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      <titleStmt>
        <title>Klosterkochbuch Rott am Inn (Clm 15632) (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/muenchner_clm15632/</idno>
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          <title>München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632</title>
          <date notBefore="1458" notAfter="1464">1458/1464</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz, Ms. M10 (CC BY 4.0, hdl.handle.net/11471/562.10)</note>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (bairisch, Benediktinerkloster Rott am Inn, 1458/1464)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ri15632-001">
        <head>Rebhuhn-Imitat aus Fisch</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-001-trans">
          <p>Item nym czway holtzer die man zw samen leg vnd Innen geformiert sein als ein rep huen vnd nym visch vnd thue die grat vnd die schueppen da uon vnd hack daz geprat gar clain vnder ein ander vnd gewurtz daz wol vnd leg daz in die furem holtzer vnd sewt das also vast darnach prat es vnd spick es mit hechten prat</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-001-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-001-orig">
          <p>Nimm zwei Holzformen, die man zusammenlegen kann und die innen wie ein Rebhuhn geformt sind.</p>
          <p>Nimm Fisch und entferne Gräten und Schuppen. Hacke das Brät sehr fein, vermenge es und würze es gut. Lege es dann in die Formhölzer und siede es kräftig, bis es fest ist.</p>
          <p>Danach brate es und spicke es mit Hechtbrät.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="czway holtzer die man zw samen leg vnd Innen geformiert sein als ein rep huen">Holzformen (Rebhuhn-Form)</ingredient> - 2 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="visch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="northern pike filet" orig="hechten prat" commodity="wikidata:Q67773148" source="#corema-ingredient-index">Hechtbrät</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-002">
        <head>Rehbraten-Imitat aus Fisch</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-002-trans">
          <p>Item nym groß visch wie die sein vnd thue die grat vnd die schueppen dar uon vnd hack daz clain vnd reyb ein prot dar vnder vnd gewurtz eß woll vnd mach daz zw sammen mit nassenn messernn auff der anricht in die furem holtzer alz ein rech praten vnd stoß an einen spiß vnd prat sein genueg</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-002-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-002-orig">
          <p>Nimm große Fische, welche es auch sind, und entferne Gräten und Schuppen. Hacke das Fischfleisch klein und reibe etwas Brot darunter. Würze es gut.</p>
          <p>Forme die Masse mit nassen Messern auf dem Anrichtebrett in die Formhölzer, sodass sie aussieht wie ein Rehbraten. Stecke sie auf einen Spieß und brate sie ausreichend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="groß visch wie die sein">Fisch, groß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein prot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz eß woll" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="furem holtzer">Formhölzer (Rehbraten-Form)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-003">
        <head>Mandelquark (Mandelziger)</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-003-trans">
          <p>Item nym geschelten mandel vnd stoß den in einem morser vnd mach milch dauon vnd seych sy durch ein thuech In ein pfann vnd reyb ein wenig semel dar ein Ee ez wall vnd ein wenig guetz weins vnd wan ez erwall so zewch ez auss der pfann auff ein sib oder auff ein thuech daz daz wasser dar uon seych daz richt an alz den pan prein vnd besteck in mit mandel keren auch macht man in in einer mandel milch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-003-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-003-orig">
          <p>Nimm geschälte Mandeln und zerstoße sie im Mörser. Mach Mandelmilch daraus und seihe sie durch ein Tuch in eine Pfanne. Reibe ein wenig altbackene Semmel hinein, bevor es kocht, und gib ein wenig guten Wein dazu.</p>
          <p>Wenn es aufkocht, zieh es aus der Pfanne auf ein Sieb oder ein Tuch, damit das Wasser abtropft. Richte es an wie einen Pfannenbrei und bestecke es mit Mandelkernen. Man macht es auch in Mandelmilch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="geschelten mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, geschält</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel (gerieben)</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="wine" orig="guetz weins" commodity="wikidata:Q282">Wein</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel keren" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, ganz (zum Bestecken)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-004">
        <head>Fischrogen-Fladen mit Mandeln und Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-004-trans">
          <p>Item nym geschelten mandel vnd hack den klain vnd verb in halben mit saffran vnd leg daz besunder In ein stauffel auch nym wein per die schon erclawpt sein vnd erwel die daz si sinwel werden Auch nym rogen von vischen wie die sein vnd stoß die in einem morser mit einem wenigen weyssen mel daz er wer alz ein strauben taig vnd gilb daz vnd thue daz ab geriben dar vnder vnd gewß auff die fladen vnd pachs in einem ofenn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-004-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-004-orig">
          <p>Nimm geschälte Mandeln und hacke sie klein. Färbe die Hälfte davon mit Safran und lege sie beiseite in ein Gefäß.</p>
          <p>Nimm auch Rosinen, die schön verlesen sind, und wähle die runden aus.</p>
          <p>Nimm Rogen und Fischfleisch, welcher Art auch immer, und stoße sie im Mörser mit etwas weißem Mehl, sodass es wie ein Straubenteig wird. Färbe ihn gelb und gib geriebenes Brot darunter. Gieße die Masse auf Fladen und backe sie im Ofen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="geschelten mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="wein per" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
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              <ingredient en="roe" orig="rogen" commodity="wikidata:Q219426" source="#corema-ingredient-index">Fischrogen</ingredient>
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              <ingredient en="fish" orig="vischen" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fischfleisch</ingredient>
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            <item>
              <ingredient orig="weyssen mel">Weißes Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ab geriben">Geriebenes Brot</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="flatbread" orig="fladen" commodity="wikidata:Q666242" source="#fyndling-ingredient-context">Fladen (als Basis)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-005">
        <head>Gefüllte Krapfen mit Nuss-Feigen-Paste</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-005-trans">
          <p>Item stoß nuß keren vnd veygen vnder ein ander In einem morser vnd gewurtz ez wol vnd gilbs mit saffran vnd leg daz In ein pfann vnd gewß oll dar an vnd erwell ez wol darnach mach krapffen dar auß alz dw si haben wilt In erhaben taig vnd pachs in oll vnd gibs kalt ze essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-005-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-005-orig">
          <p>Stoße Nusskerne und Feigen untereinander in einem Mörser. Würze die Masse gut und färbe sie mit Safran goldgelb.</p>
          <p>Lege die gewürzte Masse in eine Pfanne, gieße Öl daran und erwärme sie gut. Danach forme Krapfen aus erhobenem Teig, wie du sie haben möchtest, fülle sie mit der Nuss-Feigen-Masse und backe sie in Öl (frittiere sie).</p>
          <p>Serviere die Krapfen kalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="nut" orig="nuß keren" commodity="wikidata:Q11009" source="#corema-ingredient-index">Nusskerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fig" orig="veygen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feigen</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
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              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oll" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Pflanzenöl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sourdough" orig="erhaben taig" commodity="wikidata:Q904889" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sourdough" orig="erhaben taig" commodity="wikidata:Q904889" source="#corema-ingredient-index">Hefe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sourdough" orig="erhaben taig" commodity="wikidata:Q904889" source="#corema-ingredient-index">Wasser oder Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sourdough" orig="erhaben taig" commodity="wikidata:Q904889" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-006">
        <head>Gewürzter Senf mit Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-006-trans">
          <p>Item nym senif sam vnd derre den schon vnd stoß den gar clain In einem morser vnd treyb in darnach durch ein eng thuech vnd misch gestossen thimend plue vnd den seniff vnd reib eß vast vnder ein ander alz der wachs pert vnd wann dw wilt so nym dez selben ein wenigs vnd ze reib ez mit wein so hastu guten seniff</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-006-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-006-orig">
          <p>Nimm Senfsamen und dörre sie gut. Stoße sie danach sehr fein in einem Mörser und treibe die Masse durch ein feines Tuch.</p>
          <p>Mische gestoßene Zimtblüte und den Senf und reibe alles kräftig untereinander, bis es wie ein Wachsbrei wird.</p>
          <p>Wenn du den Senf verwenden möchtest, nimm etwas davon und zerreibe es mit Wein. So erhältst du einen guten Senf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="senif sam" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senfsamen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cassia buds" commodity="wikidata:Q162882" source="#corema-ingredient-index">Zimtblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-007">
        <head>Krause Eier in der Schale (Kroßeier)</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-007-trans">
          <p>Item schlach ayer auff an dem grossen spitz vnd thue daz Inder dar auß vnd zer reib daz wol vnd gilbs vnd pfeffers vnd hack petersil vnd saluan vnd rost daz mit schmaltz in einer pfann dar nach hack ez clain vnd thue ez wider in die gucken vnd stoß an einen spiß vnd pratz auff einem rost</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-007-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-007-orig">
          <p>Schlag die Eier an der Spitze auf und nimm das Innere (vor allem das Eigelb) heraus; lass die Schalen ganz. Zerreibe die Eimasse gut, färbe sie gelb und pfeffere sie. Hacke Petersilie und Salbei fein hinzu.</p>
          <p>Röste die Masse mit Schmalz in einer Pfanne. Hacke sie danach klein und gib sie wieder in die Eierschalen. Stecke die gefüllten Schalen auf einen Spieß und brate sie auf einem Rost.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="saluan" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-008">
        <head>Gebratener Eier-Milch-Käse vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-008-trans">
          <p>Item nym gleich milch vnd ayer vnd schlach die wol durch ein ander vnd gilbs vnd gewß in einen hafenn vnd setz in einem kessel mit wasser vnd laz ez dar in sieden vntz daz ez zw samen get dar nach schutt ez auff ein thuech so wirt ez hert alz ein kaß daz daz wasser dar von seych dar nach schneyt ez als ein puteren vnd stoß an ein spissel vnd pratz auff einem rost vnd sa gewurtz dar auff vnd begewß mit schmaltz vnd gibs ze essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-008-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-008-orig">
          <p>Nimm gleiche Teile Milch und Eier und schlage sie gut durcheinander. Färbe die Mischung gelb und gieße sie in einen Topf. Setze diesen Topf in einen Kessel mit Wasser und lasse es darin sieden, bis es zusammenkommt und fest wird.</p>
          <p>Danach schütte es auf ein Tuch, sodass es hart wie ein Käse wird und das Wasser davon abtropft. Schneide es danach wie Butter und stecke es auf einen Spießel. Brate es auf einem Rost und würze es. Begieße es mit Schmalz und gib es zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="gleich milch" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="vnd ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gilbs" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (optional, zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-009">
        <head>Fisch in gewürztem Sud</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-009-trans">
          <p>Item nym wein wasser vnd essich geleych vnd seud visch dar in vnd gewurtz vnd saffran dar an vnd gewß kaltz auff die visch</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-009-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-009-orig">
          <p>Nimm Wein, Wasser und Essig zu gleichen Teilen. Siede Fisch darin und würze ihn mit Gewürzen und Safran. Gieße den Sud dann kalt über den Fisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="visch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-010">
        <head>Süß-saurer Lebkuchen-Sud</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-010-trans">
          <p>Item nym essich honig vnd leczelten vnd stoß vnder ein ander vnd seychs durch ein thuech vnd seudt eß vnd iß kalt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-010-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-010-orig">
          <p>Nimm Essig, Honig und Lebkuchen. Stoße sie untereinander und seihe die Mischung durch ein Tuch. Koche sie auf und serviere sie kalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="leczelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-011">
        <head>Rotes Krebsmus</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-011-trans">
          <p>Item nym krebssen vnd schneyd daz poß pey den augen dar uon vnd stoß die krebsen In einem morser vnd treyb daz mit einer milch durch ein sib vnd reyb ein semel dar zw vnd thue ayer thoter dar ein vnd schlachs durch ein ander vnd mach ein gemueß dar auß in einer pfanen daz wirt den Rot</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-011-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-011-orig">
          <p>Nimm frische Krebse und schneide den ungenießbaren Teil bei den Augen ab. Stoße die Krebse anschließend mitsamt der Schale in einem Mörser zu einer Paste.</p>
          <p>Treibe diese Masse mit etwas Milch durch ein Sieb oder ein Tuch - die Schalenstücke bleiben dabei zurück, durch geht die rote, krebsige Flüssigkeit. Reibe eine Semmel dazu und gib Eidotter hinein. Schlage alles gut miteinander durch.</p>
          <p>Gib es in eine Pfanne und erhitze es vorsichtig zu einem Mus - dabei nimmt es eine schöne rote Farbe an.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="krebssen" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="einer milch" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="ein semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayer thoter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-name">Eigelb</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-012">
        <head>Gebackene Käse-Hufeisen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-012-trans">
          <p>Item nym geriben kaß der gut sey vnd halb als vil mel vnd schlach ayer dar an daz ez sich laß wellen vnd puluer daz wol vnd wirch ez auff einem prett lang alz die wurst vnd mach ez dun vnd krumpt ez alz die hueff eysen vnd pachs also in schmaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-012-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-012-orig">
          <p>Nimm geriebenen Käse von guter Qualität und halb so viel Mehl. Schlage Eier dazu, sodass sich der Teig rollen lässt. Würze ihn gut (bestreue ihn mit Gewürzpulver).</p>
          <p>Verarbeite den Teig auf einem Brett zu einer langen Wurst. Mache ihn dünn und krümme ihn wie ein Hufeisen. Backe ihn dann in Schmalz aus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geriben kaß der gut sey">Geriebener Käse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="halb als vil mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-013">
        <head>Eier-Pfannkuchen in Wein-Honig-Sud</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-013-trans">
          <p>Item mach ein tayg von herten ayeren so du aller hertest magst vnd gilb in vnd wurch dunne pleter dar auß alz pfanczelten vnd pach ez in schmaltz auch nym gueten wein vnd halb als vil honigk vnd well daz vnder ein ander vnd zeuch daz pachen dar durch so du ez wilt an richten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-013-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-013-orig">
          <p>Bereite einen Teig aus hartgekochten Eiern, so hart wie du sie nur bekommen kannst. Färbe den Teig gelb und rolle ihn zu dünnen Blättern aus, ähnlich wie Pfannkuchen. Backe diese Blätter in Schmalz.</p>
          <p>Nimm guten Wein und die Hälfte dieser Menge an Honig und koche beides miteinander auf. Ziehe die gebackenen Blätter durch diese Mischung, wenn du sie anrichten möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="herten ayeren so du aller hertest magst">Eier (hart gekocht)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="tayg (implied)">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gueten wein" commodity="wikidata:Q282">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="halb als vil honigk" commodity="wikidata:Q10987">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gilb in (implied)">Safran (optional, zum Färben)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-014">
        <head>Käse-Eier-Gebäck in Schmalz</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-014-trans">
          <p>ain pachen Item nym geriben kaß vnd schlach ayer dar an vnd gewurtz wol vnd sewd ez durch ein ander vnd mach ez zw langen strutzlen auff ein pret die dun sein vnd pachs in schmaltz vnd schneytz dan in ein schussel</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-014-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-014-orig">
          <p>Nimm geriebenen Käse und schlage Eier daran. Würze es gut und siede es miteinander durch, sodass es sich verbindet.</p>
          <p>Forme es auf einem Brett zu langen, dünnen Rollen. Backe diese Rollen anschließend in Schmalz aus und schneide sie dann zum Servieren in eine Schüssel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geriben kaß">Käse, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-015">
        <head>Gerösteter Kalbskopf mit Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-015-trans">
          <p>Item thue den vnteren tayl von einem kalbs haup vnd sewd daz haup wol darnach prich die hieren schal auff vnd saa gut gewurtz darein vnd gewß hayß schmaltz dar zw vnd rost in auff einem roest so wirt er gut</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-015-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-015-orig">
          <p>Schneide den unteren Teil (Kinnlade bzw. unteren Hals) von einem Kalbskopf ab und koche den Kopf gut. Danach brich die Hirnschale auf und streue gutes Gewürz hinein. Gieße heißes Schmalz dazu und röste den Kopf auf einem Rost. So wird er gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kalbs haup">Kalbskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gut gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="hayß schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-016">
        <head>Hirschlebermus mit Roggenbrot und Honig</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-016-trans">
          <p>Item nym eins hirsen leber vnd prat die dar nach schneyd daz ausser dar ab vnd stoeß es in einem morser mit rocken prot honing wein vnd essich vnd reyb ez durch ein thuech vnd thue gewurtz dar an vnd erwel ez dar nach vnd gibs kalt ze essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-016-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-016-orig">
          <p>Nimm eine Hirschleber und brate sie. Schneide danach das Äußere (die Rinde) ab und stoße die Leber in einem Mörser mit Roggenbrot, Honig, Wein und Essig. Reibe die Masse durch ein Tuch und gib Gewürze hinzu. Erhitze sie danach noch einmal und serviere sie kalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="deer liver" orig="eins hirsen leber" commodity="wikidata:Q96756392" source="#fyndling-ingredient-name">Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="rocken prot" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honing" commodity="wikidata:Q10987">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-017">
        <head>Sülze aus Reh-Haut</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-017-trans">
          <p>Item nym ein rech haut vnd prue die daz daz har dar von kom vnd seudtz dar nach gar wol so schrimpft si sich ze sammen dar nach schneyd sy spann lanck vnd czwayer vinger prayt vnd mach dar an ein sultz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-017-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-017-orig">
          <p>Nimm eine Reh-Haut und bearbeite sie so, dass die Haare davon abgehen. Koche sie danach sehr gut, sodass sie sich zusammenzieht. Schneide sie anschließend eine Spanne lang und zwei Finger breit und mache daraus eine Sülze.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="roe-deer skin" orig="ein rech haut" commodity="wikidata:Q107246734" source="#fyndling-ingredient-name">Reh-Haut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-018">
        <head>Fürhess vom Hasen (Innereien-Voressen)</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-018-trans">
          <p>furheß Item nym die lungel vnd die leber von einem hasen vnd schneydt daz wurflat vnd nym ez mit dem swayß vnd thue ein prue wein vnd essich vnd honick vnd rocken prot vnd schon speck daran so hastu ein gut furheß</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-018-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-018-orig">
          <p>Nimm die Lunge und die Leber eines Hasen und schneide sie würfelig. Nimm sie mit dem Blut und gib sie in eine Brühe mit Wein, Essig und Honig. Füge Roggenbrot und schönen Speck hinzu. So erhältst du ein gutes Fürhess.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="lights (offal)" commodity="wikidata:Q1723359">Hasenlunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="liver" orig="leber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Hasenleber</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="rabbit" orig="hasen" commodity="wikidata:Q3556748" source="#corema-ingredient-index">Hase</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="blood" orig="swayß" commodity="wikidata:Q494268" source="#corema-ingredient-index">Hasenblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prue" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honick" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="rocken prot" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="schon speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-019">
        <head>Kalbsfleisch-Kugeln mit Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-019-trans">
          <p>Item nym kalbs fleysch vnd hack speck dar vnder vnd thue gewurtz vnd saffran daran vnd ayer vnd geriben prot daz weyß sey vnd mach kugel dar auß vnd seudtz in hayssem wasser vnd gibs ze essen mit peteer sil</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-019-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-019-orig">
          <p>Nimm Kalbfleisch und hacke Speck darunter. Gib Gewürze und Safran hinzu, ebenso Eier und geriebenes Weißbrot. Forme daraus Kugeln und siede sie in heißem Wasser. Serviere sie mit frischer Petersilie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kalbs fleysch">Kalbfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="geriben prot daz weyß sey" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Geriebenes Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hayssem wasser">Heißes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="peteer sil">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-020">
        <head>Fischrogen in dunkler Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-020-trans">
          <p>pachen von rogen Item nym visch rogen vnd stoß den in einem morser vnd pach dar auß ein praytz blad in einer pfannen vnd schneyd daz wurflat vnd pren ein mel mit oll in einer pfann daz ez schwartz wer vnd mach darauß mit visch prue ein pfeffer mit wein vnd essich vnd mit gewurtz vnd laz daz zw sammen wallen vnd schneyd von einer semel wurfflat forem vnd stra daz auff daz essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-020-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-020-orig">
          <p>Nimm Fischrogen und zerstoße ihn in einem Mörser zu einer feinen Masse. Backe daraus in einer Pfanne einen dünnen Fladen. Schneide diesen Fladen in Würfel.</p>
          <p>Röste Mehl mit Öl in einer Pfanne, bis es schwarz ist. Bereite daraus mit Fischbrühe, Wein, Essig und Gewürzen eine dunkle Pfeffersauce zu. Lass die Sauce zusammen aufkochen.</p>
          <p>Schneide aus einer Semmel würfelförmige Stücke und streue sie auf das Gericht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="roe" orig="visch rogen" commodity="wikidata:Q219426" source="#corema-ingredient-index">Fischrogen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cooking oil" orig="oll" commodity="wikidata:Q427457" source="#corema-ingredient-index">Öl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish stock" orig="visch prue" commodity="wikidata:Q5454675" source="#corema-ingredient-index">Fischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze (z.B. Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken, Muskatblüte)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-021">
        <head>Gebackene Kalbslunge mit Speck und Ei</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-021-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-021-trans">
          <p>pachen Item nym eins kalbs lungel vnd seudt die gar wol vnd hack die darnach klain vnd schneyd speck dar vnder auch klain vnd schlach ayer dar ein mit pfeffer vnd saffran vnd pach ein dunß ayer plat vnd weich dar ein vnd pachs in smaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-021-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-021-orig">
          <p>Nimm eine Kalbslunge und siede sie ganz gar. Hacke sie danach fein und schneide auch Speck klein darunter. Schlage Eier mit Pfeffer und Safran in die Masse und backe daraus einen dünnen, weichen Eierfladen. Backe ihn anschließend in Schmalz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="eins kalbs lungel">Kalbslunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="smaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-022">
        <head>Runde Mandel-Dotter-Küchlein</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-022-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-022-trans">
          <p>Item nym geschelten mandel vnd stoß den in einem morser vnd ob du wilt so reyb ein wenig weyß protz darvnder vnd machs sinbel in ein pfannen vnd setz die warmen toter dar ein vnd wan du wilt an richten so gewß hayß schmaltz dar auff vnd seych daz darnach wider ab vnd gibs also ze essenn</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-022-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-022-orig">
          <p>Nimm geschälte Mandeln und stoße sie in einem Mörser fein. Wenn du möchtest, reibe ein wenig Weißbrot darunter.</p>
          <p>Forme die Masse zu runden Küchlein in einer Pfanne und setze die warmen Eigelbe darauf. Wenn du das Gericht anrichten willst, gieße heißes Schmalz darüber und seihe es danach wieder ab.</p>
          <p>Serviere die Küchlein auf diese Weise.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="geschelten mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weyß protz">Weißbrot (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="warmen toter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="hayß schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-023">
        <head>Fleisch ‚sicher' kochen - Messing im Topf (Küchen-Lore)</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-023-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-023-trans">
          <p>Item wildu fleysch sicher gesoten haben so leg nessel in daz heffen vnden vnd fleysch darauff so seud ez sich</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-023-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-023-orig">
          <p>Willst du Fleisch zuverlässig - ohne Anbrennen - gekocht haben, so lege Messing unten in den Topf und das Fleisch darauf, dann kocht es sicher.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="meat" orig="fleysch" commodity="wikidata:Q10990" source="#corema-ingredient-index">Fleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient>Messing (Platte oder Stück)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-024">
        <head>Gekochtes Hammelfleisch mit Hauswurz</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-024-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-024-trans">
          <p>Item schlach kastraun fleysch zw stucken vnd legs in ein hefen vnd hauß wurtz darzw vnd laß also sieden so peleypt also gantz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-024-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-024-orig">
          <p>Hacke Hammelfleisch in Stücke und gib es in einen Topf, dazu Hauswurz. Lass es so sieden, dann bleibt es ganz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="mutton" orig="kastraun fleysch" commodity="wikidata:Q14566073" source="#fyndling-ingredient-name">Hammelfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="houseleek" orig="hauß wurtz" commodity="wikidata:Q161724" source="#corema-ingredient-index">Hauswurz (Dachwurz)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-025">
        <head>Eier kochen mit ungelöschtem Kalk</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-025-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-025-trans">
          <p>Item wildu ayer an fewer sieden so nym vngeleschten kalch vnd zermall den klain vnd leg in in ein hefen vnd wasser vnd ayer dar ein so werden sy hert oder waich wie man wil</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-025-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-025-orig">
          <p>Wenn du Eier ohne Feuer sieden willst, dann nimm ungelöschten Kalk und zermahle ihn klein. Lege ihn in einen Topf mit Wasser und gib die Eier hinein. So werden sie hart oder weich, wie du es wünschst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="vngeleschten kalch">Ungelöschter Kalk</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-026">
        <head>Gebackene Reisküchlein</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-026-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-026-trans">
          <p>Item wildu machen von reyß ein gutz pachen so sewdt den in wasser doch nicht ze vast dar nach seych daz wasser ab vnd thue den reyß vnd einen reyb scherben vnd reyb in klain vnd ruer ayer dar vnder nicht ze dunn vnd machs sy durch die hant in ein pfan In schmaltz als praten kuechel vnd so sy pachen sindt so saa czucker dar auff vnd versaltz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-026-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-026-orig">
          <p>Möchtest du ein gutes Gebäck aus Reis zubereiten, so siede den Reis in Wasser, doch nicht zu stark. Danach seihe das Wasser ab und gib den Reis in einen Reibescherben (eine raue Reibschale, einen Mörser). Reibe ihn darin klein und rühre Eier darunter, sodass die Masse nicht zu dünn wird.</p>
          <p>Forme die Küchlein mit der Hand und backe sie in Schmalz in einer Pfanne wie gewöhnliche Küchlein aus. Wenn sie gebacken sind, streue Zucker darauf und versalze sie nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="rice" orig="reyß" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-027">
        <head>Eigelbmus mit Wein und Semmel</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-027-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-027-trans">
          <p>Item wildu machen ein gemueß von ayer toter so nym dar zw guten wein vnd ein wenig geriben semel vnd streych daz mit ein ander durch ein thuech vnd thue dar ein zucker oder honick vnd thue daz in ein hefen vnd setz en auff ein glut vnd ruer ez vntz ez dick wirt so nym en sunder vnd versaltz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-027-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-027-orig">
          <p>Wenn du ein Mus von Eigelb zubereiten möchtest, nimm dazu guten Wein und ein wenig geriebenes Semmelbrot.</p>
          <p>Streiche diese Mischung miteinander durch ein Tuch.</p>
          <p>Gib dann Zucker oder Honig hinzu und fülle alles in einen Topf. Setze den Topf auf Glut und rühre, bis die Masse dick wird. Nimm das Mus dann beiseite und achte darauf, es nicht zu versalzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayer toter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="guten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="ein wenig geriben semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-028">
        <head>Gebackene gefüllte Birnen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-028-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-028-trans">
          <p>Item wildu machen gefult piren so schneyd sy also daz vnden ein prayt peleyb vnd der keren stock davon vnd hack daz ab geschniten klain vnd thue honigk dar vnder vnd gewurtz vnd saffran vnd mach daz wider vmb den keren stock geleych einer pieren vnd tauchs in einen taych von ayeren vnd mel vnd legs in ein hayß schmaltz vnd laß darin pachen der mach also so vil du wilt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-028-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-028-orig">
          <p>Willst du gefüllte Birnen zubereiten, so schneide sie so, dass unten ein breiter Boden stehen bleibt, und löse den Kerenstock (die Mittelsäule mit Stiel) heraus. Hacke das abgeschnittene Fruchtfleisch klein und gib Honig, Gewürze und Safran hinzu.</p>
          <p>Forme diese Masse wieder um den Kerenstock, sodass es einer ganzen Birne gleicht. Tauche die Birne in einen Teig aus Eiern und Mehl, lege sie in heißes Schmalz und lasse sie darin ausbacken. Davon mache so viele du möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="piren" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honigk" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-029">
        <head>Beeren-Krapfen in Schmalz gebacken</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-029-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-029-trans">
          <p>Item dez geleychen mach von beren ein ful mit honigk vnd gewurtz vnd kniet ein tayg von ayeren vnd mel vnd mach zeltel darawß vnd verpindt die full darin alz krapffen sein sullen vnd pachs in schmaltz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-029-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-029-orig">
          <p>Auf gleiche Weise (wie bei den gefüllten Birnen) mache aus Beeren eine Füllung mit Honig und Gewürz. Knete einen Teig aus Eiern und Mehl, forme daraus kleine Teigfladen und schließe die Füllung darin ein, wie es Krapfen sein sollen. Backe sie anschließend in Schmalz aus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="grape or raisin" orig="beren" commodity="wikidata:Q13186 wikidata:Q10978" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Beeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honigk" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lard" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q72827" source="#corema-ingredient-index">Schweineschmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-030">
        <head>Gefüllte Eier in Schmalz</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-030-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-030-trans">
          <p>Item halbe gefulte ayer sewdt die ayer gar hert vnd schneydt sy darnach nach lengs von ein ander vnd nym den toter darauß vnd hack in klain vnd gilb daz vnd hack petersil dar vnder ab du den gehaben mugst vnd thue daz wider an daz toters stat in die halben weysse ayer vnd legs also in hayß schmaltz vnd pachs dar vnder</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-030-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-030-orig">
          <p>Nimm halbe gefüllte Eier. Koche die Eier sehr hart und schneide sie danach der Länge nach auseinander.</p>
          <p>Nimm den Dotter heraus, hacke ihn klein und färbe ihn gelb (z.B. mit Safran). Hacke Petersilie darunter, wenn du sie bekommen kannst.</p>
          <p>Gib diese Füllung wieder an die Stelle des Dotters in die halben weißen Eier. Lege sie so in heißes Schmalz und backe sie darin.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="toter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient>Safran (optional, zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-031">
        <head>Gefüllte Eier in Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-031-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-031-trans">
          <p>Item wildu machen gantze gefulte ayer so sewdt die ayer len darnach schlags an einen ort auff vnd thue daz Inder dar auß vnd rastz in einer pfannen mit einem wenigen schmaltz vnd ruers mit einem loffel hin vnd her daz ez nicht an prin vnd doch hert wer darnach thue ez wider in die ayer gucken vnd sewdt sy in hayssen schmaltz daz sy hert werden darnach schel sy vnd gibs in schwartzen pfeffer</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-031-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-031-orig">
          <p>Willst du ganze gefüllte Eier zubereiten, so siede die Eier weich. Danach schlage sie an der Spitze auf und nimm das Innere (Eigelb und Eiweiß) heraus.</p>
          <p>Röste es in einer Pfanne mit etwas Schmalz an und rühre es mit einem Löffel hin und her, damit es nicht anbrennt und doch fest wird. Danach gib es wieder in die Eierschalen zurück und backe sie in heißem Schmalz, damit sie hart werden.</p>
          <p>Danach schäle sie und serviere sie in einer schwarzen Pfeffersauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schwartzen pfeffer">Schwarze Pfeffersauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-032">
        <head>Käsekrapfen mit Eigelb-Milch-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-032-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-032-trans">
          <p>Item wildu kraphen ader chuechel machen so nym geriben kaß vnd ein wenig mel vnd mach daz mit ayeren an vnd thue ez mit einem loffel klain vnd groß In ein pfannen mit schmaltz vnd pachs dar in vnd gilb den taig vor Wildu ein prue dar auff machen so nym ayer toter vnd milch vnd ruer daz wol durch ein ander vnd sewdt ez so du wild an richten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-032-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-032-orig">
          <p>Wenn du Krapfen oder Küchlein machen willst, nimm geriebenen Käse und ein wenig Mehl. Rühre dies mit Eiern an und gib es mit einem Löffel, in kleinen und großen Portionen, in eine Pfanne mit Schmalz. Frittiere es darin und färbe den Teig zuvor gelb.</p>
          <p>Wenn du eine Sauce dazu machen willst, nimm Eigelb und Milch. Rühre dies gut durcheinander und siede es, wenn du das Gericht anrichten willst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geriben kaß">Geriebener Käse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayeren" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied by 'gilb den taig vor')">Safran (optional, zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ayer toter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#corema-ingredient-index">Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-033">
        <head>Gefüllte Krapfen mit Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-033-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-033-trans">
          <p>Item wildu machen gefult kraphen mit apfelen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-033-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-033-orig">
          <p>Dieses Rezept besteht im Original nur aus der Überschrift „Willst du gefüllte Krapfen mit Äpfeln machen ..." - danach bricht die Handschrift ab. Auch die wissenschaftliche Edition vermerkt an dieser Stelle ausdrücklich: das erwartete Rezept fehlt. Wie solche Apfel-Krapfen gemacht wurden, zeigen die verwandten Krapfen-Rezepte (siehe unten).</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kraphen">Teig für Krapfen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="apfelen" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-034">
        <head>Fischgallerte mit Nelken und Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-034-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-034-trans">
          <p>Item wer wil machen eine guete galrei von vischen der nem die visch schueppen vnd stoß sy in einem morser vnd schlach sy durch ein thuech vnd seudt sy mit den vischen hastu aber hausen plateren daz ist auch gut dar nach nym gestossen nagel lein vnd thue dar nach dar zw mandel keren vnd czucker dar ein</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-034-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-034-orig">
          <p>Wenn du eine gute Fischgallerte zubereiten möchtest, so nimm die Fischschuppen und zerstoße sie in einem Mörser. Schlage sie durch ein Tuch und siede sie mit den Fischen. Hast du aber Hausenblase, so ist die ebenfalls gut (zum Gelieren). Danach nimm gestoßene Nelken und gib Mandelkerne und Zucker hinzu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="visch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Fisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fish scale" orig="visch schueppen" commodity="wikidata:Q5454665" source="#corema-ingredient-index">Fischschuppen (Geliermittel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="isinglass" orig="hausen plateren" commodity="wikidata:Q1255331" source="#corema-ingredient-index">Hausenblase (Alternative zum Gelieren)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen nagel lein">Nelken, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel keren" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-035">
        <head>Gallerte von Huhn, Schwein, Kalbsfüßen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-035-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-035-trans">
          <p>Item wer wil machen ein gute galrayd der nem huner vnd swein pain vnd kalbs fueß vnd laß die klain sieden vnd schlach die kalb fueß durch ein thuech</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-035-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-035-orig">
          <p>Wer eine gute Gallerte zubereiten möchte, der nehme Hühner- und Schweineknochen sowie Kalbsfüße. Lasse diese sanft sieden. Danach drücke die weichgekochten Kalbsfüße durch ein Tuch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken" orig="huner" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Hühnerknochen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="swein pain">Schweineknochen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="knuckle of veal" orig="kalbs fueß" commodity="wikidata:Q1722086" source="#corema-ingredient-index">Kalbsfüße</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-036">
        <head>Gebratener Aal am Spieß, mit Butter, Essig und Wein begossen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-036-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-036-trans">
          <p>Item wer wil praten ein guten all der schneyd In zw stucken vnd saltz In vnd stoß In an ein klains spisslen vnd be trauf in mit puteren vnd mit essich vnd wein vnder ein ander</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-036-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-036-orig">
          <p>Wer einen guten Aal braten möchte, der schneide ihn in Stücke und salze ihn. Stecke ihn auf ein kleines Spießchen und beträufle ihn dann mit Butter, Essig und Wein, die du zuvor untereinander vermischt hast.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ein guten all">Aal</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz In" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="puteren" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-037">
        <head>Mus von Lunge</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-037-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-037-trans">
          <p>Item wer ein gut gemueß wel machen von lungel der nem die lungel vnd reyb dar vnter ein prosen vnd mach ez darnach ab mit gewurtz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-037-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-037-orig">
          <p>Wer ein gutes Mus aus Lunge zubereiten möchte, der nehme die Lunge. Reibe Brösel darunter und würze es danach ab.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="lights (offal)" orig="lungel" commodity="wikidata:Q1723359">Lunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="crumb" orig="prosen" commodity="wikidata:Q1552373" source="#corema-ingredient-index">Brösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-038">
        <head>Spanferkel - Eier-Zwiebel-Ingwer-Füllung (lückenhaft überliefert)</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-038-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-038-trans">
          <p>Item wer wel ein gut gepraten span vackel machen der seudt vier ayer vnd hack die klain vnd thue czwifel darvnter vnd puluer daz wol mit ymber</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-038-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-038-orig">
          <p>Wer ein gutes gebratenes Spanferkel zubereiten will, der siede vier Eier und hacke sie klein. Gib Zwiebeln darunter und würze das Ganze gut mit Ingwer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="suckling pig" orig="span vackel" commodity="wikidata:Q23015" source="#fyndling-ingredient-name">Spanferkel</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="vier ayer" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient> - 4</item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="czwifel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="ymber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-039">
        <head>Leber-Sülze vom jungen Schwein</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-039-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-039-trans">
          <p>Item wer wel machen ein gute leber sultz von einem Iungen swein der nem die leber vnd stoß sy in einem morser stain vnd sewdt ayer dar zw sechs oder achte hert vnd dar zw semel proß vnd stoß daz durch ein ander In einem morser stain vnd schlach daz durch mit gesoten wein oder guten saweren wein vnd gilb daz mit saffran vnd stell ez wol mit anderem gewurtz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-039-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-039-orig">
          <p>Wer eine gute Leber-Sülze von einem jungen Schwein zubereiten möchte, nimm die Leber und stoße sie in einem Steinmörser.</p>
          <p>Koche dazu sechs oder acht Eier hart. Gib Semmelbrösel hinzu und stoße alles zusammen in einem Steinmörser.</p>
          <p>Passiere die Masse anschließend mit gekochtem Wein oder gutem saurem Wein. Färbe die Sülze mit Safran gelb und würze sie gut mit anderen Gewürzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="liver" orig="leber" commodity="wikidata:Q1470283" source="#corema-ingredient-index">Schweineleber</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ayer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 6</item>
            <item>
              <ingredient orig="semel proß">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesoten wein oder guten saweren wein">Wein (gekocht oder sauer)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="anderem gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-040">
        <head>Getrocknete Kräutersauce für den Mai</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-040-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-040-trans">
          <p>Item wildu machen ein gute salsen In dem may so nym petersil vnd pfeffer kraut vnd mangold pleter als vil du wilt vnd hack daz klain durch ein ander dez morgens gar frue so vach daz taw In ein weyß thuech vnd leg daz kraut dar ein vnd thue es in ein molter vnd setz ez an die sunnen so verleust ez den taw vnd laß ez trucken werden alz ein stupp vnd mach ez in blasen vnd wen du wilt in dem Iar so netz ab mit wein oder mit essich</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-040-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-040-orig">
          <p>Wenn du eine gute Sauce im Mai zubereiten möchtest, nimm Petersilie, Pfefferkraut und Mangoldblätter, so viel du willst, und hacke alles fein durcheinander.</p>
          <p>Am frühen Morgen fange den Tau in einem weißen Tuch auf. Lege die gehackten Kräuter in das Tuch mit dem Tau und gib sie in ein flaches Gefäß. Setze dieses Gefäß in die Sonne, damit die Kräuter den Tau verlieren und wie Staub trocken werden.</p>
          <p>Fülle die getrockneten Kräuter in Blasen zur Aufbewahrung. Wann immer du im Jahr eine Sauce zubereiten möchtest, weiche die Kräuter mit Wein oder Essig ein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="savory" orig="pfeffer kraut" commodity="wikidata:Q22858" source="#corema-ingredient-index">Pfefferkraut (peppriges Kraut, z.B. Kresse)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chard" orig="mangold pleter" commodity="wikidata:Q157954" source="#corema-ingredient-index">Mangoldblätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-041">
        <head>Sauce aus Weintrauben und Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-041-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-041-trans">
          <p>Item wildu machen ein salsen von wein trauben vnd von saweren apfelen so stoß daz ze sammen vnd misch ez mit wein oder mit essich vnd thue den safft dar auß die salsen ist gut zw safftigen praten vnd zw vischen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-041-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-041-orig">
          <p>Willst du eine Sauce aus Weintrauben und sauren Äpfeln zubereiten, so stoße diese Zutaten zusammen. Mische die gestampfte Masse anschließend mit Wein oder Essig. Drücke den Saft aus der Mischung. Diese Sauce ist hervorragend zu saftigen Braten und zu Fisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="grape" orig="wein trauben" commodity="wikidata:Q10978" source="#corema-ingredient-index">Weintrauben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="saweren apfelen" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Saure Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-042">
        <head>Weichselkirschen-Latwerge</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-042-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-042-trans">
          <p>Item wildu machen ein gut latwaring von weychseln so thue sy in ein hafen vnd setz In auff ein glut vnd gewß nichtz dar an wen ez sieden wirt so la ez kalt werden vnd streych ez durch ein thuech vnd thue ez in einen kessel vnd setz in auff einen drifueß vnd thue ein glut dar vnter vnd la ez sieden piß ez dick wirt vnd thue dan dar ein honig vnd geriben leczelten vnd gewurtz ez wol vnd ruer ez furstar vnd wan du ez nicht gerueren magst so hat es genug</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-042-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-042-orig">
          <p>Wenn du eine gute Latwerge aus Weichselkirschen zubereiten möchtest, gib die Kirschen in einen Topf und stelle ihn auf Glut. Gieße nichts hinzu. Wenn die Kirschen zu sieden beginnen, lass sie kalt werden und streiche sie durch ein Tuch.</p>
          <p>Gib das passierte Mus in einen Kessel und stelle diesen auf einen Dreifuß. Lege Glut darunter und lass es sieden, bis es dick wird. Dann gib Honig und geriebenen Lebkuchen hinzu, würze es gut und rühre es kräftig weiter. Wenn du es nicht mehr rühren kannst, ist es fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sour cherry" orig="weychseln" commodity="wikidata:Q68438267" source="#corema-ingredient-index">Weichselkirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="geriben leczelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Geriebener Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewurtz ez wol" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-043">
        <head>Gewürzte Weinbeeren-Latwerge</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-043-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-043-trans">
          <p>Item wildu machen ein gute latwaring von weinperen so prich die per ab dem kammen vnd sy in ein kessel vnd setz auff ein drifueß vnd thue ein glut dar vnder vnd gewß nichtz dar an vnd wen ez syeden wirt so laß ez dan erkalten vnd streych sy durch ein thuech vnd thue ez wider in den kessel vnd setz wider auff ein drifueß vnd la ez wol sieden vnd wurtz ez wol ab mit gutem gewurtz vnd gewß sy dan auff ein pret vnd la sy kalten vj tag so schneydtz du sy wie du wilt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-043-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-043-orig">
          <p>Willst du eine gute Latwerge aus Weinbeeren herstellen, so brich die Beeren von den Stielen.</p>
          <p>Gib sie in einen Kessel und setze diesen auf einen Dreifuß. Lege Glut darunter und gieße kein Wasser hinzu. Wenn die Beeren zu sieden beginnen, lass sie abkühlen.</p>
          <p>Streiche die Beerenmasse durch ein Tuch und gib sie wieder in den Kessel. Setze den Kessel erneut auf den Dreifuß und lass die Masse gut sieden. Würze sie dann reichlich mit guten Gewürzen ab.</p>
          <p>Gieße die Masse anschließend auf ein Brett und lass sie sechs Tage lang erkalten. Danach kannst du sie schneiden, wie du möchtest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="grape" orig="weinperen" commodity="wikidata:Q10978" source="#corema-ingredient-index">Weinbeeren (Trauben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gutem gewurtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gute Gewürze (z.B. Zimt, Ingwer, Nelken)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-044">
        <head>Süß-saures Weißkraut</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-044-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-044-trans">
          <p>Item wildu machen ein gemacht kraut so seudt weysse haupper vnd czway tayl seniff vnd drew tayl honigk vnd die selben prue mach durch ein ander mit wein vnd thue dar ein kum vnd aniß dez genueg sein vnd leg dann daz gesoten kraut dar ein vnd gib ez kalt ze essen</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-044-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-044-orig">
          <p>Wenn du ein zubereitetes Kraut machen willst, dann koche weiße Kohlköpfe. Vermische zwei Teile Senf und drei Teile Honig mit Wein zu einer Brühe. Gib darin ausreichend Kümmel und Anis hinzu. Lege dann das gekochte Kraut in diese Mischung und serviere es kalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="weysse haupper">Weißkohlköpfe</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="mustard seed" orig="czway tayl seniff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#fyndling-ingredient-name">Senf</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="honey" orig="drew tayl honigk" commodity="wikidata:Q10987">Honig</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="kum" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" commodity="wikidata:Q33873455" source="#fyndling-ingredient-name">Anis</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-045">
        <head>Gefüllte Apfelkrapfen in vier Farben</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-045-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-045-trans">
          <p>Item wildu machen ein pachens von einem apphel von vierlay varb so nym ein ge ruerte ayer von vierlay varben vnd schneid einen apphel ein vier tayl vnd nym auß yedem tayl den keren vnd die schelf die vmb den keren ist vnd full dar ein yetweder varb aine vnd steck sy dan an spissel vnd zewch sy durch ein dunnen strauben taig vnd wen ez gepach so schneyd ez auff vnd be streych ez mit czucker</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-045-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-045-orig">
          <p>Wenn du ein Gebäck aus einem Apfel in vierlei Farben zubereiten möchtest, nimm gerührte Eier in vier verschiedenen Farben.</p>
          <p>Schneide einen Apfel in vier Teile und entferne aus jedem Teil den Kern und das Kerngehäuse, das den Kern umgibt. Fülle nun jede der vier Farben der Eiermischung in je eines der Apfelteile.</p>
          <p>Stecke die gefüllten Apfelteile dann auf Spieße und ziehe sie durch einen dünnen Straubenteig. Wenn das Gebäck goldbraun gebacken/frittiert ist, schneide es auf und bestreiche es mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="apple" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Apfel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ein ge ruerte ayer von vierlay varben" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vierlay varben">Periodentreue Speisefarben (Safran, Petersilien-/Spinatsaft, Sandelholz, Kornblumen-/Heidelbeersaft)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein dunnen strauben taig">Straubenteig (dünn)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="czucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(impliziert)">Schmalz zum Frittieren</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-046">
        <head>Kachelmus von Krebsen (‚Krewssen')</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-046-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-046-trans">
          <p>krewssen Item wildu machen ein krichel mueß von krebsen so schel die krepsen schon vnd nym die helß vnd die schar vnd leg die besunder dar nach stoß die schellen gar klain vnd schon vnd streych sy durch ein thuech mit einer geriben semel vnd mit einem wenigen essich vnd well ez ab mit einem leczelten daz ez dick wer vnd wurtz ez wol vnd la ez pey seiner varb vnd leg dan die schar vnd die helß dar ein vnd la sy recken oben auß der prue vnd versaltz nicht</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-046-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-046-orig">
          <p>Willst du ein Kachelmus (ein Gericht im irdenen Gefäß) aus Krebsen zubereiten - am Rand ‚Krewssen' genannt -, so schäle die Krebse sauber. Nimm die Hälse und die Scheren und lege sie beiseite. Zerstoße danach die Schalen sehr fein und sauber und streiche sie durch ein Tuch mit geriebener Semmel und etwas Essig. Koche es mit einem Lebkuchen ein, sodass es dick wird. Würze es gut und lass es bei seiner natürlichen Farbe. Lege dann die Scheren und Hälse hinein und lass sie oben aus der Brühe herausragen. Versalze es nicht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="krepsen" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die helß vnd die schar">Krebsschwänze und -scheren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die schellen">Krebsschalen (für Farbe/Aroma)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="breadcrumb" orig="einer geriben semel" commodity="wikidata:Q54082577" source="#corema-ingredient-index">Geriebene Semmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="einem wenigen essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="einem leczelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="wurtz ez wol" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-047">
        <head>Eierkuchen nach Meißner Art</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-047-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-047-trans">
          <p>Item wildu machen ein guten Meychsischen kuechen zw einer herren schussel so nym auff zehen ayer vnd zerschlach sy gar wol vnd nym dar petersil vnd ruer ez vnder ein ander vnd nym einen morser vnd setz In auff ein glut vnd thue dar ein ein wenig schmaltz vnd gewß dan die geschlagen ayer dar ein vnd laß also sieden vnd ker In dan vmb thw ein we= nig geriben semel mel dar zw</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-047-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-047-orig">
          <p>Wenn du einen guten Eierkuchen nach Meißner Art für eine Herrenschüssel zubereiten möchtest, so nimm zehn Eier und schlage sie sehr gut auf. Nimm dann Petersilie und rühre sie unter die Eier.</p>
          <p>Nimm eine Pfanne und setze sie auf die Glut. Gib ein wenig Schmalz hinein und gieße dann die geschlagenen Eier dazu. Lasse sie so braten und wende den Eierkuchen dann. Gib noch ein wenig geriebenes Semmelmehl dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="zehen ayer" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient> - 10</item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="geriben semel mel" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Geriebene Semmel (Semmelbrösel)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-048">
        <head>Eier-Milch-Mus mit Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-048-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-048-trans">
          <p>Item ein putter milch mach also nymm ayr als vil dw wild vnd gews ein gutew milch dar an laß ein wenig zw samen syeden vnd gews auf den tuch das es erseych vnd schneid ein putter dar vnder vnd schlach dy matery mit ein ander ader tbings durch ein tuch vnd thws also kalt auf ein schussel</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-048-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-048-orig">
          <p>Ein Eier-Milch-Mus bereitest du wie folgt zu:</p>
          <p>Nimm so viele Eier, wie du möchtest, und gieße gute Milch hinzu. Lass beides kurz zusammen sieden und gieße es dann auf ein Tuch, damit es abseiht.</p>
          <p>Schneide Butter unter die abgeseihte Masse und schlage die Masse miteinander oder treibe sie durch ein Tuch. Serviere es anschließend kalt auf einer Schüssel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="gutew milch" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="ein putter" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-049">
        <head>Geschmorter Stockfisch mit Rahm</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-049-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-049-trans">
          <p>Item den stockvisch plew vnd waych den ein wasch den vnd erklawb in nymm ein sch= malcz vnd rost dy zbifal dar inn vnd thw dy prwe vnd milchram an den visch vnd mit ein ander an das schmalcz vnd laß den Syeden</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-049-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-049-orig">
          <p>Klopfe den Stockfisch gut (bläue ihn) und weiche ihn ein. Wasche ihn und klaub das Fleisch von den Gräten. Erhitze etwas Schmalz und röste darin eine Zwiebel. Gib dann Brühe und Milchrahm an den Fisch und alles zusammen in das Schmalz. Lass es sieden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="stockfish" orig="stockvisch" commodity="wikidata:Q213725" source="#corema-ingredient-index">Stockfisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="schmalcz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="zbifal" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="prwe" commodity="wikidata:Q3075310" source="#corema-ingredient-index">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="milchram" commodity="wikidata:Q13228" source="#corema-ingredient-index">Milchrahm</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-050">
        <head>Weinmus mit Eiern und Semmel</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-050-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-050-trans">
          <p>Item ein wein muß nym x ayr toter zer schlag dy schon pae ein 1/2 semel schab dy sawber vnd zer waych in einen trincken wein vnd prich dy ma= tery alle durch ein tuch thw dar vnder honig vnd thw das in ein glasirten tegel mit erhiczten schmalz gilbt vnd gewirtzt vnd laß syeden ob einer glut vnd rurs das es sich nit an leg</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-050-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-050-orig">
          <p>Nimm für ein Weinmus zehn Eier und einen Trunk Wein. Backe eine halbe Semmel und zerreibe sie in den Eiern.</p>
          <p>Für ein weiteres Weinmus nimm zehn Eier, nur die Dotter, und zerschlage sie gut. Backe eine halbe Semmel, schabe sie sauber und zerweiche sie in einem Trunk Wein. Brich die gesamte Masse durch ein Tuch und gib Honig darunter. Gib dies in einen glasierten Tiegel mit erhitztem Schmalz. Färbe es gelb mit Safran und würze es. Lass es über einer Glut sieden und rühre dabei, damit es nicht anlegt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="x ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 10</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" commodity="wikidata:Q282">Wein</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="1/2 semel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient> - 0.5 Stück</item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="x ayr toter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient> - 10</item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="erhiczten schmalz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gilbt" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtzt" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-051">
        <head>Ausgebackener Krebs-Topfen (rosé) in Lebkuchen-Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-051-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-051-trans">
          <p>Item pachen krewssen Sewd krewssen vnd thw das vnsawber dar von zer stos mit ein ander Nym x ayr dar vnder Milch ram ein wenig vnd schlach das alles durch ein tuch ein wenigen wein vnd wasser Laß dar nach syeden vnd geburcz So wirt ein topfen dar aus vnd preß den aws Vnd schneid das als dw wild vnd prich das in einen lenen taygel vnd gib in einen guten pfeffer von leczelten etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-051-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-051-orig">
          <p>Willst du Krebse (krewssen) zubereiten: Siede die Krebse und entferne das Unsaubere (die Darmschnur). Zerstoße sie dann miteinander - mit den Schalen, die die rote Farbe geben. Nimm zehn Eier dazu und ein wenig Milchrahm und schlage alles durch ein Tuch; gib ein wenig Wein und Wasser hinzu. Lass es danach sieden und gerinnen, so wird ein Topfen (frischer Quark) daraus; presse ihn aus. Schneide ihn, wie du möchtest, wende ihn in einem weichen Ausbackteig und gib ihn in einen guten Pfeffer aus Lebkuchen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="krewssen" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="x ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 10</item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="Milch ram" commodity="wikidata:Q13228" source="#fyndling-ingredient-name">Milchrahm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="pfeffer von leczelten">Lebkuchen-Pfeffer (dunkle Sauce)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-052">
        <head>Erbsen-Fisch-Braten (Fasten-Imitat)</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-052-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-052-trans">
          <p>Item einen arbas praten Nymm gut arbas vnd heyt dy in klatgoß gesoten Sewd sy dar nach in wasser vnd wein das sy sich geren treyben lassen vnd verstotz nit zer reibs in einem morser vnd nymm x ayr vnd ein putter als ein enten aye Nymm ein geriben semel ein wenig vnd dy matery knyt zw samen das zach sey Es sol auch gesaltzt gilbt vnd geburczt sein vnd spick das mit hawsen oder mit einem anderen visch der prat hat vnd prat das wal ob einer glut das es prawn wert vnd aus zich</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-052-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-052-orig">
          <p>Nimm gute Erbsen und koche sie in klarer Flüssigkeit. Koche sie danach in Wasser und Wein, sodass sie sich gut verarbeiten lassen. Zerstoße sie nicht zu grob, sondern reibe sie fein in einem Mörser.</p>
          <p>Nimm zehn Eier und Butter in der Menge eines Gänse- oder Enteneis. Gib ein wenig geriebene Semmel hinzu und knete die Masse zusammen, sodass sie zäh wird. Sie soll auch gesalzen, mit Safran gelb gefärbt und gewürzt sein.</p>
          <p>Spicke den Braten mit Störfleisch oder mit dem Brät eines anderen Fisches. Brate ihn gut über Glut, sodass er braun wird und sich zusammenzieht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="arbas" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen (getrocknete Felderbsen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klatgoß">Brühe oder Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="x ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 10</item>
            <item><ingredient en="butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="breadcrumb" orig="ein geriben semel ein wenig" commodity="wikidata:Q54082577" source="#corema-ingredient-index">Geriebene Semmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="gesaltzt" commodity="wikidata:Q11254">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gilbt" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (optional, zum Färben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="huso" orig="hawsen" commodity="wikidata:Q83363024" source="#corema-ingredient-index">Störfleisch (zum Spicken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einem anderen visch der prat hat">Fischbrät (zum Spicken)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-053">
        <head>Gefüllte Röhrenkuchen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-053-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-053-trans">
          <p>Item vber dy ror pachen nymm ein strawben tayg vnd myß dy ror recht nach der pfannen legs in das schmals So gen sy geren ab scherff an den orteren way? in den tayg vnd legs in dy pfannen in das heys schmalcz vnd zewchs hofflich ab Item wil dws fullen So nymm ayr ein wenig geriben semel oder apfel gerost petersil Aneys geburczt etc. Auch nymm ein wenig lorberch vnd wein per hack das durch ein ander vnd thus vnder dy ayr vnd dar nach ein wenig schmalcz vnd rast das durch ein ander vnd full das in das ror kuchen vnd las mit einem leinen tayg pachen an den orteren in dem schmalcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-053-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-053-orig">
          <p>Nimm einen Strauben-Teig, um ihn über Röhren zu backen. Miss die Röhren passend zur Pfanne ab und lege sie in das Schmalz, damit sie sich leicht lösen.</p>
          <p>Schneide den Teig an den Rändern ein und lege ihn in die Pfanne in das heiße Schmalz. Ziehe ihn dann vorsichtig ab.</p>
          <p>Willst du die Röhren füllen, so nimm Eier, ein wenig geriebene Semmelbrösel oder geröstete Äpfel, Petersilie, Anis und Gewürze. Nimm auch ein wenig Lorbeer und Weinbeeren, hacke dies alles durcheinander und gib es zu den Eiern. Danach füge ein wenig Schmalz hinzu und rühre alles gut durch.</p>
          <p>Fülle dies in die Röhrenkuchen und backe sie mit einem feinen Teig an den Rändern im Schmalz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="funnel cake dough" orig="ein strawben tayg" commodity="wikidata:Q107261752" source="#corema-ingredient-index">Teig für Strauben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmals / schmalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geriben semel oder apfel gerost">Semmelbrösel oder geröstete Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="petersil" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="Aneys" commodity="wikidata:Q33873455" source="#corema-ingredient-index">Anis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="geburczt etc." commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bay leaf" orig="lorberch" commodity="wikidata:Q2370943" source="#corema-ingredient-index">Lorbeer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="grape or raisin" orig="wein per" commodity="wikidata:Q13186 wikidata:Q10978" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-054">
        <head>Gezogener Eierkuchen und Teigfladen</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-054-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-054-trans">
          <p>Item ein Czogens pachen Item nym ain aye Salcz vnd laß hays schmalcz in einer pfanen vmb lawffen als weytz ys vnd gews das der schlagen aye auf dy pfanen vnd laß vmb lauffen als weyt dy pfanen ist vnd kers aussen auch zw dem fewr daß es prawnn wert Item nymm ein leins taygel mit iij ayeren vnd zerschneid das plat Als dws haben wild vnd necz in dem taygel zw ainczigen vnd pachs in einem schmalcz</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-054-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-054-orig">
          <p>Ein gezogener Eierkuchen: Nimm ein Ei und Salz. Lass heißes Schmalz in einer Pfanne so weit umlaufen, wie die Pfanne ist. Gieß das geschlagene Ei auf die Pfanne und lass es so weit umlaufen, wie die Pfanne ist. Kehre es auch außen zum Feuer, damit es braun wird.</p>
          <p>Teigfladen: Nimm ein Teiglein mit drei Eiern. Zerschneide das gebackene Blatt (den Eierkuchen) wie du es haben willst. Netze die einzelnen Stücke in dem Teiglein und backe sie in Schmalz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ain aye" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Ei</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Salcz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="hays schmalcz" commodity="wikidata:Q1423543">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein leins taygel mit iij ayeren">Weicher Eierteig (mit 3 Eiern)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ri15632-055">
        <head>Ein großes Schau-Ei</head>
        <div type="original" xml:id="ri15632-055-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ri15632-055-trans">
          <p>Item mach ein groß aye Nymm xx oder xxx ayr schayd das weys vnd das rot dar von vnd mach den toter mit geburczt sewde in in einer klain plater das er hertalat wert schneyd dy plater dar von vnd mach dy klar in ein grosse plater vnd sewd dy das sy an s? tig wert so thw dann den toter dar ein So sewd es zw ein andr vnd thw es in einen hefen etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ri15632-055-trans" xml:lang="de" corresp="#ri15632-055-orig">
          <p>Mach ein großes Ei. Nimm zwanzig oder dreißig Eier und trenne das Eiweiß vom Eigelb. Würze das Eigelb und koche es in einer kleinen Tierblase, bis es fest wird. Schneide die Blase davon ab. Gib das Eiweiß in eine große Tierblase und koche es, bis es fest wird. Dann gib das (feste) Eigelb hinein. Koche es noch einmal zusammen und gib es in einen Topf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="xx oder xxx ayr" commodity="wikidata:Q15260613">Eier</ingredient> - 20</item>
            <item>
              <ingredient en="egg white" orig="das weys" commodity="wikidata:Q796758" source="#corema-ingredient-index">Eiweiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="das rot" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-name">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="geburczt" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klain plater">Kleine Tierblase (Gussform)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="grosse plater">Große Tierblase (Gussform)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="brewer's yeast" orig="hefen" commodity="wikidata:Q911712" source="#corema-ingredient-index">Topf</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein klassisches Fasten-Schaugericht, das die Illusion eines Rebhuhns aus Fisch erzeugt - ein Zeugnis der mittelalterlichen Kochkunst, die auch an Fastentagen nicht auf opulente Darbietung verzichten wollte. Es ist heute eine ungewöhnliche, aber faszinierende Technik.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbereitung des Fischbräts. Wähle mageres Weißfischfilet, etwa Hecht oder Zander, entgräte es penibel und hacke es dann sehr fein. Am besten zerstößt du es anschließend im Mörser zu einer ganz glatten Masse. Würze das Brät kräftig - hier sind zeittypische Gewürze wie Pfeffer, Ingwer oder Muskatblüte denkbar. Die zweiteiligen Holzformen, die innen wie ein Rebhuhn geformt sind, solltest du vorab gut fetten. Fülle das Brät fest hinein und presse die Hälften sorgfältig zusammen. Das so geformte Fisch-Rebhuhn wird dann nicht gekocht, sondern sanft in einem Sud poschiert, bis die Masse fest gestockt ist; achte darauf, dass der Sud nicht sprudelnd kocht. Nach dem Garen löst du das Imitat vorsichtig aus der Form. Für die Farbe und die perfekte Fleisch-Illusion wird das Fisch-Rebhuhn zum Schluss kurz angebraten oder geröstet. Das Spicken mit Hechtbrät dient als Fasten-Bardierung und verstärkt die optische Täuschung eines echten Bratens. Für eine glatte Oberfläche hilft es, das Brät mit angefeuchteten Messern in die Form zu streichen - so klebt es nicht an der Klinge.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-001-orig" n="rep huen" resp="#fyndling">Ein Rebhuhn. Hier ein Fischgericht, das in Form eines Rebhuhns zubereitet wird, um in der Fastenzeit ein Fleischgericht zu imitieren.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-001-orig" n="grat" resp="#fyndling">Fischgräten. Werden vor der Weiterverarbeitung sorgfältig entfernt (nicht mitverarbeitet).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-001-orig" n="schueppen" resp="#fyndling">Fischschuppen. Werden ebenfalls vor der Zubereitung entfernt (nicht mitverarbeitet).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-001-orig" n="geprät" resp="#fyndling">Das Brät - das (rohe) Fischfleisch, das sehr fein zerkleinert (faschiert) wird, bis eine glatte Farce entsteht. Nicht von 'braten' (geprät ≠ gebraten); gebraten wird erst ganz am Schluss. Ehlert (Münchner Kochbuchhandschriften 1999) überträgt 'geprät' ebenfalls als 'Brät'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraet"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-001-orig" n="sewt das also vast" resp="#fyndling">Siede/poschiere es kräftig in den Formen, bis die Farce fest und schnittfähig gestockt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-001-orig" n="spick es mit hechten prät" resp="#fyndling">Spicken meint hier eine Fasten-Bardierung: Stücke bzw. Streifen von (gebratenem) Hecht werden außen auf das geformte 'Rebhuhn' gelegt. Sie übernehmen die Rolle der Speckstreifen eines echten Geflügelbratens - sie bräunen mit und lassen das Fisch-Imitat wie einen gespickten Braten aussehen. Reine Schau-Optik der Fastenküche: alles sieht aus wie Fleisch mit Speck, ist aber Fisch. Im Detail beim Zwilling rfk-003 (und rfk-004) beschrieben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-001-orig" n="geprät" resp="#fyndling">'geprät' = 'Brät': das rohe, fein zu zerkleinernde Fischfleisch (die Farce). Bestätigt durch die Ehlert-Edition (§2.6 Rott am Inn), die 'geprät' als 'Brät' und 'hechten prät' als 'Hechtbrät' überträgt. Es ist KEINE Form von 'braten' (geprät ≠ gebraten) - das Braten folgt erst am Ende ('darnach prat es').<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gepraet"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-001-orig" n="furem holtzer" resp="#fyndling">'furem holtzer' = 'Formhölzer' (die zweiteiligen, innen wie ein Rebhuhn geschnitzten Schnitzformen). Bestätigt durch die Ehlert-Edition (§2.6: 'Formhölzer').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein klassisches Fasten-Schaugericht, ein kulinarisches Täuschungsmanöver, das einen Wildbraten aus Fisch imitiert, um an fleischlosen Tagen die Illusion von Luxus aufrechtzuerhalten.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbereitung der Fischfarce und der präzisen Formgebung. Zuerst musst du den Fisch gründlich entgräten und entschuppen. Dann hacke das Fischfleisch sehr, sehr fein - fast zu einer Paste. Mische es mit geriebenem Brot, das als Bindemittel dient und dem Ganzen eine fleischähnlichere Textur gibt. Würze die Masse kräftig mit zeittypischen Gewürzen, um den Fischgeschmack zu überdecken und einen herzhaften Eindruck zu erzeugen. Nun kommt der entscheidende Schritt: Feuchte deine Messer gut an. Das ist wichtig, denn so klebt die Farce nicht an den Klingen, wenn du sie in die zweiteiligen Formhölzer streichst. Drücke die Masse fest in die Form, sodass sie die Gestalt eines Rehbratens annimmt. Stecke die geformte Fischfarce auf einen Spieß und brate sie über mäßiger Glut, bis sie gar ist und eine appetitliche Bräunung zeigt. Die feuchte Oberfläche der Farce durch die nassen Messer hilft auch, ein Austrocknen beim Braten zu verhindern.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="grat" resp="#fyndling">Die Gräten des Fisches (werden entfernt, nicht mitverarbeitet).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="schueppen" resp="#fyndling">Die Schuppen des Fisches (werden entfernt, nicht mitverarbeitet).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="prot" resp="#fyndling">Geriebenes (altbackenes) Brot, das als Bindemittel unter die Fischfarce gerieben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="mit nassenn messernn" resp="#fyndling">Mit angefeuchteten Messern - so klebt die Fischfarce beim Einstreichen nicht am Messer (gleiche Technik wie rfk-003).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="furem holtzer" resp="#fyndling">Formhölzer - zweiteilige geschnitzte Holzformen, die der Fischfarce ihre Gestalt geben, hier die eines Rehbratens.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="rech praten" resp="#fyndling">Rehbraten (Braten vom Reh). 'rech' = Reh, NICHT Rebhuhn. Die Fischfarce wird in den Formhölzern zu einem 'Rehbraten' geformt - ein Fasten-Schaugericht. Ehlert (§2.6) führt das Rezept als 'Rehbraten aus Fisch'. Pendant zum Rebhuhn-Imitat ri15632-001.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rech"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-002-orig" n="spiß" resp="#fyndling">Bratspieß, auf den die geformte Masse gesteckt und über Feuer gebraten wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-002-orig" n="rech praten" resp="#fyndling">'rech praten' = 'Rehbraten' (Braten vom Reh; mhd. rêch = Reh). Bestätigt durch die Ehlert-Edition (§2.6: '[Rehbraten aus Fisch]'). NICHT 'Rebhuhn' - das war das vorhergehende Rezept (ri15632-001, 'rep huen'). Hier wird Fisch als Wildbraten imitiert.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rech"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-002-orig" n="furem holtzer" resp="#fyndling">'furem holtzer' = 'Formhölzer' (zweiteilige Schnitzformen). Bestätigt durch Ehlert (§2.6: 'Formhölzer').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dieser Mandelziger ist im Geiste ein milchfreier Frischkäse oder Quark, der aus Mandelmilch und geriebenem Brot hergestellt wird - eine raffinierte Fastenspeise, die die Textur von Milchprodukten imitiert und auch heute noch überraschend gut funktioniert.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Herstellung der Mandelmilch und dem anschließenden Eindicken. Zuerst stellst du aus den geschälten Mandeln eine feine Mandelmilch her; zerstoße sie im Mörser oder püriere sie mit Wasser und seihe die Flüssigkeit anschließend gründlich durch ein feines Tuch. Diese Mandelmilch gibst du in eine Pfanne und rührst geriebene altbackene Semmel und einen Schuss guten Wein ein. Achte darauf, wirklich Semmel und kein Mehl zu verwenden, da die Brotbindung zeittypisch ist und eine andere Textur erzeugt. Für etwa 500 ml Mandelmilch würde ich als Startpunkt 50-70 g geriebene altbackene Semmel und 50 ml guten Weißwein empfehlen. Erhitze die Mischung unter ständigem Rühren, bis sie aufkocht und merklich bindet - sie sollte eine dicke, breiige Konsistenz erreichen. Der häufigste Fehler ist, die Masse nicht ausreichend lange zu kochen oder zu wenig Semmel zu verwenden; sie muss wirklich fest werden, bevor du sie auf ein feines Sieb oder ein sauberes Leinentuch gibst und gut abtropfen lässt. Das Abseihen ist entscheidend, damit das Wasser vollständig entweicht und die Masse quarkähnlich stockt.

