit und die genaue Konsistenz des Muses fehlen ebenfalls. Eine moderne Kochentscheidung für diese offenen Punkte ist möglich, muss aber als solche kenntlich bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="prein" resp="#fyndling">Brei, hier ein Mus oder Püree aus Saubohnen. CoReMA identifiziert es als ‚Žganci‘, eine Art Porridge.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="pon" resp="#fyndling">Saubohnen, auch Dicke Bohnen oder Favabohnen genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinn.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="kaltguassen" resp="#fyndling">Dieselbe Wurzel wie ‚Kaltguss‘ (mnd. kōltgȫte, Lauge/Aufguss von Asche) - eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Saubohnen vor dem Kochen gewaschen wurden, eine historisch belegte Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte (Mittelniederdeutsches Wörterbuch; siehe auch die Berliner Parallelhandschrift b4-071 und ihr Wiener Gegenstück w1-074).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="truken sieden" resp="#fyndling">Wörtlich ‚trocken sieden‘. Die Bohnen sollen dabei nicht weich werden; Flüssigkeitsmenge und genaue Technik nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="scheffel" resp="#fyndling">Ein Schaff, ein großes, oft hölzernes Gefäß oder eine Wanne, hier zum Reiben der Bohnen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-070-orig" n="milch" resp="#fyndling">Der Wortlaut lässt die Art der Milch ausdrücklich nach Verfügbarkeit offen. Die Anweisung ‚süß‘ beschreibt die gewünschte Beschaffenheit, nennt aber kein Süßungsmittel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-070-orig" n="kaltguassen" resp="#fyndling">Dieselbe Wurzel wie ‚Kaltguss‘ (mnd. kōltgȫte) - eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Saubohnen vor dem Kochen gewaschen wurden, eine historisch belegte Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte (Mittelniederdeutsches Wörterbuch; siehe auch b4-071/w1-074).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-070-orig" n="beleibem" resp="#fyndling">„bleiben sie“. Dies ist eine plausible scribale oder dialektale Variation von „bleiben“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-070-orig" n="wechlicherlay" resp="#fyndling">„welcher Art du sie haben kannst“. Dies ist eine direkte Übersetzung der Phrase und passt zum Kontext, dass eine süße Milch gewünscht wird, aber die genaue Art flexibel ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-070-orig" n="scheffel" resp="#fyndling">Schaff. CoReMA verlinkt es mit Wikidata Q2230042 (Schaff), einem großen Holzgefäß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-070-orig" n="milch" resp="#fyndling">Milch nach Verfügbarkeit, die süß sein soll.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-071-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein schlichtes Bohnenmus: Der Text verbindet als „geriben“ bezeichnete Bohnen mit Erbsenbrühe und etwas Öl, macht die Mischung dick und gibt sie heiß aus. Die Berliner Parallelhandschrift B4-068 bewahrt denselben Ablauf. „Mus“ benennt hier die dicke, breiige Speise; ob sie ganz glatt oder gröber sein soll, steht nicht dabei.

Was lässt die Quelle offen?

„Geriben“ kann Zerdrücken, Durchstreichen oder Mahlen meinen. Ebenso wird nicht erklärt, wie die Erbsenbrühe hergestellt wird; sie darf deshalb nicht ohne Beleg als Erbsen-Kochwasser ausgegeben werden. Der Text sagt nur „mach es dick“, nicht ausdrücklich, ob die Masse kocht, eingekocht oder auf andere Weise gebunden wird. Mengen, Dauer und ein Endpunkt außer der gewünschten Dicke fehlen ebenfalls. „Versalcz nicht“ ist eine Warnung vor zu viel Salz, aber keine Aufforderung, Salz als eigene Zutat zu nehmen.

Nachkochen.

Quellennah ist die Reihenfolge: Bohnen mit Erbsenbrühe und Öl verbinden, zu einer dicken Speise bringen und heiß ausgeben. Für einen heutigen Versuch muss entschieden werden, welche Bedeutung von „geriben“ praktisch gewählt wird und wie die nicht weiter beschriebene Erbsenbrühe angesetzt wird. Diese Entscheidungen sind moderne Umsetzung, nicht vom Rezept überlieferte Einzelanweisungen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-071-orig" n="pan mus" resp="#fyndling">Ein Mus aus Saubohnen. Im Mittelalter waren Hülsenfrüchte eine wichtige Proteinquelle.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-071-orig" n="vbring geribem pon" resp="#fyndling">Die Wortgruppe bezeichnet Bohnen, die als „geriben“ beschrieben werden. Ob damit Zerdrücken, Durchstreichen oder Mahlen gemeint ist, entscheidet der knappe Text nicht; eine Aufbewahrung vom Vortag folgt daraus nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-071-orig" n="arbaiss prue" resp="#fyndling">Erbsenbrühe. Der Text nennt sie als Flüssigkeit, erklärt aber weder ihre Herstellung noch ihre genaue Beschaffenheit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-071-orig" n="pan / pon" resp="#fyndling">Beide Begriffe beziehen sich auf Saubohnen (Ackerbohnen, Vicia faba).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-071-orig" n="vbring geribem pon" resp="#fyndling">Die Wortgruppe wird vorsichtig als geriebene Saubohnen wiedergegeben. Sie beschreibt eine Form der Bohnen, erklärt aber nicht, wie diese erreicht wurde.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-072-trans" resp="#fyndling">Was der Text sicher beschreibt. Aus Erbsen wird ein Mus bereitet, das warm oder kalt auf einer Schüssel stehen darf. Sobald es fest geworden ist, wird es zweimal mittig eingeschnitten; ein Teil aus der Mitte wird herausgenommen und Senf hineingegeben. Die Berliner Parallelhandschrift b4-069 bestätigt diesen Ablauf fast wortgleich. Sie ergänzt keine fehlenden Mengen, Garzeiten oder Geräte.

Offene Arbeitsschritte. Die Quelle sagt nicht, ob frische oder getrocknete Erbsen verwendet werden, wie das Mus hergestellt wird, wodurch es fest wird oder welche Senfzubereitung in die Mitte kommt. Auch die Richtung der zwei Schnitte bleibt offen: Sie können sich kreuzen oder parallel gesetzt sein. Deshalb lässt sich aus dem Text weder eine bestimmte Kochmethode noch ein Mengen- oder Zeitverhältnis ableiten.

Heutige Erprobung. Für eine praktische Annäherung kann man ein bereits zubereitetes, ausreichend festes Erbsenmus auf einer Schüssel ausstreichen, es stehen lassen und dann die Mitte mit zwei Schnitten öffnen. Nach dem Herausnehmen eines kleinen Teils lässt sich dort eine flüssige oder streichfähige Senfzubereitung anrichten. Das ist eine heutige Umsetzung der belegten Anrichtefolge, keine Aussage darüber, wie die Handschrift das Mus zuvor herstellte.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-072-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Ein ‚Mus' bezeichnete im Mittelalter eine breiige Speise, oft aus zerdrücktem Gemüse, Obst oder Getreide, die sowohl süß als auch herzhaft sein konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-072-orig" n="schon" resp="#fyndling">Im mittelhochdeutschen Kontext bedeutet ‚schon' hier nicht ‚schön' im ästhetischen Sinne, sondern ‚sauber', ‚gründlich' oder ‚sorgfältig'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-072-orig" n="czwir" resp="#fyndling">Das Wort ‚czwir' bedeutet ‚zweimal' oder ‚doppelt'. Die genaue Führung der beiden mittigen Schnitte nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-072-orig" n="mitter" resp="#fyndling">‚Mitter' bezeichnet hier das Innere oder die Mitte der geformten Speise, die herausgenommen werden soll, um eine Füllung aufzunehmen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-072-orig" n="arbais / arbaissen" resp="#fyndling">Erbsen. CoReMA glossiert das Wort eindeutig als ‚garden pea', was die Lesart bestätigt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-072-orig" n="wild" resp="#fyndling">Willst. Es ist die Konjugation des Modalverbs ‚wollen' in der zweiten Person Singular.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-072-orig" n="gestanden seyn" resp="#fyndling">Gestanden sein / fest geworden sein. Dies bezieht sich auf das Erkalten und Festwerden des Erbsenmuses, damit es geschnitten werden kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-072-orig" n="sneid mitten da durich czwir" resp="#fyndling">Schneide es in der Mitte zweimal ein. Die Anweisung dient der Formgebung vor dem Herausnehmen des inneren Teils.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-072-orig" n="nym daz mitter heraus" resp="#fyndling">Nimm das Innere heraus. Dies ist die logische Folge der Schnittanweisung, um eine Mulde für die Senffüllung zu schaffen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das Rezept verbindet ein fein geriebenes Erbsenmus mit einer mittig angerichteten Reis-Komponente. Die Erbsen werden gesiedet, bis sich ihre Schalen lösen, danach fein gerieben. Anschließend soll etwas daran gegossen werden, damit das Mus nicht zu dünn wird. Welche Flüssigkeit gemeint ist, sagt W1 nicht; weder Kochflüssigkeit noch Brühe sind im Text benannt.

Reis und Überlieferung. W1 verlangt ‚ein reis der wol gewelt sey‘ und setzt den Reis anschließend in die Mitte des Muses. Reis ist hier ein Bestandteil des Gerichts, nicht ein einzelnes Korn. Die Wiener Lesung ‚wol gewelt‘ lässt sich als gut ausgewählt oder verlesen verstehen. Eine Parallelüberlieferung hat an der Stelle ‚geswellt‘. Diese Abweichung wird nicht zu einer einheitlichen Lesung geglättet: W1 selbst nennt keinen eigenen Garschritt für den Reis.

Praxis. Für eine heutige Erprobung können getrocknete Erbsen zunächst eingeweicht und anschließend vollständig weich gegart werden; beides ist moderne Kochpraxis, nicht eine von W1 genannte Zeit- oder Verfahrensangabe. Die weichen Erbsen fein zerreiben und nur so viel Flüssigkeit zugeben, dass ein nicht zu dünnes Mus entsteht. Reis kann für diese moderne Annäherung getrennt weich gegart und dann mittig angerichtet werden. Die Quelle nennt keine Mengen, Zeiten oder das verwendete Gerät.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-073-orig" n="arbaissen / arbaiss" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Erbsen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-073-orig" n="pelg" resp="#fyndling">Bezeichnet die äußere Haut oder Schale der Erbsen, die sich beim Sieden lösen soll.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-073-orig" n="hincz" resp="#fyndling">Hier: bis zu dem Punkt, an dem sich die Schalen lösen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-073-orig" n="gewelt" resp="#fyndling">W1 schreibt ‚wol gewelt‘. Das lässt sich als ‚gut ausgewählt/verlesen‘ lesen. Die Parallelüberlieferung bietet ‚geswellt‘; die Abweichung wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-073-orig" n="geus daran" resp="#fyndling">Zu den fein geriebenen Erbsen wird eine nicht näher bezeichnete Flüssigkeit gegeben, damit das Mus nicht zu dünn wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-073-orig" n="ein reis der wol gewelt sey" resp="#fyndling">Reis als mittig angerichteter Bestandteil, den W1 als ‚wol gewelt‘ beschreibt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-074-trans" resp="#fyndling">Drei getrennte Bestandteile. Das Gericht besteht aus Erbsen, Grütze oder ersatzweise Gerste und Schweinefleisch. Die Erbsen werden zunächst ‚trukchen‘ gekocht; anschließend soll man sie mit einem Holzlöffel im Topf bearbeiten, bis sie ‚weiß‘ werden, und mit Schweinebrühe wieder dünner machen. W1 nennt weder Mengen noch Zeiten noch eine sichere Erklärung, welche konkrete Technik mit dem Holzlöffel gemeint ist. Das Erbsengericht wird warm und nicht zu dick auf einer eigenen Schüssel angerichtet.

Fleisch und Getreide. Das Schweinefleisch ist im Text schon gesotten, bevor es längs geschnitten und in der Pfanne gebräunt wird. Grütze ist vorgesehen; wenn sie fehlt, erlaubt die Quelle ausdrücklich Gerste. Das Getreide wird trocken und ungesalzen auf einer Schüssel angerichtet, das Fleisch daraufgelegt. Erst dann kommen die Erbsen als dritte Komponente dazu.

Die Kaltguss-Reinigung. Die Erbsen werden vor dem Kochen mit einer ‚Kaltguss‘ gereinigt - einer kalten Aschenlauge aus Holzasche und Wasser, einer historisch belegten Reinigungstechnik für getrocknete Hülsenfrüchte (Mittelniederdeutsches Wörterbuch; siehe auch b4-071). Für die heutige Praxis lässt sich dieser Schritt problemlos durch gründliches Waschen der Erbsen in kaltem Wasser ersetzen.

Heutige Erprobung. Für eine heutige Annäherung lassen sich die drei ausdrücklich genannten Komponenten getrennt zubereiten: Erbsen weich kochen und mit etwas Schweinebrühe zu einer nicht zu dünnen Konsistenz bringen, Grütze oder Gerste separat garen und bereits gegartes Schweinefleisch in Streifen bräunen. Das Einweichen getrockneter Erbsen, Mengen, Kochzeiten und die Entscheidung, wie sie genau bearbeitet werden, sind moderne praktische Entscheidungen, nicht Angaben von W1.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-074-orig" n="schoan" resp="#fyndling">Hier bedeutet das Wort ‚sauber, reinlich, gründlich‘; die Erbsen sollen verlesen und gereinigt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-074-orig" n="kaltgusz" resp="#fyndling">Eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Erbsen vor dem Kochen gewaschen wurden - eine historische Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte (belegt im Mittelniederdeutschen Wörterbuch; siehe auch die Berliner Parallelhandschrift b4-071).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-074-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">Bei Erbsen und Gerste meint dies eine trockene beziehungsweise dick eingekochte Zubereitung, nicht ein wässriges Gericht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-074-orig" n="czeuch dy arbaiss in dem hefen daz sy weisz werden" resp="#fyndling">Die Erbsen sollen mit einem Holzlöffel im Topf so bearbeitet werden, dass sie ‚weiß‘ werden. Das verwendete Verb bezeichnet einen Arbeitsschritt, dessen genaue Technik aus dem Text nicht hervorgeht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-074-orig" n="gruppen" resp="#fyndling">Grütze, also grob zerkleinertes Getreide. Als ausdrückliche Alternative nennt der Text Gerste.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gruppen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-074-orig" n="gesoten sweinen vleisch" resp="#fyndling">Das Schweinefleisch ist bereits gekocht, bevor es längs geschnitten und in der Pfanne gebräunt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-074-orig" n="erchlaub" resp="#fyndling">‚Ausklauben‘: die Erbsen sorgfältig verlesen und von Ungeeignetem oder Verunreinigungen trennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-074-orig" n="kaltgusz" resp="#fyndling">Eine kalte Aschenlauge, mit der die getrockneten Erbsen vor dem Kochen gewaschen wurden - eine historische Reinigungstechnik für Hülsenfrüchte (belegt im Mittelniederdeutschen Wörterbuch; siehe auch die Berliner Parallelhandschrift b4-071).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-074-orig" n="czeuch dy arbaiss in dem hefen daz sy weisz werden" resp="#fyndling">Ein Bearbeiten der Erbsen mit dem Holzlöffel im Topf, dessen angestrebtes Ergebnis ‚weiß werden‘ heißt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-074-orig" n="prewun" resp="#fyndling">‚Bräunen‘ des längs geschnittenen Schweinefleischs in einer Pfanne.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-075-trans" resp="#fyndling">Was steht im Text? Das Rezept nennt Erbsen und einen ‚lauttern gesoten spekch‘. Der Speck ist also bereits gesotten, bevor er würfelig geschnitten und in einer Pfanne braun gemacht wird. Anschließend kommt er auf die Erbsen. Der fast wortgleiche Berliner Paralleltext b4-072 bestätigt diese knappe Reihenfolge.

