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      <titleStmt>
        <title>Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 384) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 384)</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/muenchner_cgm384/</idno>
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        <bibl>
          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 384</title>
          <date when="1470">1470</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.m2/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M2 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
        </bibl>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch, südwestdeutsch, 2. Hälfte 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
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      <div type="recipe" xml:id="m384-001">
        <head>Bubenpfulwe aus Kalbslunge</head>
        <div type="original" xml:id="m384-001-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-001-trans">
          <p>gebachen buoben pfulen

Czuo ainem essen haisset ain buoben pfulwe nym aines halbs lungen vnd sud dis gar wol vnd schnid speck dar vnder vnd hack es gar wol vnd schlach ayer darunder vnd pfeffer vnd saffran vnd bach den die mit muntzen platt vnd bewils darInn vnd bestrichs vnd fuls mit ayer tottern vnd bach in schmalcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-001-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-001-orig">
          <p>Für ein Gericht, das ‚Bubenpfulwe' (Bubenkissen) heißt, nimm die Lunge eines Kalbes und siede sie sehr gut. Schneide Speck dazu, hacke alles sehr fein, schlage Eier darunter und würze mit Pfeffer und Safran.</p>
          <p>Backe dünne, flache Blätter - münzdünn - und wickle die Masse darin ein. Bestreiche die Röllchen und verschließe sie mit Eidotter, dann backe sie in Schmalz aus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="aines halbs lungen">Kalbslunge</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bach den die mit muntzen platt">Dünne Eierblätter (zum Einrollen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer tottern">Eidotter (zum Verschließen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmalcz">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-002">
        <head>Salse mit Petersilie, Salbei und Birnen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-002-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-002-trans">
          <p>Saltz

Wilt du saltz machen so nym peterli selbin vnd rugin brot vnd ayer totter vnd birnen czelten vnd stos es wol klain vnd mer es mit essich vnd czuchs durch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-002-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-002-orig">
          <p>Willst du eine Salse machen, so nimm Petersilie, Salbei und Roggenbrot, dazu Eigelb und Birnenkuchen (Birnenzelten). Stoße alles fein, reichere es mit Essig an und streiche es durch ein Tuch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterli">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="selbin">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rugin brot">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer totter">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="birnen czelten">Birnenzelten (gewürztes Birnen-Backwerk)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-003">
        <head>Salse mit Petersilie und Roggenbrot</head>
        <div type="original" xml:id="m384-003-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-003-trans">
          <p>S Saltz

Ouch mit peterlin vnd mit rugim brott gestossen vnd durch gezogen mit essich die saeltz ist guot czuo aim brautten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-003-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-003-orig">
          <p>Ebenso: Petersilie und Roggenbrot gestoßen und mit Essig durchgezogen. Diese Salse ist gut zu einem Braten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rugim brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-004">
        <head>Grüne Salse aus Zwiebeln, Salbei und Brot</head>
        <div type="original" xml:id="m384-004-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-004-trans">
          <p>Saltz

Ouch nyem Jungen czubelen oder peterli vnd salbin vnd brott als vor geschriben ist etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-004-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-004-orig">
          <p>Nimm auch junge Zwiebeln oder Petersilie und Salbei und Brot, wie zuvor beschrieben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Jungen czubelen">Junge Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbin">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-005">
        <head>Knoblauch-Nuss-Sauce mit Wein und Honig</head>
        <div type="original" xml:id="m384-005-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-005-trans">
          <p>Saltz

Ouch stosset man knobloch mit nussen oder mandel vnd mit wissem brott vnd mers mit win vnd mit honig</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-005-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-005-orig">
          <p>Man stößt auch Knoblauch mit Nüssen oder Mandeln und mit weißem Brot und reichert es mit Wein und mit Honig an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="knobloch">Knoblauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="nussen oder mandel">Nüsse oder Mandeln (gemahlen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wissem brott">Weißbrot, altbacken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein (weiß oder rot)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-006">
        <head>Grüne Kräutersalse mit Reblaub und Berberitze</head>
        <div type="original" xml:id="m384-006-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-006-trans">
          <p>Saltz

Niem rebloub vnd die lindest stengel vnd ampffren erbsal loub sepplin peterli vnd saelbin gelich vil vnd haks vnd stoss vnd czuchs durch mit pfeffer brott</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-006-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-006-orig">
          <p>Nimm Reblaub und die zartesten Stängel, Ampfer, Berberitzenlaub, Ysop, Petersilie und Salbei, alles zu gleichen Teilen. Hacke und stoße es und passiere es mit Pfefferbrot durch ein Tuch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rebloub">Reblaub (junge Weinblätter)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="die lindest stengel">Zarte Kräuterstängel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ampffren">Ampfer (Sauerampfer)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="erbsal loub">Berberitzenlaub</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sepplin">Ysop</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterli">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saelbin">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer brott">Pfefferbrot (Gewürzbrot, als Binder)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-007">
        <head>Saurer Kompost-Sud (Einlege-Lake mit Senf)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-007-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-007-trans">
          <p>gumpost

Wilt du ainen suren gumpost han so guss essich mit surem heffel daran vnd gemalen senff oder sud win oder wasser mit win stain vnd laus das luter werden vnd guss das darunder mit rowem gehaktem czubelen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-007-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-007-orig">
          <p>Willst du einen sauren Kompost machen, so gieße Essig mit saurer Hefe (Bodensatz) daran und gemahlenen Senf; oder koche Wein oder Wasser mit Weinstein und lass es klar werden, und gieße das darunter, mit rohen, gehackten Zwiebeln.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="surem heffel">Saurer Hefe-Bodensatz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gemalen senff">Senfmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win stain">Weinstein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rowem gehaktem czubelen">Zwiebeln, roh gehackt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-008">
        <head>Süßer Mangold-Kompost mit Honig, Wein und Früchten</head>
        <div type="original" xml:id="m384-008-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-008-trans">
          <p>Suess gumpost

Suessen gumpost wasch Jungen mangolt vnd schab die wurtzen vnd sud es in ainem gesaltzen wasser vnd tuo es denn vff ain brett bis das es ersich nym honig vnd win gelich vil vnd erwels darIn vnd figen vnd baidertail oder lay winber vnd farbs vnd gusz es alles vff den mangolt vnd strow es vnd mandel darunder du macht ouch nesplan vnd bieren darIn tuon ob du wilt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-008-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-008-orig">
          <p>Wasche jungen Mangold und schabe die Wurzeln. Koche ihn in gesalzenem Wasser und lege ihn dann auf ein Brett, bis er abgetropft ist. Nimm Honig und Wein zu gleichen Teilen und koche darin Feigen und beiderlei (oder nur einerlei) Rosinen. Färbe es, gieße alles über den Mangold und bestreue ihn mit Anis und Mandeln. Du kannst auch Mispeln und Birnen hineintun, wenn du willst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Jungen mangolt">Mangold, jung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gesaltzen wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gesaltzen wasser">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="figen">Feigen, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="winber">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs">Safran (zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="enis">Anis (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel">Mandeln (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="nesplan">Mispeln (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bieren">Birnen (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-009">
        <head>Schlehen-Kompott in Wein und Honig</head>
        <div type="original" xml:id="m384-009-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-009-trans">
          <p>Schlech gumpost

Schlech gumpost nym win vnd honig gelich vil vnd erwels darnach nem schlechen wolberaittet vnd leg sy darIn also kalt ouch macht du biren nesplen bstecken gewurtz ye nym so vil als du an richten wilt so belibt dem gewurtz sin krafft vnd sin guetin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-009-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-009-orig">
          <p>Schlehen-Kompott: Nimm Wein und Honig zu gleichen Teilen und koche es auf. Nimm danach gut zubereitete Schlehen und lege sie kalt hinein. Du kannst auch Birnen und Mispeln mit Gewürz bestecken [und einlegen]. Nimm immer nur so viel, wie du anrichten willst, so behält das Gewürz seine Kraft und seine Güte.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schlechen wolberaittet">Schlehen (gut vorbereitet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="biren">Birnen (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="nesplen">Mispeln (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürz (zum Bestecken)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-010">
        <head>Borretschblüten-Latwerge</head>
        <div type="original" xml:id="m384-010-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-010-trans">
          <p>latwaerin

Niem buratz latwarin nym ij lib-?### buratz bluomen vnd hack die clain nym j lib-?### honig vnd 1/2 masz win vnd schum das honig vor hin gar wol vnd tuo die bluomen darin vnd sud sy wol bis das es dick werd dar nach czuch es durch bewurtz es denn wie du wilt vnd czuch es denn vff ain brett bis das es trucken werd</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-010-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-010-orig">
          <p>Nimm zwei Pfund Borretschblüten und hacke sie klein. Nimm ein Pfund Honig und ein halbes Maß Wein. Schäume den Honig zuvor sehr gut ab und gib die Blüten hinein. Siede alles gut, bis es dick wird. Danach ziehe es durch. Würze es dann, wie du willst, und ziehe es anschließend auf ein Brett, bis es trocken wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="buratz bluomen">Borretschblüten</ingredient> - 1 kg</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient> - 0.5 l</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es denn wie du wilt">Gewürze nach Wahl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-011">
        <head>Eingelegte grüne Walnüsse in Honig-Wein-Sud</head>
        <div type="original" xml:id="m384-011-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-011-trans">
          <p>nusz latware

Nuss latware nym bon nusz die will die schallen nit anfauchent zuo herttend vnd durch stichs mit ainer sullen und legs in gesaltzen wasser achttag so czucht es Im die bittrin vss darnach wasch vnd sud mit win vnd mit honig gar wol vnd bestecks mit gewurtz vnd bewurtz die brue vnd behaltz in der bruege in ainem geletsten geschier als das die bruege die nusz bedeck damit sy nit schimlit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-011-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-011-orig">
          <p>Nimm Walnüsse, solange die Schalen noch nicht hart geworden sind. Stich sie mit einer Ahle durch und lege sie acht Tage in gesalzenes Wasser, so zieht es ihnen die Bitterkeit heraus. Danach wasche sie und koche sie mit Wein und Honig sehr gut. Bestecke die Nüsse mit Gewürzen und würze auch die Brühe. Bewahre sie in der Brühe in einem glasierten Gefäß auf, sodass die Brühe die Nüsse bedeckt, damit sie nicht schimmeln.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bon nusz die will die schallen nit anfauchent zuo herttend">Grüne (unreife) Walnüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gesaltzen wasser">Salz (für die Wässer-Lake)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze (z.B. Nelken, Zimt, Ingwer)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-012">
        <head>Süßer Senf mit Zimtblüte</head>
        <div type="original" xml:id="m384-012-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-012-trans">
          <p>Senff

Zuo ainem guoten senff nem senffsomen vnd dorr den suber vnd stosz in denn In ainem morser gar klain vnd czuch in denn durch ain enges tuoch czinmit pluot vnd tuo es vnder den senff vnd ruer es mit honig vnder ain ander recht als der wachs bertt vnd wenn du wilt so niem des selben enwenig vns rib es mit win so haustu guoten czartten senff</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-012-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-012-orig">
          <p>Für einen guten Senf nimm Senfsamen und dörre sie sauber. Stoße sie dann im Mörser sehr fein und ziehe sie durch ein enges Tuch. Misch Zimtblüte darunter, gib es zum Senf und rühre es mit Honig, bis es fest wird wie Wachs. Und wenn du willst, nimm etwas davon und reibe es mit Wein an - so hast du einen guten, zarten Senf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="senffsomen">Senfsamen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czinmit pluot">Zimtblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein (zum Anrichten)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-013">
        <head>Wachtelkraut - Wachteln mit Mangold und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="m384-013-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-013-trans">
          <p>wachtenlen krutt

Wachtenlen krut darzuo nem peterlin vnd mangolt vnd schnid es aines gelides lang vnd niem ain wachel oder me vnd das sy gewaidt sigend vnd bestrow mit gewurtz vnd leg czwierend als vil krut als der wachtenlen sind in ainen haffen vnder ain andren so haust du ain guot krut</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-013-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-013-orig">
          <p>Nimm Petersilie und Mangold und schneide es fingerlang. Nimm eine oder mehrere Wachteln und sorge dafür, dass sie ausgenommen sind. Bestreue sie mit Gewürzen. Lege dann doppelt so viel Kraut wie Wachteln miteinander in einen Topf. So erhältst du ein gutes Krautgericht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mangolt">Mangold</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain wachel oder me">Wachtel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-014">
        <head>Lauch-Kohl-Gemüse mit Brotmilch</head>
        <div type="original" xml:id="m384-014-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-014-trans">
          <p>krutt von louch

Niem louch krutt vnd koll vnd schnid aines gelides lang vnd rost sy in aim schmaltz vnd guss ain wasser daran vnd laus es erwallen vnd leg es in ain sib so rindt das wasser dauon so leg es In ain haffen vnd guss milch daran die mit wissem brott durch ain tuoch gezogen sy vnd tuo schmaltz daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-014-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-014-orig">
          <p>Nimm Lauch, Kraut und Kohl und schneide sie fingerlang. Röste sie in Schmalz und gieße Wasser daran. Lass es aufkochen und lege das Gemüse in ein Sieb, damit das Wasser abrinnt. Lege es dann in einen Topf und gieße Milch hinzu, die zuvor mit Weißbrot durch ein Tuch passiert wurde. Gib nochmals Schmalz dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="louch krutt">Lauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="koll">Kohl (Weißkohl)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wissem brott">Weißbrot (zur Bindung)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-015">
        <head>Geliermittel für Sülze - aus Blütenpulver und Fischblase</head>
        <div type="original" xml:id="m384-015-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-015-trans">
          <p>bonen bluost

Niem bonen bluost oder arwis bluost wicken pluost vnd dor die suber am lufft vnd puluers die schon vnd wenn du Indem iaur sultz wilt machen So nym des busches ye vunder ain mausz i1/2 lott vnd bind es in ain suber tuchlin vnd sud es in der sultz so gestaut die sultz ouch ist hussen pletter und allerlay fisch pletter guot in sultzen wann sy gestand dauon sultzen sind ouch guot czegiessend Ingelost geschier oder In staini oder In czinny vnd sy kalt giessen vnd die geschier sol man setzen vff kalt stain oder vff kalt ertrich in kellern oder anderschwa etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-015-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-015-orig">
          <p>Nimm Bohnenblüte oder Erbsenblüte oder Wickenblüte und trockne sie sauber an der Luft und pulvere sie schön. Und wenn du im Jahr Sülze machen willst, so nimm von diesem Pulver je 1,5 Lot auf ein Maß, binde es in ein sauberes Tüchlein und siede es in der Sülze, so stockt die Sülze. Auch sind Hausenblase und allerlei Fischblase gut zum Sülzen, denn davon stocken sie. Sülzen gießt man gut in glasiertes Geschirr oder in steinernes oder in zinnernes, und gieße sie kalt ein. Und die Gefäße soll man auf kalten Stein oder auf kalte Erde in Kellern oder anderswo stellen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bonen bluost oder arwis bluost wicken pluost">Bohnen-, Erbsen- oder Wickenblüten (getrocknet, gepulvert)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="der sultz">Sülzenbasis (Fleisch- oder Fischbrühe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hussen pletter">Hausenblase</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="allerlay fisch pletter">Fischblase (Geliermittel)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-016">
        <head>Wegerichsaft als Heilmittel</head>
        <div type="original" xml:id="m384-016-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-016-trans">
          <p>Wegrich safft hilffet In vngehorenden oren gegossen vnd ist ouch guot fur das pluot czuo verstellen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-016-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-016-orig">
          <p>Wegerichsaft hilft, in unhörige (taube) Ohren geträufelt. Er ist auch gut, um Blut zu stillen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Wegrich safft">Wegerichsaft</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-017">
        <head>Pastete mit Taube oder Huhn</head>
        <div type="original" xml:id="m384-017-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-017-trans">
          <p>W

iltu ain basteten machen so nyem ainen gewelten taig vnd mach darusz ainen scherben vnd hab ain Jung tuben oder ain Junges huon cze klainen stucken row vnd schnid den speck wurfflot vnd leg es denn in den scherben vnd bewurtz es wol vnd leg ain ander blat von guoten ayern daruber vnd bach es in ainem ofen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-017-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-017-orig">
          <p>Willst du eine Pastete machen, so nimm einen ausgerollten Teig und mach daraus eine Form. Hacke eine junge Taube oder ein junges Huhn roh in kleine Stücke und schneide Speck in Würfel. Lege es dann in die Form und würze es gut. Lege darüber einen zweiten Pfannkuchen aus guten Eiern und backe es in einem Ofen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewelten taig">Ausgerollter Teig (Pastetenteig)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Jung tuben oder ain Junges huon">Junge Taube oder junges Huhn</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck wurfflot">Speck, gewürfelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es wol">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="blat von guoten ayern">Eierpfannkuchen (als Deckel)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-018">
        <head>Pastete von Eiern und Käse - mit süßen oder herzhaften Varianten</head>
        <div type="original" xml:id="m384-018-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-018-trans">
          <p>bastent

Ouch machet man ain bastent von ayer kass vnd ander dingen trucken oder nasz Ouch werdent sy guot von figen vnd mit winbern Ouch macht man sy mit guoten biern vnd gewurtz Och verend morochen darIn tuot vnd allerlay gewurtz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-018-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-018-orig">
          <p>Auch macht man eine Pastete von Eiern, Käse und anderen Dingen, trocken oder feucht. Auch werden sie gut mit Feigen und Weinbeeren. Auch macht man sie mit guten Birnen und Gewürzen. Auch gibt man Morcheln vom letzten Jahr hinein und allerlei Gewürz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kass">Käse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="figen">Feigen (süße Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="winbern">Weinbeeren / Rosinen (süße Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guoten biern">Birnen (süße Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="verend morochen">Morcheln vom Vorjahr (getrocknet, herzhafte Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz / allerlay gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-019">
        <head>Pastete von Fisch, Geflügel oder Fleisch</head>
        <div type="original" xml:id="m384-019-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-019-trans">
          <p>bastent

Ouch macht man ain basteten von fischen nyem wellerlay du wilt vnd tuo ain wenig guotin bruegin darIn vnd win vnd schmaltz vnd gewurtz darIn Es sind ouch allay fogel gros vnd klain vnd gans vnd entten guot darIn Ouch macht man kalbflaisch speck vnd pe terlin wol gehakt darIn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-019-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-019-orig">
          <p>Auch macht man eine Pastete von Fischen. Nimm, welchen Fisch du willst, und gib ein wenig gute Brühe hinein, Wein, Schmalz und Gewürze.</p>
          <p>Es sind auch allerlei Vögel, große und kleine, sowie Gänse und Enten gut dafür geeignet. Auch gibt man Kalbfleisch, Speck und kleingehackte Petersilie hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="fischen wellerlay du wilt">Fisch (nach Wahl)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guotin bruegin">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="fogel gros vnd klain vnd gans vnd entten">Geflügel (nach Wahl, z.B. Gans oder Ente)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kalbflaisch">Kalbfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pe terlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-020">
        <head>Hohe Pastete mit Fleischfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="m384-020-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-020-trans">
          <p>bastent

Ain bastet nyem ainen hertten wolge= welten taig von ayern oder susz vnd mach ainen hochen scherben daruss ainer hand hochin oder wie hoch du wilt vnd hab ain Jung tuben oder ain Jung huon oder was du wilt von flaisch oder machs in der grossin als ainen hafen brauten vnd hack speck darIn vnd bewurtz vnd farbs als row vnd tuo es in den scherben vnd beschluss es mit ainem ayer plat oder suss mit ainem plat gar wol das kain dampff noch nichtz dauon mug kumen vnd bach in ainem ofen vnd mach ouch wol ain guoten flaisch bruege oder guoten win ain tail darIn beschliessen oder schmaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-020-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-020-orig">
          <p>Für eine Pastete nimm einen festen, gut ausgerollten Teig aus Eiern oder sonstigem und forme daraus eine Hülle mit hohem Rand, eine Handbreit hoch oder wie hoch du willst. Nimm eine junge Taube oder ein junges Huhn oder welches Fleisch du willst, oder mach es in der Größe eines Topfbratens. Hacke Speck hinein, würze es und färbe alles, solange es roh ist. Gib es in die Hülle und verschließe sie gut mit einem Eierpfannkuchen oder einem anderen Teigblatt, sodass weder Dampf noch sonst etwas entweichen kann, und backe sie in einem Ofen. Gib auch eine gute Fleischbrühe oder ein wenig guten Wein oder Schmalz hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain hertten wolgewelten taig von ayern oder susz">Fester, ausgerollter Teig (aus Eiern oder anderem)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain Jung tuben oder ain Jung huon oder was du wilt von flaisch">Fleisch (Taube, Huhn oder anderes)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck darIn">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs als row">Safran (zum Färben der rohen Füllung, optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ainem ayer plat oder suss mit ainem plat">Eierpfannkuchen oder Teigblatt (als Deckel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain guoten flaisch bruege">Fleischbrühe (zum Nachgießen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guoten win">Wein (zum Nachgießen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz (zum Nachgießen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-021">
        <head>Leberpfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="m384-021-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-021-trans">
          <p>ainen pfeffer

Niem ain leber vnd braut die vnd schnid darnach das vss darab vnd schnid die leber czuo schnitlin vnd was darab geschnitten werd das stoss In ainem morser vnd tuo ruggin brott vnd bruegin vnd win oder essich darnach well es in ainer pfannen das wirt ain leber pfeffer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-021-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-021-orig">
          <p>Nimm eine Leber und brate sie. Schneide danach das Äußere ab und schneide die Leber in kleine Scheiben. Was abgeschnitten wird, das stoße in einem Mörser. Gib Roggenbrot, Brühe und Wein oder Essig hinzu. Danach lass es in einer Pfanne köcheln - so wird ein Leberpfeffer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain leber">Leber</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ruggin brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bruegin">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win oder essich">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz (sinngemäß)">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-022">
        <head>Schwarzer Pfeffer zu Wildbret</head>
        <div type="original" xml:id="m384-022-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-022-trans">
          <p>pfeffer schwartz

Ainen schwartzen pfeffer also nyem gebattes brott ruggis vnd czuch es durch mit der bruege vnd mit win vnd essich das es genuog sy vnd bewurtz es vnd tuo speck darIn als vor ist ge= schriben vnd erwoll das wild pratt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-022-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-022-orig">
          <p>Für einen schwarzen Pfeffer nimm geröstetes Roggenbrot und durchtränke es mit der Brühe, mit Wein und Essig, bis es genug ist, und würze es. Gib Speck hinzu, wie zuvor beschrieben, und koche das Wildbret darin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebattes brott ruggis">Geröstetes Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bruege">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wild pratt">Wildbret</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-023">
        <head>Rehleber-Mus mit Eierpfannkuchen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-023-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-023-trans">
          <p>Rech leber

Ain essen von ainer rehleber niem die leber vnd sud sy oder braut sy oder rost sy darnach hack sy klain oder stosz sy klain oder stosz sy mit ainem ruggin brott In ainer guoten bruegin vnd nym win vnd ain wenig essich darIn vnd speck als vor geschriben ist vnd sud es vnd richt es in schusslen vnd gib ain gebachen ayer plat daruff etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-023-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-023-orig">
          <p>Ein Essen von einer Rehleber: Nimm die Leber und siede sie, brate sie oder röste sie. Danach hacke sie klein oder stoße sie klein, oder zerstoße sie mit einem Stück Roggenbrot in einer guten Brühe. Gib Wein und ein wenig Essig hinzu sowie Speck, wie zuvor beschrieben. Koche es, richte es in einer Schüssel an und lege einen gebackenen Eierpfannkuchen darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rehleber">Rehleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ruggin brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guoten bruegin">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck als vor geschriben ist">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebachen ayer plat">Gebackener Eierpfannkuchen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-024">
        <head>Lebermus-Sauce für Geflügel und Braten</head>
        <div type="original" xml:id="m384-024-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-024-trans">
          <p>leber

Niem ain schaffin oder ain kelberlin leber vnd sud die vnd stoss sy gar klain mit als vil brottes vnd gusz win oder essich oder baidin darIn vnd czuchs durch vnd bewurtz es vnd farbs vnd laus es erwallen vnd gib fogel darIn wilt du aber es gern vast suess machen so tuo guot honig dar vnder nach dinem gefallen darIn nach du geben rebhuenr fogel vnd czame huenr gebrauten vnd ainen gebresseten kopff ain ge= braten hierß leber oder ander ding</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-024-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-024-orig">
          <p>Nimm eine Schaf- oder Kalbsleber und siede sie. Stoße sie ganz fein mit der gleichen Menge Brot. Gieße Wein oder Essig oder beides hinzu und schlage es durch ein Tuch. Würze und färbe es. Lass es aufkochen und gib Vögel hinein. Wenn du es aber gern etwas süß machen möchtest, so gib nach deinem Belieben guten Honig hinein. Hinein geben kannst du gebratene Rebhühner, Vögel und zahme gebratene Hühner, dazu einen Presskopf, eine gebratene Hirschleber oder andere Dinge.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain schaffin oder ain kelberlin leber">Schaf- oder Kalbsleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="als vil brottes">Brot (gleiche Menge wie Leber)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win oder essich oder baidin">Wein und/oder Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs">Safran (zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rebhuenr fogel vnd czame huenr gebrauten">Gebratenes Geflügel (Rebhuhn, Hühnchen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-025">
        <head>Schwarzer Pfeffer zu Fisch (drei Arten)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-025-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-025-trans">
          <p>schwartz pfeffer

Ouch mach ain karpffen an brachsne an schligen oder ander visch ainen schwartzen pfeffer der dick ist als an ainem wildpraett Ouch mach ainen schwartzen pfeffer mit honig an gantz visch groppen grundlen vnd an wellerlay du wilt suss anderlay pfeffer an fisch vnd durch gezogen arwiszen von pfefferbrott von mell vnd von czubelen von pfeffer vnd durre pfeffer Mach als din gewonhait ist</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-025-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-025-orig">
          <p>Mach auch zu Karpfen, Brassen, Schleie oder anderen Fischen einen schwarzen Pfeffer, der so dick ist wie an einem Wildbret. Mach auch einen schwarzen Pfeffer mit Honig zu ganzen Fischen - Groppen, Gründlingen und welchen du sonst willst.</p>
          <p>Eine andere Art Pfeffer zu Fisch: durchgezogen von Erbsen, von Pfefferbrot, von Mehl und von Zwiebeln, von Pfeffer und dürrem Pfeffer. Mach es, wie es deine Gewohnheit ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="karpffen an brachsne an schligen oder ander visch">Fisch (Karpfen, Brassen, Schleie oder andere)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig (für die süße Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gantz visch groppen grundlen">Kleine ganze Fische (Groppen, Gründlinge)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="arwiszen">Erbsen (durchgezogen/passiert, zum Binden)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfefferbrott">Pfefferbrot (Gewürzbrot)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mell">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czubelen">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer (gemahlen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="durre pfeffer">Dürrer Pfeffer (ganze Pfefferkörner)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-026">
        <head>Krebspfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="m384-026-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-026-trans">
          <p>pfeffer

Ain pfeffer an krepss mach also nyem kreps vnd sud sy als vor ist geschriben vnd czuch sy durch mit win vnd mit essich vnd schell denn die gesotten kreps die scharen vnd die buch vnd die schwantz vnd sud die bain von den buchen vnd tuo das in die durch gezognen kreps vnd bewurtz es als du wilt vnd sud es als du wilt als ainen pfeffer etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-026-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-026-orig">
          <p>Einen Pfeffer zu Krebsen mach so: Nimm Krebse und siede sie, wie zuvor beschrieben, und schlage sie mit Wein und Essig durch. Schäle dann die gesottenen Krebse - die Scheren, die Bäuche und die Schwänze. Schneide die Beine von den Bäuchen und gib das in die durchgezogenen Krebse. Würze es nach Belieben und koche es, wie du willst, zu einem Pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kreps">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es als du wilt">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-027">
        <head>Gefüllte Krebse vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="m384-027-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-027-trans">
          <p>gefult krepss

Niem gros krepss vnd nyem die schal= lan also gantz dauon nyem das ynder daruss vnd wierff das boesz dauon vnd hack das ander vff ainem suberm brett vnd schlach gebachen ayer darIn vnd hack es vnder ain andren vnd bewurtz vnd faerbs vnd full die kreps schallan damit vnd stoss die schallan vber ain andren vnd legs vff ain rost vnd brauts gar wol</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-027-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-027-orig">
          <p>Nimm große Krebse und löse die Schalen ganz ab. Nimm das Innere heraus und wirf das Schlechte weg. Hacke das übrige Fleisch auf einem sauberen Brett, schlage gebackene Eier hinein und hacke alles miteinander. Würze und färbe es. Fülle die Krebsschalen damit, setze die Schalen wieder aufeinander, lege sie auf einen Rost und brate sie sehr gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gros krepss">Große Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebachen ayer">Gebackene Eier (gehackter Eierkuchen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="faerbs">Safran (zum Färben)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-028">
        <head>Krebspfeffer aus rohen Krebsen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-028-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-028-trans">
          <p>kreps pfeffer

Niem kreps vnd sud die vnd schels das die hols blosz sy vnd die schallan dauon komen darnach nyem row kreps vnd nyem czuo den augen vss vnd das kaut dauon vnd stoss sy denn in ainem morser vnd strich durch ain tuoch oder durch ain sib mit win oder mit essich vnd bewuortz vnd mach ain pfeffer an die geschelten krepss</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-028-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-028-orig">
          <p>Nimm Krebse und siede sie, dann schäle sie, bis die Hälse bloß sind und die Schalen abgehen. Danach nimm rohe Krebse, nimm sie bis zu den Augen aus und wirf das Schlechte weg. Zerstoße sie dann in einem Mörser und streiche sie durch ein Tuch oder ein Sieb, mit Wein oder Essig. Würze es und mach daraus einen Pfeffer für die geschälten Krebse.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kreps (gesotten)">Krebse (gekocht, ausgelöst)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="row kreps">Krebse (roh, für die Sauce)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win oder mit essich">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewuortz">Gewürze (Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-029">
        <head>Schwarzer Pfeffer mit gebackenen Würfeln und Croutons</head>
        <div type="original" xml:id="m384-029-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-029-trans">
          <p>pfeffer

Bach ain plat in ainer pfannen vnd schnid daruss wurffelt vnd mach ainen schwarczen pfeffer vss brott mell vnd visch bruege vnd laus das gebachen darIn erwallen vnd rost ain wenig wisz brott mell oder In schmaltz wurff= lott vnd stroew es darvff</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-029-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-029-orig">
          <p>Back einen Eierkuchen in einer Pfanne und schneide Würfel daraus. Mach einen schwarzen Pfeffer aus Brot, Mehl und Fischbrühe und lass das Gebackene darin aufwallen. Röste ein wenig gewürfeltes Weißbrot in Öl oder Schmalz und streue es darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="plat">Eierkuchen (in der Pfanne gebacken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott">Brot (zur Bindung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mell">Mehl (zur Bindung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="visch bruege">Fischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wisz brott ... wurfflott">Weißbrot (gewürfelt, als Croutons)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="öl oder schmaltz">Öl oder Schmalz (zum Rösten der Croutons)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-030">
        <head>Fürhess - Vorspeise von Haseninnereien</head>
        <div type="original" xml:id="m384-030-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-030-trans">
          <p>fur hess

Czuo ainem furhess niem die lungen vnd die lebren vnd die westin von den hassen vnd czerschnid das wurff= lott vnd fauch den schwaisz vnd sud es damit vnd tuo ain wenig bruege win vnd essich vnd honig vnd speck dar czuo so haust du ain guot furhess</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-030-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-030-orig">
          <p>Für eine Vorspeise nimm die Lunge, die Leber und das Gekröse von den Hasen und zerschneide es in Würfel. Fange das Blut auf und siede es damit. Gib ein wenig Brühe, Wein, Essig, Honig und Speck dazu - so hast du eine gute Vorspeise.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="die lungen vnd die lebren vnd die westin von den hassen">Haseninnereien (Lunge, Leber, Gekröse)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="den schwaisz">Hasenblut (zum Binden)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig bruege">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-031">
        <head>Fürhess vom Hasen - mit Wildfleisch und Blut</head>
        <div type="original" xml:id="m384-031-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-031-trans">
          <p>furhess

Ain furhess nyem die lungen vnd lebren vnd fauch den schwaisz von ainem hassen vnd hackes klain vnd sud es mit dem schwais mit dem wild= pratt mit win vnd mit essich vnd mit guotter gru### bruegin vnd hack speck gar klain ouch darIn vnd laus in vor vss gan in ainer pfannen czuch in den durch ain tuoch mit gebatem ruggin brott vnd bewurtz vnd laus ers erwallen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-031-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-031-orig">
          <p>Für eine Vorspeise nimm die Lunge und die Leber und fange das Blut von einem Hasen auf. Hacke es klein und siede es mit dem Blut, mit dem Wildfleisch, mit Wein, Essig und einer guten Brühe. Hacke auch Speck ganz klein dazu und lass ihn zuvor in einer Pfanne aus. Schlage es dann mit geröstetem Roggenbrot durch ein Tuch, würze es und lass es aufwallen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="die lungen vnd lebren ... von ainem hassen">Haseninnereien (Lunge und Leber)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="den schwaisz">Hasenblut (zum Binden)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="dem wildpratt">Hasenfleisch (Wildbret)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guotter gru### bruegin">Gute Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck gar klain">Speck (fein gehackt, ausgelassen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebatem ruggin brott">Geröstetes Roggenbrot (zum Binden)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-032">
        <head>Galray - säuerliche Apfel-Pfefferbrot-Sauce über den Kopf</head>
        <div type="original" xml:id="m384-032-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-032-trans">
          <p>Galray

Ouch macht nemen ain durchslagen pfeffer brott vnd das farb vnd bewurtz vnd vil essich daran vnd opffel klain geschnitten vnd gehakt daran vnd Vnd laus das ain wenig erwallen daran vnd guss das vff den kopff vnd gibs da mit</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-032-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-032-orig">
          <p>Nimm auch ein durch ein Sieb geschlagenes Pfefferbrot, färbe und würze es und gib viel Essig dazu sowie kleingeschnittene und gehackte Äpfel. Lass es ein wenig aufwallen, gieße es über den Kopf und reiche es damit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain durchslagen pfeffer brott">Pfefferbrot (Gewürzbrot), passiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farb vnd bewurtz">Gewürze (und Färbung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vil essich">Essig (reichlich)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="opffel klain geschnitten vnd gehakt">Äpfel (klein geschnitten/gehackt)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-033">
        <head>Hirschleber-Sülze mit Roggenbrot und Honig (kalt)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-033-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-033-trans">
          <p>Niem ain hiers leber vnd braut die darnach schnid das vsser darab vnd stoss es in ainem morser mit ruggim brott vnd honig vnd win vnd trib es durch ain tuoch vnd bewurtz vnd er= well die leber darnach vnd gib das kalt czuo essend das ist ain leber galray</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-033-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-033-orig">
          <p>Nimm eine Hirschleber und brate sie. Schneide danach das Äußere weg und stoße sie in einem Mörser mit Roggenbrot, Honig und Wein. Treibe die Masse durch ein Tuch und würze sie. Erhitze die Leber danach noch einmal und gib sie kalt zu essen. Das ist eine Lebersülze.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain hiers leber">Hirschleber</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ruggim brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-034">
        <head>Wacholderdrosseln in Leber-Brot-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="m384-034-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-034-trans">
          <p>reckolter fogel

Niem reckolter fogel die suber beraitt sind vnd so du sy gewaidest so stoss den magen also gantz wider in vnd Erwelle in ainer guoten flaisch bruege darnach rost in ainem schmaltz vnd nyem aines kalbes oder aines schauffes leber vnd stosz in ainem morser vnd als vil prottes darczuo vnd gusz daran ain wenig win vnd essich vnd schlachs durch ain tuoch bewurtz vnd farbs wol vnd er= wols in ainer pfannen vnd gib die reckolter fogel darIn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-034-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-034-orig">
          <p>Nimm Wacholderdrosseln, die sauber vorbereitet sind. Wenn du sie ausweidest, stoße den Magen wieder ganz in den Vogel hinein. Koche die Vögel in einer guten Fleischbrühe vor, danach röste sie in Schmalz. Nimm für die Sauce die Leber eines Kalbes oder eines Schafes und stoße sie in einem Mörser mit ebenso viel Brot. Gieße ein wenig Wein und Essig daran und schlage es durch ein Tuch. Würze und färbe es gut, erhitze es in einer Pfanne und gib die Wacholderdrosseln hinein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="reckolter fogel">Wacholderdrosseln (Krammetsvögel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="den magen">Magen des Vogels</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guoten flaisch bruege">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ainem schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="aines kalbes oder aines schauffes leber">Kalbs- oder Schafsleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="prottes">Brot (gleiche Menge wie Leber)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs wol">Safran (zum Färben)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-035">
        <head>Süß-saurer Weingelee (Galrei)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-035-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-035-trans">
          <p>galray

Czuo ainem galray win essich vnd honig vnd lepczelten vnd stos es vnder ain ander vnd sihe es durch ain tuoch vnd sud es vnd guss es denn etwar In vnd laus es kalt werden so wirt es guot etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-035-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-035-orig">
          <p>Für ein Galrei nimm Wein, Essig, Honig und Lebkuchen. Zerstoße oder vermische diese Zutaten miteinander und seihe die Mischung durch ein Tuch. Koche sie dann auf und gieße sie in geeignete Gefäße. Lasse das Gelee kalt werden, so wird es gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lepczelten">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-036">
        <head>Galray - kalte Essig-Wein-Honig-Sauce zu Fisch und Wild</head>
        <div type="original" xml:id="m384-036-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-036-trans">
          <p>galray

Ain galray niem essich win vnd honig vnd pfeffer brott vnd stoß es vnder ain andren vnd czuch es durch vnd machs dann vnd bewurtz es vnd erwols vnd gib es kalt wenn du wilt mit visch oder mit flaisch wiltprat gesottes oder gebraten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-036-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-036-orig">
          <p>Nimm Essig, Wein, Honig und Pfefferbrot. Stoße alles miteinander, treibe es durch und mache es dünn.</p>
          <p>Würze es dann und lasse es aufwallen. Serviere es kalt, wenn du möchtest, zu Fisch oder zu gekochtem oder gebratenem Wildbret und Fleisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer brott">Pfefferbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-037">
        <head>Galray (Sülze) - kalte Wein-Fischbrühe-Salse zu Fisch</head>
        <div type="original" xml:id="m384-037-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-037-trans">
          <p>Galray

Ouch mach ain galray von win essich vnd von visch bruege gewurtzt gefarbt mit honig vnd pfefferbrott vnd blosz erwolt vnd gibs kalt nebend vischen gesotten oder gebrauten als ain saltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-037-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-037-orig">
          <p>Mache auch eine Sülze aus Wein, Essig und Fischbrühe; gewürzt, mit Honig und Pfefferbrot, gefärbt und nur aufgekocht, und reiche sie kalt zu Fisch, Gesottenem oder Gebratenem, als eine Soße.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="visch bruege">Fischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtzt">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfefferbrott">Pfefferbrot (zum Binden und Färben)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-038">
        <head>Hasenleber-Sülze mit Roggenbrot und Honig (kalt)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-038-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-038-trans">
          <p>galray

Ain galray an ain hassenleber oder an ain ander leber gebrautten vnd schnid das vsser darab vnd stosz das wol mit ruggim brott vnd honig vnd essich vnd czuch es durch vnd bewurtz es vnd erwoll es so wiert es schwartz vnd gibs kalt czuo der leber du solt och die leber darIn erwellen etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-038-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-038-orig">
          <p>Bereite eine Sülze für gebratene Hasenleber oder eine andere gebratene Leber zu.</p>
          <p>Brate die Leber, schneide das Äußere weg und zerstoße sie gut mit Roggenbrot, Honig und Essig. Treibe die Masse durch ein Tuch.</p>
          <p>Würze sie und erhitze sie, sodass sie schwarz wird. Reiche sie kalt zur Leber. Du sollst auch die Leber darin erhitzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hassenleber oder an ain ander leber gebrautten">Hasenleber (oder andere gebratene Leber)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ruggim brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-039">
        <head>Knoblauch-Sauce (Galray) zu gebratener Gans</head>
        <div type="original" xml:id="m384-039-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-039-trans">
          <p>galray an ain gansz

