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      <titleStmt>
        <title>Kunstbuch von mancherley Essen (Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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          <title>Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich</title>
          <date when="1598">1598</date>
          <idno type="URI">https://iiif.onb.ac.at/presentation/ABO/Z180803003/resource/NNNNNNNN.txt</idno>
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        <interpretation>
          <p>Lesart-Entscheidungen stehen als note[@type='interpretive_choice'] im back-Teil, @n nennt die Stelle im Originaltext, @subtype die Art (lexical, philological, contextual, orthographic), list[@type='alternatives'] die erwogenen Lesarten. @cert='unknown' markiert eine ungeklärte Lesart: Die Stelle ist offen, der Text der Note gibt nur den Stand der Diskussion wieder.</p>
        </interpretation>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-registry" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-registry">
          <label>Zuordnung aus der Fyndling-Zutatenregistry</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-registry" haben ihre Normdaten aus unserer handgepflegten Zutatenregistry erhalten: einer redaktionell gefuehrten Tabelle, die je Wikidata-Konzept die modernen Namensvarianten festhaelt, unter denen wir es im Korpus fuehren. Sie greift genau dort, wo der Korpus selbst keine Mehrheit hergibt - etwa weil derselbe Name je nach Rezept verschieden aufgeloest wurde. Die Entscheidung ist unsere und nicht CoReMA zuzurechnen. Wo eine kontextabhaengige Regel zustaendig ist (Tierart, Fastengebot), gilt nicht diese Tabelle, sondern #fyndling-ingredient-context.</p>
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        <application ident="fyndling-corema-index" version="1" xml:id="fyndling-corema-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (braunschweigische Druckersprache, 16. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ron-0001">
        <head>Kapaun in Brühe mit Markknochen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0001-trans">
          <p>Man nimpt einen Kappaunen / vnnd ſeud ihn mit ſeiner eigen Bruͤh ab / wenn der Kappaun bald gar iſt / nimpt man Marckknochen (die dann auch gar ſein muͤſſen) dar das magerfleiſch abgeſchnitten / nimpt dann die Bruͤh von dem Kappaunen / leſt es ſampt dem feiſte durch ein Haartuch lauffen / darnach thut man die Knochen ſampt dem Kappaunen darein / doch das die knochen in der hoͤhe / vnd das marcknicht herauß flieſſe / ſtehen / als dann nimpt man Roßmarien vnd bindt ſie in ein buͤndel / daß das Gerichte einen ſchmack dauon gewinne / Darnach thut man Lorberbletter vnd gantze Muſcatenblumen drein/ Als dann nimpt man weiß Brodt in ſcheiben geſchnitten vnd geroͤſtet / Wenn mans denn anrichten wil / legt man ſie in ein ſilbern oder Zien Schuͤſſel / vnd begeuſt das mit der voͤrigen bruͤh / Als dann ſetzet man die Knochen heruͤmmer / doch das die knochen auff recht / vnd das Marck nicht herauß flieſſen muͤge / ſtehen / den Buͤndel von der Roßmarien leſt man darauß wenn mans anrichtet / Vnd wenn die Kappaunen angerichtet ſein / ſo kan man ſie mit Granatkernen oder Muſcatenblumen beſprengen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0001-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0001-orig">
          <p>Einen Kapaun in seiner eigenen Brühe sieden. Wenn der Kapaun fast gar ist, Markknochen nehmen, die ebenfalls gar sein müssen, und das Magerfleisch davon abschneiden.</p>
          <p>Dann die Brühe vom Kapaun samt dem Fett durch ein Haartuch laufen lassen. Danach die Knochen zusammen mit dem Kapaun wieder hineingeben, aber so, dass die Knochen aufrecht stehen und das Mark nicht herausfließt.</p>
          <p>Dann Rosmarin zu einem Bündel binden, damit das Gericht davon Geschmack annimmt. Danach Lorbeerblätter und ganze Muskatblüten hineingeben.</p>
          <p>Weißbrot in Scheiben schneiden und rösten. Beim Anrichten die Brotscheiben in eine Silber- oder Zinnschüssel legen und mit der vorigen Brühe begießen.</p>
          <p>Dann die Knochen ringsherum aufstellen, wieder aufrecht, damit das Mark nicht herausfließen kann. Das Rosmarinbündel beim Anrichten herausnehmen.</p>
          <p>Wenn die Kapaune angerichtet sind, kann man sie mit Granatkernen oder Muskatblüten besprengen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="capon" orig="einen Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rosemary" orig="Roßmarien" commodity="wikidata:Q122679" source="#fyndling-ingredient-name">Rosmarin</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Lorberbletter">Lorbeerblätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weiß Brodt in ſcheiben geſchnitten vnd geroͤſtet">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Granatkernen">Granatapfelkerne</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0002">
        <head>Feldhühnersuppe mit Rindermark, Safran und Eigelb</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0002-trans">
          <p>Die Feldthuͤner bringt man zum Fewer / mit Kappaunen oder Rindtfleiſch Bruͤh / darnach nimpt man Rinderknochenmarck / vnnd wenn die Feldthuͤner baldt gar ſein / thut mans darein / vnd nimpt ein klein weinig Saffran / dar es die gelbe von bekompt / gantze Muſcatenblumen / vnd ein oder zwei Eyerdotter / mit ein weinig Wein gebrochen drein / Darna ſcheiben von weiſſen Brote geroͤſtet / thut man in ein Silbern oder Zien Schuͤſſel / vnnd gibt die Feldthuͤner angemacht darauff / daß ſie warm zu Tiſche komen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0002-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0002-orig">
          <p>Die Feldhühner mit Kapaun- oder Rindfleischbrühe ans Feuer bringen. Dann Rinderknochenmark nehmen und, wenn die Feldhühner fast gar sind, in die Brühe geben.</p>
          <p>Ein klein wenig Safran dazugeben, sodass die Brühe davon gelb wird, außerdem ganze Muskatblüte. Ein oder zwei Eigelb mit ein wenig Wein verquirlen und hineingeben.</p>
          <p>Scheiben von geröstetem Weißbrot in eine Silber- oder Zinnschüssel legen und die fertig zubereiteten Feldhühner darauf geben, damit sie warm zu Tisch kommen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Feldthuͤner">Feldhühner (Rebhühner)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunen oder Rindtfleiſch Bruͤh">Kapaun- oder Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rinderknochenmarck">Rinderknochenmark</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ein klein weinig Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-registry">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muſcatenblumen">Muskatblüte (Macis), ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ein oder zwei Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ein weinig Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheiben von weiſſen Brote geroͤſtet">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0003">
        <head>Kapaunensuppe mit verlorenen Eiern und Kapaunenbrust</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0003-trans">
          <p>Man ſchneidet die Kappaunenbruͤſte klein / ſeud verlorne Eyer in Waſſer/ Darnach hebt man die Eyer aus dem waſſer / vnd legt ſie in die mitte auff die Suppen / vnd begeuſt dieſelbe mit der Kappaunen bruͤh / darnach legt man die Kappaunenbruͤſte gerings vmb die Eyer herumb / Wenn aber die bruͤh mager iſt / begeuſt man ſie mit Butter / ſo mans aber mit ein wenig Muſcatenblumen oder Pfeffer beſprengen wil/ das kan man auch thun / dieſe Suppe wird nicht ſtarck geſaltzen / man ſetzet ſie auff heiſſe kolen damit ſie warm zutiſche komme.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0003-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0003-orig">
          <p>Die Kapaunenbrüste klein schneiden. Verlorene Eier in Wasser sieden. Danach die Eier aus dem Wasser heben und in die Mitte auf die Suppe legen, dann die Suppe mit der Kapaunenbrühe begießen. Anschließend die Kapaunenbrüste im Kreis um die Eier legen.</p>
          <p>Ist die Brühe mager, Butter darübergießen. Nach Belieben die Suppe auch mit ein wenig Muskatblüte oder Pfeffer bestreuen.</p>
          <p>Die Suppe nicht stark salzen und auf heiße Kohlen stellen, damit sie warm zu Tisch kommt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunenbruͤſte">Kapaunenbrust</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="verlorne Eyer">Eier, verlorene (pochiert)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="Kappaunen bruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Kapaunenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter (wenn die Brühe mager ist)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0004">
        <head>Kapaunenbrust und verlorene Eier auf Brot mit Pomeranzensaft</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0004-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Kappaunenbruͤſte gahr klein ein / vnd kocht dieſelben gar / darnach ſchneidet man weiß Brot ohn die Rinden / daſſelbe begeuſt man mit der Bruͤh / vnnd auff die eine halbe der Schuͤſſel / legt man die Kappaunen bruͤſte / aber auff die ander helffte legt man geſotten verlorne Eyer / vnd man treuffet auff die bruͤſte Pommerantzenſafft / aber die ſeiten der Eyer beſprenget man mit kleinem Roſin / darnach ſetzet man es auff die kolen damit es warm zu Tiſche komme.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0004-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0004-orig">
          <p>Die Kapaunenbrüste ganz klein einschneiden und gar kochen. Danach weißes Brot ohne Rinde schneiden und mit der Brühe begießen.</p>
          <p>Auf die eine Hälfte der Schüssel die Kapaunenbrüste legen, auf die andere Hälfte gesottene verlorene Eier. Auf die Brüste Pomeranzensaft träufeln, die Seiten der Eier mit kleinen Rosinen bestreuen.</p>
          <p>Zuletzt die Schüssel auf die Kohlen setzen, damit das Gericht warm zu Tisch kommt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunenbruͤſte">Kapaunenbrüste</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="der Bruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe vom Kochen der Kapaunenbrüste</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weiß Brot ohn die Rinden">Weißbrot ohne Rinde</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſotten verlorne Eyer">Eier, pochiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantzenſafft" commodity="wikidata:Q147096" source="#fyndling-ingredient-registry">Pomeranzensaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinem Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0005">
        <head>Kapaunensuppe mit gehacktem Eigelb, Pfeffer und Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0005-trans">
          <p>Item / man ſchneidet weiß Brot ſampt den geſottenen Kappaunen oder bruͤſte / zu kleinen ſtuͤcklin / darnach begeuſt man die ſuppen mit der bruͤh/ vnd nimpt geſotten harte Eyerdotter die dann auch klein gehackt / vnd mit Pfeffer vnd Zucker vermiſchet ſein / darnach ſetzt man ſie auff gluͤende Kolen/ als dann iſt ſie fertig zutiſche zubringen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0005-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0005-orig">
          <p>Weißbrot zusammen mit dem gekochten Kapaun oder dessen Brust in kleine Stücke schneiden. Dann die Suppe mit der Brühe übergießen.</p>
          <p>Hartgekochte Eigelbe nehmen, ebenfalls klein hacken und mit Pfeffer und Zucker vermischen. Die Suppe danach auf glühende Kohlen setzen. Dann ist sie fertig, um zu Tisch gebracht zu werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſottenen Kappaunen oder bruͤſte">Kapaun, gesotten (oder nur die Brüste)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="der bruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Kapaunenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſotten harte Eyerdotter">Eigelb, hartgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0006">
        <head>Kapaun mit pochiertem Eigelb, Wein und Ziegenmilch</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0006-trans">
          <p>Item / man ſchneidet die Kappaunen klein/ legt ſie ſampt verlornen Eyerdoͤttern auff die Suppen / die Suppen begeuſt man mit der Kappaunenbruͤh vnd feiſte / auch drey oder vier verlorne Eyerdoͤtter mit wein durchgeſchlagen / darnach begeuſt man ſie mit Ziegenmilch oder Floß vnd leſts durch kochen..</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0006-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0006-orig">
          <p>Die Kapaunen klein schneiden und zusammen mit pochierten Eigelben auf die Suppe legen.</p>
          <p>Die Suppe mit der Kapaunenbrühe und dem Fett begießen, dazu drei oder vier pochierte Eigelbe, mit Wein durchgeschlagen.</p>
          <p>Danach mit Ziegenmilch oder Rahm begießen und durchkochen lassen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="capon" orig="die Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="drey oder vier verlorne Eyerdoͤtter">Eigelb, pochiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="Kappaunenbruͤh vnd feiſte" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Kapaunenbrühe mit ihrem Fett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="goat milk" orig="Ziegenmilch oder Floß" commodity="wikidata:Q1418287" source="#fyndling-ingredient-name">Ziegenmilch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0007">
        <head>Kapaunenbrust auf Brot mit Sauerampfer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0007-trans">
          <p>Item / man ſchneidet weiß Brot ein / daſſelbe begeuſt man mit der Kappaunen bruͤh / darnach legt man die klein geſchnitten bruͤſte ſampt den Eyern daruͤber / vñ begeuſts mit Sawerampfferſafft / vnd beſprengt ſie mit klein Roſin / als dan ſetzet man ſie warm zugedeckt auff heiſſe Kolen / vnd iſt fertig zum Tiſche zutragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0007-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0007-orig">
          <p>Weißbrot zerschneiden und mit der Kapaunenbrühe begießen. Danach die klein geschnittenen Kapaunenbrüste samt den Eiern darüberlegen, mit Sauerampfersaft begießen und mit kleinen Rosinen bestreuen.</p>
          <p>Dann zugedeckt warm auf heiße Kohlen stellen. So ist das Gericht fertig zum Auftragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="Kappaunen bruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Kapaunenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein geſchnitten bruͤſte">Kapaunenbrüste</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Sawerampfferſafft">Sauerampfersaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0008">
        <head>Mandelsuppe mit Wein und Muskatblüte</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0008-trans">
          <p>Man reibt die geſcheleden Mandelen klein/ ſchlecht ſie mit wein durch ein Hartuch / macht ſie ab mit Zucker / wenn die ſuppe auffgeſotten / beſprengt man ſie mit Zucker vnnd thut gantze Muſchatenblumen drein.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0008-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0008-orig">
          <p>Die geschälten Mandeln fein reiben und mit Wein durch ein Haartuch schlagen. Mit Zucker abschmecken.</p>
          <p>Wenn die Suppe aufgekocht ist, mit Zucker besprengen und ganze Muskatblüten hineingeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geſcheleden Mandelen">Mandeln, geschält, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muſchatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0009">
        <head>Mandelsuppe mit Rosinen und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0009-trans">
          <p>Item / man ſchneidet die Mandelen wie zuuor klein / vnd ſchlecht ſie mit Waſſer durch ein hartuch / man macht ſie ab mit Zucker vnd gibt Roſenwaſſer darein / darnach weſchet man klein Roſin in waſſer vnd quellet die drucken auff einer Pfannen/ ſtrewet ſie darnach mit Zucker vnnd Caneil daruͤber / alß dann tregt mans zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0009-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0009-orig">
          <p>Die Mandeln wie im vorigen Rezept klein schneiden und mit Wasser durch ein Haartuch schlagen. Mit Zucker abschmecken und Rosenwasser hineingeben.</p>
          <p>Danach kleine Rosinen in Wasser waschen und trocken in einer Pfanne aufquellen lassen. Die Rosinen anschließend mit Zucker und Zimt bestreuen. Dann zu Tisch tragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0010">
        <head>Mandelsuppe mit Eigelb auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0010-trans">
          <p>Item / man reibet geſchelede Mandeln klein/ ſchlecht ſie mit vier oder fuͤnff Eyerdottern mit Waſſer durch / roͤſtet ſcheibenbrot von weiſſem Brote gibt da die bruͤh auff / ſo kumpt das Brot in die hoͤhe / vnd die bruͤh gibt ſich hinunter / Darnach beſprenget man ſie mit Zucker vnd Caneil / auch wird ſie mit Roſen oder Lauendelwaſſer begoſſen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0010-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0010-orig">
          <p>Geschälte Mandeln fein reiben und mit vier oder fünf Eigelb und Wasser durchschlagen.</p>
          <p>Scheiben von weißem Brot rösten und die Brühe darübergießen. So steigt das Brot nach oben, und die Brühe sinkt nach unten.</p>
          <p>Danach mit Zucker und Zimt bestreuen. Die Suppe auch mit Rosenwasser oder Lavendelwasser begießen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="geſchelede Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, geschält und gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="vier oder fuͤnff Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheibenbrot von weiſſem Brote">Weißbrot, in Scheiben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Roſen oder Lauendelwaſſer">Rosen- oder Lavendelwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0011">
        <head>Mandelsuppe mit Wein und Datteln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0011-trans">
          <p>Item man reibet gemachte Mandelen klein/ ſtreichet ſie durch mit Wein / macht ſie ab mit Zucker / Muſchatenblumen vnd Dadtelen / die dadelen muͤſſen wenn ſie klein geſchnitten ſein / gewaſchen werden in wein / darnach ſchneidet man weiß Brot in wuͤrffel / vnd geuſt die bruͤh daruͤber / wan man ſie wil zu tiſche dragen / muß man ſie mit Muſchaten vnd Caneil beſprengen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0011-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0011-orig">
          <p>Die zubereiteten Mandeln fein reiben und mit Wein durchstreichen. Mit Zucker, Muskatblüte und Datteln anmachen.</p>
          <p>Die Datteln müssen, wenn sie klein geschnitten sind, in Wein gewaschen werden. Danach Weißbrot in Würfel schneiden und die Brühe darübergießen.</p>
          <p>Wenn man die Suppe zu Tisch tragen will, mit Muskatnuss und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="gemachte Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſchatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Dadtelen" commodity="wikidata:Q1652093" source="#fyndling-ingredient-name">Datteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſchaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0012">
        <head>Mandelsuppe mit Safran, Muskat und Eigelb</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0012-trans">
          <p>Item / man reibet Mandelen klein / macht ſie ab mit Saffran vnd Muſcaten / man ſchlecht ſie mit Eyerdoͤttern vnd Wein abe vnd gibts / wenn die Suppe auff geſotten iſt daruͤber / man thut auch zuuor Zucker darein / darnach wenn ſie ſol zu tiſche getragen werden / beſtrewet man ſie mit Zucker vnd Caneil. Dieſe Suppe muß ein ſieden / vmb der Eyer willen / vnd geruͤret werden das ſie nicht anbrenne.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0012-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0012-orig">
          <p>Mandeln fein reiben und mit Safran und Muskat abmachen. Mit Eigelb und Wein abschlagen und, wenn die Suppe aufgekocht ist, darübergeben. Vorher auch Zucker hineingeben.</p>
          <p>Wenn die Suppe zu Tisch getragen werden soll, mit Zucker und Zimt bestreuen. Diese Suppe muss um der Eier willen noch einmal sieden und gerührt werden, damit sie nicht anbrennt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſcaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdoͤttern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Suppe">Suppe (Grundlage im Text nicht bestimmt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0013">
        <head>Mandelsuppe mit Rosenwasser und Safranmandeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0013-trans">
          <p>Item / man reibet die Mandelen klein / ſchlecht ſie mit Eyerdottern / vnd Wein ab / macht ſie ab mit Zucker vnd Roſenwaſſer vnd gantzen Muſcatenblumen / ſchneid etliche Mandelen klein / man ferbet ſie ab mit Saffran vnd gibts vber die Suppen her / ſtrewets dann mit Zucker wenn mans zu tiſche dragen wil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0013-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0013-orig">
          <p>Die Mandeln fein reiben und mit Eigelb und Wein abschlagen. Mit Zucker, Rosenwasser und ganzen Muskatblüten abschmecken.</p>
          <p>Einige Mandeln fein schneiden, mit Safran färben und über die Suppe geben. Wenn die Suppe zu Tisch getragen werden soll, mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="die Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0014">
        <head>Mandelsuppe mit Anis-Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0014-trans">
          <p>Item / man reibet die Mandeln mit Aniß klein/ ſchlecht ſie mit waſſer durch einander / macht ſie ab mit Zucker Saffran vnd Roſenwaſſer / vermiſchet Aniß vnd Zucker / gibts daruͤber wenn mans wil zutiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0014-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0014-orig">
          <p>Die Mandeln zusammen mit Anis fein reiben. Mit Wasser durcheinanderschlagen. Mit Zucker, Safran und Rosenwasser abschmecken.</p>
          <p>Anis und Zucker miteinander vermischen und darübergeben, wenn man sie zu Tisch geben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="Aniß" commodity="wikidata:Q33873455" source="#corema-ingredient-index">Anis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0015">
        <head>Weinsuppe mit Eigelb und Safran</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0015-trans">
          <p>Item/ man bredt Eyerdotter in Wein vnd waſſer / macht ſie ab mit Safran / Muſcatenblumen vnd Zucker / man ſtrewet daruͤber Zucker wenn mans wil zutiſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0015-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0015-orig">
          <p>Eigelb in Wein und Wasser verrühren. Mit Safran, Muskatblüte und Zucker abschmecken.</p>
          <p>Wenn die Suppe zu Tisch getragen wird, Zucker darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Safran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte (Macis)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0016">
        <head>Weinsuppe mit Eigelb, Ingwer und Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0016-trans">
          <p>Item / man ſchlecht Eyerdotter zu mit Wein/ macht ſie ab mit geſtoſenem Ingber / Muſcaten klein Roſin vnnd ſo groß Butter als ein Walnuß/ gibt es vber das geroͤſte weiß Brot her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0016-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0016-orig">
          <p>Eigelb mit Wein zusammenschlagen und mit gestoßenem Ingwer, Muskatnuss, kleinen Rosinen und einem Stück Butter, so groß wie eine Walnuss, abschmecken.</p>
          <p>Alles über das geröstete Weißbrot geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="geſtoſenem Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſcaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="ſo groß Butter als ein Walnuß" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſte weiß Brot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0017">
        <head>Weinsuppe mit Zimt und Nelken über in Butter geröstetem Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0017-trans">
          <p>Item man ſchlecht Eyerdotter mit Wein durch einander / machts ab mit Zucker Caneil vnd Negelein / vnd roͤſtet ſcheiben von weiſſembrote in Butter / doch das die Butter nicht braun werde / alßdan nimpt mans wider aus der Butter / gibt die voͤrigen bruͤh daruͤber / beſtrewet ſie mit Zucker wenn mans wil zu tiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0017-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0017-orig">
          <p>Eigelb mit Wein durcheinanderschlagen und mit Zucker, Zimt und Nelken anmachen. Scheiben von Weißbrot in Butter rösten, aber so, dass die Butter nicht braun wird. Danach wieder aus der Butter nehmen und die vorige Brühe darübergeben. Mit Zucker bestreuen, wenn man sie zu Tisch geben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheiben von weiſſembrote">Weißbrot, in Scheiben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0018">
        <head>Passierte Hafergrützsuppe mit Muskatblüte über Brot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0018-trans">
          <p>Item / man bringet geſtoſſen Habergruͤtze mit waſſer zu fewr leſt ſie gar kochen / ſtreicht ſie hernacher durch ein hartuch / macht ſie ab mit Muſcatenblumen / Butter vnd Saltz / gibts vber Brot in wuͤrffel oder ſcheiben geſchnitten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0018-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0018-orig">
          <p>Gestoßene Hafergrütze mit Wasser aufs Feuer bringen und gar kochen lassen. Danach durch ein Haartuch streichen.</p>
          <p>Mit Muskatblüte, Butter und Salz abschmecken und über Brot geben, das in Würfel oder Scheiben geschnitten ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſen Habergruͤtze">Hafergrütze, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Brot in wuͤrffel oder ſcheiben geſchnitten">Brot, in Würfel oder Scheiben geschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0019">
        <head>Passierte Hafergrütze in Milch mit Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0019-trans">
          <p>Item / man bringt geſtoſſen Habergruͤtze mit milch zum fewr / leſt ſie auff ſieden / ſtreicht ſie durch ein Hartuch / man macht ſie mit Saltz vnd Butter ab / gibt ſie vber die Suppen her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0019-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0019-orig">
          <p>Gestoßene Hafergrütze mit Milch zum Feuer bringen und aufkochen lassen. Durch ein Haartuch streichen.</p>
          <p>Mit Salz und Butter abschmecken und über die Suppe geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſen Habergruͤtze">Hafergrütze, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#fyndling-ingredient-registry">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0020">
        <head>Hafergrützsuppe in Fleischbrühe mit Anis und Eidottern</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0020-trans">
          <p>Item / man bringet geſtoſſen Habergruͤtze mit Kappaunen oder Rindtfleiſchbruͤh zu fewr / macht ſie ab mit zerſtoſſenen Aniß / vnnd zwey oder drey Eyerdotter / ſtreicht ſie durch ein Hartuch vnd macht ſie ab mit Butter / gibt ſie vber die ſuppen her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0020-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0020-orig">
          <p>Gestoßene Hafergrütze mit Kapaunenbrühe oder Rindfleischbrühe zum Feuer bringen. Mit zerstoßenem Anis und zwei oder drei Eidottern anmachen, durch ein Haartuch streichen und mit Butter abschmecken. Über die Suppe geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſen Habergruͤtze">Hafergrütze, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunen oder Rindtfleiſchbruͤh">Kapaunenbrühe oder Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſtoſſenen Aniß">Anis, zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0021">
        <head>Hafergrützsuppe in Fleischbrühe mit Koriander, Wein und Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0021-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0021-trans">
          <p>Item / man bringt geſtoſſen Habergruͤtze zu fewr / mit Kappaunen oder Rindtfleiſchbruͤh/ macht ſie ab mit vngezuckerden klein geſtoſſen Coriander / ein weinich weins Zucker vnd Butter begieſt die Suppen damit / ſtrewet Zucker vnd Muſchatenblumen daruͤber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0021-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0021-orig">
          <p>Gestoßene Hafergrütze mit Kapaunen- oder Rindfleischbrühe zum Feuer bringen. Mit ungezuckertem, fein gestoßenem Koriander abschmecken. Die Suppe mit ein wenig Wein, Zucker und Butter begießen. Zucker und Muskatblüten darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſen Habergruͤtze">Hafergrütze, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunen oder Rindtfleiſchbruͤh">Kapaunen- oder Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vngezuckerden klein geſtoſſen Coriander">Koriander, fein gestoßen, ungezuckert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ein weinich weins" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſchatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0022">
        <head>Kraftsuppe von Feldhühnern in Kapaunenbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0022-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0022-trans">
          <p>Man ſeudt Veldthuͤner in Kappaunen bruͤh / bricht ſie klein / ſtoſſet ſie in einem Moͤrſel / als dann ſchneidet man ſcheiben weißbrot ſtoſt es damit durch / geuſt darnach die bruͤh in einen Moͤrſel zu dem fleiſche ein / ſtreicht es zuſammen durch einen Haarntuch ſeuds auff / wil man darnach die bruͤh mit einem leffel ein drincken / oder mit ſcheiben weißbrot einweichen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0022-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0022-orig">
          <p>Die Feldhühner in Kapaunenbrühe sieden, klein brechen und in einem Mörser stoßen. Dann Weißbrot in Scheiben schneiden und mit dem Fleisch durchstoßen.</p>
          <p>Danach die Brühe zu dem Fleisch in den Mörser gießen, alles zusammen durch ein Haartuch streichen und aufkochen.</p>
          <p>Nach Belieben die Brühe mit dem Löffel trinken oder Weißbrotscheiben damit einweichen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Veldthuͤner">Feldhühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="Kappaunen bruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Kapaunenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheiben weißbrot">Weißbrot, in Scheiben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0023">
        <head>Kraftsuppe von Feldhühnern mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0023-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0023-trans">
          <p>Item / man ſeud Veldthuͤner gahr ſtoſſet ſie in einem Moͤrſel mit weiſſem brotte / doch daß das Brot zuuor ein weinig geroͤſt werde / es wird auch klein Roſin vnd Muſchatenblumen durch einander geſtoſſen / reibs durch ein hartuch mit derſelbigen bruͤh vnd einem leffel vol Wein mans macht ab/ mit Zucker ſo mans darzu gebrauchen wil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0023-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0023-orig">
          <p>Die Feldhühner gar sieden. Danach im Mörser mit Weißbrot stoßen, wobei das Brot vorher ein wenig geröstet wird. Kleine Rosinen und Muskatblüte ebenfalls dazugeben und alles miteinander stoßen.</p>
          <p>Die Masse mit derselben Brühe, in der die Feldhühner gesotten wurden, und einem Löffel voll Wein durch ein Haartuch streichen. Mit Zucker abschmecken, wenn man ihn dazu verwenden will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Veldthuͤner">Feldhühner (Rebhühner)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weiſſem brotte">Weißbrot, vorher leicht geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Muſchatenblumen">Muskatblüte, zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="derſelbigen bruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Kochbrühe der Feldhühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="einem leffel vol Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker ſo mans darzu gebrauchen wil" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0024">
        <head>Kapaunen-Kraftsuppe, mit Weißbrot oder Eigelb gebunden</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0024-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0024-trans">
          <p>Item man bringet einen Kappaunen mit waſſer zu fewr / ſcheumet den ab vnd ſaltzet ihn ein wenig / wenn er gahr iſt ſtoſſet man ihn mit Fleiſch vnd Bein / weißbrot oder zwey oder drey Eyerdotter in einem Moͤrſel / ſchlechts durch einen haartuch / ſeuds auff gib es vber ſcheiben Weißbrot her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0024-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0024-orig">
          <p>Einen Kapaun mit Wasser aufs Feuer bringen, den Schaum abschöpfen und ein wenig salzen.</p>
          <p>Wenn der Kapaun gar ist, ihn mit Fleisch und Knochen im Mörser stoßen, dazu Weißbrot oder zwei oder drei Eigelb. Durch ein Haartuch streichen, aufkochen und über Weißbrotscheiben anrichten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="capon" orig="einen Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltzet ihn ein wenig" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb (statt Weißbrot zum Binden)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0025">
        <head>Kapaunen-Kraftsuppe mit Hafergrütze</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0025-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0025-trans">
          <p>Item man bringt den Kappaunen mit Waſſer zu Fewr / wenn er balt gar iſt thut man ein wenig Habergruͤtze drein / ſtoſt ihn darnach klein / vnd man ſchlecht ihn mit derſelbigen bruͤh durch ein Harntuch / macht den ab mit Muſcatenblumen ſchneidet da fuͤnff oder ſechs ſcheiben weißbrot darunter.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0025-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0025-orig">
          <p>Den Kapaun mit Wasser aufs Feuer bringen. Wenn er beinahe gar ist, ein wenig Hafergrütze hineingeben. Danach den Kapaun klein stoßen und mit derselben Brühe durch ein Haartuch streichen. Mit Muskatblüte würzen und fünf oder sechs Scheiben Weißbrot hineinschneiden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="capon" orig="den Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig Habergruͤtze">Hafergrütze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="fuͤnff oder ſechs ſcheiben weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0026">
        <head>Kapaunen-Kraftsuppe mit Safran und Muskatblüte</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0026-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0026-trans">
          <p>Item / man bringt den Kappaunen zum fewr/ ſtoſt ihn klein thut dar Saffran ein / ſchlecht ihn mit derſelben bruͤh durch einen Harntuch / ſeud ihn auff / macht jhn ab mit Muſcatenblumen vnd Buttern / gibts vber die geſchnitten ſcheiben her / ſo iſts fertig zum tiſche zutragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0026-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0026-orig">
          <p>Den Kapaun ans Feuer bringen, ihn dann klein stoßen und Safran dazugeben.</p>
          <p>Mit derselben Brühe durch ein Haartuch streichen, aufkochen und mit Muskatblüte und Butter abschmecken.</p>
          <p>Über die geschnittenen Brotscheiben geben, dann ist die Suppe fertig, um sie zu Tisch zu tragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="capon" orig="den Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="geſchnitten ſcheiben" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0027">
        <head>Pomeranzensuppe mit Eidotter, Wein und Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0027-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0027-trans">
          <p>Item / man ſchelet Pommerantzen bricht zwey oder drey Eyerdotter mit Wein / thut die Pommerantzen / die zuuor geſchelet ſein darein / leſt ſie durch ſieden ſtreicht ſie durch einen harntuch / man macht ſie ab mit Zucker vnd Caneil / geroͤſtet weißbrot das bricht man klein vnd gibts daruͤber / beſtrewet ſie mit Zucker vnd Caneil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0027-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0027-orig">
          <p>Die Pomeranzen schälen. Zwei oder drei Eidotter mit Wein verrühren und die geschälten Pomeranzen hineingeben. Alles durchsieden lassen und durch ein Haartuch streichen.</p>
          <p>Mit Zucker und Zimt abschmecken. Geröstetes Weißbrot klein brechen und darübergeben. Zuletzt mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantzen" commodity="wikidata:Q147096" source="#fyndling-ingredient-registry">Pomeranzen (Bitterorangen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet weißbrot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0028">
        <head>Malvasier-Gewürzsud mit gebratenen Pomeranzenscheiben zur Suppe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0028-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0028-trans">
          <p>Item / man thut Zucker Muſcatenblumen vnd Caneil in Malvaſier / ſeud es zuſamen auff/ thut Buttern in ein Silbern oder Zin ſchuͤſſel / ſchneidet Pommerantzen in ſcheiben / braͤdt ſie in Butter vnd legt ſie vber die Suppen / wenn ſie begoſſen iſt beſtrewet men ſie mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0028-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0028-orig">
          <p>Zucker, Muskatblüte und Zimt in Malvasier geben und miteinander aufkochen. Butter in eine Schüssel aus Silber oder Zinn geben.</p>
          <p>Pomeranzen in Scheiben schneiden, in Butter braten und über die Suppe legen. Wenn sie begossen ist, mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="malvasia" orig="Malvaſier" commodity="wikidata:Q1165349" source="#fyndling-ingredient-name">Malvasier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantzen" commodity="wikidata:Q27657260" source="#fyndling-ingredient-name">Pomeranze (Bitterorange)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0029">
        <head>Gewürzwein mit Ingwer, Muskat und Safran auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0029-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0029-trans">
          <p>Item / man ſeud Wein auff / macht ihn ab mit Ingber Muſcaten Caneil Saffran vnd Zucker/ gibt ihn vber geroͤſtet Weißbrodt / beſtrewet ſie mit Zucker wenn man ſie wil zu tiſche dragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0029-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0029-orig">
          <p>Wein aufsieden lassen und mit Ingwer, Muskat, Zimt, Safran und Zucker abschmecken. Über geröstetes Weißbrot geben.</p>
          <p>Zum Auftragen mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſcaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Weißbrodt">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0030">
        <head>Gewässerter Kapaun in Wein mit Zimt auf gebratenem Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0030-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0030-trans">
          <p>Item / man legt einen Kappaunen zwey oder drey ſtunde in Waſſer / weſchet ihn drey oder vier mahl aus / legt ihn wieder in Waſſer das er außweſſert / bringt ihn hernacher mit Wein zu fewr man macht ihn ab mit Caneil Zucker vnd Muſcatenblumen / vnd man leſt jhn nicht ſieden / bradet ſcheiben Weiſſesbrodes in Butter vnd gibt die Kappaunen daruͤber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0030-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0030-orig">
          <p>Einen Kapaun zwei oder drei Stunden in Wasser legen, drei- oder viermal auswaschen und wieder in Wasser legen, damit er auswässert.</p>
          <p>Danach mit Wein ans Feuer bringen und mit Zimt, Zucker und Muskatblüte abschmecken. Ihn nicht sieden lassen.</p>
          <p>Scheiben Weißbrot in Butter braten und den Kapaun darüber geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="capon" orig="einen Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheiben Weiſſesbrodes">Weißbrot, in Scheiben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0031">
        <head>Kapaunen in Wein mit Safran und Zucker auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0031-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0031-trans">
          <p>Item / man bringt die Kappaunen auff die voͤrigen manier zum fewr / macht ſie ab mit Saffran Zucker vnd Muſcatenblumen / gibt ſie vber geroͤſte ſcheiben Weißbrodt her / beſtrewet ſie mit Zucker vnd Muſcatenblumen wenn man ſie wilzu diſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0031-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0031-orig">
          <p>Ebenso: Die Kapaunen auf die vorige Art zum Feuer bringen und mit Safran, Zucker und Muskatblüte abschmecken. Über geröstete Scheiben Weißbrot anrichten und mit Zucker und Muskatblüte bestreuen, wenn man sie zu Tisch geben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="capon" orig="Kappaunen" commodity="wikidata:Q594676" source="#fyndling-ingredient-name">Kapaun</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſte ſcheiben Weißbrodt">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0032">
        <head>Pomeranzenschalen und Kapern in Wein auf Brotscheiben</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0032-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0032-trans">
          <p>Item / man weſchet Pommerantznſchelle aus/ ſeud ſie erſtlich in Waſſer / darnach geuſt man das Waſſer wider ab / ſeud es darnach in Wein / wenn ſie ein weinig geſotten ſein gibt man Kappern drein vnd leſt ſie zuſamen ſieden / aber nicht gantz lange/ macht ſie ab mit Zucker vnd Muſcatenblumen gibts vber die ſcheiben brots her / beſtrewet ſie mit Zucker wenn man ſie zu tiſche geben wil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0032-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0032-orig">
          <p>Die Pomeranzenschalen auswaschen und zuerst in Wasser sieden. Danach das Wasser wieder abgießen und die Schalen in Wein sieden.</p>
          <p>Wenn sie ein wenig gesotten sind, die Kapern dazugeben und alles zusammen sieden lassen, aber nicht allzu lange.</p>
          <p>Mit Zucker und Muskatblüte abschmecken und über die Brotscheiben geben. Wenn man es auftragen will, mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantznſchelle" commodity="wikidata:Q147096" source="#fyndling-ingredient-registry">Pomeranzenschalen (Bitterorange)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kappern">Kapern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheiben brots">Brotscheiben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0033">
        <head>Rosinen in Wein auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0033-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0033-trans">
          <p>Item / man thut außgewaſchen verleſen Roſin in einen Hauen gibt Wein daruͤber macht es ab mit Muſcatenblumen vnd Zucker / gibt es vber geroͤſtet brot / beſprengets mit Zucker vnd Caneil wenn mans wil zu tiſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0033-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0033-orig">
          <p>Gewaschene und verlesene Rosinen in einen Topf geben, Wein darübergießen und mit Muskatblüte und Zucker abschmecken.</p>
          <p>Über geröstetes Brot geben und, wenn man es zu Tisch tragen will, mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="Roſin" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-registry">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0034">
        <head>Rotweinsuppe mit Rosinen und Birnen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0034-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0034-trans">
          <p>Item / man ſeud kleinen Roſin mit Birn in wuͤrffel geſchnitten in rotem Wein / macht jhn ab mit Muſchatenblumen vnd Zucker / gibt es vber geroͤſtet weiß Brot beſprengt es mit Zucker / als dann dregt mans zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0034-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0034-orig">
          <p>Kleine Rosinen mit in Würfel geschnittenen Birnen in rotem Wein sieden und mit Muskatblüte und Zucker abschmecken. Über geröstetes Weißbrot geben, mit Zucker bestreuen und dann zu Tisch tragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Birn in wuͤrffel geſchnitten">Birnen, in Würfel geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotem Wein">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſchatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet weiß Brot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0035">
        <head>Suppe mit Eidotter in Wein, Rosinen und gehacktem harten Eigelb</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0035-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0035-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Eyerdotter klein vermiſchet ſie mit Wein / thut da kleinen Roſin vnd Zucker ein / Gibts vber die Suppen / Darnach hacket man hartgeſotten Eyerdotter klein / die gibt man auch darüber / Vnd man ſtrewet Zucker vnd Caneil daruͤber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0035-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0035-orig">
          <p>Eidotter klein schneiden und mit Wein vermischen, kleine Rosinen und Zucker dazugeben und das über die Suppe geben.</p>
          <p>Danach hartgekochte Eidotter klein hacken und ebenfalls darübergeben. Zuletzt Zucker und Zimt darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hartgeſotten Eyerdotter">Eidotter, hartgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0036">
        <head>Durchgestrichene Datteln in Rotwein mit reifen Weinbeeren</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0036-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0036-trans">
          <p>Item/ man ſeud Dadtelen in rotem Wein ſtreicht ſie darnach durch einen Haarntuch macht ſie ab mit Zucker Caneil vnd reiffen Weinbern/ darnach iſts fertig zumtiſche zutragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0036-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0036-orig">
          <p>Datteln in rotem Wein sieden und danach durch ein Haartuch streichen. Mit Zucker, Zimt und reifen Weinbeeren abschmecken. Danach ist es fertig, um zu Tisch getragen zu werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Dadtelen" commodity="wikidata:Q1652093" source="#fyndling-ingredient-name">Datteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotem Wein">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="reiffen Weinbern">Weinbeeren, reif</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0037">
        <head>Dattelsuppe auf gebratenem Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0037-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0037-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Dadtelen klein ſeud ſie in Wein / macht ſie ab mit Zucker vnd Muſcatenblumen / gibts vber gebraten in Buttern Weißbrot/ daſſelbe wird darnach aus der Butter genommen/ vnd in ein ſchuͤſſel gelecht / begeuſt das Brot mit derſelben bruͤh / alſo das es nicht feiſt werde / gib dann die Dadtelen in Wein geſotten auch daruͤber / die Dadtelen ſchneidet mã in kleine ſtuͤcklein / vñ beſtrewet ſie ein wenig mit Zucker vnd beſprengt ſie mit Roſenwaſſer / dieſelben ſuppen ſeindt ghar gut dann ſie kuͤlen den Menſchen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0037-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0037-orig">
          <p>Die Datteln klein schneiden, in Wein sieden und mit Zucker und Muskatblüte abschmecken. Über in Butter gebratenes Weißbrot geben.</p>
          <p>Das Brot danach aus der Butter nehmen und in eine Schüssel legen. Das Brot mit derselben Brühe begießen, so dass es nicht fett wird. Dann die in Wein gesottenen Datteln ebenfalls darübergeben.</p>
          <p>Die Datteln in kleine Stückchen schneiden, ein wenig mit Zucker bestreuen und mit Rosenwasser besprengen. Diese Suppen sind sehr gut, denn sie kühlen den Menschen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Dadtelen" commodity="wikidata:Q1652093" source="#fyndling-ingredient-name">Datteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0038">
        <head>Datteln in Rotwein auf Röstbrot mit gebackenen Eiern</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0038-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0038-trans">
          <p>Item / man nimpt Dadtelen vnd bringt ſie mit rotem Wein zu fewr / macht ſie ab mit Zucker Negelein vnd Caneil geuſt ſie vber geroͤſtet Brot her / darnach legt man verloren Eyer in Butter oder Schmaltz gebacken daruͤber her / beſtrewet ſie mit Zucker vnd Negelein durch einander vermiſcht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0038-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0038-orig">
          <p>Datteln mit rotem Wein ans Feuer setzen und mit Zucker, Nelken und Zimt abschmecken. Über geröstetes Brot gießen.</p>
          <p>Danach verlorene Eier, in Butter oder Schmalz gebacken, darüberlegen und mit Zucker und Nelken bestreuen, die man miteinander vermischt hat.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Dadtelen" commodity="wikidata:Q1652093" source="#fyndling-ingredient-name">Datteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotem Wein">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="verloren Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter oder Schmaltz" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0039">
        <head>Petersiliensuppe mit Eidottern über Weiß- oder Roggenbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0039-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0039-trans">
          <p>Item / man hacket Peterſillien klein thut ſie in einem Hafen / bricht da zwey oder drey Eyerdotter ein / macht ſie ab mit Muſcatenblumen vnd friſcher Butter / gibt darauff Kappaunen oder Rindfleiſch bruͤh / leſt es fuͤr den ſud komen / gibt es vber geſchnitten weiß oder Rocken Brot.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0039-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0039-orig">
          <p>Petersilie klein hacken und in einen Topf geben. Zwei oder drei Eidotter hineinschlagen und mit Muskatblüte und frischer Butter abschmecken.</p>
          <p>Kapaunen- oder Rindfleischbrühe daraufgießen und bis kurz vor das Sieden kommen lassen. Über geschnittenes Weiß- oder Roggenbrot geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſillien" commodity="wikidata:Q25284" source="#fyndling-ingredient-registry">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="friſcher Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunen oder Rindfleiſch bruͤh">Kapaunen- oder Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchnitten weiß oder Rocken Brot">Weiß- oder Roggenbrot, geschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0040">
        <head>Suppe mit Eidotter, Petersilie und kleinen Rosinen in Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0040-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0040-trans">
          <p>Item / man bricht zwey oder drey Eyerdotter mit klein geſchnitten Peterſillien / macht ſie ab mit Muſcatenblumen / friſcher Butter / klein Roſin/ vnnd Kappaunen oder Rindfleiſchbruͤh / ruͤrt es vmb von wegen der Eyer das ſie nicht anbrennen/ leſt es zuſamen fuͤr den ſud komen gibts darnach vber die Suppen / beſtrewet ſie mit kleinen Roſin wenn man ſie wil zutiſche bringen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0040-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0040-orig">
          <p>Zwei oder drei Eidotter mit klein geschnittener Petersilie verrühren. Mit Muskatblüte, frischer Butter, kleinen Rosinen und Kapaunen- oder Rindfleischbrühe abschmecken.</p>
          <p>Wegen der Eier umrühren, damit sie nicht anbrennen. Alles zusammen bis kurz vor das Sieden kommen lassen und danach über die Suppe geben. Wenn man sie zu Tisch bringen will, mit kleinen Rosinen bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein geſchnitten Peterſillien">Petersilie, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="friſcher Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kappaunen oder Rindfleiſchbruͤh">Kapaunen- oder Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0041">
        <head>Suppe mit Petersilie, Safran und verlorenen Eiern</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0041-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0041-trans">
          <p>Item / man ſchlecht Peterſillien mit zwey oder drey Eyerdottern klein / macht ſie ab mit Saffran kleinem Roſin friſcher Butter vnd Rintfleiſch oder Kappaunenbruͤh / ruͤhrt es vmb gibt es vber die Suppen / darnach legt man verlorne Eyer in waſſer geſotten darumb / beſprenget die mit Saltz wenn man ſie wil zu tiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0041-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0041-orig">
          <p>Petersilie mit zwei oder drei Eidottern klein schlagen und mit Safran, kleinen Rosinen, frischer Butter und Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe abschmecken. Umrühren und über die Suppe geben.</p>
          <p>Danach in Wasser gesottene verlorene Eier ringsherum legen und mit Salz bestreuen, wenn man die Suppe zu Tisch geben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſillien" commodity="wikidata:Q25284" source="#fyndling-ingredient-registry">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinem Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="friſcher Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rintfleiſch oder Kappaunenbruͤh">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="verlorne Eyer">Eier, pochiert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0042">
        <head>Kerbelsuppe mit ungerührten Eiern und Butter über Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0042-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0042-trans">
          <p>Item / man thut gehackte Keruel in Rindfleiſchbruͤh / ſchlecht hernacher Eyer durch / thut ſie zuſamen ohn vmbruͤrent / nimpt das von dem Fewr ab / vñ ſetzet es bey das fewr / leſt es da ein weinig bey ſtehen / vnd man gibt da ein wenig friſcher Butter ein / vnnd thuts vber geſchnitten weiß Brot her / alßdann kan mans zum tiſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0042-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0042-orig">
          <p>Gehackten Kerbel in Rindfleischbrühe geben. Danach Eier durchschlagen und beides zusammengeben, ohne umzurühren.</p>
          <p>Den Topf vom Feuer nehmen und neben das Feuer stellen, dort ein wenig stehen lassen und ein wenig frische Butter hineingeben.</p>
          <p>Dann alles über geschnittenes Weißbrot geben. So kann man es zu Tisch tragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gehackte Keruel">Kerbel, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="friſcher Butter">frische Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchnitten weiß Brot">Weißbrot, geschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0043">
        <head>Kerbelmilch mit Eidotter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0043-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0043-trans">
          <p>Item / man ſeud kleine geſchnitten Keruel in Milch / nimpt ſie von dem Fewr ein wenig vber die halbe / bricht drey oder vier Eyerdotter mit derſelbigen Milch ruͤhrt es vnter einander das die Eyer nicht zuſamen lauffen / beſtrewet ſie mit Muſcatenblumen vnd Saltz / alßdann iſts fertig.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0043-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0043-orig">
          <p>Klein geschnittenen Kerbel in Milch sieden und vom Feuer nehmen, wenn sie ein wenig über die Hälfte eingekocht ist.</p>
          <p>Drei oder vier Eidotter mit dieser Milch verquirlen und gut untereinanderrühren, damit die Eier nicht gerinnen. Mit Muskatblüte und Salz bestreuen. Dann ist es fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kleine geſchnitten Keruel">Kerbel, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="Milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#fyndling-ingredient-registry">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="drey oder vier Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0044">
        <head>Kerbelsuppe mit Eidotter und Weinessig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0044-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0044-trans">
          <p>Item / man bringt gehackte Keruel mit Rindfleiſchbruͤh zum fewr / bricht Eyerdotter mit Weineſsig vnd gibts daruͤber her / man gibt auch ein weinig zerſmultzen Butter daruͤber darnach iſts fertig.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0044-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0044-orig">
          <p>Gehackten Kerbel mit Rindfleischbrühe zum Feuer bringen. Eidotter mit Weinessig verrühren und darübergeben. Auch ein wenig zerlassene Butter darübergeben, dann ist die Suppe fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gehackte Keruel">Kerbel, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſmultzen Butter">Butter, zerlassen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0045">
        <head>Kerbelsuppe mit Eierkuchen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0045-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0045-trans">
          <p>Item / man bringt zerhackte Keruel mit Rinfleiſch oder Kappaunenbruͤh zum fewr / nimpt darnach einen kleinen duͤnnen gebacken Eyerkuchen gibt denſelbigen halb in die bruͤh / macht es ab mit Saffran vnd Pfeffer / begeuſt die Suppen damit die ander helffte von gebacken kuchen legt man vber die Suppen her / beſprengt jhn mit Zucker ſo man ihn wil zum tiſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0045-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0045-orig">
          <p>Gehackten Kerbel mit Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe zum Feuer bringen. Danach einen kleinen, dünnen, gebackenen Eierkuchen nehmen und die Hälfte davon in die Brühe geben. Mit Safran und Pfeffer abschmecken und die Suppe damit begießen.</p>
          <p>Die andere Hälfte des gebackenen Kuchens über die Suppe legen und mit Zucker bestreuen, wenn man ihn zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="zerhackte Keruel">Kerbel, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rinfleiſch oder Kappaunenbruͤh">Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="einen kleinen duͤnnen gebacken Eyerkuchen">Eierkuchen, klein und dünn gebacken</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0046">
        <head>Geschälte Gartenerbsen in Rindfleischbrühe über Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0046-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0046-trans">
          <p>Item / man legt Gartenerbis vber nacht in Koldgoten / waͤſchet ſie aus / ſeud ſie auff in Regenwaſſer vnd nimbt die ſchalen dauon / vnd auch das Waſſer/ Bringt ſie wider mit Rindfleiſchbruͤh zum fewr / macht ſie ab mit Butter / Gibt ſie darnach vber ſcheiben weiß Brot her / beſtrewet ſie mit Saltz vnd Pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0046-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0046-orig">
          <p>Die Gartenerbsen über Nacht in kalte Lauge legen und danach auswaschen. In Regenwasser aufkochen, die Schalen abnehmen und auch das Wasser abgießen.</p>
          <p>Die Erbsen mit Rindfleischbrühe wieder ans Feuer bringen und mit Butter abschmecken. Danach über Scheiben Weißbrot anrichten und mit Salz und Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Gartenerbis">Gartenerbsen, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Koldgoten">Kaltguss (kalte Aschenlauge)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rain water" orig="Regenwaſſer" commodity="wikidata:Q21555202" source="#corema-ingredient-index">Regenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſcheiben weiß Brot">Weißbrot, in Scheiben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0047">
        <head>Erbsen mit Safran und kleinen Rosinen, zum Teil durchgestrichen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0047-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0047-trans">
          <p>Item / man bringet Gartenerbſen auff voͤrige weiſe zum fewr / macht ſie darnach ab mit Rindfleiſch oder Kappaunenbruͤh/ klein Roſin Saffran vnnd Butter / ſtreicht darnach ein wenig Erbſen durch ein Haartuch / gibt ſie dar auch ein / vnd gib ſie zuſammen vber die Suppen / beſprengt ſie mit ein wenig Saltz / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0047-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0047-orig">
          <p>Gartenerbsen auf die vorige Weise zum Feuer bringen. Danach mit Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe, kleinen Rosinen, Safran und Butter abschmecken.</p>
          <p>Dann ein wenig von den Erbsen durch ein Haartuch streichen und ebenfalls hineingeben.</p>
          <p>Alles zusammen über die Suppe geben und mit ein wenig Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Gartenerbſen">Gartenerbsen, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindfleiſch oder Kappaunenbruͤh">Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0048">
        <head>Erbsenpüree mit Butter und Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0048-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0048-trans">
          <p>Item / man bringt Erbiſſen zum fewr ſtreicht ſie darnach durch ein Haartuch / machet ſie ab mit Butter vnd Pfeffer / alßdan geuſt man ſie vber die Suppen her / vnnd beſprengt ſie ein wenig mit Saltz / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0048-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0048-orig">
          <p>Erbsen zum Feuer bringen und danach durch ein Haartuch streichen. Mit Butter und Pfeffer abschmecken.</p>
          <p>Dann über die Suppe gießen und mit ein wenig Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="Erbiſſen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0049">
        <head>Passierte Erbsen mit Kümmel, Safran und Salbei</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0049-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0049-trans">
          <p>Item / man ſchlegt geſotten Erbiſſen durch ein Haartuch / machet ſie ab mit Koͤme / Saffran/ Pfeffer / Salwey vnd Butter / alßdan gibt mans vber die Suppen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0049-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0049-orig">
          <p>Gekochte Erbsen durch ein Haartuch schlagen. Mit Kümmel, Safran, Pfeffer, Salbei und Butter abschmecken und über die Suppe geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="geſotten Erbiſſen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="Koͤme" commodity="wikidata:Q22978145" source="#fyndling-ingredient-name">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Salwey" commodity="wikidata:Q1111359" source="#fyndling-ingredient-registry">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0050">
        <head>Erbsenpüree mit Kümmel und Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0050-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0050-trans">
          <p>Item / man ſtreicht geſotten Erbiſſen durch einen Haartuch / macht ſie ab mit Koͤme vnd Butter / gibt ſie vber die Suppen her / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0050-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0050-orig">
          <p>Gekochte Erbsen durch ein Haartuch streichen, mit Kümmel und Butter abschmecken und über die Suppe geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="geſotten Erbiſſen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="Koͤme" commodity="wikidata:Q22978145" source="#fyndling-ingredient-name">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Suppen">Suppe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0051">
        <head>Erbsenpüree mit Safran, Weinessig und großen Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0051-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0051-trans">
          <p>Item / man macht durchgeſchlagen Erbſen ab / mit Saffran / Buttern / Weineſſig vnd groſſen Roſin / leſt es auffkochen gibt es vber die Suppen her / beſprengt die dann mit ein wenig Saltzes.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0051-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0051-orig">
          <p>Durchgestrichene Erbsen mit Safran, Butter, Weinessig und großen Rosinen abschmecken und aufkochen lassen. Dann über die Suppe geben und diese mit ein wenig Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="durchgeſchlagen Erbſen">Erbsen, gekocht und durchgestrichen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſſig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltzes" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0052">
        <head>Erbsenpüree mit Rosinen und Anis</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0052-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0052-trans">
          <p>Item / man thut klein vnd groſſen Roſin Anyß vnd Butter in die Erbſen / wenn ſie halb gar ſind/ leſt ſie zuſammen durch kochen / ſtreicht ſie darnach durch einen Haartuch / leſt ſie wider auffkochen/ gibt da ein wenig Butter vnd Saltzes ein / geuſt es vber die Suppen her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0052-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0052-orig">
          <p>Wenn die Erbsen halb gar sind, kleine und große Rosinen, Anis und Butter dazugeben und alles zusammen durchkochen lassen. Danach durch ein Haartuch streichen und wieder aufkochen lassen.</p>
          <p>Ein wenig Butter und Salz hineingeben und über die Suppe gießen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="die Erbſen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein vnd groſſen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="Anyß" commodity="wikidata:Q33873455" source="#corema-ingredient-index">Anis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltzes" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0053">
        <head>Erbsenpüree mit Zwiebeln in Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0053-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0053-trans">
          <p>Item / man ſchlegt geſotten Erbſen durch einen Haartuch / bricht kleine geſchnitten zwybe n in Buttern / gibt ſie in die durchgeſchlagene Erbſen/ thut es zuſammen vber die Suppen / beſprengt ſie mit Saltz / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0053-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0053-orig">
          <p>Gesottene Erbsen durch ein Haartuch schlagen. Klein geschnittene Zwiebeln in Butter brechen und in die durchgeschlagenen Erbsen geben. Alles zusammen über die Suppe geben und mit Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="geſotten Erbſen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine geſchnitten zwybe n">Zwiebeln, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Suppen">Suppe (Brotunterlage)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0054">
        <head>Kirschsuppe mit Zimt über gebratenem Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0054-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0054-trans">
          <p>Item / man bricht die Kirſen von den ſtielen/ bringt ſie mit Wein zu Fewr / macht ſie ab mit Zucker / weiß Brot in Butter gebraten/ vnd daſſelbe vbergegoſſen / beſprengt ſie mit Zucker vnd Caneil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0054-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0054-orig">
          <p>Die Kirschen von den Stielen brechen, mit Wein aufs Feuer bringen und mit Zucker abschmecken.</p>
          <p>Weißbrot in Butter braten und mit den Kirschen übergießen. Mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="cherry" orig="Kirſen" commodity="wikidata:Q196" source="#corema-ingredient-index">Kirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0055">
        <head>Kirschsuppe mit Nelken über Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0055-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0055-trans">
          <p>Item / man beſtreicht ein jegliche Kirſen mit zwey gantze Negelein / thut ſie in einen Hauen mit Wein vnd Zucker / leſt ſie auffkochen / gibt ſie vber weiß Brot / in Butter gebraten / beſprenget ſie mit Zucker vnd Muſcatenblumen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0055-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0055-orig">
          <p>Jede Kirsche mit zwei ganzen Nelken bestecken. Die Kirschen in einen Topf mit Wein und Zucker geben und aufkochen lassen.</p>
          <p>Die Kirschen über Weißbrot geben, das in Butter gebraten ist, und mit Zucker und Muskatblüte bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="cherry" orig="Kirſen" commodity="wikidata:Q196" source="#corema-ingredient-index">Kirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="zwey gantze Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0056">
        <head>In Butter gebratene Kirschen mit Zimt auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0056-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0056-trans">
          <p>Item / man bradet die Kirſen ohne die ſtein in Buttern / macht ſie ab mit Zucker / Caneil vnnd Wein / gibts vber geroͤſtet Brot / wenn man ſie zutiſch wil geben / beſprengt man ſie mit Zucker vnnd Caneil / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0056-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0056-orig">
          <p>Die Kirschen ohne die Steine in Butter braten und mit Zucker, Zimt und Wein abschmecken. Über geröstetes Brot geben. Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Zucker und Zimt besprengen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kirſen ohne die ſtein">Kirschen, entsteint</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0057">
        <head>Kirschen mit Rosinen und Anis-Zucker auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0057-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0057-trans">
          <p>Item / man bricht die ſtein aus den Kirſen ſchwetzt ſie ab mit kleinen Roſin in Butter / machet ſie ab mit Zucker / Caneil vnd Wein / gibt ſie vber geroͤſtet weiß Brot / ſtoͤſſet Aniß vñ Zucker klein beſprengt ſie damit / alßdan bringt man ſie zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0057-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0057-orig">
          <p>Die Steine aus den Kirschen brechen. Die Kirschen mit kleinen Rosinen in Butter abschwitzen und mit Zucker, Zimt und Wein abschmecken.</p>
          <p>Die Kirschen über geröstetes Weißbrot geben. Anis und Zucker klein stoßen und die Kirschen damit bestreuen. Dann zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="cherry" orig="Kirſen" commodity="wikidata:Q196" source="#corema-ingredient-index">Kirschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet weiß Brot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="Aniß" commodity="wikidata:Q33873455" source="#corema-ingredient-index">Anis, zerstoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0058">
        <head>Johannisbeersuppe mit Muskatblüte und kleinen Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0058-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0058-trans">
          <p>Item/ Man machet Johansbiern mit Wein ab / vnd Muſcatenblumen kleinen Roſin vnnd Zucker / ſchwetzet Brot in Buttern / gibt ſie daruͤber / alßdann beſtrewet man ſie mit Muſcatenblumen vnd Zucker.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0058-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0058-orig">
          <p>Die Johannisbeeren mit Wein ansetzen und mit Muskatblüte, kleinen Rosinen und Zucker abschmecken.</p>
          <p>Brot in Butter anschwitzen und die Beeren darübergeben. Zum Schluss mit Muskatblüte und Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Johansbiern">Johannisbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0059">
        <head>Durchgestrichene Johannisbeeren mit Eigelb auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0059-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0059-trans">
          <p>Item / man Bradet S. Johansbiern in Buttern / ſtreicht ſie mit Wein vnd drey oder vier Eyerdottern durch einen Haartuch / macht ſie ab mit gantzen Muſcatenblumen Caneil vnd Zucker / gibt ſie vber geroͤſtet Brot / beſprenget ſie mit Caneil vnd Zucker ſo man ſie wil zu tiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0059-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0059-orig">
          <p>Johannisbeeren in Butter braten und mit Wein und drei oder vier Eigelb durch ein Haartuch streichen. Mit ganzen Muskatblüten, Zimt und Zucker abschmecken.</p>
          <p>Über geröstetes Brot geben. Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Zimt und Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="S. Johansbiern">Johannisbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="drey oder vier Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0060">
        <head>Johannisbeeren in Butter und Wein auf Röstbrot, mit Zimtzucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0060-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0060-trans">
          <p>Item / man ſchwetzt Johansbiern in Butter/ macht ſie ab mit Wein Caneil vnd Zucker / gibt ſie vber geroͤſt Brot / beſtrewt ſie mit Zucker vnd Caneil wenn mans wil zutiſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0060-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0060-orig">
          <p>Johannisbeeren in Butter anschwitzen und mit Wein, Zimt und Zucker abschmecken.</p>
          <p>Über geröstetes Brot geben. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Johansbiern">Johannisbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſt Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0061">
        <head>Passierte Weinbeerensuppe mit Safran und Rosenwasser</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0061-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0061-trans">
          <p>Item / Man ſeud Weinbern mit Wein vnd Waſſer auff / ſtreicht ſie mit Eyerdottern durch einen Haartuch / macht ſie ab mit Caneil / Saffran / Zucker vnd Roſenwaſſer / vnd gibt ſie vber die Suppen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0061-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0061-orig">
          <p>Weinbeeren mit Wein und Wasser aufsieden. Mit Eigelb durch ein Seihtuch streichen. Mit Zimt, Safran, Zucker und Rosenwasser abschmecken und über die Suppe geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Weinbern">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0062">
        <head>Weinbeerensuppe mit Zimt über Weißbrot in Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0062-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0062-trans">
          <p>Item / man bricht die Weinbern ab / thut ſie in einen Hauen / bringt ſie mit Wein vnd waſſer zum fewr / machet ſie ab mit Zucker vnd Caneil / vnnd man ſchwetzet weiß Brot in buttern / leſt die Butter ablauffen / gibt die Birn daruͤber darnach beſprengt man ſie mit Zucker vnd Caneil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0062-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0062-orig">
          <p>Die Weinbeeren abbrechen und in einen Topf geben. Mit Wein und Wasser zum Feuer bringen und mit Zucker und Zimt abschmecken.</p>
          <p>Weißbrot in Butter anschwitzen und die Butter ablaufen lassen. Die Beeren darübergeben und danach mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Weinbern">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0063">
        <head>Weinbeerensuppe mit Roter Bete</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0063-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0063-trans">
          <p>Item / man bricht Weinbern ab thut ſie in einen Hauen / gibt da zwey oder drey Eyerdotter drein/ vnnd ſeud roht Betenruben in waſſer / dieſelbigen thut man auch darein / macht ſie ab mit Zucker vnd zerſtoſſenen Ingber gibt ſie vber geroͤſtet Brot / beſprengt ſie mit Rotenbetenruben / Zucker vnd Ingber / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0063-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0063-orig">
          <p>Weinbeeren abbrechen und in einen Topf geben. Zwei oder drei Eigelb dazugeben.</p>
          <p>Rote Bete in Wasser sieden und ebenfalls in den Topf geben.</p>
          <p>Mit Zucker und zerstoßenem Ingwer abschmecken und über geröstetes Brot geben. Mit Roter Bete, Zucker und Ingwer besprengen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Weinbern">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="roht Betenruben">Rote Bete</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="zerſtoſſenen Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0064">
        <head>In Butter gebratene Weinbeeren mit Apfelwürfeln auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0064-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0064-trans">
          <p>Item / die Weinbern bradet man mit kleinen Roſinen vnnd Apffeln (die muͤſſen in wuͤrffel geſchnitten werden) in Buttern / man macht ſie ab mit Zucker Caneil vnd Wein / gibt ſie vber geroͤſtet Brot her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0064-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0064-orig">
          <p>Die Weinbeeren mit kleinen Rosinen und Äpfeln in Butter braten; die Äpfel müssen dafür in Würfel geschnitten werden.</p>
          <p>Mit Zucker, Zimt und Wein abschmecken und über geröstetes Brot geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Weinbern">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſinen">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Apffeln (die muͤſſen in wuͤrffel geſchnitten werden)">Äpfel, gewürfelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0065">
        <head>Stachelbeeren in Rotwein auf Röstbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0065-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0065-trans">
          <p>Man macht die Stichbirn mit rotem Wein vnd Zucker ab / gibt ſie vber geroͤſtet Brot beſprengt ſie mit Zucker.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0065-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0065-orig">
          <p>Die Stachelbeeren mit rotem Wein und Zucker abschmecken. Über geröstetes Brot geben und mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Stichbirn">Stachelbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotem Wein">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Geröstetes Brot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0066">
        <head>Stachelbeersuppe mit Eigelb und Wein auf Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0066-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0066-trans">
          <p>Item / die Stichbirn ſtoſſet man in einem Moͤrſel / ſchlecht ſie mit Eyerdottern vnnd Wein durch ein hartuch / alßdan thut man andere Birn darunter geuſt ſie zuſamen vber geroͤſtet weiß brot/ doch dasſie zuuor mit Zucker vnd Muſcatenblumen angemacht ſein.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0066-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0066-orig">
          <p>Die Stachelbeeren im Mörser stoßen und mit Eigelb und Wein durch ein Haartuch schlagen.</p>
          <p>Danach weitere Beeren daruntergeben und alles zusammen über geröstetes Weißbrot gießen. Zuvor müssen die Beeren aber mit Zucker und Muskatblüte angemacht sein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Stichbirn">Stachelbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="andere Birn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Beeren, weitere</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet weiß brot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0067">
        <head>Stachelbeersuppe mit gebackenen Eiern</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0067-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0067-trans">
          <p>Item / man thut die Stichbirn in einen Hafen/ macht ſie an mit Wein / Zucker / Caneil vnd Muſcaten / gibt ſie vber geroͤſtet Brot / beckt Eyer ydes beſunder in Butter / darnach ſtrewet man Zucker vnd Caneil zuſamen vermiſchet vber die Eyer / darnach legt man die Eyer vber die Suppen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0067-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0067-orig">
          <p>Die Stachelbeeren in einen Topf geben und mit Wein, Zucker, Zimt und Muskat anmachen. Über geröstetes Brot geben.</p>
          <p>Eier jedes für sich in Butter backen. Zucker und Zimt miteinander vermischen und über die Eier streuen. Danach die Eier auf die Suppe legen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Stichbirn">Stachelbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſcaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Brot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0068">
        <head>Markknochen in Brühe mit Röstbrot und Parmesan</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0068-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0068-trans">
          <p>Man ſeud die Marcknochen mit dem fleiſche gar / vnnd ſo ſie mager ſein ſchneidet man das Magerfleiſch ab vnd leſt das feiſte ſitzen / ſetzet darnach die Knochen in einen Hafen/ daß das Marck da nicht hinaußflieſſe muͤge/ man fuͤllet da Rindfleiſchbruͤh auff / darzu auch das feiſte / ſchneidet weiß Brot in ſcheiben / roͤſtet es / begeuſt es mit derſelbigen bruͤh / wenn man ſie wil zu tiſche tragen ſtrewet man Parmaſanskeſe daruͤber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0068-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0068-orig">
          <p>Die Markknochen mit dem Fleisch gar sieden. Sind sie mager, das magere Fleisch abschneiden und das fette daran lassen.</p>
          <p>Danach die Knochen so in einen Topf setzen, dass das Mark nicht herausfließen kann. Mit Rindfleischbrühe auffüllen, dazu auch das Fett.</p>
          <p>Weißbrot in Scheiben schneiden, rösten und mit derselben Brühe begießen. Vor dem Auftragen Parmesankäse darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Marcknochen" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Markknochen vom Ochsen, mit Fleisch daran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmaſanskeſe">Parmesan</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0069">
        <head>Markknochen auf Brotsuppe mit Muskatblüte</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0069-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0069-trans">
          <p>Die Marcknochen ſeud man ghar vnd ſchneidet das Margerfleiſch ab / ſetzet ſie alßdann in ein Keſſel vnd fuͤllet es mit Rindfleiſchbruͤh / die bruͤh gibt man aber geroͤſtet weiß Brot / ſetzet die Marcknochen auffs fewr das ſie auff kochen / alßdann vermiſchet man harte Eyerdotter vnd zerriebenbrot gibt daſſelbe auff die Marcknochen gibt darnach die Marcknochen vber die Suppen / beſtrewet ſie mit Muſcatenblumen / deckt ſie zu das ſie warm zu tiſche komen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0069-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0069-orig">
          <p>Die Markknochen gar sieden und das magere Fleisch abschneiden. Die Knochen dann in einen Kessel setzen und mit Rindfleischbrühe auffüllen. Die Brühe aber über geröstetes Weißbrot geben.</p>
          <p>Die Markknochen aufs Feuer setzen, damit sie aufkochen. Dann hartgekochte Eigelbe mit geriebenem Brot vermischen und diese Masse auf die Markknochen geben.</p>
          <p>Die Markknochen danach über die Suppe legen, mit Muskatblüte bestreuen und zudecken, damit sie warm zu Tisch kommen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marcknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet weiß Brot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="harte Eyerdotter">Eigelb, hartgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="zerriebenbrot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0070">
        <head>Markknochen mit Fleisch auf Röstbrot in Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0070-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0070-trans">
          <p>Man macht die Marcknochen ghar vnd das Magerfleiſch ſchneidet man dauon / gibt es auff geroͤſtete ſcheiben weiß Brot in Butter / daſſelbe leſt man zuſamen durch kochen / beſprengets mit ein wenig Pfeffers / gibt die Marcknochen daruͤber / alßdann bringt mans zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0070-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0070-orig">
          <p>Die Markknochen gar kochen und das magere Fleisch davon abschneiden. Das Fleisch auf geröstete Scheiben Weißbrot in Butter geben und alles zusammen durchkochen lassen. Mit ein wenig Pfeffer besprengen, die Markknochen darüberlegen und dann zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Marcknochen" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Markknochen vom Ochsen, mit anhaftendem Fleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtete ſcheiben weiß Brot">Weißbrot, in Scheiben geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig Pfeffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0071">
        <head>Erbsensuppe mit Ochsen-Markknochen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0071-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0071-trans">
          <p>Item / man ſchneidet das Fleiſch von den Knochen / macht weiſſe Erbiſſen in Waſſer ghar / vnnd man ſtreicht ſie mit derſelben bruͤh durch einen haartuch / machet ſie ab mit Saffran vnd Haber Koͤm/ alßdan macht man ſie mit Rindfleiſchbruͤh / vnnd leſt die Marckknochen drein auffſieden / begeuſt die Suppen damit / darnach legt man die Marckknochen daruͤber / man beſprengt ſie mit Haber/ Koͤme vnd gibt ſie zutiſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0071-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0071-orig">
          <p>Das Fleisch von den Knochen schneiden. Weiße Erbsen in Wasser gar kochen und mit derselben Brühe durch ein Haartuch streichen. Mit Safran und Haberkümmel abschmecken.</p>
          <p>Danach mit Rindfleischbrühe zur Suppe machen und die Markknochen darin aufsieden lassen. Die Suppe damit begießen, dann die Markknochen darüberlegen, mit Haberkümmel bestreuen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weiſſe Erbiſſen">Weiße Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Haber Koͤm">Haberkümmel (wilder Schwarzkümmel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0072">
        <head>Markknochen mit Rosinen, Wein, Zucker und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0072-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0072-trans">
          <p>Geroͤſtet Weißbrot begeuſt man mit Rindfleiſchbruͤh / vnd ſchwetzet kleinen Roſin mit dem feiſte in einer Pfannen / machets ab mit Wein/ Zucker vnnd Caneil/ alßdan gibt mans vber die Marckknochen her / wenn man wil zutiſche tragen/ beſtrewet man ſie mit Zucker / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0072-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0072-orig">
          <p>Geröstetes Weißbrot mit Rindfleischbrühe begießen. Kleine Rosinen mit dem Fett in einer Pfanne anschwitzen und mit Wein, Zucker und Zimt abschmecken.</p>
          <p>Dann über die Markknochen geben. Wenn man zu Tisch tragen will, mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Geroͤſtet Weißbrot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="dem feiſte" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Fett von der Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0073">
        <head>Markknochen mit Artischockensauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0073-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0073-trans">
          <p>Die euſſerſten Bletter von Artiſchocken ſchlegt ſie mit Rinderfleiſchbruͤh durch ein Haartuch / dazu thut man ein Pareyerdotter vnd ein wenig weins machet die Marckknochen damit ab / auch geuſt man ein wenig Rindfleiſchbruͤh / vnd thut die vorigen Bletter auch darein / leſſet es zuſammen durchkochen / gibt es vber geroͤſtet Weißbrot / darnach wenn man ſie wil zudiſche tragen / beſprengt man ſie mit Pfeffer / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0073-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0073-orig">
          <p>Die äußersten Blätter von Artischocken mit Rinderfleischbrühe durch ein Haartuch schlagen. Ein paar Eigelb und ein wenig Wein dazugeben und die Markknochen damit fertig machen.</p>
          <p>Außerdem ein wenig Rindfleischbrühe angießen, die zuvor genannten Blätter ebenfalls hineingeben und alles zusammen durchkochen lassen. Über geröstetes Weißbrot geben.</p>
          <p>Wenn man die Markknochen zu Tisch tragen will, mit Pfeffer besprengen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Die euſſerſten Bletter von Artiſchocken">Artischockenblätter, äußerste</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rinderfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ein Pareyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ein wenig weins" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſtet Weißbrot">Weißbrot, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0074">
        <head>Gefüllte Markknochen mit Datteln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0074-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0074-trans">
          <p>Daß Marck aus den geſottenen Knochen/ nimpt man vnd thuts in ein Schuͤſſel / ſchlegt da ein Ey auff / ſchneidet ein oder zwo Dadtelen darunter / ſo fuͤlt mans wider ein / ſticht da ein gantze Dadtelen oben auff / darnach ſeudet man die knochen in einen engen Hauen / auffrecht ſtehen / in Rinderfleiſchbruͤh / wenn ſie ein wenig geſotten/ ſetzet man ſie ein wenig vberort an das fewr / daß ſie nicht zu balt auffkochen / richte ſie auff Geroͤſtetbrot an / alßdan gibt man ſie in der hoͤhe ſtehent zu diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0074-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0074-orig">
          <p>Das Mark aus den gesottenen Knochen nehmen und in eine Schüssel geben. Ein Ei daraufschlagen, ein oder zwei Datteln hineinschneiden und die Masse wieder in die Knochen füllen. Obenauf eine ganze Dattel stecken.</p>
          <p>Danach die Knochen in einem engen Topf aufrecht stehend in Rindfleischbrühe sieden. Wenn sie ein wenig gesotten haben, den Topf etwas seitlich über Eck an das Feuer rücken, damit sie nicht zu bald aufkochen.</p>
          <p>Die Knochen auf geröstetem Brot anrichten und dann aufrecht stehend zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marck aus den geſottenen Knochen">Markknochen vom Ochsen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Ei</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein oder zwo Dadtelen">Datteln, für die Füllung</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein gantze Dadtelen oben auff">Dattel, ganz</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rinderfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Geroͤſtetbrot">Brot, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0075">
        <head>Mit Austern gefüllte Markknochen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0075-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0075-trans">
          <p>Item / man fuͤllet die Marckknochen mit Vſteren / wenn das Marck gar iſt / geuſt mans aus den knochen vnd machet ſo groſſe ſtuͤcke / alſe die Vſteren ſein dauon / darunter thut man Vſteren / zwey oder drey Eyerdotter ein wenig zerriebenbrot geſtoſſen Ingber vnd Pfeffer / alßdan nimpt man einen ſilbern Leffel / fuͤllet die knochen mit dem Marck vnnd Vſteren / eins vmb das ander / ſtich ein rinden weiß Brot dar oben auff / bringt ſie wider mit Rinderfleiſchbruͤh zum fewr / Darnach bringt man etliche Vſteren mit Rinderfleiſchbruͤh zum fewr / macht ſie ab mit Muſcaten Pfeffer Eyerdottern vnd Wein/ gibts alßdan vber die Marckknochen vnd bringt ſie warm zu diſche / Darnach ſchneidet man Brot runt alſo das die rind dauon kom / legt es auff ein Teller/ gibt es mit zu diſche / da kanman das Marck wider auff geben / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0075-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0075-orig">
          <p>Ebenso die Markknochen mit Austern füllen. Wenn das Mark gar ist, es aus den Knochen gießen und davon so große Stücke machen, wie die Austern sind. Austern daruntergeben, dazu zwei oder drei Eigelb, ein wenig geriebenes Brot, gestoßenen Ingwer und Pfeffer.</p>
          <p>Dann mit einem silbernen Löffel die Knochen mit dem Mark und den Austern füllen, eins um das andere. Oben ein Stück Weißbrotrinde daraufstecken und die Knochen mit Rindfleischbrühe wieder zum Feuer bringen.</p>
          <p>Danach einige Austern mit Rindfleischbrühe zum Feuer bringen, mit Muskat, Pfeffer, Eigelb und Wein abschmecken, über die Markknochen geben und warm zu Tisch bringen.</p>
          <p>Danach Brot rund schneiden, so dass die Rinde abkommt, auf einen Teller legen und mit zu Tisch geben. Darauf kann man das Mark wieder geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Vſteren">Austern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein wenig zerriebenbrot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="geſtoſſen Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein rinden weiß Brot">Weißbrotrinde (als Deckel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rinderfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muſcaten" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Brot runt alſo das die rind dauon kom">Brot, rund geschnitten, ohne Rinde</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0076">
        <head>Gebratene Muscheln zu Markknochen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0076-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0076-trans">
          <p>Die Marckknochen machet man gar gibt ſie mit der Bruͤh vber die Suppen darnach weſchet man Muſchel aus / thut ſie in einen Keſſel ohn waſſer / ſaltzet ſie ab leſt ſie in eil auffſieden / darnach nimpt man ſie wider auß / vnd thut ſie wider in ein Schuͤſſel bradet ſie in Butter ab / wenn ſie ein wenig gebraten ſein / thut man ein wenig Peterſilgen darunter / gibt die Butter widerumb ab / machet ſie alßdan mit Pfeffer ab / vnd gibt ſie vber die Marckknochen her vnd beſtrewet / wenn man, ſie zu diſche traͤget mit Saltz/ ete.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0076-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0076-orig">
          <p>Die Markknochen gar machen und mit der Brühe über die Suppe geben.</p>
          <p>Danach die Muscheln auswaschen, ohne Wasser in einen Kessel geben, salzen und rasch aufsieden lassen. Dann wieder herausnehmen, in eine Schüssel geben und in Butter braten. Wenn sie ein wenig gebraten sind, ein wenig Petersilie darunter geben. Die Butter wieder abgießen und die Muscheln mit Pfeffer abschmecken.</p>
          <p>Die Muscheln über die Markknochen geben und beim Auftragen mit Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Muſchel">Muscheln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0077">
        <head>Pomeranzensauce über Markknochen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0077-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0077-trans">
          <p>Pommerantzen ſeudet man ſampt Weiſſen Brote in Wein / man ſchlegt ſie mit derſelben bruͤh durch macht ſie ab mit ein wenig feiſtes vnnd Muſcatenblumen / gibt ſie vber die Marckknochen vnd eingeſchnitten Weißbrot her / beſtrewet ſie mit ſaltze / wenn man ſie wil zudiſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0077-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0077-orig">
          <p>Die Pomeranzen samt Weißbrot in Wein sieden. Mit derselben Brühe durchschlagen und mit ein wenig Fett und Muskatblüte abschmecken.</p>
          <p>Die Sauce über die Markknochen und das eingeschnittene Weißbrot geben. Mit Salz bestreuen, wenn sie zu Tisch getragen werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantzen" commodity="wikidata:Q147096" source="#fyndling-ingredient-registry">Pomeranzen (Bitterorangen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weiſſen Brote">Weißbrot zum Mitkochen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig feiſtes">Fett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="eingeſchnitten Weißbrot">Weißbrot, eingeschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltze" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0078">
        <head>Markknochen mit Mandel-Pomeranzen-Tunke</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0078-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0078-trans">
          <p>Item / man machet Mandeln auff einen Reibſtein klein / ſchlegt ſie mit Weineſsig vnnd Rinderfleiſchesbruͤh durch einen Haartuch / machet ſie mit ein wenig klein geſchnittenen Pommerantzen vnd Weineſſig ab / gibt das vber die Marckknochen / beſtrewet ſie mit Zucker vnnd Saltze / wenn man ſie wil zu diſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0078-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0078-orig">
          <p>Mandeln auf einem Reibstein fein reiben und mit Weinessig und Rindfleischbrühe durch ein Haartuch schlagen. Mit ein wenig fein geschnittenen Pomeranzen und Weinessig abschmecken und über die Markknochen geben.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker und Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rinderfleiſchesbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein geſchnittenen Pommerantzen">Pomeranze (Bitterorange), fein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltze" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0079">
        <head>Markknochen mit Portulakspitzen in Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0079-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0079-trans">
          <p>Item / man thut die Poͤll von Poſſelien ſampt friſcher Butter vnnd gantzen Pfeffer in ein Hauen / gibt das vber die Marckknochen her / beſtrewet ſie mit Saltz / wenn man ſie wil zu diſche tragen. Dieſe Eſſen von Marckknochen / muß man allmahl warm zu diſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0079-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0079-orig">
          <p>Die Spitzen vom Portulak samt frischer Butter und ganzem Pfeffer in einen Topf tun und das über die Markknochen geben. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Salz bestreuen.</p>
          <p>Diese Gerichte von Markknochen muss man allemal warm zu Tisch tragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Marckknochen">Markknochen vom Ochsen, gar gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Poͤll von Poſſelien">Portulak, junge Triebspitzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="friſcher Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0080">
        <head>Gesottenes Ochsenfleisch mit Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0080-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0080-trans">
          <p>Ochſenfleiſch ſeudet man zu groſſe ſtuͤcken gehawen in waſſer / ſcheumet vnd ſaltzet das ab / beſtrewet das mit Peterſilgen / ſo mans wil zu diſche dragen. / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0080-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0080-orig">
          <p>Ochsenfleisch in große Stücke hauen und in Wasser sieden, abschäumen und salzen. Wenn man es zu Tisch tragen will, mit Petersilie bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Ochſenfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Ochsenfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="in waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltzet" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0081">
        <head>Gespicktes Ochsenfleisch, mit Nelken und Rosmarin gedämpft</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0081-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0081-trans">
          <p>Man ſpickt Ochſenfleiſch legt es in Eſsig vnd Waſſer / bringt es darnach darein zum fewr / wens halb gar iſt ſetzet mans ab / leſt dar ſo viel bruͤh auff dar es in ghar ſieden kan / alßdann macht mans mit geſtoſſenen Negelin gantzen Roßmarien vnd Zwibeln an / den Hauen dar es in iſt / deckt man wol zu biß es ghar iſt / ſo behelt es all ſein krafft / dann bringt mans zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0081-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0081-orig">
          <p>Ochsenfleisch spicken, in Essig und Wasser legen und danach darin zum Feuer bringen. Wenn es halb gar ist, vom Feuer nehmen und nur so viel Brühe darauf lassen, dass es darin gar sieden kann.</p>
          <p>Dann mit gestoßenen Nelken, ganzem Rosmarin und Zwiebeln würzen und den Topf, in dem es liegt, gut zudecken, bis es gar ist. So behält es all seine Kraft. Dann zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Ochſenfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Ochsenfleisch (Rind)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Speck zum Spicken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="geſtoſſenen Negelin" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Roßmarien">Rosmarin, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0082">
        <head>Rindfleisch in Wein mit Ingwer, Thymian und Eigelb</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0082-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0082-trans">
          <p>Rinderfleiſch in kleine ſtuͤck zerhawẽ/ bringt man mit waſſer vnd Wein zum fewr/ ſaltzet das ab / wenn es ein weil geſotten / macht mans mit zerſchmultzen Butter / geſtoſſenem Ingber / zerſchnitten Timean vnd Eyerdottern/ etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0082-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0082-orig">
          <p>Rindfleisch in kleine Stücke hauen, mit Wasser und Wein zum Feuer bringen und salzen.</p>
          <p>Wenn es eine Weile gesotten hat, mit zerlassener Butter, gestoßenem Ingwer, geschnittenem Thymian und Eigelb anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rinderfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltzet" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſchmultzen Butter">Butter, zerlassen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="geſtoſſenem Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſchnitten Timean">Thymian, geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0083">
        <head>Rindfleisch mit Feigen, großen Rosinen und Muskat</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0083-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0083-trans">
          <p>In zimlichen groſſen ſtuͤcken bringt man Rindfleiſch zum fewr / ſaltzet es ab / wens bald ghar ſein wil / macht mans mit groſſem Roſin / gantzen Feigen / Schnitlen / geſtoſſen Pfeffer vnd zerſchnitten Muſcaten an / alſo daß da ein wenig bruͤhe auff iſt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0083-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0083-orig">
          <p>Rindfleisch in recht großen Stücken zum Feuer bringen und salzen. Wenn es bald gar werden will, mit großen Rosinen, ganzen Feigen, „Schnitlen“, gestoßenem Pfeffer und zerschnittener Muskatnuss anmachen, so dass nur noch ein wenig Brühe darauf steht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch, in recht großen Stücken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltzet es ab" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſem Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Feigen">Feigen, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Schnitlen">„Schnitlen“ (ungeklärt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="geſtoſſen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſchnitten Muſcaten">Muskatnuss, zerschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0084">
        <head>Rindfleisch mit Petersilienwurzel, Zitronen und Anis</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0084-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0084-trans">
          <p>Man bringet Rindfleiſch mit Waſſer zu fewr/ wens bald ghar iſt / thut man Peterſillienwuͤrtz in klein ſtuͤcklein geſchnitten daran/ wenn dieſelbigen bald gar ſein/ macht man es an mit Lemonien in vierteil geſchnitten / Anieß vnd Weineſsig / leſt es durch kochen vnd gibts zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0084-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0084-orig">
          <p>Rindfleisch mit Wasser zum Feuer bringen. Wenn es bald gar ist, Petersilienwurzel, in kleine Stücke geschnitten, dazugeben.</p>
          <p>Wenn die Wurzelstücke bald gar sind, mit Zitronen, in Viertel geschnitten, Anis und Weinessig anmachen, durchkochen lassen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Peterſillienwuͤrtz">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lemon" orig="Lemonien" commodity="wikidata:Q1093742" source="#fyndling-ingredient-name">Zitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="Anieß" commodity="wikidata:Q33873455" source="#fyndling-ingredient-name">Anis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0085">
        <head>Rindfleisch in Wacholder-Brotsauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0085-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0085-trans">
          <p>Man hawt es in ſtuͤcklein / ſaltzet es ab / braͤdt es braun auff einer Roͤſt / darnach weſchet mans wider mit Eſsig ab / die bruͤh dauon leſt man durch einen haartuch lauffen / damit bringt mans zum fewr / macht es mit zerſtoſſenen Wacholder / zerrieben Rockenbrot / mit Pfeffer vnd Ingber vermiſchet an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0085-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0085-orig">
          <p>Das Rindfleisch in kleine Stücke hauen, salzen und auf einem Rost braun braten. Danach mit Essig abwaschen.</p>
          <p>Die Brühe davon durch ein Haartuch laufen lassen und das Fleisch damit zum Feuer bringen. Mit zerstoßenem Wacholder, zerriebenem Roggenbrot, Pfeffer und Ingwer vermischt anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-name">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltzet es ab" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſtoſſenen Wacholder">Wacholderbeeren, zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerrieben Rockenbrot">Roggenbrot, zerrieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0086">
        <head>Gekochtes Rindfleisch mit Weißbrot und Bohnenkraut</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0086-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0086-trans">
          <p>Rindfleiſch bringt man zum fewr / wens ghar iſt geuſt man die bruͤh dauon ab / das feiſte fuͤllet man da wider auff / macht es mit zerriebenem weißbrot gartenkollen trucken oder gruͤn / ein wenig heel Knufflauch vnnd Ingber an / darnach gibt mans zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0086-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0086-orig">
          <p>Das Rindfleisch zum Feuer bringen. Wenn es gar ist, die Brühe davon abgießen und das Fett wieder darauffüllen.</p>
          <p>Dann mit zerriebenem Weißbrot, Bohnenkraut, getrocknet oder frisch, ein wenig ganzem Knoblauch und Ingwer anmachen. Danach zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerriebenem weißbrot">Weißbrot, zerrieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gartenkollen trucken oder gruͤn">Bohnenkraut, getrocknet oder frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="heel Knufflauch">Knoblauch, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0087">
        <head>Gelbes Rindfleisch mit Fett und Weizenmehl</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0087-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0087-trans">
          <p>Item / man macht Rindfleiſch ghar / machet es gelb ab / die bruͤh geuſt man auch ab / fuͤllet das feiſte ab / vermiſchets mit Weitzenmehl / ſo das fleiſch nicht feiſt iſt / miſchet man zerſchmultzenbuttern mit Mehl vnd gibts auffs fleiſch / machets mit Pfeffer vnd Ingber ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0087-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0087-orig">
          <p>Das Rindfleisch gar machen und gelb abmachen. Die Brühe auch abgießen, das Fett abnehmen und mit Weizenmehl vermischen.</p>
          <p>Ist das Fleisch nicht fett, zerlassene Butter mit Mehl mischen und auf das Fleisch geben. Mit Pfeffer und Ingwer abschmecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="das feiſte" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Fett von der Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weitzenmehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſchmultzenbuttern">Butter, zerlassen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Safran (optional, für die gelbe Farbe)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0088">
        <head>Rindfleisch mit Rosinen-Mandel-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0088-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0088-trans">
          <p>Man ſeud Rindfleiſch / macht dar eine bruͤh vber / alſo: Die Rindfleiſchbruͤh macht man mit kleinen Roſin / zerſchnitten Mandeln vnd ein wenig zerriben Brot an / wil mans ſuͤſſe haben / nimpt man Zucker darzu / gibt es vber Rinderfleiſch her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0088-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0088-orig">
          <p>Rindfleisch sieden und eine Brühe darüber machen, und zwar so: Die Rindfleischbrühe mit kleinen Rosinen, zerschnittenen Mandeln und ein wenig zerriebenem Brot anmachen.</p>
          <p>Will man sie süß haben, Zucker dazugeben. Die Brühe über das Rindfleisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſchnitten Mandeln">Mandeln, zerschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig zerriben Brot">Brot, zerrieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (nach Belieben)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0089">
        <head>Gespickte Rinderlende in Rotwein mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0089-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0089-trans">
          <p>Rinderfleiſch ſteiffet man auff einer Roſt / darnach ſpickt mans in die lenge/ thut es in einen Hauen oder verzinten Keſſel / machets mit rotem Wein vnnd Waſſer gar/ machet es mit Zucker / kleinen Roſin Rockenbrot/ geſtoſſen Caneil / Negelein vnd Pfeffer ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0089-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0089-orig">
          <p>Das Rindfleisch auf einem Rost kurz anbraten, bis es fest wird. Danach der Länge nach spicken.</p>
          <p>In einen Topf oder einen verzinnten Kessel geben und mit Rotwein und Wasser gar kochen.</p>
          <p>Dann mit Zucker, kleinen Rosinen, Roggenbrot, gestoßenem Zimt, Nelken und Pfeffer abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rinderfleiſch">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Speck zum Spicken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotem Wein">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="Rockenbrot" commodity="wikidata:Q3893120" source="#fyndling-ingredient-name">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="geſtoſſen Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0090">
        <head>Rinderlende mit Quitten und Kastanien</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0090-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0090-trans">
          <p>Item / man ſchneidet zwey oder drey Rinder Moͤrbraten in groſſe oder kleine ſtuͤcklein / weſchet ſie auß bringt ſie mit Waſſer zum fewr / wenn ſie balt gar iſt / geuſt man das Waſſer halb ab / machet ſie mit zerſchnittenen Quitten / geſchilten Caſtanien / wenig Timean / gantzen Muſcatenblumen/ vnd zerſtoſſenen Engber ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0090-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0090-orig">
          <p>Zwei oder drei Rinderlenden in große oder kleine Stücke schneiden, auswaschen und mit Wasser zum Feuer bringen.</p>
          <p>Wenn sie beinahe gar sind, das Wasser zur Hälfte abgießen. Dann mit zerschnittenen Quitten, geschälten Kastanien, wenig Thymian, ganzer Muskatblüte und zerstoßenem Ingwer fertig machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="zwey oder drey Rinder Moͤrbraten">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="quince" orig="zerſchnittenen Quitten" commodity="wikidata:Q2751465" source="#fyndling-ingredient-name">Quitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchilten Caſtanien">Kastanien, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wenig Timean">Thymian</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="zerſtoſſenen Engber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0091">
        <head>Rinderbrust mit Nelken und Eidottern über Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0091-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0091-trans">
          <p>Item / man nimpt die bruͤſte von den Rinderen die feiſt ſind / bringt ſie in groſſen oder kleinen ſtuͤcken zufewr / wens gar iſt ziehet mans aus der Bruͤh vnd beſteckts mit gantzen Negelein / bringts wider mit derſelbigen Bruͤh zum fewr / bricht dar zwey oder drey Eyerdotter auff / gibt es vber geſchnitten weiß Brot zudiſch.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0091-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0091-orig">
          <p>Fette Rinderbrust in großen oder kleinen Stücken zum Feuer bringen. Wenn sie gar ist, aus der Brühe ziehen und mit ganzen Nelken bestecken.</p>
          <p>Mit derselben Brühe wieder zum Feuer bringen und zwei oder drei Eidotter hineinschlagen. Über geschnittenes Weißbrot geben und zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="bruͤſte von den Rinderen die feiſt ſind">Rinderbrust, fett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gantzen Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Nelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchnitten weiß Brot">Weißbrot, geschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0092">
        <head>Karbanarten von der Rinderlende in Senfbutter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0092-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0092-trans">
          <p>Karbanarten von Rinder Moͤrbraten ſchneidet man duͤn / ſchwetzet ſie in Butter / macht ſie mit Senff vnd Pfeffer ab / beſtrewet ſie mit Saltz vnd Zucker (ſo man es ſuͤſſe haben wil.)</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0092-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0092-orig">
          <p>Für Karbanarten die Rinderlende dünn schneiden und in Butter anschwitzen. Mit Senf und Pfeffer abschmecken und mit Salz bestreuen, dazu mit Zucker, wenn man es süß haben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rinder Moͤrbraten">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (nach Wahl)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0093">
        <head>Rinderlende vom Rost in Essigbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0093-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0093-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Rinder Moͤrbraten / bradet ſie auff einer Roͤſten / gibt ſie darnach in einen Hauen / macht ſie mit Weineſsig / Rinderfleiſchesbruͤh vnd brat feiſt an / darnach gibt mans zum diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0093-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0093-orig">
          <p>Die Rinderlende zuschneiden und auf dem Rost braten. Danach in einen Topf geben und mit Weinessig, Rinderbrühe und Bratfett anmachen. Dann zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rinder Moͤrbraten">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rinderfleiſchesbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="brat feiſt">Bratfett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0094">
        <head>Rinderlende mit Knoblauch und Weißbrot</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0094-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0094-trans">
          <p>Die Rindermoͤrbraten ſchneidet man in ſtuͤcke bringt ſie zum fewer / wenns einmahl auffgeſotten / thut man Butter darein / wens gar iſt macht mans ab mit geſpalten Knublauch vnd zerribenen Weißbrot / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0094-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0094-orig">
          <p>Die Rinderlende in Stücke schneiden und zum Feuer bringen. Wenn sie einmal aufgekocht ist, Butter hineingeben.</p>
          <p>Wenn das Fleisch gar ist, mit gespaltenem Knoblauch und zerriebenem Weißbrot abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rindermoͤrbraten">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſpalten Knublauch">Knoblauch, gespalten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="zerribenen Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0095">
        <head>Rinderlende mit Meerrettich</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0095-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0095-trans">
          <p>Rinder Moͤrbraten machet man mit Marretich an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0095-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0095-orig">
          <p>Rinderlende mit Meerrettich anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rinder Moͤrbraten">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="horse radish" orig="Marretich" commodity="wikidata:Q2964630" source="#fyndling-ingredient-name">Meerrettich</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0096">
        <head>Rinderlende mit Petersilienwurzel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0096-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0096-trans">
          <p>Item / man machet ſie auch mit Peterſilgenwurtzel / in groſſen oder kleinen zerſchnittenen ſtuͤcken an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0096-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0096-orig">
          <p>Ebenso die Rinderlende auch mit Petersilienwurzel anmachen, in großen oder kleinen zerschnittenen Stücken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Peterſilgenwurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0097">
        <head>Rinderlende mit Braunkohl</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0097-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0097-trans">
          <p>Item / man macht ſie auch mit braunen Kohl an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0097-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0097-orig">
          <p>Ebenso die Rinderlende auch mit Braunkohl anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braunen Kohl">Braunkohl (Grünkohl)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0098">
        <head>Rinderlende mit Bortfelder Rüben</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0098-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0098-trans">
          <p>Item / mit Burtfeldiſchen Ruͤben / ett.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0098-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0098-orig">
          <p>Ebenso die Rinderlende mit Bortfelder Rüben anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Burtfeldiſchen Ruͤben">Bortfelder Rüben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0099">
        <head>Rinderlende in Wein mit Rosinen und Haberkümmel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0099-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0099-trans">
          <p>Die Rindermoͤrbraten ſeud man mit wein vnd Rindfleiſchesfeiſt / macht ſie mit groſſen Roſin Zucker vnd zerſtoſſenen Haberkoͤhm an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0099-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0099-orig">
          <p>Die Rinderlende in Wein und Rinderfett sieden. Mit großen Rosinen, Zucker und zerstoßenem Haberkümmel anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rindermoͤrbraten">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindfleiſchesfeiſt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſtoſſenen Haberkoͤhm">Haberkümmel (wilder Schwarzkümmel), zerstoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0100">
        <head>Rinderlende mit Weißkohl und Pfeffer oder Gartenkümmel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0100-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0100-trans">
          <p>Item / man macht es mit kumpſtkohl in groſſe oder kleine ſtuͤcke geſchnitten / Pfeffer oder garten Koͤhm an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0100-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0100-orig">
          <p>Ebenso die Rinderlende mit Weißkohl, in große oder kleine Stücke geschnitten, und mit Pfeffer oder Gartenkümmel anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cabbage" orig="kumpſtkohl" commodity="wikidata:Q35051" source="#fyndling-ingredient-name">Weißkohl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="garten Koͤhm" commodity="wikidata:Q22978145" source="#fyndling-ingredient-name">Kümmel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0101">
        <head>Rinderlende mit Gartenampfer und gepfefferten Eiern</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0101-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0101-trans">
          <p>Rindfleiſch wens gar iſt wird mit Patiens Angemacht / darnach ſchlegt man drey oder vier Eyer in Pfeffer durch / gibt ſie daruͤber oder vnden in die Schuͤſſel / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0101-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0101-orig">
          <p>Wenn das Rindfleisch gar ist, mit Gartenampfer anmachen.</p>
          <p>Danach drei oder vier Eier mit Pfeffer durchschlagen und darüber oder unten in die Schüssel geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleiſch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rinderlende</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Patiens">Gartenampfer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="drey oder vier Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0102">
        <head>Gekochte Ochsenzunge mit Birnensauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0102-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0102-trans">
          <p>Geſotten Ochſenzungen macht man mit Birn vnd gerieben Weißbrot mit Ingber Pfeffer Butter vnd Eſsig vermiſcht / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0102-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0102-orig">
          <p>Gekochte Ochsenzungen mit Birnen und geriebenem Weißbrot zubereiten, mit Ingwer, Pfeffer, Butter und Essig vermischt, usw.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="Birn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="gerieben Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0103">