Was bleibt offen? W1 erklärt nicht, wie die Erbsen zuvor zubereitet werden, und nennt weder Mengen noch Gewürze, Dauer oder eine bestimmte Beschaffenheit des Specks. ‚Lauttern‘ bedeutet ‚rein, klar‘, erlaubt aber keine weitergehende Aussage über eine konkrete Vorbehandlung. Auch aus ‚gesoten‘ folgt nur, dass der Speck vor dem Bräunen gesotten vorliegt; wie dies geschieht, sagt das Rezept nicht.

Heutige Erprobung. Für eine praktische Annäherung können gegarte Erbsen bereitgestellt und gesottener Speck gewürfelt und in einer Pfanne gebräunt werden. Ob getrocknete Erbsen eingeweicht werden, welche Speckmenge passt und wie lange die Bestandteile gegart werden, sind moderne Entscheidungen und keine Angaben der Quelle.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-075-orig" n="lauttern" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsch ‚rein, klar‘. Die Bezeichnung steht beim gesottenen Speck; sie legt keine bestimmte moderne Vorbehandlung fest.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-075-orig" n="werffelat" resp="#fyndling">Würfelig beziehungsweise in Würfel geschnitten. Die fast wortgleiche Berliner Parallelhandschrift b4-072 schreibt ‚wurfflat‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-075-orig" n="prawn" resp="#fyndling">‚Braun‘: Der Speck soll in der Pfanne gebräunt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-075-orig" n="lauttern" resp="#fyndling">‚Rein, klar‘ beim gesottenen Speck.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-075-orig" n="werffelat" resp="#fyndling">Würfelig schneiden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-076-trans" resp="#fyndling">Was ist sicher überliefert? Das Rezept ist ein weißes, gesüßtes Nussmus. Nüsse werden zuerst gestoßen und sehr fein gerieben; so soll ein anschließendes Passieren durch Tuch oder Sieb entfallen. Aus ihnen wird eine dikche milch bereitet, zu der eine Semmel kommt, damit die Masse dick wird. Kalt oder warm servieren und mit Zucker süßen sind ausdrücklich genannt.

Was bleibt offen? Die Handschrift nennt keine Nusssorte. Ebenso fehlen die Flüssigkeit oder ihr Verhältnis zu den Nüssen, die Vorbereitung der Semmel, die Menge des Zuckers, eine Kochdauer und eine Hitzequelle. Warm ist eine erlaubte Servierweise, keine Anweisung zum Kochen. Deshalb lässt sich aus der Quelle weder eine bestimmte Wassermenge noch ein Zeit- oder Temperaturplan ableiten.

Für eine heutige Erprobung. Zuerst eine Nusssorte wählen und diese Entscheidung als modern kennzeichnen, nicht als Lesung des Textes. Die Nüsse sehr fein stoßen oder mahlen und erst dann mit einer selbst gewählten Flüssigkeit zu einer dicken Nussmilch verarbeiten; wie viel davon nötig ist, muss die gewünschte Konsistenz bestimmen. Eine Semmel anschließend so zufügen, dass sie die Masse bindet; ihre genaue Form gibt das Rezept nicht vor. Zum Schluss nach Geschmack süßen. Wer warm serviert, wählt das Erhitzen als moderne Küchenentscheidung und kann die Konsistenz dabei beobachten; die Quelle selbst setzt dafür keine Methode fest.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-076-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnet hier eine sämige, breiige Speise; das Wort meint nicht modernes Gemüse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-076-orig" n="dovon / dikche milch" resp="#fyndling">‚Daraus‘ bezieht die dicke Milch auf die zuvor genannten Nüsse: Gemeint ist eine aus Nüssen bereitete Nussmilch.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-076-orig" n="semel" resp="#fyndling">Eine Semmel wird zugegeben, damit das Mus dick wird. Der Text sagt nicht, ob sie gerieben, zerkrümelt oder anders vorbereitet wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-076-orig" n="durch slachen" resp="#fyndling">‚Durchschlagen‘ meint das Passieren einer Masse durch Tuch oder Sieb. Der Ausdruck ist im Rezeptkorpus mehrfach belegt; die fein geriebenen Nüsse sollen diesen Schritt erübrigen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-076-orig" n="nusz / nussen" resp="#fyndling">Nüsse ohne botanische Festlegung. Der Text nennt keine Sorte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-076-orig" n="dikche milch dovon" resp="#fyndling">Eine dicke, aus den Nüssen selbst bereitete Nussmilch; dovon verweist syntaktisch auf die Nüsse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-076-orig" n="slachen" resp="#fyndling">Durchschlagen beziehungsweise Passieren durch Tuch oder Sieb. Die Wortverbindung ist im Korpus mehrfach belegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-077-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein warmes Dottermus aus hartgekochten Eidottern, Wein, weißem Ingwer und wenig Zucker. Der unmittelbare Paralleltext ist b4-074: Beide Handschriften nennen sechzig harte Dotter, die Reibschale und das Abziehen mit gutem Wein.

Die Verarbeitung mit Wein. Zeuch dy ab mit gutem wein beschreibt, dass die zerstoßenen Dotter mit Wein abgezogen werden. Der Text nennt dafür weder eine Weinmenge noch ein Sieb, eine besonders glatte Konsistenz oder ein Ziel für die Masse. Auch die genaue Bedeutung von weißem Ingwer bleibt offen: Eine als „weiß“ bezeichnete Ingwerqualität ist sicher belegt, ihr Zweck und ihre Verarbeitung nicht.

Praxis. Ausgangspunkt sind bereits hartgekochte Eidotter. Sie in der Reibschale zerstoßen, mit Wein abziehen und weißen Ingwer sowie wenig Zucker zugeben. Danach das Mus erwärmen und servieren. Wie viel Wein erforderlich ist und wie lange erwärmt wird, lässt die Quelle offen; Salz ist keine genannte Zutat, die Schlusswarnung lautet lediglich, das Mus nicht zu versalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-077-orig" n="tuter" resp="#fyndling">Bezeichnet den Eidotter, also das Eigelb.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-077-orig" n="mues" resp="#fyndling">Ein Mus, also eine zerstoßene oder verriebene Speise.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-077-orig" n="reib scherbem" resp="#fyndling">Eine Reibschale oder ein Mörser, ein Gefäß zum Zerreiben von Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-077-orig" n="zeuch dy ab" resp="#fyndling">Die Dotter werden mit gutem Wein „abgezogen“. Der Text bezeichnet damit den Arbeitsschritt, erklärt aber nicht genauer, wie fein die Masse werden soll.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-077-orig" n="weissen Ingwer" resp="#fyndling">„Weißer Ingwer“ bezeichnet eine im Text vorausgesetzte Ingwerqualität. Welche Verarbeitung oder welchen Zweck das Attribut „weiß“ hier genau meint, bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-077-orig" n="versalcz nicht nicht" resp="#fyndling">Die doppelte Verneinung verstärkt die Warnung: Das Mus soll nicht versalzen werden. Salz steht jedoch nicht als Zutat im Rezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-077-orig" n="weissen Ingwer" resp="#fyndling">eine als „weiß“ bezeichnete Ingwerqualität</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-077-orig" n="lx hert tuter" resp="#fyndling">60 hartgekochte Eidotter</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-077-orig" n="versalcz nicht nicht" resp="#fyndling">Versalze es nicht</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das Rezept bereitet ein braunes Fruchtmus aus Rosinen, Feigen und Birnen. Der letzte Satz ordnet es ausdrücklich dem Anrichten zu Wildbret zu: Es ist damit eine süß-würzige Beilage, kein Nachtisch im modernen Sinn. Datteln oder, falls sie fehlen, ganze Nelken werden zum Bestecken des fertigen Muses genannt.

Die Arbeitsschritte. Birnen werden geschält, geschnitten, mit Mehl behandelt und in Schmalz oder Öl gebräunt. Nach dem Erkalten werden sie zusammengedrückt, sodass Öl abläuft, dann klein gehackt. Feigen sollen "wol geswelt" sein; der Text sagt jedoch nicht, ob sie eingeweicht, gekocht oder auf andere Weise zum Quellen gebracht werden. Auch der Zweck des "trukchen mit mel" bleibt offen. Rosinen werden gedünstet; anschließend werden die drei Früchte miteinander durchgerieben.

Fertigstellen. Welscher Wein oder eine der drei genannten Weinbezeichnungen, Gewürz und heißer Honig kommen zur Fruchtmasse. Der Honig wird im Kessel erhitzt; das Mus wird gerührt, bis es dick ist. Mengenverhältnisse für Wein, Gewürz und Honig sowie eine Garzeit nennt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="praun gmues" resp="#fyndling">Braunes Mus. Hier eine Fruchtmasse, die zum Wildbret angerichtet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="libra" resp="#fyndling">Pfund. Das Gewicht eines mittelalterlichen Pfunds war regional unterschiedlich; die moderne Mengenangabe ist nur eine Annäherung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="weinper" resp="#fyndling">Getrocknete Weinbeeren, also Rosinen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="reglspieren" resp="#fyndling">Birnen. CoReMA glossiert das Wort allgemein als Birne; eine genaue historische Sorte lässt sich daraus nicht sichern.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="schell schon" resp="#fyndling">Gründlich oder sauber schälen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="prennen muag" resp="#fyndling">Gebraten werden können.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="smalcz oder In oel" resp="#fyndling">Schmalz oder Öl; beide Fette nennt die Quelle ausdrücklich als Alternativen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="trukchen mit mel" resp="#fyndling">Die Birnen werden mit Mehl behandelt. Wozu dieser Schritt dienen soll, erklärt die Quelle nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="trukch ez zu sam so get das oel daraus" resp="#fyndling">Die abgekühlten Birnen werden zusammengedrückt, sodass Öl abläuft; einen weiteren Zweck nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="veigen sullen wol geswelt sein" resp="#fyndling">Die Feigen sollen gut aufgequollen sein. Wie dies erreicht wird, bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="weinper swaicz schon" resp="#fyndling">Die Rosinen sollen gut gedünstet werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="wechlisch wein" resp="#fyndling">Welscher Wein, neben Rumanier, Rainuol und Malvasier als Wahlmöglichkeit genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="tatel chernn" resp="#fyndling">Dattelstücke, die gewürfelt oder längs geschnitten zum Bestecken des Muses dienen; nicht die harten Dattelsteine.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-078-orig" n="neglein" resp="#fyndling">Ganze Gewürznelken, die bei fehlenden Dattelstücken als Ersatz genannt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-078-orig" n="reglspieren" resp="#fyndling">Birnen, wie CoReMA das Wort glossiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-078-orig" n="veigen sullen wol geswelt sein" resp="#fyndling">Die Feigen sollen aufgequollen sein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-078-orig" n="trukchen mit mel" resp="#fyndling">Die Birnen werden mit Mehl behandelt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-078-orig" n="tatel chernn" resp="#fyndling">Dattelstücke als essbare Garnitur.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-079-trans" resp="#fyndling">Was der Text beschreibt. Die Birnen werden von Stielen und Blütenkelchen befreit und in einen trockenen, nicht schmalzigen Topf gelegt. Dieser Topf soll vor dem Wenden ‚verspetelt‘ werden, damit die Birnen nicht herausfallen. Danach wird er auf einen zweiten Topf mit siedendem Wasser gestürzt; die Birnen garen im Dunst, also im aufsteigenden Dampf. Sind sie weich, sollen sie abkühlen, klein gestoßen und durch ein Tuch geschlagen werden. Das ergibt ein feines Birnenmus. Zum Anrichten nennt die Quelle Gewürzpulver sowie Ingwer, Zucker und Nelken; sie erlaubt das Mus heiß oder kalt.

Braun oder gelb. W1 sagt ausdrücklich: Honig sieden, bis er braun wird, und anschließend das Mus braun geben. Wie genau der braun gesiedete Honig eingearbeitet wird, bleibt unausgesprochen. Für eine gelbe Fassung nennt der Text Safran. Beides sind Angaben der Quelle; eine darüber hinausgehende Farb- oder Aromenerzählung ist nicht belegt.

Für die heutige Erprobung. Mengen, Garzeit und die genaue Sicherung des umgestürzten Topfs fehlen. Gerade ‚verspetel‘ ist nur als Fixier- oder Verkeilungsschritt erschließbar, nicht als Bauanleitung. Wer das Dämpfen heute nachstellt, muss deshalb eine eigene hitzetaugliche Sicherung wählen; das ist moderne Rekonstruktion und keine aus dem Text ableitbare historische Konstruktion. Ein Versuch kann sich eng an die belegte Reihenfolge halten: Birnen im Dampf weich garen, auskühlen lassen, zerstoßen und durch ein Tuch passieren; Honig separat bis zur beschriebenen Braunfärbung sieden und den nicht näher beschriebenen Verbindungsschritt als offene Frage dokumentieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="mues" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnet im Mittelalter eine breiige Zubereitung aus zerstoßenen Früchten, Gemüse oder Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="pieren" resp="#fyndling">Birnen. Im Mittelalter waren Birnen meist kleiner, herber und fester als moderne Zuchtsorten. Eine säuerlichere Sorte wie die ‚Conference‘ oder ‚Alexander Lucas‘ kommt dem historischen Geschmack näher.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Ein ‚Hafen‘ ist ein Topf oder ein anderes Kochgefäß, oft aus Ton oder Metall.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="smalczig" resp="#fyndling">‚Schmalzig‘ bedeutet hier fettig oder mit Schmalz behaftet. Der Topf soll ausdrücklich nicht schmalzig sein; einen Grund dafür nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="stircz dy pieren obem auf den hafen" resp="#fyndling">Dies beschreibt eine Methode des Dampfgarens: Die Birnen werden in einem oberen Topf über dem siedenden Wasser eines unteren Topfes platziert, sodass sie im Dampf weich werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="praten die pieren in dem dunst" resp="#fyndling">Wörtlich ‚braten die Birnen im Dunst‘. Hier ist ‚braten‘ im Sinne von ‚garen‘ oder ‚kochen‘ zu verstehen, nicht im modernen Sinne des Bratens in Fett. Es beschreibt den Garvorgang durch Dampf.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="slachs durich ein tuech" resp="#fyndling">Die gegarten Birnen werden durch ein Tuch geschlagen. Der Schritt trennt gröbere Bestandteile ab und ergibt ein feineres Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="honig do lass Inn sieden vncz daz es praun werd" resp="#fyndling">Der Text verlangt, Honig zu sieden, bis er braun wird. Dass dieser Honig dem Mus seine braune Färbung geben soll, liegt im anschließenden Satz nahe; eine genaue moderne technische Einordnung des Vorgangs nennt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="puluer" resp="#fyndling">Ein allgemeiner Begriff für Gewürzpulver. Beim Anrichten nennt der Text Ingwer, Zucker und Nägelein als mögliche Zusätze.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="Innwear" resp="#fyndling">Ingwer. Ein beliebtes und vielseitiges Gewürz im Mittelalter, das sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="czuker" resp="#fyndling">Zucker war im Mittelalter ein teures Importgut und wurde sparsam verwendet, oft in Kombination mit Honig oder als Statussymbol. Hier dient er als Teil des Gewürzpulvers.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-079-orig" n="neglein" resp="#fyndling">Gewürznelken. Sie waren ein weiteres kostbares Gewürz, das für sein intensives Aroma geschätzt wurde und oft in süßen oder festlichen Speisen zum Einsatz kam.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-079-orig" n="verspetel" resp="#fyndling">Ein Fixier- oder Verkeilungsschritt am Topf; der Zweck ist ausdrücklich, dass die Birnen nicht herausfallen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-080-trans" resp="#fyndling">Was die Quelle vorgibt. Das Rindfleisch darf laut Text entweder roh (gruen) oder bereits gegart (gedigen) sein. Es wird in beiden Fällen vorgesotten und anschließend klein gehackt. Danach folgt eine Blut-Essig-Mischung: Blut von Hühnern oder einem Lamm wird genannt, die Mischung soll jeweils bis zum Aufwallen gerührt werden. Das gehackte Fleisch, geriebenes Brot und reines Schmalz kommen dazu; ein wenig Gewürz und beim Anrichten Gewürzpulver schließen die Anweisung ab.