Ain knobloch galray an ain gansz Niem ain Jung gans die wol vnd schon berait sy vnd gebrauten daran mach niem knobloch vnd wisz brot gelich vil vnd stosz das wol vnd nyem den essich daran vnd honig vnd czuch es vor durch vnd bewurtz ob du wilt es ist aber nit gewonlich</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-039-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-039-orig">
          <p>Eine Knoblauch-Galray zu einer Gans: Nimm eine junge Gans, die gut und schön zubereitet und gebraten ist.</p>
          <p>Dazu nimm Knoblauch und Weißbrot zu gleichen Teilen und zerstoße das gut.</p>
          <p>Gib Essig und Honig dazu und schlage es durch.</p>
          <p>Würze es, wenn du möchtest - doch ist das nicht gebräuchlich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Jung gans">Junge Gans (gebraten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="knobloch">Knoblauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wisz brot">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-040">
        <head>Bären- oder Schweinekopf vom Rost (historisches Schaugericht)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-040-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-040-trans">
          <p>bern kopff

Ain bern kopff oder ain schwin kopff berait suber vnd taill in enzway vnd sud in gar wol vnd schnid die hut wurff= lott also das sy an ain andren belib vff dem bain vnd leg in vff ain rost vnd gusz haisz schmaltz daruff vnd besayge es mit gewurtz in die wunden vnd gibs trucken Niem ainen bern kopff vnd beseng den gar wol vnd leg in vff ainen rost vnd braut in gar wol vnd bestrow In gar wol mit gewurtz vnd wenn du in geben wilt so gib ainen schwartzen pfeffer darzuo</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-040-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-040-orig">
          <p>Bereite einen Bärenkopf oder einen Schweinekopf sauber vor und teile ihn in zwei Hälften. Koche ihn sehr gut und schneide die Haut würfelig ein, sodass sie am Knochen haften bleibt. Lege ihn auf einen Rost und gieße heißes Schmalz darüber. Bestreue ihn mit Gewürzen in die Einschnitte und serviere ihn trocken.</p>
          <p>Nimm einen Bärenkopf und sänge ihn sehr gut. Lege ihn auf einen Rost und brate ihn sehr gut. Bestreue ihn sehr gut mit Gewürzen. Und wenn du ihn servieren möchtest, gib einen Schwarzen Pfeffer dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Ain bern kopff oder ain schwin kopff">Bärenkopf (historisch) oder Schweinekopf</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schwartzen pfeffer">Schwarzer Pfeffer (dunkle Brotsauce)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-041">
        <head>Bärenpfoten mit Gallerte-Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="m384-041-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-041-trans">
          <p>bern

Darnach aber von dem bern schnid hend fuesz vnd sud sy gar wol nauch der lengi vnd so es geschnitten werden nach den czechen vnd gib ainen galray pfeffer darzuo etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-041-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-041-orig">
          <p>Danach aber vom Bären: Schneide Pfoten und Füße ab und siede sie sehr gut. Der Länge nach zu den Zehen soll es geschnitten werden. Und gib einen Gallerte-Pfeffer dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bern">Bär (Pfoten und Füße)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="galray pfeffer">Gallerte-Pfeffer (gewürzte, gelierte Sauce)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-042">
        <head>Gefüllter Kalbsdarm vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="m384-042-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-042-trans">
          <p>brauten

Niem den arszdarm von dem kalb vnd mach den gar suber vnd hack die lungen vnd speck vnder ain andren vnd fasz in den darm vnd bewurtz vnd sud es vnd leg in denn vff ainen rost vnd braut Inn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-042-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-042-orig">
          <p>Nimm den Mastdarm vom Kalb und mach ihn sehr sauber.</p>
          <p>Hacke Lunge und Speck miteinander, fülle es in den Darm und würze es.</p>
          <p>Siede es; leg es dann auf einen Rost und brate es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="den arszdarm von dem kalb">Kalbsmastdarm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="die lungen">Kalbslunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-043">
        <head>Braten vom Spanferkel mit Innereienfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="m384-043-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-043-trans">
          <p>Spanfarlin braten

Ain Jung spanfarlin full also nyem aiger vnd schlach die In schmaltz vnd rur sy wol vast darnach nyem die lungen vnd das leberlin vnd die niern oder allain die lunggen vnd hack sy gar wol vnder ain andren vnd be= wurtz vnd farbs vnd erstreks das farchlin wol in ainem kessel vnd stoss es denn an ainen langen spis vnd salb das farchlin vsswenig stattenclichen das Im die hutt nit verbrin noch cze hertt werd Ouch macht du es fullen wa mit du wilt als ain gansz vnd czuh Im ain gebrauten wurst nach der lengi durch das mull etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-043-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-043-orig">
          <p>Nimm ein junges Spanferkel und fülle es folgendermaßen: Nimm Eier und schlage sie in Schmalz. Rühre sie danach sehr gründlich.</p>
          <p>Nimm die Lunge, das Leberlein und die Nieren - oder allein die Lunge - und hacke sie sehr gut untereinander. Würze und färbe diese Mischung. Lege das Ferkel gut in einen Kessel und stecke es dann auf einen langen Spieß.</p>
          <p>Salbe das Ferkel außen gleichmäßig ein, damit ihm die Haut nicht verbrennt noch zu hart wird. Auch kannst du es füllen, womit du willst, wie eine Gans. Und ziehe ihm eine gebratene Wurst der Länge nach durch das Maul.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Ain Jung spanfarlin">Junges Spanferkel</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="aiger">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lungen">Lunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="leberlin">Leber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="niern">Nieren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs">Färbemittel</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gebrauten wurst">Gebratene Wurst</ingredient> - 1 Stück</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-044">
        <head>Knoblauch-Galray zur gebratenen Gans</head>
        <div type="original" xml:id="m384-044-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-044-trans">
          <p>brauten gansz galray

Niem ain Jung gansz so sy wol sy be= raitt vnd braut die gar schon vnd nym knobloch vnd als vil wisses brottes vnd stos das in ainem morser vnd gusz win vnd essich daran vnd czuch es ### durch ain tuoch darnach guss honig daran vnd erwoll es vnd bewurtz es wol so haust ain guot galray czuo der gansz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-044-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-044-orig">
          <p>Nimm eine junge Gans, wenn sie gut vorbereitet ist, und brate sie sehr schön.</p>
          <p>Nimm Knoblauch und ebenso viel weißes Brot. Zerstoße das in einem Mörser. Gieße Wein und Essig dazu und passiere es durch ein Tuch.</p>
          <p>Danach gieße Honig dazu und lasse es aufwallen. Würze es gut. So hast du eine gute Galray zur Gans.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Jung gansz">Gans</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="knobloch">Knoblauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wisses brottes">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="implied from 'bewurtz es wol'">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-045">
        <head>Gefüllte Gans mit Knoblauch, Speck und Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="m384-045-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-045-trans">
          <p>gefult gensz

Niem aber ain gansz als vor oder die elter sy vnd berait sy vnd begriff die czusend hutt vnd flaisch als ain huon vnd nyem knobloch vnd speck vnd pfeffer vnd stoss vnd fuls vnd braut sy gar wol</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-045-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-045-orig">
          <p>Nimm wiederum eine Gans wie zuvor, oder eine ältere, und bereite sie zu. Fasse zwischen Haut und Fleisch, wie bei einem Huhn. Nimm Knoblauch, Speck und Pfeffer, stoße es, fülle sie damit und brate sie sehr gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain gansz">Gans</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="knobloch">Knoblauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-046">
        <head>Gänsefüllung mit Wacholder und Speck</head>
        <div type="original" xml:id="m384-046-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-046-trans">
          <p>ain fullen czuo ainer gansz

Ain fullin czuo ainer gansz berriffen ain gansz vnd full die mit knobloch gestossen speck vnd pfeffer ouch mach ain fullin von reckolterber vnd speck vnd ayer vnd ain wenig brott vnd gewurtz Ouch niem speck darczuo vnd gruen bieren vnd reckolterber vnd peterlin gehakt oder czubelen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-046-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-046-orig">
          <p>Für eine Füllung zu einer Gans: Nimm eine Gans und fülle sie mit zerstoßenem Knoblauch, Speck und Pfeffer.</p>
          <p>Auch mache eine Füllung aus Wacholderbeeren, Speck, Eiern, ein wenig Brot und Gewürz.</p>
          <p>Nimm auch Speck dazu, sowie grüne Birnen, Wacholderbeeren und gehackte Petersilie oder Zwiebeln.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain gansz">Gans</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="knobloch gestossen">Knoblauch, zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="reckolterber">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig brott">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gruen bieren">Grüne Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin gehakt">Petersilie, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czubelen">Zwiebeln (optional, als Alternative zu Petersilie)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-047">
        <head>Gebratene Bockleber im Fettnetz</head>
        <div type="original" xml:id="m384-047-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-047-trans">
          <p>braten bock lebren

niem aines bockes Niem aines bockes leber vnd hack es klain also gruen vnd hak darczuo ayer vnd wysz brot vnd bewurtz es vnd wind es In ain netz vnd brates also etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-047-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-047-orig">
          <p>Nimm eine Bockleber und hacke sie klein, noch roh. Hacke dazu Eier und Weißbrot. Würze es und wickle es in ein Netz. Brate es dann so.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="aines bockes leber">Bockleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wysz brot">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze (Salz, Pfeffer, Ingwer)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain netz">Fettnetz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-048">
        <head>Hechtbraten in der Model</head>
        <div type="original" xml:id="m384-048-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-048-trans">
          <p>braten hecht

Niem hecht oder ander gros visch vnd tuo die hut dauon also row vnd czuch die gar ouch dauon vnd hack das gebrat klain vnd bewurtz es vnd truck es In ain Ingraben form wie du wilt es sy fisch alder rebhuener fogel oder ander ding gelich vnd sud es darIn darnach tuo es vss der form vnd braut sy an spisen oder sus darnach schnid von den vischen bratten lenglecht als speck vnd erspick es damit in der wisz nach ainem rechten braten daruss wann das du ain brosem wisz brotes darunder tuost vnd tuo es cze samend mit czwain naschen messern In der form als ain brot vnder welsz In ainer pfannen vnd braut es an ainem spiszlin als vorgeschriben ist</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-048-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-048-orig">
          <p>Nimm einen Hecht oder einen anderen großen Fisch. Ziehe ihm die Haut ab, solange er noch roh ist, und löse die Gräten heraus. Hacke das Fischfleisch klein und würze es. Drücke es dann in eine geschnitzte Form, ganz nach Belieben - sei es eine Fisch-, eine Rebhuhn- oder eine andere Gestalt - und koche es darin. Danach nimm es aus der Form und brate es an Spießen oder auf andere Weise.</p>
          <p>Danach schneide vom gegarten Fisch längliche Stücke wie Speckstreifen und spicke ihn damit, wie bei einem echten Braten - nur dass du Semmelbrösel darunter gibst. Streiche es mit zwei nassen Messern in die Form eines Brotes, erhitze es in einer Pfanne und brate es an einem Spießlein, wie zuvor beschrieben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hecht oder ander gros visch">Hecht oder anderer großer Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="das gebrat">Fischfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain brosem wisz brotes">Weißbrotbrösel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-049">
        <head>Gefüllte Eier auf zweierlei Art</head>
        <div type="original" xml:id="m384-049-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-049-trans">
          <p>ayer essen

Von ayern ain essen nyem xx ayer vnd sud die in ainem nuwen wasser also das der totter gelich dunn belib vnd das wisz hert belib vnd nyem sy den her vss vnd schlach sy vff an dem spitz vnd schutt den totter her vss in ain pfannen vnd tuo darczuo schmaltz oder oll vnd tuo es vnder ain andren ob dem furr bis das es keck werd vnd nyem es denn herusz vnd leg es denn vff ain suber taller vnd hack es klain vnd nyem denn ainen loffel mit ymbern vnd ainen loffel mit czymitrinden vnd ain wenig saffran als ain bon vnd ain loffel fol bariszkorner vnd czucker vnd ain wenig saltz vnd mach das vnder ain andrer vnd nyem dar nach czway rowe ayer vnd schlach die dar vnder vnd tuo es alles czuo samend vnd nyem denn darnach das gehacketes vnd f full es wider in die ersten schalen da das wisz In beliben ist vnd mach for ain haiss wasser wierff die ayer dar In vnd laus sy sieden das sy wol hert werdent vnd darnach schell sy gar schon vnd mach ain dunnen taiglin mit ayern saffran czucker vnd czuch die geschelten ayer dardurch vnd bach sy denn In ainer pfannen oder ee du sy bachist so stoß sy an ain spiszlin vnd vnd braut sy vff ainem rost ligen So laus daruff lauffen von ainem ay den totter vnd sayge ymber daruff vnd gib es fur ain brates vnd mach sy In ain dunn pfefferlin etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-049-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-049-orig">
          <p>Für dieses Eiergericht nimm zwanzig Eier und koche sie in frischem Wasser so, dass der Dotter gleichmäßig weich bleibt und das Weiße hart wird. Nimm sie dann heraus und schlage sie an der Spitze auf. Schütte den Dotter heraus in eine Pfanne und gib Schmalz oder Öl hinzu. Erhitze es unter ständigem Rühren über dem Feuer, bis es fest wird.</p>
          <p>Nimm es dann heraus und lege es auf einen sauberen Teller. Hacke es klein und gib einen Löffel Ingwer, einen Löffel Zimtrinde, ein wenig Safran, etwa so viel wie eine Bohne, einen Löffel voll Paradieskörner und Zucker sowie ein wenig Salz hinzu. Vermische dies alles miteinander.</p>
          <p>Nimm danach zwei rohe Eier und schlage sie darunter. Gib alles zusammen und fülle das Gehackte wieder in die ersten Schalen, in denen das Eiweiß verblieben ist. Bereite dann heißes Wasser vor, wirf die Eier hinein und lass sie sieden, bis sie gut hart werden. Danach schäle sie sehr schön.</p>
          <p>Bereite einen dünnen Teig mit Eiern, Safran und Zucker zu und ziehe die geschälten Eier hindurch. Backe sie dann in einer Pfanne. Oder, ehe du sie backst, stecke sie auf einen Spieß und brate sie liegend auf einem Rost. Während sie auf dem Rost liegen, lass den Dotter eines Eies darüberlaufen und streue Ingwer darauf. Gib es als Braten heraus und richte sie in einer dünnen Pfeffersauce an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="xx ayer">Eier</ingredient> - 20</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz oder oll">Schmalz oder Öl</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain loffel mit ymbern">Ingwer, gemahlen</ingredient> - 1 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain loffel mit czymitrinden">Zimtrinde, gemahlen</ingredient> - 1 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig saffran als ain bon">Safran</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain loffel fol bariszkorner">Paradieskörner</ingredient> - 1 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czucker">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="czway rowe ayer">Eier, roh</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain dunnen taiglin mit ayern saffran czucker">Teig (aus Eiern, Safran, Zucker)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="von ainem ay den totter">Eigelb</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-050">
        <head>Salse zu Kalbslendenbraten</head>
        <div type="original" xml:id="m384-050-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-050-trans">
          <p>seltz von aim lentpraten

Niem ainen lentbrauten von ainem kalb vnd braut den vnd nym ain ruggy brot vnd essich vnd peterlin vnd stoss das in ainem morser vnd tribs durch ain tuoch das wirt ein saltz das gib zuo dem brauten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-050-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-050-orig">
          <p>Nimm einen Lendenbraten von einem Kalb und brate ihn. Nimm dann ein Roggenbrot, Essig und Petersilie und stoße dies in einem Mörser.</p>
          <p>Treibe die Mischung durch ein Tuch. Das wird eine Salse. Gib diese Salse zu dem Braten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lentbrauten von ainem kalb">Kalbslendenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ruggy brot">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-051">
        <head>Gebratenes Mus mit Eierteigblättern</head>
        <div type="original" xml:id="m384-051-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-051-trans">
          <p>Muosz

Gebrauten muosz nym ytalayer vnd als vil schmaltz vnd saltz es vnd mach das schmaltz nit cze haisz vnd tuo es In ain pfanen vnd braut es damit Vnd mach ainen kecken ayer taig vnd will In gar dunne bletter daruss vnd bach in schmaltz darnach haks vast klain vnd mach mit ayern vnd milch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-051-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-051-orig">
          <p>Für das gebratene Mus nimm lauter Eier und ebenso viel Schmalz, salze es. Erhitze das Schmalz nicht zu heiß, gib die Eier in eine Pfanne und brate sie darin an.</p>
          <p>Bereite danach einen festen Eierteig zu. Rolle ihn zu ganz dünnen Blättern aus und backe diese in Schmalz. Hacke die gebackenen Blätter anschließend sehr fein und mache mit weiteren Eiern und Milch ein Mus daraus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ytalayer">Eier (lauter Eier)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer taig">Eier (für den Teig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="taig">Mehl (für den Teig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayern">Eier (für das Mus)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-052">
        <head>Mus von gebackenen Strauben</head>
        <div type="original" xml:id="m384-052-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-052-trans">
          <p>Muosz von gebachem

Niem gebachen strubeten vnd hack die klain vnd sud es in ainer dicken milch vnd kopff czway ayer darJn vnd farbs vnd wenn du anrichten wilt so tuo gewurtz daruff so wirt es vast guot Struben hak gar wol vnd tuo mich vnder ayer darczuo vnd mach ain muosz wilt du so bewurtz vnd farbs</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-052-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-052-orig">
          <p>Mus von Gebäck:</p>
          <p>Nimm gebackene Strauben und hacke sie klein. Koch es dann in einer dicken Milch und schlage zwei Eier hinein. Färbe es. Wenn du das Mus anrichten willst, gib Gewürze darauf, so wird es sehr gut.</p>
          <p>Strauben: Hacke Strauben sehr gut und gib Milch und Eier dazu. Mache daraus ein Mus. Wenn du möchtest, würze und färbe es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebachen strubeten">Gebackene Strauben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ainer dicken milch">Dickmilch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="czway ayer">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mich">Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-053">
        <head>Käsemus</head>
        <div type="original" xml:id="m384-053-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-053-trans">
          <p>kass muosz

Ouch mach ain muosz von geribem kasz vnd sud den vnd tuo milch vnd ayer darczuo vnd las es wisz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-053-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-053-orig">
          <p>Mache ebenso ein Mus aus geriebenem Käse und erhitze es. Gib Milch und Eier dazu und lasse es weiß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kasz">Käse, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-054">
        <head>Mus von Fischrogen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-054-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-054-trans">
          <p>muosz von fischrogen

Ouch czuch row visch roggen milch vnd lebren durch mit wissem brot vnd hack das ingader gar klain darIn vnd mach ain muosz daruss mit mandell vnd mit czucker das wirt das edlest muosz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-054-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-054-orig">
          <p>Ziehe rohen Fischrogen, Milch (Milchner) und Leber zusammen mit Weißbrot durch. Hacke das Eingeweide ganz fein hinein. Mache daraus ein Mus mit Mandeln und Zucker - das wird das edelste Mus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="row visch roggen milch">Fischrogen und Milchner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lebren">Fischlebern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wissem brot">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandell">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czucker">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-055">
        <head>Mus von Hirn</head>
        <div type="original" xml:id="m384-055-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-055-trans">
          <p>muosz von hiern

Hiern czuch durch mit brott vnd mach muosz darusz mit ayern vnd mit milch ob du wilt wisz oder gefaerbt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-055-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-055-orig">
          <p>Nimm das Hirn und passiere es mit Brot durch. Mache daraus ein Mus mit Eiern und mit Milch. Du kannst es weiß lassen oder färben, ganz nach Belieben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Hiern">Hirn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayern">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-056">
        <head>Weißes Erbsenmus</head>
        <div type="original" xml:id="m384-056-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-056-trans">
          <p>muosz von arwisz

Aerwisz muosz von wysen durch gezogen one alle merung von roten earwisz durch gezogen on ander ding wol mach du es mit honig suess machen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-056-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-056-orig">
          <p>Mache ein Mus aus weißen (geschälten) Erbsen, durch ein Tuch passiert, ohne jede Beimischung roter Erbsen - durchpassiert, ohne andere Zutaten. Du kannst es aber nach Belieben mit Honig süßen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Aerwisz muosz von wysen">Weiße (geschälte) Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-057">
        <head>Rehleber-Mus mit Eierblatt</head>
        <div type="original" xml:id="m384-057-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-057-trans">
          <p>Muosz leber

Niem ain rech leber vnd sud sy gar wol darnach czerhack sy gar klain In ainem morser mit der bruge mit rugim brott win vnd essich vnd sud es darnach In ainem haffen so wiertz es schwartz hack auch speck klain darIn wenn das gesied so mach ain plat mit ayer in ainer pfannen vnd wenn du es anrichten wilt so leg das plat daruff</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-057-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-057-orig">
          <p>Nimm eine Reh-Leber und koche sie sehr gut. Danach zerhacke sie sehr klein in einem Mörser mit der Brühe, mit Roggenbrot, Wein und Essig.</p>
          <p>Koche es danach in einem Topf, so wird es schwarz. Hacke auch Speck klein hinein, wenn das gesiedet hat. Dann mache ein Blatt (Eierkuchen) mit Eiern in einer Pfanne. Und wenn du es anrichten willst, so lege das Blatt darauf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain rech leber">Reh-Leber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="der bruge">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="rugim brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-058">
        <head>Mus von Krebsen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-058-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-058-trans">
          <p>muosz von krepssen

Zuo ainem kreps muosz nym kreps vnd vnd schnid das bosz czuo den augen dauon vnd stosz das ander in ainem morser vnd nyem ain wisz brosem darunder vnd trib es denn durch mit milch vnd tuo es den in ain pfanen vnd mach ain muosz darusz das ward rott</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-058-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-058-orig">
          <p>Für ein Krebsmus nimm Krebse und schneide das Schlechte bis zu den Augen heraus. Das Übrige stoße in einem Mörser. Nimm ein weißes Brotkrümel darunter und treibe es dann mit Milch durch. Gib es dann in eine Pfanne und mache daraus ein Mus, das rot wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kreps">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wisz brosem">Weißes Brotkrümel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-059">
        <head>Birnenmus</head>
        <div type="original" xml:id="m384-059-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-059-trans">
          <p>muosz vnd von biern

Bieren muosz czuch bieren durch wolgesotten vnd duo geriben bimezelten daran vnd sud es wol vnd tuo honig vnd gwurtz daran</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-059-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-059-orig">
          <p>Nimm Birnen und koche sie gut weich. Passiere die gut gekochten Birnen durch ein Tuch oder Sieb.</p>
          <p>Gib geriebene Gewürzkuchen (Fladenbäck) zu dem Mus und siede es gut. Füge Honig und Gewürz hinzu und rühre alles gut durch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bieren">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="geriben bimezelten">Geriebenes Gewürz-Fladenbäck (Pfeffer-/Lebzelten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gwurtz">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-060">
        <head>Gebratene Milch oder Eier-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="m384-060-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-060-trans">
          <p>Milch braten

Gebrauten milch nyem ayer vnd milch gelich vil vnd schlach es durch ainander vnd tuo saltz vnd safran dar an als vil es bedarff vnd tuo es In ainen haffen vnd henk den haffen In ainen kessel vol wasser also das das wasser nit dar In mug In den haffen vnd laus es wol sieden bis es vor stellt gestekin vnd gibs fur ain ayer muosz woll man es aber brauten so zuh es vff ain suber tuoch vntz es wol ersyhe darnach tuo das tuoch ouch daruber beschwar es mit ainem brett mit stainen so wirt es keck als ain kasz darnach czerschnid es mit ainem faden vnd legs vff ainen rost als ain vtterlin vnd berstrow es mit gewurtz oder mit czucker Ouch macht haisz schmaltz daruff giessen du macht ouch es in ainen pfeffer oder in ainer bruege geben ob du wilt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-060-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-060-orig">
          <p>Nimm Eier und Milch zu gleichen Teilen und schlage sie gut durcheinander. Gib Salz und Safran hinzu, so viel es bedarf. Fülle die Mischung in einen Topf und hänge diesen Topf in einen Kessel voller Wasser, sodass das Wasser nicht in den Topf gelangen kann. Lasse es gut sieden, bis es fest wird und stockt. Serviere es dann als Eier-Mus.</p>
          <p>Als gebratene Milch: Willst du es aber braten, so ziehe die gestockte Masse auf ein sauberes Tuch, bis sie gut abgetrocknet ist. Lege danach das Tuch auch darüber und beschwere es mit einem Brett und Steinen, damit es fest wird wie ein Käse. Schneide es anschließend mit einem Faden in Stücke und lege diese auf einen Rost, wie ein Euterchen. Bestreue es mit Gewürzen oder mit Zucker. Du kannst auch heißes Schmalz darüber gießen. Du kannst es auch in eine Pfeffersauce oder in eine Brühe geben, wenn du möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="safran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czucker">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-061">
        <head>Bohnenmus nach Mandel-Ziger-Art</head>
        <div type="original" xml:id="m384-061-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-061-trans">
          <p>bry von bonen

Ainen bonen bry mach von gestossnen bonen vnd durch gezognen bonen vnd richt in als den mandelcziger mit allen dingen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-061-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-061-orig">
          <p>Bereite ein Bohnenmus aus zerstoßenen und durchgezogenen Bohnen. Richte es an wie den Mandel-Ziger, mit allen üblichen Zutaten und Gewürzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bonen">Bohnen (Acker-/Saubohne)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-062">
        <head>Holunderblütenmus</head>
        <div type="original" xml:id="m384-062-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-062-trans">
          <p>holder muosz

Niem holder bluost vnd sud die In milch vnd czuch es durch ain tuoch vnd mach damit ain muosz wie du wilt vnd mit geriben wissem brot alder von andern dingen das wirt gar wol geschmack Vnd ouch gesund ouch macht du es wol farben vnd bewurczen ob du wilt aber es haut selber guoten schmak vnd hie nach mengerlay mueser</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-062-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-062-orig">
          <p>Nimm Holunderblüten und siede diese in Milch. Seihe es durch ein Tuch und bereite damit ein Mus, wie du es wünschst. Mit geriebenem weißem Brot oder anderen Zutaten wird es sehr wohlschmeckend und auch gesund. Du kannst es auch gut färben und würzen, wenn du möchtest, aber es hat von sich aus einen guten Geschmack. Hiernach folgen mancherlei Muse.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="holder bluost">Holunderblüten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="geriben wissem brot">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="andern dingen">Andere Zutaten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-063">
        <head>Borretschblütenmus</head>
        <div type="original" xml:id="m384-063-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-063-trans">
          <p>muosz von borattsch

Ouch mach ain borattsch von den bluomen als von holdermuosz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-063-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-063-orig">
          <p>Mache auch ein Mus aus Borretschblüten. Gehe dabei vor, wie du ein Holunderblütenmus zubereiten würdest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="borattsch von den bluomen">Borretschblüten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-064">
        <head>Kalbsfuß-Gallerte mit Fleisch</head>
        <div type="original" xml:id="m384-064-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-064-trans">
          <p>essen

Wilt du ain hofflich essen machen darzuo man allerlay flaisch brucht es sy wild oder czam gesotten oder gebrauten So nym vier kalbsfuesz oder me vnd sud die bis das bain dauon fallend mit ainer bruege vnd nym denn essich als vil als der bruege vnd stoss die fuess so die bain dauon komend in ainem morser vnd strich es denn als samend also haisz durch ain tuoch vnd tuo dar nach ain guotten loffel vol honig dar an beschaidenlich vnd ouch ander ge= wurtz vnd schutt es denn vff ain ge= brauten flaisch ist es aber gesotten so rost es vnd aber daruber schutten so gestaut es etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-064-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-064-orig">
          <p>Willst du ein feines Gericht zubereiten, für das man allerlei Fleisch benötigt, sei es Wild oder zahmes Fleisch, gesotten oder gebraten:</p>
          <p>Dann nimm vier Kalbsfüße oder mehr und siede sie, bis die Knochen davon fallen, mit einer Brühe. Nimm dann Essig, so viel wie Brühe ist, und stoße die Füße, sobald die Knochen entfernt sind, in einem Mörser. Streiche es dann alles zusammen, noch heiß, durch ein Tuch.</p>
          <p>Danach gib einen guten Löffel voll Honig besonnen hinzu und auch andere Gewürze. Schütte es dann über gebratenes Fleisch. Ist das Fleisch aber gesotten, so röste es und schütte die Masse erneut darüber, dann stockt es an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="allerlay flaisch es sy wild oder czam gesotten oder gebrauten">Fleisch (wild oder zahm, gesotten oder gebraten)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vier kalbsfuesz oder me">Kalbsfüße</ingredient> - 4 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ainer bruege">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich als vil als der bruege">Essig</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ain guotten loffel vol honig">Honig</ingredient> - EL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ander ge= wurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-065">
        <head>Angelegte Hühner</head>
        <div type="original" xml:id="m384-065-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-065-trans">
          <p>angeleten huern

Zuo angeleten huenern nyem alte huenr vnd klub die von ain andren nach der lengin vnd schnid das gebratt dauon also das die bain an ain andren belibend vnd czerhack das gebratt vnd tuo brott darzuo vnd speck vnd gewurtz vnd leg es wider an die bain vnd sud das so haustu angelaite huener vnd tuo die hutt daruber vnd hefft sy vnd suod sy denn schon ouch mach ayer oder peterlin oder ander ding darunder da warend klaine winber guot</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-065-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-065-orig">
          <p>Für angelegte Hühner nimm alte Hühner und zerlege sie der Länge nach. Schneide das Fleisch davon ab, sodass die Knochen aneinanderbleiben. Zerhacke das Fleisch und gib Brot, Speck und Gewürz dazu. Lege diese Füllung wieder an die Knochen zurück.</p>
          <p>Siede das Huhn dann, so hast du angelegte Hühner. Gib die Haut darüber und hefte sie zusammen. Siede sie dann gründlich. Du kannst auch Eier oder Petersilie oder andere Dinge daruntergeben; kleine Rosinen wären hierfür gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="alte huenr">Huhn, alt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ander ding">Andere Zutaten (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="klaine winber">Rosinen (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-066">
        <head>Frauenessen mit geröstetem Euter</head>
        <div type="original" xml:id="m384-066-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-066-trans">
          <p>frowen essen

Wilt du machen ain frowen essen so sud ain vtter von ainer kuo das nit hab ain bruege cze vil vnd nyem dieselben bruege halb vnd nym zwuo schnitten von ainem wissen brott vnd bage die vff ainem rost vnd bestrichs mit dry ayern tottern mit der bruege durch ain tuoch vnd schnid das vtter czuo schnitten vnd rost es vff ainem rost vnd schnid es denn klain in ain bruege darIn es gesotten sy vnd nyem ain schusselin vnd tuo denn ymber vnd saffran daran vnd werm es also ain rechty dunny gewynn so ist es gerecht etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-066-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-066-orig">
          <p>Willst du ein Frauenessen zubereiten, so siede das Euter einer Kuh, das nicht zu viel Brühe hat. Nimm die Hälfte dieser Brühe.</p>
          <p>Nimm zwei Scheiben von einem weißen Brot und röste sie auf einem Rost. Bestreiche sie mit drei Eigelb, die du mit der Brühe durch ein Tuch passiert hast.</p>
          <p>Schneide das Euter in Scheiben und röste es auf einem Rost. Schneide es dann klein in die Brühe, in der es gesotten wurde. Nimm eine Schüssel und gib dann Ingwer und Safran hinzu. Erwärme es so, dass es eine recht dünne Konsistenz erhält, dann ist es fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain vtter von ainer kuo">Kuh-Euter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bruege">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="zwuo schnitten von ainem wissen brott">Weißbrot</ingredient> - 2 Scheibe</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="dry ayern tottern">Eigelb</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ymber">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-067">
        <head>Kalbskopf vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="m384-067-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-067-trans">
          <p>kalbs kopff

Zuo ainem guoten kalbs kopff schnid die vndren keln daruon vnd nyem den andern vnd sud in gar wol durch brich die hiern schallen vff vnd tuo guot gewurtz darIn vnd guot haisz schmalcz darInn vnd braut in vff ainem rost</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-067-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-067-orig">
          <p>Für einen guten Kalbskopf schneide den unteren Hals (die fleischige Kehlpartie) davon ab und nimm den restlichen Kopf. Koche ihn sehr gut durch.</p>
          <p>Brich die Schädeldecke auf und gib gutes Gewürz hinein, dazu gutes, heißes Schmalz. Brate den Kopf anschließend auf einem Rost.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="kalbs kopff">Kalbskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vndren keln">Untere Kehle/Kinnbacken vom Kalbskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="haisz schmalcz">Heißes Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-068">
        <head>Kalbfleischkügelchen auf dreierlei Art</head>
        <div type="original" xml:id="m384-068-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-068-trans">
          <p>kugellin von kalbflaisch

Kugelin von kalbflaisch mach also nyem des flaisches vnd brott vnd an wenig ayer das es dauon haffte vnd haks vnd bewurtz vnd machs synwelle kuglin als kuechlin vnd wierffs in ain siedent wasser vnd laus es wol sieden vnd gibs trucken mit peterlin oder In ainem Jusel oder bachs in ainem schmalcz vnd gibs in ainem pfeffer etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-068-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-068-orig">
          <p>Mache Kalbfleischkügelchen wie folgt: Nimm das Kalbfleisch und Brot und ein wenig Eier, damit die Masse gut zusammenhält. Hacke alles fein und würze es gut. Forme die Masse zu runden Kügelchen, ähnlich kleinen Küchlein.</p>
          <p>Wirf die geformten Kügelchen in siedendes Wasser und lasse sie darin gut gar sieden.</p>
          <p>Serviere die gekochten Kügelchen entweder trocken mit frischer Petersilie, oder in einer kräftigen Brühe. Alternativ kannst du die gekochten Kügelchen auch in Schmalz braten und anschließend in einer würzigen Pfeffersauce anrichten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="des flaisches">Kalbfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="an wenig ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Jusel">Jus (konzentrierte Fleischbrühe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmalcz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffersauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-069">
        <head>Gefüllter Darm mit Lunge und Hirn</head>
        <div type="original" xml:id="m384-069-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-069-trans">
          <p>ainen darm fullen

Niem ainen hindern darm full also hack ain lungen vnd speck vnd gewurtz es denn vnd fuls Ouch nyem ain hiern ayer vnd brott vnd bewurtz es denn vnd fuls ouch nyem ouch macht du ain wenig honig darvnder tuon ob du wilt etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-069-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-069-orig">
          <p>Nimm einen hinteren Darm zum Füllen. Hacke dazu Lunge und Speck fein, würze es dann und fülle es in den Darm.</p>
          <p>Nimm auch Hirn, Eier und Brot, würze es dann und fülle es ebenfalls in den Darm. Du kannst auch ein wenig Honig unter die Füllung geben, wenn du möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain hindern darm">Darm (vom Schwein oder Rind)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain lungen">Lunge (vom Schwein oder Kalb)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gewurtz es denn">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain hiern">Hirn (vom Schwein oder Kalb)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott">Brot (altbacken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-070">
        <head>Klobwurst (Bockleber im Netz)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-070-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-070-trans">
          <p>klob wurst

Niem aines ~~klobes~~ bockes leber vnd hack sy klain also gruen mit ayern vnd mit wissem brot vnd bewurtz es vnd farbs vnd bewind es mit ainem netz vnd roschs oder brauts du macht ouch darIn hacken speck vnd peterlin</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-070-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-070-orig">
          <p>Nimm die Leber eines Bockes und hacke sie fein und frisch.</p>
          <p>Gib Eier und Weißbrot hinzu, würze und färbe die Masse. Wickle sie anschließend in ein Schweinenetz und röste oder brate sie.</p>
          <p>Du kannst auch Speck und Petersilie hineinhacken, wenn du möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="aines klobes bockes leber">Bockleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayern">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wissem brot">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs">Färbemittel (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ainem netz">Schweinenetz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="speck">Speck (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-071">
        <head>Mandelquark auf roter Schüssel</head>
        <div type="original" xml:id="m384-071-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-071-trans">
          <p>mandel cziger

Niem mandel vnd stosz in gar wol vnd mach ain guot milch daruss vnd trib die mit ain wenig wins brottes durch oder tuo wiss geriben brot dar= vnder vnd guss ain wenig wins dar= vnder vnd laus es erwallen vntz es dick werd vnd czuch es vff ain sib oder vff ain tuoch als vil als ander cziger oder milch vnd wenn du es an richten wild so strich es lenglocht vff ain rott schussel mit ainem nassen messer oder mit ainer schindel vnd bestrowbs mit mandelkernen vnd guss yetwedertt halb mandel milch darczvff mit czucker bestrowet</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-071-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-071-orig">
          <p>Nimm Mandeln und stoße sie sehr gut. Mache daraus eine gute Mandelmilch.</p>
          <p>Passiere sie mit etwas weißem Brot durch oder gib weißes geriebenes Brot darunter. Gieße ein wenig Wein hinzu und lasse es aufwallen, bis es dick wird.</p>
          <p>Ziehe es dann auf ein Sieb oder ein Tuch ab, so viel wie anderer Quark oder Milch. Wenn du es anrichten willst, streiche es länglich auf eine rote Schüssel mit einem nassen Messer oder einer Holzschindel.</p>
          <p>Bestreue es mit Mandelkernen und gieße über jedes Stück Mandelmilch, mit Zucker bestreut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wins brottes">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wiss geriben brot">Brot (weiß gerieben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wins">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandelkernen">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel milch">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czucker">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-072">
        <head>Dreifarbiges Mandelmus für die Fastenzeit</head>
        <div type="original" xml:id="m384-072-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-072-trans">
          <p>gehackt in der vasten

Ain gehakt in der vasten mach von gehacktem mandel vnd farb aintail vnd das ander laus wiss vnd strow czucker daruff vnd czuo dem dritten taill so nym klain win berlin geschult in ainem wenig wins in ainer pfannen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-072-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-072-orig">
          <p>Mache ein Gehacktes für die Fastenzeit aus gehackten Mandeln. Färbe einen Teil davon, den anderen lasse weiß und streue Zucker darauf. Und zum dritten Teil nimm kleine Weinbeeren (Rosinen), die du in wenig Wein in einer Pfanne weich aufgekocht hast.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gehacktem mandel">Mandeln, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="czucker">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="klain win berlin">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wins">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-073">
        <head>Brot-Grieben für die Fastenzeit (geröstete Brotwürfel)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-073-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-073-trans">
          <p>gruben in der vasten

Schnid wiss brott wurfflot als speck vnd rost sy in schmaltz oder in oll vntz es bran werd vnd strow es vff die mueser als die gruben das ist hofflich opffel schrott ouch also vnd rosts in dem schmaltz vnd gibs ouch vff mueszern In der vasten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-073-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-073-orig">
          <p>Schneide weißes Brot würfelig, wie Speck, und röste es in Schmalz oder Öl, bis es braun wird. Streue es dann als Grieben auf die Muse (Breie). Das ist eine feine Speise. Schneide ebenso Äpfel und röste sie im Schmalz. Gib auch sie auf Muse. Dies ist für die Fastenzeit gedacht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wiss brott">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz oder in oll">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="opffel schrott">Apfelstücke</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-074">
        <head>Süße Salse mit Fisch und Früchten</head>
        <div type="original" xml:id="m384-074-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-074-trans">
          <p>suesz saltz

Ain forchenen oder ainen lasch oder ainen Inlancken mach also In ain suesz saltz mit visch lebren vnd mit geribem leppczelten oder mit pfeffer brott oder mit gebrentem mell vnd honig als vor ist geschriben tuo mandelkeren vnd bay= derlay winber darIn vnd figen vnd richt das an vff an fisch kalt oder leg die fisch darIn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-074-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-074-orig">
          <p>Nimm eine Forelle, einen Lachs oder eine Renke und bereite sie so in einer süßen Salse zu - mit Fischlebern und mit geriebenem Lebkuchen oder mit Pfefferbrot oder mit geröstetem Mehl und Honig, wie es vorher geschrieben steht.</p>
          <p>Füge Mandelkerne und zweierlei Weinbeeren (Rosinen) und Feigen hinzu.</p>
          <p>Richte das Gericht kalt über den Fisch an oder lege die Fische in dieser Salse ein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Ain forchenen oder ainen lasch oder ainen Inlancken">Fisch (z.B. Forelle, Lachs oder einheimischer Fisch)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="visch lebren">Fischlebern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="geribem leppczelten">Lebkuchen, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer brott">Gewürzbrot (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gebrentem mell">Mehl, geröstet (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig als vor ist geschriben">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mandelkeren">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bayderlay winber">Rosinen (zweierlei Art)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="figen">Feigen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-075">
        <head>Fisch in Sülze</head>
        <div type="original" xml:id="m384-075-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-075-trans">
          <p>sultz