        <head>Ochsenzunge mit Stachelbeersauce, Rosinen und Muskatblüte</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0103-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0103-trans">
          <p>Die Stichbirn ſchlegt man durch einen Haartuch / vnd macht ſie mit Muſcatenblumen / Ingber groſſen Roſin vnd wenig Weins an / gibt ſie vber die Ochſenzungen her / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0103-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0103-orig">
          <p>Die Stachelbeeren durch ein Haartuch schlagen und mit Muskatblüte, Ingwer, großen Rosinen und wenig Wein anmachen, dann über die Ochsenzungen geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Stichbirn">Stachelbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wenig Weins" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein, ein wenig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0104">
        <head>Ochsenzungen mit süßer Wein-Brot-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0104-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0104-trans">
          <p>Wein vnd weißbrot ſeud man zuſammen in cinem hauen ſchlegt es darnach durch einen haartuch/ vnnd gibts alßdan vber die Ochſenzungen / man macht ſie mit Zucker Ingber vnnd Muſcatenblumen ab / ett.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0104-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0104-orig">
          <p>Wein und Weißbrot zusammen in einem Topf sieden, danach durch ein Haartuch schlagen und über die Ochsenzungen geben.</p>
          <p>Mit Zucker, Ingwer und Muskatblüte abschmecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0105">
        <head>Ochsenzunge mit Maulbeersauce, Haberkümmel und Nelken</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0105-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0105-trans">
          <p>Maulbern ſampt Weitzenmehl ſtreicht man durch ein haartuch / alßdan thut man ſie auff die Ochſenzungen in runde ſcheiben geſchnitten macht ſie mit Butter / Haberkoͤhm / ein weinig zerſtoſſenen Negelein an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0105-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0105-orig">
          <p>Maulbeeren mit Weizenmehl durch ein Haartuch streichen. Dann auf die in runde Scheiben geschnittenen Ochsenzungen geben und mit Butter, Haberkümmel und ein wenig zerstoßenen Nelken anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzunge, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Maulbern">Maulbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weitzenmehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Haberkoͤhm">Haberkümmel (wilder Schwarzkümmel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein weinig zerſtoſſenen Negelein">Gewürznelken, zerstoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0106">
        <head>Ochsenzungen mit Karottenmus und Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0106-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0106-trans">
          <p>Man ſeudet Carroten in Waſſer vnd Wein/ ſtreichet ſie darnach durch ein haartuch / vnd man ſchneidet die Zungen zu vier ſtuck in die lenge / darnach thut man die durchgeſtrichen Karroten ſampt heil oder kleingemachten Mandelen vnd Bütter darauff / man macht ſie ſuͦes oder ſaurlich ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0106-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0106-orig">
          <p>Karotten in Wasser und Wein sieden und danach durch ein Haartuch streichen.</p>
          <p>Die Zungen der Länge nach in vier Stücke schneiden.</p>
          <p>Dann die durchgestrichenen Karotten samt ganzen oder kleingemachten Mandeln und Butter darauf geben. Süß oder säuerlich abschmecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Carroten">Karotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="heil oder kleingemachten Mandelen">Mandeln, ganz oder gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Bütter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0107">
        <head>Ochsenzunge mit Zwiebeln, Holunder und Wacholder</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0107-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0107-trans">
          <p>Man macht die Ochſenzungen mit Zwibelen kleingemachten Keilken / vnd Wacholder vnd Pfeffer ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0107-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0107-orig">
          <p>Die Ochsenzungen mit Zwiebeln, zerkleinertem Holunder, Wacholder und Pfeffer abschmecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzunge, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibelen" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleingemachten Keilken">Holunder, zerkleinert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="Wacholder" commodity="wikidata:Q3251025" source="#corema-ingredient-index">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0108">
        <head>Ochsenzungen in Safransauce mit Brot und Essig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0108-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0108-trans">
          <p>Die Ochſenzungen macht man mit Zerribenen Brot / Ingber / Eſsig vnd Saffran an / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0108-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0108-orig">
          <p>Die Ochsenzungen mit zerriebenem Brot, Ingwer, Essig und Safran anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zerribenen Brot">Brot, zerrieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0109">
        <head>Gelbe Ochsenzunge mit kleinen Rosinen und Mandeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0109-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0109-trans">
          <p>Item/ Man machet Ochſenzungen gelb / mit kleinen Roſin/ Mandelen / geſchnitten Ingber/ Muſcatenblumen vnd zerrieben brot ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0109-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0109-orig">
          <p>Ebenso: Ochsenzungen mit kleinen Rosinen, Mandeln, geschnittenem Ingwer, Muskatblüte und zerriebenem Brot gelb abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchnitten Ingber">Ingwer, geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerrieben brot">Brot, zerrieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-registry">Safran (optional, für die gelbe Farbe)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0110">
        <head>Gelbe Ochsenzunge mit Ingwer und Feigen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0110-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0110-trans">
          <p>Mit Ingber machet man ſie gelb / auch Pfeffer gantzen Feigen / Muſcatenblumen vnd ein wenig Butter oder gehackt Speck.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0110-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0110-orig">
          <p>Die Ochsenzungen mit Ingwer gelb machen, dazu Pfeffer, ganze Feigen, Muskatblüte und ein wenig Butter oder gehackten Speck.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Feigen">Feigen, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="ein wenig Butter oder gehackt Speck" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0111">
        <head>Ochsenzungen gelb in Butter gebraten, mit Weinessig und Ingwer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0111-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0111-trans">
          <p>Man machet ſie gelb / vnd bradet ſie in Butter / aber nicht braun / man machet ſie mit Weitzenmehl / Weineſsig / Ingber vnd Muſcatenblumen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0111-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0111-orig">
          <p>Die Ochsenzungen gelb machen und in Butter braten, aber nicht braun.</p>
          <p>Mit Weizenmehl, Weinessig, Ingwer und Muskatblüte anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weitzenmehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Safran (optional, für die gelbe Farbe)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0112">
        <head>Ochsenzungen gelb mit Äpfeln und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0112-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0112-trans">
          <p>Die Zungẽ macht man gelb / mit Epffel kleingeſchnittẽ gruͤner Peterſilgen Saffran vnd Ingber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0112-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0112-orig">
          <p>Die Zungen mit klein geschnittenen Äpfeln, grüner Petersilie, Safran und Ingwer gelb machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zungẽ">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel kleingeſchnittẽ" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤner Peterſilgen">Petersilie, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0113">
        <head>Gehackte Ochsenzunge mit Zimt, Muskatblüte und Wein</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0113-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0113-trans">
          <p>Item / man hacket Ochſenzungen klein / vnnd ſchwetzet ſie in Buttern / thut Caneil Muſcatenblumen / Wein vnd Zucker darauff / leſt es durch einander ſieden / alßdan gibt mans zu diſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0113-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0113-orig">
          <p>Ochsenzungen klein hacken und in Butter anschwitzen. Zimt, Muskatblüte, Wein und Zucker darauf geben und alles zusammen sieden lassen. Danach zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0114">
        <head>Ochsenzungen in Butter gebräunt, nur mit Pfeffer und Salz</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0114-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0114-trans">
          <p>Man ſchwetzet Ochſenzungen braun in Butter ab / thut darnach Pfeffer vnd Saltz drein.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0114-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0114-orig">
          <p>Die Ochsenzungen in Butter braun anschwitzen. Danach Pfeffer und Salz dazugeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0115">
        <head>Ochsenzungenstreifen in Butter gebräunt, mit Meerrettichwürfeln und Weinessig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0115-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0115-trans">
          <p>Ochſenzungẽ in lang ſtuͤcklein geſchnitten ſchwetz man braun in Buttern ab / macht ſie mit Marretig klein in Wuͤrffel geſchnitten / Weineſsig vnd Saltz ab / gibt ſie warm zu diſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0115-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0115-orig">
          <p>Die Ochsenzungen in lange Stückchen schneiden und in Butter braun abschwitzen. Mit klein in Würfel geschnittenem Meerrettich, Weinessig und Salz abschmecken. Warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungẽ">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="horse radish" orig="Marretig" commodity="wikidata:Q2964630" source="#fyndling-ingredient-name">Meerrettich</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0116">
        <head>Ochsenzunge in langen Stücken, mit Zwiebeln und Nelken in Butter angeschwitzt</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0116-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0116-trans">
          <p>Item / Ochſenzungen in lange ſtuͤcklein geſchnitten ſchwetzet man auff Zwiblen vnd Neglein in Butter ab.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0116-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0116-orig">
          <p>Ebenso: Ochsenzungen in lange Stückchen schneiden und auf Zwiebeln und Nelken in Butter anschwitzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwiblen" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0117">
        <head>Hirschzungenwürfel in Butter mit Weinessig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0117-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0117-trans">
          <p>Hirſchzungen in wuͤrffel geſchnitten ſchwetz mã in Butter / mit Weineſsig vnd Butter ab / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0117-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0117-orig">
          <p>Hirschzungen in Würfel schneiden und in Butter anschwitzen. Mit Weinessig und Butter abschmecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0118">
        <head>Hirschzungen in Butter mit Eigelb-Weinguss</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0118-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0118-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet kleingeſchnitten Hirſchzungen in Butter ab / gibt da zwey oder drey Eyerdotter mit Wein durchgeſchlagen daruͤber / wenn man ſie wil zutiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0118-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0118-orig">
          <p>Die Hirschzungen klein schneiden und in Butter anschwitzen. Wenn man sie zu Tisch geben will, zwei oder drei Eigelb mit Wein durchschlagen und darübergeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0119">
        <head>Hirschzungen mit in Speck gebratenen Äpfeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0119-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0119-trans">
          <p>Man ſchneidet gahr gemachte Hirſchzungen klein in ſcheiben / vnd bradet zwey oder drey Epffel in Speck / die gibt man daruͤber / machet ſie mit Wein/ Zucker / einklein wenig zerriebenbrot vnd Ingber ab.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0119-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0119-orig">
          <p>Gar gekochte Hirschzungen klein in Scheiben schneiden. Zwei oder drei Äpfel in Speck braten und darübergeben.</p>
          <p>Mit Wein, Zucker, ein klein wenig zerriebenem Brot und Ingwer abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gahr gemachte Hirſchzungen">Hirschzungen, gar gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="zwey oder drey Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einklein wenig zerriebenbrot">Brot, zerrieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0120">
        <head>Hirschzungen in Butter mit Meerrettich</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0120-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0120-trans">
          <p>Die Hirſchzungen ſchwetzet man in Buttern machet ſie mit Marretig in Wuͤrffel geſchnitten ab / vnd ſo man ſie wil zutiſche geben / beſprenget man ſie mit Saltz vnd Pfeffer / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0120-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0120-orig">
          <p>Die Hirschzungen in Butter anschwitzen. Mit in Würfel geschnittenem Meerrettich abschmecken.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Salz und Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Marretig in Wuͤrffel geſchnitten">Meerrettich, in Würfel geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0121">
        <head>Hirschzungen mit Parmesankruste</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0121-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0121-trans">
          <p>Man ſchneidet Hirſchzungen in die lenge duͤnne von einander / ſchwetzet ſie in Butter vnnd ſtrewet Parmaſanskeſe daruͤber / decket ſie mit einem Eiſen deckel zu / macht vnten vnd oben fewr / leſt ſie fein ſanffte braden / ſo werden de Rinden van den Keſen hart / beſtrewet ſie mit Zucker oder Pfeffer wenn man ſie wil zutiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0121-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0121-orig">
          <p>Hirschzungen der Länge nach dünn auseinanderschneiden und in Butter anschwitzen. Parmesankäse darüberstreuen und mit einem Eisendeckel zudecken.</p>
          <p>Unten und oben Feuer machen und die Zungen fein sanft braten lassen, so wird die Rinde vom Käse hart.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Zucker oder Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmaſanskeſe">Parmesan</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar or pepper" orig="Zucker oder Pfeffer" commodity="wikidata:Q57656231 wikidata:Q3143131" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0122">
        <head>Hirschzungen in Butter, unter halbierten Zwiebeln durchgebraten</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0122-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0122-trans">
          <p>Item / man bradet Hirſchzungen in Buttern/ wenn ſie ein wenig gebraten / ſchneidet man Zwibeln ein mahl durch vnd legt ſie oben darauff / deckt ſie wider zu / ſo braten die Hirſchzungen mit den Zwibeln durch / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0122-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0122-orig">
          <p>Hirschzungen in Butter braten. Wenn sie ein wenig angebraten sind, Zwiebeln einmal durchschneiden und obenauf legen. Wieder zudecken, so braten die Hirschzungen mit den Zwiebeln durch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0123">
        <head>Gehackte Hirschzungen im Hammelnetz mit Schweineflomen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0123-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0123-trans">
          <p>Item / man hackt Hirſchzungen mit Schweinnenflumen durch / machet ſie mit Ingber vnd Pfeffer ab / ſchlegt es in ein Hamelßnetz vnd thuts in ein Pfannen / legt einen Eyſendeckel daruͤber macht vnden vnd oben fewr / gibt Saltz vnnd Eſsig darvber / wenn mans wil zu diſche geben / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0123-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0123-orig">
          <p>Hirschzungen mit Schweineflomen durchhacken und mit Ingwer und Pfeffer abschmecken. Die Masse in ein Hammelnetz einschlagen und in eine Pfanne legen.</p>
          <p>Einen Eisendeckel darüberlegen und unten und oben Feuer machen. Wenn man es zu Tisch geben will, Salz und Essig darübergeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Schweinnenflumen">Schweineflomen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein Hamelßnetz">Hammelnetz</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0124">
        <head>Gehackte Hirschzungen im Hammelnetz mit Safran und Parmesan</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0124-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0124-trans">
          <p>Item / die Hirſchzungen hackt man klein mit Butter / Saffran / vnd Zucker / Parmſanßkeſe vnd Pfeffer / ſchlegt es in ein Hamelßnetz / ſteckt es mit huͤltzern ſtecken wider zu / alßdan thut mans in ein Pfannen / machet vnden vnd oben fewr / beſtrewet ſie mit Saltz vnd Pfeffer / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0124-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0124-orig">
          <p>Die Hirschzungen mit Butter, Safran, Zucker, Parmesankäse und Pfeffer klein hacken. Die Masse in ein Hammelnetz einschlagen und mit hölzernen Stecken wieder zustecken.</p>
          <p>Dann in eine Pfanne legen und unten und oben Feuer machen. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Salz und Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmſanßkeſe">Parmesan</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein Hamelßnetz">Hammelnetz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0125">
        <head>Gehackte Hirschzungen im Hammelnetz mit Petersilie und Salbei</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0125-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0125-trans">
          <p>Item / man hackt Hirſchzungen klein / mit Peterſilgen Salwey vnd zweyen oder dreyen Eyerdottern / ſchlegt ſie in ein Hamelßnetz / machet es auff die vorige weiſe gar / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0125-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0125-orig">
          <p>Hirschzungen fein hacken, mit Petersilie, Salbei und zwei oder drei Eigelb vermengen. Die Masse in ein Hammelnetz einschlagen und ebenso wie im vorigen Rezept gar machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Salwey" commodity="wikidata:Q1111359" source="#fyndling-ingredient-registry">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zweyen oder dreyen Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Hamelßnetz">Hammelnetz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0126">
        <head>Hirschzungen-Eierkuchen mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0126-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0126-trans">
          <p>Item / Hirſchzungen hackt man mit groſſen Roſin / Caneil / Zucker vnnd Muſcatenblumen klein/ machet von zweyen Eyern einen Eyerkuchen / ſchlegt ſie darein / vnd thut ſie darnach in ein Silberſchuͤſſel oder Eyſenpfan / gibt da Butter auff / macht vnden vnd oben fewr / daß es gar wird / ſprengt da Zucker vber her / wenn man ſie wil zu diſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0126-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0126-orig">
          <p>Hirschzungen mit großen Rosinen, Zimt, Zucker und Muskatblüte klein hacken. Aus zwei Eiern einen Eierkuchen machen und die Masse hineingeben.</p>
          <p>Danach in eine Silberschüssel oder Eisenpfanne geben, Butter darauf geben und unten und oben Feuer machen, bis es gar ist. Zucker darüberstreuen, wenn man sie zu Tisch geben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="zweyen Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0127">
        <head>Hirschzungen-Eierkuchen mit Datteln und Eigelb-Weinguss</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0127-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0127-trans">
          <p>Item / die Hirſchzungen hackt man klein / macht ſie mit Dadtelen / Caneil / wenig Zuckers Pfeffer/ zweyen oder dreyen Eyerdottern ab / ſchlegt es in einen Eyerkuchen macht ſie gar / vnnd wenn ſie bald gar ſind / ſchlegt man drey oder vier Eyerdotter mit Wein / vnd gibts daruͤber / ſo leſt mans dennoch ein wenig ſanfftiglich durchkochen / beſprengt ſie mit Zucker vnd Caneil / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0127-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0127-orig">
          <p>Die Hirschzungen klein hacken. Mit Datteln, Zimt, wenig Zucker, Pfeffer und zwei oder drei Eigelb anmachen, in einen Eierkuchen schlagen und gar machen.</p>
          <p>Wenn sie bald gar sind, drei oder vier Eigelb mit Wein verschlagen und darübergeben. Dann noch ein wenig bei sanfter Hitze durchkochen lassen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Hirſchzungen">Hirschzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="date" orig="Dadtelen" commodity="wikidata:Q1652093" source="#fyndling-ingredient-name">Datteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="wenig Zuckers" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zweyen oder dreyen Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb (für die Masse)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyerkuchen" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier (für den Eierkuchen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="drey oder vier Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb (für den Guss)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0128">
        <head>Kaldaunen mit Nieren-Speck-Füllung und Zitronen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0128-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0128-trans">
          <p>Man bradet Speck vnd Nieren / vnd ſchlegts in eine Pfannen / thut da geruͤrte Eyer vnd Weißbrot ein / hackts mit Meyran klein / fuͤllet die Kaldaunen damit / ſpeilet ſie zu thut ſie in einen Hauen / macht ſie in Waſſer gar/ macht ſie mit Lemonien in Runde ſcheiben geſchnitten / zwey oder drey Eyerdotter mit Wein durchgeſchlagen / vnd wenn zuuiel Bruͤh darauff iſt / ſoll mans abgieſſen vnd das feiſte wider auff gieſſen/ leſt es durchkochen vnd gibts zu diſche / ett.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0128-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0128-orig">
          <p>Speck und Nieren braten und in eine Pfanne geben. Verrührte Eier und Weißbrot dazugeben und alles mit Majoran fein hacken.</p>
          <p>Die Kaldaunen damit füllen und zuspeilen. In einen Topf geben und in Wasser gar kochen.</p>
          <p>Mit Zitronen, in runde Scheiben geschnitten, und zwei oder drei mit Wein verquirlten Eigelb abmachen. Steht zu viel Brühe darauf, sie abgießen und das Fett wieder daraufgießen. Alles durchkochen lassen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Nieren">Nieren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="geruͤrte Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="marjoram" orig="Meyran" commodity="wikidata:Q22694" source="#fyndling-ingredient-registry">Majoran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lemon" orig="Lemonien in Runde ſcheiben geſchnitten" commodity="wikidata:Q1093742" source="#fyndling-ingredient-name">Zitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0129">
        <head>Kaldaunen mit Speck-Apfel-Füllung</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0129-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0129-trans">
          <p>Man bred Speck vnd ſchlecht geruͤrte Eyer vnd Epffel in einer Pfannen / machet es mit Peterſilgen vnd Timean an / hackts durch mit außgeweſſerten Kappern / Muſcatenblumen vnd Ingber/ das fuͤlt man auff die Kaldaunen / oder Roen / alßdann bringt man ſie zu fewr / macht ſie ab mit Kappern / Timean vnd zerſtoſſenem Pfeffer / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0129-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0129-orig">
          <p>Speck in einer Pfanne braten, gerührte Eier und Äpfel dazuschlagen und mit Petersilie und Thymian anmachen. Mit ausgewässerten Kapern, Muskatblüte und Ingwer durchhacken.</p>
          <p>Diese Masse auf die Kaldaunen oder Roen füllen. Dann ans Feuer bringen und mit Kapern, Thymian und zerstoßenem Pfeffer abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geruͤrte Eyer">Eier, gerührt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Timean">Thymian</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="außgeweſſerten Kappern">Kapern, ausgewässert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Kaldaunen (Kutteln)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſtoſſenem Pfeffer">Pfeffer, zerstoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0130">
        <head>Gefüllte Kaldaunen mit Polei und Feigen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0130-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0130-trans">
          <p>Item / man bradet in einer Pfannen Speck Vnſchlit / geruͤrte Eyer vnnd Polleyen / hackets durcheinander / machts mit Muſcatenblumen / zerſtoſſenem Ingber vnnd gantzen Feygen / fuͤllet die Kaldaun damit / darnach macht man ſie mit Muſcatenblumen vnd zerriebenem Brote ab / vnd gibt es zutiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0130-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0130-orig">
          <p>Speck und Talg in einer Pfanne braten, gerührte Eier und Polei dazugeben. Alles durcheinanderhacken und mit Muskatblüte, zerstoßenem Ingwer und ganzen Feigen anmachen. Die Kaldaunen damit füllen.</p>
          <p>Danach die Kaldaunen mit Muskatblüte und geriebenem Brot abmachen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaun" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Vnſchlit">Rindertalg</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geruͤrte Eyer">Eier, gerührt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Polleyen">Polei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſtoſſenem Ingber">Ingwer, zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Feygen">Feigen, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="zerriebenem Brote" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0131">
        <head>Gefüllte Kaldaunen in brauner Butter-Wein-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0131-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0131-trans">
          <p>Man hacket Weißbrot in Waſſer geweichet/ Butter / Speck / Eyer vnd kleingeſchnittene Lemonien / machts mit Ingber / Pfeffer vnd kleinem Roſin ab / thut darnach hartgeſottene Eyer darunter/ fuͤllet die Kaldaunen damit / fuͤllet die bruͤh ab / vnd ruͤret Weitzenmehl in braun Butter / ſchlegt zwey oder drey Eyerdotter darunter / ſtreicht es zuſamen mit Wein durch einen haartuch / gibts vber die gefuͤlten Kaldaunen her / vnnd leſt ſie durch einander kochen / wenn man ſie wil zutiſche tragen / beſprengt mans mit Saltze.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0131-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0131-orig">
          <p>In Wasser eingeweichtes Weißbrot mit Butter, Speck, Eiern und klein geschnittenen Zitronen hacken. Mit Ingwer, Pfeffer und kleinen Rosinen abschmecken. Danach hartgekochte Eier daruntergeben.</p>
          <p>Die Kaldaunen damit füllen. Die Brühe abgießen.</p>
          <p>Weizenmehl in braune Butter rühren und zwei oder drei Eigelb darunterschlagen. Alles zusammen mit Wein durch ein Haartuch streichen. Die Sauce über die gefüllten Kaldaunen geben und alles miteinander durchkochen lassen.</p>
          <p>Zum Auftragen mit Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weißbrot in Waſſer geweichet">Weißbrot, in Wasser eingeweicht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter (für Füllung und Sauce)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier, roh (für die Füllung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleingeſchnittene Lemonien">Zitronen, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinem Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="hartgeſottene Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-name">Eier, hartgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weitzenmehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltze" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0132">
        <head>Kaldaunen mit Rosinen-Mandel-Füllung und Birnen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0132-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0132-trans">
          <p>Item / man legt Weiß Brot in Waſſer vnnd druckt das Waſſer widerumb aus / hackets mit Speck/ Groſſem Roſin / Mandelkeren / Pfeffer vnd Koͤhme / machts ſuͤſſe / oder ſeurlich ab / fuͤllet die Kaldaunen damit / thut Birn in virtel geſchnitten / vnd gantze Muſcatenblumen darauff/ leſt es durch kochen / das die Birn muͤrbe werden/ alßdann kan mans zu diſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0132-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0132-orig">
          <p>Weißbrot in Wasser legen und das Wasser wieder ausdrücken. Mit Speck, großen Rosinen, Mandelkernen, Pfeffer und Kümmel hacken und süß oder säuerlich abschmecken. Die Kaldaunen damit füllen.</p>
          <p>In Viertel geschnittene Birnen und ganze Muskatblüte darauf geben und alles durchkochen lassen, bis die Birnen weich sind. Dann kann man es zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Groſſem Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelkeren" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandelkerne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="Koͤhme" commodity="wikidata:Q22978145" source="#fyndling-ingredient-name">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Birn in virtel geſchnitten">Birnen, geviertelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0133">
        <head>Gefüllte Kaldaunen mit Lattich und Stachelbeeren</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0133-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0133-trans">
          <p>Item / man bradet Speck vnd Vnſchlit in einer Pfannen / wens ein wenig gebraten thut man zimlich viel Lattuken darein / ſchlecht darnach auch etzliche Eyer mit geriebenem Brot darein / darnach hackt mans klein mit Stichbirn fuͤllet die Kaldaunen damit / macht ſie mit Weiß Brot in Wein vnd Weineſsig geſotten / vnd durch einen haartuch geſtrichen / vnnd gantzen Negelein ab / leſt ſie durch kochen / beſtrewet ſie mit Ingber / vnd tregt ſie zu tiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0133-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0133-orig">
          <p>Speck und Talg in einer Pfanne braten. Wenn es ein wenig gebraten ist, ziemlich viel Lattich hineingeben. Danach auch einige Eier mit geriebenem Brot hineinschlagen.</p>
          <p>Dann die Masse mit Stachelbeeren klein hacken und die Kaldaunen damit füllen.</p>
          <p>Die Kaldaunen mit Weißbrot, das in Wein und Weinessig gesotten und durch ein Seihtuch gestrichen ist, und mit ganzen Nelken abmachen. Durchkochen lassen, mit Ingwer bestreuen und zu Tisch tragen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Vnſchlit">Nierentalg</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zimlich viel Lattuken">Lattich</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="etzliche Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="geriebenem Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Stichbirn">Stachelbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weiß Brot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gantzen Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0134">
        <head>Gefüllte Kaldaunen mit Bortfelder Rüben</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0134-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0134-trans">
          <p>Speck vnnd Eyer bred man in einer Pfannen / darzu thut man ein weiß Brot in Waſſer geweichet / Vnſchlit/ Floß / gantze Muſcatenblumen vnnd Burdfeldiſche Ruͤben mit Negelein geſpeckt / fuͤllet die Kaldaunen damit / bringt ſie mit bruͤh vnnd Burdfeldiſchen Ruͤben in Wuͤrffel geſchnitten zum fewr / vnnd leſt ſie gahr werden/ beſprengt ſie mit Pfeffer vnnd Saltz wenn man ſie wil zu diſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0134-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0134-orig">
          <p>Speck und Eier in einer Pfanne braten. Ein in Wasser eingeweichtes Weißbrot dazugeben, dazu Talg, Rahm, ganze Muskatblüte und Bortfelder Rüben, mit Nelken gespickt.</p>
          <p>Die Kaldaunen damit füllen. Mit Brühe und in Würfel geschnittenen Bortfelder Rüben zum Feuer bringen und gar werden lassen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Pfeffer und Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen (Pansen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein weiß Brot in Waſſer geweichet">Weißbrot, in Wasser eingeweicht</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="Vnſchlit">Rindertalg</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="Floß" commodity="wikidata:Q13228" source="#fyndling-ingredient-name">Rahm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Burdfeldiſche Ruͤben">Bortfelder Rüben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0135">
        <head>Gefüllte Kaldaunen mit Endivien</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0135-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0135-trans">
          <p>Item / man bred Speck vnnd ſchlegts in einer Pfannen / dazu thut man ein handvol Barnaſen vnd gruͦn Andiuen ruͤrts durch ein ander / das die Andiuen vnnd Barnaſen moͤrb werden / ruͤrt dar auch Eyer vnd Weißbrot ein leſt es durchbraten fuͤllet alßdan die Kaldaunen damit / macht ſie ab mit gantzen Andiuen / gantzen Zwybeln vnd Pfeffer/ fuͤllet die Bruͤh darauff / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0135-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0135-orig">
          <p>Speck braten und in eine Pfanne geben. Eine Handvoll Borretsch und grüne Endivien dazugeben und durcheinanderrühren, bis die Endivien und der Borretsch weich werden.</p>
          <p>Auch Eier und Weißbrot einrühren und alles durchbraten lassen. Dann die Kaldaunen damit füllen.</p>
          <p>Mit ganzen Endivien, ganzen Zwiebeln und Pfeffer abmachen und die Brühe darübergießen, und so weiter.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein handvol Barnaſen">Borretsch (vermutlich)</ingredient> - 1 Handvoll</item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͦn Andiuen">Endivien (grün für die Füllung, ganze Köpfe zum Abmachen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="die Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Zwybeln">Zwiebeln, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="die Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0136">
        <head>Gesottene Rinderkaldaunen mit gezuckertem Senf</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0136-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0136-trans">
          <p>Man ſeudet Rinderkaldaunen be⸗ſprengt ſie mit Peterſilgen / gibt ſie zu diſche/ gibt dabey gezuckerden Senff in einer ſchuͤßſel / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0136-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0136-orig">
          <p>Rinderkaldaunen sieden und mit Petersilie bestreuen. Zu Tisch geben und dazu gezuckerten Senf in einer Schüssel reichen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Rinderkaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gezuckerden Senff">Senf, gezuckert</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0137">
        <head>Gesottene Kaldaunen in Weißbrot-Eidotter-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0137-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0137-trans">
          <p>Item / Kaldaunen ſeudet man in einem waſſer / fuͤllet das waſſer wider ab / machet ſie ab mit Weiſſenbrot Eyerdottern vnd Wein durch ein ander geſotten / vnd durch einen Haartuch gerieben/ wenn man ſie wil zum diſche tragen / beſtrewet man ſie mit Saltz / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0137-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0137-orig">
          <p>Die Kaldaunen in Wasser sieden und das Wasser wieder abgießen.</p>
          <p>Dann die Kaldaunen mit Weißbrot, Eidottern und Wein abmachen, die miteinander gesotten und durch ein Haartuch gerieben sind. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weiſſenbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0138">
        <head>Gesottene Kaldaunen mit Petersilienwurzel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0138-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0138-trans">
          <p>Item / man machet die Kaldaunen mit Peterſilgenwurtzel in groſſe oder kleine ſtuͤcke geſchnitten/ oder Pfeffer / man beſtrewet ſie mit Peterſilgen vnd Saltz / wenn man ſie wil zu diſche geben / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0138-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0138-orig">
          <p>Die Kaldaunen mit Petersilienwurzel zubereiten, die in große oder kleine Stücke geschnitten ist, oder mit Pfeffer.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Petersilie und Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Peterſilgenwurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0139">
        <head>Gesottene Kaldaunen mit Weinessig und Ingwer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0139-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0139-trans">
          <p>Item / man macht ſie mit Weineſsig Muſcatenblumen vnd Pfeffer ab / wenn man ſie wil zum diſch geben / beſtrewet man ſie mit geſtoſſenem Ingber vnd Saltze / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0139-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0139-orig">
          <p>Die gesottenen Kaldaunen mit Weinessig, Muskatblüte und Pfeffer abmachen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch geben will, mit gestoßenem Ingwer und Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="geſtoſſenem Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltze" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0140">
        <head>Kaldaunen in kurzer Brühe mit Äpfeln, Zwiebeln und Wein</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0140-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0140-trans">
          <p>Item / man macht ſie mit kurtzer Bruͤh ab/ klein geſchnitten Epffel / Zwybeln / vnd ein wenig Weins weis oder gelb / ſtrewet ein wenig Saltz/ wenn man ſie zu diſch tragen wil druͤber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0140-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0140-orig">
          <p>Die gesottenen Kaldaunen mit kurzer Brühe abmachen, mit klein geschnittenen Äpfeln, Zwiebeln und ein wenig Wein; weiß lassen oder gelb machen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, ein wenig Salz darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="kurtzer Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe (wenig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="klein geſchnitten Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwybeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ein wenig Weins" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0141">
        <head>Gebratene Rinderkaldaunen mit Wein, Ei und Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0141-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0141-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Rinderkaldaunen klein/ bradet ſie in einer Pfannen / wendet ſie vmb gibt daruͤber Wein / ein klein wenig Weitzenmehls mit Eyern durch geſchlagen auch Weißbrot vnd Zucker beſtrewet / wenn man ſie zu diſche tragen wil / Zucker daruͤber her / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0141-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0141-orig">
          <p>Rinderkaldaunen klein schneiden, in einer Pfanne braten und wenden. Wein darübergeben, dazu ein klein wenig Weizenmehl mit Eiern verquirlt. Auch mit Weißbrot und Zucker bestreuen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, Zucker darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Rinderkaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein klein wenig Weitzenmehls">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0142">
        <head>Kaldaunen mit Rührei und Mangold</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0142-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0142-trans">
          <p>Item / man ſchneidet die Kaldaunen klein/ bradet ſie in einer Pfannen / vnd ſchlegt Eyer vnnd Milch durch einander / ſchneidet Junge Betenbleder klein / ruͤret die mit den Eyern heruͤmmer / Darnach ruͤhret man ander Betenbleder vnnd Milch durch einander / gibt es vber die geruͤrten Eyer vnd Kaldaunen / beſprengt ſie mit ein wenig Saltzes/ vnd gibt ſie zudiſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0142-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0142-orig">
          <p>Die Kaldaunen klein schneiden und in einer Pfanne braten. Eier und Milch miteinander verschlagen. Junge Mangoldblätter klein schneiden und mit den Eiern umrühren.</p>
          <p>Danach weitere Mangoldblätter mit Milch verrühren und über die gerührten Eier und die Kaldaunen geben. Mit ein wenig Salz bestreuen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen (Kutteln), gegart</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="Milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#fyndling-ingredient-registry">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Junge Betenbleder">Mangoldblätter, jung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltzes" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0143">
        <head>Kaldaunen in Butter mit Senf gebraten</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0143-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0143-trans">
          <p>Item / man ſchneidet ſie gar klein / vnd ſchwetzet ſie ab in Buttern / wenn ſie ein wenig gebraten ſein/ thut man dar Senff in / alßdan leſſet ſie noch ein wenig damit durchbraten / gibt ſie alßdan warm zu diſche / ete.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0143-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0143-orig">
          <p>Die gesottenen Kaldaunen sehr klein schneiden und in Butter anschwitzen. Wenn sie ein wenig gebraten sind, Senf dazugeben, dann noch ein wenig damit durchbraten lassen und warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen (Kutteln), gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0144">
        <head>Gesottene Kaldaunen mit Petersilie in Butter angeschwitzt</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0144-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0144-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Kaldaunen gantz klein / vnd ſchwetzet ſie ſampt Peterſilgen in Butter ab/ wendet ſie zwey oder dreymahl vmb beſprengt ſie mit Saltz vnd Pfeffer / vnd gibt ſie warm zu diſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0144-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0144-orig">
          <p>Die Kaldaunen ganz klein schneiden und zusammen mit Petersilie in Butter anschwitzen. Zwei- oder dreimal wenden, mit Salz und Pfeffer bestreuen und warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0145">
        <head>Kaldaunen mit Petersilie, Essig und Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0145-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0145-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet klein geſchnittene Kaldaunen / ſampt Peterſilgen vnd Eſsig in Buttern ab / beſprengt ſie mit Ingber vnnd Pfeffer / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0145-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0145-orig">
          <p>Klein geschnittene Kaldaunen mit Petersilie und Essig in Butter abschwitzen. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Ingwer und Pfeffer besprengen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0146">
        <head>Kaldaunen mit Rosinen, Zwiebeln und Weinessig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0146-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0146-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Kaldaunen klein / ſchwetzet ſie in Buttern ab / thut da ein wenig Zwibeln/ kleinen Roſin Weineſsig vnd Zucker darein / beſtrewet ſie mit Zucker vnd Saltz / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0146-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0146-orig">
          <p>Die Kaldaunen klein schneiden und in Butter anschwitzen. Ein wenig Zwiebeln, kleine Rosinen, Weinessig und Zucker dazugeben.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker und Salz bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0147">
        <head>Kaldaunen in Butter mit Eidotter und Wein, süß oder sauer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0147-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0147-trans">
          <p>Item / man ſchneidet ſie in viereckte ſtuͤcklein/ vnd ſchwetzet ſie in Butter ab / ſchlegt drey oder vier Eyerdotter mit Wein / gibts daruͤber macht ſie ſuͤſſe oder ſawer ab/ etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0147-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0147-orig">
          <p>Die gesottenen Kaldaunen in viereckige Stücklein schneiden und in Butter anschwitzen.</p>
          <p>Drei oder vier Eidotter mit Wein verschlagen und darübergeben. Dann süß oder sauer abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="drey oder vier Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0148">
        <head>Kaldaunen mit Mandeln und Rotwein</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0148-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0148-trans">
          <p>Item / man ſchneidet die Kaldaunen klein/ ſchwetzet ſie in Butter ab / thut da klein geſchnittene Mandelen ein wenig Pfeffer Negelein Roten Wein / ein klein wenig Rockenbrot / vnd Zucker darein / beſtrewet ſie mit Negelein vnd Zucker / gibt ſie alßdan zu diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0148-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0148-orig">
          <p>Die Kaldaunen klein schneiden und in Butter abschwitzen. Klein geschnittene Mandeln, ein wenig Pfeffer, Nelken, Rotwein, ein klein wenig Roggenbrot und Zucker dazugeben.</p>
          <p>Die Kaldaunen mit Nelken und Zucker bestreuen und dann zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="klein geſchnittene Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="red wine" orig="Roten Wein" commodity="wikidata:Q1827" source="#corema-ingredient-index">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="ein klein wenig Rockenbrot" commodity="wikidata:Q3893120" source="#fyndling-ingredient-name">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0149">
        <head>Gehackte Kaldaunen mit Rosmarin, Wein und Ingwer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0149-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0149-trans">
          <p>Item / man hackt Kaldaunen klein / ſchwetzet die ab in Butter / thut darein wenig Roßmarien / Wein vnnd Weineſsig leſt ſie durchkochen ſtrewet Ingber daruͤber / wenn manſie zu diſche treget / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0149-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0149-orig">
          <p>Die Kaldaunen klein hacken und in Butter anschwitzen. Wenig Rosmarin, Wein und Weinessig hineingeben und durchkochen lassen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch trägt, Ingwer darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rosemary" orig="wenig Roßmarien" commodity="wikidata:Q122679" source="#fyndling-ingredient-name">Rosmarin</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0150">
        <head>Kaldaunen in Butter mit Äpfeln, Zwiebeln und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0150-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0150-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Kaldaunen in wuͤrffel/ ſchwetzet ſie in Butter ab / gibt darein klein geſchnittene Zwibeln vnd Epffel / wenn ſie gar ſein macht man ſie mit Zucker Weineſsig vnd Caneil ab / ſtrewet da Zucker vnd Caneil vber / ſo man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0150-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0150-orig">
          <p>Die Kaldaunen in Würfel schneiden und in Butter anschwitzen. Klein geschnittene Zwiebeln und Äpfel dazugeben. Sind sie gar, mit Zucker, Weinessig und Zimt abschmecken.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, Zucker und Zimt darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Rinderkaldaunen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="klein geſchnittene Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0151">
        <head>Kaldaunen mit Petersilien-Rührei und Ingwersalz</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0151-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0151-trans">
          <p>Item / man ſchneidet ſie klein / ſchwetzet ſie ab in Butter / gibt da Eyer mit Peterſilgen durchgeſchlagen daruͤber ruͤrts vmb beſtrewets mit Ingber vnd Saltz durch einander vermiſchet / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0151-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0151-orig">
          <p>Die gesottenen Kaldaunen klein schneiden und in Butter anschwitzen. Eier mit Petersilie verquirlen, darübergeben und umrühren.</p>
          <p>Mit Ingwer und Salz bestreuen, die vorher miteinander vermischt werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen, gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0152">
        <head>Kaldaunen mit Petersilie und Eiermilch unter dem Eisendeckel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0152-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0152-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Peterſilgen klein / ſchwetzet ſie in Butter / wendet ſie vmb / daß ſie ein wenig braun werde / gibt Eyer vnd Milch durch einander geſchlagen daruͤber / decket es mit einem Eiſendeckel zu / gibt vnden vnd oben fewr / bringt ſie warm zu diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0152-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0152-orig">
          <p>Ebenso: Petersilie klein schneiden. Die Kaldaunen damit in Butter anschwitzen und wenden, bis sie ein wenig braun werden.</p>
          <p>Eier und Milch miteinander verschlagen und darübergeben. Mit einem Eisendeckel zudecken und unten und oben Feuer geben.</p>
          <p>Warm zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Rinderkaldaunen, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="Milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#fyndling-ingredient-registry">Milch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0153">
        <head>Rinderkaldaunen mit Rahm, Wein und Kerbel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0153-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0153-trans">
          <p>Item / man ſchneidet ſie klein / bradet ſie in Buttern ab/ vermiſchet Wein / Floß / klein geſchnitten Keruel vnd Zucker durch einander / gibts ſampt geſtoſſem Pfeffer daruͤber / vnnd mache vnden vnnd oben fewr / vnnd alßdan iſts fertig zu diſche zu tragen / etc. Hirſchkaldaunen / wenn die Hirſche feiſt ſein/ koͤnnen eben alß die Rinderkaldaunen / angemacht werden / Dann Hirſch Wildbrat iſt ſo gut alß Ochſenfleiſch / nach dem ſie renlicher Speiſe eſſen / vnnd man nichts vngeſundes an ihnen findet / wenn man ſie außweidet.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0153-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0153-orig">
          <p>Die Kaldaunen klein schneiden und in Butter anbraten. Wein, Rahm, klein geschnittenen Kerbel und Zucker miteinander vermischen und samt gestoßenem Pfeffer darübergeben. Dann unten und oben Feuer machen, und es ist fertig, um zu Tisch getragen zu werden.</p>
          <p>Hirschkaldaunen: Wenn die Hirsche fett sind, können ihre Kaldaunen ebenso wie die Rinderkaldaunen zubereitet werden. Denn Hirschwildbret ist so gut wie Ochsenfleisch, da die Hirsche reinliche Speise fressen und man nichts Ungesundes an ihnen findet, wenn man sie ausweidet.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q470873" source="#fyndling-ingredient-name">Rinderkaldaunen (Kutteln), gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="Floß" commodity="wikidata:Q13228" source="#fyndling-ingredient-name">Rahm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein geſchnitten Keruel">Kerbel, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="geſtoſſem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0154">
        <head>Leberstreifen vom Rost mit Speckwürfeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0154-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0154-trans">
          <p>Man ſchneidet die Lebern in ſtrimen beſprengt ſie mit Saltz vnd Pfeffer / legt ſie auff ein Roſt / begeuſt ſie mit Feiſt / oder Butter / leſt ſie durchbraten / legt ſie dann in ein Schuͤſſel / gibt da gebraten Speck in wuͤrffel geſchnitten daruͤber / beſprengt ſie mit Saltz vnnd Pfeffer / durch einander vermiſchet / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0154-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0154-orig">
          <p>Die Leber in schmale Streifen schneiden und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Auf einen Rost legen, mit Fett oder Butter begießen und durchbraten lassen.</p>
          <p>Dann in eine Schüssel legen, gebratenen Speck in Würfel geschnitten darübergeben, nochmals mit Salz und Pfeffer bestreuen und alles durcheinandermischen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lebern">Ochsen- oder Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Feiſt / oder Butter">Fett oder Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gebraten Speck in wuͤrffel geſchnitten">Speck, gewürfelt und gebraten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0155">
        <head>Hirschleber vom Rost mit Pomeranzensaft</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0155-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0155-trans">
          <p>Item / die Hirſchlebern mit Saltz vnd Pfeffer beſtrewet / bradet man auff einer Roſt / begeuſt ſie dann mit Butter / vnd legt ſie dann in ein Schuͤſſel / bradet da Speck vber her / auch gibt man weineſsig vnnd Pommerantzenſafft daruͤber / alßdan ſetzet man ſie auff die Kolen / daß die auffſieden beſprengt ſie mit Saltz vnd Pfeffer / wenn man ſie wil zu diſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0155-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0155-orig">
          <p>Die Hirschleber mit Salz und Pfeffer bestreuen und auf einem Rost braten. Danach mit Butter begießen und in eine Schüssel legen. Dann Speck darüber braten.</p>
          <p>Auch Weinessig und Pomeranzensaft darübergeben. Die Schüssel auf die Kohlen setzen, bis es aufsiedet. Wenn man sie zu Tisch geben will, mit Salz und Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="deer liver" orig="Hirſchlebern" commodity="wikidata:Q96756392" source="#fyndling-ingredient-context">Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantzenſafft" commodity="wikidata:Q147096" source="#fyndling-ingredient-registry">Pomeranzensaft (Bitterorange)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0156">
        <head>Hirschleber in Streifen mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0156-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0156-trans">
          <p>Item / man ſchneidet Hirſchlebern in ſtrimen/ bradet die in Butter thut friſche geſtoſſene Citenruhn / geſtoſſen Muſcaten / Caneil / kleinen Roſin vnd Weineſsig darein leſſet ſie auffkochen / alßdan gibt man ſie zu diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0156-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0156-orig">
          <p>Hirschleber in Streifen schneiden und in Butter braten. Frisch gestoßene Zitrone, gestoßene Muskatnuss, Zimt, kleine Rosinen und Weinessig dazugeben und aufkochen lassen. Dann zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="deer liver" orig="Hirſchlebern" commodity="wikidata:Q96756392" source="#fyndling-ingredient-context">Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lemon" orig="friſche geſtoſſene Citenruhn" commodity="wikidata:Q1093742" source="#fyndling-ingredient-name">Zitronen, frisch gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſen Muſcaten">Muskatnuss, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0157">
        <head>Gespickte Hirschleber mit Nelken</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0157-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0157-trans">
          <p>Item / die Hirſchlebern ſchneidet man in zimliche dicke ſtuͤck / bradet ſie halb in Buttern nimpt ſie auß der Butter / man ſpickt ſie mit gantzen Negelein / bradet ſie ferner auff einer Roͤſten / vnnd alßdan begeuſt man ſie mit derſelbigen Butter / da ſie zuuor ein gebraten iſt / man kan auch wol Speck oder Buttern daruͤber braten / wenn man ſie wil zu diſche tragen / man macht ſie ſuͤß oder ſawr ab / ſuͤß mit Zucker vnd Caneil / Sawr mit Eſsig / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0157-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0157-orig">
          <p>Die Hirschleber in ziemlich dicke Stücke schneiden und in Butter halb braten. Aus der Butter nehmen und mit ganzen Nelken spicken.</p>
          <p>Auf einem Rost weiterbraten und dann mit derselben Butter begießen, in der sie zuvor angebraten wurde. Man kann auch Speck oder Butter darüber braten.</p>
          <p>Zum Auftragen süß oder sauer abmachen: süß mit Zucker und Zimt, sauer mit Essig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="deer liver" orig="Hirſchlebern" commodity="wikidata:Q96756392" source="#fyndling-ingredient-context">Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gantzen Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (für die süße Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt (für die süße Variante)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig (für die saure Variante)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0158">
        <head>Gebratene Hirschleber mit Senfbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0158-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0158-trans">
          <p>Item / die Hirſchlebern bradet man ein wenig auff einer Roſt / vnd machet ein Senff bruͤh ſuͤß oder ſaͤwrlich / Man ſchmeltzet Bratenfeiſt oder Butter da thut man ein wenig zerrieben Brot ein / wenn das Brot hart iſt / thut man da Pfeffer vnd Weineſsig / gibt alßdan die Hirſchlebern auch darein leſſet ſie eilig abbraten / vnnd man wendet ſie einmahl vmb / gibt darnach Farb daruͤber / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0158-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0158-orig">
          <p>Die Hirschleber ein wenig auf einem Rost braten und dazu eine Senfbrühe bereiten, süß oder säuerlich.</p>
          <p>Bratenfett oder Butter zerlassen und ein wenig geriebenes Brot hineingeben. Wenn das Brot hart geworden ist, Pfeffer und Weinessig dazugeben. Dann die Hirschleber ebenfalls hineingeben, rasch fertig braten lassen und dabei einmal wenden. Danach Farbe darübergeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="deer liver" orig="die Hirſchlebern" commodity="wikidata:Q96756392" source="#fyndling-ingredient-context">Hirschleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Bratenfeiſt oder Butter">Bratenfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein wenig zerrieben Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0159">
        <head>Füße in brauner Butter mit Apfel- und Zwiebelwürfeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0159-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0159-trans">
          <p>Man leſſet die fuͤſſe gantz oder ſchneidet ſie einmahl in zwey oder in keine ſtuͤcklin/ vnd bradet ſie in braun Butter / ſchneidet da Epffel vnd Zwybeln in wuͤrffel auff / man machet ſie ſuͤſſe oder ſaͤwrlich ab / ſaͤwerlich mit Pfeffer vnd Ingber / ſuͤſſe mit Zucker vnd Caneil / alßdan gibt mans zu diſch.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0159-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0159-orig">
          <p>Die Füße ganz lassen oder einmal in zwei Teile schneiden oder in kleine Stücklein schneiden und in brauner Butter braten. Dazu Äpfel und Zwiebeln in Würfel schneiden.</p>
          <p>Dann süß oder säuerlich abschmecken: säuerlich mit Pfeffer und Ingwer, süß mit Zucker und Zimt. Danach zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="fuͤſſe">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braun Butter">Butter, gebräunt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwybeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer (für die säuerliche Würzung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer (für die säuerliche Würzung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (für die süße Würzung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt (für die süße Würzung)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0160">
        <head>Geröstete Füße mit Paradieskörnern und Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0160-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0160-trans">
          <p>Item / man roͤſtet ſie in Butter ab / thut geſtoſſene Paradyßkoͤrner darauff / auch groſſen Roſin vnnd Eſsig / leſt ſie durchkochen vnd gibt ſie zu diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0160-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0160-orig">
          <p>Ebenso: Die Füße in Butter abrösten, gestoßene Paradieskörner darauf geben, dazu große Rosinen und Essig. Die Füße darin durchkochen lassen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſene Paradyßkoͤrner">Paradieskörner, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0161">
        <head>Füße in Butter mit Wacholderbeeren und Wein</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0161-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0161-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet ſie in Butter ab / vnnd wenn man ſie wil zu diſche geben / thut man Wacholderbern vnd Wein darauff.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0161-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0161-orig">
          <p>Ebenso die Füße in Butter abschwitzen. Wenn man sie zu Tisch geben will, Wacholderbeeren und Wein darauf geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="Wacholderbern" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0162">
        <head>Abgeröstete Füße mit Roggenbrot und Essig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0162-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0162-trans">
          <p>Item / man roͤſtet ſie in Butter ab / darnach thut man zerrieben Rockenbrot ein wenig Weineſſigs vnd Pfeffer darnach beſtrewet man ſie mit Ingber / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0162-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0162-orig">
          <p>Die Füße in Butter abrösten. Danach geriebenes Roggenbrot, ein wenig Weinessig und Pfeffer dazugeben.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Ingwer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Wild- oder Hausschwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerrieben Rockenbrot">Roggenbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Weineſſigs" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0163">
        <head>Füße mit in der Asche gebratenen Birnen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0163-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0163-trans">
          <p>Item / man legt gebraten Birn in die Aſchen das ſie moͤrb merden / alßdan ſchellet man ſie / thut ſie vnter die Fuͤſſe / wenn ſie ein wenig gebraten/ macht ſie mit Pfeffer zerſtoſſenem Caneil Zucker vnd Wein ab / beſprengt ſie mit Zucker vnnd Caneil / wenn man ſie wil zudiſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0163-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0163-orig">
          <p>Ebenso: Birnen in der Asche braten, bis sie mürbe werden. Dann schälen und unter die Füße geben.</p>
          <p>Wenn sie ein wenig gebraten haben, mit Pfeffer, zerstoßenem Zimt, Zucker und Wein abschmecken. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker und Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="gebraten Birn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#fyndling-ingredient-name">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Fuͤſſe">Füße (Ochse, Schwein oder Lamm)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="zerſtoſſenem Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0164">
        <head>Füße in Butter mit kleinen Rosinen, Nelken und Rotwein-Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0164-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0164-trans">
          <p>Item / in Butter ſchwetzet man ſie ab / thut kleinen Roſin / zerſtoſſene Negelein / Wein / Zucker / zerrieben Brot / vnd ein wenig Mehl / da es dann dick von wird darunter / gibt dar Zucker vnd Roten Wein zuſammen vermiſchet daruͤber / wenn ſie ſollen zum diſche getragen werden / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0164-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0164-orig">
          <p>Ebenso: Die Füße in Butter abschwitzen. Kleine Rosinen, zerstoßene Nelken, Wein, Zucker, geriebenes Brot und ein wenig Mehl, wovon es dick wird, darunter geben.</p>
          <p>Zucker und roten Wein miteinander vermischen und darübergeben, wenn die Füße zu Tisch getragen werden sollen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerſtoſſene Negelein">Gewürznelken, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="zerrieben Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ein wenig Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="red wine" orig="Roten Wein" commodity="wikidata:Q1827" source="#corema-ingredient-index">Rotwein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0165">
        <head>Füße in Butter mit Meerrettich und Thymian</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0165-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0165-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet ſie in Butter ſampt Marretig in wuͤrffel zerſchnitten / Timean vnnd ein wenig Pfeffers / wenn man ſie wil zum diſche tragen / gibt man Eſsig daruͤber wenn ſie ſawr ſein ſollen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0165-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0165-orig">
          <p>Ebenso die Füße in Butter anschwitzen, zusammen mit in Würfel geschnittenem Meerrettich, Thymian und ein wenig Pfeffer.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, Essig darübergeben, wenn sie sauer sein sollen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Marretig in wuͤrffel zerſchnitten">Meerrettich, in Würfel geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Timean">Thymian</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig Pfeffers" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0166">
        <head>Füße in Butter mit Senf, großen Rosinen und Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0166-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0166-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet ſie in Butter ab / thut darauff gemahlen Senff / groſſen Roſin vnnd Zucker / vnd wenn der Senff daruͤber geben iſt / ſoll man ſie nicht zudecken / man beſprengt ſie mit Zucker / wenn man ſie wil zum diſche tragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0166-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0166-orig">
          <p>Ebenso die Füße in Butter abschwitzen. Gemahlenen Senf, große Rosinen und Zucker darauf geben.</p>
          <p>Wenn der Senf darübergegeben ist, soll man sie nicht zudecken. Wenn man sie zu Tisch tragen will, mit Zucker bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="gemahlen Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#fyndling-ingredient-name">Senf, gemahlen (Senfmehl)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0167">
        <head>Ochsenfüße in Butter mit Knoblauch</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0167-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0167-trans">
          <p>Item / Ochſenfuͤſſe ſchwetzet man ſampt zerſchnittenen Knoblauch in Butter ſtrewet ein wenig ſaltzes daruͤber / vnd gibt ſie warm zudiſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0167-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0167-orig">
          <p>Ebenso die Ochsenfüße samt zerschnittenem Knoblauch in Butter anschwitzen, ein wenig Salz darüberstreuen und sie warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenfuͤſſe">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="garlic" orig="zerſchnittenen Knoblauch" commodity="wikidata:Q21546392" source="#corema-ingredient-index">Knoblauch, zerschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig ſaltzes" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0168">
        <head>Füße in Senf-Eigelb-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0168-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0168-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet ſie in Butter / machet ſie mit drey oder vier Eyerdottern mit Wein gebrochen Senff / geſtoſſen Ingber vnd Muſcatenblumen an/ wil man ſie ſuͤſſe haben / thut man Zucker darein/ alß dann iſts fertig zu diſch zutragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0168-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0168-orig">
          <p>Die Füße in Butter anschwitzen. Mit drei oder vier mit Wein verquirlten Eigelb, Senf, gestoßenem Ingwer und Muskatblüte anmachen.</p>
          <p>Sollen sie süß sein, Zucker dazugeben. Dann sind sie fertig, um zu Tisch getragen zu werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="drey oder vier Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="geſtoſſen Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0169">
        <head>Füße mit Apfelwürfeln und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0169-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0169-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet ſie ſampt Epffeln in wuͤrffel geſchnitten in Butter / ſtrewet geſchnitten Peterſilgen daruͤber / ſo mans wil zu diſch tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0169-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0169-orig">
          <p>Ebenso: Die Füße zusammen mit in Würfel geschnittenen Äpfeln in Butter anschwitzen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, geschnittene Petersilie darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße (Ochse, Schwein oder Lamm), vorgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Epffeln in wuͤrffel geſchnitten">Äpfel, in Würfel geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchnitten Peterſilgen">Petersilie, geschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0170">
        <head>Füße mit Speck, Feigen und Essig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0170-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0170-trans">
          <p>Item / man ſchwetzet ſie mit Speck in wuͤrffel geſchnitten ab / thut dar Weineſsig / geſchnitten Feygen Negelein vnd Pfeffer / daruͤber leſſet ſie durch kochen / ſtrewet Pfeffer vnd Saltz / wenn man ſie wil zu diſche tragen daruͤber / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0170-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0170-orig">
          <p>Ebenso die Füße mit in Würfel geschnittenem Speck abschwitzen. Weinessig, geschnittene Feigen, Nelken und Pfeffer darübergeben und die Füße durchkochen lassen.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, Pfeffer und Salz darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Speck in wuͤrffel geſchnitten">Speck, in Würfel geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſchnitten Feygen">Feigen, geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0171">
        <head>Rostgebratene Füße mit Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0171-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0171-trans">
          <p>Item / man bradet ſie einmahl durchgeſchnitten / oder gantz auff einer Roſt vnd betroͤfft ſie mit Butter / wenn man ſie wil zum diſche tragen / geuſt man zerſchmultzen Butter daruͤber / beſtrewet ſie auch mit Saltz vnd Pfeffer / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0171-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0171-orig">
          <p>Die Füße einmal durchgeschnitten oder ganz auf einem Rost braten und dabei mit Butter beträufeln.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch tragen will, zerlassene Butter darübergießen und mit Salz und Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0172">
        <head>Geröstete Füße mit Zimt-Essig-Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0172-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0172-trans">
          <p>Item / man roͤſtet ſie auff einer Roſt / thut darnach in einen hauen / zerſtoſſen Caneil / vngeſchmultzenbutter / Zucker oder Ingber / vnd Roten Weineſsig / leſt es fuͤr den ſud kommen / gibt es vber die Fuͤſſe / wenn man ſie zum diſche tragen wil / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0172-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0172-orig">
          <p>Die Füße auf einem Rost rösten. Danach in einen Topf geben: gestoßenen Zimt, Butter, Zucker oder Ingwer und roten Weinessig.</p>
          <p>Das bis kurz vor dem Sieden kommen lassen und über die Füße geben, wenn man sie zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Fuͤſſe">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="zerſtoſſen Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="vngeſchmultzenbutter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar or ginger" orig="Zucker oder Ingber" commodity="wikidata:Q57656231 wikidata:Q15046077" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Roten Weineſsig">Roter Weinessig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0173">
        <head>Geröstete Füße mit Ingwer-Essig-Butter und Eigelb</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0173-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0173-trans">
          <p>Item / man macht ſie auff vorige weiſe ab / aber fuͤr den Caneil nimpt man Ingber / vnnd thut zwey oder drey Eyerdotter in die Bruͤh.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0173-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0173-orig">
          <p>Ebenso die Füße auf die vorige Weise fertig machen, aber statt des Zimts Ingwer nehmen und zwei oder drei Eigelb in die Brühe geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="zwey oder drey Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Roter Weinessig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0174">
        <head>Geröstete Füße mit Zwiebel-Anis-Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0174-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0174-trans">
          <p>Item / man thut in braun Butter Zwybeln in runde ſcheiben zerſchnitten / Pfeffer vnnd zerſtoſſen Aniß / leſt es durchkochen vnd gibts vber die geroͤſteten Fuͤſſe her / beſtrewet ſie mit Saltz / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0174-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0174-orig">
          <p>In braune Butter Zwiebeln geben, in runde Scheiben geschnitten, dazu Pfeffer und gestoßenen Anis. Durchkochen lassen und über die gerösteten Füße geben.</p>
          <p>Mit Salz bestreuen, wenn man sie zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="geroͤſteten Fuͤſſe">Füße von Ochse, Schwein oder Lamm, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zwybeln in runde ſcheiben zerſchnitten">Zwiebeln, in runde Scheiben geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="anise" orig="zerſtoſſen Aniß" commodity="wikidata:Q33873455" source="#fyndling-ingredient-name">Anis, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0191">
        <head>Ochsenfüße mit Zitronenbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0191-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0191-trans">
          <p>Ochſenfuͤſſe mit Lemonienbruͤh/ Eyerdotter ruͤhret man mit Eſsig in einer Pfannen / leſſet es auffkochen / ſtreichet es darnach durch einen Hartuch / thut es auff die kleingeſchnitten Fuͤſſe in einen Keſſel / macht ſie mit Ingber vnnd Muſcatenblumen / leſts durch einander kochen / vnd gibts zum diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0191-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0191-orig">
          <p>Ochsenfüße mit Zitronenbrühe. Eigelb mit Essig in einer Pfanne verrühren und aufkochen lassen. Danach durch ein Haartuch streichen und auf die kleingeschnittenen Füße in einen Kessel geben. Mit Ingwer und Muskatblüte würzen, miteinander kochen lassen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="kleingeſchnitten Fuͤſſe">Ochsenfüße, kleingeschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0192">
        <head>Ochsenfüße süß oder gelb, mit rotem Streuzucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0192-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0192-trans">
          <p>Item / man gibt die genanten Bruͤh vber die Ochſenfuͤſſe / machet ſie ſuͤſſe oder gelb ab / vnnd beſtrewt ſie mit Rotenſtrewzucker / wenn man ſie wil zu diſch tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0192-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0192-orig">
          <p>Ebenso die genannte Brühe über die Ochsenfüße geben. Sie süß oder gelb abmachen und mit rotem Streuzucker bestreuen, wenn man sie zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenfuͤſſe">Ochsenfüße, gegart</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="genanten Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe aus dem Rezept davor (Eigelb und Essig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rotenſtrewzucker">roter Streuzucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0193">
        <head>Gelbe Füße mit großen Rosinen, Mandeln und Wein</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0193-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0193-trans">
          <p>Item / man machet ſie gelb ab / mit groſſen Roſin / Mandeln / Ingber / Caneil / Zucker vnd Wein/ etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0193-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0193-orig">
          <p>Ebenso die Füße mit großen Rosinen, Mandeln, Ingwer, Zimt, Zucker und Wein gelb abmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſſen Roſin">Rosinen, große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0194">
        <head>Gelbe Füße mit geviertelten Äpfeln und Ingwer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0194-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0194-trans">
          <p>Item / man machet ſie gelb mit Wein oder Weineſsig / Epffel in viertheil geſchnitten Ingber vnd Butter / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0194-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0194-orig">
          <p>Ebenso die Füße mit Wein oder Weinessig, in Viertel geschnittenen Äpfeln, Ingwer und Butter gelb machen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße von Ochse, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein oder Weineſsig" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Epffel in viertheil geſchnitten">Äpfel, geviertelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-registry">Safran (optional, für die gelbe Farbe)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0195">
        <head>Füße mit Speck, Zwiebeln, kleinen Rosinen und Safran</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0195-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0195-trans">
          <p>Item / man machet ſie ab mit Speck / Zwybeln kleinen Roſin / Muſcatenblumen / Ingber vnnd Saffran / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0195-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0195-orig">
          <p>Die Füße mit Speck, Zwiebeln, kleinen Rosinen, Muskatblüte, Ingwer und Safran abschmecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwybeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0196">
        <head>Ochsenfüße mit Zwetschgen und Speck</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0196-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0196-trans">
          <p>Item / man machet ſie mit Negelein / Caneil/ Speck vnd außgewaſcheden Schwetzken / ſuͤs oder ſaͤwerlich ab / Ochſenfuͤſſe braun abgemacht / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0196-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0196-orig">
          <p>Ebenso die Füße mit Nelken, Zimt, Speck und ausgewaschenen Zwetschgen süß oder säuerlich abschmecken. Ochsenfüße braun abgemacht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenfuͤſſe">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="außgewaſcheden Schwetzken">Zwetschgen, ausgewaschen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0197">
        <head>Ochsenfüße in brauner Brot-Wein-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0197-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0197-trans">
          <p>Item / man ſeud es durch einander braun / thut Weißbrot vnd Wein / ſtreichet es darnach durch einen Haartuch macht es mit Caneil / Pfeffer / Negelein / Ingber vnd Zucker ab / gibts vber die Ochſenfuͤſſe vnd leſts darmit durchkochen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0197-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0197-orig">
          <p>Es durcheinander braun sieden, Weißbrot und Wein dazugeben und danach durch ein Haartuch streichen.</p>
          <p>Mit Zimt, Pfeffer, Nelken, Ingwer und Zucker abschmecken, über die Ochsenfüße geben und sie darin durchkochen lassen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenfuͤſſe">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0198">
        <head>Braune Füße mit Äpfeln und Zwiebeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0198-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0198-trans">
          <p>Item / man machet ſie auff jetzgenante weiſe braun ab / darnach thut man Epffel vnd Zwybeln abgeſchwetzt darauff / ſtrewet Zucker daruͤber / wenn man ſie wil zudiſch tragen/ etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0198-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0198-orig">
          <p>Ebenso die Füße auf die eben genannte Weise braun abmachen. Danach abgeschwitzte Äpfel und Zwiebeln darauf geben und Zucker darüberstreuen, wenn man sie zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwybeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0199">
        <head>Füße mit Muskatblüte und Rosmarin</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0199-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0199-trans">
          <p>Item / man machet ſie mit gantzen Muſcatenblumen / Buttern / Roßmarien vnd ein wenig zerrieben Brot / gibt ſie kalt oder warm zudiſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0199-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0199-orig">
          <p>Ebenso die Füße mit ganzen Muskatblüten, Butter, Rosmarin und ein wenig geriebenem Brot anmachen und kalt oder warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rosemary" orig="Roßmarien" commodity="wikidata:Q122679" source="#fyndling-ingredient-name">Rosmarin</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="ein wenig zerrieben Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0200">
        <head>Mit Nelken gespickte Ochsenfüße in Wein mit Ingwer und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0200-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0200-trans">
          <p>Item / man machet gargemachte vnd mit Negelein beſtochen / Ochſenfuͤſſe mit Wein / gantzen Ingber / Caneil vnd Zucker ab / leſt es durch einander kochen / gibt ſie kalt oder warm zu diſch / wenn ſie kalt werden / beſtehen ſie wie ein Gallert / man kan auch Mandelen vnnd klein Roſin auffſchneiden/ vnd ſie mit Saffran gelb anmacht / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0200-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0200-orig">
          <p>Gargekochte, mit Nelken gespickte Ochsenfüße mit Wein, ganzem Ingwer, Zimt und Zucker abmachen und alles durcheinander kochen lassen. Kalt oder warm zu Tisch geben. Wenn sie kalt werden, stocken sie wie ein Gallert.</p>
          <p>Man kann auch Mandeln und kleine Rosinen aufschneiden und sie mit Safran gelb anmachen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenfuͤſſe">Ochsenfüße, gegart</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Ingber">Ingwer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0201">
        <head>Braune Füße als Gallert</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0201-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0201-trans">
          <p>Item / man machet ſie auch auff die gemelten weiſe braun ab / wenn ſie dann kalt werden ſind ſie wie ein Gallert der mit beſtand beſetzet iſt / man ſol aber klein beſtand drein thun / dann die Bruͤh beſtehet an ſich ſelbſt / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0201-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0201-orig">
          <p>Die Füße ebenso auf die genannte Weise braun abmachen. Wenn sie dann kalt werden, sind sie wie ein Gallert, der mit Hausenblase gesetzt ist.</p>
          <p>Man soll aber nur wenig Hausenblase hineingeben, denn die Brühe wird von selbst fest.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="isinglass" orig="beſtand" commodity="wikidata:Q1255331" source="#fyndling-ingredient-name">Hausenblase</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0202">
        <head>Rote Füße mit Johannisbeeren</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0202-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0202-trans">
          <p>Auff vorige weiſe machet man ſie mit Sanc Johansbirn roht ab / vnd gibt rotenZucker daruͤber/ bringt ſie kalt oder warm zu diſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0202-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0202-orig">
          <p>Die Füße auf die vorige Weise mit Johannisbeeren rot abmachen und roten Zucker darübergeben. Kalt oder warm zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Sanc Johansbirn">Johannisbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotenZucker">roter Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0203">
        <head>Füße in Rinderbrühe mit gehackten Eiern und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0203-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0203-trans">
          <p>Item / man machet ſie auff Rinderfleiſchbruͤh/ Muſcatenblumen / Buttern vnd hartgeſotten Eyer mit Peterſilgen / durchgehackt ab / leſſet ſie durchkochen / gibt ſie kalt oder warm zudiſche / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0203-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0203-orig">
          <p>Ebenso die Füße mit Rinderfleischbrühe, Muskatblüte, Butter und hartgekochten Eiern, die mit Petersilie durchgehackt sind, anmachen, durchkochen lassen und kalt oder warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Füße vom Ochsen, Schwein, Schaf oder Lamm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rinderfleiſchbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Buttern" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="hartgeſotten Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-name">Eier, hartgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0204">
        <head>Ochsenfüße mit gehacktem Speck, Petersilie und Thymian</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0204-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0204-trans">
          <p>Item / man hackt Speck Peterſilgen vnd Timean durch einander / gibt es vber die Ochſenfuͤſſe/ machet ſie mit Pfeffer vnd Ingber ab / leſt ſie durchkochen vnd gibt ſie kalt oder warm zudiſch / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0204-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0204-orig">
          <p>Speck, Petersilie und Thymian durcheinander hacken und über die Ochsenfüße geben. Die Füße mit Pfeffer und Ingwer abschmecken, durchkochen lassen und kalt oder warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochſenfuͤſſe">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Timean">Thymian</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0205">
        <head>Hirsch- und Wildschweinfüße mit Speck, Kümmel und Essig</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0205-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0205-trans">
          <p>Item / man machet ſie mit Speck/ Koͤhm ein wenig Weißbrot vnnd Eſsig ab/ ſtrewet da Saltz vnd Pfeffer vber / wenn man ſie wil zum diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0205-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0205-orig">
          <p>Die Füße mit Speck, Kümmel, ein wenig Weißbrot und Essig abmachen. Wenn man sie zu Tisch tragen will, Salz und Pfeffer darüberstreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Hirsch- oder Wildschweinfüße, gar gesotten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="Koͤhm" commodity="wikidata:Q22978145" source="#fyndling-ingredient-name">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ein wenig Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient> - ein wenig</item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0206">
        <head>Geröstete Wildfüße mit Zwiebel-Essig-Sauce und glühender Kohle</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0206-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0206-trans">
          <p>Item / man roͤſtet ſie trucken auff einer Roſt ab / ſeudet darnach in Weineſsig Zwybeln in grobe Scheiben geſchnitten / thut gluͤend Milerkolen darein auch Pfeffer / deckt es zu vnd leſſet es auffſieden / gibt dann geſtoſſen Pfeffer darein ſtreicht es durch einen Haartuch vnd gibt es warm vber die Fuͤſſe / beſtrewet ſie mit Saltz vnd Pfeffer / wenn man ſie wil zu diſche tragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0206-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0206-orig">
          <p>Die Füße trocken auf einem Rost abrösten.</p>
          <p>Danach in grobe Scheiben geschnittene Zwiebeln in Weinessig sieden. Glühende Meilerkohlen hineingeben, dazu Pfeffer. Zudecken und aufsieden lassen.</p>
          <p>Dann gestoßenen Pfeffer hineingeben, alles durch ein Haartuch streichen und warm über die Füße geben. Die Füße mit Salz und Pfeffer bestreuen, wenn man sie zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Fuͤſſe">Hirsch- oder Wildschweinfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zwybeln in grobe Scheiben geſchnitten">Zwiebeln, in grobe Scheiben geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gluͤend Milerkolen">Holzkohle, glühend</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0207">
        <head>Hirsch- und Wildschweinfüße in kurzer Brühe mit Rahm und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0207-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0207-trans">
          <p>Item / man machet ſie in kurtzer Bruͤh / mit Floß vnd Butter ab / beſtrewet ſie mit Muſcatenblumen vnd gehackter Peterſilgen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0207-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0207-orig">
          <p>Die Füße in kurzer Brühe mit Rahm und Butter abmachen. Mit Muskatblüte und gehackter Petersilie bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Hirsch- oder Wildschweinfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="kurtzer Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe (wenig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="Floß" commodity="wikidata:Q13228" source="#fyndling-ingredient-name">Rahm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="gehackter Peterſilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#fyndling-ingredient-name">Petersilie, gehackt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0208">
        <head>Hirsch- und Wildschweinfüße in Rinderbrühe mit ganzen Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0208-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0208-trans">
          <p>Item / man machet ſie mit gantzen Negelein/ Lorberbletter / gantzen Muſcatenblumen / vnnd Rindfleiſchbruͤh / da ein wenig feiſt auff iſt / vnnd gibts zu diſch / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0208-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0208-orig">
          <p>Die Füße mit ganzen Gewürznelken, Lorbeerblättern, ganzer Muskatblüte und Rindfleischbrühe zubereiten, auf der ein wenig Fett steht, und so zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ſie">Hirsch- und Wildschweinfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="gantzen Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Lorberbletter">Lorbeerblätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Muſcatenblumen">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindfleiſchbruͤh / da ein wenig feiſt auff iſt" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe, nicht ganz entfettet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0209">
        <head>Hirsch- und Wildschweinfüße in Rahmsauce mit kleinen Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0209-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0209-trans">
          <p>Item / Weißbrot vnd Floß ſeudet man durch einander / ſtreicht es durch vnd macht es mit Butter kleinen Roſin ab / gibt es vber die Fuͤſſe leſt ſie durch kochen / gibt ſie warm zu diſche / ett.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0209-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0209-orig">
          <p>Ebenso: Weißbrot und Rahm miteinander sieden, durchstreichen und mit Butter und kleinen Rosinen abmachen. Über die Füße geben und diese darin durchkochen lassen. Warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Fuͤſſe">Hirschfüße oder Wildschweinfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weißbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="Floß" commodity="wikidata:Q13228" source="#fyndling-ingredient-name">Rahm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0210">
        <head>Kalter Wildschweinskopf aus dem Wein-Kräutersud</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0210-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0210-trans">
          <p>Man brennet ſchweinßkoͤpff in waſſer oder auffm Fewr / beſchneidet ſie vnd loͤſet dir Schnuzen auff / bindet ſie in ein tuch machet ſie in Wein vnnd Waſſer jedes gleich gar/ ſaltzet ſie ab / thut darauff Ingber Muſcatenblumen / vnd Pfeffer in einen tuch gebunden / darnach in ein ander tuch / bindet Roßmarien / Lorberbletter / Timean/ Zwybeln / Iſopen vnd Salbey / ſo viel zu haben von noͤten / Wenn er gar iſt ſol man ihn in derſelbigen Bruh kalt werden laſſen beſchneiden ihn vnnd geben ihn kalt zu diſch / daß die Haut darauff ſitzen bleib / oder man ſchneidet ſie auch wol duͤn ab / ſo wird er weiß / ett.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0210-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0210-orig">
          <p>Die Schweinsköpfe in Wasser brühen oder über dem Feuer absengen, beschneiden und die Schnauze auflösen. In ein Tuch binden und in Wein und Wasser zu gleichen Teilen gar machen, mit Salz abschmecken.</p>
          <p>Ingwer, Muskatblüte und Pfeffer in ein Tuch gebunden dazugeben. Danach in ein zweites Tuch Rosmarin, Lorbeerblätter, Thymian, Zwiebeln, Ysop und Salbei binden, so viel man davon braucht.</p>
          <p>Ist der Kopf gar, in derselben Brühe kalt werden lassen, beschneiden und kalt zu Tisch geben, sodass die Haut darauf sitzen bleibt. Oder die Haut auch dünn abschneiden, dann wird der Kopf weiß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ſchweinßkoͤpff">Wildschweinkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltzet ſie ab" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rosemary" orig="Roßmarien" commodity="wikidata:Q122679" source="#fyndling-ingredient-name">Rosmarin</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Lorberbletter">Lorbeerblätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Timean">Thymian</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwybeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="hyssop" orig="Iſopen" commodity="wikidata:Q137931" source="#fyndling-ingredient-name">Ysop</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Salbey" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0211">
        <head>Wildschweinskopf mit Pomeranzen-Brotsauce</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0211-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0211-trans">
          <p>Item / man bringt ein Schweinkopff mit waſſer/ vnd dem dritten theil Wein zum fewr / vnd wenn er gahr wird / ſchlegt man Pommerantzen vnd weißBrot mit Wein durch einen haartuch / gibts darauff / macht ihn ab mit Muſcatenblumen / Caneil/ vnd Zucker / gibt ihn warm zu diſche / ett.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0211-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0211-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf mit Wasser und einem Drittel Wein zum Feuer bringen und kochen. Wenn er gar wird, Pomeranzen und Weißbrot mit Wein durch ein Haartuch schlagen und darübergeben. Mit Muskatblüte, Zimt und Zucker abmachen und warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bitter orange" orig="Pommerantzen" commodity="wikidata:Q147096" source="#fyndling-ingredient-registry">Pomeranzen (Bitterorangen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="weißBrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0212">
        <head>Wildschweinskopf mit Birnen und Borretschblüten</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0212-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0212-trans">
          <p>Man hackt Birn klein / macht die in Bruͤh gahr / gibt ſie vber den Schweinßkopff mit Barnaſanblumen / wenn man ihn wil zum tiſche dragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0212-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0212-orig">
          <p>Birnen klein hacken und in Brühe gar kochen. Wenn man den Wildschweinskopf zu Tisch tragen will, die Birnen mit Borretschblüten darübergeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf, gegart</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="Birn" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Barnaſanblumen">Borretschblüten (vermutlich)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0213">
        <head>Wildschweinskopf mit Mandeln und Bortfelder Rüben</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0213-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0213-trans">
          <p>Item / wenn ein Schweinßkopff gahr iſt / ſol man Mandeln in ſcheiblein geſchnitten / mit Wein/ oder Weineſsig / kleine Burtfeldiſche Ruͤben in wuͤrfel geſchnitten / vnd zerriebenem Brot / zuuor in einem Hauen auffgeſotten daruͤber geben / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0213-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0213-orig">
          <p>Wenn der Schweinskopf gar ist, Mandeln in Scheibchen schneiden und mit Wein oder Weinessig, kleinen Bortfelder Rüben in Würfeln und geriebenem Brot zuvor in einem Topf aufsieden lassen und darübergeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf, gar</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mandeln in ſcheiblein geſchnitten">Mandeln, in Scheibchen geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein/ oder Weineſsig" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine Burtfeldiſche Ruͤben in wuͤrfel geſchnitten">Bortfelder Rüben, klein, gewürfelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="zerriebenem Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#fyndling-ingredient-name">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0214">
        <head>Wildschweinskopf unter Kalbsfuß-Gallert</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0214-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0214-trans">
          <p>Man macht einen Schweinßkopff gar / mit Weineſsig oder Bierſawr vnnd Waſſer / wenn er gahr iſt zeucht man ihn aus der bruͤh / vnnd leſt ihn kalt werden vnnd beſchneidet ihn dann / legt ihn in ein Silbern oder Zien Schuͤſſel / alßdan machet man ein bruͤh / wie Gallertbruͤh daruͤber / alſo: Man machet Kalberfuͤſſe mit Waſſer vnd Wein in einem Hauen gahr / thut darauff Ingber / Wein/ vnd kleingemachte Cardamomen / ſuͤſſe oder ſaͤwrlich abgemacht / leſt ſie auffſieden / geuſt die Bruͤh durch einen haartuch / leſt ſie kald werden / gibt ſie in Fuͤnff oder Sechs mahlen vber den Schweinßkopff ſo beſtehets wie ein Gallert der mit Beſtandt geſetzet iſt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0214-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0214-orig">
          <p>Einen Schweinskopf mit Weinessig oder Bieressig und Wasser gar kochen. Wenn er gar ist, aus der Brühe nehmen, kalt werden lassen und dann beschneiden. In eine silberne oder zinnerne Schüssel legen.</p>
          <p>Dann eine Brühe wie eine Gallertbrühe darüber machen, und zwar so: Kalbsfüße mit Wasser und Wein in einem Topf gar kochen. Ingwer, Wein und zerkleinerten Kardamom dazugeben, süß oder säuerlich abschmecken und aufsieden lassen. Die Brühe durch ein Haartuch gießen und kalt werden lassen.</p>
          <p>Die Brühe in fünf oder sechs Malen über den Schweinskopf geben. So steht sie wie ein Gallert, der mit Hausenblase gesetzt ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="einen Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig oder Bierſawr" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="calf's trotters" orig="Kalberfuͤſſe" commodity="wikidata:Q1722084" source="#fyndling-ingredient-name">Kalbsfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleingemachte Cardamomen">Kardamom, zerkleinert</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0215">
        <head>Wildschweinskopf vom Rost mit Mandel-Glantinbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0215-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0215-trans">
          <p>Ein Schweinskopff wird auff die voͤrige manier zum fewr gebracht gar gemacht vnd beſchnitten / dar nach bradet man ihn auff einer Roſten das er braun wird / begeuſt ihn mit Butter vnnd ſetzet ihn kaldt in eine Schuͤſſel / machet da ein Glantinbruͤh vber/ alß folget: Man bradet gantze Mandelen trucken in einer Pfannen / das ſie braun werden / darnach reibet man ſie auff einem Reibeſtein klein / ſtreicht ſie durch mit Wein zimlich dicke / alßdann gibt man ſie in einen Hauen / macht ſie mit Caneil / Negelein / geſtoſſen Muſcaten / Zucker vnd ein wenig Saltzes / leſt es fuͤr den ſud komen / vnnd wider kald werden / gibts dann vber den Schweinskopff / ſo hats einen ſchein alß wens Ferniſt were. Wens ein hawender Schweinßkopff iſt / ziehet man die groſſen Zaͤhne auß vnnd vorguͤld dieſelbigen/ darnach ſetzet man ſie wider ein / wenn man ihn wil zu tiſche geben beſtrewet man ihn mit Zucker vnd Caneil / vnder einander vermiſchet / beſticht ihn mit Weiſſen oder Rothen Roſen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0215-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0215-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf auf die vorige Art ans Feuer bringen, gar machen und beschneiden. Danach auf einem Rost braten, bis er braun wird, mit Butter begießen und kalt in eine Schüssel setzen. Eine Glantinbrühe darübergeben, die so gemacht wird:</p>
          <p>Die Glantinbrühe: Ganze Mandeln trocken in einer Pfanne braten, bis sie braun werden. Danach auf einem Reibestein klein reiben und mit Wein ziemlich dick durchstreichen. Dann in einen Topf geben und mit Zimt, Nelken, gestoßener Muskatnuss, Zucker und ein wenig Salz abschmecken. Bis kurz vor das Sieden kommen und wieder kalt werden lassen. Dann über den Wildschweinskopf geben, so hat er einen Schein, als wäre er gefirnisst.</p>
          <p>Beim Keiler: Ist es der Kopf eines Keilers mit Hauern, die großen Zähne ausziehen und vergolden, danach wieder einsetzen.</p>
          <p>Zum Auftragen: Wenn man ihn zu Tisch geben will, mit Zucker und Zimt bestreuen, die untereinander vermischt sind, und mit weißen oder roten Rosen bestecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Ein Schweinskopff">Wildschweinskopf</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="gantze Mandelen" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-name">Mandeln, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geſtoſſen Muſcaten">Muskatnuss, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltzes" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weiſſen oder Rothen Roſen">Rosen, weiß oder rot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0216">
        <head>Wildschweinskopf vom Rost mit Stockfisch in brauner Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0216-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0216-trans">
          <p>Man bringt den Schweinßkopff mit Waſſer vnd Eſsig zum fewr / wenn er gahr iſt / beſchneidet man jhn / bradet jhn auff einer Roſt / darnach roͤſtet man Stockfiſch in braun Butter doch daß der fiſch zuuor kleingemacht / vnd die Graͤten darauß genõmen / leſt jn braten das er nicht gahr hard wird / gibt da Milch in beſtrewt jhn mit Saltz vnd Zucker / alßdann gibt man jhn vber den Schweinßkopff ſo man jhn wil zu tiſche dragen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0216-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0216-orig">
          <p>Den Schweinskopf mit Wasser und Essig ans Feuer bringen. Wenn er gar ist, beschneiden und auf einem Rost braten.</p>
          <p>Danach Stockfisch in brauner Butter rösten, doch so, dass der Fisch zuvor klein gemacht und die Gräten herausgenommen sind. Ihn so braten lassen, dass er nicht zu hart wird, Milch hineingeben und mit Salz und Zucker bestreuen.</p>
          <p>Dann den Fisch über den Schweinskopf geben, wenn man ihn zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stockfish" orig="Stockfiſch" commodity="wikidata:Q213725" source="#corema-ingredient-index">Stockfisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braun Butter">Butter, gebräunt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="Milch" commodity="wikidata:Q8495" source="#fyndling-ingredient-registry">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0217">
        <head>Wildschweinskopf mit Braunkohl und Knoblauch</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0217-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0217-trans">
          <p>Man machet ihn in Eſsig vnd Waſſer gahr/ ſeud die polle von braunen Kohl vnd ſpaltzen Knoblauch zuſamen / gibts vber den Schweinßkopff / vermiſchet Pfeffer vnd Saltz durch einander beſtrewet ihn wenn man ihn wil zum tiſche geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0217-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0217-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf in Essig und Wasser gar kochen.</p>
          <p>Die Triebspitzen vom Braunkohl mit gespaltenem Knoblauch zusammen sieden und über den Kopf geben.</p>
          <p>Pfeffer und Salz miteinander vermischen und den Kopf damit bestreuen, wenn man ihn zu Tisch geben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die polle von braunen Kohl">Grünkohl (Braunkohl), Triebspitzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſpaltzen Knoblauch">Knoblauch, gespalten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0218">
        <head>Wildschweinskopf mit Bortfelder Rüben und Parmesan</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0218-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0218-trans">
          <p>Den Schweinßkopff bringt man mit Eſsig vnd Waſſer zum fewr / wenn er bald gahr iſt / thut man kleine Burdfeldiſche Ruͤben darauff / beſtrewet ihn mit Parmaſans Keſe.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0218-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0218-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf mit Essig und Wasser zum Feuer bringen. Wenn er fast gar ist, kleine Bortfelder Rüben dazugeben. Den Kopf mit Parmesankäse bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine Burdfeldiſche Ruͤben">Bortfelder Rüben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmaſans Keſe">Parmesan</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0219">
        <head>Wildschweinskopf mit Weißkohl und Weinbeeren</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0219-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0219-trans">
          <p>Man macht den Schweinßkopff gahr / vnd in derſelbigen bruͤh macht man weiſſen Kohl gahr/ dar thut man deſſelbigen feiſtes / Weinbern oder Weindrauben darein / leſt ihn gahr aber nicht gantz moͤrb werden / gibt den vber den Schweinßkopff her.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0219-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0219-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf gar kochen.</p>
          <p>In derselben Brühe den Weißkohl gar kochen. Vom Fett dieser Brühe dazugeben, dazu Weinbeeren oder Weintrauben, und den Kohl gar, aber nicht ganz mürbe werden lassen.</p>
          <p>Den Kohl über den Wildschweinskopf geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cabbage" orig="weiſſen Kohl" commodity="wikidata:Q35051" source="#fyndling-ingredient-name">Weißkohl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="deſſelbigen feiſtes" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Fett aus der Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weinbern oder Weindrauben">Weinbeeren oder Weintrauben, frisch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0220">
        <head>Wildschweinskopf mit Senf in brauner Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0220-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0220-trans">
          <p>Man machet ihn mit Waſſer vnd Sawr gahr/ beſchneidet vnnd legt ihn auff einen Roſt / darnach gibt man Senff in braun Butter / daſſelbe gibt man ſampt Zucker vnd Weineſsig vber den Schweinkopff beſtrewet in mit Zucker / vnd gibts zu tiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0220-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0220-orig">
          <p>Den Kopf in Wasser und Essig gar kochen, zurechtschneiden und auf einen Rost legen.</p>
          <p>Danach Senf in gebräunte Butter geben. Das samt Zucker und Weinessig über den Schweinskopf geben, ihn mit Zucker bestreuen und zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Sawr" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-registry">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braun Butter">Butter, gebräunt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0221">
        <head>Wildschweinskopf vom Rost mit Erbsen in brauner Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0221-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0221-trans">
          <p>Item / man machet ihn mit Eſsig vnd Waſſer gahr / beſchneidet vnnd bradet ihne auff einer Roſt / darnach ſchwetzet man erbiſſen in braun Butter / thut dar gerieben Brot / Pfeffer vnd Weineſſig ein / gibt es alſo vber den Schweinßkopff / vnnd beſtrewets mit Saltze wenn mans wil zu tiſche dragen / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0221-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0221-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf mit Essig und Wasser gar kochen, zurechtschneiden und auf einem Rost braten.</p>
          <p>Danach Erbsen in brauner Butter anschwitzen, geriebenes Brot, Pfeffer und Weinessig dazugeben und das so über den Kopf geben.</p>
          <p>Mit Salz bestreuen, wenn man ihn zu Tisch tragen will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="erbiſſen" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braun Butter">Butter, gebräunt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="gerieben Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weineſſig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltze" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0222">
        <head>Wildschweinskopf vom Rost mit Schmerlen und vergoldetem Apfel</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0222-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0222-trans">
          <p>Item / man machet Schweinßkoͤpffe gahr beſchneidet ſie / vnnd bradet ſie auff einer Roſt / wenn man ſie wil zum tiſche geben / gibt man Schmerling in Butter gebraten daruͤber / beſtrewt ſie mit Saltz vnd ſticht jhnen einen verguͤlten Apffel ins maul.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0222-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0222-orig">
          <p>Die Schweinsköpfe gar machen, beschneiden und auf einem Rost braten.</p>
          <p>Wenn man sie zu Tisch geben will, in Butter gebratene Schmerlen darübergeben, mit Salz bestreuen und ihnen einen vergoldeten Apfel ins Maul stecken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkoͤpffe">Wildschweinsköpfe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Schmerling">Schmerlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="einen verguͤlten Apffel">Apfel, vergoldet (je Kopf)</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0223">
        <head>Wildschweinskopf mit Rotweinsauce aus geröstetem Mehl</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0223-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0223-trans">
          <p>Item / den Schweinßkopff machet man gahr/ vnnd machet eine Weinbruͤhe daruͤber wie folget: Weitzenmehl ruͤret man trucken in einer Pfannen/ daß es braun werde / gibt dazu ein roten Wein/ Butter / ein klein weinig Saltz vnd Zucker / ruͤrts vmb / leſts durchkochen / vnnd gibts warm vber den Schweinßkopff / wenn man jhn wil zu tiſche geben beſtrewet man jhn mit Caneil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0223-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0223-orig">
          <p>Den Schweinskopf gar machen und eine Weinbrühe darüber machen, wie folgt.</p>
          <p>Weizenmehl trocken in einer Pfanne rühren, bis es braun wird. Roten Wein dazugeben, dazu Butter, ein klein wenig Salz und Zucker. Umrühren, durchkochen lassen und warm über den Schweinskopf geben.</p>
          <p>Wenn man ihn zu Tisch geben will, mit Zimt bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weitzenmehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="red wine" orig="ein roten Wein" commodity="wikidata:Q1827" source="#corema-ingredient-index">Rotwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein klein weinig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0224">
        <head>Wildschweinskopf mit Petersilienwurzel-Bündeln</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0224-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0224-trans">
          <p>Man machet ihn vber die helffte gahr / bind Peterſilgenwuͤrtzel in buͤndlein / kochet ſie in einem beſundern Hauen / fuͤllet da feiſt von dem Schweinkopff auff / leſt ſie gahr werden vnd gibt ſie vber den Schweinßkopff / vnnd beſtrewet ihn mit gantzem Pfeffer / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0224-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0224-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf über die Hälfte gar kochen. Petersilienwurzeln zu kleinen Bündeln binden und in einem eigenen Topf kochen, Fett vom Kopf daraufgießen und die Wurzeln gar werden lassen. Dann die Bündel über den Kopf geben und ihn mit ganzem Pfeffer bestreuen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley root" orig="Peterſilgenwuͤrtzel" commodity="wikidata:Q68220931" source="#fyndling-ingredient-name">Petersilienwurzeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork stock" orig="feiſt von dem Schweinkopff" commodity="wikidata:Q107246715" source="#fyndling-ingredient-context">Fett vom Kopf, von der Brühe abgeschöpft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzem Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0225">
        <head>Wildschweinskopf mit Zwiebeln und Pfeffer</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0225-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0225-trans">
          <p>Man machet den Schweinßkopff mit Zwibeln vnd Pfeffer / gibt ihn warm zu tiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0225-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0225-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf mit Zwiebeln und Pfeffer zubereiten und warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0226">
        <head>Wildschweinskopf mit Rosenwasser und Zimtzucker</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0226-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0226-trans">
          <p>Item / man machet ihn mit Waſſer vnd Eſsig gahr / legt vnd bred ihn auff einer Roſt / begeuſt ihn mit Butter vnnd Roſenwaſſer / beſtrewet ihn mit Zucker vnnd Caneil vermiſchet / gibt ihn kald oder warm zu tiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0226-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0226-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf mit Wasser und Essig gar kochen, auf einen Rost legen und braten.</p>
          <p>Mit Butter und Rosenwasser begießen und mit Zucker und Zimt bestreuen, die miteinander vermischt sind.</p>
          <p>Kalt oder warm zu Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0227">
        <head>Wildschweinskopf mit Datteln und Malvasier</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0227-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0227-trans">
          <p>Man machet ihn mit Waſſer vnd Eſsig gahr/ bred ihn auff einer Roſten / thut in einen Hauen kleingeſchnitten Dadtelen / Maluaſier / Muſcatenblumen / drey oder vier Eyerdotter / gibts wens fuͤr dem ſud iſt / vber den Schweinßkopff her / bringt ihn warm zu tiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0227-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0227-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf in Wasser und Essig gar sieden und auf einem Rost braten.</p>
          <p>In einen Topf klein geschnittene Datteln, Malvasier, Muskatblüte und drei oder vier Eidotter geben. Wenn es kurz vor dem Sieden ist, über den Wildschweinskopf geben und ihn warm zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleingeſchnitten Dadtelen">Datteln, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="malvasia" orig="Maluaſier" commodity="wikidata:Q1165349" source="#corema-ingredient-index">Malvasier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muſcatenblumen" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="drey oder vier Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0228">
        <head>Wildschweinskopf vom Rost mit Rosinen in brauner Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0228-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0228-trans">
          <p>Man machet den Schweinßkopff in Eſsig vnd Waſſer gahr / bradet ihn auff einer Roſten / betreufft ihn mit Butter oder Bratenfeiſt / thut darnach in braun Butter klein Roſin / Negelein vnnd Caneil / leſt es durch einander kochen vnd gibts vber den Schweinßkopff/ bringt ihn dann warm zu tiſche.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0228-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0228-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf in Essig und Wasser gar kochen. Dann auf einem Rost braten und dabei mit Butter oder Bratenfett beträufeln.</p>
          <p>Danach kleine Rosinen, Nelken und Zimt in gebräunte Butter geben und alles miteinander durchkochen lassen. Das über den Schweinskopf geben und ihn warm zu Tisch bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Schweinßkopff">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Butter oder Bratenfeiſt">Butter zum Beträufeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braun Butter">Butter, gebräunt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Roſin">Rosinen, kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Caneil" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="ron-0229">
        <head>Wildschweinskopf mit Pflaumen in brauner Butter</head>
        <div type="original" xml:id="ron-0229-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#ron-0229-trans">
          <p>Man machet ihn in Waſſer vnd Eſsig gahr/ ſchwetzet friſche Pflaumen in braun Butter ab / daß ſie nicht gar moͤrb werden / man thut Ingber drein/ gibts alßdan vber den Schweinßbraten / etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ron-0229-trans" xml:lang="de" corresp="#ron-0229-orig">
          <p>Den Wildschweinskopf in Wasser und Essig gar kochen.</p>
          <p>Frische Pflaumen in brauner Butter anschwitzen, sodass sie nicht ganz mürbe werden. Ingwer dazugeben und das dann über den Schweinsbraten geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Wildschweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſsig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="friſche Pflaumen">Pflaumen, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braun Butter">Butter, gebräunt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ingber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in seiner eigenen Brühe gesottener Kapaun, angerichtet über gerösteten Weißbrotscheiben, die mit der durchgeseihten Brühe begossen werden; ringsum stehen gegarte Markknochen aufrecht. Heute läge das am ehesten bei einer Kapaunensuppe mit Röstbrot und Knochenmark, verwandt mit einem Pot-au-feu mit Markknochen.