Was offenbleibt. Mengen, Dauer, die Reihenfolge der beiden ersten Rührschritte und die genaue Zielkonsistenz nennt W1 nicht. Slecht kann im Zusammenhang mit Schmalz plausibel „glatt/geschmeidig“ heißen, bleibt aber eine Lesung. Der Text verlangt gehacktes Fleisch, nicht ein im Mörser zerstampftes Püree.

Für eine heutige Erprobung. Die belegte Reihenfolge lässt sich nachstellen: Fleisch kurz vorsieden und fein hacken, Blut und Essig nach Text erhitzen, dann Fleisch, geriebenes Brot, Schmalz und Gewürz einarbeiten. Jede Festlegung von Mengen, Hitze oder dem Umgang mit der offenen Stelle ist moderne Kochentscheidung und keine aus dem Text gewonnene Vorschrift. Das in der Quelle zentrale Blut wird nicht durch eine andere Zutat ersetzt; eine historische Ersatzlösung überliefert sie nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="gmues" resp="#fyndling">‚Gmues' (modern: Mus) bezeichnet eine breiige oder pürierte Speise, oft aus Fleisch oder Gemüse.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="gruen" resp="#fyndling">In diesem Kontext bedeutet ‚gruen' ‚roh' oder ‚unverarbeitet', nicht die Farbe Grün.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="gedigen" resp="#fyndling">‚Gedigen' bedeutet hier ‚gar' oder ‚gekocht', also bereits zubereitet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="vorsieden" resp="#fyndling">‚Vorsieden' bedeutet, etwas vorzukochen, bevor es weiterverarbeitet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="swais" resp="#fyndling">‚Swais' bedeutet hier Blut, nicht Schweiß. Seine genaue kulinarische Funktion wird im Text nicht erläutert; die Quelle setzt es mit Essig an und lässt die Mischung aufwallen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="walt / er=welt" resp="#fyndling">Das Verb ‚wallen' (hier in den Formen ‚walt' und ‚erwelt') bedeutet ‚aufkochen' oder ‚sieden', bis eine Flüssigkeit Blasen wirft.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="slecht von" resp="#fyndling">‚Slecht' bedeutet ‚glatt' oder ‚eben', was die gewünschte feine Konsistenz des Mus beschreibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-080-orig" n="puluer" resp="#fyndling">Wie in vielen mittelalterlichen Rezepten bezeichnet ‚puluer' hier eine Mischung aus gemahlenen Gewürzen, nicht Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="gruen oder gedigen" resp="#fyndling">‚Roh oder bereits gegart' - ‚gruen' bedeutet hier ‚roh' oder ‚unverarbeitet', während ‚gedigen' ‚gar' oder ‚gekocht' meint. Dies bietet Flexibilität in der Zubereitung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="swais von huner oder von einem lamp" resp="#fyndling">‚Hühner- oder Lammblut' - CoReMA glossiert ‚swais' eindeutig als Blut. Die Quelle setzt es mit Essig an und lässt die Mischung aufwallen; eine darüber hinausgehende Funktionsbeschreibung steht nicht im Text.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="vorsieden" resp="#fyndling">‚Vorkochen' - Das Verb ‚vorsieden' ist eine klare Anweisung, das Fleisch vor dem Hacken zu kochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="hakch" resp="#fyndling">‚Hacke' - Eine gängige Schreibweise für ‚hacken' in diesem Dialekt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="walt / er=welt" resp="#fyndling">‚Aufwallt / aufwallt' - Das Verb ‚wallen' bedeutet ‚aufkochen' oder ‚sieden', was im Kontext des Kochens von Blut und Essig sinnvoll ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="gehachkt" resp="#fyndling">‚Gehackt' - Eine gängige Schreibweise für ‚gehackt' in diesem Dialekt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="slecht von" resp="#fyndling">‚Glatt davon' - ‚Slecht' bedeutet ‚glatt' oder ‚eben', was die gewünschte feine Konsistenz des Mus beschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="strewu" resp="#fyndling">‚Streue' - Eine dialektale Form des Imperativs von ‚streuen'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-080-orig" n="puluer" resp="#fyndling">‚Gewürzpulver' - Wie in vielen mittelalterlichen Rezepten bezeichnet ‚puluer' hier eine Mischung aus gemahlenen Gewürzen, nicht Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-081-trans" resp="#fyndling">Quellengebundener Ablauf. Petersilienwurzeln in sauberem Wasser sieden, nach dem Garen das ‚Herz‘ entfernen und den übrigen Teil klein hacken. Mandelmilch aus Mandeln bereiten, die gehackten Wurzeln darin sieden lassen, anrichten und anschließend Schmalz oder Öl zugeben und nochmals darin sieden lassen. Der Text bezeichnet das Ergebnis als ‚slecht‘, also glatt oder geschmeidig.

Zur Mandelmenge. W1 nennt ‚1/2 talentum Mandeln‘. Die nahezu wortgleiche Parallelhandschrift B4-078 liest an derselben Stelle ‚ein halb phuntt Mandel‘; darauf beruht die moderne Orientierung an etwa 250 g. Die abweichende W1-Lesung bleibt dabei bestehen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-081-orig" n="schon wasser" resp="#fyndling">‚Schon‘ bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚rein‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Es ist eine Anweisung zur Qualitätskontrolle des Wassers.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-081-orig" n="hercz davon" resp="#fyndling">Das ‚Herz‘ der Petersilienwurzel bezieht sich auf den oft holzigen oder faserigen Kern älterer Wurzeln, der für ein feines Mus entfernt werden sollte.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-081-orig" n="slecht" resp="#fyndling">In diesem Kontext bedeutet ‚slecht‘ ‚glatt‘ oder ‚geschmeidig‘, was die gewünschte Konsistenz des Pürees beschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-081-orig" n="1/2 talentum mandel" resp="#fyndling">W1 liest ‚1/2 talentum mandel‘. Die nahezu wortgleiche Parallelhandschrift B4-078 hat an derselben Stelle ‚ein halb phuntt Mandel‘; diese Parallellesung stützt für die moderne Zutatenliste die ungefähre Menge von 250 g, ohne den W1-Wortlaut zu ersetzen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-082-trans" resp="#fyndling">Was dieser Kurzeintrag sagt. w1-082 liefert keine selbständige Kochanweisung, sondern erweitert unmittelbar das vorhergehende Petersilienwurzel-Mus in w1-081 um eine Mangold-Variante: "In derselben Weise" soll auch Mangold zubereitet werden. Der Berliner Paralleltext b4-078 überliefert denselben Zusammenhang zusammenhängend; die verwandte Fassung mon-232 gehört zur selben Gemüse-Mus-Familie, setzt aber zusätzlich Mangold und gelbe Färbung ein. Diese Färbung ist für w1-082 nicht belegt und wird deshalb nicht übernommen.

Der übernommene Ablauf. Als Bezugstext nennt w1-081 Petersilienwurzeln: in Wasser garen, den Kern entfernen, den Rest klein hacken, in Mandelmilch sieden und zum Schluss Schmalz oder Öl zugeben und nochmals sieden lassen. Für die Mangold-Fassung ist allein die Übertragung dieses Verfahrens belegt. Der Kern-Schritt gehört erkennbar zu den Wurzeln, nicht zum Mangold.

Für die heutige Umsetzung. Das Rezept setzt die Kenntnis des vorigen Eintrags voraus und gibt weder Menge noch Dauer noch eine eigene Behandlung von Stielen und Blättern an. Deshalb ist es quellentreuer, w1-081 als Grundlage mitzulesen, statt für w1-082 eine scheinbar vollständige, moderne Einzelanweisung zu ergänzen. Als Gericht lässt sich die Variante nur allgemein als Gemüse-Mus mit Mandelmilch und abschließendem Fett beschreiben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-082-orig" n="selbem weis" resp="#fyndling">Bedeutet ‚derselben Weise‘. Der unmittelbare vorausgehende Eintrag w1-081 liefert die Bezugszubereitung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-082-orig" n="machtu" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Form von ‚kannst du‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-082-orig" n="piessen" resp="#fyndling">Mangold (Chard)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-082-orig" n="In der selbem weis" resp="#fyndling">In derselben Weise</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-083-trans" resp="#fyndling">Quellenbefund. Das Rezept lässt den verlesenen Reis nur so weit garen, dass er gut gequollen, aber nicht verkocht ist. Danach kommt er in aufwallende „süße Kuhmilch“: Gemeint ist frische, ungesäuerte Kuhmilch, nicht gezuckerte Milch. Vierundzwanzig gut zerschlagene Eidotter werden beim Anrichten durch die Milch-Reis-Masse gezogen, bis sie dick genug wird. Schmalz oder Butter kommen anschließend hinzu. Der Zusatz „wenn du an Wild richten [willst]“ bezeichnet die Verwendung als Beilage zu Wildbret; eine Nachspeise ist damit nicht gemeint. Wie die Dotter dabei genau erhitzt wurden, sagt der Text nicht.

Heutige Praxis. Den Reis waschen und zunächst nur bis zum Quellen garen, damit die Körner ihre Struktur behalten. Frische Vollmilch getrennt zum Sieden bringen und den Reis hineingeben. Die 24 Eidotter - die im Text tatsächlich für 500 g Reis stehen - gründlich verquirlen. Für eine heutige, cremige Bindung etwas heiße Milch-Reis-Masse portionsweise in die Dotter rühren; dann alles bei niedriger Hitze unter ständigem Rühren binden lassen, ohne erneut aufzukochen. Das Temperieren und die sanfte Hitze sind moderne Praxis, nicht als historischer Arbeitsschritt überliefert. Zum Schluss Schmalz oder Butter einrühren und das Mus zu gebratenem oder geschmortem Wild servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-083-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnet im Mittelalter eine breiige Speise, oft aus Getreide, Hülsenfrüchten oder püriertem Fleisch/Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-083-orig" n="libra" resp="#fyndling">Ein ‚Pfund‘, im mittelalterlichen Österreich etwa 500 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-083-orig" n="tuter" resp="#fyndling">Der ‚Eidotter‘, also das Eigelb.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-083-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">‚Schmalz‘ ist tierisches Fett, meist von Schwein oder Gans.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-083-orig" n="puttern" resp="#fyndling">‚Butter‘, hier als Alternative zu Schmalz genannt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-084-trans" resp="#fyndling">Zwei getrennte Textschritte.

Das Rezept beginnt mit einem bereits gesottenen Stück Wildbret, das klein gehackt wird. Parallel dazu soll reines Wildblut - ersatzweise Hühnerblut - in heißen Wein gelassen und im Topf gerührt werden, bis die Flüssigkeit wallt. Das gehackte Fleisch kommt in Schmalz und soll darin sieden.

Was der Wortlaut offenlässt.

Die Blut-Wein-Mischung und das Fleisch in Schmalz werden als getrennte Vorgänge genannt. Der Text sagt nicht ausdrücklich, wann oder wie sie zusammenkommen. Das Gericht heißt zwar „gmus“, aber daraus folgt keine konkrete Anweisung zum Pürieren, Binden oder Vermengen. Auch eine Dauer, eine Temperaturführung oder ein Anbraten nennt die Quelle nicht.

Die Gewürzstreu.

Zum Schluss folgt eine „gute Streu“ aus Ingwer, Zimt und Zucker. Sie wird über das Gericht gegeben; die Gewürze sind nicht als mitgekochte Sauce beschrieben. „Mach es ab, dass es nicht zu stark sei“ fordert ein maßvolles Abschmecken, ohne ein Mengenverhältnis zu nennen.

Moderne Praxis mit Blut.

Wer das Rezept praktisch erprobt, muss Blut als empfindliche Zutat behandeln und seine Herkunft sowie die Verarbeitung nach geltenden Vorgaben klären. Diese moderne Praxisentscheidung ergänzt die Quelle, ersetzt aber nicht deren offene Frage, wie die getrennten Komponenten des Gerichts zusammengeführt wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein Musgericht aus Wildbret und Blut; die genaue Art seiner abschließenden Verbindung benennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="grun wilpreat" resp="#fyndling">„Grün“ bezeichnet hier einen Garzustand. Der Arbeitsgang fordert ausdrücklich bereits gesottenes Wildbret; es geht nicht um dessen Farbe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="gesoten" resp="#fyndling">Gekocht oder gesotten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="rain swais" resp="#fyndling">Reines Blut des Wilds; die Parallelhandschrift b4-080 bestätigt die gleiche Lesung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="huner swais" resp="#fyndling">Hühnerblut, als Alternative zu Wildblut.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="schon ab" resp="#fyndling">Gründlich umrühren.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="wall" resp="#fyndling">Aufwallen oder kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="smalcz" resp="#fyndling">Tierisches Fett; das gehackte Wildbret soll darin sieden. Ein Anbraten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Eine formelhafte Wendung, die das Abschmecken und Fertigstellen des Gerichts bedeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-084-orig" n="strew" resp="#fyndling">Eine Streu oder Bestreuung aus Gewürzen und Zucker.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Musgericht</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="grun wilpreat" resp="#fyndling">Wildbret im Garzustand „grün“<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Topf<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="schon" resp="#fyndling">gründlich<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="wilpreatzs" resp="#fyndling">Wildbret</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="swais / huner swais" resp="#fyndling">Blut / Hühnerblut</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="zimey" resp="#fyndling">Zimt</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="bestrewuen" resp="#fyndling">bestreuen</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-084-orig" n="czuker" resp="#fyndling">Zucker</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-085-trans" resp="#fyndling">Was der Text tatsächlich beschreibt.

Der Eintrag setzt ein Fleischmus bereits voraus. Er nennt nur die weiße, süße Variante: Mandelmilch und Eiweiß dazugeben, mit Zucker süßen und anrichten.

Was offenbleibt.

W1 sagt weder, welches Fleisch verwendet wird, noch wie das Grundmus zubereitet oder zerkleinert wird. Auch für das Zugeben des Eiweißes nennt der Text keine Hitze, Dauer oder Bindetechnik. Eine konkrete Nachkoch-Anweisung für diese Schritte wäre daher nicht quellenbasiert.

Paralleltexte.

B4-081 ist eine nahezu wortgleiche Parallelfassung und bestätigt den Charakter als Nachtrag. mha-210 nennt Mandelmilch, Eiweiß und Zucker ebenfalls für eine weiße Alternative, beschreibt aber ein anderes, dort ausführlicheres Fleischgericht. Beide Stellen machen die fehlende Grundzubereitung in W1 nicht nachträglich bestimmbar.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-085-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Meint hier ein Mus beziehungsweise eine breiige Fleischspeise, nicht modernes „Gemüse“ im Sinn von Pflanzenkost.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-085-orig" n="weisz wild haben" resp="#fyndling">„wild“ steht hier in der Formel „wenn du es weiß haben willst“ und ist als Schreibform zu „wilt“ (= willst) zu lesen; es bezeichnet kein Wildbret.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-085-orig" n="weiss von ayren" resp="#fyndling">Eiweiß. Der Text nennt es zusammen mit Mandelmilch und Zucker für die weiße, süße Variante; eine konkrete Funktion oder Behandlung wird nicht erklärt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-086-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fischmus aus bereits gesottenem, fein gehacktem Fisch und Mandelmilch. Das Rezept setzt also nicht beim Garen des rohen Fisches ein, sondern bei dessen Weiterverarbeitung: In der Mandelmilch wird die Masse bis zur gewünschten Dicke gesiedet und dann angerichtet.