Sultz visch mach also Niem win essich vnd wasser vnd sud die visch darInn vnd leg sy In kaltes wasser vnd wasch die visch vnd die schueppeln damit ab den vischen vnd sich die suppen durch vnd also leg die fisch darInn vnd saltz es gar Luetzel etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-075-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-075-orig">
          <p>Sülze von Fisch: Bereite Fisch in Sülze wie folgt zu: Nimm Wein, Essig und Wasser und siede den Fisch darin. Lege ihn dann in kaltes Wasser und wasche den Fisch und die Schuppen damit von ihm ab. Seihe die Brühe durch und lege den Fisch so wieder hinein. Salze es sehr wenig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="visch">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-076">
        <head>Feigensülze mit Lebzelten</head>
        <div type="original" xml:id="m384-076-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-076-trans">
          <p>figensultz

Stosz die figen an spiszlin als vil du wilt vnd sud den figen In ainem kessel oder in ainem haffen vnd gusz gelich vil win vnd wasser daran vnd darnach nyem brott vnd lepczelten geriben vnd tuo es an die bruege figen hong vnd essich durch ain tuoch ge= czogen vnd bewurtzt vnd farbs vnd erwels als vnder ain andren vnd leg die figen In ain geschier vnd gusz denn die bruege daran vnd wenn du wollest an richten so strow daruber winber vnd gibs also</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-076-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-076-orig">
          <p>Stecke die Feigen auf Spießchen, so viele du möchtest. Siede die Feigen in einem Kessel oder in einem Topf. Gieße gleich viel Wein und Wasser dazu. Danach nimm geriebenes Brot und geriebene Lebzelten und gib es an die Brühe. Feigen, Honig und Essig durch ein Tuch gezogen, gewürzt und gefärbt - und erwärme alles miteinander.</p>
          <p>Lege die Feigen in ein Gefäß und gieße dann die Brühe darüber. Wenn du anrichten möchtest, streue Weinbeeren darüber und reiche es so.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="figen">Feigen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="spiszlin">Spießchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="win">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brott geriben">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lepczelten geriben">Lebzelten, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hong">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essich">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="winber">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-077">
        <head>Krumme Käse-Krapfen (Hufeisenform)</head>
        <div type="original" xml:id="m384-077-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-077-trans">
          <p>krum krapffen

CZuo krumen krapffen als rosysen solt du riben guoten kass vnd nyem halb als vil mell vnd schlach ayer dar= vnder das es sich dester basz wellen laus vnd bewurtz es gnuog vnd will es vff ainem brett das es werd als wurst daruss mach denn krum krapffen als roszysen die werdent gar guot vnd sind vast gesund vnd sol sy bachen in schmaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-077-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-077-orig">
          <p>Für krumme Krapfen, die wie Hufeisen geformt sind, reibe guten Käse.</p>
          <p>Nimm halb so viel Mehl und schlage Eier darunter, damit sich der Teig desto besser ausrollen lässt. Würze ihn ausreichend nach Geschmack.</p>
          <p>Rolle den Teig auf einem Brett zu einer Wurst. Daraus forme dann krumme Krapfen, die wie Hufeisen geformt sind. Diese werden sehr gut und sind überaus bekömmlich. Backe sie anschließend in Schmalz aus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guoten kass">Käse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="halb als vil mell">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es gnuog">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-078">
        <head>Fastenkrapfen mit grünen Nüssen und Feigen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-078-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-078-trans">
          <p>krapffen in der vasten

Krapffen in der vasten mach also nyem gruen nusz vnd figen vnd stoss die vnder ain andren vnd bewurtz die vnd legs in ain pfannen In oll oder In schmaltz das es erwalle darnach bewollen mit erhabem taig In j krapfen wisz vnd bach es vnd gibs kalt oder In ainem pfeffer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-078-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-078-orig">
          <p>Bereite Krapfen in der Fastenzeit wie folgt zu: Nimm grüne Nüsse und Feigen, stoße sie miteinander und würze sie. Lege diese Füllung in eine Pfanne mit Pflanzenöl oder tierischem Schmalz, sodass es aufwallt und sich erhitzt.</p>
          <p>Danach umhülle die Füllung mit einem aufgegangenen Teig in Krapfen-Manier und backe sie (frittiere sie). Serviere die Krapfen kalt oder in einer Pfeffersauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gruen nusz">Nüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="figen">Feigen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="oll oder In schmaltz">Pflanzenöl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="erhabem taig">Hefeteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffersauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-079">
        <head>Käsestreifen in Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="m384-079-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-079-trans">
          <p>baches In ainem Jussel

CZuo ainem bachem In ainem Jussel nyem geryben kasz vnd mell vnd schlach daran ayer vnd bewurtz es wol vnd knytz vnder ain andren vnd will es vff ainem brett vnd mach daruss lang schrentzen vnd dunne vnd bachs In schmaltz dar nach so schnutz in ainen Jussel</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-079-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-079-orig">
          <p>Nimm für ein Backwerk in Brühe geriebenen Käse und Mehl, schlage Eier daran und würze es gut. Knete es untereinander und welle es auf einem Brett aus. Forme daraus lange und dünne Streifen.</p>
          <p>Backe die Streifen in Schmalz aus. Danach schneide sie in eine Brühe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="geryben kasz">Käse, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="mell">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es wol">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Jussel">Brühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-080">
        <head>Gebäck aus Fischrogen</head>
        <div type="original" xml:id="m384-080-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-080-trans">
          <p>baches vss visch rogen

Niem ain vischrogen vnd czuch den row durch ain wenig wisses brots oder sus mells mit guotem wissem mell als ain struben taig vnd farbs ain wenig ob du wilt darvss mach guot struben oder anderlay guot gebaches oder be= wurtz es vnd mach fladlin darusz In ainem ofen gebachen oder mach ge= bruete kuechlin darusz als von ayer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-080-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-080-orig">
          <p>Nimm Fischrogen und ziehe den rohen Rogen durch ein wenig Weißbrot oder bemehle ihn sonst mit gutem weißem Mehl, wie einen Strubenteig. Färbe ihn ein wenig, wenn du möchtest.</p>
          <p>Daraus mach gute Struben oder anderlei gutes Gebäck. Oder würze den Teig und mach Fladen daraus, die im Ofen gebacken werden. Oder mach gebrühte Küchlein daraus, wie Eierküchlein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vischrogen">Fischrogen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig wisses brots">Weißbrotbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sus mells">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="guotem wissem mell">Weißmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs ain wenig ob du wilt">Safran (optional, zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz es">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-081">
        <head>Kroßeier vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="m384-081-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-081-trans">
          <p>baches von kroszayer

CZuo krosz ayer schlach ayer vff czuo dem grossen spitz vnd kropff die gar wol tuo pfeffer vnd saffran vnd gehakten peterly vnd salbin vnd roschs in ainem kuochen vnd stosz es vff ain rost vnd brauts also</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-081-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-081-orig">
          <p>Für Kroßeier schlage die Eier an der großen (stumpfen) Spitze auf und verquirle sie sehr gut. Gib Pfeffer, Safran, gehackte Petersilie und Salbei hinzu.</p>
          <p>Röste die Masse in einer Kuchenform und lege sie dann auf einen Rost und brate sie so fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gehakten peterly">Petersilie, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbin">Salbei</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-082">
        <head>Krause Eier in der Schale</head>
        <div type="original" xml:id="m384-082-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-082-trans">
          <p>krosz ayer

CZuo krosz ayer brich vff an dem spitz vnd lar die schallen gantz vnd nym ytal ayer totter vnd klopff die wol In ainer schussel vnd bewurtz vnd saltz vnd farbs vnd tuo gehakten peterlin vnd salbin oder branwurtzen oder ander ding darIn was du wilt vnd rost es vnd hack es klain vnd tuo es wider in die schallen vnd stoss es an spiszlin vnd brauts vff ainem rost</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-082-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-082-orig">
          <p>Für krause Eier brich sie an der spitzen Seite auf und leere die Schalen ganz aus. Nimm nur die Eierdotter und schlage sie gut in einer Schüssel.</p>
          <p>Würze, salze und färbe sie. Gib gehackte Petersilie und Salbei oder Waldmeister oder andere Gewürze hinein, was du möchtest. Röste es und hacke es klein.</p>
          <p>Gib es wieder in die Schalen und stecke es auf Spießchen. Brate es auf einem Rost.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ytal ayer totter">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="farbs">Färbemittel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="peterlin">Petersilie, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salbin oder braunwurtzen oder ander ding">Salbei oder Waldmeister (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m384-083">
        <head>Gebackene Morcheln im Teigmantel</head>
        <div type="original" xml:id="m384-083-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m384-083-trans">
          <p>bachen morochen

Niem klain morochen vnd wasch die gar suber vnd schnid die butzen dauon vnd mach ainen dunen taig von wissem mell vnd guss ain wenig wins darIn vnd faerbs vnd bewurtz vnd czuch die morochen dardurch vnd bach es In ainer pfannen etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m384-083-trans" xml:lang="de" corresp="#m384-083-orig">
          <p>Nimm kleine Morcheln und wasche sie sehr sauber. Schneide die Stiele davon ab.</p>
          <p>Mache einen dünnen Teig aus weißem Mehl und gieße ein wenig Wein hinein. Färbe und würze den Teig nach Belieben.</p>
          <p>Ziehe die Morcheln durch den Teig, sodass sie gut umhüllt sind, und backe sie anschließend in einer Pfanne.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="klain morochen">Morcheln, klein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wissem mell">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ain wenig wins">Weißwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="faerbs">Färbemittel (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bewurtz">Gewürze (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#m384-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mittelalterliche Lungen-Terrine oder -Farce, umhüllt von einem Crêpe-ähnlichen Teig und knusprig in Schmalz ausgebacken - vergleichbar mit einem herzhaften, gefüllten Crêpe oder einer Art Frikadelle im Teigmantel.

So gelingt es. Die Kalbslunge muss wirklich sehr weich gekocht werden, damit sie sich gut hacken lässt und keine zähen Fasern zurückbleiben. Rechne mit mindestens 1,5-2 Stunden Köcheln in leicht gesalzenem Wasser. Danach gut abkühlen lassen. Der Schlüssel zur Farce ist die Feinheit: Lunge und Speck müssen extrem fein gehackt werden, fast zu einer Paste. Ein Fleischwolf mit feiner Scheibe oder ein guter Cutter sind hier ideal. Als Startpunkt für die Bindung nimmst du auf 500g gehackte Lunge-Speck-Masse etwa 2-3 ganze Eier. Die Farce sollte gut formbar, aber nicht zu flüssig sein; bei Bedarf etwas geriebenes Weißbrot (Semmelbrösel) zugeben. Die ‚münzdünnen Blätter‘ sind hauchdünne Eierkuchen oder Crêpes, aus einem Teig aus Ei, etwas Mehl und Salz, in einer gut geölten Pfanne ausgebacken. Sie müssen flexibel genug sein, um die Füllung einzurollen, ohne zu brechen. Die Röllchen werden in heißem Schmalz goldbraun und knusprig ausgebacken; achte auf eine moderate Hitze, damit sie gleichmäßig garen.

So wird es richtig gut. Pfeffer und Safran sind die Hauptwürzen. Sei beim Pfeffer nicht zu sparsam, er gibt die nötige Schärfe. Safran sorgt für Farbe und eine feine, leicht herbe Note. Ein Hauch Muskat (zeittypisch) würde auch gut passen, ist aber nicht im Originalrezept genannt. Ein Spritzer Verjus oder ein paar Tropfen milder Essig in der Farce oder als Begleiter beim Servieren heben die deftige Lunge-Speck-Kombination wunderbar hervor und geben dem Gericht Frische. Das Ausbacken in Schmalz ist entscheidend für die Röstaromen und die knusprige Textur der Hülle. Die Eidotter zum Verschließen sorgen nicht nur für Halt, sondern auch für eine schöne Bräunung. Diese Röllchen schmecken am besten frisch und warm, direkt aus dem Schmalz. Du kannst sie auf einem Bett aus frischen Kräutern anrichten oder mit einer einfachen, leicht säuerlichen Beilage wie gedünsteten Äpfeln oder einer Verjus-Reduktion servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-001-orig" n="buoben pfulwe" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Bubenkissen' (mhd. bübe = Knabe/Diener + phulwe = Federkissen/Pfühl, so Ehlert) - ein damals weit verbreitetes Gericht: eine Lungen-Speck-Ei-Farce, in dünne Eierblätter eingerollt und ausgebacken.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-001-orig" n="aines halbs lungen" resp="#fyndling">Lunge eines Kalbes (‚halbs' = kalbs). Innereien waren im Mittelalter eine gängige, geschätzte Zutat, oft zu Farce verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-001-orig" n="mit muntzen platt" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#platt">‚münzen platt' = münzdünn flach ausgebackene Blätter (Eierblätter), in die die Farce eingewickelt wird - NICHT ‚Minze'. Ehlerts Parallelhandschrift erläutert die Stelle: ‚hab deine Blätter lang von gutem Teig und wohl bereitet'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-001-orig" n="bewils darInn" resp="#fyndling">‚wickle es darin ein' (mhd. wëlen/wickeln) - die Farce wird in die dünnen Blätter eingerollt. Nicht ‚prüfen/bewahren'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-001-orig" n="fuls mit ayer tottern" resp="#fyndling">Verschließe/verstreiche die Röllchen mit Eidotter (klebt die Ränder), bevor sie in Schmalz ausgebacken werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-001-orig" n="mit muntzen platt" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#platt">Münzdünn flach ausgebackene Blätter (Eierblätter), in die die Farce eingewickelt wird - so Ehlert und die Parallelüberlieferung (‚hab deine Blätter ... von gutem Teig und wohl bereitet').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-001-orig" n="bewils darInn" resp="#fyndling">‚wickle es darin ein' - die Farce wird in die dünnen Blätter gerollt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die reichste Sauce des kleinen Salse-Blocks: eine grüne, süß-saure Kräuter-Salse mit Eigelb und Birnenzelten - ein früher Verwandter der grünen Sauce / Salsa verde, hier aber mit Frucht-Süße und Eigelb-Bindung. Zu Gebratenem. Vgl. die schlichtere Block-Variante m384-003 (nur Petersilie und Roggenbrot).

Technik: Petersilie, Salbei, Roggenbrot, Eigelb und Birnenzelten im Mörser fein stoßen, mit Essig verrühren und durch ein Tuch streichen. Brot, Eigelb und das geriebene Birnen-Backwerk binden zugleich, die Birnen-Süße steht gegen die Essig-Säure (süß-sauer), die Kräuter geben Farbe und Würze.

Praxis: Birnenzelten sind ein flaches, gewürztes Birnen-Backwerk (Birnenfladen, in der Funktion wie Lebkuchen), das fein gerieben als Binder und Süßungsträger dient - nicht zu verwechseln mit getrockneten Birnenscheiben. Ersatzweise einen kleinen Lebkuchen oder ein Stück Hutzelbrot/Früchtebrot reiben. Eine Handvoll Petersilie mit ein paar Salbeiblättern, etwas eingeweichtem Roggenbrot, 1-2 Eigelb und 1-2 EL geriebenem Birnenzelten (oder Lebkuchen) fein mörsern, mit Essig zu einer glatten Sauce verrühren, durch ein Sieb streichen. Gehört zum Salse-Block der Handschrift (vgl. m384-003, m384-004, m384-006).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="Saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Der Saucenname (Salse), keine Zutat: eine würzige, oft säuerliche Tunke zu Fleisch oder Fisch - nicht Speisesalz und nicht mit moderner Sülze zu verwechseln. Mehrere aufeinanderfolgende Rezepte tragen diese Rubrik (Salse-Block).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="peterli selbin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#selbin">Petersilie und Salbei - zwei Kräuter. selbin ist Salbei (nicht ‚selbst'), wie der Block-Zwilling m384-004 zeigt, wo dasselbe Wort als sälbin = Salbei steht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="birnen czelten" resp="#fyndling">‚Birnenzelten' ist ein flaches, gewürztes Birnen-Backwerk (zelten = Fladen / flacher Kuchen), das gerieben als Süßungsmittel und Bindemittel dient - verwandt mit dem Lebzelten (Lebkuchen). Ehlert übersetzt ‚Birnenkuchen'. Nicht getrocknete Birnenscheiben (Dörrobst).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-002-orig" n="stos es wol klain / czuchs durch" resp="#fyndling">Im Mörser fein stoßen und durch ein Tuch streichen - Standard für eine glatte, ‚höfische' Saucenkonsistenz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-002-orig" n="birnen czelten" resp="#fyndling">‚birnen czelten' = Birnenzelten, ein flaches gewürztes Birnen-Backwerk (zelten = Fladen / flacher Kuchen), gerieben als Binder und Süßungsträger. Ehlert übersetzt ‚Birnenkuchen'; das Korpus-Glossar verzeichnet zelten/bimezelten als flaches (Gewürz-)Backwerk, verwandt mit dem Lebzelten (Lebkuchen).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die schlanke Grund-Salse des Blocks: eine grüne Kräuter-Salse aus Petersilie und Roggenbrot, mit Essig passiert - ein direkter Vorfahr der grünen Sauce / Salsa verde. Auf genau dieses Verfahren verweist das folgende Rezept m384-004 mit ‚als vor geschriben ist'.

Technik: Petersilie und Roggenbrot im Mörser fein stoßen und mit Essig durch ein Tuch passieren. Das Brot bindet (das mittelalterliche Bindemittel schlechthin), der Essig macht die Sauce frisch-sauer - laut Text ‚guot czuo aim brautten', also gut zu einem Braten.

Praxis: Eine Handvoll Petersilie mit etwas eingeweichtem Roggenbrot mörsern, mit Essig zu einer streichfähigen grünen Sauce verrühren, durch ein Sieb streichen. Die Basis-Variante des Salse-Blocks - reicher wird sie mit Eigelb und Birnen (m384-002), als Kräuter-Variante mit Zwiebeln/Salbei (m384-004).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-003-orig" n="Saltz / saeltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Der Saucenname (Salse): eine würzige, oft säuerliche Tunke zu Fleisch oder Fisch - nicht Speisesalz und nicht im Sinne einer Sülze oder Gallerte.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-003-orig" n="gestossen" resp="#fyndling">‚Gestoßen'/zerstampft, typischerweise im Mörser, um eine feine Paste zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-003-orig" n="durch gezogen" resp="#fyndling">‚Durchgezogen' = das Passieren der Masse durch ein Tuch oder Sieb für eine feine, glatte Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-003-orig" n="guot czuo aim brautten" resp="#fyndling">‚Gut zu einem Braten' - die Salse ist als säuerliche Begleitsauce zu gebratenem Fleisch gedacht (die Säure kontert das Fett).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine grüne Kräuter-Salse - eine frische, säuerliche Tunke zu Gebratenem, verwandt mit der grünen Sauce / Salsa verde. Sie ist eine Variante der unmittelbar vorhergehenden Salse (m384-003): das ‚als vor geschriben ist' übernimmt deren Verfahren, nur mit anderen Kräutern.

Technik (aus dem Basis-Rezept m384-003): Junge Zwiebeln oder Petersilie mit Salbei und Brot im Mörser stoßen und mit Essig durch ein Tuch passieren. Das Brot bindet die Sauce, der Essig macht sie frisch-sauer; die Kräuter geben Farbe und Würze.

Praxis: Eine Handvoll junge Zwiebeln (oder Petersilie) mit einigen Salbeiblättern und etwas eingeweichtem Brot fein mörsern, mit Essig zu einer streichfähigen grünen Sauce verrühren, bei Bedarf durch ein Sieb streichen. Gehört zum Salse-Block der Handschrift (vgl. m384-002/003/005).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-004-orig" n="Saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Der Saucenname (Salse), keine Zutat: eine würzige Tunke, nicht Speisesalz. Mehrere aufeinanderfolgende Rezepte der Handschrift tragen diese Rubrik (Salse-Block).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-004-orig" n="als vor geschriben ist etc." resp="#fyndling">‚Wie zuvor beschrieben' - verweist auf das unmittelbar vorhergehende Salse-Rezept (bei uns m384-003) und übernimmt dessen Verfahren: Kräuter und Brot stoßen, mit Essig durch ein Tuch passieren. Das Verfahren ist also bekannt; hier werden nur die Kräuter getauscht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-004-orig" n="Jungen czubelen oder peterli" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#czubelen">Junge Zwiebeln (czubelen = Zwiebeln) oder Petersilie - eine geschmackliche bzw. saisonale Wahl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-004-orig" n="als vor geschriben ist etc." resp="#fyndling">Verweis auf das unmittelbar vorhergehende Salse-Rezept (m384-003): dessen Verfahren - die Kräuter und das Brot stoßen, dann mit Essig durch ein Tuch passieren - wird übernommen, nur mit anderen Kräutern.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Knoblauch-Nuss-Salse - im Kern eine süß-saure, brotgebundene Knoblauchsauce zu Fleisch, Fisch oder Brot. Sie ist ein naher Verwandter der mediterranen Agliata und, durch die Nüsse/Mandeln, der katalanischen allioli-mit-Nüssen und levantinischer Nuss-Knoblauch-Tunken.

Technik: Knoblauch, Nüsse oder Mandeln und Weißbrot im Mörser zu einer Paste stoßen, dann mit Wein und Honig glattrühren. Das Brot bindet (das mittelalterliche Bindemittel schlechthin, lange vor der Mehlschwitze), Nüsse/Mandeln geben Körper, und Honig gegen Wein liefert die süß-saure Achse (Agrodolce), die die Schärfe des Knoblauchs rundet.

Praxis: Etwa 3-4 Knoblauchzehen, eine Handvoll gemahlene Nüsse oder Mandeln und eine Scheibe eingeweichtes altbackenes Weißbrot zu einer Paste mörsern (oder kurz im Mixer), mit etwas Wein und einem Löffel Honig sämig rühren. Gehört zum Salse-Block der Handschrift (vgl. m384-002/003/004) und zur buchübergreifenden Knoblauchsaucen-Familie (vgl. koe-024, ant-047).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-005-orig" n="Saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Hier der Saucenname, keine Zutat: ‚Saltz' (= Salse) bezeichnet in dieser Handschrift eine würzige Tunke, die nicht zwingend salzig ist, sondern auch süß-sauer oder pikant sein kann. Mehrere aufeinanderfolgende Rezepte tragen diese Rubrik (Salse-Block).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-005-orig" n="stossen" resp="#fyndling">‚Stoßen' meint das Zerstampfen im Mörser: Knoblauch, Nüsse/Mandeln und Brot werden zu einer feinen Paste verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-005-orig" n="mers" resp="#fyndling">Nicht ‚mörsern', sondern ein Verb des Anmengens/Anreicherns (mhd. mêren). Ehlert übersetzt ‚reichere sie an' und gleicht ‚mers' mit ‚mengin vff' (mengen auf, anrühren) des parallelen Reichenauer Kochbuchs ab: die gestoßene Paste wird mit Wein und Honig zur Tunke verdünnt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-005-orig" n="nussen oder mandel" resp="#fyndling">Der Text lässt die Wahl zwischen Nüssen und Mandeln - je nach Verfügbarkeit. Beide geben der Sauce Körper und mildern die Knoblauchschärfe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-005-orig" n="mers" resp="#fyndling">‚mers‘ als Form von mhd. mêren (anmengen, anreichern, mit Flüssigkeit aufgießen): die gestoßene Paste wird mit Wein und Honig zur Tunke verdünnt. So übersetzt auch Ehlert (‚reichere sie an‘), gestützt auf das Parallelrezept des Reichenauer Kochbuchs, das hier ‚mengin vff‘ (mengen auf) hat.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die letzte und kräuterreichste Sauce des Salse-Blocks: eine grüne Kräutersalse aus sieben Frühlingsgrün-Sorten zu gleichen Teilen - ein üppiger Vorfahr der grünen Sauce / Salsa verde. Roh angesetzt, nicht gekocht.

Technik: Alle Kräuter fein hacken, im Mörser stoßen und zusammen mit Pfefferbrot durch ein Tuch passieren. Pfefferbrot ist ein gewürztes Brot, das hier als Binder dient (das klassische mittelalterliche Saucen-Bindemittel) - es gibt der Salse Körper und Würze in einem.

Praxis: Reblaub (junge Weinblätter), zarte Kräuterstängel, Ampfer, Berberitzenlaub (säuerliches Laub der Berberitze), Ysop, Petersilie und Salbei zu etwa gleichen Teilen fein hacken und mörsern, mit etwas eingeweichtem Pfefferbrot (ersatzweise gewürztem Lebkuchen oder altbackenem Roggenbrot) durch ein Sieb streichen. Eine frische, herb-grüne Tunke zu Gebratenem. Gehört zum Salse-Block der Handschrift (m384-002 bis m384-005); eine roh gestoßene Kräuter-Verwandte ist die Grüne Gewürzsauce aus dem Ménagier.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-006-orig" n="Saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Der Saucenname (Salse) - eine würzige Tunke zu Fleisch oder Fisch, nicht Speisesalz. Letztes Rezept eines kleinen Salse-Blocks.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-006-orig" n="erbsal loub" resp="#fyndling">Berberitzenlaub - erbsal steht bei Ehlert (Glossar, mit Lexer 1,619) für die Berberitze (Berberis), nicht für Erbsenlaub. Gemeint ist das säuerliche Laub des Sauerdorns, das die grüne Salse mit feiner Säure würzt. ⚠️ Nach heutigem Kenntnisstand sind jedoch nur die Beeren der Berberitze unbedenklich; Blätter und übrige Pflanzenteile enthalten Berberin und eignen sich nicht zum Verzehr. Modern die saure Note über mehr Sauerampfer, ein paar Berberitzen-Beeren oder etwas Verjus geben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-006-orig" n="sepplin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sepplin">Ysop - bei Ehlert als Diminutiv zu isop aufgeschlüsselt (das Reichenauer Kochbuch hat an gleicher Stelle jsope). Ein klassisches Küchen- und Heilkraut.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-006-orig" n="pfeffer brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Pfefferbrot - ein gewürztes Brot (Gewürzbrot), das hier als Bindemittel dient: die gestoßenen Kräuter werden damit durch ein Tuch passiert. Brotbindung ist DAS mittelalterliche Saucen-Bindemittel.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-006-orig" n="gelich vil" resp="#fyndling">‚Gleich viel' - alle Kräuter zu gleichen Anteilen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-006-orig" n="haks vnd stoss vnd czuchs durch" resp="#fyndling">Hacken, im Mörser stoßen und durch ein Tuch passieren - kein Kochschritt, die Salse bleibt roh.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-006-orig" n="erbsal loub" resp="#fyndling">Berberitzenlaub (Berberis). Ehlert schlüsselt erbsal im Glossar über Lexer (1,619) und das Deutsche Wörterbuch (III,738) als Berberitze auf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-006-orig" n="pfeffer brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Pfefferbrot (ein Gewürzbrot), als Binder durchs Tuch passiert - ein Wort, nicht ‚Pfeffer und Brot'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die saure Einlege-Lake für einen Kompost - im Mittelalter meint Kompost (von lat. compositum) eingelegtes, süß-saures oder saures Gemüse, der direkte Vorfahr unserer Pickles / Sauerkonserven. Dieses Rezept liefert die saure Sud-Basis, in die das Gemüse eingelegt wird (vgl. die süße Variante m384-008 und das Schlehen-Kompott m384-009).

Technik: Zwei Wege zur Säure. Entweder Essig mit saurem Hefe-Bodensatz (heffel, vom Wein/Bier) und gemahlenem Senf - oder Wein/Wasser mit Weinstein aufkochen und klären. In beide kommen rohe, gehackte Zwiebeln. Der Senf gibt Schärfe, der Weinstein bzw. die Hefe die Säure und Klärung.

Praxis: Für eine schnelle Lake: kräftiger Essig mit 1-2 TL gemahlenem Senf und etwas Sauerteig-/Hefe-Bodensatz verrühren, oder Wein mit einer Messerspitze Weinstein kurz aufkochen und klären lassen; rohe gehackte Zwiebeln zugeben. Darin Gemüse (Rüben, Kohl, Gurken) tage- bis wochenweise einlegen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-007-orig" n="gumpost" resp="#fyndling">‚Kompost' (von lat. compositum) meint im Mittelalter eingelegtes, süß-saures oder saures Gemüse/Obst zur Konservierung - der Vorfahr von Pickles/Sauerkonserven, kein süßes Obstkompott im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-007-orig" n="heffel" resp="#fyndling">Der saure Bodensatz (Hefe) von Wein oder Bier - wegen Säure und Hefekulturen zum Säuern/Fermentieren genutzt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-007-orig" n="win stain" resp="#fyndling">Weinstein (Kaliumhydrogentartrat), das natürliche Salz aus der Weinbereitung - hier zum Säuern und Klären der Lake.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-007-orig" n="oder" resp="#fyndling">Die beiden Wege (Essig+Hefe+Senf vs. Wein/Wasser+Weinstein) sind Alternativen, keine kombinierten Schritte.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßer Mangold-Kompost - gegarter junger Mangold in einem Honig-Wein-Sud mit Trockenfrüchten, eine süß-saure Gemüse-Frucht-Beilage. Kompost meint hier die eingelegte/konservierte Zubereitung (vgl. m384-007, m384-009), nicht das moderne Obstkompott.

Technik: Mangold in Salzwasser blanchieren und gut abtropfen lassen. Honig und Wein zu gleichen Teilen aufkochen, darin Feigen und Rosinen ziehen lassen, mit Safran gelb färben (das farbs = ‚färb es' der Würz-Färb-Formel), über den Mangold gießen und mit Anis und Mandeln bestreuen. Honig gegen Wein liefert die süß-saure Achse; die Trockenfrüchte vertiefen die Süße, der Anis gibt die würzige Note.

Praxis: Jungen Mangold kurz in Salzwasser garen, abtropfen. Gleiche Teile Honig und Wein mit ein paar Feigen und Rosinen erwärmen, eine Prise Safran für die Farbe, über den Mangold geben, mit etwas Anis und gehackten Mandeln bestreuen. Optional Mispeln (nach Frost) und Birnen dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="gumpost" resp="#fyndling">‚Kompost' (von lat. compositum) = süß-saure, konservierte Gemüse-/Obstzubereitung, nicht der moderne Komposthaufen und nicht ein süßes Obstkompott.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="ersich" resp="#fyndling">ersigen/ersihen = auströpfeln, abtropfen (Ehlert-Glossar). Der gekochte Mangold soll auf dem Brett abtropfen, nicht abkühlen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="enis" resp="#fyndling">Die Handschrift hat hier nur ‚es'; Ehlert konjiziert Anis nach dem Reichenauer Kochbuch Nr. 95 (‚streu Anis und Mandeln darunter').</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚färb es' (Verb) - der Färbe-Schritt der mittelalterlichen Würz-Färb-Formel, meist mit Safran (gelb). Kein Gewürz-Substantiv: ‚farbs' ist nicht ‚Gewürze', sondern die Anweisung zu färben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="baidertail oder lay winber" resp="#fyndling">‚beiderlei oder einerlei Weinbeeren' - also Feigen plus beide Rosinensorten, oder nur eine Sorte; eine Mengen-/Verfügbarkeitswahl.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="winber" resp="#fyndling">Weinbeeren = Rosinen (getrocknete Trauben).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-008-orig" n="nesplan" resp="#fyndling">Mispeln - altes Kernobst, erst nach erstem Frost/Lagerung weich und genießbar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-008-orig" n="enis" resp="#fyndling">Anis - die Handschrift schreibt nur ‚es'; Ehlert ergänzt Anis nach der Parallelstelle im Reichenauer Kochbuch Nr. 95 (‚streu Anis und Mandeln darunter').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schlehen-Kompott - in Schlehdorn-Früchte (Schlehen), kalt in einen aufgekochten Wein-Honig-Sud eingelegt. Eine süß-herbe Frucht-Konserve aus der mittelalterlichen Honig-Wein-Einlege-Familie, verwandt mit den eingelegten Quitten und Birnen.

Technik: Wein und Honig zu gleichen Teilen aufkochen, abkühlen lassen, dann die vorbereiteten Schlehen kalt einlegen - kalt, damit das Aroma der (teuren) Gewürze nicht verkocht. Optional Birnen und Mispeln, mit ganzen Gewürzen (Nelken, Zimt) gespickt. Immer nur die Portion ansetzen, die man anrichtet, damit die Gewürzkraft frisch bleibt.

Praxis: Schlehen erst nach dem ersten Frost (oder aus dem Gefrierfach) verwenden - vorher sind sie zu adstringierend. Gleiche Teile Wein und Honig aufkochen, erkalten lassen, Schlehen (und nach Wunsch mit Nelken gespickte Birnen/Mispeln) hineinlegen. Eine herb-süße Beilage zu Gebratenem oder ein Vorrat für den Winter.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-009-orig" n="Schlech gumpost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schlech">Schlehen-Kompott: schlech ist die Schlehe (mhd. slëhe, Frucht des Schlehdorns) - nicht ‚schlecht' und nicht ‚schlicht/einfach'. gumpost (Kompost) = in Wein und Honig eingelegte Früchte.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-009-orig" n="schlechen wolberaittet" resp="#fyndling">Gut vorbereitete Schlehen - in der Praxis heißt das: erst nach dem ersten Frost geerntet (oder im Gefrierfach durchgefroren), sonst sind die Früchte zu adstringierend.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-009-orig" n="also kalt" resp="#fyndling">Die Früchte werden in den abgekühlten Wein-Honig-Sud eingelegt - kalt, damit die teuren Gewürze ihr Aroma behalten (das sagt der Schluss-Satz ausdrücklich).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-009-orig" n="bstecken gewurtz" resp="#fyndling">Die Birnen/Mispeln mit ganzen Gewürzen (Nelken, Zimtstücke) spicken - eine gängige Methode, Aroma in die Früchte zu bringen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-009-orig" n="nesplen" resp="#fyndling">Mispeln - altes Kernobst, erst nach Frost/Lagerung weich und genießbar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-009-orig" n="Schlech gumpost / schlechen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schlech">Schlehen-Kompott - schlech/schlechen ist die Schlehe (mhd. slëhe), die Frucht des Schlehdorns. ‚leg sy darIn' (lege sie hinein) bezieht sich auf die Früchte. Es geht also um in Wein und Honig eingelegte Schlehen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Latwerge aus Borretschblüten - ein dick eingekochtes, getrocknetes Blüten-Mus, der direkte Verwandte von Quitten- und Birnen-Latwerge und nahe am Fruchtleder/Konfekt. Latwergen waren zugleich Süßspeise/Aufstrich und Hausapotheke.

Technik: Honig zuerst sehr gut abschäumen (klärt und entfernt Trübstoffe), Borretschblüten darin mit Wein dick einkochen, durch ein Tuch passieren, nach Wunsch würzen und auf einem Brett trocknen, bis eine feste, schneidbare Masse (Fruchtleder-Art) entsteht. Borretsch lässt sich auch wie ein Holunderblüten-Mus verarbeiten.

Praxis: Ca. 1 kg Borretschblüten (ersatzweise getrocknete Blüten oder andere essbare Blüten wie Veilchen/Rosen) klein hacken, mit ~500 g abgeschäumtem Honig und ~0,5 l Wein dick einkochen, passieren, mit Zimt/Ingwer/Nelken abschmecken und auf einem Brett bei trockener, warmer Lagerung mehrere Tage zu einer festen Latwerge trocknen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-010-orig" n="latwaerin" resp="#fyndling">Eine Latwerge ist ein dick eingekochtes Mus/eine Paste aus Früchten, Kräutern oder Blüten, oft durch Trocknen haltbar gemacht - zugleich Süßspeise/Aufstrich und Hausmittel. Vergleichbar mit Fruchtleder oder fester Konfitüre.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-010-orig" n="buratz bluomen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#buratz">Blüten des Borretsch (Borago officinalis) - eine beliebte Garten- und Heilpflanze des Mittelalters mit essbaren Blättern und blauen Blüten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-010-orig" n="lib-?### / masz" resp="#fyndling">lib = libra = Pfund (mittelalterlich ca. 500 g); masz = ein Flüssigkeitsmaß (regional ca. 1-1,5 l), hier 1/2 Maß ≈ 0,5 l.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-010-orig" n="schum das honig vor hin gar wol" resp="#fyndling">Den Honig vorab gut abschäumen - das entfernt Trübstoffe und ergibt eine klarere Latwerge.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-010-orig" n="czuch es durch ... vff ain brett" resp="#fyndling">Erst durch ein Tuch passieren (glätten), dann auf ein Brett ‚ziehen' und trocknen lassen, bis eine feste, schneidbare Masse entsteht (Fruchtleder-Prinzip).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eingelegte grüne (unreife) Walnüsse - der direkte Vorfahr der heutigen „Schwarzen Nüsse": ganze junge Walnüsse, gewässert und in einem gewürzten Honig-Wein-Sud konserviert. Eine festliche Beilage und ein Vorrat.

Technik: Die Nüsse werden geerntet, solange die Schale noch weich ist (Juni/Juli, vor der Verholzung), mit einer Ahle (sule) durchstochen und acht Tage in Salzlake gewässert - das zieht die bittere Gerbstoff-/Juglon-Last heraus (mehrfach Wasser wechseln). Dann in Wein und Honig weich kochen, mit ganzen Gewürzen (Nelken) spicken und im glasierten (säurefesten) Gefäß vollständig vom Sud bedeckt lagern, damit nichts schimmelt.

Praxis: Grüne Walnüsse Juni/Juli ernten (Handschuhe - sie färben tiefschwarz!), durchstechen, 8 Tage in mehrfach gewechselter Salzlake wässern, abspülen, in Wein + Honig weich kochen, mit Nelken spicken, im Glas mit Sud bedeckt kühl lagern. Vgl. die grüne-Walnüsse-Konserve rfk-074.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-011-orig" n="bon nusz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bon-nusz">boun nusz = Baumnüsse = Walnüsse. Hier ausdrücklich grün/unreif (‚solange die Schalen noch nicht hart werden'), wie für die Schwarze-Nüsse-Konserve nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-011-orig" n="die will die schallen nit anfauchent zuo herttend" resp="#fyndling">‚Solange die Schalen noch nicht hart werden' - die Walnüsse müssen jung und weich sein (Juni/Juli, vor der Verholzung), damit man sie durchstechen kann und sie ganz bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-011-orig" n="ainer sullen" resp="#fyndling">Eine Ahle/Pfriem (sule) - ein spitzes Werkzeug zum Durchstechen der noch weichen Nüsse, damit Lake und Sud eindringen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-011-orig" n="in gesaltzen wasser achttag" resp="#fyndling">Acht Tage in Salzlake wässern zieht die Bitterkeit (Gerbstoffe/Juglon) heraus - in der Praxis das Wasser mehrfach wechseln. Grüne Walnüsse färben dabei tiefschwarz.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-011-orig" n="geletsten geschier" resp="#fyndling">Ein glasiertes (säurefestes) Gefäß. Vollständig vom Sud bedeckt halten verhindert Schimmel - klassische Konservier-Regel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-011-orig" n="bon nusz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bon-nusz">boun nusz = Baumnüsse = Walnüsse (über Ehlerts Glossar bestätigt), nicht etwa franz. bon („gut"). Der Text verlangt ausdrücklich noch weiche, unreife Schalen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßer Gewürzsenf - feiner Senf, mit Honig zur festen Paste gerührt und mit Zimtblüte aromatisiert. Ein naher Verwandter des Lombardischen Senfs (Senf + Honig + Zimt) und der süß-würzigen Senf-Konserven der Zeit.