Die Markknochen. Der Text verlangt, dass die Knochen schon gar sind, wenn sie zum Kapaun kommen, und dass das anhaftende Magerfleisch abgeschnitten wird. So lassen sie sich sauber aufrecht stellen, im Topf wie später in der Schüssel. Wo und wie lange sie vorher gegart werden, sagt der Text nicht. Damit das Mark nicht ausläuft, nennt er nur das Aufrechtstellen.

Durchseihen. Die Brühe läuft samt dem Fett durch ein Haartuch, also ein Seihtuch. Das klärt sie und hält den Bodensatz zurück; das Fett bleibt ausdrücklich in der Brühe. Heute tut es ein feines Passiertuch.

Würzen. Der Rosmarin wird gebündelt, damit er beim Anrichten leicht wieder herauskommt. Lorbeer und ganze Muskatblüten kommen erst danach dazu.

Brot und Anrichten. Das geröstete Weißbrot liegt unten in der Schüssel und nimmt die Brühe auf. Ob der Kapaun ganz oder zerteilt aufgetragen wird, sagt der Text nicht. Zum Schluss Granatapfelkerne darüberstreuen, wahlweise Muskatblüte.

Praxis. Mengen, Garzeiten und Hitze nennt der Text nicht. Den Kapaun schwach sieden, bis er fast gar ist, die Markknochen gar, aber nicht zerfallen einsetzen. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0001-orig" n="dar das magerfleiſch abgeſchnitten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Von den gegarten Markknochen wird das anhaftende Magerfleisch abgeschnitten ('dar' = davon). Die Knochen stehen unmittelbar davor im Satz.<list type="alternatives"><item>Das Magerfleisch wird vom Kapaun abgeschnitten.<note type="rationale">Der knappe Satzbau ließe den Bezug auf den Kapaun zu. Da der Satz aber von den Markknochen handelt und diese danach sauber aufrecht stehen sollen, ist der Bezug auf die Knochen näherliegend.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Feldhühner, also Rebhühner, werden in einer fertigen Kapaun- oder Rindfleischbrühe gegart. Die Brühe bekommt Rindermark, Safran und ganze Muskatblüte und wird zum Schluss mit Eigelb und etwas Wein verrührt. Angerichtet wird auf gerösteten Weißbrotscheiben. Heute käme das einer Rebhuhnsuppe mit Brot und Eigelbbindung nahe.

Rindermark. Der Text nennt nur den Zeitpunkt: Das Mark kommt in die Brühe, wenn die Feldhühner fast gar sind. Praktisch löst man es aus Markknochen vom Metzger und gibt es in Stücken hinein. Ob es auch im Knochen mitgaren darf, lässt der Text offen.

Eigelb und Wein. Der Text sagt nur, dass ein oder zwei Eigelb mit wenig Wein verquirlt hineinkommen; eine Hitzeangabe fehlt. Nach heutiger Küchenpraxis nimmt man die Brühe dafür vom Siedepunkt, rührt die Mischung ein und lässt sie danach nicht mehr kochen, damit das Eigelb nicht ausflockt.

Anrichten. Die Weißbrotscheiben rösten, in eine Schüssel legen und die Feldhühner darauf setzen. Ob die gebundene Brühe mit über das Brot kommt, sagt der Text nicht ausdrücklich; für eine Suppe gießt man heute etwas davon an. Silber und Zinn dienten dem Warmhalten, eine vorgewärmte Schüssel tut es auch.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Safran nur so viel, dass die Brühe gelb wird. Die Zubereitungszeit von etwa 1 Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie setzt eine fertige Brühe voraus.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0002-orig" n="Feldthuͤner" resp="#fyndling">Feldhühner sind Rebhühner (FWB: "Rebhuhn, Feldhuhn"; Grimm: "perdix, rebhuhn, ackerhuhn").</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0002-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte oder Macis: der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss, hier ganz zugegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0002-orig" n="Rinderknochenmarck" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Mark selbst, ausgelöst und in die Brühe gegeben: Der Text nennt "Rinderknochenmarck" und sagt "thut mans darein", ohne Knochen zu erwähnen.<list type="alternatives"><item>Markknochen, die samt Mark in der Brühe mitgaren<note type="rationale">Beim Kapaun direkt davor (ron-0001) gart das Mark im Knochen. Hier spricht der Text nur vom Mark, die Variante bleibt aber möglich.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0002-orig" n="angemacht darauff" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Feldhühner kommen mit der gebundenen Brühe auf das geröstete Brot, so dass eine Suppe entsteht; "angemacht" heißt fertig zubereitet, und beim Kapaun direkt davor wird die Brühe ausdrücklich darüber gegossen.<list type="alternatives"><item>Nur die Feldhühner auf dem Brot anrichten, die Brühe getrennt<note type="rationale">Der Text nennt beim Anrichten nur die Feldhühner, nicht die Brühe.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kapaunensuppe, die als Schale angerichtet wird: in der Mitte pochierte Eier, ringsum klein geschnittene Kapaunenbrust, das Ganze mit Kapaunenbrühe übergossen. Brot nennt der Text nicht, also keines unterlegen.

Brust roh oder gegart? Der Text nennt keinen Garschritt für die Brüste. Da die Kapaunenbrühe ohnehin einen gesottenen Kapaun voraussetzt, die Brust dieses Kapauns nehmen, klein schneiden und in der heißen Brühe erwärmen.

Reihenfolge beim Anrichten. Erst die Eier in die Mitte legen, dann die Suppe mit Brühe begießen, zuletzt das Brustfleisch im Kreis um die Eier legen. Butter nur, wenn die Brühe mager ist, also kaum Fett trägt.

Salz. Der Text verlangt ausdrücklich, nur schwach zu salzen, einen Grund nennt er nicht. Die fertige Brühe vorsichtig abschmecken.

Praxis. Den Kapaun gar sieden, die Brühe abnehmen, die Eier einzeln in siedendem Wasser pochieren und alles zusammen anrichten. Auf heißen Kohlen, heute auf einem Stövchen oder der kleinsten Herdstufe, warm halten. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Kapaunsiedens, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0003-orig" n="verlorne Eyer" resp="#fyndling">Verlorene Eier sind ohne Schale in siedendem Wasser gegarte Eier, also das, was wir heute als pochierte Eier kennen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0003-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte, die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss, heute als Macis im Gewürzhandel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0003-orig" n="Kappaunenbruͤſte" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text sagt nur, die Brüste klein zu schneiden, einen Garschritt nennt er nicht. Weil die Suppe mit Kapaunenbrühe begossen wird, liegt ein schon gesottener Kapaun vor; seine Brust wird klein geschnitten und um die Eier gelegt.<list type="alternatives"><item>Rohe Kapaunenbrust, klein geschnitten, die erst in der heißen Brühe gar zieht<note type="rationale">Der Wortlaut schließt das nicht aus, weil er über das Garen der Brüste schweigt. Klein geschnittenes Fleisch würde in heißer Brühe auf den Kohlen gar, dafür müsste die Brühe aber lange genug sehr heiß bleiben.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0003-orig" n="begeuſt dieſelbe" resp="#fyndling" subtype="philological">Begossen wird die Suppe: 'dieſelbe' steht im Singular und weist auf 'die Suppen' zurück, während die Eier zuvor mit dem Plural 'ſie' gemeint sind.<list type="alternatives"><item>Die Eier werden mit der Brühe übergossen<note type="rationale">Im Ergebnis ähnlich, weil die Eier auf der Suppe liegen, grammatisch aber nicht gedeckt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Suppe im alten Sinn: Weißbrot ohne Rinde wird mit der Brühe begossen, in der die Kapaunenbrüste gekocht wurden, und dient als Unterlage. Darauf liegen auf der einen Schüsselhälfte die Brüste, auf der anderen die pochierten Eier.

Kleinschneiden. Die Brüste vor dem Kochen in kleine Stücke schneiden und in Wasser gar kochen, die Brühe aufheben. Das Brot wird nur begossen, nicht verkocht oder gebunden.

Säure und Süße getrennt. Der Pomeranzensaft kommt nur auf das Fleisch, die kleinen Rosinen nur an den Rand der Eier. Salz nennt der Text nicht.

Praxis. Die Kohlen halten das Gericht nur warm, sie garen nichts mehr. Die Zubereitungszeit von etwa 45 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0004-orig" n="verlorne Eyer" resp="#fyndling">Pochierte Eier, also ohne Schale in Wasser gesottene Eier. Im Rezept davor heißt es ausdrücklich „ſeud verlorne Eyer in Waſſer“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0004-orig" n="gahr klein einschneiden" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Kapaunenbrüste vor dem Kochen sehr klein schneiden, so steht die Reihenfolge im Text: erst einschneiden, dann gar kochen.<list type="alternatives"><item>Die Brüste nur einschneiden (Schnitte setzen) und im Ganzen gar kochen, „gahr klein“ bezöge sich dann auf feine Schnitte.<note type="rationale">Das Verb „einschneiden“ lässt diese Lesart zu. Im Schwesterrezept ron-0007 werden die Brüste aber ausdrücklich „klein geſchnitten“ auf das Brot gelegt, deshalb ist das Kleinschneiden die naheliegende Lesart.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Brotsuppe: Weißbrot und gesottener Kapaun, oder nur dessen Brüste, werden zusammen klein geschnitten und mit der Kapaunenbrühe begossen, sodass das Brot die Brühe aufnimmt. Gehackte harte Eigelbe, mit Pfeffer und Zucker vermischt, geben eine süß-scharfe Würze.

Wohin mit dem Eigelb? Der Text sagt nur, dass die Eigelbe gehackt und mit Pfeffer und Zucker vermischt sein sollen, nicht, wo sie hinkommen. Für die Praxis bietet es sich an, die Mischung über die begossene Suppe zu streuen; ebenso möglich ist es, sie unterzurühren.

Die glühenden Kohlen. Zum Schluss wird die Suppe auf glühende Kohlen gesetzt. Gegart wird dabei nichts mehr: In den beiden vorangehenden Kapaunensuppen des Buches steht beim selben Schritt ausdrücklich, damit sie warm zu Tische komme.

Praxis. Kapaun und Brühe setzt der Text als gesotten voraus. Eine Zeit nennt er nicht; als Schätzung sind mit dem Sieden des Kapauns etwa zwei Stunden zu rechnen, die Suppe selbst ist danach schnell angerichtet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0005-orig" n="Eyerdotter … mit Pfeffer vnd Zucker vermiſchet" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text sagt nur, dass die harten Eidotter klein gehackt und mit Pfeffer und Zucker vermischt sein sollen, nicht, wohin die Mischung kommt. Diese Offenheit bleibt stehen.<list type="alternatives"><item>Über die begossene Suppe streuen<note type="rationale">Naheliegende Ausführung und Empfehlung für die Praxis, aber im Wortlaut nicht ausdrücklich genannt.</note></item><item>In die Suppe einrühren<note type="rationale">Mit dem Wortlaut ebenso vereinbar; die Eigelbmischung wäre dann Teil der Suppe statt Auflage.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottener Kapaun, klein geschnitten und mit pochierten Dottern auf eine Brotunterlage gelegt, mit Brühe und Fett begossen, mit einem Guss aus Eigelb und Wein versehen und zuletzt mit Ziegenmilch oder Rahm durchgekocht. Heute käme dem am ehesten eine Geflügel-Brotsuppe mit Einlage nahe.

Der Kapaun. Der Text setzt einen gesottenen Kapaun voraus, Brühe und Fett stammen aus diesem Sieden. Wer frisch anfängt, gart den Kapaun also zuerst in Wasser und nimmt die Brühe samt dem obenauf schwimmenden Fett.

Die Brotunterlage. Dieses Rezept nennt das Brot nicht. Die Nachbarrezepte derselben Reihe schneiden dafür Weißbrot ein und begießen es mit der Brühe; dieselbe Unterlage ist hier gemeint.

Die Dotter mit Wein. Verlorne Dotter sind bereits pochiert. Sie werden mit dem Wein durch ein Sieb gestrichen, so entsteht ein glatter Guss, der über die Suppe kommt.

Durchkochen. Der Text sagt nur „durchkochen lassen“. Praktisch heißt das: kurz aufkochen und bei kleiner Hitze durchziehen lassen, bis alles heiß ist. Wein, Eigelb und Milch flocken bei starkem Kochen leicht aus.

Praxis. Mengen nennt der Text außer den drei oder vier Dottern für den Guss nicht. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; den größten Teil nimmt das Sieden des Kapauns ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0006-orig" n="verlornen Eyerdoͤttern" resp="#fyndling">Verlorene Eier sind pochierte Eier, ohne Schale in siedendem Wasser gegart; ein Nachbarrezept derselben Reihe beschreibt es so (ſeud verlorne Eyer in Waſſer). Hier sind ausdrücklich die Dotter gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0006-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist hier die Unterlage aus Brot, die mit Brühe begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Dieses Rezept nennt das Brot nicht; die Nachbarrezepte derselben Reihe schneiden dafür ausdrücklich Weißbrot ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0006-orig" n="Floß" resp="#fyndling">Wohl das niederdeutsche Flott, der Rahm, der oben auf der Milch schwimmt (Grimm, Deutsches Wörterbuch: „cremor lactis, sahne, rahm, schmand“; ebenso Campe 1807-1811). Dazu passt, dass das Wort hier als Alternative zur Ziegenmilch steht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#floss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0006-orig" n="verlorne Eyerdoͤtter mit wein durchgeſchlagen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Die schon pochierten Dotter werden mit Wein durch ein Sieb gestrichen. Durchschlagen heißt in der Küchensprache bis heute „durch ein Sieb treiben“ (Rheinisches und Pfälzisches Wörterbuch), und verlorne zeigt, dass die Dotter bereits gegart sind.<list type="alternatives"><item>Pochierte Dotter mit Wein nur zerdrückt und verrührt, ohne Sieb<note type="rationale">Möglich, wenn durchschlagen hier bloß „gründlich durcharbeiten“ meint; das Ergebnis ist ähnlich, nur weniger glatt.</note></item><item>Rohe Dotter mit Wein verquirlt und in die heiße Brühe gerührt<note type="rationale">Das wäre die vertraute Eigelb-Bindung, widerspricht aber dem verlorne des Textes, das gegarte Dotter bezeichnet.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0006-orig" n="leſts durch kochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Durchkochen lassen, bis Brot, Kapaun und Guss heiß und durchgezogen sind; der Text nennt keine Dauer.<list type="alternatives"><item>Länger kochen, bis die Brühe sämig eingekocht ist<note type="rationale">Der Wortlaut schließt es nicht aus, mit Wein, Eigelb und Milch flockt die Brühe bei langem, starkem Kochen aber leicht aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Suppe im alten Sinn wie die übrigen Kapaunensuppen dieser Reihe: Weißbrot wird mit Kapaunenbrühe begossen und dient als Unterlage, darauf kommen die klein geschnittenen Brüste und die Eier, darüber Sauerampfersaft und kleine Rosinen. Heute käme dem am ehesten eine Geflügel-Brotsuppe mit saurer Note nahe.

Kapaun und Brühe. Brühe und Brüste setzt der Text als vorhanden voraus, der Kapaun ist also vorher gesotten. Wer frisch anfängt, gart ihn zuerst in Wasser und nimmt die Brühe aus diesem Sieden.

Das Brot. Der Text sagt nur, dass das Weißbrot eingeschnitten wird, nicht in welcher Form. Für die Praxis bieten sich Scheiben an, die die Brühe aufnehmen; kleine Stücke sind ebenso möglich.

Die Eier. Wie die Eier zubereitet sind, sagt der Text nicht. Für die Praxis sind hartgekochte Eier in Stücken die einfachste Lösung; die Nachbarrezepte der Reihe arbeiten meist mit pochierten Eiern, was ebenso passt.

Praxis. Zum Schluss kommt das angerichtete Gericht zugedeckt auf heiße Kohlen, damit es warm zu Tisch kommt; ein Gefäß nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; den größten Teil nimmt das Sieden des Kapauns ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0007-orig" n="Sawerampfferſafft" resp="#fyndling">Saft vom Sauerampfer, einem säuerlichen Wiesenkraut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0007-orig" n="ſampt den Eyern" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt die Zubereitung der Eier nicht. In den vorangehenden Kapaunensuppen der Reihe sind es meist verlorene (pochierte) Eier oder Dotter, einmal hart gesottene, gehackte Dotter; welche hier gemeint sind, lässt der Wortlaut offen.<list type="alternatives"><item>Hartgekochte Eier in Stücken<note type="rationale">Einfachste Ausführung für die Praxis; die dritte Suppe der Reihe nimmt hart gesottene Dotter.</note></item><item>Verlorene (pochierte) Eier<note type="rationale">So in der ersten, zweiten und vierten Suppe der Reihe, hier aber nicht ausgesprochen.</note></item><item>Rohe Eier, die unter dem Deckel auf den heißen Kohlen anziehen<note type="rationale">Mit dem Wortlaut vereinbar, aber nirgends gesagt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0007-orig" n="man ſchneidet weiß Brot ein" resp="#fyndling" subtype="lexical">„Einschneiden“ meint hier das Zerschneiden des Brotes als Unterlage für die Brühe; die Form der Stücke nennt der Text nicht. In der dritten Suppe der Reihe wird das Brot „zu kleinen ſtuͤcklin“ geschnitten.<list type="alternatives"><item>Brotscheiben<note type="rationale">Naheliegende moderne Ausführung, im Wortlaut nicht genannt.</note></item><item>Kleine Stücke wie in der dritten Suppe der Reihe<note type="rationale">Durch das Nachbarrezept gestützt, hier aber nicht ausgesprochen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandelsuppe: Geschälte Mandeln werden fein gerieben und mit Wein durch ein Haartuch geschlagen. Die so entstandene Mandelflüssigkeit wird mit Zucker abgeschmeckt, aufgekocht, obenauf mit Zucker bestreut und mit ganzen Muskatblüten gewürzt.

Durchschlagen. Das Reiben macht die Mandeln so fein, dass Öl und Aroma beim Durchschlagen in den Wein übergehen. Das Haartuch ist ein Seihtuch, meist aus Pferdehaar gewebt; es hält den Mandelrückstand zurück. Brot bindet hier nicht, die Suppe lebt allein von Mandeln und Wein.

Aufkochen und Zucker. Der Text sagt nur „wenn die Suppe aufgekocht ist“ und legt nicht fest, ob vor oder nach dem Zuckern erhitzt wird. Wir zuckern zuerst und kochen dann kurz auf. Der Zucker kommt zweimal dazu: einmal in die Flüssigkeit, einmal obenauf gestreut. Die ganzen Muskatblüten kommen zum Schluss in die heiße Suppe.

Wein. Der Text sagt nur „Wein“. Wir nehmen einen trockenen Weißwein, damit die Suppe hell bleibt.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Mandelflüssigkeit mit Wein kann bei starker Hitze ausflocken, deshalb sanft erhitzen und nicht lange sprudelnd kochen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0008-orig" n="Muſchatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis) ist der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0008-orig" n="wein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wein ohne nähere Angabe: Der Text nennt weder Sorte noch Farbe, jeder Wein ist nach dem Wortlaut möglich.<list type="alternatives"><item>Trockener Weißwein<note type="rationale">Unser Praxisvorschlag, damit die Suppe hell bleibt; ein Rotwein ist durch den Text nicht ausgeschlossen und färbt die Suppe.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0008-orig" n="wenn die ſuppe auffgeſotten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Wortlaut legt nur fest, dass die Suppe aufgekocht wird, bevor Zucker und Muskatblüten obenauf kommen; ob vor oder nach dem Abmachen mit Zucker erhitzt wird, bleibt offen.<list type="alternatives"><item>Erst mit Zucker abmachen, dann kurz aufkochen<note type="rationale">Praktische Reihenfolge, die wir in der Zubereitung vorschlagen; der Text schließt das frühere Erhitzen nicht aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Mandelmilch: klein gemachte Mandeln werden mit Wasser durch ein Haartuch geschlagen, mit Zucker abgeschmeckt und mit Rosenwasser aromatisiert. Dazu kommen kleine Rosinen, die in der Pfanne gequollen und mit Zucker und Zimt bestreut werden. Anders als das vorige Rezept arbeitet es mit Wasser statt Wein.

Die Mandeln. "wie zuuor" verweist auf das vorige Rezept, in dem geschälte Mandeln fein gerieben werden. Hier steht "schneiden"; der Verweis gilt dem Ergebnis: möglichst klein, damit das Wasser viel aus den Mandeln auszieht. Das Durchschlagen durch das Tuch trennt die Milch von den festen Resten.

Die Rosinen. Sie werden gewaschen und danach "drucken", also trocken, in der Pfanne gequollen: ohne Fett, nur mit dem Wasser, das noch an ihnen hängt. Zucker und Zimt kommen obenauf, nicht in die Milch. Wo die Rosinen am Ende hinkommen, sagt der Text nicht; naheliegend ist, sie auf die angerichtete Suppe zu geben.

Warm oder kalt? Der Text nennt für die Mandelmilch keinen Garschritt. Das vorige Rezept lässt die Suppe aufkochen, dieses schweigt dazu. Beides ist möglich.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht, Zucker und Rosenwasser nach Geschmack. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0009-orig" n="wie zuuor" resp="#fyndling">Verweis auf das vorige Rezept. Dort werden die geschälten Mandeln fein gerieben und mit Wein statt Wasser durch das Haartuch geschlagen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0009-orig" n="quellet die drucken auff einer Pfannen" resp="#fyndling" subtype="orthographic">"drucken" = trocken: der Druck schreibt oft d für t, und Rontzier stellt an anderer Stelle "drucken oder gruͤn Salueyn" gegenüber, also getrockneten und frischen Salbei. Die gewaschenen Rosinen werden ohne Fett, nur mit dem anhaftenden Wasser, in der Pfanne gequollen.<list type="alternatives"><item>"die drucken" als "die trockenen" Rosinen, adjektivisch<note type="rationale">Ebenso möglich; das Ergebnis in der Pfanne ist dasselbe. Eine Aufteilung in nasse und trockene Rosinen gibt der Satz aber nicht her.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0009-orig" n="ſtrewet ſie darnach mit Zucker vnnd Caneil daruͤber" resp="#fyndling" subtype="contextual">"ſie" sind die eben gequollenen Rosinen: sie werden mit Zucker und Zimt bestreut.<list type="alternatives"><item>Zucker und Zimt kommen direkt über die angerichtete Suppe<note type="rationale">"daruͤber" kann auch die Suppe meinen. Für den Teller ändert sich wenig: Zucker und Zimt liegen in beiden Fällen obenauf.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandelsuppe: Geriebene Mandeln werden mit rohem Eigelb und Wasser zu einer feinen Brühe durchgestrichen und über geröstete Weißbrotscheiben gegossen. Zucker, Zimt und Rosen- oder Lavendelwasser kommen zuletzt darauf. Heute am ehesten eine süße Mandelmilchsuppe auf Röstbrot.

Durchschlagen. Rontzier schreibt, man solle die Mandeln mit den Dottern und Wasser „durch“ schlagen („ſchlecht“), gemeint ist: passieren. Ein Gerät nennt er hier nicht; im vorigen Rezept steht dafür ein Haartuch, ein Seihtuch meist aus Pferdehaar. Praktisch geht es mit einem feinen Sieb oder Tuch: Die Masse durchdrücken, bis eine glatte, dünne Brühe abläuft.

Warm oder kalt? Ein Erhitzen der Brühe nennt der Text nicht. Wer das Eigelb nicht roh essen möchte, erwärmt die Brühe behutsam unter Rühren, ohne sie kochen zu lassen, damit das Eigelb nicht gerinnt.

Praxis. Das Brot kommt beim Übergießen nach oben, die Brühe sinkt darunter, genau wie Rontzier es beschreibt. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0010-orig" n="ſchlecht ſie mit vier oder fuͤnff Eyerdottern mit Waſſer durch" resp="#fyndling" subtype="lexical">Durchschlagen, also passieren: Die geriebenen Mandeln werden mit Eigelb und Wasser durchgeschlagen, sodass eine feine Brühe entsteht. „ſchlecht“ steht hier für „schlägt“. Das vorige Mandelsuppen-Rezept (ron-0009) gebraucht dieselbe Wendung mit „durch ein hartuch“. Dieses Rezept selbst nennt kein Gerät.<list type="alternatives"><item>Durch ein Haartuch streichen, wie im vorigen Rezept ausdrücklich genannt.<note type="rationale">Naheliegend wegen der gleichen Wendung im Nachbarrezept, hier aber nicht ausgeschrieben; deshalb nicht in die Übersetzung übernommen.</note></item><item>Praxis heute: durch ein feines Sieb oder Tuch passieren.<note type="rationale">Moderne Entsprechung des Durchschlagens; ändert am Ergebnis nichts.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0010-orig" n="gibt da die bruͤh auff" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Brühe wird so, wie sie nach dem Durchschlagen ist, über das Röstbrot gegeben. Der Text nennt kein Erhitzen, die Brühe kommt also kalt oder zimmerwarm auf das Brot.<list type="alternatives"><item>Die Brühe vor dem Übergießen behutsam erwärmen, ohne sie kochen zu lassen.<note type="rationale">Heute übliche Praxis bei rohem Eigelb; steht nicht im Text und ist deshalb nur Empfehlung, nicht Lesart.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Mandelsuppe auf Weinbasis, das vierte Rezept der Gruppe Mandelsuppen. Geriebene Mandeln werden mit Wein durchgestrichen, mit Zucker, Muskatblüte und Datteln angemacht und über Weißbrotwürfel gegossen. Muskatnuss und Zimt kommen erst beim Auftragen obenauf.

Durchstreichen. Der Text nennt kein Gerät. In den beiden ersten Mandelsuppen der Gruppe werden die Mandeln „durch ein Hartuch“ geschlagen, ein Haartuch ist also die historische Möglichkeit. Heute nimmt man ein feines Sieb oder ein Passiertuch. Ziel ist eine glatte, mandelmilchartige Brühe.

Die Datteln. Sie werden erst klein geschnitten und dann in Wein gewaschen, nicht eingelegt und nicht gekocht. Danach kommen sie in die Brühe.

Warm oder kalt? Das Rezept nennt kein Erhitzen. Das Brot ist hier Einlage und nicht Bindemittel, ein Aufkochen ergibt sich daraus nicht. Wer die Suppe warm essen will, erwärmt die Brühe vor dem Übergießen sanft.

Praxis. Das Reiben der Mandeln ist der aufwendigste Schritt. Die 30 Minuten Zubereitungszeit sind eine Schätzung, der Text nennt keine Zeit.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0011-orig" n="besprengen" resp="#fyndling">Heute meint „besprengen“ das Beträufeln mit Flüssigkeit. Hier sind es aber Gewürzpulver, Muskat und Zimt, daher als „bestreuen“ übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0011-orig" n="gemachte Mandelen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Zubereitete, vermutlich geschälte Mandeln, die erst danach fein gerieben werden. „machen“ heißt bei Speisen „zubereiten“; die Nachbarrezepte der Gruppe schreiben an derselben Stelle „geſcheleden“ bzw. „geſchelede Mandeln“.<list type="alternatives"><item>Bereits fertig gemahlene Mandeln<note type="rationale">„gemacht“ könnte „fertig zubereitet“ meinen. Dagegen spricht, dass der Text das Reiben danach ausdrücklich nennt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0011-orig" n="geuſt die bruͤh daruͤber" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Brühe ist die mit Wein durchgestrichene und angemachte Mandelflüssigkeit; sie wird über die Brotwürfel gegossen. Ein Erhitzen nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Brühe vor dem Übergießen erwärmen<note type="rationale">Das erste Rezept der Gruppe (ron-0008) lässt die Suppe aufsieden; hier fehlt dieser Schritt. Für eine warme Suppe heute naheliegend, aber nicht belegt.</note></item><item>Eine eigene Fleisch- oder Hühnerbrühe<note type="rationale">Der Text nennt keine weitere Brühe und keine weitere Zutat; der Satz knüpft an die Mandelmasse an.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandelsuppe: Fein geriebene Mandeln werden mit Safran und Muskat gewürzt, mit Eigelb und Wein glatt geschlagen und über die aufgekochte Suppe gegeben. Zum Auftragen kommen Zucker und Zimt darüber. Heute erinnert das an eine mit Eigelb und Wein gebundene Mandelmilchsuppe; eine feste moderne Entsprechung gibt es nicht.

Woraus besteht die Suppe? Der Text sagt es nicht. Am nächsten liegt eine eigene Grundsuppe, die zuerst aufkocht und über die dann die Mandelmasse kommt. Ebenso möglich ist, dass die Mandelmasse selbst die Suppe ist: In ron-0008 nennt Rontzier die aufgekochte, mit Wein durchgeseihte Mandelflüssigkeit selbst „Suppe“. Brot nennt der Text nicht, also keines unterlegen.

Noch einmal sieden. Der Text verlangt, dass die Suppe „um der Eier willen“ noch einmal siedet und dabei gerührt wird, damit sie nicht anbrennt. Das Eigelb bindet dabei. Kräftiges Kochen lässt es aber gerinnen: In der Praxis die Suppe nach der Eizugabe nur bis knapp unter den Siedepunkt bringen und ständig rühren.

Wohin kommt der Zucker? „zuvor“ heißt nur: bevor die Masse in die Suppe kommt. Praktisch ist es, den Zucker in die Suppe zu geben, bevor die Mandelmasse dazukommt; der Text schließt nicht aus, dass er in die Masse gehört.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten. Beim Wein steht nur „Wein“: Weißwein ist eine moderne Wahl, Rotwein ist nicht ausgeschlossen. Zucker und Zimt erst kurz vor dem Auftragen aufstreuen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0012-orig" n="Suppe" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eine eigene, im Text nicht bestimmte Grundsuppe, die zuerst aufkocht; die Mandelmasse wird darübergegeben, danach siedet alles noch einmal. Dafür spricht „gibts, wenn die Suppe aufgesotten ist, darüber“: Die Masse kommt über etwas, das schon kocht.<list type="alternatives"><item>Die Mandelmasse selbst ist die Suppe und wird nach dem Aufsieden über etwas Ungenanntes gegeben<note type="rationale">In ron-0008 heißt die aufgekochte Mandelflüssigkeit selbst „Suppe“. Hier fehlte dann aber, worüber sie gegeben wird.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0012-orig" n="ein ſieden" resp="#fyndling" subtype="lexical">Noch einmal aufsieden: „um der Eier willen“ und das Rühren gegen das Anbrennen sprechen dafür, dass die Suppe nach der Eizugabe kurz aufkocht, damit das Eigelb bindet.<list type="alternatives"><item>einsieden, also durch Kochen eindicken<note type="rationale">Das Verb ist in den Wörterbüchern verzeichnet; der Zusatz „um der Eier willen“ passt aber besser zum Aufkochen, und das Ergebnis ist ähnlich.</note></item><item>Nur bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen und ständig rühren<note type="rationale">Moderne Praxis, damit das Eigelb bindet und nicht gerinnt; der Wortlaut verlangt Sieden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandelsuppe: Fein geriebene Mandeln werden mit Eigelb und Wein glatt geschlagen und mit Zucker, Rosenwasser und ganzen Muskatblüten abgeschmeckt. Obenauf kommen klein geschnittene, mit Safran gefärbte Mandeln, zum Auftragen Zucker. Heute erinnert das am ehesten an eine süße, mit Eigelb gebundene Mandel-Wein-Suppe; eine feste moderne Entsprechung gibt es nicht.

Was ist die Suppe? Der Text gibt die Safranmandeln „über die Suppen“. Am nächsten liegt, dass die eben angerührte Mandelmasse selbst die Suppe ist; in ron-0008 heißt auch die Mandelflüssigkeit „Suppe“. Möglich bleibt eine eigene Grundsuppe darunter wie in ron-0012, doch dieser Text nennt keine.

Wird erhitzt? Der Text sagt es nicht. Das Rezept ron-0012 verlangt für eine ähnliche Masse ausdrücklich, dass sie um der Eier willen noch einmal siedet und gerührt wird. In der Praxis die Masse bei milder Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis sie leicht bindet, und nicht kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten. Beim Wein steht nur „Wein“: Weißwein ist eine moderne Wahl, Rotwein ist nicht ausgeschlossen. Den Zucker kurz vor dem Auftragen über Suppe und Safranmandeln streuen; ob nur die Mandeln gemeint sind, lässt der Text offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0013-orig" n="gibts vber die Suppen her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Safranmandeln kommen über die eben angerührte Mandelmasse, die selbst die Suppe ist: „gibts“ schließt unmittelbar an die gefärbten Mandeln an, und in ron-0008 heißt auch die Mandelflüssigkeit selbst „Suppe“.<list type="alternatives"><item>Mandelmasse und Safranmandeln kommen zusammen über eine eigene, nicht genannte Grundsuppe<note type="rationale">So verfährt ron-0012, das die Masse ausdrücklich über die aufgesottene Suppe gibt; dieser Text nennt aber keine zweite Suppe.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0013-orig" n="Erhitzen (im Text nicht genannt)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Erhitzen. Das vorangehende Rezept ron-0012 verlangt für eine gleichartige Masse aus Mandeln, Eigelb und Wein, dass die Suppe um der Eier willen noch einmal siedet und gerührt wird; für dieses Rezept ist das nicht gesagt.<list type="alternatives"><item>Die Masse bei milder Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis sie leicht bindet<note type="rationale">Moderne Praxis: Eigelb bindet in der Wärme und gerinnt bei kräftigem Kochen; der Wortlaut verlangt das nicht.</note></item><item>Die Masse ohne Erhitzen anrichten<note type="rationale">Der Wortlaut schließt es nicht aus; rohes Eigelb mit Wein ergäbe aber eher eine Creme als eine Suppe.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Mandelsuppe ohne Wein, Eigelb und Brot: Mandeln werden mit Anis fein gerieben, mit Wasser durcheinandergeschlagen und mit Zucker, Safran und Rosenwasser abgeschmeckt. Zum Auftragen kommt eine Mischung aus Anis und Zucker darüber. Heute erinnert das an eine gewürzte Mandelmilch.

Reiben und Schlagen. Das gemeinsame Reiben arbeitet den Anis gleich in die Mandelmasse ein. Mit Wasser durchgeschlagen wird daraus eine Mandelmilch, die der Suppe Körper gibt. Ob die Mandeln geschält werden und womit gerieben wird, sagt der Text nicht; geschälte Mandeln mit dem Anis im Mörser fein zu zerstoßen ist eine naheliegende Wahl.

Wird die Suppe erhitzt? Der Text nennt keinen Garschritt, anders als ron-0012, wo die Suppe aufgesotten wird. Wörtlich genommen wird sie kalt oder lauwarm angerührt und mit dem Anis-Zucker aufgetragen. Wer eine warme Suppe möchte, erwärmt die Mandelmilch kurz; das ist Praxis, kein Textbefund. In kaltem Wasser gibt Safran Farbe und Aroma nur langsam ab.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten. Anis und Zucker getrennt mischen und erst beim Auftragen darübergeben. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0014-orig" n="ſchlecht" resp="#fyndling">Hier nicht das heutige „schlecht“, sondern die Verbform „schlägt“: Die geriebenen Mandeln werden mit Wasser durcheinandergeschlagen, also verrührt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0014-orig" n="Erhitzen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Kalt oder lauwarm angerührt und mit dem Anis-Zucker aufgetragen, so wie der Text es wörtlich beschreibt: Einen Garschritt nennt er nicht.<list type="alternatives"><item>Die Mandelmilch kurz erwärmen oder aufkochen<note type="rationale">Moderne Wahl für eine warme Suppe. Andere Mandelsuppen Rontziers werden ausdrücklich aufgesotten (ron-0012), hier fehlt jede Angabe dazu.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Weinsuppe aus Wein und Wasser mit Eigelb, gewürzt mit Safran, Muskatblüte und Zucker. Brot oder Mehl nennt der Text nicht. Heute denkt man an Chaudeau oder Weinschaum, aufgeschlagen wird hier aber nichts.

Was heißt bredt? Das Wort ist im Druck eindeutig, seine Bedeutung nicht. Die folgenden Weinsuppen sagen beim gleichen Schritt ſchlecht Eyerdotter zu mit Wein, also verquirlen. Wir lesen deshalb „verrühren“. Ob dabei erhitzt wird, lässt der Text offen.

Muskatblüte ganz oder gemahlen? Der Text sagt es nicht. Eine Mandelsuppe kurz zuvor im selben Buch nennt ausdrücklich gantzen Muſcatenblumen. Gemahlen würzt sie sofort, ganze Blätter ziehen in der warmen Suppe und lassen sich vor dem Auftragen herausnehmen.

Praxis. Eigelb mit Wein und Wasser verquirlen und unter Rühren vorsichtig erwärmen, bis die Suppe leicht bindet. Eine Mandelsuppe kurz zuvor verlangt ausdrücklich, dass sie wegen der Eier einmal aufsiedet und gerührt wird, damit nichts anbrennt; das lässt sich übertragen. Safran und Muskatblüte zugeben, mit Zucker süßen und beim Auftragen Zucker darüberstreuen. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0015-orig" n="bredt" resp="#fyndling" subtype="lexical">verrühren, verquirlen: Die Nachbarrezepte beschreiben denselben Arbeitsschritt mit ſchlecht Eyerdotter zu mit Wein. Ob die Flüssigkeit dabei heiß ist, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>brühen, in heißer Flüssigkeit anrühren<note type="rationale">Würde zur Bindung mit Eigelb passen, ist für bredt in den Wörterbüchern aber nicht nachzuweisen.</note></item><item>Druckfehler für ſchlecht<note type="rationale">Naheliegend wegen der Nachbarrezepte, ohne zweiten Druck aber nicht zu entscheiden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Weinsuppe ohne Brühe: Eigelb wird mit Wein zusammengeschlagen, mit gestoßenem Ingwer, Muskatnuss, kleinen Rosinen und einem walnussgroßen Stück Butter fertiggemacht und über geröstetes Weißbrot gegeben. Das Brot ist Unterlage und nimmt die Flüssigkeit auf. Verwandt sind heute Weinschaum und Chaudeau, die allerdings warm aufgeschlagen werden; ob das hier auch so gemeint ist, sagt der Text nicht.

Warm oder kalt? Rontzier nennt keinen Garschritt: Die Dotter werden mit Wein zusammengeschlagen, mit den Zutaten „abgemacht“ und über das Brot gegeben. Küchenpraktisch liegt nahe, die Eigelb-Wein-Mischung bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren zu erwärmen, bis sie leicht andickt, ohne sie kochen zu lassen, sonst gerinnt das Eigelb. Das ist eine Folgerung aus der Küchenpraxis, kein Textbefund.

Kleine Rosinen. Gemeint sind kleine Rosinen; Korinthen kommen als zeitgenössische Entsprechung in Frage, der Text legt sich nicht fest.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht, nur die Butter ist mit der Walnuss bemessen. Die Zubereitungszeit von etwa 15 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0016-orig" n="gibt es vber das geroͤſte weiß Brot her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die mit Wein zusammengeschlagenen Dotter werden mit den Zutaten fertiggemacht und so über das geröstete Brot gegeben. Der Text nennt kein Erhitzen, die Mischung kommt also, wie sie ist, auf das Brot.<list type="alternatives"><item>Die Eigelb-Wein-Mischung vorher bei kleiner Hitze unter Rühren erwärmen, bis sie leicht andickt, ohne sie kochen zu lassen.<note type="rationale">Heute übliche Praxis bei rohem Eigelb und bei verwandten Weinschaum-Suppen; steht nicht im Text und ist deshalb Empfehlung, nicht Lesart.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Weinsuppe: Eigelb wird mit Wein verschlagen und mit Zucker, Zimt und Nelken angemacht, Weißbrotscheiben werden in Butter geröstet, die Mischung kommt darüber, zuletzt Zucker. Heute erinnert das an einen Weinschaum (Chaudeau) über in Butter gebratenem Brot; eine direkte Linie ist damit nicht behauptet.

Wird die Brühe erhitzt? Der Text nennt kein Erhitzen, nur Verschlagen und Anmachen. Wörtlich genommen kommt die kalt verschlagene Mischung über das frisch geröstete Brot. In der Praxis liegt es nahe, sie unter ständigem Rühren behutsam zu erwärmen, bis sie leicht dicklich wird, und sie dabei nicht kochen zu lassen, weil das Eigelb sonst gerinnt. Dann bleibt das Eigelb auch nicht roh. Das ist eine moderne Wahl, keine Vorgabe des Textes.

Das Brot. Der Text verlangt ausdrücklich, dass die Butter nicht braun wird: Die Scheiben bei mäßiger Hitze rösten und herausnehmen, bevor die Butter Farbe annimmt. Das Rösten gibt Geschmack und hält die Scheiben zusammen, wenn die Brühe darüberkommt.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten; die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung. Beim Wein steht nur „Wein“: Weißwein ist eine moderne Wahl, Rotwein ist nicht ausgeschlossen. Den Zucker erst beim Auftragen aufstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0017-orig" n="die voͤrigen bruͤh" resp="#fyndling">Gemeint ist die zu Beginn angerührte Mischung aus Eigelb, Wein und Gewürzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0017-orig" n="Erhitzen der Eigelb-Wein-Mischung" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Mischung wird nur verschlagen und angemacht und so über das frisch geröstete Brot gegeben. Ein Erhitzen nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Mischung unter ständigem Rühren behutsam erwärmen, bis sie leicht dicklich wird, ohne sie kochen zu lassen<note type="rationale">Moderne Praxis für eine warme Weinsuppe, bei der das Eigelb nicht roh bleibt; kocht die Mischung, gerinnt das Eigelb. Der Text verlangt das Erwärmen nicht, schließt es aber auch nicht aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Hafergrützsuppe: Gestoßene Hafergrütze wird in Wasser gar gekocht, durch ein Tuch gestrichen, mit Muskatblüte, Butter und Salz abgeschmeckt und über geschnittenes Brot gegeben. Heute erinnert das an eine Haferschleim- oder Hafercremesuppe mit Brotwürfeln als Einlage.

Durchstreichen. Das Haartuch ist ein Seihtuch. Durch das Streichen wird die gegarte Grütze glatt, grobe Reste bleiben im Tuch zurück. Heute nimmt man ein feines Sieb.

Bindung und Würzen. Die Grütze bindet die Suppe selbst, das Brot ist Einlage und kein Bindemittel. Ein erneutes Aufkochen nach dem Durchstreichen nennt der Text nicht. Butter, Salz und Muskatblüte kommen in die heiße, durchgestrichene Suppe; in der Praxis nimmt man gemahlene Muskatblüte und dosiert sie sparsam.

Das Brot. Der Text nennt Würfel oder Scheiben, aber kein Rösten. Das Brot wird also nicht vorher in Butter geröstet wie im Rezept davor (ron-0017), die Suppe zieht einfach ein.

Praxis. Die Grütze schwach sieden lassen und gelegentlich umrühren, damit sie nicht ansetzt. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten; die 60 Minuten Zubereitungszeit sind eine Schätzung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0018-orig" n="Muſcatenblumen (ganz oder gestoßen)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text sagt nur „macht ſie ab mit Muſcatenblumen“ und nennt keine Form. Gelesen als Würzen der fertigen, bereits durchgestrichenen Suppe; ob die Muskatblüte ganz oder gestoßen hineinkommt, bleibt offen.<list type="alternatives"><item>Ganze Muskatblüte kurz in der heißen Suppe ziehen lassen und vor dem Anrichten herausnehmen<note type="rationale">Mit dem Text vereinbar, der keine Form vorgibt.</note></item><item>Gemahlene Muskatblüte sparsam in die heiße Suppe rühren<note type="rationale">Heute die einfachste Ausführung, weil nach dem Durchstreichen nichts mehr abgeseiht wird; der Text schreibt sie aber nicht vor.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Hafergrütze in Milch: Die gestoßene Grütze wird mit Milch aufgekocht, durch ein Tuch gestrichen, mit Salz und Butter abgeschmeckt und über eine Suppe gegeben. Heute erinnert das an Haferschleim oder eine glatte Hafercreme. Welche Suppe darunter kommt, sagt der Text nicht.

Wie lange kochen? Der Text sagt nur, die Grütze solle aufsieden, eine Garzeit nennt er nicht. In der Praxis lässt man die Grütze in der Milch einige Minuten köcheln, bis sie weich ist; beim Aufkochen bindet die Haferstärke die Milch.

Durchstreichen. Das Haartuch ist ein Seihtuch. Durch das Streichen wird die Masse glatt, Schalen- und Kornreste bleiben im Tuch zurück. Heute nimmt man ein feines Sieb und streicht mit dem Löffel nach.

Abschmecken. Salz und Butter kommen erst nach dem Durchstreichen dazu. Mengen und das Verhältnis von Grütze zu Milch nennt der Text nicht; die Masse sollte so dünn bleiben, dass sie sich passieren und über die Suppe gießen lässt.

Praxis. Milch setzt leicht an, die Hitze daher klein halten. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0019-orig" n="leſt ſie auff ſieden" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Grütze wird nur aufgekocht und dann durch das Haartuch gestrichen; Stärke und Milch treten durch, Hülsen- und Kornreste bleiben zurück. Der Text nennt keine Garzeit, anders als das Rezept davor (ron-0018), wo es ausdrücklich heißt, man lasse sie gar kochen.<list type="alternatives"><item>Die Grütze einige Minuten in der Milch köcheln, bis sie weich ist, und erst dann durchstreichen.<note type="rationale">Praktischer Weg für heutige Hafergrütze, die beim bloßen Aufwallen noch hart bleibt; der Wortlaut verlangt ihn nicht, schließt ihn aber auch nicht aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Hafergrützsuppe: Die gestoßene Grütze kocht in Fleischbrühe, Anis würzt, zwei oder drei Eidotter binden sie, Butter rundet ab. Heute am ehesten mit einer legierten Haferschleimsuppe vergleichbar.

Eidotter vor dem Haartuch. Der Text nennt die Reihenfolge Anis und Eidotter, dann Haartuch, dann Butter. Wann genau die Dotter hineinkommen und ob danach noch einmal erhitzt wird, sagt er nicht. Heutige Praxis: die Dotter am Ende bei sehr kleiner Hitze einrühren, damit sie nicht gerinnen.

Über die Suppe. Die fertige Grütze wird „über die Suppen“ gegeben. Welche Suppe gemeint ist, bleibt offen.

Praxis. Die Brühe ist vorausgesetzt. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0020-orig" n="macht ſie ab mit zerſtoſſenen Aniß / vnnd zwey oder drey Eyerdotter" resp="#fyndling" subtype="contextual">Anis und Eidotter kommen in die Grütze, bevor sie durch das Haartuch gestrichen wird; so steht die Reihenfolge im Text. Ob die Masse danach noch einmal erhitzt wird, sagt er nicht.<list type="alternatives"><item>Die Eidotter erst am Ende bei kleiner Hitze einrühren<note type="rationale">Heutige Küchenpraxis, damit die Dotter nicht gerinnen; der Text gibt diese Reihenfolge nicht vor.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0020-orig" n="gibt ſie vber die ſuppen her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die passierte Grütze wird über eine bereits angerichtete Suppe gegeben; welche, sagt der Text nicht. Das vorangehende Rezept endet mit derselben Formel.<list type="alternatives"><item>Über Brot angerichtet, wie zwei Rezepte zuvor ("vber Brot")<note type="rationale">Möglich, aber dort steht das Brot ausdrücklich, hier nicht; deshalb nicht ergänzt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Hafergrützsuppe in Fleischbrühe: Gestoßene Hafergrütze kommt mit Brühe von Kapaun oder Rind aufs Feuer, wird mit fein gestoßenem Koriander abgemacht und zuletzt mit ein wenig Wein, Zucker und Butter begossen. Obenauf kommen Zucker und Muskatblüte.

Aufkochen. Der Text sagt nur, die Grütze komme mit der Brühe „zu fewr“. Damit die Körner quellen und die Suppe bindet, muss sie aufkochen und sieden, bis die Grütze weich ist. Eine Garzeit nennt der Text nicht.

Nicht durchgestrichen. Anders als in den Nachbarrezepten steht hier kein Durchstreichen durch ein Haartuch. Die Grütze bleibt in der Suppe, die Suppe ist also körnig.

Der Guss. Ob der Koriander zum Guss gehört, lässt der Satz offen. Am naheliegendsten: den Koriander in die Suppe rühren, dann ein wenig Wein mit Zucker und zerlassener Butter verrühren und über die angerichtete Suppe gießen.

Praxis. Zucker und Muskatblüte erst beim Anrichten darüberstreuen. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0021-orig" n="vngezuckerden Coriander" resp="#fyndling">Koriander kam damals auch überzuckert als Konfekt auf den Tisch, etwa bei Rumpolt (1581) zum Bestreuen fertiger Gerichte („vberzogenen Confect/ Anis vnd Coriander“). Hier ist ausdrücklich das reine, ungezuckerte Gewürz gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0021-orig" n="begieſt die Suppen damit" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein wenig Wein, Zucker und Butter bilden den Guss über die Suppe; der Koriander kam schon vorher beim Abmachen in die Suppe. So folgt es der Reihenfolge der Sätze.<list type="alternatives"><item>Koriander, Wein, Zucker und Butter gemeinsam als Würzguss über die Suppe<note type="rationale">Grammatisch nicht ausgeschlossen, weil „damit“ auch alles Vorige meinen kann; der eigene Satz „macht ſie ab mit … Coriander“ spricht aber für einen getrennten Schritt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte, mit Weißbrot gebundene Kraftbrühe von Feldhühnern: Die Vögel werden in Kapaunenbrühe gesotten, im Mörser mit Weißbrot gestoßen, mit der Brühe durch ein Haartuch gestrichen und noch einmal aufgekocht. Heute erinnert das an eine Geflügelcremesuppe, die man auslöffelt oder über Brot gibt.

Klein brechen. Der Text sagt nur, dass man die gesottenen Feldhühner klein bricht, und spricht danach vom Fleisch. Ob die Knochen vorher heraus sollen, sagt er nicht. Heute löst man das Fleisch am einfachsten von den Knochen, bevor man es stößt; werden die Vögel samt Knochen zerteilt, bleiben die Knochenstücke beim Durchstreichen im Tuch zurück.

Bindung. Das mitgestoßene Weißbrot bindet die Suppe. Das Aufkochen nach dem Durchstreichen, das der Text nennt, ist dabei der entscheidende Schritt: Erst in der Hitze quillt die Brotstärke und dickt die Brühe an.

Durchstreichen. Das Haartuch ist ein Seihtuch. Beim Streichen bleiben Fasern und grobe Reste zurück, die Suppe wird glatt.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Salz noch Zeiten. Salz bringt vor allem die Kapaunenbrühe mit, nachsalzen nach Geschmack. Die 120 Minuten Zubereitungszeit sind eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0022-orig" n="Veldthuͤner" resp="#fyndling">Feldhühner, als Wildgeflügel verstanden, wahrscheinlich Rebhühner; das Grimmsche Wörterbuch setzt Feldhuhn mit Rebhuhn gleich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0022-orig" n="bricht ſie klein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die gesottenen Feldhühner klein brechen, also zerteilen, und so in den Mörser geben. Der Text nennt keine Knochen; was beim Stoßen nicht zerfällt, bleibt beim Durchstreichen im Tuch zurück.<list type="alternatives"><item>Das Fleisch vorher von den Knochen lösen und nur das Fleisch stoßen<note type="rationale">Heute die einfachere Ausführung und mit dem Text vereinbar, der danach vom Fleisch spricht; vorgeschrieben ist das Auslösen aber nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Rebhuhnsuppe: Die gar gesottenen Feldhühner werden mit leicht geröstetem Weißbrot, kleinen Rosinen und Muskatblüte im Mörser gestoßen und mit ihrer eigenen Brühe und einem Löffel Wein durch ein Haartuch gestrichen. Zucker kommt nach Belieben dazu. Heute am ehesten eine mit Brot gebundene Geflügelcremesuppe.

Feldhühner. Gemeint ist das Rebhuhn; so erklären das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch, Grimm und Adelung das Wort „Feldhuhn“. Rebhühner bekommt man beim Wildhändler.

Stoßen und Durchstreichen. Das Brot wird vor dem Stoßen ein wenig geröstet, so steht es im Text. Im Mörser werden Fleisch, Brot, Rosinen und Muskatblüte zu einer Masse, die mit der Brühe durch das Haartuch gestrichen wird, ein feines Seihtuch. Dass das Fleisch vorher von den Knochen gelöst wird, sagt dieses Rezept nicht; das Rezept davor nennt diesen Schritt ausdrücklich, und anders lässt sich das Huhn nicht stoßen.

Aufkochen. Ein Aufkochen nennt der Text nicht, bei einer mit Brot gebundenen Suppe gehört es aber dazu: Erst beim Erhitzen quillt die Brotstärke und bindet die Suppe, kalt bliebe nach dem Durchstreichen eine dünne, trübe Flüssigkeit. Das Rezept davor sagt nach dem Durchstreichen ausdrücklich „seuds auff“. Die passierte Suppe deshalb kurz aufkochen.

Praxis. Die Rebhühner in Wasser schwach sieden, bis sie gar sind, das Fleisch auslösen und mit dem gerösteten Weißbrot, den Rosinen und der Muskatblüte stoßen. Mit der Brühe und dem Wein durch ein Tuch oder feines Sieb streichen, aufkochen und nach Belieben mit Zucker abschmecken. Ein „leffel vol Wein“ ist kein festes Maß, ein Esslöffel trifft es ungefähr. Die Zeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text nennt keine.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0023-orig" n="klein Roſin" resp="#fyndling">Gemeint sind kleine getrocknete Weinbeeren. Heute kommen Korinthen dem am nächsten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0023-orig" n="derſelbigen bruͤh" resp="#fyndling">Das Rezept läuft hier über einen Seitenwechsel. Am Fuß der Seite steht „bruͤh“ als Kustode, als Merkwort für das erste Wort der nächsten Seite; im Satz steht das Wort nur einmal.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0023-orig" n="Veldthuͤner" resp="#fyndling" subtype="lexical">Rebhühner. „Feldhuhn“ ist der alte Name des Rebhuhns: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (rephun), Grimm (feldhuhn: perdix, rebhuhn, ackerhuhn) und Adelung setzen beide gleich. Zum Nachkochen also Rebhuhn.<list type="alternatives"><item>Ein anderer Feldvogel als das Rebhuhn<note type="rationale">Grimm zitiert Alberus, der ein „feldhun“ mit längerem Schnabel (rusticula) vom Rebhuhn unterscheidet. Das ist ein Einzelbeleg; der Text gibt keinen Hinweis auf einen anderen Vogel, deshalb bleibt es beim Rebhuhn.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Kapaunensuppe: Der Vogel wird in Wasser gegart, samt Fleisch und Knochen im Mörser gestoßen, mit Weißbrot oder Eigelb gebunden, durch ein Tuch gestrichen, noch aufgekocht und über Weißbrotscheiben gegeben. Heute käme dem eine pürierte Geflügelcremesuppe mit Brot am nächsten.

Fleisch und Knochen. Der Text lässt die Knochen mitstoßen. Beim Nachkochen ist es einfacher, die Knochen vom gegarten Kapaun zu lösen und nur das Fleisch zu stoßen oder zu pürieren. Wer dem Text folgt, stößt kräftig und streicht gründlich durch, damit keine Splitter in die Suppe kommen.

Weißbrot oder Eigelb. Der Text lässt die Wahl. Das Brot bindet über seine Stärke, das Eigelb erst beim Aufkochen. Mit Eigelb die Suppe nur aufwallen lassen und nicht länger kochen, sonst flockt es.

Durchstreichen. „ſchlechts durch einen haartuch“ heißt: es durch das Haartuch streichen. Ein Haartuch ist ein Seihtuch; ein feines Sieb oder ein Passiertuch tut es ebenso. Dass dabei Brühe mitgenommen wird, sagt der Text hier nicht ausdrücklich; die Nachbarrezepte streichen mit derselben Brühe durch, und ohne sie entstünde keine Suppe.

Praxis. Wasser zum Sieden bringen, abschäumen, dann bei kleiner Hitze garen. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an. Zum Anrichten die heiße Suppe über die Weißbrotscheiben gießen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0024-orig" n="mit Fleiſch vnd Bein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wörtlich: Der gegarte Kapaun wird samt Knochen im Mörser gestoßen und danach durch das Haartuch gestrichen, das die harten Reste zurückhält. So steht es im Text, und der Übersetzungstext gibt es unverändert wieder.<list type="alternatives"><item>Die Knochen vom gegarten Kapaun lösen und nur das Fleisch stoßen<note type="rationale">Praktischer beim Nachkochen und ergibt dieselbe Suppe; der Text verlangt es aber nicht, er nennt ausdrücklich Fleisch und Bein.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Kapaunensuppe: Der Kapaun wird in Wasser beinahe gar gesotten, dann kommt ein wenig Hafergrütze dazu. Anschließend wird der Kapaun klein gestoßen, mit der Brühe durch ein Haartuch gestrichen, mit Muskatblüte gewürzt und mit Weißbrotscheiben aufgetragen. Heute am ehesten mit einer passierten Geflügelcremesuppe vergleichbar.

Hafergrütze. Gemeint ist geschälter, zerkleinerter Hafer, keine ganzen Körner und keine Flocken. Sie kommt erst in den Topf, wenn der Kapaun beinahe gar ist. Damit sie in dieser Zeit weich wird, eine feine Grütze nehmen und die letzten 20 bis 30 Minuten mitgaren. Der Text sagt nicht, ob sie mit durchgestrichen wird; streicht man sie mit der Brühe durch, trägt sie zur Bindung bei.

Was wird gestoßen? Nur der Kapaun. Ob mit Haut und Knochen, lässt der Text offen. Für die Praxis das Fleisch von Haut und Knochen lösen und nur das Fleisch zerstoßen.

Praxis. Den Kapaun knapp mit Wasser bedeckt etwa anderthalb Stunden sieden, die Grütze zugeben, bis der Kapaun gar ist. Das Fleisch im Mörser fein stoßen, mit der Brühe samt Grütze durch das Tuch streichen und mit Muskatblüte würzen. Salz nennt der Text nicht. Die Weißbrotscheiben zuletzt in die Suppe schneiden. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0025-orig" n="Habergruͤtze" resp="#fyndling">Hafergrütze, also geschälter und zerkleinerter Hafer, nicht ganze Haferkörner.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0025-orig" n="ſchlecht ihn mit derſelbigen bruͤh" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Grütze gart in der Brühe mit und wird zusammen mit dem gestoßenen Kapaun und der Brühe durch das Tuch gestrichen. "Mit derselbigen Brüh" nimmt den ganzen Topfinhalt mit.<list type="alternatives"><item>Die Grütze dient nur dem Andicken der Brühe und bleibt beim Durchstreichen teilweise im Tuch zurück.<note type="rationale">Der Text unterscheidet das nicht; bei wenig zerkleinerter Grütze wäre das die Folge, ausschließen lässt es sich nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0025-orig" n="ſtoſt ihn darnach klein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Gestoßen wird der Kapaun; ob nur das Fleisch oder samt Knochen, lässt der Text offen. Das Nachbarrezept nennt ausdrücklich "Fleisch und Bein", hier fehlt die Angabe, deshalb bleibt die Übersetzung beim bloßen "klein stoßen".<list type="alternatives"><item>Wie im Nachbarrezept den ganzen Kapaun mit Fleisch und Knochen im Mörser zerstoßen.<note type="rationale">Historisch möglich, das Tuch hält Knochensplitter zurück; im Text dieses Rezepts aber nicht gesagt.</note></item><item>Fleisch von Haut und Knochen lösen und nur das Fleisch zerstoßen.<note type="rationale">Die heute übliche und einfachere Ausführung, siehe Zubereitungshinweis.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gebundene Kapaunsuppe: Der Kapaun wird klein gestoßen und mit seiner Brühe durch ein Haartuch gestrichen. Das passierte Fleisch bindet die Suppe, ein weiteres Bindemittel nennt der Text nicht. Angerichtet wird sie über Brotscheiben.

Gegart oder roh? Der Text sagt nur "zum Feuer bringen", dann "klein stoßen" und "mit derselben Brühe". Die Brühe setzt voraus, dass der Kapaun vorher in Wasser gegart wurde, wie es die beiden Kapaunen-Kraftsuppen davor ausdrücklich beschreiben. Praktisch: den Kapaun in Wasser gar kochen, das Fleisch von den Knochen lösen und im Mörser möglichst fein zerstoßen.

Durchstreichen. Das zerstoßene Fleisch mit der heißen Brühe verrühren und portionsweise durch das Haartuch streichen. Was durchgeht, ist fein verteiltes Fleisch in Brühe; das macht die Suppe sämig.

Aufkochen. "Seud ihn auff": die passierte Suppe noch einmal aufkochen, dabei zieht die Bindung an. Erst danach mit Muskatblüte und Butter abschmecken und über die Brotscheiben geben.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Als Richtwert: eine Prise Safran, eine Messerspitze Muskatblüte, ein Esslöffel Butter und vier bis sechs Scheiben Weißbrot, wie in der Kraftsuppe davor. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0026-orig" n="ſchlecht ihn ... durch" resp="#fyndling">Durchschlagen heißt hier, den zerstoßenen Kapaun mit der Brühe durch das Tuch zu streichen, sodass nur eine feine, gebundene Flüssigkeit durchläuft. Dieselbe Wendung steht in den Kraftsuppen davor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0026-orig" n="geſchnitten ſcheiben" resp="#fyndling" subtype="contextual">Scheiben Weißbrot. Der Text sagt nur "die geschnittenen Scheiben" und setzt sie damit als bekannt voraus; die beiden Kapaunen-Kraftsuppen davor nennen ausdrücklich Scheiben Weißbrot (ron-0024, ron-0025).<list type="alternatives"><item>Geröstete Weißbrotscheiben<note type="rationale">Die Feldhühner-Kraftsuppe ron-0023 röstet ihr Brot vorher. Hier steht davon nichts, ungeröstet bleibt die nähere Lesart.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0026-orig" n="ſtoſt ihn klein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Kapaun wird gegart klein gestoßen: "mit derselben Brühe" setzt voraus, dass er vorher in Wasser gekocht wurde, wie es ron-0024 und ron-0025 ausdrücklich sagen. Ob samt Knochen, lässt der Text offen.<list type="alternatives"><item>Fleisch und Knochen zusammen stoßen<note type="rationale">So verfährt die Kapaunen-Kraftsuppe ron-0024 ausdrücklich ("mit Fleisch vnd Bein"). Hier nennt der Text nur den Kapaun.</note></item><item>Nur das ausgelöste Fleisch stoßen<note type="rationale">Mit einem heutigen Mörser leichter, die Bindung kommt ohnehin vom Fleisch. So in der Praxis-Anleitung vorgeschlagen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geschälte Pomeranzen werden in Wein mit Eidottern gesotten, durchgestrichen, mit Zucker und Zimt abgeschmeckt und mit klein gebrochenem Röstbrot, Zucker und Zimt angerichtet. Heute erinnert das an eine Weinsuppe mit Röstbrot, hier mit dem bitter-säuerlichen Saft der Bitterorange.

Schälen. Der Text sagt nur, dass die Pomeranzen geschält werden. In der Praxis die Schale dünn abnehmen und die weiße Haut weitgehend entfernen, damit die Masse nicht zu bitter wird. Ob die Früchte ganz oder zerteilt in den Wein kommen, lässt der Text offen; zerteilt geben sie beim Sieden mehr Saft ab.

Flüssigkeit und Hitze. Als Flüssigkeit nennt der Text nur Wein und Eidotter; eine Kraftbrühe vom Geflügel ist als Suppengrundlage mitgedacht, wie in den Nachbarrezepten der Gruppe. Weil Eidotter in heißem Wein schnell gerinnen, die Mischung bei schwacher Hitze unter Rühren ziehen lassen und nicht sprudelnd kochen. Danach alles durch das Haartuch streichen.

Praxis. Die durchgestrichene Masse wird dicklich. Wer sie flüssiger möchte, nimmt mehr Brühe. Das Röstbrot erst kurz vor dem Auftragen darübergeben, damit es nicht durchweicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0027-orig" n="Pommerantzen" resp="#fyndling">Pomeranzen sind Bitterorangen (Citrus aurantium).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0027-orig" n="man ſchelet" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Pomeranzen werden geschält. Der Text sagt nicht, ob nur die farbige Schale oder auch die weiße Haut abgeht und ob die Früchte ganz oder zerteilt in den Wein kommen.<list type="alternatives"><item>Schale dünn abnehmen, weiße Haut entfernen, Frucht zerteilen<note type="rationale">Heutige Praxis gegen zu viel Bitterkeit; steht nicht im Text und ist deshalb nur in der Zubereitungsnotiz empfohlen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0027-orig" n="bricht zwey oder drey Eyerdotter mit Wein ... leſt ſie durch ſieden" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eine Brühe ist mitgedacht, das Gericht ist eine Suppe. Der Text nennt nur Wein und Eidotter als Flüssigkeit; die Stellung unter den Kraftsuppen und die Nachbarrezepte, die ihre Brühe ausdrücklich nennen, sprechen für eine mitgedachte Brühe.<list type="alternatives"><item>Nur Wein und Eidotter, ohne Brühe; eher ein dickliches Mus oder eine Sauce<note type="rationale">So steht es wörtlich im Text; gegen diese Lesart spricht die Einordnung unter den Kraftsuppen.</note></item><item>Sanft ziehen lassen statt kräftig sieden<note type="rationale">Heutige Praxis, weil Eidotter in heißem Wein gerinnen; der Text gibt keine Hitze an.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Keine eigene Suppe, sondern eine Zugabe für eine bereits fertige Suppe: Malvasier wird mit Zucker, Muskatblüte und Zimt aufgekocht, Pomeranzenscheiben werden in Butter gebraten und auf die Suppe gelegt, zum Schluss kommt Zucker darüber. Welche Suppe gemeint ist, sagt der Text nicht.