‚sewd sy rain‘. rain lässt sich hier nicht sicher auf eine einzige Kochtechnik festlegen. Es kann das Sieden als ordentlich oder gründlich bezeichnen; praktisch belastbar ist allein die folgende Zielangabe das es dikch werd. Die Quelle nennt weder Menge noch Verhältnis von Fisch und Mandelmilch noch eine Dauer.

Praxis. Einen bereits gegarten, möglichst grätenfreien Fisch fein hacken und mit Mandelmilch bei mäßiger Hitze rühren, bis ein dickes Mus entsteht. Nicht voraussetzen lässt sich, wie der Fisch zuvor gegart wurde oder ob die Mandelmilch gesiebt bzw. besonders dick war. Die Schlussformel warnt vor dem Übersalzen; eine Salzgabe selbst ist keine ausdrücklich genannte Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-086-orig" n="gmus" resp="#fyndling">Ein Mus ist eine breiige Zubereitung, oft aus zerstoßenem Obst, Gemüse oder Fisch, die im Mittelalter sowohl süß als auch herzhaft serviert wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-086-orig" n="rain" resp="#fyndling">Das Adverb ist hier nicht sicher enger zu bestimmen. Es kann das Sieden als ordentlich bzw. gründlich qualifizieren; der anschließende Zweck ist ausdrücklich genannt: Die Masse soll dick werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-086-orig" n="die gesoten seinn" resp="#fyndling">Der Fisch soll bereits gesotten, also gegart, sein; die weitere Anweisung beginnt erst mit dem Kleinhacken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-086-orig" n="sewd sy rain" resp="#fyndling">Das Sieden wird qualifiziert, ohne dass sich rain hier sicher enger als ‚ordentlich/gründlich‘ festlegen lässt; maßgeblich bleibt die ausdrücklich folgende Zielangabe, dass die Masse dick werden soll.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-087-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein braunes Fischmus, dessen Dunkelfärbung der Text ausdrücklich auf Fischblut oder - falls davon nicht genug vorhanden ist - auf angebrannten, zerstoßenen Lebkuchen zurückführt. Anders als bei einem vollständigen Fischgericht nennt die knappe Anweisung weder Fischfleisch noch ein Gefäß oder einen Garvorgang; sie beschreibt nur diese dunkle Mus-Zubereitung.

Zwei quellenbelegte Wege zu Braun. Das Blut von Hecht, Hausen oder Rapfen wird durch ein Tuch passiert; dadurch wird das Mus laut Rezept braun. Reicht das Blut nicht, soll ein Lebkuchen angebrannt, abgekühlt, zerstoßen und zugegeben werden - auch dann wird das Mus braun. Der Lebkuchen ist damit die einzige im Text genannte historische Alternative, nicht ein moderner Ersatz.

Was offen bleibt. Der Wortlaut sagt nicht, ob oder wie Blut oder Lebkuchen die Masse binden, und nennt keine Hitze, kein Kochgefäß und keinen weiteren Arbeitsschritt. Diese Punkte bleiben für eine Rekonstruktion offen.

Würzen. Abschließend verlangt der Text gute Gewürze, aber „nicht zu viel“, Salz nach rechtem Maß und noch eine Gewürzstreuung. Welche Gewürze gemeint sind, sagt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Ein Mus, also eine breiige Zubereitung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="swais" resp="#fyndling">Fischblut. Das Rezept lässt es durch ein Tuch passieren und sagt, dass das Mus dadurch braun wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="hausen" resp="#fyndling">Hausen, eine Störart.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="schait" resp="#fyndling">Rapfen (Aspius aspius), ein Süßwasserfisch.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Lebkuchen. Fehlt Fischblut, soll er angebrannt, abgekühlt, zerstoßen und zugegeben werden, damit das Mus braun wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="mach ez ab" resp="#fyndling">Das Gericht abschmecken und fertigstellen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-087-orig" n="tuch" resp="#fyndling">Ein Tuch zum Passieren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-088-trans" resp="#fyndling">Hafermus mit Dottern.

Das Rezept gart zuvor eingeweichte Haferkerne in süßer Kuhmilch und bindet sie erst beim Anrichten mit zwölf Eidottern und etwas Semmelmehl. Es ist eine herzhafte, weiche Beilage, keine Süßspeise. Die fast wortgleiche Berliner Parallelfassung b4-084 bestätigt diese Abfolge.

Nicht zerkochen.

Die Anweisung, der Hafer solle nicht „versied“ werden, bezieht sich auf die Haferkerne: Sie sollen beim Sieden nicht zerkochen. Den Garzustand kontrolliert man daher an den Körnern; sie sollen weich sein, aber noch Struktur haben. Der Text nennt keine Garzeit und kein Verhältnis von Hafer zu Milch.

Dotter erst zum Schluss.

„Wenn du anrichten willst“ leitet den letzten Schritt ein: Erst dann kommen die gut geschlagenen Dotter und das Semmelmehl in das heiße Hafermus; anschließend soll es nicht mehr sieden. Für die heutige Umsetzung bedeutet das, den Topf vor dem Einrühren vom stärksten Feuer zu nehmen und die Masse anschließend nur noch durch die vorhandene Hitze sämig werden zu lassen. Der genaue Zeitpunkt und die Zielkonsistenz bleiben im Text offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-088-orig" n="haber kernn" resp="#fyndling">Haferkerne sind geschälte, aber unzerkleinerte Haferkörner. Sie müssen vor dem Kochen eingeweicht werden, um gar zu werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-088-orig" n="schon" resp="#fyndling">Bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Die Haferkerne sollen sorgfältig gereinigt und verlesen werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-088-orig" n="semel mel" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kochkontext ist mit ‚Semmelmehl‘ meist geriebene Semmel oder Weißbrotkrume gemeint, die als Bindemittel dient, nicht Weizenmehl im modernen Sinne. Eine Mehlbindung war in dieser Zeit unüblich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-088-orig" n="tutter" resp="#fyndling">Eidotter, also das Eigelb. Es dient hier zur Bindung und Anreicherung des Breis und verleiht ihm eine gelbliche Farbe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tutter"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-088-orig" n="swel in" resp="#fyndling">Der Begriff 'swel in' wurde als 'weiche sie ein' übersetzt, was dem Verb 'schwellen' (einweichen, aufquellen lassen) entspricht. Dies ist eine gängige Vorbereitung für Getreide wie Haferkerne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-088-orig" n="versied" resp="#fyndling">Der Originalbegriff 'versied' im Kontext 'das er icht versied' wurde als 'nicht verkochen oder verdampfen' übersetzt. Dies bedeutet, dass der Haferbrei nicht zu stark reduziert oder überkocht werden soll, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-088-orig" n="semel mel" resp="#fyndling">Obwohl CoReMA 'wheat flour' glossiert, wurde 'semel mel' als 'Semmelmehl' (geriebene Semmel oder Weißbrotkrume) übersetzt. Im mittelalterlichen Kochkontext diente dies als Bindemittel, da eine Mehlbindung im modernen Sinne anachronistisch wäre.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-088-orig" n="zu einem essen zu" resp="#fyndling">Die Phrase 'zu einem essen zu' wurde als 'für ein Gericht' oder 'für eine Portion' interpretiert. Dies deutet darauf hin, dass die zwölf Eidotter für die gesamte Zubereitung des Breis bestimmt sind, nicht für eine einzelne Person.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-089-trans" resp="#fyndling">Die knappe W1-Fassung. W1 sagt, geschälte Äpfel in einen Topf zu legen, sofort Schmalz zuzugeben und auf der Schüssel zu würzen. Die Arbeitsfolge bis zum Mus und die Eier am Fleischtag schreibt diese Fassung nicht aus. Das ist keine Lücke: „an der ayr stat“ setzt Eier voraus, und die eng parallelen Rezepte b4-085, m5919-031 und mha-129 formulieren den Ablauf ausführlicher. Ihre Angaben erläutern die verkürzte W1-Fassung, werden aber nicht als Wortlaut in sie hineingelesen.

Die Parallelfolge. In den drei ausführlicheren Fassungen werden die Äpfel mit Fett gesotten, danach zu Mus verrührt und am Fleischtag mit Eiern vollendet. Am Fastentag tritt geriebenes Brot „an der Eier statt“. W1 selbst belegt sicher nur diese Alternative und die Verwendung von Schmalz; ob es die vollständige Parallelfolge voraussetzt, ist eine begründete Einordnung aus den Schwestertexten, keine ausdrückliche W1-Anweisung.

Praxis. Für eine heutige Nachbereitung kann man geschälte Äpfel mit Schmalz im Topf weich garen und anschließend zu Mus verrühren. Die Fleischtagsfassung mit Ei und die Fastenfassung mit geriebenem Brot folgen der in den Parallelfassungen ausgeschriebenen Folge; W1 nennt die Eier nur indirekt. Die Quelle lässt offen, welche Gewürze auf der Schüssel verwendet wurden und wie heiß die Masse beim Einarbeiten der Eier war.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="ephel mues" resp="#fyndling">Apfelmus. Ein Mus ist eine breiige Zubereitung aus zerstoßenen oder gekochten Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="vaiscz" resp="#fyndling">Schmalz, tierisches Fett. CoReMA glossiert das Wort eindeutig als Lard (Schweineschmalz).</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="vleisch tag" resp="#fyndling">Ein Tag, an dem der Verzehr von Fleisch erlaubt ist, im Gegensatz zu Fastentagen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="vastag" resp="#fyndling">Ein Fastentag, an dem der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten (je nach Fastenregel) verboten war.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="an der ayr stat" resp="#fyndling">Wörtlich „an der Eier Statt“, also anstelle von Eiern. Geriebenes Brot diente hier als Bindemittel für die Fastenvariante.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="kuten" resp="#fyndling">Quitten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-089-orig" n="pieren" resp="#fyndling">Birnen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-089-orig" n="an der ayr stat" resp="#fyndling">Die Wendung bedeutet, dass am Fastentag geriebenes Brot an die Stelle von Eiern tritt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-090-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ungekochtes Illusionsgericht: Welsche Weinbeeren (Rosinen) und geschälte Mandelkerne werden im Mörser zu einer formbaren Masse gestoßen, mit Zucker und Ingwer vermischt und von Hand geformt. Titel und Gestalt täuschen eine gebratene Morchel vor, obwohl der Text keinen Garschritt nennt. Die birnenartige Grundform und der eingesteckte Mandelkern ergeben zusammen die Silhouette aus Kopf und Stiel.

Ohne Feuer. Gepraten steht nur in der Überschrift; die Anweisung selbst verlangt weder Braten noch Backen oder Sieden. Die Masse wird kalt verarbeitet und serviert. Das ist der Kern des Schaustücks, nicht eine fehlende Kochanweisung.

Praxis. Rosinen sorgfältig verlesen und mit den geschälten Mandelkernen fein stoßen, bis sich die Masse zusammendrücken lässt. Zucker und Ingwer unterarbeiten, kleine birnenförmige Stücke formen und je einen ganzen Mandelkern als Stiel einsetzen. Wie bei heutigen handgeformten Marzipanfrüchten entscheidet die Form über die Illusion; eine Morchelstruktur beschreibt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-090-orig" n="gepraten maurochen" resp="#fyndling">Wörtlich „gebratene Morcheln“. Hier ist ein Imitationsgericht gemeint, das in Form und Farbe an gebratene Morcheln erinnern soll, aber aus einer süßen Mandel-Rosinen-Masse besteht. Die Form wird im Rezept als „Birne“ beschrieben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraten"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-090-orig" n="durich chlaub sy rain" resp="#fyndling">Bedeutet, die Rosinen sorgfältig zu verlesen und von Stielen oder Verunreinigungen zu befreien, um eine reine Masse zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-090-orig" n="moerser" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kontext ist hier ein großer Fleischmörser gemeint, in dem Zutaten zu einer feinen Paste zerstoßen werden. Ein kleiner Gewürzmörser ist dafür ungeeignet.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-090-orig" n="welg es inder hant" resp="#fyndling">Die Masse in der Hand kneten und formen. Der Birnenvergleich beschreibt die bauchige, nach einer Seite schmaler werdende Grundform der Morchel-Attrappe.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-090-orig" n="sam die stingel" resp="#fyndling">Die ganzen Mandeln werden als Stiel-Imitat in die geformten Birnen gesteckt, um die Illusion zu perfektionieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-090-orig" n="weachlische" resp="#fyndling">Welsch bezeichnet hier die Herkunft aus romanischsprachigen Ländern. Gemeint sind welsche Weinbeeren, also Rosinen; die anschließende Aufforderung, sie sauber zu verlesen, ist ein eigener Arbeitsschritt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-091-trans" resp="#fyndling">Was die Quelle vorgibt. Das Rezept beschreibt ein Fleischmus aus Schweinebauch: Das Fleisch wird gesotten, sobald es sich fast von der Haut löst gehäutet, klein gehackt und wieder in dieselbe Brühe gegeben. Dort werden ein wenig Semmel und Pfeffer untergerührt. Mit dem Schluss 'also mach lung mues vnd alle andrew vleisch gmues' erklärt der Text dieses Vorgehen ausdrücklich zum Muster für andere Fleischmuse. 'Mach es vaist' bezeichnet das gewünschte reiche Ergebnis, nennt aber weder zusätzliches Fett noch Mengenverhältnisse oder eine bestimmte Endkonsistenz.

Moderne Umsetzung. Schweinebauch in einem Topf sieden, die gelöste Haut abnehmen und das Fleisch klein hacken. Das Hackfleisch in die Kochbrühe zurückgeben und nur wenig geriebene Semmel sowie Pfeffer einrühren. Wie weit die Brühe eindickt und wie fein das Fleisch werden soll, muss eine heutige Zubereitung selbst entscheiden: Die Quelle gibt dafür keine Zeit, Menge oder glatte Farce vor.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-091-orig" n="voust" resp="#fyndling">Die Wortform ist nicht sicher aufgelöst. Im Zusammenhang mit 'ab den pauch' und den Parallelfassungen ist eine Bezeichnung der Bauchpartie wahrscheinlich; die genaue Bedeutung von 'voust' bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-091-orig" n="czwir" resp="#fyndling">Im Satz 'czwir es mit ein wenig semel vnd phefferrs' ist die Lesung 'rühre beziehungsweise vermische es' die naheliegende Deutung. Eine genauere technische Bedeutung lässt der Text nicht erkennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-091-orig" n="voust" resp="#fyndling">Die Übersetzung fasst 'an der voust ab den pauch' vorsichtig als Fleisch von der Bauchpartie auf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-091-orig" n="czwir" resp="#fyndling">Im Kontext wird 'czwir es mit ein wenig semel vnd phefferrs' als Aufforderung gelesen, Semmel und Pfeffer unter die Brühe und das gehackte Fleisch zu rühren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-092-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein Lauchgericht in Mandel- oder Mohnmilch. Der Text gibt eine klare Reihenfolge vor: weißen Lauch klein schneiden, über Nacht wässern, in wallendem Wasser sieden, das Kochwasser abgießen und dann mit einer der beiden Pflanzenmilchen weitersieden. Fett vom Hausen oder Speck ist ausdrücklich nur eine optionale Zugabe.

pall in aus - eine offene Handlungsanweisung.

Zwischen Nachtwässerung und Sieden steht pall in aus. Die Wortfamilie um "ballen" macht Ausdrücken oder Auswringen denkbar; ein Beleg für diese genaue Küchenbedeutung fehlt aber. Sicher ist nur die Stellung im Ablauf: Der eingeweichte Lauch wird vor dem Sieden behandelt.

Praxis.