Technik: Senfsamen dörren, im Mörser fein stoßen und durch ein enges Tuch passieren (entfernt die Schalen, ergibt feines Senfmehl). Zimtblüte daruntermischen, mit Honig zu einer festen Vorrats-Paste rühren - ‚recht als der wachs bertt' meint: so fest wie erstarrendes Wachs. Zum Anrichten wird ein Teil mit Wein zu streichfähigem Senf angerührt.

Praxis: Senfsaat fein mahlen und sieben, mit einer Prise gemahlener Zimtblüte (ersatzweise etwas Zimt) und so viel Honig verkneten, dass eine feste Paste entsteht (haltbarer Vorrat). Bei Bedarf portionsweise mit Wein zu frischem Tafelsenf anrühren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-012-orig" n="senffsomen" resp="#fyndling">Senfsamen - getrocknet, fein gestoßen und durchs Tuch passiert (Schalen abgetrennt) ergibt das Senfmehl als Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-012-orig" n="czinmit pluot" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#czinmit-pluot">Zimtblüte (mhd. zimit-bluot, ‚Zimtblume') - die getrocknete Blüte des Zimtbaums, ein feines, dem Zimt verwandtes Gewürz. Nicht ‚Zimt und Blut': der Bestandteil -pluot/-plüt gehört zu zimit- und bildet das eine Wort Zimtblüte.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-012-orig" n="recht als der wachs bertt" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#recht-als-der-wachs-bertt">Konsistenz-Angabe - Ehlert liest ‚recht wie Wachsbrei': also eine dicke, knetbare Paste (wie weiches Wachs), die man später mit Wein zu Tafelsenf verdünnt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-012-orig" n="rib es mit win" resp="#fyndling">Zum Servieren wird ein Teil der festen Paste mit Wein zu streichfähigem Senf angerührt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-012-orig" n="czinmit pluot" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#czinmit-pluot">Zimtblüte (zimit-bluot, ‚Zimtblume') - ein Gewürz aus der Blüte des Zimtbaums, dem Zimt verwandt. Ein zusammengesetztes Substantiv; die Variantenüberlieferung hat an gleicher Stelle zimen plüe (Zimtblüte).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-012-orig" n="recht als der wachs bertt" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#recht-als-der-wachs-bertt">‚So fest wie (erstarrendes) Wachs' - eine Konsistenz-Angabe für die dicke Vorrats-Paste.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Wachtelkraut - kleine Vögel (Wachteln), geschichtet mit der doppelten Menge grüner Kräuter (Petersilie, Mangold) und im Topf geschmort: ein einfacher Eintopf von Geflügel auf Grünzeug.

Technik: Petersilie und Mangold fingerlang schneiden. Die ausgenommenen Wachteln mit Gewürzen bestreuen. Dann schichtweise Kraut und Wachteln (doppelt so viel Kraut wie Vögel) in einen Topf legen und schmoren - das Kraut gibt Feuchtigkeit und Aroma ab, die kleinen Vögel bleiben saftig. Wachteln werden, wie damals üblich, ganz (mit Knochen) gegart.

Praxis: Pro Wachtel etwa die doppelte Menge gehackte Petersilie/Mangold rechnen. Wachteln würzen, mit dem Kraut abwechselnd in einen Topf schichten, mit wenig Brühe/Wasser zugedeckt schmoren, bis die Vögel gar sind. Ersatzweise gehen Hähnchen- oder Perlhuhnteile.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-013-orig" n="wachtenlen krutt" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wachtenlen">‚Wachtelkraut' - ein Topfgericht aus Wachteln, geschichtet mit reichlich grünem Kraut (Petersilie, Mangold).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-013-orig" n="aines gelides lang" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#aines-gelides-lang">‚Ein Glied lang' = fingerglied-lang - das Grünzeug wird in kurze, mundgerechte Stücke geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-013-orig" n="gewaidt sigend" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gewaidt">‚Ausgeweidet/ausgenommen' - die Wachteln sind gereinigt und von Innereien befreit (ganz gegart, mit Knochen).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-013-orig" n="czwierend als vil krut" resp="#fyndling">‚Zweimal so viel Kraut' wie Wachteln - das Gericht ist überwiegend Grünzeug, mit den Vögeln als Einlage.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-013-orig" n="vnder ain andren" resp="#fyndling">‚Untereinander/schichtweise' - Kraut und Wachteln werden im Topf geschichtet, damit alles gleichmäßig durchzieht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebundenes Lauch-Kohl-Gemüse in einer Brot-Milch-Sauce - ein sämiges Schmorgemüse, das durch die mit Brot passierte Milch fast cremig wird (ein Vorfahr heutiger Rahmgemüse).

Technik: Lauch und Kohl fingerlang schneiden, in Schmalz anrösten, mit Wasser ablöschen, aufkochen und abgießen (nimmt Schärfe/Bitterkeit). Dann mit Brotmilch binden: Milch wird mit eingeweichtem Weißbrot durch ein Tuch passiert - das Brot bindet die Milch zur sämigen Sauce (Brotbindung statt Mehlschwitze). Etwas Schmalz rundet ab.

Praxis: Lauchringe und Kohlstreifen in Schmalz/Butter anschwitzen, kurz mit Wasser aufkochen, abtropfen. Milch mit etwas eingeweichtem Weißbrot pürieren/durchs Sieb streichen, übers Gemüse geben, mit einem Stich Schmalz/Butter binden und durchziehen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-014-orig" n="louch krutt" resp="#fyndling">Lauch als Gemüse (‚Lauchkraut'); zusammen mit Kohl die Basis des Gerichts.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-014-orig" n="aines gelides lang" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#aines-gelides-lang">‚Ein Fingerglied lang' (ca. 2-3 cm) - Lauch und Kohl werden in kurze Stücke geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-014-orig" n="rost sy in aim schmaltz ... guss ain wasser daran ... in ain sib" resp="#fyndling">Anrösten, mit Wasser aufkochen, dann abgießen - nimmt dem Kohl/Lauch Schärfe und macht ihn bekömmlicher, bevor er gebunden wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-014-orig" n="milch ... mit wissem brott durch ain tuoch gezogen" resp="#fyndling">Brotmilch: Milch wird mit eingeweichtem Weißbrot durch ein Tuch passiert - das Brot bindet die Milch zur sämigen Sauce. Brotbindung ist DAS mittelalterliche Bindemittel (vor der Mehlschwitze).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-014-orig" n="louch, krutt vnd koll" resp="#fyndling">Drei Gemüse - Lauch, Kraut und Kohl - so Ehlerts moderne Übersetzung („Nimm Lauch, Kraut und Kohl“). krutt meint hier eine kleinere Blätterpflanze / Kraut bzw. Blattgemüse (Ehlert-Glossar), neben dem festen Kohlkopf (koll).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern eine Geliermittel-Anleitung für Sülze (Aspik) - bemerkenswert, weil sie zwei Geliermittel nennt: getrocknetes, pulverisiertes Blütenpulver (Bohnen-, Erbsen-, Wickenblüte) und das bewährte Hausen-/Fischblase.

Technik: Die Blüten an der Luft trocknen und fein pulvern; zum Sülzen je 1,5 Lot (~22 g) Pulver pro Maß Sülze in ein Tüchlein binden und in der Brühe mitsieden, dann das Tüchlein wieder herausziehen. Daneben nennt das Rezept gleichwertig das kollagenreiche Hausen-/Fischblase (Schwimmblasen), das beim Erkalten geliert. Die Sülze kalt in glasiertes, steinernes oder zinnernes Geschirr gießen und auf kaltem Stein/in Kellern stellen - hier ist ausnahmsweise wirklich eine kalt gelierende Sülze gemeint (anders als die ‚salse'-Begriffe sonst).

Praxis: Verlässlich geliert die kollagenreiche Hausen-/Fischblase (heute durch Gelatine oder - vegan - Agar-Agar ersetzbar). Das Blütenpulver gibt die Quelle gleichwertig daneben an; Ehlert wertet die Methode nicht ab, sondern sieht darin eine eigene Ergänzung des Schreibers zum Kanon der mittelalterlichen Geliermittel. Wer heute sicher gelieren will, greift zur Fischblase bzw. zu Gelatine/Agar. Die Kornblüte-Variante derselben Idee steht bei Meister Hans (Sülze schnell fest werden lassen); eine Fischschuppen-/Hausenblase-Gallerte beschreibt das Reichenauer Kochbuch.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-015-orig" n="bonen bluost / arwis bluost / wicken pluost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bonen">Bohnen-, Erbsen- und Wickenblüten (bluost = Blüte). Getrocknet und pulverisiert sollen sie laut Rezept die Sülze zum Stocken bringen - eine ungewöhnliche pflanzliche Gelier-Idee.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-015-orig" n="ye vunder ain mausz i1/2 lott" resp="#fyndling">‚Von dem Büschel je für ein Maß 1,5 Lot' (des busches = vom Büschel der getrockneten Blüten): also ~22 g Blütenpulver je ≈ 1 Liter Sülze. Das Pulver wird in ein Tüchlein gebunden und in der Brühe mitgesotten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-015-orig" n="hussen pletter / fisch pletter" resp="#fyndling">Hausenblase (Schwimmblase des Hausen/Störs) und allerlei Fischblase - kollagenreiche, zuverlässige Geliermittel, die beim Erkalten stocken. Heute durch Gelatine oder (vegan) Agar-Agar ersetzbar.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-015-orig" n="gestaut / gestand" resp="#fyndling">‚Stockt / werden fest' - die Sülze geliert beim Erkalten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-015-orig" n="Ingelost geschier" resp="#fyndling">gelöst / glesten = glasiert (Ehlert-Glossar; vgl. die Reichenau-Parallele stainina geschieren). Gemeint ist also nicht Glas, sondern glasiertes (irdenes) Geschirr - daneben steinernes (Steingut) oder zinnernes Gefäß.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-015-orig" n="kalt giessen ... vff kalt stain" resp="#fyndling">Die Sülze wird kalt in glasiertes, steinernes oder zinnernes Geschirr gegossen und auf kaltem Stein / in Kellern zum Festwerden aufgestellt - hier ist ausnahmsweise wirklich eine kalt gelierende Sülze (Aspik) gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-015-orig" n="des busches ye vunder ain mausz i1/2 lott" resp="#fyndling">Dosierung: 1,5 Lot Blütenpulver (~22 g) je ein Maß (≈ 1 l) Sülze. Das Pulver kommt in ein Tüchlein und wird in der Brühe mitgesotten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-015-orig" n="In gelöst geschier" resp="#fyndling">gelöst (glesten) = glasiert, also glasiertes (irdenes) Geschirr - so das Ehlert-Glossar und die Reichenau-Parallele (stainina geschieren).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-016-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kein Kochrezept, sondern ein kurzer Hausapotheken-Eintrag: eine medizinische Notiz zum Saft des Wegerichs (Plantago), wie sie in spätmittelalterlichen Sammelhandschriften oft zwischen den Küchenrezepten stehen. Genannt werden zwei traditionelle Anwendungen - ins Ohr geträufelt bei Hörproblemen und äußerlich zum Stillen von Blutungen.

Einordnung: Wegerich (besonders der Spitzwegerich, Plantago lanceolata) galt seit der Antike als adstringierende Wundpflanze; solche Zuschreibungen sind hier historisch zu lesen, nicht als heutige Anwendungsempfehlung. Der Eintrag dient bei uns der Vollständigkeit der Handschrift und zeigt, wie eng Küche und Hausapotheke im Spätmittelalter beieinander lagen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-016-orig" n="Wegrich" resp="#fyndling">Der Wegerich (Plantago) ist eine alte Heilpflanzen-Gattung; besonders der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wurde seit der Antike als Wund- und Hustenpflanze geschätzt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-016-orig" n="vngehorenden oren" resp="#fyndling">‚Unhörige Ohren' - im Kontext taube oder schwerhörige Ohren; der Saft sollte hineingeträufelt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-016-orig" n="pluot czuo verstellen" resp="#fyndling">‚Das Blut zu stillen' (Blutungen stoppen) - Wegerich galt traditionell als adstringierende, blutstillende Pflanze.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-016-orig" n="Wegrich safft hilffet In vngehorenden oren gegossen vnd ist ouch guot fur das pluot czuo verstellen" resp="#fyndling">Eine medizinische Notiz zur Anwendung von Wegerichsaft (bei Hörproblemen ins Ohr, äußerlich zur Blutstillung) - kein kulinarisches Rezept.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Geflügelpastete - eine aus ausgerolltem Teig geformte Hülle, gefüllt mit roh kleingehacktem Tauben- oder Hühnerfleisch und Speckwürfeln, oben mit einem Eierpfannkuchen verschlossen und im Ofen gebacken. Eines von vier zusammengehörigen Pasteten-Rezepten in Cgm 384 (Nr. 17-20).

Technik: Der gewelte taig ist ein mit dem Wellholz ausgerollter Teig (nicht ‚gewalkt'); daraus formt man von Hand eine Teigschale - im Text scherben genannt, hier also die Teighülle, nicht ein Tongefäß. Fleisch und Speck kommen roh hinein (sie garen erst beim Backen), werden gewürzt, und statt eines Teigdeckels schließt ein dünner Eierpfannkuchen (blat von ayern) die Pastete oben ab.

Praxis: Mürbe- oder Pastetenteig ausrollen, eine Form auskleiden oder eine freistehende Hülle formen, mit roh gewürfeltem Geflügel und Speck füllen, kräftig würzen (Pfeffer, Ingwer, Muskat, Nelken, etwas Safran), mit einem dünn gebackenen Eierpfannkuchen abdecken und im Ofen backen, bis Teig und Füllung gar sind. Ersatzweise Hähnchenteile.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-017-orig" n="basteten" resp="#fyndling">Pastete - eine gefüllte, gebackene Teighülle. basteten/bastent ist die fnhd. Form; Ehlert übersetzt durchweg ‚Pastete'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-017-orig" n="gewelten taig" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gewelten-taig">Ein mit dem Wellholz ausgerollter Teig (gewellt, nicht ‚gewalkt') - geschmeidig und formbar wie heutiger Mürbe-/Pastetenteig.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-017-orig" n="scherben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#scherben">Hier die aus dem Teig geformte Teighülle/Form der Pastete - nicht ein Tongefäß. Ehlerts Glossar: scherben = ausgewellter (ausgerollter) Teig.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-017-orig" n="wurfflot" resp="#fyndling">‚Würfelig' - der Speck wird in Würfel geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-017-orig" n="blat von guoten ayern" resp="#fyndling">Ein Eierpfannkuchen (Ehlert: ‚flacher Pfann- oder Eierkuchen') - er dient als Deckel der Pastete statt eines Teigdeckels.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-017-orig" n="scherben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#scherben">Die aus dem ausgerollten Teig geformte Teighülle/Pastetenform - bestätigt durch Ehlerts Glossar (scherben = ausgewellter Teig) und ‚mach daraus eine Form'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-017-orig" n="blat von guoten ayern" resp="#fyndling">Ein dünner Eierpfannkuchen als Deckel (Ehlert: ‚flacher Pfann-/Eierkuchen').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Varianten-Pastete - das dritte der vier Pasteten-Rezepte (Pastete mit Taube oder Huhn, Pastete von Fisch, Geflügel oder Fleisch, Hohe Pastete mit Fleischfüllung). Statt einer festen Füllung zählt der Text mehrere Möglichkeiten auf: als Grundmasse Eier und Käse (trocken oder feucht gehalten), süß mit Feigen und Weinbeeren oder mit guten Birnen und Gewürzen, oder herzhaft mit vorjährigen (getrockneten) Morcheln und Gewürz.

Technik: Die Eier-Käse-Masse wird in eine Teighülle gefüllt und gebacken (wie bei den drei Schwester-Rezepten). trucken oder nasz meint die Konsistenz der Füllung - fester/trockener oder saftiger/feuchter. Die Zusätze sind austauschbar: Trockenfrüchte für die süße Variante, getrocknete Morcheln vom Vorjahr (im Spätmittelalter ein geschätzter haltbarer Vorrat) für die herzhafte.

Praxis: Eier mit geriebenem Käse verrühren (für die feuchte Variante mehr Ei/etwas Milch, für die trockene fester), nach Wunsch mit eingeweichten Feigen und Rosinen oder mit gewürfelten Birnen und Gewürz süßen - oder mit eingeweichten, vorjährigen Trockenmorcheln und Gewürz herzhaft machen. In eine Teighülle füllen und im Ofen backen. Die Eier-Käse-Füllung teilt sich das Prinzip mit der Krebspastete mit Früchten und Kräutern.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-018-orig" n="bastent" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bastent">Pastete (bastent/basteten) - eine gefüllte, gebackene Teighülle; Ehlert übersetzt durchweg ‚Pastete'. Hier kein Rätselwort, sondern dasselbe Gericht wie in den Rezepten 17, 19 und 20.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-018-orig" n="trucken oder nasz" resp="#fyndling">‚Trocken oder feucht' - bezeichnet die Konsistenz der Füllung (fester bzw. saftiger), nicht zwei verschiedene Gerichte.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-018-orig" n="winbern" resp="#fyndling">Weinbeeren - getrocknet die Rosinen; meint hier die süße Trockenfrucht-Variante.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-018-orig" n="verend morochen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#verend">Vorjährige Morcheln - verend = ‚vom vorigen Jahr' (Ehlert), morochen = Morcheln (nicht Karotten; Ehlert übersetzt ‚Morcheln vom letzten Jahr'). Getrocknete Morcheln waren ein geschätzter haltbarer Vorrat; vgl. das Reichenauer ‚wärent morouch'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-018-orig" n="verend morochen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#verend">Vorjährige (getrocknete) Morcheln: verend = ‚vom vorigen Jahr', morochen = Morcheln. So Ehlert (‚Morcheln vom letzten Jahr') und das Reichenauer Parallelrezept (‚wärent morouch').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-018-orig" n="bastent ... trucken oder nasz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bastent">Eine Pastete mit wahlweiser Füllung (Eier-Käse-Basis, süß oder herzhaft); trucken oder nasz = fester oder saftiger angesetzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Pastete mit wählbarer Füllung - das zweite Fleisch-/Fisch-Pasteten-Rezept der Reihe (Nr. 17-20). Der Text nennt drei Wege: mit beliebigem Fisch (in Brühe, Wein, Schmalz und Gewürz), mit allerlei Geflügel (auch Gans und Ente) oder mit kleingehacktem Kalbfleisch, Speck und Petersilie.

Technik: Das Grundprinzip ist wie bei den Schwester-Rezepten: eine Teighülle wird gefüllt und im Ofen gebacken. Die Fisch-Variante wird mit etwas Brühe, Wein und Schmalz saftig gehalten (eine fastentaugliche Füllung); die Fleisch-Variante mit fein gehacktem Kalbfleisch, Speck und Petersilie. Das fast wortgleiche Reichenauer Parallelrezept nennt für den Fisch konkret Schleie, Felchen, Trüsche, junge Hechte oder Brachsen.

Praxis: Eine Pastetenhülle (Mürbe-/Pastetenteig) mit der gewünschten Füllung beschicken - festen Fisch (Hecht, Karpfen, Lachs) mit etwas Brühe, Wein, Schmalz und Gewürz, oder Geflügelteile, oder gehacktes Kalbfleisch mit Speck und Petersilie. Würzen, schließen und im Ofen backen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-019-orig" n="basteten / bastent" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bastent">Pastete - eine gefüllte, gebackene Teighülle (Ehlert: ‚Pastete'). Dasselbe Gericht wie in den Rezepten 17, 18 und 20; kein seltenes Rätselwort.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-019-orig" n="wellerlay du wilt" resp="#fyndling">‚Welcherlei [Fisch] du willst' - freie Wahl des Fischs. Das Reichenauer Parallelrezept nennt konkret Schleie, Trüsche, Felchen, junge Hechte oder Brachsen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-019-orig" n="bruegin" resp="#fyndling">Brühe als Geschmacks- und Feuchtigkeitsbasis der Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-019-orig" n="pe terlin" resp="#fyndling">Petersilie - hier fein gehackt in die Fleischfüllung (Kalbfleisch, Speck, Petersilie).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-019-orig" n="bastent / basteten" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bastent">Pastete (Ehlert) - gefüllte, gebackene Teighülle; der Text schreibt selbst ‚ain basteten von fischen'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-019-orig" n="wellerlay du wilt / allay fogel gros vnd klain" resp="#fyndling">Freie Wahl der Hauptzutat (welcher Fisch / alle Vögel, groß und klein) - ein anpassbares Grundrezept.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine hohe Fleischpastete - die aufwendigste der vier Pasteten (Nr. 17-20): eine handhohe, freistehende Teighülle, dicht mit einem Eierpfannkuchen verschlossen und im Ofen gebacken; nach dem Backen wird durch ein Loch zusätzlich Brühe, Wein oder Schmalz nachgegossen.

Technik: Aus festem, gut ausgerolltem Teig (wolgewelter taig) wird ein hoher Teigrand (hocher scherben, ‚eine Hand hoch') geformt - der Teig-Topf, der die Füllung trägt. Die rohe Füllung (Tauben-/Hühner- oder anderes Fleisch, mit Speck, gewürzt) wird gewürzt und gefärbt, solange sie roh ist (farbs als row) - eine Zeitangabe, kein ‚rötlich wie roh'. Üblich war Färben mit Safran (goldgelb). Der dichte Verschluss hält Dampf und Saft im Inneren; nach dem Backen macht das Nachgießen von Brühe/Wein/Schmalz die Pastete saftiger.

Praxis: Festen Pastetenteig zu einer hohen, freistehenden Hülle (oder in einer Springform) formen, mit roh gewürztem, fein gehacktem Fleisch und Speck füllen, nach Wunsch mit etwas in Brühe gelöstem Safran färben, mit einem dünnen Eierpfannkuchen luftdicht abdecken und backen. Nach dem Backen durch ein kleines Loch heiße Brühe, Wein oder Schmalz angießen und wieder verschließen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-020-orig" n="bastent / bastet" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bastent">Pastete (Ehlert) - hier die hohe, freistehende Variante. Das Wort gehört zur selben Gruppe wie die Rezepte 17-19.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-020-orig" n="wolgewelten taig" resp="#fyndling">Ein fester, gut ausgerollter Teig (gewellt = mit dem Wellholz ausgerollt) - tragfähig genug für eine hohe Hülle.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-020-orig" n="hochen scherben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#scherben">Ein hoher Teigrand - Ehlerts Glossar: ‚ausgewellter Teig mit hohem Rand'. Der scherben ist die Teighülle selbst (‚eine Hand hoch'), nicht ein Tongefäß.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-020-orig" n="farbs als row" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs-als-row">‚Färbe es, solange es roh ist' - Ehlert: ‚färbe alles im rohen Zustand'. Eine Zeitangabe (vor dem Backen färben), kein ‚rötlich wie roh'. Gefärbt wurde üblicherweise mit Safran; nicht mit Blut.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-020-orig" n="ain tail darIn beschliessen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tail">Nach dem Backen einen Teil Brühe, Wein oder Schmalz in die Pastete gießen und wieder verschließen - das macht sie saftiger und geschmackvoller.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-020-orig" n="farbs als row" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs-als-row">‚Färbe es, solange es roh ist' (Ehlert: ‚färbe alles im rohen Zustand') - die rohe Füllung wird vor dem Einfüllen gewürzt und gefärbt, üblicherweise mit Safran.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-020-orig" n="hochen scherben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#scherben">Ein hoher Teigrand/Teig-Topf (Ehlert-Glossar: ‚ausgewellter Teig mit hohem Rand') - die freistehende Pastetenhülle, ‚eine Hand hoch'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Leberpfeffer - ein „Pfeffer" meint hier keine Gewürzsorte, sondern eine scharf gewürzte, mit Brot gebundene Sauce (Ehlert-Glossar: pfeffer = ‚scharf gewürzte Soße'). Gebratene Leber, teils gemörsert als Bindung, teils in Scheiben, in einer säuerlich-würzigen Roggenbrot-Sauce.

Technik: Die Leber wird gebraten, das Äußere abgeschnitten und im Mörser zerstoßen - das bindet die Sauce. Die übrige Leber kommt in Scheiben dazu. Roggenbrot dient als Brotbindung (das mittelalterliche Bindemittel vor der Mehlschwitze), Brühe als Basis, Wein oder Essig für die Säure. Alles köchelt in der Pfanne zur sämigen Sauce. Eine eng verwandte, ausführlicher beschriebene Variante mit gelber Pfeffer-Sauce findet sich bei Gebratene Leber in Pfeffer-Sauce.

Praxis: Leber kräftig anbraten, einen Teil mit etwas Brühe fein mörsern/pürieren, den Rest in Scheiben schneiden. Eingeweichtes Roggenbrot, Brühe und Wein (oder Essig) zugeben, würzen (Pfeffer, Ingwer) und sämig einköcheln. Passt zu Brot oder als kräftige Beilage.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-021-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Hier kein Gewürz, sondern der Gerichtname: ein pfeffer ist eine scharf gewürzte, mit Brot gebundene Sauce (Ehlert-Glossar: ‚scharf gewürzte Soße').</note>
        <note type="gloss" target="#m384-021-orig" n="das vss darab" resp="#fyndling">‚Das Äußere davon' - das beim Zuschneiden abgeschnittene Stück der gebratenen Leber, das gemörsert wird und die Sauce bindet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-021-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein Mörser zum Zerstoßen der Leber zu einer feinen, bindenden Paste.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-021-orig" n="well es" resp="#fyndling">Von wëllen/wallen - hier ‚köcheln/aufwallen lassen' (Ehlert: ‚köcheln').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schwarzer Pfeffer zu Wildbret - ein „Pfeffer" im Sinne einer dunklen, mit Brot gebundenen Würzsauce, in der das Wildfleisch gegart wird. Die dunkle Farbe kommt vom gerösteten Roggenbrot und den Gewürzen.

Technik: Geröstetes Roggenbrot (gebättes brott = gebäht/geröstet, nicht gebacken) wird mit Brühe, Wein und Essig durchtränkt und passiert - das Brot bindet die Sauce. Kräftig würzen, ausgelassenen Speck zugeben (auf ein früheres Rezept verwiesen) und das Wildbret darin gar köcheln.

Praxis: Dunkles Roggenbrot rösten, in Brühe + Wein + etwas Essig einweichen und durch ein Sieb streichen. Mit Pfeffer, Ingwer, Nelken würzen, Speckwürfel/-fett zugeben und das Wildbret (Hirsch, Reh, Wildschwein) in der Sauce schmoren, bis es gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-022-orig" n="pfeffer schwartz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein Schwarzer Pfeffer - eine dunkle, mit Brot gebundene Würzsauce (kein Gewürz). Die dunkle Farbe kommt hier vom gerösteten Roggenbrot und den Gewürzen; der Text nennt kein Blut.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-022-orig" n="gebättes brott ruggis" resp="#fyndling">Geröstetes Roggenbrot - gebättes von bähen (rösten/erwärmen, Ehlert-Glossar), nicht ‚gebacken'. Es bindet die Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-022-orig" n="als vor ist geschriben" resp="#fyndling">‚Wie zuvor geschrieben' - Verweis auf die Speck-Zubereitung in einem früheren Rezept der Handschrift (gewürfelt, ausgelassen).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-022-orig" n="erwoll das wild pratt" resp="#fyndling">‚Koche das Wildbret darin' (Ehlert) - das Fleisch wird in der fertigen Sauce gar gekocht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-022-orig" n="gebättes brott ruggis" resp="#fyndling">Geröstetes Roggenbrot (gebättes von bähen = rösten; Ehlert-Glossar) als Bindemittel - nicht ‚gebackenes' Brot.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-022-orig" n="pfeffer schwartz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Eine dunkle, mit geröstetem Roggenbrot gebundene Würzsauce; die Farbe kommt von Brot und Gewürzen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Rehleber-Mus - die Leber wird gegart, fein zerstoßen und mit Roggenbrot in Brühe zu einem sämigen, säuerlich-würzigen Mus gebunden, in der Schüssel angerichtet und mit einem gebackenen Eierpfannkuchen bedeckt. Verwandt mit den ‚Pfeffer'-Leber-Saucen der Reihe.

Technik: Die Leber kann gesotten, gebraten oder geröstet werden (das Rezept lässt die Wahl). Dann fein hacken oder mörsern - oder direkt mit eingeweichtem Roggenbrot in guter Brühe zerstoßen (Brotbindung). Wein und etwas Essig geben die süß-saure Note, Speck Tiefe; kurz aufkochen. Der gebackene Eierpfannkuchen (ayer plat) kommt als zarte Decke obenauf.

Praxis: Rehleber (ersatzweise Kalbsleber) garen, mit eingeweichtem Roggenbrot und Brühe fein pürieren/mörsern, mit Wein, etwas Essig und gewürfeltem Speck verkochen, würzen, in einer Schüssel anrichten und einen dünn gebackenen Eierpfannkuchen darüberlegen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-023-orig" n="Rech leber" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rech">Rehleber - eine geschätzte Wildleber. Ersatzweise Kalbsleber.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-023-orig" n="sud sy oder braut sy oder rost sy" resp="#fyndling">Drei freigestellte Garmethoden für die Leber: sieden, braten oder rösten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-023-orig" n="stosz sy mit ainem ruggin brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#ruggin">Die Leber wird mit eingeweichtem Roggenbrot in Brühe zerstoßen - Brotbindung, das mittelalterliche Bindemittel für sämige Saucen und Muse.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-023-orig" n="speck als vor geschriben ist" resp="#fyndling">‚Speck, wie zuvor beschrieben' - Verweis auf die Speck-Zubereitung in einem früheren Rezept (gewürfelt/gehackt).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-023-orig" n="gebachen ayer plat" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat">Ein gebackener Eierpfannkuchen (Ehlert: ‚flacher Pfann-/Eierkuchen'), als Decke obenauf gelegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Lebermus-Sauce, in die gebratenes Geflügel und andere Braten gegeben werden - eine sämige, säuerlich (wahlweise süße) Sauce auf Leber-Brot-Basis als Träger für gebratenes Geflügel (Rebhuhn, Hühnchen), Presskopf oder Hirschleber.

Technik: Gesottene Schaf- oder Kalbsleber wird mit der gleichen Menge Brot fein gemörsert, mit Wein und/oder Essig durch ein Tuch geschlagen (passiert), gewürzt und gefärbt, dann aufgekocht. In diese Sauce kommen die gebratenen Fleisch-/Geflügelstücke (gib fogel darIn = gib Vögel hinein). Wer mag, süßt mit Honig - die typische süß-saure Achse der Zeit.

Praxis: Leber garen, mit gleich viel eingeweichtem Brot fein pürieren, mit Wein/Essig durch ein Sieb streichen, würzen (Pfeffer, Ingwer, Nelken), mit Safran goldgelb färben, aufkochen; nach Wunsch mit Honig abrunden. Gebratenes Geflügel oder Braten hineingeben und ziehen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-024-orig" n="stoss sy gar klain" resp="#fyndling">Leber und Brot werden im Mörser zu einer feinen Paste zerstoßen (modern: pürieren oder zweimal wolfen).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-024-orig" n="czuchs durch" resp="#fyndling">Die Masse wird durch ein Tuch oder Sieb passiert - so wird die Sauce glatt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-024-orig" n="farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚Färbe es' - übliche Speisefärbung, hier am ehesten Safran (Goldgelb).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-024-orig" n="gib fogel darIn" resp="#fyndling">‚Gib Vögel hinein' (Ehlert) - die gebratenen Vögel kommen *in* die Sauce; die folgende Aufzählung (‚darIn ... geben') bestätigt das.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-024-orig" n="gebresseten kopff" resp="#fyndling">Ein gekochter, gepresster Kopf (Presskopf/Sülze), meist vom Kalb oder Schwein.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-024-orig" n="hierß leber" resp="#fyndling">Hirschleber - eine Wildspezialität, ebenfalls in die Sauce gegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-024-orig" n="gib fogel darIn" resp="#fyndling">‚Gib Vögel hinein' - die gebratenen Vögel/Braten kommen in die Sauce (Ehlert). Die anschließende Aufzählung (‚darIn ... geben') stützt das eindeutig.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Drei kurz skizzierte Pfeffer-Saucen zu Fisch - „Pfeffer" meint hier die dunkle, gebundene Würzsauce (kein Gewürz). Das Rezept reiht drei Varianten aneinander: einen herzhaften, wildbret-dicken; einen süßen mit Honig für kleine ganze Fische; und einen dritten, mit Erbsen, Pfefferbrot, Mehl und Zwiebeln gebunden.

Technik: Die Bindung ist hier vielfältig: durchgezogene (passierte) Erbsen (ärwißen), Pfefferbrot (Gewürzbrot), Mehl und Zwiebeln, dazu Pfeffer und ganze Pfefferkörner (dürre pfeffer). „So dick wie an einem Wildbret" nennt die gewünschte Konsistenz (vgl. den Wildbret-Pfeffer m384-022). Die süße Variante bekommt Honig.

Praxis: Fisch garen (Karpfen, Brassen, Schleie - oder kleine ganze Fische). Für die Sauce Erbsen weich kochen und passieren, mit eingeweichtem Pfefferbrot, etwas Mehl und gedünsteten Zwiebeln zu einer sämigen Sauce binden, mit Pfeffer (gemahlen und ganze Körner) würzen; für die süße Art Honig zugeben. Der Schluss „mach, wie es deine Gewohnheit ist" überlässt die Feinheiten dem Koch.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="schwartz pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein Schwarzer Pfeffer - eine dunkle, gebundene Würzsauce (kein Gewürz), hier zu Fisch. Der Text bindet/färbt mit Erbsen, Pfefferbrot, Mehl und Zwiebeln; Blut wird nicht genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="schligen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schligen">Schleie (schlige), ein Karpfenfisch - nicht Hecht (Ehlert-Glossar: schligen = Schleie).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="wildpraett" resp="#fyndling">Vergleich der Konsistenz: die Sauce soll so dick sein wie ein Wildbret-Pfeffer (vgl. m384-022).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="arwiszen" resp="#fyndling">Erbsen (ärwißen; Ehlert-Glossar) - durchgezogen/passiert als Bindung. Dieselbe Wortform wie arwis in der Erbsenblüte (m384-015), nicht ‚erwiesen/bekannte Art'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="czubelen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#czubelen">Zwiebeln - hier ausdrücklich als Saucen-Bestandteil genannt (ein Fall, in dem die sonst selten verzeichnete Zwiebel namentlich auftaucht).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="pfefferbrott" resp="#fyndling">Pfefferbrot = Gewürzbrot (Ehlert-Glossar) - ein gewürztes, dunkles Brot zum Binden und Würzen von Saucen. Ersatz: gewürztes Schwarzbrot oder Lebkuchen ohne Zuckerglasur.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-025-orig" n="durre pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#durre-pfeffer">‚Dürrer Pfeffer' - ganze (getrocknete) Pfefferkörner (Ehlert: ‚Pfefferkörner'), zusätzlich zum gemahlenen Pfeffer.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-025-orig" n="arwiszen" resp="#fyndling">Erbsen (ärwißen; Ehlert-Glossar), durchgezogen/passiert als Bindung der Sauce - dieselbe Form wie arwis in der Erbsenblüte (m384-015).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-025-orig" n="schligen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schligen">Schleie (schlige, ein Karpfenfisch) - Ehlert-Glossar: schligen = Schleie. Nicht Hecht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-025-orig" n="schwartz pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Eine dunkle, gebundene Würzsauce zu Fisch; gebunden/gefärbt mit Erbsen, Pfefferbrot, Mehl und Zwiebeln.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Krebspfeffer - „Pfeffer" meint hier die würzige, gebundene Sauce, nicht das Gewürz. Gesottene Krebse werden ausgelöst, das Krebsfleisch kommt in eine durch Wein und Essig passierte Krebsmasse, die als säuerlich-würziger Pfeffer aufgekocht wird.

Technik: Krebse sieden und mit Wein und Essig durchschlagen (passieren) - das ergibt die sämige Basis. Aus den gesottenen Krebsen das Fleisch aus Scheren, Bäuchen und Schwänzen lösen, dazu die Beine von den Bäuchen (Ehlert vermutet ‚schneide' statt ‚siede'), und das alles in die durchgezogene Krebsmasse geben. Würzen und wie einen Pfeffer köcheln.

Praxis: Flusskrebse in Salzwasser/Wein-Essig kochen, ausbrechen (Scheren, Schwänze, Beinfleisch), die Karkassen mit etwas Flüssigkeit fein passieren als Sauce-Basis, das Fleisch hineingeben, mit Pfeffer/Ingwer/Nelken würzen und kurz als Pfeffer aufkochen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-026-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Hier der Gerichtname: eine scharf gewürzte, gebundene Sauce (Ehlert-Glossar: ‚scharf gewürzte Soße') - nicht das Gewürz. Gebunden wird hier mit der passierten Krebsmasse selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-026-orig" n="an krepss" resp="#fyndling">‚Zu Krebsen' (Ehlert) - der Pfeffer wird zu/aus Krebsen gemacht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-026-orig" n="czuch sy durch" resp="#fyndling">‚Durchschlagen/passieren' - die gesottenen Krebse werden mit Wein und Essig durch Tuch oder Sieb getrieben, das ergibt die sämige Sauce-Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-026-orig" n="die bain von den buchen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bain">Die Beine von den Bäuchen (Ehlert) - das Beinfleisch wird mit dem übrigen Krebsfleisch in die durchgezogene Masse gegeben. Ehlert vermutet, dass ‚sud' (siede) hier für ‚schnid' (schneide) steht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-026-orig" n="die bain von den buchen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bain">Die Beine von den Bäuchen der Krebse; das Beinfleisch kommt mit dem übrigen Fleisch in die durchgezogene Krebsmasse (Ehlert). Ehlert vermutet ‚schnid' (schneide) statt des überlieferten ‚sud' (siede).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Krebse - das Krebsfleisch wird ausgelöst, mit gebackenem Ei gehackt, gewürzt und gefärbt, wieder in die Krebsschalen gefüllt und auf dem Rost gebraten. Die Schale dient als natürliche Form und Servierhülle.

Technik: Große Krebse schälen, das Innere herausnehmen, das Schlechte (Kiemen, Darm) verwerfen, das Fleisch fein hacken und mit gebackenem Ei (gehacktem Eierkuchen/Omelett) mischen. Würzen und färben (Safran für Gold). Die Masse in die Schalenhälften füllen, diese wieder aufeinandersetzen und auf dem Rost über Glut garen.

Praxis: Krebse kochen, Schwanz- und Scherenfleisch auslösen, fein hacken, mit gehacktem Rührei/Omelett, Gewürzen (Pfeffer, Ingwer, Muskat) und etwas Safran vermengen, in die Schalen füllen, zusammensetzen und auf dem Grillrost garen. Ersatzweise Flusskrebse oder geschälte Garnelen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-027-orig" n="krepss" resp="#fyndling">Krebse waren eine beliebte Fastenspeise und galten als Delikatesse.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-027-orig" n="das ynder" resp="#fyndling">‚Das Innere' = das Eingeweide (Ehlert-Glossar: ynder, vgl. in-geäder); es wird herausgenommen, das Schlechte verworfen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-027-orig" n="das boesz" resp="#fyndling">‚Das Schlechte' - die ungenießbaren Teile (Kiemen, Magen, Darm), die weggeworfen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-027-orig" n="gebachen ayer" resp="#fyndling">‚Gebackene Eier' - gegarte Eier (Rührei/Eierkuchen), gehackt und unter das Krebsfleisch gemischt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-027-orig" n="stoss die schallan vber ain andren" resp="#fyndling">Die Schalenhälften nach dem Füllen wieder aufeinandersetzen, damit die Füllung beim Braten geschützt ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-027-orig" n="gebachen ayer" resp="#fyndling">Gegarte (gebackene) Eier - gehackt und unter das Krebsfleisch gemischt; so auch Ehlert (‚gebackene Eier').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Krebspfeffer der raffinierten Art: gesottene, ausgelöste Krebse werden in einer Sauce aus rohen, gemörserten Krebsen serviert - ein Vorläufer der modernen Krebs-Bisque, bei der die rohen Tiere die intensive Sauce geben.