So wird es richtig gut. Die Säure des Weins ist hier essenziell, um dem Mandelquark eine frische Note zu geben und die Süße der Mandeln auszubalancieren; wähle einen trockenen, fruchtigen Weißwein. Achte darauf, dass die abgetropfte Masse wirklich glatt und cremig ist. Richte den Mandelquark wie einen festen Pfannenbrei an und bestecke ihn großzügig mit ganzen Mandelkernen für Optik und Bisskontrast. Eine Variante ist, die Masse etwas feuchter zu lassen und dann mit zusätzlicher, kalter Mandelmilch zu servieren, was dem Gericht eine noch cremigere Note verleiht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-003-orig" n="morser" resp="#fyndling">Großer Mörser aus Stein oder Metall zum Zerstoßen der Mandeln. Heute genügt fertig gemahlenes Mandelmehl oder ein starker Mixer.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-003-orig" n="mach milch dauon" resp="#fyndling">Aus den zerstoßenen Mandeln wird Mandelmilch bereitet und durch ein Tuch abgeseiht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-003-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene (altbackene) Semmel als Bindung. Mittelalterlich wird mit Brot/Semmel, Mandeln, Ei oder Reis gebunden - eine Mehl-/Mehlschwitz-Bindung wäre für die Zeit anachronistisch. Ehlert (§2.6) überträgt 'semel' hier zwar als 'Weizenmehl' (semel ← lat. simila = feines Weizenmehl), doch zum Andicken ist geriebenes Weißbrot die zeittypische Praxis; auch das Verb 'reyb ... dar ein' (raspeln) spricht dafür.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-003-orig" n="pan prein" resp="#fyndling">Pfannenbrei - ein in der Pfanne gekochter, dicklicher Brei; dient hier als Vergleich für die gewünschte feste, schnittfähige Konsistenz.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-003-orig" n="besteck in mit mandel keren" resp="#fyndling">Mit ganzen Mandelkernen bestecken (garnieren) - gibt Optik und Biss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-003-orig" n="semel" resp="#fyndling">'semel' = (geriebene) Semmel/Weißbrot zum Binden. Mittelalterlich wird mit Brot, Mandeln, Ei oder Reis gebunden, nicht mit Mehl - eine Mehlbindung (Mehlschwitz/Roux) ist eine frühneuzeitliche Technik und für ~1460 anachronistisch. Daher hier geriebene Semmel.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-003-orig" n="daz richt an alz den pan prein" resp="#fyndling">'rich richt' ist eine Verschreibung für 'richt' (so Ehlert §2.6): 'richte es an wie einen Pfannenbrei'. Beschreibt die feste, breiartige Konsistenz der abgetropften Mandelmasse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-003-orig" n="auch macht man in in einer mandel milch" resp="#fyndling">Die Handschrift verdoppelt 'macht macht' und schreibt 'mich/nich milch' (in der Hs. durchgestrichen) - laut Ehlert (§2.6) Schreibfehler. Gemeint: 'Auch macht man ihn in einer Mandelmilch.' (= Variante, ganz in Mandelmilch statt abgetropft.)</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackener Fasten-Fladen mit Fischrogen, Mandeln und Rosinen, der im Geiste einem herzhaften, leicht süßen Auflauf oder einem dicken Pfannkuchen gleicht und in der Fastenzeit als vollwertige Mahlzeit diente.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der Konsistenz der Fischmasse: Stoße frischen Fischrogen und mageres Fischfleisch im Mörser mit etwas Weißmehl zu einer gießfähigen, aber nicht zu flüssigen Masse, wie ein dicker Pfannkuchenteig. Als Startpunkt: 2 Teile Rogen zu 1 Teil Fischfleisch, dazu 10-15% des Gesamtgewichts an Mehl. Färbe diese Masse mit Safran intensiv gelb. Mische nun fein geriebenes, trockenes Weißbrot (ca. 10-20% des Fischgewichts) darunter, um die Bindung zu perfektionieren. Die gehackten Mandeln (Hälfte davon zuvor mit Safran gefärbt) und die verlesenen, runden Rosinen werden jetzt ebenfalls unter die Fischmasse gehoben. Gieße die Mischung auf vorgebackene Fladenböden - dünne Brotböden oder ungesüßte Teigfladen - und backe sie im Ofen bei mittlerer Hitze (ca. 180°C Ober-/Unterhitze) für 20-30 Minuten, bis der Fladen goldbraun und fest ist. Der häufigste Fehler ist eine zu flüssige Masse; gib dann einfach mehr geriebenes Brot hinzu, bis die Konsistenz stimmt.