Den weißen Teil von zwei bis drei Lauchstangen klein schneiden und über Nacht in kaltem Wasser wässern. Am nächsten Tag den Lauch herausnehmen und abtropfen lassen; ob er zusätzlich ausgedrückt werden soll, lässt der Text offen. In reichlich wallendem Wasser weich sieden, das Kochwasser abgießen und Mandel- oder Mohnmilch zugeben. Kurz weitersieden lassen. Wer die optionale Fettzugabe aufnimmt, verwendet die im Text genannte Speck-Alternative. Mengen, genaue Garzeit und gewünschte Konsistenz nennt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-092-orig" n="kalen" resp="#fyndling">Die 'weißen Kalen' beziehen sich auf die weißen, essbaren Teile des Lauchs, also die Stangen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-092-orig" n="pall in aus" resp="#fyndling">Die genaue Handlung bleibt offen. Nach der Nachtwässerung folgt eine Behandlung des Lauchs vor dem Sieden; Ausdrücken ist möglich, aber nicht sicher belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-092-orig" n="welling wasser" resp="#fyndling">Sprudelndes, kochendes Wasser.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-092-orig" n="magen milch" resp="#fyndling">Laut CoReMA-Glosse ist hier Mohnmilch gemeint, nicht Milch aus dem Magen eines Tieres.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-092-orig" n="hausen" resp="#fyndling">Hausen bezeichnet eine Störart. Der Text nennt ausdrücklich dessen Fett und daneben Speck.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-092-orig" n="vaist" resp="#fyndling">Hier ist das Fett des Hausens gemeint, nicht generisches Schmalz. Es dient als Geschmacksträger und zur Anreicherung des Gerichts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-092-orig" n="pall in aus" resp="#fyndling">Die Phrase bezeichnet eine Handlung am eingeweichten Lauch vor dem Sieden; ihre genaue Ausführung bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-092-orig" n="kalen" resp="#fyndling">Die 'weißen Kalen' wurden als 'weiße Lauchstangen' interpretiert, da dies die essbaren Teile des Lauchs sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-092-orig" n="hausen daz vaist" resp="#fyndling">Dies wurde als 'Störfett' übersetzt, da 'vaist' explizit 'Fett' bedeutet und 'hausen' den Stör bezeichnet.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-093-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Junges Weißkraut wird vorgekocht und abgegossen, dann mit bereits gesottenem Schaf- oder Rindfleisch im Topf fertig gegart. Dazu kommen geschälte, hart gekochte Eier, die zuvor ganz in der Pfanne geröstet werden, sowie harter Käse. Der Text bietet ausdrücklich auch eine fleischlose Variante: Dann treten die vorbereiteten Eier und der Käse an die Stelle des Fleisches.

'Mach das gar vaist' - Reichhaltigkeit, nicht näher bestimmte Fettquelle.

Die Schlussformel verlangt ein sehr fettes oder reichhaltiges Ergebnis. Die CoReMA-Sachglosse erklärt *vaist* auch als Schmalz; die Rezeptstelle nennt aber weder Menge noch Herkunft des Fettes. Deshalb lässt sich nicht entscheiden, ob eine eigene Schmalzzugabe vorgesehen ist oder ob die Formel das gewünschte Ergebnis beschreibt.

Praxis.

Krautspalten in Wasser sieden und das Wasser abgießen. Bereits gesottenes Schaf- oder Rindfleisch getrennt bereithalten und das Kraut dazugeben. Eier hart kochen, schälen und ganz in der Pfanne rösten. Wenn Kraut und Fleisch nahezu gar sind, Eier und Hartkäse zugeben und alles nochmals miteinander sieden lassen. Für die fleischlose Variante die wie zuvor zubereiteten Eier mit dem Käse zum Kraut geben. Mengen, Dauer und die konkrete Fettzugabe nennt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-093-orig" n="scheaffeins" resp="#fyndling">Bezeichnet Schaf- beziehungsweise Hammelfleisch. Die CoReMA-Sachglosse führt die Form als 'mutton'.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-093-orig" n="spalten" resp="#fyndling">Das Kraut soll in längliche Stücke geschnitten werden, ähnlich modernen Kohlspalten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-093-orig" n="mach das gar vaist" resp="#fyndling">'Vaist' kann 'fett, reichhaltig' bedeuten. Die CoReMA-Sachglosse führt das Wort zugleich als 'lard' (Schmalz); ob hier eine bestimmte Fettzugabe oder das reichhaltige Ergebnis gemeint ist, entscheidet der Wortlaut nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-093-orig" n="herten keas" resp="#fyndling">Bezeichnet einen festen, gepressten Käse, der gut gerieben oder in Stücken hinzugefügt werden kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-093-orig" n="scheaffeins" resp="#fyndling">'Scheaffeins' wird als Schaf- beziehungsweise Hammelfleisch übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-093-orig" n="mach das gar vaist" resp="#fyndling">Die Formel wird als Aufforderung zu einem sehr fetten oder reichhaltigen Ergebnis verstanden, ohne die Fettquelle festzulegen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-094-trans" resp="#fyndling">Textkern. Der Eintrag nennt Hühner, das Stoßen in einem Mörser, Safran, allgemein Gewürz und das Anrichten. Er hält außerdem fest, dass sich das Gericht auch aus alten Hühnern machen lässt.

Was offen bleibt. Weder ein Garschritt noch ein Fett, eine Flüssigkeit, ein Bindemittel, eine Dauer oder die endgültige Form des Gerichts sind überliefert. Der Text erlaubt daher keine quellengetreue Anleitung, die etwa Kochen, Braten, Pürieren oder eine bestimmte Masse voraussetzt. Die Berliner Parallelhandschrift B4 ist an diesen Stellen ebenso knapp.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-094-orig" n="gestossen huner" resp="#fyndling">Die Handschrift verlangt, die Hühner in einem Mörser zu stoßen. Wie fein die Masse werden soll und was davor oder danach geschieht, sagt sie nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-094-orig" n="alten huner" resp="#fyndling">Die Formulierung hält ausdrücklich fest, dass sich das Gericht auch aus alten Hühnern machen lässt; weitere Gründe oder eine besondere Vorbehandlung nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-094-orig" n="gwurcz" resp="#fyndling">Eine unspezifische Gewürzangabe. Welche Gewürze gemeint sind und in welcher Menge, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-094-orig" n="DV macht auch wol machen" resp="#fyndling">Die Formel wird als direkte Anweisung verstanden: Auch aus alten Hühnern lässt sich das Gericht gut machen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-094-orig" n="gestossen huner" resp="#fyndling">Die Hühner sollen in einem Mörser gestoßen werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-095-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Zwei sehr knappe Varianten unter dem Namen Topanitz: eine Zimt-Zubereitung, die der Titel mit Morcheln verbindet, und eine Erbsen-Variante mit Safran und Kümmel. Die Paralleltexte B4 und München Cgm 5919 bestätigen den gemeinsamen Aufbau, ersetzen aber keine fehlenden Arbeitsschritte der W1-Fassung.

Belegter Kern. Zimt wird gut gekocht und durch Tuch oder Sieb geseiht; danach folgen Butter und Safran. Der Wortlaut schließt mit gerösteten Semmeln. W1 schreibt bestwu; B4 überliefert an derselben Stelle pestreaw. Das sichert die Lesung als Bestreuen. Die Semmeln sind damit die abschließende Bestreuung, nicht eine im Text bezeugte Bindung.

Offene Stellen. Weder die Flüssigkeit zum Kochen des Zimts noch ein Arbeitsgang für die Morcheln werden genannt. Ebenso sagt die Erbsenvariante nur, dass daraus ebenfalls Topanitz gemacht und Safran sowie Kümmel zugegeben werden; Garen, Pürieren oder Binden stehen nicht im Text. Diese Entscheidungen bleiben für eine heutige Umsetzung offen und dürfen nicht als überlieferte Anweisung ausgegeben werden.

Praxis. Als Quellenbefund lässt sich die Reihenfolge knapp festhalten: Zimt kochen und seihen, Butter und Safran zugeben, mit gerösteten Semmelbröseln bestreuen. Für die Erbsenvariante sind Safran und Kümmel belegt. Eine vollständige moderne Kochanleitung ergibt der Wortlaut nicht, weil Flüssigkeit, Morchelbehandlung und Erbsenprozess offenbleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="topanitz / topanicz" resp="#fyndling">Die Quelle nennt beide Varianten ‚Topanitz‘. Die knappe Anweisung legt keine feste Rezeptdefinition fest; CoReMA glossiert das Wort sachlich als ‚Sauce‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="maurachen" resp="#fyndling">‚Maurachen‘ bezeichnet Morcheln. Der Titel verbindet die erste Topanitz-Variante mit ihnen, nennt aber keinen eigenen Arbeitsgang für die Pilze.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="czimetan" resp="#fyndling">‚Czimetan‘ ist Zimt. Die Parallelhandschriften B4 und München Cgm 5919 überliefern an derselben Stelle die verwandten Formen ‚Zmettan‘ und ‚zinetan‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="bestwu" resp="#fyndling">Die Schreibung steht mit ‚geresten semeln‘. Die B4-Parallelhandschrift hat an dieser Stelle ‚pestreaw‘; damit ist die Lesung als ‚bestreue‘ abgesichert.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="semeln" resp="#fyndling">‚Semeln‘ sind hier geröstete Semmelbrösel. Der Wortlaut nennt sie zum Bestreuen; eine Bindefunktion wird nicht angegeben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="arbaissen" resp="#fyndling">‚Arbaissen‘ sind Erbsen; CoReMA führt die Form als ‚garden pea‘.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-095-orig" n="kumel" resp="#fyndling">‚Kumel‘ ist Kümmel; CoReMA glossiert die Form als ‚caraway‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-095-orig" n="topanitz / topanicz" resp="#fyndling">‚Topanitz‘ ist der im Text verwendete Name für beide Varianten; CoReMA glossiert ihn als ‚Sauce‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-095-orig" n="bestwu" resp="#fyndling">‚bestreue‘. Die B4-Parallelhandschrift liest an derselben Stelle ‚pestreaw‘; zusammen mit den gerösteten Semmeln spricht das für eine Bestreuung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-096-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der Wortlaut ergibt Eierkuchenstücke mit einer Kräuter-Eier-Salse. Die Überschrift nennt ein Morchel-Gericht, obwohl weder Morcheln noch eine Technik zur Pilznachahmung beschrieben werden. Sie setzt damit ein Schau- oder Formmotiv voraus, dessen Ausführung offenbleibt.

Die Salse. W1 nennt sie ausdrücklich Eier-Salse und zählt Salbei, Minze, Petersilie sowie jungen und alten Knoblauch auf. Nicht genannt sind ihre Flüssigkeits- oder Fettbasis, die Bindung, die Temperatur und ob die Stücke darin liegen, damit überzogen oder anders angerichtet werden. Diese Lücken dürfen nicht durch eine moderne Standardtechnik gefüllt werden.

Paralleltexte. Der nahezu gleichlautende B4-Text bestätigt Eierkuchen, Stücke, Salse sowie Minze, Petersilie und beide Knoblauchformen, lässt aber den Salbei aus. Auch das verwandte Rezept mha-143 verbindet Kuchenstücke mit einer Eier-Salse; keines dieser Zeugnisse liefert für W1 eine fehlende Zubereitungstechnik.

Praxis. Sicher nachkochbar ist nur der erste Schritt: Eier zu einem Pfannkuchen backen und in Stücke schneiden. Für die Salse gibt die Quelle keine ausreichende Arbeitsanweisung; ihre historische Beschaffenheit und ihr Servierzustand bleiben offen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-096-orig" n="maurachen kostel" resp="#fyndling">Die Überschrift nennt ein Morchel-Gericht. Im anschließenden Rezepttext erscheinen jedoch keine Morcheln, sondern Eierkuchen und eine Kräuter-Eier-Salse. Wie der Titel und diese Zubereitung genau zusammenhängen, sagt der Text nicht. ‚Kostel‘ bedeutet hier Speise oder Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-096-orig" n="kuchen In der phanne von ayren" resp="#fyndling">Ein Eierkuchen, der in der Pfanne gebacken und anschließend in Stücke geschnitten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-096-orig" n="ayren salsen" resp="#fyndling">Eier-Salse. Die Quelle nennt ihre Würzkräuter, aber weder Flüssigkeits- oder Fettbasis noch Bindung, Temperatur oder die genaue Art des Anrichtens.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-096-orig" n="salua Mynczen vnd petersil" resp="#fyndling">Salbei, Minze und Petersilie würzen die Eier-Salse. Der parallele B4-Text nennt an dieser Stelle nur Minze und Petersilie.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-096-orig" n="Iungen vnd allten knofleach" resp="#fyndling">Die Salse soll mit jungem und altem Knoblauch bereitet werden; beide Formen werden im Wortlaut ausdrücklich nebeneinandergestellt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-096-orig" n="maurachen kostel" resp="#fyndling">Die Überschrift bezeichnet das Gericht als Morchel-Gericht, während die Zubereitung Eierkuchenstücke mit Kräuter-Eier-Salse beschreibt. Ein Schau- oder Formmotiv liegt nahe, doch eine konkrete Nachahmungstechnik ist im Text nicht überliefert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-097-trans" resp="#fyndling">Quelle und Gericht. Der Text setzt gutes eingelegtes Kraut voraus. Er beschreibt dazu eine Frucht-Senf-Paste aus gewässerter Senfsaat, Bieressig, Meerrettich, Petersilie mit Wurzel, gekochten Birnen, Koriander, Rosinen, Mandeln und Honigseim. Die Paste wird auf das Kraut gegeben; eine Herstellung oder Fermentation des Krauts schildert die Quelle nicht.

Die Senf-Wässerung. Die gestoßene Senfsaat wird drei Nächte nacheinander mit siedendem Wasser angerührt; morgens wird das Wasser abgegossen und durch neues siedendes Wasser ersetzt. Das ist im Text eine wiederholte Wässerung, keine ausgesprochene Gärung. Erst am dritten Morgen wird die Masse mit Bieressig verrieben.

Was wird gesiebt? Die Wortfolge verbindet die Siebangabe mit dem gestoßenen Koriander. Für ein Passieren der gesamten Mischung gibt der W1-Text keinen eigenen Hinweis; Birnen, Rosinen und Mandeln bleiben daher als Zutaten der Paste stehen.

Die Silberformel. W1 schreibt „mit silber widerlegen“; mon-244 hat an derselben Stelle „mit silber wider wegen“. Das stützt eine rhetorische Wertformel: Die Speise sei ihr Gewicht in Silber wert und gesund zu essen. Silber gehört weder in die Zutaten noch als Garnitur in eine Nachbereitung.

Praxis. Die Wasserwechsel sind Vorarbeit. Für eine Vorführung wird die vorbereitete Senfmasse mit Essig verrieben, dann mit den genannten Zutaten verbunden und auf eingelegtes Kraut gegeben. Da Mengen fehlen, muss das Verhältnis von Senf, Säure, Frucht und Honig beim Ansetzen behutsam erprobt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-097-orig" n="güetem poting kraut" resp="#fyndling">Gemeint ist gutes eingelegtes Kraut; die Würzpaste wird daraufgegeben, nicht das Kraut erst durch dieses Rezept hergestellt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-097-orig" n="weachlisch weinper" resp="#fyndling">Wörtlich welsche Weinbeeren: Rosinen, deren Herkunft als fremd beziehungsweise romanischsprachig markiert wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-097-orig" n="mit silber widerlegen" resp="#fyndling">Die W1-Stelle ist durch die Parallelfassungen zu lesen: mon-244 überliefert die vollständige Formel „mit silber wider wegen“. Gemeint ist eine Wertformel, das Gericht sei sein Gewicht in Silber wert, nicht Silber als Zutat, Garnitur oder Küchengerät.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-097-orig" n="goriander gestossen vnd genocht durich ein sib" resp="#fyndling">Der Siebdurchgang bezieht sich auf den unmittelbar genannten gestoßenen Koriander.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-097-orig" n="mit silber widerlegen" resp="#fyndling">Wertformel: Das Gericht sei sein Gewicht in Silber wert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-098-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Hühnerfarce in Morchelgestalt, nicht ein Pilzgericht. Der Text nennt gehackte Hühnerbrust mit Eiern, Mehl, Brot, Pfeffer und Salz, Stäbchen, wallende Brühe, gewürzte Eier und einen Spieß. Die parallelen Fassungen bestätigen diese Rezeptfamilie, dürfen aber fehlende Einzelheiten der W1-Fassung nicht ersetzen.