Technik: Erst Krebse sieden und schälen, bis die Hälse (Schwanzfleisch) bloßliegen. Dann rohe Krebse bis zu den Augen ausnehmen, das Schlechte verwerfen, im Mörser fein zerstoßen und mit Wein oder Essig durch Tuch/Sieb streichen - das ergibt die aromatische Sauce. Diese würzen und als Pfeffer über die geschälten (gegarten) Krebse geben.

Praxis: Krebse kochen und ausbrechen. Für die Sauce rohe Krebse (ersatzweise die Karkassen) fein mörsern, mit Wein/Essig passieren, mit Pfeffer, Ingwer, Galgant und Nelken würzen und kurz erhitzen; über das gegarte Krebsfleisch geben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-028-orig" n="kreps pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein ‚Pfeffer' = würzige, gebundene Sauce (kein Gewürz), hier auf Krebsbasis. Der Text bindet mit den rohen, gemörserten Krebsen; Blut wird nicht genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-028-orig" n="das die hols blosz sy" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hols">‚Bis die Hälse bloß sind' (Ehlert: häls) - das Schwanz-/Halsfleisch der Krebse liegt nach dem Schälen frei. Nicht ‚Holz'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-028-orig" n="czuo den augen vss" resp="#fyndling">‚Bis zu den Augen ausnehmen' (Ehlert) - die rohen Krebse werden ausgenommen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-028-orig" n="das kaut" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kaut">‚Das Schlechte' - alemannisch für kär ‚das Böse' (Ehlert-Glossar); die ungenießbaren Teile werden verworfen. Nicht ‚Kraut'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-028-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein Mörser zum Zerstoßen der rohen Krebse zu einer feinen Paste, die anschließend passiert wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schwarzer Pfeffer (dunkle Würzsauce) mit zwei Brot-Einlagen: gewürfelter Eierkuchen, der in der Sauce aufwallt, und obenauf geröstete Weißbrot-Croutons. Eine sättigende Fastenspeise (Sauce auf Fischbrühe).

Technik: In der Pfanne einen Eierkuchen (plat) backen, in Würfel schneiden. Die Sauce aus Brot, Mehl und Fischbrühe binden (zwei Bindemittel - Brotkrume und Mehl), die gebackenen Würfel darin aufwallen lassen. Separat gewürfeltes Weißbrot in Öl oder Schmalz rösten (Croutons) und darüberstreuen.

Praxis: Dünnen Eierkuchen backen, würfeln. Sauce aus eingeweichter Brotkrume, etwas Mehl und Fischbrühe sämig kochen, würzen (Pfeffer, Ingwer, Nelken), die Eierkuchen-Würfel darin ziehen lassen. Weißbrotwürfel in Öl/Schmalz knusprig rösten und vor dem Servieren darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-029-orig" n="schwarczen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Eine dunkle, gebundene Würzsauce (kein Gewürz), hier auf Fischbrühe - eine Fastenspeise. Der Text nennt kein Blut.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-029-orig" n="plat" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat">Ein in der Pfanne gebackener Eierkuchen (Ehlert), der in Würfel geschnitten und in der Sauce mitgegart wird (vgl. das Blatt von Ei).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-029-orig" n="vss brott mell vnd visch bruege" resp="#fyndling">Die Sauce wird aus Brot, Mehl und Fischbrühe gebunden - zwei Bindemittel (Brotkrume und Mehl) in der Brühe. Ehlert: ‚aus Brot, Mehl und Fischbrühe'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-029-orig" n="wisz brott ... in öl ... wurfflott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflott">‚Gewürfeltes Weißbrot in Öl rösten' (wurfflott = würfelig): geröstete Brotwürfel (Croutons) als Topping. Die Handschrift schreibt hier brot mell, das Reichenauer Parallelrezept und Ehlert lesen brott in öl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-029-orig" n="plat" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat">Ein in der Pfanne gebackener Eierkuchen (Ehlert), gewürfelt und in der Sauce mitgegart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-029-orig" n="rost ain wenig wisz brott mell oder In schmaltz wurfflott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflott">‚Röste gewürfeltes Weißbrot in Öl oder Schmalz' (Croutons) und streue es darüber. So Ehlert nach dem Reichenauer Parallelrezept (brott in öl).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fürhess (mhd. vor-ezzen) - eine Vorspeise, vorwiegend aus Innereien (Ehlert-Glossar). Hier ein süß-saures, blutgebundenes Geschnetzeltes von Hasen-Innereien (Lunge, Leber, Gekröse) - die spätmittelalterliche Resteverwertung des Jagdtiers als eigener Gang.

Technik: Lunge, Leber und Gekröse (westin, vgl. Magen/Wanst) des Hasen werden würfelig geschnitten (wurfflott = würfelig), das beim Ausnehmen aufgefangene Blut (schwaiß) wird mitgesotten - es bindet und färbt die Sauce dunkel. Brühe, Wein und Essig geben Flüssigkeit und Säure, Honig die Süße, Speck Tiefe; die süß-saure Achse ist typisch für die Zeit.

Praxis: Hasen-Innereien (ersatzweise Kaninchen, oder Geflügelleber/-herz) würfeln, mit aufgefangenem Blut (oder zugekauftem Blut) sieden, mit etwas Brühe, Wein, Essig, Honig und gewürfeltem Speck abschmecken. Wer kein Blut verwenden will, lässt es weg - dann fehlt die Bindung/Farbe, der Charakter als süß-saures Innereien-Gericht bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-030-orig" n="furhess" resp="#fyndling">Ein Fürhess (mhd. vor-ezzen) ist eine Vorspeise, vorwiegend aus Innereien (Ehlert-Glossar) - hier ein süß-saures, blutgebundenes Innereien-Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-030-orig" n="westin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#westin">Das Gekröse / der Magen des Hasen (Ehlert-Glossar: westin &lt; wanst, wänstlein) - neben Lunge und Leber die dritte Innerei.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-030-orig" n="czerschnid das wurfflott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflott">‚Zerschneide es würfelig' (wurfflott = in Würfel; wie speck wurfflot in Rezept 17). Nicht ‚Schlachtabfälle'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-030-orig" n="schwaisz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schwaisz">‚Schweiß' = das Blut des Wilds (Ehlert-Glossar). Hier ausdrücklich genannt: es wird aufgefangen (fauch = fange) und mitgesotten, bindet und färbt die Sauce dunkel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-030-orig" n="czerschnid das wurfflott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflott">‚Zerschneide es würfelig / in Würfel' (Ehlert) - wurfflott ist die Würfel-Angabe, wie bei speck wurfflot (Rezept 17).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-030-orig" n="westin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#westin">Das Gekröse / der Magen des Hasen (Ehlert-Glossar: westin &lt; wanst).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-030-orig" n="fauch den schwaisz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#fauch">‚Fange das Blut auf' (fauch = fange, schwaiß = Blut des Wilds; Ehlert) und siede die Innereien damit - das Blut bindet und färbt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fürhess (mhd. vor-ezzen) - eine Vorspeise, vorwiegend aus Innereien (Ehlert-Glossar). Die reichere Variante zum Fürhess in Rezept 30: hier kommen neben Lunge, Leber und Blut auch Wildfleisch und ausgelassener Speck dazu, gebunden mit geröstetem Roggenbrot.

Technik: Lunge, Leber und das aufgefangene Blut (schwaiß) des Hasen mit dem Wildfleisch klein hacken und in Wein, Essig und guter Brühe sieden. Speck fein hacken und zuvor in der Pfanne auslassen. Alles mit geröstetem Roggenbrot (gebät = gebäht/geröstet) durch ein Tuch schlagen (passieren) - das bindet -, würzen und aufwallen lassen. Das Blut bindet und färbt die Sauce dunkel.

Praxis: Haseninnereien und etwas Hasenfleisch (ersatzweise Kaninchen) klein hacken, mit aufgefangenem Blut, Wein, Essig und Brühe köcheln; ausgelassenen Speck zugeben; mit eingeweichtem, geröstetem Roggenbrot passieren, würzen (Pfeffer, Ingwer, Nelken) und kurz aufkochen. Ohne Blut bleibt das süß-saure Innereien-Gericht, aber ohne dunkle Bindung/Farbe.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-031-orig" n="furhess" resp="#fyndling">Ein Fürhess (mhd. vor-ezzen) - eine Vorspeise, vorwiegend aus Innereien (Ehlert-Glossar). Nicht ‚für den Fürsten' und keine bloße Pfeffersauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-031-orig" n="schwaisz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schwaisz">‚Schweiß' = das Blut des Wilds (Ehlert-Glossar). Es wird aufgefangen (fauch = fange) und mitgekocht - bindet und färbt die Sauce. Das Wildfleisch (wildpratt) ist davon getrennt genannt; ‚Schweiß' ist hier also wörtlich das Blut, keine Umschreibung fürs Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-031-orig" n="wildpratt" resp="#fyndling">Das Wildbret (Hasenfleisch), das zusätzlich zu den Innereien klein gehackt und mitgekocht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-031-orig" n="gebatem ruggin brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#ruggin">Geröstetes Roggenbrot (gebät von bähen = leicht rösten, Ehlert-Glossar), mit dem die Masse durch ein Tuch geschlagen und gebunden wird - nicht ‚eingeweichtes' Brot.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-031-orig" n="schwaisz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schwaisz">Das Blut des Hasen (Ehlert-Glossar: schwaiß = Blut), aufgefangen und mitgekocht - bindet und färbt. Vom Wildfleisch (wildpratt) getrennt genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-031-orig" n="gebatem ruggin brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#ruggin">Geröstetes Roggenbrot (gebät = gebäht/geröstet; Ehlert-Glossar), zum Durchschlagen/Binden - nicht ‚eingeweichtes' Brot.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-031-orig" n="gru### bruegin" resp="#fyndling">Eine gute Brühe; Ehlert liest ‚gute Brühe' (die Handschrift hat an der Stelle grü brügin, ein unleserlicher/verschriebener Zusatz).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Galray - eigentlich eine Gallerte/gelierte Speise (Ehlert-Glossar: galray = ‚Gallerte aus Tier- und Pflanzenstoffen'), hier aber locker für eine säuerliche Sauce verwendet: ein passiertes Pfefferbrot mit viel Essig und gehackten Äpfeln, die man über einen gekochten Kopf (Schweins- oder Kalbskopf) gießt.

Technik: Pfefferbrot (Gewürzbrot) wird durch ein Sieb geschlagen (durchslagen) - das bindet die Sauce -, gefärbt und gewürzt, mit reichlich Essig und kleingehackten Äpfeln versetzt und kurz aufgewallt. Heiß über den servierfertigen, gekochten Kopf gießen.

Praxis: Eingeweichtes Gewürzbrot (ersatzweise dunkles Brot + Lebkuchengewürz) durch ein Sieb streichen, mit reichlich Essig, etwas Würze/Farbe (Safran) und fein gehackten Äpfeln aufkochen, bis es sämig ist, und über gekochten Schweins-/Kalbskopf (oder ein anderes deftiges Stück) geben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-032-orig" n="Galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine Gallerte / gelierte (kalte) Speise (Ehlert-Glossar: galray = ‚Gallerte aus Tier- und Pflanzenstoffen'). Der Begriff wird in Cgm 384 weit gefasst - hier bezeichnet er locker eine säuerliche, gebundene Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-032-orig" n="durchslagen pfeffer brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein durch ein Sieb geschlagenes Pfefferbrot (= Gewürzbrot; Ehlert: ‚Soßenkuchen') - dient gebunden als Saucen-Basis.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-032-orig" n="farb vnd bewurtz" resp="#fyndling">‚Färbe und würze es' - allgemeine Anweisung. Farbe z.B. mit Safran (gelb), Würze mit den üblichen Gewürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-032-orig" n="kopff" resp="#fyndling">Ein gekochter Tierkopf (Schwein oder Kalb), der als Gericht serviert und mit dieser Sauce übergossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-032-orig" n="Galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine Gallerte/gelierte Speise (Ehlert-Glossar), hier locker für eine säuerliche, gebundene Sauce über den gekochten Kopf verwendet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Lebersülze (leber galray) - eine fein passierte, süß-würzige Hirschleber-Paste, die kalt serviert wird; nahe an einer Pâté/Terrine. Eng verwandt mit der kalten Hirsch-Leberpastete rfk-018.

Technik: Hirschleber braten, das Äußere abschneiden und im Mörser mit Roggenbrot, Honig und Wein zerstoßen, durch ein Tuch treiben (passieren) und würzen. Dann noch einmal erhitzen (erwell = erhitzen/aufwallen lassen) und kalt servieren - beim Erkalten wird die Paste fest.

Praxis: Hirschleber (ersatzweise Kalbsleber) braten, mit eingeweichtem Roggenbrot, Honig und Wein fein mörsern/pürieren, durch ein Sieb streichen, würzen (Pfeffer, Ingwer, Nelken), kurz aufkochen und kühl stellen, bis sie schnittfest ist. Als kalte Vorspeise oder Beilage.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-033-orig" n="hiers leber" resp="#fyndling">Hirschleber - eine geschätzte Wildleber, oft zu süß-würzigen Pasten und Saucen verarbeitet. Ersatzweise Kalbsleber.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-033-orig" n="schnid das vsser darab" resp="#fyndling">‚Das Äußere abschneiden' - wie beim Leberpfeffer (Rezept 21) die äußere Schicht der gebratenen Leber entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-033-orig" n="ruggim brott" resp="#fyndling">Roggenbrot als Bindemittel; mit Honig und Wein zur süß-würzigen Paste gemörsert.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-033-orig" n="er= well die leber darnach" resp="#fyndling">‚Erhitze die Leber danach' (Ehlert: erwell = erhitzen/aufwallen lassen) - die passierte Masse wird noch einmal aufgekocht, dann kalt serviert. Nicht ‚vollende'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-033-orig" n="leber galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine Lebersülze (galray = Gallerte; Ehlert: ‚Lebersülze') - hier eine kalt servierte, fest werdende Leberpaste.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-033-orig" n="er= well die leber darnach" resp="#fyndling">‚Erhitze die Leber danach' (erwell = erhitzen/aufwallen lassen; Ehlert) - die passierte Masse wird noch einmal aufgekocht, dann kalt serviert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Wacholderdrosseln (kleine Wildvögel, Krammetsvögel) in einer Leber-Brot-Sauce - die Vögel werden vorgekocht, in Schmalz geröstet und in einer mit Kalbs-/Schafsleber und Brot gebundenen, säuerlichen Sauce serviert.

Technik: Die ausgeweideten Vögel bekommen den Magen wieder hineingesteckt (bei kleinen Wildvögeln üblich), werden in guter Fleischbrühe vorgekocht und dann in Schmalz geröstet. Für die Sauce Kalbs- oder Schafsleber im Mörser mit gleich viel Brot zerstoßen, mit etwas Wein und Essig durch ein Tuch schlagen (passieren), würzen und färben (Safran), erhitzen - dann die Vögel hineingeben.

Praxis: Wacholderdrosseln (ersatzweise Wachteln oder andere kleine Wildvögel) in Brühe vorgaren, in Schmalz/Butter knusprig braten. Leber mit gleich viel eingeweichtem Brot fein mörsern, mit Wein/Essig passieren, würzen (Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken), mit Safran goldgelb färben, erhitzen und die Vögel darin servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-034-orig" n="reckolter fogel" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#reckolter-fogel">Wacholderdrossel (Krammetsvogel) - alemannisch reckolter fogel (Ehlert-Glossar; Reichenau kranatfogel). Ein kleiner Wildvogel, nicht das Rebhuhn.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-034-orig" n="gewaidest" resp="#fyndling">‚Ausweiden' - von Innereien befreien.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-034-orig" n="den magen also gantz wider in" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen">Den Magen nach dem Ausweiden wieder ganz in den Vogel stecken - bei kleinen Wildvögeln eine verbreitete Praxis (Geschmack, Vollständigkeit).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-034-orig" n="Erwelle" resp="#fyndling">Vorkochen/aufwallen lassen in Fleischbrühe, bevor die Vögel in Schmalz geröstet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-034-orig" n="als vil prottes" resp="#fyndling">‚Ebenso viel Brot' wie Leber - Leber und Brot werden zu gleichen Teilen gemörsert (Brotbindung der Sauce).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-034-orig" n="farbs wol" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚Färbe es gut' - übliche Speisefärbung, hier am ehesten Safran (Goldgelb). Der Text nennt kein Färbemittel und kein Blut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-034-orig" n="reckolter fogel" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#reckolter-fogel">Wacholderdrosseln (Krammetsvögel) - alemannisch reckolter fogel (Ehlert-Glossar; Reichenau kranatfogel).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-034-orig" n="rost in ainem schmaltz" resp="#fyndling">Die Vögel werden in Schmalz gebraten/geröstet (nicht auf einem Rost) - ‚in ainem schmaltz' weist auf Braten in Fett.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Galrei (Gallerte) - ein süß-saures Wein-Gelee, mit Honig gesüßt und mit Lebkuchen (lepczelten) gebunden und gewürzt. Eine kalte, würzige Beigabe zu Fleisch oder Fisch.

Zum Lebkuchen: Der lepczelten des 15. Jahrhunderts war kein süßes Gebäck im heutigen Sinn, sondern ein mit Pfeffer und Kümmel gewürztes Honigbrot, das gerieben als Binder und Gewürzträger diente (Ehlert 1999). Wer original arbeiten möchte, greift zu ungeglasten, kräftig gewürzten Printen oder zu einem würzigen Pfefferbrot - nicht zu zuckriger Christstollen-Ware.

Technik: Wein, Essig, Honig und zerstoßenen Lebkuchen vermischen, durch ein Tuch seihen, aufkochen, in Gefäße gießen und kalt werden lassen. Der Lebkuchen bringt Würze und etwas Bindung; ein eigentliches Geliermittel (Fischblase/Gelatine) fehlt, die Masse wird daher eher dicklich-streichfähig als schnittfest.

Praxis: Lebkuchen fein zerbröseln, mit Wein, Essig und Honig verrühren, durch ein Sieb streichen, aufkochen, abfüllen und kühl stellen. Wer es fester mag, kann heute etwas Gelatine oder Agar zugeben - im Original bindet allein der Lebkuchen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-035-orig" n="galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Ein süß-saures Gelee oder eine dickflüssige Sauce, oft mit Wein, Essig und Honig zubereitet. Es diente als Beilage zu Fleisch oder Fisch. In Cgm 384 ist der Begriff weit gefasst (Ehlert 1999).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-035-orig" n="lepczelten" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsch für Lebkuchen - hier aber kein süßes Gebäck im heutigen Sinn, sondern ein mit Pfeffer und Kümmel gewürztes Honigbrot, das gerieben als Bindemittel und Gewürzträger in Saucen verwendet wurde (Ehlert 1999). Lesefalle: NICHT „Zeltlein“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Galray (Gallerte) - hier eine kalte, süß-saure Würzsauce aus Essig, Wein, Honig und Pfefferbrot, die man zu Fisch oder zu gekochtem bzw. gebratenem Wildbret und Fleisch reicht. Eng verwandt mit dem Lebkuchen-Galrei (m384-035).

Technik: Essig, Wein, Honig und zerstoßenes Pfefferbrot (Gewürzbrot) vermischen, durch ein Tuch treiben (passieren), würzen und kurz aufkochen (erwöls = erhitzen). Kalt servieren. Das Pfefferbrot gibt Würze und etwas Bindung; ein echtes Geliermittel (Fischblase/Gelatine) fehlt - trotz des Namens „Galray" wird die Masse eher dicklich als schnittfest.

Praxis: Pfefferbrot (ersatzweise unglasierter Lebkuchen oder gewürztes Schwarzbrot) fein zerbröseln, mit Essig, Wein und Honig verrühren, durchs Sieb streichen, würzen (Pfeffer, Ingwer, Nelken), kurz aufkochen, kühl stellen und kalt zu Fisch oder Braten reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-036-orig" n="galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine Gallerte (Ehlert: ‚Sülze') - der Begriff ist in Cgm 384 weit gefasst. Hier eine kalte, gebundene Würzsauce ohne echtes Geliermittel (nur das Pfefferbrot bindet leicht), kein schnittfester Aspik.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-036-orig" n="pfeffer brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein gewürztes Brot, das im Mittelalter häufig zum Binden und Würzen von Saucen und Suppen verwendet wurde. Es enthielt oft Pfeffer, Ingwer und andere Gewürze.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-036-orig" n="erwols" resp="#fyndling">Von mittelhochdeutsch ‚erwellen‘, bedeutet ‚aufwallen lassen‘ oder ‚erhitzen‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-036-orig" n="wiltprat" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für Wildbret, also Wildfleisch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Galray (Gallerte), hier als kalte Salse (Würztunke) zu Fisch: eine süß-saure Sauce aus Wein, Essig und Fischbrühe, gewürzt, mit Honig gesüßt und mit Pfefferbrot gebunden/gefärbt. Gehört zur Galray-Reihe der Handschrift (vgl. m384-035/036).

Technik: Wein, Essig und Fischbrühe würzen, mit Honig süßen und mit zerstoßenem Pfefferbrot (Gewürzbrot) binden und färben, dann nur kurz aufkochen (bloß erwölt) und kalt zu gesottenem oder gebratenem Fisch reichen - „als ein saltz", also als Salse/Tunke. Fischbrühe und Pfefferbrot geben etwas Bindung; ein fester Aspik wird es ohne zusätzliches Geliermittel nicht.

Praxis: Wein, Essig und Fischbrühe mit Pfeffer/Ingwer/Nelken würzen, mit Honig abschmecken, mit fein zerbröseltem Pfefferbrot (ersatzweise unglasierter Lebkuchen) binden, kurz aufkochen, kühl stellen und kalt neben gebratenem/pochiertem Fisch servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-037-orig" n="Galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine Gallerte (Ehlert: ‚Sülze') - hier als kalte Salse (Würztunke) zu Fisch. Fischbrühe und Pfefferbrot geben etwas Bindung; ohne zusätzliches Geliermittel kein fester Aspik.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-037-orig" n="erwolt" resp="#fyndling">Vom Verb ‚erwellen', bedeutet ‚erhitzen' oder ‚aufwallen lassen'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-037-orig" n="pfefferbrott" resp="#fyndling">Ein gewürztes Brot, das in mittelalterlichen Rezepten oft zum Binden und Färben von Saucen und Suppen verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-037-orig" n="saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Im Kontext dieser Handschrift (Cgm 384) eine Salse, also eine würzige Tunke oder Sauce, nicht Speisesalz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-037-orig" n="gewürtzt gefarbt mit honig vnd pfefferbrott" resp="#fyndling">Gewürzt, dann mit Honig und Pfefferbrot gesüßt, gebunden und gefärbt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Lebersülze (galray) zu gebratener Leber - eine dunkle, kalt gereichte Leberpaste aus passierter gebratener Hasen- (oder anderer) Leber mit Roggenbrot, Honig und Essig. Das Hasenleber-Gegenstück zur Hirschleber-Sülze m384-033 (dort mit Wein, hier mit Essig). Trotz des Wortes galray (Gallerte) ist dies kein Gelatine-Aspik - der Text nennt kein Geliermittel; die Bindung kommt allein aus der dichten passierten Leber und dem Roggenbrot.

Technik: Leber braten, das Äußere abschneiden (schnid das vsser darab - die zähe, angebratene Außenhaut wird entfernt) und die Leber mit Roggenbrot, Honig und Essig im Mörser zerstoßen, durch ein Tuch passieren, würzen und erhitzen (erwoll) - dabei wird die Masse schwarz (von Leber, Roggenbrot und Gewürzen, nicht von Blut). Kalt zur Leber reichen; die Leberstücke kann man auch kurz darin ziehen lassen.

Praxis: Hasenleber (ersatzweise Hühner- oder Kalbsleber) braten, das angebratene Äußere abschneiden, die Leber mit eingeweichtem Roggenbrot, Honig und Essig fein mörsern/pürieren, durchs Sieb streichen, würzen (Pfeffer, Ingwer, Galgant), aufkochen, kühl stellen - die Paste festigt beim Erkalten pâté-artig (ohne zusätzliches Geliermittel). Kalt zu gebratener Leber servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-038-orig" n="galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine Lebersülze / dunkle Leberpaste (galray; Ehlert 1999: ‚Sülze'). Festigt beim Erkalten pâté-artig durch passierte Leber und Roggenbrot; ein zusätzliches Geliermittel ist nicht genannt (kein klarer Aspik).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-038-orig" n="schnid das vsser darab" resp="#fyndling">‚Schneide das Äußere weg' (Ehlert 1999). Gemeint ist die zähe, angebratene Außenhaut der gebratenen Leber, die entfernt wird, bevor die Leber gemörsert wird - so auch in den wortgleichen Schwester-Fassungen m384-033 und m5919-054.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-038-orig" n="erwoll" resp="#fyndling">Form von ‚erwellen' = ‚aufwallen lassen' / ‚erhitzen'; hier kurz aufkochen lassen, bis die Masse schwarz wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-038-orig" n="schwartz" resp="#fyndling">Die dunkle Farbe entsteht durch die gebratene Leber, das Roggenbrot und die Gewürze (z.B. Pfeffer, Galgant) - Ehlert 1999 übersetzt ‚so wird es schwarz'. Eine Bindung mit Blut ist nicht genannt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Knoblauch-Galray zu gebratener Gans - eine kalte, brotgebundene Knoblauch-Würztunke: zu gleichen Teilen Knoblauch und Weißbrot gemörsert, mit Essig und Honig süß-sauer durchgeschlagen. galray ist in Cgm 384 das weit gefasste Wort für kalt gereichte Tunken und Sülzen (Ehlert übersetzt es durchweg mit „Sülze"); hier ist es eine sämige Sauce, deren Bindung allein vom Brot kommt. Nahe verwandt mit der mediterranen agliata (vgl. m384-005, koe-024) und mit dem fast wortgleichen Parallelrezept im Rheinfränkischen Kochbuch (rfk-056).

Technik: Knoblauch und Weißbrot zu gleichen Teilen (gelich vil) im Mörser zerstoßen - das Brot bindet und mildert die Schärfe -, mit Essig und Honig verrühren und durch ein Tuch schlagen. Würzen ist möglich, war für diese Sauce aber nicht üblich (so der Text) - Knoblauch, Essig und Honig stehen im Vordergrund.

Praxis: Knoblauch und eingeweichtes Weißbrot zu gleichen Teilen fein pürieren oder mörsern, mit Essig und Honig süß-sauer abschmecken, glatt passieren und kalt zur knusprig gebratenen Gans reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-039-orig" n="galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Galrei/Gallerte/Sülze. In Cgm 384 ist der Begriff weit gefasst und meint kalt gereichte Tunken ebenso wie gelierte Speisen; Ehlert (1999) übersetzt ihn durchweg mit „Sülze". Hier eine brotgebundene, ungelierte Würzsauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-039-orig" n="gelich vil" resp="#fyndling">‚Gleich viel‘, also Knoblauch und Weißbrot zu gleichen Teilen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-039-orig" n="czuch es vor durch" resp="#fyndling">‚Schlage/ziehe es durch‘ - durch ein Tuch oder Sieb passieren, damit die Sauce fein wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-039-orig" n="bewurtz ob du wilt es ist aber nit gewonlich" resp="#fyndling">‚Würze es, wenn du möchtest, doch ist das nicht gebräuchlich.‘ Der Text betont, dass Knoblauch, Essig und Honig allein das Aroma tragen sollen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-039-orig" n="galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">‚galray‘ als kalt gereichte, brotgebundene Würzsauce (Tunke) gelesen, nicht als gelierter Aspik - es ist kein Geliermittel genannt, und das Brot dient als Bindemittel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein historisches Kuriosum der höfischen Prunkküche: ein ganzer, prächtig zugerichteter Bärenkopf als Schaustück der Festtafel. Wir dokumentieren das Gericht als Zeugnis seiner Zeit - es ist kein Nachkoch-Rezept. Bären sind in Deutschland und der EU streng geschützt; ein Bärenkopf ist heute weder jagd- noch handelbar.

Kein „mit Schweinekopf nachkochen": Die Handschrift nennt daneben zwar den Schweinekopf - das war die alltägliche, bürgerlich übliche Variante desselben Zurichtungsprinzips. Wer einen gebratenen oder gepressten Schweinskopf zubereiten möchte, findet das als eigenes Gericht (vgl. kkm-056, kkm-057); der Bärenkopf wird damit aber nicht „nachgekocht" - er bleibt das Kuriosum.

Was der Text beschreibt: Zwei Zurichtungen eines ganzen Kopfes. (1) Halbiert, sehr gut gekocht, die Schwarte würfelig eingeschnitten (wurfflott, aber am Knochen haftend), auf dem Rost mit heißem Schmalz übergossen, Gewürz in die Einschnitte gestreut und trocken (ohne Sauce) gereicht. (2) Der Bärenkopf gesengt, auf dem Rost gebraten, kräftig gewürzt und mit einem Schwarzen Pfeffer (dunkle, brotgebundene Sauce, vgl. m384-022) serviert. Beides ist Prunk-Präsentation, kein Alltagsgericht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-040-orig" n="bern kopff" resp="#fyndling">Ein Bärenkopf war ein Prunk-Schaustück der höfischen Festtafel - heute ein historisches Kuriosum: Bären sind in Deutschland und der EU streng geschützt, ein Bärenkopf ist weder jagd- noch handelbar. Die Handschrift nennt daneben den Schweinekopf als alltägliche Variante.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-040-orig" n="wurfflott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflott">‚Würfelig‘ - hier das rautenförmige Einschneiden der Schwarte (am Knochen haftend), damit sie beim Übergießen mit heißem Schmalz knusprig wird und das Gewürz in die Einschnitte aufnimmt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-040-orig" n="beseng den gar wol" resp="#fyndling">‚Sänge ihn gut ab‘ - die Borsten/Haare des Kopfes werden über der Flamme abgesengt, bevor er auf den Rost kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-040-orig" n="besayge es mit gewurtz in die wunden" resp="#fyndling">Gewürz in die Einschnitte (‚Wunden‘) der Schwarte streuen - so zieht das Aroma ein.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-040-orig" n="schwartzen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein Schwarzer Pfeffer ist hier eine dunkle, mit geröstetem Brot gebundene Würzsauce (kein bloßes gemahlenes Gewürz), die zur gebratenen Variante gereicht wird - vgl. m384-022.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-040-orig" n="schwartzen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Eine dunkle, mit geröstetem Brot gebundene Würzsauce (vgl. m384-022), zur gebratenen Variante gereicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein historisches Kuriosum der höfischen Wildküche: die kollagenreichen Pfoten und Füße eines Bären, lang weichgekocht und in einer gewürzten Sauce gereicht. Wir dokumentieren es als Zeugnis seiner Zeit - es ist kein Nachkoch-Rezept. Bären sind in Deutschland und der EU streng geschützt und weder jagd- noch handelbar.

Der Länge nach, dann an den Zehen. Die Pfoten werden ganz und gar wol (sehr gut) durchgesotten, bis das bindegewebsreiche Fleisch zart fällt, und erst danach nach den czechen - entlang der Zehen - zerteilt. Die mit ?! markierte Handnotiz zielt genau auf dieses czechen; die Schwester-Handschrift vom Bodensee schreibt klar nach den zechen = den Zehen.

Galray-Pfeffer. Dazu gehört ein galray pfeffer - ein Pfeffer im mittelalterlichen Sinn, also eine kräftig gewürzte, gebundene Sauce, hier in der Galray-Spielart (Galray = Gallerte aus tierischen und pflanzlichen Stoffen). Aus den gelatinereichen Pfoten zöge eine solche Sauce ihren Stand von selbst. Die Schwester-Überlieferung liest an dieser Stelle gelen pfeffer - einen gelben, vermutlich safrangefärbten Pfeffer; beide Lesarten sind alt und gleichberechtigt. Verwandt mit der Galray-Saucenfamilie der Sammlung (vgl. m384-039).

Auch anderswo bekannt. Bärenpfoten waren eine überregionale Luxusspeise: ein weiteres deutsches Kochbuch bereitet Bärenklauen in einer Senf-Mandel-Sauce zu (vgl. sev-014) - mit demselben Verfahren von Absengen, Putzen, Krallen-Entfernen, Weichkochen und Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-041-orig" n="bern" resp="#fyndling">Bär. Im Mittelalter wurden Bären gejagt und ihr Fleisch, insbesondere die kollagenreichen Pfoten, als Delikatesse geschätzt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-041-orig" n="galray pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine gewürzte, oft dunkle und gebundene Sauce, die durch den hohen Kollagengehalt der Bärenpfoten geliert. Der Begriff 'Pfeffer' bezeichnet hier eine Saucenart, nicht nur das Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-041-orig" n="czechen" resp="#fyndling">Zehen, auch Krallen, der Bärenpfote: die Anweisung, nach den czechen zu schneiden, meint, entlang der natürlichen Zehengliederung zu zerteilen. Die Schwester-Handschrift bestätigt die Lesart mit der Variante nach den zechen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Lungenwurst: weichgekochte Kalbslunge und Speck werden fein gehackt, in einen Darm gefüllt, gesotten und dann über dem Feuer gebräunt. Es ist exakt dieselbe Fülle wie bei den gebackenen Bubenpfulben (m384-001) - dort in dünne Teigblätter gewickelt, hier in den Darm gestopft. Lebende Verwandte sind die bayerisch-österreichische Lungenwurst und das Beuschel; im Verfahren jede Brühwurst, die erst gebrüht und dann gebraten wird.

Erst sieden, dann auf den Rost. Die zweistufige Garung ist der Clou: Das Sieden lässt die Fülle stocken und die Wurst Form annehmen, das anschließende Grillen gibt Farbe und Röstaromen - genau das Prinzip heutiger Brühwürste (Weißwurst brühen, Bratwurst danach grillen).

Der arszdarm als Hülle. Der Enddarm (Mastdarm) ist der weiteste und kräftigste Darm, also die Hülle für die großen Würste; Ehlert verzeichnet ihn als Tiermagen bzw. Mastdarm, der als Wursthülle dient. Dieselbe Handschrift kennt weiter hinten eine Klobwurst, eine im Fettdarm gefüllte Wurst. Gründliches Putzen (gar suber) ist Pflicht, sonst kippt der Geschmack.

Verwandtes. Fast wortgleich, nur etwas ausführlicher, steht dasselbe Verfahren - Kalbsdarm, gehackte Lunge und Speck, würzen, sieden, dann auf den Rost - als Kalbswurst mit Lunge im Rheinfränkischen Kochbuch (rfk-028). Eine gefüllte Darm-Wurst aus weiterer Quelle sind die gefüllten Schweinedärme mit Flomen und Brot (bgs-022); ein reines Lungengericht von Kalb oder Hammel, ohne Darm, findet sich bei Bockenheim (boc-010).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-042-orig" n="arszdarm" resp="#fyndling">Der Mastdarm oder Enddarm des Kalbes, der hier als Wursthülle dient. Eine gängige Praxis in der mittelalterlichen Wurstherstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-042-orig" n="bewurtz" resp="#fyndling">‚Würze es‘. Das Rezept nennt keine spezifischen Gewürze. Typisch wären Pfeffer, Ingwer, Muskat, Nelken oder auch heimische Kräuter wie Majoran und Thymian.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-042-orig" n="rost" resp="#fyndling">Ein Grillrost oder Bratspieß, über dem die Wurst nach dem Sieden gebraten wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schaubraten: ein ganzes Spanferkel am Spieß, gefüllt mit einer Farce aus Eiern, Schmalz und fein gehackten Innereien (Lunge, Leberlein, Nieren - oder nur Lunge), gewürzt und gefärbt. Höfische Festtafel-Küche; der lebende Verwandte ist das Spanferkel am Spieß, wie es heute auf Mittelaltermärkten gebraten wird.

Herrichten, dann an den Spieß. erstreks das färchlin wol in ainem kessel vnd stoss es denn an ainen langen spis - Ehlert übersetzt: „lege das Ferkel gut in einen Kessel und stecke es dann an einen langen Spieß“. Das ausgenommene Ferkel wird also im Kessel ausgestreckt hergerichtet (gefüllt und in Form gebracht), dann gespießt und langsam über der Glut gebraten. Anders als beim Ferkelchen bgs-008, wo ein Abbrühen das Borstenhaar löst, ist hier kein Vorgaren gemeint.

Damit die Haut nicht verbrennt. Außen wird das Ferkel stättenclichen (gehörig, gleichmäßig) mit Fett eingestrichen, damit die Schwarte über der langen Garzeit nicht verbrennt oder zu hart wird. Die Fülle würzt und färbt man - mit Safran goldgelb, was den Rang des Gerichts unterstreicht (vgl. Farbstoffe).

Theatraler Schluss. Man darf das Ferkel auch füllen wa mit du wilt, als ain gansz (wie eine Gans, vgl. m384-045) und ihm zuletzt eine gebratene Wurst der Länge nach durchs Maul ziehen (das ist die Wurst aus m384-042) - ein Tafel-Gag, der das ganze Tier lebendig inszeniert.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-043-orig" n="spanfarlin" resp="#fyndling">Ein Diminutiv von Spanferkel, also ein junges, noch gesäugtes Ferkel.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-043-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Tierisches Fett, meist Schweineschmalz. Dient hier als Bratfett und Bindemittel für die Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-043-orig" n="bewurtz vnd farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚Würze und färbe es‘. Die Färbung erfolgte oft mit teuren Gewürzen wie Safran für eine goldgelbe Farbe, um den Status des Gerichts zu unterstreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-043-orig" n="erstreks ... in ainem kessel" resp="#fyndling">Ehlert übersetzt ‚lege das Ferkel gut in einen Kessel‘: das ausgenommene Tier wird im Gefäß ausgestreckt hergerichtet und in Form gebracht, ehe es gespießt wird - kein Vorgaren oder Brühen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-043-orig" n="stättenclichen" resp="#fyndling">‚gehörig, angemessen‘ (Lexer); Ehlert übersetzt ‚gleichmäßig‘. Hier: das Fett gleichmäßig auf die Haut auftragen, damit sie nicht verbrennt oder zu hart wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-043-orig" n="czuh Im ain gebrauten wurst nach der lengi durch das mull" resp="#fyndling">Eine gebratene Wurst der Länge nach durch das Maul ziehen. Dies war eine gängige dekorative Praxis bei der Präsentation ganzer gebratener Tiere, um sie lebendiger wirken zu lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Knoblauch-Galray zur Gans: zur gebratenen Gans eine Sauce aus Knoblauch und Weißbrot, mit Wein und Essig gelöst, passiert und mit Honig süß-sauer abgeschmeckt. Ehlert übersetzt galray hier mit „Sülze“ (Glossar: „Gallerte aus Tier- und Pflanzenstoffen“), doch da das Rezept ausdrücklich aufkochen lässt (erwöll), ist dies keine kalte gelierte Sülze, sondern eine warm gebundene, süß-saure Tunke - eine Verwandte der italienischen Agliata (Knoblauch-Brot-Sauce).

Die übliche Art - Zwilling von Knoblauch-Galray zur Gans. Dieselbe Handschrift bringt wenige Rezepte zuvor eine knappere Knoblauch-Galray zur Gans (m384-039) und merkt dort an, sie sei nit gewonlich. Hier steht die übliche Vollversion mit Wein, Essig und Honig - die beiden gehören zusammen. Ehlert weist zudem die wörtliche Übereinstimmung mit dem Reichenauer Kochbuch nach.