So wird es richtig gut. Um die Aromen zu balancieren, ist eine Prise Salz unerlässlich, und ein Hauch Pfeffer ergänzt die Süße der Rosinen und die Nussigkeit der Mandeln. Für eine feine Säurenote, die das Gericht aufhellt, gib einen kleinen Schuss Verjus oder einen Spritzer guten Weißweinessig (modern, aber passend) in die Masse. Achte darauf, dass die Oberfläche leicht knusprig wird, während das Innere saftig und fest bleibt. Serviere den Fladen warm, um die komplexen Geschmacksnuancen am besten zur Geltung zu bringen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-004-orig" n="verb in halben mit saffran" resp="#fyndling">Färbe die Hälfte der gehackten Mandeln mit Safran gelb - ein optischer Kontrast (gelb/weiß).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-004-orig" n="wein per" resp="#fyndling">Weinbeeren = Rosinen (Projekt-Lesart; der Zwilling mha-031 nennt ausdrücklich Rosinen). 'schon erclawpt' = sauber verlesen, 'sinwel' = rund: die prallen, runden auslesen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wein-per"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-004-orig" n="strauben taig" resp="#fyndling">Straubenteig - ein dünnflüssiger Ausback-/Gießteig (wie für Strauben), hier als Konsistenz-Vergleich für die Rogen-Mehl-Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-004-orig" n="ab geriben" resp="#fyndling">Abgeriebenes, hier geriebenes (altbackenes) Brot, das zum Binden unter die Masse gegeben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-004-orig" n="fladen" resp="#fyndling">Flache Teigböden, auf die die Masse gegossen und im Ofen gebacken wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-004-orig" n="wein per" resp="#fyndling">'wein per' = Weinbeeren, hier als Rosinen gelesen (Projekt-Default für weinper/winper; der eng verwandte Zwilling mha-031 'Fasten-Fladen mit Fischrogen und Rosinen' nennt Rosinen). 'erclawpt' = verlesen/gesäubert, 'sinwel' = rund.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wein-per"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-004-orig" n="ab geriben" resp="#fyndling">'abgeriben' = Abgeriebenes, hier als geriebenes (altbackenes) Brot zum Binden gelesen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein mittelalterlicher Fasten-Krapfen, gefüllt mit einer süß-würzigen Nuss-Feigen-Paste, im Geiste ein früher Verwandter der heutigen gefüllten Krapfen oder Berliner.

So gelingt es. Der Schlüssel zum Gelingen liegt in der Füllung und ihrer Konsistenz. Zerstoße Nusskerne - Walnuss oder Haselnuss eignen sich hervorragend - und getrocknete Feigen im Mörser zu einer feinen, aber noch leicht stückigen Paste. Als Startpunkt empfehle ich ein Verhältnis von 1:1, etwa 100g Nüsse und 100g Feigen. Würze diese Masse kräftig mit zeittypischen Gewürzen wie Zimt, Nelke und einer Prise Pfeffer, und färbe sie mit Safran goldgelb. Erwärme die Paste anschließend kurz in einer Pfanne mit etwas Pflanzenöl, bis sie sich gut verbindet und die Aromen freisetzt - das macht sie geschmeidiger und leichter zu verarbeiten. Der Teig sollte ein gut aufgegangener Hefeteig sein. Forme daraus kleine Krapfen, fülle sie sorgfältig mit der Nuss-Feigen-Paste und verschließe sie gut, damit beim Frittieren nichts herausläuft. Backe die Krapfen in heißem Pflanzenöl bei etwa 170-175°C goldbraun aus. Der häufigste Fehler ist eine zu grobe oder zu trockene Füllung, die sich schlecht verarbeiten lässt oder den Teig beim Füllen reißt.

So wird es richtig gut. Die Füllung lebt von der Balance zwischen der Süße der Feigen, der erdigen Nussnote und der Wärme der Gewürze. Scheue dich nicht, die Gewürze großzügig einzusetzen, damit sie im fertigen Krapfen noch präsent sind. Ein Hauch Verjus oder Apfelessig in der Füllung kann die Süße brechen und für eine angenehme Frische sorgen, ohne den Geschmack zu dominieren. Auch ein Schuss Rosenwasser in der Füllung ist eine schöne, historisch passende Verfeinerung. Achte beim Frittieren auf eine gleichmäßige Bräunung und eine knusprige Oberfläche. Obwohl das Rezept das kalte Servieren vorschreibt, entfaltet die Füllung ihre Aromen am besten, wenn die Krapfen noch lauwarm sind. Kalt serviert kommt die Textur der Füllung klarer zur Geltung.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="nuß keren" resp="#fyndling">Nusskerne, meist Walnüsse oder Haselnüsse, die im Mittelalter häufig in Süßspeisen verwendet wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="veygen" resp="#fyndling">Getrocknete Feigen, eine beliebte Süßungs- und Bindemittelzutat in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein großer Mörser, wie er im Mittelalter zum Zerstoßen von Nüssen, Früchten oder Fleisch zu Pasten verwendet wurde. Nicht zu verwechseln mit einem kleinen Gewürzmörser.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="gewurtz ez wol" resp="#fyndling">Würze es gut. Typische mittelalterliche Gewürze für süße Speisen waren Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="gilbs mit saffran" resp="#fyndling">Färbe es gelb mit Safran. Safran war ein teures Gewürz und Statussymbol, das Speisen eine goldgelbe Farbe verlieh.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="erhaben taig" resp="#fyndling">Ein Teig, der mit Hefe oder Sauerteig aufgegangen ist, also ein Hefeteig. Dies war eine aufwendigere Zubereitung als einfache ungesäuerte Teige.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="pachs in oll" resp="#fyndling">Backe sie in Öl, was dem heutigen Frittieren entspricht. Krapfen wurden traditionell in heißem Fett ausgebacken.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-005-orig" n="gibs kalt ze essen" resp="#fyndling">Serviere sie kalt. Viele mittelalterliche Süßspeisen und Pasteten wurden kalt gegessen, da sie oft als Vorrat oder für spätere Gänge gedacht waren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-005-orig" n="veygen" resp="#fyndling">'veygen' = Feigen (getrocknet). Bestätigt durch Ehlert (§2.6: 'Feigen') und den Zwilling rfk-001. Plausibelste Zutat neben Nusskernen für eine süße Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-005-orig" n="erhaben taig" resp="#fyndling">'erhaben taig' = erhobener Teig, also ein aufgegangener Hefe-/Sauerteig (mhd. erhaben = aufgegangen).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das ist ein gewürzter Senf im Geiste der mittelalterlichen Tafel-Senfe, die als haltbare Paste zubereitet und bei Bedarf frisch mit Wein angerührt wurden. Die Zimtblüte gibt ihm eine feine, süßlich-würzige Note, die ihn von rein scharfen Senfen unterscheidet.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der zweistufigen Zubereitung und der Textur. Röste die Senfsamen trocken in einer Pfanne, bis sie duften - das intensiviert das Aroma und macht sie mürbe. Danach musst du sie wirklich sehr fein in einem Mörser stoßen. Das ist die größte Arbeit, aber entscheidend für die spätere Glätte. Treibe die gemahlene Masse anschließend durch ein feines Tuch, um alle Schalenreste zu entfernen; nur so erhältst du ein feines Senfmehl. Mische dieses Mehl mit der gestoßenen Zimtblüte (oder gemahlenem Zimt, falls du keine Blüten hast) und reibe alles kräftig zu einer festen, wachsartigen Paste. Diese Paste ist deine Vorratsform. Achte darauf, dass sie glatt und homogen wird. Erst wenn du den Senf servieren möchtest, nimmst du eine kleine Menge davon und rührst sie mit etwas Wein (oder Most/Essig, wie es dir schmeckt) zu einer streichfähigen Konsistenz an. Wichtig: Verwende kalten oder lauwarmen Wein, da Hitze die Schärfe des Senfs reduziert. Aus demselben Grund bleibt auch das trockene Rösten der Saat zu Beginn eher mild in seiner Wirkung: feuchte Hitze (etwa ein kurzes Abbrühen der Saat in heißem Wasser vor dem Rösten) schwächt das schärfebildende Enzym Myrosinase spürbar stärker ab als trockenes Rösten allein - wer es milder mag, brüht die Saat vorher ab und trocknet sie danach erneut, was aber nur im Mörser statt in der Senfmühle funktioniert.

So wird es richtig gut. Die Qualität deines Senfs steht und fällt mit der Feinheit des Senfmehls und der Frische der Zimtblüte. Achte beim Rösten der Senfsamen darauf, dass sie nicht verbrennen, sondern nur leicht duften und an Farbe gewinnen. Die Zimtblüte gibt dem Senf eine einzigartige, leicht süßliche und blumige Würze, die sich wunderbar mit der Schärfe des Senfs verbindet. Beim Anrühren mit Wein kannst du mit der Menge spielen, um die gewünschte Konsistenz und Schärfe zu erreichen. Ein kräftiger Weißwein oder ein milder Apfelessig funktionieren hier gut. Probiere dich heran, bis die Balance aus Schärfe, Süße und Säure perfekt ist. Serviere den Senf frisch angerührt zu kräftigen Fleischgerichten oder Käse.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-006-orig" n="thimend plüe" resp="#fyndling">Zimtblüte - die getrocknete Blüte des Zimt-/Kassienbaums (Zimt-/Kassienblüten), ein eigenes mittelalterliches Gewürz, nicht identisch mit gemahlener Zimtrinde. 'plüe' = Blüte; der Zwilling m384-012 liest dasselbe Wort als 'czinmit pluot' = Zimtblüte. Ehlert (§2.6) glossiert es knapp als 'Zimt'. Modern ersatzweise gemahlener Zimt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#thimend"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-006-orig" n="derre den schon" resp="#fyndling">Die Senfkörner gut dörren (trockenrösten) - macht sie aromatischer und besser mörserbar.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-006-orig" n="alz der wachs pert" resp="#fyndling">Wie ein Wachsbrei: kräftig verreiben, bis eine knetbare, wachsartig glatte Paste entsteht (mhd. 'bert' &lt; bern = schlagen/kneten).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-006-orig" n="thimend plüe" resp="#fyndling">'thimend plüe' = Zimtblüte (ziment-blüt; getrocknete Zimt-/Kassienblüte). 'plüe' = Blüte steckt im Wort, und der Zwilling Cgm 384 (m384-012) hat 'czinmit pluot' = Zimtblüte. Ehlert (§2.6) glossiert es vereinfachend als 'Zimt'. KEIN Thymian.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#thimend"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein mittelalterliches Schaugericht: gefüllte Eier in ihrer eigenen Schale, die nach dem Füllen auf Spießen über offenem Feuer gebraten werden. Der Reiz liegt im visuellen Effekt, da die Eier von außen intakt wirken, aber eine gewürzte Füllung bergen. Der Name ‚krause Eier‘ bezieht sich auf die gewünschte krümelige Textur der Füllung.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im sorgfältigen Öffnen der Eier: Schlag sie an der stumpfen, breiten Seite (der ‚großen Spitze‘) vorsichtig an und entferne etwa das obere Drittel der Schale, um die Eimasse zu entnehmen und die leere Schale als Gefäß zu erhalten. Verwende für die Füllung vor allem die Eigelbe; das Eiweiß kannst du für andere Zwecke nutzen. Die Eigelbmasse wird gut zerrieben, gesalzen, kräftig gepfeffert und mit Safran gewürzt (die Eigelbmasse ist ohnehin tiefgelb - der Safran bringt hier vor allem Aroma und festlichen Charakter, kaum zusätzliche Farbe). Hacke Petersilie und Salbei fein und mische sie unter. Röste diese Masse in einer Pfanne mit Schmalz, bis sie stockt und eine krümelige Textur annimmt. Hacke die gestockte Masse danach sehr fein und fülle sie zurück in die vorbereiteten Eierschalen. Stecke die gefüllten Schalen auf kleine Spieße und brate sie auf einem Rost über milder Glut, bis sie leicht gebräunt und durchgewärmt sind. Die Füllung soll dabei ‚kraus‘, also locker-krümelig bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-007-orig" n="an dem grossen spitz" resp="#fyndling">An der (großen) Spitze der Eierschale aufschlagen, um das Ei zu öffnen und die Schale zu leeren. Die leeren Schalen bleiben ganz und werden später wieder befüllt (so auch m384-082, rfk-047).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-007-orig" n="daz Inder dar auß" resp="#fyndling">Das Innere des Eis (vor allem das Eigelb) herausnehmen; die leeren Schalen bleiben ganz und dienen später als Form (vgl. m384-082: 'nimm nur das Eigelb').</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-007-orig" n="gucken" resp="#fyndling">Die Eierschalen. 'tue es wieder in die gucken' = die geröstete, klein gehackte Eimasse zurück in die leeren Eierschalen füllen (Ehlert §2.6: 'gib es wieder in die Schalen').<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gucken"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-007-orig" n="gilbs" resp="#fyndling">Die formelhafte Anweisung 'färbe (gelb)', üblicherweise mit Safran. Da die Masse aus Eigelb ohnehin schon kräftig gelb ist, trägt der Safran hier kaum zur Farbe bei - er dient vor allem dem Aroma und dem festlichen, vornehmen Charakter (Safran als Statusgewürz). 'gilbs' ist eine Standardwendung, die schematisch mitläuft.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein herzhafter, gebratener Eier-Milch-Käse, im Grunde eine Art mittelalterlicher Halloumi oder ein fester, panierter Eierstich, der nach dem Stocken und Pressen auf dem Rost gebraten wird.