Stäbchen und kulpat. W1 nennt zwei stekchen und die nur hier in dieser Schreibweise überlieferte Bezeichnung kulpat am vorderen Ende. B4 schreibt chullpatt, München Cgm 5919 kulpot; keine Form ist dadurch sicher übersetzt. Als Arbeitslesart übernehmen wir - wie beim Zwilling b4-094 - 'knollig', weil das zum Morchelvergleich passt; belegt ist diese genaue Form nicht. Die Vergleichsfassungen zeigen jedoch, dass die Stäbchen bei der Formung der Morchelgestalt mitwirken.

Belegter Ablauf. Geformte Stücke kommen in wallende Brühe. Während sie sieden, werden weitere Stücke am Spieß vorbereitet. Sind genug Stücke vorhanden, folgen gewürzte Eier als Füllung und das Garmachen am Spieß. Die Quelle nennt weder die Gewürze noch Mengen, Garzeiten, Temperatur, eine konkrete Form, einen Hohlraum oder das Entfernen der Stäbchen.

Praxis heute. Für eine sichere moderne Erprobung müssen diese offenen Entscheidungen eigenständig getroffen und klar von der Quelle getrennt werden. Rohes Huhn und Eier kühl halten und vollständig durchgaren. Die überlieferte Abfolge bleibt: formen, in Brühe sieden, mit einer nicht näher beschriebenen Eierfüllung versehen und am Spieß fertig garen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-098-orig" n="Maurochen" resp="#fyndling">Hier ist nicht der Pilz Morchel gemeint, sondern das Formziel der Hühnerfarce.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-098-orig" n="kulpat" resp="#fyndling">Unklarer Begriff, im Wörterbuch nicht belegt. Die Parallelstellen B4 ('chullpatt') und München Cgm 5919 ('kulpot') zeigen eine ähnliche Wortform, lösen ihre Bedeutung aber nicht. Im Zusammenhang mit den Stäbchen und dem Morchelvergleich kann sie eine knollige oder kolbenartige Form des vorderen Endes bezeichnen; genauer ist das nicht zu bestimmen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-098-orig" n="Spis" resp="#fyndling">Ein Spieß, der über offenem Feuer oder Glut gedreht wird, um das Fleisch gleichmäßig zu garen. Eine gängige Zubereitungsart in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-098-orig" n="czwen stekchen vornn kulpat als die maurochen" resp="#fyndling">Zwei Stäbchen werden vorne knollig geformt, sodass sie wie Morcheln aussehen. kulpat bezeichnet dabei vermutlich eine knollige oder kolbenartige Form des vorderen Stäbchenendes - das passt zum Morchelvergleich und zu den Varianten chullpatt (B4) und kulpot (München Cgm 5919) in den Parallelfassungen, ist aber lexikalisch nicht gesichert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-098-orig" n="wallund suppem" resp="#fyndling">Wallende Brühe. 'Wallund' wird als 'wallend' (kochend, siedend) und 'suppem' als 'Brühe' (CoReMA-Glosse) gelesen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-098-orig" n="sewdet" resp="#fyndling">Siedet. Eine gängige Form des Verbs 'sieden' (kochen, köcheln).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-098-orig" n="vvll" resp="#fyndling">Fülle. Die Buchstabenfolge 'vv' ist eine gängige Schreibweise für 'w' oder 'u' im Frühneuhochdeutschen, hier als 'fülle' interpretiert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-098-orig" n="gwurczten" resp="#fyndling">Gewürzten. Eine dialektale Schreibweise für 'gewürzten', passend zur CoReMA-Glosse 'spice'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-099-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein sämiges Mus aus Rehblut und Rehlunge. Die Quelle gibt die Abfolge klar vor: Blut und Lunge sieden, die Lunge würfeln, die Brühe durch ein Tuch seihen, alles mit Schmalz und Wein erneut in den Topf geben, kräftig sieden und beim Anrichten pfeffern.

Offene Stellen. In der Formel sewd es mar ist nur ‚siede es‘ sicher; das folgende Wort bleibt auch im Vergleich mit den nahen Parallelhandschriften offen. Ebenso nennt der Text für das gewünschte gleichmäßige Dickbleiben weder eine Zeit noch ein Bindemittel. Die Reihenfolge, in der Blut, gewürfelte Lunge und geseihte Brühe beim zweiten Sieden zusammenkommen, wird nicht weiter erläutert. Diese Lücken lassen sich nicht durch eine moderne Bindetechnik oder eine behauptete Wirkungsweise von Blut oder Schmalz schließen.

Praxis. Die belegten Schritte lassen sich als Topfgericht am Feuer ausführen: die genannten Zutaten sieden, die Lunge würfeln, die Brühe durch ein sauberes Tuch seihen, mit Schmalz und Wein wieder zusammengeben und kräftig sieden; erst beim Anrichten gemahlenen Pfeffer darüberstreuen. Mengen, Dauer und sichere Endkonsistenz überliefert die Quelle nicht. Frische Lunge und Blut bis zur Verarbeitung gekühlt halten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-099-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Bezeichnet hier ein sämiges Mus, nicht speziell Gemüse im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-099-orig" n="rech" resp="#fyndling">Reh (Capreolus capreolus).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rech"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-099-orig" n="sewd es mar" resp="#fyndling">‚Siede es‘ ist klar; das folgende ‚mar‘ übersetzen wir sinngemäß als Verstärkung ('gut durch'). Die genaue Wortbedeutung bleibt unsicher - eine Verschreibung von 'gar' ist denkbar, aber unwahrscheinlich: dieselbe Formel 'sewd es mar' bzw. 'seud es mare' steht identisch in drei weiteren, unabhängigen Handschriften (b4-095, m5919-077, mha-078), was eher für ein tatsächlich in der gemeinsamen Vorlage vorhandenes, heute unklares Wort spricht als für einen Lesefehler einer einzelnen Abschrift.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-099-orig" n="worffelat" resp="#fyndling">Würfelig geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-099-orig" n="seich die suppem durich ein tuch" resp="#fyndling">Die Brühe wird durch ein Tuch geseiht, damit keine Haare darin zurückbleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-099-orig" n="ebem dikch" resp="#fyndling">Die Masse soll ‚eben‘, also gleichmäßig, dick bleiben; eine genaue Konsistenz oder Bindemethode nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-099-orig" n="sewd es mar" resp="#fyndling">Wir lesen 'sewd es' als 'koche es' und übersetzen das nachfolgende, unklare 'mar' sinngemäß als Verstärkung ('gut durch') - die genaue Wortbedeutung von 'mar' ist an dieser Stelle nicht sicher zu bestimmen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-099-orig" n="worffelat" resp="#fyndling">gewürfelt</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-099-orig" n="ebem dikch beleibem" resp="#fyndling">gleichmäßig dick bleiben</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-100-trans" resp="#fyndling">Was überliefert ist. Das Rezept legt zunächst einen trockenen Vorrat an: Weißbrot wird gedörrt, durch ein Sieb gerieben und im Lederbeutel vor Nässe bewahrt. Erst beim Essen soll diese Brotbasis in Wein gelegt und mit Schmalz, Eiern und Pfeffer ergänzt werden. Damit beschreibt der Text eine Grundlage für ein Kondiment oder Mus, keine vollständig ausgeführte Speise mit Mengen, Garzeit oder Temperatur.

Offene Stelle. Die Schlussformel dikchs lässt sich nicht zu einer bestimmten Zutat ausbauen. Sie kann „etwas Dickes“ oder eine Angabe zur gewünschten Konsistenz meinen; beide Parallelfassungen nennen jedoch weder einen Stoff noch ein Verfahren. Deshalb gehört keine konkrete Ergänzung in Zutatenliste oder Nachkoch-Anweisung.

Heutige Praxis. Die überlieferte Vorratsidee ist die trockene Brotbasis. Für das Anrühren bleiben Verhältnis, Umgang mit den Eiern und eine mögliche Erwärmung außerhalb des Quellenwortlauts; das Rezept liefert dafür keine historische Anweisung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-100-orig" n="condiment" resp="#fyndling">Ein Würzmittel oder eine Beilage, die oft als Basis für Saucen oder Mus verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-100-orig" n="gmues" resp="#fyndling">Ein Mus oder Püree, hier aus getrocknetem und gesiebtem Brot.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-100-orig" n="lidren peitel" resp="#fyndling">Ein lederner Beutel zur trockenen Aufbewahrung des gesiebten Brotes. Der Paralleltext B4 schreibt ebenfalls „lidrein“.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-100-orig" n="dikchs" resp="#fyndling">Die Bedeutung bleibt offen. Die Stelle kann „etwas Dickes“ meinen; welche Zutat oder welche Konsistenz gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-100-orig" n="lidren peitel" resp="#fyndling">Lederbeutel</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-100-orig" n="dikchs" resp="#fyndling">Offen; die Form kann als „Dickes“ gelesen werden, ohne dass damit eine bestimmte Zutat oder ein Verfahren feststeht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-101-trans" resp="#fyndling">Was ist sicher belegt?

Das Rezept lässt Eier an beiden Enden öffnen, Salbei mit den Dottern vermengen und die Masse wieder einfüllen. Anschließend kommen die Eier in heißes Wasser; danach nennt der Text Schälen, Braten und einen abschließenden „Beschlag“ aus Ei, Kräutern und Safran. Das ist ein aufwendiges Eiergericht und eher ein kleines Schaugericht als eine schnelle Alltagsspeise.

Was bleibt offen?

W1 sagt nicht, wie der Inhalt aus der Schale gelangt, welchen Garzustand das heiße Wasser haben soll oder wie lange die Eier darin bleiben. Die fast gleichlautende B4-Fassung ergänzt diese Punkte ebenfalls nicht. Das verwandte Meister-Hans-Rezept (mha-087) nennt dagegen ausdrücklich das Ausblasen; daraus ergibt sich eine plausible Vergleichsbeobachtung, aber kein zusätzlicher Arbeitsschritt für W1. Auch der „Beschlag“ wird nicht erläutert: Der Text nennt Ei, Kräuter und Safran, aber weder eine bestimmte Masse noch eine Auftrags-, Gar- oder Servierweise.

Für eine quellennahe Erprobung.

Die Quelle erlaubt, die genannten Schritte nachzuvollziehen, lässt jedoch die entscheidenden Ausführungsdetails offen. Wer sie praktisch erprobt, sollte eigene Entscheidungen zu Öffnen und Befüllen, Wasserbad und dem abschließenden Beschlag deutlich als moderne Erprobung kennzeichnen, statt sie dem W1-Text zuzuschreiben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-101-orig" n="gefulten ayren" resp="#fyndling">Gefüllte Eier. Der Text verbindet das Öffnen an beiden Enden mit dem späteren Wiederbefüllen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-101-orig" n="an peden ortern auf" resp="#fyndling">Wörtlich „an beiden Orten/Enden aufschlagen“: Die Eier werden an beiden Enden geöffnet. Wie der Inhalt dabei entnommen wird, erläutert W1 nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-101-orig" n="tuter" resp="#fyndling">Eidotter (Dotter). Sie werden mit dem gehackten Salbei vermengt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-101-orig" n="wierffs in ain hais wasser" resp="#fyndling">Die gefüllten Eier kommen in heißes Wasser. Temperatur, Dauer und der dabei beabsichtigte Garzustand bleiben ungenannt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-101-orig" n="beslach sy mit ayren" resp="#fyndling">„Beschlage sie mit Eiern, Kräutern und Safran.“ Welche Zubereitung oder Auftragsweise damit gemeint ist, erklärt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-101-orig" n="slach sew an peden ortern auf … vvll sy wider in" resp="#fyndling">Die Eier werden an beiden Enden geöffnet und später wieder befüllt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-101-orig" n="wierffs in ain hais wasser" resp="#fyndling">Die gefüllten Eier kommen in heißes Wasser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-101-orig" n="beslach sy mit ayren vnd mit krewtern vnd mit saffran" resp="#fyndling">Nach dem Braten folgt ein Beschlag mit Ei, Kräutern und Safran.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-102-trans" resp="#fyndling">Was sagt die Quelle? Zuerst wird fein geriebenes Brot in Butter gebraten, bis es hart wird. Viele Eier, trockener Salbei und Pfeffer kommen dazu. Die Masse wird in leere Eierschalen gefüllt, am Spieß gebraten und serviert.

Quellentext und heutige Ausführung. Das Rezept sagt nicht, wie die Schalen geleert oder am Spieß befestigt werden, ob sie gedreht werden, in welchem Abstand sie zur Hitze stehen oder wann die Füllung gar ist. Diese Entscheidungen gehören zu einer heutigen Ausführung und sind aus diesem Wortlaut nicht zu ergänzen.

Einordnung. Das Zurückfüllen der Masse in die Eierschale und das Braten am Spieß machen das Gericht zum Schaugericht. B4-098 und mha-088 überliefern denselben Rezepttyp; sie bestätigen die Grundfolge, ersetzen aber keine fehlenden Detailangaben der Wiener Fassung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-102-orig" n="schon" resp="#fyndling">Hier bedeutet ‚schon‘ sorgfältig oder gründlich: Das Brot soll fein gerieben werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-102-orig" n="Eierschalen" resp="#fyndling">Der Text verlangt, die leeren Eierschalen mit der Brot-Ei-Masse zu füllen; sie dienen dabei als Gargefäß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-102-orig" n="spis REib schon ayr" resp="#fyndling">Die Übersetzung folgt dem fortlaufend edierten Rezepttext: ‚spis‘ im Titel und in ‚prat sy an einem spis‘ ist der Bratspieß; anschließend beginnt die Anweisung mit dem Reiben des Brots.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-103-trans" resp="#fyndling">Was sagt die Quelle? Salbei wird klein gehackt und in Butter gebraten. Dazu kommen mehrere Eier, Kräuter, Safran und Salz; daraus wird ein „Habichtmus“ gemacht, wieder in Schalen gefüllt und in siedendes Wasser gelegt, um darin zu sieden. Der Text nennt weder Mengen noch eine Dauer des Siedens.

Was bleibt offen? Wie die Schalen vor dem Wiederfüllen vorbereitet werden, sagt diese Anleitung nicht. Auch ob die Masse vor dem Sieden bereits eine bestimmte Konsistenz haben soll, lässt der Wortlaut offen. Solche fehlenden Schritte sind nicht als historische Anleitung zu ergänzen.