Technik. Knoblauch und Weißbrot im Mörser zerstoßen (Brotbindung - das mittelalterliche Bindemittel schlechthin), mit Wein und Essig lösen, durch ein Tuch passieren für feine Konsistenz, dann mit Honig aufkochen (erwöll) und würzen. Honig gegen Essig ist die süß-saure Leitachse, die das fette Gänsefleisch schneidet (das Apfelmus-zur-Gans-Prinzip).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-044-orig" n="galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">Eine ‚Gallerte' (mhd. galrei) war im Mittelalter eine würzige, oft säuerliche Tunke oder Sauce zu Fleisch oder Fisch. Sie musste nicht zwingend geliert sein wie ein Aspik, sondern konnte auch dickflüssig-sämig sein. In diesem Rezept wird sie ausdrücklich aufgekocht (erwöll) und warm zur Gans gereicht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-044-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein ‚Mörser' war im Mittelalter eine große Küchenmaschine aus Stein oder Metall, in der Zutaten wie Fleisch, Brot oder Nüsse zu einer feinen Paste zerstoßen wurden. Er ist nicht zu verwechseln mit einem kleinen Gewürzmörser.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-044-orig" n="erwoll" resp="#fyndling">Das Verb ‚erwallen' bedeutet ‚aufwallen lassen' oder ‚erhitzen', bis die Flüssigkeit zu sieden beginnt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-044-orig" n="brauten gansz galray" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#galray">‚Galray zur gebratenen Gans‘ - der Titel nennt das Gericht (gebratene Gans) und die dazu gereichte Galray-Sauce; nicht eine Gans, die selbst zu Gallerte verarbeitet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-044-orig" n="czuch es ### durch ain tuoch" resp="#fyndling">‚passiere es durch ein Tuch‘ (czuch = ziehen, durch ein Tuch = passieren). Das ### markiert ein Korrekturzeichen/eine Lücke in der Transkription (ein kleines Kreuz am Zeilenanfang), ohne die Anweisung zu ändern.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte Bratgans in ihrer einfachsten Form: eine im Mörser gestoßene Paste aus Knoblauch, Speck und Pfeffer kommt unter die gelöste Haut bzw. in die Gans, dann wird sie gebraten. Der direkte Vorfahr der gefüllten Martinsgans; das Würzpaket unter der Haut entspricht dem modernen Trick, Kräuterbutter unter die Geflügelhaut zu schieben.

Haut lösen wie beim Huhn. begriff die czusend hut vnd flaisch als ain huon - man fährt vorsichtig zwischen Haut und Fleisch und schafft so eine Tasche, in der die Fülle direkt am Fleisch gart und es saftig hält. Die Schwester-Handschrift bestätigt die Lesart mit zwuschen hut vnd flaisch.

Knoblauch-Speck-Pfeffer. Die Fülle ist nah an der Knoblauch-Galray zur Gans (m384-044, m384-039) - dort als Sauce zur fertig gebratenen Gans, hier als Paste in die Gans. Wer es üppiger mag: das unmittelbar folgende Rezept der Handschrift (m384-046) bietet Füllungen mit Wacholder, Eiern, grünen Beeren, Petersilie oder Zwiebeln, und das Reichenauer Kochbuch führt dieselbe Paste mit Wacholder und Trauben aus (rfk-072).

Verwandtes. Gefüllte Bratgans gibt es auch anderswo, etwa mit saurer Innereien-Füllung (bgs-026); das gefüllte Spanferkel am Spieß (m384-043) verweist beim Füllen sogar ausdrücklich auf die Gans (als ain gansz).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-045-orig" n="als vor" resp="#fyndling">‚Wie zuvor‘ - die Gans wird wie im vorhergehenden Gänserezept gerupft, ausgenommen und zubereitet vorausgesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-045-orig" n="begriff die czusend hutt vnd flaisch als ain huon" resp="#fyndling">Fasse zwischen Haut und Fleisch, wie bei einem Huhn - die Haut wird vorsichtig vom Fleisch gelöst, um eine Tasche für die Fülle zu schaffen. So gart die Würzpaste direkt am Fleisch und hält es saftig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-045-orig" n="czusend" resp="#fyndling">Variante von ‚zwüschen‘ (zwischen): zwischen Haut und Fleisch fassen. Die Schwester-Handschrift ka1 schreibt klar ‚zwuschen hut vnd flaisch‘, was die Lesart sichert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-045-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Hier das Gewürz Pfeffer (Füllungszutat, im Mörser gestoßen) - nicht eine gebundene ‚Pfeffer‘-Sauce, wie das Wort anderswo im Korpus auch gebraucht wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein eigenes Gericht, sondern der Füllungs-Baukasten zur Bratgans - die Fortsetzung des Grundrezepts m384-045. Drei Richtungen: schlicht würzig (Knoblauch, Speck, Pfeffer), herzhaft-wildig (Wacholderbeeren, Speck, Ei, etwas Brot, Gewürz) oder fruchtig-herb (Speck, grüne Birnen, Wacholder, Petersilie oder Zwiebeln). Der direkte Vorfahr der gefüllten Martinsgans.

Wacholder zur Gans. reckolterber (Wacholderbeeren, mhd. wacholderbeer - die mit ?! markierte Stelle) geben die harzig-wildige Note, die Gans und Wild verbindet; mit Ei und Brot wird daraus eine bindende Farce.

Birne gegen Fett. Die grüen bieren sind grüne Birnen - bieren ist der belegte Plural von Birne (Ehlert übersetzt durchweg mit Birnen, nicht mit Beeren). Grün heißt unreif/fest; solche herben Birnen und die Zwiebeln setzen einen fruchtig-sauren Gegenakzent zum fetten Gänsefleisch - Birne und Gans sind bis heute ein klassisches Paar.

begriff, nicht rupfen. Das einleitende berriffen ist die Handschriften-Schreibung für begriff (nimm dir eine Gans vor) - so liest es Ehlert (ebenso Reichenau und Birlinger), nicht als rupfen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-046-orig" n="knobloch gestossen" resp="#fyndling">‚Zerstoßener Knoblauch‘ - im Mittelalter oft im Mörser zu einer Paste verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-046-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">‚Gewürz‘ - meint eine allgemeine Gewürzmischung, die typischerweise Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat enthalten konnte. Die genaue Zusammensetzung war dem Koch überlassen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-046-orig" n="gruen bieren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bieren">‚Grüne Birnen‘ - bieren ist der belegte Plural von Birne (so Ehlert), nicht ‚Beeren‘. Grün meint unreif/fest: herbe Birnen, die zum fetten Gänsefleisch eine fruchtige Säure geben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-046-orig" n="berriffen" resp="#fyndling">‚begriff‘ (begreifen = fassen/nehmen): Nimm dir eine Gans vor. Ehlert liest die Handschriften-Schreibung ‚berriffen‘ als ‚begriff‘ (so auch Reichenauer Kochbuch und Birlinger) - NICHT ‚rupfen‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-046-orig" n="gruen bieren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bieren">‚Grüne Birnen‘ - bieren ist der lexikalisch belegte Plural von Birne; Ehlert übersetzt durchweg mit ‚Birnen‘. Grün = unreif/fest.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Leber-Farce im Fettnetz: rohe Bockleber, fein gehackt mit Ei und Weißbrot, gewürzt, in ein Schweins- oder Kalbsnetz (netz, das Omentum) gewickelt und gebraten. Das Netz schmilzt beim Braten, hält die Masse saftig und in Form. Der direkte Vorfahr der Faggots (England), Crépinettes (Frankreich), Figatelli (Korsika/Italien) und des bayerisch-österreichischen Netzbratens / Leberwickerls - bis heute lebendig.

also grün = roh. Die mit ?! markierte Stelle: grün meint hier nicht die Farbe, sondern frisch/roh - die Leber wird roh gehackt (so auch Ehlert), nicht vorgegart. Das rohe Hacken mit Ei und Weißbrot bindet die Farce.

Auch anderswo. Dasselbe Verfahren - Leber/Innereien fein gehackt, im Netz gebraten - zieht sich durch die Quellen: als Schweins-Figatelli (ant-080), als Hammel-Innereien im Netzfett (boc-023) und im Königsberger Korpus (koe-006).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-047-orig" n="also gruen" resp="#fyndling">grün meint hier nicht die Farbe, sondern frisch/roh - die Leber wird im rohen Zustand gehackt. Ehlerts Glossar fuehrt grün ausdruecklich als 'frisch, roh' (Lexer 1,1097). Nicht als 'grün gefaerbt' lesen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-047-orig" n="netz" resp="#fyndling">Das Fettnetz (Omentum, rece/Schweinsnetz) - eine duenne, fettdurchzogene Membran vom Bauchfell des Schweins oder Kalbs. Umhuellt die Farce, schmilzt beim Braten und haelt die magere Leber saftig und in Form.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schauessen der Fastenküche: Aus rohem, fein gehacktem und gewürztem Hechtfleisch wird eine Farce geformt, in eine geschnitzte Model (Holzform) gepresst - in Fisch- oder Rebhuhn-Gestalt - darin gegart und dann gebraten. Anschließend wird der gegarte Fisch mit eigenen, speckartig geschnittenen Fischstreifen gespickt, sodass er wie ein echter (Fleisch-)Braten aussieht. Fisch, als verbotenes Fleisch verkleidet - ein typischer höfischer Fastentrick (vgl. die umgekehrte Imitation Rind-als-Wildbret).

Technik. erspick = spicken (Ehlert belegt es als seltenes erspicken, Reichenau vnderspick): speckartige Fischstreifen werden ins gegarte Fleisch gelegt. Die ingraben form ist nach Ehlert ein geschnitzter Holz-Model - innen mit Butter ausgestrichen, außen mit Ton oder Lehm bedeckt - der der Farce ihre Gestalt gibt (vgl. den nahezu identischen Rebhuhn-Model bei Gefüllter Hecht vom Rost). Ersatzweise tut es heute eine gemusterte Pasteten- oder Terrinenform.

Zum Glätten dienen czwain naschen messern - nach Ehlert und dem Reichenauer Paralleltext zwei nasse (angefeuchtete) Messer, mit denen die Masse zusammen mit den Semmelbröseln in eine Brotform gestrichen wird, bevor sie in der Pfanne erhitzt und am Spieß gebräunt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-048-orig" n="ingraben form" resp="#fyndling">Eine geschnitzte/gravierte Form - nach Ehlert ein hölzerner Model, der innen mit Butter ausgestrichen und außen mit Ton oder Lehm bedeckt wurde, um der Fischfarce eine Gestalt (Fisch, Rebhuhn) zu geben. Derselbe Rebhuhn-Model ist bei Meister Hanns belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-048-orig" n="rebhuener fogel" resp="#fyndling">Rebhühner waren im Mittelalter ein beliebtes Wildgeflügel. Der Vergleich nennt eine mögliche Model-Gestalt und verweist auf den hohen Status des Fischgerichts.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-048-orig" n="erspick es damit" resp="#fyndling">Spicken: Streifen (sonst Speck) werden ins Fleisch gelegt, hier speckartig geschnittene Streifen vom Fisch selbst - um die Optik eines edlen Bratens zu erzeugen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-048-orig" n="czwain naschen messern" resp="#fyndling">naschen = nassen (so der Reichenauer Paralleltext und Ehlert): zwei nasse, angefeuchtete Messer, mit denen die Masse glattgestrichen und in Brotform gebracht wird. Die mit ?! markierte Lesefalle des Schreibers ist damit aufgelöst - nicht 'spitze' Messer.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-048-orig" n="czwain naschen messern" resp="#fyndling">Zwei nasse (angefeuchtete) Messer - so der Reichenauer Paralleltext ('nassen') und Ehlerts Übersetzung. Mit ihnen wird die Fischmasse glattgestrichen und in Brotform gebracht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-048-orig" n="brot vnd erwells" resp="#fyndling">Die Handschrift schreibt 'vnder welß'; Ehlert stellt nach dem Reichenauer Kochbuch 'vnd erwell es' her - also 'erhitze es' bzw. 'lass es aufwallen'. Es geht somit darum, die in Brotform gestrichene Masse in der Pfanne zu erhitzen, nicht um einen Wels oder ein Brot unter Wels.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Eier in zwei Finishes - der Urahn der heutigen gefüllten Eier (engl. deviled eggs): hart gekochte Eier, die Dotter herausgelöst und mit teuren Gewürzen (Ingwer, Zimt, Safran, Kardamom, Zucker, Salz) und etwas Fett zu einer Farce verarbeitet, zurück in die Eiweiß-Schalen gefüllt und nochmals festgezogen - dann entweder in safrangelbem Teig ausgebacken oder am Spieß/Rost gebraten und in einer dünnen Pfeffer-Sauce angerichtet. Verwandt mit den gefüllten Eiern der Gefüllte Eier in der Schale und Gefüllte Eier mit Gewürzen.

Doppelt gegart. Erst die ganzen Eier kochen (Eiweiß fest, Dotter noch weich), die Dotter-Gewürz-Masse mit rohem Ei binden und in den Schalen ein zweites Mal stocken lassen. Rechne mit rund 90 Minuten am Feuer; das Befüllen erfordert etwas Geschick. Das Luxusgewürz-Aufgebot zeigt einen wohlhabenden Haushalt.

pfefferlin ist hier kein Gewürz, sondern eine dünne, gebundene Pfeffer-Sauce (Gerichtname), in der die Eier angerichtet werden - ganz wie bei den Gefüllten Teigbällchen in Pfeffersauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-049-orig" n="als ain bon" resp="#fyndling">Die Mengenangabe „wie eine Bohne“ bezieht sich auf die Größe eines Stücks Safran, nicht auf eine Bohne als Zutat - eine kleine, aber sichtbare Menge.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-049-orig" n="bariszkorner" resp="#fyndling">bariszkörner (parîs-/paradîs-korn) = Paradieskörner (Guineakörner, Aframomum melegueta) - so korpusweit gelesen (16:1, vgl. m5919-104, Ménagier/Viandier). Ehlert übersetzt hier „Kardamom“; Ehlert und Fischers Schwäbisches Wörterbuch (646) setzen Pariskörner/Paradieskörner und Kardamom gleich, weil die Namen historisch zusammenfielen - die kardamom-duftende Schwesterart Aframomum corrorima („falscher/äthiopischer Kardamom“) erklärt diese Namensnähe. Die Reichenauer Schwester-Hs. ka1 liest ärbiskörner (Erbsen), wohl eine Verschreibung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-049-orig" n="pfefferlin" resp="#fyndling">Ein Pfefferlin ist hier kein scharfes Gewürz, sondern eine dünne, oft mit Brot gebundene Pfeffer-Sauce - ein Gerichtstyp, in dem die Eier angerichtet werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-049-orig" n="bariszkorner" resp="#fyndling">Paradieskörner (Aframomum melegueta, Guineakörner). Die literale Form parîs-/paradîs-korn und die korpusweite Lesart (16:1) stützen das.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-049-orig" n="pfefferlin" resp="#fyndling">Pfefferlin bezeichnet einen Gerichtstyp - eine dünne, oft mit Brot gebundene Pfeffer-Sauce, in der die Eier angerichtet werden, nicht das bloße Gewürz Pfeffer.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine brotgebundene Salse zum gebratenen Kalbslendenbraten: Roggenbrot, Essig und Petersilie im Mörser zerstoßen und durch ein Tuch passiert - eine grüne, säuerliche Begleitsauce. Die deutsche Verwandte der italienischen Salsa verde und der ganzen mittelalterlichen salse-Familie; die Säure schneidet das fette Bratenfleisch.

seltz/saltz = Salse, nicht Sülze. Trotz der Schreibung (die mit ?! markiert ist) ist kein Speisesalz und keine kalte Sülze gemeint, sondern eine salse (romanisch salsa, würzige Tunke). Das Rezept sagt es selbst: das wirt ein saltz - daraus wird eine Salse.

Brotbindung ist das mittelalterliche Standard-Bindemittel (lange vor der Mehlschwitze). Verwandt mit den Petersilien-/Roggenbrot-Salsen der Sammlung - das fast gleiche m384-003 ist der direkte Zwilling.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-050-orig" n="seltz" resp="#fyndling">Eine würzige, oft fruchtig-saure Tunke oder Sauce, die zu Fleisch oder Fisch gereicht wurde. Hier als Begleiter zum Braten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-050-orig" n="morser" resp="#fyndling">Im Mittelalter ein großer Fleischmörser, der zum Zerkleinern und Pürieren von Fleisch, Fisch oder Nüssen verwendet wurde. Nicht zu verwechseln mit einem kleinen Gewürzmörser.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-050-orig" n="tuoch" resp="#fyndling">Ein feines Tuch, oft aus Leinen oder Wolle, zum Passieren von Flüssigkeiten oder Pürees, um eine glatte Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Eier-Mus: zuerst werden ytal ayer - lauter (ganze) Eier - mit ebenso viel Schmalz und Salz in der Pfanne zu einer rührei-artigen Masse gebraten; dann wird ein fester Eierteig dünn ausgebacken (strauben-/pfannkuchenartig), fein gehackt und mit weiteren Eiern und Milch zum Mus verrührt. Eine reichhaltige Eierspeise, eng verwandt mit dem gleich danach stehenden Mus von gebackenem (m384-052) und im Geiste mit dem colris (bgs-066: Eierfladen in Milch).

ytal ayer = lauter Eier. ytal/itel heißt 'ganz, nichts als, bloß, nur' (Ehlert, Glossar; Lexer I,1460f.) - gemeint sind also ganze Eier, nicht Eigelb.

Praxis: Schmalz nur mäßig erhitzen (sonst werden die Eier zäh und braun); die Eier-Schmalz-Masse wie ein lockeres Rührei stocken lassen. Den Teig hauchdünn ausrollen, in nicht zu heißem Schmalz goldgelb ausbacken, abkühlen lassen und erst dann fein hacken. Mit 2-3 verquirlten Eiern und einem Schuss Milch bei kleiner Hitze zum cremigen Mus binden.

Abbruch: Der Schlusssatz bricht in Cgm 384 nach 'mit Eiern und Milch' ab - die Anweisung 'mach ein Mus' ist nicht ausgeschrieben, ergibt sich aber zwingend aus den unmittelbar folgenden Mus-Rezepten (#37 Mus von Gebäck, #38 Strauben), die genau so enden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-051-orig" n="Muosz" resp="#fyndling">Ein Mus ist eine Art Brei oder Püree, oft aus zerstoßenen oder gekochten Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-051-orig" n="Gebrauten muosz" resp="#fyndling">Wörtlich ‚gebratenes Mus‘, hier als erster Schritt der Zubereitung einer Mus-Basis zu verstehen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-051-orig" n="als vil schmaltz" resp="#fyndling">‚Ebenso viel Schmalz‘, was auf eine gleiche Menge wie die zuvor genannte Zutat (hier die Eier) hindeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-051-orig" n="kecken ayer taig" resp="#fyndling">Ein ‚kecker Teig‘ ist ein fester, kräftiger Teig, der gut verarbeitet werden kann.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-051-orig" n="will In gar dunne bletter daruss" resp="#fyndling">‚Welle ihn zu ganz dünnen Blättern aus‘. ‚Wellen‘ ist ein alter Begriff für das Ausrollen von Teig.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-051-orig" n="bach in schmaltz" resp="#fyndling">‚Backe/brate in Schmalz‘. Hier ist das Ausbacken der dünnen Teigblätter in heißem Schmalz gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-051-orig" n="ytalayer" resp="#fyndling">‚ytal ayer‘ = ‚itel ayer‘: ‚itel‘ bedeutet ‚ganz, nichts als, bloß, nur‘ (Ehlert, Glossar; Lexer I,1460f.) - also lauter (ganze) Eier.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßes Resteverwertungs-Mus: fertig gebackene Strauben (frittiertes Schmalzgebäck, krapfenartig) werden klein gehackt, in Dickmilch aufgekocht, mit zwei Eiern gebunden, gefärbt (periodentreu mit Safran) und beim Anrichten mit Gewürz bestreut. Ein schnelles, gehaltvolles Dessert, das gebackene Teigreste zweitverwertet - eng verwandt mit dem rheinfränkischen Strauben-Auflauf-Mus und den gebackenen Strauben aus dem Meister-Hans-Korpus, sowie mit dem benachbarten Eier-Mus m384-051 und dem Käse-Mus m384-053.

Küchentechnik. Strauben sehr fein hacken, in der angesäuerten Dickmilch (Joghurt-Konsistenz) bei mäßiger Hitze aufkochen, die zwei verquirlten Eier zügig unterrühren und nur knapp binden lassen - nicht stürmisch kochen, sonst gerinnt das Ei. Mit etwas in warmer Milch aufgelöstem Safran gelb färben, beim Anrichten mit süßer Gewürzmischung (Zimt, Ingwer, Muskatblüte) bestreuen. Insgesamt rund 20 Minuten am Feuer.

Zwei Rezepte, eine Speise. In der Edition Ehlert (1999) stehen hier zwei aufeinanderfolgende, getrennt nummerierte Rezepte: &lt;37&gt; Mus von Gebäck und &lt;38&gt; [Strauben]. Beide beschreiben dieselbe Strauben-Mus-Zubereitung, das zweite knapper. Wir führen sie als einen Eintrag mit beiden Fassungen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-052-orig" n="farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚Färbe es‘ - eine häufige Anweisung in mittelalterlichen Rezepten. Bei einer süßen Speise wie diesem Mus ist die periodentreue Farbe gelb durch Safran; herzhafte Gerichte konnten auch mit Sandelholz (rot) oder Petersiliensaft (grün) gefärbt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-052-orig" n="strubeten / Struben" resp="#fyndling">‚Strauben‘ - frittiertes Schmalzgebäck, krapfenartig (Ehlert 1999: ‚eine Art Backwerk; Spritzkrapfen‘). Nicht zu ‚Zerstreutes/Verstreutes‘ verlesen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-052-orig" n="dicken milch" resp="#fyndling">Bezeichnet fermentierte, eingedickte Tiermilch, vergleichbar mit heutiger Dickmilch, Sauermilch oder Naturjoghurt. Es ist keine Mandelmilch gemeint.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes Käse-Mus: geriebener Käse wird mit Milch und Eiern aufgekocht, bis eine cremige Masse entsteht - bewusst hell gehalten (las es wisz), also nicht angebräunt. Eine Art frühe Käsecreme/Käsepudding, schnell und sättigend; gehört zur Mus-Reihe um Gebratenes Mus mit Eierteigblättern und Mus von gebackenen Strauben. Das verwandte Mus von Hirn gibt dieselbe Wahl - weiß lassen oder färben.

Zubereitung in der Praxis. Etwa 200 g milden, gut schmelzenden Käse (z.B. junger Bergkäse, Emmentaler) fein reiben, mit rund 250 ml Milch in einem Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren schmelzen lassen. Vom Feuer ziehen, 2 verquirlte Eier einrühren und bei schwacher Hitze (nicht kochen lassen) cremig binden - 10 bis 15 Minuten, bis die Masse sämig ist. Ständig rühren, damit das Ei nicht stockt.

las es wisz - bewusst weiß. Helle, ungebräunte Speisen galten als fein; daher sanft erhitzen und hellen Käse nehmen, damit weder Käse noch Ei Farbe annehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-053-orig" n="sud den" resp="#fyndling">Wörtlich „siede den (Käse)“ - hier im Sinne von sanftem Erhitzen bzw. Schmelzen, nicht sprudelndem Kochen. Bei Käse mit Ei bedeutet zu starkes Kochen Ausflocken; Ehlert übersetzt entsprechend „erhitze den“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-054-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Luxus-Mus aus Fisch-Innereien: roher Fischrogen, der Milchner (die männliche ‚Milch‘) und die Leber werden mit Weißbrot durch ein Tuch passiert, das Eingeweide fein hineingehackt und mit Mandeln und Zucker zum Mus verarbeitet - laut Rezept ‚das edelste Mus‘. Eine süß-feine Delikatesse aus dem, was sonst Beifang wäre; im Geiste verwandt mit dem feinen Fischmus kkm-028.

Rogen, Milch(ner), Leber - drei Teile. visch roggen, milch vnd lebren sind drei Fisch-Innereien: Rogen (weiblich), Milchner/Milch (männlich) und Leber - nicht eine ‚Fischrogenmilch‘. ingader = Eingeweide/Innereien (mhd. in-gäder), nicht ‚zusammen‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-054-orig" n="muosz" resp="#fyndling">Ein ‚Mus‘ bezeichnete im Mittelalter eine breiige Speise, oft aus zerstoßenen oder pürierten Zutaten, die sowohl süß als auch herzhaft sein konnte.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-054-orig" n="visch roggen, milch vnd lebren" resp="#fyndling">Drei Fisch-Innereien: ‚Rogen‘ (weiblich, die Fischeier), ‚Milch‘/Milchner (männlich, die Samentaschen) und die Leber - nicht eine ‚Fischrogenmilch‘. Alle drei wurden gegessen und hier gemeinsam verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-054-orig" n="czuch ... durch" resp="#fyndling">‚Durchziehen‘ oder ‚passieren‘ bedeutet hier, die Zutaten durch ein Sieb oder Tuch zu streichen, um eine feine, breiige Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-054-orig" n="edlest" resp="#fyndling">‚Edelst‘ bedeutet hier ‚feinste‘ oder ‚beste‘ und unterstreicht den hohen Wert und die Raffinesse des Gerichts in der damaligen Küche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-054-orig" n="ingader" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#ingader">‚Eingeweide / Innereien‘ (mhd. in-gäder / in-geäder; so Ehlert, vgl. ynder = das Innere). Gemeint sind die Fisch-Innereien, die fein hineingehackt werden - NICHT ‚zusammen‘.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-055-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines Hirn-Mus: Tierhirn (Kalb oder Schwein) wird mit Brot durch ein Tuch passiert und mit Eiern und Milch zu einem zarten Mus verkocht - wahlweise hell belassen oder gefärbt. Hirn galt als delikate, weiche Zutat; das Durchpassieren mit Brot bindet und macht es besonders fein. Technisch das Zwillingsverfahren zum Fischrogen-Mus Mus von Fischrogen (Innerei + Brot durchstreichen → Mus); für eine gebackene Hirn-Variante vgl. Gebratenes Hirn.

czuch durch = durchpassieren. Das Hirn wird durch Sieb oder Tuch gestrichen (nicht nur zerdrückt), um die für ein muosz typische glatte Konsistenz zu erreichen. Ehlert übersetzt czuch durch schlicht mit „ziehe durch".</note>
        <note type="gloss" target="#m384-055-orig" n="Hiern" resp="#fyndling">Gehirn, meist vom Kalb oder Schwein, das in der mittelalterlichen Küche häufig verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-055-orig" n="czuch durch" resp="#fyndling">Bedeutet ‚durchziehen‘ oder ‚passieren‘, um eine feine, breiige Konsistenz zu erhalten, wie es für ein Mus typisch ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-055-orig" n="muosz" resp="#fyndling">Mus oder Brei, eine häufige Zubereitungsform für Fleisch, Fisch, Gemüse oder Obst im Mittelalter.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-055-orig" n="wisz oder gefaerbt" resp="#fyndling">Die Wahl, das Mus entweder weiß zu lassen (z.B. durch die Verwendung von Eiweiß und Verzicht auf färbende Gewürze) oder es zu färben (z.B. mit Safran für Gelb oder Eidottern für ein kräftigeres Gelb/Orange).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-056-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein pures weißes Erbsenmus: geschälte (weiße) Erbsen werden weich gekocht und durch ein Tuch passiert - bewusst ohne jede Beimischung roter Erbsen und ohne andere Zutaten, nur die Erbse selbst, nach Belieben mit Honig gesüßt. Eine schlichte, vegane Fastenspeise; verwandt mit den passierten Erbsenpürees Erbsenpüree und Erbsen nach deutscher Art sowie dem gleichnamigen Weißen Erbsenmus.

Ein Mus, nicht zwei. Trude Ehlert übersetzt one alle merung von roten earwisz als ‚ohne jede Zugabe von roten Erbsen‘ - die roten Erbsen sind also das, was man weglässt, um das feine weiße Mus rein zu halten, kein zweites Gericht. Ehlerts Glossar liest merung mit Lexer als Vermehrung/Vergrößerung: Die grobe, billige rote Feldsorte diente als Streckmittel, um die Menge zu mehren - genau das soll hier unterbleiben. Das doppelte durch gezogen ist die in Cgm 384 übliche Wiederholungsfigur (vgl. Mus von gebackenen Strauben).

Wie bei Aschenputtel. Der Effekt entspricht dem alten Verlesen der Hülsenfrüchte - ‚die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen‘: fürs feine Mus kommen nur die hellen, edlen Erbsen in den Topf, die grobe dunkle Sorte bleibt draußen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-056-orig" n="arwis / Aerwisz / earwisz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#arwis">Frühneuhochdeutsch (alemannisch) für Erbse; Ehlerts Glossar belegt die Form äarwiß für Cgm 384. Hier in mehreren Schreibweisen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-056-orig" n="rote earwisz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rote-earwisz">‚Rote Erbsen‘ waren keine moderne grüne Erbse, sondern die alte Feld- oder Grauerbse (Pisum sativum subsp. arvense, auch Kapuzinererbse): rot-violett blühend, mit dunkel-rotbraunem Trockenkorn. Sie galt als die grobe, rustikale ‚Arme-Leute‘-Erbse und wurde zum Strecken billiger Speisen genutzt - genau deshalb hält das Rezept sie aus dem feinen weißen Mus heraus.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-056-orig" n="merung" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#merung">Ehlert glossiert merung (zu Cgm 384 11,42) mit Lexer als ‚Vergrößerung, Vermehrung‘. ‚one alle merung von roten earwisz‘ meint also: ohne das Mus mit (billigeren) roten Erbsen zu strecken bzw. zu vermehren. In Ehlerts Fließübersetzung als ‚ohne jede Zugabe von roten Erbsen‘ wiedergegeben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-056-orig" n="durch gezogen" resp="#fyndling">‚Passiert‘ oder ‚durchgestrichen‘ - durch ein Sieb oder Tuch gedrückt, um eine feine, glatte Konsistenz ohne Schalenreste zu erhalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-056-orig" n="wisen" resp="#fyndling">Ehlert übersetzt ‚Ärwiß müß von wysen‘ als ‚Erbsenmus von weißen [Erbsen]‘ - wysen also als weißen, im direkten Gegensatz zu den ‚roten earwisz‘. Wir folgen Ehlert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-056-orig" n="one alle merung von roten earwisz / on ander ding" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#merung">Nach Trude Ehlert: ‚one alle merung von roten earwisz‘ = ‚ohne jede Zugabe von roten Erbsen‘ (Glossar: merung = Vermehrung/Vergrößerung, d. h. ohne mit roten Erbsen zu strecken), ‚on ander ding‘ = ‚ohne andere Dinge‘. Das Rezept ist EIN weißes Erbsenmus, das bewusst rein gehalten wird; die roten Erbsen sind das Weggelassene. Das wiederholte ‚durch gezogen‘ ist die in Cgm 384 übliche Doppelung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-057-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhaftes Leber-Mus mit Eierkuchen-Deckel: gekochte Rehleber wird im Mörser mit Brühe, Roggenbrot, Wein und Essig zu einer feinen, dunklen Paste zerstoßen, nochmals aufgekocht und mit klein gewürfeltem Speck verfeinert; beim Anrichten kommt ein in der Pfanne gebackener Eierkuchen (plat) als Deckel darüber. Die säuerliche Würzung (Wein und Essig) zu Leber ist zeittypisch - technisch eng verwandt mit der Leber-Brot-Sauce Peverata und mit der fast identischen Rehleber mit dunkler Wein-Essig-Sauce.

schwarz = Farbe, nicht Blut. Leber und Roggenbrot färben das Mus von selbst tiefdunkel - hier wird KEIN Blut zugesetzt (vgl. das nebenstehende Krebsmus, das rott wird).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-057-orig" n="plat" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat">Ein ‚Plat' ist hier ein dünner, in der Pfanne gebackener Eierkuchen oder ein Omelett, das als essbare Unterlage oder Hülle für das Lebermus dient.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-057-orig" n="schwartz" resp="#fyndling">Die Anweisung ‚so wiertz es schwartz' bezieht sich auf die dunkle Farbe, die das Gericht durch die Leber und das Roggenbrot erhält. Es ist keine Anweisung, Blut hinzuzufügen, wie es bei manchen anderen ‚schwarzen' Gerichten der Fall war.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-057-orig" n="morser" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein ‚Mörser' oft ein großer Fleischmörser aus Stein oder Metall, der zum Zerkleinern und Pürieren von Fleisch, Fisch oder anderen feuchten Zutaten verwendet wurde, um eine feine Farce oder Paste zu erhalten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-058-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines Krebsmus: Flusskrebse werden von den ungenießbaren Eingeweiden im Kopfbereich (bis zu den Augen) befreit, im Mörser zerstoßen, mit weißem Brot gebunden und mit Milch durch ein Tuch passiert; in der Pfanne wird daraus ein Mus, das beim Garen rott wird (der Krebspanzer färbt sich rot). Eine vornehme Fastenspeise - der direkte Zwilling zum Krebsmus der Koch- und Kellermeisterei und zum nahezu wortgleichen Krebsmus aus Cgm 5919; technisch verwandt mit den anderen durchpassierten Tier-Musen (Mus von Fischrogen, Lebermus).

Buch-von-guter-Speise-Strang. Das Rezept ist nahezu wörtlich mit dem Reichenauer Krebsmus verwandt (dort teils mit Eigelb angereichert); Cgm 384 bleibt schlicht bei Krebs, Brot und Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-058-orig" n="muosz" resp="#fyndling">Mus, ein dickflüssiger Brei oder Püree.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-058-orig" n="kreps" resp="#fyndling">Flusskrebse. Im Mittelalter eine beliebte Fastenspeise, da sie im Wasser leben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-058-orig" n="das bosz czuo den augen dauon" resp="#fyndling">Wörtlich 'das Böse bis zu den Augen davon'. Ehlert glossiert 'das Böse' als die Eingeweide im Kopfbereich der Krebse, die bis zu den Augen herausgeschnitten werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-058-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein großer Mörser, wie er im Mittelalter zum Zerkleinern von Fleisch, Fisch oder Nüssen verwendet wurde. Nicht zu verwechseln mit einem kleinen Gewürzmörser.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-058-orig" n="trib es denn durch" resp="#fyndling">Die Masse mit der Milch durch ein Sieb oder Tuch passieren, um ein feines, glattes Mus zu erhalten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-059-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewürztes Birnenmus: weichgekochte Birnen werden durch ein Tuch passiert, mit geriebenem Gewürz-Fladenbäck (bimezelten) gebunden, aufgekocht und mit Honig und Gewürz abgeschmeckt. Ein einfaches, wärmend gewürztes Fruchtmus - verwandt mit dem Birnenmus bgs-081 und mha-272 sowie dem Birnen-Konfit foc-128.

bimezelten = gewürztes Fladenbäck. Trude Ehlert deutet das Wort als flaches Backwerk (mhd. zelten = flacher Kuchen/Fladen, vgl. Lebzelten), das mit biment - mhd. für ‚Gewürz, Spezerei' (lat. pigmentum) - gebacken ist. (Die ältere Ableitung von ‚Piment'/Nelkenpfeffer verwirft Ehlert ausdrücklich als anachronistisch: das mittelamerikanische Piment kam erst nach Kolumbus nach Europa.) Gerieben wirkt das Bäck zugleich als Binder UND Gewürzträger; der Binder bringt also schon Würze mit, bevor Honig und Gewürz dazukommen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-059-orig" n="bieren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bieren">Im Frühneuhochdeutschen ist ‚bieren' der Plural von Birne. Hier sind also Birnen gemeint, nicht Beeren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-059-orig" n="bimezelten" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bimezelten">Laut Trude Ehlert ein flaches Backwerk (mhd. ‚zelten' = flacher Kuchen/Fladen, vgl. Lebzelten), das mit ‚biment' - mhd. für ‚Gewürz, Spezerei' (lat. ‚pigmentum') - gebacken ist. Die ältere Deutung als ‚Piment'/Nelkenpfeffer verwirft Ehlert als anachronistisch (das mittelamerikanische Piment kam erst nach Kolumbus nach Europa). Gerieben dient es als Bindemittel und bringt zugleich Würze ins Mus. Ersatzweise geriebener Lebkuchen. Die Schwesterüberlieferung (Reichenauer Kochbuch) hat ‚bymenczelten'.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-059-orig" n="czuch bieren durch" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bieren">Wörtlich ‚ziehe Birnen durch'. Dies ist eine Anweisung zum Passieren der gekochten Birnen durch ein Sieb oder Tuch, um ein feines Mus zu erhalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-059-orig" n="bimezelten" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bimezelten">Laut Ehlert ein flaches Backwerk (mhd. ‚zelten' = Fladen/flacher Kuchen), das mit ‚biment' (mhd. ‚Gewürz, Spezerei', lat. ‚pigmentum') gebacken ist - also ein gewürztes Fladenbäck, gerieben als Binder UND Gewürzträger. Die Schwesterüberlieferung (Reichenauer Kochbuch) hat ‚bymenczelten'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-060-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Zwei Gerichte aus einem Teig: eine Eier-Milch-Masse zu gleichen Teilen verschlagen, gesalzen und mit Safran gefärbt, wird im Wasserbad (Topf im Wasserkessel) sanft gestockt. (1) Weich serviert ist es ein Eier-Mus (eierstichartig). (2) Will man es braten, presst man die gestockte Masse auf einem Tuch unter Brett und Steinen fest wie einen Käse, schneidet sie mit dem Faden in Scheiben und röstet sie auf dem Rost - bestreut mit Gewürz oder Zucker, übergossen mit heißem Schmalz oder in eine Pfeffersauce/Brühe gegeben. Ein früher ‚Milch-Käse vom Rost'.