So gelingt es. Der Schlüssel zu diesem Gericht liegt in der sanften Zubereitung der Eier-Milch-Masse und dem anschließenden Festwerden. Nimm gleiche Teile Milch und Eier, am besten nach Volumen - als Startpunkt für eine Portion reichen 500ml Milch und 4-5 große Eier (ca. 250g). Verquirle beides gründlich, bis es gut vermischt ist. Färbe die Mischung mit einer Prise Safran kräftig gelb; das gibt nicht nur Farbe, sondern auch einen feinen Geschmack. Gieße die Masse in einen hitzebeständigen Topf und setze diesen in einen größeren Kessel mit Wasser. Lasse das Wasserbad sanft sieden, bis die Eier-Milch-Masse vollständig stockt und fest wird, wie ein fester Pudding. Das dauert je nach Menge 20-40 Minuten. Danach schütte die gestockte Masse auf ein sauberes Leinentuch oder ein feines Sieb und lasse sie gut abtropfen, am besten mit leichtem Druck, bis sie schnittfest wie Käse ist. Ein häufiger Fehler ist zu hohe Hitze im Wasserbad, was die Masse gummiartig macht, oder unzureichendes Abtropfen, wodurch sie beim Schneiden zerfällt. Schneide die feste Masse in etwa fingerdicke Scheiben oder Würfel, stecke sie auf Spieße und brate sie auf einem Rost über offenem Feuer oder in einer Pfanne mit etwas Schmalz goldbraun an.

So wird es richtig gut. Die Würzung ist entscheidend, um den milden Eier-Milch-Geschmack zu heben. Würze die gebratenen Stücke kräftig mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer. Zeittypische Gewürze wie Ingwer, Muskat oder ein Hauch von Paradieskörnern passen hervorragend dazu. Achte beim Braten auf dem Rost oder in der Pfanne auf eine schöne goldbraune Kruste, die Röstaromen sind hier der Geschmacks-Booster. Serviere den Eier-Milch-Käse heiß und begieße ihn reichlich mit zerlassenem, heißem Schmalz, das gibt dem Gericht eine zusätzliche Saftigkeit und einen runden Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="gilbs" resp="#fyndling">Die Anweisung 'gilbs' bedeutet 'mache es gelb'. Im mittelalterlichen Kontext wurde dies typischerweise mit Safran erreicht, einem teuren, aber beliebten Farbstoff und Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="hafenn" resp="#fyndling">Ein 'Hafen' bezeichnet hier einen Topf oder ein Gefäß, in das die Eier-Milch-Mischung gegossen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="in einem kessel mit wasser" resp="#fyndling">Dies beschreibt die Zubereitung im Wasserbad (Bain-Marie), eine schonende Garmethode, die ein Anbrennen verhindert und eine gleichmäßige Textur fördert.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="vntz daz ez zw samen get" resp="#fyndling">Bis die Mischung gerinnt und fest wird, also bis sich der Eier-Milch-Quark bildet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="hert alz ein kaß" resp="#fyndling">Die Konsistenz des geronnenen Eier-Milch-Produkts, das fest wie ein Käse sein soll.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="spissel" resp="#fyndling">Ein 'Spießel' ist ein kleiner Spieß oder Holzspieß, auf den die geschnittenen Stücke zum Braten gesteckt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="pratz auff einem rost" resp="#fyndling">Brate es auf einem Rost, also grille es über offener Glut oder Feuer.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-008-orig" n="begewß mit schmaltz" resp="#fyndling">Begieße oder beträufle es mit Schmalz, um es saftig zu halten und Geschmack zu verleihen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-008-orig" n="gilbs" resp="#fyndling">Die Anweisung 'gilbs' wurde als 'mache es gelb' interpretiert, wobei Safran als das wahrscheinlichste Färbemittel angenommen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-008-orig" n="hafenn" resp="#fyndling">Als 'Hafen' wird hier ein Topf oder ein anderes Kochgefäß verstanden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-008-orig" n="spissel" resp="#fyndling">Ein 'Spießel' ist ein kleiner Spieß oder Holzspieß, passend für die Größe der geschnittenen Stücke.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-008-orig" n="begewß" resp="#fyndling">Das Verb 'begewß' wurde als 'begieße' oder 'beträufle' übersetzt, bezogen auf das Schmalz.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein kalt servierter, säuerlicher Sudfisch, im Geiste verwandt mit einer Escabeche oder einer leichten, klaren Fischsülze, die ohne zusätzliche Geliermittel auskommt. Es war eine typische Zubereitung für Fastenzeiten und zur Vorratshaltung.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im sanften Garen und der richtigen Temperaturführung. Nimm Wein, Wasser und Essig zu gleichen Teilen - als Startpunkt kannst du je 200 ml pro mittelgroßem Fischfilet rechnen, sodass der Fisch gut bedeckt ist. Gib die Flüssigkeiten mit den Gewürzen und Safran in einen Topf und bringe sie zum Köcheln. Lege den Fisch hinein und lasse ihn nur sanft gar ziehen, nicht sprudelnd kochen, damit er zart bleibt und nicht zerfällt. Sobald der Fisch gar ist, nimm ihn vorsichtig heraus und richte ihn auf einem Teller an. Den Sud lässt du dann vollständig abkühlen. Der häufigste Fehler ist, den Sud heiß über den Fisch zu gießen; er muss kalt sein, um die gewünschte sülzartige Textur und den frischen, säuerlichen Geschmack zu entwickeln. Gieße den kalten Sud über den Fisch und serviere das Gericht gut gekühlt.

So wird es richtig gut. Die Balance der Säure ist entscheidend; probiere den Sud vor dem Garen des Fisches und passe sie bei Bedarf an. Ein Schuss Verjus statt eines Teils des Essigs kann die Säure milder und fruchtiger machen. Für die ‚Gewürze‘ eignen sich zeittypisch gemahlener Pfeffer, Ingwer oder eine Prise Nelken und Zimt, die dem Sud Tiefe verleihen. Der Safran gibt nicht nur Farbe, sondern auch ein feines Aroma. Achte darauf, dass der Sud nach dem Abkühlen klar bleibt. Serviere den Fisch mit dem klaren, kalten Sud, der eine leichte, sülzartige Konsistenz haben sollte, was dem Gericht eine elegante Note verleiht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-009-orig" n="Item" resp="#fyndling">Standard-Einleitung für ein neues Rezept in mittelalterlichen Kochbüchern.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-009-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">Im Mittelalter war 'Gewürze' oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit und Geschmack des Kochs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-009-orig" n="geleych" resp="#fyndling">zu gleichen Teilen</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-009-orig" n="kaltz" resp="#fyndling">‚kalt' - die Speise wird abgekühlt/kalt gegeben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies eine süß-saure Gewürzsauce, die ihre Bindung und ihr komplexes Aroma vom Lebkuchen erhält und kalt serviert wird - funktional vergleichbar mit einer modernen Chutney- oder Wildsauce, aber mit einem unverwechselbar mittelalterlichen Gewürzprofil.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im gründlichen Zerstoßen der Zutaten: Nimm als Startpunkt etwa 100g guten, unglasierten Lebkuchen (z.B. Nürnberger Elisenlebkuchen oder Aachener Printen ohne Schokolade), zerbrösle ihn grob und gib ihn zusammen mit 100ml gutem Weinessig und 50-80g flüssigem Honig in einen Mörser. Zerstoße alles sehr fein, bis eine homogene, breiige Masse entsteht. Dieser Schritt ist entscheidend, damit der Lebkuchen seine Bindekraft und sein volles Aroma entfalten kann. Anschließend streichst du die Mischung durch ein feines Tuch oder Sieb, um alle festen Partikel zu entfernen und eine samtige Sauce zu erhalten. Die so gewonnene Flüssigkeit kochst du bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren auf, bis sie merklich andickt und eine sämige Konsistenz erreicht - der Lebkuchen bindet hierbei ganz natürlich. Achte darauf, dass es nicht anbrennt. Der häufigste Fehler ist unzureichendes Zerstoßen, was zu einer körnigen Sauce führt.

So wird es richtig gut. Die Balance zwischen Süße und Säure ist hier entscheidend. Probiere die Sauce nach dem Aufkochen und justiere bei Bedarf mit etwas mehr Honig für Süße oder einem Schuss Essig für mehr Frische. Ein Hauch Verjus wäre historisch passend und würde eine feine, fruchtige Säure beisteuern, falls du welchen zur Hand hast. Die Sauce sollte eine Konsistenz haben, die einen Löffelrücken gut überzieht. Lass sie vollständig abkühlen - sie wird beim Erkalten noch etwas fester. Serviere sie gut gekühlt. Die komplexen Gewürze des Lebkuchens (Zimt, Nelken, Anis, Koriander) harmonieren wunderbar mit kräftigen Fleischgerichten wie Wildbret oder auch gebratenem Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-010-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Ein gewürztes Honiggebäck, vergleichbar mit modernem Lebkuchen oder Honigkuchen. Es wurde oft als Zutat in Saucen und Süßspeisen verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-010-orig" n="seychs durch ein thuech" resp="#fyndling">Das Passieren durch ein Tuch dient dazu, eine feine, klare Flüssigkeit zu erhalten und eventuelle feste Bestandteile oder Krümel des Lebkuchens zu entfernen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-010-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Lebkuchen oder ein ähnliches Gewürzgebäck. Die Kombination mit Honig und Essig für einen Sud ist plausibel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-010-orig" n="seychs" resp="#fyndling">seihe es (seihen, passieren). Dies ist eine gängige Anweisung, um Flüssigkeiten zu klären.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines, tiefrotes Krebsmus, im Geiste verwandt mit einer delikaten Krebsbutter oder einer eleganten Bisque, das als vornehme Fastenspeise diente.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbereitung der lebenden Flusskrebse: Entferne den Magenstein hinter den Augen und den Darmfaden aus dem Schwanz. Anschließend werden die Krebse *ganz* - mitsamt der Schale - in einem Mörser zu einer feinen Paste zerstoßen; die Schale dient hierbei ausschließlich als Farb- und Aromaträger und wird nicht mitgegessen. Diese Masse treibst du dann mit etwas Milch durch ein feines Tuch oder Sieb, sodass wirklich alle Schalenstücke zurückbleiben und nur die rote, krebsige Flüssigkeit durchgeht. Reibe eine Semmel dazu und gib Eidotter hinein, um die Masse zu binden. Schlage alles gut durch und erhitze es dann in einer Pfanne unter ständigem Rühren sanft, bis es zu einem löffelfähigen Mus stockt. Dabei nimmt es durch das Astaxanthin der Schalen eine wunderschöne, tiefe rote Farbe an. Achte darauf, es nicht zu stark zu erhitzen, damit es nicht gerinnt.

So wird es richtig gut. Die Würze dieses Mus ist entscheidend: Ein Hauch von Verjus oder ein guter Weißweinessig bringt die Süße des Krebsfleisches wunderbar zur Geltung und sorgt für eine ausgewogene Säurebalance. Ein wenig weißer Pfeffer oder eine Prise Ingwer (beides zeittypisch) können die Aromen zusätzlich vertiefen. Serviere das Mus warm, seine leuchtend rote Farbe ist bereits eine Augenweide. Es ist ein Gericht, das durch seine puren, intensiven Aromen besticht und keine weiteren Schnörkel braucht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-011-orig" n="poß pey den augen" resp="#fyndling">Der ungenießbare Magenstein hinter den Augen (enthält Sand, würde knirschen) wird entfernt. Der Zwilling rfk-006 nennt zusätzlich das Herausziehen des Darmfadens aus dem Schwanz.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-011-orig" n="stoß die krebsen (mitsamt der Schale)" resp="#fyndling">Die Krebse werden GANZ - mit Schale - zerstoßen. Wichtig: Die Schale wird NICHT mitgegessen, sondern dient nur als Farb- und Aromaträger - beim Erhitzen lösen sich die roten Schalen-Pigmente (Astaxanthin) und färben die Masse von selbst tief rot, ohne Safran. Genau dieses Prinzip nutzt die moderne Krebs-/Hummerbutter und die Bisque.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-011-orig" n="treyb daz durch ein sib" resp="#fyndling">Der entscheidende Schritt: Durch Sieb (besser: feines Tuch) treiben - die harten Schalenstücke bleiben vollständig zurück, durch geht nur die rote, aromatische Flüssigkeit samt feinem Fleischanteil. So landet keine Schale im fertigen Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-011-orig" n="mach ein gemüeß dar auß in einer pfanne" resp="#fyndling">Ein Mus - eine löffelfähige, mit Eidotter und geriebener Semmel gebundene Masse, in der Pfanne sanft gestockt. Kein Pfannkuchen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-011-orig" n="gemueß" resp="#fyndling">Mus/Brei. Die Beschreibung des Zerstoßens und Passierens deutet auf eine feine, breiige Konsistenz hin, die als 'Mus' oder 'Püree' bezeichnet werden kann.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-011-orig" n="milch" resp="#fyndling">Kuhmilch. Da keine weiteren Spezifikationen wie 'Mandel' oder 'Nuss' genannt werden, ist Kuhmilch die naheliegendste und gebräuchlichste Interpretation für 'milch' in diesem Kontext.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-011-orig" n="krebssen ... stoß die krebsen In einem morser" resp="#fyndling">Ganze Krebse inklusive Schalen werden im Mörser zerstoßen. Dies dient dazu, den Geschmack und die rote Farbe aus den Schalen zu extrahieren, die dann durch das Passieren entfernt werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-012-trans" resp="#fyndling">Zur Form: Die langen, dünnen Teigstücke werden vor dem Frittieren zu Hufeisen-Bögen gebogen - das ist der Sinn der Wendung "krümme es wie ein Hufeisen". Der Teig aus geriebenem Käse und halb so viel Mehl, mit Eiern gebunden, wird kurz miteinander erhitzt bzw. verknetet, bis er sich gut ausrollen lässt; "puluer daz wol" meint dabei kräftig würzen (mit Gewürzpulver bestreuen), nicht mehlen. Dann zu einer langen, dünnen Wurst rollen, wie ein Hufeisen biegen und in reichlich Schmalz goldbraun ausbacken.

Im Unterschied zur fast wortgleichen Fassung im Rheinfränkischen Kochbuch (rfk-041), die die Hufeisen zum Schluss noch in einer Brühe anrichtet, enden die Rott-am-Inn-Hufeisen direkt nach dem Frittieren - ein knuspriges Käsegebäck, das warm gereicht wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-012-orig" n="puluer daz wol" resp="#fyndling">bestäube es gut mit Mehl<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dies ist ein süßes, gebratenes Gebäck, verwandt mit dünnen Pfannkuchen oder Crêpes, das aus einem ungewöhnlichen Teig auf Basis von hartgekochten Eiern hergestellt und anschließend in einem aromatischen Wein-Honig-Sud getränkt wird.

So gelingt es. Der Schlüssel zu diesem Gericht liegt im Hart-Ei-Teig: Koche die Eier wirklich sehr hart, schäle sie und zerstoße sie dann so fein wie möglich - am besten durch ein Sieb streichen oder mit einer Gabel zu einer homogenen Paste zerdrücken. Gib dann nur so viel Weizenmehl hinzu, dass ein formbarer, aber nicht zäher Teig entsteht; als Startpunkt kannst du etwa 20-30g Mehl pro Ei rechnen. Eine Prise Safran gibt dem Teig eine schöne gelbe Farbe und ein feines Aroma. Knete den Teig gut durch, bis er glatt ist, und rolle ihn dann hauchdünn aus, ähnlich wie Nudelblätter oder sehr dünne Pfannkuchen. Backe die Teigblätter portionsweise in reichlich heißem Schmalz goldbraun und knusprig aus; mittelalterliches ‚backen‘ bedeutet hier frittieren. Nimm für den Sud einen guten, nicht zu trockenen Wein und die Hälfte der Menge an Honig, koche beides kurz auf und halte es warm. Der häufigste Fehler ist ein zu mehliger Teig, der hart wird, oder zu langes Tränken, wodurch die Pfannkuchen matschig werden.

So wird es richtig gut. Achte auf die Balance im Sud: Der Wein sollte fruchtig sein und der Honig seine Süße harmonisch einbringen. Ein leichter Schuss Verjus im Sud, obwohl nicht explizit genannt, würde die Süße schön ausbalancieren und dem Gericht eine zusätzliche Tiefe verleihen, ist aber optional. Die Pfannkuchen sollten beim Frittieren leicht knusprige Ränder bekommen, aber innen zart bleiben. Ziehe sie erst direkt vor dem Servieren kurz durch den warmen Sud, sodass sie sich vollsaugen, aber ihre Struktur behalten. Serviere sie sofort, vielleicht leicht überlappend auf einem Teller angerichtet, damit der Glanz des Suds gut zur Geltung kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-013-orig" n="tayg von herten ayeren" resp="#fyndling">Ein Teig aus hartgekochten Eiern: die ganz hart gekochten Eier werden zerstoßen und mit etwas Mehl zu einer formbaren, eiweißreichen Masse gebunden - eine mittelalterliche 'Pasta aus Ei'. Der nächste Verwandte ist der Meister Hans (mha-032), der einen Teig aus 32 hartgekochten Eiern zu 'Würmlein' auspresst; verwandt auch die Eiernudeln 'in würmlins weis' aus der Koch- und Kellermeisterei (kkm-034).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-013-orig" n="gilb in" resp="#fyndling">Den Teig gelb färben - mit Safran (und/oder über die Eidotter), wie es bei festlichen Speisen üblich war.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-013-orig" n="pfanczelten" resp="#fyndling">Pfann(en)zelten = dünne, flache Pfannkuchen/Eierkuchen, in Fett gebacken (Ehlert/Lexer). Hier die Form, zu der der Hart-Ei-Teig dünn ausgerollt und ausgebacken wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-013-orig" n="zeuch daz pachen dar durch" resp="#fyndling">Die fertig gebackenen Blätter werden erst beim Anrichten durch den aufgekochten Wein-Honig-Sud gezogen (getränkt) - nicht mitgekocht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-013-orig" n="tayg" resp="#fyndling">Als 'Teig' übersetzt, was die Grundlage für die 'Pfanczelten' bildet. Obwohl nicht explizit genannt, ist Weizenmehl als Hauptbestandteil eines Teigs impliziert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-013-orig" n="gilb in" resp="#fyndling">Als 'färbe es gelb' übersetzt. Dies kann durch die natürlichen Eigelbe der hartgekochten Eier geschehen oder durch die Zugabe eines Farbstoffs wie Safran, der in der mittelalterlichen Küche häufig für Gelbfärbung verwendet wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-013-orig" n="pfanczelten" resp="#fyndling">Als 'Pfannkuchen' übersetzt, da der Begriff dünne, in Fett gebackene oder gebratene Fladen beschreibt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-014-trans" resp="#fyndling">Eng verwandt mit den Käse-Hufeisen (ri15632-012), nur ohne Mehl - hier binden allein die Eier den geriebenen Käse. "sewd ez durch ein ander" meint, die Käse-Ei-Masse kurz miteinander zu erhitzen, bis sie sich verbindet und formbar wird; daraus formt man auf dem Brett lange, dünne Rollen ("strutzlen" = Striezel), backt sie in Schmalz goldbraun aus und schneidet sie zum Servieren in eine Schüssel.

Ohne Mehl gerät das Gebäck zarter und käsiger als die Hufeisen-Variante - eher knusprige Käse-Ei-Stängel als ein Teiggebäck. Kräftig würzen ("gewurtz wol", etwa mit Pfeffer und etwas Muskat) gehört dazu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-014-orig" n="sewd ez durch ein ander" resp="#fyndling">Wir übersetzen 'sewd ez durch ein ander' als 'siede es miteinander durch'. Dies impliziert ein sanftes Erhitzen und Kombinieren der Käse-Ei-Mischung, bis sie sich verbindet und leicht andickt, bevor sie geformt und ausgebacken wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-014-orig" n="strutzlen" resp="#fyndling">Wir interpretieren 'strutzlen' als 'Rollen' oder 'Streifen'. Die Beschreibung 'langen' und 'dun sein' (lang und dünn sein) passt gut zu dieser Form, die sich leicht aus einer weichen Masse formen und anschließend braten lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-014-orig" n="schneytz dan in ein schussel" resp="#fyndling">Wir übersetzen 'schneytz dan in ein schussel' als 'schneide es dann in eine Schüssel'. Dies bezieht sich auf das Zerteilen des fertig ausgebackenen Gebäcks zum Servieren.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-015-trans" resp="#fyndling">Ein Prunkgericht der spätmittelalterlichen Herrentafel: Der gekochte Kalbskopf wurde am Schädel geöffnet, das Hirn an Ort und Stelle gewürzt, mit heißem Schmalz übergossen und auf dem Rost geröstet. Das Hirn galt als Delikatesse, der Kalbskopf insgesamt als "Herrenspeise" (so auch Ehlert), und das Rezept war im 15. Jahrhundert weit verbreitet.

Heute kocht das praktisch niemand mehr nach - und das ist auch gut so: Ganze Kalbsköpfe sind im Handel kaum noch erhältlich, das Aufbrechen der Hirnschale ist nichts für die Heimküche, und der Verzehr von (Rinder-)Hirn unterliegt seit BSE strengen Beschränkungen. Wir geben das Rezept als Zeitzeugnis der höfischen Prestige-Küche wieder; zum Nachkochen ist es ausdrücklich nicht gedacht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-015-orig" n="vnteren tayl von einem kalbs haup" resp="#fyndling">Der 'untere Teil eines Kalbskopfs' umfasst typischerweise den Kiefer mit Zunge und Backenfleisch. Das Hirn wird separat erwähnt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-015-orig" n="sewd" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch 'sieden', also kochen oder garziehen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-015-orig" n="hieren schal" resp="#fyndling">Die Hirnschale oder das Cranium, das den Gehirninhalt umschließt. Das Hirn galt als Delikatesse.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-015-orig" n="saa" resp="#fyndling">Wörtlich 'säen', hier im Sinne von 'hineingeben' oder 'verteilen'.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-015-orig" n="gewß" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch 'gießen'.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-015-orig" n="roest" resp="#fyndling">Ein Rost oder Spieß, auf dem das Fleisch über offenem Feuer oder Glut geröstet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-015-orig" n="vnteren tayl von einem kalbs haup" resp="#fyndling">Der 'untere Teil eines Kalbskopfs' wird als Kiefer mit Zunge und Backenfleisch interpretiert, da das Hirn separat erwähnt und gewürzt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-015-orig" n="sewd" resp="#fyndling">Übersetzt als 'koche' oder 'siede', was dem mittelhochdeutschen 'sieden' entspricht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-015-orig" n="saa" resp="#fyndling">Übersetzt als 'gib hinein' oder 'verteile', da 'säen' im Kontext von Gewürzen unüblich ist und 'geben' die gängige Bedeutung in Kochrezepten ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-015-orig" n="hayß" resp="#fyndling">Übersetzt als 'heiß', was der offensichtlichen Bedeutung und dem Kontext entspricht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-015-orig" n="roest" resp="#fyndling">Übersetzt als 'Rost', ein gängiges Gerät zum Rösten über Feuer.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalte Lebersülze beziehungsweise feine Leberpaste: eine süß-würzige, durch ein Tuch passierte Hirschleber-Masse, die kalt serviert wird und beim Erkalten schnittfest wird - nah an einer Pâté oder Terrine. Fast wortgleich mit der Hirschleber-Sülze m384-033, eng verwandt mit der kalten Hirsch-Leberpastete rfk-018.

Technik. Die Hirschleber braten, das angebratene Äußere abschneiden und im Mörser mit eingeweichtem Roggenbrot, Honig, Wein und Essig zerstoßen. Durch ein Tuch treiben (passieren) - das macht die Masse höfisch-glatt - und würzen. Anschließend noch einmal erhitzen (erwel = erwellen/aufwallen) und kalt stellen.

Süß-sauer. Anders als die Schwester-Rezepte bringt diese Fassung neben dem Honig auch Essig mit: die Leber bekommt eine süß-saure Achse, deren Säure das fette Organ schneidet.

Praxis. Hirschleber (ersatzweise Kalbsleber) braten, mit eingeweichtem Roggenbrot, Honig, einem Schuss Wein und Essig fein mörsern oder pürieren, durch ein Sieb streichen, mit Pfeffer, Ingwer und Nelken würzen, kurz aufkochen und kühl stellen, bis sie schnittfest ist. Als kalte Vorspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-016-orig" n="hirsen leber" resp="#fyndling">Die Leber eines Hirsches oder Rehs. Im Mittelalter war Wildfleisch eine begehrte Zutat, besonders in klösterlichen und adeligen Küchen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-016-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein großer Mörser, wie er im Mittelalter zum Zerkleinern von Fleisch, Nüssen und anderen Zutaten zu einer feinen Paste verwendet wurde. Nicht zu verwechseln mit einem kleinen Gewürzmörser.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-016-orig" n="rocken prot" resp="#fyndling">Roggenbrot, das hier als Bindemittel und Geschmacksgeber dient. Es wird mit der Leber im Mörser zerstoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-016-orig" n="reyb ez durch ein thuech" resp="#fyndling">Die Masse durch ein feines Tuch oder Sieb passieren, um eine sehr glatte Konsistenz zu erhalten. Dies war ein Zeichen gehobener Kochkunst.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-016-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Typische mittelalterliche Gewürzmischungen für herzhafte Speisen enthielten oft Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Galgant.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-016-orig" n="erwel ez dar nach" resp="#fyndling">‚erwel' steht hier für erwellen/erwallen - die Masse noch einmal erhitzen bzw. aufwallen lassen. Die durchpassierte, gewürzte Lebermasse wird abschließend kurz erhitzt und dann kalt serviert; beim Erkalten wird sie schnittfest. So liest es auch die wissenschaftliche Edition und das fast wortgleiche Schwester-Rezept m384-033.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-016-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">Der Begriff ‚gewurtz' ist eine generische Bezeichnung für Gewürze. Eine spezifische Mischung wird nicht genannt; typisch für Wildgerichte waren Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Galgant.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Sülze aus Reh-Haut - eine der festesten Gallerten, die die mittelalterliche Küche kannte. Aus der bei der Jagd anfallenden Haut wird durch langes Sieden das Kollagen gelöst, das beim Erkalten zu einer schnittfesten Aspik geliert. Fast wortgleich mit der Reh-Haut-Sülze rfk-015; verwandt mit der kalten Klauen-Sülze sev-016.