Heutige Einordnung. Für eine praktische Ausführung müssen Schalenhandhabung und Garende eigenständig und vorsichtig entschieden werden; der Quellentext gibt dafür keine feste Zeit oder Technik vor. Anbraten, Anrühren und Sieden sind am Feuer möglich, das Arbeiten mit den Schalen macht das Gericht aber eher zu einem kleinen Schaugericht als zu einer schnellen Lagermahlzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-103-orig" n="habech mues" resp="#fyndling">„Habichtmus“ ist die Bezeichnung, die der Text für die Masse aus Eiern, Kräutern, Safran und Salz verwendet. Eine Erklärung des Namens liefert die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-103-orig" n="siedundes wasser" resp="#fyndling">„Siedendes Wasser“ bezeichnet Wasser zum Sieden. Wie lange die gefüllten Schalen darin bleiben sollen, nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-103-orig" n="prat sy" resp="#fyndling">„brate sie“ - das Verb „braten“ im Imperativ, bezogen auf den Salbei.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-103-orig" n="menig" resp="#fyndling">„mehrere/einige“ - als Mengenangabe für die Eier, die zum Mus gegeben werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-103-orig" n="habech mues" resp="#fyndling">„Habichtmus“ - die im Text verwendete Bezeichnung für die Ei-Kräuter-Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-103-orig" n="siedundes" resp="#fyndling">„siedendes“ - Wasser, in das die gefüllten Schalen gelegt und darin gesotten werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-104-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der kurze Text beschreibt eine dicke Masse aus Milch, Eiern, geriebenem Brot, Safran und Salz, in die Eier gelegt und einmal zum Aufwallen gebracht werden. Die parallele Fassung b4-100 überliefert denselben Ablauf nahezu wortgleich. Die Bezeichnung „gefüllte Eier“ erklärt der Text nicht näher; eine Füllung der Eier selbst wird nicht beschrieben.

„Saluan“ / „salua“. Die Titelwörter lassen sich am ehesten als Salbei lesen. Im eigentlichen Arbeitsgang erscheint das Kraut aber nicht als Zutat. Ob und wann es zugegeben wurde, bleibt daher offen; eine Salbeisauce oder eine feste Zugaberegel lässt sich aus diesem Rezept nicht ableiten.

Die Eier. „Lege die Eier hinein, lass sie aufwallen“ benennt nur den letzten Arbeitsgang. Der Text sagt nicht, ob die Eier zuvor gegart, geschält, halbiert oder gefüllt wurden. Diese fehlenden Schritte sollten nicht als historische Anweisung ergänzt werden.

Praxis. Die im Text genannten Zutaten in einem Topf zu einer dicken Masse bereiten, die Eier hineinlegen, einmal aufwallen lassen und anrichten. Mengen, Hitze, Dauer und Garzustand der Eier gibt die Quelle nicht vor; für eine heutige Zubereitung müssen sie eigenständig entschieden werden.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-104-orig" n="gefulte ayr" resp="#fyndling">„Gefüllte Eier“ ist die im Text gebrauchte Gerichtsbezeichnung. Der überlieferte Arbeitsgang beschreibt jedoch keine Füllung, kein Halbieren und keine Behandlung der Eigelbe.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-104-orig" n="schon prat" resp="#fyndling">„Schon“ bedeutet hier etwa „sauber, gründlich“. „Prat“ bezeichnet geriebenes Brot; es gehört zusammen mit Milch und Eiern zu der dick zu machenden Masse.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-104-orig" n="erwell sy" resp="#fyndling">Die Formel bezeichnet das Aufwallenlassen der eingelegten Eier. Einen vorherigen Garschritt oder eine genaue Dauer nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-104-orig" n="saluan / salua" resp="#fyndling">Die Titelwörter werden am ehesten als Salbei gelesen. Da das Wort im Arbeitsgang nicht als Zutat erscheint, bleibt seine konkrete Funktion im Gericht offen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saluan"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-104-orig" n="gefulte ayr" resp="#fyndling">Die Worte sind die Gerichtsbezeichnung. Der überlieferte Arbeitsgang beschreibt keine Füllung der Eier selbst, sondern das Einlegen von Eiern in eine dicke Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-104-orig" n="leg dy ayr darin erwell sy" resp="#fyndling">Die Eier werden in die dicke Masse gelegt und einmal aufwallen gelassen. Über ihren vorherigen Zustand trifft der Text keine Aussage.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-104-orig" n="saluan / salua" resp="#fyndling">Am wahrscheinlichsten ist die Lesung als Salbei, die namensgebende Zutat des Titels. Eine Zugabe im Arbeitsgang ist nicht überliefert.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saluan"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-105-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Bier-Butter-Würze mit gehacktem Salbei, Essig und Salz zu gesottenen Eiern. Der W1-Text nennt dafür nur die Zutaten; die Parallelhandschrift B4 macht mit „gewellten ayren“ den Bezug auf gesottene Eier deutlicher.

Quellengrenze. Weder W1 noch die parallele Zutatenangabe sagen, in welchem Verhältnis Bier, Butter, Salbei, Essig und Salz stehen oder ob sie gemischt, erwärmt oder getrennt gereicht wurden. Auch ein Anrichten ist nicht beschrieben.

Praxis. Für eine heutige Umsetzung sind Mengen, Reihenfolge und die Frage nach einer warmen oder kalten Würze freie Entscheidungen. Sie sind keine aus der Quelle erschließbare historische Kochanweisung.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-105-orig" n="derwelten ayren" resp="#fyndling">Die W1-Schreibung ist ohne weiteres Verb schwer einzuordnen. Die fast gleichlautende B4-Parallelstelle hat „von gewellten ayren“: „gewällt“ gehört zu „wellen/wallen“ und bezeichnet gesottene Eier. Diese Parallelstelle stützt die Lesung auch für W1.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-105-orig" n="saluan" resp="#fyndling">Bairisch-österreichische Schreibvariante für Salbei (Salvia officinalis).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saluan"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-105-orig" n="derwelten ayren" resp="#fyndling">Gesottene Eier, gestützt durch die B4-Parallelstelle „gewellten ayren“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-106-trans" resp="#fyndling">Quelle. Der Text nennt einen Eierteig, der mit einem *walg holcz* zu einer etwa halbfingerdicken Platte ausgerollt wird. Die Stücke werden würfelig in Bohnengröße geschnitten, in heißem Schmalz gebacken, das Fett wird abgegossen, und die Stücke sollen trocknen. Zum Anrichten ist ausdrücklich eine Eierbrühe oder eine andere Suppe vorgesehen; sie soll vor dem Einlegen der Teigbohnen aufwallen.

Für die Praxis. Zusammensetzung und Mengen des Eierteigs, Temperatur und Dauer des Ausbackens sowie die Beschaffenheit der Eierbrühe bleiben im Text offen. Wer das Gericht nachkocht, braucht dafür eine eigene, erprobte Teigrezeptur und muss den Garzustand der Stücke selbst beurteilen. Der Überlieferungshinweis zur Vorratshaltung lautet allein: vor Nässe bewahren, dann lassen sich die Teigbohnen lange aufheben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="Pon / ponen" resp="#fyndling">Bezeichnet hier keine Hülsenfrüchte als Zutat, sondern Teigstücke, die in Größe und Bezeichnung Bohnen nachahmen.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="ayr tayg" resp="#fyndling">Ein als Eierteig bezeichneter Teig. Seine Zusammensetzung und Mengen nennt die Quelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="walg holcz" resp="#fyndling">Ausrollwerkzeug: Mit dem Wellholz wird der Teig zur Platte ausgerollt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="wrfelat" resp="#fyndling">Würfelig geschnitten; zusammen mit „als dy pon“ beschreibt es kleine Stücke in Bohnengröße.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">Die ausgebackenen Stücke sollen nach dem Abgießen des Schmalzes trocknen. Der Text gibt dafür kein Verfahren oder Zeitmaß an.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="ayr prue oder ein ander suppel" resp="#fyndling">Eierbrühe oder alternativ eine andere Suppe; die Quelle erläutert die Eierbrühe nicht weiter.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-106-orig" n="bewar es vor nassem" resp="#fyndling">Der Text verbindet Schutz vor Nässe mit langer Aufbewahrung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-106-orig" n="wrfelat als dy pon" resp="#fyndling">Als würfelig geschnittene Stücke in Bohnengröße gelesen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-106-orig" n="ayr prue" resp="#fyndling">Als im Text benannte Eierbrühe gelesen, neben der ausdrücklich zugelassenen Alternative einer anderen Suppe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-107-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Saubohnenbeilage mit einer gemahlenen Brot-Gewürz-Masse aus Pfeffer, Kümmel, Safran, Salz, Essig und Bier. Die Quelle nennt das Gericht knapp: Bohnen sieden, die genannten Zutaten zusammen mahlen und die Masse über die Bohnen geben.

Was heißt ‚grun pon‘? Sicher benannt sind Saubohnen bzw. Ackerbohnen. Ob ‚grun‘ frische, ungetrocknete Bohnen oder eine Farbkennzeichnung meint, entscheidet der Text nicht. Für die Identifikation der Hülsenfrucht ist diese Unterscheidung nicht nötig; die heute verbreitete Gartenbohne gehört nicht in den Kontext des 15. Jahrhunderts.

Wie endet die Anweisung? ‚Das gemalen gesoten darauf‘ ist syntaktisch nicht eindeutig. Sicher ist nur, dass die gemahlene Masse auf die Bohnen kommt. Ob ‚gesoten‘ dabei auf die bereits gesottenen Bohnen zurückweist oder ein weiteres Erhitzen meint, bleibt offen.

Praxis. Die Quelle trennt nicht aus, wann das Brot vorbereitet wird, und nennt weder Mengen noch Garzeit. Für eine heutige Umsetzung müssen diese Entscheidungen deshalb als moderne Arbeitsannahmen kenntlich bleiben. Am Text bleibt: Bohnen sieden, Brot mit den Gewürzen, Essig und Bier mahlen und die dicke Masse über die Bohnen geben.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-107-orig" n="grun pon" resp="#fyndling">Die Wortgruppe bezeichnet Saubohnen; ob ‚grun‘ ihren frischen, ungetrockneten Zustand oder ihre Farbe hervorhebt, bleibt offen. Gemeint sind jedenfalls Ackerbohnen (Vicia faba), nicht die erst nach 1492 in Europa verbreitete Gartenbohne (Phaseolus vulgaris).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-107-orig" n="schon prot" resp="#fyndling">‚Schon‘ bedeutet hier ‚sauber‘ bzw. ‚gereinigt‘. Das Brot gehört nach der Satzfolge zur gemahlenen Brot-Gewürz-Masse, nicht zum Sieden der Bohnen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-107-orig" n="chum" resp="#fyndling">Schreibform für Kümmel. Die unmittelbar folgende Verhältnisangabe fordert dreimal so viel Kümmel wie Pfeffer.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#chum"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-107-orig" n="trukchen" resp="#fyndling">Bezeichnet bei der gemahlenen Masse eine dicke, nicht wässrige Konsistenz. Ein Trockenkochen der Bohnen ist daraus nicht abzuleiten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#trukchen"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-107-orig" n="das gemalen gesoten darauf" resp="#fyndling">Die Satzfügung lässt offen, ob ‚gesoten‘ auf die zuvor gesottenen Bohnen zurückweist oder ein weiteres Erhitzen der Masse meint. Sicher belegt ist das Übergießen der Bohnen mit der gemahlenen Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-107-orig" n="grun pon" resp="#fyndling">Saubohnen (Ackerbohnen); ‚grun‘ wird nicht enger festgelegt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-107-orig" n="das gemalen gesoten darauf" resp="#fyndling">Die gemahlene Brot-Gewürz-Masse wird über die gesottenen Bohnen gegeben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-108-trans" resp="#fyndling">Was ist überliefert? Dieser Einzeiler ist keine selbständige Kochanweisung. ‚Grüne Erbsen bereite man auf dieselbe Weise zu‘ verweist unmittelbar auf w1-107, das Saubohnen mit einer Brot-Gewürz-Sauce beschreibt. Die parallele B4-Handschrift fasst Bohnenrezept und Erbsenvariante in b4-103 zusammen und bestätigt diesen Zusammenhang.

Was lässt sich daraus praktisch ableiten? Für die Erbsen gilt das zuvor beschriebene Verfahren: Sie werden wie die Saubohnen zubereitet und mit der dort genannten Brot-Gewürz-Masse verbunden. W1-108 nennt dafür keine eigene Menge, Garzeit oder Reihenfolge. Ob die Masse nach dem Übergießen noch einmal gemeinsam erhitzt wird oder sich ‚gesotten‘ nur auf die Bohnen bezieht, bleibt auch im Vergleich mit B4 offen.

Lagerküche. Als Variante des Bohnengerichts ist die Zubereitung mit Topf und Mörser gut am Feuer möglich. Eine eigenständige Rohkost-, Transport- oder Ersatztechnik lässt sich aus W1-108 nicht ableiten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-108-orig" n="Grun" resp="#fyndling">Die Formel steht als Variante unmittelbar nach einem Rezept für gesottene Saubohnen. Sie benennt daher keine Rohkost-Anweisung, sondern überträgt dessen Verfahren auf Erbsen. Ob ‚grun‘ hier vor allem den frischen Erntezustand oder die Farbe bezeichnet, entscheidet der Einzeiler nicht selbst.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-108-orig" n="arbais" resp="#fyndling">Alte bairisch-österreichische Bezeichnung für Erbsen (vgl. Arbeis/Erbeis). Die CoReMA-Glosse verlinkt zu 'garden pea'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-108-orig" n="Grun arbais" resp="#fyndling">Grüne Erbsen als Variante des unmittelbar vorausgehenden Bohnengerichts.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-267-trans" resp="#fyndling">Welches Getränk ist das?

Dieses Rezept ist kein eigenständiges Verfahren, sondern ein knapper Nachtrag zu einem anderen, ausführlicheren Met-Rezept in derselben Handschrift (dort Honig-Wasser-Ansatz, Aufkochen, Seihen, Hefezugabe). Neu ist hier nur die Auswahl: heller, junger Honig für den "grünen", also hellen und frischen Met - und das ausdrückliche Verbot, dunklen Honig hinzuzufügen. Ein direkter Zwilling (b4-265) überliefert praktisch denselben Text in derselben Handschriftenfamilie.

Warum Honig "von jungen Bienen"

Die Zutatenzeile nennt "Honig von jungen pein". Der Lautweg ist regelhaft: mittelhochdeutsch "bîn" (Biene), bairischer Anlautwechsel b &gt; p, Diphthongierung î &gt; ei. Dass der Honig junger Bienen als eigene, besonders geschaetzte Sorte galt, bezeugt das Grimmsche Woerterbuch beim Lemma Jungfernhonig - "der beste und reinste honig aus einem bienenstocke. auch der honig der von den jungferbienen eingetragen wird." Damit ergibt die Auswahl Sinn und erklaert auch das Verbot im letzten Halbsatz: kein dunkler Honig dazu, damit die feine helle Sorte nicht verdorben wird. Ein direkter Zwilling (b4-265) ueberliefert praktisch denselben Text und liest die Stelle ebenso.

Als Schreibvariante direkt belegt ist daneben nur "bein" (Knochen), im Honigzusammenhang sinnlos; Einzelheiten in den Lesart-Entscheidungen.

Für Metmacher: die Zahlen

Das Rezept selbst nennt keine Menge, sondern verweist auf das Verfahren des Grundrezepts - dort ist das einzige textlich belegte Verhältnis Honig zu Wasser wie 1 zu 2. Die folgenden Zahlen sind ein Modell aus modernen Literatur-Referenzwerten für Honig (Dichte, Zucker-, Säuregehalt), keine Messung an diesem Rezept, und die Bandbreiten spiegeln die Unsicherheit dieser Werte, nicht eine Text-Mehrdeutigkeit:

| Variante | Zucker g/l | SG (OG) | °Oe | °Brix | Säure g/l | ABV |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Unverdünnt (Kontrollrechnung, entspricht NICHT dem Text) | 1237-1904 | 1,478-1,735 | 478-735 | ca. 85-111 | 0,9-9,2 | theoretisch 73-113 % (Rechenartefakt) |
| Verdünnt 1:2 Honig:Wasser (textnah, laut Verweis auf das Grundrezept) | 410-635 | 1,159-1,245 | 159-245 | ca. 36-51 | 0,3-3,1 | theoretisch 25-38 % (unerreichbar) |

Die erste Zeile zeigt, warum die Wasserverdünnung nicht übersprungen werden darf: ohne sie ergäbe die Rechnung unverdünnten Honigsirup, keinen Metansatz. Die °Brix-Werte sind aus der SG-Bandbreite umgerechnet, keine eigenständige Messgröße.