Cross-Source: Fast wortgleich im Rheinfränkischen Kochbuch (rfk-020) und als Spieß-Variante im Cgm 725 (m725-013). Die ka1-Schwesterhandschrift (#47) stützt mehrere Lesarten (gestockt, bestreue, Zucker).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="gebrauten milch" resp="#fyndling">Die Formulierung 'gebrauten milch' zu Beginn des Rezepts kann als 'vorbereitete Milch' (z.B. gekochte oder gebrühte Milch) oder als allgemeine Bezeichnung für die im Rezept verwendete Milch verstanden werden, die später 'gebraten' wird. Im Kontext des Rezepts, das eine Milch-Ei-Mischung zubereitet, wird es hier als die Milch selbst interpretiert, die für die 'gebratene Milch' verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="als ain ayer muosz" resp="#fyndling">Dies ist die erste Servieroption: ein weiches Mus aus der gestockten Milch-Ei-Mischung, ähnlich einem Eierstich oder einer Art Pudding.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="brauten" resp="#fyndling">Hier im Sinne von 'braten' oder 'rösten', was sich auf das Garen der gepressten Milchmasse auf einem Rost bezieht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="keck als ain kasz" resp="#fyndling">Die gepresste Masse soll eine feste, käseähnliche Konsistenz erhalten. Dies unterstreicht den Charakter der 'gebratenen Milch' als schnittfeste Speise.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="mit ainem faden" resp="#fyndling">Das Schneiden mit einem Faden ist eine alte Technik, um weiche, aber feste Massen (wie Käse, Kuchen oder hier die Milchmasse) sauber und präzise zu zerteilen, ohne sie zu zerdrücken.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="rost" resp="#fyndling">Ein Grillrost, auf dem die geschnittenen Stücke der Milchmasse gebraten oder geröstet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="als ain vtterlin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vtterlin">‚Wie ein Euterlein' (mhd. üter = Euter): Die festen, in Scheiben geschnittenen Milch-Stücke werden auf den Rost gelegt wie gegrillte Euterscheiben - im Mittelalter eine geschätzte Delikatesse (vgl. das gekochte, in Scheiben geröstete Kuh-Euter im ‚Frauenessen'). Ein Vergleich, kein Hinweis, dass hier Euter verarbeitet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-060-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Hier ist eine 'Pfeffersauce' gemeint, eine würzige, oft dunkle und gebundene Sauce, die im Mittelalter häufig zu Fleisch oder Fisch gereicht wurde. Siehe auch m349-001.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-060-orig" n="gestekin" resp="#fyndling">‚Gestockt‘ oder ‚fest geworden‘. Die Vergleichshandschrift ka1 #47 verwendet an dieser Stelle ‚er stocky‘, was diese Lesart bestätigt; auch Ehlert übersetzt ‚bis es stockt‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-060-orig" n="ersyhe" resp="#fyndling">‚Abtropft / trocken wird‘. Dies passt zum Aufziehen auf ein Tuch, um Feuchtigkeit zu entziehen; Ehlert übersetzt ‚bis es gut abgetropft ist‘. Die Vergleichshandschrift ka1 #47 hat ‚er suech‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-060-orig" n="vtterlin" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#vtterlin">‚Wie ein Euterlein‘ (Diminutiv von mhd. ‚üter‘ = Euter). So übersetzt Ehlert (‚lege es auf einem Rost wie ein Euterlein‘): ein Vergleich mit gegrillten Euterscheiben, die als Delikatesse galten. In der Parallelüberlieferung steht teils ‚puteren‘ (Butter) - Ehlert wertet dies als Verschreibung für ‚ütterlin‘. Die gepressten Milch-Scheiben werden also wie Euterscheiben auf den Rost gelegt; kein Hinweis, dass Euter verarbeitet wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Bohnen-Brei (Püree): Bohnen werden gekocht, im Mörser zerstoßen und durch ein Tuch passiert, dann wie der Mandelziger angerichtet - also genauso gewürzt und fertiggestellt wie das Mandel-Quark-Gericht, das in derselben Handschrift kurz danach folgt (Cgm 384, bei Ehlert &lt;57&gt; = m384-071). Eine sämige, fastentaugliche Hülsenfrucht-Speise; verwandt mit den Ackerbohnen-Pürees boc-062, men-040 und mar-056.

bonen = Ackerbohne (Vicia faba). Um 1470 gab es in Europa nur die Acker-/Sau-/Puffbohne - die grünen und bunten Bohnen (Phaseolus) kamen erst nach 1500 aus Amerika. Gemeint sind also getrocknete dicke Bohnen, nicht moderne grüne Bohnen.

mandelcziger = Mandel-Quark. ziger heißt Quark (Lexer III,1110); der Mandelziger ist eine käse-/quarkartig eingedickte Mandelmilch (Ehlert: ‚Suarke aus Mandeln'). Der Verweis meint: das Bohnenmus ebenso reichhaltig würzen und anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="bry" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für ‚Brei‘ oder ‚Mus‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="bonen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bonen">Im Mittelalter (vor 1500) ist die ‚Bohne‘ die Acker-/Saubohne (Vicia faba) - grüne und bunte Bohnen (Phaseolus) kamen erst nach der Entdeckung Amerikas. Gemeint sind getrocknete dicke Bohnen, hier gekocht, zerstoßen und passiert.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="gestossnen" resp="#fyndling">Zerstoßen oder zerstampft, meist im Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="durch gezognen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚durchgezogen‘, hier im Sinne von ‚passiert‘ oder ‚gesiebt‘, um eine feine, glatte Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="richt in" resp="#fyndling">‚Richte es an‘ oder ‚serviere es‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="mandelcziger" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mandelcziger">‚Ziger‘ ist Quark (Lexer III,1110); der ‚Mandelziger‘ ist demnach ein Mandel-Quark - käse-/quarkartig eingedickte oder gefällte Mandelmilch (Ehlert: ‚Suarke aus Mandeln‘). Cgm 384 bringt das Mandelziger-Rezept selbst kurz danach (bei Ehlert &lt;57&gt;). Der Verweis ‚richt in als den mandelcziger‘ meint: das Bohnenmus ebenso würzen und anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-061-orig" n="mit allen dingen" resp="#fyndling">Eine gängige mittelalterliche Formulierung, die bedeutet: ‚mit allen üblichen Zutaten und Gewürzen‘, also nach Geschmack und den gängigen Gepflogenheiten der Zeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-061-orig" n="mandelcziger" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mandelcziger">‚Mandelziger‘ = Mandel-Quark: ‚ziger‘ heißt Quark (Lexer III,1110), Ehlert glossiert ‚Suarke aus Mandeln‘. Also eine käse-/quarkartig eingedickte oder gefällte Mandelmilch. Die Anweisung ‚richt in als den mandelcziger‘ bezieht sich auf das ebenso reichhaltige Würzen und Anrichten - das Bohnenmus wird wie das Mandelziger-Gericht fertiggestellt (Cgm 384 hat es bei Ehlert &lt;57&gt;).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Holunderblüten-Mus: Holunderblüten werden in Milch gesotten, durch ein Tuch geseiht und mit geriebenem Weißbrot zu einem feinen, hellen Mus gebunden - nach Belieben gefärbt und gewürzt, aber laut Rezept schon von sich aus wohlschmeckend (und ‚gesund'). Eine duftige, frühsommerliche Süßspeise; Blüten-Mus-Verwandte sind das Veilchen-Mus bgs-078 und die Rosencreme foc-050.

So gelingt es am Feuer: Die abgezupften Blütendolden geben ihr Aroma an die heiße Milch ab; danach wird die Masse durch ein Tuch geschlagen - das presst die Blütenflüssigkeit durch und hält die groben Rispen zurück. In die aromatisierte Milch rührt man geriebenes Weißbrot ein und lässt sie unter Rühren eindicken, bis sie die gewünschte Mus-Konsistenz hat. Die Brotbindung ist das zeittypische Bindemittel (lange vor der Mehlschwitze). Knapp gehalten lehnt sich das Rezept an die ausführlicheren Schwester-Fassungen Tegernseer Holler-Mus und Holundermus an, die Sieden, Durchschlagen und Eindicken Schritt für Schritt beschreiben.

Kopf einer kleinen Blüten-Mus-Reihe. Der Schlusssatz vnd hie nach mengerlay müser (‚und hierauf folgen mancherlei Muse') leitet einen Mus-Abschnitt ein: Das direkt folgende Borretsch-Mus (Cgm 384, bei Ehlert &lt;49&gt;) verweist ausdrücklich zurück - ‚mach ein Borretsch[-Mus] aus den Blüten wie vom Holundermus'. Das Holundermus ist also die Vorlage für weitere Blüten-Muse.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-062-orig" n="holder bluost" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bluost">Holunderblüte. Die Blüten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) wurden im Mittelalter vielfältig in der Küche verwendet, vor allem für duftige Mus- und Süßspeisen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-062-orig" n="czuch es durch ain tuoch" resp="#fyndling">Wörtlich ‚zieh es durch ein Tuch‘ - gemeint ist das Durchschlagen bzw. Durchpassieren der heißen Blütenmilch durch ein Tuch: Die aromatisierte Flüssigkeit wird durchgedrückt, die groben Blütenrispen bleiben zurück. Standardgriff für eine feine, glatte Mus-Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-062-orig" n="geriben wissem brot" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot dient hier als Bindemittel - die zeittypische Brotbindung, die in der Mus- und Saucen-Küche lange vor der Mehlschwitze üblich war.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-062-orig" n="farben vnd bewurczen" resp="#fyndling">Das Färben und Würzen ist hier ausdrücklich freigestellt - das Rezept betont, das Mus schmecke schon von sich aus gut. Gefärbt wurde periodentreu mit Safran (gelb), rotem Sandelholz (rot) oder Petersiliensaft (grün).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-062-orig" n="czuch es durch ain tuoch" resp="#fyndling">Die in Milch gesottenen Blüten werden durch ein Tuch geschlagen/passiert, sodass die aromatisierte Milch durchgeht und die groben Blütenrispen zurückbleiben - diese Milch wird zum Mus gebunden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zartes, blumiges Borretschblütenmus, im Geiste eine frühe Form einer süßen, leichten Dessertcreme oder einer feinen Beilage, die durch ihre subtile Aromatik besticht.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt darin, die zarten Borretschblüten nur ganz kurz zu erhitzen, damit sie ihre leuchtende Farbe und ihr feines Aroma behalten - sie sind wirklich empfindlich. Erwärme die Milch (als Startpunkt: 250 ml) sanft, bis sie warm, aber nicht kochend ist. Nimm sie vom Feuer, gib die Borretschblüten (eine gute Handvoll) hinzu und lass sie nur für wenige Sekunden darin ziehen. Dann seihe die Milch sofort durch ein feines Tuch oder Sieb ab, um die Blüten zu entfernen und eine glatte Flüssigkeit zu erhalten. Reibe ein bis zwei Scheiben entrindetes Weißbrot sehr fein und rühre es unter die aromatisierte Milch. Erhitze das Mus nun unter ständigem Rühren nochmals ganz kurz und sanft, bis es leicht andickt und eine helle, sämige Konsistenz erreicht. Der häufigste Fehler ist hier, die Blüten zu lange oder zu heiß zu kochen; das Ergebnis wäre ein farbloses, geschmackloses Mus.

So wird es richtig gut. Für die perfekte Balance kannst du das Mus mit einer Prise Zucker oder Honig (beides zeittypisch) abschmecken. Borretsch hat eine leichte Gurken-Note, die sich wunderbar mit etwas Süße verbindet. Eine winzige Spitze Verjus oder ein Tropfen Rosenwasser (ebenfalls historisch passend) kann die blumigen Noten noch hervorheben und dem Mus eine zusätzliche Tiefe verleihen. Achte auf eine glatte, samtige Konsistenz, die weder zu flüssig noch zu fest ist - es soll sich wie eine leichte Creme anfühlen. Serviere das Mus lauwarm oder gekühlt, vielleicht mit ein paar frischen Borretschblüten garniert, um die Optik zu unterstreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-063-orig" n="borattsch" resp="#fyndling">Borretsch (Borago officinalis), ein Gartenkraut. Ehlert weist die Form für Cgm 384 als 'borättsch/burätz' aus. Die leuchtend blauen Blüten sind essbar und schmecken mild gurkenartig.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-063-orig" n="holdermuosz" resp="#fyndling">Holunderblütenmus. Das verwiesene Rezept (Cgm 384, Nr. 48 bei Ehlert) bereitet das Mus aus Holunderblüten ('holder blüst'), die in Milch gesotten und durchgeseiht werden - also die Blüten-, nicht die Beerenvariante.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-064-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das ist im Geiste eine reichhaltige, süß-sauer-würzige Glasur oder ein Überzug, der durch die natürliche Gelatine von Kalbsfüßen gebunden wird und über gebratenes oder geröstetes Fleisch gegossen wird, um es beim Abkühlen zu umhüllen.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der Gelatine-Extraktion aus den Kalbsfüßen: Siede sie so lange in Brühe, bis die Knochen sich mühelos lösen. Reduziere den Sud danach kräftig, um eine hohe Gelatinekonzentration zu erreichen - das ist die Basis für den ‚gestauten‘ Überzug. Die ausgelösten Füße stößt du dann im Mörser fein und streichst die heiße Masse durch ein Tuch, um eine seidige Textur zu erhalten. Für die Agrodolce-Balance aus Essig und Honig gilt: ‚beschaidenlich‘ dosieren. Beginne als Startpunkt mit einem Drittel der Essigmenge zur Brühe und einem Teelöffel Honig, schmecke dich dann vorsichtig heran. Der häufigste Fehler ist eine zu geringe Gelatinekonzentration, die nicht richtig stockt - sorge also für einen stark reduzierten Sud.

So wird es richtig gut. Die Würz- und Säure-Balance ist entscheidend. Neben der Süße des Honigs und der Säure des Essigs (oder eines milderen Verjus) passen zeittypische Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Nelken oder auch eine Prise Zimt hervorragend. Taste dich hier sorgfältig vor. Die Glasur soll glänzend und leicht klebrig sein, nicht zu fest. Gieße sie über frisch geröstetes Fleisch - die Röstaromen des Fleisches sind ein wunderbarer Kontrast zur süß-sauren Glasur. Achte darauf, dass das Fleisch noch warm ist, wenn du die Glasur darüber gibst. Sie geliert dann beim Abkühlen zu einem feinen Überzug, der das Fleisch umhüllt und ihm eine besondere Textur verleiht. Serviere das Gericht, sobald die Glasur leicht angezogen hat, aber noch nicht komplett durchgekühlt ist, um die besten Aromen und die schönste Konsistenz zu erleben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-064-orig" n="hofflich essen" resp="#fyndling">Ein ‚hofflich essen' bezeichnet ein feines, repräsentatives Gericht, das für eine herrschaftliche Tafel oder einen besonderen Anlass geeignet ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-064-orig" n="bruege" resp="#fyndling">Die ‚Brühe' dient hier als Kochflüssigkeit für die Kalbsfüße und als Basis für die spätere Sauce. Es kann eine einfache Wasser-Salz-Brühe oder eine gewürzte Fleischbrühe sein.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-064-orig" n="morser" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein ‚Mörser' oft ein großer Fleischmörser aus Stein oder Metall, der zum Zerkleinern und Pürieren von Fleisch, Fisch oder anderen festen Zutaten verwendet wurde. Er entspricht in seiner Funktion einer modernen Küchenmaschine oder einem Fleischwolf.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-064-orig" n="ander ge= wurtz" resp="#fyndling">Die Angabe ‚andere Gewürze' ist typisch für mittelalterliche Rezepte, die oft keine genauen Mengenangaben machten. Gängige Gewürze der Zeit, die hier passen würden, sind Pfeffer, Ingwer, Zimt oder Nelken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-064-orig" n="gestaut es" resp="#fyndling">‚Stockt es an' bzw. ‚dickt es an' - die Masse nimmt durch das Erkalten (und das erneute Übergießen) eine festere, gallertartige Konsistenz an.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-065-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein mittelalterliches Galantine oder eine gefüllte Poularde, bei der das Fleisch vom Knochen gelöst, verfeinert und wieder in seine ursprüngliche Form gebracht wird, um dann als beeindruckendes Ganzes gesiedet zu werden.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im sorgfältigen Auslösen des alten Huhns: Du trennst das Fleisch entlang der Länge vom Knochengerüst, lässt die Knochen aber zusammenhängen - das ist die Basis für die ‚Wiederanlage‘. Das Fleisch wird dann fein gehackt. Für die Füllung, die das Herzstück bildet, mischst du das gehackte Fleisch mit altbackenem Weißbrot (als Startpunkt etwa ein Drittel des Fleischgewichts, ohne Rinde, kurz in Wasser oder Brühe eingeweicht und ausgedrückt) und fein gewürfeltem Speck (10-15% des Fleischgewichts). Würze kräftig mit Pfeffer und Ingwer, vielleicht einer Prise Nelken. Optional kommen hier die Rosinen, frische Petersilie oder ein Ei hinein, das zusätzlich bindet. Diese Farce legst du sorgfältig zurück an das Knochengerüst. Dann ziehst du die Haut wieder darüber und nähst sie mit Küchengarn fest - sie hält die Füllung sicher zusammen. Nun kommt der wichtigste Punkt für alte Hühner: das Sieden. Setze das Huhn in reichlich gesalzenes Wasser oder Brühe und lass es bei sanfter Hitze (kaum Bläschen) mindestens 2-3 Stunden, eher länger, gar ziehen, bis es butterzart ist. Der häufigste Fehler ist Ungeduld; ein altes Huhn braucht seine Zeit, sonst bleibt es zäh.

So wird es richtig gut. Die wahre Kunst liegt in der Würze der Füllung: Neben den Grundgewürzen kannst du mit einer Prise Safran für Farbe und feine Süße spielen oder etwas Verjus zur Füllung geben, um eine subtile Säurenote zu erzielen, die die Schwere von Speck und Huhn ausbalanciert. Nach dem langen Sieden nimmst du das Huhn aus der Brühe. Die Kochbrühe kannst du stark reduzieren und als feine Sauce dazu reichen. Serviere das ‚angelegte Huhn‘ in dicken Scheiben, sodass die prächtige Füllung gut sichtbar ist. Ein Hauch frische Petersilie vor dem Servieren rundet das Gericht ab.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-065-orig" n="angeleten huern" resp="#fyndling">Die Bezeichnung ‚angelegt‘ bezieht sich auf die spezielle Zubereitungsart, bei der das Fleisch vom Knochen gelöst, gehackt und gewürzt wird, um es dann wieder an die Knochen ‚anzulegen‘ und das Huhn so zu füllen und zu rekonstituieren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-065-orig" n="klub die von ain andren nach der lengin" resp="#fyndling">‚Klöben‘ bedeutet spalten oder zerlegen. Hier ist gemeint, das Huhn der Länge nach zu zerteilen, um das Fleisch leichter von den Knochen lösen zu können, während die Knochenstruktur erhalten bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-065-orig" n="gebratt" resp="#fyndling">Hier ist das rohe Fleisch des Huhns gemeint, das für die Füllung vorbereitet wird, nicht bereits gebratenes Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-065-orig" n="bain an ain andren belibend" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#bain">Die Anweisung, die Knochen aneinanderzulassen, deutet darauf hin, dass das Huhn nach dem Füllen wieder seine ursprüngliche Form erhalten soll, ähnlich einer Galantine oder einem gefüllten Rollbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-065-orig" n="schon" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon">In diesem Kontext bedeutet ‚schön‘ so viel wie ‚gründlich‘ oder ‚gut‘, also das Huhn ausreichend lange sieden, bis es gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-065-orig" n="winber" resp="#fyndling">‚Winber‘ ist eine mittelhochdeutsche Bezeichnung für Weinbeeren, also Rosinen oder Korinthen. Sie wurden oft in herzhaften Gerichten verwendet, um eine süß-saure Note hinzuzufügen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-065-orig" n="gebratt" resp="#fyndling">Als ‚Fleisch‘ (des Huhns) übersetzt. Es bezieht sich auf das rohe, vom Knochen gelöste Fleisch, das für die Füllung gehackt wird. Ehlerts Edition übersetzt ‚gebrätt‘ ebenfalls mit ‚Fleisch‘; das Reichenauer Parallelrezept schreibt an dieser Stelle ‚die brauten‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-065-orig" n="klub die von ain andren nach der lengin" resp="#fyndling">Als ‚zerlege sie der Länge nach‘ übersetzt. Ehlert gibt ‚klub‘ mit ‚pflück auseinander‘ wieder: Das Huhn wird der Länge nach geteilt, um das Fleisch von den Knochen lösen zu können, während die Knochenstruktur zusammenhängt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-065-orig" n="schon" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon">Als ‚gründlich‘ bzw. ‚gut‘ übersetzt - das Huhn ausreichend lange sieden, bis es gar ist. Ehlert bestätigt diese Lesart mit ‚koch sie dann gut‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-065-orig" n="winber" resp="#fyndling">Als ‚Weinbeeren‘ (Rosinen/Korinthen) übersetzt - die etablierte Lesart für ‚winber‘ in Kochrezepten dieser Zeit, ebenso bei Ehlert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-066-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein Gericht, das Kuh-Euter in den Mittelpunkt stellt - ein klassisches Beispiel der mittelalterlichen ‚Nose-to-Tail‘-Küche, das heute in Vergessenheit geraten ist und für viele Gaumen ungewohnt sein mag. Der Name ‚Frauenessen‘ könnte auf eine besonders zarte oder bekömmliche Speise hindeuten; die Zubereitung ist einfach und zeugt von der vollständigen Verwertung des Tieres.

So gelingt es. Das Euter ist bindegewebsreich und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung: Wässere es gründlich über mehrere Stunden, um es zu reinigen, und siede es dann lange und sanft in Wasser oder einer milden Brühe, bis es wirklich weich ist - das kann gut zwei bis drei Stunden dauern. Achte darauf, dass nicht zu viel Brühe entsteht, wie das Rezept anmerkt. Sobald das Euter weich ist, schneide es in Scheiben und röste diese auf einem Rost, um Röstaromen zu erzeugen. Parallel dazu röstest du zwei Scheiben Weißbrot. Für die Bindung der Brühe verquirlst du drei Eigelb mit der Hälfte der Kochbrühe und passierst diese Mischung durch ein Tuch, um eine feine, klümpchenfreie Konsistenz zu erhalten. Bestreiche die gerösteten Brotscheiben mit dieser Eigelb-Brühe. Schneide das geröstete Euter klein und gib es zurück in die restliche Brühe. Würze das Ganze mit Ingwer und Safran, wobei du die Gewürze eher dünn dosierst, um den Eigengeschmack des Euters nicht zu überdecken. Erwärme alles noch einmal, bis es eine bewusst dünne Konsistenz hat - ‚ain rechty dunny gewynn‘, wie es im Original heißt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-066-orig" n="frowen essen" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Frauenessen'. Bezeichnet vermutlich eine als besonders zart oder bekömmlich geltende Speise; ob konkret für Frauen gedacht oder als Gerichtstyp, bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-066-orig" n="vtter von ainer kuo" resp="#fyndling">Das Euter einer Kuh - im Mittelalter eine geschätzte Innerei mit zarter, leicht fettiger Textur, die lange weichgekocht werden muss.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-066-orig" n="bage / röst vff ainem rost" resp="#fyndling">‚Bägen' und ‚rösten' auf dem Rost meint das Bräunen über offener Glut - hier sowohl für die Brotschnitten als auch für das vorgekochte Euter.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-066-orig" n="gewynn" resp="#fyndling">Hier im Sinne von ‚Beschaffenheit' bzw. ‚Ergebnis', bezogen auf die Konsistenz. ‚Ain rechty dunny gewynn' meint eine bewusst dünnflüssige Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-066-orig" n="nyem ain schusselin" resp="#fyndling">‚Nimm eine Schüssel' - im Primärtext wird eine Schüssel genommen, in die dann Ingwer und Safran gegeben werden, vermutlich um die Gewürze vorzubereiten oder die fertige Speise darin abzuschmecken. Der Primärtext erwähnt keine weitere Zutat für die Schüssel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-067-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das ist ein Kalbskopf, der erst weichgekocht und dann auf dem Rost gebräunt wird - ein typisches Gericht der mittelalterlichen Küche, das die vollständige Verwertung des Tieres in den Vordergrund stellte. Heute ist der Kalbskopf eine Nischenspezialität für Liebhaber, die den kräftigen Geschmack und die besondere Textur schätzen.

So gelingt es. Der entscheidende Schritt ist das zweistufige Garen. Zuerst kochst du den Kalbskopf, nachdem du die unteren Kinnbacken entfernt hast, sehr gründlich und weich. Das ist wichtig, damit das Fleisch später zart ist und sich gut lösen lässt. Ist der Kopf weich, brichst du die Hirnschale vorsichtig auf. Das Hirn ist empfindlich, behandle es behutsam, damit es nicht zerfällt. Nun gibst du gute, zeittypische Gewürze wie Pfeffer, Ingwer oder Muskat direkt zum Hirn in den Schädel. Dann kommt gutes, heißes Schmalz hinzu, das für Saftigkeit sorgt und beim Braten hilft, eine schöne Kruste zu entwickeln. Zuletzt wird der Kopf auf einem Rost über offener Glut gebraten, bis er knusprig und appetitlich aussieht. Achte darauf, dass die Hitze nicht zu stark ist, damit das Äußere nicht verbrennt, bevor der Kopf gleichmäßig durchgegart ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-067-orig" n="vndren keln" resp="#fyndling">Wörtlich „den unteren Hals" - die fleischige Kehl- und Halspartie, die vor dem Kochen vom Kalbskopf abgetrennt wird. Die Reichenauer Parallelüberlieferung liest hier statt „keln" das Wort „kiew" (Kiefer), beschreibt also dieselbe untere Partie aus der Kiefer-/Kehlregion.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-067-orig" n="hiern schallen" resp="#fyndling">Die Schädeldecke („Hirnschale"), die aufgebrochen wird, um direkt im Schädel zu würzen und das Hirn mit heißem Schmalz mitzugaren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-067-orig" n="rost" resp="#fyndling">Ein Grillrost direkt über der Glut. Für einen ganzen Kalbskopf wäre ein stabiler, großer Rost nötig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-067-orig" n="vndren keln" resp="#fyndling">„Den unteren Hals" bzw. die fleischige Kehlpartie - so übersetzt auch die wissenschaftliche Edition (Ehlert 1999). Gemeint ist der untere Teil aus der Kiefer-/Kehlregion, der vor dem Garen abgetrennt wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-068-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das sind Kalbfleischkügelchen, im Geiste verwandt mit unseren heutigen Frikadellen oder Fleischpflanzerln, die auf drei klassisch mittelalterliche Arten serviert werden können.

So gelingt es. Der Schlüssel zu zarten Kügelchen liegt in der richtigen Bindung und Garmethode: Für 500g Kalbfleisch nimmst du als Startpunkt etwa 100g altbackenes Weißbrot (ohne Rinde, in Wasser oder Brühe eingeweicht und gut ausgedrückt) und ein mittelgroßes Ei. Das Kalbfleisch muss sehr fein gehackt werden, entweder mit einem scharfen Messer oder durch den Fleischwolf, bevor du es mit dem Brot und dem Ei vermischst und kräftig würzt. Forme die Masse zu walnussgroßen Kügelchen - diese Größe sorgt für gleichmäßiges Garen. Der häufigste Fehler ist zu stark kochendes Wasser: Wirf die Kügelchen nicht in sprudelnd kochendes Wasser, sondern lass sie in siedendem, also leicht wallendem Wasser, sanft gar ziehen, bis sie fest sind und innen nicht mehr roh. So bleiben sie saftig und zerfallen nicht.

So wird es richtig gut. Die Würzung ist entscheidend: Eine Mischung aus frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer, etwas Ingwer und Salz ist eine gute Basis. Für mehr Tiefe kannst du auch eine Prise Muskat oder Nelkenpulver hinzufügen. Die drei Servierarten bieten viel Spielraum: Die Variante ‚trocken mit Petersilie‘ lebt von der Qualität des Fleisches und der Würze - hier ist frische Petersilie nicht nur Deko, sondern gibt einen frischen Kontrast. In kräftiger Brühe oder Jus erwärmt, nehmen die Kügelchen den vollen Geschmack der Flüssigkeit auf; hier ist eine gute, hausgemachte Kalbs- oder Hühnerbrühe Gold wert. Die dritte Variante, in Schmalz gebraten und in einer Pfeffersauce angerichtet, ist die raffinierteste: Brate die vorgegarten Kügelchen in heißem Schmalz goldbraun an, das gibt Röstaromen und eine schöne Kruste. Die Pfeffersauce sollte kräftig, aber nicht zu dick sein, mit gutem Pfeffer (historisch wäre Langer Pfeffer oder Kubebenpfeffer spannend) und einer leichten Säurenote von Verjus oder Weißweinessig, um die Würze zu balancieren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-068-orig" n="bewurtz" resp="#fyndling">Die Anweisung, die Fleischmasse zu würzen. Welche Gewürze genau, nennt der Schreiber nicht - eine handschriftliche Randnotiz hakt das ‚bewurtz‘ sogar fragend an. Typisch für eine bürgerliche Küche dieser Zeit wären Pfeffer, Ingwer, Muskat und Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-068-orig" n="synwelle kuglin als kuechlin" resp="#fyndling">‚synwel‘ heißt im Mittelhochdeutschen schlicht ‚rund‘ (Lexer). Die Masse wird also zu runden Kügelchen geformt, in der Größe vergleichbar mit kleinen Küchlein.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-068-orig" n="Jusel" resp="#fyndling">Verkleinerungsform zu ‚jus‘ (frz.): eine konzentrierte Fleischbrühe, die im Mittelalter zum Färben und Kräftigen von Suppen und Saucen diente. Hier dient sie als kräftige Flüssigkeit, in der die Kügelchen gereicht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-068-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">‚Pfeffer‘ meint hier nicht nur das Gewürz, sondern eine ganze Kategorie würziger, oft dunkler und mit geröstetem Brot gebundener Saucen, die zu Fleisch oder Fisch gereicht wurden. Vergleiche Fisch in Pfeffersauce mit Äpfeln.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste eine frühe Wurstvariante, die Innereien wie Lunge und Hirn in einem Schweinedarm vereint. Es ist ein typisches Gericht der mittelalterlichen bürgerlichen Küche, das alle Teile des Tieres verwertete und heute eher ungewohnt ist. Solche Innereien-Gerichte waren damals Alltagskost, heute sind sie Nischen- und Liebhaberküche.

So gelingt es. Für diese zwei Wurstfüllungen nimmst du einen gründlich gereinigten Dickdarm als Hülle. Die Lunge kochst du vor, das erleichtert das feine Hacken. Dann vermischst du sie mit dem Speck und den Gewürzen. Das Hirn häutest du sorgfältig, bevor du es mit Eiern und altbackenem Brot vermengst und ebenfalls würzt. Beide Füllungen werden getrennt in den Darm gestopft. Optional kannst du etwas Honig zu einer der Füllungen geben, um eine süß-würzige Note zu erzielen. Nach dem Füllen wird der Darm verschlossen und die Wurst sanft in Wasser pochiert, bis die Füllung fest ist. Ein zu schnelles oder starkes Kochen würde den Darm platzen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-069-orig" n="hindern darm" resp="#fyndling">Der ‚hintere Darm‘ meint den End- bzw. Dickdarm - weit und robust, ideal als Wursthülle. Das parallele Rheinfränkische Kochbuch liest hier ‚Rinderdarm‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-069-orig" n="gewurtz / bewurtz es denn" resp="#fyndling">‚würze es dann‘ - die Anweisung, die Masse vor dem Füllen abzuschmecken. Übliche Gewürze wären Salz, Pfeffer, Ingwer, etwas Muskatnuss oder Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-069-orig" n="darvnder tuon" resp="#fyndling">Wörtlich ‚darunter tun‘, hier im Sinne von ‚untermischen‘. Das verwandte Rheinfränkische Kochbuch hat an dieser Stelle ‚dar zuo tuon‘ (dazugeben) - beides meint das Einarbeiten des Honigs in die Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-069-orig" n="hindern darm" resp="#fyndling">‚Enddarm‘ (Mast-/Dickdarm) - die robuste, weite Hülle, die sich gut zum Füllen grober Wurstmassen eignet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-070-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das ist im Geiste eine rustikale Leberwurst-Farce im Fettnetz, vergleichbar mit den englischen Faggots, französischen Crépinettes oder dem bayerischen Netzbraten. Die rohe, fein gehackte Bockleber wird mit Ei und Weißbrot gebunden, gewürzt und dann in ein Schweinenetz gewickelt und gebraten. Ein Gericht, das die Innereienküche des Mittelalters bis heute lebendig hält.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der frischen Leber und der richtigen Bindung. Hacke die Bockleber wirklich fein und roh - das ist mit ‚grün‘ gemeint. Als Startpunkt nimmst du für etwa 300-400g gehackte Leber ein bis zwei Eier und etwa 50g eingeweichtes, ausgedrücktes Weißbrot (ohne Rinde). Das Brot gibt nicht nur Bindung, sondern auch Saftigkeit. Vermische alles gut und würze kräftig. Ein häufiger Fehler ist, die Leber zu lange zu braten - sie wird dann trocken und mehlig. Wickle die grobe Masse fest in ein Schweinenetz; das Netz hält alles zusammen und schützt die Farce beim Braten vor dem Austrocknen, während es selbst herrlich knusprig wird. Brate die Klobwurst dann über mittlerer Glut oder in der Pfanne, bis sie außen schön gebräunt und innen gerade gar ist.

So wird es richtig gut. Die Würzung macht hier den Unterschied. Neben Salz und Pfeffer passen zeittypische Gewürze wie Ingwer, Muskat und eine Prise Nelkenpulver hervorragend. Für die Farbe und einen feinen Geschmack gibst du etwas Safran zur Masse - das ist historisch belegt und optisch ansprechend. Die optionalen Zutaten Speck und Petersilie sind keine bloße Zugabe, sondern eine echte Bereicherung: Fein gewürfelter, leicht angerösteter Speck gibt Röstaromen und Saftigkeit, frische Petersilie sorgt für eine herbe Frische. Achte darauf, die Klobwurst nicht zu heiß zu braten, damit das Netz nicht verbrennt, bevor die Leber gar ist. Serviere sie am besten warm, vielleicht mit einem Schuss Verjus oder einem guten Essig zum Beträufeln, um die Schwere der Leber mit einer feinen Säure zu kontern.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-070-orig" n="klob wurst" resp="#fyndling">‚Klobwurst‘ ist der Gerichtsname: eine Wurst im Klob- bzw. Fettdarm (Ehlert-Glossar). Der Name benennt also die Darmhülle. Hier wird die Masse in ein Netz gewickelt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-070-orig" n="bockes leber" resp="#fyndling">Die Leber eines Bockes (Ziegenbock). Im Original steht davor ein in der Handschrift durchgestrichenes ‚klobes‘ - es bleibt schlicht ‚Bocksleber‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-070-orig" n="also gruen" resp="#fyndling">‚Grün‘ bedeutet in diesem Kontext ‚frisch‘ oder ‚roh‘, also die Leber ungekocht und unverarbeitet verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-070-orig" n="bewurtz es" resp="#fyndling">‚Würze es‘ - eine allgemeine Anweisung, die typischerweise Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Nelken oder Muskat meint.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-070-orig" n="farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚Färbe es‘ - dies deutet auf die Verwendung eines Färbemittels hin, um die Farbe der Lebermasse zu intensivieren oder zu verändern. Häufig wurde Safran für Gelb oder Blut für dunklere Töne verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-070-orig" n="netz" resp="#fyndling">Gemeint ist das Schweinenetz (Omentum majus), eine dünne Fettschicht, die als natürliche Hülle für Pasteten, Würste oder Farcen dient und beim Braten schmilzt und Geschmack abgibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-070-orig" n="klob / klobes" resp="#fyndling">Der Gerichtsname ‚Klobwurst‘ verweist auf den Klob- bzw. Fettdarm als Wursthülle (Ehlert-Glossar). Das vorangestellte ‚klobes‘ vor ‚bockes leber‘ ist in der Handschrift durchgestrichen, es bleibt ‚Bocksleber‘.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-071-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dieser Mandelziger ist im Geiste ein veganer Frischkäse oder Quark, der aus Mandelmilch und Brot hergestellt wird - eine raffinierte Fastenspeise, die die Textur von Milchprodukten imitiert und besonders auf dem mittelalterlichen Markt immer wieder für Erstaunen sorgt.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im Eindicken der Mandelmilch mit Weißbrot, das entweder fein gerieben untergemischt oder zum Durchpassieren genutzt wird. Lass diese Mischung unter ständigem Rühren aufwallen, bis sie merklich andickt - das Ziel ist eine Konsistenz, die sich wie fester Frischkäse anfühlt. Als Startpunkt für etwa 500 ml Mandelmilch würde ich 50-70 g fein geriebenes, helles Brot und 50 ml Weißwein empfehlen. Der häufigste Fehler ist, die Masse nicht lange genug zu kochen oder zu wenig Brot zu verwenden; sie muss wirklich fest werden, bevor du sie auf ein feines Sieb oder ein sauberes Leinentuch gibst und abtropfen lässt. Das Abseihen ist entscheidend, um die gewünschte quarkähnliche Textur zu erreichen.

So wird es richtig gut. Die Säure des Weins ist hier wichtig, um dem Mandelquark eine frische Note zu geben und die Süße der Mandeln auszubalancieren. Achte darauf, dass die abgetropfte Masse wirklich glatt und cremig ist - falls nötig, kannst du sie noch einmal durch ein feines Sieb streichen. Beim Anrichten ist die Optik entscheidend: Streiche den Mandelquark länglich auf eine rote Schüssel, um einen schönen Farbkontrast zu erzielen, wie es das Rezept vorschlägt. Ein nasses Messer hilft dabei, die Form sauber zu halten. Bestreue den Quark großzügig mit Mandelkernen für Textur und Aroma. Gieße dann die leicht gezuckerte Mandelmilch darüber, die du für diesen Zweck separat zubereitest und kühl hältst. Ein Hauch von Rosenwasser in der Mandelmilch (modern, aber lecker) würde die feine Süße noch unterstreichen.

Der Zucker ist eine Besonderheit dieser Fassung. Von den bekannten Zwillingen (mha-113, rfk-017, ri15632-003, bgs-039, mon-140) erwähnt nur diese Cgm-384-Version überhaupt Süßung - und selbst hier nur als Bestäubung der abschließend übergossenen Mandelmilch, nicht als Zutat im Ziger selbst. Der unversüßte Mandelziger ist also die Norm der Familie, dieser Zucker-Tupfer eine lokale Verfeinerung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-071-orig" n="Mandel cziger" resp="#fyndling">Ein ‚Mandelziger' ist eine Art Mandelquark oder Mandelkäse, der aus Mandelmilch hergestellt wird. ‚Ziger' bezeichnete im Mittelalter einen Frischkäse oder Quark, oft aus Schaf- oder Ziegenmilch. Hier wird er aus Mandeln als Fastenspeise zubereitet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-071-orig" n="wins brottes" resp="#fyndling">Die Handschrift schreibt ‚wins brottes', was wörtlich ‚Wein-Brot' (in Wein getränktes Brot) bedeuten könnte. Ehlert (1999) merkt zur Cgm-384-Fassung jedoch an, dass hier ‚wisses brottes' (weißes Brot) gemeint sein dürfte - das ‚n' ist vermutlich ein Schreiberfehler für ‚ss'. Der Wein kommt erst im folgenden Satz dazu (‚guss ain wenig wins darvnder').</note>
        <note type="gloss" target="#m384-071-orig" n="erwallen" resp="#fyndling">‚Erwallen lassen' bedeutet, etwas zum Aufwallen oder leichten Kochen zu bringen, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-071-orig" n="yetwederthalb" resp="#fyndling">Schwierige Stelle: In der Handschrift steht zwischen ‚yetweder' und ‚thalb' ein durchgestrichenes ‚s' (so Ehlert 1999). Gemeint ist wohl ‚über jedes (Stück)' bzw. ‚jeweils' - die Mandelmilch wird über jede der länglich angerichteten Portionen gegossen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-071-orig" n="wins brottes" resp="#fyndling">Weißes Brot zum Eindicken/Durchpassieren der Mandelmilch. Ehlert (1999) liest die Cgm-384-Schreibung ‚wins brottes' als verschriebenes ‚wisses brottes' (weißes Brot); das parallele Reichenauer Kochbuch hat dieselbe Schreibung ‚wins'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-071-orig" n="yetwederthalb" resp="#fyndling">‚Über jedes (Stück)' bzw. ‚jeweils' - die Mandelmilch wird über jede der länglich angerichteten Portionen gegossen. In der Handschrift steht zwischen ‚yetweder' und ‚thalb' ein durchgestrichenes ‚s' (Ehlert 1999).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-072-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Gehacktes für die Fastenzeit - eine dekonstruierte, dreifarbig angerichtete Mandelspeise, die als Dessert oder Zwischenmahlzeit diente. Sie spielt mit Texturen und Farben, ähnlich einem modernen Mandel-Trio oder Parfait. Die Quelle nennt es bewusst „ein Gehacktes“, kein Mus - die gehackte Textur ist das Kennzeichen.

So gelingt es. Der Kern liegt in der Textur der Mandeln: ‚Gehackt‘ bedeutet wirklich grob gehackt, nicht gemahlen oder püriert - denk an Mandelgrieß oder fein gehackte Mandelsplitter. Als Startpunkt nimmst du etwa 200-250g Mandeln, die du selbst grob hackst oder im Food Processor nur kurz pulsierst. Teile die gehackten Mandeln in drei gleich große Portionen. Für den ersten Teil: Löse eine Prise Safranfäden in einem Esslöffel heißem Wasser oder Wein auf und mische es unter die Mandeln, bis sie leuchtend gelb sind - nicht zu viel Flüssigkeit. Der zweite Teil bleibt weiß; hier streust du ein bis zwei Teelöffel Zucker drüber. Für den dritten Teil: Nimm kleine Rosinen (ca. 30-40g). Gib sie mit einem kleinen Schuss Wein (z.B. trockenem Weißwein) in eine Pfanne und koche sie bei kleiner Hitze kurz weich, bis sie aufquellen und der Wein fast verdampft ist (das ist das mittelalterliche ‚geschwelt‘). Mische diese Weinbeeren dann unter die dritte Mandelportion. Der häufigste Fehler: Mandeln zu fein mahlen; das Gericht lebt von der ‚gehackten‘ Textur.