Technik. Die Haut zunächst enthaaren: kurz überbrühen, dann die gelösten Haare abschaben (historisch auch mit Asche-Lauge oder Kalkwasser). Anschließend sehr lange sieden, bis sie sich zusammenzieht (schrimpft = kräuselt/schrumpft) und das Kollagen austritt. In Streifen einer Spanne Länge (Daumen bis kleiner Finger, etwa 20 cm) und zwei Finger Breite schneiden und in der eigenen, kollagenreichen Brühe erkalten lassen, bis sie fest steht.

Praxis (heute). Reine Reh-Haut ist kaum zu bekommen und sehr aufwendig vorzubereiten - im Lager nicht praktikabel. Wer das Prinzip nachstellen will, nimmt Schwarte oder kollagenreiche Stücke (Haxe, Fuß), kocht eine kräftige Brühe und lässt sie mit eingelegten Fleischstreifen gelieren. Eher ein Dokument der vollständigen Jagd-Verwertung als ein Alltagsrezept.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-017-orig" n="rech haut" resp="#fyndling">Die Haut eines Rehs. Im Mittelalter wurden alle Teile eines erlegten Tieres verwertet, auch die Haut, die nach entsprechender Vorbereitung (Enthaaren, Kochen) zu einer kollagenreichen Speise verarbeitet werden konnte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#rech"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-017-orig" n="prue die daz daz har dar von kom" resp="#fyndling">Dies beschreibt den Prozess des Enthaarens der Haut. Dies konnte durch Einweichen in Asche-Lauge, Kalkwasser oder durch Schaben nach kurzem Erhitzen geschehen, um die Haare zu lösen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-017-orig" n="spann lanck" resp="#fyndling">Eine Spanne ist ein altes Längenmaß, das dem Abstand zwischen Daumen- und Kleinfingerspitze bei ausgestreckter Hand entspricht, etwa 20-25 cm.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-017-orig" n="czwayer vinger prayt" resp="#fyndling">Zwei Finger breit ist ebenfalls ein altes Längenmaß, das etwa 3-4 cm entspricht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-017-orig" n="sultz" resp="#fyndling">Eine Sülze oder Gallerte ist ein Gericht, das durch das Kochen von kollagenreichen Tierprodukten (wie Haut, Knochen, Füßen) entsteht. Das Kollagen löst sich im Wasser und geliert beim Abkühlen, wodurch eine feste, schnittfähige Masse entsteht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-017-orig" n="seudtz" resp="#fyndling">Die Lesart 'siede es' wurde gewählt. Es handelt sich um eine typische frühneuhochdeutsche Kontraktion des Verbs 'sieden' (kochen) im Imperativ mit dem Pronomen 'es'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-017-orig" n="schrimpft" resp="#fyndling">Die Lesart 'schrumpft' wurde gewählt. Das Wort ist eng verwandt mit dem modernen 'schrumpfen' und beschreibt den Effekt des Kochens auf die Haut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-017-orig" n="czwayer" resp="#fyndling">Die Lesart 'zweier' (im Sinne von 'zwei') wurde gewählt. Es ist die bairische Genitivform von 'zwei', hier im Kontext von 'zwei Finger breit' verwendet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fürhess (mhd. vor-ezzen) - ein Voressen aus Innereien in dunkler, blutgebundener Sauce; der direkte Vorfahr des schweizerischen ‚Voressen', das bis heute gekocht wird. Eng verwandt mit dem reicheren Fürhess vom Hasen m384-031, dem geschmorten Hasen mit Leber-Lungen-Sauce ant-042 und den Hasen-Innereien als Voressen rfk-035.

Technik. Lunge und Leber des Hasen würfeln (wurflat = würfelig), mit dem aufgefangenen Blut (swayß) in eine Brühe aus Wein, Essig und Honig geben. Roggenbrot bindet die Sauce (mittelalterliche Brotbindung - lange vor der Mehlschwitze), das Blut bindet zusätzlich und färbt sie dunkel; schöner Speck bringt Fett und Aroma. Aufwallen lassen, bis die Sauce sämig ist.

Süß-sauer. Honig (süß) gegen Essig (sauer) ergibt die typische Agrodolce-Achse, deren Säure die kräftigen Innereien ausbalanciert.

Praxis. Hasen- (ersatzweise Kaninchen-) Lunge und Leber fein würfeln, in einer Brühe mit Wein, Essig und einem Löffel Honig kurz köcheln, ausgelassenen Speck und eingeweichtes Roggenbrot zugeben, mit Pfeffer und Ingwer würzen und zuletzt mit dem Blut binden - auf kleiner Hitze, nicht kochen, sonst flockt es. Ohne Blut wird die Sauce heller. Frische Innereien und Blut brauchen durchgehende Kühlung.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-018-orig" n="furheß" resp="#fyndling">Ein ‚Fürhess' (mhd. vor-ezzen, ‚Vor-Essen') ist ein Voressen, vorwiegend aus Innereien, meist in dunkler, blutgebundener Pfeffersauce. Der direkte Nachfahr ist das schweizerische ‚Voressen', ein bis heute gekochtes Innereien- und Schmorragout. Hier eine bairische Klosterfassung mit Hasenlunge, -leber und -blut.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-018-orig" n="ge lungel" resp="#fyndling">Die Lunge des Hasen. Innereien waren eine wertvolle Proteinquelle und wurden vielfältig in der mittelalterlichen Küche verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-018-orig" n="swayß" resp="#fyndling">Das Blut des Hasen. Blut wurde häufig zum Binden und Färben von Saucen verwendet, um ihnen eine kräftige, dunkle Farbe und einen intensiven Geschmack zu verleihen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-018-orig" n="rocken prot" resp="#fyndling">Roggenbrot diente als Bindemittel, um die Sauce zu verdicken, und trug zugleich zum Geschmack bei. Oft wurde altes Brot verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-018-orig" n="schon speck" resp="#fyndling">‚Schöner Speck' bedeutet hier hochwertiger, guter Speck, der dem Gericht Fett und Aroma verleiht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-018-orig" n="wurflat" resp="#fyndling">‚schneydt daz wurflat' heißt ‚schneide es würfelig' - wurflat (auch würflät/wurfflott) ist kein eigenes Fleischstück, sondern die Schnittform: in Würfel. Lunge und Leber werden also gewürfelt. Dasselbe Wort steht im Schwester-Rezept ri15632-020 (‚schneyd daz wurflat') und ist in der Edition als ‚würflät' belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-018-orig" n="swayß" resp="#fyndling">Als ‚Blut' übersetzt. ‚Schweiß' (mhd. sweiz) ist der jägersprachliche Begriff für das Blut des Wildes - es bindet und färbt die Sauce dunkel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kalbfleisch-Kügelchen - im Geist verwandt mit heutigen Frikadellen, Fleischpflanzerln und den feinen Quenelles/Klößchen. Hier mit Speck und Safran verfeinert, in Wasser gegart und mit frischer Petersilie serviert. Verwandt mit den Kalbfleischkügelchen ‚auf dreierlei Art' m384-068 und den Kalbsknödeln mit Speck mha-017.

Bindung. Fein gehacktes Kalbfleisch, untergehackter Speck, Eier und geriebenes Weißbrot (geriben prot daz weyß sey = geriebene Semmel, kein Mehl) ergeben eine Farce, die beim Garen zusammenhält: das Brot lockert, das Ei bindet.

Garen. Zu walnussgroßen Kugeln formen und in siedendem, nur leicht wallendem Wasser ziehen lassen - nicht sprudelnd kochen, sonst zerfallen sie. Safran färbt die helle Masse golden.

Praxis. Auf 500 g Kalbfleisch etwa 100 g entrindetes, eingeweichtes und ausgedrücktes Weißbrot, ein Ei, fein gewürfelter Speck, Pfeffer/Ingwer/Muskat und eine Prise Safran. Walnussgroße Kugeln formen, 10-15 Minuten leise sieden, mit reichlich frischer Petersilie servieren. Die Schwester m384-068 reicht sie wahlweise trocken, in Brühe, in Schmalz gebraten oder in einer Pfeffersauce.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-019-orig" n="Item" resp="#fyndling">Lateinisch für ‚desgleichen', ‚ebenso', ‚ferner'. Eine übliche Einleitung für neue Rezepte in mittelalterlichen Kochbüchern.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-019-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">Bezeichnet eine allgemeine Gewürzmischung. Im Spätmittelalter typischerweise Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und Galgant.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-019-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran färbt die helle Fleischmasse golden und galt als Statusgewürz. Hier wirkt er zugleich als Aroma; der sichtbare Effekt bei der hellen Farce ist die goldene Färbung.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-019-orig" n="geriben prot daz weyß sey" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot (geriebene Semmel) - nicht Mehl - diente als Bindemittel und zur Textur. Es entspricht modernen Semmelbröseln.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-019-orig" n="peteer sil" resp="#fyndling">Bairische Schreibung für Petersilie (-sil = -silie). Sie wird frisch zum Servieren über die Kügelchen gegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-019-orig" n="seudtz" resp="#fyndling">‚siede es' - Imperativ von ‚sieden' (kochen). Wichtig: die Kügelchen ziehen in nur leicht wallendem Wasser gar, nicht in sprudelnd kochendem, sonst zerfallen sie.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhaftes Rogen-Ragout mit kräftiger, dunkler Pfeffersauce und Brot-Croutons - im Geist verwandt mit den brotgebundenen Saucengerichten der Zeit. Fast identisch mit dem Fischrogen-Pfannenmus mha-018.

Sicherheit zuerst. Niemals Barbenrogen verwenden - er ist zur Laichzeit giftig. Geeignet sind Hecht, Karpfen, Kabeljau oder Lachs.

Technik. Den Rogen im Mörser nur so weit stoßen, dass die Häutchen aufbrechen, und in der Pfanne zu einem flachen Fladen backen; den Fladen würfeln (wurflat = würfelig). Für die Sauce Mehl in Öl schwarz brennen - eine sehr dunkle, gebräunte Mehlbasis, die Farbe und Tiefe gibt (eine frühe Form der Bräunmehl-Bindung, auch im Zwilling mha-018 belegt). Mit Fischbrühe, Wein, Essig und Gewürzen zu einem dunklen pfeffer aufwallen lassen.

Pfeffer. ‚Pfeffer' meint hier nicht das Gewürz allein, sondern die ganze Gattung der dunklen, kräftig gewürzten Saucengerichte.

Praxis. Über das angerichtete Gericht zuletzt Semmel-Würfel streuen; in Öl knusprig gebraten (so im Zwilling mha-018) werden daraus Croutons. Frischer Rogen muss gekühlt sein, sonst sind die Zutaten robust und lagertauglich.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-020-orig" n="visch rogen" resp="#fyndling">Fischrogen, hier zu einer Farce zerstoßen und als Fladen gebacken. ⚠️ Wichtig: kein Barbenrogen - der Rogen der Barbe (und ihr Bauchfell) ist während der Laichzeit giftig und löst die ‚Barbencholera' (heftiges Erbrechen und Durchfall) aus. Geeignet ist Rogen von Hecht, Karpfen, Kabeljau oder Lachs.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-020-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling">Im Mittelalter bezeichnete ‚Pfeffer' oft eine würzige, gebundene Sauce oder ein ganzes Gericht, nicht nur das Gewürz. Diese ‚Pfeffer'-Saucen waren typischerweise dunkel, oft mit geröstetem Brot oder gebräuntem Mehl gebunden und kräftig gewürzt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-020-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein mittelalterlicher Mörser war oft ein großes, schweres Gerät aus Stein oder Metall zum Zerstoßen von Fleisch, Fisch oder Nüssen zu einer feinen Farce, vergleichbar mit einer modernen Küchenmaschine.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-020-orig" n="pren ein mel mit oll in einer pfann daz ez schwartz wer" resp="#fyndling">Mehl in Öl bis zur Schwarzfärbung zu rösten war eine gängige Methode, dunkle, kräftige Saucen zu erzeugen (‚schwarzer Pfeffer'). Sie gibt Farbe, Körper und einen tiefen, leicht herben Geschmack. Das Wort lautet hier tatsächlich ‚mel' (Mehl) - vom ‚semel' (Semmel) am Ende des Rezepts unterschieden; gebräuntes Mehl ist hier also periodengerecht belegt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-020-orig" n="pachen von rogen" resp="#fyndling">Gebäck aus Rogen. Der Titel bezieht sich auf den gebackenen Rogenfladen, der die Basis des Gerichts bildet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-020-orig" n="praytz blad" resp="#fyndling">dünner Fladen aus Rogenmasse. ‚Blad' ist Blatt/Fladen, und ‚praytz' könnte eine bairische Form von ‚breit' sein, was einen breiten, dünnen Fladen nahelegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-020-orig" n="wurflat / wurfflat forem" resp="#fyndling">würfelförmige Stücke. Die Begriffe beziehen sich auf das Schneiden in Würfelform, sowohl für den Rogenfladen als auch für die Semmel.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wurfflat"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein herzhafter Lungen-Eierfladen - fein gehackte Kalbslunge mit Speck und Ei, zu einem dünnen, weichen Eierkuchen gebacken und in Schmalz knusprig ausgebacken. Die knappe Verwandte der Bubenpfulwe/Bubenpolster (‚Bubenkissen'): in den reicheren Fassungen m384-001, rfk-040 und mon-145 wird dieselbe Lungenfarce in dünne Eierblätter (Crêpes) eingerollt und in Schmalz gebacken.

Technik. Die Kalbslunge sehr weich sieden (etwa 1,5-2 Stunden), gut abkühlen lassen und mit dem Speck extrem fein hacken, fast zur Paste. Eier mit Pfeffer und Safran unterschlagen - das Ei bindet, der Safran färbt golden. Die Masse als dünnen, weichen Fladen in der Pfanne stocken lassen und dann in heißem Schmalz ausbacken.

Praxis. Auf eine gekochte Kalbslunge etwa 2-3 Eier und eine Handvoll fein gewürfelten Speck; mit Pfeffer und einer Prise Safran würzen. Wer die Bubenpfulben-Variante will, rollt die Farce in dünne Eierpfannkuchen ein, verschließt die Enden mit Eidotter und brät die Röllchen in Schmalz aus. Lunge und Speck brauchen Kühlung.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-021-orig" n="lungel" resp="#fyndling">Lunge. Im Mittelalter waren Innereien wie Lunge, Leber oder Herz beliebte und nahrhafte Zutaten.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-021-orig" n="dünß ayer plat vnd weich dar ein" resp="#fyndling">Die Lungen-Ei-Masse wird zu einem dünnen und weichen Eierfladen gebacken (dünß … vnd weich = dünn und weich) und anschließend in Schmalz ausgebacken - vergleichbar mit einer Lungen-Frittata. In den reicheren Schwester-Rezepten (Bubenpfulwe/Bubenpolster) wird die Farce zusätzlich in die Eierblätter eingerollt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-021-orig" n="pachen" resp="#fyndling">Backen, hier im Sinne von Ausbacken/Braten in einer Pfanne mit Schmalz, oft über offenem Feuer oder in der Glut.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-021-orig" n="smaltz" resp="#fyndling">Schmalz. Tierisches Fett, oft Schweineschmalz, das zum Braten und Backen verwendet wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-021-orig" n="dünß ayer plat vnd weich dar ein" resp="#fyndling">‚dünß … vnd weich' sind zwei Eigenschaften des Eierfladens: dünn und weich. Die Lungen-Ei-Masse wird zu einem dünnen, weichen Eierfladen gebacken (dar ein = die Masse kommt hinein) und anschließend in Schmalz ausgebacken - es wird also nicht ein fertiger Fladen nachträglich in die Masse eingeweicht. So liest es auch die wissenschaftliche Edition: ‚back einen dünnen und weichen Eierkuchen damit'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-021-orig" n="pachen" resp="#fyndling">‚Backen' meint hier das Ausbacken in der Pfanne in Schmalz (Braten/Frittieren), nicht das Backen im Ofen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein feines Mandel-Küchlein mit Eigelb - eine marzipanartige Mandelmasse, rund geformt, mit warmem Eidotter belegt und mit heißem Schmalz übergossen. Verwandt mit den Mandelmus-Zubereitungen der Zeit (vgl. das Mandelmus rfk-017).

Technik. Geschälte Mandeln im Mörser fein zerstoßen, nach Belieben etwas geriebenes Weißbrot unterarbeiten (das gibt Stand). Die Masse in der Pfanne zu runden (sinbel = sinwel, rund) Küchlein formen und je einen warmen Eidotter daraufsetzen. Zum Anrichten heißes Schmalz darübergießen und gleich wieder abseihen.

Wozu das heiße Schmalz? Das übergossene Fett gart Dotter und Mandelmasse kurz und gibt Glanz; das Abseihen nimmt das überschüssige Fett wieder weg, damit das Küchlein nicht zu schwer wird. Ein Finish-Schritt, kein Einlegen oder Konservieren.

Praxis. Etwa 150 g gemahlene Mandeln mit 1-2 EL eingeweichtem, ausgedrücktem Weißbrot zu einer formbaren Masse verkneten, kleine runde Laibchen formen, je ein gegartes Eigelb auflegen, mit heißem Butterschmalz übergießen und sofort abtropfen lassen. Süß oder als feine Beilage.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-022-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein großer Mörser, wie er im Mittelalter üblich war, diente zum Zerstoßen von Mandeln, Nüssen oder Fleisch zu einer feinen Paste. Für moderne Nachkocher ist eine Küchenmaschine oder ein Blender eine gute Alternative.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-022-orig" n="sinbel" resp="#fyndling">Aus dem Mittelhochdeutschen ‚sinewel', bedeutet ‚rund' oder ‚kugelig'. Die Küchlein sollen also eine runde Form erhalten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sinbel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-022-orig" n="toter" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für ‚Dotter', also das Eigelb. Es wird warm auf die geformten Mandel-Küchlein gesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-022-orig" n="seych daz darnach wider ab" resp="#fyndling">Das heiße Schmalz wird über das Gericht gegossen (es gart und glänzt) und anschließend wieder abgeseiht, damit das Küchlein nicht zu fett wird - ein Finish-Schritt, keine Konservierung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-022-orig" n="protz" resp="#fyndling">Die Lesart 'Brot' oder 'Weißbrot' wurde gewählt, da der Kontext 'reib ein wenig weyß protz darvnder' auf eine Zutat zum Reiben hindeutet, die die Konsistenz beeinflusst.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern eine knappe Küchen-Anweisung aus der Handschrift: etwas in den Topfboden legen, damit Fleisch ‚sicher' (zuverlässig) gar wird. Die maßgebliche Edition liest das Wort als messel = Messing; die hyperdiplomatische Basistranskription als nessel (Brennnessel) - die Lesarten trennt nur der Anfangsbuchstabe (m/n).

Funktioniert das? Kaum. Weder ein Stück Messing noch Nesselblätter halten Fleisch zuverlässig vom Anbrennen ab - heißes Buntmetall am Topfgrund leitet die Hitze genauso weiter und das Fleisch sitzt ebenso an, Blätter zerfallen beim Sieden. Was ‚sicher gesoten' hier konkret bewirken sollte, bleibt unklar; es liest sich wie überlieferte Küchen-Lore von zweifelhaftem Nutzen, nicht wie eine belastbare Technik.

Wenn du Fleisch wirklich zuverlässig garen willst: reichlich Flüssigkeit, kleine Hitze, gelegentlich rühren - oder ein schwerer Topf mit dickem Boden. Das ist die wirksame Variante; die historische Anweisung dokumentieren wir als Kuriosum.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-023-orig" n="heffen" resp="#fyndling">‚Hefen' ist bairisch für Hafen = Topf/Kochgefäß (typischerweise aus Ton oder Metall, zum Garen über offenem Feuer) - nicht Hefe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#heffen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-023-orig" n="messel" resp="#fyndling">Die wissenschaftliche Edition liest hier ‚messel' = Messing (Buntmetall); die hyperdiplomatische Basistranskription gibt das Wort als ‚nessel' (Brennnessel) wieder - die Lesarten unterscheiden sich nur im Anfangsbuchstaben (m/n). Was das Metall (oder die Nesseln) am Topfboden bewirken sollte, ist unklar - ein zuverlässiger Schutz vors Anbrennen ist es nach Küchenerfahrung nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#messel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-023-orig" n="sicher gesoten" resp="#fyndling">‚Sicher gesotten' meint ‚zuverlässig gegart'. Wie die Anweisung das leisten sollte, bleibt offen - der Nutzen eines Metall- oder Pflanzenstücks am Topfboden ist zweifelhaft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-023-orig" n="messel / nessel" resp="#fyndling">Messing (für das Wort): die maßgebliche Edition transkribiert ‚messel' und glossiert es ausdrücklich als ‚Messing'. Die hyperdiplomatische Basistranskription liest dagegen ‚nessel' (Brennnessel) - beide Lesarten trennt nur der Anfangsbuchstabe (m/n). Für die Wortlesart folgen wir der Edition; welchen praktischen Zweck Metall oder Nesseln am Topfboden haben sollten, bleibt allerdings fraglich (beides verhindert das Anbrennen nicht zuverlässig).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#messel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-023-orig" n="heffen" resp="#fyndling">‚Hefen' ist bairisch für Hafen = Topf/Kochgefäß, nicht Hefe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#heffen"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein denkbar schlichtes gekochtes Hammelfleisch (kastraun = Hammel) - in Stücke gehackt, mit Hauswurz im Topf ruhig gesotten, bis es gar ist und dabei in Form bleibt.

Hauswurz. Die dickblättrige Dachwurz (Sempervivum tectorum) galt als Heilpflanze; ihr leicht säuerlich-adstringierender Saft kommt hier ans Fleisch. Es ist kein Würzgemisch im modernen Sinn, sondern dieses eine Kraut - die wissenschaftliche Edition liest ‚hauß wurtz' eindeutig als die Pflanze Hauswurz.

Technik. Bei kleiner Hitze ruhig sieden, nicht sprudelnd kochen - so bleiben die Stücke ganz (peleypt also gantz).

Praxis. Hammel- (ersatzweise Lamm-) Fleisch in Stücke teilen, knapp mit Wasser bedecken, einige Blätter Hauswurz zugeben und sanft 30-45 Minuten ziehen lassen. Hauswurz bekommt man aus dem (Stein-)Garten oder der Kräutergärtnerei; wer keine hat, kocht das Fleisch schlicht in leicht gesalzenem Wasser.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-024-orig" n="kastraun fleysch" resp="#fyndling">Hammelfleisch, also das Fleisch eines kastrierten Schafbocks. Im Mittelalter war Hammelfleisch eine gängige und geschätzte Fleischquelle.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kastraun"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-024-orig" n="hefen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kessel, typischerweise aus Metall oder Keramik, zum Kochen über offenem Feuer.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-024-orig" n="hauß wurtz" resp="#fyndling">‚Hauswurz' (Dachwurz, Sempervivum tectorum) - eine dickblättrige Heil- und Dachpflanze, hier als Heil-/Würzkraut mitgekocht. NICHT als generische ‚Gewürze' zu lesen: die wissenschaftliche Edition liest und glossiert ‚hauß wurtz' eindeutig als die Pflanze Hauswurz.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hauss-wurtz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-024-orig" n="hauß wurtz" resp="#fyndling">Hauswurz (Dachwurz, Sempervivum tectorum), eine dickblättrige Heilpflanze - so liest und glossiert es die wissenschaftliche Edition ausdrücklich. Sie wird mit dem Hammelfleisch gesotten. Nicht als generische ‚Gewürze' zu lesen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hauss-wurtz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-024-orig" n="peleypt also gantz" resp="#fyndling">‚so bleibt es ganz' - durch das ruhige Sieden bleiben die Fleischstücke in Form und fallen nicht auseinander.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Gericht im eigentlichen Sinn, sondern ein Kunststück: Eier ohne Feuer garen. Genutzt wird die stark wärmebildende Reaktion von ungelöschtem Kalk (Branntkalk, Calciumoxid) mit Wasser - sie wird heiß genug, um die Eier weich oder hart werden zu lassen, ganz ohne Flamme.

Historisches Kuriosum. Solche ‚ohne Feuer'-Tricks zeigen die experimentelle, halb haushalts-chemische Seite spätmittelalterlicher Sammelhandschriften. Denselben Branntkalk nutzt der Korpus an anderer Stelle zum Kandieren (vgl. den kandierten Ingwer m725-022).

⚠️ Nicht nachmachen. Ungelöschter Kalk ist stark ätzend, die Hitzeentwicklung ist heftig und schwer kontrollierbar; Spritzer und Kalkstaub verätzen Haut und Augen. Wir dokumentieren das Verfahren als historisches Kuriosum - zum Eierkochen heute bitte schlicht Feuer oder Herd nehmen (vgl. das Eierkochen mar-192).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-025-orig" n="vngeleschten kalch" resp="#fyndling">Ungelöschter Kalk (Calciumoxid) reagiert stark exotherm mit Wasser, wobei Hitze entsteht, die zum Garen der Eier genutzt wird. Dies ist eine chemische, nicht-kulinarische Methode und potenziell gefährlich.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-025-orig" n="hefen" resp="#fyndling">Ein Gefäß oder Topf. Nicht zu verwechseln mit Hefe (dem Backtriebmittel).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-025-orig" n="vngeleschten kalch" resp="#fyndling">Ungelöschter Kalk (Calciumoxid). Die Lesart ist durch den Kontext des Kochens ohne Feuer und die chemische Reaktion mit Wasser eindeutig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-025-orig" n="zermall" resp="#fyndling">Zermahlen/zerkleinern. Das Verb 'zermall' ist eine bairische Form von 'zermalmen' oder 'zerreiben', hier im Sinne von fein zerkleinern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-025-orig" n="hefen" resp="#fyndling">Ein Gefäß oder Topf. Im Kontext des Kochens ist 'hefen' hier als Behältnis zu verstehen, nicht als Hefe (Backtriebmittel).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Süße Reisküchlein - gekochter Reis, fein gerieben, mit Ei gebunden, in Schmalz ausgebacken und gezuckert. Ein früher Verwandter heutiger Reiskräpfchen.

Technik. Den Reis in Wasser nicht zu weich sieden (er soll Biss behalten), abgießen und in einem reyb scherben - einer rauen Reibschale, also einem Mörser im Sinn des lateinischen mortarium - klein reiben. Mit Eiern zu einer formbaren, nicht zu dünnen Masse verrühren. Mit der Hand zu Küchlein formen und in heißem Schmalz wie gewöhnliche Küchlein ausbacken; zum Schluss zuckern.

Praxis. Etwa 150 g Rundkornreis bissfest kochen, abtropfen, in einer Reibschale oder einem Mörser grob zerdrücken, 1-2 Eier unterrühren (formbar, nicht flüssig), kleine Taler formen und in Schmalz goldbraun ausbacken, Zucker darüber. ‚Versalze nicht' meint: die Grundmasse nur dezent salzen, das Gericht ist süß.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-026-orig" n="reyb scherben" resp="#fyndling">Ein ‚Reibescherben' ist eine raue, innen ungeglasierte Keramik-Reibschale - im Grunde ein Mörser im Sinn des lateinischen mortarium (daher unser Wort ‚Mörser'): das Reib-/Mahlgefäß, in dem durch Reiben zerkleinert wird. Die wissenschaftliche Edition überträgt knapp ‚Topf zum Reiben', gemeint ist aber genau dieses Mörser-/Reibschalen-Gerät, in das der gekochte Reis kommt. Es ist ein Gefäß, keine Zutat; die Edition emendiert das ‚vnd' der Handschrift zu ‚in'. Nicht zu verwechseln mit der Teigform-scherben aus verwandten Handschriften.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#reyb-scherben"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-026-orig" n="pachen" resp="#fyndling">Im Kontext des Bratens in der Pfanne bedeutet ‚pachen' hier ‚ausbacken/braten in der Pfanne', nicht das moderne Backen im Ofen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-026-orig" n="versaltz nicht" resp="#fyndling">Eine formelhafte Schlusswarnung des Buches: die Grundmasse nicht zu salzen, da das Gericht süß mit Zucker serviert wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-026-orig" n="reyb scherben" resp="#fyndling">Ein Reibescherben - eine raue Keramik-Reibschale, also ein Mörser im Sinn des lateinischen mortarium, in den der gekochte Reis zum Zerreiben gegeben wird (die Edition: ‚Topf zum Reiben'). Ein Gefäß, keine Zutat; die Edition emendiert ‚vnd'→‚in'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#reyb-scherben"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-026-orig" n="ze vast" resp="#fyndling">‚nicht ze vast' = nicht zu stark/zu lange sieden - der Reis soll Biss behalten und nicht zu Brei zerfallen, damit er sich reiben und formen lässt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßes Eigelb-Wein-Mus - Eidotter mit gutem Wein und etwas geriebener Semmel durch ein Tuch gestrichen, gesüßt und über Glut cremig eingedickt. Im Geist die direkte Verwandte von Weinschaumcreme / Zabaglione.