Womit wird begossen? Der Text sagt nur "wenn sie begossen ist". Am nächsten liegt, dass der gewürzte Wein über die Suppe gegossen wird. Für die Praxis: Butter in die vorgewärmte Schüssel geben, die Suppe darauf anrichten, den heißen Gewürzwein darübergießen, die gebratenen Scheiben auflegen und zuckern. Die Reihenfolge von Butter, Wein und Suppe legt der Text nicht fest.

Pomeranzen mit oder ohne Schale? Der Text sagt nur "in Scheiben". Dünne Scheiben mit Schale in Butter bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich sind und leicht Farbe nehmen; die Schale gibt dabei ihr bitteres Aroma ins Fett. Wer es milder mag, schält vorher.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Ob die Muskatblüte ganz oder gemahlen hineinkommt, sagt er ebenfalls nicht: Gemahlen sparsam dosieren und im Wein mitkochen; ganze Blätter geben auch Aroma ab und lassen sich vor dem Begießen herausnehmen. Den Wein nur so lange aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Zucker, süßer Wein und bittere Fruchtscheiben stehen hier nebeneinander; die Süße lässt sich über den Zucker zum Schluss nachsteuern.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0028-orig" n="Pommerantzen" resp="#fyndling">Pomeranze (Bitterorange): eine herb-bittere Zitrusfrucht, nicht die süße Orange von heute.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0028-orig" n="Malvaſier" resp="#fyndling">Malvasier ist ein süßer Südwein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0028-orig" n="wenn ſie begoſſen iſt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Suppe wird mit dem aufgekochten Malvasier begossen und dann gezuckert: Der Gewürzwein ist die einzige Flüssigkeit, die das Rezept bereitet, und das vorangehende Wort ist "die Suppen".<list type="alternatives"><item>"ſie" meint die gebratenen Pomeranzenscheiben, die mit dem Sud übergossen und dann gezuckert werden.<note type="rationale">Grammatisch ebenso möglich; am Gericht ändert sich wenig, nur ob der Zucker auf den Scheiben oder auf der ganzen Oberfläche liegt.</note></item><item>Der Gewürzwein kommt zuerst auf die Butter in der Silber- oder Zinnschüssel, und die Suppe wird darauf angerichtet.<note type="rationale">Der Text nennt die Butter in der Schüssel direkt nach dem Aufkochen, sagt aber nicht, was darauf kommt; diese Reihenfolge ist möglich, aber nicht ausgesprochen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0028-orig" n="in ſcheiben" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Pomeranzen mit der Schale in Scheiben schneiden: Ein Schälen nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Pomeranzen vorher schälen, wie es das benachbarte Rezept der Pomeranzensuppe ("geſchelet") verlangt.<note type="rationale">Möglich, hier aber nicht gesagt. Mit Schale werden die Scheiben deutlich bitterer, geschält milder.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Wein wird aufgesotten, mit Ingwer, Muskat, Zimt, Safran und Zucker gewürzt und über geröstetes Weißbrot gegeben; zum Auftragen kommt Zucker darüber. Heute erinnert das an heißen Gewürzwein mit Röstbrot. Eigelb, Brühe oder Mehl nennt der Text nicht, gebunden wird nichts.

Rösten. Wie das Brot geröstet wird, sagt der Text nicht. Trocken in der Pfanne oder auf dem Rost geröstet bleibt es fester; in Butter geröstet, wie es die Weinsuppe ron-0017 ausdrücklich verlangt, wird es reicher.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Den Wein aufkochen, dann würzen und süßen, bis sich der Zucker gelöst hat; den Safran sparsam dosieren. Den heißen Wein erst kurz vor dem Auftragen über das Brot geben, damit es nicht ganz durchweicht, und mit Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 15 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0029-orig" n="Muſcaten" resp="#fyndling">Muskatnuss. Die benachbarten Rezepte nennen meist die Muskatblüte (Muſcatenblumen), hier steht die Nuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0029-orig" n="geroͤſtet Weißbrodt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Weißbrot wird geröstet, ohne dass der Text Fett nennt; in der Praxis trocken in der Pfanne oder auf dem Rost.<list type="alternatives"><item>In Butter rösten<note type="rationale">Die Weinsuppe ron-0017 verlangt ausdrücklich roͤſtet ſcheiben von weiſſembrote in Butter; hier steht davon nichts, ausgeschlossen ist es aber nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewässerter Kapaun, der in Wein mit Zimt, Zucker und Muskatblüte unter dem Siedepunkt gart und auf in Butter gebratenen Weißbrotscheiben angerichtet wird. Heute erinnert das an Geflügel, das in süßem Gewürzwein pochiert wird.

Wässern. Der Kapaun liegt zwei bis drei Stunden in Wasser, wird drei- oder viermal ausgewaschen und noch einmal eingelegt. Das zieht Blut aus dem Fleisch, es wird heller. Das Wasser dabei jedes Mal erneuern.

Nicht sieden. Der Text verbietet das Sieden, nennt aber keine Garzeit und kein anderes Garen vorher; der gewässerte Kapaun kommt also roh in den Wein und zieht darin gar. Praktisch heißt das: den Wein heiß werden lassen, aber nicht aufwallen. Ein ganzer Kapaun braucht so etwa anderthalb bis zwei Stunden; gar ist er, wenn beim Einstechen in die Keule klarer Saft austritt. Wie viel Wein, sagt der Text nicht; damit der Kapaun gleichmäßig gart, sollte er weitgehend bedeckt sein.

Anrichten. Die Brotscheiben in Butter braten und den Kapaun darauf legen. Ob der Würzwein mit über das Brot kommt, lässt der Text offen.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht; Zimt, Zucker und Muskatblüte nach Geschmack, die Süße soll den Wein abrunden. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt nur die Zeit fürs Wässern an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0030-orig" n="Kappaunen" resp="#fyndling">Ein Kapaun ist ein kastrierter, gemästeter Hahn mit zartem, fettem Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0030-orig" n="außweſſert" resp="#fyndling">Auswässern heißt nach dem Grimmschen Wörterbuch, etwas durch Einlegen in Wasser von Salz und Unreinem zu befreien. Hier wird der Kapaun so lange gewässert, bis Blut und Reste herausgezogen sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0030-orig" n="bringt ihn hernacher mit Wein zu fewr ... leſt jhn nicht ſieden" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der gewässerte Kapaun kommt roh in den Wein und gart darin unter dem Siedepunkt. Ein anderer Garschritt steht nicht im Text.<list type="alternatives"><item>Ein schon gegarter Kapaun wird im Wein nur erwärmt<note type="rationale">Würde das Verbot des Siedens ebenfalls erklären; ein Vorgaren nennt der Text aber nicht, deshalb nicht gewählt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0030-orig" n="gibt die Kappaunen daruͤber" resp="#fyndling" subtype="contextual">Den Kapaun über die gebratenen Brotscheiben geben, wie der Text sagt; den Würzwein nennt er dabei nicht.<list type="alternatives"><item>Den Kapaun mit dem Würzwein über das Brot geben<note type="rationale">Das Rezept davor (ron-0029) gibt den gewürzten Wein selbst über das Brot; auch hier läge es nahe, dass das Brot etwas Wein aufnimmt. Der Text sagt es nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kapaune, in gewürztem Wein gar gezogen, mit Safran gefärbt und mit Zucker gesüßt, über geröstetem Weißbrot angerichtet und beim Auftragen noch einmal mit Zucker und Muskatblüte bestreut. Heute käme dem in Wein pochiertes Geflügel auf Röstbrot am nächsten.

Die vorige Art. Der Text sagt nur, man bringe die Kapaune "auf die vorige Art" zum Feuer. Das Rezept davor beschreibt diese Art: den Kapaun zwei oder drei Stunden in Wasser legen, drei- oder viermal auswaschen, wieder wässern, dann mit Wein ans Feuer bringen und nicht sieden lassen. Die Formel "bringt ... zum Feuer" greift dort "bringt ihn hernach mit Wein zu Feuer" auf, deshalb gilt hier dieselbe Zubereitung. Neu sind Safran statt Zimt, geröstetes statt in Butter gebratenes Brot und die Bestreuung zum Schluss.

Nicht sieden. Der Wein bleibt knapp unter dem Siedepunkt, bis der Kapaun gar ist. So bleibt das Fleisch saftig, und der Wein kocht nicht ein. Eine Garzeit nennt keines der beiden Rezepte. Ob vom Wein etwas mit über das Brot kommt, sagt der Text ebenfalls nicht; er nennt nur die Kapaune.

Praxis. Den Kapaun wässern und auswaschen, in einem Topf mit so viel Wein ansetzen, dass er bedeckt ist, und bei kleiner Hitze unter dem Siedepunkt gar ziehen lassen. Safran in etwas warmem Wein einweichen und mit Zucker und Muskatblüte in den Sud geben. Weißbrotscheiben rösten, die Kapaune darauf anrichten, nach Belieben etwas vom Wein darübergeben und beim Auftragen mit Zucker und Muskatblüte bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0031-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss. Sie kommt zweimal vor: zum Abschmecken und zum Bestreuen beim Auftragen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0031-orig" n="auff die voͤrigen manier" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die ganze Zubereitung des Rezepts davor: Kapaun wässern und auswaschen, mit Wein ans Feuer bringen und nicht sieden lassen. Die Formel "bringt ... zum fewr" nimmt dort "bringt ihn hernacher mit Wein zu fewr" wörtlich auf, und beide Rezepte geben die Kapaune über Weißbrotscheiben.<list type="alternatives"><item>Nur das Ansetzen mit Wein, ohne das vorherige Wässern<note type="rationale">Möglich, weil "zum fewr bringen" sich enger auf den Schritt am Feuer beziehen kann; das Wässern ändert am Gericht wenig und darf beim Nachkochen entfallen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Pomeranzenschalen werden erst in Wasser gesotten, das Wasser wird abgegossen, dann sieden die Schalen in Wein weiter; zuletzt kommen Kapern kurz dazu. Mit Zucker und Muskatblüte abgeschmeckt, kommt alles über Brotscheiben und wird beim Auftragen gezuckert. Eine Suppe im alten Sinn, Flüssiges über Brot, ohne Fleisch und ohne Brühe: bitter von den Schalen, salzig-säuerlich von den Kapern, süß vom Zucker.

Das erste Wasser. Das Absieden in Wasser mit anschließendem Abgießen nimmt den Schalen einen Teil ihrer Bitterkeit. Wie lange, sagt der Text nicht. In der Praxis einige Minuten kochen, abgießen und probieren; sind die Schalen noch sehr bitter, den Schritt mit frischem Wasser wiederholen.

Frische oder getrocknete Schalen? Der Text sagt nur, dass die Schalen ausgewaschen werden. Frische Bitterorangenschale möglichst ohne viel weiße Haut verwenden; getrocknete Schale vorher in Wasser einweichen. Ob die Schalen geschnitten werden, sagt Rontzier nicht; in Streifen lassen sie sich über dem Brot besser essen.

Kapern. Sie kommen erst, wenn die Schalen schon ein wenig im Wein gesotten haben, und sieden nur kurz mit. Ob gesalzen oder in Essig eingelegt, sagt der Text nicht; Salzkapern vorher abspülen, sonst wird das Gericht zu salzig.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Den Zucker nach Geschmack gegen die Bitterkeit abwägen, Muskatblüte gemahlen sparsam dosieren. Das Brot ist hier nicht als geröstet bezeichnet; einfache Brotscheiben in die Schüssel legen und erst kurz vor dem Auftragen begießen und zuckern. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0032-orig" n="Pommerantznſchelle" resp="#fyndling">Schalen der Pomeranze (Bitterorange), einer herb-bitteren Zitrusfrucht, nicht der süßen Orange von heute.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0032-orig" n="weſchet … aus" resp="#fyndling" subtype="contextual">Pomeranzenschalen, ohne Angabe, ob frisch oder getrocknet. Rontzier sagt nur, dass sie ausgewaschen und dann in Wasser gesotten werden; beides passt zu frischen wie zu aufbewahrten Schalen.<list type="alternatives"><item>Getrocknete, aufbewahrte Schalen<note type="rationale">Anna Wecker (1598) lässt Pomeranzenschalen eigens dörren und aufheben und vor dem Sieden einweichen. Für die Praxis die naheliegende Wahl außerhalb des Winters.</note></item><item>Frische Schalen, von der Frucht geschnitten<note type="rationale">So arbeitet das Kochbuch der Sabina Welserin bei warmen Pomeranzenschalen in Süßwein. Frische Pomeranzen gibt es nur im Winter.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Suppe im alten Sinn, also etwas Flüssiges über Brot: Gewaschene, verlesene Rosinen werden im Topf mit Wein übergossen, mit Muskatblüte und Zucker abgeschmeckt und über geröstetes Brot gegeben. Zucker und Zimt kommen erst beim Auftragen obenauf.

Waschen und Verlesen. Rosinen kamen mit Stielen, Steinchen und Staub in die Küche. Verlesen heißt, sie durchzusehen und das Unbrauchbare auszusondern.

Das Erhitzen. Ob die Rosinen im Wein erwärmt werden, sagt der Text nicht. Der Topf und die Nachbarrezepte sprechen dafür, kurz erwärmt quellen sie in wenigen Minuten auf und geben ihre Süße an den Wein ab; kalt angesetzt brauchen sie deutlich länger. Das Brot bindet hier nichts, es ist die Unterlage, die den Wein aufnimmt.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht: Wein so viel, dass die Rosinen bedeckt sind und das Brot gut durchzieht, Zucker nach Geschmack. In der Praxis die Rosinen im Wein bei kleiner Hitze erwärmen, bis sie prall sind. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0033-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Gefäß, in dem die Rosinen mit Wein übergossen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0033-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss. Sie ist milder und blumiger als die Nuss selbst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0033-orig" n="gibt Wein daruͤber" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Rosinen werden im Wein erwärmt, bis sie aufquellen: Der Hauen ist ein Kochtopf, und die Nachbarrezepte der Reihe bringen ihre Flüssigkeit zum Feuer oder sieden sie.<list type="alternatives"><item>Kalt angesetzt und ziehen gelassen<note type="rationale">Der Text nennt nur Topf und Wein, kein Feuer und kein Sieden. Auch kalt quellen Rosinen im Wein, es dauert nur länger.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Suppe im alten Sinn: gewürzter Rotwein mit Früchten, über geröstetes Brot gegeben, das sich damit vollsaugt. Heute erinnert das an Rotweinbirnen, nur mit Brot statt Vanillesauce.

Kleine Rosinen. Gemeint sind die kleinen getrockneten Weinbeeren, die heute als Korinthen verkauft werden. Rontzier unterscheidet sie von den großen Rosinen.

Birnen. Die Birnen werden gewürfelt und mitgesotten. Feste Sorten behalten dabei die Form, weiche zerfallen eher zu Mus. Ob geschält wird, sagt der Text nicht.

Praxis. Birnen würfeln, mit den Korinthen in Rotwein sieden, bis die Würfel weich sind, und mit Muskatblüte und Zucker abschmecken. Weißbrot rösten, in eine Schüssel legen, die Suppe darübergeben, mit Zucker bestreuen und gleich auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0034-orig" n="kleinen Roſin" resp="#fyndling">Kleine getrocknete Weinbeeren, heute als Korinthen im Handel. Adelung nennt „die kleinen Rosinen, welche Korinten heißen“.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0034-orig" n="Muſchatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte, auch Macis genannt: die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss, im Geschmack feiner und milder als die Nuss.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßer Guss mit doppelter Eigelbzugabe für eine Brotsuppe. Die Suppe, also die Brotunterlage, setzt das Rezept voraus; welches Brot und womit es begossen wird, sagt es nicht.

Die ersten Dotter. „Klein schneiden“ setzt einen festen Dotter voraus, ein roher lässt sich nur verrühren. Der Text nennt für diese Dotter aber keinen Garschritt, nur für die zweiten („hartgesotten“). Im Wein vermischt, mit kleinen Rosinen und Zucker, ergeben sie einen gelben, süßen Guss.

Die zweiten Dotter. Hart gekocht und klein gehackt dienen sie als Streu über dem Guss; zuletzt kommen Zucker und Zimt darauf.

Praxis. Heute die Dotter für den Guss ebenfalls vorgaren oder ganz frische Eier nehmen und den Guss auf die warme Suppe geben. Für den Wein nennt der Text keine Sorte, Mengen fehlen ganz.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0035-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Dieses Rezept nennt weder das Brot noch, womit es begossen wird; es beschreibt nur Guss und Auflage.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0035-orig" n="ſchneidet Eyerdotter klein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wörtlich übersetzt als „Eidotter klein schneiden“, ohne Garschritt: Der Text sagt „hartgesotten“ erst bei der zweiten Dotterzugabe und setzt sie damit von der ersten ab.<list type="alternatives"><item>Auch die Dotter für den Weinguss sind vorher gegart, hart gesotten oder verloren in Wasser.<note type="rationale">Ein roher Dotter lässt sich nicht „klein schneiden“, nur verrühren; das Verb spricht für einen festen Dotter. Der Text sagt es aber nicht, deshalb nicht ergänzt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Datteln werden in Rotwein weich gesotten, durch ein Haartuch gestrichen und mit Zucker, Zimt und ganzen reifen Weinbeeren abgeschmeckt. Heute erinnert das an ein warmes, dickflüssiges Dattelmus in Wein, eine süße Fruchtsuppe ohne Brot.

Sieden und Durchstreichen. Im Wein werden die Datteln so weich, dass sie sich durch das Haartuch drücken lassen, ein Seihtuch, meist aus Pferdehaar gewebt. Steine, Häute und harte Reste bleiben im Tuch zurück; das Fruchtfleisch gibt dem Wein die Bindung. In der Praxis die Datteln vorher entsteinen, dann geht das Durchstreichen leichter; ein feines Sieb und ein Löffelrücken tun denselben Dienst.

Weinbeeren. Das Wort „reiffen“ spricht für frische, reife Weinbeeren, die erst nach dem Durchstreichen ganz dazukommen. Ob die Masse danach noch einmal erwärmt wird, sagt der Text nicht.

Praxis. Die Beeren von den Stielen zupfen, unter das Dattelmus geben, mit Zucker und Zimt abschmecken und warm auftragen; wer will, wärmt es nach Zugabe der Beeren kurz durch. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0036-orig" n="reiffen Weinbern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Frische, reife Weinbeeren, also Beeren der Weintraube. Rontzier schreibt „Weinbern/Weinbirn“ für die Weinbeere: der Druck führt ein eigenes Kapitel „Von Weinbernſuppen“ neben den Johansbern- und Stichbirnsuppen, und in keinem seiner Weinbern-Rezepte wird geschält, entkernt oder zerschnitten. Das Wort „reiffen“ ist hier der Frischmarker, wie „zeitige Weinbirn“ an anderer Stelle.<list type="alternatives"><item>Rosinen (getrocknete Weinbeeren)<note type="rationale">In Saucen und Füllungen meint Weinbern oft die getrocknete Beere. Hier spricht „reiffen“ dagegen; bei getrockneter Ware wäre die Reife kein Unterscheidungsmerkmal. Rontzier nennt Rosinen außerdem eigens als „Roſin“.</note></item><item>Weinbirnen, eine weinsaure Birnensorte<note type="rationale">Henisch 1616 und Stieler 1691 führen „Weinbirn“ in der Birnenliste, das Deutsche Wörterbuch hat weinbirne als „eine art weinsaurer birnen“. Aus Rontziers Rezepten lässt sich diese Lesart nicht nachvollziehen: Birnen müssten geschnitten oder geschält werden, und „Birn Tarten“ stehen bei ihm als eigenes Kapitel neben den Weinbirn Tarten.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Brotsuppe: Weißbrotschnitten werden in Butter gebraten, mit dem gewürzten Weinsud der Datteln getränkt, die Datteln kommen obenauf, zum Schluss etwas Zucker und Rosenwasser. „Suppe“ meint hier, wie oft bei Rontzier, das getränkte Brot selbst.

Die Brühe. „Derselben Brühe“ verweist auf den einzigen Sud, den das Rezept nennt: den Wein, in dem die Datteln mit Zucker und Muskatblüte gesotten wurden. Erst kommt die Flüssigkeit auf das Brot, dann die Datteln.

Nicht fett. Das Brot wird aus der Butter gehoben, bevor es in die Schüssel kommt und getränkt wird; so soll es nicht fett werden. Butter, die am Brot hängt, also abtropfen lassen.

Praxis. Die Datteln entsteinen und klein schneiden, in so viel Wein sieden, dass sie bedeckt sind, bis sie weich sind, dann mit Zucker und Muskatblüte abschmecken. Inzwischen Weißbrotscheiben in Butter goldbraun braten, abtropfen lassen und in eine Schüssel legen. Mit dem Weinsud begießen, die Datteln darauf verteilen, leicht zuckern und mit wenigen Tropfen Rosenwasser besprengen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0037-orig" n="feiſt" resp="#fyndling">fett, fettig. Das Brot soll von der Butter nicht fett werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0037-orig" n="derſelben bruͤh" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der gewürzte Weinsud der Datteln: „derſelben“ verweist zurück, und der Wein, in dem die Datteln gesotten und mit Zucker und Muskatblüte abgeschmeckt wurden, ist die einzige Flüssigkeit, die das Rezept nennt.<list type="alternatives"><item>Eine Fleischbrühe von Kapaun oder Rind<note type="rationale">Ein Nachbarrezept derselben Suppenreihe gießt Kapaun- oder Rindfleischbrühe an (ron-0039). Hier nennt der Text aber keine Fleischbrühe, und die beiden vorangehenden Dattel- und Weinsuppen (ron-0034, ron-0036) kommen ohne aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Datteln werden in Rotwein erhitzt, mit Zucker, Nelken und Zimt abgeschmeckt und über geröstetes Brot gegossen; obenauf kommen in Fett gebackene Eier und eine Streu aus Zucker und Nelken. Es ist eine süße Weinsuppe im alten Sinn: Brot in der Schüssel, das den gewürzten Sud aufnimmt.

Datteln im Wein. Der Text sagt nur, die Datteln mit dem Wein „zu fewr“ zu bringen, also ans Feuer zu setzen; Dauer und Form nennt er nicht. Im Rezept davor werden die Datteln klein geschnitten, hier bleibt offen, ob sie ganz oder geschnitten in den Wein kommen. In der Praxis entsteint und grob geschnitten bei kleiner Hitze schwach sieden lassen, bis sie weich sind, dann würzen.

Die Eier. Die Eier werden ohne Schale in Butter oder Schmalz gebacken, also aufgeschlagen in heißes Fett gegeben und darin gegart. Ob das Eigelb weich bleibt, sagt der Text nicht.

Praxis. Brot in Scheiben rösten und in die Schüssel legen, den heißen Dattelsud darübergießen, die Eier frisch aus der Pfanne darauflegen und zuletzt die Mischung aus Zucker und gestoßenen Nelken darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 25 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0038-orig" n="verloren Eyer in Butter oder Schmaltz gebacken" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eier ohne Schale in Butter oder Schmalz gebacken, also in Fett gegart. „Verloren“ heißt hier: aus der Schale geschlagen; das Garmedium nennt Rontzier jeweils eigens, an anderer Stelle Wasser („ſeud verlorne Eyer in Waſſer“, ron-0003; „verlorne Eyer in waſſer geſotten“, ron-0041), hier Butter oder Schmalz.<list type="alternatives"><item>Die Eier werden zuerst in Wasser pochiert und danach in Butter oder Schmalz gebacken.<note type="rationale">Verlorene Eier sind sonst meist in Wasser gegarte Eier, und Rumpolt trennt „verlornen Eyern“ von „Ochsenaugen von Eyern gebacken“ (rum-1604). Hier steht aber kein Wasser und kein zweiter Garschritt; der Text nennt nur das Backen in Fett.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Brühsuppe über Brot: Gehackte Petersilie, zwei oder drei Eidotter, Muskatblüte und frische Butter kommen in einen Topf, darauf wird Kapaunen- oder Rindfleischbrühe gegossen und das Ganze bis knapp unter den Siedepunkt erhitzt. Die Dotter binden die Brühe leicht. Angerichtet wird über geschnittenes Weiß- oder Roggenbrot. Heute am ehesten eine legierte Kräuterbrühe über Brot.

Nicht aufkochen. „Für den Sud kommen lassen“ heißt bei Rontzier: bis vor das Sieden erhitzen. Beim Stockfisch begründet er es selbst, aufgesotten werde der Fisch hart. Hier hängt die Suppe daran: Kocht sie auf, stocken die Dotter zu Flocken, statt die Brühe zu binden.

Reihenfolge. Dotter, Petersilie, Muskatblüte und Butter liegen zuerst im Topf, die Brühe kommt darauf. Vom Rühren sagt der Text nichts. In der Praxis die Dotter mit Petersilie und Butter verrühren, die heiße Brühe nach und nach unterrühren und bei kleiner Hitze unter Rühren bis kurz vor das Sieden bringen.

Praxis. Die Brühe setzt der Text voraus; selbst gekocht braucht eine Kapaunen- oder Rindfleischbrühe rund zwei Stunden, mit fertiger Brühe ist die Suppe in einer Viertelstunde fertig. Die Brotscheiben in Schüssel oder Teller legen und die Suppe darübergeben. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0039-orig" n="leſt es fuͤr den ſud komen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Bis kurz vor das Sieden kommen lassen, nicht aufkochen: „fuͤr“ steht hier für „vor“. Rontzier stellt die Wendung selbst dem Aufsieden gegenüber - beim Stockfisch soll man ihn „fuͤr den ſud kommen laſſen / denn wenn er auff ſeud wirdt er hart“ (ron-2381), bei einer Hühnerbrühe mit Eiern rückt man den Topf, „wens dann fuͤr den ſud kompt“, vom Feuer, „daß es nicht zu heiſſe ſtehe“ (ron-0772). Für die Eidotter passt das: Kocht die Suppe auf, stocken sie zu Flocken.<list type="alternatives"><item>Einmal aufwallen lassen<note type="rationale">Wer „für den Sud kommen“ als „zum Sieden kommen“ liest, käme auf kurzes Aufkochen. Rontziers eigene Gegenüberstellung mit „auff ſeud“ spricht dagegen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Guss aus Eidotter, Petersilie und Brühe, gewürzt mit Muskatblüte und abgerundet mit frischer Butter und kleinen Rosinen, für eine Brotsuppe. Die Brühe und die Suppe selbst, also die Brotunterlage, setzt das Rezept voraus. Heute erinnert der Guss an eine mit Eigelb gebundene Brühe.

Rühren und Aufwallen. Die Dotter binden die Brühe beim Erhitzen. Rontzier lässt umrühren, damit die Eier nicht am Topf ansetzen, und alles „für den Sud kommen“, also bis zum Aufwallen. Länger kochen ließe die Dotter gerinnen; das steht nicht im Text, folgt aber aus der Küchenpraxis.

Praxis. Die Brühe fertig und warm bereithalten. Dotter mit der klein geschnittenen Petersilie verrühren, Muskatblüte, Butter, kleine Rosinen und Brühe dazugeben und unter ständigem Rühren erhitzen; bei den ersten Blasen vom Feuer nehmen. Über die in einer Schüssel liegenden Brotscheiben geben und beim Auftragen mit kleinen Rosinen bestreuen. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0040-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist hier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch beschreibt die Suppe der Zeit als aufgebrühte Speise mit eingelegtem Brot. Das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht, das vorangehende (ron-0039) gibt geschnittenes Weiß- oder Roggenbrot an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0040-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss; milder und feiner als die Nuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0040-orig" n="fuͤr den ſud komen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Bis kurz vor das Sieden kommen lassen, nicht aufkochen: „fuͤr“ steht hier für „vor“. Rontzier stellt die Wendung selbst dem Aufsieden gegenüber (ron-2381: „fuͤr den ſud kommen laſſen / denn wenn er auff ſeud wirdt er hart“; ron-0772: vom Feuer rücken, „wens dann fuͤr den ſud kompt“). Für die Eidotter passt das: Kocht die Brühe auf, stocken sie zu Flocken. Wie ron-0039.<list type="alternatives"><item>Einmal aufwallen lassen<note type="rationale">Wer „für den Sud kommen“ als „zum Sieden kommen“ liest, käme auf kurzes Aufkochen. Rontziers eigene Gegenüberstellung mit „auff ſeud“ spricht dagegen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Guss aus Petersilie, Eidotter, Safran, kleinen Rosinen, Butter und Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe, der über eine Suppe gegeben wird; ringsum liegen verlorene Eier. Die Suppe selbst, also die Brotunterlage, setzt das Rezept voraus. Zwei Rezepte davor kommt ein ähnlicher Guss über geschnittenes Weiß- oder Roggenbrot.

Petersilie und Dotter. Beides wird zusammen klein geschlagen. Ob die Petersilie vorher gehackt wird, sagt der Text nicht; die Nachbarrezepte hacken oder schneiden sie klein. Fein gehackt verteilt sie sich am besten.

Warm oder kalt? Der Text nennt für den Guss nur Umrühren, kein Feuer. Das Rezept davor mit fast denselben Zutaten lässt ihn unter Rühren aufkochen, damit die Eier nicht anbrennen. Heute den Guss bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis er leicht bindet, und nicht kochen lassen, sonst gerinnen die Dotter.

Die Eier. Die verlorenen Eier werden getrennt in Wasser gesotten, um die begossene Suppe gelegt und erst beim Auftragen gesalzen.

Praxis. Brot in eine Schüssel legen. Petersilie fein hacken, mit den Dottern verrühren, Safran, kleine Rosinen, Butter und heiße Brühe dazugeben, unter Rühren erwärmen und über das Brot geben. Die Eier einzeln in siedendem Wasser pochieren, ringsum legen und salzen. Mengen nennt der Text außer der Dotterzahl nicht. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung einschließlich der Brühe, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0041-orig" n="ſchlecht … klein" resp="#fyndling">Von schlagen im Sinn von zerkleinern und verrühren: Petersilie und Eidotter werden zusammen klein geschlagen, bis die Petersilie fein verteilt ist. Rontzier gebraucht dasselbe Verb auch für das Verquirlen von Eiern.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0041-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist hier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Das Rezept setzt sie voraus und beschreibt nur Guss und Auflage.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0041-orig" n="verlorne Eyer" resp="#fyndling">Verlorene Eier sind ohne Schale gegarte Eier. Hier werden sie ausdrücklich in Wasser gesotten, also pochiert; an anderer Stelle im Buch werden verlorene Eier in Butter oder Schmalz gebacken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0041-orig" n="ruͤhrt es vmb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Guss wird nur umgerührt und über die Suppe gegeben; einen Garschritt nennt der Text nicht. Die heiße Brühe erwärmt die Dotter dabei.<list type="alternatives"><item>Den Guss erhitzen, bis er bindet<note type="rationale">Das Rezept unmittelbar davor mit fast denselben Zutaten verlangt, unter Rühren aufkochen zu lassen, damit die Eier nicht anbrennen. Heute erwärmt man ihn bei kleiner Hitze unter Rühren, ohne ihn kochen zu lassen, sonst gerinnen die Dotter.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kerbelsuppe aus Rindfleischbrühe, in die durchgeschlagene Eier ungerührt gegeben werden. Danach zieht sie neben dem Feuer nach, bekommt etwas frische Butter und wird über geschnittenes Weißbrot angerichtet. Heute am ehesten mit einer Eierflockensuppe vergleichbar.

Die Eier durchschlagen. Rontzier verbindet „schlagen … durch“ sonst fast immer mit einem Haartuch, also mit dem Durchseihen. Hier nennt er kein Tuch. In jedem Fall entsteht eine glatte, gleichmäßige Eimasse.

Ohne Umrühren. Das Rezept verbietet das Umrühren ausdrücklich, begründet es aber nicht. Naheliegend ist, dass die Eier in der heißen Brühe zusammenstocken sollen, statt sich fein zu verteilen. Dass die Brühe dabei am Feuer steht, ergibt sich aus dem nächsten Schritt, in dem der Topf vom Feuer genommen wird.

Neben dem Feuer. Der Topf kommt nicht weg, sondern neben das Feuer. Dort zieht die Suppe in der Restwärme nach, ohne weiter zu kochen. Erst dann kommt die Butter hinein.

Praxis. Die Brühe heiß machen und den Kerbel hineingeben. Die Eier verquirlen und durch ein Sieb geben, dann in die heiße Brühe gießen und nicht rühren, bis sie gestockt sind. Den Topf neben die Glut ziehen, kurz stehen lassen, ein Stück Butter hineingeben und alles über Weißbrotscheiben in der Schüssel anrichten. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0042-orig" n="ſetzet es bey das fewr" resp="#fyndling">Den Topf neben das Feuer stellen, also nur noch in der Restwärme ziehen lassen. Er bleibt nicht über der Flamme.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0042-orig" n="ſchlecht hernacher Eyer durch" resp="#fyndling" subtype="lexical">Die Eier durchschlagen, also durch ein Tuch oder Sieb geben. Das Tuch nennt der Text hier nicht; bei Rontzier steht dieselbe Wendung in den meisten vergleichbaren Stellen mit „durch einen Haartuch“. Eier durchzuseihen war üblich und hatte einen Zweck: Wecker (1598) verlangt es „allezeit“, wo man die Eier ganz braucht, „damit die Vögel davonkommen“ (wec-176, gemeint vermutlich die Hagelschnüre), und Rumpolt tut es in vielen Rezepten (rum-0035). Kaltschmidt führt durchschlagen als „durchseihen“.<list type="alternatives"><item>Die Eier nur verquirlen, ohne zu seihen<note type="rationale">Ein Tuch steht hier nicht im Text, und in einigen Rontzier-Stellen fehlt es bei gleichem Wortlaut. Dass es dort einfach weggelassen ist, ist ein Schluss aus dem Muster und nicht belegt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit Eidotter gebundene Kerbelmilch: Fein geschnittener Kerbel wird in Milch gesotten, die Milch kommt vom Feuer, die Dotter werden darin verquirlt, zuletzt kommen Muskatblüte und Salz darauf. Brühe und Brot nennt der Text nicht. Heute denkt man an eine legierte Kerbel-Milchsuppe.

Was heißt „ein wenig über die Hälfte“? Der Text sagt nur, man nehme die Milch „ein wenig vber die halbe“ vom Feuer. Wir lesen das als Einkochgrad: Die Milch siedet mit dem Kerbel, bis sie auf etwas weniger als die Hälfte eingekocht ist. Möglich ist auch, dass nur gut die Hälfte der Milch abgenommen wird, um darin die Dotter zu verquirlen, und der Rest danach dazukommt; „derſelbigen Milch“ ließe beides zu.

Warum vom Feuer? „Zusammenlaufen“ heißt hier gerinnen. In siedender Milch würden die Dotter sofort zu Flocken stocken. Deshalb kommt die Milch vom Feuer, bevor die Dotter hineinkommen, und wird gut gerührt; in der heißen Milch binden die Dotter sie leicht. Ob die Milch danach noch einmal ans Feuer kommt, sagt der Text nicht.

Praxis. Die Milch beim Einkochen gelegentlich rühren, sie setzt sonst am Topfboden an. Die Dotter in einer Schüssel mit einigen Löffeln der heißen Milch verquirlen und dann unter die übrige Milch rühren, so gerinnen sie nicht. Erst kurz vor dem Anrichten mit Muskatblüte und Salz bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0043-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Die Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel um die Muskatnuss, nicht die Nuss selbst. Sie schmeckt feiner und milder als die Nuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0043-orig" n="nimpt ſie von dem Fewr ein wenig vber die halbe" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Milch siedet mit dem Kerbel, bis sie ein wenig über die Hälfte eingekocht ist, und wird dann vom Feuer genommen. Das Sieden steht unmittelbar davor, und auf diesen Schritt bezieht sich die Angabe am natürlichsten.<list type="alternatives"><item>Gut die Hälfte der Milch wird vom Feuer abgenommen, darin werden die Dotter verquirlt, danach wird alles untereinandergerührt.<note type="rationale">Möglich, weil „derſelbigen Milch“ und „ruͤhrt es vnter einander“ auch eine abgenommene Teilmenge meinen können. Ein Einkochen nennt der Text nicht ausdrücklich; gegen diese Lesart spricht, dass sonst gar keine Siededauer angegeben wäre.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine leichte Kerbelbrühe, die mit Eidottern angereichert und mit Weinessig gesäuert wird; zerlassene Butter kommt obenauf. Heute erinnert das an eine mit Eigelb legierte Kerbelsuppe. Brot nennt der Text in diesem Rezept nicht.

Kerbel in der Brühe. Der gehackte Kerbel wird mit der Rindfleischbrühe zum Feuer gebracht, also erhitzt. Eine Garzeit nennt der Text nicht. Kerbel ist zart und braucht nur kurz.

Eidotter mit Essig. Die Dotter werden mit dem Weinessig verrührt und über die heiße Suppe gegeben. In heißer Flüssigkeit stocken sie leicht und machen die Brühe sämiger; bei Kochhitze flocken sie aus. Wie viel Essig auf die Dotter kommt, sagt der Text nicht; er soll die Suppe säuern, nicht sauer machen.

Praxis. Den Topf vor dem Eingeben der Dotter vom stärksten Feuer nehmen und danach nicht mehr kochen lassen. Die Butter separat zerlassen und zuletzt obenauf geben. Die Zubereitungszeit von etwa 15 Minuten ist eine Schätzung mit fertiger Brühe, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0044-orig" n="bricht Eyerdotter mit Weineſsig" resp="#fyndling">Eier „brechen“ heißt hier, die Dotter mit einer Flüssigkeit zu verrühren. Rontzier verwendet die Wendung ebenso mit Wein oder Milch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0044-orig" n="gibts daruͤber her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die mit Essig verrührten Eidotter kommen in die heiße Kerbelbrühe und stocken darin leicht; einen weiteren Garschritt nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Brühe wird nach dem Eingeben der Dotter noch einmal erhitzt, bis sie bindet.<note type="rationale">Der Text sagt nichts davon; bei kräftigem Kochen würde das Eigelb ausflocken. Möglich nur bei schwacher Hitze.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kerbelbrühe mit einem dünnen Eierkuchen, die über eine Brotunterlage gegossen wird. Die Brühe, den Eierkuchen und die Suppe selbst, also das Brot, setzt das Rezept voraus. Heute erinnert das an eine Flädlesuppe, nur liegt der Fladen hier halb in der Brühe und halb gezuckert obenauf.

Der Eierkuchen. Rontzier verlangt ihn klein, dünn und fertig gebacken, sagt aber nicht, woraus. An anderen Stellen des Buchs entsteht ein Eierkuchen aus Eiern, die in Butter gebacken und gewendet werden; Mehl nennt er dort nicht.

Brühe und Würze. Der gehackte Kerbel kommt mit der Brühe zum Feuer, wird also mit ihr aufgekocht. Die eine Hälfte des Eierkuchens zieht darin mit. Safran färbt die Brühe gelb, Pfeffer würzt sie; dann wird die Brotunterlage damit begossen. Die zweite Hälfte bleibt trocken und nimmt den Zucker obenauf an.

Praxis. Die Brühe heiß machen und den gehackten Kerbel hineingeben. Ein oder zwei verquirlte Eier in einer Pfanne mit Butter dünn backen und halbieren. Eine Hälfte in die Brühe legen, mit Safran und Pfeffer würzen und über Brotscheiben in der Schüssel gießen. Die andere Hälfte darauflegen und beim Auftragen mit Zucker bestreuen. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0045-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0045-orig" n="Eyerkuchen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein dünner Fladen aus Eiern, in Butter gebacken: So entsteht ein Eierkuchen an anderen Stellen des Buchs („ſchlegt da acht oder neun Eyer auff / wendet den Eyerkuchen“, ron-0501; „von zweyen Eyern einen Eyerkuchen“, ron-0126). Hier setzt der Text ihn fertig gebacken voraus und nennt keinen Teig.<list type="alternatives"><item>Ein mit Mehl gebundener, dünner Pfannkuchen<note type="rationale">Möglich, weil der Text keinen Teig angibt. Rontziers eigene Eierkuchen-Belege kommen aber ohne Mehl aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine schlichte Erbsensuppe: Getrocknete Gartenerbsen werden mit Lauge geschält, in Rindfleischbrühe gegart, mit Butter abgerundet und über Scheiben Weißbrot angerichtet. Gewürzt wird nur mit Salz und Pfeffer.

Kaltguss. Die Erbsen liegen über Nacht in kalter Lauge. Die alkalische Lösung lockert die Schalen. Das Auswaschen nimmt die Lauge wieder ab, das Aufkochen in Regenwasser löst die Schalen ganz, und mit dem Kochwasser geht auch der Rest des Laugengeschmacks weg. Erst danach kommen die Erbsen in die Brühe.

Garen in der Brühe. Wie lange die Erbsen in der Rindfleischbrühe am Feuer bleiben, sagt der Text nicht. In der Praxis, bis sie weich sind; dann die Butter einrühren.

Praxis. Für eine Aschenlauge Holzasche mit Wasser aufgießen, absetzen lassen und die klare Flüssigkeit abgießen; die Erbsen nach dem Einlegen gründlich auswaschen. Moderne Abkürzung: geschälte Erbsen kaufen und direkt in der Brühe garen, dann entfallen Lauge und Schälen. Die Zubereitungszeit von etwa anderthalb Stunden ohne das Einlegen über Nacht ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0046-orig" n="Koldgoten" resp="#fyndling">Niederdeutsch koltgote, hochdeutsch Kaltguss: eine kalt bereitete Lauge, meist ein Aufguss von Holzasche (so das Mittelniederdeutsche Handwörterbuch und Lübben-Walther). Sie lockert die Schalen getrockneter Erbsen; deshalb werden die Erbsen danach ausgewaschen und geschält.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0046-orig" n="Regenwaſſer" resp="#fyndling">Regenwasser ist weich, also kalkarm. In weichem Wasser werden Hülsenfrüchte besser weich als in hartem.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Erbsenguss für eine Brotsuppe: vorbereitete Gartenerbsen in Rindfleisch- oder Kapaunenbrühe, abgeschmeckt mit kleinen Rosinen, Safran und Butter. Ein kleiner Teil der Erbsen wird durchgestrichen, der Rest bleibt ganz. Heute erinnert das an eine Erbsensuppe mit ganzen Erbsen, über Brot angerichtet.

Auf die vorige Weise. Der Text verweist auf das Rezept davor (ron-0046): Erbsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen, auswaschen, in Regenwasser aufsieden, die Schalen abnehmen und das Wasser abgießen. Erst dann kommen sie hier zum Feuer. Eine Garzeit nennt keines der beiden Rezepte.

Zum Teil durchstreichen. „Ein wenig“ der Erbsen wird durch das Haartuch gestrichen und wieder zugegeben. Das Püree macht die Brühe sämiger, die übrigen Erbsen bleiben ganz. Wie viel genau, sagt der Text nicht.

Praxis. Getrocknete Erbsen über Nacht einweichen, in frischem Wasser aufkochen, die gelösten Schalen abnehmen und das Wasser abgießen. Die Erbsen mit der heißen Brühe weich garen, kleine Rosinen, etwas Safran und Butter hineingeben. Eine kleine Menge Erbsen durch ein feines Sieb oder Tuch streichen und zurückgeben, alles über Brotscheiben in einer Schüssel gießen und leicht salzen. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0047-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist hier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Dieses Rezept nennt das Brot nicht; im Rezept davor (ron-0046) kommen die Erbsen über Scheiben von weißem Brot.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0047-orig" n="klein Roſin" resp="#fyndling">Gemeint sind kleine getrocknete Weinbeeren. Heute kommen Korinthen dem am nächsten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0047-orig" n="Gartenerbſen auff voͤrige weiſe" resp="#fyndling" subtype="contextual">Getrocknete Gartenerbsen, vorbereitet wie im Rezept davor (ron-0046): über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht, ausgewaschen, in Regenwasser aufgesotten und geschält. Gartenerbse heißt nach Adelung, Campe und Grimm die im Garten gezogene Erbse im Unterschied zur Felderbse; über Frische sagt das Wort nichts, der Verweis auf die vorige Weise setzt aber das Einweichen voraus.<list type="alternatives"><item>Frische grüne Gartenerbsen<note type="rationale">Der Name allein schlösse sie nicht aus. Frische Erbsen würden aber nicht über Nacht eingeweicht und geschält, und genau darauf verweist „auff voͤrige weiſe“.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Erbsenpüree als Guss für eine Brotsuppe: Die gegarten Erbsen werden durchgestrichen, mit Butter und Pfeffer abgeschmeckt und über die Suppe, also das Brot in der Schüssel, gegossen. In Rontziers Reihe von Erbsensuppen ist es die schlichteste Fassung, ohne Brühe, Safran, Rosinen oder Kümmel. Heute erinnert es an ein Erbsenpüree, das man über Brot gibt.

Garen und Durchstreichen. „Zum Feuer bringen“ heißt hier garen. Flüssigkeit und Garzeit nennt der Text nicht; die Nachbarrezepte kochen die Erbsen in Regenwasser (ron-0046) oder geben Brühe dazu (ron-0047). Durchstreichen lässt sich nur, was weich ist; das Haartuch hält die Schalen zurück, sodass ein glattes Püree bleibt. Weil das Püree über die Suppe „gegossen“ wird, muss es flüssig genug zum Gießen sein.

Praxis. Getrocknete Erbsen über Nacht einweichen, in Wasser weich kochen und durch ein Seihtuch oder feines Sieb streichen. Mit Butter und Pfeffer abschmecken; ist das Püree zu fest zum Gießen, mit etwas Kochwasser lockern. Brotscheiben in eine Schüssel legen (der Nachbar ron-0046 nimmt Weißbrot), das heiße Püree darübergießen und mit wenig Salz bestreuen. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 1,5 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0048-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist hier die Unterlage aus Brot, über die das Püree gegossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn; das Mittelniederdeutsche Wörterbuch erklärt soppe, suppe als eingeweichtes, geschnittenes Brot. Das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht, das Nachbarrezept ron-0046 gibt Scheiben Weißbrot an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0048-orig" n="Erbiſſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Getrocknete Erbsen, die erst weich gekocht werden: Das Nachbarrezept ron-0046 legt die Gartenerbsen über Nacht ein, ehe es sie kocht, und Rontzier unterscheidet „grüne Erbsen“ sonst ausdrücklich.<list type="alternatives"><item>Frische grüne Erbsen<note type="rationale">Der Text nennt keine Form. Rumpolt (rum-1288) streicht grüne, ausgelöste Erbsen auf dieselbe Weise durch ein Haartuch; mit frischen Erbsen ginge das Rezept ebenso.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewürztes Erbsenpüree als Guss über eine Brotsuppe: gekochte Erbsen werden durch ein Tuch geschlagen, mit Kümmel, Safran, Pfeffer, Salbei und Butter abgeschmeckt und über die Suppe gegeben. Die Suppe selbst, also das begossene Brot, setzt das Rezept voraus.

Welche Erbsen? Der Text sagt nur „gesotten“. Ob frische oder getrocknete Erbsen gemeint sind, bleibt offen; ein Rezept kurz davor (ron-0046) weicht Gartenerbsen über Nacht ein, kocht sie und nimmt die Schalen ab. Für das Durchschlagen müssen die Erbsen ganz weich sein.

Durchschlagen. Das Haartuch ist ein Seihtuch. Beim Durchschlagen wird die Masse glatt, Schalen bleiben im Tuch zurück. Heute nimmt man ein feines Sieb und streicht mit dem Löffel nach.

Abschmecken. Kümmel, Safran, Pfeffer, Salbei und Butter kommen nach dem Durchschlagen dazu. Mengen nennt der Text nicht, auch keine Form für Kümmel und Salbei; ein erneutes Aufkochen erwähnt er ebenfalls nicht.

Praxis. Getrocknete Erbsen einweichen und weich kochen, warm durchstreichen, die Gewürze und die Butter einrühren und das Püree warm über die Brotunterlage geben.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0049-orig" n="Koͤme" resp="#fyndling">Köme oder Köhm ist das niederdeutsche Wort für Kümmel (mittelniederdeutsch kȫme).</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0049-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Dieses Rezept nennt weder das Brot noch, womit es begossen wird; es beschreibt nur den Erbsenguss.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein glattes Erbsenmus als Auflage: Gekochte Erbsen werden durch ein Tuch gestrichen, mit Kümmel und Butter abgeschmeckt und über eine Suppe gegeben. Heute erinnert das an ein Erbsenpüree.

Welche Erbsen? Der Text sagt nur, dass die Erbsen gesotten sind, also gar gekocht. Getrocknete, geschälte Erbsen werden ohne Einweichen in etwa einer Stunde weich; ungeschälte weicht man besser über Nacht ein.

Durchstreichen. Das Haartuch ist ein Seihtuch, meist aus Pferdehaar gewebt. Beim Streichen bleiben Schalen und Fasern im Tuch, das Mus wird glatt. Heute tut es ein feines Sieb, durch das man die warmen Erbsen mit dem Löffel drückt.

Abschmecken. Kümmel und Butter kommen in das durchgestrichene Mus. Ob der Kümmel ganz oder gestoßen hineinkommt, sagt der Text nicht; gestoßen verteilt er sich besser. In den noch warmen Erbsen schmilzt die Butter von selbst, ein eigener Kochschritt ist nicht genannt.

Welche Suppe? Der Text sagt nur „über die Suppen“. Bei Rontzier ist die Suppe oft Brot, das mit Brühe begossen wird (ron-0045, ron-0046); auch eine Kraftsuppe wie ron-0022 passt.

Praxis. Mengen und Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 60 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0050-orig" n="Koͤme" resp="#fyndling">Kümmel, in der niederdeutschen Form (mittelniederdeutsch kȫme). Rontzier schreibt meist Koͤhm und unterscheidet daneben Garten- und Haberkümmel; welche Art hier gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0050-orig" n="geſotten Erbiſſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Getrocknete Erbsen, weich gesotten. Der Text sagt nur, dass die Erbsen gesotten sind; im Nachbarrezept ron-0046 werden Gartenerbsen über Nacht eingeweicht, also als getrocknete Ware verwendet.<list type="alternatives"><item>Frische grüne Erbsen<note type="rationale">Möglich in der Saison; Rumpolt (rum-1288) streicht frisch ausgelöste grüne Erbsen auf dieselbe Weise durch ein Tuch. Der Text gibt keinen Hinweis auf frische Ware.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewürztes Erbsenpüree, das als Auflage über die Suppe kommt. Fertig passierte Erbsen werden mit Safran, Butter, Weinessig und großen Rosinen abgeschmeckt und noch einmal aufgekocht.

Die Erbsen. Der Text setzt durchgestrichene Erbsen voraus und sagt nicht, wie sie entstehen. In den Nachbarrezepten werden gesottene Erbsen durch ein Haartuch geschlagen oder gestrichen. Heute: getrocknete Erbsen weich kochen und durch ein feines Sieb streichen, sodass die Hülsen zurückbleiben.

Abmachen und Aufkochen. Safran, Butter, Weinessig und Rosinen kommen in das Püree, dann lässt man es aufkochen. Dabei schmilzt die Butter ein, und das Püree geht heiß über die Suppe. Mengen nennt der Text nicht; den Essig vorsichtig zugeben und abschmecken, der Safran färbt das Püree gelb.

Die Suppe. Was unter das Püree kommt, sagt dieses Rezept nicht; im Nachbarrezept ron-0046 sind es Scheiben Weißbrot. Das Salz streut man zuletzt über die angerichtete Suppe.

Praxis. Getrocknete Erbsen über Nacht einweichen, in frischem Wasser weich sieden, abgießen und durchstreichen. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Einweichen ist nicht mitgezählt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0051-orig" n="durchgeſchlagen" resp="#fyndling">Durch ein Tuch oder Sieb getrieben, also passiert: Aus den gesottenen Erbsen wird ein glattes Püree, die Hülsen bleiben zurück. In den Nachbarrezepten schlägt oder streicht Rontzier die gesottenen Erbsen dafür durch ein Haartuch (ron-0049, ron-0053).</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0051-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Gemeint ist die angerichtete Suppe in der Schüssel. Das Wort bezeichnete ursprünglich eingeweichtes, geschnittenes Brot und die Brühe darauf (mittelniederdeutsch soppe, suppe); im Nachbarrezept ron-0046 kommen die Erbsen ausdrücklich über Scheiben Weißbrot.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0051-orig" n="Erbſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Getrocknete Erbsen, weich gesotten und durchgestrichen. Das Nachbarrezept ron-0046 weicht die Erbsen über Nacht ein und schält sie, behandelt sie also als Trockenware; für ein Püree, das man durch ein Tuch schlägt, ist das die naheliegende Grundlage.<list type="alternatives"><item>Frische grüne Erbsen, gesotten und durchgestrichen<note type="rationale">Das Rezept selbst sagt nicht, ob frisch oder getrocknet. In der Erntezeit wären frische Erbsen möglich; ein Beleg dafür fehlt hier.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein passiertes Erbsenmus, das mit Rosinen und Anis gekocht und als Guss über die Suppe gegeben wird, also über die Brotunterlage. Das Rezept setzt Erbsen voraus, die schon auf dem Feuer stehen.

Der Zeitpunkt. Rosinen, Anis und Butter kommen erst zu den halb garen Erbsen. So garen sie mit, die Rosinen quellen auf, und beim Durchstreichen bleiben Hülsen, Anissamen und Rosinenhäute im Tuch zurück.

Zweimal aufkochen. Nach dem Durchstreichen wird das Püree noch einmal aufgekocht, erst dann kommen ein wenig Butter und Salz hinein. Der Text verlangt das ausdrücklich; die beim Streichen abgekühlte Masse geht so heiß über die Suppe.

Praxis. Getrocknete, über Nacht eingeweichte Erbsen in Wasser aufsetzen und kochen, bis sie halb weich sind. Rosinen, Anis und ein Stück Butter zugeben und weiterkochen, bis die Erbsen ganz zerfallen. Durch ein Haartuch oder feines Sieb streichen, wieder aufkochen, mit Butter und Salz abschmecken und über Brotscheiben gießen. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0052-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn; das Mittelniederdeutsche Wörterbuch erklärt soppe, suppe als eingeweichtes, geschnittenes Brot. Das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0052-orig" n="klein vnd groſſen Roſin" resp="#fyndling">Kleine Rosinen sind die kleinen Korinthen, große Rosinen die gewöhnlichen getrockneten Weinbeeren. Hier kommen beide zusammen in die Erbsen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0052-orig" n="die Erbſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Getrocknete Erbsen: der Text setzt sie als schon kochend voraus und streicht sie durch ein Tuch, wie es bei Trockenerbsen üblich ist; frische Erbsen nennt Rontzier in dieser Reihe ausdrücklich Gartenerbsen (ron-0046, ron-0047).<list type="alternatives"><item>Frische grüne Erbsen<note type="rationale">Der Text nennt keine Sorte; auch frische Erbsen lassen sich halb gar kochen und durchstreichen, sie wären dann in kurzer Zeit fertig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein glattes Erbsenpüree mit Zwiebeln in Butter, das als Auflage über eine Brotsuppe kommt. Die Suppe selbst, also die Brotunterlage, setzt das Rezept voraus.

Die Erbsen. Sie sind schon gesotten, wenn das Rezept beginnt; Sorte und Garzeit nennt der Text nicht. Durch das Haartuch geschlagen, bleiben die Schalen zurück und das Püree wird glatt.

Zwiebeln in Butter. Der Text sagt nur, die klein geschnittenen Zwiebeln werden in der Butter „gebrochen“, also darin verrührt. Ob sie dabei gegart werden, bleibt offen; an anderen Stellen lässt Rontzier Zwiebeln ausdrücklich in Butter braten.

Praxis. Getrocknete Erbsen eingeweicht weich kochen und durch ein Sieb oder Tuch streichen. Die Zwiebeln klein schneiden und in Butter bei kleiner Hitze glasig dünsten, dann unter das Püree rühren. Über die Brotscheiben in der Schüssel geben und beim Auftragen salzen. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa anderthalb Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Erbsenkochens ohne Einweichen, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0053-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn. Dieses Rezept setzt sie voraus und beschreibt nur, was darüber kommt; das erste Erbsenrezept der Reihe (ron-0046) gibt die Erbsen über Scheiben Weißbrot.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0053-orig" n="bricht kleine geſchnitten zwybe n in Buttern" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wörtlich „in Butter brechen“: Rontzier gebraucht brechen für Zerkleinern und Verrühren („bricht sie klein“, „bricht Eyerdotter mit Wein“). Die klein geschnittenen Zwiebeln werden also in der Butter verrührt; einen eigenen Garschritt nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Zwiebeln in Butter braten oder anschwitzen<note type="rationale">Sonst lässt Rontzier Zwiebeln ausdrücklich in Butter braten oder abschwitzen („bradet Zwybeln in Buttern“, „ſchweiſt Zwibeln in Buttern ab“), und roh blieben sie scharf. Hier steht dieses Verb aber nicht; in der Praxis dünstet man sie heute in der Butter glasig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0054-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Kirschsuppe: Kirschen werden in Wein erhitzt, gezuckert und über in Butter gebratenes Weißbrot gegeben, das den Wein aufsaugt. Zucker und Zimt kommen zum Schluss obenauf.

Brot unten, Kirschen darüber. „daſſelbe vbergegoſſen“ meint das Brot: Es wird mit den Kirschen samt Wein übergossen. Das folgende Rezept sagt es ausdrücklich: „gibt ſie vber weiß Brot in Butter gebraten“.

Kirschen mit Stein. Der Text verlangt nur, die Stiele abzubrechen. Zwei Rezepte weiter entsteint Rontzier die Kirschen ausdrücklich, hier also nicht.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Die Kirschen mit so viel Wein ansetzen, dass sie gerade bedeckt sind, erhitzen, bis sie weich werden und Saft abgeben, und mit Zucker abschmecken. Weißbrotscheiben in Butter goldgelb braten, in die Schüssel legen, die Kirschen mit dem Wein darübergeben, mit Zucker und Zimt bestreuen. Bei Tisch auf die Kerne hinweisen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0054-orig" n="daſſelbe vbergegoſſen" resp="#fyndling">„Dasselbe“ ist das Brot: Das gebratene Weißbrot wird mit den Kirschen und ihrem Wein übergossen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0055-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Kirschsuppe im Sinn des 16. Jahrhunderts: Kirschen werden in Wein und Zucker aufgekocht und über in Butter gebratenes Weißbrot gegeben, zum Schluss kommen Zucker und Muskatblüte darüber. Die Suppe ist das übergossene Brot, keine Brühe zum Löffeln.

Die Nelken. Jede Kirsche bekommt zwei ganze Nelken. Sie würzen Frucht und Wein beim Aufkochen und lassen sich ganz wieder herausziehen, ohne den Sud mit Nelkenpulver zu trüben.

Mit Stein? Vom Entsteinen sagt der Text nichts, während die beiden folgenden Kirschrezepte es eigens verlangen. Die Kirschen bleiben hier also ganz, mit Stein, und tragen die Nelken.

Praxis. Kirschen waschen, Stiele abzupfen und in jede Frucht zwei Nelken stecken. Mit Wein und Zucker in einen Topf geben und nur kurz aufkochen lassen, damit die Früchte nicht zerfallen. Kirschsorte, Weinsorte und Mengen nennt der Text nicht; Sauerkirschen brauchen mehr Zucker als süße. Weißbrotscheiben in Butter in der Pfanne goldbraun braten, in eine Schüssel legen, Kirschen mit dem Sud darübergeben, mit Zucker und Muskatblüte bestreuen. Beim Servieren auf Steine und Nelken hinweisen. Die Zubereitungszeit von etwa 35 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0055-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Kochgefäß für die Kirschen in Wein und Zucker.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0055-orig" n="beſtreicht ein jegliche Kirſen mit zwey gantze Negelein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Jede Kirsche mit zwei ganzen Nelken bestecken. Ganze Nelken lassen sich nicht aufstreichen, und Rontzier schreibt an anderer Stelle selbst „beſteckts mit gantzen Negelein“.<list type="alternatives"><item>Jede Kirsche mit den Nelken einreiben<note type="rationale">Wörtlich heißt bestreichen „einreiben, mit etwas überstreichen“, so gebraucht Rontzier das Wort sonst durchweg; mit zwei ganzen Nelken pro Frucht ergibt das aber keinen Sinn.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0056-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine warme Kirschspeise auf Brot: Die entsteinten Kirschen werden in Butter gebraten, mit Zucker, Zimt und Wein abgeschmeckt und über geröstetes Brot gegeben, das den Saft aufnimmt. Zum Auftragen kommt noch einmal Zucker und Zimt darüber.

Braten und Abschmecken. Zuerst nennt der Text nur Butter: Die Kirschen werden darin angebraten und geben dabei Saft ab. Der Wein kommt erst beim Abschmecken mit Zucker und Zimt dazu. Ob danach noch gekocht wird, sagt der Text nicht; in der heißen Pfanne wallt der Wein ohnehin kurz auf und verbindet sich mit Butter und Saft zu einer kurzen Sauce.

Das Brot. Verlangt ist schlicht „geröstet Brot“. Wie es geröstet wird, bleibt offen; in Scheiben in der Pfanne, auf dem Rost oder über dem Feuer kommt man gleichermaßen zum Ziel.

Praxis. Kirschen entsteinen. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Kirschen bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie Saft ziehen, dann Zucker, Zimt und einen Schuss Wein zugeben und kurz aufwallen lassen. Brotscheiben rösten, die Kirschen mit dem Saft darübergeben und vor dem Auftragen mit Zucker und Zimt bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0057-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Entsteinte Kirschen werden mit kleinen Rosinen in Butter angeschwitzt, mit Zucker, Zimt und Wein abgeschmeckt und warm über geröstetes Weißbrot gegeben. Obenauf kommt ein klein gestoßener Anis-Zucker. Heute entspricht das einem warmen Kirschkompott auf Röstbrot.

Abschwitzen. Kirschen und Rosinen kommen in die heiße Butter und nehmen Hitze und Fett an, ohne zu bräunen. Mit Wein, Zucker und Zimt entsteht aus dem austretenden Saft ein kurzer Sirup; die Kirschen sollen weich werden, aber nicht zerfallen. Wie viel Wein und wie lange, sagt der Text nicht.

Brot. Der Text verlangt geröstetes Weißbrot, ohne zu sagen, ob trocken oder in Fett. Trocken über Glut oder in der Pfanne geröstet, bleibt es unter dem Saft länger knusprig.

Anis-Zucker. Anis und Zucker werden zusammen klein gestoßen; der Zucker hilft dabei, die Samen fein zu zerreiben. Damit wird erst ganz zuletzt bestreut.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Entsteinen ist dabei der größte Posten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0057-orig" n="ſchwetzt ſie ab" resp="#fyndling">Küchenwort für „in Fett anschwitzen“, verwandt mit dem Küchenverb „schweißen“ (Grimm: „in hitze zubereiten, rösten, braten“; Tabernaemontanus: „schweiszets ein wenig doch dasz es nit braun wird“). Rumpolt schreibt dafür „schweiß sie in Butter“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0057-orig" n="geroͤſtet weiß Brot" resp="#fyndling" subtype="contextual">Weißbrotscheiben trocken über Glut oder auf dem Rost geröstet: Der Text sagt hier nur „geröstet“, während die Nachbarrezepte ron-0054 und ron-0055 das Brot ausdrücklich „in Butter gebraten“ verlangen.<list type="alternatives"><item>In Butter geröstet wie in den Nachbarrezepten<note type="rationale">„Rösten“ konnte im 16. Jahrhundert auch das Braten in Fett meinen; die Butter steht ohnehin in der Pfanne. Beides ergibt eine tragfähige Unterlage für die Kirschen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0058-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Obstsuppe im alten Sinn, also etwas Flüssiges über Brot: Johannisbeeren werden mit Wein, Muskatblüte, kleinen Rosinen und Zucker angesetzt und über Brot gegeben, das vorher in Butter angeschwitzt wurde. Muskatblüte und Zucker kommen zum Schluss noch einmal obenauf.

Beeren oder Birnen? Rontzier schreibt „Johansbiern“. „-birn“ steht bei ihm auch für Wacholder-, Maul-, Erd- und Heidelbeeren, und der Druck überschreibt diese Rezepte mit „Johansbern“. Gemeint sind deshalb Johannisbeeren, nicht die mundartliche Frühbirne.

Das Erhitzen. Ob die Beeren im Wein erhitzt werden, sagt der Text nicht. Kurz aufgekocht platzen sie auf und färben den Wein; roh angesetzt bleiben sie ganz. Beides passt zum Wortlaut. Das Brot bindet hier nichts, es ist die Unterlage, die den Wein aufnimmt.

Das Brot. Es wird in Butter angeschwitzt, bevor die Beeren darüberkommen. Wie lange, sagt der Text nicht.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht: Wein so viel, dass das Brot gut durchzieht, Zucker nach der Säure der Beeren. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0058-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Als Kochwort ist „schwetzen“ in den Wörterbüchern nicht belegt, dort steht es nur für „schwatzen“. Rontzier gebraucht es immer mit „in Butter“: das Brot wird in Butter angeschwitzt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0058-orig" n="kleinen Roſin" resp="#fyndling">Kleine Rosinen, also die kleinen, kernlosen Korinthen, im Unterschied zu den großen Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0058-orig" n="Johansbiern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Johannisbeeren. Rontzier schreibt „-birn“ regelmäßig für Beeren: Wacholderbirn (Wacholderbeeren), Maulbirn (Maulbeeren, auch als Saft), Erdtbirn (Erdbeeren, in Wein gewaschen), Heydelbirn (Heidelbeeren) und „Weinbirnbletter“ für Weinblätter. Mit „S. Johansbirn“ macht er eine Brühe „roth“ (ron-1625), nennt „Johansbirnſafft“ und „rote S. Johansbirnbletter“ und setzt sie grün oder getrocknet ein. Der Druck überschreibt diese Rezepte mit „Johansbern⸗Suppen“. Das alles passt zu roten Johannisbeeren und nicht zu Birnen.<list type="alternatives"><item>Johannisbirnen, eine um den Johannistag reifende Frühbirne<note type="rationale">Die Frühbirne ist in den Wörterbüchern nur aus dem Südwesten belegt (Pfälzisches Wörterbuch, Schweizerisches Idiotikon), ein norddeutscher Beleg fehlt in den ausgewerteten Wörterbüchern. Gegen sie sprechen sein Gebrauch von „-birn“ für Beeren, die Rotfärbung, die „roten“ Blätter und die Überschrift „Johansbern“. Die Johannisbeere selbst ist seit dem 16. Jahrhundert belegt (älter „iohans drubelin“, Etymologisches Wörterbuch).</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0059-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Johannisbeeren werden in Butter gebraten, mit Wein und Eidottern durch ein Haartuch gestrichen, mit ganzer Muskatblüte, Zimt und Zucker abgeschmeckt und über geröstetes Brot gegeben. Heute erinnert das an ein warmes, glattes Beerenmus über Röstbrot.

Welche Frucht? Rontzier schreibt „S. Johansbiern“. Weil er „-birn“ auch sonst für Beeren schreibt (Wacholderbirn, Heidelbirn, Maulbirn) und Johansbirn an anderer Stelle rot färben, lesen wir Johannisbeeren. Der Text sagt nicht, ob rote oder weiße gemeint sind; die rote Färbung an anderen Stellen spricht für rote.

Braten und Durchstreichen. In der Butter werden die Beeren erhitzt, bis sie weich sind und aufplatzen. Danach streicht man sie mit Wein und drei oder vier Eidottern durch das Haartuch; Kerne, Häute und Stielreste bleiben zurück. In der Praxis die Beeren vorher von den Rispen streifen; ein feines Sieb tut heute denselben Dienst wie das Haartuch.

Eigelb. Nach dem Durchstreichen nennt der Text keinen Garschritt mehr. In der Praxis die Masse bei kleiner Hitze unter Rühren erwärmen, bis sie leicht andickt, und nicht kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb.

Praxis. Die Masse mit den ganzen Muskatblüten, Zimt und Zucker abschmecken, erst kurz vor dem Auftragen über das geröstete Brot geben, damit es nicht durchweicht, und mit Zimt und Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 40 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0059-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss; hier ganz zugegeben, nicht gestoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0059-orig" n="S. Johansbiern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Johannisbeeren. Rontzier schreibt „-birn“ regelmäßig für Beeren: Wacholderbirn (Wacholderbeeren), Maulbirn (Maulbeeren, auch als Saft), Erdtbirn (Erdbeeren, in Wein gewaschen), Heydelbirn (Heidelbeeren) und „Weinbirnbletter“ für Weinblätter. Mit „S. Johansbirn“ macht er eine Brühe „roth“ (ron-1625), nennt „Johansbirnſafft“ und „rote S. Johansbirnbletter“ und setzt sie grün oder getrocknet ein. Der Druck überschreibt diese Rezepte mit „Johansbern⸗Suppen“. Das alles passt zu roten Johannisbeeren und nicht zu Birnen.<list type="alternatives"><item>Johannisbirnen, eine um den Johannistag reifende Frühbirne<note type="rationale">Die Frühbirne ist in den Wörterbüchern nur aus dem Südwesten belegt (Pfälzisches Wörterbuch, Schweizerisches Idiotikon), ein norddeutscher Beleg fehlt in den ausgewerteten Wörterbüchern. Gegen sie sprechen sein Gebrauch von „-birn“ für Beeren, die Rotfärbung, die „roten“ Blätter und die Überschrift „Johansbern“. Die Johannisbeere selbst ist seit dem 16. Jahrhundert belegt (älter „iohans drubelin“, Etymologisches Wörterbuch).</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0059-orig" n="ſtreicht ſie mit Wein vnd drey oder vier Eyerdottern durch einen Haartuch" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt nach dem Durchstreichen keinen weiteren Garschritt. Die rohen Eidotter kommen mit den heiß gebratenen Beeren und dem Wein zusammen und werden mit ihnen durchgestrichen; danach wird nur noch abgeschmeckt und angerichtet.<list type="alternatives"><item>Die durchgestrichene Masse noch einmal bei kleiner Hitze erwärmen, bis sie leicht andickt<note type="rationale">Heutige Praxis, damit das Eigelb bindet und gar wird; Rontzier verlangt das bei anderen Eiersuppen ausdrücklich, hier steht es nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0060-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Obstspeise auf Röstbrot: Johannisbeeren werden in Butter angeschwitzt, mit Wein, Zimt und Zucker abgeschmeckt und über geröstete Brotscheiben gegeben. Zucker und Zimt kommen erst beim Auftragen obenauf. Heute am ehesten ein warmes Beerenkompott auf geröstetem Brot.

Beeren, nicht Birnen. Das Wort „Johansbiern“ lässt an Birnen denken. Rontzier schreibt „-birn“ aber auch für Wacholder-, Maul-, Erd- und Heidelbeeren, und seine Überschrift über diesen Rezepten lautet „Johansbern“. Gemeint sind Johannisbeeren.

Anschwitzen. Die Beeren kommen in heiße Butter, bis sie aufplatzen und Saft ziehen. Mit dem Wein entsteht daraus eine dünne, süße Brühe, die das geröstete Brot aufsaugt. Wie lange nach dem Wein noch gegart wird, sagt der Text nicht; in der Praxis genügt es, bis der Zucker gelöst ist.

Praxis. Das Brot in Scheiben in der Pfanne oder auf dem Rost rösten, die Beeren mit ihrer Brühe darübergeben und erst am Tisch mit Zimtzucker bestreuen, damit er obenauf bleibt. Die Zubereitungszeit von etwa 25 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0060-orig" n="ſchwetzt" resp="#fyndling">Von „schweißen“ im alten Küchensinn: in heißem Fett garen, anschwitzen. Grimm führt das Wort als „küchenwort, in hitze zubereiten, rösten, braten“. Rontzier gebraucht es auch für Brot in Butter (ron-0058).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0060-orig" n="Johansbiern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Johannisbeeren. Rontzier schreibt „-birn“ regelmäßig für Beeren: Wacholderbirn (Wacholderbeeren), Maulbirn (Maulbeeren, auch als Saft), Erdtbirn (Erdbeeren, in Wein gewaschen), Heydelbirn (Heidelbeeren) und „Weinbirnbletter“ für Weinblätter. Mit „S. Johansbirn“ macht er eine Brühe „roth“ (ron-1625), nennt „Johansbirnſafft“ und „rote S. Johansbirnbletter“ und setzt sie grün oder getrocknet ein. Der Druck überschreibt diese Rezepte mit „Johansbern⸗Suppen“. Das alles passt zu roten Johannisbeeren und nicht zu Birnen.<list type="alternatives"><item>Johannisbirnen, eine um den Johannistag reifende Frühbirne<note type="rationale">Die Frühbirne ist in den Wörterbüchern nur aus dem Südwesten belegt (Pfälzisches Wörterbuch, Schweizerisches Idiotikon), ein norddeutscher Beleg fehlt in den ausgewerteten Wörterbüchern. Gegen sie sprechen sein Gebrauch von „-birn“ für Beeren, die Rotfärbung, die „roten“ Blätter und die Überschrift „Johansbern“. Die Johannisbeere selbst ist seit dem 16. Jahrhundert belegt (älter „iohans drubelin“, Etymologisches Wörterbuch).</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Obstsuppe: Weinbeeren werden in Wein und Wasser gesotten, mit Eigelb durch ein Seihtuch gestrichen, mit Zimt, Safran, Zucker und Rosenwasser abgeschmeckt und über die Suppe gegeben. Heute erinnert das an ein glattes, mit Eigelb gebundenes Traubenmus.

Frische oder getrocknete Beeren? Der Text sagt es nicht, beides ist möglich. Mit frischen, möglichst kernlosen Trauben wird das Mus fruchtig und säuerlich; außerhalb der Saison gehen getrocknete Weinbeeren wie Sultaninen, dann wird es süßer und dunkler.

Sieden und Durchstreichen. Die Beeren müssen so weich werden, dass sie sich durch das Tuch drücken lassen; Schalen und Kerne bleiben dabei zurück. Das Eigelb kommt beim Durchstreichen dazu und bindet das Mus. Ob danach noch einmal erhitzt wird, sagt der Text nicht. In der Praxis das Mus bei kleiner Hitze unter Rühren erwärmen, bis es leicht bindet, und nicht kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb. Gewürze, Zucker und Rosenwasser erst danach zugeben.

Was ist die Suppe? Der Text sagt nicht, worüber das Mus kommt. In den folgenden Rezepten werden die Weinbeeren über geröstetes Brot oder in Butter geschwenktes Weißbrot gegeben; eine solche Brotunterlage liegt nahe, ist hier aber nicht genannt.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten, beim Wein auch keine Sorte. Die Zubereitungszeit von etwa 40 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0061-orig" n="ſtreicht ſie ... durch" resp="#fyndling">Durchstreichen heißt passieren: Die weich gesottenen Beeren werden durch das Tuch gedrückt, sodass ein glattes Mus durchgeht und Schalen und Kerne zurückbleiben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0061-orig" n="Weinbern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weinbeeren, also Beeren der Weintraube; ob frisch oder getrocknet, sagt der Text nicht. Rontzier schreibt „Weinbern/Weinbirn“ für die Weinbeere: der Druck führt ein eigenes Kapitel „Von Weinbernſuppen“ neben den Johansbern- und Stichbirnsuppen (das Register nennt die Gruppe allerdings „Weinbirnſuppen“), und in ron-0219 stehen „Weinbern oder Weindrauben“ nebeneinander. Hier werden sie im Ganzen gesotten und durchgestrichen; geschält, entkernt oder zerschnitten wird in keinem seiner Weinbern-Rezepte.<list type="alternatives"><item>Rosinen (getrocknete Weinbeeren)<note type="rationale">In Saucen und Füllungen meint Weinbern oft die getrocknete Beere. Rontzier hat „Roſin“ als eigenes Wort und nennt in 14 Rezepten beides; ob hier getrocknete Beeren gemeint sind, sagt der Text nicht.</note></item><item>Weinbirnen, eine weinsaure Birnensorte<note type="rationale">Henisch 1616 und Stieler 1691 führen „Weinbirn“ in der Birnenliste, das Deutsche Wörterbuch hat weinbirne als „eine art weinsaurer birnen“, Kaltschmidt 1854 ebenso; in ron-0062 heißt es von den Weinbern „gibt die Birn daruͤber“. Aus Rontziers Rezepten lässt sich diese Lesart nicht nachvollziehen: In keinem seiner Weinbern-Rezepte werden die Früchte geschält, entkernt oder zerschnitten, und „Birn Tarten“ stehen bei ihm als eigenes Kapitel neben den Weinbirn Tarten.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0061-orig" n="ſtreicht ſie mit Eyerdottern durch" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Dotter werden beim Durchstreichen in das heiße Mus eingearbeitet; ein weiteres Erhitzen nennt der Text nicht. Ältere Birnenmuse lassen das Mus nach dem Durchschlagen mit den Dottern aufwallen („derwelle sie denne mit eyerstotern“, bgs-081).<list type="alternatives"><item>Mus nach den Dottern bei kleiner Hitze unter Rühren erwärmen, bis es bindet, ohne zu kochen<note type="rationale">Moderne Praxis: so bindet das Eigelb sicher und gerinnt nicht. Der Text schreibt diesen Schritt nicht vor.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weinbeeren, in Wein und Wasser gegart und mit Zucker und Zimt abgeschmeckt, über Weißbrot, das in Butter angeschwitzt wurde; zum Schluss kommt eine Streuschicht aus Zucker und Zimt darauf.

Die Beeren. Der Text sagt nur, dass die Weinbeeren abgebrochen und in den Topf gegeben werden, also ganz und von den Rispen gelöst. Ob frische oder getrocknete gemeint sind, sagt er nicht. Sie garen im Wein-Wasser-Sud, bis sie weich sind; eine Zeit nennt der Text nicht. Kernlose Trauben brauchen kein Entkernen.

Das Brot. Das Weißbrot gart in heißer Butter, ohne dass eine Farbe verlangt ist. Dadurch wird es fettfest und weicht im Sud nicht sofort auf. Die Butter läuft danach ab, damit die Suppe nicht fettig wird.

Praxis. Beeren mit Wein und etwas Wasser im Topf am Feuer weich sieden und mit Zucker und Zimt abschmecken. Weißbrotscheiben in der Pfanne in Butter anschwitzen, auf einem Brett oder Rost abtropfen lassen und in die Schüssel legen. Beeren mit dem Sud darübergeben und mit Zucker und Zimt bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0062-orig" n="Weinbern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weinbeeren, also Beeren der Weintraube; ob frisch oder getrocknet, sagt der Text nicht. Rontzier schreibt „Weinbern/Weinbirn“ für die Weinbeere: der Druck führt ein eigenes Kapitel „Von Weinbernſuppen“ neben den Johansbern- und Stichbirnsuppen (das Register nennt die Gruppe allerdings „Weinbirnſuppen“), und in ron-0219 stehen „Weinbern oder Weindrauben“ nebeneinander. Hier steht „bricht die Weinbern ab“, das Ablösen der Beeren von der Rispe, und die Beeren kommen ganz in den Topf.<list type="alternatives"><item>Rosinen (getrocknete Weinbeeren)<note type="rationale">In Saucen und Füllungen meint Weinbern oft die getrocknete Beere. Rontzier hat „Roſin“ als eigenes Wort und nennt in 14 Rezepten beides; ob hier getrocknete Beeren gemeint sind, sagt der Text nicht.</note></item><item>Weinbirnen, eine weinsaure Birnensorte<note type="rationale">Henisch 1616 und Stieler 1691 führen „Weinbirn“ in der Birnenliste, das Deutsche Wörterbuch hat weinbirne als „eine art weinsaurer birnen“, Kaltschmidt 1854 ebenso; in ron-0062 heißt es von den Weinbern „gibt die Birn daruͤber“. Aus Rontziers Rezepten lässt sich diese Lesart nicht nachvollziehen: In keinem seiner Weinbern-Rezepte werden die Früchte geschält, entkernt oder zerschnitten, und „Birn Tarten“ stehen bei ihm als eigenes Kapitel neben den Weinbirn Tarten.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0062-orig" n="schwetzet" resp="#fyndling" subtype="lexical">In Butter anschwitzen, also in heißer Butter garen, ohne dass eine Farbe verlangt ist. Die Form „schwetzen“ ist als Küchenwort in keinem Wörterbuch eigens belegt; sie passt zum Küchenwort „schweißen“, das Grimm als „in hitze zubereiten, rösten, braten“ führt und das Rumpolt als „schweiß sie in Butter“ gebraucht. Rontzier nennt Bräunen eigens („schwetz man braun in Buttern ab“, ron-0115), hier steht keine Farbe.<list type="alternatives"><item>In Butter nur kurz schwenken.<note type="rationale">Möglich, weil die Butter danach ablaufen soll; für „schwetzen“ in diesem Sinn gibt es aber keinen Beleg.</note></item><item>In Butter braun rösten.<note type="rationale">Das Küchenwort schließt Rösten ein, doch Rontzier sagt „braun“ dazu, wenn er Farbe will, und hier fehlt es.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine „Suppe“ im alten Sinn: eine Speise, die über geröstetes Brot gegeben wird. Weinbeeren, Eigelb und gesottene Rote Bete kommen zusammen in einen Topf, werden mit Zucker und Ingwer abgeschmeckt und über das Brot gegeben. Heute am ehesten ein warmes Traubenkompott mit Eigelb auf Röstbrot.

Die Weinbeeren. Der Text lässt die Weinbeeren „abbrechen“; gemeint ist wohl das Lösen der Beeren von der Rispe. Ob frische oder getrocknete gemeint sind, ob sie roh oder vorgekocht in den Topf kommen, sagt der Text nicht, und eine Flüssigkeit nennt er nicht. In der Praxis kleine, möglichst kernlose Trauben mit einem Schuss Wasser oder Wein kurz dämpfen, damit nichts ansetzt.

Topf und Eigelb. Für den Topf nennt der Text kein Feuer. Die frisch gesottene, heiße Rote Bete wärmt die Mischung mit. Eigelb bindet nur in der Wärme und gerinnt beim Kochen; in der Praxis den Topf sacht erwärmen, bis die Masse leicht andickt, und nicht aufkochen lassen.

Die Rote Bete. Sie wird in Wasser gesotten, bis sie weich ist. Schälen und Zerkleinern erwähnt der Text nicht; in der Praxis die Knollen im Ganzen sieden, dann schälen und würfeln. Zum Besprengen am Ende nennt der Text die Rübe selbst, keinen Saft: fein gewürfelte oder geriebene Rote Bete eignet sich dafür.

Praxis. Brot rösten, die Mischung aus dem Topf darübergeben und mit Roter Bete, Zucker und gestoßenem Ingwer bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie geht fast ganz auf das Sieden der Roten Bete.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0063-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Gemeint ist ein Topf (Hafen), nicht das Verb „hauen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0063-orig" n="Weinbern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weinbeeren, also Beeren der Weintraube; ob frisch oder getrocknet, sagt der Text nicht. Rontzier schreibt „Weinbern/Weinbirn“ für die Weinbeere: der Druck führt ein eigenes Kapitel „Von Weinbernſuppen“ neben den Johansbern- und Stichbirnsuppen (das Register nennt die Gruppe allerdings „Weinbirnſuppen“), und in ron-0219 stehen „Weinbern oder Weindrauben“ nebeneinander. „Bricht … ab“ passt zum Ablösen der Beeren von der Rispe; ron-2499 und ron-2500 sprechen von „unzeitigen“ und „zeitigen Weinbirn“.<list type="alternatives"><item>Rosinen (getrocknete Weinbeeren)<note type="rationale">In Saucen und Füllungen meint Weinbern oft die getrocknete Beere. Rontzier hat „Roſin“ als eigenes Wort und nennt in 14 Rezepten beides; ob hier getrocknete Beeren gemeint sind, sagt der Text nicht.</note></item><item>Weinbirnen, eine weinsaure Birnensorte<note type="rationale">Henisch 1616 und Stieler 1691 führen „Weinbirn“ in der Birnenliste, das Deutsche Wörterbuch hat weinbirne als „eine art weinsaurer birnen“, Kaltschmidt 1854 ebenso; in ron-0062 heißt es von den Weinbern „gibt die Birn daruͤber“. Aus Rontziers Rezepten lässt sich diese Lesart nicht nachvollziehen: In keinem seiner Weinbern-Rezepte werden die Früchte geschält, entkernt oder zerschnitten, und „Birn Tarten“ stehen bei ihm als eigenes Kapitel neben den Weinbirn Tarten.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0063-orig" n="Erhitzen des Topfes" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt für den Topf mit Beeren und Eigelb keinen eigenen Garschritt; die frisch gesottene, heiße Rote Bete wärmt die Mischung, dann geht sie über das Brot.<list type="alternatives"><item>Den Topf sacht erwärmen, bis das Eigelb bindet<note type="rationale">Heutige Praxis: Eigelb dickt erst in der Wärme an und sollte nicht roh bleiben. Nicht kochen lassen, sonst gerinnt es.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0064-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weinbeeren, kleine Rosinen und gewürfelte Äpfel werden zusammen in Butter gebraten, mit Zucker, Zimt und Wein abgeschmeckt und über geröstetes Brot gegeben. Heute am ehesten ein warmes Trauben-Apfel-Kompott auf Röstbrot.

Frische oder getrocknete Weinbeeren? Der Text sagt es nicht, beides ist möglich. Mit frischen Trauben wird das Gericht saftig und säuerlich; dafür kleine, möglichst kernlose Trauben von den Rispen zupfen. Außerhalb der Saison gehen getrocknete Weinbeeren wie Sultaninen, dann wird es ein Rosinen-Apfel-Gericht.

Braten und Abmachen. Die Äpfel werden gewürfelt, damit sie in derselben Zeit weich werden wie die kleinen Beeren. Butter in der Pfanne erhitzen und Apfelwürfel, Weinbeeren und Rosinen darin braten, bis die Äpfel weich sind. In der Praxis dann Zucker, Zimt und einen Schuss Wein zugeben und kurz aufwallen lassen, damit sich der Zucker löst und mit der Butter ein kurzer Sud entsteht.

Praxis. Brotscheiben rösten und das Obst mit dem Sud erst kurz vor dem Auftragen darübergeben, damit das Brot nicht durchweicht. Der Text nennt weder Mengen noch Wein- oder Apfelsorte. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0064-orig" n="Weinbern" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weinbeeren, also Beeren der Weintraube; ob frisch oder getrocknet, sagt der Text nicht. Rontzier schreibt „Weinbern/Weinbirn“ für die Weinbeere: der Druck führt ein eigenes Kapitel „Von Weinbernſuppen“ neben den Johansbern- und Stichbirnsuppen, und in keinem seiner Weinbern-Rezepte wird geschält, entkernt oder zerschnitten. Auch hier müssen nur die Äpfel gewürfelt werden; die Weinbern kommen ganz in die Butter, so wie die Kirschen in ron-0056 („bradet die Kirſen ohne die ſtein in Buttern“).<list type="alternatives"><item>Rosinen (getrocknete Weinbeeren)<note type="rationale">In Saucen und Füllungen meint Weinbern oft die getrocknete Beere. Hier nennt Rontzier im selben Satz eigens „kleinen Roſinen“; die Weinbern sind also kaum dieselben kleinen Rosinen. Größere getrocknete Beeren schließt das nicht aus.</note></item><item>Weinbirnen, eine weinsaure Birnensorte<note type="rationale">Henisch 1616 und Stieler 1691 führen „Weinbirn“ in der Birnenliste, das Deutsche Wörterbuch hat weinbirne als „eine art weinsaurer birnen“, Kaltschmidt 1854 ebenso; in ron-0062 heißt es von den Weinbern „gibt die Birn daruͤber“. Aus Rontziers Rezepten lässt sich diese Lesart nicht nachvollziehen: Birnen müssten geschnitten werden wie hier die Äpfel, und „Birn Tarten“ stehen bei ihm als eigenes Kapitel neben den Weinbirn Tarten.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0065-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Stachelbeeren werden mit Rotwein und Zucker fertig gemacht, über geröstetes Brot gegeben und mit Zucker bestreut. Heute erinnert das an ein warmes Beerenkompott auf Röstbrot.