So wird es richtig gut. Die Balance ist der Schlüssel. Die Süße des Zuckers und der Rosinen kontrastiert mit der natürlichen, leicht herben Mandel. Ein Hauch von Säure, etwa durch einen Tropfen Verjus, kann die Aromen aufbrechen, ist aber nicht zwingend. Beim Anrichten legst du die drei Mandel-Mischungen nebeneinander oder leicht übereinander, um das Farbspiel - Gelb, Weiß, Rosinen-Braun - zu betonen. Bei Raumtemperatur entfalten sich die Aromen am besten. Ein einfaches, aber raffiniertes Gericht, das die Möglichkeiten der Fastenküche aufzeigt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-072-orig" n="gehackt in der vasten" resp="#fyndling">Ein Gericht aus gehackten Zutaten, das in der Fastenzeit gegessen werden durfte. Da es aus Mandeln besteht, ist es eine pflanzliche Speise, die den Fastenregeln entspricht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-072-orig" n="win berlin" resp="#fyndling">Eine alte Bezeichnung für Weinbeeren, also Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-072-orig" n="geschult" resp="#fyndling">Nach Ehlert (1999) eine Verlesung für geschwelt (zu obd. schwellen): in wenig Flüssigkeit sieden, bis etwas weich wird. Die Rosinen werden also in Wein weich gekocht - nicht „gereinigt“ oder „geschält“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-072-orig" n="geschult" resp="#fyndling">Verlesung für geschwelt (Partizip zu obd. schwellen, sw. v. ‚etwas in wenig Wasser/Flüssigkeit sieden, bis es weich wird‘). Die Weinbeeren werden in wenig Wein weich gekocht. Diese Deutung folgt der Edition Ehlert 1999 und der Parallele im Reichenauer Kochbuch (Nr. 62), das an gleicher Stelle geschwelt liest.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste sind das knusprige Croutons, die als Fasten-Ersatz für Speck-Grieben dienen und Breie aufwerten - eine einfache, aber sättigende Beilage. Eine ‚feine Speise‘ durch Textur und Fett.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im richtigen Würfeln und Rösten: Schneide das Weißbrot in etwa 0,5 bis 1 cm große Würfel, ‚wie Speck‘, damit sie eine gute Oberfläche zum Bräunen bieten. Erhitze Schmalz oder Öl (für die Fastenzeit) in einer Pfanne bei mittlerer Hitze. Gib die Brotwürfel hinein und röste sie unter ständigem Wenden, bis sie knusprig und goldbraun sind. Achte darauf, dass sie nicht verbrennen - das ist der häufigste Fehler und würde den Geschmack ruinieren. Sie sollen eine schöne, gleichmäßige Bräunung bekommen. Ebenso verfährst du mit Apfelstücken, falls du diese Variante zubereitest; sie werden im Fett leicht karamellisieren und eine süßliche Note entwickeln.

So wird es richtig gut. Die frischen, warmen Brotgrieben sind ein wunderbarer Kontrast zu weichen Musen oder Breien. Ihre Knusprigkeit und der feine Fettgeschmack werten jedes einfache Fastengericht auf. Streue sie großzügig über den fertigen Brei, direkt vor dem Servieren, damit sie ihre Textur behalten. Ein Hauch Salz auf die fertigen Brotwürfel hebt den Geschmack zusätzlich hervor, auch wenn das Original es nicht explizit nennt, war Salz ein Grundgewürz. Bei den Apfelstücken sorgt die leichte Süße und Säure für eine schöne Ergänzung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-073-orig" n="vasten" resp="#fyndling">Die Fastenzeit, in der der Verzehr von Fleisch und tierischen Produkten (außer Fisch) untersagt war. Daher die Option, Pflanzenöl statt Schmalz zu verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-073-orig" n="hofflich" resp="#fyndling">Hier ‚höfisch‘ im Sinne von ‚fein‘, ‚vornehm‘, ‚der höfischen Tafel angemessen‘ - ein Lob für die Speise, nicht ‚höflich‘ im modernen Sinn. Ehlert übersetzt ‚höfisch‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-073-orig" n="gruben" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gruben">‚Grieben‘ (Grammeln) - hier falsche Grieben aus gerösteten Brotwürfeln als Fasten-Ersatz für die sonst aus Speck ausgelassenen Fett-Grieben; NICHT ‚Gruben/Löcher‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-073-orig" n="opffel schrott" resp="#fyndling">Grob geschnittene Apfelstücke (‚Schrott‘ = Zerkleinertes), die ebenso im Fett geröstet werden. Ehlert: ‚Schneide ebenso Äpfel‘.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-074-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies eine süß-saure Frucht- und Lebersalsa, die kalt zu gekochtem Fisch gereicht oder zum Einlegen von Fisch verwendet wird - ein typisches Beispiel für die mittelalterliche Vorliebe für Agrodolce-Aromen.

So gelingt es. Der Schlüssel zu dieser Salse liegt in der Bindung und der Geschmacksbasis. Zuerst die Fischlebern sehr fein hacken oder zerdrücken, bis sie eine Paste bilden. Parallel dazu den Honig bei milder Hitze leicht verflüssigen. Gib die Leberpaste zum Honig und rühre dann das gewählte Bindemittel - geriebenen Lebkuchen, Gewürzbrot oder geröstetes Mehl - nach und nach ein. Als Startpunkt empfehle ich etwa 2-3 Esslöffel Bindemittel pro 100g Fischleberpaste, um eine dickliche, sämige Konsistenz zu erreichen, die am Löffel haftet. Achte darauf, dass keine Klümpchen entstehen. Anschließend die gehackten Mandeln, zweierlei Rosinen und fein geschnittenen Feigen unterheben. Die Salse muss gut durchziehen und wird kalt serviert.

So wird es richtig gut. Die wahre Kunst liegt hier in der Balance der Süße. Um der üppigen Süße von Honig und Trockenfrüchten entgegenzuwirken und die Agrodolce-Note zu verstärken, gib einen kleinen Schuss Verjus oder milden Weißweinessig hinzu - das hebt die Aromen und macht die Salse lebendiger. Ein Hauch von frisch gemahlenem Pfeffer (wie im ‚Pfefferbrot‘ angedeutet) kann die Komplexität zusätzlich steigern. Serviere die Salse großzügig auf einem leicht pochierten oder gebratenen Fischfilet. Wenn du den Fisch darin einlegen möchtest, achte darauf, dass er vollständig bedeckt ist, und lagere ihn im Kühlschrank. Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit solltest du ihn dann binnen weniger Tage verzehren.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-074-orig" n="suesz saltz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz">Eine ‚Salse‘ (mhd. saltz, sältz, selcz) ist eine würzige, oft süß-saure Tunke oder Sauce, die zu Fleisch oder Fisch gereicht wird. Hier ist sie süßlich gehalten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-074-orig" n="Inlancken" resp="#fyndling">Die Renke (auch Felchen, Maräne), ein Süßwasserfisch aus den Voralpenseen. Ehlert (1999) liest ‚Inlancken‘ eindeutig als Renke - kein vager ‚einheimischer Fisch‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-074-orig" n="leppczelten" resp="#fyndling">Bezeichnet Lebkuchen oder ein ähnliches gewürztes Gebäck, das hier gerieben als Bindemittel und Geschmacksgeber dient.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-074-orig" n="pfeffer brott" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Ein Gewürzbrot (Saucenbrot zum Binden), nicht scharf, sondern aromatisch gewürzt - eine Lesefalle: ‚pfeffer‘ meint hier nicht das Gewürz oder eine Pfeffersauce.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-074-orig" n="winber" resp="#fyndling">Weinbeeren, also Rosinen. Die Angabe ‚zweierlei Art‘ (bayderlay) deutet auf helle und dunkle Rosinen oder Rosinen und Korinthen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-074-orig" n="forchenen / lasch / Inlancken" resp="#fyndling">Drei Süßwasserfische: Forelle (förchenen), Lachs (lasch) und Renke (Inlancken). Diese Zuordnung folgt dem Glossar der wissenschaftlichen Edition (Ehlert 1999) und ist eindeutig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-074-orig" n="honig als vor ist geschriben" resp="#fyndling">Die Phrase verweist auf eine zuvor im Manuskript beschriebene Süßung mit Honig, die für eine ‚suesz saltz‘ als bekannt vorausgesetzt wird. Honig ist integraler Bestandteil der süßen Salse.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-075-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist im Geiste eine klassische Fischsülze oder ein Fisch-Aspik, bei dem der Fisch in einem würzigen Sud gart, der beim Erkalten geliert.

So gelingt es. Der Ablauf ist ungewöhnlich, aber effektiv: Zuerst den Fisch in Wein, Essig und Wasser gar ziehen lassen. Als Startpunkt kannst du die Flüssigkeiten etwa zu gleichen Teilen wählen, aber so, dass der Fisch gut bedeckt ist. Dann kommt der entscheidende Schritt: Den Fisch kurz in kaltem Wasser abwaschen. Das löst nicht nur eventuelle Schuppenreste, sondern auch den beim Kochen entstandenen Schaum, der die Sülze trüben würde. Den Sud danach unbedingt durch ein feines Tuch passieren, um ihn zu klären. Erst dann den sauberen Fisch wieder in den klaren Sud legen und nur sehr sparsam salzen. Gerade bei magerem Fisch kann es sein, dass der Sud nicht von selbst geliert; hier hilft ein zeittypisches Geliermittel wie Hausenblase oder Blütenpulver, oder modern etwas Blattgelatine.

So wird es richtig gut. Die Balance von Wein und Essig ist entscheidend für den Geschmack. Probiere den Sud vor dem Zurücklegen des Fisches und justiere die Säure. Ein Schuss Verjus statt eines Teils des Essigs macht die Säure milder und fruchtiger. Für mehr Tiefe kannst du zeittypisch etwas Pfeffer oder Ingwer mitkochen. Die Sülze sollte klar sein und fest genug, um den Fisch schön einzubetten. Serviere sie gut gekühlt, vielleicht mit etwas frischer Petersilie. Sicherheits-Hinweis: Historische Sülzen waren zur Konservierung gedacht. Heute solltest du die Sülze immer im Kühlschrank lagern und innerhalb weniger Tage verzehren, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-075-orig" n="sultz" resp="#fyndling">Sülze bezeichnet hier einen gelierten Fisch, der in einem würzigen Sud aus Wein, Essig und Wasser zubereitet wird. Solche Gerichte dienten oft der Haltbarmachung.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-075-orig" n="schueppeln" resp="#fyndling">Die Anweisung, die Schuppen nach dem ersten Sieden zu entfernen, ist ungewöhnlich. Vermutlich sollte der Fisch so leichter zu entschuppen sein oder von restlichen Schuppen gereinigt werden, bevor er in den geklärten Sud zurückgelegt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-075-orig" n="luetzel" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für 'wenig' oder 'klein'. Hier im Sinne von 'sehr wenig salzen'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-076-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein süß-saures Feigenkompott oder eine dicke Fruchtsauce, die durch geriebenes Brot und Lebkuchen gebunden wird - eine mittelalterliche Art, Früchte als Dessert oder Beilage zu reichen. Es ist keine Sülze im modernen Sinne, die geliert, sondern eine eingedickte Zubereitung.

So gelingt es. Der Schlüssel zu dieser Feigensülze liegt in der sorgfältigen Zubereitung der Feigen und der Bindung der Sauce. Verwende am besten getrocknete Feigen, die du auf Spießchen steckst und dann in gleichen Teilen Wein und Wasser sanft siedest, bis sie prall und weich sind. Die Kochflüssigkeit bildet die Basis für die Sauce. Nimm die Feigen heraus. In die verbleibende Brühe gibst du nun geriebenes Brot und geriebene Lebzelten. Als Startpunkt empfehle ich etwa 50g Brot und 50g Lebzelten pro halbem Liter Flüssigkeit. Füge Honig und Essig hinzu - starte mit etwa drei Teilen Honig zu einem Teil Essig und schmecke dich dann vor. Diese Mischung muss unbedingt durch ein feines Tuch oder Sieb passiert werden, um eine glatte, sämige Konsistenz zu erhalten. Nur so wird die ‚Sülze‘ wirklich fein und frei von Klümpchen. Danach die passierte Sauce kurz aufkochen lassen, um die Bindung zu aktivieren und die Aromen zu verbinden.

So wird es richtig gut. Die wahre Kunst liegt in der Agrodolce-Balance zwischen der Süße des Honigs und der Säure des Essigs. Probiere die Sauce immer wieder und justiere nach, bis sie eine angenehme Süße mit einem frischen, belebenden Säurekick hat. Die Lebzelten bringen bereits eine feine Würze mit, aber du kannst sie mit einer Prise Ingwer, Zimt oder Nelken verstärken. Die Konsistenz sollte dicklich sein, wie ein reichhaltiges Kompott, das die Feigen schön umhüllt. Richte die gesiedeten Feigen dekorativ in einer Schale an und gieße die warme Sauce darüber. Kurz vor dem Servieren streust du reichlich Weinbeeren (Rosinen) darüber, die dem Gericht eine zusätzliche Süße und Textur verleihen. Dieses Gericht ist warm oder lauwarm ein Genuss.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-076-orig" n="figensultz" resp="#fyndling">Die 'Sülze' bezeichnet hier eine eingedickte, süß-saure Fruchtzubereitung, ähnlich einem Kompott oder Mus, das kalt serviert werden kann. Es ist keine gelierte Speise im modernen Sinne, da kein Geliermittel wie Fischblase oder Knochenbrühe genannt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-076-orig" n="lepczelten" resp="#fyndling">Lebzelten sind eine Art Honigkuchen oder Lebkuchen, oft gewürzt mit Zimt, Nelken und Ingwer. Sie wurden im Mittelalter häufig gerieben als Bindemittel und Geschmacksgeber in Saucen und Süßspeisen verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-076-orig" n="bruege" resp="#fyndling">Die 'Brühe' ist hier die Flüssigkeit aus Wein, Wasser, Honig und Essig, in der die Feigen gekocht werden und die später mit Brot und Lebzelten gebunden wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-076-orig" n="farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">Die Anweisung 'färb es' ist eine Standardformulierung in mittelalterlichen Rezepten. Oft wurde Safran für eine gelbliche Färbung verwendet, aber auch andere natürliche Farbstoffe waren möglich, je nach gewünschtem Effekt und Verfügbarkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-076-orig" n="winber" resp="#fyndling">Weinbeeren sind getrocknete Weintrauben, also Rosinen. Sie dienten als süße Garnitur.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-076-orig" n="erwels" resp="#fyndling">‚erwärme es' bzw. ‚lass es aufwallen' (zu mhd. erwellen, alemannisch erwallen).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-077-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies sind herzhafte, frittierte Käse-Krapfen, die in Hufeisenform gebacken werden - im Geiste eine Art frühe Käse-Fritter oder ein herzhaftes Gebäck für zwischendurch.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der richtigen Teigkonsistenz und der Frittiertemperatur. Reibe einen guten, festen Reibekäse. Als Startpunkt nimmst du für 200g Käse etwa 100g Mehl und schlägst Eier darunter, bis ein geschmeidiger, gut ausrollbarer Teig entsteht. Die genaue Ei-Menge hängt vom Käse und der Ei-Größe ab - lieber erst weniger und bei Bedarf mehr zugeben. Würze den Teig kräftig mit Salz, Pfeffer und zeittypischen Gewürzen wie Ingwer oder Muskat. Rolle den Teig auf einem leicht bemehlten Brett zu etwa fingerdicken Würsten und biege diese zu Hufeisen. Erhitze das Schmalz in einem Topf oder einer tiefen Pfanne auf etwa 170-175°C. Die Krapfen sollen goldbraun und durchgebacken sein, ohne zu verbrennen oder sich mit Fett vollzusaugen. Zu kaltes Fett macht sie fettig, zu heißes verbrennt sie außen und lässt sie innen roh. Backe sie portionsweise aus und lass sie auf Küchenpapier abtropfen.

So wird es richtig gut. Die Qualität des Käses ist entscheidend - nimm einen würzigen, gut gereiften Käse. Die Würzung des Teiges sollte den Käse unterstützen: Neben Salz und Pfeffer passen Ingwer, Muskat oder auch ein Hauch von Nelke oder Paradieskörnern hervorragend. Achte darauf, dass der Teig nicht zu dick ausgerollt wird, damit die Hufeisen gleichmäßig durchgaren und eine schöne, knusprige Textur bekommen. Serviere die Krapfen am besten frisch und heiß, direkt aus dem Schmalz. Ihre Einfachheit und der kräftige Käsegeschmack sind ihre Stärke. Eine Prise gemahlener Kümmel, falls verfügbar, würde den herzhaften Charakter unterstreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-077-orig" n="krapffen" resp="#fyndling">Ein ‚Krapfen‘ bezeichnete im Mittelalter ein in Fett ausgebackenes Gebäck, ähnlich einem heutigen Berliner oder einer Brandteigkugel. Die Füllung oder der Teig konnte süß oder herzhaft sein.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-077-orig" n="rosysen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rosysen">‚rosysen‘ = Roß-eisen = Hufeisen (Ehlert &lt;63&gt;). Der zur Wurst gerollte Teig wird hufeisenförmig gebogen ausgebacken - daher ‚krum‘ (krumm/gebogen).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-077-orig" n="wellen" resp="#fyndling">Das Verb ‚wellen‘ bedeutet hier ‚ausrollen‘, also den Teig flach oder in Form bringen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-077-orig" n="bachen in schmaltz" resp="#fyndling">Dies beschreibt das Ausbacken oder Frittieren in heißem Fett (Schmalz), eine gängige Zubereitungsart für Krapfen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-077-orig" n="rosysen / als rosysen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rosysen">Roß-eisen = Hufeisen: krumme, hufeisenförmig gebogene Krapfen (Ehlert &lt;63&gt;, übersetzt ‚wie Hufeisen‘; Ehlert-Glossar: ‚rosysen, roßysen: Hufeisen‘, Lexer II,497).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist im Geiste ein mittelalterlicher, gefüllter Krapfen oder Fritter, speziell für die Fastenzeit. Man könnte es als einen frühen Vorläufer des gefüllten Berliners sehen, aber mit einer komplexen, süß-herzhaften Füllung.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der Füllung: Verwende unbedingt eingelegte, entbitterte grüne Walnüsse, da frische zur Fastenzeit nicht verfügbar und roh zu bitter sind. Rezept m384-011 beschreibt das Entbittern (acht Tage in Salzwasser, dann Honig-Wein-Sud). Stoße diese Nüsse mit den Feigen im Mörser zu einer groben Paste. Würze sie kräftig mit Zimt, Nelke und einer Prise Pfeffer. Erhitze diese Füllung kurz in einer Pfanne mit Öl oder Schmalz, bis sie leicht aufwallt - das verbindet die Aromen. Dann umhülle kleine Portionen der Füllung mit gut aufgegangenem Hefeteig. Achte auf einen sauberen Verschluss. Frittiere die Krapfen in heißem Pflanzenöl oder Schmalz bei 170-175°C goldbraun. Der häufigste Fehler ist zu heißes Fett, das die Krapfen außen verbrennt und innen roh lässt.

So wird es richtig gut. Die Balance zwischen der Süße der Feigen, der herben Note der Nüsse und den Gewürzen ist entscheidend. Würze die Füllung kräftig, damit sie gegen den Teig bestehen kann. Die Röstaromen des frittierten Teiges sind essenziell. Serviere die Krapfen entweder kalt, dann kommt die Füllung klar zur Geltung, oder - für eine überraschende mittelalterliche Note - mit einer Pfeffersauce. Eine solche Sauce, oft auf Essigbasis, mit Brot gebunden und kräftig gepfeffert, bietet einen spannenden Kontrast zur Süße des Krapfens und hebt die herzhafte Seite der Füllung hervor.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-078-orig" n="vasten" resp="#fyndling">Die Fastenzeit, in der traditionell auf Fleisch und tierische Produkte (außer Fisch) verzichtet wurde - daher die Wahl ‚Öl oder Schmalz‘.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-078-orig" n="gruen nusz" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gruen-nusz">‚grüne Nüsse‘ = unreife, grün gepflückte Walnüsse - hier in eingelegter/eingemachter Form. Roh sind sie durch Gerbstoffe und Juglon stark bitter, und zur Fastenzeit (Feb/März) gibt es keine frischen (Erntezeit Juni/Juli). Also vom Vorsommer eingelegte/entbitterte grüne Nüsse, mild und weich genug für die Füllung. Das Einlegen beschreibt m384-011.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-078-orig" n="bewollen" resp="#fyndling">Zu mhd. bewellen ‚in oder um etwas wälzen, umhüllen‘ (Ehlerts Glossar, Lexer 1,255) - hier das Umhüllen der Füllung mit Teig.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-078-orig" n="erhabem taig" resp="#fyndling">Ein ‚erhabener Teig‘ ist ein gesäuerter, mit Hefe aufgegangener Teig (Ehlerts Glossar zu erhaben, urhap = Sauerteig), wie er für Krapfen typisch ist.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-078-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Im mittelalterlichen Kochbuchkontext bezeichnet ‚Pfeffer‘ oft eine würzige, gebundene Sauce, nicht nur das Gewürz. Solche Pfeffersaucen waren süß-sauer-scharf und wurden zu Fleisch, Fisch oder Gebäck gereicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-078-orig" n="gruen nusz / grüne Nüsse" resp="#fyndling">Eingelegte/eingemachte grüne (unreife) Walnüsse: im Vorsommer (Juni/Juli) jung gepflückt und durch Wässern/Salzlake entbittert bzw. eingelegt. Das löst beides zugleich - roh wären sie viel zu bitter, und zur Fastenzeit (Feb/März) gibt es keine frischen. Ehlert übersetzt wörtlich ‚grüne Nüsse‘ = unreife Nüsse; das Einlegen beschreibt m384-011.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-078-orig" n="erhabem taig" resp="#fyndling">‚Aufgegangener Teig‘ (Hefeteig). Ehlerts Glossar belegt ‚erhaben‘ auf Brot bezogen als ‚gesäuert und demzufolge aufgegangen‘ (zu urhap = Sauerteig, auch heffel = Hefe) - im Kontext von Krapfen die eindeutige Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-078-orig" n="In oll oder In schmaltz" resp="#fyndling">‚in Öl oder Schmalz‘. Da das Rezept ausdrücklich für die Fastenzeit bestimmt ist, ist Pflanzenöl die fastenkonforme Wahl; tierisches Schmalz wäre die Variante für Nicht-Fastentage.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-079-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das ist im Geiste eine Art herzhafte, gebratene Käsespätzle oder -nocken, die in einer kräftigen Brühe serviert werden - ein einfaches, aber sättigendes Gericht, verwandt mit den mittelalterlichen Käse-Krapfen.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der richtigen Teigkonsistenz und der Hitzeführung beim Braten. Nimm als Startpunkt gleiche Mengen geriebenen, festen Käses und Mehls. Schlage dann gerade so viele Eier daran, dass ein fester, gut knetbarer Teig entsteht - er sollte nicht kleben. Knete ihn gründlich, bis er geschmeidig ist. Rolle den Teig auf einem leicht bemehlten Brett wirklich dünn aus, etwa 1-2 Millimeter, und schneide daraus lange, schmale Streifen. Erhitze das Schmalz in einer Pfanne auf mittlere Hitze; es sollte heiß genug sein, dass die Streifen schnell goldbraun werden, aber nicht verbrennen. Backe die Streifen portionsweise aus, bis sie ansprechend gebräunt und gar sind. Der häufigste Fehler ist ein zu weicher Teig, der sich schlecht ausrollen lässt oder beim Braten zerfällt; gib dann noch etwas Mehl dazu. Nach dem Braten werden die Streifen direkt in die heiße Brühe geschnitten.

So wird es richtig gut. Die Qualität der Brühe ist entscheidend; eine kräftige, klare Fleisch- oder Gemüsebrühe bildet die perfekte Basis. Würze den Teig selbst gut aus - frisch gemahlener Pfeffer und eine Prise Muskat passen hervorragend zum Käse. Du kannst auch eine Spur Ingwerpulver hinzufügen, um die mittelalterliche Würzung zu unterstreichen. Achte darauf, dass die Brühe gut abgeschmeckt ist, vielleicht mit einem Hauch Verjus oder Essig, um eine feine Säurenote zu erhalten, die die Fettigkeit des Schmalzes ausbalanciert und das Gericht belebt. Serviere die Käse-Streifen sofort in der heißen Brühe, damit sie sich leicht vollsaugen können, aber noch ihren Biss behalten.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-079-orig" n="Jussel" resp="#fyndling">Eine Brühe oder Suppe, in der das Backwerk serviert wird (Ehlert: ‚Suppe, Brühe‘). Der Begriff geht auf französisch jus zurück und ist mit dem modernen ‚Jus‘ verwandt.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-079-orig" n="schrentzen" resp="#fyndling">Die langen, dünnen Teigstreifen. Das Wort gehört zu schranz (‚Riß, Spalt, Scharte‘); Ehlert übersetzt es hier ausdrücklich als ‚Streifen‘. Die Schwesterhandschriften (Reichenauer Kochbuch, Inntal-Kochbuch) sprechen an dieser Stelle von strützel.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-079-orig" n="bewurtz es wol" resp="#fyndling">‚Würze es gut‘. Typische Gewürze der Zeit für herzhafte Gerichte waren Salz, Pfeffer, Ingwer und Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-079-orig" n="Schmalz" resp="#fyndling">Tierisches Fett, meist Schweineschmalz, das zum Ausbacken verwendet wurde. In der Fastenzeit wurde stattdessen Pflanzenöl oder Mandelmilch-Fett verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-079-orig" n="baches / bachem" resp="#fyndling">‚Backwerk‘ oder ‚Gebäck‘. Dies bezieht sich auf eine Art von ausgebackenem Teig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-079-orig" n="schrentzen" resp="#fyndling">‚Streifen‘. Das Wort gehört zu schranz (‚Riß, Spalt, Scharte‘, Lexer II,787); Ehlert glossiert es ausdrücklich ‚hier soviel wie: Streifen‘ und übersetzt entsprechend.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-080-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein vielseitiges Gebäck aus Fischrogen, das im Mittelalter eine pragmatische Möglichkeit bot, diesen wertvollen Teil des Fisches zu verwerten, besonders in Fastenzeiten. Heute ist die Verwendung von Rogen als Basis für Gebäck eher ungewohnt und spricht vor allem Liebhaber historischer Küche an.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt darin, den rohen Fischrogen mit Weißbrotbröseln oder Mehl und gutem Weißmehl zu einem geschmeidigen Teig zu verarbeiten. Der Rogen wirkt hierbei als hervorragendes Bindemittel, sodass du kein zusätzliches Ei für den Teig benötigst - eine clevere und zeittypische Lösung. Als Startpunkt kannst du etwa 150g frischen Fischrogen mit 50g feinen Weißbrotbröseln und 100g hellem Weizenmehl mischen. Gib bei Bedarf schluckweise Wasser hinzu, bis ein formbarer Teig entsteht, der sich wie ein dicker Pfannkuchenteig verhält. Das Rezept bietet drei Zubereitungsarten: Für ‚Struben‘ wird der Teig löffelweise in heißem Fett ausgebacken, bis er goldbraun ist. Für ‚Fladen‘ rollst du den Teig aus, stichst Formen aus und bäckst sie im Ofen. Die ‚gebrühten Küchlein‘ werden in siedendem Wasser gegart, ähnlich wie Klößchen, und können anschließend noch kurz angebraten werden. Das optionale Färben mit Safran verleiht dem Gebäck eine ansprechende Farbe und eine feine Note.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-080-orig" n="struben" resp="#fyndling">‚Struben‘ (auch Strauben) sind frittierte Schmalzgebäcke, ähnlich Krapfen oder Auszogenen. Der Teig ist meist weich und wird in heißem Fett ausgebacken. Vergleiche Mus von gebackenen Strauben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-080-orig" n="als von ayer" resp="#fyndling">‚Wie Eierküchlein‘ - ein Vergleich mit Eier-Pfannküchlein, kein Hinweis auf Eier als Zutat. Der Fischrogen selbst bindet den Teig, sodass kein Ei nötig ist (so auch Ehlerts Übersetzung).</note>
        <note type="gloss" target="#m384-080-orig" n="farbs" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#farbs">‚Färb es‘ - eine häufige Anweisung in mittelalterlichen Rezepten, meist mit Safran für eine gelbe Farbe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-080-orig" n="czuch den row durch" resp="#fyndling">‚Zieh den rohen [Rogen] durch‘ - hier als ‚vermische den rohen Rogen mit Weißbrot/Mehl‘ verstanden, da der Rogen anschließend mit Mehl zu einem Teig verarbeitet wird (so auch Ehlert: ‚ziehe den roh durch ein wenig Weißbrot‘).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-081-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kroßeier (kroszayer) - ein gewürztes Rührei/Omelett, das zuerst in einer Form bzw. Pfanne anzieht und dann auf dem Rost über der Glut fertiggebräunt wird. Fast wortgleich mit rfk-047 ('kruse eyer') und der unmittelbar folgenden Variante m384-082; eine bairische Schwesterfassung findet sich als ri15632-007 ('Kroßeier in der Schale'), gefüllte Eier am Stäbchen als m5919-098.

Der Name krosz - die zentrale Lesefalle. Der Name ist philologisch nicht eindeutig: Ehlert lässt ihn als Kroßeier stehen und referiert Wiswes Deutung von niederdeutsch kroß = 'knusprig' (Eier, die am Spieß gebraten werden). Im Korpus wird er als 'krause Eier' gelesen - krosz als südoberdeutsch-alemannische Lautvariante (u→o) zu rheinfränkisch kruse = kraus/gekräuselt, gestützt durch das fast identische rfk-047 'kruse eyer'. Dieselbe krōs/krūs-Wurzel lebt im heutigen 'Gekröse' (mhd. krœse ← krūs = gefältelt) weiter und macht die o-Lautung transparent. Gemeint wäre dann die luftig-gekräuselte, krümelige Textur der gewürzten Eier.

'czuo dem grossen spitz' - zweite Lesefalle. Das Ei wird am großen, stumpfen Ende (dem breiten Ende mit der Luftkammer) aufgeschlagen - dort lässt es sich sauber öffnen. Ehlert übersetzt klar: 'an der stumpfen Seite aufschlagen'. Es bedeutet NICHT, die Eier 'bis zu steifen Spitzen' zu schlagen; spitz meint die Eiform, nicht geschlagenen Eischnee. vnd kropff die gar wol = und verquirle sie gut (Ehlert: 'schlage die Eier gut').

Würzung und Garung. Pfeffer, Safran (gelbfärbend), gehackte Petersilie und Salbei - eine typische würzig-grüne Eierwürze der Zeit. Erst in einer Form bzw. Pfanne (kuochen/küchen; Ehlert: 'Kuchenform', die Parallele rfk-047 'in einer pannen') als flacher Kuchen anbraten, dann auf den Rost setzen und über der Glut fertig rösten: das gibt die leicht gebräunte Oberfläche und eine feine Rauchnote.

Praxis. Eier am breiten Ende aufschlagen, kräftig verquirlen. Pfeffer, ein wenig Safran, gehackte Petersilie und Salbei untermischen, salzen. In einer leicht gefetteten Pfanne als flachen Fladen anbraten, bis er stockt. Dann den Fladen auf einen Rost über der Glut legen und kurz fertigbräunen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-081-orig" n="peterly" resp="#fyndling">Südwestdeutsch/alemannisch für Petersilie.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-081-orig" n="salbin" resp="#fyndling">Südwestdeutsch/alemannisch für Salbei.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-081-orig" n="kuochen / küchen" resp="#fyndling">Ehlert übersetzt mit ‚Kuchenform‘: Die gewürzte Eimasse wird zunächst in einer flachen Form (bzw. Pfanne, so die Parallele rfk-047 ‚in einer pannen‘) angebraten, bevor sie auf dem Rost fertiggegart wird.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-081-orig" n="rost" resp="#fyndling">Ein Grill/Rost über der Glut, auf dem das Gericht fertiggegart wird - leicht gebräunte, feste Oberfläche und Rauchnote.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-081-orig" n="czuo dem grossen spitz" resp="#fyndling">‚An der großen Spitze‘ = am breiten, stumpfen Ende des Eis (dort sitzt die Luftkammer, sauberes Aufschlagen). Ehlert: ‚an der stumpfen Seite aufschlagen‘. Das Ei wird hier aufgeschlagen - nicht zu steifen Spitzen geschlagen. Vgl. rfk-047 und m384-082.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-081-orig" n="krosz / kroß ayer" resp="#fyndling">‚krosz/kroß ayer‘ wird hier als Krause Eier gelesen: ‚krosz‘ als südoberdeutsch-alemannische Lautvariante (Vokal u→o) zu rheinfränkisch ‚kruse‘ = kraus/gekräuselt. Dafür spricht das fast wortgleiche rfk-047 ‚kruse eyer‘ und die im heutigen ‚Gekröse‘ (mhd. (ge)krœse ← krūs = kraus/gefältelt) fortlebende krōs/krūs-Wurzel, die die o-Lautung ‚krosz‘ ohne Umweg über ‚kruse‘ transparent macht. Gemeint wäre dann die luftig-gekräuselte bzw. krümelige Textur der gewürzten Eier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-081-orig" n="czuo dem grossen spitz" resp="#fyndling">‚czuo dem grossen spitz‘ = an der großen, stumpfen Spitze (dem breiten Ende) des Eis: dort wird das Ei aufgeschlagen. ‚vnd kropff die gar wol‘ = und verquirle/schlage es gut. So auch Ehlert (‚an der stumpfen Seite aufschlagen‘ … ‚schlage die Eier gut‘) und das fast wortgleiche rfk-047 bzw. m384-082, wo dasselbe Ei-Ende gemeint ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-082-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mittelalterliches Schau- und Tafelstück: gewürztes Eigelb wird geröstet, klein gehackt (daher kraus = krümelig) und in die leeren, intakten Halbschalen zurückgefüllt, dann auf Spießchen über dem Rost gegart. Das festlichste Glied im Ei-Quartett des Münchner Korpus und fast wortgleich mit dem rheinfränkischen Zwilling rfk-047 (kruse eyer); im Geist ein höfischer Vorfahr unserer gefüllten Eier (Devilled Eggs), nur dass die gefüllte Schale nochmals über dem Feuer Farbe nimmt.

krosz ayer = krause Eier. krosz ist die alemannisch-südoberdeutsche Lautvariante (u→o) zu rheinfränkisch kruse = kraus/gekräuselt - dieselbe Wurzel lebt im heutigen Gekröse. Gemeint ist die krümelig-gekräuselte Textur der gehackten Eimasse, nicht „knusprig“ (das ist modern-niederdeutsch und hier nicht belegt).

Nur das Eigelb. ytal ayer totter heißt „bloß Eigelb“ (ytal = eitel/nur). Das Eiweiß bleibt außen vor; die reine Dottermasse röstet zu einer dichten, krümeligen Farce.

branwurtzen - Waldmeister. Das Rezept lässt die Kräuter offen (Petersilie plus Salbei oder Waldmeister „oder andere Gewürze“). Ehlert glossiert braunwurtz als Waldmeister; die Reichenauer Parallelhandschrift (ka1-082) nennt an dieser Stelle Minze. Waldmeister enthält Cumarin - nur sparsam und frisch (nicht angewelkt) verwenden, sonst herb-bitter und in größerer Menge bedenklich; Minze ist der unkompliziertere Ersatz. Ein in der Parallele genanntes sabiner (Sadebaum) scheidet als giftiges Küchenkraut aus.

Praxis. Nur Eigelb gut verschlagen, dezent würzen und salzen, gehackte Petersilie und ein zweites Kraut (Salbei, etwas Waldmeister oder Minze) dazu. In einer Pfanne über dem Rost rösten, bis die Masse stockt und krümelig wird, dann fein hacken. Eier vorsichtig am spitzen Ende öffnen, ausleeren und die Halbschalen sauber als Förmchen behalten - die leeren Schalen sind sehr fragil, das ist der eigentliche Knackpunkt. Die Eimasse in die Schalen füllen, auf dünne Spießchen stecken und kurz über milder Glut nachgaren. Die „würze-und-färbe“-Formel läuft hier schematisch mit; auf der ohnehin gelben Dottermasse wäre Safran eher Aroma- als Farbmittel - kräftig färben muss man nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-082-orig" n="krosz ayer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#krosz-ayer">‚krosz ayer‘ = Krause Eier (südoberdeutsch-alemannische Lautvariante u→o zu rheinfränkisch ‚kruse‘ = kraus/gekräuselt). Der Name meint die krümelige Textur der gerösteten und klein gehackten Eigelb-Masse, nicht ‚knusprig‘. Fast wortgleich mit rfk-047.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-082-orig" n="branwurtzen / braunwurtzen" resp="#fyndling">Ehlert glossiert ‚braunwurtz‘ als Waldmeister (Galium odoratum), nicht Brunnenkresse. Die Reichenauer Parallelhandschrift (ka1-082) hat an dieser Stelle stattdessen ‚minsen‘ (Minze) - beides aromatische Würzkräuter zum Eigelb.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-082-orig" n="spitz" resp="#fyndling">Hier das spitze Ende der Eierschale (Cgm 384 ‚an dem spitz‘) - im Schwesterrezept rfk-047 wird stattdessen das stumpfe ‚große‘ Ende geöffnet. Es geht darum, die Schale als möglichst heile Halbschale für die Wiederbefüllung zu erhalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-082-orig" n="krosz / kroß ayer" resp="#fyndling">‚krosz/kroß ayer‘ = Krause Eier. ‚krosz‘ ist die südoberdeutsch-alemannische Lautvariante (Vokal u→o) zu rheinfränkisch ‚kruse‘ = kraus/gekräuselt; das fast wortgleiche rfk-047 ‚kruse eyer‘ bestätigt die Lesung. Gemeint ist die Textur (luftig-gekräuselt bzw. krümelig), nicht ‚knusprig‘. Dieselbe krōs/krūs-Wurzel lebt im heutigen ‚Gekröse‘ (mhd. (ge)krœse ← krūs = kraus/gefältelt) - das macht die alemannische o-Lautung ‚krosz‘ auch ohne Umweg über ‚kruse‘ transparent.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-082-orig" n="branwurtzen / braunwurtzen" resp="#fyndling">Waldmeister (Galium odoratum) - so glossiert Ehlert ‚braunwurtz‘ ausdrücklich. Die ältere Auto-Lesung ‚Brunnenkresse‘ ist damit überholt. Die Reichenauer Parallelhandschrift (ka1-082) bietet an dieser Stelle ‚minsen‘ (Minze) - eine ebenfalls aromatische, küchentaugliche Kräuterzugabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m384-083-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Frische Morcheln im Ausbackteig, in der Pfanne herausgebacken - im Kern dasselbe Verfahren wie die Apfelküchlein (teg-036) oder die im Teig gebackenen Vögel (sev-027): ein dünner Teigmantel, der die Zutat umhüllt und beim Backen knusprig wird. Ein frühes Pilz-Beignet. Im selben Buch wird die Morchel auch in der Eier-Käse-Pastete verarbeitet, andernorts gefüllt vom Rost.

morochen - Morcheln. Eindeutig die Speisepilze mit der Wabenstruktur. butzen = die Stiele/Strünke, die abgeschnitten werden.

dunen taig - dünner Teig. Ein leichter Ausbackteig aus Weizenmehl mit etwas Wein, nach Belieben gewürzt und gefärbt. Eine Parallelhandschrift (Reichenauer Kochbuch) schreibt drack taig (möglicherweise „dick/derb“) - die Münchner Handschrift selbst liest jedoch „dünn“, was zum zarten Pilz besser passt.

Färben und Würzen stehen frei. Periodentreu wären für Gelb Safran, für Rot rotes Sandelholz, an Gewürzen Pfeffer, Ingwer oder Zimt - der Koch entscheidet nach Vorrat.

Praxis. Morcheln sehr gründlich waschen - in den Waben sitzt gern Sand. Stiele abschneiden. Einen dünnflüssigen Teig aus Weizenmehl und etwas Weißwein anrühren (Konsistenz wie ein leichter Pfannkuchenteig, das Mehl bindet sich am Pilz). Morcheln durch den Teig ziehen, bis sie rundum umhüllt sind, und in heißem Fett goldbraun ausbacken. Wichtig: Morcheln enthalten roh ein hitzeempfindliches Gift und müssen durchgegart werden - lieber etwas länger backen, halbgar dürfen sie nicht bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-083-orig" n="morochen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#morochen">Morcheln sind essbare Speisepilze mit charakteristischer Wabenstruktur. Sie waren im Mittelalter eine geschätzte Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-083-orig" n="butzen" resp="#fyndling">Bezeichnet hier die Stiele oder Ansätze der Morcheln, die vor der Zubereitung entfernt werden sollen.</note>
        <note type="gloss" target="#m384-083-orig" n="dunen taig" resp="#fyndling">Ein dünner Teig, der die Morcheln umhüllen soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m384-083-orig" n="czuch die morochen dardurch" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#morochen">‚ziehe die Morcheln dadurch'. Die Morcheln werden durch den Teig gezogen, sodass sie rundum umhüllt sind, bevor sie ausgebacken werden.</note>
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