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      <titleStmt>
        <title>Münchner Kochbuchhandschriften (Cgm 725) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 725)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/muenchner_cgm725/</idno>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 725</title>
          <date when="1480">1480</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.m5/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M5 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (ostmittelbairisch, Kloster Tegernsee, spätes 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="m725-003">
        <head>Erdbeermus mit Wein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="m725-003-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m725-003-trans">
          <p>Zw dem Erbermusz

Item zw einem Erbermusz gutten wein vnd der woll sey dar Inne vnd treib sy dann durch ein tuech vnd ein wenig weis prott Rur darein das Reiben vor vnd sewd es dann mit gutten Specerey So ist es gerecht vnd beraitt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m725-003-trans" xml:lang="de" corresp="#m725-003-orig">
          <p>Zum Erdbeermus:</p>
          <p>Nimm guten Wein, in dem die Erdbeeren liegen sollen. Treibe die Erdbeeren dann durch ein Tuch. Rühre ein wenig geriebenes Weißbrot hinein und koche es dann mit guter Spezerei. So ist es recht und bereit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Erbermusz / sy">Erdbeeren</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gutten wein">Wein</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig weis prott">Weißbrot</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gutten Specerey">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gutten Specerey">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m725-007">
        <head>Reismus mit Mandelmilch</head>
        <div type="original" xml:id="m725-007-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m725-007-trans">
          <p>Item ain Reis muesz Stosz denn Reisz klain vnd sewd denn In wandel milich vnd am lesten mit Zucker Zw einem mus das ist gesuntt vnd gutt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m725-007-trans" xml:lang="de" corresp="#m725-007-orig">
          <p>Nimm den Reis und zerstoße ihn fein. Koche ihn dann in Mandelmilch und rühre zuletzt Zucker hinzu, bis ein Mus entsteht. Das ist gesund und gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Reisz">Reis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wandel milich">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Zucker">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m725-014">
        <head>Fischsülze mit Lebkuchen und Anis</head>
        <div type="original" xml:id="m725-014-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m725-014-trans">
          <p>Sulcz visch

Item Nym dy leber von denn vischen So sy woll gesoten sind vnd zetreib sy woll mit essig vnd wurcze si woll vnd thue anis geriben leczelten darvnder vnd erwell sy an denn vischen vnd thue dar ann saffran So hasstu ain gutt Sulcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m725-014-trans" xml:lang="de" corresp="#m725-014-orig">
          <p>Nimm die Leber von den Fischen, wenn sie gut gekocht sind. Zerstoße sie gut mit Essig und würze sie kräftig. Gib geriebenen Anis und geriebene Lebzelten (Lebkuchen) hinzu.</p>
          <p>Vermische diese Masse mit dem Fisch und färbe sie mit Safran. So erhältst du eine gute Sülze.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="dy leber von denn vischen">Fischleber</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="vischen">Fisch (gekocht)</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="essig">Essig</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wurcze si woll">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="anis geriben">Anis (gemahlen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="leczelten">Lebzelten (gerieben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="m725-019">
        <head>Gefüllte Eier in Schmalz gebacken</head>
        <div type="original" xml:id="m725-019-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#m725-019-trans">
          <p>Crosair

Item sewd ayr hertt vnd hack Si klain vnd reib ein wenig semel vnd leczelten daran vnd slach daran air vnd Rur es alles durch ein ander vnd wurcz sy woll vnd tue sy In zuprochen ayr sch schallen Die In der mit von ein ander sind full dy Schallen damit voll vnd kleib sy vber ein ander mit dem da das dw es aus machest vnd pach es dann In Smalcz vnd thue dann dy Schalen dauon vnd gib sy trucken oder In einer prue</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="m725-019-trans" xml:lang="de" corresp="#m725-019-orig">
          <p>Siede die Eier hart und hacke sie anschließend fein. Reibe ein wenig Semmelbrot und Lebkuchen dazu. Schlage rohe Eier hinzu und rühre alles gut durcheinander. Würze die Masse kräftig.</p>
          <p>Nimm zerbrochene Eierschalen, die in der Mitte voneinander getrennt sind (also halbe Schalen). Fülle diese Schalen mit der vorbereiteten Masse. Klebe die gefüllten Hälften mit etwas von der Masse wieder zusammen, sodass sie ganze Eier bilden.</p>
          <p>Backe die so geformten Eier dann in heißem Schmalz aus. Nimm sie anschließend aus dem Schmalz und entferne die Schalen. Serviere die gefüllten Eier entweder trocken oder in einer Brühe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ayr hertt">Eier, hart gekocht</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ein wenig semel">Semmelbrösel</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="leczelten">Lebkuchen, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="air">Ei, roh</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wurcz sy woll">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Smalcz">Schweineschmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="prue">Brühe (optional)</ingredient>
            </item>
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        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#m725-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Erdbeermus - frische Erdbeeren in Wein, durch ein Tuch passiert, mit geriebenem Weißbrot gebunden und mit Spezerei abgeschmeckt. Das Schwesterrezept zu den anderen Tegernseer Musen (Kirschmus m725-004, Holunderblüten-Mus m725-005).