Welche Frucht? Rontzier schreibt „Stichbirn“. Weil „Stichbeere“ in den Wörterbüchern die Stachelbeere ist und Rontzier „-birn“ auch für andere Beeren schreibt, lesen wir Stachelbeeren. Ob grüne oder reife gemeint sind, sagt der Text nicht.

Garen. Der Text nennt nur das Abmachen mit Wein und Zucker, keinen Garschritt. Bei den Weinbeeren kurz zuvor bringt Rontzier die Beeren ausdrücklich mit Wein zum Feuer. Roh im Wein bleiben Stachelbeeren hart und sehr sauer; in der Praxis die Beeren im Rotwein mit dem Zucker kurz aufkochen, bis sie weich werden und aufplatzen. Ob Rontzier sie auch roh angemacht hat, lässt der Text offen.

Praxis. Die Beeren von Stiel und Blütenrest befreien, im Wein mit Zucker kurz aufkochen und nach Geschmack nachsüßen. Das Brot rösten, die Beeren mit dem Wein erst kurz vor dem Auftragen darübergeben, damit es nicht ganz durchweicht, und mit Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0065-orig" n="beſprengt" resp="#fyndling">Bei Zucker heißt das bestreuen, nicht mit Flüssigkeit benetzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0065-orig" n="Stichbirn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Stachelbeeren. Grimm führt „stichbeere“, niederdeutsch „stickbeere“, als Stachelbeere, ebenso Campe und das Bayerische Wörterbuch; Anna Wecker nennt im selben Jahr 1598 „Erd oder Stichbeer“ für eine Stachelbeertorte. Rontzier schreibt „-birn“ auch sonst für Beeren (Johansbirn, Heydelbirn, Erdtbirn, Maulbirn), und an anderen Stellen macht er mit Stichbirn Saucen über Fisch und Braten säuerlich ab, wie es zu Stachelbeeren passt.<list type="alternatives"><item>Eine Birnensorte<note type="rationale">„Birn“ kann wörtlich Birne heißen, und im folgenden Rezept heißt es „thut man andere Birn darunter“. Für eine Form auf „-birn“ als Birnensorte findet sich aber kein Wörterbuchbeleg, und Rontzier verlangt bei Stichbirn nie Schälen, Entkernen oder Zerschneiden.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#stichbirn"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0066-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süße Stachelbeersuppe: zerstoßene Stachelbeeren, mit Eigelb und Wein durch ein Haartuch geschlagen, mit weiteren Beeren, Zucker und Muskatblüte über geröstetes Weißbrot gegossen.

Stoßen und Durchschlagen. Das Stoßen im Mörser öffnet die Beeren, das Haartuch (ein Seihtuch, meist aus Pferdehaar) hält Schalen und Kerne zurück. Was durchläuft, ist eine glatte, säuerliche Creme aus Fruchtmark, Eigelb und Wein.

Weitere Beeren und Anmachen. Die weiteren Beeren kommen erst nach dem Durchschlagen dazu und bleiben ganz; ob das zusätzliche Stachelbeeren oder eine andere Beerensorte sind, sagt der Text nicht. Zucker und Muskatblüte gehören laut Text schon vor dem Übergießen an die Beeren.

Erwärmen. Rontzier nennt keinen Garschritt. Rohes Eigelb bindet kalt nicht; in der Praxis die Masse unter Rühren behutsam erwärmen, bis sie leicht dicklich wird, und nicht kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb.

Praxis. Weißbrotscheiben rösten und in die Schüssel legen, die Suppe darübergießen und gleich auftragen. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 25 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0066-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), die getrocknete rote Samenhülle der Muskatnuss. Sie schmeckt milder und feiner als die Muskatnuss selbst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0066-orig" n="Stichbirn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Stachelbeere. Das Grimmsche Wörterbuch führt stichbeere, niederdeutsch stickbeere, als Stachelbeere, ebenso Campe; Rontzier schreibt die Endung -birn regelmäßig für Beeren (Johansbirn, Wacholderbirn, Weinbirn). Er nimmt Stichbirn grün oder zeitig für Torten und setzt sie wie hier säuerlich mit Eigelb, Wein und Muskatblüte ein. Zerstoßen und durch ein Tuch geschlagen ergibt eine Beere ein glattes Mark.<list type="alternatives"><item>Eine Birnensorte (Stichbirne)<note type="rationale">Dafür spricht hier allein der Satz thut man andere Birn darunter, der wie ein Vergleich mit anderen Birnen klingt. Die Form Stichbirne als Birnensorte ist in den Wörterbüchern nicht belegt, und bei Rontzier heißen auch Beeren Birn; der Satz passt deshalb ebenso zu weiteren Beeren.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#stichbirn"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0066-orig" n="Erwärmen der Eigelb-Wein-Masse" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt keinen Garschritt: Die durchgeschlagene Masse aus Beeren, Eigelb und Wein wird angemacht und über das geröstete Brot gegossen.<list type="alternatives"><item>Behutsam erwärmen, bis die Masse leicht bindet<note type="rationale">Eigelb bindet erst warm; in der Praxis unter Rühren erwärmen und nicht kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb. Das ist eine heutige Empfehlung, nicht Rontziers Wortlaut.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0067-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Stachelbeeren werden im Topf mit Wein, Zucker, Zimt und Muskat angesetzt und über geröstetes Brot gegeben. Obenauf kommen Eier, jedes für sich in Butter gebacken und mit Zimtzucker bestreut. Heute erinnert das an eine süße Obstsuppe auf Röstbrot mit Ei als Einlage.

Welche Frucht? Rontzier schreibt „Stichbirn“. Wir lesen Stachelbeeren, weil „Stichbeere“ und niederdeutsch „Stickbeere“ für die Stachelbeere belegt sind und Rontzier „-birn“ auch sonst für Beeren schreibt. Die Lesart als Birne ist nicht ganz ausgeschlossen.

Anmachen. Der Text sagt nur, dass die Beeren in den Topf kommen und mit Wein, Zucker, Zimt und Muskat angemacht werden; eine Hitze nennt er nicht. In der Praxis die Beeren im Wein erhitzen, bis sie weich werden und aufplatzen, und dann mit Zucker, Zimt und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Der Zucker mildert die Säure der Beeren.

Die Eier. „Ydes besunder“ heißt jedes für sich: Die Eier werden nicht verrührt, sondern einzeln in Butter gebacken, ähnlich einem Spiegelei; mit mehr Butter lassen sie sich auch ausbacken. Zucker und Zimt erst miteinander mischen, dann über die Eier streuen.

Praxis. Brot rösten und in die Schüssel legen, die heißen Beeren mit dem Wein darübergeben und die Eier zuletzt obenauf legen, damit sie warm auf die Suppe kommen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0067-orig" n="beckt" resp="#fyndling">Backen heißt hier Garen in Butter in der Pfanne, also Braten; ein Ofen ist nicht gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0067-orig" n="Stichbirn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Stachelbeeren. Grimm führt „stichbeere“, niederdeutsch „stickbeere“, als Stachelbeere, ebenso Campe. Rontzier schreibt „-birn“ regelmäßig für Beeren (Johansbirn, Heydelbirn, Maulbirn, Wacholderbirn), und die säuerliche Beere passt zum Ansetzen mit Wein, Zucker und Zimt. Für die Form auf „-birn“ selbst gibt es keinen Wörterbuchbeleg; es ist eine Lesart.<list type="alternatives"><item>Birnen, etwa eine Birnensorte namens „Stichbirne“<note type="rationale">„Birn“ kann wörtlich Birne heißen, und im Rezept davor heißt es nach den gestoßenen Stichbirn „thut man andere Birn darunter“ (ron-0066), was für Birnen sprechen kann. Eine Birnensorte dieses Namens ist in den Wörterbüchern aber nicht belegt, und Rontziers Gebrauch von „-birn“ für Beeren spricht dagegen.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#stichbirn"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0067-orig" n="macht ſie an" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Beeren werden im Topf mit Wein, Zucker, Zimt und Muskat angesetzt und dabei erhitzt, bis sie weich sind. „Anmachen“ heißt zubereiten oder mischen und nennt selbst keine Hitze, aber „Hafen“ ist der Kochtopf, und in den Nachbarrezepten kommt die Frucht mit dem Wein zum Feuer (ron-0062).<list type="alternatives"><item>Nur angesetzt, ohne Feuer<note type="rationale">Wörtlich steht kein Kochschritt da. Rohe Stachelbeeren bleiben dann aber hart und sehr sauer, was zu einer warmen Suppe mit gebackenen Eiern schlecht passt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0068-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Markknochen vom Rind, im Topf in Rindfleischbrühe gehalten und mit gerösteten, in derselben Brühe getränkten Weißbrotscheiben und Parmesan aufgetragen.

Wie die Knochen stehen. Der Text sagt nur, die Knochen so in den Topf zu setzen, dass das Mark nicht herausfließt. Rontziers Kapaunenrezept (ron-0001) wird deutlicher: Die Knochen sollen „in der hoͤhe“ stehen. Aufrecht, die offene Seite nach oben, bleibt das beim Sieden weich gewordene Mark im Knochen; liegend liefe es aus.

Das Fett. „das feiſte“ steht zweimal: Zuerst ist das fette Fleisch gemeint, das am Knochen bleibt, beim Auffüllen dann das Fett, das mit der Brühe in den Topf kommt. In der Praxis das Fett von der Kochbrühe abschöpfen und mitgeben.

Praxis. Markknochen mit anhaftendem Fleisch in Wasser sieden, bis das Fleisch weich ist; die Brühe davon kann als Rindfleischbrühe dienen. Das magere Fleisch abschneiden, die Knochen aufrecht in einen engen Topf stellen und mit Brühe und Fett auffüllen. Weißbrotscheiben auf dem Rost oder in der Pfanne rösten, mit heißer Brühe begießen und erst beim Auftragen geriebenen Parmesan darüberstreuen. Wie Brot und Knochen angerichtet werden, lässt der Text offen. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0068-orig" n="Hafen" resp="#fyndling">Ein Hafen ist ein Topf, ein Kochgefäß aus Ton oder Metall.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0068-orig" n="darzu auch das feiſte" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Fett, das mit der Brühe in den Topf kommt, wie in ron-0001 („ſampt dem feiſte“) und ron-0006 („Kappaunenbruͤh vnd feiſte“), wo das Wort ebenfalls das Fett der Brühe meint.<list type="alternatives"><item>Das fette Fleisch, das vorher am Knochen gelassen wurde<note type="rationale">Das erste „feiſte“ im Satz meint dieses Fleisch; es sitzt aber schon an den Knochen im Topf, eigens dazugeben müsste man es nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Markknochen vom Ochsen, angerichtet auf einer Suppe im alten Sinn: geröstetes Weißbrot, das mit Rindfleischbrühe begossen wird. Auf die Knochen kommt eine Auflage aus hartgekochtem Eigelb und geriebenem Brot, darüber Muskatblüte.

Zweimal erhitzen. Das erste Sieden gart das anhaftende Fleisch; das magere Fleisch wird abgeschnitten, die Knochen mit dem Mark bleiben. Das zweite Aufkochen in Rindfleischbrühe bringt sie heiß zum Anrichten.

Brühe und Brot. Der Satz über die Brühe steht vor dem Aufkochen der Knochen. Praktisch schöpft man die Brühe aus dem Kessel, in dem die Knochen aufkochen, und gießt sie über das Röstbrot.

Die Auflage. Hartes Eigelb und geriebenes Brot ergeben zusammen eine krümelige Masse. Der Text sagt nur, dass sie auf die Markknochen gegeben wird.

Praxis. Markknochen mit etwas Fleisch daran gar sieden, das magere Fleisch abschneiden, die Knochen in Rindfleischbrühe aufkochen. Weißbrot rösten, in eine Schüssel legen und mit Brühe begießen. Eigelbe hart kochen, mit geriebenem Brot vermischen und auf die Knochen geben. Die Knochen auf die Suppe legen, mit Muskatblüte bestreuen, zudecken und heiß auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0069-orig" n="Marcknochen" resp="#fyndling">Markknochen sind Röhrenknochen vom Rind, in deren Hohlraum das Knochenmark sitzt. Im Rezept bleibt das Mark in den Knochen und wird mit ihnen serviert.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0069-orig" n="Margerfleiſch" resp="#fyndling">Magerfleisch, das magere Fleisch an den Knochen. Die Nachbarrezepte schreiben Magerfleiſch; eines von ihnen sagt ausdrücklich, dass man das Magere abschneidet und das Fette sitzen lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0069-orig" n="die bruͤh gibt man aber geroͤſtet weiß Brot" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Brühe wird über geröstetes Weißbrot gegossen; das ergibt die Suppe, auf die am Schluss die Knochen kommen. In der Praxis schöpft man die Brühe aus dem Kessel, in dem die Knochen aufkochen.<list type="alternatives"><item>Das Röstbrot wird schon vor dem Aufkochen der Knochen mit frischer Rindfleischbrühe begossen.<note type="rationale">So steht der Satz in der Reihenfolge des Textes. Für das fertige Gericht macht es keinen Unterschied.</note></item><item>Das Röstbrot kommt in den Kessel und kocht mit den Knochen auf.<note type="rationale">Spricht dagegen, dass die Knochen am Ende „vber die Suppen“ gegeben werden, die Suppe also getrennt angerichtet ist.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0070-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Ochsenmarkknochen, deren mageres Fleisch abgelöst und mit Röstbrot in Butter durchgekocht wird; die Knochen kommen zum Schluss obenauf. Anders als die Nachbarrezepte kommt es ohne Brühe aus, gewürzt wird nur mit Pfeffer.

Garen der Knochen. Der Text sagt nur „gar machen“. Die Nachbarrezepte derselben Reihe sieden die Markknochen, und das Fleisch muss mürbe sein, damit es sich abschneiden lässt.

Brot und Butter. Ob das Brot in der Butter geröstet oder geröstet in die Butter gelegt wird, lässt die Wortstellung offen. In beiden Fällen liegen Brot und Fleisch zusammen in der Butter und werden durchgekocht, bis alles heiß ist und das Brot Butter und Fleischsaft aufgenommen hat.

Praxis. Markknochen mit anhaftendem Fleisch in gesalzenem Wasser etwa 1,5 bis 2 Stunden schwach sieden, bis das Fleisch mürbe ist. Fleisch abschneiden, Weißbrotscheiben in Butter in der Pfanne goldgelb rösten, das Fleisch darauflegen und bei kleiner Hitze kurz durchziehen lassen. Pfeffern, die heißen Markknochen obenauf setzen und sofort anrichten. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0070-orig" n="Magerfleiſch" resp="#fyndling">Das magere Fleisch, das nach dem Garen an den Markknochen sitzt und davon abgeschnitten wird. Es ist der Belag für das Brot, kein eigener Fleischeinkauf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0070-orig" n="geroͤſtete ſcheiben weiß Brot in Butter" resp="#fyndling" subtype="contextual">In Butter geröstete Weißbrotscheiben: Das Brot wird in Butter geröstet, das Fleisch daraufgegeben und alles zusammen in der Butter durchgekocht. Rontzier verwendet dieselbe Fügung in ron-0017 („roͤſtet ſcheiben von weiſſembrote in Butter“), und Butter ist das einzige genannte Fett, in dem das Durchkochen geschehen kann.<list type="alternatives"><item>Das Brot wird zuvor trocken am Feuer geröstet und erst dann in Butter gelegt, in der Fleisch und Brot zusammen durchkochen.<note type="rationale">Die Wortstellung lässt offen, ob „in Butter“ zum Rösten oder zum Durchkochen gehört. Für das fertige Gericht ändert sich wenig: In beiden Fällen ziehen Brot und Fleisch in Butter durch.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0071-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine passierte Erbsensuppe, mit Safran gefärbt und mit Haberkümmel gewürzt, auf Rindfleischbrühe; die Markknochen werden darin aufgesotten und zuletzt obenauf gelegt. Die Suppe, die damit begossen wird, ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, wie in ron-0048; das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht.

Markknochen. Dass zuerst das Fleisch von den Knochen geschnitten wird und die Knochen in der Erbsenbrühe nur aufsieden, spricht dafür, dass sie wie in den Nachbarrezepten ron-0068 bis ron-0070 vorher gar gesotten sind. Rohes Mark würde beim kurzen Aufsieden nicht durchgaren.

Erbsenmus. Die weißen, also hellen getrockneten Erbsen werden in Wasser weich gekocht und mit ihrem eigenen Kochwasser durch ein Haartuch gestrichen; die Schalen bleiben dabei zurück. Safran gibt die Farbe, der Haberkümmel die Würze. Erst danach kommt die Rindfleischbrühe dazu, bis eine Suppe entsteht. Wie dick sie sein soll, sagt der Text nicht.

Praxis. Die Markknochen etwa eine Stunde in Brühe oder Salzwasser garen und das anhängende Fleisch abschneiden. Getrocknete helle Erbsen weich kochen, mit dem Kochwasser durch ein feines Sieb oder Passiertuch streichen, mit Safran und Kümmel abschmecken und mit Rindfleischbrühe auf die gewünschte Dicke bringen. Die Knochen darin kurz aufkochen. Wer der Brotlesart folgt, legt geröstete Weißbrotscheiben in die Schüssel, begießt sie mit der Erbsensuppe, setzt die Knochen obenauf und bestreut alles mit Kümmel. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; ein heute übliches Einweichen der Erbsen über Nacht ist nicht mitgerechnet.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0071-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn; das Mittelniederdeutsche Wörterbuch erklärt soppe, suppe als eingeweichtes, geschnittenes Brot. Das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0071-orig" n="Haber Koͤm / Haber Koͤme" resp="#fyndling" subtype="lexical">Wilder Schwarzkümmel, ein Verwandter der Nigella; im Text bleibt der Name „Haberkümmel“ stehen. Lonicers Kreuterbuch (Frankfurt 1582) nennt das wilde Geschlecht des Schwarzkoriander „wild ſchwartz Coriander / Haberkümmel / Roßkümmel“ und führt Haberkümmel im Register getrennt von Römischkümmel; sein lateinisches Onomasticon (1555) setzt „Cuminum sylvestre … Wild schwartz Kümmel, Haberkümmel“. Beides ist eine Stimme (Lonitzer = Lonicer) und stammt aus Frankfurt, nicht aus Wolfenbüttel. Koͤhm ist Kümmel (mittelniederdeutsch kȫme); Rontzier führt daneben Gartenkoͤhm und das einfache Koͤhm.<list type="alternatives"><item>Gewöhnlicher Kümmel<note type="rationale">Das einfache Koͤhm ist im Buch der Normalfall; ob Haber- eine eigene Sorte kennzeichnet, geht aus keinem Rezept hervor.</note></item><item>Kreuzkümmel<note type="rationale">Grimms Wörterbuch führt „haberkümmel, m. cuminum cyminum“ nach Nemnichs Pflanzenlexikon um 1800, und Krünitz nennt „Hafer-Kümmel“ neben „Garten-Kümmel“ für den Kreuzkümmel. Beide Belege sind rund zweihundert Jahre jünger als der Druck. Lonicer dagegen nennt den Kreuzkümmel Römisch- und Gartenkümmel.</note></item><item>Art nicht bestimmbar<note type="rationale">Haber- heißt Hafer, ob nach der Kornform oder wegen des Wuchses im Getreide, ist offen; die Rezepte selbst sagen nichts über die Pflanze.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0071-orig" n="man ſchneidet das Fleiſch von den Knochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Markknochen sind vorher gar gesotten, wie in ron-0068 bis ron-0070; dann wird das anhängende Fleisch abgeschnitten und die Knochen werden in der Erbsensuppe nur noch aufgesotten.<list type="alternatives"><item>Rohe Knochen, die erst in der Erbsensuppe garen<note type="rationale">Der Text sagt nichts vom Vorgaren. Beim bloßen Aufsieden würde das Mark aber nicht durchgaren; dann müssten die Knochen deutlich länger in der Suppe ziehen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0072-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Ochsenmarkknochen mit einer süßen Sauce aus kleinen Rosinen, Wein, Zucker und Zimt, dazu geröstetes Weißbrot, das in Rindfleischbrühe getränkt ist. Beim Auftragen kommt noch Zucker darüber.

Die Knochen. Der Text setzt gegarte Markknochen voraus und sagt nicht, wie sie gegart werden. Die Nachbarrezepte derselben Reihe sieden sie mit dem anhaftenden Fleisch gar (ron-0068, ron-0070); die Brühe davon dient als Rindfleischbrühe.

Das Fett. „mit dem feiſte“ nennt ein schon vorhandenes Fett. Am nächsten liegt das Fett, das beim Sieden der Knochen auf der Brühe schwimmt; in ron-0068 kommt „das feiſte“ ebenso mit der Brühe in den Topf.

Anschwitzen. Die Rosinen werden im heißen Fett angeschwitzt, bis sie aufquellen und glänzen; eine Farbe verlangt der Text nicht, also nicht bräunen. Wein, Zucker und Zimt löschen ab und machen daraus eine Sauce.

Anrichten. Der Text sagt nur, dass die Rosinen über die Markknochen kommen. Wo das getränkte Brot liegt, bleibt offen; in der Reihe kommen die Knochen sonst über das Brot (ron-0069).

Praxis. Markknochen mit Fleisch in gesalzenem Wasser etwa 1,5 bis 2 Stunden schwach sieden, das Fett von der Brühe abschöpfen. Weißbrotscheiben rösten und mit heißer Brühe begießen. Kleine Rosinen in etwas abgeschöpftem Fett bei mittlerer Hitze anschwitzen, mit einem Schuss Wein ablöschen, mit Zucker und Zimt abschmecken und kurz einkochen lassen. Die Knochen auf das Brot setzen, die Rosinen darübergeben und vor dem Auftragen mit Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0072-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Küchenwort für „in Fett anschwitzen“, verwandt mit dem alten Küchenverb „schweißen“ (Grimm: „in hitze zubereiten, rösten, braten“). Rontzier gebraucht es auch für Kirschen mit Rosinen (ron-0057) und Johannisbeeren (ron-0060) in Butter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0072-orig" n="mit dem feiſte" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Fett, das beim Sieden der Markknochen mit dem Fleisch auf der Brühe schwimmt. Der bestimmte Artikel verweist auf ein schon vorhandenes Fett, die Rindfleischbrühe steht im selben Satz, und im ersten Rezept der Reihe (ron-0068) kommt „das feiſte“ zusammen mit der Brühe in den Topf.<list type="alternatives"><item>Ausgetretenes Mark aus den Knochen<note type="rationale">Mark ist in dieser Reihe das naheliegende Fett, doch Rontzier nennt es sonst „Marck“; „feiſte“ heißt allgemein Fett (Lexer, Grimm).</note></item><item>Rohes Rinderfett (Talg)<note type="rationale">Rumpolt nennt „roh Rindtfeißt“ als eigene Zutat (rum-0072). Hier fehlt das „roh“, und der Artikel spricht für ein Fett aus dem Gericht selbst.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenmarkknochen in einer Sauce aus durchgeschlagenen Artischockenblättern, Brühe, Eigelb und Wein, über geröstetem Weißbrot angerichtet und beim Auftragen gepfeffert. Wie in den anderen Markknochen-Rezepten derselben Reihe sind die Knochen gesotten; die ersten Rezepte der Reihe sieden sie ausdrücklich gar.

Die Artischockenblätter. Der Text sagt nur, dass die äußersten Blätter mit Rinderfleischbrühe durch ein Haartuch geschlagen werden. Roh lässt sich davon kaum etwas durchschlagen; in der Praxis die Blätter in der Brühe weich kochen und dann durch ein Seihtuch oder feines Sieb streichen, sodass das weiche Blattfleisch durchgeht und die Fasern zurückbleiben. Das ist eine Ergänzung, die der Text nicht nennt.

Eigelb und Durchkochen. Die Eigelbe binden die Sauce, der Wein gibt Säure. Der Text lässt danach alles zusammen durchkochen. Kocht die Sauce mit dem Eigelb sprudelnd, flockt es; wer eine glatte Sauce will, erhitzt nach dem Einrühren der Eigelbe nur bis knapp vor dem Kochen.

Praxis. Markknochen vom Ochsen mit etwas anhaftendem Fleisch in Wasser gar sieden. Die äußersten Blätter einiger Artischocken in Rinderbrühe weich kochen und mit der Brühe durch ein Tuch oder Sieb streichen. Ein paar Eigelb und einen Schuss Wein einrühren, die Knochen damit übergießen, etwas Brühe und den Rest der Blätter dazugeben und alles bei kleiner Hitze zusammen heiß werden lassen. Über geröstete Weißbrotscheiben anrichten und erst beim Auftragen pfeffern. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0073-orig" n="Pareyerdotter" resp="#fyndling">Im Druck in einem Wort gesetzt: par Eyerdotter, also ein paar Eidotter. An anderen Stellen schreibt Rontzier getrennt „ein par Eyerdotter“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0073-orig" n="die vorigen Bletter" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die zuvor genannten äußersten Blätter selbst, also was nach dem Durchschlagen im Haartuch zurückbleibt, kommen mit in die Brühe. „vorig“ heißt „vorhergehend, zuvor genannt“ und weist auf die Blätter vom Satzanfang zurück.<list type="alternatives"><item>Eine weitere Portion äußerer Blätter, die ganz in die Brühe kommt<note type="rationale">Möglich, wenn die durchgeschlagenen Blätter verbraucht sind; der Text nennt aber keine zweite Menge, und „vorig“ verweist auf schon Erwähntes.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0074-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Markknochen vom Ochsen: Das Mark aus schon gesottenen Knochen wird mit einem Ei und Datteln vermengt, wieder eingefüllt, in Rindfleischbrühe gegart und aufrecht auf geröstetem Brot aufgetragen.

Die Füllung. Das rohe Ei bindet Mark und Datteln; beim zweiten Sieden stockt es, und die Füllung hält im Knochen. Die ganze Dattel steckt obenauf in der Füllung. Ob sie nur Zier ist oder die Öffnung zugleich verschließt, sagt der Text nicht.

Warum aufrecht und über Eck. Der enge Topf hält die Knochen aufrecht, damit die Füllung nicht ausläuft. Nach kurzem Sieden rückt der Topf über Eck an den Rand des Feuers, wo die Hitze schwächer ist: So kocht die Füllung nicht zu bald auf und quillt nicht heraus. Wie hoch die Brühe steht, sagt der Text nicht.

Praxis. Markknochen in Wasser oder Brühe gar sieden, bis sich das Mark lösen lässt, und die Brühe aufheben. Das Mark herausnehmen, mit einem Ei und ein oder zwei geschnittenen Datteln vermengen, zurückfüllen und je eine ganze Dattel obenauf stecken. Die Knochen dicht an dicht in einen engen Topf stellen und Brühe angießen; heute würde man sie nur bis knapp unter den oberen Rand reichen lassen, damit die Füllung nicht ausgewaschen wird. Kurz sieden lassen, dann den Topf an den Rand des Feuers ziehen und schwach weitergaren, bis das Ei gestockt ist. Auf geröstetem Brot aufrecht anrichten. Die Zubereitungszeit von etwa anderthalb Stunden einschließlich des Vorsiedens ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0074-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf; hier muss er eng sein, damit die gefüllten Knochen aufrecht darin stehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0074-orig" n="vberort an das fewr" resp="#fyndling" subtype="lexical">Über Eck, also seitlich an den Rand des Feuers gerückt, wo die Hitze schwächer ist. Grimms Wörterbuch führt überort als „über die ecke hin, diagonal“, das Rheinische Wörterbuch als „übereck“; der Satz begründet den Schritt damit, dass die Knochen nicht zu bald aufkochen sollen, und das passt zu weniger Hitze.<list type="alternatives"><item>Den Topf schräg stellen<note type="rationale">„Diagonal“ ließe sich auch so verstehen. Schräg gestellt stünden die gefüllten Knochen aber nicht mehr aufrecht, was der Text vorher und beim Anrichten ausdrücklich verlangt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0075-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenmarkknochen, deren gegartes Mark herausgelöst, in austerngroße Stücke geteilt und zusammen mit Austern, Eigelb, geriebenem Brot, Ingwer und Pfeffer im Wechsel wieder eingefüllt wird. Beim zweiten Erhitzen in der Brühe garen Austern und Eigelb im Knochen, das Brot bindet die Füllung. Dazu kommen eine Austernsauce mit Eigelb und Wein und rund geschnittenes Brot ohne Rinde, auf das man bei Tisch das Mark gibt.

Garen der Knochen. Der Text setzt gegarte Knochen voraus („wenn das Marck gar iſt“), sagt aber nicht, wie sie gegart werden. Die Nachbarrezepte derselben Reihe sieden die Markknochen in Rindfleischbrühe. Gar ist das Mark, wenn es weich ist und sich aus dem Knochen gießen lässt.

Der Brotdeckel. Die Weißbrotrinde wird oben in die Öffnung gesteckt und hält die Füllung im Knochen, während er wieder in der Brühe am Feuer steht.

Die Sauce. Einige Austern werden in Brühe erhitzt und mit Muskat, Pfeffer, Eigelb und Wein abgemacht; das Eigelb bindet die Brühe.

Praxis. Markknochen in Rindfleischbrühe schwach sieden, bis das Mark weich ist, etwa 20 bis 30 Minuten. Mark herauslösen, in Stücke von Austerngröße schneiden, mit ausgelösten Austern, Eigelb, geriebenem Brot, Ingwer und Pfeffer vermengen und mit einem Löffel abwechselnd zurückfüllen. Ein Stück Brotrinde als Pfropfen aufstecken, die Knochen aufrecht in die Brühe stellen und bei kleiner Hitze ziehen lassen, bis die Füllung fest ist. Für die Sauce einige Austern in Brühe kurz erhitzen, Wein und Gewürz dazugeben und zum Schluss das verquirlte Eigelb unterziehen; danach nicht mehr kochen lassen, sonst gerinnt es. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0075-orig" n="Vſteren" resp="#fyndling">Austern. Rontzier gebraucht die niederdeutsche Form, die als Uster im 16. Jahrhundert aus dem Mittelniederländischen entlehnt wurde (Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Artikel Auster).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0075-orig" n="ein rinden weiß Brot" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein Stück Weißbrotrinde, das oben in die gefüllte Knochenöffnung gesteckt wird und die Füllung beim Wiedererhitzen zurückhält. Dafür spricht das Verb („ſtich … dar oben auff“) und der Gegensatz zum Schlussabsatz, wo das Brot eigens ohne Rinde geschnitten wird.<list type="alternatives"><item>Ein Stück Weißbrot mit Rinde<note type="rationale">Die Fügung ließe auch ein ganzes Brotstück mit Rinde zu; zum Einstecken in die enge Knochenöffnung passt die feste Rinde besser.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0075-orig" n="wenn das Marck gar iſt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Knochen werden vorab gegart, wie in den Nachbarrezepten derselben Reihe in Rindfleischbrühe gesotten; der Text setzt diesen Schritt voraus und nennt ihn nicht.<list type="alternatives"><item>Heute: Markknochen in Brühe etwa 20 bis 30 Minuten schwach sieden, bis das Mark weich ist<note type="rationale">Praktischer Weg zum vorausgesetzten Zustand; Zeit und Verfahren stehen nicht im Text.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0076-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Markknochen vom Ochsen auf einer Suppe im alten Sinn, also Brot, das mit Brühe begossen wird. Obenauf kommen Muscheln, die erst kurz aufgesotten und dann in Butter mit Petersilie gebraten werden, gepfeffert und beim Auftragen gesalzen.

Die Muscheln öffnen. Rontzier setzt die gewaschenen Muscheln ohne Wasser, nur gesalzen, in den Kessel und lässt sie rasch aufsieden. Muscheln geben beim Erhitzen selbst Flüssigkeit ab und öffnen sich dabei; kurze, kräftige Hitze genügt.

Schale oder ausgelöst? Der Text sagt nur, dass man sie wieder herausnimmt und in eine Schüssel gibt. Ob sie vor dem Braten aus den Schalen gelöst werden, bleibt offen. Für das Braten in Butter und das Anrichten über den Knochen ist das ausgelöste Muschelfleisch heute die naheliegende Wahl.

Braten und Abgießen. Gebraten wird in der Schüssel, in die sie gelegt werden. Die Petersilie kommt erst dazu, wenn die Muscheln schon ein wenig gebraten sind. Danach wird die Butter wieder abgegossen, sodass die Muscheln nicht im Fett auf die Knochen kommen, und erst dann gepfeffert.

Die Unterlage. Wie die Markknochen gar gemacht werden, setzt der Text voraus; die Nachbarrezepte sieden sie in Rindfleischbrühe. Das Brot der Suppe nennt dieses Rezept nicht, die Nachbarrezepte nehmen geröstetes Weißbrot.

Praxis. Markknochen in Rinderbrühe schwach sieden, bis das Mark gar ist. Geröstetes Weißbrot in eine Schüssel legen, mit der Brühe begießen und die Knochen darauf setzen. Miesmuscheln waschen, beschädigte oder offene, die sich beim Antippen nicht schließen, aussortieren. Die Muscheln mit etwas Salz in einen trockenen Topf geben und bei starker Hitze erhitzen, bis sie sich öffnen; Muscheln, die geschlossen bleiben, wegwerfen. Das Fleisch auslösen, in Butter kurz braten, etwas gehackte Petersilie dazugeben, die Butter abgießen, pfeffern. Die Muscheln über die Markknochen geben, salzen und heiß auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0076-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Die Suppe ist bei Rontzier die Unterlage aus Brot, die mit Brühe begossen wird, keine Flüssigkeit im heutigen Sinn; das Mittelniederdeutsche Wörterbuch erklärt soppe, suppe als eingeweichtes, geschnittenes Brot. Das Brot selbst nennt dieses Rezept nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0076-orig" n="gibt die Butter widerumb ab" resp="#fyndling">Die Butter wird nach dem Braten wieder abgegossen, bevor die Muscheln mit Pfeffer abgeschmeckt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0076-orig" n="Muſchel" resp="#fyndling" subtype="contextual">Muscheln ohne Artangabe; das Verfahren, ohne Wasser rasch aufsieden und in Butter braten, passt zu Miesmuscheln, die beim Erhitzen selbst Flüssigkeit abgeben.<list type="alternatives"><item>Süßwassermuscheln (Fluss- oder Teichmuscheln)<note type="rationale">Der Text nennt keine Art und keine Herkunft und schließt sie nicht aus; ein Beleg für ihre Verwendung bei Rontzier fehlt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0076-orig" n="nimpt man ſie wider auß" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Muscheln werden wieder aus dem Kessel genommen und in die Schüssel gegeben; ob sie dabei aus den Schalen gelöst werden, sagt der Text nicht. Das Auslösen nennt Rontzier sonst eigens (bricht ſie auß, ron-1995).<list type="alternatives"><item>Muschelfleisch aus den Schalen lösen, dann braten<note type="rationale">Heute die praktische Wahl für das Braten in Butter und das Anrichten auf den Knochen; steht aber nicht im Text.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0077-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Ochsenmarkknochen auf eingeschnittenem Weißbrot, übergossen mit einer Sauce aus Pomeranzen, die mit Weißbrot in Wein gesotten und durchgeschlagen wird. Fett und Muskatblüte runden ab, gesalzen wird erst beim Auftragen.

Die Markknochen. Der Text setzt sie gar voraus. Die Nachbarrezepte derselben Reihe sieden sie in Brühe, bis Fleischreste weich sind und das Mark durchgegart ist; das Mark bleibt dabei im Knochen.

Die Sauce. Das mitgesottene Brot ist das Bindemittel: Beim Durchschlagen mit dem eigenen Kochwein entsteht eine sämige Sauce. Wie die Pomeranzen in den Topf kommen, sagt der Text nicht. Mit Schale gesotten wird die Sauce deutlich bitter; heute halbiert oder viertelt man die Früchte und nimmt die Kerne heraus.

Praxis. Markknochen in gesalzenem Wasser oder Brühe etwa 1,5 Stunden schwach sieden. Inzwischen Pomeranzen zerteilen, entkernen und mit Weißbrot in Wein sieden, bis beides weich ist, dann mit dem Kochwein durch ein Tuch oder Sieb streichen. Ein wenig Fett und Muskatblüte einrühren und die Sauce heiß halten. Weißbrot einschneiden, die Markknochen darauf setzen, die Sauce darübergeben und beim Auftragen salzen. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0077-orig" n="Pommerantzen" resp="#fyndling">Pomeranzen sind Bitterorangen. Sie schmecken deutlich saurer und herber als die süße Orange.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0077-orig" n="ſchlegt ſie … durch" resp="#fyndling">Durchschlagen heißt, die gekochte Masse durch ein Tuch oder Sieb zu streichen. Das mitgekochte Brot gibt der Sauce dabei ihre Bindung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0077-orig" n="ein wenig feiſtes" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein wenig Fett zum Abrunden der Sauce (feist = fett, so Lexer und das Etymologische Wörterbuch). Welches Fett, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Fett vom Rind, etwa das Fett der gesottenen Markknochen<note type="rationale">In derselben Reihe lässt ron-0068 'das feiſte' an den Knochen und gibt es in die Brühe; Rindfett liegt beim Gericht also nahe.</note></item><item>Butter<note type="rationale">Butter ist bei Rontzier das häufigste Fett zum Abmachen von Saucen; das Wort feist allein schließt sie nicht aus.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0077-orig" n="ſeudet man ſampt Weiſſen Brote in Wein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Pomeranzen werden mit Schale gesotten und mitsamt dem Brot durchgeschlagen; die Bitterkeit der Schale gehört dann zum Geschmack der Sauce. Ob ganz oder zerteilt, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Pomeranzen halbiert oder geviertelt und entkernt sieden<note type="rationale">Heutige Praxis: Kerne geben zusätzliche Bitterkeit, zerteilte Früchte werden schneller weich; mit dem Text vereinbar, aber nicht genannt.</note></item><item>Pomeranzen klein geschnitten<note type="rationale">Im folgenden Rezept ron-0078 nimmt Rontzier ausdrücklich 'klein geſchnittenen Pommerantzen'; hier fehlt dieser Zusatz.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Markknochen vom Rind, übergossen mit einer säuerlichen Mandeltunke: Geriebene Mandeln werden mit Weinessig und Rindfleischbrühe durch ein Haartuch geschlagen, mit fein geschnittener Pomeranze und nochmals Essig abgeschmeckt. Beim Auftragen kommen Zucker und Salz darüber.

Die Knochen. Der Text sagt nichts über das Garen der Knochen. Die vorangehenden Rezepte der Reihe sieden die Markknochen gar, und weil Rontzier alle diese Gerichte warm aufgetragen haben will, kommen sie heiß aus der Brühe in die Schüssel.

Die Tunke. Das Reiben macht die Mandeln so fein, dass sie beim Durchschlagen mit Essig und Brühe eine milchige Tunke geben; das Haartuch, ein Seihtuch meist aus Pferdehaar, hält die Reste zurück. Ein Erhitzen der Tunke nennt der Text nicht. Wir rühren sie mit heißer Brühe an oder erwärmen sie kurz, ohne sie kochen zu lassen.

Pomeranze. Ob die Pomeranze mit Schale geschnitten wird, sagt der Text nicht. Die Schale ist sehr bitter; wer sie mitnimmt, schneidet sie fein und dosiert sparsam.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Markknochen in Wasser oder Brühe gar sieden, bis das Mark weich ist, und die Brühe für die Tunke verwenden. Mandeln fein reiben oder gemahlene nehmen, mit Essig und heißer Brühe verrühren und durch ein Tuch drücken, dann mit Pomeranze und Essig abschmecken. Die Knochen anrichten, die Tunke darübergeben und mit Zucker und Salz bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa eineinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0078-orig" n="Reibſtein" resp="#fyndling">Ein Reibstein ist ein flacher Stein oder eine flache Schale, auf der Zutaten durch Reiben zerkleinert werden (FWB, reibstein).</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0078-orig" n="Pommerantzen" resp="#fyndling">Pomeranzen sind Bitterorangen (Citrus aurantium).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0078-orig" n="gibt das vber die Marckknochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Markknochen sind, wie in den vorangehenden Rezepten der Reihe (ron-0068 bis ron-0070), in Brühe gar gesotten und kommen heiß in die Schüssel; die Tunke wird darübergegeben. Rontzier schließt die Reihe mit dem Satz, alle Markknochen-Essen müsse man warm zu Tisch tragen (ron-0079).<list type="alternatives"><item>Die Tunke wird vor dem Übergießen erwärmt<note type="rationale">Der Text nennt kein Erhitzen der Tunke. Weil warm aufgetragen werden soll, liegt es in der Praxis nahe, sie mit heißer Brühe anzurühren oder kurz zu erwärmen; belegt ist das nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0079-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gar gesottene Markknochen bekommen frischen Portulak, Butter und ganze Pfefferkörner darüber und werden beim Auftragen gesalzen. Heute erinnert das an Markknochen mit Kräuterbutter oder einem Kräutersalat.

Die Knochen. Das Rezept setzt die Markknochen gar voraus, wie in den vorangehenden Markknochengerichten: in Wasser oder Brühe sieden, bis das Mark weich ist, und so stellen, dass es nicht herausläuft.

Welches Kraut? „Poͤll von Poſſelien“ sind die Spitzen vom Portulak, nicht Petersilie: Rontzier schreibt Portulak sonst „Poſſeleyen“ und Petersilie „Peterſilgen“. Gemeint sind die zarten Triebspitzen mit den Blättchen.

Butter und Pfeffer. Der Text nennt kein Feuer. In der Praxis Butter, Portulak und ganzen Pfeffer im Topf kurz erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist und das Kraut zusammenfällt; der Pfeffer gibt dabei Aroma an das Fett ab.

Praxis. Die Butter heiß über die heißen Knochen geben, erst beim Auftragen salzen und sofort servieren: Rontzier schließt die ganze Reihe mit der Mahnung, Markknochen immer warm aufzutragen, weil Mark und Butter beim Abkühlen fest werden. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung einschließlich Sieden der Knochen, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0079-orig" n="Poͤll von Poſſelien" resp="#fyndling" subtype="lexical">Die Spitzen (jungen Triebe) vom Portulak. „Poͤll“ ist das niederdeutsche pol/pöl/polle, im Mittelniederdeutschen Wörterbuch „Wuchsspitze einer Pflanze“ (Chytraeus: „de oͤuerste poll an dem wynrancken“), bei Schottelius „gipfel am baum“; Rontzier selbst nimmt „die Poll von Braunenkohl“ und wäscht Endivien „mit den Pollen“. „Poſſelien“ ist sein Wort für Portulak, das er sonst „Poſſeleyen“ schreibt (ein eigener „Poſſeleyen Sallat“, „Poſſeleyen mit den ſtengeln“ in einer Kräuterliste); vergleichbar sind rheinisch Porschelei und niederländisch postelein.<list type="alternatives"><item>Petersilienwurzeln<note type="rationale">Petersilie heißt bei Rontzier „Peterſilgen“, die Wurzel nennt er ausdrücklich „Peterſilgenwurtzel“. Für „Poſſelien“ als Petersilie gibt es keinen Beleg.</note></item><item>Zwiebeln (Bölle)<note type="rationale">Bolle heißt im Frühneuhochdeutschen Zwiebel, passt aber nicht zum Satzbau „Poͤll von Poſſelien“, der einen Teil einer Pflanze nennt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0079-orig" n="thut … in ein Hauen / gibt das vber die Marckknochen her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Feuer. Damit Butter, Kraut und Pfeffer über die Knochen gegeben werden können, kommt der Topf kurz ans Feuer, bis die Butter geschmolzen ist und der Portulak zusammenfällt.<list type="alternatives"><item>Ohne eigenes Erhitzen: die heißen, frisch gesottenen Knochen schmelzen die Butter<note type="rationale">Möglich, weil die Knochen heiß aus der Brühe kommen; dann bleibt der Portulak fast roh.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0080-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottenes Ochsenfleisch, vergleichbar mit heutigem Tafelspitz oder Suppenfleisch: große Stücke werden in Wasser gesotten, abgeschäumt, gesalzen und beim Auftragen mit Petersilie bestreut. Mehr verlangt der Text nicht.

Abschäumen und Salzen. Beim Aufkochen steigt geronnenes Eiweiß als Schaum nach oben; wer ihn abschöpft, behält eine klare Brühe. Der Text nennt die Schritte in dieser Reihenfolge: erst abschäumen, dann salzen. Eine Salzmenge gibt er nicht an.

Stück und Garzeit. Rontzier nennt weder das Fleischstück noch die Garzeit. Große Stücke zum Sieden wie Rinderbrust, Tafelspitz oder Beinscheibe werden bei schwacher Hitze in etwa zweieinhalb Stunden weich. Die Zubereitungszeit von etwa 2,5 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

Praxis. Fleisch mit Wasser bedecken, aufkochen, abschäumen, salzen und schwach sieden lassen, bis es weich ist. Die Petersilie erst beim Anrichten darüberstreuen; ob gehackt oder als ganze Blätter, sagt der Text nicht. Die Brühe lässt sich weiterverwenden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0081-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gespicktes Stück Rindfleisch, das in Essigwasser halb gar gesotten und dann in wenig Sud mit Nelken, Rosmarin und Zwiebeln zugedeckt fertig gedämpft wird. Im Ergebnis ein säuerlich-würziger Schmorbraten, verwandt mit dem heutigen Sauerbraten, aber ohne lange Beize.

Spicken. Speckstreifen werden mit der Spicknadel oder einem spitzen Messer längs der Faser ins Fleisch gezogen. Das Fett hält das magere Fleisch beim langen Garen saftig.

Essigwasser. Das Fleisch wird nicht nur eingelegt, sondern in dieser Flüssigkeit zum Feuer gebracht. Der Essig säuert und würzt das Fleisch und macht die Fasern mürber. Wie stark gesäuert wird, sagt der Text nicht; in der Praxis etwa ein Teil Essig auf zwei bis drei Teile Wasser.

Absetzen und Dämpfen. Ist das Fleisch halb gar, kommt der Topf vom Feuer, und vom Sud bleibt nur so viel, dass das Fleisch darin fertig sieden kann; in der Praxis den Überschuss abgießen, bis das Fleisch noch etwa zu einem Drittel in der Flüssigkeit liegt. Dann Nelken, Rosmarin und Zwiebeln dazugeben, gut zudecken und bei kleiner Hitze weitergaren. Der Deckel hält Dampf und Aroma im Topf - das meint Rontzier mit "so behält es all seine Kraft".

Praxis. Salz nennt der Text nicht; nach Geschmack beim Würzen dazugeben. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0081-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Hafen, der Kochtopf (aus Ton oder Metall). Im Hafen, in dem das Fleisch schon gesotten hat, wird es auch fertig gedämpft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0081-orig" n="ſpickt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Mit Speck gespickt. Spicken heißt im Wortsinn, mageres Fleisch mit Speckstreifen zu durchziehen, und Rontzier spickt Fleisch meist mit Speck ("ſpicket ſie mit Speck").<list type="alternatives"><item>Mit Gewürznelken gespickt<note type="rationale">Rontzier schreibt an anderen Stellen "ſpickt ſie mit Negelein". Hier kommen die Nelken aber erst später und gestoßen dazu, deshalb ist Speck wahrscheinlicher.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0081-orig" n="ſetzet mans ab / leſt dar ſo viel bruͤh auff" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das halb gare Fleisch wird vom Feuer genommen, und vom Essig-Wasser-Sud bleibt nur so viel im Topf, dass es darin fertig sieden kann. Der Rest wird also abgegossen.<list type="alternatives"><item>Der Sud wird nicht abgegossen, sondern eingekocht<note type="rationale">Der Text sagt nur, wie viel Brühe bleiben soll, nicht, wie der Überschuss entfernt wird. Nach dem Absetzen vom Feuer ist Abgießen der naheliegende Weg.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0082-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kleine Stücke Rindfleisch werden in Wasser und Wein gesotten und am Ende mit Butter, Ingwer, Thymian und Eigelb angemacht. Das Ergebnis liegt nahe an einem Ragout mit Eigelbbindung.

Anmachen mit Eigelb. Rontzier schreibt nur „macht mans mit …“ und sagt nicht, ob danach noch einmal gekocht wird. Das Eigelb bindet die verbliebene Brühe zu einer Sauce über dem Fleisch, gerinnt aber bei Kochhitze. In der Praxis den Topf vom Feuer ziehen, die Dotter mit etwas heißer Brühe verquirlen, zurückgeben, Butter, Ingwer und Thymian einrühren und nur noch ziehen lassen.

Brühe. Wie viel Flüssigkeit am Ende bleibt, nennt der Text nicht, ebenso wenig das Verhältnis von Wasser zu Wein. Für eine Sauce statt einer Suppe sollte vor dem Anmachen nur wenig Brühe über dem Fleisch stehen.

Praxis. Ein Schmorstück vom Rind in kleine Würfel schneiden, mit Wasser und Wein knapp bedecken, salzen und schwach sieden, bis das Fleisch weich ist. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0082-orig" n="macht mans mit … Eyerdottern" resp="#fyndling" subtype="contextual">Butter, Ingwer, Thymian und Eigelb kommen am Ende zur verbliebenen Brühe in den Topf; das Eigelb bindet sie zu einer Sauce über dem Fleisch. So setzt Rontzier Eigelb beim Anmachen von Brühen auch sonst ein (ron-0075: „macht ſie ab mit Muſcaten Pfeffer Eyerdottern vnd Wein / gibts alßdan vber die Marckknochen“).<list type="alternatives"><item>Nach dem Eigelb wird noch einmal aufgekocht.<note type="rationale">Der Text sagt das nicht, und das Eigelb würde dabei gerinnen. Darum gilt in der Praxis: nur noch ziehen lassen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0083-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rindfleisch in großen Stücken, in Brühe gegart und gegen Ende mit Trockenfrüchten, Pfeffer und Muskat angemacht, so dass am Schluss nur wenig Brühe übrig bleibt. Heute erinnert das am ehesten an Rindfleisch mit Backobst.

Flüssigkeit. Der Text sagt nur „zum Feuer bringen“ und spricht am Ende von der Brühe, nennt aber nicht, worin das Fleisch liegt. Die Nachbarrezepte setzen das Rindfleisch mit Wasser oder mit Wasser und Wein zu. In der Praxis Wasser, das das Fleisch knapp bedeckt.

Wann die Früchte dazukommen. Gesalzen wird zu Beginn. Rosinen, Feigen und Gewürze kommen erst, wenn das Fleisch „bald gar sein will“, damit die Früchte nicht zerkochen. „Also daß da ein wenig brühe auff ist“ heißt: Am Ende steht nur wenig Brühe auf dem Fleisch. Ob man dafür einkocht oder Brühe abnimmt, sagt der Text nicht.

„Schnitlen“. Was gemeint ist, bleibt offen (Schnitten, etwa von Brot, getrocknete Obstschnitze oder Schnittlauch). Wer nachkocht, lässt das Wort weg oder entscheidet sich bewusst für eine Lesart.

Praxis. Die Muskatnuss in Stücke schneiden, nicht reiben, und sparsam nehmen. Ein großes Stück Rindfleisch braucht zum Garsieden je nach Stück zweieinhalb bis drei Stunden. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0083-orig" n="zerſchnitten Muſcaten" resp="#fyndling">Ganze Muskatnüsse, in Stücke geschnitten, nicht gerieben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0083-orig" n="Schnitlen" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Offen. Das Wort steht im ganzen Buch nur hier, im Druck eindeutig „Schnitlen“, und lässt sich keinem Wörterbucheintrag sicher zuordnen. Die Übersetzung behält das Wort und legt sich nicht fest.<list type="alternatives"><item>Schnitten, kleine Scheiben (Schnittlein), etwa von Brot<note type="rationale">In anderen Kochbüchern der Zeit meint „schnitlen“/„Schnitlein“ dünne Schnitten, meist von Weißbrot, gelegentlich von Fleisch (Sabina Welserin, Balthasar Staindl, Anna Wecker). Brotschnitten würden die Brühe binden; Rontzier sagt aber nicht, wovon die Schnitten sein sollen.</note></item><item>Getrocknete Obstschnitze<note type="rationale">Passt in die Reihe der Trockenfrüchte neben Rosinen und Feigen. Ein Beleg für „Schnitlen“ als Dörrobst fehlt.</note></item><item>Schnittlauch<note type="rationale">Adelung und das Pfälzische Wörterbuch führen „Schnittling“ für Schnittlauch. Rontzier nennt Schnittlauch sonst nirgends, und ein Kraut stünde ungewöhnlich zwischen Trockenfrüchten und Gewürzen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0084-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottenes Rindfleisch mit Wurzelgemüse, das zum Schluss mit Zitrone, Anis und Essig säuerlich angemacht wird. Das Fleisch gart in Wasser, dabei entsteht zugleich die Brühe, in der es aufgetragen wird.

Reihenfolge nach Garzeit. Die Petersilienwurzel kommt erst, wenn das Fleisch bald gar ist, und die Säure erst, wenn auch die Wurzel bald gar ist. So zerfällt die Wurzel nicht, und Zitrone und Essig kochen nur kurz mit.

Zitronen und Anis. Der Text sagt nur "Lemonien in vierteil geſchnitten"; frische Zitronen mit Schale sind die naheliegende Lesart. Anis ist am ehesten als Samen gemeint, ob ganz oder gestoßen, sagt der Text nicht. Salz nennt das Rezept nicht.

Praxis. Ein Stück Suppenfleisch (etwa Brust oder Querrippe) in Wasser aufsetzen und schwach sieden lassen. Etwa eine halbe Stunde vor dem Garwerden die geschnittene Petersilienwurzel zugeben. Zum Schluss geviertelte Zitronen, eine Prise Anis und einen Schuss Weinessig zugeben, einmal aufkochen und mit der Brühe anrichten. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0084-orig" n="Peterſillienwuͤrtz" resp="#fyndling">Wurz heißt im älteren Deutsch Pflanze, Kraut und Wurzel. Hier ist die Wurzel der Petersilie gemeint: Sie wird in kleine Stücke geschnitten und braucht noch Garzeit. Rontzier schreibt sonst meist Peterſilgenwurtzel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0084-orig" n="Lemonien" resp="#fyndling" subtype="contextual">Frische Zitronen, geviertelt und mitgekocht. Der Text sagt nichts über eine Vorbehandlung, und Rontzier nennt eingelegte Zitronen an anderer Stelle ausdrücklich ("Eingemachte Lemonien").<list type="alternatives"><item>Eingesalzene Zitronen<note type="rationale">Rumpolt säuert gesottenes Rindfleisch mit "gesaltzene Limonien" (rum-0070); importierte Zitronen kamen oft eingesalzen. Rontzier unterscheidet aber selbst "friſche" und "Eingemachte Lemonien" und markiert hier nichts. Mit Salzzitronen das Fleisch beim Sieden kaum salzen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0085-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kleine Rindfleischstücke, auf dem Rost gebräunt und danach in einer säuerlichen, mit Roggenbrot gebundenen Sauce aus Essig und Bratensaft mit Wacholder, Pfeffer und Ingwer fertig gemacht. Geschmacklich erinnert das an die Sauce eines Sauerbratens, nur ohne Beize: Die Säure kommt erst nach dem Braten an das Fleisch.

Woher kommt die Brühe? Das gebratene Fleisch wird mit Essig abgewaschen, und „die Brühe davon“ läuft durch ein Haartuch, ein Seihtuch meist aus Pferdehaar. Gemeint ist die Flüssigkeit, die beim Abwaschen anfällt: Essig, der den Bratensaft und das Angesetzte vom Rost aufnimmt. Das Tuch hält verkohlte Krümel zurück. Menge und Stärke des Essigs nennt der Text nicht.

Aufkochen. Mit dieser Brühe kommt das Fleisch ans Feuer. Das geriebene Roggenbrot bindet erst, wenn die Sauce kocht: Die Brotstärke verkleistert, kalt bliebe eine dünne, trübe Flüssigkeit. Die Sauce wird also mit Brot und Gewürzen kurz aufgekocht.

Praxis. Die Fleischstücke salzen und auf dem Rost rundum braun braten. In eine Schüssel geben, mit Essig übergießen und darin schwenken, die Flüssigkeit durch ein Seihtuch in einen Topf gießen. Wem reiner Essig zu scharf ist, verlängert ihn mit etwas Wasser - das steht nicht im Text. Das Fleisch dazugeben, zerstoßenen Wacholder, geriebenes Roggenbrot, Pfeffer und Ingwer einrühren, aufkochen und bei kleiner Hitze ziehen lassen, bis die Sauce gebunden und das Fleisch gar ist. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0085-orig" n="weſchet mans wider mit Eſsig ab / die bruͤh dauon" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das gebratene Fleisch wird mit Essig abgewaschen; die dabei anfallende Flüssigkeit aus Essig und Bratensaft ist „die Brühe davon“, wird geseiht und mit dem Fleisch zur Sauce gekocht. Gestützt durch Rumpolt rum-0057, wo das gebratene Ochsenfleisch ausgewaschen und dann „die Bruͤh durch ein sauber Tuch“ geseiht wird.<list type="alternatives"><item>„Die Brühe davon“ ist nur der Fleischsaft, der beim Braten austritt, und der Essig wird verworfen.<note type="rationale">Der Text nennt keinen Verwerfen-Schritt, und auf dem Rost tropft der Saft ab; ohne den Essig bliebe kaum Flüssigkeit für eine Sauce.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0085-orig" n="Eſsig (Menge und Stärke)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Reiner Essig, wie der Text ihn nennt; die Sauce bleibt dann knapp und deutlich sauer, das Roggenbrot mildert die Schärfe.<list type="alternatives"><item>Essig mit etwas Wasser verlängert.<note type="rationale">Moderne Praxis für eine mildere und reichlichere Sauce; im Text steht kein Wasser.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0086-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochtes Rindfleisch, das ohne Brühe angerichtet wird. Nach dem Garen gießt man die Brühe ab, gibt nur das Fett wieder auf das Fleisch und macht es mit geriebenem Weißbrot, Bohnenkraut, etwas ganzem Knoblauch und Ingwer an. Es entsteht keine Sauce, sondern ein fettgetränkter, würziger Brotüberzug auf dem Fleisch.

Woher kommt das Fett? Gemeint ist das Fett, das beim Sieden oben auf der Brühe schwimmt. Es muss also vor dem Abgießen abgeschöpft oder aus der abgegossenen Brühe zurückgewonnen werden; wie, sagt der Text nicht.

Bohnenkraut. Die Gartenkölle ist das Bohnenkraut; Rontzier lässt es getrocknet oder frisch zu. Der Knoblauch kommt in ganzen Zehen und nur in kleiner Menge dazu, er würzt deshalb mild.

Noch einmal erhitzen? Der Text geht vom Anmachen direkt zum Auftragen. Heißes Fleisch und heißes Fett genügen, damit das Brot das Fett aufnimmt. Wer sichergehen will, lässt das angemachte Fleisch heute zugedeckt kurz am Rand des Feuers durchziehen.

Praxis. Ein Siedfleischstück vom Rind (Brust, Querrippe, Tafelspitz) in Wasser gar sieden, das Fett abschöpfen und aufheben, die Brühe abgießen. Fleisch anrichten, das Fett darübergeben, mit fein geriebenem Weißbrot und Bohnenkraut bestreuen, ein paar ganze Knoblauchzehen und etwas Ingwer dazugeben. Die Zubereitungszeit von etwa 2,5 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0086-orig" n="heel" resp="#fyndling">Niederdeutsch heel = ganz, ungeteilt, ungeschnitten (Mittelniederdeutsches Wörterbuch: "ganz, ungeteilt, in einem, im ganzen Stück, ungeschnitten"). Gemeint sind ganze, nicht zerkleinerte Knoblauchzehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0086-orig" n="gartenkollen trucken oder gruͤn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Gartenkölle = Bohnenkraut (Satureja hortensis), getrocknet oder frisch. Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch führt kölle als "Satureja hortensis, Pfefferkraut, Bohnenkraut", Grimm kölle als "satureja, pfefferkraut, auch bohnenkölle" (nd. kolle), Krünitz und Frischbier nennen die Gartenkolle ausdrücklich Bohnenkraut. Der niederdeutsche Name passt zur Sprache des Drucks.<list type="alternatives"><item>Thymian oder Quendel<note type="rationale">Ähnliche Würzkräuter, die man ebenfalls getrocknet oder frisch nimmt. Für den Namen Kölle oder Gartenkölle gibt keines der befragten Wörterbücher Thymian an.</note></item><item>Gartenkümmel<note type="rationale">Rontzier nennt Kümmel Köhm und setzt Köllen und Köhm in einer Aufzählung nebeneinander; es sind also zwei verschiedene Würzen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0087-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochtes Rindfleisch, das ohne Brühe angerichtet und mit einer Mischung aus dem eigenen Fett und Weizenmehl bedeckt wird, gewürzt mit Pfeffer und Ingwer. Ist das Fleisch mager, ersetzt zerlassene Butter das Fett.

Gelb. Der Text verlangt, das Fleisch gelb abzumachen, nennt aber nichts, das färbt. Bei derselben Wendung nennt Rontzier an anderer Stelle Safran (ron-0269, ron-0270). Wer das Gelb nachstellen will, nimmt am ehesten eine Prise Safran - das ist eine Ergänzung, nicht diese Quelle.

Fett und Mehl. Die Brühe setzt der Text voraus: Das Fleisch wird in Flüssigkeit gar gesotten. Danach wird die Brühe abgegossen und das obenauf schwimmende Fett abgenommen und mit Weizenmehl vermischt. Ob die Mischung noch einmal aufs Feuer kommt, sagt der Text nicht.

Praxis. Rindfleisch in Wasser gar sieden, die Brühe abgießen und das Fett davon abschöpfen. Fett und Mehl verrühren und in einer Pfanne kurz anschwitzen, damit das Mehl nicht roh schmeckt - das ist eine heutige Vorsicht, im Text steht nur vermischen. Die Mischung auf das Fleisch geben, mit Pfeffer und Ingwer abschmecken. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0087-orig" n="fuͤllet das feiſte ab" resp="#fyndling">„das feiſte“ ist das Fett, das beim Sieden obenauf schwimmt; „abfüllen“ heißt hier abnehmen oder abschöpfen. Im Nachbarrezept wird dasselbe Fett nach dem Abgießen wieder auf das Fleisch gegeben („das feiſte fuͤllet man da wider auff“, ron-0086).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0087-orig" n="machet es gelb ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">„Gelb abmachen“ ist bei Rontzier eine feste Wendung für eine Art, ein Gericht fertigzustellen. An mehreren Stellen nennt er dabei Safran („macht ſie gelb ab mit kleinem Roſin / Saffran / vnd Ingber“, ron-0270; ebenso ron-0269); hier nennt der Text kein Färbemittel. Der Lesetext behält deshalb „gelb abmachen“, ohne ein Färbemittel einzusetzen.<list type="alternatives"><item>Das Gelb kommt allein von Fett, Butter und Mehl.<note type="rationale">Möglich, aber schwach: Der Schritt steht vor dem Abgießen der Brühe und vor der Fett-Mehl-Mischung, und Fett mit rohem Mehl färbt kaum gelb.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0087-orig" n="vermiſchets mit Weitzenmehl" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text sagt nur, dass Fett und Mehl vermischt und auf das Fleisch gegeben werden; ein Erhitzen der Mischung nennt er nicht. Das heiße Fett und das heiße Fleisch sind dann die einzige Wärme.<list type="alternatives"><item>Fett und Mehl in einer Pfanne kurz anschwitzen, bevor die Mischung auf das Fleisch kommt.<note type="rationale">Heutige Praxis, damit das Mehl nicht roh schmeckt; im Text steht dieser Schritt nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0088-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottenes Rindfleisch mit einer Sauce aus seiner eigenen Brühe, angemacht mit kleinen Rosinen, zerschnittenen Mandeln und etwas zerriebenem Brot, auf Wunsch gesüßt. Heute erinnert das an gekochtes Rindfleisch mit einer süßlichen Rosinen-Mandel-Sauce.

Sieden. Der Text sagt nur „ſeud“, Garzeit und Gefäß nennt er nicht. Ein Stück Siedfleisch braucht in schwach siedendem Wasser je nach Größe zwei bis drei Stunden, bis es weich ist.

Aufkochen. Die Brühe ist mit Brot gebunden und wird erst durch kurzes Aufkochen fertig: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe eine dünne, trübe Flüssigkeit. Die kleinen Rosinen quellen dabei auf.

Brot. Welches Brot, sagt der Text nicht. Die Nachbarrezepte nehmen Roggenbrot (ron-0085) oder Weißbrot (ron-0086); beides bindet.

Praxis. Rindfleisch in Wasser schwach sieden, bis es weich ist. Einen Teil der Brühe abnehmen, Korinthen, Mandelstifte und etwas geriebenes Brot hineingeben und kurz aufkochen, bis die Sauce leicht bindet. Nach Belieben mit Zucker süßen und über das Fleisch geben. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0088-orig" n="kleinen Roſin" resp="#fyndling">Kleine getrocknete Weinbeeren, heute als Korinthen im Handel. Rontzier unterscheidet sie von den großen Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0088-orig" n="zerſchnitten Mandeln" resp="#fyndling">Die Mandeln werden geschnitten, nicht gestoßen; sie bleiben als Stückchen in der Brühe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0089-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gespickter Lendenbraten vom Rind, der erst auf dem Rost angesteift, dann in Rotwein und Wasser gar gesotten und zuletzt mit Roggenbrot, kleinen Rosinen, Zucker, Zimt, Nelken und Pfeffer abgemacht wird. Heute erinnert das an einen Schmorbraten mit süß-würziger, brotgebundener Sauce, wie ihn der rheinische Sauerbraten mit Rosinen kennt.

Ansteifen. „Steifen“ heißt, das Fleisch durch Hitze fest werden zu lassen. Auf dem Rost über der Glut nur so lange, bis die Oberfläche fest ist; durchbraten soll es dabei nicht. Das weiche Lendenstück lässt sich danach sauber spicken.

Spicken. Speckstreifen mit der Spicknadel der Länge nach, also längs der Faser, durch das Fleisch ziehen. Womit gespickt wird, sagt der Text nicht; Speck ist die naheliegende Lesart.

Garen. Das Fleisch im Topf oder verzinnten Kessel mit Rotwein und Wasser schwach sieden, bis es gar ist. Die Verzinnung schützt einen Kupferkessel vor der Säure des Weins. Das Mischverhältnis nennt der Text nicht.

Aufkochen. Die Brühe ist mit Roggenbrot gebunden und wird erst durch kurzes Aufkochen fertig: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe eine dünne, trübe Flüssigkeit. Die kleinen Rosinen quellen dabei auf.

Praxis. Salz nennt der Text nicht; nach Geschmack beim Abmachen dazugeben. Das Brot fein reiben und nach und nach in die Brühe rühren, bis sie sämig ist. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0089-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Kochgefäß neben dem verzinnten Kessel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0089-orig" n="ſpickt mans in die lenge" resp="#fyndling" subtype="contextual">Mit Speck gespickt, die Streifen längs der Faser. Spicken heißt im Wortsinn, mageres Fleisch mit Speckstreifen zu durchziehen; Rumpolt beschreibt dieselbe Folge mit Speck: „quell es auff einẽ Roßt gar wol/ schneidt Speck lenglicht ... spick das Rindtfleisch damit“ (rum-0059).<list type="alternatives"><item>Mit Gewürznelken gespickt<note type="rationale">Rontzier spickt an anderen Stellen mit Negelein. Hier kommen die Nelken aber erst beim Abmachen dazu, deshalb ist Speck wahrscheinlicher.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0090-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Stücke von der Rinderlende, in Wasser fast gar gesotten und dann in der halbierten Brühe mit Quitten, Kastanien, Thymian, Muskatblüte und Ingwer fertig gemacht. Es entsteht ein Fleischgericht mit kurzer, fruchtig-würziger Brühe, kein Braten.

Halbe Brühe. Das Abgießen der halben Brühe ist der eigentliche Kniff: Am Ende steht nur noch wenig Flüssigkeit am Fleisch, in der Quitten und Kastanien garen. Die Quitte gibt Säure, die Kastanie Süße; zerfallen sie etwas, binden sie die Brühe leicht.

Fertig machen. Rontzier sagt nur, man mache es mit den Zutaten „ab“. Rohe Quittenstücke und frische Kastanien sind damit noch nicht gar, sie müssen in der Brühe mitkochen, bis sie weich sind. Weil die Lende in Stücken rasch gart, kommen sie erst dazu, wenn das Fleisch beinahe gar ist, so bleibt es zart.

Praxis. Lende in Stücke schneiden, abspülen und knapp mit Wasser bedeckt aufsetzen, schwach sieden lassen. Inzwischen frische Kastanien einschneiden, kurz brühen und aus Schale und Innenhaut lösen; Quitten schälen, entkernen und in Stücke schneiden. Ist das Fleisch fast gar, die Hälfte der Brühe abgießen, Quitten, Kastanien, eine kleine Prise Thymian, ganze Muskatblüte und gestoßenen Ingwer zugeben und bei kleiner Hitze weiterköcheln, bis die Quitten weich sind, etwa 20 bis 30 Minuten. Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0090-orig" n="Moͤrbraten" resp="#fyndling">Der Lendenbraten, das zarte Fleisch unter den Nieren am Rückgrat, heute das Filet. So erklären es Campe („der Lendenbraten“) und das Grimmsche Wörterbuch unter mürbebraten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0090-orig" n="geſchilten Caſtanien" resp="#fyndling" subtype="contextual">Frische Esskastanien, geschält: Der Text sagt nur „geſchilt“, und frische Kastanien müssen vor dem Kochen aus Schale und Innenhaut gelöst werden.<list type="alternatives"><item>Getrocknete Kastanien<note type="rationale">Getrocknete, schon geschälte Kastanien waren ein Vorrat über den Winter; „geſchilt“ passt auch dazu. Sie müssten vorher eingeweicht werden, was der Text nicht sagt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0091-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Siedfleisch: fette Rinderbrust wird weich gekocht, mit ganzen Nelken besteckt, in ihrer eigenen Brühe noch einmal erhitzt und mit Eidottern über Brotscheiben angerichtet. Heute steht es zwischen gekochtem Suppenfleisch und einer Brotsuppe.

Garen. Der Text sagt nur „wens gar iſt“. Brust ist reich an Bindegewebe und wird erst nach langem, schwachem Sieden weich; gar ist sie, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingeht. Welche Flüssigkeit anfangs verwendet wird, nennt der Text nicht - dass das Fleisch „aus der Bruͤh“ gezogen wird, setzt Sieden in Flüssigkeit voraus. Salz nennt er ebenfalls nicht.

Nelken. Die ganzen Nelken kommen erst ins gegarte Fleisch; im weichen Fleisch halten sie, und beim zweiten Erhitzen würzen sie Fleisch und Brühe.

Eidotter. Ob die Dotter eingerührt werden oder ganz in der Brühe stocken, sagt der Text nicht. Eingerührt, sobald die Brühe nicht mehr sprudelt, geben sie eine leichte Bindung; in sprudelnder Brühe gerinnen sie zu Flocken.

Praxis. Brust in Stücken mit Wasser bedeckt aufsetzen, bei kleiner Hitze weich sieden, herausnehmen und mit ganzen Nelken bestecken. Zurück in die Brühe, wieder heiß werden lassen, Topf etwas vom Feuer ziehen und zwei oder drei Eidotter hineingeben. Weißbrotscheiben in eine Schüssel legen, Fleisch und Brühe darübergeben. Die Zubereitungszeit von etwa 3 1/4 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0091-orig" n="beſteckts" resp="#fyndling">bestecken = hineinstecken: die ganzen Nelken werden in das gegarte Fleisch gesteckt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0091-orig" n="bricht dar zwey oder drey Eyerdotter auff" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Eidotter kommen in die wieder heiße Brühe; ob sie eingerührt werden oder ganz darin stocken, lässt der Text offen. Die Übersetzung bleibt deshalb beim Wortlaut „hineinschlagen“, wie bei der Petersiliensuppe ron-0039 („bricht da zwey oder drey Eyerdotter ein“).<list type="alternatives"><item>Dotter verquirlen und in die nicht mehr sprudelnde Brühe einrühren, sodass sie leicht bindet.<note type="rationale">Heute naheliegend und in der Praxis empfohlen; ein Rührschritt steht aber nicht im Text.</note></item><item>Dotter ganz in die heiße Brühe gleiten lassen und darin stocken lassen.<note type="rationale">Rontzier lässt Eier in Brühe auch ungerührt stocken (Kerbelsuppe ron-0042, „ohn vmbruͤrent“); hier fehlt eine solche Angabe.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0092-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dünne Scheiben von der Rinderlende, in Butter angeschwitzt und mit Senf und Pfeffer abgeschmeckt. Rontzier stellt frei, ob das Gericht salzig bleibt oder zusätzlich gezuckert wird.

Das Fleisch. Der Mörbraten ist das zarte Stück unter den Nieren am Rückgrat, heute Rinderlende oder Rinderfilet. Dünn geschnitten gart es in Butter durch, bevor es zäh wird.

Anschwitzen. Der Text verlangt keine Farbe. Die Butter bei mittlerer Hitze heiß werden lassen, die Scheiben darin wenden, bis sie gar sind, ohne die Butter zu bräunen.

Abschmecken. Senf und Pfeffer kommen zum Fleisch in die Butter; daraus wird eine knappe Senfbutter. Salz und gegebenenfalls Zucker werden zuletzt darübergestreut.

Praxis. Ein Gefäß nennt der Text nicht, eine Pfanne liegt nahe. Lende quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden, in reichlich Butter bei mittlerer Hitze ein bis zwei Minuten je Seite garen, einen Löffel Senf und frisch gemahlenen Pfeffer unterrühren, mit Salz bestreuen und nach Wunsch eine Prise Zucker darübergeben. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0092-orig" n="Rinder Moͤrbraten" resp="#fyndling">Mürbebraten: der Braten vom zarten Fleisch unter den Nieren am Rückgrat (Grimm), heute Rinderlende oder Rinderfilet.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0092-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Anschwitzen: in heißer Butter garen, ohne zu bräunen; eine Farbe verlangt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0092-orig" n="Karbanarten" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Unübersetzt als Rontziers Name für Fleischschnitten, die gebraten oder in Fett gegart werden. Der Satz selbst verlangt dünnes Schneiden; im eigenen Karbanart-Kapitel des Buchs werden sie vor dem Braten mit dem Messerrücken geschlagen, damit sie mürbe werden (ron-0587).<list type="alternatives"><item>Karbonade (frz. carbonnade, auf dem Rost gebratenes Fleisch)<note type="rationale">Klanglich naheliegend, und Rumpolt 1581 nennt eine geklopfte, auf dem Rost gebratene Scheibe „Karbenada“ (rum-0122). Das Etymologische Wörterbuch datiert die Entlehnung von Karbonade aber erst auf den Anfang des 18. Jahrhunderts; für Rontziers Form gibt es keinen Wörterbuchbeleg, die Gleichung bleibt daher offen.</note></item><item>Dickeres, im Stück gebratenes Fleisch (kotelettartig)<note type="rationale">Spricht hier nicht, weil der Text ausdrücklich dünnes Schneiden verlangt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0093-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Rinderlende, die erst auf dem Rost gebraten und dann im Topf mit einer sauren Brühe aus Weinessig, Rinderbrühe und Bratfett angemacht wird. Gebunden wird nichts: Brot oder Mehl nennt der Text nicht, die Brühe bleibt dünn.

Der Rost. Er bräunt das Fleisch und gart es. Wie groß das Stück geschnitten wird, sagt der Text nicht - ganz oder in Stücken ist beides möglich.

Im Topf anmachen. Ob der Topf noch einmal ans Feuer kommt, steht nicht da. Bratfett ist kalt fest; in der Praxis die Brühe mit Essig und Fett kurz aufkochen und das gebratene Fleisch einige Minuten darin ziehen lassen.

Praxis. Lende auf dem Rost nach Geschmack braten, Rinderbrühe mit einem Schuss Weinessig und einem Löffel Bratfett im Topf erhitzen, Fleisch hineingeben, abschmecken und anrichten. Die Zubereitungszeit von etwa 40 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0093-orig" n="Moͤrbraten" resp="#fyndling">Der Mürbebraten, die zarte Lende vom Rind (heute Filet).</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0093-orig" n="brat feiſt" resp="#fyndling">Bratfett, das beim Braten austretende Fett. Rontzier nennt es anderswo neben Butter („Bratenfeiſt oder Butter“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0093-orig" n="macht sie ... an" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die gebratene Lende wird im Topf mit Essig, Brühe und Bratfett angemacht; ob der Topf dazu noch ans Feuer kommt, lässt der Text offen. Da Bratfett kalt fest ist, liegt kurzes Erhitzen nahe.<list type="alternatives"><item>Anmachen ohne weiteres Erhitzen: heiße Brühe und Fett über das heiße Bratstück geben.<note type="rationale">Der Text nennt nach dem Rost keinen Garschritt mehr; möglich, wenn alles heiß zusammenkommt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0094-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Stücke von der Rinderlende, in Flüssigkeit aufgekocht, mit Butter gar gezogen und zum Schluss mit gespaltenem Knoblauch und geriebenem Weißbrot zu einer gebundenen Knoblauchsauce gemacht. Heute erinnert das an ein Filetragout mit Knoblauch-Brot-Sauce.

Worin wird gekocht? Der Text nennt keine Flüssigkeit, aber „auffgeſotten“ setzt eine voraus. Das Nachbarrezept mit denselben Lendenstücken setzt sie in Wasser auf; Wasser ist deshalb die nächstliegende Lesart, Rinderbrühe eine Möglichkeit.

Butter. Sie kommt erst nach dem ersten Aufkochen dazu und macht die Kochflüssigkeit fett und vollmundig; das ist die Grundlage der späteren Sauce.

Aufkochen. Knoblauch und Brot kommen in die heiße Brühe, wenn das Fleisch gar ist. Damit das Brot bindet, muss es kurz mit aufkochen: erst dann verkleistert die Brotstärke, sonst bleibt die Sauce dünn und trüb.

Praxis. Rinderlende in mundgerechte Stücke schneiden, knapp mit Wasser bedeckt aufkochen, ein gutes Stück Butter dazugeben und schwach sieden lassen, bis das Fleisch gar ist; Lende braucht dafür nicht lange. Dann einige längs geteilte Knoblauchzehen und fein geriebenes Weißbrot einrühren und kurz aufkochen, bis die Sauce sämig ist. Die Zubereitungszeit von etwa 40 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0094-orig" n="Rindermoͤrbraten" resp="#fyndling">Mörbraten ist das niederdeutsche Wort für das Lendenstück: Campe erklärt es als „das zarte mürbe Fleisch am Rückgrathe der Rinder und Schweine, der Lendenbraten“, Meyers verweist auf Filet. Rumpolt sagt 1581 für dasselbe Stück Lungenbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0094-orig" n="geſpalten Knublauch" resp="#fyndling">Spalten heißt der Länge nach durchtrennen: die Zehen werden geteilt, nicht ganz gelassen. Im verwandten Rezept ron-0086 schreibt Rontzier dagegen ausdrücklich „heel Knufflauch“, also ganze Zehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0094-orig" n="bringt ſie zum fewer / wenns einmahl auffgeſotten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Stücke werden in Wasser aufgesetzt. Aufsieden setzt eine Flüssigkeit voraus, und das Nachbarrezept ron-0090 bringt dieselben Lendenstücke ausdrücklich „mit Waſſer zum fewr“.<list type="alternatives"><item>In Rinderbrühe<note type="rationale">Rontzier verwendet Rindfleischbrühe in derselben Reihe (ron-0093). Hier nennt er sie nicht; möglich, aber nicht belegt.</note></item><item>Ohne Flüssigkeit, nur im eigenen Saft<note type="rationale">Unwahrscheinlich: Rohe Fleischstücke ohne Flüssigkeit sieden nicht auf, und die Butter kommt erst danach dazu.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0095-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rinderlende mit Meerrettich, vergleichbar mit Tafelspitz oder Rinderbraten mit Meerrettich. Der Text nennt nur diese Verbindung und das Anmachen; Garart, Flüssigkeit, Menge und die Form des Meerrettichs fehlen.

Was offen bleibt. Ob die Lende gesotten oder gebraten wird, sagt der Satz nicht. Die vorangehenden Rezepte zur Rinderlende sieden sie in Wasser oder Wein oder rösten sie auf dem Rost; welches Verfahren hier gemeint ist, lässt sich nicht entscheiden.

Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: die Lende nach Wahl sieden oder braten, den Meerrettich frisch reiben und zum Anrichten darübergeben. Frisch geriebener Meerrettich verliert seine Schärfe beim Stehen und beim Kochen, deshalb erst kurz vor dem Auftragen reiben.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0095-orig" n="Moͤrbraten" resp="#fyndling">Mürbebraten, niederdeutsch mörbrade: das zarte Lendenstück unter den Nieren am Rückgrat, heute Rinderlende oder Filet (Grimm, Deutsches Wörterbuch, „mürbebraten“).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0096-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kurzvariante zum Rezept davor (ron-0095): Die Rinderlende wird statt mit Meerrettich mit Petersilienwurzel angemacht, in großen oder kleinen Stücken. Heute erinnert das an ein Ragout aus Rinderfilet mit Wurzelgemüse.

Garverfahren. Der Text nennt nur „anmachen“, also mit der Beigabe fertig zubereiten. Gefäß, Flüssigkeit und Zeit sagt er nicht. Die ausführlicheren Lendenrezepte derselben Folge bringen die Stücke mit Wasser zum Feuer (ron-0090) und machen sie an, wenn sie bald gar sind; beim gesottenen Rindfleisch in ron-0084 kommt die Petersilienwurzel in Stücken dazu, wenn das Fleisch bald gar ist. Das ist die naheliegende Lesart, im Rezept selbst steht sie nicht.

Stücke. Ob das Fleisch oder die Wurzel in große oder kleine Stücke geschnitten wird, lässt der Satz offen; die Parallelen sprechen eher für das Fleisch. Lende ist zart und wird bei langem Sieden trocken, sie braucht deutlich kürzer als Siedfleisch.

Praxis. Rinderlende in Stücke schneiden und mit wenig Wasser zum Feuer bringen. Petersilienwurzel schälen, in Stücke schneiden und dazugeben, solange das Fleisch noch nicht ganz gar ist, damit beides zugleich weich wird. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0096-orig" n="Peterſilgenwurtzel" resp="#fyndling">Die Wurzel der Wurzelpetersilie, eine dicke, weiße Rübe. Peterſilgen ist Rontziers gewöhnliche Form für Petersilie; beim gesottenen Rindfleisch in ron-0084 kommt die Wurzel ebenfalls in Stücken an das Fleisch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0096-orig" n="in groſſen oder kleinen zerſchnittenen ſtuͤcken" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Rinderlende wird in große oder kleine Stücke geschnitten. Rontzier gebraucht dieselbe Wendung für das Fleisch in den Nachbarrezepten: „ſchneidet zwey oder drey Rinder Moͤrbraten in groſſe, oder kleine ſtücklein“ (ron-0090), „in groſſen oder kleinen ſtuͤcken zufewr“ (ron-0091).<list type="alternatives"><item>Die Petersilienwurzel wird in Stücke geschnitten.<note type="rationale">Die Wendung folgt im Satz unmittelbar auf die Wurzel, und in ron-0084 wird die Petersilienwurzel „in klein ſtuͤcklein geſchnitten“ an das Fleisch gegeben. Für die Küche ändert das wenig: Auch die Wurzel kommt in Stücken hinein.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0097-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kurzvariante in der Reihe zur Rinderlende: Statt mit Meerrettich (ron-0095) oder Petersilienwurzel (ron-0096) wird die Lende mit Braunkohl, also Grünkohl, angemacht. Heute erinnert das an Rinderfilet mit Grünkohl.

Was offen bleibt. Der Text nennt nur „anmachen“, also mit der Beigabe fertig zubereiten. Gefäß, Flüssigkeit und Zeit sagt er nicht. Die ausführlicheren Lendenrezepte derselben Folge bringen die Stücke mit Wasser zum Feuer und machen sie an, wenn sie bald gar sind (ron-0090). Den Braunkohl selbst behandelt Rontzier an anderer Stelle so: die Köpfe mit den Stängeln schälen, in Wasser sieden und danach mit frischer Butter, Pfeffer und Muskatblüte anmachen (ron-1167). Das ist die naheliegende Lesart, im Rezept selbst steht sie nicht.

Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: Grünkohl putzen und in Wasser vorgaren, weil er deutlich länger braucht als die Lende. Die Lende in Stücken mit wenig Wasser zum Feuer bringen und den gegarten Kohl dazugeben, wenn das Fleisch fast gar ist. Lende ist zart und wird bei langem Sieden trocken.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0097-orig" n="braunen Kohl" resp="#fyndling">Braunkohl ist der nord- und mitteldeutsche Name für den Grünkohl, die krause Blattkohlsorte; das Deutsche Wörterbuch (2. Auflage, „braunkohl“) belegt ihn schon 1517. Rontzier selbst wünscht sich die Köpfe „je kreuſer je beſſer“ (ron-1167).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0098-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die letzte Kurzvariante einer kleinen Reihe zur Rinderlende: Nach Meerrettich (ron-0095), Petersilienwurzel (ron-0096) und braunem Kohl (ron-0097) wird die Lende hier mit Bortfelder Rüben angemacht. Heute erinnert das an Rindfleisch mit Rübchen.

Was der Text sagt. Der Satz nennt nur die Beigabe. Verb und Fleisch kommen aus den Rezepten davor: „man macht ſie auch mit … an“, also die Lende mit der Beigabe fertig zubereiten. Garart, Flüssigkeit, Menge, Zeit und wie die Rüben geschnitten werden, sagt er nicht. Die ausführlicheren Lendenrezepte derselben Folge bringen die Stücke mit Wasser zum Feuer und machen sie an, wenn sie bald gar sind (ron-0090); das ist die naheliegende Lesart, im Rezept selbst steht sie nicht.

Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: Die Rüben schälen, in Stücke schneiden und in wenig Wasser oder Brühe ansetzen, da sie meist länger brauchen als die zarte Lende. Die Lende in Stücken dazugeben, wenn die Rüben fast weich sind, und beides zusammen gar ziehen lassen. Lende wird bei langem Sieden trocken.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0098-orig" n="Burtfeldiſchen Ruͤben" resp="#fyndling">Speiserüben, benannt nach Bortfeld bei Braunschweig. Rontzier schreibt an anderer Stelle selbst „Bortfeldiſchen Ruͤben“ (ron-2361). Welche Sorte das 1598 genau war, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0099-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Rinderlende, die in Wein mit Rinderfett gesotten und danach mit großen Rosinen, Zucker und zerstoßenem Kümmel angemacht wird. Der Sud wird zugleich zur Sauce; ein Bindemittel nennt der Text nicht, sie bleibt dünn.