Technik. Eidotter, guten Wein und ein wenig geriebene Semmel (geriben semel = Weißbrot, kein Mehl) zusammen durch ein Tuch passieren, mit Zucker oder Honig süßen, im Topf über milder Glut unter ständigem Rühren eindicken, bis die Masse sämig ist - dann sofort von der Hitze nehmen, sonst gerinnt das Ei.

Praxis. Auf 4 Eidotter etwa 100 ml lieblichen Wein, 1 EL geriebene Semmel und Zucker nach Geschmack; im Wasserbad oder bei kleinster Hitze cremig rühren (wie Zabaglione). Die geriebene Semmel gibt etwas Bindung. Warm oder kalt. Die Schlussformel ‚versalze nicht' meint hier nur: nicht übersalzen - es ist ein süßes Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-027-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel (Weißbrot), dient als leichte Bindung. Im Mittelalter wurde mit Brot/Semmel gebunden, nicht mit Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-027-orig" n="thuech" resp="#fyndling">Ein feines Tuch zum Passieren der Masse, um eine glatte Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-027-orig" n="hefen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kessel, der direkt auf die Glut gesetzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-027-orig" n="glut" resp="#fyndling">Glühende Kohlen, die eine gleichmäßige, milde Hitze abgeben - wichtig, damit das Eigelb nicht gerinnt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-027-orig" n="ayer toter" resp="#fyndling">Eigelb. ‚Toter' ist eine bairische/frühneuhochdeutsche Form von ‚Dotter'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-027-orig" n="versaltz" resp="#fyndling">‚versalze es nicht' - eine formelhafte Schlusswarnung des Buches, die Speise nicht zu übersalzen. Bei diesem süßen Mus ohnehin nur am Rande relevant.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Birnen im Ausbackteig - eine raffinierte Schauspeise: die Birne wird ausgehöhlt, das Fruchtfleisch süß-würzig gehackt und wieder zur ganzen Birne geformt, dann in Eierteig frittiert. Eng verwandt mit den gebackenen gefüllten Äpfeln kkm-093 und - mit Beeren statt Birne - dem direkt folgenden Schwester-Rezept ri15632-029.

Technik. Die Birne so schneiden, dass ein breiter Boden stehen bleibt; den kerenstock (die Mittelsäule mit Stiel) herauslösen. Das abgeschnittene Fruchtfleisch klein hacken, mit Honig, Gewürzen und Safran mischen und wieder um den Kerenstock packen, bis es wie eine ganze Birne aussieht. In einen Ausbackteig aus Eiern und Mehl tauchen und in heißem Schmalz schwimmend ausbacken.

Praxis. Feste, leicht säuerliche Birnen nehmen. Den Teig wie für Krapfen anrühren (Eier + Mehl, dickflüssig, sodass er an der Birne haftet). In reichlich heißem Schmalz oder Öl schwimmend goldbraun frittieren.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-028-orig" n="piren" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch für Birnen (i-Vokal: ‚piren/pirnen' = Birne, im Unterschied zu ‚beren' = Beere). Eine beliebte Frucht der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-028-orig" n="keren stock" resp="#fyndling">Der ‚Kerenstock' ist die Mittelsäule der Birne mit Kerngehäuse und Stiel. Er wird herausgelöst und dient anschließend als Gerüst, um die gewürzte Fruchtmasse wieder zur ganzen Birne zu formen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-028-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">Eine allgemeine Bezeichnung für Gewürze, im Mittelalter oft Mischungen aus Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-028-orig" n="saffran" resp="#fyndling">Safran zum Würzen und Färben - er gibt der Füllung eine goldgelbe Farbe und gilt als Statusgewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-028-orig" n="taych" resp="#fyndling">Ein Ausbackteig aus Eiern und Mehl, in den die Birne getaucht und dann in heißem Schmalz frittiert wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-028-orig" n="peleyb" resp="#fyndling">Übersetzt als 'bleibt' (von bleiben), im Sinne von 'übrig bleiben'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-028-orig" n="gleaeych / geleych" resp="#fyndling">Beide Begriffe wurden als 'gleich' (im Sinne von 'ähnlich wie') übersetzt, da sie phonetische Varianten desselben Wortes sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-028-orig" n="tauchs" resp="#fyndling">Als Imperativ von 'tauchen' übersetzt: 'tauche es'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-028-orig" n="taych" resp="#fyndling">Übersetzt als 'Teig', im Kontext eines Ausbackteigs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-028-orig" n="hayß" resp="#fyndling">Übersetzt als 'heiß'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Beeren-Krapfen - eine süße Beerenfüllung mit Honig und Gewürz, in einen Eierteig eingeschlagen und in Schmalz ausgebacken. Das ‚desgleichen' knüpft an die gefüllten Birnen ri15632-028 an (gleiche Methode, andere Frucht); verwandt mit den gefüllten Krapfen kkm-083.

Technik. Aus Beeren mit Honig und Gewürz eine Füllung machen. Einen festen Teig aus Eiern und Mehl kneten und zu kleinen, dünnen Fladen (zeltel) formen. Die Füllung darin einschließen, wie man Krapfen verschließt, und in heißem Schmalz ausbacken.

Praxis. Beeren (z.B. Heidel-, Brom-, Holunderbeeren) mit etwas Honig und Gewürz kurz einkochen, damit die Füllung nicht zu nass ist. Teigfladen ausrollen, einen Löffel Füllung daraufsetzen, zu Krapfen verschließen (Ränder gut andrücken) und in reichlich heißem Schmalz/Öl goldbraun frittieren. Mehl im Krapfenteig ist hier periodengerecht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-029-orig" n="dez geleychen" resp="#fyndling">‚Desgleichen / auf gleiche Weise' - bezieht sich auf das vorhergehende Rezept (ri15632-028, gefüllte Birnen): gleiche Methode (süße Fruchtfüllung, in Teig gebacken), hier aber mit Beeren statt Birnen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-029-orig" n="beren" resp="#fyndling">Im Frühneuhochdeutschen ist ‚beren' (mit e-Vokal) als Beeren zu lesen - so auch die wissenschaftliche Edition. Zu unterscheiden von ‚biren/piren/pirnen' (mit i-Vokal) = Birnen; der Vokal entscheidet. Das vorige Rezept verwendet ‚pirnen' (Birnen), dieses ‚beren' (Beeren).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#beren"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-029-orig" n="zeltel" resp="#fyndling">Kleine, flache, dünne Teigfladen (Edition: ‚flache, dünne Kuchen'), die als Hülle für die Füllung dienen - nicht zu verwechseln mit ‚Zeltel' im Sinn von Lebkuchen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-029-orig" n="krapffen" resp="#fyndling">Gefüllte Teigtaschen, die in heißem Fett ausgebacken werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-029-orig" n="beren" resp="#fyndling">Beeren - so glossiert es die wissenschaftliche Edition ausdrücklich. ‚beren' (e-Vokal) = Beeren, ‚biren/piren/pirnen' (i-Vokal) = Birnen; der Vokal trennt die beiden. Obwohl ‚desgleichen' an das Birnen-Rezept ri15632-028 anschließt, ist die Frucht hier laut Schreibung und Edition Beeren - ‚desgleichen' meint die Methode, nicht die Frucht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#beren"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-029-orig" n="zeltel" resp="#fyndling">Kleine, flache, dünne Teigfladen (Edition: ‚flache, dünne Kuchen') als Hülle für die Füllung - nicht Lebkuchen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Eier, in Schmalz gebacken - der mittelalterliche Vorfahr der gefüllten Eier (‚Teufelseier'), hier zusätzlich frittiert. Hart gekochte Eier werden halbiert, der Dotter mit Petersilie verrührt und wieder eingefüllt, dann in Schmalz gebacken. Verwandt mit den gefüllten Eiern in Schmalz m725-019.

Technik. Eier hart kochen, längs halbieren, Dotter herauslösen und fein hacken. Petersilie unterhacken (‚wenn du sie bekommen kannst' - je nach Saison). Die Füllung zurück in die halben Eiweiße geben und das Ganze in heißem Schmalz backen.

Zum ‚gelb färben'. Die Anweisung gilbs daz (mach es gelb) läuft als feste Formel des Buches mit; weil die Dotterfüllung ohnehin gelb ist, wirkt das übliche Mittel (Safran) hier kaum als Farbe, sondern vor allem als Aroma- und Statusgewürz.

Praxis. Wie gefüllte Eier vorbereiten (Dotter mit gehackter Petersilie, etwas Salz, nach Belieben einer Prise Safran), in die Hälften füllen und mit der Füllseite nach unten in Schmalz goldbraun anbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-030-orig" n="Item" resp="#fyndling">Einleitungswort, bedeutet ‚fernerhin' oder ‚desgleichen', oft am Beginn neuer Rezepte.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-030-orig" n="gilbs daz" resp="#fyndling">‚Färbe es gelb' - eine feste Formel des Buches. Da die Dotter-Füllung ohnehin gelb ist, wirkt das übliche Färbemittel (Safran) hier kaum als Farbe, sondern vor allem als Aroma- und Statusgewürz; die ‚Färbung' ist weitgehend symbolisch.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-030-orig" n="ab du den gehaben mugst" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsch für ‚wenn du sie bekommen kannst' - die Petersilie ist also je nach Verfügbarkeit/Saison optional.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-030-orig" n="toter / toters stat" resp="#fyndling">‚Dotter / an die Stelle des Dotters'. ‚Toter' ist bairisch für Dotter; ‚toters stat' = an die Stelle des Dotters (zurückfüllen).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-030-orig" n="gilbs daz" resp="#fyndling">‚Färbe es gelb' - die Standardformel ‚würzen und färben' läuft hier schematisch mit. Da die Dotterfüllung schon gelb ist, ist das übliche Färbemittel (Safran) eher Aroma/Status als echte Farbe; ein konkretes Färbemittel nennt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das ‚ganze' Gegenstück zu den halbierten gefüllten Eiern ri15632-030: Während dort das Ei aufgeschnitten wird, soll es hier ganz bleiben - die Eierschale dient als Form. Verwandt mit den gefüllten Eiern in Schalen m725-019.

Ehrlich gesagt: ein sperriges Rezept. Der Text ist knapp und das Ergebnis bescheiden - ein in der Schale neu gegartes Ei ohne jede Würze in der Füllung; der Geschmack kommt allein aus der schwarzen Pfeffersauce, in der es serviert wird. So wie es überliefert ist, ist es zudem fummelig bis kaum sauber auszuführen. Wir geben es als Kuriosum wieder, nicht als bewährte Anleitung.

Was der Text sagt. Eier weich sieden (len = weich), an der Spitze öffnen, den Inhalt herauslösen; in wenig Schmalz unter Rühren fest rösten (nicht anbrennen); zurück in die leere Schale (gucken) füllen, in heißem Schmalz fest frittieren, schälen und in schwartzem pfeffer (dunkle, brotgebundene Pfeffersauce, vgl. boc-018a) anrichten.

Knackpunkt. Weich gegarten, dann gebratenen Eiinhalt wieder in eine intakte Schale zu füllen und zu frittieren, lässt sich praktisch kaum verlässlich hinbekommen - und gewürzt ist dabei nichts. Die nachvollziehbarere und lohnendere Variante ist das halbierte Schwester-Rezept ri15632-030.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-031-orig" n="len" resp="#fyndling">‚len' bedeutet weich: die Eier werden weich gesotten (so lässt sich das Innere herauslösen). Die Handschrift hat ‚leu' (sinnlos), die wissenschaftliche Edition emendiert zu ‚len' = weich. Nicht ‚lange'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#len"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-031-orig" n="gucken" resp="#fyndling">Eierschalen. Die leeren Schalen werden hier als Form wiederverwendet, um die geröstete Eimasse erneut zu füllen und auszubacken.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#gucken"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-031-orig" n="schwartzen pfeffer" resp="#fyndling">Im mittelalterlichen Kontext bezeichnet ‚Pfeffer' oft eine würzige, dunkle, brotgebundene Sauce, nicht nur das Gewürz. Siehe Pfeffersauce.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-031-orig" n="len" resp="#fyndling">‚len' = weich: die Eier werden zunächst weich gesotten, damit sich das noch weiche Innere herauslösen und in der Pfanne fertig rösten lässt. So liest es die wissenschaftliche Edition; die Handschrift schreibt ‚leu', was keinen Sinn ergibt. NICHT ‚lange'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#len"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-031-orig" n="rastz" resp="#fyndling">‚rösten/anbraten'. Das herausgenommene Ei wird in der Pfanne mit Schmalz unter Rühren geröstet, bis es fest wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-031-orig" n="schwartzen pfeffer" resp="#fyndling">‚Schwarze Pfeffersauce'. Die gefüllten Eier werden in einer dunklen, brotgebundenen und kräftig gewürzten Sauce angerichtet - ‚Pfeffer' meint hier das Saucengericht, nicht das Gewürz allein.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Käse-Krapfen (oder -Küchlein) mit einer Eigelb-Milch-Sauce - geriebener Käse, mit etwas Mehl und Ei zu einem Teig angerührt und löffelweise in Schmalz ausgebacken. Verwandt mit den Ziger-Käse-Küchlein rfk-046 und den Käsekrapfen in Hufeisenform rfk-041.

Technik. Geriebenen Käse mit wenig Mehl und Eiern zu einem dicken Teig anrühren und vor dem Backen gelb färben (gilb den taig, typisch mit Safran - hier eine echte Färbung, da der Käseteig hell ist). Mit dem Löffel in kleinen und großen Portionen in heißes Schmalz geben und ausbacken.

Die Sauce (prüe): Eigelb und Milch gut verrühren und beim Anrichten sieden - eine zarte Eier-Milch-Sauce, die nur eindicken, nicht gerinnen darf (kleine Hitze, stetig rühren).

Praxis. Würzigen Hartkäse (Berg- oder Alpkäse) reiben, mit 1-2 EL Mehl und Eiern zu einem dicken, löffelfähigen Teig binden, eine Prise Safran für die Farbe. In reichlich heißem Schmalz goldbraun ausbacken. Die Eigelb-Milch-Sauce wie eine helle Sauce bei kleiner Hitze unter Rühren eindicken.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-032-orig" n="kraphen ader chuechel" resp="#fyndling">Bezeichnet frittiertes Gebäck, ähnlich heutigen Krapfen oder Küchlein. Im Mittelalter waren dies oft herzhafte Speisen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-032-orig" n="gilb den taig vor" resp="#fyndling">Die Anweisung, den Teig gelb zu färben, wurde im Mittelalter oft mit Safran erreicht, einem teuren Gewürz, das Speisen eine leuchtend goldene Farbe verlieh. Alternativ konnte auch zusätzliches Eigelb verwendet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-032-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Tierisches Fett, meist Schweineschmalz, das zum Frittieren verwendet wurde. In der Fastenzeit wurde es durch Pflanzenöl oder Mandelmilch-Fett ersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-032-orig" n="gilb den taig vor" resp="#fyndling">Die Anweisung, den Teig vor dem Frittieren gelb zu färben. Dies wurde im Mittelalter typischerweise mit Safran oder zusätzlichem Eigelb erreicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-032-orig" n="sewdt" resp="#fyndling">Ich habe 'sewdt' als 'sieden' (sanft kochen/erhitzen) übersetzt, da dies die gängigste Bedeutung für ähnliche Formen in frühneuhochdeutschen Kochtexten ist und im Kontext einer Eigelb-Milch-Sauce Sinn ergibt, um ein Gerinnen zu vermeiden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geplant waren gefüllte Apfel-Krapfen - die Anleitung fehlt aber: im Manuskript steht nur die Überschrift, dann bricht der Text ab (auch die wissenschaftliche Edition bestätigt die Lücke). Wir erfinden hier nichts dazu.

Wie es gegangen wäre. Die unmittelbaren Verwandten zeigen das Verfahren: Äpfel (ggf. mit Birnen) anbraten, mit Ei, Honig/Zucker und Gewürz zu einer Füllung mörsern, in einen Eier-Mehl-Teig einschlagen und in Schmalz ausbacken - siehe die gefüllten Obst-Krapfen kkm-082, die Fasten-Krapfen mit Walnuss-Apfel bgs-060 und das Schwester-Rezept Beeren-Krapfen ri15632-029.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-033-orig" n="gefult kraphen mit apfelen" resp="#fyndling">‚Gefüllte Krapfen mit Äpfeln' - die Überschrift des Rezepts. Mehr überliefert die Handschrift nicht: der Text bricht nach dem Titel ab (so auch in der wissenschaftlichen Edition vermerkt).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-033-orig" n="apfelen" resp="#fyndling">‚Äpfel' - im Kontext gefüllter Krapfen die eindeutige Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-033-orig" n="Rezeptinhalt" resp="#fyndling">Das Rezept ist unvollständig und enthält nur den Titel; die Handschrift bricht danach ab. Wir rekonstruieren keine Zubereitungsschritte und erfinden keine Zutaten, sondern verweisen für die Methode auf die verwandten Krapfen-Rezepte.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Fischgallerte (galrei von vischen) - kalt serviert, mit Nelken, Mandeln und Zucker; die typische süß-würzige Fastenspeise der gehobenen Küche. Verwandt mit dem Sulzfisch teg-009 und der meisterlichen Fischgallerte kkm-007.

Das Geliermittel - der Clou. Die Fischschuppen werden im Mörser zerstoßen, durch ein Tuch geschlagen und mit dem Fisch gesotten: Schuppen (und Fischhaut) sind kollagenreich und liefern die Gelatine, die die Gallerte fest werden lässt. Wer hat, nimmt stattdessen Hausenblase (Stör-Schwimmblase, hausen plateren), das klassische Klär- und Geliermittel - sie ist die ausdrücklich genannte Alternative (‚auch gut').

Würze. Gestoßene Nelken, Mandelkerne und Zucker geben die süß-würzige Note; beim Erkalten geliert die Brühe.

Praxis (heute). Fischschuppen sind heute unüblich; ersatzweise Fischhaut und -gräten auskochen oder Fisch-Gelatine bzw. Hausenblase verwenden. Den geklärten, gewürzten Sud über pochiertem Fisch erkalten lassen, bis er schnittfest steht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-034-orig" n="galrei" resp="#fyndling">Eine Gallerte/Sülze ist eine gelierte, kalt servierte Speise. Im Mittelalter bei Fisch oft süß-würzig (mit Zucker und Nelken) abgeschmeckt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-034-orig" n="visch schueppen" resp="#fyndling">Die Fischschuppen: sie werden im Mörser zerstoßen und durch ein Tuch geschlagen. Die kollagenreichen Schuppen liefern beim Sieden die Gelatine, die die Gallerte bindet. So liest es auch die wissenschaftliche Edition - eine Verb-Lesart (‚den Fisch schuppen') verkennt, dass die Schuppen hier das Geliermittel sind; die Hausenblase ist die ausdrücklich genannte Alternative.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#visch-schueppen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-034-orig" n="hausen plateren" resp="#fyndling">Hausenblase (Ichthyokoll), gewonnen aus der Schwimmblase des Hausens (einer Störart) - ein klassisches Klär- und Geliermittel. Hier die Alternative zu den Fischschuppen (‚auch gut').<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hausen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-034-orig" n="nagel lein" resp="#fyndling">Nelken, ein im Mittelalter geschätztes, intensives Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-034-orig" n="mandel keren" resp="#fyndling">Mandelkerne, in der mittelalterlichen Küche vielfach verwendet - hier für Geschmack und feine Textur der süßen Fischgallerte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-034-orig" n="visch schueppen" resp="#fyndling">Fischschuppen (Substantiv): die abgeschabten Schuppen werden im Mörser zerstoßen, durch ein Tuch geschlagen und mit dem Fisch gesotten - die kollagenreichen Schuppen sind das Geliermittel. So liest es die wissenschaftliche Edition; bestätigt durch die Logik des Rezepts, das die Hausenblase als gleichwertige Geliermittel-Alternative nennt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#visch-schueppen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-034-orig" n="czucker" resp="#fyndling">‚Zucker' als Süßungsmittel - die süße Note der Fischgallerte.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fleisch-Gallerte (Sülze) aus Hühner- und Schweineknochen und Kalbsfüßen - die klassische kollagenreiche Basis, die beim Erkalten zu schnittfestem Aspik geliert. Eng verwandt mit der Kalbsfuß-Gallerte m384-064 und der Fleisch-/Fisch-Gallerte men-251; im selben Buch das kollagenreiche Pendant zur Reh-Haut-Sülze ri15632-017.

Technik. Hühner- und Schweineknochen mit Kalbsfüßen leicht sieden (klain sieden = sanft, damit die Brühe klar bleibt), bis Knochen und Füße weich sind und das Kollagen austritt. Die weichgekochten Kalbsfüße durch ein Tuch passieren, um feste Teile abzutrennen und eine klare, gelatinereiche Flüssigkeit zu gewinnen.

Praxis. Der Text ist knapp - die übliche Vollendung (mit Essig oder Wein und Gewürzen abschmecken, ggf. mit Eiweiß klären, in Förmchen erkalten lassen) zeigt die ausführliche Schwester m384-064. Kalbsfüße und Knochen 4-6 Stunden sanft auskochen, abseihen, würzen, kalt stellen, bis die Gallerte steht.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-035-orig" n="galrayd" resp="#fyndling">Eine Gallerte/Sülze ist eine gelierte, kalt servierte Speise. Sie wird beim Abkühlen durch den hohen Kollagengehalt von Knochen, Knorpeln und Füßen fest und diente als festliche Speise und zur Vorratshaltung.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-035-orig" n="klain sieden" resp="#fyndling">‚Klain sieden' = leicht/sanft sieden (so auch die wissenschaftliche Edition): bei niedriger Temperatur, damit die Brühe klar bleibt und das Kollagen optimal austritt - nicht ‚in kleinen Mengen'.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-035-orig" n="schlach die kalb fueß durch ein thuech" resp="#fyndling">Die weichgekochten Kalbsfüße durch ein Tuch passieren/durchtreiben - so trennt man feste Bestandteile ab und gewinnt die klare, gelatinehaltige Flüssigkeit für die Gallerte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-035-orig" n="klain sieden" resp="#fyndling">‚Leicht/sanft sieden' (so die wissenschaftliche Edition): bei niedriger Temperatur köcheln, damit die Brühe klar bleibt und das Kollagen austritt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-035-orig" n="schlach ... durch ein thuech" resp="#fyndling">‚Durch ein Tuch schlagen' = passieren/durchtreiben, um feste Teile abzutrennen und die klare Gelatine-Flüssigkeit zu gewinnen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Aal am Spieß, beim Braten mit einer Mischung aus Butter, Essig und Wein begossen - die Säure schneidet das fette Aalfleisch, die Butter hält es saftig. Verwandt mit dem gebratenen Aal mit Kräuterfüllung kkm-019.

Technik. Den Aal in mundgerechte Stücke schneiden, salzen, auf ein dünnes Spießchen (spisslen) stecken und über der Glut braten. Während des Bratens immer wieder mit der verrührten Butter-Essig-Wein-Mischung beträufeln (betrauf) - eine Bratbegießung, keine vorherige Marinade.

Praxis. Aalstücke salzen, auf Spieße oder einen Rost über mittlerer Glut garen, dabei mehrfach mit zerlassener Butter, einem Schuss Wein und Essig bestreichen. In der Fastenzeit Butter durch Öl ersetzen. Frischer Aal muss gekühlt sein.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="all" resp="#fyndling">‚all' = Aal (so auch die wissenschaftliche Edition). Der fette Flussfisch wurde gern gebraten und mit Säure (Essig/Wein) ausbalanciert.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="zw stucken" resp="#fyndling">‚zw stucken' = zu Stücken, also in Stücke schneiden (nicht ‚in zwei Stücke'; ‚zw' steht hier für ‚zu').</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="spisslen" resp="#fyndling">Diminutiv von Spieß = kleines Spießchen. Die Aalstücke werden zum Braten darauf gesteckt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-036-orig" n="betrauf in mit puteren" resp="#fyndling">‚beträufle ihn mit Butter' - der Aal wird beim Braten mit der Butter-Essig-Wein-Mischung begossen (puteren = Butter). Eine Bratbegießung, kein vorheriges Einlegen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-036-orig" n="spisslen" resp="#fyndling">‚kleines Spießchen' (Diminutiv von Spieß); die Aalstücke werden darauf gesteckt und über der Glut gebraten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-036-orig" n="zw stucken" resp="#fyndling">‚zu Stücken' = in Stücke schneiden. ‚zw' = ‚zu', nicht ‚zwei' - so liest es auch die wissenschaftliche Edition (‚in Stücke').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes Lungenmus (gemüeß von lungel) - gekochte Lunge, fein zerkleinert, mit Semmelbröseln gebunden und gewürzt. Eine der einfachen Innereien-Resteküchen des Spätmittelalters; verwandt mit anderen Lungengerichten wie den frittierten Lungenbällchen koe-008 und der Lungen-Hirn-Wurst rfk-028.

Technik. Die Lunge (Rind, Kalb oder Schwein) erst weich kochen, dann fein hacken. Semmelbrösel (prosen = Brotkrumen, kein Mehl) unterreiben - sie binden die Masse zu einem sämigen Mus -, danach mit Pfeffer und Ingwer abschmecken.

Praxis. Gekochte Lunge sehr fein hacken oder wolfen, mit eingeweichten oder trockenen Semmelbröseln und etwas Brühe zu einem streichfähigen Mus verrühren, kräftig würzen. Als herzhafte, günstige Beilage oder Brotaufstrich.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-037-orig" n="gemueß" resp="#fyndling">Im Mittelhochdeutschen bezeichnet ‚Mus' (mhd. muos) eine breiige Speise, einen Eintopf oder ein Püree, nicht zwingend Gemüse im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-037-orig" n="lungel" resp="#fyndling">Lunge als Innerei. Sie wird zuerst gar gekocht - roh ist Lunge zäh und ungenießbar; der knappe Text setzt das Garen als selbstverständlich voraus und nennt es nicht. Erst die gekochte Lunge wird fein zerkleinert und mit Bröseln zum Mus verarbeitet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-037-orig" n="prosen" resp="#fyndling">‚Prosen' (mhd. brōse) sind Brösel oder Brotkrumen, die hier als Bindemittel und zur Texturgebung dienen - aus altbackenem Brot gerieben (Ehlert: ‚Krumen, Brosamen').</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-037-orig" n="gewurtz" resp="#fyndling">‚Gewürz' (Gewürze) als allgemeine Bezeichnung. Typisch waren Pfeffer, Ingwer, Nelken, Safran - je nach Anlass.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-037-orig" n="[Garen der Lunge - im Text nicht genannt]" resp="#fyndling">Die Lunge wird zuerst gar gekocht, bevor sie zum Mus verarbeitet wird. Der Text nennt den Garschritt nicht (er galt als selbstverständlich), aber roh ist Lunge zäh und ungenießbar - sie wird stets gekocht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-037-orig" n="prosen" resp="#fyndling">‚Brösel' (Brotkrumen) als Bindemittel - so auch in Ehlerts Glossar (‚Krumen, Brosamen'). Das Verb ‚reiben' passt dazu.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Angekündigt ist ein gebratenes Spanferkel (span väckel) - überliefert ist aber nur ein Bruchstück: gekochte, gehackte Eier mit Zwiebel und Ingwer. Die wissenschaftliche Edition vermerkt ausdrücklich einen Abschreibefehler - die Schritte ergeben in dieser Abfolge wenig Sinn und passen nicht zum angekündigten Spanferkel. Wir geben sie wieder, wie sie dastehen, und dichten nichts hinzu.