Technik. Das Passieren durch ein Tuch gibt die feine Konsistenz; geriebenes Weißbrot ist das mittelalterliche Bindemittel (lange vor der Mehlschwitze). Nur kurz aufkochen, bis es bindet.

Spezerei = Gewürze und Zucker. „Specerey“ meinte die teure Krämerware - dazu zählte auch Zucker. Bei diesem süßen Mus also mit Zimt, Ingwer und Nelken UND mit Zucker (oder Honig) abschmecken.

Praxis. Reife Erdbeeren mit etwas Wein pürieren und passieren, mit wenig geriebenem Weißbrot binden, kurz aufkochen, mit Zucker und Gewürzen abschmecken. Frische Erdbeeren sind saisonal - gut für die Lagerküche.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="Erbermusz" resp="#fyndling">Erdbeermus. Ein Mus ist eine durch ein Tuch passierte oder fein zerstampfte Frucht- oder Gemüsezubereitung, oft mit Bindemitteln wie Brot oder Stärke angedickt.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="treib sy dann durch ein tuech" resp="#fyndling">Das Passieren durch ein Tuch (oder Sieb) war eine gängige Methode, um eine feine, glatte Konsistenz zu erzielen und Kerne oder Schalen zu entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="das Reiben vor" resp="#fyndling">Das Brot sollte vor dem Einrühren gerieben werden, um eine bessere Bindung und Textur zu gewährleisten.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-003-orig" n="gutten Specerey" resp="#fyndling">Im Mittelalter waren 'gute Gewürze' eine Mischung aus teuren Importgewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat und Pfeffer, die je nach Verfügbarkeit und Geschmack variierten. Für ein Fruchtmus wurden oft Zimt, Ingwer und Nelken verwendet. ‚Spezerei' umfasste dabei nicht nur Gewürze, sondern auch Zucker - eine teure Krämer-/Apothekerware; bei einem süßen Fruchtmus gehört daher Zucker (oder Honig) mit dazu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-003-orig" n="gutten wein vnd der woll sey dar Inne" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey">Die Erdbeeren sollen in gutem Wein liegen oder mit gutem Wein zubereitet werden, um ihr Aroma zu entfalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-003-orig" n="Erbermusz (als Zutat)" resp="#fyndling">Obwohl der Text 'Zum Erbermusz' als Titel hat, beschreibt das Rezept die Zubereitung des Muses aus den Grundzutaten. 'sy' im Text bezieht sich auf die Erdbeeren, die die Basis des Muses bilden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m725-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Milchreis-Vorfahr auf Mandelmilch: fein gestoßener Reis, in Mandelmilch weich gekocht und mit Zucker zum Mus gebunden. Eng verwandt mit dem höfischen blanc manger und der „weißen Speise“ der Fastenküche (vgl. ant-109, Reis in Mandelmilch).

Praxis. Reis (oder Reismehl/-grieß) in Mandelmilch sämig weich kochen und mit Zucker süßen. Wie heutiger Milchreis, nur mandelmilch-basiert - dadurch eine Fastenspeise und vegan machbar; optional mit Zimt bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-007-orig" n="Reis muesz" resp="#fyndling">Reismus, ein süßer Brei aus Reis, der oft als Beilage oder Nachspeise diente.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-007-orig" n="Stosz denn Reisz klain" resp="#fyndling">Zerstoße den Reis fein, idealerweise in einem Mörser, bis er eine mehlartige Konsistenz hat. Alternativ kann auch Reismehl verwendet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-007-orig" n="wandel milich" resp="#fyndling">Mandelmilch war in der mittelalterlichen Küche ein wichtiger Milchersatz, besonders während der Fastenzeit. Sie wurde auch für ihre weiße Farbe geschätzt, die in vielen Gerichten wie dem Blancmanger eine Rolle spielte.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-007-orig" n="gesuntt vnd gutt" resp="#fyndling">Eine häufige Schlussformel in mittelalterlichen Rezepten, die die Bekömmlichkeit und den guten Geschmack des Gerichts hervorhebt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m725-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fisch-„Sülze“ in dunkler, lebkuchengebundener Sauce: Fischleber wird mit Essig zerstoßen, kräftig gewürzt, mit geriebenem Anis und Lebkuchen versetzt, mit dem Fisch verkocht und mit Safran gefärbt. Trotz des Namens „Sülze“ eher ein Fisch in würziger Lebkuchensauce als ein geliertes Aspik (ein Geliermittel nennt die Quelle nicht).

Lebkuchen als Bindung und Würze. Geriebener Lebkuchen liefert Süße, Gewürz und Bindung - genau das Verfahren, für das m725-002 das eigentliche Lebkuchen-Backrezept stellt (vgl. die Lebkuchensaucen kkm-003 und koe-016).