Sieden in Wein und Fett. Das Fett gibt dem mageren Lendenstück Geschmack und Saftigkeit, der Wein die Säure, gegen die Zucker und Rosinen stehen. Ob die Lende ganz oder in Stücken gart, sagt der Text nicht.

Anmachen. Wann Rosinen, Zucker und Kümmel dazukommen, steht nicht da. In der Praxis gibt man sie gegen Ende in den heißen Sud und lässt sie einige Minuten mitziehen, damit die Rosinen quellen.

Praxis. Ein Stück Rinderlende mit Wein und einem guten Löffel Rinderfett im Topf schwach sieden, bis es gar ist. Große Rosinen, etwas Zucker und im Mörser zerstoßenen Kümmel in den Sud geben, kurz ziehen lassen und das Fleisch mit dem Sud anrichten. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0099-orig" n="Rindermoͤrbraten" resp="#fyndling">Mürbebraten: das zarte Lendenstück vom Rind, heute Rinderlende oder Filet (Grimm, Deutsches Wörterbuch, „mürbebraten“). Hier wird es nicht gebraten, sondern gesotten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0099-orig" n="Rindfleiſchesfeiſt" resp="#fyndling">Feist heißt Fett: Rinderfett, in dem die Lende zusammen mit dem Wein gart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0099-orig" n="Haberkoͤhm" resp="#fyndling" subtype="lexical">Wilder Schwarzkümmel, ein Verwandter der Nigella; im Text bleibt der Name „Haberkümmel“ stehen. Lonicers Kreuterbuch (Frankfurt 1582) nennt das wilde Geschlecht des Schwarzkoriander „wild ſchwartz Coriander / Haberkümmel / Roßkümmel“ und führt Haberkümmel im Register getrennt von Römischkümmel; sein lateinisches Onomasticon (1555) setzt „Cuminum sylvestre … Wild schwartz Kümmel, Haberkümmel“. Beides ist eine Stimme (Lonitzer = Lonicer) und stammt aus Frankfurt, nicht aus Wolfenbüttel. Koͤhm ist Kümmel (mittelniederdeutsch kȫme); Rontzier führt daneben Gartenkoͤhm und das einfache Koͤhm.<list type="alternatives"><item>Gewöhnlicher Kümmel<note type="rationale">Das einfache Koͤhm ist im Buch der Normalfall; ob Haber- eine eigene Sorte kennzeichnet, geht aus keinem Rezept hervor.</note></item><item>Kreuzkümmel<note type="rationale">Grimms Wörterbuch führt „haberkümmel, m. cuminum cyminum“ nach Nemnichs Pflanzenlexikon um 1800, und Krünitz nennt „Hafer-Kümmel“ neben „Garten-Kümmel“ für den Kreuzkümmel. Beide Belege sind rund zweihundert Jahre jünger als der Druck. Lonicer dagegen nennt den Kreuzkümmel Römisch- und Gartenkümmel.</note></item><item>Art nicht bestimmbar<note type="rationale">Haber- heißt Hafer, ob nach der Kornform oder wegen des Wuchses im Getreide, ist offen; die Rezepte selbst sagen nichts über die Pflanze.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#haberko-hm"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0100-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kurzvariante zum Rezept davor (ron-0099): Dort wird die Rinderlende in Wein und Rinderfett gesotten und mit großen Rosinen, Zucker und Haberkümmel angemacht. Hier treten Weißkohl und Pfeffer oder Gartenkümmel an die Stelle der süßen Beigaben. Heute erinnert das an Rindfleisch mit Kümmelkraut.

Worauf sich „Item“ bezieht. Der Satz nennt weder das Fleisch noch eine Garart, er sagt nur „man macht es … an“. Naheliegend ist, dass die Lende wie im Rezept davor erst gesotten und dann mit der Beigabe fertig zubereitet wird; im Satz selbst steht das nicht.

Der Kohl. „In große oder kleine Stücke geschnitten“ gehört dem Satzbau nach zum Kohl. Wann er dazukommt, sagt der Text nicht. Damit er weich wird, muss er eine Weile in der Flüssigkeit mitgaren. „Pfeffer oder garten Koͤhm“ ist eine Wahl zwischen zwei Gewürzen, nicht beides zusammen.

Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: die Lende in Stücken in Wein mit etwas Rinderfett schwach sieden, den Weißkohl in Stücken zugeben, sobald das Fleisch halb gar ist, und mitgaren, bis er weich ist; mit Pfeffer oder Kümmel abschmecken. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0100-orig" n="garten Koͤhm" resp="#fyndling">Koͤhm ist in Rontziers Buch das Wort für Kümmel. „Garten-“ bezeichnet den angebauten Kümmel; im Rezept davor steht an derselben Stelle „Haberkoͤhm“, vermutlich eine andere Kümmelart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0100-orig" n="kumpſtkohl" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weißkohl, also frischer Kopfkohl. Rontzier gebraucht das Wort für den Kohlkopf selbst: „kleine koͤpffe rotes Kumpſtkohls“ (ron-1184), „weiſſenkumpſtkohl“ roh als Salat (ron-1186) und gefüllte „Kumſtkopffe“ (ron-1204).<list type="alternatives"><item>Sauerkraut<note type="rationale">Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch führt kumpstkôl als „Sauerkraut, zum Sauerkraut verwendeter Weißkohl“, Kaltschmidt 1854 Kumst als eingemachte Kohlkopfviertel. Der Satz nennt aber keine Säuerung, und „in große oder kleine Stücke geschnitten“ passt besser zum frischen Kopf.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0101-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegartes Rindfleisch, das mit Gartenampfer angemacht und mit verquirlten, gepfefferten Eiern gebunden wird. Der Text selbst sagt nur „Rindfleiſch“; das Rezept steht unter denen zur Rinderlende.

Garen. Wie das Fleisch gar wird, setzt der Text voraus. In den benachbarten Lendenrezepten wird es in Wasser (ron-0090) oder in Wein mit Rindfett (ron-0099) gesotten, das ist die naheliegende Annahme. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

Gartenampfer. Die Blätter kommen zum garen Fleisch und fallen in der Hitze in wenigen Minuten zusammen. Ob sie gehackt oder ganz dazukommen und wie viel, sagt der Text nicht.

Die Eier. „Durchschlagen“ heißt hier verquirlen. Die Eier kommen entweder über das Fleisch oder zuerst in die Schüssel, das Fleisch darauf. In der Wärme von Fleisch und Ampfer ziehen sie an und binden, bleiben aber cremig.

Praxis. Die Schüssel vorwärmen und das Fleisch heiß mit etwas Brühe auf die Eier geben. Wer die Eier ganz gestockt haben will, lässt sie kurz in der heißen Brühe ziehen - das ist eine heutige Vorsicht, nicht der Text.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0101-orig" n="Patiens" resp="#fyndling">Gartenampfer (Rumex patientia), ein großblättriger Ampfer, der als Gemüsepflanze angebaut wurde. Rontzier führt die „Patientbletter“ an anderer Stelle neben den Sauerampferblättern, für ihn waren es zwei verschiedene Pflanzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0101-orig" n="in Pfeffer durch" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Eier werden mit gemahlenem Pfeffer verquirlt. Rontzier kennt im ganzen Buch keine Sauce, die nur „Pfeffer“ heißt (einmal steht „Pfefferbrüh“), und das Rezept bereitet keine Sauce vor.<list type="alternatives"><item>Die Eier werden in eine fertige Pfeffersauce eingerührt.<note type="rationale">Das „in“ passt zu Rontziers sonstiger Wendung, Eigelb „mit Wein“ oder „mit Wasser“ durchzuschlagen, also in einer Flüssigkeit. Eine Pfeffersauce müsste aber erst gemacht werden, und davon sagt der Text nichts.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0102-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Rinderzunge mit einer säuerlich-würzigen Sauce aus Birnen und geriebenem Weißbrot, gewürzt mit Ingwer und Pfeffer, mit Butter und Essig. Der Text beschreibt nur die Sauce; das Sieden der Zunge setzt er voraus.

Aufkochen. Die Sauce ist mit geriebenem Weißbrot gebunden. Sie wird erst durch Aufkochen fertig: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe eine dünne, trübe Mischung. In der Praxis also kurz aufkochen.

Birnen. Wie die Birnen vorbereitet werden, sagt der Text nicht. In der Praxis schälen, klein schneiden und in Butter mit etwas Essig weich werden lassen, dann das Brot, Ingwer und Pfeffer einrühren und kurz aufkochen.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und in Scheiben schneiden, die Sauce darübergeben. Häuten und Aufschneiden nennt der Text nicht, sie sind heute übliche Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0102-orig" n="Geſotten Ochſenzungen" resp="#fyndling">Gesotten heißt in Wasser oder Brühe gekocht. Die Zunge kommt fertig gegart ins Rezept, beschrieben wird nur, womit man sie anrichtet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0102-orig" n="Birn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Birnen. Das Wort steht hier allein, ohne Beerennamen und ohne Beerenzusammenhang; Lexer und DWB führen birn als Birne, und Rontzier schneidet Birn auch sonst als Frucht (ron-0034 "Birn in wuͤrffel geſchnitten").<list type="alternatives"><item>Beeren<note type="rationale">Rontzier schreibt -birn regelmäßig für Beeren (Johansbirn, Stichbirn, Weinbirn), und in ron-0066 steht "andere Birn" für weitere Beeren. Dort ist der Beerenzusammenhang aber durch das Rezept selbst gegeben, hier fehlt er.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0103-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Ochsenzunge mit einer säuerlichen Fruchtsauce: Stachelbeeren werden durch ein Haartuch geschlagen, das Mark mit Muskatblüte, Ingwer, großen Rosinen und wenig Wein angemacht und über die Zungen gegeben.

Die Zunge. Wie die Zungen vorbereitet sind, sagt dieses Rezept nicht. Das Rezept davor beginnt mit gesottenen Ochsenzungen, und die folgenden Saucen werden ebenso über die Zungen gegeben; gemeint sind also wohl gekochte Zungen.

Durchschlagen. Das Haartuch, ein Seihtuch meist aus Pferdehaar, hält Häute und Kerne zurück; was durchgeht, ist ein glattes Fruchtmark. Ob die Beeren dafür roh zerdrückt oder vorher weichgekocht wurden, sagt der Text nicht. Rohe, feste Stachelbeeren lassen sich nur mühsam durchstreichen.

Anmachen. An das Mark kommen Muskatblüte, Ingwer, die ganzen großen Rosinen und wenig Wein. Ein Erhitzen nennt der Text nicht; die Sauce kann auch kalt über die heiße Zunge gegeben worden sein. Zucker nennt der Text nicht, die Säure der Beeren mildern nur die Rosinen.

Praxis. Die Stachelbeeren mit einem Schluck Wein kurz weichkochen und durch ein feines Sieb oder Tuch streichen. Das Mark mit Muskatblüte, Ingwer und großen Rosinen kurz aufwallen lassen, damit die Rosinen aufquellen, mit wenig Wein auf eine sämige Konsistenz bringen und über die warme, gekochte Zunge geben. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon braucht das Kochen der Zunge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0103-orig" n="Stichbirn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Stachelbeeren. Das Grimmsche Wörterbuch führt stichbeere, niederdeutsch stickbeere, als Stachelbeere, ebenso Campe. Rontzier schreibt die Endung -birn regelmäßig für Beeren (Johansbirn, Heydelbirn, Maulbirn), und hier passt die Beere zur Verwendung: Durch ein Haartuch geschlagen und mit Muskatblüte und Wein angemacht, gibt sie ein säuerliches Mark als Sauce über das gekochte Fleisch. Für die Form auf -birn selbst gibt es keinen Wörterbuchbeleg; es ist eine Lesart.<list type="alternatives"><item>Birnen, etwa eine Birnensorte namens „Stichbirne“<note type="rationale">„Birn“ kann wörtlich Birne heißen, und in Rontziers Stachelbeersuppe ron-0066 heißt es nach den gestoßenen Stichbirn „thut man andere Birn darunter“, was für Birnen sprechen kann. Eine Birnensorte dieses Namens ist in den Wörterbüchern aber nicht belegt, und Schälen, Entkernen oder Zerschneiden verlangt Rontzier bei Stichbirn nie.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#stichbirn"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0104-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Ochsenzunge unter einer süßen Sauce aus Wein und Weißbrot, abgemacht mit Zucker, Ingwer und Muskatblüte. Heute erinnert das an Rinderzunge in süßlicher Weinsauce. Dass die Zungen schon gar sind, setzt der Text voraus; die Reihe beginnt mit gesottenen Ochsenzungen.

Sieden und Durchschlagen. Wein und Weißbrot kommen zusammen in den Topf und sieden, bis das Brot ganz weich ist und zerfällt. Beim Kochen verkleistert die Brotstärke und bindet den Wein. Das Durchschlagen durch das Haartuch hält Krusten und Klümpchen zurück, so wird die Sauce glatt.

Abmachen. Zucker, Ingwer und Muskatblüte kommen zuletzt dazu. Mengen nennt der Text nicht.

Praxis. Die Zunge vorher schwach sieden, bis sie weich ist. Für die Sauce so viel Weißbrot in den Wein geben, dass sie nach dem Durchschlagen sämig ist; ist sie zu dünn, mehr Brot mitsieden, ist sie zu dick, Wein nachgießen. Zucker und Gewürze in kleinen Schritten dazugeben und abschmecken. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon entfällt auf das Sieden der Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0104-orig" n="hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Kochgefäß, in dem Wein und Weißbrot zusammen sieden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0105-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Rinderzunge in runden Scheiben, darüber eine durchgestrichene Maulbeermasse mit Weizenmehl, angemacht mit Butter, Kümmel und wenig zerstoßenen Nelken. Wie die Nachbarrezepte setzt der Text die gesottene Zunge voraus und beschreibt nur, womit sie angerichtet wird.

Durchstreichen. Maulbeeren und Mehl werden zusammen durch das Haartuch gestrichen. So bleiben Kerne und Häutchen zurück, und das Mehl verteilt sich ohne Klümpchen in der Fruchtmasse.

Aufkochen. Das Mehl ist das Bindemittel. Es bindet erst beim Erhitzen, roh bliebe die Masse dünn und schmeckte nach Mehl. Einen Garschritt nennt der Text nicht; in der Praxis die Masse mit der Butter kurz aufkochen, bis sie bindet.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und in runde Scheiben schneiden; das Häuten nennt der Text nicht, es ist heute übliche Praxis. Maulbeeren mit etwas Mehl durch ein feines Sieb streichen, mit Butter kurz aufkochen, über die Zungenscheiben geben und mit Kümmel und einer kleinen Prise gestoßener Nelken würzen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0105-orig" n="Maulbern" resp="#fyndling">Maulbeeren. Ob schwarze oder weiße Maulbeeren gemeint sind, sagt der Text nicht. An anderen Stellen schreibt Rontzier Maulbirn, wie er auch sonst -birn für Beeren setzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0105-orig" n="Haberkoͤhm" resp="#fyndling" subtype="lexical">Wilder Schwarzkümmel, ein Verwandter der Nigella; im Text bleibt der Name „Haberkümmel“ stehen. Lonicers Kreuterbuch (Frankfurt 1582) nennt das wilde Geschlecht des Schwarzkoriander „wild ſchwartz Coriander / Haberkümmel / Roßkümmel“ und führt Haberkümmel im Register getrennt von Römischkümmel; sein lateinisches Onomasticon (1555) setzt „Cuminum sylvestre … Wild schwartz Kümmel, Haberkümmel“. Beides ist eine Stimme (Lonitzer = Lonicer) und stammt aus Frankfurt, nicht aus Wolfenbüttel. Koͤhm ist Kümmel (mittelniederdeutsch kȫme); Rontzier führt daneben Gartenkoͤhm und das einfache Koͤhm.<list type="alternatives"><item>Gewöhnlicher Kümmel<note type="rationale">Das einfache Koͤhm ist im Buch der Normalfall; ob Haber- eine eigene Sorte kennzeichnet, geht aus keinem Rezept hervor.</note></item><item>Kreuzkümmel<note type="rationale">Grimms Wörterbuch führt „haberkümmel, m. cuminum cyminum“ nach Nemnichs Pflanzenlexikon um 1800, und Krünitz nennt „Hafer-Kümmel“ neben „Garten-Kümmel“ für den Kreuzkümmel. Beide Belege sind rund zweihundert Jahre jünger als der Druck. Lonicer dagegen nennt den Kreuzkümmel Römisch- und Gartenkümmel.</note></item><item>Art nicht bestimmbar<note type="rationale">Haber- heißt Hafer, ob nach der Kornform oder wegen des Wuchses im Getreide, ist offen; die Rezepte selbst sagen nichts über die Pflanze.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#haberko-hm"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0106-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzunge, der Länge nach geviertelt, mit einem glatten Karottenmus, Mandeln und Butter belegt. Ob es süß oder säuerlich schmeckt, lässt der Text offen.

Die Zunge. Dass die Zunge vorher gekocht ist, sagt dieses Rezept nicht. Die Reihe der Ochsenzungen beginnt aber mit „Geſotten Ochſenzungen“ (ron-0102), und die folgenden Rezepte geben ihre Saucen ebenso über die fertigen Zungen. In der Praxis die Zunge in Wasser weich sieden, häuten und erst dann der Länge nach vierteln. Das Häuten nennt der Text nicht, es ist heute übliche Praxis.

Das Karottenmus. Die Karotten werden in Wasser und Wein weich gesotten; der Wein gibt dem Mus etwas Säure. Danach streicht man sie durch das Haartuch, ein Seihtuch meist aus Pferdehaar. Es hält die Fasern zurück, was durchgeht, ist ein glattes Mus. Heute geht das mit einem feinen Sieb.

Abschmecken. Womit süß oder säuerlich abgeschmeckt wird, sagt der Text nicht. In den Nachbarrezepten derselben Reihe nimmt Rontzier zum Abmachen Zucker (ron-0104), für Säure Essig (ron-0102).

Praxis. Zunge sieden, häuten, vierteln und warm halten. Karotten in Wasser mit einem guten Schuss Wein weich kochen, durch ein Sieb streichen, Butter einrühren und mit Zucker oder etwas Essig abschmecken. Das Mus mit den Mandeln über die Zungenstücke geben. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon braucht das Kochen der Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0106-orig" n="Carroten" resp="#fyndling">Möhren. Gelb war im 16. Jahrhundert die vorherrschende Möhrenfarbe, daneben gab es weiße und violette. Wer das Bild treffen will, nimmt gelbe Möhren, orange geht genauso.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0106-orig" n="heil oder kleingemachten Mandelen" resp="#fyndling">„heil“ heißt hier ganz, ungeteilt, im Gegensatz zu „kleingemacht“, also zerkleinert. Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch führt „hêl“ in dieser Bedeutung, etwa für ungemahlene Gerste.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0107-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Rinderzunge, zum Schluss mit Zwiebeln, zerkleinertem Holunder, Wacholder und Pfeffer abgemacht. Wie die Nachbarrezepte setzt der Text die gekochte Zunge voraus und nennt nur, womit sie angerichtet wird.

Holunder. Ob Beeren oder Blüten gemeint sind, bleibt offen. Neben Wacholder liegen die Beeren näher; sie geben eine herbe, leicht säuerliche Note. Holunderbeeren nur gekocht verwenden, roh sind sie unverträglich.

Zwiebeln. Der Text sagt nicht, ob sie roh oder gegart dazukommen. Ein Garschritt ist nicht genannt.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und aufschneiden; das Häuten nennt der Text nicht, es ist heute übliche Praxis. Zwiebeln in Ringen oder Würfeln mit etwas Butter oder Kochbrühe weich dünsten, getrocknete Holunderbeeren und angedrückte Wacholderbeeren einige Minuten mitkochen, pfeffern und über die Zunge geben. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0107-orig" n="Keilken" resp="#fyndling" subtype="lexical">Holunder. Keilken ist das ostfälisch-niederdeutsche Wort für den Holunder: mittelniederdeutsch keleken, keileken (Holunder, Holunderblüte), bei Lübben-Walther „Holunder-, Ahlhorn-, Fliederblumen“, im Niedersächsischen und Mecklenburgischen Wörterbuch Keilken = Holunder, nach dem Deutschen Wortatlas in einem großen ostfälischen Gebiet verbreitet. Rontzier selbst kennt Keylkenblumen (Blüten, grün oder getrocknet, mit Milch und Brot zu Mus gekocht) und Keylkenbirn neben Heidel-, Brom- und Maulbeeren. Ob hier die Beeren oder die Blüten gemeint sind, sagt der Text nicht; neben Wacholder liegen die Beeren näher.<list type="alternatives"><item>Holunderblüten<note type="rationale">Möglich, weil Rontzier die Blüten auch getrocknet verwendet. Er nennt sie aber sonst ausdrücklich Keylkenblumen.</note></item><item>Gewürznelken<note type="rationale">Passt nicht: Gewürznelken heißen bei Rontzier durchweg Negelein, und Keilken steht in seinen Zusammensetzungen für Blüten und Beeren des Holunders.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#keilken"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0108-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzunge in einer mit Brot gebundenen, säuerlichen Sauce, gewürzt mit Ingwer und gelb gefärbt mit Safran. Der Text nennt nur, womit die Zungen angemacht werden; dass sie vorher gesotten sind, setzt er voraus, wie die Rezepte davor, die mit gesottenen Ochsenzungen beginnen.

Aufkochen. Die Sauce ist mit zerriebenem Brot gebunden. Sie wird erst durch Aufkochen fertig: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe eine dünne, trübe Mischung. In der Praxis also kurz aufkochen.

Flüssigkeit. Als einzige Flüssigkeit nennt der Text Essig. Eine Sauce nur aus Essig und Brot wird sehr sauer; ob Rontzier das so meint oder eine Brühe stillschweigend voraussetzt, sagt der Text nicht.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und in Scheiben schneiden. Das zerriebene Brot mit Essig und, wer es milder will, etwas Brühe vom Sieden aufkochen, bis es bindet, dann Ingwer und den eingeweichten Safran einrühren und über die Zunge geben. Häuten, Schneiden und die Brühe nennt der Text nicht, sie sind heute übliche Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon entfällt auf das Sieden der Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0108-orig" n="macht man ... an" resp="#fyndling">Anmachen heißt hier zubereiten, anrichten: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch führt es für das Zubereiten, Rühren und Mischen von Flüssigkeiten. Gemeint ist, dass die Zunge mit der Sauce aus Brot, Ingwer, Essig und Safran zusammengebracht wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0109-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Ochsenzunge mit einer gelben, mit Brot gebundenen Sauce mit kleinen Rosinen, Mandeln, geschnittenem Ingwer und Muskatblüte. Der Text nennt nur die Beigaben. Dass die Zungen vorher gesotten sind, setzt die Reihe voraus, deren erstes Rezept mit „Geſotten Ochſenzungen“ beginnt (ron-0102).

Flüssigkeit. Der Text nennt keine. Ohne Flüssigkeit bindet das Brot nicht; naheliegend ist die Brühe, in der die Zunge gesotten wurde, oder etwas Wein, wie ihn das Nachbarrezept ron-0103 nimmt. Beides ist eine Ergänzung.

Aufkochen. Die Sauce ist mit zerriebenem Brot gebunden und wird erst durch kurzes Aufkochen fertig: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe eine dünne, trübe Flüssigkeit. Die kleinen Rosinen quellen dabei auf.

Mandeln. Ob ganz, geschnitten oder gestoßen, sagt der Text nicht. Geschnittene Mandeln bleiben als Einlage erkennbar, gestoßene binden mit.

Praxis. Die Zunge in Wasser schwach sieden, bis sie weich ist, häuten und in Scheiben schneiden; Häuten und Aufschneiden nennt der Text nicht, sie sind heute übliche Praxis. Etwas Zungenbrühe mit Korinthen, Mandeln, fein geschnittenem Ingwer, Muskatblüte und geriebenem Brot kurz aufkochen, bis die Sauce bindet, und über die Zunge geben. Wer ein deutliches Gelb will, nimmt etwas Safran wie in ron-0108; das steht hier nicht im Text. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0109-orig" n="kleinen Roſin" resp="#fyndling">Kleine getrocknete Weinbeeren, heute als Korinthen im Handel. Rontzier unterscheidet sie von den großen Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0109-orig" n="geſchnitten Ingber" resp="#fyndling">Der Ingwer wird geschnitten, nicht gestoßen; er bleibt als feine Stückchen in der Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0109-orig" n="gelb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Sauce soll gelb werden, ein Färbemittel nennt der Text nicht. Von den genannten Zutaten ist der Ingwer die einzige, mit der Rontzier in derselben Reihe ausdrücklich gelb macht: „Mit Ingber machet man ſie gelb“ (ron-0110). Die Zutatenliste bleibt deshalb ohne Safran.<list type="alternatives"><item>Safran als stillschweigend vorausgesetztes Färbemittel<note type="rationale">In den Nachbarrezepten nennt Rontzier Safran ausdrücklich (ron-0108, ron-0112), und bei Rumpolt heißt „gelb machen“ in aller Regel Safran. Hier steht er nicht im Text; wer ein kräftiges Gelb will, gibt etwas Safran dazu.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0110-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzunge, mit Ingwer gelb gemacht und mit Pfeffer, ganzen Feigen und Muskatblüte gewürzt, dazu etwas Butter oder gehackter Speck. Der Text ist eine reine Zutatenangabe: Er nennt weder Flüssigkeit noch Garschritt und setzt die gegarte Zunge voraus.

Gelb mit Ingwer. Als Mittel für das Gelb nennt das Rezept nur den Ingwer. Gemahlener Ingwer gibt allenfalls einen hellen, gelblichen Ton. Safran steht hier nicht im Text.

Butter oder Speck. Das Fett ist freigestellt: ein wenig Butter oder gehackter Speck.

Feigen. Ob frische oder getrocknete Feigen gemeint sind, sagt der Text nicht. In der Praxis getrocknete Feigen nehmen, die in der Würzbrühe weich werden.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und in Scheiben schneiden. Mit etwas von der Brühe, Ingwer, Pfeffer, den ganzen Feigen, Muskatblüte und Butter oder ausgelassenem gehacktem Speck durchziehen lassen, bis die Feigen weich sind. Sieden, Häuten, Schneiden und die Brühe nennt der Text nicht, sie sind heute übliche Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0110-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss. Sie schmeckt feiner und blumiger als die Nuss selbst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0110-orig" n="Mit Ingber machet man ſie gelb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Ingwer ist hier das genannte Mittel für das Gelb; das Rezept nennt kein anderes Farbmittel, also bleibt es bei Ingwer und einem hellen Gelbton.<list type="alternatives"><item>Safran als stillschweigendes Farbmittel der gelben Zungen<note type="rationale">Zwei Nachbarrezepte derselben Reihe färben ausdrücklich mit Safran. In diesem Rezept steht er aber nicht, und der Satz nennt den Ingwer als Mittel; Safran wäre eine Ergänzung über den Text hinaus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0111-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzunge, hell in Butter gebraten und mit Weizenmehl, Weinessig, Ingwer und Muskatblüte angemacht: eine gebratene Zunge in einer säuerlichen, mit Mehl gebundenen Buttersauce. Heute erinnert das an Rinderzunge in heller Essigsauce.

Die Zunge. Wie die Zungen vorbereitet werden, sagt dieses Rezept nicht. Die Ochsenzungen-Reihe beginnt mit gesottenen Zungen (ron-0102); roh lässt sich eine Rinderzunge kaum braten, sie bleibt zäh und trägt noch ihre Haut. Gemeint sind also wohl gekochte Zungen, die in der Butter nur noch gebraten werden.

Gelb, nicht braun. Der Text nennt kein Färbemittel. Für das Braten heißt „aber nicht braun“: mäßige Hitze, die Butter darf nicht nussbraun werden. In den Nachbarrezepten färbt Rontzier mit Safran (ron-0108, ron-0112).

Anmachen mit Mehl und Essig. Das Weizenmehl ist das Bindemittel. Es bindet erst beim Erhitzen; roh bliebe die Sauce dünn und schmeckte nach Mehl. Einen Garschritt nennt der Text dafür nicht, die heiße Bratbutter ist der naheliegende Ort.

Praxis. Die Zunge schwach sieden, bis sie weich ist, häuten und in Scheiben schneiden; das Häuten nennt der Text nicht, es ist heute übliche Praxis. Die Scheiben bei mittlerer Hitze in Butter braten, ohne dass Butter oder Fleisch Farbe nehmen; wer das Gelb nachstellen will, gibt eine Prise Safran in die Butter, das ist eine Ergänzung. Etwas Weizenmehl in die Butter streuen, mit Weinessig ablöschen und kurz aufkochen, bis die Sauce bindet, mit Ingwer und Muskatblüte abschmecken. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon braucht das Sieden der Zunge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0111-orig" n="Man machet ſie gelb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Gelb ist das Ziel dieser Fassung; ein Färbemittel nennt der Text nicht, der Lesetext setzt deshalb keines ein. In den Nachbarrezepten derselben Reihe färbt Rontzier mit Safran (ron-0108, ron-0112); das ist der naheliegende Weg, wenn man das Gelb nachstellen will.<list type="alternatives"><item>Das Gelb kommt vom Ingwer.<note type="rationale">Im Rezept davor heißt es „Mit Ingber machet man ſie gelb“ (ron-0110), und Ingwer steht auch hier. Gemahlener Ingwer färbt allerdings nur schwach.</note></item><item>Das Gelb ist die helle Farbe vom Braten in Butter.<note type="rationale">„aber nicht braun“ verlangt einen hellen Bratton. Dagegen spricht, dass „gelb machen“ und „braten“ mit „vnd“ als zwei Schritte nebeneinanderstehen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0112-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzungen, gelb angerichtet mit klein geschnittenen Äpfeln, grüner Petersilie, Safran und Ingwer. Der Text ist eine Zutatenliste: Er nennt, womit die Zungen gelb gemacht werden, und setzt das Garen der Zunge voraus.

Ohne Flüssigkeit und Fett. Brühe, Wein oder Butter nennt der Text nicht. Ob Äpfel und Petersilie roh über die Zunge kommen oder mit Safran und Ingwer kurz gedünstet werden, bleibt offen. In den Nachbarrezepten derselben Folge kommen Butter (ron-0110, ron-0111) oder Essig mit geriebenem Brot (ron-0108) dazu.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und in Scheiben schneiden; Häuten und Schneiden nennt der Text nicht. Die klein geschnittenen Äpfel mit etwas Butter und Brühe, Safran und Ingwer kurz dünsten, die gehackte Petersilie zum Schluss zugeben und alles über die Zunge geben; Butter und Brühe sind eine Ergänzung. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0112-orig" n="gelb" resp="#fyndling">Gelb machen heißt hier: die Zunge mit einer gelben Beigabe anrichten. Das Gelb gibt der Safran, den der Text nennt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0113-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Ragout aus fein gehackter Ochsenzunge: Das Fleisch wird in Butter angeschwitzt und dann in Wein mit Zimt, Muskatblüte und Zucker gesotten. Brot oder Mehl zum Binden nennt der Text nicht, die Flüssigkeit entsteht allein aus Wein und Butter.

Rohe oder vorgekochte Zunge? Der Text sagt nur, dass die Zungen klein gehackt werden. Ochsenzunge ist ein fester Muskel mit einer zähen Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt; Rumpolt lässt Zungen vor dem Weiterverarbeiten sieden und die Haut abziehen (rum-0019). Für das Nachkochen die Zunge deshalb vorher weich kochen (etwa 2,5 bis 3 Stunden), häuten und erst dann hacken. Wer roh hackt, muss das Fleisch im Wein deutlich länger sieden lassen.

Anschwitzen. Das gehackte Fleisch in Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen. Eine Farbe verlangt der Text hier nicht, das Fleisch muss also nicht braun werden.

Sieden. Wein angießen, Zimt, Muskatblüte und Zucker dazugeben und alles miteinander sieden lassen, bis das Fleisch die Würze angenommen hat und der Wein etwas eingekocht ist. Mengen nennt der Text nicht; Zucker sparsam nehmen, er soll den Wein abrunden.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Vorkochens der Zunge, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0113-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“ (Grimm: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“); Rumpolt schreibt in einem Zungenrezept „schweiß es“ (rum-0019). Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0113-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss; feiner und milder als die Nuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0113-orig" n="hacket Ochſenzungen klein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zungen sind vorgekocht und gehäutet, bevor sie gehackt werden: Ochsenzunge lässt sich erst nach dem Kochen häuten, und Rumpolt setzt Zungen vor dem Weiterverarbeiten in Wasser zu, lässt sie sieden und zieht die Haut ab (rum-0019).<list type="alternatives"><item>Die Zungen werden roh gehackt und garen erst beim Sieden im Wein.<note type="rationale">Der Text nennt kein Vorkochen; möglich ist es, dann braucht das Sieden deutlich länger und die Haut muss roh entfernt werden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0114-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Ochsenzunge in Butter, die nur mit Pfeffer und Salz gewürzt wird - ohne Sauce, Brot oder Obst wie bei den meisten Zungenrezepten Rontziers.

Rohe oder vorgekochte Zunge? Der Text sagt nichts über ein Vorkochen. Ochsenzunge ist ein fester Muskel mit einer zähen Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt; in der Pfanne allein gart eine rohe Zunge nicht durch. Rumpolt beginnt dasselbe Gericht mit „Wann die Zung gesotten ist“ (rum-0015). Für das Nachkochen die Zunge deshalb vorher weich sieden (etwa 2,5 bis 3 Stunden), häuten und in Scheiben schneiden. Die Form der Stücke nennt der Text nicht.

Bräunen. Die Stücke in Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen und wenden, bis sie rundum braun sind. Zu große Hitze lässt die Butter verbrennen.

Würzen. Erst danach („darnach“) Pfeffer und Salz dazugeben. Mengen nennt der Text nicht.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Vorkochens der Zunge, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0114-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“ (Grimm: Küchenwort für „in Hitze zubereiten, rösten, braten“). Für sich verlangt es keine Farbe; hier steht „braun“ dabei, die Zungen sollen also Farbe nehmen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0115-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Streifen von der Ochsenzunge mit einer scharf-sauren Würze aus gewürfeltem Meerrettich, Weinessig und Salz. Eine Sauce im eigentlichen Sinn entsteht nicht; Bindemittel nennt der Text keines.

Die Zunge. Wie die Zungen vorbereitet werden, sagt das Rezept nicht. Roh lässt sich Rinderzunge kaum in Streifen braten, sie bleibt zäh und trägt noch ihre Haut. Für das Nachkochen die Zunge deshalb vorher schwach sieden, bis sie weich ist (etwa 2,5 bis 3 Stunden), häuten und erst dann in lange Streifen schneiden.

Braun abschwitzen. Die Streifen in Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis sie Farbe nehmen; anders als bei den gelben Zungen derselben Reihe verlangt der Text hier ausdrücklich „braun“. Die Butter darf dabei bräunen, aber nicht verbrennen.

Meerrettich in Würfeln. Ob der Meerrettich in der Pfanne mitwarm wird oder roh darüberkommt, sagt der Text nicht. Kurz in der heißen Butter mitgeschwenkt verliert er etwas von seiner Schärfe; roh bleibt er sehr scharf. Danach mit Weinessig und Salz abschmecken und warm zu Tisch geben.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Vorkochens der Zunge, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0115-orig" n="ſchwetz" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“ (Grimm: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“). Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt, wie hier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0115-orig" n="Ochſenzungẽ in lang ſtuͤcklein geſchnitten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zungen sind vorgekocht und gehäutet, bevor sie in Streifen geschnitten werden: Ochsenzunge lässt sich erst nach dem Kochen häuten, und Rumpolt schneidet die Zunge erst, „wenn die Zungen geſotten iſt vñ auß geſeubert“ (rum-0017).<list type="alternatives"><item>Die Zungen werden roh in Streifen geschnitten und garen allein in der Butter.<note type="rationale">Der Text nennt kein Vorkochen; roh bleibt Rinderzunge beim kurzen Braten aber zäh, und die Haut müsste roh abgeschnitten werden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0116-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzunge in langen Stücken, mit Zwiebeln und Nelken in Butter angeschwitzt. Mehr sagt der Text nicht: keine Sauce, keine Flüssigkeit, kein Salz, keine Mengen.

Gesotten oder roh? Dass die Zunge vorher gar ist, setzt der Text voraus, wie die Ochsenzungen-Rezepte davor, die mit gesottenen Zungen beginnen (ron-0102). Ein kurzes Anschwitzen macht eine rohe Zunge nicht weich, und ihre zähe Haut lässt sich erst nach dem Kochen gut abziehen.

Anschwitzen. Die Zungenstücke liegen auf Zwiebeln und Nelken in der Butter und schwitzen mit ihnen an. Eine Farbe verlangt der Text hier nicht, anders als bei den beiden Rezepten davor, die ausdrücklich braun abschwitzen.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist (etwa 2,5 bis 3 Stunden), häuten und in lange Stücke schneiden. Butter erhitzen, Zwiebelringe mit einigen Nelken kurz anschwitzen, die Zungenstücke darauflegen und bei mittlerer Hitze mitschwitzen lassen, bis sie heiß sind und das Aroma angenommen haben. Salz nennt der Text nicht; wer die Zunge ungesalzen gesotten hat, salzt nach Geschmack. Häuten, Zwiebelringe und Salz sind heutige Praxis, nicht Text. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon entfällt auf das Sieden der Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0116-orig" n="ſchwetzet man ... ab" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“ (Grimm: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“). Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt; hier nennt er keine Farbe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0116-orig" n="auff Zwiblen vnd Neglein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zungenstücke kommen auf eine Lage Zwiebeln mit Nelken in die Butter und schwitzen mit ihnen zusammen an; „auff“ beschreibt dann die Lage in der Pfanne.<list type="alternatives"><item>„auff“ im Sinn von „mit“: Zwiebeln und Nelken sind nur Würzbeigabe und kommen gleichzeitig mit dem Fleisch in die Butter.<note type="rationale">Möglich; der kurze Text sagt nicht, ob die Zwiebeln zuerst in die Pfanne kommen. Für das Ergebnis ändert sich wenig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0117-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gewürfelte Hirschzunge, in Butter angeschwitzt und mit Weinessig und frischer Butter säuerlich abgeschmeckt. Es ist das knappste der Hirschzungenrezepte dieser Reihe: Die Nachbarn geben Eigelb mit Wein, Speckäpfel, Meerrettich oder Zwiebeln dazu, hier bleibt es bei Essig und Butter.

Roh oder vorgekocht? Der Text sagt nur, dass die Zungen in Würfel geschnitten werden. Zunge hat eine zähe Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt, und das übernächste Rezept nennt „gahr gemachte Hirſchzungen“ (ron-0119). Roh gewürfelt und in der Butter gar geschwitzt ist nach dem Wortlaut ebenfalls möglich; der Text entscheidet das nicht.

Anschwitzen. Die Würfel in Butter erhitzen, ohne sie zu bräunen. Eine Farbe verlangt der Text hier nicht, anders als bei den Ochsenzungen kurz davor (ron-0114, ron-0115).

Abschmecken. Weinessig gibt die Säure, die zweite Portion Butter rundet ab und ergibt mit dem Essig eine kurze Sauce. Mengen nennt der Text nicht.

Praxis. Die Zunge vorher in Wasser weich kochen, häuten und würfeln, dann in Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, einen Schuss Weinessig und ein Stück kalte Butter dazugeben und kurz durchschwenken. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Zunge ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0117-orig" n="ſchwetz" resp="#fyndling">Rontziers Küchenwort für das Anschwitzen in heißem Fett. Als Kochwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, dort nur im Sinn von „schwatzen“; es passt zum alten Küchenverb „schweißen“ (DWB: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“). Rontzier gebraucht es durchweg mit „in Butter“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0118-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Klein geschnittene Hirschzunge, in Butter angeschwitzt und beim Anrichten mit Eigelb übergossen, das mit Wein glatt durchgeschlagen ist. Das Eigelb bindet Butter und Wein zu einer dünnen, cremigen Sauce um die Fleischstücke.

Rohe oder vorgekochte Zunge? Der Text sagt nur „kleingeschnitten“. Zunge hat eine zähe Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt, und das Nachbarrezept derselben Reihe nimmt ausdrücklich „gahr gemachte Hirſchzungen“. Für das Nachkochen die Zunge deshalb vorher in Salzwasser weich kochen (etwa 1,5 bis 2 Stunden), häuten und erst dann klein schneiden.

Anschwitzen. Die Stücke in Butter bei mittlerer Hitze rundum anschwitzen. Eine Farbe verlangt der Text nicht, braun werden müssen sie nicht.

Eigelb und Wein. Die Eigelb mit dem Wein kräftig glatt schlagen, so dass keine Eiweißfäden bleiben. Darübergegeben wird erst, wenn das Gericht zu Tisch geht. Auf den heißen Stücken in der heißen Butter zieht das Eigelb leicht an; wer es sicher gebunden haben will, lässt die Pfanne danach kurz bei kleiner Hitze stehen und rührt, bis die Sauce eben andickt. Kochen darf sie nicht, sonst gerinnt das Eigelb. Dieser letzte Schritt ist eine moderne Empfehlung, der Text nennt ihn nicht.

Praxis. Mengen nennt der Text nur für das Eigelb. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Vorkochens der Zunge, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0118-orig" n="ſchwetzet … ab" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“. Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0118-orig" n="durchgeſchlagen" resp="#fyndling">Glatt geschlagen bzw. durch ein Tuch getrieben, so dass Eigelb und Wein eine gleichmäßige Flüssigkeit ergeben. Rontzier gebraucht „durchschlagen“ sonst für das Durchtreiben durch ein Haartuch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0118-orig" n="kleingeſchnitten Hirſchzungen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zungen sind vorgekocht und gehäutet, bevor sie klein geschnitten und in Butter angeschwitzt werden: Zunge lässt sich erst nach dem Kochen gut häuten, und das Nachbarrezept derselben Reihe nennt ausdrücklich „gahr gemachte Hirſchzungen“.<list type="alternatives"><item>Die Zungen werden roh klein geschnitten und garen allein in der Butter.<note type="rationale">Der Text nennt kein Vorkochen. Möglich bei sehr kleinen Stücken; die Haut muss dann roh entfernt werden, und das Fleisch bleibt fester.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0119-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Vorgegarte Hirschzunge in Scheiben, darüber in Speck gebratene Äpfel, das Ganze mit Wein, Zucker, wenig zerriebenem Brot und Ingwer abgemacht. Die Zunge wird als gar vorausgesetzt.

Äpfel in Speck. Der Speck gibt das Bratfett und den Geschmack. Ob die Äpfel ganz oder in Stücken gebraten werden, sagt der Text nicht; in Schnitzen werden sie schneller gar und lassen sich über die Scheiben verteilen.

Aufkochen. Das Abmachen ist mit zerriebenem Brot gebunden. Die Sauce wird erst durch Aufkochen fertig: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe eine dünne, trübe Flüssigkeit. In der Praxis also kurz aufkochen.

Praxis. Die Zunge in Wasser sieden, bis sie weich ist, häuten und klein in Scheiben schneiden. Speck auslassen, die Äpfel darin braten und über die Zungenscheiben geben. Wein in die Pfanne, Zucker, Ingwer und ein wenig zerriebenes Brot dazu, kurz aufkochen, bis es bindet, und darübergeben. Häuten und die Reihenfolge in der Pfanne nennt der Text nicht, sie sind heutige Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; fast alles davon entfällt auf das Sieden der Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0119-orig" n="gahr gemachte" resp="#fyndling">Gemeint sind bereits fertig gekochte Zungen. Das Garen selbst steht nicht im Rezept, es wird vorausgesetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0119-orig" n="bradet zwey oder drey Epffel in Speck" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Äpfel werden so in Speck gebraten, wie sie sind: Der Text nennt kein Schneiden, anders als Rontziers Hasenrezepte, in denen er Speck und Äpfel ausdrücklich zusammen hackt (ron-0320, ron-0324).<list type="alternatives"><item>Äpfel in Schnitzen oder Scheiben gebraten<note type="rationale">Praktisch naheliegend, weil Schnitze im Fett schneller gar werden und sich über die Zungenscheiben verteilen lassen; der Text sagt es aber nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0120-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirschzungen, in Butter angeschwitzt und mit gewürfeltem Meerrettich abgeschmeckt; Salz und Pfeffer kommen erst beim Anrichten darüber. Eine Sauce nennt der Text nicht, die Butter ist das einzige Fett.

Rohe oder vorgekochte Zunge? Der Text nennt nur das Anschwitzen. Zunge ist ein fester Muskel mit einer zähen Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt. Das Rezept kurz zuvor setzt „gahr gemachte Hirſchzungen“ voraus (ron-0119), und Rumpolt lässt Zungen vor dem Weiterverarbeiten sieden und die Haut abziehen (rum-0019). Für das Nachkochen die Zungen deshalb vorher in Wasser weich kochen (bei Hirschzunge etwa anderthalb bis zwei Stunden), häuten und dann anschwitzen.

Anschwitzen. Die Zungen in Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen. Eine Farbe verlangt der Text hier nicht; bei der Ochsenzunge mit Meerrettich (ron-0115) steht ausdrücklich „braun“, hier nicht.

Meerrettich. Der Text sagt nur, dass der Meerrettich in Würfel geschnitten wird und die Zungen damit abgemacht werden, nicht, ob er mitgart. Kurz in der Butter mitgeschwitzt wird er milder, roh darübergegeben bleibt er scharf.

Praxis. Salz und Pfeffer erst unmittelbar vor dem Auftragen darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 2 Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Vorkochens der Zungen, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0120-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“; Rumpolt schreibt in einem Zungenrezept „schweiß es“ (rum-0019). Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0120-orig" n="Die Hirſchzungen … in Buttern (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zungen sind vorgekocht und gehäutet, bevor sie in Butter angeschwitzt werden: Zunge lässt sich erst nach dem Kochen häuten, das Rezept kurz zuvor nennt „gahr gemachte Hirſchzungen“ (ron-0119), und Rumpolt lässt Zungen vor dem Weiterverarbeiten sieden und die Haut abziehen (rum-0019).<list type="alternatives"><item>Die Zungen werden roh in Butter gegart.<note type="rationale">Der Text nennt kein Vorkochen. Möglich ist es, dann braucht das Garen in der Butter deutlich länger, und die Haut muss roh entfernt werden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0121-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dünne Scheiben Hirschzunge werden in Butter angeschwitzt, mit Parmesan bestreut und unter einem eisernen Deckel mit Hitze von unten und oben gegart, bis der Käse eine harte Kruste bildet. Zum Anrichten kommt wahlweise Zucker oder Pfeffer darüber.

Roh oder vorgegart? Der Text sagt nicht, ob die Zunge roh oder schon gekocht geschnitten wird. Heute kocht man Zunge meist vorher weich und zieht die Haut ab, weil sie sich roh kaum lösen lässt; danach geht der Rest schnell. Dünne rohe Scheiben werden unter dem Deckel ebenfalls gar.

Hitze von oben. „Unten und oben Feuer“ heißt: Glut unter das Gefäß und auf den Eisendeckel. Die Oberhitze lässt den Parmesan schmelzen und zu einer festen Rinde trocknen, ohne dass man die Scheiben wenden muss. „Fein sanft“ verlangt kleine Hitze, sonst verbrennt der Käse, bevor die Kruste fest ist.

Praxis. Die Scheiben in Butter anschwitzen, reichlich Parmesan darüberstreuen, zudecken, Glut auf den Deckel legen und bei kleiner Hitze garen, bis der Käse hart ist. Zum Anrichten mit Zucker oder Pfeffer bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0121-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“ (Grimm: Küchenwort „in hitze zubereiten, rösten, braten“). Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0121-orig" n="macht vnten vnd oben fewr" resp="#fyndling">Feuer unter dem Gefäß und Glut auf dem Eisendeckel: Die Hitze kommt auch von oben, so wird die Käseschicht hart, ohne dass man die Scheiben wendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0121-orig" n="Hirſchzungen (roh oder vorgegart)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Vorgaren: Die Zungen werden dünn geschnitten, angeschwitzt und unter dem Deckel gar.<list type="alternatives"><item>Zunge vorher weich gekocht und gehäutet<note type="rationale">Heute übliche Praxis, weil sich die Zungenhaut roh kaum abziehen lässt. Im Nachbarrezept ron-0119 nennt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich, hier nicht; beides ist möglich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0122-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirschzungen, in Butter angebraten und dann unter halbierten Zwiebeln zugedeckt fertig gebraten. Der Text nennt nur Butter und Zwiebeln, keine Gewürze und keine Sauce.

Roh oder vorgekocht? Ob die Zungen roh oder schon gekocht in die Butter kommen, sagt der Text nicht. Zunge hat eine zähe Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt, und zwei Rezepte davor setzt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich voraus (ron-0119). Roh angebraten und zugedeckt durchgebraten ist nach dem Wortlaut ebenfalls möglich, dauert dann aber deutlich länger.

Zwiebeln und Deckel. Die Zwiebeln werden nur einmal durchgeschnitten, also halbiert, und auf die angebratenen Zungen gelegt. Unter der Abdeckung geben sie Feuchtigkeit ab; die Zungen braten darin „durch“, das heißt gar. Womit zugedeckt wird, nennt der Text nicht.

Praxis. Die Zungen vorher in Wasser weich kochen (Hirschzunge etwa anderthalb bis zwei Stunden) und häuten. Dann in Butter bei mittlerer Hitze anbraten, die halbierten Zwiebeln obenauf legen, die Pfanne zudecken und bei kleiner Hitze weiterbraten, bis die Zwiebeln weich sind. Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Zungen ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0122-orig" n="ein mahl durch" resp="#fyndling">Einmal durchgeschnitten, also halbiert; so schreibt Rontzier es auch bei Füßen und Quitten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0122-orig" n="braten die Hirſchzungen mit den Zwibeln durch" resp="#fyndling">Durchbraten heißt gar braten, zu Ende braten (DWB 2. Aufl.: „gar braten, zu ende braten“, 1517 bei Luther; Henisch 1616: „durchbraten / excoquere“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0122-orig" n="Hirſchzungen (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Vorkochen: Die Zungen werden in Butter angebraten und unter den Zwiebeln zugedeckt gar gebraten. Zwei Rezepte davor nennt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich (ron-0119), hier nicht.<list type="alternatives"><item>Die Zungen sind vorher weich gekocht und gehäutet.<note type="rationale">Heute übliche Praxis, weil sich die Zungenhaut roh kaum abziehen lässt und das Garen in der Pfanne dann kürzer und sicherer wird. Der Wortlaut schließt es nicht aus, verlangt es aber nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0123-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirschzunge wird mit Schweineflomen fein gehackt, mit Ingwer und Pfeffer gewürzt, in ein Hammelnetz eingeschlagen und in einer Pfanne unter einem eisernen Deckel mit Glut von unten und oben gegart. Salz und Essig kommen erst beim Anrichten darüber. Heute erinnert das an eine Crépinette.

Fett und Netz. Zunge ist mager; das mitgehackte Nierenfett macht die Masse saftig und hält sie zusammen. Das Netz formt ein Päckchen, das beim Garen nicht zerfällt, und gibt selbst Fett ab.

Hitze von oben. „Vnden vnd oben fewr“ heißt: Glut unter die Pfanne und auf den Eisendeckel. So gart das Päckchen von beiden Seiten durch, ohne dass man es wenden muss. Eine Garzeit nennt der Text nicht.

Praxis. Zunge und Flomen fein hacken, mit Ingwer und Pfeffer würzen, im Netz zu einem flachen Päckchen einschlagen, in die Pfanne legen, zudecken und bei mäßiger Glut unten und oben garen, bis die Masse in der Mitte durch ist. Beim Anrichten salzen und mit Essig beträufeln. Die Zubereitungszeit von etwa 75 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0123-orig" n="Schweinnenflumen" resp="#fyndling">Flomen ist das weiche Bauch- und Nierenfett vom Schwein (Rheinisches Wörterbuch: „Flomen = Nierenfett“; Westfälisches Wörterbuch: „Bauch-, Rippen- und Nierenfett bes. vom Schwein“). Mitgehackt macht es die magere Zungenmasse saftig.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0123-orig" n="Hamelßnetz" resp="#fyndling">Das Bauchnetz vom Hammel, eine dünne, fettdurchzogene Haut. Es hält die gehackte Masse zusammen und gibt beim Garen Fett ab.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0123-orig" n="Hirſchzungen (roh oder vorgegart)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Vorgaren: Die Zungen werden roh mit dem Fett gehackt und im Netz unter dem Deckel gar.<list type="alternatives"><item>Zunge vorher weich gekocht und gehäutet, dann gehackt<note type="rationale">Heute übliche Praxis, weil sich die Zungenhaut roh kaum abziehen lässt. Im Nachbarrezept ron-0119 nennt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich, hier nicht; beides ist möglich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0124-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirschzunge wird zusammen mit Butter, Safran, Zucker, Parmesan und Pfeffer klein gehackt, die Masse in ein Hammelnetz eingeschlagen und mit Holzstecken verschlossen. Das Päckchen gart in der Pfanne mit Hitze von unten und oben, Salz und Pfeffer kommen erst beim Anrichten darüber. Nach heutigen Begriffen ist das eine Farce im Fettnetz.

Roh oder vorgegart? Der Text sagt nicht, ob die Zunge roh oder schon gekocht gehackt wird. Wo Rontzier gekochte Zunge meint, sagt er es (ron-0119: „gahr gemachte Hirſchzungen“). Roh gehackt gart die Masse im Netz durch; die Zungenhaut lässt sich roh aber nur schwer entfernen, deshalb kocht man Zunge heute meist vorher weich und häutet sie.

Butter und Netz. Die Butter wird mitgehackt und macht die magere Zungenmasse saftig, der Käse hält sie zusammen. Das Netz gibt die Form und beim Garen Fett ab. Die hölzernen Stecken verschließen es wie Rouladennadeln.

Hitze von oben. „Unten und oben Feuer“ heißt Glut unter der Pfanne und auf einem Deckel, damit das Päckchen ohne Wenden von beiden Seiten gart. Einen Deckel nennt dieses Rezept nicht, im Rezept davor (ron-0123) liegt ein eiserner Deckel auf der Pfanne.

Praxis. Zunge häuten und mit Butter, Safran, Zucker, Parmesan und Pfeffer fein hacken. Die Masse in das Netz einschlagen, mit Holzstäbchen zustecken, in die Pfanne legen, zudecken und mit Glut von unten und oben garen. Beim Anrichten mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 75 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; mit vorgekochter Zunge kommen zwei bis drei Stunden dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0124-orig" n="Hamelßnetz" resp="#fyndling">Das Bauchnetz vom Hammel, eine dünne, fettdurchzogene Haut, in die man gehackte Massen einschlägt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0124-orig" n="huͤltzern ſtecken" resp="#fyndling">Hölzerne Stecken, also Holzstäbchen, mit denen das Netz verschlossen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0124-orig" n="machet vnden vnd oben fewr" resp="#fyndling">Glut unter der Pfanne und oben auf einem Deckel, damit das Päckchen ohne Wenden von beiden Seiten gart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0124-orig" n="Hirſchzungen hackt man klein (roh oder vorgegart)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Vorgaren: Die Zunge wird roh mit den übrigen Zutaten gehackt und gart erst im Netz.<list type="alternatives"><item>Zunge vorher weich gekocht und gehäutet<note type="rationale">Heute übliche Praxis, weil sich die Zungenhaut roh kaum abziehen lässt. Im Nachbarrezept ron-0119 nennt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich, hier nicht; beides ist möglich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0125-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gehackte Hirschzunge, mit Petersilie, Salbei und Eigelb gebunden, wird in ein Hammelnetz geschlagen und wie im vorigen Rezept gegart. Heute erinnert das an eine Crépinette, ein Fleischpäckchen im Fettnetz.

Die vorige Weise. Das Rezept nennt die Garart nicht selbst, sondern verweist auf ron-0124: Das Netz kommt in eine Pfanne, man macht unten und oben Feuer. Die Hitze von oben gart die Masse, ohne dass man das Päckchen wenden muss, und das Netz gibt dabei sein Fett ab.

Roh oder vorgegart? Der Text sagt nicht, ob die Zunge roh oder schon gekocht gehackt wird. Heute kocht man Zunge meist vorher weich und zieht die Haut ab, weil sie sich roh kaum lösen lässt.

Praxis. Die gehackte Zunge mit den Kräutern und dem Eigelb vermengen, in das Netz einschlagen, in eine Pfanne legen, zudecken und mit Glut unter der Pfanne und auf dem Deckel bei kleiner Hitze garen, bis die Masse fest ist. Salz nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0125-orig" n="auff die vorige weiſe" resp="#fyndling">Verweis auf das Rezept davor (ron-0124): Dort kommt die gehackte Zunge im Hammelnetz in eine Pfanne, und man macht unten und oben Feuer.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0125-orig" n="Hirſchzungen (roh oder vorgegart)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Vorgaren: Die Zungen werden gehackt, mit Kräutern und Eigelb gebunden und erst im Netz gar.<list type="alternatives"><item>Zunge vorher weich gekocht und gehäutet<note type="rationale">Heute übliche Praxis, weil sich die Zungenhaut roh kaum abziehen lässt. Im Nachbarrezept ron-0119 nennt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich, hier nicht; beides ist möglich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0126-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gehackte Hirschzunge, mit großen Rosinen, Zimt, Zucker und Muskatblüte süß gewürzt, kommt in einen Eierkuchen aus zwei Eiern und wird in einer Silberschüssel oder Eisenpfanne mit Butter obenauf bei Hitze von unten und oben gar. Zum Anrichten kommt Zucker darüber. In der Reihe der gehackten Hirschzungen steht der Eierkuchen dort, wo die drei Nummern davor ein Hammelnetz nehmen (ron-0123 bis ron-0125).

Roh oder vorgekocht? Der Text sagt nur, dass die Zungen gehackt werden. Zunge lässt sich erst gekocht gut häuten; Rumpolt nimmt für eine ganz ähnliche Füllung aus Damhirschzunge, Rosinen, Zimt und Zucker die Zunge, „wenn sie gar an die statt gesotten/ vnd außgesaͤubert ist“ (rum-0330), und Rontzier selbst nennt kurz davor „gahr gemachte Hirſchzungen“ (ron-0119). Roh gehackt und erst im Eierkuchen gegart ist nach dem Wortlaut ebenfalls möglich.

Eierkuchen und Masse. Zwei Eier sind wenig: Sie binden die gehackte Masse oder umhüllen sie, tragen sie aber nicht. Ob die Masse in die verquirlten Eier kommt oder in einen dünn vorgebackenen Eierkuchen eingeschlagen wird, entscheidet der Text nicht. Das „daß es gar wird“ erst im Gefäß spricht eher für die rohe Eiermasse. Wie viel Zunge auf die zwei Eier kommt, steht nicht da.

Hitze von unten und oben. Die Butter obenauf hält die Oberfläche feucht, die Oberhitze lässt das Ei stocken, ohne dass man wenden muss. Womit die Hitze von oben kommt, sagt dieses Rezept nicht; die Nummer mit dem Hammelnetz und Schweineflomen legt dafür einen Eisendeckel auf die Pfanne (ron-0123).

Praxis. Die Zunge vorher weich kochen, häuten und mit den Rosinen, Zimt, Zucker und Muskatblüte klein hacken. Zwei Eier verquirlen, die Masse untermischen, in eine Pfanne geben, Butterflocken darauf setzen, zudecken und mit Glut unter und auf dem Deckel bei mäßiger Hitze stocken lassen. Vor dem Auftragen mit Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Zunge ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0126-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss; feiner und milder als die Nuss.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0126-orig" n="macht vnden vnd oben fewr" resp="#fyndling">Hitze unter dem Gefäß und darüber, so gart die Masse von beiden Seiten, ohne dass man sie wendet. Womit die Oberhitze kommt, sagt dieses Rezept nicht; in ron-0123 liegt dafür ein Eisendeckel auf der Pfanne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0126-orig" n="ſchlegt ſie darein" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die gehackte Masse kommt in die Eiermasse aus zwei Eiern, und der Eierkuchen wird erst im Gefäß mit Feuer von unten und oben gar („daß es gar wird“). So beschreibt Rontzier auch gehackte Schnecken: „backen ſie in einem Eyerkuchen“ (ron-1608).<list type="alternatives"><item>Ein dünn vorgebackener Eierkuchen dient als Hülle, in den die Masse eingeschlagen wird, wie in den Nummern davor das Hammelnetz (ron-0123 bis ron-0125).<note type="rationale">„schlagen in“ heißt bei Rontzier auch einhüllen („ſchlegt es in ein Hamelßnetz“), und Rumpolt schlägt dieselbe Füllung in Teig (rum-0330). Der Wortlaut lässt beides zu.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0126-orig" n="Hirſchzungen hackt man" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zungen sind vorgekocht und gehäutet, bevor sie gehackt werden: Zunge lässt sich erst gekocht häuten, Rumpolt nimmt für dieselbe Füllung die Zunge „wenn sie gar an die statt gesotten/ vnd außgesaͤubert ist“ (rum-0330), und ron-0119 nennt „gahr gemachte Hirſchzungen“.<list type="alternatives"><item>Die Zungen werden roh gehackt und garen erst im Eierkuchen.<note type="rationale">Der Text nennt kein Vorkochen; fein gehackt würde das Fleisch unter Hitze von unten und oben gar, die Haut ließe sich roh aber kaum lösen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0127-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-würziger Eierkuchen mit gehacktem Zungenfleisch: Die Hirschzunge wird mit Datteln, Zimt, wenig Zucker und Pfeffer gehackt, mit Eigelb gebunden und in einer Eiermasse gegart. Kurz vor Schluss kommt ein Guss aus Eigelb und Wein darüber, zum Anrichten Zucker und Zimt.

Roh oder vorgegart? Der Text sagt nur, dass die Zungen klein gehackt werden. Im Nachbarrezept ron-0119 nennt Rontzier gar gemachte Hirschzungen ausdrücklich, hier nicht. Zunge hat eine feste Haut, die sich erst nach dem Kochen gut abziehen lässt; für das Nachkochen die Zunge deshalb vorher weich kochen, häuten und dann hacken.

Eierkuchen. Wie viele Eier für den Eierkuchen nötig sind, nennt der Text nicht; das Rezept davor (ron-0126) macht ihn aus zwei Eiern. Die gebundene Zungenmasse in die verquirlten Eier geben und in einer Pfanne mit etwas Fett bei mäßiger Hitze stocken lassen. Pfanne und Fett nennt der Text nicht.

Guss. Eigelb mit Wein verschlagen, über den fast garen Eierkuchen geben und nur noch kurz bei kleiner Hitze durchziehen lassen. Rontzier schreibt ausdrücklich, es solle sanft durchkochen; bei starker Hitze gerinnt das Eigelb.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Vorkochens der Zunge, der Text gibt keine Zeit an. Zum Anrichten Zucker und gemahlenen Zimt darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0127-orig" n="Eyerkuchen" resp="#fyndling">Eine gestockte Eierspeise, nah am Omelett. Die gebundene Zungenmasse wird in die Eiermasse geschlagen und darin gar gemacht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0127-orig" n="Hirſchzungen hackt man klein (roh oder vorgegart)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Vorgaren: Die Zungen werden gehackt, mit Datteln, Gewürzen und Eigelb angemacht und erst im Eierkuchen gar.<list type="alternatives"><item>Zunge vorher weich gekocht und gehäutet<note type="rationale">Heute übliche Praxis, weil sich die Zungenhaut roh kaum abziehen lässt. Im Nachbarrezept ron-0119 nennt Rontzier „gahr gemachte Hirſchzungen“ ausdrücklich, hier nicht; beides ist möglich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0128-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Kaldaunen: Speck und Nieren werden gebraten, in der Pfanne mit Ei und Weißbrot gebunden und mit Majoran fein gehackt. Diese Farce kommt in die Kaldaunen, die zugesteckt und in Wasser gar gekocht werden. Zum Schluss werden sie mit Zitronenscheiben und Eigelb in Wein abgemacht.

Die Füllung. Das Braten gibt Fett und Röstgeschmack, Ei und Weißbrot binden die gehackte Masse, damit sie in der Hülle zusammenhält. Gewürzt wird nur mit Majoran; Salz nennt der Text nicht.

Brühe und Fett. Ist nach dem Garen zu viel Brühe im Topf, wird sie abgegossen und nur das Fett zurückgegeben. So bleibt eine knappe, gehaltvolle Sauce, die das Eigelb mit dem Wein bindet.

Praxis. Vom Metzger gebrühte Kaldaunen brauchen gefüllt rund zwei Stunden schwach siedend. Zum Zustecken eignen sich Holzspießchen oder Rouladennadeln. Nach dem Eigelb nur kurz aufwallen lassen, damit es bindet und nicht flockt. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0128-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide, oberdeutsch Kutteln. Hier dienen sie als Hülle, die gefüllt und zugesteckt wird; welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0128-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Kochgefäß für die gefüllten Kaldaunen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0128-orig" n="das feiſte wider auff gieſſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die überschüssige Brühe wird abgegossen und das Fett, das obenauf schwimmt, wieder über die Kaldaunen gegeben. feiſt heißt fett.<list type="alternatives"><item>Das Fett wird vorher abgeschöpft und nach dem Abgießen wieder aufgegossen.<note type="rationale">Im Ergebnis dasselbe; der Text sagt nicht, wie Fett und Brühe getrennt werden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0129-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kaldaunen mit einer Masse aus gebratenem Speck, Rührei und Äpfeln, die mit Kapern, Muskatblüte und Ingwer durchgehackt wird. Die Nachbarrezepte der Reihe arbeiten mit derselben Grundform aus Speck und Ei und wechseln die Beigaben; hier geben Äpfel und Kapern den Ton an.

Pfanne. Der Speck liefert das Bratfett. Die gerührten Eier und die Äpfel kommen in dieselbe Pfanne und garen darin mit; Petersilie und Thymian würzen die Masse schon hier. Erst danach wird alles zusammen mit den Kapern und Gewürzen durchgehackt, so entsteht eine streichfähige Farce. Ausgewässerte Kapern haben ihre Salz- oder Essiglake abgegeben und würzen milder.

Füllen oder auflegen? Die Nachbarrezepte füllen die Kaldaunen mit der Masse; hier steht, man fülle sie auf die Kaldaunen. Beides lässt sich nachkochen: die Kaldaunen füllen und zustecken oder die Masse auf flach liegende Stücke geben. Gefäß, Flüssigkeit und Garzeit nennt der Text nicht, nur dass das Gericht danach ans Feuer kommt und zum Schluss mit Kapern, Thymian und Pfeffer nachgewürzt wird.

Praxis. Vom Metzger vorgegarte Kutteln verwenden, in große Stücke schneiden, die Masse darauf oder hinein geben und zugedeckt bei kleiner Hitze durchziehen lassen, bis alles heiß ist. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; rohe Kutteln bräuchten mehrere Stunden Vorgaren.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0129-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Kutteln, also der gereinigte Magen des Rindes; im Norden und Osten der übliche Name.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0129-orig" n="außgeweſſerten Kappern" resp="#fyndling">Kapern kamen in Salz oder Essig eingelegt in den Handel und wurden vor dem Gebrauch in Wasser gelegt, damit sie milder werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0129-orig" n="ſchlecht geruͤrte Eyer" resp="#fyndling" subtype="lexical">ſchlecht ist hier das Verb schlagen: Man brät Speck und schlägt gerührte Eier und Äpfel in der Pfanne dazu. Rontzier gebraucht ſchlecht fast immer so, etwa im Nachbarrezept ron-0133 (ſchlecht darnach auch etzliche Eyer ... darein) und in den Suppen (ſchlecht ſie mit wein durch); ron-0128 sagt an derselben Stelle ſchlegts in eine Pfannen.<list type="alternatives"><item>Adverb schlecht = schlicht, einfach: schlicht gerührte Eier<note type="rationale">Sprachlich möglich und bei Rontzier vereinzelt belegt (bradet man ſchlecht), aber dann fehlte dem Satz das Verb für Eier und Äpfel; gerührte Eier stehen in der Reihe sonst ohne Zusatz.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0129-orig" n="Roen" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Ungeklärt. Das Wort kommt im ganzen Buch nur hier vor und ist in keinem Wörterbuch in passender Bedeutung belegt; im Text bleibt es deshalb stehen. Gemeint ist ein zweiter Träger für die Masse neben den Kaldaunen.<list type="alternatives"><item>Rogen<note type="rationale">Mittelniederdeutsch rōgen; mit Schwund des g wäre Roen denkbar. Dagegen spricht, dass die Reihe Rinderkaldaunen behandelt und Rontzier sonst kein Wort für Rogen gebraucht.</note></item><item>Röhren, also Darm- oder Schlundstücke vom Rind<note type="rationale">Passt zum Rind, die Schreibung ohne h und r ist aber schwer zu erklären.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0130-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rinderkaldaunen mit einer gebratenen, gehackten Füllung aus Speck, Talg, Rührei und Polei, angemacht mit Muskatblüte, Ingwer und ganzen Feigen. Zum Schluss werden die gefüllten Kaldaunen mit Muskatblüte und geriebenem Brot abgemacht.

Die Füllung. Speck und Talg geben das Bratfett und machen die Füllung saftig, das Rührei bindet die gehackte Masse. Die Feigen kommen ganz hinein und bleiben als süße Stücke in der Füllung.

Garen und Aufkochen. Das Abmachen mit geriebenem Brot setzt voraus, dass die gefüllten Kaldaunen in Flüssigkeit garen, so wie es das vorangehende Kaldaunenrezept (ron-0128) ausführt: im Topf in Wasser. Das Brot bindet diese Brühe erst, wenn es kurz aufkocht; kalt bliebe sie dünn und trüb.

Praxis. Ein ganzes Stück gereinigten, vorgegarten Rinderpansen beim Metzger bestellen. Speck würfeln und mit dem Rindertalg in der Pfanne auslassen, verquirlte Eier und Polei darin stocken lassen, alles hacken und mit Muskatblüte, gestoßenem Ingwer und ganzen getrockneten Feigen vermengen. Den Pansen füllen, aufrollen oder mit Holzspeilen zustecken und in Wasser oder Brühe bei kleiner Hitze sieden, bis er weich ist. Zum Schluss Muskatblüte und geriebenes Brot in die Brühe geben und kurz aufkochen, bis sie bindet. Polei sparsam nehmen oder durch Minze ersetzen. Die Zubereitungszeit von etwa anderthalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0130-orig" n="Vnſchlit" resp="#fyndling">Unschlitt ist Talg, das feste Fett von Rind oder Hammel. Für dieses Rezept nimmt man am ehesten Rindertalg.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0130-orig" n="Polleyen" resp="#fyndling">Polei-Minze (Mentha pulegium), ein kräftig duftendes Minzkraut. Sie enthält Pulegon und gilt in größeren Mengen als leicht giftig; heute nimmt man sie sparsam oder gewöhnliche Minze.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0130-orig" n="Kaldaun" resp="#fyndling" subtype="lexical">Rindermagen (Kutteln), als ganzes Stück gefüllt. Kaldaunen sind die eßbaren Eingeweide von Schlachttieren (FWB, Grimm), beim Rind vor allem der Magen. Das vorangehende Kaldaunenrezept steckt die gefüllten Kaldaunen mit Holzspeilen zu, was zu einem Magenstück passt.<list type="alternatives"><item>Darm<note type="rationale">Das Wort umfasst auch die Därme; dann würde die Füllung wurstartig in den Darm gefüllt. Der Text unterscheidet das nicht, das Zustecken im Nachbarrezept spricht eher für den Magen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0130-orig" n="gantzen Feygen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Am ehesten getrocknete Feigen, ganz in die Füllung gegeben. Der Text sagt nur „ganz“; getrocknete Feigen waren im Norden die gängige Ware.<list type="alternatives"><item>frische Feigen<note type="rationale">Nicht ausgeschlossen, aber frische Feigen sind schlecht zu transportieren; der Text gibt keinen Hinweis auf Frische.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0131-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gefüllter Rindermagen: Die Füllung ist mit eingeweichtem Weißbrot und rohen Eiern gebunden, mit Butter und Speck fett gemacht und mit Zitrone, Ingwer, Pfeffer und kleinen Rosinen gewürzt; gehackte hartgekochte Eier kommen zum Schluss dazu. Die gefüllten Kaldaunen werden in einer Sauce aus brauner Butter, Mehl, Eigelb und Wein fertig gekocht.

Woher kommt die Brühe? Nach dem Füllen heißt es „fuͤllet die bruͤh ab“, also: die Brühe abgießen. Einen Garschritt, aus dem diese Brühe stammt, nennt der Text nicht. Er setzt offenbar voraus, dass die gefüllten Kaldaunen in Wasser oder Brühe gegart wurden, wie es das Nachbarrezept ausdrücklich sagt („macht ſie in Waſſer gar“). In der Praxis die Kaldaunen nach dem Füllen verschließen, in Wasser oder Brühe garziehen lassen, bis die Füllung fest ist, und dann die Brühe abgießen. Das Verschließen steht ebenfalls nicht im Text.

Die Sauce. Mehl in braune Butter rühren ergibt eine dunkle Mehlschwitze; das Bräunen verlangt der Text mit „braun Butter“. Die Eigelb binden zusätzlich, der Wein verdünnt, und das Durchstreichen durch ein Haartuch macht die Sauce glatt. Beim gemeinsamen Durchkochen gart die Füllung nach und die Sauce zieht in die Kaldaunen.

Praxis. Kaldaunen beim Metzger vorbestellen, am besten geputzt und vorgegart. Die Sauce bei mäßiger Hitze mit den Kaldaunen durchkochen; zu starkes Kochen kann das Eigelb flocken lassen - das ist ein heutiger Hinweis, der Text sagt nur „kochen“. Salz erst beim Auftragen darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung mit vorgegarten Kaldaunen, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0131-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Kaldaunen ist das nord- und mitteldeutsche Wort für die essbaren Eingeweide (FWB), oberdeutsch Kutteln. Hier ist der Rindermagen gemeint, der als Hülle für die Füllung dient.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0131-orig" n="fuͤllet die bruͤh ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Brühe abgießen: „abfüllen“ heißt „durch Schöpfen oben wegnehmen“ (Adelung) bzw. „aus einem Gefäß ins andere füllen“ (DWB), und Rontzier schreibt sonst „geuſt darnach die bruͤh ab“, bevor er eine Speise abmacht. Der Text setzt damit voraus, dass die gefüllten Kaldaunen in Brühe gegart wurden, nennt diesen Schritt aber nicht; das Nachbarrezept sagt „macht ſie in Waſſer gar“.<list type="alternatives"><item>Brühe auffüllen oder zugießen<note type="rationale">Dagegen spricht der Wortgebrauch von abfüllen und dass danach die Sauce über die Kaldaunen kommt und mit ihnen durchkochen soll.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0132-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Kaldaunen mit einer Brotfüllung: Eingeweichtes und ausgedrücktes Weißbrot wird mit Speck, großen Rosinen, Mandeln, Pfeffer und Kümmel gehackt und nach Wahl süß oder säuerlich abgeschmeckt. Geviertelte Birnen und ganze Muskatblüte garen obenauf mit, bis die Birnen weich sind.

Die Füllung. Das ausgedrückte Brot bindet die gehackte Masse, der Speck gibt Fett. Eier nennt der Text hier nicht, anders als die übrigen Füllungen dieser Reihe; die Masse hält allein durch das Brot und bleibt entsprechend weich. Salz nennt der Text nicht.

Süß oder säuerlich. Womit, sagt dieses Rezept nicht. Nach Rontziers eigener Erklärung bei den Füßen (ron-0159) heißt säuerlich mit Pfeffer und Ingwer, süß mit Zucker und Zimt abschmecken.

Durchkochen. Der Text misst das Ende an den Birnen, nicht an den Kaldaunen. Die Kaldaunen müssen also schon weich sein, bevor sie gefüllt werden. Wie sie verschlossen werden, in welcher Flüssigkeit und in welchem Gefäß sie kochen, sagt der Text nicht.

Praxis. Weich vorgegarte Kaldaunen füllen und die Öffnung verschließen, damit die Füllung nicht austritt. In einem Topf mit wenig Brühe oder Wasser ansetzen, Birnenviertel und Muskatblüte obenauf legen und zugedeckt schwach sieden lassen, bis die Birnen weich sind. Feste Birnen nehmen, die dabei nicht zerfallen. Die Zubereitungszeit von etwa 1,5 Stunden ist eine Schätzung mit vorgegarten Kaldaunen, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0132-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide, oberdeutsch Kutteln. Hier dienen sie als Hülle, die gefüllt wird; welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0132-orig" n="Koͤhme" resp="#fyndling">Köhm ist Rontziers gewöhnliches Wort für Kümmel, niederdeutsch Köm (Campe: Kümmel, „im n. d. kohm“). Im Buch steht es Dutzende Male, ganz oder gestoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0132-orig" n="machts ſuͤſſe / oder ſeurlich ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füllung wird nach Wahl süß oder säuerlich abgeschmeckt; womit, sagt dieses Rezept nicht. Rontzier erklärt es selbst bei den gebratenen Füßen (ron-0159): „ſaͤwerlich mit Pfeffer vnd Ingber / ſuͤſſe mit Zucker vnd Caneil“. Danach heißt säuerlich hier eher scharf gewürzt als sauer.<list type="alternatives"><item>säuerlich mit einer Säure wie Essig, Wein oder Zitrone<note type="rationale">Wortsinn von säuerlich; Zitronen stehen in den Füllungen der Nachbarrezepte (ron-0128, ron-0131). Rontziers eigene Erklärung spricht aber für Pfeffer und Ingwer.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0132-orig" n="leſt es durch kochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die gefüllten Kaldaunen kochen mit den Birnen nur so lange, bis die Birnen weich sind. Das setzt schon gegarte Kaldaunen voraus. Flüssigkeit und Gefäß nennt der Text nicht; die Nachbarrezepte garen in Wasser (ron-0128) oder Brühe (ron-0134).<list type="alternatives"><item>rohe oder nur gebrühte Kaldaunen, die hier erst gar werden<note type="rationale">Dann müssten sie deutlich länger sieden als die Birnen brauchen, und die Birnen kämen erst gegen Ende dazu. Davon sagt der Text nichts.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0133-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Kaldaunen in einer säuerlichen Brotsauce. Speck und Talg werden in der Pfanne angebraten, darin fällt reichlich Lattich zusammen, Eier und geriebenes Brot binden die Masse. Mit Stachelbeeren klein gehackt kommt sie in die Kaldaunen, die dann in Weißbrot, Wein und Weinessig mit ganzen Nelken durchkochen.

Die Füllung. Das Braten gibt Fett und Röstgeschmack, Ei und Reibbrot halten die gehackte Masse in der Hülle zusammen. Die Stachelbeeren bringen Säure in die fette Füllung. Salz nennt der Text nicht.

Die Sauce. Das Weißbrot wird in Wein und Weinessig gesotten und durch ein Seihtuch gestrichen. Dabei verkleistert die Brotstärke und bindet die Sauce; die ganzen Nelken kommen dazu, und darin kochen die gefüllten Kaldaunen durch. Ingwer wird erst zum Schluss darübergestreut.

Praxis. Vom Metzger gebrühte Kutteln nehmen und ein großes Stück zu einer Tasche schließen; zum Zustecken eignen sich Holzspießchen, auch wenn der Text das hier nicht nennt. Gefüllt brauchen sie rund zwei Stunden schwach siedend; wird die Sauce zu dick, etwas Wein nachgießen. Ob die Stachelbeeren grün oder reif sein sollen, sagt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0133-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide, oberdeutsch Kutteln. Hier dienen sie als Hülle für die Füllung; welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0133-orig" n="Vnſchlit" resp="#fyndling">Unschlitt ist Talg, festes ausgelassenes Tierfett. Heute bekommt man es beim Metzger als Rindertalg oder Nierenfett.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0133-orig" n="Stichbirn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Stachelbeeren. Das Grimmsche Wörterbuch führt stichbeere, niederdeutsch stickbeere, als Stachelbeere, ebenso Campe. Rontzier schreibt die Endung -birn regelmäßig für Beeren (Johansbirn, Heydelbirn, Wacholderbirn), und er setzt Stichbirn dort ein, wo etwas säuerlich werden soll, wie hier in der fetten Speckfüllung. Für die Form auf -birn selbst gibt es keinen Wörterbuchbeleg; es ist eine Lesart.<list type="alternatives"><item>Eine Birnensorte (Stichbirne)<note type="rationale">Birn kann wörtlich Birne heißen, und in einer Stachelbeersuppe heißt es thut man andere Birn darunter (ron-0066), was für Birnen sprechen kann. Eine Birnensorte dieses Namens ist in den Wörterbüchern aber nicht belegt, und Rontzier verlangt bei Stichbirn nie Schälen oder Entkernen.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#stichbirn"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0133-orig" n="leſt ſie durch kochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die gefüllten Kaldaunen garen in der Sauce aus Weißbrot, Wein und Weinessig; einen eigenen Garschritt vorher nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Kaldaunen sind vorher in Wasser gar gekocht und werden in der Sauce nur durchgekocht.<note type="rationale">So verfährt Rontzier im ersten Rezept dieser Reihe (ron-0128, macht ſie in Waſſer gar). Hier steht es nicht; wer vorgegarte Kutteln nimmt, kommt in der Praxis zum selben Ergebnis.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0134-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gefüllter Rindermagen: Speck und Eier werden in der Pfanne gebraten, dazu kommen eingeweichtes Weißbrot, Talg, Rahm, ganze Muskatblüte und Bortfelder Rüben, die mit Nelken gespickt sind. Mit dieser Masse werden die Kaldaunen gefüllt und mit Brühe und gewürfelten Rüben gar gesotten. Pfeffer und Salz kommen erst beim Anrichten darüber.

Die Füllung. Speck und gebratenes Ei geben Fett und Halt, das eingeweichte Brot bindet die Masse, Talg und Rahm machen sie saftig. Die Nelken in den Rüben würzen die Füllung. Anders als die Nachbarrezepte sagt der Text nicht, dass die Füllung gehackt wird, und auch nicht, ob die gespickten Rüben ganz bleiben.

Garen. „bringt ſie mit bruͤh … zum fewr / vnnd leſt ſie gahr werden“: Die gefüllten Kaldaunen sieden in Brühe, die gewürfelten Rüben garen darin mit und kommen als Beilage mit auf den Tisch. Wie die Kaldaunen verschlossen werden, sagt der Text nicht; das erste Rezept der Reihe „ſpeilet ſie zu“, steckt sie also mit einem Holzspan zu (ron-0128).

Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: Ein ganzes Stück geputzten, vorgegarten Rinderpansen beim Metzger bestellen. Speck auslassen, Eier darin stocken lassen, mit dem ausgedrückten Brot, gewürfeltem Rindertalg, etwas Rahm, Muskatblüte und den gespickten, klein geschnittenen Rüben vermengen. Wer die Nelken nicht mitessen will, zählt sie beim Spicken ab und nimmt sie vor dem Füllen wieder heraus. Den Pansen füllen, mit Rouladennadeln zustecken und mit den Rübenwürfeln in Brühe bei kleiner Hitze sieden, bis er weich ist, mit vorgegartem Pansen etwa zwei Stunden. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0134-orig" n="Vnſchlit" resp="#fyndling">Unschlitt ist Talg, das feste Fett von Rind oder Hammel. Für dieses Rezept nimmt man am ehesten Rindertalg.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0134-orig" n="Burdfeldiſche Ruͤben" resp="#fyndling">Speiserüben, benannt nach Bortfeld bei Braunschweig. Rontzier schreibt an anderer Stelle selbst „Bortfeldiſchen Ruͤben“ (ron-2361). Welche Sorte das 1598 genau war, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0134-orig" n="Floß" resp="#fyndling" subtype="lexical">Rahm. Floß ist die hochdeutsch geschriebene Form des niederdeutschen Flot oder Flott, „Sahne, Milchrahm“ (Mittelniederdeutsches Handwörterbuch vlot; Grimm: „cremor lactis, sahne, rahm, schmand“; Adelung leitet daraus hochdeutsch „abflosen“ ab). Rontzier gebraucht das Wort sonst neben Milch: „Ziegenmilch oder Floß“ (ron-0006), „Floß von milch“ (ron-0803). Auch die Form Flot steht bei ihm in Füllungen, etwa „Flot oder Speck“ zu Kalbsbrust und „Flot / fuͤlts in die Huͤner“.<list type="alternatives"><item>Flomen (Bauch- und Nierenfett vom Schwein)<note type="rationale">Würde in die Reihe Speck, Unschlitt passen, ist aber für die Form Floß in keinem Wörterbuch belegt; Flomen heißt mittelniederdeutsch vlome. Rontziers eigener Gebrauch von Floß neben Milch spricht dagegen.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#floss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0134-orig" n="mit Negelein geſpeckt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Rüben werden mit Nelken gespickt, also die Nelken hineingesteckt, und kommen mit in die Pfanne und damit in die Füllung („fuͤllet die Kaldaunen damit“). Ob sie dafür ganz bleiben oder zerkleinert werden, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die gespickten Rüben werden für die Füllung klein geschnitten<note type="rationale">Praktische Lesart: ganze Rüben lassen sich schlecht in eine Kaldaunenhülle füllen. Die Nachbarrezepte hacken ihre Füllung, dieses nennt kein Hacken.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0135-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Kaldaunen mit einer Gemüsefüllung: Speck wird gebraten, darin eine Handvoll Borretsch und grüne Endivien weich gerührt, dann Eier und Weißbrot eingerührt und die Masse durchgebraten. Damit werden die Kaldaunen gefüllt und mit ganzen Endivien, ganzen Zwiebeln und Pfeffer in Brühe abgemacht.

Die Füllung. Das Speckfett ist das Bratfett für die Blätter, die darin zusammenfallen und weich werden. Ei und Weißbrot binden die Masse beim Durchbraten, damit sie in der Hülle zusammenhält. Salz nennt der Text nicht.

Was nach dem „etc.“ kommt. Der Text endet mit dem Aufgießen der Brühe. Dass die gefüllten Kaldaunen darin gar werden, sagt er nicht, setzt es aber mit den ganzen Zwiebeln voraus. Auch ein Verschließen der Kaldaunen nennt er nicht.

Praxis. Kaldaunen beim Metzger geputzt und vorgegart bestellen. Die Füllung nicht zu prall einfüllen und die Öffnung mit Holzspießchen oder Rouladennadeln zustecken - das ist ein heutiger Hinweis. Die gefüllten Kaldaunen mit den ganzen Endivien und geschälten ganzen Zwiebeln in einen Topf legen, die Brühe darübergießen und bei kleiner Hitze schwach sieden lassen, bis die Zwiebeln weich sind, etwa eine Stunde. Zum Schluss pfeffern. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung mit vorgegarten Kaldaunen, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0135-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Kaldaunen ist das nord- und mitteldeutsche Wort für die essbaren Eingeweide, oberdeutsch Kutteln. Hier dient der Rindermagen als Hülle für die Füllung; welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0135-orig" n="gruͦn Andiuen" resp="#fyndling">Grüne Endivien sind die ungebleichten Blätter. Rontzier unterscheidet an anderer Stelle „gruͤn oder weiſſe Andiuen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0135-orig" n="Barnaſen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Vermutlich Borretsch. Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch führt borâsie, borase, burrasie als Borretsch und kennt die Zusammensetzung borâsienblôme (Borretschblüte). Rontzier nennt Barnaſen in Kräuterlisten neben Ochsenzungen und Bugeloſen, beides Borretschgewächse, und streut „Barnaſenblumen“ über Salat; ein anderes Wort für Borretsch kommt im Buch nicht vor. Die Form mit -n- selbst ist in keinem Wörterbuch belegt.<list type="alternatives"><item>Ein anderes Blattkraut, dessen Name nur in dieser Schreibung überliefert ist<note type="rationale">Nicht auszuschließen, weil die Form Barnaſen nicht belegt ist. Die Nachbarschaft zu Ochsenzunge und Buglosse und die Blüten als Salatauflage sprechen aber für Borretsch.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#barna-en"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0135-orig" n="fuͤllet die Bruͤh darauff / etc." resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text bricht nach dem Aufgießen der Brühe mit „etc.“ ab. Vorausgesetzt ist, dass die gefüllten Kaldaunen mit den ganzen Endivien und Zwiebeln in dieser Brühe gar werden; das Nachbarrezept mit Nieren-Speck-Füllung sagt ausdrücklich „in Wasser gar kochen“.<list type="alternatives"><item>Die Kaldaunen sind schon gegart, die Brühe wird nur zum Anrichten darübergegeben<note type="rationale">Dagegen sprechen die ganzen Zwiebeln, die roh nicht aufgetragen würden. In der Praxis daher in der Brühe schwach sieden lassen, bis die Zwiebeln weich sind.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0136-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Kutteln, nur mit Petersilie bestreut. Die Würze kommt von außen: Gezuckerter Senf steht in einer eigenen Schüssel daneben und ist nicht in die Kaldaunen eingerührt.