Wie es gemeint war. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das die Füllung für das Spanferkel, das eigentliche Braten am Spieß fehlt im Text. Wie ein gefülltes Spanferkel vollständig gemacht wird, zeigt das Schwester-Rezept rfk-051: Eier in Schmalz, Lunge (statt/neben Zwiebel) untergehackt, gewürzt, damit gefüllt, abgebrüht und am Spieß gebraten.

Praxis. Für die überlieferte Mischung: vier Eier hart kochen, fein hacken, mit gehackter Zwiebel mischen und kräftig mit Ingwer würzen - als Füllung für einen Braten. Das Spanferkel selbst nach rfk-051 zubereiten.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-038-orig" n="span väckel" resp="#fyndling">‚span väckel' = Spanferkel (junges Milchschwein). Das Rezept kündigt ein gebratenes Spanferkel an, liefert aber nur eine Eier-Zwiebel-Ingwer-Mischung - die Edition vermutet hier einen Abschreibefehler.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-038-orig" n="czwifel" resp="#fyndling">‚czwifel' = Zwiebel (bairische Schreibung), unter die gehackten Eier gemischt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-038-orig" n="puluer ... mit ymber" resp="#fyndling">Die Basistranskription liest ‚puluer daz wol mit ymber' = ‚würze es gut mit Ingwer' (puluer als Verb = mit Pulver/Gewürz bestäuben; ymber = Ingwer). Die wissenschaftliche Edition liest hier ‚pach ez' (back es) - bei diesem nachweislich fehlerhaft überlieferten Rezept bleibt die Stelle unsicher.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-038-orig" n="Rezept unvollständig / fehlerhaft" resp="#fyndling">Das Rezept ist nach Einschätzung der wissenschaftlichen Edition fehlerhaft überliefert (Abschreibefehler): Die Schritte (Eier kochen, hacken, Zwiebel, Ingwer) ergeben für ein ‚gebratenes Spanferkel' keine vollständige Anleitung. Wahrscheinlich ist nur die Füllung erhalten; das Braten des Ferkels fehlt. Für die vollständige Methode siehe rfk-051.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-038-orig" n="puluer / pach ez" resp="#fyndling">Basistranskription ‚puluer' (= würzen/bestäuben, hier mit Ingwer); wissenschaftliche Edition ‚pach ez' (= back es). Bei diesem korrupt überlieferten Rezept nicht sicher zu entscheiden; inhaltlich plausibel ist ‚gut mit Ingwer würzen'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#puluer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-038-orig" n="czwifel" resp="#fyndling">Zwiebel (bairische Schreibung), unter die gehackten Eier gemischt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Leberpaste vom jungen Schwein - im Text leber sultz genannt, aber keine gelierte Sülze, sondern eine fein gemörserte, gewürzte Lebermasse (mangels Geliermittel). Verwandt mit der Leber-Clapworst rfk-033 und den Figatelli ant-080; im selben Buch nahe am Hirschlebermus ri15632-016.

Erst garen - nicht roh! Der knappe Text nennt es nicht, aber die Leber wird zuerst gegart, nicht roh verarbeitet: das Schwester-Rezept ri15632-016 brät die Leber ausdrücklich, bevor sie in den Mörser kommt. Also Leber braten (oder kochen), abkühlen lassen, erst dann zerstoßen.

Technik. Die gegarte Leber im Steinmörser (morser stain) zerstoßen, 6-8 hart gekochte Eier und Semmelbrösel (semel proß) dazugeben und alles zu einer feinen Paste mörsern. Die Masse mit gekochtem Wein (eingekocht, süßlich) oder gutem sauren Wein (bzw. Verjus) durch ein Tuch passieren, mit Safran gelb färben und kräftig würzen.

Süß-sauer + Farbe. Der Wein bringt die Säure, Safran die höfische gelbe Farbe (hier echte Färbung, da die Lebermasse von sich aus dunkel ist). Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat nach Geschmack.

Praxis. Schweineleber (ersatzweise Kalbsleber) braten, dann mit gehackten hartgekochten Eiern und eingeweichten Semmelbröseln fein pürieren, mit Wein/Verjus glatt rühren, durch ein Sieb streichen, mit Safran und Gewürzen abschmecken. Kalt als Brotaufstrich oder feine Vorspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-039-orig" n="morser stain" resp="#fyndling">Ein großer Mörser aus Stein, der im Mittelalter zum Zerkleinern und Pürieren von Fleisch und anderen Zutaten verwendet wurde, ähnlich einer modernen Küchenmaschine.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-039-orig" n="semel proß" resp="#fyndling">Feine Semmelbrösel oder geriebenes Weißbrot, das als Bindemittel und zur Texturgebung dient. Im Mittelalter wurde oft Brot anstelle von Mehl zum Binden von Speisen verwendet.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-039-orig" n="gilb daz mit saffran" resp="#fyndling">Safran war ein sehr teures Gewürz und wurde nicht nur wegen seines Aromas, sondern auch wegen seiner intensiven gelben Farbe geschätzt, die Speisen optisch aufwertete und den Status des Gastgebers unterstrich.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-039-orig" n="stell ez wol mit anderem gewurtz" resp="#fyndling">Die Anweisung, 'gut mit anderen Gewürzen' abzuschmecken, deutet auf die damals üblichen Gewürzmischungen hin, die oft Pfeffer, Ingwer, Nelken und Muskat enthielten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-039-orig" n="[Garen der Leber - im Text nicht genannt]" resp="#fyndling">Die Leber wird zuerst gegart (gebraten oder gekocht), nicht roh verarbeitet. Der Text nennt diesen Schritt nicht - das war als selbstverständlich vorausgesetzt -, aber das fast gleichlautende Schwester-Rezept ri15632-016 brät die Leber ausdrücklich vor dem Mörsern. Roh wäre die Leber weder sicher noch sinnvoll zu einer Paste zu verarbeiten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-039-orig" n="sultz" resp="#fyndling">Hier eine feine Leberpaste, keine gelierte Sülze im modernen Sinn - es werden keine Geliermittel genannt. Das Wort sultz steht im Original, meint aber die passierte, gewürzte Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-039-orig" n="semel proß" resp="#fyndling">Semmelbrösel (geriebenes Weißbrot), zur Bindung und Textur - nicht Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-039-orig" n="gesoten wein" resp="#fyndling">‚gekochter Wein' = eingekochter, dadurch süßlich-konzentrierter Wein. Alternativ ‚guter saurer Wein' (bzw. Verjus) für die Säure.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine grüne Kräuter-Salse für den Mai - im Kern der Vorfahr von Salsa verde und Frankfurter Grüner Soße: eine frische, säuerliche Kräutertunke. Der Clou ist die Haltbarmachung: die Kräuter werden getrocknet und übers Jahr bei Bedarf wieder angerührt. Fast identisch mit der grünen Mai-Salse m811-003 (Cgm 811); verwandt mit der grünen Kräutersauce foc-136.

Technik (Konservierung). Petersilie, Pfefferkraut und Mangoldblätter fein hacken. Früh am Morgen den Tau in einem weißen Tuch auffangen, die Kräuter hineinlegen, in ein flaches Trog-Gefäß (molter) geben und in die Sonne stellen, bis sie staubtrocken (stupp) sind. In Tierblasen (heute: luftdichte Gläser) abfüllen. Bei Bedarf mit Wein oder Essig wieder anrühren - fertig ist die Salse.

Warum Tau? Die sanfte Feuchte aus dem Morgentau lässt die Kräuter langsam und schonend trocknen, ohne sie in der prallen Sonne zu verbrennen - so bleibt mehr Farbe und Aroma.

Praxis. Wer es heute nachstellt: Kräuter fein hacken und schonend trocknen (Dörrgerät niedrig oder luftig im Schatten), trocken und luftdicht lagern. Zum Servieren mit Wein, Essig (und etwas Öl) zu einer grünen Sauce anrühren - passt zu Braten und Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-040-orig" n="pfeffer kraut" resp="#fyndling">Bezeichnet hier vermutlich eine Art Kresse (Lepidium sativum oder latifolium) oder ein anderes Kraut mit pfeffrigem Geschmack. Im Mittelalter war der Begriff ‚Pfefferkraut' nicht auf eine einzelne Pflanze festgelegt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-040-orig" n="taw" resp="#fyndling">Der Tau wurde gesammelt, um die Kräuter sanft zu befeuchten und so die ätherischen Öle beim Trocknen besser zu konservieren oder eine sanftere Trocknung zu ermöglichen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-040-orig" n="molter" resp="#fyndling">Ein ‚Molter' war ursprünglich ein Getreidemaß oder ein Mahlgefäß. Im Kontext dieses Rezepts ist es wahrscheinlich ein flaches Gefäß oder eine Schale zum Ausbreiten und Trocknen der Kräuter.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#molter"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-040-orig" n="blasen" resp="#fyndling">Tierische Blasen (z.B. Schweinsblasen) wurden im Mittelalter häufig als luftdichte und flexible Behälter zur Aufbewahrung von getrockneten Kräutern, Gewürzen oder Flüssigkeiten verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-040-orig" n="netz ab" resp="#fyndling">Bedeutet hier, die getrockneten Kräuter mit Wein oder Essig zu befeuchten, um sie für die Verwendung als Sauce oder Würze wieder geschmeidig zu machen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-040-orig" n="pfeffer kraut" resp="#fyndling">Kresse. Die Kombination mit Petersilie und Mangold deutet auf ein frisches, pfeffriges Kraut hin.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-040-orig" n="molter" resp="#fyndling">Ein flaches Gefäß oder eine Schale zum Trocknen. Die Anweisung, die Kräuter 'wie Staub' trocknen zu lassen, passt gut zu einem Ausbreiten in einem solchen Behälter.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#molter"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine säuerlich-fruchtige Tunke aus zerstoßenen Weintrauben und sauren Äpfeln, mit Wein oder Essig vermischt und ausgepresst - es ist der Saft, der die Sauce bildet. Im romanischen Raum heißt so etwas Agrest/Agraz (verjus-artig). Fast wortgleich mit der Salse m811-001 (dort steht auch der welsche Name), verwandt mit der Agraz-Sauce bgs-032a.

Wozu? Die Säure schneidet Fett - darum ausdrücklich zu saftigen Braten und zu Fisch. Eine kalte, ungekochte Würztunke, kein gekochtes Gericht.

Praxis. Saure (notfalls reife) Trauben mit sauren Äpfeln im Mörser zerstoßen, mit etwas Wein oder Verjus/Essig mischen, durch ein Tuch pressen und den Saft als frische Sauce reichen. Frisch verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-041-orig" n="salsen" resp="#fyndling">‚Salse' (von lat. salsa) ist eine würzige Tunke/Sauce - hier eine säuerliche Fruchtsauce, der Vorfahr von Agrest/Agraz und verwandt mit verjus-basierten Saucen. Nicht mit ‚Salz' verwechseln.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-041-orig" n="thue den safft dar auß" resp="#fyndling">‚presse den Saft heraus' - es wird der ausgepresste Saft verwendet, nicht das ganze Mus; das macht die Sauce klar und scharf-säuerlich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-041-orig" n="saweren apfelen" resp="#fyndling">‚Saure Äpfel' - eine direkte und plausible Übersetzung des frühneuhochdeutschen Begriffs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-041-orig" n="safft" resp="#fyndling">‚Saft' - eine direkte und plausible Übersetzung des frühneuhochdeutschen Begriffs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-041-orig" n="safftigen" resp="#fyndling">‚saftigen' - eine direkte und plausible Übersetzung des frühneuhochdeutschen Begriffs.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Latwerge aus Weichselkirschen - ein dick eingekochtes, gewürztes Fruchtmus zur Vorratshaltung, im Geist verwandt mit Powidl/Pflaumenmus. Verwandt mit der Quitten-Latwerge kkm-106 (die sich ausdrücklich auf diese Weichsel-Methode beruft) und der Schwester-Latwerge aus Weinbeeren ri15632-043.

Technik. Die Kirschen ohne Flüssigkeit im Topf auf der Glut anziehen lassen (sie ziehen ihren eigenen Saft), abkühlen und durch ein Tuch streichen (entkernen/entfasern). Das Mus im Kessel über Glut bis zur Dicke einkochen, dann Honig und geriebenen Lebkuchen (leczelten) einrühren - der Lebkuchen bringt Süße, Bindung und Gewürzaroma zugleich - und gut würzen. Fertig ist es, wenn die Masse so dick ist, dass man kaum noch rühren kann.

Praxis. Entsteinte Sauerkirschen ohne Wasser weich köcheln, passieren, lange einreduzieren, mit Honig und 1-2 EL geriebenem Lebkuchen sowie Zimt/Nelken abschmecken, bis es zähflüssig-dick ist. Heiß in Gläser füllen - hält dann monatelang.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="latwaring" resp="#fyndling">Eine ‚Latwerge' (von mittellateinisch electuarium) ist ein eingekochter Fruchtaufstrich oder ein Mus, das durch Reduktion und Zugabe von Süßmitteln und Gewürzen haltbar gemacht wird. Sie diente als Brotaufstrich, Süßspeise oder auch als medizinische Zubereitung.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="weychseln" resp="#fyndling">Hier sind Weichselkirschen gemeint, eine Sorte der Sauerkirsche. Sie sind kleiner und herber als Süßkirschen und eignen sich hervorragend für Konfitüren und Latwergen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Ein einfacher Kochtopf, meist aus Keramik oder Metall.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="glut" resp="#fyndling">Glühende Holzkohle oder Holzscheite, die eine gleichmäßige Hitze abgeben, ideal zum langsamen Köcheln und Reduzieren.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="thuech" resp="#fyndling">Ein feines Leinentuch, das zum Passieren von Flüssigkeiten oder Mus verwendet wurde, um Kerne, Schalenreste oder Fasern zu entfernen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="kessel" resp="#fyndling">Ein großer Kochkessel, oft aus Kupfer oder Eisen, der über dem Feuer hing oder auf einem Dreifuß stand.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="drifueß" resp="#fyndling">Ein Dreifuß aus Eisen, auf den ein Kessel gestellt werden konnte, um ihn über dem offenen Feuer oder Glut zu erhitzen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Bezeichnet hier geriebenen Lebkuchen oder ein ähnliches Gewürzgebäck. Lebkuchen war im Mittelalter ein beliebtes, oft mit Honig gesüßtes und stark gewürztes Gebäck, das auch als Zutat in anderen Speisen verwendet wurde, um Süße, Bindung und Aroma zu geben.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-042-orig" n="gewurtz ez wol" resp="#fyndling">Die Anweisung, ‚gut zu würzen', deutet auf die Verwendung der damals üblichen und geschätzten Gewürze hin. Dazu gehörten oft Zimt, Nelken, Ingwer, Muskat und Pfeffer, die nicht nur Geschmack, sondern auch einen gewissen Status verliehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-042-orig" n="furstar" resp="#fyndling">Unsicheres Wort: in der Handschrift kaum lesbar, die wissenschaftliche Edition vermerkt ausdrücklich ‚Sinn unklar'. Aus dem Kontext (‚rühre es … und wenn du es nicht mehr rühren kannst, so hat es genug') ist die Handlung dennoch eindeutig: weiterrühren, bis die Masse so dick ist, dass es kaum noch geht. Die genaue Wortbedeutung (etwa ‚fürder/weiter' oder ‚kräftig') bleibt offen - der Sinn nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-042-orig" n="latwaring" resp="#fyndling">‚Latwerge' im Sinne eines eingekochten Fruchtmuses/Aufstrichs - Reduktion und Süßung passen dazu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-042-orig" n="weychseln" resp="#fyndling">Weichselkirschen (Sauerkirschen) - die spezifische, im bairischen Raum geläufige Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-042-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Geriebener Lebkuchen (festes Gewürzgebäck) - bringt Süße, Bindung und Gewürzaroma zugleich; das ‚geriben' (gerieben) bestätigt ein reibbares Gebäck.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Latwerge aus Weintrauben, so weit eingekocht und getrocknet, dass sie schnittfest wird - ein Fruchtleder/Fruchtbrot, vergleichbar mit Quittenbrot (Membrillo). Schwester der Weichsel-Latwerge ri15632-042; verwandt mit der gewürzten Birnen-Latwerge kkm-107 und der würzigen Traubensauce mar-108.

Frische Trauben, nicht Rosinen - eine Seltenheit. Das "prich die per ab dem kammen" (brich die Beeren vom Stiel/kammen = Traubenstiel) allein wäre kein zwingender Beweis fuer frische Trauben - getrocknete Rosinen wurden mittelalterlich auch als ganze, am Stiel getrocknete Dolden gehandelt und mussten ebenso entstielt werden. Entscheidend ist die Kochanweisung: Ohne zugesetztes Wasser "zu sieden" (syeden) zu beginnen, setzt den hohen Wasseranteil frischer Trauben voraus - trockene Rosinen (nur rund 15-20% Restfeuchte) würden dabei verkohlen statt zu kochen. Von rund 70 Rezepten im Korpus, die "Weinbeeren" nennen, sind dieses Rezept und sein Mondsee-Zwilling (mon-035) die einzigen zwei, die auf frischer Traube statt Rosinen aufbauen.

Technik. Trauben ohne Wasser im Kessel auf Glut anziehen lassen, abkühlen, durch ein Tuch streichen (Kerne/Schalen raus), dann gut einkochen, kräftig würzen, auf ein Brett gießen und sechs Tage erkalten/trocknen lassen, bis man es schneiden kann.

Praxis. Trauben entstielen, ohne Wasser weich köcheln, passieren, lange einreduzieren, mit Zimt/Ingwer/Nelken würzen, auf ein geöltes Brett/Backpapier dünn streichen und an der Luft (oder im Ofen niedrigst) trocknen, bis es fruchtleder-fest ist. In Stücke schneiden - eine haltbare Süßigkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-043-orig" n="latwaring" resp="#fyndling">Eine ‚Latwerge' (von mittellateinisch electuarium) ist eine Art dickes Fruchtmus oder eine feste Paste, die durch Einkochen und Trocknen haltbar gemacht wird. Sie konnte sowohl als Süßigkeit als auch als Heilmittel dienen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-043-orig" n="kammen" resp="#fyndling">Der ‚Kamm' bezeichnet hier den Stiel oder die Rispe, an der die einzelnen Weinbeeren wachsen. Die Beeren sollen von diesem Stielgerüst abgebrochen werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kammen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-043-orig" n="drifueß" resp="#fyndling">Ein ‚Dreifuß' ist ein Gestell mit drei Beinen, auf das ein Kochkessel gestellt wird, um ihn über einer Feuerstelle oder Glut zu platzieren.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-043-orig" n="syeden" resp="#fyndling">‚Sieden' bedeutet kochen oder zum Kochen bringen. Hier wird die Flüssigkeit der Weinbeeren durch Erhitzen reduziert.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-043-orig" n="streych sy durch ein thuech" resp="#fyndling">Die gekochte Fruchtmasse wird durch ein Tuch gestrichen, um Kerne und Schalen zu entfernen und eine feine, glatte Konsistenz zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-043-orig" n="wurtz ez wol ab mit gutem gewurtz" resp="#fyndling">‚Gute Gewürze' waren im Mittelalter oft teure Importgewürze wie Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat oder Galgant. Für eine Fruchtzubereitung wären süße Gewürze wie Zimt und Ingwer besonders passend.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-043-orig" n="latwaring" resp="#fyndling">‚Latwerge' (festes Fruchtmus/Fruchtleder) - die Schritte (Einkochen, Trocknen, Schneiden) ergeben eine schnittfeste Konserve.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-043-orig" n="kammen" resp="#fyndling">‚Kammen' = Stiel/Rispe der Weintrauben (Rappen); ‚ab dem kammen' = die Beeren vom Stiel brechen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kammen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-043-orig" n="schneydtz" resp="#fyndling">‚schneidest du sie' - frühneuhochdeutsche Verbform (Anweisung, die feste Latwerge zu schneiden).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-saures, eingemachtes Weißkraut - gekochter Weißkohl, kalt in einer Senf-Honig-Wein-Tunke mit Kümmel und Anis angemacht. Der Vorfahr von Senfkraut und süß-saurem Krautsalat; verwandt mit den süß-sauren Eingemachten wie dem Erdbeer-Relish rfk-068 und dem Winter-Kompost men-312.

Süß-sauer-Achse. Senf (scharf) + Honig (süß) + Wein (Säure) ergeben die typische Agrodolce-Würze; Kümmel und Anis sind die klassischen Kohl-Verträglichkeitsgewürze. Die Mengen ‚zwei Teile Senf, drei Teile Honig' sind ein Verhältnis (2:3), keine absolute Menge.

Praxis. Weißkohl in Stücke schneiden und weich kochen. Aus 2 Teilen Senf, 3 Teilen Honig und Wein eine glatte Tunke rühren, mit Kümmel und Anis abschmecken. Den abgetropften, noch warmen Kohl darin einlegen und durchziehen lassen; kalt servieren. Hält im Kühlen einige Tage.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-044-orig" n="haupper" resp="#fyndling">Bezeichnet hier die Köpfe von Gemüse; im Kontext von ‚Kraut' sind damit Weißkohlköpfe gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-044-orig" n="czway tayl seniff / drew tayl honigk" resp="#fyndling">‚Tayl' (Teile) ist eine relative Mengenangabe, die das Verhältnis der Zutaten zueinander beschreibt, nicht eine absolute Menge.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-044-orig" n="prue" resp="#fyndling">Bezieht sich hier auf die flüssige Mischung aus Senf, Honig und Wein, die als Marinade dient.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-044-orig" n="dez genueg sein" resp="#fyndling">Bedeutet ‚davon soll genug sein' oder ‚nach Geschmack', also eine flexible Mengenangabe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-044-orig" n="haupper" resp="#fyndling">Als ‚Kohlköpfe' interpretiert, da ‚Kraut' im Mittelhochdeutschen oft Kohl bedeutet und ‚Haupt' eine gängige Bezeichnung für den Kopf eines Kohls ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-044-orig" n="czway / drew" resp="#fyndling">Als ‚zwei' und ‚drei' übersetzt, was die gängige Lesart der frühneuhochdeutschen Schreibweise ‚cz' für ‚z' und ‚dr' für ‚drei' ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-044-orig" n="prue" resp="#fyndling">Als ‚Brühe' (im Sinne einer flüssigen Mischung/Marinade) übersetzt, da es sich um die Vermischung von flüssigen und halbflüssigen Zutaten handelt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-044-orig" n="kum" resp="#fyndling">Als ‚Kümmel' übersetzt, da dies in der bayerischen Küche des Mittelalters ein sehr gebräuchliches Gewürz für Krautgerichte war.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schaugericht: vierfarbig gefüllte Apfelspalten im Ausbackteig. Aufgeschnitten leuchten aus jeder Spalte vier verschiedene Farben. Fast identisch mit den frittierten gefüllten Apfelspalten koe-004 (Königsberger Kochbuch).

So wird gefüllt - der Knackpunkt. ‚Gerührte Eier' meint hier festes, gestocktes Rührei, nicht rohe flüssige Eier - sonst hielte in der Apfelspalte nichts. Ablauf: Apfel vierteln; aus jedem Viertel an der Innenkante das Kerngehäuse samt etwas Fruchtfleisch herausschneiden, sodass eine Mulde/Rinne entsteht. In jede Mulde ein andersfarbiges festes Rührei drücken und die Spalte mit einem Spießchen fixieren, damit Füllung und Apfel zusammenhalten.

Backen. Die gefüllten, gespießten Viertel durch dünnen Straubenteig (Ausbackteig) ziehen und in heißem Schmalz goldbraun frittieren. Dann aufschneiden (die vier Farben werden sichtbar) und mit Zucker bestreuen.

Die Farben (periodentreu). Ein Vier-Farben-Auszug aus unserem dokumentierten Speise-Regenbogen (siehe Farbstoffe); den vollen Regenbogen zeigen die siebenfarbigen Schaugerichte rfk-069 und mha-278. Das Rührei wird vor dem Stocken in vier Portionen geteilt und je gefärbt - z.B. Safran (gelb), ausgepresster Petersilien- oder Spinatsaft (grün), rotes Sandelholz/saunders (rot) und Kornblumen- oder Heidelbeersaft (blau). Keine moderne Lebensmittelfarbe nötig.

Apfelsorte. Da der Apfel roh ausgehöhlt, gefüllt und dann frittiert wird, braucht es eine feste Sorte, die dabei nicht zerfällt - Boskoop oder Elstar halten hier besser als moderne, sehr weiche Süßsorten wie Golden Delicious.

Praxis. Rührei in vier Portionen braten, je einfärben, fest stocken lassen. Apfelviertel aushöhlen, je eine Farbe einsetzen, spießen, durch dünnen Bier-/Pfannkuchenteig ziehen und bei ~170 °C ausbacken. Aufschneiden, zuckern, sofort servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-045-orig" n="pachens" resp="#fyndling">Gebäck, hier im Sinne eines frittierten Krapfens oder einer Pastete.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-045-orig" n="vierlay varb" resp="#fyndling">Vierlei Farbe. Die Eier werden in vier verschiedenen Farben eingefärbt, um ein optisch ansprechendes Gericht zu schaffen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-045-orig" n="schelf die vmb die den keren ist" resp="#fyndling">Wörtlich „die Schale/Hülle, die um den Kern ist“. Gemeint ist das Kerngehäuse des Apfels, nicht die äußere Schale.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-045-orig" n="strauben taig" resp="#fyndling">Ein dünner Teig, der typischerweise in heißem Fett frittiert wird, ähnlich den heutigen Strauben oder Auszogenen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kachelmus von Krebsen - ein sämiges Krebsmus, das (laut Buchtitel) in einer Kachel, also einem irdenen Topf, gekocht wird; am Rand ‚Krewssen' genannt. Die Farbe und der Geschmack kommen aus den mitverarbeiteten Schalen. Eng verwandt mit den gefüllten Krebsen/Krebsmus kkm-012.

Technik. Die Krebse schälen, Hälse (Schwänze) und Scheren als Schaustücke beiseitelegen. Die Schalen sehr fein zerstoßen und mit geriebener Semmel und etwas Essig durch ein Tuch streichen - so werden Farbe und Aroma der Schalen ausgezogen (die Schalen selbst bleiben im Tuch). Die passierte Masse mit einem Lebkuchen (leczelten, bindet + würzt + süßt) dick einkochen, würzen und bei der natürlichen rötlichen Farbe belassen (kein Färbemittel nötig). Zum Schluss Scheren und Schwänze einlegen, sodass sie oben herausschauen.

Praxis. Flusskrebse kochen, Schwänze/Scheren auslösen. Die Schalen mörsern, mit eingeweichter Semmel und einem Schuss Essig zu einer Paste verarbeiten und durch ein Sieb streichen; mit etwas geriebenem Lebkuchen sämig einkochen, würzen (Pfeffer/Ingwer). Als Schauteller mit den ganzen Schwänzen/Scheren obenauf anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-046-orig" n="kächel mueß" resp="#fyndling">‚Kächel mueß' = ein Gericht, das in einer Kachel (irdenes/glasiertes Tongefäß) gekocht wird - die wissenschaftliche Edition überträgt ‚Gericht in einem (irdenen) Gefäß'. Die hyperdiplomatische Basistranskription liest ‚krichel'; gemeint ist aber ‚kächel' (Kachel).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kaechel-muess"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-046-orig" n="krewssen" resp="#fyndling">Am Rand der Handschrift nachgetragene Überschrift/alternativer Name des Gerichts (Krebs-Speise). Keine eigene Zutat.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#krewssen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-046-orig" n="schellen gar klain vnd schon" resp="#fyndling">Die Krebsschalen sehr fein zerstoßen - aus ihnen werden beim Durchstreichen Farbe und Aroma gewonnen; die Schalen selbst bleiben im Tuch.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schon"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-046-orig" n="geriben semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel (Weißbrot) als Bindung - nicht Mehl.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-046-orig" n="leczelten" resp="#fyndling">Ein Lebkuchen/Gewürzbrot, hier als Bindemittel, Würze und Süße zugleich. Mittelalterlicher Lebkuchen war oft weniger süß und stärker gewürzt als heute.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-046-orig" n="la sy recken oben auß der prue" resp="#fyndling">Präsentation: Die Schwänze und Scheren sollen oben aus dem Mus herausragen - ein kleiner Schau-Effekt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-046-orig" n="kächel mueß (Hs. krichel)" resp="#fyndling">Kachelmus - ein Gericht, das in einer Kachel (irdenes Tongefäß) gekocht wird (so die wissenschaftliche Edition: ‚Gericht in einem irdenen Gefäß'). Die Basistranskription liest ‚krichel mueß'; das ist eine Verlesung von ‚kächel'. Kein Tier-/Pflanzenname.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-046-orig" n="krewssen" resp="#fyndling">Randnotiz/Überschrift der Handschrift = der Name der Krebs-Speise; keine Zutat.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#krewssen"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kräuter-Eierkuchen ‚nach Meißner Art' für eine Herrenschüssel - im Kern eine Petersilien-Omelette/Frittata aus zehn Eiern, in Schmalz gebacken und mit geriebener Semmel bestäubt. Verwandt mit dem welschen Kräuter-Eierkuchen koe-015.