Der Gärverlauf hängt an der (im Text nicht genannten) Hefequelle:

| Gärvariante | zu erwartende FG (SG) | ABV real | Restzucker |
|---|---|---|---|
| Wilde Luftflora (Umgebungsgärung) | ca. 1,15-1,16 | ca. 5-7 % | erheblich (nicht beziffert) |
| Zugesetzte Bierhefe/Germ (nur im Zwilling b4-267 textlich belegt) | ca. 1,11-1,12 | ca. 10-14 % | erheblich, aber geringer als bei wilder Flora |

In beiden Fällen bleibt der Met bei diesem Honig:Wasser-Verhältnis weit von der Trockene entfernt, weil die Ausgangskonzentration hoch ist. Für 1487 nicht belegt: die angesetzten Honig-Referenzwerte selbst, die Alkoholtoleranz-Bänder der Hefen und die Annahme, dass die im Zwilling b4-267 beschriebene Bierhefe-Zugabe auch für dieses Rezept galt - das Grundrezept in dieser Handschrift (w1-269) bricht vor der entsprechenden Textstelle ab.

Praxis

Honig ist von Natur aus säurearm, was wenig Schutz gegen Fehlgärung bietet; die anfangs hohe Zuckerkonzentration wirkt dem zunächst osmotisch entgegen, der Schutz sinkt aber mit fortschreitender, ohnehin lange dauernder Gärung. Offenes Sieben oder Kochen vor dem eigentlichen Ansatz plus lange Standzeit bei niedriger Säure ist ein klassisches Setup für Essigstich, wenn nicht sauber abgedeckt gearbeitet wird. Am Markttag lässt sich nur der Ansatz-Vorgang selbst zeigen (Honig-Wasser aufkochen, durch ein Tuch seihen), dazu passt ein mitgebrachter, fertig vergorener Met zur Verkostung - die eigentliche Gärung über Wochen bis Monate nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-267-orig" n="grun" resp="#fyndling">Der Text selbst gibt nur einen Gegensatz her: kein Brauner soll dazu ("kain prawn tu nicht daran"). Gemeint ist damit die helle, frische Sorte im Unterschied zur dunklen - beim Honig wie beim fertigen Met. Ob "grün" dabei primär die Farbe oder die Frische bezeichnet, laesst der Text offen; beides fuehrt auf dasselbe Produkt. Nicht gestuetzt ist die frueher hier vertretene Lesung "roh, noch unfertig vergoren": ueber Gaerdauer oder Reife sagt das Rezept kein Wort, es waehlt einen Honig aus.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#grun"/></note>
        <note type="gloss" target="#w1-267-orig" n="pein" resp="#fyndling">"Honig von jungen Bienen". Lautgesetzlich regelhaft aus mittelhochdeutsch "bîn" (Biene) mit bairischem Anlautwechsel b &gt; p und der im 15. Jahrhundert abgeschlossenen Diphthongierung î &gt; ei. Gemeint ist nicht das Lebensalter der einzelnen Biene, sondern das Alter des Stocks: der Honig eines Volks, das in diesem Sommer neu geschwaermt ist. Das Grimmsche Woerterbuch fuehrt die ganze Wortfamilie - "Jungferbiene" ist "der erste bienenschwarm eines stockes im sommer", "Jungfernhonig" "der beste und reinste honig aus einem bienenstocke. auch der honig der von den jungferbienen eingetragen wird", "Jungfernwachs" "wachs von jungferbienen. ferner das reine von allen fremden theilen gesaeuberte und abgebleichte wachs". Das Muster ist durchgehend: vom Neuschwarm, und darum rein und hell. Der handwerkliche Grund steht nicht bei Grimm, sondern in der Imkerpraxis: ein Neuschwarm baut sein Wabenwerk komplett frisch, in diesen Waben war nie Brut und kein Pollen eingelagert. Geerntet wurde durch Ausschneiden der Wabe, der Honig kommt also samt Wabenumgebung ins Gefaess - aus jungfraeulicher Wabe hell und klar, aus alter, mehrfach bebrueteter dunkel. Genau darauf zielt der Schlusssatz "kain prawn tu nicht daran": die helle Sorte nicht mit der dunklen verschneiden. Dazu passt, dass das Grundrezept derselben Handschrift die Menge ueber das Wabenwerk bemisst ("als vil sein in dem werkch ist"). Aus heutiger Sicht ist die Unterscheidung verschwunden, was den Ausdruck befremdlich macht: Magazinbeute und Honigschleuder trennen Honig und Wachs, Waben werden ueber Jahre wiederverwendet, und Honig wird nach Trachtpflanze sortiert, nicht nach Alter des Volkes. Nicht belegt ist eine Bezeugung von "Jungfernhonig" fuer das 15. Jahrhundert selbst - Grimm zitiert Jacobsson, ein technologisches Woerterbuch des 18. Jahrhunderts. Als Schreibvariante direkt belegt ist daneben "bein" (Knochen, MHDBDB; an anderer Stelle im Korpus als "Schaedel" geglosst), was im Honigzusammenhang keinen Sinn ergibt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-267-orig" n="prawn" resp="#fyndling">Braun - gemeint ist wohl dunkler, kräftiger Honig, der hier vermieden werden soll, damit der Met hell und mild bleibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-267-orig" n="pein" resp="#fyndling">„von jungen Bienen“, also Honig eines jungen Stocks - frischer, heller Honig. Der Weg dorthin ist lautgesetzlich regelhaft: mittelhochdeutsch „bîn“ (Biene) mit bairischem Anlautwechsel b &gt; p und der neuhochdeutschen Diphthongierung î &gt; ei, die im Bairischen des 15. Jahrhunderts abgeschlossen war. Der Text selbst stützt die Lesart: „kain prawn tu nicht daran“ (keinen braunen dazu) stellt hellen gegen dunklen Honig, und der Honig eines jungen Stocks ist hell. Sachlich bezeugt ist die Sorte im Grimmschen Woerterbuch, Lemma Jungfernhonig: "der beste und reinste honig aus einem bienenstocke. auch der honig der von den jungferbienen eingetragen wird."</note>
        <note type="preparation_tip" target="#w1-269-trans" resp="#fyndling">Welches Getränk ist das?

Der Text beschreibt nur den Ansatz eines Met-Getränks, nicht das fertige Getränk: Honig wird mit der doppelten Menge Wasser verrührt und aufgekocht, die Zuckerkonzentration mit einem schwimmenden Ei (ersatzweise einer Birne) geprüft, die Flüssigkeit durchs Tuch vom Wachs befreit, dann erneut gekocht und abgeschäumt - und genau an der Stelle, wo die Hefe hinzukäme, bricht die Handschrift mitten im Satz ab. Modernes Hobby-Met-Brauen folgt derselben Grundabfolge (Honig in Wasser lösen, aufkochen, abschäumen, dann Hefe zugeben), prüft die Zuckerkonzentration heute aber meist mit Refraktometer oder Senkspindel statt mit dem schwimmenden Ei - eine bis heute bekannte Faustregel, kein Kuriosum. Pyment (Honig und Wein) und Melomel (Honig und Frucht), beides moderne Begriffe, treffen hier nicht zu: Es wird kein Wein zugesetzt, und die Birne ist nur Testobjekt für die Dichteprobe, keine Geschmackszutat - reine Honig-Wasser-Basis.

Wabenwerk statt Ansatz.

An der Stelle "als vil sein in dem werkch ist" folgt diese Fassung jetzt der Lesart "Wabenwerk": Man nimmt so viel Honig, wie im Wachsgebilde der Wabe steckt - also den Honig direkt aus der Wabe, mitsamt anhaftenden Wachsresten. Das erklärt zwanglos, woher das Wachs stammt, das später beim Durchseihen abgetrennt wird. Die vorherige Lesart dieser Fassung ("Werk" im Sinne von Ansatz oder Charge) ließ genau das offen. Die Wabenwerk-Deutung stützt sich auf innertextliche Kohärenz, nicht auf einen eigenen Wörterbuchbeleg - das für diese Handschrift zuständige Wörterbuch (WBÖ) liegt hier nicht als Volltext vor, nur Schmeller, und dort fand sich kein passender Eintrag. Vor einer endgültigen Festlegung sollte die Lesart noch gegen WBÖ geprüft werden, sobald es verfügbar ist.

Kein Einzelbeleg: "faym" (abschäumen).

"faym es rain vnd" heißt "schäume es sauber ab" - ein bairisch-österreichisches Dialektwort für Schaum abnehmen. Frühere Fassungen dieses Rezepts und seines Zwillings b4-267 hielten das Wort fälschlich für einen Einzelbeleg im Korpus; tatsächlich taucht es mindestens dreimal auf: wortgleich im Zwilling b4-267, im Rezept mon-171 sowie im entsprechenden Referenzwerk-Lemma feim/feimen. Die Abschäum-Lesart steht damit auf breiterer Grundlage, als zuvor dokumentiert.

Die Birne als Dichteprobe.

Für "reglspieren" bleibt die Übersetzung bei "Birne", gestützt durch die CoReMA-Sachglosse (Wikidata Q13099586, pear), die an vier Korpusstellen vergeben ist - darunter der Zwilling b4-267, der an derselben Rezeptstelle "Regelspiernn" schreibt. Der Wortstamm selbst bleibt sprachlich ungeklärt (kein Eintrag in den geprüften Wörterbüchern), die Objektidentifikation als Birne ist aber durch die wiederholte Sachglosse und den Zwilling gut gestützt - keine offene Lesart mehr.

Für Metmacher: die Zahlen

| Variante | Zucker g/l | SG (OG) | °Oe | °Brix | Säure g/l | ABV |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Honig : Wasser 1:2, Ausgangswürze vor jeder Gärung | 414-668 | 1,160-1,258 | 160-258 | - | ≈1-2 (Honig-Eigensäure, überschlägig) | 0 % (ungegoren) |

| Hefequelle | ABV (geschätzt) | Restzucker g/l | FG (geschätzt) |
|---|---|---|---|
| A: wilde Luft-/Fasshefe (Text bricht vor jeder Hefezugabe ab) | ~5 % | 330-580 | ≈1,13-1,23 |
| B: eingefahrene Kellerhefe / Biergärm, wie im Zwilling b4-267 dokumentiert | 10-14 % | 210-470 | ≈1,08-1,18 |

Das ist ein Modell aus modernen Literaturwerten (Honigdichte, Zuckeranteil, Alkoholtoleranz-Grenzen), keine Messung an einem 1487 gebrauten Met - für 1487 sind weder Honigdichte noch Honig-Eigensäure noch Alkoholtoleranzgrenzen belegt, ebenso wenig der angenommene Siedeverlust (überschlägig 15-40 %, da der Text keine Kochdauer nennt). Beide Lesarten teilen dieselbe Mengenangabe (Honig zu Wasser 1:2) und ergeben dieselbe außergewöhnlich starke Würze (160-258 °Oe, deutlich über gewöhnlichem Tafelmet) - selbst mit der toleranteren Kellerhefe (Lesart B) bleibt am Ende weit mehr Restzucker stehen, als für einen trockenen Met üblich wäre. Eine Gegenprobe mit unverdünntem Honig ergab 478-735 °Oe - physikalisch jenseits dessen, was eine Lösung stabil hält, was zeigt, dass die im Text verlangte Verdünnung (doppelte Wassermenge) notwendig ist.

Praxis.

Honigwasser aufkochen und die Ei- oder Birnenprobe zeigen, lässt sich in unter einer Stunde am Feuer vorführen - das steht so im Text und macht das Rezept zum Schaugericht. Eine echte Gärung ist am Marktwochenende dagegen in keinem Fall zu schaffen: Selbst mit gezielt zugesetzter, toleranter Hefe bleibt die Würze bei dieser Stärke wochenlang unfertig und weit von trocken entfernt. Für den Ausschank bräuchte es einen separat vorbereiteten, bereits vergorenen Ansatz zum Verkosten.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-269-orig" n="met" resp="#fyndling">Met ist vergorenes Honigwasser. In diesem Text wird aber nur die Vorstufe beschrieben, das Ansetzen des Honigwassers, nicht die eigentliche Gärung mit Hefe.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-269-orig" n="werkch" resp="#fyndling">Wabenwerk, das Wachsgebilde der Honigwabe - man nimmt den Honig direkt aus der Wabe, das Wachs wird erst beim späteren Durchseihen abgetrennt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-269-orig" n="pall" resp="#fyndling">Gelesen als 'walle' (sieden, kochen). Der Buchstabentausch b/w bzw. p/w ist in diesem Korpus mehrfach belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-269-orig" n="reglspieren" resp="#fyndling">Gemeint ist eine frische Birne, die wie das Ei als schwimmende Dichteprobe für die Zuckerkonzentration im Honigwasser dient.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-269-orig" n="wachs" resp="#fyndling">Beim Sieben durchs Tuch werden Reste von Bienenwachs aus dem Rohhonig entfernt.</note>
        <note type="gloss" target="#w1-269-orig" n="tuech" resp="#fyndling">Ein grobes Leinentuch, durch das die heiße Flüssigkeit gegossen wird, um Wachs und andere Rückstände abzutrennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-269-orig" n="pall" resp="#fyndling">Gelesen als 'walle' (von 'wallen' = sieden/kochen) über den im Korpus mehrfach belegten b/w-Lautwechsel (vgl. 'erbelten' = erwellen, 'sinbel' = sinwel). 'pall es rain aus' heißt demnach 'koch es rein aus'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-269-orig" n="plekch" resp="#fyndling">Gelesen im Sinne von 'blecken' (hervorschauen, sichtbar werden) - das Ei schwimmt so weit oben, dass ein sichtbarer Teil über die Wasseroberfläche schaut, die klassische Dichteprobe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-269-orig" n="faym" resp="#fyndling">Gelesen als 'feime' (abschäumen) - ein bairisch-österreichisches Dialektwort für Schaum abnehmen. 'seud es rain vnd faym es rain' heißt 'koch es sauber und schäume es sauber ab'. Die Form ist im Korpus mehrfach belegt: wortgleich im Zwilling b4-267 ('sewd es Rain vnd faym es Rain vnd'), zudem im Rezept mon-171 sowie im entsprechenden Referenzwerk-Lemma feim/feimen - kein Einzelbeleg, wie eine frühere Fassung annahm.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-269-orig" n="reglspieren" resp="#fyndling">Gelesen als Birne, gestützt durch die CoReMA-Sachglosse (Wikidata Q13099586, pear), die an vier Korpusstellen vergeben ist - eine frische Birne dient wie das Ei als schwimmende Dichteprobe für den Honig-Wasser-Ansatz. Der Zwilling b4-267 schreibt an derselben Rezeptstelle 'Regelspiernn'. Der Wortstamm selbst ist sprachlich weiterhin ungeklärt (kein Eintrag in den geprüften Wörterbüchern), die Objektidentifikation als Birne aber durch die wiederholte Sachglosse und den Zwilling gut gestützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-269-orig" n="neus" resp="#fyndling">Gelesen als 'neues/frisches' (Ei) - 'nym ain neus ay' heißt 'nimm ein frisches Ei', denn ein frisches Ei schwimmt zuverlässiger für die Dichteprobe als ein altes.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#w1-269-orig" n="werkch" resp="#fyndling">Gelesen als 'Wabenwerk' (das Wachsgebilde der Honigwabe) - 'als vil sein in dem werkch ist' heißt 'so viel, wie im Wabenwerk steckt': man nimmt den Honig vollständig aus der Wabe, das darin verbliebene Wachs wird erst später beim Durchseihen abgetrennt. Diese Lesart passt zur eigenen Annotation zu 'wachs' (Wachsreste aus dem Rohhonig) und zum späteren Seih-Schritt.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