Sieden. Der Text sagt nur „ſeudet“. Flüssigkeit, Salz und Garzeit nennt er nicht. Das Sieden macht den zähen Magen weich; heute kommen Kutteln meist schon vorgegart und geputzt vom Metzger, dann genügt es, sie in Salzwasser oder Brühe weichzusieden.

Der Senf. Wie der Senf angemacht ist, sagt der Text nicht, nur dass er gezuckert ist. In der Praxis milden Senf mit Zucker nach Geschmack abschmecken.

Praxis. Vorgegarte Kutteln in Stücken weichsieden, abtropfen lassen, mit gehackter Petersilie bestreuen und mit einer Schüssel gesüßtem Senf auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0136-orig" n="Rinderkaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0136-orig" n="gezuckerden Senff" resp="#fyndling">Angemachter, mit Zucker gesüßter Senf, der in einer eigenen Schüssel neben den Kaldaunen steht. Dieselbe Beigabe stellt Rontzier auch zum gesottenen Wildschweinkopf, dort „in einem Camentlein“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0137-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Kaldaunen in einer hellen, mit Brot und Eigelb gebundenen Weinsauce. Die Kaldaunen werden zuerst in Wasser gar gesotten, das Kochwasser wird abgegossen. Für die Sauce kommen Weißbrot, Eidotter und Wein zusammen ins Sieden und werden durch ein Haartuch gerieben; damit macht man die Kaldaunen fertig.

Die Sauce. Beim Sieden verkleistert die Brotstärke und bindet den Wein, das Eigelb macht die Sauce sämig und gibt ihr Farbe. Mitgekochtes Eigelb stockt und wird körnig; das Reiben durch das Haartuch glättet Brot und Dotter wieder zu einer gleichmäßigen Sauce. Passiert wird nur die Sauce, nicht die Kaldaunen.

Salz. Gesalzen wird erst beim Auftragen, indem man Salz darüberstreut.

Praxis. Vom Metzger gebrühte und geputzte Kutteln nehmen und in Wasser weich sieden, dann gut abtropfen lassen. Weißbrot in Wein sieden, die Eigelbe einrühren, kurz aufkochen lassen und durch ein feines Sieb oder Passiertuch streichen; die Kutteln darin heiß werden lassen. Wer eine glattere Sauce möchte, zieht die Eigelbe erst am Schluss vom Feuer genommen unter - das ist eine moderne Abkürzung, Rontzier lässt sie mitsieden. Die Zubereitungszeit von etwa anderthalb Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0137-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide, oberdeutsch Kutteln; vom Rind vor allem Pansen und Netzmagen. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0137-orig" n="machet ſie ab mit Weiſſenbrot Eyerdottern vnd Wein durch ein ander geſotten / vnd durch einen Haartuch gerieben" resp="#fyndling" subtype="contextual">Weißbrot, Eidotter und Wein werden miteinander gesotten und durch das Haartuch gerieben; mit dieser Sauce werden die vorher gesottenen Kaldaunen fertig gemacht. geſotten und gerieben beziehen sich auf die drei Saucenzutaten. So baut Rontzier auch die Sauce gefüllter Kaldaunen (ron-0133: Weiß Brot in Wein vnd Weineſsig geſotten / vnd durch einen haartuch geſtrichen), und Rumpolt gibt Kalbsgekröse in eine durch ein Haartuch gestrichene Dotterbrühe (rum-0105).<list type="alternatives"><item>Die Kaldaunen sieden mit Weißbrot, Eidotter und Wein zusammen, und alles wird durch das Tuch gerieben.<note type="rationale">Grammatisch nicht ausgeschlossen, aber Kaldaunenstücke lassen sich nicht durch ein Tuch reiben, und die Parallelen im Buch passieren immer nur die Sauce. Ob die Kaldaunen in der fertigen Sauce noch einmal aufkochen, sagt der Text nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0138-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Rinderkaldaunen, schlicht fertig gemacht: mit Petersilienwurzel in Stücken oder stattdessen mit Pfeffer, zum Auftragen mit Petersilie und Salz bestreut. Das Sieden selbst setzt der Text voraus; die Nachbarrezepte der Reihe beginnen damit.

Was wird geschnitten? Die Wendung „in groſſe oder kleine ſtuͤcke geſchnitten“ folgt auf die Petersilienwurzel. Rontzier gebraucht sie immer für die Beigabe, die zum Fleisch kommt: Rinderlende „mit Peterſilgenwurtzel / in groſſen oder kleinen zerſchnittenen ſtuͤcken“ (ron-0096), Gänsefleisch „mit Peterſilgenwurtzeln in groß oder kleine ſtuͤck zerſchnitten“ (ron-0787). Geschnitten wird also die Wurzel. Ob auch die Kaldaunen geschnitten werden, sagt der Text nicht; Rumpolt schneidet gesottene Kutteln „zimlich grob“ (rum-0033).

Wie gart die Wurzel? Der Text sagt nur „machet ... mit“, einen Garschritt nennt er nicht. Roh geschnittene Petersilienwurzel braucht einige Minuten im heißen Sud, bis sie weich ist; am einfachsten gart sie mit den Kaldaunen zusammen.

Praxis. Vorgegarte Kaldaunen vom Metzger in Salzwasser weich sieden und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Petersilienwurzel in große oder kleine Stücke schneiden und mit etwas Sud bei den Kaldaunen gar ziehen lassen, oder die Kaldaunen statt der Wurzel mit Pfeffer würzen. Vor dem Auftragen gehackte Petersilie und Salz darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 90 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie hängt davon ab, wie weit die Kaldaunen vorgegart sind.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0138-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0138-orig" n="oder Pfeffer" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Gewürz Pfeffer, statt der Petersilienwurzel: Die Kaldaunen werden entweder mit Petersilienwurzel oder mit Pfeffer zubereitet. Rontzier nennt eine Pfeffersauce sonst „Pfefferbräh“; das bloße Wort steht bei ihm für das Gewürz, etwa bei der Rinderlende „mit kumpſtkohl in groſſe oder kleine ſtuͤcke geſchnitten / Pfeffer oder garten Koͤhm“ (ron-0100) - dieselbe Satzform wie hier.<list type="alternatives"><item>Ein „Pfeffer“ als eigene, gebundene Pfeffersauce, in der die Kaldaunen gekocht werden.<note type="rationale">Die Wortbedeutung ist belegt; Rumpolt kocht Ochsenohren „in einẽ Pfeffer/ oder weiß“ (rum-0004). Hier nennt der Text aber keine Zutat für eine Sauce, und Rontzier selbst schreibt dafür „Pfefferbräh“.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0139-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Saure Kutteln: Rinderkaldaunen, die bereits gesotten sind, werden mit Weinessig, Muskatblüte und Pfeffer abgemacht, also gewürzt und fertig gemacht. Zum Auftragen kommen gestoßener Ingwer und Salz darüber.

Abmachen. Der Text nennt außer dem Essig keine Flüssigkeit und keinen weiteren Garschritt. Essig und Gewürz gehören an die heißen, gesottenen Kaldaunen; der Essig nimmt dem Kuttelgeschmack die Schwere. Ingwer und Salz werden nicht mitgegart, sondern trocken darübergestreut.

Praxis. Vom Metzger gebrühte und vorgegarte Kutteln in Salzwasser weich sieden, abtropfen lassen und in Stücke schneiden. Mit einem Schuss Weinessig, gestoßener Muskatblüte und Pfeffer anmachen; wer es saftiger mag, gibt etwas vom Kochsud dazu und lässt alles kurz heiß werden. Vor dem Auftragen mit gestoßenem Ingwer und Salz bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0140-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Rinderkaldaunen, also Kutteln, die in wenig Brühe mit klein geschnittenen Äpfeln, Zwiebeln und etwas Wein fertig gemacht werden. Apfel und Wein geben Säure, die Zwiebeln Süße; gesalzen wird erst beim Anrichten.

Kurze Brühe. Gemeint ist wenig Flüssigkeit, gerade so viel, dass Äpfel und Zwiebeln darin weich werden und mit dem Wein zu einer knappen Tunke einkochen. Klein geschnitten garen sie in kurzer Zeit.

Weiß oder gelb. Die Wahl betrifft wahrscheinlich die Farbe des Gerichts. Weiß heißt: ohne Farbe lassen. Für Gelb nennt das Rezept kein Mittel; Rontzier färbt anderswo mit Safran, ein wenig davon wäre hier die naheliegende Ergänzung, steht aber nicht im Text.

Praxis. Vorgegarte Kutteln mit wenig Brühe, den klein geschnittenen Äpfeln und Zwiebeln und einem Schuss Wein bei kleiner Hitze erhitzen, bis Äpfel und Zwiebeln weich sind. Vor dem Auftragen mit wenig Salz bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0140-orig" n="kurtzer Bruͤh" resp="#fyndling">Kurze Brühe heißt wenig Brühe: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch führt für kurz auch die Bedeutung ›wenig, gering‹. Die Kaldaunen liegen also nicht in einer Suppe, sondern in einer knappen Tunke. Rontzier gebraucht die Wendung oft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0140-orig" n="weis oder gelb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Farbe der Speise: weiß lassen oder gelb machen. Rontzier schreibt diese Wahl mehrfach als Formel für das fertige Gericht („leſts weiß oder machts gelb“, „man kan ſie weiß oder gelb machen“), und Marx Rumpolt (1581) sagt zu Kutteln ebenso „laß es weiß oder gelb“ (rum-0161). Womit gelb gefärbt wird, nennt dieses Rezept nicht; an anderer Stelle macht Rontzier „mit Saffran gelb ab“.<list type="alternatives"><item>Farbe des Weins: ein wenig weißer oder gelber Wein.<note type="rationale">Die Wörter stehen direkt hinter „Weins“ und können grammatisch dazu gehören. Dagegen spricht, dass Rontzier Weißwein sonst nirgends so benennt (roten Wein dagegen oft) und „weiß oder gelb“ bei ihm sonst die Speise meint.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0141-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Kaldaunen, die mit Wein und einer Ei-Mehl-Mischung kurz gebunden und süß mit Brot und Zucker abgeschlossen werden.

Die Kaldaunen. In der Pfanne werden rohe Kaldaunen nicht weich. Man nimmt vorgegarte Kutteln, wie sie der Metzger anbietet, schneidet sie klein und brät sie, bis sie etwas Farbe haben. Das Wenden sorgt für gleichmäßiges Bräunen.

Wein und Ei. Der Wein löst den Bratansatz. Die Eier, mit wenig Mehl verquirlt, stocken in der heißen Pfanne und binden den Wein zu einem kurzen Guss um die Kaldaunen. Das Mehl macht die Bindung stabiler. Bei mittlerer Hitze arbeiten und rühren, sonst gerinnt das Ei krümelig.

Brot und Zucker. Der Text sagt nur, dass mit Weißbrot und Zucker bestreut wird. Damit sich Brot streuen lässt, ist es gerieben oder fein zerkrümelt. Beim Auftragen kommt noch einmal Zucker darüber.

Praxis. Vorgegarte Kutteln in Streifen schneiden, in etwas Fett anbraten, mit einem Schuss Wein ablöschen, zwei verquirlte Eier mit einem Teelöffel Mehl einrühren und stocken lassen, mit geriebenem Weißbrot und Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0141-orig" n="Rinderkaldaunen" resp="#fyndling">Kaldaunen sind die essbaren Eingeweide, beim Rind vor allem der Pansen, heute meist Kutteln genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0141-orig" n="gibt daruͤber Wein / ein klein wenig Weitzenmehls mit Eyern durch geſchlagen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wein und eine Mischung aus Eiern und wenig Mehl werden über die gebratenen Kaldaunen gegeben; 'mit Eyern durchgeſchlagen' heißt verquirlt, wie sonst bei Rontzier ('Eyerdotter mit Wein durchgeſchlagen').<list type="alternatives"><item>Wein, Mehl und Eier werden zusammen verquirlt und in einem Guss darübergegeben.<note type="rationale">Rontzier schlägt Eigelb oft mit Wein durch; der Schrägstrich nach 'Wein' trennt hier aber eher zwei Gaben. Für das Ergebnis ändert sich wenig.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0141-orig" n="Weißbrot vnd Zucker beſtrewet / wenn man ſie zudiſche tragen wil / Zucker daruͤber her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Kaldaunen werden mit Weißbrot und Zucker bestreut, beim Auftragen kommt noch einmal Zucker darüber.<list type="alternatives"><item>Weißbrot und Zucker kommen nur einmal, beim Auftragen, darüber; 'Zucker daruͤber her' wiederholt das nur.<note type="rationale">Rontzier verbindet 'beſtrewet' sonst meist mit 'wenn man ſie wil zu diſche tragen'; im diktierten Text ist eine Wiederholung möglich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0142-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Klein geschnittene, in der Pfanne gebratene Kaldaunen, die mit Eiern, Milch und jungen Mangoldblättern zu einer Art Rührei verbunden werden; zum Schluss kommen weitere Blätter mit Milch darüber.

Die Kaldaunen. Der Text setzt gegarte Kaldaunen voraus: In den umliegenden Kaldaunenrezepten werden sie zuerst in Wasser gesotten (ron-0136, ron-0137). Hier werden sie nur noch klein geschnitten und angebraten. Ein Bratfett nennt der Text nicht.

Eier und Blätter. Eier mit Milch verschlagen, die klein geschnittenen jungen Blätter darunterrühren. Die Wendung „geruͤrten Eyer vnd Kaldaunen“ spricht dafür, dass die Eimasse zu den Kaldaunen in die Pfanne kommt und dort unter Rühren stockt.

Der Schluss. Weitere Blätter werden mit Milch verrührt und darübergegeben; ob das noch einmal auf die Hitze kommt, sagt der Text nicht. In der Praxis die Pfanne kurz auf der Hitze lassen, bis die Milch warm ist und die Blätter zusammenfallen.

Praxis. Vorgegarte Kutteln vom Metzger in feine Streifen schneiden und in Butter oder Schmalz anbraten, dann die Eimasse dazugeben und rühren, bis sie gerade stockt. Sparsam salzen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung mit vorgegarten Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0142-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Pansen und Netzmagen vom Rind, regional auch Kutteln oder Flecke genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0142-orig" n="Betenbleder" resp="#fyndling" subtype="lexical">Mangoldblätter: Beete ist der niederdeutsche Name für Beta vulgaris, und zwar für den Mangold wie für die rote Rübe (Adelung, Campe; DWB beete). Rontzier nennt die Rübe eigens „Betenruben“ und verlangt hier junge Blätter, also ein Blattgemüse.<list type="alternatives"><item>Junge Blätter der Roten Bete<note type="rationale">Dieselbe Pflanzenart; die Wörterbücher decken beide Formen, der Text unterscheidet sie an dieser Stelle nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0142-orig" n="gibt es vber die geruͤrten Eyer" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Mischung aus Blättern und Milch wird über das fertige Rührei mit den Kaldaunen gegeben, gesalzen und so aufgetragen; ein weiteres Erhitzen nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Kurz in der Pfanne mit erwärmen, bis die Blätter zusammenfallen<note type="rationale">Heute naheliegend, damit die Milch nicht kalt über das Gericht läuft; im Text nicht gesagt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0143-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Pfannengericht aus vorgekochten Rinderkutteln: klein geschnitten, in Butter angebraten und zuletzt mit Senf durchgebraten.

Anschwitzen. Die Kutteln kommen in die heiße Butter, bis sie „ein wenig gebraten“ sind, also leicht Farbe genommen haben. Eine Bräunung verlangt der Text nicht.

Senf. Er kommt erst danach dazu und wird nur kurz mitgebraten, so verteilt er sich mit der Butter über die Stücke. Salz nennt der Text nicht.

Praxis. Weich vorgekochte Kutteln vom Metzger klein schneiden, in reichlich Butter bei mittlerer Hitze einige Minuten anbraten, Senf unterrühren, ein bis zwei Minuten weiterbraten und heiß servieren. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0143-orig" n="ſchwetzet ſie ab" resp="#fyndling">In heißer Butter anschwitzen. Rontzier gebraucht das Wort für Fleisch, Brot und Obst in Butter; eine Bräunung meint er nur, wo er ausdrücklich „braun“ dazusetzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0144-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Kaldaunen, ganz klein geschnitten und mit Petersilie in Butter angeschwitzt, gewürzt nur mit Salz und Pfeffer. Das Sieden setzt der Text voraus; die Kaldaunen sind schon weich, wenn sie in die Butter kommen.

Anschwitzen. Die klein geschnittenen Stücke garen kurz in heißer Butter, die Petersilie gleich mit. Eine Farbe verlangt der Text nicht. Das zwei- oder dreimalige Wenden sorgt dafür, dass alles gleichmäßig heiß wird und die Butter annimmt. Salz und Pfeffer werden zuletzt darübergestreut.

Praxis. Vorgegarte Kutteln vom Metzger in Salzwasser weich sieden, gut abtropfen lassen und sehr klein schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, Kutteln und gehackte Petersilie hineingeben, zwei- oder dreimal wenden, mit Salz und Pfeffer bestreuen und warm auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0144-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0144-orig" n="ſchwetzet ... ab" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit dem alten Küchenverb „schweißen“ (Grimm: „in hitze zubereiten, rösten, braten“). Braun ist nur gemeint, wenn der Text es dazusagt; hier nennt er keine Farbe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0145-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Rinderkaldaunen, klein geschnitten und mit Petersilie und Essig in Butter abgeschwitzt; Ingwer und Pfeffer kommen erst beim Auftragen darüber. Das Sieden selbst setzt der Text voraus, die Reihe beginnt mit Kaldaunen, die in Wasser gesotten werden (ron-0137).

Abschwitzen. Die Stücke in heißer Butter wenden, bis sie durch und durch heiß und von Butter überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht, sie bleiben also hell. Der Essig geht gleich mit in die Butter und gibt die Säure, die Petersilie gart mit. Wie lange, sagt der Text nicht.

Ingwer und Pfeffer. Sie werden nicht mitgegart, sondern beim Auftragen gemahlen darübergestreut. Salz nennt der Text nicht.

Praxis. Vorgegarte Kutteln vom Metzger in Salzwasser weichsieden, abtropfen lassen und klein schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Kutteln mit gehackter Petersilie und Essig nach Geschmack darin wenden, bis alles heiß ist. Beim Anrichten mit gemahlenem Ingwer und Pfeffer bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0145-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0145-orig" n="ſchwetzet … ab" resp="#fyndling">In Butter abschwitzen: das Gargut in heißer Butter wenden, bis es durch und durch heiß ist, ohne es zu bräunen. Braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0146-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kleingeschnittene Kutteln, in Butter angeschwitzt und mit Zwiebeln, kleinen Rosinen, Weinessig und Zucker süß-sauer abgeschmeckt. Von den Nachbarrezepten unterscheiden es die Rosinen.

Vorgaren. Der Text beginnt beim Schneiden. Dass die Kaldaunen schon gesotten sind, setzt die Reihe voraus, in der das Rezept steht; heute kommen Kutteln meist vorgegart und geputzt vom Metzger und werden in Salzwasser oder Brühe weichgesotten.

Anschwitzen. Die Stücke in Butter erhitzen, ohne sie zu bräunen; eine Farbe verlangt der Text nicht. Ob die Zwiebeln geschnitten werden und wie lange alles nach der Zugabe von Essig und Zucker in der Pfanne bleibt, sagt er nicht.

Abschmecken. Weinessig und Zucker ergeben mit der Butter eine kurze süß-saure Sauce, in der die kleinen Rosinen etwas aufquellen. Kleine Rosinen sind heute als Korinthen im Handel. Mengen nennt der Text nicht.

Praxis. Vorgegarte Kutteln weichsieden, abtropfen lassen und klein schneiden. In Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, fein geschnittene Zwiebeln, Korinthen, einen Schuss Weinessig und etwas Zucker dazugeben und kurz durchziehen lassen. Beim Anrichten mit Zucker und Salz bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0146-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0146-orig" n="ſchwetz" resp="#fyndling">Rontziers Küchenwort für das Anschwitzen in heißem Fett. Als Kochwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, dort nur im Sinn von „schwatzen“; es passt zum alten Küchenverb „schweißen“ (DWB: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“). Rontzier gebraucht es durchweg mit „in Butter“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0147-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Pfannengericht aus vorgegarten Rinderkutteln: in viereckige Stücklein geschnitten, in Butter angeschwitzt und mit Eigelb und Wein gebunden, zuletzt nach Wahl süß oder sauer abgemacht. Das Sieden der Kaldaunen setzt der Text voraus.

Anschwitzen. Die Stücke kommen in heiße Butter, nehmen das Fett an und werden durch und durch heiß. Eine Farbe verlangt der Text nicht.

Eidotter mit Wein. Drei oder vier Eigelb werden mit Wein verschlagen und über die Kaldaunen gegeben. Binden kann das Eigelb nur in der Wärme; der Text sagt nicht ausdrücklich, ob danach noch erhitzt wird. Bei kleiner Hitze unter Rühren zieht es an, kochen sollte es nicht, sonst gerinnt es.

Süß oder sauer. Die Würzung lässt der Text offen. Naheliegend sind Zucker für die süße und Weinessig für die saure Richtung, wie in den Nachbarrezepten. Salz nennt der Text nicht.

Praxis. Vorgegarte Kutteln vom Metzger abtropfen lassen und in kleine Quadrate schneiden. In reichlich Butter bei mittlerer Hitze einige Minuten anschwitzen. Drei oder vier Eigelb mit einem guten Schuss Wein verquirlen, darübergeben und bei kleiner Hitze rühren, bis die Sauce leicht bindet. Mit Zucker oder Weinessig abschmecken und heiß auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0147-orig" n="ſchwetzet ſie in Butter ab" resp="#fyndling">In heißer Butter anschwitzen. Rontzier gebraucht das Wort für Fleisch, Brot und Obst in Butter; eine Bräunung meint er nur, wo er ausdrücklich „braun“ dazusetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0147-orig" n="gibts daruͤber" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die mit Wein verschlagenen Eidotter kommen über die heißen Kaldaunen in der Pfanne und werden unter Rühren bei kleiner Hitze warm gemacht, bis sie binden. Rontzier lässt Eidotter mit Wein auch sonst um der Eier willen noch einmal sieden und rühren (ron-0012) und rührt Eier über angeschwitzten Kaldaunen um (ron-0151).<list type="alternatives"><item>Die Eidotter-Wein-Mischung nur über die angerichteten heißen Kaldaunen gießen, ohne weiteres Feuer.<note type="rationale">Der Wortlaut nennt nach dem Darübergeben keinen Garschritt mehr. Dann bliebe das Eigelb aber weitgehend flüssig und würde nicht binden.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0148-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Kaldaunen werden klein geschnitten, in Butter angeschwitzt und in der Pfanne mit Rotwein, Mandeln, Pfeffer, Nelken, Zucker und etwas Roggenbrot zu einer knappen Sauce fertig gemacht. Zum Anrichten kommen Nelken und Zucker darüber.

Aufkochen. Das Roggenbrot bindet die Sauce erst, wenn sie kurz aufkocht: Beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke. Die Kaldaunen liegen ohnehin in der heißen Butter, wenn Wein und Brot dazukommen.

Gewürze. Nelken stehen zweimal im Text, in der Sauce und zum Bestreuen; Pfeffer nur „ein wenig“. Salz nennt der Text nicht, ebenso wenig die Form der Nelken zum Bestreuen.

Praxis. Gekochte Kutteln vom Metzger in kleine Stücke schneiden und einige Minuten in Butter anschwitzen. Die Mandeln klein schneiden, das Roggenbrot fein reiben oder zerbröckeln, beides mit Rotwein, Pfeffer und Nelken zugeben und kurz aufkochen, bis die Sauce leicht bindet; mit Zucker abschmecken. Zum Bestreuen gestoßene Nelken sparsam nehmen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0148-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide, oberdeutsch Kutteln. Das Rezept setzt sie schon gekocht voraus und schneidet sie nur noch klein; welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0149-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gehackte Kutteln, in Butter angeschwitzt und mit wenig Rosmarin in Wein und Weinessig durchgekocht, beim Auftragen mit Ingwer bestreut. Von den Nachbarrezepten unterscheidet es der Rosmarin.

Vorgaren. Der Text beginnt beim Hacken. Dass die Kaldaunen schon gesotten sind, setzen die Rezepte voraus, in deren Reihe dieses steht; heute kommen Kutteln meist vorgegart und geputzt vom Metzger und werden in Salzwasser oder Brühe weichgesotten.

Anschwitzen. Die gehackten Stücke in Butter erhitzen, ohne sie zu bräunen; eine Farbe verlangt der Text nicht.

Durchkochen. Wein und Weinessig kommen mit dem Rosmarin zu den Kutteln, und alles kocht durch, bis die Stücke Säure und Würze angenommen haben und Butter, Wein und Essig eine kurze Sauce ergeben. Zeit und Mengen nennt der Text nicht; „wenig“ steht ausdrücklich beim Rosmarin.

Praxis. Vorgegarte Kutteln weichsieden, abtropfen lassen und fein hacken. In Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, einen Zweig Rosmarin, einen Schuss Wein und etwas Weinessig dazugeben und offen einige Minuten durchkochen lassen. Den Rosmarin vor dem Anrichten herausnehmen und die Kutteln mit gemahlenem Ingwer bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0149-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0149-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Küchenwort für das Anschwitzen in heißem Fett. Als Kochwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, dort nur im Sinn von „schwatzen“; es passt zum alten Küchenverb „schweißen“ (DWB: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“). Rontzier gebraucht es durchweg mit „in Butter“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0150-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gewürfelte Kutteln, in Butter angeschwitzt, mit klein geschnittenen Zwiebeln und Äpfeln gegart und mit Zucker, Weinessig und Zimt süßsauer abgeschmeckt. Von den Nachbarrezepten unterscheiden es die Äpfel zusammen mit dem Zimt.

Vorgaren. Der Text beginnt beim Schneiden. Dass die Kaldaunen schon gesotten sind, setzt die Reihe voraus, in der das Rezept steht; heute kommen Kutteln meist vorgegart und geputzt vom Metzger und werden in Salzwasser oder Brühe weichgesotten.

Anschwitzen und Garen. Die Würfel in Butter erhitzen, ohne sie zu bräunen; eine Farbe verlangt der Text nicht. Zwiebeln und Äpfel garen in derselben Pfanne, bis sie weich sind. Ob sich „wenn sie gar sein“ auf die Kaldaunen oder auf Zwiebeln und Äpfel bezieht, lässt der Text offen; in der Praxis ist es dasselbe Ende.

Abschmecken. Weinessig, Zucker und Zimt ergeben mit der Butter und dem Saft der Äpfel eine knappe süßsaure Sauce. Beim Auftragen kommen Zucker und Zimt ein zweites Mal obenauf. Mengen nennt der Text nicht.

Praxis. Vorgegarte Kutteln weichsieden, abtropfen lassen und würfeln. In Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, fein geschnittene Zwiebeln und Apfelstücke dazugeben und weich garen. Mit einem Schuss Weinessig, etwas Zucker und Zimt abschmecken und beim Anrichten mit Zucker und Zimt bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung für vorgegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0150-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide vom Rind, oberdeutsch Kutteln. Welcher Magenteil gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0150-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Küchenwort für das Anschwitzen in heißem Fett. Als Kochwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, dort nur im Sinn von „schwatzen“; es passt zum alten Küchenverb „schweißen“ (DWB: „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“). Rontzier gebraucht es durchweg mit „in Butter“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0151-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kutteln mit Rührei: Gesottene Rinderkaldaunen werden klein geschnitten und in Butter angeschwitzt, dann mit Petersilie verquirlte Eier darübergegeben und untergerührt. Zuletzt kommt eine Mischung aus Ingwer und Salz darüber.

Anschwitzen. Die Stücke in heißer Butter erhitzen, bis sie durch und durch heiß sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht.

Eier. Die Eier stocken an den heißen Kuttelstücken und binden sie wie ein Rührei. Wie weit sie garen sollen, sagt der Text nicht; er sagt nur „ruͤrts vmb“.

Ingwer und Salz. Beides wird vorher vermischt und erst am Schluss gestreut, so verteilt sich der Ingwer gleichmäßig.

Praxis. Weich vorgegarte Kutteln vom Metzger abtropfen lassen und klein schneiden. In Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, die mit gehackter Petersilie verquirlten Eier darübergießen und rühren, bis sie gerade gestockt sind. Gemahlenen Ingwer mit Salz mischen und darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung für küchenfertig gegarte Kutteln, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0151-orig" n="ſchwetzet ſie ab" resp="#fyndling">In heißer Butter anschwitzen. Rontzier gebraucht das Wort für Fleisch, Brot und Obst in Butter; eine Bräunung meint er nur, wo er ausdrücklich „braun“ dazusetzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0152-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Kaldaunen werden mit klein geschnittener Petersilie in Butter angeschwitzt und gewendet, bis sie ein wenig braun sind. Darüber kommen mit Milch verschlagene Eier, und unter einem eisernen Deckel mit Feuer unten und oben stockt das Ganze. Heute erinnert das an Kutteln mit einem Eierguss, ähnlich einer Frittata.

Wo bleiben die Kaldaunen? Der Satz nennt sie nicht, die Reihe setzt sie voraus: Alle Nachbarn verarbeiten gekochte Rinderkaldaunen, Nummer 9 (ron-0144) schwitzt sie zusammen mit Petersilie in Butter ab. Naheliegend ist, die klein geschnittenen Kaldaunen mit der Petersilie in die Butter zu geben. Wörtlich genommen ergibt der Text auch ohne sie eine schlichte Eierspeise.

Hitze von oben. Unten und oben Feuer heißt: Glut unter das Gefäß und auf den Eisendeckel. So stockt die Eiermilch auch an der Oberfläche, ohne dass man den Guss wenden muss.

Praxis. Kutteln gibt es beim Metzger meist schon vorgegart. Die Petersilie verbrennt schnell; wer sie grün halten will, gibt sie erst zu, wenn die Kaldaunen Farbe haben. Mengen und Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0152-orig" n="Eiſendeckel" resp="#fyndling">Ein eiserner Deckel, auf den man Glut legt. Mit Feuer unter dem Gefäß und Glut obenauf stockt die Eiermilch von beiden Seiten, ohne dass man wenden muss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0152-orig" n="ſchwetzet ſie in Butter … daß ſie ein wenig braun werde" resp="#fyndling" subtype="contextual">„ſie“ in „ſchwetzet ſie in Butter / wendet ſie vmb / daß ſie ein wenig braun werde“ meint die gekochten Rinderkaldaunen, nicht die Petersilie. Das Rezept steht als Nummer 17 in der Reihe der gekochten Rinderkaldaunen, beginnt mit „Item“ und endet mit der Schlussformel der Reihe („bringt ſie warm zu diſche“). Die Nachbarn schwitzen dort durchweg die Kaldaunen in Butter an, Nummer 9 (ron-0144) „ſampt Peterſilgen“; Nummer 7 (ron-0142) gibt „Eyer vnnd Milch“ darüber. Gebräunte Petersilie als eigenes Gericht wäre küchenpraktisch ungewöhnlich.<list type="alternatives"><item>Gebräunte Petersilie, ohne Kaldaunen als Eierspeise<note type="rationale">Wörtlich nennt der Satz nur Petersilie, und „daß ſie ein wenig braun werde“ steht im Singular. Dagegen spricht, dass die Reihe sonst nur Kaldaunengerichte bringt und die Schlussformel „bringt ſie warm“ ebenfalls auf die Kaldaunen zielt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0153-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Rinderkutteln in einer leicht süßen Sauce aus Wein, Rahm und Kerbel, die unter Hitze von unten und oben fertig wird.

Vorgekochte Kaldaunen. Das Rezept setzt gesottene Kaldaunen voraus; es beginnt mit dem Kleinschneiden. Roh lassen sich Kutteln nicht in kurzer Zeit weich braten.

Die Sauce. Wein, Rahm, Kerbel und Zucker werden vorher miteinander verrührt und dann mit dem gestoßenen Pfeffer über die angebratenen Stücke gegeben. Salz nennt der Text nicht.

Feuer unten und oben. Die Hitze von oben kommt von Glut auf einem Deckel, wie ihn das Rezept davor (ron-0152) beschreibt. So wird die Sauce rundum heiß, ohne dass man rührt. Eine Garzeit nennt der Text nicht.

Praxis. Weich vorgekochte Kutteln klein schneiden und in Butter bei mittlerer Hitze einige Minuten anbraten. Wein, Sahne, gehackten Kerbel und eine Prise Zucker verrühren, mit gestoßenem Pfeffer darübergeben, die Pfanne zudecken und bei kleiner Hitze einige Minuten ziehen lassen, bis alles durchgehend heiß ist; bei starker Hitze kann der Rahm ausflocken. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0153-orig" n="Floß" resp="#fyndling">Rahm. Floß ist die hochdeutsch geschriebene Form des niederdeutschen Flot oder Flott, „Sahne, Milchrahm“ (Mittelniederdeutsches Handwörterbuch vlot; Grimm: „cremor lactis, sahne, rahm, schmand“). Rontzier setzt das Wort auch sonst neben Milch, etwa „Ziegenmilch oder Floß“ (ron-0006).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#floss"/></note>
        <note type="gloss" target="#ron-0153-orig" n="vnden vnnd oben fewr" resp="#fyndling">Hitze von unten und zugleich von oben. Das Rezept direkt davor (ron-0152) nennt dafür einen Eisendeckel, auf dem Glut liegt; hier nennt der Text kein Gefäß.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0154-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegrillte Leberstreifen, die in der Schüssel mit gebratenen Speckwürfeln vermischt werden - ohne Sauce, nur mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Rost und Begießen. Die Streifen kommen gewürzt auf den Rost und werden mit Fett oder Butter begossen, damit sie nicht austrocknen und nicht ankleben. „Durchbraten“ heißt durchgaren; Leber wird bei zu langem Braten trocken und hart, die schmalen Streifen brauchen also nur kurz.

Speck. Der Speck wird für sich gewürfelt und gebraten und erst in der Schüssel über die Leber gegeben. Danach wird noch einmal gesalzen und gepfeffert und alles vermischt.

Praxis. Streifen quer über die Roststäbe legen, damit sie nicht durchfallen; den Speck vorher in einer Pfanne auslassen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0154-orig" n="ſtrimen" resp="#fyndling">Streifen (frühneuhochdeutsch strieme, verwandt mit heutigem Striemen). Die Leber wird in schmale Streifen geschnitten, nicht in Scheiben oder Würfel.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0154-orig" n="Feiſt" resp="#fyndling">Fett, hier zum Begießen auf dem Rost; Rontzier schreibt an anderer Stelle ausdrücklich „Bratenfeiſt“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0154-orig" n="Streifen auf dem Rost" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text legt die schmalen Leberstreifen auf „ein Roſt“, ohne zu sagen, wie sie dort gehalten werden; übernommen wird nur, was dasteht.<list type="alternatives"><item>Streifen quer über die Roststäbe legen oder einen engen Rost verwenden<note type="rationale">Heutige Praxis, damit die Streifen nicht durchfallen; im Text nicht genannt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0155-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Hirschleber mit Speck und einem sauren Abschluss: Die Leber wird auf dem Rost gebraten, mit Butter begossen, in der Schüssel mit Speck überbraten und zuletzt mit Weinessig und Pomeranzensaft auf der Glut kurz aufgesotten.

Speck darüber braten. Rontzier schreibt nur, man brate „Speck vber her“, also von oben darüber. Am nächsten liegt, dass das heiße ausgelassene Speckfett über die Leber in der Schüssel läuft. Marx Rumpolt lässt seine Hirschleber vom Rost ebenso „mit heissem Speck“ begießen. In der Praxis Speck in einer Pfanne auslassen und Fett samt Grieben über die Leber geben.

Aufsieden in der Schüssel. Der Guss aus Essig und Pomeranzensaft soll nur aufwallen. Leber wird bei langem Kochen in Säure fest und trocken, deshalb die Schüssel vom Feuer nehmen, sobald es aufsiedet. Gesalzen und gepfeffert wird noch einmal beim Anrichten.

Praxis. Die Leber auf dem heißen Rost von beiden Seiten braten, mit Butter begießen und in eine feuerfeste Schüssel legen. Speckfett darüber, Weinessig und Bitterorangensaft dazu und auf der Glut einmal aufwallen lassen. Beim Anrichten salzen und pfeffern. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0155-orig" n="Pommerantzenſafft" resp="#fyndling">Saft der Pomeranze (Bitterorange). Er ist deutlich saurer und herber als der Saft süßer Orangen und gibt dem Guss zusammen mit dem Weinessig die Säure.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0155-orig" n="bradet da Speck vber her" resp="#fyndling" subtype="contextual">Speck wird über der Leber in der Schüssel gebraten, sodass das heiße Fett von oben darüberläuft. „vber her“ heißt von oben herab (FWB überher); Rumpolt begießt seine Hirschleber vom Rost „mit heissem Speck“ (rum-0296), Rontzier selbst schreibt im Nachbarrezept „Speck oder Buttern daruͤber braten“.<list type="alternatives"><item>Der Speck wird getrennt gebraten und nur aufgelegt, wie die gebratenen Speckwürfel im Rezept davor.<note type="rationale">Möglich, aber dort steht „gibt da gebraten Speck … daruͤber“; hier ist das Braten selbst der Schritt über der Leber.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0156-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirschleber in Streifen, in Butter gebraten und mit Gewürzen, kleinen Rosinen und Weinessig süßsauer abgemacht. Heute erinnert es an saure Leber oder geschnetzelte Leber mit Essig. Es gibt keine Brotbindung; die Sauce besteht nur aus Bratbutter, Essig und dem, was die Rosinen abgeben.

Citenruhn. Gemeint ist sehr wahrscheinlich die Zitrone, in einer niederdeutschen Form mit Druckfehler. Ob man die ganze Frucht oder nur die Schale im Mörser stößt, sagt der Text nicht; frisch abgeriebene Schale mit etwas Saft kommt dem am nächsten. Zitwer bliebe als unwahrscheinliche Alternative; er schmeckt herb-bitter und ingwerähnlich und würde das Gericht deutlich verändern.

Aufkochen. Der Text sagt nur „aufkochen lassen“. Dünne Leberstreifen garen dabei fertig; langes Kochen macht sie fest, davor warnt Rumpolt 1581 bei Kalbsleber ausdrücklich. Einmal aufwallen lassen und sofort anrichten.

Praxis. Das Gefäß nennt der Text nicht; geeignet ist eine Pfanne oder ein flacher Topf, in dem man braten und danach aufkochen kann. Die Leber heute von Haut und Sehnen befreien, in schmale Streifen schneiden und in Butter rasch anbraten. Dann Zitronenschale, gestoßene Muskatnuss, Zimt, kleine Rosinen und einen Schuss Weinessig zugeben, einmal aufkochen und auftragen. Mengen nennt der Text nicht; Salz ebenfalls nicht, nach heutigem Geschmack salzen. Die Zubereitungszeit von etwa 25 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0156-orig" n="ſtrimen" resp="#fyndling">Streifen (Striemen). Die Leber wird in schmale, längliche Streifen geschnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0156-orig" n="Citenruhn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Zitrone. Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch belegt die Form citerône mit eingeschobenem e (MNWB unter sitrône); das Deutsche Wörterbuch nennt „citerone“ ebenso und vermerkt, dass das o der Endsilbe in vielen Mundarten als u erscheint („zitrun“). Rontzier selbst schreibt „Zitrunen“ und „Zitrunenſafft“, das h in „-ruhn“ zeigt wie in „nuhn“ oder „gahr“ nur die Länge an. „Citeruhn“ wäre damit eine regelrechte Form; das zusätzliche n in „Citen-“ ist am ehesten ein Setzfehler am Zeilenumbruch, belegt ist „Citen-“ nirgends. Ob die ganze Frucht oder nur die Schale gestoßen wird, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Zitwer (Zedoarwurzel, ingwerähnliches Gewürz)<note type="rationale">Mittelalterliche Formen wie mhd. zitwar, zitewa (Lexer) ähneln dem Anlaut „Citen-“, und Zitwer wurde gestoßen verwendet. Gegen ihn spricht „friſche“, denn Zitwer kam als getrocknete Wurzel in den Handel, und die Endung „-ruhn“ bleibt unerklärt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0157-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Hirschleber in zwei Stufen: in Butter angebraten, mit ganzen Nelken gespickt und auf dem Rost fertig gebraten. Heute erinnert das an gegrillte Leber mit Speck; das Spicken mit Nelken kennt man eher vom Schinken.

Erst halb braten, dann spicken. Rohe Leber ist weich, die angebratene Oberfläche hält die Nelken vermutlich besser fest. Der Text begründet die Reihenfolge nicht, er nennt sie nur.

Speck oder Butter darüber braten. Am ehesten wird Speck über der Leber auf dem Rost ausgelassen, sodass das Fett auf sie tropft; Butter tut dasselbe. Möglich ist auch, Speck getrennt zu braten und darüberzugeben.

Süß oder sauer abmachen. Die Würzung kommt erst beim Anrichten: Zucker und Zimt darüberstreuen oder Essig darübergeben.

Praxis. Die Stücke in Butter auf beiden Seiten anbraten, je Stück einige Nelken einstecken, auf dem Rost fertig braten und mit der Bratbutter begießen. Die Leber nicht zu lange auf dem Rost lassen, sonst wird sie trocken. Die Nelken vor dem Essen herausziehen. Die Zubereitungszeit von etwa 30 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0157-orig" n="Roͤſten" resp="#fyndling">Röste, der Bratrost. Rontzier schreibt meist „Roſt“, an anderer Stelle ebenfalls „auff einer Roͤſten“ (ron-0093).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0157-orig" n="Speck oder Buttern daruͤber braten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Speck (oder Butter) wird über der Leber auf dem Rost ausgelassen, sodass das Fett auf sie tropft. Dafür spricht, dass Butter gleichwertig daneben steht, und dass Anna Wecker bei Leber vom Rost Speck „allgemach auß“ lässt und „treiff jm̃er die Leber mit“ (wec-371).<list type="alternatives"><item>Speck wird getrennt gebraten und über die angerichtete Leber gegeben.<note type="rationale">So in der ersten Nummer derselben Reihe: „gibt da gebraten Speck in wuͤrffel geſchnitten daruͤber“ (ron-0154). Mit „oder Buttern“ passt das schlechter, weil Butter nicht als Auflage gebraten wird.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0158-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Hirschleber in einer sauren Pfannensauce aus Fett, gerösteten Brotbröseln, Pfeffer und Weinessig, dazu eine Senfbrühe. Heute erinnert das an saure Leber.

Rost und Pfanne. Der Rost gibt der Leber Farbe und Festigkeit, durchgaren soll sie dort noch nicht ("ein wenig"). Das Gefäß für den zweiten Schritt nennt der Text nicht, praktisch ist eine Pfanne.

Die Brösel. Das geriebene Brot wird im heißen Fett geröstet, bis es hart ist; erst dann kommen Pfeffer und Essig dazu, sonst würden die Brösel weich. Sie nehmen Fett und Essig auf und binden leicht.

Senfbrühe und Farbe. Beides nennt der Text, ohne es zu beschreiben. Senf lässt sich in die Pfannenmischung einrühren oder getrennt reichen; wer sie süß will, findet im Rezept davor das Abmachen mit Zucker und Zimt (ron-0157), hier steht dazu nichts. Die Farbe kann man ohne Angabe des Mittels weglassen.

Praxis. Leber in dicke Scheiben schneiden, kurz auf dem Rost anbraten, dann in der Brösel-Essig-Mischung zügig fertig braten und nur einmal wenden, damit sie innen rosa und zart bleibt. Sofort auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa 20 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0158-orig" n="Farb" resp="#fyndling">Das Rezept endet mit 'gibt darnach Farb darüber'. Ein bestimmtes Färbemittel nennt es nicht, deshalb steht im Text nur 'Farbe darübergeben'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0158-orig" n="Senff bruͤh ſuͤß oder ſaͤwrlich" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Senfbrühe wird genannt, aber nicht beschrieben. Der folgende Satz (Fett, geriebenes Brot, Pfeffer, Weinessig, darin die Leber fertig braten) schildert, wie die Leber fertig gegart wird; ob der Senf in diese Mischung kommt, sagt der Text nicht. Auch womit die Brühe süß oder säuerlich wird, bleibt offen.<list type="alternatives"><item>Die Fett-Brot-Essig-Mischung ist selbst die Senfbrühe, der Senf wird darin verrührt.<note type="rationale">Der Satz folgt unmittelbar auf 'machet ein Senff bruͤh' und Essig macht sie säuerlich. Dagegen spricht, dass der Senf in dieser Zutatenfolge fehlt.</note></item><item>Die Senfbrühe ist eine eigene Sauce, die neben der Leber gereicht wird.<note type="rationale">Möglich, weil der Text sie nur nennt; ihre Zubereitung steht dann nicht da.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0158-orig" n="die Hirſchlebern (ganz oder geschnitten)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt keinen Zuschnitt; gelesen wird die Leber, wie sie dasteht, ohne Schneideschritt.<list type="alternatives"><item>In dicke Scheiben oder Stücke geschnitten.<note type="rationale">Die Nachbarrezepte schneiden die Leber in Streifen oder Stücke (ron-0154, ron-0156, ron-0157); in der Praxis gart Leber in Scheiben gleichmäßiger und rascher, wie es 'eilig abbraten' verlangt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0159-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? In brauner Butter gebratene Füße von Ochse, Schwein oder Lamm mit gewürfelten Äpfeln und Zwiebeln. Am Ende wird gewählt: süß mit Zucker und Zimt oder säuerlich mit Pfeffer und Ingwer.

Weichkochen. Der Text nennt nur das Braten. Rohe Füße werden so nicht weich; Rontzier setzt an anderer Stelle gargemachte Füße ausdrücklich voraus. In der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger.

Äpfel und Zwiebeln. Der Text sagt nur, dass sie in Würfel geschnitten werden. Am naheliegendsten kommen sie zu den Füßen in die Butter und braten mit, bis sie weich und leicht gebräunt sind.

Praxis. Butter erhitzen, bis sie nussbraun ist. Die weichgekochten Füße ganz, halbiert oder in Stücken darin rundum braten. Apfel- und Zwiebelwürfel zugeben und mitbraten. Zum Schluss entweder mit Pfeffer und Ingwer oder mit Zucker und Zimt abschmecken und gleich auftragen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0159-orig" n="braun Butter" resp="#fyndling">Butter, die so lange erhitzt wird, bis sie nussbraun ist. Darin werden die Füße gebraten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0159-orig" n="ſaͤwrlich" resp="#fyndling">säuerlich. Für die säuerliche Fassung nennt Rontzier hier nur Pfeffer und Ingwer, kein Säuerungsmittel. Bei der Hirschleber kurz davor steht für „sauer“ ausdrücklich Essig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0159-orig" n="in keine ſtuͤcklin" resp="#fyndling" subtype="philological">„in kleine Stücklein“: Die Reihe lautet ganz lassen, einmal halbieren oder klein schneiden. Im Buch steht sonst durchweg „kleine ſtuͤcklein“.<list type="alternatives"><item>„in keine Stücklein“, also gar nicht zerteilt<note type="rationale">Als Verneinung ergibt die Stelle keinen Sinn, denn „gantz“ ist als erste Möglichkeit schon genannt und der Satz verlangt eine dritte Schnittart.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0159-orig" n="Füße roh oder vorgegart" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind vorher gargekocht: Der Text nennt nur das Braten, Rontzier setzt aber bei Füßen an anderer Stelle ausdrücklich gargemachte Stücke voraus („Wenn die Fuͤſſe gahr ſein“).<list type="alternatives"><item>Rohe Füße werden nur in der Butter gebraten<note type="rationale">Wörtlich möglich, aber rohe Füße werden durch Braten allein nicht weich und essbar.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0159-orig" n="ſchneidet da Epffel vnd Zwybeln in wuͤrffel auff" resp="#fyndling" subtype="contextual">Äpfel und Zwiebeln werden zu den Füßen in die Butter geschnitten und braten mit; „da“ steht bei Rontzier auch sonst für „dazu, hinein“ („ſchneidet da fuͤnff oder ſechs ſcheiben weißbrot darunter“).<list type="alternatives"><item>Äpfel und Zwiebeln werden roh gewürfelt dazugegeben<note type="rationale">Der Text nennt für sie keinen eigenen Garschritt; möglich, aber ohne Beleg.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0160-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? In Butter gebräunte Füße von Ochse, Schwein oder Lamm, die in einer kurzen, säuerlich-süßen Sauce aus Essig und großen Rosinen durchkochen. Einzige Würze sind gestoßene Paradieskörner mit ihrer pfeffrigen Schärfe.

Weichkochen. Der Text nennt nur das Abrösten und das Durchkochen. Rohe Füße werden so nicht weich; in der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger. Rumpolt setzt dieses Sieden bei Ochsenfüßen ausdrücklich voraus.

Sauce. Essig ist die einzige genannte Flüssigkeit, die Sauce bleibt also kurz. Beim Durchkochen quellen die Rosinen, und die gelatinereichen Füße binden Butter und Essig leicht.

Praxis. Die weichgekochten Füße ganz oder halbiert in Butter rundum braun rösten, gestoßene Paradieskörner darüberstreuen, große Rosinen und einen Schuss Essig zugeben und einige Minuten durchkochen lassen, bis die Rosinen weich sind. Salz nennt der Text nicht; die Füße sind vom Weichkochen meist schon gesalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0160-orig" n="Paradyßkoͤrner" resp="#fyndling">Gewürz mit pfeffriger, leicht zitrusartiger Schärfe, auch Meleguetapfeffer oder Grains of Paradise genannt; die Samen einer westafrikanischen Ingwerpflanze. Gemahlen im gut sortierten Gewürzregal oder online erhältlich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0160-orig" n="roͤſtet ſie in Butter ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße werden in Butter gebräunt und dann mit Essig, Rosinen und Paradieskörnern durchgekocht. Ob sie vorher weichgekocht wurden, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Vorher weichgekochte Füße<note type="rationale">Rohe Füße werden durch Rösten und kurzes Durchkochen nicht weich. Rumpolt (1581) siedet Ochsenfüße ausdrücklich, bevor er sie abbräunt (rum-0079: „Wann sie gesotten seyn“); für die Praxis ist das der sichere Weg.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0161-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, in Butter abgeschwitzt; Wacholderbeeren und Wein kommen erst beim Auftragen darauf. Im Ergebnis erinnert das an gebratene Spitzbeine mit einer kurzen Wacholder-Wein-Würze.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße deshalb vorher in Wasser weich sieden; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger.

Abschwitzen. Die Füße, ganz oder in Stücken, in heißer Butter wenden, bis sie durch und durch heiß und von Butter überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht.

Wacholder und Wein. Beides kommt erst darauf, wenn man die Füße zu Tisch geben will. Ob die Beeren ganz oder gestoßen sind und ob danach noch einmal aufgekocht wird, sagt der Text nicht. Leicht angedrückte Beeren geben ihr Aroma schneller an den Wein ab.

Praxis. Die gekochten Füße abtropfen lassen, in Butter bei mittlerer Hitze abschwitzen, dann einige angedrückte Wacholderbeeren und einen Schuss Wein darübergeben und auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0161-orig" n="ſchwetzet … ab" resp="#fyndling">In Butter abschwitzen: das Gargut in heißer Butter wenden, bis es durch und durch heiß ist, ohne es zu bräunen. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, es passt zum alten Küchenverb „schweißen“; braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0161-orig" n="ſie in Butter ab (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind vorgekocht, bevor sie in Butter abgeschwitzt werden. Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden erst nach langem Sieden weich; durch bloßes Abschwitzen würden sie nicht gar. Der Text nennt das Sieden nicht, auch keines der übrigen Rezepte dieser Reihe, setzt es also offenbar voraus.<list type="alternatives"><item>Die Füße werden roh in der Butter gegart.<note type="rationale">Nach dem Wortlaut möglich, weil kein Vorkochen genannt ist. Dann blieben die Füße aber zäh, und für ein kurzes Abschwitzen wäre das Verfahren ungeeignet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0162-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? In Butter geröstete Füße, mit geriebenem Roggenbrot, Essig und Pfeffer fertiggemacht und mit Ingwer bestreut. Heute kommen dem gebratene Schweinsfüße in Bröseln am nächsten.

Die Füße. Der Text nennt kein Vorkochen, rohe Füße werden durch bloßes Rösten aber nicht weich. Moderne Praxis (nicht im Text): die Füße vorher in Wasser weichkochen, Ochsenfüße sechs bis acht Stunden, Schweinsfüße zwei bis drei Stunden, Lammfüße kürzer, dann abtropfen lassen und trocken tupfen, damit sie in der Butter bräunen.

Rösten. Die Füße in Butter rundum braun rösten; das gibt Farbe und Röstaroma.

Brot, Essig, Pfeffer. Das geriebene Roggenbrot in die Pfanne geben, es saugt die Butter auf. Ein wenig Weinessig und Pfeffer dazu und alles wenden, bis die Brösel an den Füßen haften. Mehr Flüssigkeit nennt der Text nicht; die Gelatine der Füße hilft beim Haften.

Praxis. Eine Pfanne genügt. Ingwer erst beim Anrichten darüberstreuen. Eine Zeit gibt der Text nicht an; nach dem Vorkochen dauert das Fertigmachen nur wenige Minuten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0162-orig" n="roͤſtet ſie in Butter ab" resp="#fyndling">„abrösten“ heißt hier: in heißem Fett braun braten (DWB, 2. Aufl., „abrösten“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0162-orig" n="zerrieben Rockenbrot ein wenig Weineſſigs vnd Pfeffer" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das geriebene Roggenbrot nimmt die Röstbutter und den wenigen Essig auf und haftet mit dem Pfeffer als würzige Bröselhülle an den Füßen. Dafür spricht, dass nur „ein wenig“ Essig und keine Brühe genannt ist.<list type="alternatives"><item>Eine dicke, mit Brot gebundene Pfeffersauce um die Füße.<note type="rationale">Brot, Essig und Pfeffer sind die Bestandteile einer Pfeffersauce; Rumpolt gibt in Butter geröstete Ochsenfüße in einen solchen „Pfeffer“ (rum-0080). Ohne Brühe oder Wein im Text bliebe die Sauce aber sehr knapp.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0163-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, zu denen geschälte, in der Asche gebratene Birnen kommen. Abgeschmeckt wird mit Pfeffer, gestoßenem Zimt, Zucker und Wein, beim Anrichten kommen Zucker und Zimt obenauf.

Die Füße. Das Rezept beginnt mit "Item" und setzt die Füße so voraus, wie Rontzier sie in der ganzen Reihe zubereitet: in Butter gebraten oder abgeröstet. Ob sie vorher gesotten werden, sagt er nicht. Roh gebraten blieben Ochsen- und Schweinefüße zäh; in der Praxis siedet man sie deshalb vorher in Wasser weich und brät sie dann in Butter.

Die Birnen. Die ganzen Birnen kommen in die Asche, bis sie mürbe sind; die Schale schützt dabei das Fruchtfleisch und wird erst danach abgezogen. Dann gibt man sie zu den Füßen in die Pfanne und lässt beides ein wenig miteinander braten.

Abschmecken. Pfeffer, gestoßener Zimt, Zucker und Wein kommen in die Pfanne; der Wein löst den Bratansatz. Ein Bindemittel nennt der Text nicht.

Praxis. Birnen in heiße Asche oder Glut legen, bis sie weich sind, schälen. Die vorgegarten Füße in Butter anbraten, die Birnen dazugeben und kurz mitbraten. Mit Pfeffer, Zimt, Zucker und einem Schuss Wein abschmecken, beim Anrichten mit Zucker und Zimt bestreuen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0163-orig" n="gebraten Birn in die Aſchen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Birnen, die in der Asche gebraten werden: das Partizip nimmt das Ergebnis vorweg. Rontzier beschreibt denselben Schritt an anderer Stelle ausdrücklich (ron-2520: "Man bratet Birn in heiſſer Aſchen / ſchellet").<list type="alternatives"><item>Bereits gebratene Birnen, die zusätzlich in die Asche gelegt werden<note type="rationale">Ein zweites Garen wäre ohne Zweck; "das ſie moͤrb werden" nennt das Ziel des Aschenbratens selbst.</note></item><item>Bratbirnen als Birnensorte<note type="rationale">Das FWB kennt bratbir als Birnensorte; Rontzier schreibt das Sortenwort aber zusammen ("Bradbirn", ron-0513, ron-1055), hier steht das Partizip getrennt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0163-orig" n="die Fuͤſſe ... wenn ſie ein wenig gebraten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße werden, wie in der ganzen Reihe, in Butter gebraten (ron-0159, ron-0162); ob sie vorher gesotten sind, sagt Rontzier nicht.<list type="alternatives"><item>Vorher in Wasser weich gesotten, dann gebraten<note type="rationale">So verfährt Rumpolt mit Ochsenfüßen (rum-0074: "wann die Fuͤß geſotten ſeyn in Waſſer"); in der Praxis nötig, weil roh gebratene Ochsen- oder Schweinefüße zäh blieben.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0164-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße von Ochse, Schwein oder Lamm, in Butter abgeschwitzt und in einer süßen Sauce aus kleinen Rosinen, gestoßenen Nelken, Wein und Zucker fertig gemacht. Geriebenes Brot und ein wenig Mehl dicken sie an. Beim Auftragen kommt mit Zucker vermischter Rotwein darüber.

Weichkochen. Der Text nennt nur das Abschwitzen. Rohe Füße werden so nicht weich; in der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger. Rumpolt setzt dieses Sieden bei Ochsenfüßen ausdrücklich voraus.

Aufkochen. Brot und Mehl binden erst beim Erhitzen: die Stärke verkleistert, und aus Butter und Wein wird eine dicke Sauce. Deshalb die Sauce mit den Füßen kurz aufkochen lassen, bis sie die gewünschte Dicke hat.

Praxis. Die weichgekochten Füße in Butter rundum erhitzen, kleine Rosinen, gestoßene Nelken, einen Schuss Wein und Zucker zugeben, geriebenes Brot und einen Löffel Mehl einstreuen und unter Rühren aufkochen, bis die Sauce dick ist. Zum Anrichten Zucker in Rotwein auflösen und darübergeben, ohne ihn noch einmal zu kochen. Salz nennt der Text nicht; die Füße sind vom Weichkochen meist schon gesalzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0164-orig" n="ſchwetzet man ſie ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße werden in Butter abgeschwitzt und dann in der mit Brot und Mehl gebundenen Sauce fertig gemacht. Ob sie vorher weichgekocht wurden, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Vorher weichgekochte Füße<note type="rationale">Rohe Füße werden durch Abschwitzen und kurzes Aufkochen nicht weich. Rumpolt (1581) siedet Ochsenfüße ausdrücklich, bevor er sie abbräunt (rum-0079: „Wañ sie gesotten seyn“); für die Praxis ist das der sichere Weg.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0165-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, in Butter angeschwitzt, mit gewürfeltem Meerrettich, Thymian und etwas Pfeffer. Essig kommt erst beim Auftragen dazu und nur, wenn das Gericht sauer sein soll.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße vorher in Salzwasser weich sieden; Schweins- und Lammfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger.

Anschwitzen. Die Füße, ganz oder in Stücken, mit den Meerrettichwürfeln in heißer Butter wenden, bis alles durch und durch heiß und von Butter überzogen ist. Eine Farbe verlangt der Text nicht. Der Meerrettich ist geschnitten, nicht gerieben, und gart mit; dabei wird er weicher und deutlich milder als roher Meerrettich.

Essig. Der Essig ist eine Wahl am Schluss: ein Schuss darüber beim Anrichten, wenn die Füße sauer sein sollen, sonst ohne.

Praxis. Die gekochten Füße abtropfen lassen. Butter erhitzen, Füße und Meerrettichwürfel darin bei mittlerer Hitze anschwitzen, Thymian und wenig Pfeffer dazugeben. Auftragen, nach Wunsch mit etwas Essig. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0165-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">In Butter anschwitzen: das Gargut in heißer Butter wenden, bis es durch und durch heiß ist, ohne es zu bräunen. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, es passt zum alten Küchenverb „schweißen“; braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0165-orig" n="ſie in Butter (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind vorgekocht, bevor sie in Butter angeschwitzt werden. Füße werden erst nach langem Sieden weich; durch bloßes Anschwitzen würden sie nicht gar. Der Text nennt das Sieden nicht, auch keines der übrigen Rezepte dieser Reihe, setzt es also offenbar voraus. Rumpolt (1581) schreibt bei Ochsenfüßen ausdrücklich „Wañ sie gesotten seyn“, bevor sie weiterbehandelt werden.<list type="alternatives"><item>Die Füße werden roh in der Butter gegart.<note type="rationale">Nach dem Wortlaut möglich, weil kein Vorkochen genannt ist. Dann blieben die Füße aber zäh, und für ein kurzes Anschwitzen wäre das Verfahren ungeeignet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0166-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, in Butter abgeschwitzt und mit einer Auflage aus gemahlenem Senf, großen Rosinen und Zucker belegt; beim Auftragen kommt noch einmal Zucker darüber. Im Ergebnis erinnert das an gekochte Spitzbeine mit süßem Senf.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße deshalb vorher in Wasser weich sieden; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger.

Abschwitzen. Die Füße, ganz oder in Stücken, in heißer Butter wenden, bis sie durch und durch heiß und von Butter überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht.

Senf, Rosinen, Zucker. Die drei kommen auf die Füße. Mengen nennt der Text nicht; ob danach noch einmal erhitzt wird, sagt er ebenfalls nicht. Er verlangt nur, die Füße nicht zuzudecken, sobald der Senf darüber ist, und begründet das nicht.

Praxis. Die gekochten Füße abtropfen lassen und in Butter bei mittlerer Hitze abschwitzen. Senfmehl, große Rosinen und Zucker nach Geschmack darübergeben, die Pfanne offen lassen und die Füße beim Auftragen mit Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0166-orig" n="ſchwetzet … ab" resp="#fyndling">In Butter abschwitzen: das Gargut in heißer Butter wenden, bis es durch und durch heiß ist, ohne es zu bräunen. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch; braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0166-orig" n="gemahlen Senff" resp="#fyndling" subtype="lexical">Gemahlene Senfsaat, also Senfmehl. Der Senf wird mit Rosinen und Zucker auf die Füße gegeben, ohne dass Wein, Essig oder eine andere Flüssigkeit genannt ist; das passt zu einer trockenen Auflage. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch führt Senf als „(Pulver aus) Samen der Senfpflanze“.<list type="alternatives"><item>Fertig gemahlener, angemachter Senf (Würzpaste)<note type="rationale">Dasselbe Wörterbuch nennt auch „die hieraus gewonnene Würzpaste“, und Senf wurde mit Flüssigkeit gemahlen. Zwei Rezepte weiter bricht Rontzier den Senf ausdrücklich erst mit Wein (ron-0168); hier fehlt eine solche Angabe, deshalb ist die Paste die schwächere Lesart.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0166-orig" n="ſie in Butter ab (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind vorgekocht, bevor sie in Butter abgeschwitzt werden. Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden erst nach langem Sieden weich; durch bloßes Abschwitzen würden sie nicht gar. Der Text nennt das Sieden nicht, auch keines der übrigen Rezepte dieser Reihe, setzt es also offenbar voraus. Rumpolt (1581) siedet Füße ausdrücklich gar, bevor er sie weiter zurichtet (rum-0323).<list type="alternatives"><item>Die Füße werden roh in der Butter gegart.<note type="rationale">Nach dem Wortlaut möglich, weil kein Vorkochen genannt ist. Dann blieben die Füße aber zäh.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0167-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenfüße, mit zerschnittenem Knoblauch in Butter angeschwitzt, nur gesalzen und warm aufgetragen. Im Ergebnis erinnert das an gebratene Kalbs- oder Rinderfüße mit Knoblauch.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Ochsenfüße werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße deshalb vorher in Wasser weich sieden, das dauert mehrere Stunden.

Anschwitzen. Füße und Knoblauch zusammen in heißer Butter wenden, bis die Füße durch und durch heiß und von Butter überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht; bei mittlerer Hitze bleibt auch der Knoblauch hell und wird nicht bitter.

Praxis. Die weich gekochten Füße abtropfen lassen, ganz oder in Stücken mit dem zerschnittenen Knoblauch in Butter bei mittlerer Hitze anschwitzen, mit wenig Salz bestreuen und warm auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0167-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett: das Gargut in heißer Butter wenden, bis es durch und durch heiß ist. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, es passt zum alten Küchenverb „schweißen“. Eine Farbe verlangt es für sich nicht; braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0167-orig" n="Ochſenfuͤſſe (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Ochsenfüße sind vorgekocht, bevor sie in Butter angeschwitzt werden. Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden erst nach langem Sieden weich; durch bloßes Anschwitzen würden sie nicht gar. Der Text nennt das Sieden nicht, auch keines der übrigen Rezepte dieser Reihe, setzt es also offenbar voraus.<list type="alternatives"><item>Die Füße werden roh in der Butter gegart.<note type="rationale">Nach dem Wortlaut möglich, weil kein Vorkochen genannt ist. Dann blieben die Füße aber zäh, und für ein kurzes Anschwitzen wäre das Verfahren ungeeignet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0168-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, in Butter angeschwitzt und mit einer kurzen Sauce aus mit Wein verquirltem Eigelb, Senf, Ingwer und Muskatblüte gebunden; auf Wunsch süß mit Zucker. Heute kommt dem ein Spitzbein in Senfsauce am nächsten.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße werden erst nach langem Kochen weich; durch bloßes Anschwitzen blieben sie zäh. Zum Nachkochen die Füße vorher in Salzwasser weich sieden, Schweins- und Lammfüße etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger.

Anschwitzen. Die gekochten, abgetropften Füße in Butter wenden, bis sie durch und durch heiß und von Butter überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht.

Eigelb und Wein. Das mit Wein verquirlte Eigelb bindet die Butter zu einer kurzen Sauce, Senf, gestoßener Ingwer und Muskatblüte würzen sie. Wie heiß es danach noch werden soll, sagt der Text nicht. In der Praxis bei milder Hitze rühren, bis die Sauce eindickt, und nicht kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb.

Praxis. Für die süße Fassung Zucker in die Sauce geben und gleich auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0168-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">In Butter anschwitzen: die Füße in heißer Butter wenden, bis sie durch und durch heiß sind, ohne sie zu bräunen. Braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0168-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss, im Aroma feiner als die Nuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0168-orig" n="Eyerdottern mit Wein gebrochen Senff" resp="#fyndling" subtype="philological">„mit Wein gebrochen“ gehört zu den Eidottern: drei oder vier Eigelb, mit Wein verquirlt, dazu Senf. Die Wendung „drey oder vier Eyerdottern mit Wein gebrochen“ steht bei Rontzier rund zehnmal und meint immer Eigelb (ron-0002, ron-0381); Senf „mit Wein gebrochen“ kommt sonst nirgends vor. Der Trennstrich nach „gebrochen“ fehlt im Druck am Zeilenende.<list type="alternatives"><item>Senf, der mit Wein angerührt ist („mit Wein gebrochen Senff“ wie „geſtoſſen Ingber“)<note type="rationale">Grammatisch möglich, weil Rontzier Partizipien auch ungebeugt vor das Hauptwort stellt. Dann blieben die Eidotter ohne Flüssigkeit, und die buchweite Formel spräche dagegen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0169-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, zusammen mit Apfelwürfeln in Butter angeschwitzt und beim Auftragen mit Petersilie bestreut. Es ist eine knappe Spielart des ersten Rezepts dieser Reihe, das Äpfel und Zwiebeln in Würfeln zu den Füßen in brauner Butter gibt; hier fehlen die Zwiebeln, und eine Farbe verlangt der Text nicht.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße deshalb vorher in Salzwasser weich sieden; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger.

Anschwitzen mit Äpfeln. Füße und Apfelwürfel kommen zusammen in die Butter und werden darin gewendet, bis alles heiß und von Butter überzogen ist. Feste Äpfel behalten dabei ihre Würfelform.

Praxis. Die gekochten Füße abtropfen lassen, ganz oder in Stücken mit den Apfelwürfeln bei mittlerer Hitze in Butter anschwitzen, bis die Äpfel weich, aber nicht zerfallen sind. Geschnittene Petersilie darüberstreuen und auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0169-orig" n="ſchwetzet" resp="#fyndling">In Butter anschwitzen: das Gargut in heißer Butter wenden, bis es durch und durch heiß ist, ohne es zu bräunen. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, es passt zum alten Küchenverb „schweißen“; braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0169-orig" n="ſie in Butter (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind vorgekocht, bevor sie mit den Äpfeln in Butter angeschwitzt werden. Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden erst nach langem Sieden weich. Der Text nennt das Sieden nicht, auch keines der übrigen Rezepte dieser Reihe, setzt es also offenbar voraus.<list type="alternatives"><item>Die Füße werden roh in der Butter gegart.<note type="rationale">Nach dem Wortlaut möglich, weil kein Vorkochen genannt ist. Dann blieben die Füße aber zäh, und für ein kurzes Anschwitzen wäre das Verfahren ungeeignet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0170-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße vom Ochsen, Schwein oder Lamm, mit Speckwürfeln abgeschwitzt und in Weinessig mit geschnittenen Feigen, Nelken und Pfeffer durchgekocht; Pfeffer und Salz kommen erst beim Auftragen darüber. Heute kommen dem geschmorte Schweinsfüße in einer kurzen süßsauren Sauce am nächsten.

Vorgekocht. Der Text nennt kein Sieden, aber Füße werden erst nach langem Kochen weich. Zum Nachkochen die Füße deshalb vorher in Wasser weichkochen; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Lammfüße weniger, Ochsenfüße deutlich länger.

Abschwitzen im Speck. Der Speck ist das einzige Fett, das der Text nennt. Die Würfel auslassen und die Füße darin wenden, bis sie durch und durch heiß und vom Fett überzogen sind. Eine Farbe verlangt der Text nicht.

Essig und Feigen. Weinessig ist die einzige Flüssigkeit, eine Menge nennt der Text nicht. Ein Schuss genügt, damit eine kurze Sauce bleibt und die Füße nicht im Essig schwimmen. Beim Durchkochen werden die Feigenstücke weich und mildern die Säure.

Praxis. Die weichgekochten Füße abtropfen lassen, Speckwürfel in der Pfanne auslassen, die Füße darin abschwitzen, Weinessig, geschnittene getrocknete oder frische Feigen, einige Nelken und Pfeffer zugeben und einige Minuten durchkochen lassen, bis die Feigen weich sind. Beim Anrichten mit Pfeffer und Salz bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0170-orig" n="ſchwetzet … ab" resp="#fyndling">Abschwitzen: das Gargut in heißem Fett wenden, bis es durch und durch heiß ist, ohne es zu bräunen. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, es passt zum alten Küchenverb „schweißen“; braun wird es bei Rontzier nur, wo er es eigens dazuschreibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0170-orig" n="ſchwetzet ſie mit Speck ... ab (roh oder vorgekocht)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind vorgekocht, bevor sie im Speck abgeschwitzt werden. Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden erst nach langem Sieden weich; durch Abschwitzen und kurzes Durchkochen in Essig würden sie nicht gar. Der Text nennt das Sieden nicht, auch keines der übrigen Rezepte dieser Reihe, setzt es also offenbar voraus. Rumpolt beginnt ein verwandtes Rezept mit „Wañ ſie geſotten ſeyn“ (rum-0079).<list type="alternatives"><item>Die Füße werden roh im Speck und im Essig gegart.<note type="rationale">Nach dem Wortlaut möglich, weil kein Vorkochen genannt ist. Dann blieben die Füße aber zäh; für ein kurzes Durchkochen ist das Verfahren ungeeignet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0171-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Füße von Ochse, Schwein oder Lamm, halbiert oder ganz auf dem Rost gebraten, mit Butter beträufelt und zum Auftragen mit zerlassener Butter, Salz und Pfeffer fertiggemacht.

Weichkochen. Der Text nennt nur das Braten. Rohe Füße werden auf dem Rost nicht weich. In der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger. Rumpolt setzt dieses Sieden bei Ochsenfüßen auf dem Rost ausdrücklich voraus.

Beträufeln. Die Butter während des Bratens hält die Oberfläche feucht, hilft beim Bräunen und mindert das Anhängen am Rost. Halbierte Füße bräunen auf der Schnittfläche besser als ganze.

Praxis. Die weichgekochten, abgetropften Füße halbiert oder ganz auf den Rost über mäßiger Glut legen, wenden und immer wieder mit Butter beträufeln, bis sie rundum gebräunt sind. Auf eine Schüssel legen, zerlassene Butter darübergießen, mit Salz und Pfeffer bestreuen und warm auftragen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0171-orig" n="betroͤfft" resp="#fyndling">Von betropfen: beträufeln, tropfenweise benetzen. Die Butter kommt schon während des Bratens auf die Füße; beim Anrichten wird zerlassene Butter noch einmal darübergegossen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0171-orig" n="man bradet ſie … auff einer Roſt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße kommen bereits weichgekocht auf den Rost und werden dort gebräunt. Der Text nennt kein Vorkochen, doch rohe Füße werden auf dem Rost nicht weich. Rumpolt (1581) legt Ochsenfüße ausdrücklich erst gesotten auf den Rost: „Wañ sie gesotten seyn/ so leg sie auff ein Roßt/ vñ breun sie ab“ (rum-0079).<list type="alternatives"><item>Rohe Füße werden nur auf dem Rost gegart<note type="rationale">So liest sich der Wortlaut. Bei den sehnigen, knorpeligen Füßen bliebe das Ergebnis aber zäh; für die Praxis ist das Vorkochen der sichere Weg.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0172-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Auf dem Rost geröstete Füße von Ochse, Schwein oder Lamm, über die beim Auftragen eine heiße Butter mit gestoßenem Zimt, rotem Weinessig und wahlweise Zucker oder Ingwer gegossen wird.

Weichkochen. Der Text nennt nur das Rösten. Rohe Füße werden auf dem Rost nicht weich. In der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger. Rumpolt setzt dieses Sieden bei Ochsenfüßen auf dem Rost ausdrücklich voraus.

Würzbutter. Butter, Zimt, Zucker oder Ingwer und Essig kommen zusammen in einen Topf und werden nur bis kurz vor dem Sieden erhitzt, nicht gekocht. Dabei schmilzt die Butter, der Zucker löst sich im Essig, und die Mischung bleibt beisammen. Mengen nennt der Text nicht.

Praxis. Die weichgekochten, abgetropften Füße ganz oder halbiert auf dem Rost über mäßiger Glut rundum bräunen. Kurz vor dem Auftragen Butter, gestoßenen Zimt, Zucker oder Ingwer und roten Weinessig in einem kleinen Topf erhitzen, bis sie heiß, aber noch nicht am Sieden ist, und über die Füße gießen. Salz nennt der Text nicht; die Füße sind vom Weichkochen meist schon gesalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0172-orig" n="hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Gefäß, in dem die Würzbutter heiß gemacht wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0172-orig" n="man roͤſtet ſie auff einer Roſt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße kommen bereits weichgesotten auf den Rost. Der Text nennt nur das Rösten, aber Füße aus Haut, Sehnen und Knochen werden roh auf dem Rost nicht weich; Rumpolt (1581) legt Ochsenfüße ausdrücklich erst gesotten auf den Rost (rum-0079).<list type="alternatives"><item>rohe Füße direkt auf dem Rost rösten<note type="rationale">Wörtlich möglich, ergibt aber zähe, kaum essbare Füße; als Lesart der Reihe unwahrscheinlich.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0173-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Auf dem Rost geröstete Füße von Ochse, Schwein oder Lamm mit einer warmen Butter aus rotem Weinessig, Zucker und gestoßenem Ingwer, die hier mit zwei oder drei Eigelb angereichert wird. Das Verfahren steht im Rezept davor (ron-0172); dieses Rezept tauscht nur den Zimt gegen Ingwer und gibt Eigelb in die Brühe.

Weichkochen. Wie im Rezept davor nennt der Text nur das Rösten. Rohe Füße werden auf dem Rost nicht weich. In der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger.

Eigelb in der Brühe. Das Eigelb dickt die warme Butter-Essig-Mischung zu einer sämigen Sauce ein. Sprudelnd gekocht flockt es aus; deshalb passt die Vorgabe des Rezepts davor, die Brühe nur bis kurz vor dem Sieden kommen zu lassen. Wann das Eigelb dazukommt, sagt der Text nicht.

Praxis. Die weichgekochten, abgetropften Füße auf dem Rost über mäßiger Glut rundum bräunen. Kurz vor dem Auftragen Butter, Zucker, gestoßenen Ingwer und roten Weinessig in einem kleinen Topf erwärmen, zwei oder drei verquirlte Eigelb einrühren und unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Sauce eindickt, ohne zu sieden. Sofort über die Füße geben. Mengen nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0173-orig" n="auff vorige weiſe" resp="#fyndling">Gemeint ist das Rezept davor (ron-0172): Die Füße werden auf dem Rost geröstet; in einem Topf kommen gestoßener Zimt, ungeschmolzene Butter, Zucker oder Ingwer und roter Weinessig zusammen, werden bis kurz vor dem Sieden erhitzt und über die Füße gegeben. Hier ersetzt Ingwer den Zimt, und Eigelb kommt in diese Brühe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0173-orig" n="thut zwey oder drey Eyerdotter in die Bruͤh" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das Eigelb kommt mit den übrigen Zutaten in den Topf, und alles zusammen wird nur bis kurz vor dem Sieden erhitzt, wie das Rezept davor es für die Brühe sagt. So kocht das Eigelb nicht durch.<list type="alternatives"><item>Das Eigelb erst zum Schluss in die heiße Brühe rühren<note type="rationale">Der Text nennt keinen Zeitpunkt. Heute würde man das Eigelb verquirlen und in die warme Butter-Essig-Mischung einrühren; das ist die sicherere Praxis, steht aber nicht da.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0174-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geröstete Füße von Ochse, Schwein oder Lamm, über die eine Sauce aus brauner Butter, Zwiebelscheiben, Pfeffer und gestoßenem Anis gegeben wird. Der Text beschreibt nur diese Sauce; die Füße setzt er als schon geröstet voraus.

Die Füße. Wie sie geröstet werden, sagt das Rezept nicht. In der Reihe davor werden Füße in Butter abgeröstet (ron-0160, ron-0162) oder auf dem Rost geröstet (ron-0172). Rohe Füße werden durch Rösten allein nicht weich; in der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schwein und Lamm etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger.

Die Sauce. Die Butter ist schon nussbraun, wenn die Zwiebelscheiben hineinkommen. „Durchkochen“ heißt hier: Zwiebeln, Pfeffer und Anis kurz in der Butter aufkochen lassen, bis die Zwiebeln weich sind. Gesalzen wird erst beim Auftragen, und zwar die Füße selbst.

Praxis. Die weichgekochten, abgetropften Füße in Butter oder auf dem Rost rundum bräunen und warm halten. In einer Pfanne Butter nussbraun werden lassen, die Zwiebelscheiben mit Pfeffer und gestoßenem Anis hineingeben und durchkochen, bis die Zwiebeln weich sind. Über die Füße geben, salzen und auftragen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0174-orig" n="braun Butter" resp="#fyndling">Butter, die so lange erhitzt wird, bis sie nussbraun ist. Darin kochen hier die Zwiebelscheiben mit den Gewürzen durch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0174-orig" n="geroͤſteten Fuͤſſe" resp="#fyndling" subtype="contextual">Füße, die vorher gargekocht und dann geröstet wurden. Der Text setzt das Rösten voraus und nennt kein Verfahren; in der Reihe davor werden Füße in Butter abgeröstet (ron-0160, ron-0162) oder auf dem Rost geröstet (ron-0172). Rumpolt röstet Ochsenfüße erst, „wann sie geſotten ſeyn“ (rum-0079).<list type="alternatives"><item>Rohe Füße, nur geröstet<note type="rationale">Wörtlich möglich, aber rohe Füße werden durch Rösten allein nicht weich und essbar.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0191-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kleingeschnittene Ochsenfüße, in einer mit Eigelb gebundenen, mit Essig gesäuerten Brühe gekocht und mit Ingwer und Muskatblüte gewürzt. Rontzier nennt die Brühe Zitronenbrühe, im Rezept säuert aber nur der Essig.

Die Füße. Der Text sagt nur, dass die Füße kleingeschnitten sind, und nennt keinen eigenen Garschritt für sie. Rohe Ochsenfüße lassen sich weder in Stücke schneiden noch in der Brühe in kurzer Zeit weich kochen. In der Praxis die Füße vorher mehrere Stunden in Salzwasser weichkochen und dann in Stücke schneiden.

Eigelb und Essig. Das Eigelb wird mit dem Essig verrührt und erhitzt, bis es bindet. Beim Aufkochen gerinnt Eigelb leicht; das anschließende Durchstreichen durch das Haartuch macht die Brühe wieder glatt. Wer weniger Klümpchen will, erhitzt unter ständigem Rühren nur bis knapp unter das Sieden.

Praxis. Die weichgekochten Füße in Stücke schneiden und in einen Topf geben. Eigelb mit Essig verrühren, unter Rühren erhitzen, durch ein feines Tuch oder Sieb streichen und über die Füße geben. Mit Ingwer und Muskatblüte würzen, kurz miteinander durchkochen und gleich auftragen. Mengen nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0191-orig" n="Lemonienbruͤh" resp="#fyndling" subtype="contextual">Zitronenbrühe als Name der Brühe; Lemonie ist die Zitrone (Mittelniederdeutsches Wörterbuch: limonie, lemonie = Limone, kleinere Zitronenart; FWB alemonie = Zitrone). Im Rezept säuert nur der Essig, eine Zitrone wird nicht als Zutat genannt und deshalb nicht ergänzt. Rontzier gibt denselben Namen auch einer Reihe von Hechtrezepten, deren erstes ebenfalls nur Eigelb und Wein durch das Haartuch streicht; der Name bezeichnet dort wie hier die Art der Brühe.<list type="alternatives"><item>Zitronensaft oder Zitronenstücke zusätzlich zum Essig<note type="rationale">Der Name verweist auf die Frucht, und in den folgenden Hechtrezepten kommen Zitronen ausdrücklich dazu. Im Wortlaut dieses Rezepts steht sie nicht; wer die Zitrone schmecken will, kann sie dazugeben.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0191-orig" n="kleingeſchnitten Fuͤſſe" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind bereits weichgekocht, wenn sie kleingeschnitten in den Kessel kommen; Rontzier setzt das stillschweigend voraus, wie bei den gerösteten Füßen davor.<list type="alternatives"><item>Die rohen Füße garen in der Brühe<note type="rationale">Der Text nennt nur das gemeinsame Kochen im Kessel. Rohe Ochsenfüße lassen sich aber kaum kleinschneiden und brauchen Stunden, bis sie weich sind; das passt nicht zu einer Eigelbbrühe.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0192-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein kurzes Folgerezept: Die Eigelb-Essig-Brühe aus dem Rezept davor kommt über fertige Ochsenfüße, das Gericht wird süß oder gelb abgemacht und beim Auftragen mit rotem Streuzucker bestreut. Dass die Füße schon gegart sind, sagt der Text nicht ausdrücklich; es folgt daraus, dass er keinen Garschritt nennt und nur noch übergießt und bestreut.

Die Brühe. Sie ist im Rezept davor beschrieben: Eigelb mit Essig in einer Pfanne verrührt, aufgekocht und durch ein Haartuch gestrichen, mit Ingwer und Muskatblüte abgemacht. Das Eigelb bindet, der Essig säuert. Ob Füße und Brühe nach dem Übergießen noch einmal zusammen erhitzt werden, wie im Rezept davor („leſts durch einander kochen“), sagt der Text hier nicht.

Süß oder gelb. Rontzier lässt die Wahl offen und nennt keine Zutat dafür. Bei „gelb abmachen“ nennt er an anderen Stellen Safran.

Roter Streuzucker. Gestoßener, rot gefärbter Zucker, der erst beim Auftragen obenauf kommt. Womit er gefärbt ist, bleibt offen.

Praxis. Die Füße weich garen und heiß halten, die Brühe warm darübergeben und nicht mehr kochen lassen, weil das Eigelb sonst gerinnt. Dann mit Zucker süß oder, als Ergänzung zum Text, mit Safran gelb abschmecken und kurz vor dem Servieren mit dem gefärbten Zucker bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie umfasst das Weichgaren der Füße.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0192-orig" n="genanten Bruͤh" resp="#fyndling">Gemeint ist die Brühe aus dem Rezept davor, das „Ochſenfuͤſſe mit Lemonienbruͤh“ überschrieben ist: Eigelb mit Essig verrührt, aufgekocht, durch ein Haartuch gestrichen und mit Ingwer und Muskatblüte abgemacht (ron-0191). Ihre Zutaten stehen dort, nicht hier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0192-orig" n="Rotenſtrewzucker" resp="#fyndling" subtype="lexical">Roter Streuzucker: gestoßener Zucker zum Bestreuen von Speisen (Grimm, DWB: „gestoszener oder gepülverter zucker, auf speisen zu streuen“; Stieler 1691 „strauzucker“), rot gefärbt. Womit er rot wird, sagt der Text nicht. Rontzier gibt auch an anderer Stelle „roten Zucker“ über Füße (ron-0202).<list type="alternatives"><item>Mit Gewürzen versetzter roter Streuzucker<note type="rationale">Das Mittelniederdeutsche Handwörterbuch (Lasch-Borchling) erklärt „ströuwekrût“ unter anderem als „mit Gewürzen versetzter roter Streuzucker“ (Gothaer Arzneibuch). Danach wäre die Farbe eine Folge der Würzung, etwa mit Zimt. Für diese Stelle ist das möglich, aber nicht belegt.</note></item><item>Brauner, wenig gereinigter Zucker<note type="rationale">Ein rötlich-brauner Zucker käme ohne Färben aus. Dagegen spricht, dass Rontzier an anderen Stellen ausdrücklich „bunten Zucker“ streut (ron-0232, ron-0926, ron-1264), also mit gefärbtem Zucker arbeitet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0193-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße, mit großen Rosinen, Mandeln, Ingwer, Zimt, Zucker und Wein süß und gelb angemacht. Der Text nennt nur die Beigaben; dass die Füße schon weich gesotten sind, setzt er voraus, denn Füße aus Haut, Sehnen und Knochen werden erst nach langem Sieden weich.