Praxis. Gekochten Fisch beiseitestellen; Fischleber mit Essig fein zerstoßen, mit Gewürzen, gemahlenem Anis und geriebenem Lebkuchen zu einer Sauce verkochen, den Fisch darin erwärmen und mit Safran gelb färben.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-014-orig" n="Sulcz" resp="#fyndling">Mittelalterliche Bezeichnung für Sülze oder Aspik, ein Gericht, das durch Gelieren von Brühe oder anderen Flüssigkeiten mit Fleisch, Fisch oder Gemüse entsteht. Oft eine Fastenspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-014-orig" n="gesoten" resp="#fyndling">Gekocht oder gesotten. Hier im Sinne von gründlich gegart.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-014-orig" n="zetreib" resp="#fyndling">Zerreiben, zerstoßen oder pürieren. Dies geschah im Mittelalter meist in einem Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-014-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Lebzelten, eine historische Form des Lebkuchens. Im Mittelalter oft weniger süß und auch in herzhaften Gerichten als Bindemittel und Würze verwendet. Siehe das eigentliche Lebkuchen-Backrezept dieser Quelle (m725-002).</note>
        <note type="gloss" target="#m725-014-orig" n="erwell sy an denn vischen" resp="#fyndling">Die genaue Bedeutung von 'erwellen' ist hier mehrdeutig. Im Kontext einer Sülze ist die Lesart 'vermischen' oder 'anrichten' am plausibelsten, da die Lebermasse mit dem Fisch kombiniert wird, bevor sie geliert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-014-orig" n="wurcze si woll" resp="#fyndling">Die Anweisung 'würze sie wohl' wurde als allgemeine Würzung mit Salz, Pfeffer und eventuell Ingwer interpretiert, da Safran separat genannt wird und andere Gewürze im Lebkuchen enthalten sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-014-orig" n="erwell sy an denn vischen" resp="#fyndling">Die Phrase wurde als 'vermische diese Masse mit dem Fisch' übersetzt, da die Leber-Lebkuchen-Masse mit dem gekochten Fisch kombiniert werden muss, um die Sülze zu bilden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#m725-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Crosair (auch „Kroßeier“) - laut Ehlert schmalzgebackene Rühr-/Spiegeleier: Hartgekochte Eier werden gehackt, mit geriebenem Semmel und Lebkuchen sowie rohem Ei zu einer Masse verrührt, kräftig gewürzt, in zerbrochene Eierschalen gefüllt und in Schmalz gebacken.

Lebkuchen als Würze und Bindung. Wie bei der Fischsülze (m725-014) liefert geriebener Lebkuchen Süße und Bindung; das Back-Rezept dafür ist m725-002.

Praxis. Eier hart kochen, fein hacken, mit Semmelbröseln, geriebenem Lebkuchen, rohem Ei und Gewürzen mischen, in Schalenhälften füllen und in Schmalz ausbacken (oder als kleine Bratlinge braten).</note>
        <note type="gloss" target="#m725-019-orig" n="semel" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel">Mittelhochdeutsch für ‚Semmel', hier im Sinne von Semmelbrösel oder geriebenem Brot.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-019-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Alte Bezeichnung für Lebkuchen. Im Mittelalter waren Lebkuchen oft würziger und weniger süß als heute, mit Honig und kräftigen Gewürzen gebacken.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-019-orig" n="wurcz sy woll" resp="#fyndling">‚Würze sie wohl' - eine typische Anweisung ohne genaue Spezifikation der Gewürze. Üblich waren Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-019-orig" n="zuprochen ayr sch schallen" resp="#fyndling">Zerbrochene Eierschalen, die in der Mitte geteilt sind. Dies deutet darauf hin, dass die Füllung in die Hälften gegeben und diese dann wieder zusammengeklebt wurden, um die Form eines ganzen Eies zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-019-orig" n="Smalcz" resp="#fyndling">Schmalz, hier tierisches Fett, meist Schweineschmalz, das zum Braten und Backen verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#m725-019-orig" n="prue" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für Brühe. Das Gericht konnte trocken oder in einer Brühe serviert werden, was eine gängige Servierweise für gefüllte Speisen war.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-019-orig" n="Crosair" resp="#fyndling">Crosair = ‚Kroßeier'. Ehlert (1999) glossiert das Wort als schmalzgebackene Rühr-/Spiegeleier - also kein rätselhafter Eigenname, sondern ein (heute ungebräuchlicher) Gattungsbegriff für in Schmalz gebackene Eierspeisen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-019-orig" n="air" resp="#fyndling">Das Wort ‚air' (singular) wird hier als ‚Ei' im Singular übersetzt, da es sich auf die bindende Funktion bezieht. Für die Menge wird 1 Ei angenommen, da keine spezifische Zahl genannt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#m725-019-orig" n="kleib sy vber ein ander mit dem da das dw es aus machest" resp="#fyndling">Die Anweisung wird so interpretiert, dass die gefüllten Eierschalen-Hälften mit etwas von der Füllmasse selbst zusammengeklebt werden, um die Form eines ganzen Eies zu erhalten.</note>
      </div>
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