Technik. Zehn Eier gut verschlagen, reichlich gehackte Petersilie unterrühren. In einem feuerfesten Gefäß (der Text sagt mörser, hier als Tiegel/Pfanne auf der Glut zu verstehen) etwas Schmalz erhitzen, die Eier eingießen, stocken lassen, wenden und mit etwas geriebener Semmel (nicht Mehl) bestreuen.

Praxis. Wie eine dicke Kräuter-Frittata: 10 Eier mit einem großen Bund gehackter Petersilie und etwas Salz verquirlen, in der Pfanne bei mittlerer Hitze in Butterschmalz stocken lassen, einmal wenden, zum Schluss mit Semmelbröseln bestreuen. Als sättigende Eierspeise.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-047-orig" n="semel" resp="#fyndling">Im Mittelhochdeutschen und Frühneuhochdeutschen bezeichnet ‚semel‘ geriebenes Weißbrot oder Semmelbrösel zur Bindung, nicht Mehl im modernen Sinne. Mehlbindungen (wie eine Mehlschwitze) sind für diese Zeit anachronistisch.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-047-orig" n="morser" resp="#fyndling">Obwohl ‚Mörser‘ wörtlich ein Reibgefäß ist, wird es hier im Kontext von ‚auf die Glut setzen‘ und ‚Schmalz hineintun‘ als Pfanne oder ein ähnliches Kochgefäß interpretiert, das direkt auf die Glut gestellt werden kann.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-047-orig" n="glut" resp="#fyndling">Die ‚Glut‘ bezeichnet die heißen, glühenden Kohlen eines Feuers, die eine gleichmäßigere Hitze zum Kochen und Braten liefern als offene Flammen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-047-orig" n="Meychsischen" resp="#fyndling">Als 'Meißner Art' oder 'aus Meißen stammend' interpretiert. Dies deutet auf einen regionalen Stil oder eine spezifische Zubereitungsweise hin, die mit der Stadt Meißen in Verbindung gebracht wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-047-orig" n="zerschlach" resp="#fyndling">Als 'aufschlagen' oder 'verquirlen' der Eier interpretiert, da 'gar wol' (sehr gut) auf ein gründliches Vermischen hindeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-047-orig" n="morser" resp="#fyndling">Als 'Pfanne' oder ein flaches Kochgefäß interpretiert, das direkt auf die Glut gestellt werden kann, da die Anweisungen 'setz In auff ein glut' und 'thue dar ein ein wenig schmaltz' auf eine Bratfunktion hindeuten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein frischer Ei-Milch-Käse mit Butter - kein modernes Buttermilch-Getränk. Eier und Milch werden zusammen kurz aufgekocht, gerinnen dabei, und werden auf einem Tuch abgeseiht (Molke läuft ab). In den so gewonnenen frischen Quark/Bruch wird Butter geschnitten, das Ganze glatt gerührt oder durch ein Tuch getrieben und kalt serviert. Im Geist ein Frischkäse/Quark.

Technik. Eier mit guter Milch verquirlen, unter Rühren nur kurz erhitzen, bis die Masse flockt (Ei + Milch gerinnen) - nicht zu lange kochen. Auf ein Tuch gießen und abtropfen lassen. Den weichen Bruch mit kalter Butter glatt verarbeiten (schlagen oder passieren), kühl stellen.

Praxis. Etwa 4 Eier auf 250 ml Milch, mit einer Prise Salz; behutsam erhitzen bis zur Gerinnung, durch ein Mulltuch abtropfen, mit 1-2 EL Butter cremig rühren. Kalt als Brotaufstrich oder feine Beilage. (‚Putter milch' = das mit Butter und Milch bereitete Gericht, nicht Buttermilch.)</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-048-orig" n="putter milch" resp="#fyndling">Kein modernes Buttermilch-Getränk, sondern ein Gericht aus Eiern, Milch und Butter - ein frischer Ei-Milch-Käse. Die Butter wird nachträglich in den abgeseihten Bruch geschnitten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putter-milch"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-048-orig" n="erseych" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsch für ‚abseihen/durchseihen' - die geronnene Masse auf einem Tuch abtropfen lassen, Molke läuft ab.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-048-orig" n="matery" resp="#fyndling">Die ‚Materie'/Masse - hier der geronnene, abgeseihte Ei-Milch-Bruch.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-048-orig" n="tbings" resp="#fyndling">‚treib es' (von treiben) = durch ein Tuch passieren; wahrscheinlich Schreibvariante für ‚treibs'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-048-orig" n="putter milch" resp="#fyndling">Eier-Milch-Mus mit Butter. Die Bezeichnung 'Putter Milch' bezieht sich auf das Gericht als Ganzes, das mit Milch und Butter zubereitet wird, nicht auf eine Zutat namens Buttermilch.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#putter-milch"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-048-orig" n="tbings" resp="#fyndling">Als Verb 'treibe es' (von 'treiben') gelesen. Die Phrase 'ader tbings durch ein tuch' wird als 'oder treibe es durch ein Tuch' interpretiert, was eine gängige Zubereitungsanweisung für das Passieren von Massen ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-048-orig" n="gutew" resp="#fyndling">Als 'gute' (Milch) übersetzt, ein Standardadjektiv.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-048-orig" n="erseych" resp="#fyndling">Als 'abseiht' oder 'durchseiht' übersetzt, was dem mittelhochdeutschen 'erseihen' entspricht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-048-orig" n="thws" resp="#fyndling">Als 'tue es' übersetzt, eine gängige Imperativform.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Stockfisch in Rahm - rehydrierter Trockenfisch (Kabeljau/Dorsch), mit gerösteter Zwiebel, Brühe und Milchrahm geschmort. Eine sahnige Fastenspeise; verwandt mit dem gesottenen Stockfisch im Pfeffer teg-006.

Vorbereitung - der Knackpunkt. Stockfisch ist bretthart getrocknet. Er wird zuerst geklopft/gebläut (plew, mhd. bliuwen = schlagen), um die Fasern aufzubrechen, dann 1-3 Tage gewässert (Wasser mehrfach wechseln), gewaschen und entgrätet (erklawb).

Technik. In Schmalz eine Zwiebel rösten, den ausgelösten Fisch zugeben, mit Brühe und Milchrahm (Sahne) auffüllen und sieden lassen.

Praxis. Heute gibt es meist schon gewässerten Klippfisch (dann entfällt das Klopfen). Zwiebel in Butterschmalz glasig rösten, Stockfischstücke zugeben, mit etwas Brühe und Sahne sanft gar ziehen lassen. Eine frühe Verwandte von Bacalao bzw. Stockfisch in Rahmsauce.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-049-orig" n="stockvisch" resp="#fyndling">Stockfisch - getrockneter, ungesalzener Fisch (meist Kabeljau/Dorsch), der vor der Zubereitung mehrere Tage gewässert werden muss.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-049-orig" n="plew" resp="#fyndling">‚Bläuen/Klopfen' (mhd. bliuwen = schlagen): der steinharte Stockfisch wird mit einem Holzschlegel geklopft, damit die Fasern aufbrechen und er sich besser wässern und garen lässt. Eine eigene, namengebende Vorbereitung (Ehlert-Titel: ‚stockvisch plew').<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plew"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-049-orig" n="erklawb" resp="#fyndling">‚Ausklauben' - das Fischfleisch von Gräten und Haut befreien.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-049-orig" n="milchram" resp="#fyndling">Milchrahm - entspricht heutiger Sahne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-049-orig" n="plew" resp="#fyndling">‚plew' = bläuen/klopfen (mhd. bliuwen = schlagen): der bretthart getrocknete Stockfisch wird vor dem Einweichen mit einem Holzschlegel geklopft, um die Fasern aufzubrechen - die klassische Stockfisch-Vorbereitung. NICHT ‚blau kochen' (wie bei Forelle blau).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plew"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-049-orig" n="erklawb" resp="#fyndling">‚klaub ihn aus' = das Fischfleisch von Gräten (und Haut) lösen und säubern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-049-orig" n="zbifal" resp="#fyndling">‚Zwiebel' (bairische Schreibung), in Schmalz geröstet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Weinmus - eine süße, über Glut cremig gerührte Eier-Wein-Speise, im Geist die Verwandte von Weinschaumcreme/Zabaglione. Fast dasselbe wie das Schwester-Rezept ri15632-027 (Eigelbmus mit Wein); hier in zwei Varianten (mit ganzen Eiern bzw. nur Dottern).

Technik. Eier (in Variante 2 nur die Dotter) mit Wein verschlagen, eine geröstete halbe Semmel (geriebene Semmel, kein Mehl) einweichen und einreiben, alles durch ein Tuch passieren und mit Honig süßen. In einem glasierten Tiegel mit etwas heißem Schmalz über milder Glut unter ständigem Rühren eindicken, damit nichts anlegt. Mit Safran gelb färben und würzen.

Zum Färben. Die (Dotter-)Masse ist ohnehin gelblich - der Safran wirkt hier mehr als Aroma-/Statusgewürz denn als echtes Farbmittel.

Praxis. Wie ein gebundenes Zabaglione: Eidotter + lieblicher Wein + 1 EL geriebene Semmel + Honig, im Wasserbad oder bei kleinster Hitze cremig rühren, eine Prise Safran und Zimt/Ingwer. Warm oder kalt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-050-orig" n="semel" resp="#fyndling">Im Mittelalter wurde ‚Semmel‘ (von lateinisch simila) für feines Weizenbrot oder geriebene Weißbrotkrume verwendet, oft als Bindemittel in Speisen, nicht als Mehl im modernen Sinne.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-050-orig" n="trinken wein" resp="#fyndling">Ein ‚Trunk Wein‘ bezeichnet eine unbestimmte, aber übliche Menge Wein, vergleichbar mit einem Glas oder einer Tasse.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-050-orig" n="glasirten tegel" resp="#fyndling">Ein glasierter Tiegel ist ein Kochgefäß mit einer schützenden Glasurschicht, die das Anhaften der Speisen reduziert und die Reinigung erleichtert.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-050-orig" n="ob einer glut" resp="#fyndling">Das Kochen ‚über einer Glut‘ bedeutet, das Gericht langsam und schonend über glühenden Kohlen zu garen, ohne direkte Flammen, um ein Anbrennen zu verhindern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-050-orig" n="x ayr toter" resp="#fyndling">‚zehn Eidotter' - toter ist die bairische Form von Dotter (Eigelb). Verwendet wird nur das Eigelb von zehn Eiern, das dem Mus eine feine, cremige Textur gibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-050-orig" n="I trinken wein" resp="#fyndling">‚ein Trunk Wein' - eine unbestimmte übliche Menge (ein Schluck/Glas); ‚I' ist hier der unbestimmte Artikel ‚ein' bzw. die Ziffer 1.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-050-orig" n="pich prich" resp="#fyndling">‚brich' (die Masse durch ein Tuch passieren); ‚pich' davor ist eine Schreiberdoppelung ohne eigene Bedeutung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein kleines Farb-Schaugericht: rosé Krebs-Topfen im Ausbackteig, in dunkler Lebkuchen-Pfeffersauce. Aus gesottenen Krebsen wird mit Ei, Milchrahm und Wein ein zarter, rosaroter Quark (Topfen) gemacht; in Streifen oder Würfel geschnitten, in weichem Teig ausgebacken (außen goldbraun, innen rosé) und in einer dunklen Lebkuchensauce serviert. krewssen = Krebse, wie im Kachelmus ri15632-046.

Die Farbe - der Clou. Das ‚Unsaubere' (das vnsawber), das entfernt wird, ist die Darmschnur, NICHT die Schalen. Die Schalen werden mitgestoßen - genau wie im Kachelmus ri15632-046, wo die zerstoßenen Schalen die rote Farbe liefern -, und beim Durchschlagen durch das Tuch geht das Rot in die Masse über (die groben Schalenteile bleiben im Tuch). So geriert ein rosafarbener Topfen.

Was Text und was Schluss ist (ehrlich). Wörtlich steht: Krebse sieden, Unsauberes weg, zerstoßen, mit Ei/Rahm/Wein durchs Tuch, sieden bis es geriert (Topfen), pressen, schneiden, in einen weichen Teig, in Lebkuchen-Pfeffer. Dass die Schalen die Farbe geben (rosé), erschließt sich aus dem Schwester-Rezept 46; das Ausbacken ist durch den leinen taygel (weicher Ausbackteig, vgl. ri15632-054) nahegelegt, aber nicht ausdrücklich genannt. Beides ist gut begründet, nicht erfunden.

Praxis. Flusskrebse kochen, die Darmschnur ziehen, mit den Schalen mörsern; mit Ei, einem Schuss Rahm und Wein verrühren, durch ein feines Tuch/Sieb streichen (Rot passiert, Grit bleibt zurück); sanft erhitzen, bis die Masse flockt und geriert, abtropfen lassen, in Würfel schneiden, durch lockeren Ausbackteig ziehen und goldbraun frittieren - innen rosé - und mit einer dunklen, mit geriebenem Lebkuchen gebundenen Pfeffersauce servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-051-orig" n="krewssen" resp="#fyndling">‚Krewssen' = Krebse (die Krebs-Speise) - dasselbe Wort steht als Randnotiz beim Kachelmus von Krebsen ri15632-046. NICHT ‚Krausen' (Gebäck).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#krewssen"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-051-orig" n="das vnsawber" resp="#fyndling">‚Das Unsaubere' = die Darmschnur (der dunkle Darm der Krebse), die einzige Stelle, die man entfernt. Die Schalen bleiben und werden mitgestoßen - aus ihnen kommt die rote Farbe (vgl. Kachelmus ri15632-046).</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-051-orig" n="topfen" resp="#fyndling">Bairisch für Quark/Frischkäse - hier durch Sieden von Ei, Milchrahm, Wein und Wasser (mit der Krebsmasse) zum Gerinnen gebracht und abgepresst; durch die Schalen rosé gefärbt.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-051-orig" n="leinen taygel" resp="#fyndling">Ein weicher Ausbackteig (zu len = weich; Edition: ‚eine Art Backteig'), in dem die Topfen-Stücke ausgebacken werden. NICHT ‚Leinen-Teig'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#leinen-taygel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-051-orig" n="pfeffer von leczelten" resp="#fyndling">‚Pfeffer' = eine dunkle, gewürzte Sauce, hier mit geriebenem Lebkuchen (leczelten) gebunden - der dunkle Kontrast zum rosé Topfen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-051-orig" n="krewssen" resp="#fyndling">Krebse (die Krebs-Speise) - belegt durch ri15632-046, wo ‚krewssen' die Krebs-Speise benennt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#krewssen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-051-orig" n="das vnsawber" resp="#fyndling">Die Darmschnur (der Krebsdarm) - das Einzige, das entfernt wird. Die Schalen bleiben und geben beim Mitstoßen die rote Farbe (wie 46). NICHT die Schalen wegwerfen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Fasten-Schaubraten aus Erbsen - ein mock-Braten: pürierte Erbsen mit Ei, Butter und geriebener Semmel zu einer zähen Masse geknetet, geformt und mit Fisch ‚gespickt', dann über Glut braun gebraten. So konnte man in der Fastenzeit einen Fleischbraten imitieren.

Technik. Gute Erbsen weich kochen (erst in Wasser/Brühe - kaltgoß -, dann in Wasser und Wein), fein im Mörser reiben. Mit zehn Eiern, Butter (etwa ein Gänse-Ei groß) und etwas geriebener Semmel zu einer zähen, formbaren Masse kneten; salzen, mit Safran gelb färben und würzen. Den geformten ‚Braten' mit Streifen von Stör- oder anderem Fischbrät spicken (Fasten-Bardierung, vgl. Handbuch-Prinzip rfk-003/004) und über Glut braten, bis er braun wird und sich zusammenzieht.

Praxis. Trockenerbsen weich kochen, pürieren, mit Ei, Butter und Semmelbröseln zu einer knetbaren Masse binden, würzen, zu einem Laib formen, mit Fischstreifen spicken und über der Glut/im Ofen bräunen. Eine raffinierte Fasten-Illusion.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-052-orig" n="semel" resp="#fyndling">Hier ist geriebene Semmel oder Weißbrotkrume gemeint, die als Bindemittel dient. Eine Bindung mit Mehl (Roux) war in dieser Zeit unüblich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-052-orig" n="prat" resp="#fyndling">‚Brät‘ bezeichnet fein zerkleinertes, rohes Fleisch oder Fischfleisch, das zu einer Farce verarbeitet wird. Hier als Füllung oder Spickmaterial verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-052-orig" n="hawsen" resp="#fyndling">Der Hausen (Huso huso) ist eine Störart, die für ihr Fleisch und ihren Rogen (Kaviar) geschätzt wurde. Heute sind Störe in Europa streng geschützt und nur aus Zucht erhältlich.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-052-orig" n="gilbt" resp="#fyndling">‚Gelbfärben‘ erfolgte im Mittelalter meist mit Safran, einem kostbaren Gewürz, das Speisen eine leuchtend gelbe Farbe verlieh und als Statussymbol galt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-052-orig" n="arbas" resp="#fyndling">Erbsen - ‚arbas‘ ist die bairische Schreibung von mhd. areweiz/arbeiz/erbiz (Erbse); durch Kochen, Reiben und Kneten zu einer mehligen, formbaren Masse eindeutig. Gemeint sind getrocknete Felderbsen (mehlig), nicht die moderne süße grüne Erbse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-052-orig" n="klatgoß" resp="#fyndling">‚Brühe oder klares Wasser‘ - Der Begriff ist sehr obskur. Im Kontext des Kochens von Erbsen ist eine Flüssigkeit zum Sieden gemeint. Eine Brühe oder einfach klares Wasser ist die plausibelste Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-052-orig" n="Sewd" resp="#fyndling">‚Siede‘ oder ‚Koche‘ - Eine bairische Schreibweise des Verbs ‚sieden‘ (kochen).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-052-orig" n="verstotz nit zer reibs" resp="#fyndling">‚Zerstoße sie nicht zu grob, sondern reibe sie fein‘ - ‚verstotz‘ wird hier als ‚grob zerstoßen‘ interpretiert, im Gegensatz zum feineren ‚zer reibs‘ (reiben/pürieren). Die Anweisung zielt auf eine bestimmte, feine Textur ab.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-052-orig" n="knyt" resp="#fyndling">‚Knete‘ - Eine bairische Schreibweise des Verbs ‚kneten‘, passend zur Verarbeitung einer Teigmasse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-052-orig" n="geburtzt" resp="#fyndling">‚Gewürzt‘ - Eine bairische Schreibweise des Verbs ‚würzen‘, hier im Partizip Perfekt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Röhrenkuchen - hohle, frittierte Teigröllchen mit herzhaft-süßer Füllung. Die Hülle wird über kleinen Rohren/Stäben geformt - exakt die Cannoli-/Schaumrollen-Technik. Die ungefüllte Variante ist das Schwester-Rezept rfk-058 (‚Hohle frittierte Teigröhrchen').

Wie macht man die Röhren? (der knifflige Teil, Schritt für Schritt)

1. Stäbe vorbereiten: kleine Rohre/Stäbe zuschneiden (period: Stücke von Schilfrohr, ror - die Knoten abschneiden; sonst Holz- oder Metallstäbe), passend zur Pfannenlänge.

2. Einfetten: die Stäbe kurz ins heiße Schmalz legen, damit sich der Teig später leicht löst (so gen sy geren ab).

3. Umwickeln: dünnen Straubenteig (Ausbackteig) schräg um jeden Stab wickeln, die Ränder einschneiden und andrücken.

4. Frittieren: die umwickelten Stäbe ins heiße Schmalz legen und ausbacken, bis die Hülle goldbraun und fest ist.

5. Stab ziehen: den Stab vorsichtig herausziehen (zewchs hofflich ab) - übrig bleibt eine hohle Röhre (rfk-058 nennt das treffend ‚hohl wie Pfeifen').

Füllen. Eier mit ein wenig geriebener Semmel (oder gerösteten Äpfeln), Petersilie, Anis und Gewürz, dazu etwas Lorbeer und Rosinen; alles fein hacken, unter die Eier rühren und mit etwas Schmalz anrösten. In die Röhren füllen und die Enden mit einem weichen Teig im Schmalz verschließen/nachbacken.

Heute. Genau wie moderne Schaumrollen / Cannoli / Schillerlocken: dünne Teigstreifen schräg um gefettete Schaumrollen- oder Cannoli-Metallformen (Hörnchenformen, gibt's im Backbedarf) wickeln, in ~170 °C heißem Fett schwimmend goldbraun frittieren, die Form herausziehen, füllen. Ohne Spezialform tut es ein gefettetes Stück Edelstahlrohr oder ein dicker, gut gefetteter Holzstab.

Praxis-Tipps. Teig wirklich dünn und nicht zu nass ausrollen (sonst löst er sich schlecht), Stab großzügig fetten, die Naht beim Frittieren nach unten legen, damit sie verklebt. Erst frittieren, abkühlen lassen, dann füllen - sonst weicht die Hülle durch.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-053-orig" n="ror" resp="#fyndling">Bezieht sich auf Röhren- oder Zylinderformen, die zum Backen des Teigs verwendet werden, ähnlich wie bei Schaumrollen.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-053-orig" n="strawben tayg" resp="#fyndling">Ein Teig, der durch eine Tülle oder Form in heißes Fett gebacken wird, ähnlich den modernen Strauben (Trichterkuchen) oder Schmalzgebäck.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-053-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel oder Weißbrotkrume, die als Bindemittel oder Füllstoff dient.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-053-orig" n="wein per" resp="#fyndling">Frische oder getrocknete Weinbeeren (Trauben), nicht zu verwechseln mit Johannisbeeren oder anderen Beeren.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wein-per"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-053-orig" n="leinen tayg" resp="#fyndling">Wörtlich 'Leinen-Teig'. Dies könnte einen sehr feinen, dünnen Teig meinen, der an die Textur von Leinen erinnert, oder einen Teig, der auf einem Leinentuch geformt wird. Hier ist die erste Lesart wahrscheinlicher.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-053-orig" n="strawben tayg" resp="#fyndling">Straubenteig - dünner Ausbackteig zum Frittieren (nicht ‚Stroh-Teig').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-053-orig" n="leinen tayg" resp="#fyndling">Ein weicher (Ausback-)Teig (zu len = weich; Edition: ‚eine Art Backteig'), mit dem die Röhren an den Enden verschlossen werden. NICHT ‚Leinen-Teig'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-053-orig" n="wein per" resp="#fyndling">Weinbeeren - in dieser gebackenen Füllung am ehesten Rosinen (getrocknete Trauben).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#wein-per"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-053-orig" n="lorberch" resp="#fyndling">Lorbeer (Blattgewürz), fein gehackt unter die Füllung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-054-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Zwei Schritte, die zusammengehören: erst ein hauchdünnes Omelett / Eier-Flädle (der ‚gezogene Eierkuchen'), dann werden Stücke davon durch einen weichen Eierteig gezogen und in Schmalz ausgebacken - das Ergebnis ist ein Fritter, verwandt mit Armen Rittern.

Schritt 1 - das Eier-Flädle (czogens pachen = gezogenes Backen). Ein gesalzenes Ei verschlagen, heißes Schmalz in der Pfanne schwenken, das Ei eingießen und durch Schwenken hauchdünn ‚ziehen' (wie ein dünner Crêpe, nur aus reinem Ei), beidseitig bräunen. Für sich gegessen ist das ein dünnes Omelett bzw. ein Eier-Flädle.

Schritt 2 - ausbacken (leins taygel, von len = weich). Das dünne Eierblatt in Streifen oder Stücke schneiden, jedes Stück durch einen weichen 3-Ei-Backteig ziehen und in Schmalz goldbraun frittieren.

Modernes Äquivalent. Genau deine Vorstellung: ein dünnes Omelett, in Stücke geschnitten, durch Ausbackteig gezogen und frittiert. Ein gängiges Standardgericht dafür gibt es heute nicht mehr - am nächsten kommen ausgebackene Pfannkuchen-/Flädle-Streifen (süß als Nachtisch bekannt) bzw. ein herzhafter Fritter. Das Doppel-Garen (erst Flädle braten, dann nochmal im Teig frittieren) macht aus etwas Schlichtem eine kleine Delikatesse.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-054-orig" n="plat" resp="#fyndling">Hier bezieht sich ‚plat‘ auf den in der Pfanne gebackenen Eierkuchen, der als flaches ‚Blatt‘ oder ‚Platte‘ verstanden wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-054-orig" n="Czogens pachen" resp="#fyndling">‚Gezogen gebacken‘ - dies beschreibt eine Zubereitungsart, bei der Teig oder eine Eimasse sehr dünn ausgezogen oder ausgebreitet wird, ähnlich einem Strudelteig oder Crêpe.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-054-orig" n="leins taygel" resp="#fyndling">Wörtlich ‚Leinen-Teiglein‘. Dies deutet auf einen sehr dünn ausgerollten oder gezogenen Teig hin, dessen Textur an feines Leinen erinnert.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#taygel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-054-orig" n="Czogens pachen" resp="#fyndling">‚Gezogenes Backen' - die Eimasse wird hauchdünn in der Pfanne verlaufen/gezogen (Crêpe-artig).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-054-orig" n="leins taygel" resp="#fyndling">Ein weiches Teiglein (Ausbackteig, zu len = weich; Edition: ‚weiches Teiglein') mit drei Eiern, in das die Stücke getaucht werden. NICHT ‚Leinen-Teig'.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#taygel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-054-orig" n="ainczigen" resp="#fyndling">‚einzeln' - die Stücke werden einzeln in den Teig getaucht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ri15632-055-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Riesen-Ei als Schaugericht (Trompe-l'œil): Aus 20-30 Eiern wird ein einziges, übergroßes ‚Ei' geformt - innen der gelbe Dotterkern, außen das Eiweiß. Ein klassischer Tafel-Gag der gehobenen Küche.

Der Trick: Tierblasen als Gussform. plater = Blatter/Blase (Tierblase), nicht eine beliebige ‚Form'. Die gewürzten Eidotter werden in einer kleinen Blase fest gekocht (→ runder Dotterkern), die Blase abgeschnitten; dann kommt der Kern in eine große Blase, das Eiweiß ringsum, und wird fest gekocht - so entsteht das Riesen-Ei in Ei-Form.

Praxis. Heute statt Tierblasen z.B. eine kleine runde und eine größere hitzefeste Form (oder Frischhaltefolie/Pochierform): Dotter würzen, in der kleinen Form stocken, dann mittig in die große Form setzen, mit Eiweiß umgießen und im Wasserbad fest garen. Aufschneiden zeigt den klassischen Ei-Querschnitt im Großformat.</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-055-orig" n="plater" resp="#fyndling">‚Plater' = Blatter/Blase (Tierblase), hier als Gussform: das Ei wird in einer Blase fest gekocht, dann die Blase abgeschnitten. Die wissenschaftliche Edition glossiert ‚plater: Blase'. (Dieselbe Verwendung wie ‚blasen' in ri15632-040.)<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plater"/></note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-055-orig" n="das rot" resp="#fyndling">‚Das Rote' = das Eigelb (Dotter), getrennt vom Eiweiß (‚das weys').</note>
        <note type="gloss" target="#ri15632-055-orig" n="hertalat" resp="#fyndling">‚etwas hart/steif' (Ehlert) - der Dotter soll fest werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ri15632-055-orig" n="plater" resp="#fyndling">Blatter/Blase (Tierblase) als Gussform - so die wissenschaftliche Edition (‚plater: Blase'). Das Ei wird in der Blase fest gekocht, dann die Blase abgeschnitten. NICHT eine beliebige Schale/Platte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plater"/></note>
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</TEI>