Gelb. Ein Färbemittel nennt der Text nicht. Der Ingwer gibt allenfalls einen schwachen Ton; ein deutliches Gelb gäbe Safran, der hier nicht steht.

Erhitzen. Ob Wein und Beigaben mit den Füßen gekocht werden, sagt der Text nicht. Am Anfang der Reihe lässt Rontzier Füße und Brühe „durch einander kochen“ (ron-0191); naheliegend ist deshalb, Wein, Rosinen, Mandeln, Gewürze und Zucker kurz mit den Füßen durchzukochen, bis die Rosinen quellen. Das ist eine Ergänzung.

Mandeln. Ob ganz, geschnitten oder gestoßen, sagt der Text nicht. Geschnittene Mandeln bleiben als Einlage erkennbar, gestoßene machen die Sauce etwas sämiger.

Praxis. Die Füße in Wasser schwach sieden, bis sie weich sind; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger. In Stücke teilen, mit Wein, großen Rosinen, Mandeln, Ingwer, Zimt und Zucker in einen Topf geben und kurz durchkochen. Wer ein deutliches Gelb will, nimmt etwas Safran wie Rumpolt (rum-0079); das steht hier nicht im Text. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0193-orig" n="groſſen Roſin" resp="#fyndling">Große Rosinen. Rontzier unterscheidet sie durchgehend von den kleinen Rosinen, die heute als Korinthen im Handel sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0193-orig" n="gelb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sollen gelb angemacht werden, ein Färbemittel nennt der Text nicht. Von den genannten Zutaten ist der Ingwer die einzige, mit der Rontzier ausdrücklich gelb macht („Mit Ingber machet man ſie gelb“, ron-0110). Die Zutatenliste bleibt deshalb ohne Safran, wie bei den gelben Ochsenzungen mit Rosinen und Mandeln (ron-0109).<list type="alternatives"><item>Safran als stillschweigend vorausgesetztes Färbemittel<note type="rationale">Im übernächsten Rezept der Reihe nennt Rontzier Safran ausdrücklich (ron-0195), und Rumpolt (1581) gibt gesottenen Ochsenfüßen mit Zibeben, Wein und Zucker Safran bei (rum-0079). Hier steht er nicht im Text; wer ein kräftiges Gelb will, gibt etwas Safran dazu.</note></item><item>Die Eigelb-Brühe vom Anfang der Reihe<note type="rationale">Die Reihe beginnt mit einer Brühe aus Eidottern und Essig über den Füßen (ron-0191), und das folgende Rezept gibt „die genanten Bruͤh“ darüber und macht die Füße „ſuͤſſe oder gelb“ ab (ron-0192). Ob „Item“ hier diese Brühe mitmeint, sagt der Text nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0194-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße von Ochse, Schwein, Schaf oder Lamm, gelb fertiggemacht mit Wein oder Weinessig, Apfelvierteln, Ingwer und Butter: ein säuerliches Gericht von Füßen mit Apfelstücken. Rumpolt hat ein verwandtes Gericht, Ochsenfüße in einer Sauce aus gehackten Äpfeln und Zwiebeln mit Ingwer, Safran und Essig (rum-0074).

Die Füße. Der Text nennt für die Füße keinen Garschritt. Roh werden sie in Wein mit Äpfeln und Butter nicht weich; in derselben Reihe setzt Rontzier „gargemachte“ Ochsenfüße ausdrücklich voraus (ron-0200). In der Praxis die Füße vorher in Salzwasser weichkochen, Schweine- und Lammfüße etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger.

Gelb. Ein Färbemittel nennt der Text nicht. Wo Rontzier es nennt, färbt er mit Safran, auch bei den gelben Ochsenzungen mit Äpfeln und Ingwer (ron-0112). Eine Prise Safran ist deshalb die naheliegende Ergänzung; Ingwer allein gibt nur einen schwachen Ton.

Wein oder Weinessig. Der Text lässt die Wahl: Wein gibt eine milde, Weinessig eine deutlich saure Fassung. Weinessig pur ist sehr scharf; ihn mit etwas Kochbrühe der Füße zu strecken, ist eine Ergänzung.

Durchkochen. Einen Garschritt nennt dieses Rezept nicht. Die Nachbarrezepte lassen die Füße mit ihren Zutaten durchkochen („leſſet ſie durchkochen“, ron-0203); die Apfelviertel brauchen das ohnehin, um weich zu werden.

Praxis. Die weichgekochten Füße mit Wein oder gestrecktem Weinessig in einen Topf geben, die Apfelviertel, Ingwer, Butter und nach Wunsch eine Prise Safran zufügen und kurz durchkochen, bis die Äpfel weich sind, aber ihre Form behalten. Eine Zubereitungszeit nennt der Text nicht; sie hängt vor allem vom Weichkochen der Füße und damit vom Tier ab.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0194-orig" n="man machet ſie gelb" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße werden gelb fertiggemacht; ein Färbemittel nennt der Text nicht. Wo Rontzier es nennt, ist es Safran („auch Saffran wenn man ſie wil gelb haben“, ron-1302), und die gelben Ochsenzungen mit Äpfeln und Ingwer färbt er ausdrücklich mit Safran (ron-0112). Safran steht deshalb als optionale Zutat in der Liste; der Lesetext setzt ihn nicht ein.<list type="alternatives"><item>Das Gelb kommt vom Ingwer.<note type="rationale">Bei den Ochsenzungen heißt es „Mit Ingber machet man ſie gelb“ (ron-0110), und Ingwer steht auch hier. Er gibt aber nur einen schwachen, gelblichen Ton.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0195-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Variante aus Rontziers Reihe der eingemachten Füße von Ochse, Schwein, Schaf und Lamm: weichgekochte Füße werden mit Speck, Zwiebeln, kleinen Rosinen, Muskatblüte, Ingwer und Safran fertiggemacht. Der Safran färbt das Gericht gelb.

Abmachen. Rontzier nennt nur die Zutaten, mit denen die Füße „abgemacht“, also fertig gewürzt werden. Garverfahren und Flüssigkeit stehen nicht im Text. Das erste Rezept der Reihe (ron-0191) gart die kleingeschnittenen Füße mit ihrer Brühe in einem Kessel durcheinander, ein späteres (ron-0200) spricht von „gargemachten“ Füßen. Vorgegarte Füße in etwas Brühe sind deshalb die naheliegende Grundlage; der Safran braucht Flüssigkeit, um zu färben.

Speck und Zwiebeln. Wie sie hineinkommen, sagt der Text nicht. Rontzier schwitzt in derselben Reihe Speck und Zwiebeln sonst vorher ab (ron-0198). In der Praxis den Speck würfeln und auslassen, die Zwiebeln darin anschwitzen und dann zu den Füßen geben.

Praxis. Die Füße in Salzwasser weichkochen, Schweine- und Lammfüße etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße deutlich länger. Abgetropft und kleingeschnitten mit etwas Garbrühe in einen Topf geben, Speck und Zwiebeln, die Korinthen, Muskatblüte, Ingwer und in wenig Brühe eingeweichten Safran dazu und alles zusammen kurz durchkochen. Mengen nennt der Text nicht; nach Geschmack würzen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung für Schweine- oder Lammfüße, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0195-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatenblume ist die alte Bezeichnung für Macis, die getrocknete, rote Samenhülle der Muskatnuss. Mit einer Blüte hat sie nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0195-orig" n="kleinen Roſin" resp="#fyndling">Kleine getrocknete Weinbeeren, heute als Korinthen im Handel. Rontzier unterscheidet sie von den großen Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0195-orig" n="Speck / Zwybeln" resp="#fyndling" subtype="contextual">Speck und Zwiebeln werden vorher abgeschwitzt und dann zu den Füßen gegeben. Der Text sagt es nicht, aber Rontzier schwitzt in derselben Reihe Speck und Zwiebeln sonst ab (ron-0198, und in der vorigen Reihe die Füße mit Speckwürfeln).<list type="alternatives"><item>Speck und Zwiebeln roh mit den Füßen in der Brühe mitkochen<note type="rationale">Ebenso mit dem Text vereinbar, der nur die Zutaten aufzählt; ergibt ein milderes, weniger röstiges Gericht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0196-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Ochsenfüße werden mit Speck, Nelken, Zimt und Zwetschgen fertig gemacht und nach Wahl süß oder säuerlich abgeschmeckt. Heute erinnert das an Fleischragouts mit Backpflaumen.

Vorgaren. Der Eintrag setzt gegarte Füße voraus und sagt nicht, wie lange sie sieden. Ochsenfüße brauchen mehrere Stunden, bis sie weich sind.

Zwetschgen. Das Auswaschen passt zu getrockneten Früchten, an denen Staub und Zuckerkruste haften; ausdrücklich steht "getrocknet" nicht da. In der Saison gehen auch frische Zwetschgen.

Süß oder säuerlich. Womit, sagt der Eintrag nicht. In den Nachbarrezepten süßt Rontzier mit Zucker und säuert mit Wein oder Weinessig; das ist der naheliegende Weg.

Braun. Nelken, Zimt und Zwetschgen geben eine dunkle Sauce. Eine ausführliche braune Sauce mit Weißbrot und Wein steht im nächsten Eintrag (ron-0197).

Praxis. Mengen nennt der Text nicht. Die weich gesottenen Füße mit etwas Brühe, Speck, Nelken, Zimt und den gewaschenen Zwetschgen schwach sieden lassen, bis die Zwetschgen weich sind, dann mit Zucker oder Weinessig abschmecken. Die Zubereitungszeit von etwa 4 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Weichsieden der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0196-orig" n="Schwetzken" resp="#fyndling">Zwetschgen, die kleineren länglichen Pflaumen (Adelung: "Zwetschke ... eine im gemeinen Leben übliche Benennung der kleinern länglichen Pflaumen"). Rontzier schreibt das Wort durchgehend so. Ob frisch oder getrocknet, sagt der Eintrag nicht; das Auswaschen spricht für getrocknete Früchte, wie Rontzier auch Rosinen vor dem Gebrauch auswäscht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0196-orig" n="Ochſenfuͤſſe braun abgemacht" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Schlusszeile gehört zu diesem Eintrag und benennt das Ergebnis: Ochsenfüße, braun abgemacht, also in dunkler Sauce. Sie steht im Druck vor dem "etc.", das den Eintrag schließt, und Nelken, Zimt und Zwetschgen färben die Sauce dunkel.<list type="alternatives"><item>Zwischenzeile, die die folgenden braunen Zubereitungen einleitet<note type="rationale">Der nächste Eintrag (ron-0197) beginnt "man ſeud es durch einander braun" mit einem "es" ohne Bezugswort, der übernächste (ron-0198) verweist "auff jetzgenante weiſe braun". Die Zeile könnte also als Kopf dieser braunen Fassungen gemeint sein und beim Diktat oder Satz ans Ende von Nr. 22 gerutscht sein.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0197-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenfüße in einer braunen, mit Weißbrot gebundenen Weinsauce, gewürzt mit Zimt, Pfeffer, Nelken und Ingwer und mit Zucker gesüßt. Rumpolt (1581) kennt ein ähnliches Verfahren: Ochsenfüße, die in einem süßen oder sauren „Pfeffer“ sieden.

Was wird braun gesotten? Der Text sagt nur „es“. Die Füße sind es nicht, denn die Sauce kommt erst am Ende über sie. Wahrscheinlich ist eine Brühe oder Saucengrundlage gemeint, die durch langes Sieden dunkel wird; offen bleibt, welche.

Bindung. Weißbrot und Wein werden mitgesotten und durch ein Haartuch gestrichen. Beim anschließenden Durchkochen mit den Füßen verkleistert die Brotstärke und bindet die Sauce.

Praxis. Ochsenfüße in Wasser etwa drei bis vier Stunden weich sieden, die Brühe aufheben. Einen Teil davon mit Weißbrot und Wein durchkochen, bis es dunkel ist, durch ein feines Sieb streichen, mit den Gewürzen und Zucker abschmecken. Die Füße in der Sauce bei kleiner Hitze durchkochen und dabei rühren, weil Brotsaucen leicht ansetzen. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0197-orig" n="man ſeud es durch einander braun" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt nicht, was braun gesotten wird. Die Füße sind es nicht: sie heißen im ganzen Abschnitt „ſie“ und bekommen die fertige Sauce erst am Ende. Gemeint ist also die Grundlage der Sauce, zu der danach Weißbrot und Wein kommen; welche, bleibt offen.<list type="alternatives"><item>Die Brühe, in der die Füße gesotten wurden<note type="rationale">Nr. 18 der Reihe arbeitet mit „die genanten Bruͤh“; eine eingekochte Fußbrühe würde beim langen Sieden dunkel. Belegt ist das für dieses Rezept nicht.</note></item><item>Die Zutaten des vorhergehenden Eintrags (Nelken, Zimt, Speck, ausgewaschene Schwetzken)<note type="rationale">Dieser endet mit „Ochſenfuͤſſe braun abgemacht“, was sich als Überleitung zu diesem Rezept lesen lässt. Dann wäre „es“ diese Mischung; der Satzbau trennt die beiden Einträge aber durch „etc.“ und die neue Nummer.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0197-orig" n="leſts darmit durchkochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße kochen in der Sauce durch. Ob sie dafür schon gar sind, sagt der Text nicht; in der Reihe ist das oft vorausgesetzt (Nr. 26: „gargemachte … Ochſenfuͤſſe“).<list type="alternatives"><item>Rohe Füße werden in der Sauce gar<note type="rationale">Möglich, aber Ochsenfüße brauchen mehrere Stunden; eine mit Brot gebundene Sauce setzt in dieser Zeit leicht an. Für die Praxis daher Vorgaren in Wasser.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0198-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße in der braunen Sauce des Rezepts davor (ron-0197), obenauf abgeschwitzte Äpfel und Zwiebeln und zum Auftragen Zucker. In ron-0197 wird die Sauce braun gesotten, mit Weißbrot und Wein durch ein Haartuch gestrichen, mit Zimt, Pfeffer, Nelken, Ingwer und Zucker abgemacht, über die Ochsenfüße gegeben und mit ihnen durchgekocht; beim Durchkochen bindet das Weißbrot.

Die Füße. Dass die Füße schon weich gesotten sind, setzt der Text voraus. Füße aus Haut, Sehnen und Knochen werden erst nach langem Sieden weich.

Äpfel und Zwiebeln. „Abgeschwetzt“ heißt in heißem Fett angeschwitzt, bis sie weich sind. Das Fett nennt der Text hier nicht; Rontzier schwitzt sonst meist in Butter. Ob die Äpfel und Zwiebeln in Scheiben, Spalten oder gehackt kommen, sagt er nicht; Rumpolt hackt sie für seine Ochsenfüße durcheinander (rum-0074). Eine Farbe verlangt das Abschwitzen nicht, „braun“ gilt den Füßen.

Praxis. Die Füße in Wasser schwach sieden, bis sie weich sind; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger. Dann wie in ron-0197 in der braunen Brot-Wein-Sauce durchkochen. Äpfel und Zwiebeln schneiden, in Butter abschwitzen, ohne sie zu bräunen, auf die Füße geben und beim Auftragen mit Zucker bestreuen. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0198-orig" n="abgeſchwetzt" resp="#fyndling">Rontziers Küchenwort für das Anschwitzen in heißem Fett. Als Kochwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch, dort nur im Sinn von „schwatzen“; es passt zum alten Küchenverb „schweißen“, und Rumpolt schreibt für Äpfel und Zwiebeln „schweiß in Butter“ (rum-0074). Eine Farbe verlangt das Wort für sich nicht; „braun“ bezieht sich hier auf die Füße.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0199-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße, mit ganzer Muskatblüte, Butter, Rosmarin und etwas geriebenem Brot angemacht. Der Text nennt nur die Beigaben; dass die Füße schon weich gesotten sind, setzt er voraus, wie die ganze Reihe.

Flüssigkeit. Eine Brühe nennt der Text nicht. Naheliegend ist die Brühe, in der die Füße gesotten wurden; das ist eine Ergänzung.

Brot. Ein wenig geriebenes Brot bindet die Butterbrühe. Rontzier gibt an anderer Stelle geriebenes Brot zu Füßen, „da es dann dick von wird“ (ron-0164). Damit es bindet, muss es kurz aufkochen.

Kalt oder warm. Warm gegessen sind die Füße in ihrer gebundenen Butterbrühe. Kalt stockt die Brühe, weil sie aus Füßen gezogen ist; Rontzier sagt das im folgenden Rezept selbst: „wenn ſie kalt werden / beſtehen ſie wie ein Gallert“ (ron-0200).

Praxis. Die Füße in Wasser schwach sieden, bis sie weich sind; Schweinsfüße brauchen etwa zwei bis drei Stunden, Ochsenfüße länger. In Stücke teilen, mit etwas von der Brühe, Butter, ganzer Muskatblüte und einem Zweig Rosmarin in einen Topf geben, eine Handvoll geriebenes Brot einrühren und kurz aufkochen, bis die Brühe bindet. Warm auftragen oder in einer Schüssel erkalten lassen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0199-orig" n="ein wenig zerrieben Brot" resp="#fyndling" subtype="contextual">Das geriebene Brot bindet die Butterbrühe über den Füßen, wie in ron-0164, wo Rontzier geriebenes Brot zu Füßen gibt, „da es dann dick von wird“.<list type="alternatives"><item>Brösel erst in der Butter anrösten und mit ihr über die Füße geben<note type="rationale">So verfährt Rontzier bei der Senfbrühe zur Hirschleber: Butter zerlassen, „thut man ein wenig zerrieben Brot ein / wenn das Brot hart iſt“, dann weiter (ron-0158). Hier steht kein solcher Schritt; möglich bleibt es.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0200-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weich gegarte Ochsenfüße, mit ganzen Nelken gespickt und in Wein mit ganzem Ingwer, Zimt und Zucker durchgekocht. Rontzier gibt sie warm oder kalt; kalt stockt die Brühe zu einem Gallert. Als Variante kommen aufgeschnittene Mandeln und kleine Rosinen dazu, und das Gericht wird mit Safran gelb.

Gargekocht. „gargemachte“ heißt: Die Füße sind schon weich, wenn sie gespickt und mit Wein angesetzt werden. So gebraucht Rontzier das Wort auch sonst, etwa bei Birnen, die „in Wein gahr gemacht“ sind (ron-0232). Wie die Füße gegart werden, sagt der Text nicht. Füße aus Haut, Sehnen und Knochen werden erst nach mehreren Stunden schwachem Sieden weich.

Spicken. Die ganzen Nelken werden in die Haut der Füße gesteckt und würzen beim Durchkochen mit.

Gallert. Aus Haut und Sehnen geht beim langen Kochen Gelatine in die Brühe über. Kalt stockt die Weinbrühe deshalb ohne zugesetztes Geliermittel; im nächsten Rezept sagt Rontzier selbst, die Brühe „beſtehet an ſich ſelbſt“ (ron-0201).

Mandeln und Rosinen. „auffſchneiden“ heißt in Stücke schneiden. Mandeln lassen sich in Stifte oder Blättchen schneiden, kleine Rosinen halbieren. Der Safran färbt gelb.

Praxis. Die Füße gesäubert und gespalten beim Metzger bestellen und in Wasser schwach sieden, bis sie weich sind. Herausnehmen, ganze Nelken in die Haut stecken, mit Wein, ganzem Ingwer, Zimt und Zucker in einen Topf geben und miteinander durchkochen. Warm auftragen oder in einer Schüssel kalt werden lassen, bis die Brühe stockt. Für die Variante Mandeln und kleine Rosinen mitkochen und mit etwas Safran gelb färben. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie umfasst das Weichkochen der Füße.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0200-orig" n="beſtochen" resp="#fyndling">Gespickt: Die ganzen Nelken werden in die Füße gesteckt, nicht gestoßen untergerührt. So auch bei Rontziers mit Nelken gespickten Quitten (ron-0959).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0200-orig" n="auffſchneiden / vnd ſie mit Saffran gelb anmacht" resp="#fyndling" subtype="contextual">„ſie“ meint die Füße: Mandeln und kleine Rosinen kommen geschnitten dazu, und das ganze Gericht wird mit Safran gelb gemacht. Dafür spricht, dass „ſie“ im selben Rezept und in der ganzen Reihe die Füße bezeichnet („gibt ſie kalt oder warm“, „man machet ſie gelb ab“ in ron-0193).<list type="alternatives"><item>Nur Mandeln und Rosinen werden mit Safran gelb gefärbt und als gelbe Einlage zugegeben.<note type="rationale">Grammatisch kann „ſie“ auch auf Mandeln und Rosinen zurückgehen. Im Ergebnis unterscheidet sich vor allem, ob die Brühe gelb wird oder nur die Einlage.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0201-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße in einer braunen, mit Weißbrot gebundenen Wein-Gewürzsauce, die man erkalten lässt, bis alles wie ein Gallert steht. Heute käme das einer Fußsülze nahe, allerdings süß-würzig mit Zimt und Zucker statt sauer.

Die braune Sauce. Der Text verweist nur auf die zuvor genannte braune Weise. Ausgeführt ist sie in ron-0197: braun sieden, Weißbrot und Wein dazugeben, durch ein Haartuch streichen, mit Zimt, Pfeffer, Nelken, Ingwer und Zucker abmachen und die Füße darin durchkochen. Die Brotbindung braucht dieses Durchkochen, erst dabei dickt die Sauce an.

Hausenblase. Die Füße geben beim Garen so viel Gelatine ab, dass die Brühe von selbst fest wird. Hausenblase kommt deshalb nur in kleiner Menge dazu, als Sicherheit. Praktisch weicht man sie in kaltem Wasser ein und löst sie in der heißen, nicht mehr kochenden Brühe; wer eine Probe auf einem kalten Teller fest werden sieht, kann sie auch weglassen.

Praxis. Die Füße vorher weich garen, Ochsenfüße brauchen dafür mehrere Stunden. Anschließend in Schüsseln kühl stellen, bis alles steht. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 4 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Erkalten ist nicht mitgerechnet.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0201-orig" n="gemelten weiſe braun" resp="#fyndling">Verweis auf die braune Sauce kurz davor: braun sieden, Weißbrot und Wein dazu, durch ein Haartuch streichen, mit Zimt, Pfeffer, Nelken, Ingwer und Zucker abmachen und die Füße darin durchkochen (ron-0197).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0201-orig" n="beſtand" resp="#fyndling" subtype="lexical">Hausenblase als Geliermittel. Rontzier erklärt das Wort im Gallertkapitel selbst: "Beſtand / welches haußbletter genand wird" (ron-1254); Hausenblatter ist ein alter Name der Hausenblase (Lexer hûsenblâter, Schmeller). Dort wird Bestand auch geschmolzen und gegen Kalbsfüße ausgetauscht. Nur so ergibt der Satz Sinn: wenig davon, weil die Fußbrühe von selbst stockt.<list type="alternatives"><item>Allgemein ein Steif- oder Geliermittel, nicht unbedingt Hausenblase<note type="rationale">Möglich, weil Rontzier die Gleichsetzung nur an einer Stelle ausspricht; die Funktion bleibt dieselbe.</note></item><item>Einlagen, die im Gallert sichtbar eingebettet sind<note type="rationale">Frühere Lesart dieser Übersetzung. Sie erklärt nicht, warum wenig davon genügt, "weil die Brühe von selbst fest wird", und passt nicht zu "ſchmeltzet beſtand" im Gallertkapitel.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#be-tand"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0202-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße in einer mit Johannisbeeren rot gefärbten Sauce, mit rotem Zucker bestreut. Warm sind es Füße in Sauce, kalt stehen sie als Gallert, ähnlich einer süß-säuerlichen Fußsülze.

Die vorige Weise. Der Text nennt nur, was hier anders ist: rot statt braun. Die Zubereitung steht in den Rezepten davor. In ron-0201 werden die Füße braun abgemacht und erkalten zum Gallert, die braune Sauce aus Weißbrot, Wein und Gewürzen ist in ron-0197 ausgeführt; ron-0200 kocht gegarte, mit Nelken gespickte Ochsenfüße mit Wein, ganzem Ingwer, Zimt und Zucker durch. Welche Würzung Rontzier für die rote Fassung übernimmt, sagt er nicht. Die Johannisbeeren bringen Farbe und Säure.

Die Johannisbeeren. Wie sie in die Sauce kommen, steht nicht da. In ron-0059 werden sie mit Wein durch ein Haartuch gestrichen; so verteilt sich die Farbe gleichmäßig. Ganze Beeren in der Sauce sind ebenso denkbar.

Praxis. Die Füße vorher weich garen, Ochsenfüße brauchen dafür mehrere Stunden, dann in der roten Sauce durchkochen und den roten Zucker erst beim Anrichten darübergeben. Für die kalte Fassung in Schüsseln kühl stellen, bis alles steht. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 4 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Erkalten ist nicht mitgerechnet.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0202-orig" n="Auff vorige weiſe" resp="#fyndling">Verweis auf das Rezept davor (ron-0201): Dort werden die Füße braun abgemacht und stehen kalt wie ein Gallert; die braune Sauce ist in ron-0197 ausgeführt. Statt braun werden sie hier mit Johannisbeeren rot abgemacht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0202-orig" n="rotenZucker" resp="#fyndling">Rot gefärbter Zucker zum Bestreuen. In derselben Reihe streut Rontzier „Rotenſtrewzucker“ über Ochsenfüße (ron-0192). Womit der Zucker gefärbt ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0202-orig" n="Sanc Johansbirn" resp="#fyndling" subtype="lexical">Rote Johannisbeeren; „Sanc“ steht für Sankt, wie „S. Johansbiern“ in ron-0059. Rontzier schreibt „-birn“ regelmäßig für Beeren: Wacholderbirn (Wacholderbeeren), Maulbirn (Maulbeeren), Erdtbirn (Erdbeeren), Heydelbirn (Heidelbeeren). Mit „S. Johansbirn“ macht er auch eine Brühe „roth“ (ron-1625), nennt „Johansbirnſafft“ und „rote S. Johansbirnbletter“ und überschreibt die Suppen damit „Johansbern⸗Suppen“. Hier färben sie die Füße „roht“ - das passt zu roten Johannisbeeren und nicht zu Birnen.<list type="alternatives"><item>Johannisbirnen, eine um den Johannistag reifende Frühbirne<note type="rationale">Die Frühbirne ist in den Wörterbüchern nur aus dem Südwesten belegt (Pfälzisches Wörterbuch, Schweizerisches Idiotikon), ein norddeutscher Beleg fehlt. Gegen sie sprechen Rontziers Gebrauch von „-birn“ für Beeren und die Rotfärbung. Die Johannisbeere ist seit dem 16. Jahrhundert belegt (Etymologisches Wörterbuch; Schottelius: „ribesum. johansbeer.“).</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#johansbirn"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0203-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Füße, mit Rinderbrühe, Butter und Muskatblüte angemacht; dazu kommen hartgekochte Eier, die mit Petersilie zusammen gehackt sind. Alles kocht einmal durch und wird kalt oder warm gegessen.

Vorgaren. Dass die Füße schon weich gesotten sind, setzt der Text voraus, wie die ganze Reihe. „Durchkochen“ heißt hier: Füße, Brühe und Einlage zusammen heiß werden und kurz kochen lassen, damit sich alles verbindet.

Ei und Petersilie. Die Eier werden mit der Petersilie zusammen klein gehackt, so wie Rontzier im folgenden Rezept Speck, Petersilie und Thymian „durch einander“ hackt (ron-0204). Sie sind Einlage, keine Bindung.

Kalt oder warm. Warm ist es ein Gericht in Butterbrühe. Kalt stockt die Brühe, weil sie mit den Füßen gekocht ist; Rontzier sagt das in derselben Reihe selbst (ron-0200).

Praxis. Die Füße in Wasser schwach sieden, bis sie weich sind; Ochsenfüße brauchen drei bis vier Stunden. In Stücke teilen, mit Rinderbrühe, Butter und Muskatblüte in einen Topf geben, die mit Petersilie gehackten Eier dazugeben und kurz durchkochen. Warm auftragen oder in einer Schüssel erkalten lassen. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Vorkochen der Füße ein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0203-orig" n="leſſet ſie durchkochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind schon gar und kochen mit Brühe, Butter und Eiern nur noch durch. Der Text sagt das nicht, die Reihe setzt es aber öfter voraus (Nr. 26: „gargemachte … Ochſenfuͤſſe“, ron-0200).<list type="alternatives"><item>Rohe Füße werden in der Rinderbrühe gar<note type="rationale">Möglich, aber Füße brauchen mehrere Stunden, bis sie weich sind; die gehackten Eier würden in dieser Zeit zerkochen. Für die Praxis daher Vorgaren in Wasser.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0204-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegarte Ochsenfüße, über die eine Mischung aus gehacktem Speck, Petersilie und Thymian gegeben wird. Mit Pfeffer und Ingwer gewürzt, kochen sie kurz durch und kommen warm oder kalt auf den Tisch.

Vorgaren. Der Text nennt keinen Garschritt für die Füße und keine Flüssigkeit. Rohe Ochsenfüße werden in einem kurzen Durchkochen nicht weich, und das Durchkochen braucht Brühe. Naheliegend ist deshalb, dass die Füße vorher weichgekocht sind und mit etwas von ihrer Garbrühe durchkochen, wie die Nachbarrezepte der Reihe gargekochte Füße voraussetzen (ron-0200).

Kalt oder warm. Ochsenfußbrühe geliert beim Abkühlen. Rontzier sagt in derselben Reihe, dass die Füße kalt „wie ein Gallert“ stehen (ron-0200). Kalt ergibt das Gericht also eine Art Sülze mit Speck und Kräutern, warm ein Fußragout in kräftiger Brühe.

Praxis. Die Ochsenfüße in Salzwasser mehrere Stunden weichkochen, abtropfen lassen und zerteilen. Speck mit Petersilie und Thymian zusammen hacken, über die Füße in einem Topf geben, etwas Garbrühe angießen, mit Pfeffer und Ingwer würzen und kurz durchkochen. Warm auftragen oder in einer Schüssel erkalten lassen. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa 4 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; sie schließt das Weichkochen der Füße ein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0204-orig" n="leſt ſie durchkochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße sind bereits weichgekocht und kochen nur mit der Speck-Kräuter-Mischung und etwas Brühe durch. Rontzier setzt das Vorgaren stillschweigend voraus; in derselben Reihe spricht er von gargemachten Ochsenfüßen (ron-0200).<list type="alternatives"><item>Die rohen Füße garen erst hier mit Speck und Kräutern<note type="rationale">Der Wortlaut schließt es nicht aus. Rohe Ochsenfüße brauchen aber Stunden, bis sie weich sind; ein Durchkochen mit gehacktem Speck und frischen Kräutern passt dazu nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0205-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gar gesottene Hirsch- oder Wildschweinfüße, die mit Speck, Kümmel, wenig Weißbrot und Essig zu einer säuerlichen, leicht gebundenen Tunke fertig gemacht und beim Auftragen mit Salz und Pfeffer bestreut werden.

Vorgaren. Der Text nennt diesen Schritt nicht. Bei Rumpolt werden Hirschfüße gesotten, bis sich die Haare lösen, ausgeputzt und dann in Salzwasser gar gesotten. Eine Garzeit gibt keiner der beiden Texte; Füße brauchen lange, bis Haut und Sehnen weich sind.

Speck. Die Form steht nicht da. In der Praxis den Speck klein würfeln und auslassen; das Fett trägt den Kümmel.

Aufkochen. Eine mit Brot gebundene Tunke wird erst durch Aufkochen fertig: beim Erhitzen verkleistert die Brotstärke und bindet, kalt bliebe nur eine trübe, dünne Flüssigkeit. In der Praxis das Weißbrot zerreiben, mit Essig, Speck und Kümmel kurz aufkochen und die Füße darin heiß werden lassen. Der Text verlangt nur „ein wenig“ Weißbrot, die Bindung bleibt also leicht.

Praxis. Salz und Pfeffer erst beim Auftragen darüberstreuen, wie der Text es sagt.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0205-orig" n="Koͤhm" resp="#fyndling">Köhm ist Rontziers gewöhnliches Wort für Kümmel, niederdeutsch Köm (Campe: Kümmel, „im n. d. kohm“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0205-orig" n="mit Speck … ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Speck wird klein geschnitten und ausgelassen und bildet mit Kümmel, Weißbrot und Essig die Tunke, in der die Füße fertig gemacht werden. Der Text nennt die Form des Specks nicht; beim Abmachen liefert er das Fett.<list type="alternatives"><item>Gehackter Speck wird über die Füße gegeben und mit ihnen durchgekocht.<note type="rationale">So steht es im Rezept unmittelbar davor für Ochsenfüße („hackt Speck Peterſilgen vnd Timean durch einander / gibt es vber die Ochſenfuͤſſe“); hier fehlt aber das Hacken und das Durchkochen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0206-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geröstete Hirsch- oder Wildschweinfüße mit einer scharfen, durchgestrichenen Sauce aus Zwiebeln, Weinessig und Pfeffer. Rumpolt führt Wildfüße ebenfalls als eigene Speise in einer Pfeffersauce (rum-0323, rum-0448).

Die Füße. Der Text nennt nur das trockene Abrösten auf dem Rost. Ob die Füße vorher gekocht sind, sagt er nicht. Füße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen und werden auf dem Rost allein nicht weich; Rumpolt brüht Hirschfüße zuerst, bis das Haar abgeht, und siedet sie dann gar (rum-0323). In der Praxis die Füße deshalb vorher weich sieden und erst dann auf dem Rost abrösten.

Die Kohle im Sud. Die glühenden Kohlen kommen in den Zwiebel-Essig-Sud, der Topf wird zugedeckt und kurz aufgekocht. Beim Durchstreichen durch das Haartuch bleibt die Kohle zurück, die weichen Zwiebeln werden durchgedrückt und geben der Sauce Körper. Wozu die Kohle dient, sagt der Text nicht; eine Röstnote und eine dunklere Farbe sind naheliegende Vermutungen.

Praxis. Die Zwiebeln in Weinessig weich sieden. Einige Stücke reine Holzkohle in der Glut durchglühen lassen, mit der Zange in den Topf geben und sofort zudecken, es zischt und dampft stark. Pfeffer dazu, kurz aufsieden, dann gestoßenen Pfeffer einrühren und alles durch ein Seihtuch streichen. Die Sauce warm über die gerösteten Füße geben und beim Anrichten mit Salz und Pfeffer bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0206-orig" n="Milerkolen" resp="#fyndling">Meilerkohlen: im Meiler gebrannte Holzkohle (Grimm, Adelung; niederdeutsch „miler-“). Im Sinn eines Brennstoffs, nicht von Steinkohle.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0206-orig" n="darein (glühende Kohlen)" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die glühenden Kohlen kommen in den Zwiebel-Essig-Sud: „thut gluͤend Milerkolen darein auch Pfeffer“ nennt Kohle und Pfeffer im selben Satzglied, und das anschließende Durchstreichen durch das Haartuch holt die Kohle wieder heraus. Einen Zweck nennt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Der Topf wird auf die glühenden Kohlen gesetzt.<note type="rationale">So verwendet Rontzier glühende Kohlen sonst durchweg, als Wärmequelle unter dem Gericht („ſetzt man ſie auff gluͤende Kolen“, ron-0005). Hier steht aber „darein“, nicht „darauff“; die Lesart verlangt also eine Umdeutung des Wortlauts.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0207-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirsch- oder Wildschweinfüße, die in wenig Brühe mit Rahm und Butter fertig gemacht und beim Anrichten mit Muskatblüte und gehackter Petersilie bestreut werden. Eine milde, helle Sauce ohne Säure, ähnlich heutigen Kalbsfüßen in Rahmsauce.

Kurze Brühe. Gemeint ist wenig Flüssigkeit, gerade so viel, dass sie mit Rahm und Butter eine knappe Sauce um die Füße bildet. Welche Brühe, sagt der Text nicht.

Die Füße. Rontzier sagt nicht, ob die Füße roh oder vorgegart in die Brühe kommen. In wenig Brühe allein werden sie kaum weich; Rumpolt siedet Hirschfüße vorher lange und putzt sie dabei (rum-0323).

Praxis. Moderne Annäherung, nicht aus dem Text: Die geputzten Füße in Salzwasser etwa zwei bis drei Stunden weich sieden. Dann in einen Topf mit wenig Brühe geben, Rahm und Butter zufügen und bei kleiner Hitze durchziehen lassen, bis die Sauce leicht sämig ist; bei starker Hitze kann der Rahm ausflocken. Beim Anrichten mit Muskatblüte und gehackter Petersilie bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0207-orig" n="kurtzer Bruͤh" resp="#fyndling">Kurze Brühe heißt wenig Brühe: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch führt für kurz auch die Bedeutung ›wenig, gering‹. Die Füße liegen also nicht in einer Suppe, sondern in einer knappen Sauce. Rontzier gebraucht die Wendung oft, etwa bei Kaldaunen (ron-0140).</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0207-orig" n="Floß" resp="#fyndling">Rahm. Floß ist die hochdeutsch geschriebene Form des niederdeutschen Flot oder Flott, „Sahne, Milchrahm“ (Mittelniederdeutsches Handwörterbuch vlot). Rontzier setzt das Wort auch sonst neben Milch, etwa „Ziegenmilch oder Floß“ (ron-0006).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#floss"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0208-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Hirsch- oder Wildschweinfüße in Rindfleischbrühe, gewürzt nur mit ganzen Gewürzen: Nelken, Lorbeer und Muskatblüte. Anders als die benachbarten Rezepte für dieselben Füße kommen weder Brot, Säure noch Butter hinzu; die Füße werden mit ihrer Brühe aufgetragen.

Garzustand der Füße. Der Text sagt nur, dass man die Füße mit den Gewürzen und der Brühe zubereitet. Ob sie roh darin weichgesotten oder vorher gegart und nur in der gewürzten Brühe durchgezogen werden, bleibt offen. Füße brauchen in jedem Fall langes Sieden, bis Schwarte und Sehnen weich sind.

Das Fett auf der Brühe. „da ein wenig feiſt auff iſt“: Die Rindfleischbrühe soll nicht ganz entfettet sein, ein wenig Fett bleibt obenauf. Die ganzen Gewürze geben ihr Aroma an die Brühe ab und lassen sich vor dem Anrichten wieder herausnehmen.

Praxis. Die Füße gründlich säubern und in Rindfleischbrühe mit den ganzen Gewürzen schwach sieden, bis sie weich sind. Die Brühe dabei nicht vollständig abschöpfen und die Füße mit der Brühe anrichten. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0208-orig" n="feiſt" resp="#fyndling">feist heißt fett. Gemeint ist Fett, das auf der Brühe steht: die Rindfleischbrühe wird nicht ganz entfettet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0208-orig" n="man machet ſie mit … Rindfleiſchbruͤh" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße werden in der gewürzten Rindfleischbrühe gegart und mit ihr aufgetragen. Ob sie roh darin weichgesotten oder vorher gegart und nur durchgezogen werden, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Vorgegarte Füße, nur in der gewürzten Brühe durchgezogen<note type="rationale">Im Abschnitt über Ochsenfüße setzt Rontzier einmal ausdrücklich „gargemachte“ Füße voraus (ron-0200); hier fehlt ein solcher Hinweis.</note></item><item>Gesäuberte rohe Füße in der Brühe mit den Gewürzen weichsieden<note type="rationale">Der einfachere Weg heute; die ganzen Gewürze ziehen dabei lange mit.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0209-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Das letzte von fünf kurzen Rezepten zu Hirsch- und Wildschweinfüßen. Alle fünf setzen die vorbereiteten Füße voraus und unterscheiden sich nur in der Sauce; hier ist es eine mit Weißbrot gebundene Rahmsauce, mit Butter und kleinen Rosinen abgerundet.

Die Füße. Der Text sagt nicht, wie die Füße vorbereitet werden. Weil sie in der Sauce nur noch „durch kochen“, müssen sie vorher geputzt und weichgesotten sein, für Hirsch- und Wildschweinfüße erfahrungsgemäß zwei bis drei Stunden. Das ist eine Ergänzung aus der Küchenpraxis, kein Schritt des Rezepts.

Die Sauce. Weißbrot und Rahm werden zusammen gesotten. Dabei quillt das Brot und bindet; anschließend wird die Masse durchgestrichen, damit die Sauce glatt wird. Rahm mit Brot setzt leicht an, deshalb bei kleiner Hitze und unter Rühren sieden. Butter und kleine Rosinen kommen danach hinein.

Praxis. Die Füße in die Sauce legen und bei kleiner Hitze durchkochen, bis sie heiß sind und die Sauce angenommen haben, dann warm auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa zweieinhalb Stunden ist eine Schätzung einschließlich des Weichsiedens, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0209-orig" n="Floß" resp="#fyndling">Rahm. Floß ist die hochdeutsch geschriebene Form des niederdeutschen Flot oder Flott, „Sahne, Milchrahm“ (Mittelniederdeutsches Handwörterbuch vlot). Rontzier setzt das Wort auch sonst neben Milch, etwa „Ziegenmilch oder Floß“ (ron-0006).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#floss"/></note>
        <note type="gloss" target="#ron-0209-orig" n="kleinen Roſin" resp="#fyndling">Kleine getrocknete Weinbeeren, heute als Korinthen im Handel, im Unterschied zu den großen Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0209-orig" n="Fuͤſſe … leſt ſie durch kochen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Füße kommen bereits geputzt und weichgesotten in die Sauce und kochen darin nur noch durch. Die Gruppe beginnt mit „Item“ unmittelbar nach den eingemachten Ochsenfüßen und nennt in keinem ihrer fünf Rezepte das Vorgaren; das kurze Durchkochen in Rahm reicht für rohe Füße nicht.<list type="alternatives"><item>Die Füße garen roh in der Rahmsauce gar.<note type="rationale">Wörtlich nicht ausgeschlossen, aber Füße brauchen Stunden zum Weichwerden; so lange in Rahm und Brot gekocht, würde die Sauce ansetzen und eindicken.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0210-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, in Wein und Wasser gegart, in seiner Brühe ausgekühlt und kalt aufgetragen. Rumpolts gekochter Wildschweinkopf ist dasselbe Grundverfahren.

Borsten. „brennen“ heißt hier, die Borsten zu entfernen: in heißem Wasser brühen, dann lassen sie sich abschaben, oder über offener Flamme absengen. Danach wird der Kopf beschnitten.

Das Tuch. Der Kopf wird in ein Tuch gebunden, bevor er in den Sud kommt. Das hält ihn zusammen, damit sich das weich gewordene Fleisch nicht ablöst; Rumpolt bindet aus diesem Grund mit Bast.

Die Gewürztücher. Scharfe Gewürze und Kräuter hängen in zwei getrennten Beuteln im Sud. Sie geben Aroma ab und kommen danach wieder heraus.

Auskühlen im Sud. Der gare Kopf bleibt in derselben Brühe, bis er kalt ist. So trocknet er nicht aus und nimmt weiter Würze auf.

Praxis. Kopf beim Wildhändler vorbestellen, Borsten absengen, beschneiden, in ein Tuch oder Mull binden und in einem ausreichend großen Topf in Wein und Wasser zu gleichen Teilen schwach sieden lassen, bis das Fleisch weich ist. Salzen, die beiden Gewürzbeutel dazugeben. Im Sud an einem kühlen Ort auskühlen lassen, herausnehmen, beschneiden und kalt anrichten, mit Haut oder mit dünn abgeschnittener Haut. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Auskühlen kommt dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0210-orig" n="brennet" resp="#fyndling">Meint das Entfernen der Borsten: in heißem Wasser brühen und abschaben oder über dem Feuer absengen, wie beim „Saubrennen“ (Bayerisches Wörterbuch: „durch Sengen von etwas befreien“). Mit Braten hat es nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0210-orig" n="Iſopen" resp="#fyndling">Ysop, ein aromatisches, leicht bitteres Kraut, das in der heutigen Küche selten geworden ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0210-orig" n="loͤſet dir Schnuzen auff" resp="#fyndling" subtype="lexical">Die Schnauze wird geöffnet und gelöst. „auflösen“ heißt im Frühneuhochdeutschen „aufbinden, öffnen, losmachen“ (Frühneuhochdeutsches Wörterbuch); was genau an der Schnauze geschieht, sagt der Text nicht.<list type="alternatives"><item>Die Schnauze wird nur aufgeschnitten und bleibt am Kopf.<note type="rationale">„auflösen“ kann bloß „öffnen“ meinen; ob etwas abgetrennt wird, bleibt offen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0210-orig" n="ſchneidet ſie auch wol duͤn ab" resp="#fyndling" subtype="contextual">„sie“ ist die Haut aus dem Satz davor: Statt sie am Kopf zu lassen, schneidet man sie dünn ab, dann wird der Kopf weiß.<list type="alternatives"><item>Der Kopf wird in dünne Scheiben geschnitten.<note type="rationale">„sie“ könnte auch die Köpfe vom Rezeptanfang meinen; der Gegensatz zu „daß die Haut darauff ſitzen bleib“ und das „weiß“ sprechen für die Haut.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0211-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein im Ganzen gekochter Wildschweinskopf, warm aufgetragen unter einer mit Weißbrot gebundenen Sauce aus Pomeranzen und Wein, süß-säuerlich abgemacht mit Muskatblüte, Zimt und Zucker.

Der Sud. Wasser mit einem Drittel Wein. Salz, Gewürze im Sud und eine Garzeit nennt der Text nicht. Der Kopf ist gar, wenn das Fleisch weich ist und sich leicht vom Knochen löst.

Die Sauce. Pomeranzen und Weißbrot werden mit Wein durch das Haartuch geschlagen. Dafür muss das Brot im Wein weich sein; zusammen mit Fruchtfleisch und Saft wird es durch das Tuch gestrichen, Kerne und Häute bleiben zurück.

Aufkochen. Eine mit Brot gebundene Sauce wird erst beim Erhitzen sämig, weil die Brotstärke dann verkleistert; kalt bliebe nach dem Durchstreichen eine dünne, trübe Flüssigkeit. In der Praxis die Sauce kurz aufkochen und dann über den heißen Kopf geben.

Abmachen. Muskatblüte, Zimt und Zucker ohne Mengenangabe; nach Geschmack so dosieren, dass die Säure der Pomeranzen erkennbar bleibt.

Praxis. Ein ganzer Kopf braucht einen Topf, in dem er vollständig im Sud liegt. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0211-orig" n="Muſcatenblumen" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss. Sie schmeckt feiner und milder als die Nuss selbst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0211-orig" n="ſchlegt man Pommerantzen vnd weißBrot mit Wein durch einen haartuch" resp="#fyndling" subtype="contextual">Fruchtfleisch und Saft der Pomeranzen werden mit dem im Wein erweichten Brot durch das Tuch geschlagen; Kerne, Häute und Schale bleiben zurück. Ob die Früchte vorher geschält werden, sagt der Text nicht. Wo Rontzier die Schale meint, nennt er sie eigens (Pommerantznſchelle, ron-0032).<list type="alternatives"><item>Ganze Früchte mitsamt Schale zerstoßen und durchgeschlagen<note type="rationale">Möglich, weil kein Schälen genannt ist; das Schalenöl würde die Sauce deutlich bitterer machen. Ein Zerstoßen nennt der Text aber ebenso wenig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0212-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Auflage für den gegarten Wildschweinskopf: klein gehackte Birnen, in Brühe gar gekocht, kommen beim Auftragen über den Kopf, dazu Borretschblüten. Wie der Kopf selbst gegart wird, sagt dieses Rezept nicht; es setzt ihn fertig voraus, etwa in Wasser und Wein gesotten wie in ron-0211.

Die Brühe. Der Text sagt nur „Brühe“. Naheliegend ist die Brühe, in der der Kopf gar wurde; eine kräftige Fleischbrühe tut es ebenso.

Die Birnen. Klein gehackt werden sie in der Brühe schnell weich und lassen sich als Auflage über den Kopf verteilen. Sorte, Menge und ob geschält wird, nennt der Text nicht.

Die Blüten. Borretschblüten sind blau und schmecken mild nach Gurke. Sie kommen roh und zuletzt darauf, weil sie in der Hitze schnell welken.

Praxis. Birnen klein hacken und in wenig Brühe weich garen. Den gegarten Kopf anrichten, die Birnen darübergeben und mit Borretschblüten bestreuen, unmittelbar bevor er aufgetragen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0212-orig" n="Barnaſanblumen" resp="#fyndling" subtype="lexical">Vermutlich Borretschblüten. Rontzier schreibt das Kraut sonst Barnaſen und nennt es in Kräuterlisten neben Ochsenzungen und Bugeloſen, beides Borretschgewächse; die Blüten streut er auch über Endiviensalat („bewirfft ſie mit Barnaſenblumen vnnd Granatenkoͤrnern“, ron-1180). Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch kennt borâsie für Borretsch und die Zusammensetzung borâsienblôme (Borretschblüte). Die Form Barnaſan-/Barnaſen- selbst ist in keinem Wörterbuch belegt.<list type="alternatives"><item>Parmesan, als Flocken oder gerieben<note type="rationale">Klanglich naheliegend, aber Käse heißt nirgends „Blumen“, und für das Bestreuen mit Barnaſenblumen gibt es im selben Buch die Kräuterparallele. Ein Wörterbuchbeleg für Barnaſan als Käsename fehlt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0213-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Auflage für den fertig gegarten Wildschweinskopf: Mandelscheiben, gewürfelte Bortfelder Rüben und geriebenes Brot werden in Wein oder Weinessig aufgesotten und beim Anrichten über den Kopf gegeben. Wie der Kopf gar wird, setzt der Text voraus; die Rezepte davor und danach sieden ihn in Wasser, Wein oder Essig. Heute erinnert das an gekochtes Kopffleisch mit einer sämigen, säuerlichen Rübensauce.

Aufsieden. Das Aufsieden ist hier ausdrücklich verlangt und nötig: Erst beim Kochen quillt das geriebene Brot und bindet die Flüssigkeit zu einer Sauce. Die Rüben werden klein gewürfelt, damit sie in dieser kurzen Zeit weich werden; die Mandelscheiben behalten etwas Biss.

Wein oder Weinessig. Der Text lässt die Wahl. Mit Wein wird die Sauce mild, mit Weinessig deutlich sauer. Weitere Würze nennt der Text nicht.

Praxis. Mengen, Zeiten und das Verhältnis von Brot zu Flüssigkeit nennt der Text nicht. Die Rübenwürfel mit den Mandelscheiben in Wein ansetzen, so lange sieden, bis die Rüben weich sind, dann das geriebene Brot einrühren und kurz aufkochen, bis die Sauce bindet. Heiß über den garen Kopf geben. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung, die das Garen des Kopfs einschließt; der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0213-orig" n="Burtfeldiſche Ruͤben" resp="#fyndling">Speiserüben, benannt nach Bortfeld bei Braunschweig. Rontzier schreibt an anderer Stelle selbst „Bortfeldiſchen Ruͤben“ (ron-2361). Welche Sorte das 1598 genau war, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0213-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Gefäß, in dem die Beigabe aufgesotten wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0214-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, gegart, ausgekühlt und beschnitten, unter einer Sülze aus Kalbsfußbrühe mit Wein, Ingwer und Kardamom - eine Kopfsülze im Ganzen, nicht zerkleinert und nicht gepresst.

Der Kopf. Er gart in Wasser mit Weinessig oder Bieressig. Danach kommt er aus der Brühe und kühlt an der Luft aus; kalt wird das Fleisch fest und lässt sich sauber beschneiden.

Die Gallertbrühe. Die Kalbsfüße geben beim langen Garen so viel Gelatine an Wasser und Wein ab, dass die Brühe kalt von selbst fest wird. Gewürzt wird erst danach mit Ingwer, noch etwas Wein und zerkleinertem Kardamom; ob süß oder säuerlich, lässt der Text offen, ein Süßungsmittel nennt er nicht. Das kurze Aufsieden verbindet Gewürz und Brühe, das Haartuch (ein Seihtuch, meist aus Pferdehaar) hält Gewürzstücke und Trübstoffe zurück.

Kalt werden und in Lagen gießen. Der Text sagt „kalt werden“ und gießt dann. Ganz erstarrt ließe sich die Brühe nicht mehr gießen; gemeint ist wohl abgekühlt, bis sie dicklich wird, aber noch fließt. In fünf oder sechs Güssen über den kalten Kopf gegeben, zieht jede Lage an, bevor die nächste kommt.

Praxis. Kopf beim Wildhändler vorbestellen, in einem großen Topf mit Wasser und einem guten Schuss Essig schwach sieden lassen, bis das Fleisch weich ist. Parallel die Kalbsfüße in Wasser und Wein mehrere Stunden garen, die Brühe würzen, kurz aufsieden, durch ein feines Tuch gießen und abkühlen lassen. Eine Probe auf einem kalten Teller zeigt, ob sie stockt. Den kalten, beschnittenen Kopf in eine Schüssel setzen, die Brühe in mehreren Lagen darübergeben und jede an einem kühlen Ort anziehen lassen. Die Zubereitungszeit von etwa fünf Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Stocken kommt dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0214-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Gefäß, in dem die Kalbsfüße gar werden.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0214-orig" n="Gallertbruͤh" resp="#fyndling">Eine Brühe, die beim Erkalten fest wird, heute Sülze oder Aspik. Hier geben die lange gegarten Kalbsfüße der Brühe den Stand.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0214-orig" n="mit Beſtandt geſetzet" resp="#fyndling" subtype="lexical">Bestand = Hausenblase. Rontzier erklärt das Wort im Gallertkapitel selbst: „Beſtand / welches haußbletter genand wird“ (ron-1254), und zieht denselben Vergleich bei den braunen Füßen (ron-0201). Gemeint ist: Die Kalbsfußbrühe steht so fest wie ein mit Hausenblase gesetzter Gallert; Hausenblase kommt hier nicht hinein.<list type="alternatives"><item>Bestand als bloßer fester Halt, ohne bestimmtes Mittel<note type="rationale">So war die Stelle zuerst gelesen. Sie übersieht, dass Rontzier Bestand als eigene Zutat führt, die man schmilzt und gegen Kalbsfüße austauscht.</note></item><item>Allgemein ein Geliermittel, nicht unbedingt Hausenblase<note type="rationale">Möglich, weil die Gleichsetzung nur an einer Stelle ausgesprochen ist; am Sinn des Vergleichs ändert das nichts.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0214-orig" n="Bierſawr" resp="#fyndling" subtype="lexical">Bieressig. Das Grimmsche Wörterbuch führt „sauer“ als Hauptwort „besonders nd. im sinne von essig“, und das Wort steht hier gleichrangig neben Weinessig. Sonst schreibt Rontzier „Biereſsig“; „Bierſawr“ kommt im Buch nur hier vor.<list type="alternatives"><item>Sauer gewordenes Bier<note type="rationale">Würde ebenfalls säuern, ist aber als eigene Zutat bei Rontzier nicht belegt; die Parallele zu Weinessig spricht für den Essig.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0215-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Wildschweinskopf wird gekocht, auf dem Rost gebräunt und kalt mit einer dicken, dunklen Mandelbrühe überzogen. Beim Keiler kommen die vergoldeten Hauer dazu, zum Auftragen Zucker mit Zimt und Rosen.

Vorkochen. „Auf die vorige Art“ verweist auf das Rezept davor: Dort wird der Kopf mit Weinessig oder Biersauer und Wasser gar gemacht. Danach wird er beschnitten, also sauber zurechtgeschnitten.

Rost und Butter. Der gare Kopf bekommt auf dem Rost Farbe, die Butter hält ihn dabei saftig. Erst danach wird er kalt in die Schüssel gesetzt.

Die Glantinbrühe. Das trockene Rösten gibt den Mandeln Farbe und Röstgeschmack, die Brühe wird dadurch braun. Fein gerieben und mit Wein durchgestrichen, ergibt das einen glatten, dicken Brei. Er wird nur bis kurz vor dem Sieden erhitzt, denn die dicke Mandelmasse setzt sonst leicht an. Ein Geliermittel nennt der Text nicht: Der Glanz kommt aus dem Mandelfett und dem Zucker, nicht aus einem Gelee.

Die Hauer. Womit vergoldet wird, sagt der Text nicht. Heute nimmt man Blattgold.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa 5 Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an. Die Mandelbrühe muss ganz ausgekühlt sein, bevor sie über den kalten Kopf kommt, sonst läuft sie ab.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0215-orig" n="Reibeſtein" resp="#fyndling">Ein Reibstein ist ein Stein zum feinen Zerreiben, hier für die gerösteten Mandeln.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0215-orig" n="hawender Schweinßkopff" resp="#fyndling">Der Kopf eines „hauenden Schweins“, also eines Keilers mit großen Hauern. Nur bei ihm gibt es die großen Zähne, die vergoldet werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0215-orig" n="Glantinbruͤh" resp="#fyndling" subtype="lexical">Wahrscheinlich die Galantine- oder Galentinbrühe, eine dunkle, gewürzte Brühe. Das Grimmsche Wörterbuch führt galantine mit den Formen galantijn, kölnisch galentijn und galatin „als kostbare speise“. Rontzier nennt dieselbe Brühe bei den Aalen „Glantinerbrüh“, dort aus gebranntem Brot mit Zucker, Zimt, Nelken und Muskatblüte (ron-1755); hier tragen geröstete Mandeln die Bindung. Der Name bleibt im Text stehen.<list type="alternatives"><item>Gallert oder Sülze<note type="rationale">Das Grimmsche Wörterbuch erklärt galantine mit Gallerte, und so lebt das Wort heute fort. Hier steht aber kein Geliermittel, nur Mandeln, Wein und Gewürze; der Glanz wird mit Firnis verglichen, nicht mit Gallert.</note></item><item>Glanzbrühe<note type="rationale">Liegt wegen des Firnis-Satzes nahe, ist aber nur aus dem Zusammenhang geraten; eine Ableitung von Glanz ist nicht belegt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0216-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, erst gesotten und dann auf dem Rost gebräunt, mit einer Auflage aus Stockfisch, der in brauner Butter geröstet und mit Milch, Salz und Zucker fertig gemacht wird.

Der Kopf. Der Kopf siedet in Wasser mit Essig, bis er gar ist; das Verhältnis nennt der Text nicht. Danach wird er beschnitten, also zugerichtet, und auf dem Rost über der Glut gebraten. Der Rost gibt dem weich gesottenen Kopf Farbe und eine trockene Oberfläche.

Der Stockfisch. Der Text verlangt einen Fisch, der schon klein gemacht und entgrätet ist. Getrockneter Stockfisch lässt sich so nur nach langem Wässern zerteilen; dieser Schritt ist vorausgesetzt, nicht beschrieben. Die Butter wird erhitzt, bis sie braun ist, dann wird der Fisch darin geröstet, aber nicht so lange, dass er hart wird. Die Milch kommt erst danach dazu und macht den gerösteten Fisch wieder saftig; Salz und Zucker werden darübergestreut.

Praxis. Kopf beim Wildhändler vorbestellen, in einem ausreichend großen Topf in Wasser mit Essig schwach sieden lassen, bis das Fleisch weich ist, beschneiden und auf dem Rost über Glut rundum bräunen. Den gewässerten, zerpflückten und entgräteten Stockfisch in brauner Butter anrösten, Milch angießen, mit Salz und Zucker bestreuen und beim Anrichten über den Kopf geben. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das mehrtägige Wässern des Stockfischs kommt dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0216-orig" n="Stockfiſch" resp="#fyndling">An der Luft getrockneter Fisch ohne Salz, meist Kabeljau. Er ist hart wie ein Brett und lässt sich erst nach langem Wässern klein machen und entgräten.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0216-orig" n="nicht gahr hard" resp="#fyndling">„gar“ heißt hier „ganz, allzu“: Der Fisch soll beim Rösten nicht zu hart werden. Kurz davor steht dasselbe Wort im Sinn von „durchgegart“ („wenn er gahr iſt“).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0217-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in Essig und Wasser gesottener Wildschweinskopf, über den die gesottenen Triebspitzen vom Grünkohl mit Knoblauch kommen; zuletzt wird eine Mischung aus Pfeffer und Salz darübergestreut. Gewürze oder Zucker nennt der Text nicht.

Der Kohl. Gemeint sind die oberen, krausen Triebe des Grünkohls, nicht ein Kohlkopf, den Grünkohl gar nicht bildet. Worin Kohl und Knoblauch sieden, sagt der Text nicht: in der Brühe des Kopfes oder in wenig Wasser.

Praxis. Den Kopf vorher säubern und die Borsten absengen; das nennt dieses Rezept nicht, Rontzier beschreibt das Abbrennen beim kalt angerichteten Schweinskopf. Ein Verhältnis von Essig zu Wasser gibt der Text nicht an, ein deutlich säuerlicher Sud mit überwiegend Wasser ist ein vernünftiger Anfang. Den Kopf bedeckt sieden, bis sich das Fleisch leicht vom Knochen löst. Die Kohltriebe mit den Knoblauchzehen weich sieden, abtropfen lassen und über den angerichteten Kopf geben. Pfeffer und Salz erst beim Auftragen darüberstreuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an. Grünkohl gibt es frisch von November bis Februar.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0217-orig" n="polle von braunen Kohl" resp="#fyndling">Polle ist im Niederdeutschen die Wuchsspitze oder der Zweig einer Pflanze (Mittelniederdeutsches Wörterbuch: pol, polle). An anderer Stelle nennt Rontzier „die obern pollen von braunem Kohl“ und lässt bei der „Poll von Braunenkohl“ die Stängel daran, gemeint sind also die krausen oberen Triebe. Braunkohl ist der norddeutsche Name für Grünkohl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0217-orig" n="ſeud … zuſamen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Kohltriebe und Knoblauch in der Brühe des Kopfes sieden. Der Text nennt keine Flüssigkeit; im übernächsten Rezept gart Rontzier Weißkohl ausdrücklich „in derſelbigen bruͤh“ des Schweinskopfs.<list type="alternatives"><item>In wenig frischem Wasser sieden<note type="rationale">Möglich, wenn der Essigsud zu sauer für das Gemüse ist; der Text schließt es nicht aus.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0218-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in Essigwasser gekochter Wildschweinskopf, zu dem gegen Ende kleine Speiserüben kommen. Angerichtet wird er mit Parmesan bestreut.

Vorbereitung. Das Rezept setzt einen vorbereiteten Kopf voraus. Wie Rontzier ihn sengt und putzt, steht im ersten Rezept dieser Reihe (ron-0210).

Die Rüben. „wenn er bald gahr iſt“ heißt: wenn er fast gar ist. Die Rüben garen die restliche Zeit im Sud mit und nehmen Essig und Fett der Brühe an. Ob sie stattdessen nur auf den Kopf gelegt werden, lässt der Text offen.

Praxis. Das Verhältnis von Essig zu Wasser nennt der Text nicht; der Sud soll deutlich sauer, aber nicht scharf sein. Kleine Rüben brauchen etwa 15 bis 25 Minuten, also entsprechend vor Ende der Garzeit zugeben. Den Parmesan erst über den angerichteten Kopf streuen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0218-orig" n="Burdfeldiſche Ruͤben" resp="#fyndling">Speiserüben, benannt nach Bortfeld bei Braunschweig. Rontzier schreibt den Namen verschieden, auch „Burtfeldiſche“ und „Bortfeldiſchen“. Welche Sorte das 1598 genau war, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0218-orig" n="darauff" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Rüben kommen zum Kopf in den Topf und garen die restliche Zeit im Sud mit. „darauff thun“ heißt bei Rontzier zugeben, so auch beim ersten Kopf-Rezept, wo Gewürze im Tuch in die Brühe kommen (ron-0210); der Zeitpunkt „wenn er bald gahr iſt“ passt zum Mitgaren.<list type="alternatives"><item>Die Rüben werden auf den Kopf gelegt und ziehen dort gar.<note type="rationale">Wörtlich möglich, „darauff“ kann auch eine Auflage meinen. Die Rüben wären dann nur am Kopf, nicht in der Brühe; der Text entscheidet das nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0219-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gekochter Wildschweinskopf, angerichtet unter Weißkohl, der in der Kopfbrühe gegart wurde. Der Kohl ist hier Beilage und Sauce zugleich.

Die Brühe. Womit der Kopf gekocht wird, sagt der Text nicht; die Nachbarrezepte nehmen Wasser, oft mit Essig oder Wein. Der Kohl gart in genau dieser Brühe und nimmt so den Geschmack des Kopfes auf.

Fett und Beeren. Das Fett, das oben auf der Brühe schwimmt, wird abgeschöpft und zum Kohl gegeben, dazu frische Weinbeeren oder Trauben. Sie kommen erst nach dem Kohl dazu und sollen nicht zerkochen.

Nicht ganz mürbe. Der Kohl wird gar, behält aber Biss; dann wird er über den Kopf gegeben.

Praxis. Kopf in einem großen Topf mehrere Stunden sieden, bis das Fleisch weich ist, herausheben und warm halten. Den Kohl in Streifen oder Stücken in der Brühe garen, Fett von der Oberfläche und Trauben dazugeben, kurz mitziehen lassen und den Kohl über den Kopf anrichten. Salz und Gewürz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0219-orig" n="feiſtes" resp="#fyndling">Feist heißt fett. Gemeint ist das Fett, das beim Kochen des Kopfes oben auf der Brühe schwimmt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0219-orig" n="Weinbern oder Weindrauben" resp="#fyndling" subtype="lexical">Frische Weinbeeren oder Weintrauben, also Beeren der Weintraube. Rontzier schreibt „Weinbern/Weinbirn“ für die Weinbeere: der Druck führt ein eigenes Kapitel „Von Weinbernſuppen“ neben den Johansbern- und Stichbirnsuppen, und in keinem seiner Weinbern-Rezepte wird geschält, entkernt oder zerschnitten. Dass hier „Weindrauben“ als gleichwertige Wahl daneben steht, spricht für die frische Beere.<list type="alternatives"><item>Rosinen (getrocknete Weinbeeren)<note type="rationale">In Saucen und Füllungen meint Weinbern oft die getrocknete Beere. Hier spricht die Nebenstellung der Weintrauben dagegen; Rontzier nennt Rosinen außerdem eigens als „Roſin“.</note></item><item>Weinbirnen, eine weinsaure Birnensorte<note type="rationale">Henisch 1616 und Stieler 1691 führen „Weinbirn“ in der Birnenliste, das Deutsche Wörterbuch hat weinbirne als „eine art weinsaurer birnen“, Kaltschmidt 1854 ebenso. Aus Rontziers Rezepten lässt sich diese Lesart nicht nachvollziehen: Birnen müssten geschnitten oder geschält werden, und „Birn Tarten“ stehen bei ihm als eigenes Kapitel neben den Weinbirn Tarten.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0220-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in Essigwasser gesottener Wildschweinskopf, beschnitten, auf den Rost gelegt und mit Senf in brauner Butter, Zucker und Weinessig übergossen, zuletzt mit Zucker bestreut: süßsaure Senfbutter zu fettem Kopffleisch.

Der Sud. „Sawr“ ist Essig. Der Kopf siedet in Wasser mit Essig, bis er gar ist; das Verhältnis nennt der Text nicht, ebenso wenig Salz.

Der Rost. Der Text sagt nur, dass der Kopf nach dem Beschneiden auf den Rost gelegt wird. In den Nachbarrezepten wird er dort gebraten; in der Praxis den Kopf deshalb über Glut kurz anbräunen und abtrocknen lassen, damit die Sauce nicht auf nasser Haut verläuft.

Die Sauce. Butter erhitzen, bis sie bräunt und nussig riecht, den Senf einrühren, Zucker und Weinessig dazugeben und alles über den Kopf geben. Mengen nennt der Text nicht, also nach Geschmack süßsauer abstimmen. Zum Schluss Zucker darüberstreuen.

Praxis. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; den größten Teil davon braucht das Sieden des Kopfes.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0220-orig" n="braun Butter" resp="#fyndling">Gebräunte Butter: Butter, die so lange erhitzt wird, bis sie nussbraun ist und nussig riecht. Hier wird der Senf hineingegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0220-orig" n="Sawr" resp="#fyndling" subtype="lexical">Essig. „Sauer“ als Substantiv bezeichnet besonders im Niederdeutschen den Essig (Grimm, Deutsches Wörterbuch: „besonders nd. im sinne von essig“, mit einem Beleg von 1409; Adelung: in Mecklenburg heißt der Essig „Suer“; Campe: niederdeutsch „Suur, Sauer“ = Essig). Die Nachbarrezepte derselben Reihe schreiben an derselben Stelle „Eſsig vnd Waſſer“.<list type="alternatives"><item>Bieressig oder saures Bier<note type="rationale">Ein Nachbarrezept nennt „Weineſsig oder Bierſawr“ als Garflüssigkeit; welche Säure hier gemeint ist, legt der Text nicht fest. Dass es überhaupt eine Säure ist, steht außer Frage.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0220-orig" n="legt ihn auff einen Roſt" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der beschnittene Kopf kommt auf den Rost über Glut und wird dort kurz angebräunt, bevor die Sauce darübergeht. Dafür spricht, dass Nachbarrezepte derselben Reihe den Kopf an dieser Stelle ausdrücklich „auff einer Roſt“ braten.<list type="alternatives"><item>Rost nur als Unterlage zum Abtropfen<note type="rationale">Hier steht nur „legt“, nicht „bradet“; der Kopf könnte nach dem Sieden auch nur abtropfen, bevor er angerichtet wird.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0221-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Wildschweinskopf, der erst mit Essig und Wasser gar gekocht, dann zurechtgeschnitten und auf dem Rost gebräunt wird. Darüber kommen Erbsen, in brauner Butter angeschwitzt und mit geriebenem Brot, Pfeffer und Weinessig angemacht. Gesalzen wird erst unmittelbar vor dem Auftragen.

Erbsen. Der Text sagt nicht, ob frische oder getrocknete Erbsen gemeint sind. Getrocknete müssen vorher eingeweicht und weich gekocht sein, denn in der Butter werden sie nur angeschwitzt; frische oder tiefgekühlte Erbsen gehen direkt in die Butter.

Aufkochen. Das geriebene Brot bindet Butter und Weinessig erst, wenn es kurz mit erhitzt wird; kalt bliebe es krümelig neben dem Fett liegen. Nach Brot, Pfeffer und Essig die Pfanne deshalb kurz aufkochen lassen, bis die Auflage sämig ist.

Praxis. Den Kopf in einem großen Topf in Wasser mit Essig weich sieden, herausnehmen, zurechtschneiden und auf dem Rost über Glut von allen Seiten bräunen. Inzwischen Butter in der Pfanne braun werden lassen, die Erbsen darin anschwitzen, Brot, Pfeffer und Weinessig zugeben und kurz aufkochen. Die Erbsen über den Kopf geben und erst beim Auftragen salzen. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0221-orig" n="ſchwetzet man erbiſſen in braun Butter" resp="#fyndling" subtype="lexical">Die Erbsen in brauner Butter anschwitzen, also in heißem Fett garen. Als Küchenwort steht „schwetzen“ in keinem Wörterbuch eigens; es passt zu „schweißen“, das Grimm als „in hitze zubereiten, rösten, braten“ führt, und zu Rumpolts „schweiß sie in Butter“. Rontzier gebraucht es im ganzen Buch für Brot, Beeren und Fleisch in Butter. Braun ist hier die Butter, nicht eigens die Erbsen.<list type="alternatives"><item>Die Erbsen in der Butter nur kurz schwenken.<note type="rationale">Möglich, aber für „schwetzen“ in diesem Sinn gibt es keinen Beleg.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0221-orig" n="erbiſſen" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text sagt nur „erbiſſen“ und nennt weder frisch noch getrocknet. Offen gelassen; in der Butter werden sie nur angeschwitzt, also müssen sie davor schon weich sein oder schnell garen.<list type="alternatives"><item>Getrocknete Erbsen, vorher weich gekocht.<note type="rationale">In Rontziers Erbsenrezepten werden die Erbsen zuerst in Wasser gar gemacht; ein solcher Vorschritt fehlt hier aber im Text.</note></item><item>Frische grüne Erbsen, die in der Butter garen.<note type="rationale">Passt zum kurzen Garen in Butter, der Text sagt aber nicht „grün“ oder „frisch“.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0222-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, erst gar gemacht und dann auf dem Rost gebräunt, beim Anrichten mit in Butter gebratenen Schmerlen belegt, gesalzen und mit einem vergoldeten Apfel im Maul aufgetragen.

Der Kopf. Womit der Kopf gar gemacht wird, sagt der Text nicht; in den übrigen Rezepten zum Wildschweinskopf siedet Rontzier ihn meist in Wasser mit Essig. Danach wird er beschnitten. Rontzier gebraucht das Wort auch bei Keulen und Vierteln vor dem Spicken, gemeint ist also das Zurichten, das Abschneiden von Überstehendem. Andere Kochbücher schneiden die Haut des Kopfes würfelig ein, das steht hier nicht. Der Rost gibt dem weich gesottenen Kopf Farbe und eine trockene Oberfläche.

Die Schmerlen. Die kleinen Fische werden in Butter gebraten und erst beim Anrichten über den Kopf gegeben, danach wird alles mit Salz bestreut.

Praxis. Kopf beim Wildhändler vorbestellen, in einem ausreichend großen Topf in Wasser mit etwas Essig schwach sieden lassen, bis das Fleisch weich ist, zurichten und auf dem Rost über Glut rundum bräunen. Schmerlen in Butter braten, über den Kopf geben, salzen und einen mit essbarem Blattgold belegten Apfel ins Maul stecken. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0222-orig" n="Schmerling" resp="#fyndling">Die Schmerle, ein kleiner Bachfisch, der am Grund lebt. Rontzier widmet ihr ein eigenes Kapitel bei den Fischen und verlangt sie dort teils lebendig.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0222-orig" n="verguͤlten Apffel" resp="#fyndling">Ein vergoldeter Apfel. Womit vergoldet wird, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0223-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gegarter Wildschweinskopf unter einer warmen Rotweinsauce, die mit trocken geröstetem Mehl gebunden, mit Butter, wenig Salz und Zucker abgerundet und beim Auftragen mit Zimt bestreut wird.

Der Kopf. Wie der Kopf gar wird, sagt der Text nicht. Die Nachbarrezepte sieden ihn in Wasser mit Essig oder Wein; so lässt er sich auch hier vorbereiten.

Das geröstete Mehl. Das Mehl wird ohne Fett in der Pfanne gerührt, bis es braun ist; das gibt der Sauce Farbe und Röstgeschmack. Die Butter kommt erst mit dem Wein dazu, es ist also keine Mehlschwitze. Gebunden wird die Sauce beim Durchkochen. Stark gebräuntes Mehl bindet schwächer als helles, man braucht dann etwas mehr davon.

Praxis. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht. Das Mehl bei mäßiger Hitze unter ständigem Rühren braun rösten, den Rotwein nach und nach unter Rühren zugießen, Butter, eine Prise Salz und etwas Zucker dazugeben und einige Minuten durchkochen lassen, bis die Sauce bindet. Warm über den garen Kopf geben und beim Auftragen mit gemahlenem Zimt bestreuen. Die Zubereitungszeit von etwa 3 Stunden ist eine Schätzung, die das Garen des Kopfs einschließt; der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0223-orig" n="Weinbruͤhe" resp="#fyndling">Brühe heißt hier Sauce. Eine Weinbrühe ist eine Sauce, deren Hauptbestandteil Wein ist (so noch Adelung und Campe); hier wird sie mit geröstetem Mehl gebunden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0224-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gekochter Wildschweinskopf, angerichtet unter gebündelten Petersilienwurzeln, die in einem eigenen Topf mit dem Fett des Kopfes gegart wurden. Obenauf kommt ganzer Pfeffer.

Über die Hälfte gar. Der Text nennt nur, dass der Kopf über die Hälfte gar gekocht wird, bevor die Wurzeln angesetzt werden. Dass er währenddessen fertig gart, ist die naheliegende Lesart; ausdrücklich steht es nicht da. Womit der Kopf gekocht wird, sagt das Rezept nicht; die Nachbarrezepte nehmen Wasser, oft mit Essig oder Wein.

Die Wurzelbündel. Die Petersilienwurzeln werden zu kleinen Bündeln gebunden, so bleiben sie beim Kochen beisammen und lassen sich als Bündel auf den Kopf legen. Sie kochen getrennt vom Kopf; das Fett, das oben auf der Brühe des Kopfes schwimmt, wird abgeschöpft und daraufgegossen, darin werden sie gar.

Praxis. Kopf in einem großen Topf sieden, bis das Fleisch weich ist. Die gebündelten Wurzeln in einem zweiten Topf mit wenig Wasser oder etwas Kopfbrühe ansetzen, das abgeschöpfte Fett daraufgeben und die Wurzeln weich garen; die Kochflüssigkeit der Wurzeln nennt der Text nicht, nur das Fett. Bündel über den angerichteten Kopf geben, mit ganzen Pfefferkörnern bestreuen. Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0224-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf; die Wurzeln garen hier in einem eigenen Topf, getrennt vom Kopf.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0224-orig" n="feiſt" resp="#fyndling">Feist heißt fett. Gemeint ist das Fett, das beim Kochen des Kopfes oben auf der Brühe schwimmt. „fuͤllet … auff“ heißt: gießt es darauf, wie bei Rontzier auch sonst „füllen“ für gießen steht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0224-orig" n="vber die helffte gahr" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Kopf wird über die Hälfte gar gekocht und gart weiter, während die Wurzeln in ihrem eigenen Topf kochen; das Fett, das man ihnen aufgießt, kommt aus dieser Brühe. Angerichtet wird der fertig gegarte Kopf.<list type="alternatives"><item>Der Kopf bleibt nur über die Hälfte gar und wird auf eine Weise fertig gemacht, die der Text nicht nennt.<note type="rationale">Wörtlich gelesen endet der Garschritt des Kopfes bei „vber die helffte“. Ein nur halb gegarter Kopf wäre nicht zu essen; der Text sagt aber nicht ausdrücklich, dass er weiterkocht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0225-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Wildschweinskopf, mit Zwiebeln und Pfeffer zubereitet und warm aufgetragen. Mehr sagt der Text nicht: Er nennt weder Garflüssigkeit noch Garweise, und er sagt nicht, ob die Zwiebeln mitgaren oder über den Kopf kommen.

Das Garen. In den Nachbarrezepten derselben Reihe wird der Kopf fast immer in Wasser und Essig gar gekocht und danach oft auf dem Rost gebraten. Ob Rontzier hier dasselbe meint, bleibt offen; das Wort „machen“ steht nur allgemein für zubereiten.

Zwiebeln und Pfeffer. Pfeffer ist das Gewürz, nicht eine Pfeffersauce. Ob die Zwiebeln im Sud mitsieden oder gesondert gegart und obenauf gegeben werden, legt der Text nicht fest.

Praxis. Naheliegend ist, den Kopf wie in den Nachbarrezepten in Wasser mit etwas Essig gar zu sieden, geschnittene Zwiebeln mitzugaren und mit Pfeffer zu würzen; das ist eine Ergänzung, keine Angabe Rontziers. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; den größten Teil davon braucht das Sieden des Kopfes.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0226-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, in Essigwasser gesotten und auf dem Rost gebraten. Statt einer Sauce bekommt er nur Butter mit Rosenwasser und eine Streu aus Zucker und Zimt.

Der Sud. Der Kopf siedet in Wasser mit Essig, bis er gar ist; das Verhältnis und die Zeit nennt der Text nicht. Ein ganzer Kopf braucht mehrere Stunden, bis das Fleisch weich ist, aber noch am Knochen hält.

Der Rost. Auf dem Rost über der Glut bekommt der weich gesottene Kopf Farbe und eine trockene Oberfläche.

Butter, Rosenwasser, Zimtzucker. Wann begossen wird, sagt der Text nicht. In der Praxis den Kopf auf dem Rost mehrmals mit der Butter-Rosenwasser-Mischung bestreichen, damit er gleichmäßig bräunt. Zucker und Zimt vorher miteinander mischen und erst zum Schluss aufstreuen; auf der warmen Oberfläche schmilzt der Zucker leicht an.

Praxis. Rosenwasser sparsam nehmen, es schmeckt schnell parfümiert. Weil keine Sauce dazugehört, lässt sich der Kopf kalt oder warm auftragen, wie der Text es freistellt. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0226-orig" n="bred" resp="#fyndling">„brät“: Der gar gesottene Kopf wird auf dem Rost gebraten. In den Nachbarrezepten steht an derselben Stelle „bradet ihn auff einer Roſt“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0226-orig" n="begeuſt ihn mit Butter vnnd Roſenwaſſer" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Kopf wird nach dem Braten einmal mit Butter und Rosenwasser übergossen, so wie der Satz auf das Braten folgt.<list type="alternatives"><item>Während des Bratens auf dem Rost mehrmals mit Butter und Rosenwasser bestreichen.<note type="rationale">Der Text legt den Zeitpunkt nicht fest. Das wiederholte Begießen hält die Oberfläche feucht und lässt sie gleichmäßig bräunen; so ist es in der Praxis empfohlen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0227-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, in Wasser mit Essig gesotten und danach auf dem Rost gebräunt, mit einer warmen, süßen Weinsauce aus Datteln, Malvasier, Muskatblüte und Eidottern.

Der Kopf. Der Kopf siedet in Wasser mit Essig, bis er gar ist; Verhältnis und Garzeit nennt der Text nicht. Auf dem Rost über der Glut bekommt der weich gesottene Kopf Farbe und eine trockene Oberfläche.

Kurz vor dem Sieden. Datteln, Malvasier, Muskatblüte und Eidotter kommen zusammen in einen Topf. Die Sauce geht über den Kopf, „wens fuͤr dem ſud iſt“, also wenn sie kurz vor dem Sieden steht. Die Eidotter binden den Wein; ließe man die Sauce aufkochen, würden sie ausflocken. Rontzier setzt dieselbe Grenze andernorts ausdrücklich gegen das Aufsieden (Stockfisch, ron-2381).

Praxis. Die Datteln klein schneiden, mit dem Malvasier, der Muskatblüte und den verquirlten Eidottern bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Sauce dicklich wird und dampft, aber nicht kocht. Mengen nennt der Text nicht; das Verhältnis von Wein zu Eidotter bestimmt, wie dick die Sauce wird. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0227-orig" n="Hauen" resp="#fyndling">Ein Hauen (auch Hafen) ist ein Topf, hier das Gefäß, in dem die Sauce aus Datteln, Wein und Eidottern heiß gemacht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0227-orig" n="Maluaſier" resp="#fyndling">Malvasier ist ein süßer Wein, benannt nach dem Ausfuhrhafen Malvasia (Monemvasia) auf der Peloponnes.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0227-orig" n="gibts wens fuͤr dem ſud iſt" resp="#fyndling" subtype="lexical">Wenn die Sauce kurz vor dem Sieden steht, wird sie über den Kopf gegeben: „fuͤr“ steht für „vor“. Rontzier stellt die Wendung selbst dem Aufsieden gegenüber - beim Stockfisch soll man ihn „fuͤr den ſud kommen laſſen / denn wenn er auff ſeud wirdt er hart“ (ron-2381); so auch ron-0039, ron-0172 und ron-0215. Bei einer mit Eidottern gebundenen Sauce passt die Grenze vor dem Sieden.<list type="alternatives"><item>Bis zum ersten Aufwallen erhitzen.<note type="rationale">So ist die ähnliche Wendung in ron-0040 übersetzt. Gegen diese Lesart spricht Rontziers eigene Unterscheidung von Aufsieden und „fuͤr den ſud“ sowie die Eidotter, die beim Kochen ausflocken.</note></item><item>Wenn der Kopf aus dem Sud genommen ist.<note type="rationale">„Sud“ könnte die Kochbrühe des Kopfes meinen. Der Kopf ist zu diesem Zeitpunkt aber schon vom Rost, und die Wendung steht im Buch durchweg für den Siedepunkt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0228-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinskopf, erst gesotten, dann auf dem Rost gebraten, und zum Schluss mit einer Butter überzogen, in der kleine Rosinen, Nelken und Zimt durchgekocht wurden. Eine gebundene Sauce ist das nicht: Es gibt weder Brot noch Mehl, die Butter trägt Früchte und Gewürz.

Sieden. Der Kopf wird in Essig und Wasser gar gekocht. Ein Mengenverhältnis nennt der Text nicht; der Essig würzt und gibt Säure. Ein ganzer Kopf braucht je nach Größe etwa drei Stunden und mehr, bis das Fleisch weich ist.

Rost. Danach kommt der gare Kopf auf den Rost und wird mit Butter oder Bratenfett beträufelt. Wie lange, sagt der Text nicht. Da das Fleisch schon gar ist, genügt es in der Praxis, ihn so lange zu braten, bis er rundum Farbe hat.

Braune Butter. Butter erhitzen, bis sie bräunt und nussig riecht, dann kleine Rosinen, Nelken und Zimt hineingeben und kurz miteinander durchkochen, bis die Rosinen sich vollgesogen haben. Kleine Rosinen sind die kleinen dunklen Sorten, heute als Korinthen zu kaufen.

Praxis. Die Butter mit den Rosinen über den Kopf geben und ihn warm auftragen. Die Zubereitungszeit von etwa vier Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0228-orig" n="betreufft" resp="#fyndling">„beträufelt“: Butter oder Bratenfett wird während des Bratens über den Kopf gegeben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#ron-0229-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Wildschweinskopf, in Wasser mit Essig gar gekocht. Darüber kommen frische Pflaumen, in brauner Butter angeschwitzt und mit Ingwer gewürzt. Einen Rostschritt wie in den benachbarten Rezepten nennt der Text hier nicht.

Pflaumen. Die Butter wird erst braun gemacht, dann kommen die Pflaumen hinein. Sie sollen nicht ganz mürbe werden, also nur so lange in der Pfanne bleiben, bis sie heiß und eben weich sind, aber ihre Form behalten. Ob sie ganz oder entsteint hineinkommen, sagt der Text nicht; ganz halten sie am besten zusammen. Auch die Form des Ingwers bleibt offen.

Praxis. Den Kopf in einem großen Topf in Wasser mit Essig weich sieden. Kurz vor dem Anrichten Butter in der Pfanne bräunen, die Pflaumen darin kurz anschwitzen, Ingwer dazugeben und alles über den Kopf geben. Die Zubereitungszeit von etwa drei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="gloss" target="#ron-0229-orig" n="ſchwetzet ... ab" resp="#fyndling">Rontziers Wort für das Anschwitzen in heißem Fett, verwandt mit „schweißen“ (Grimm: Küchenwort für „in Hitze zubereiten, rösten, braten“). Braun ist hier die Butter; die Pflaumen sollen darin nur so lange garen, dass sie nicht ganz mürbe werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ron-0229-orig" n="Schweinßbraten" resp="#fyndling" subtype="contextual">Gemeint ist der gar gekochte Wildschweinskopf selbst, über den die Pflaumen kommen. Das Rezept steht mitten unter den Kopfrezepten und beginnt mit „Man machet ihn … gahr“; „Braten“ kann allgemein ein zubereitetes Fleischstück oder ganzes Tier bezeichnen (Campe: „auch ein ganzes gebratenes Thier“). Die Übersetzung behält das Wort des Textes.<list type="alternatives"><item>Der Kopf wird nach dem Sieden noch auf dem Rost gebraten, wie in den Nachbarrezepten Nr. 19 und 21, und heißt deshalb Braten.<note type="rationale">Möglich, denn dort steht „bradet ihn auff einer Roſten“; hier fehlt dieser Schritt aber im Text und wird deshalb nicht ergänzt.</note></item><item>Die Pflaumen sind eine Auflage für einen gewöhnlichen Schweinebraten.<note type="rationale">Das Wort trägt das wörtlich, aber das Rezept nennt keinen eigenen Braten und kocht vorher „ihn“ gar; als eigenständiges Bratenrezept ergibt es keinen Sinn.</note></item></list></note>
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