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        <title>Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability status="restricted">
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/rumpolt/</idno>
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          <title>Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle</title>
          <date when="1581">1581</date>
          <idno type="URI">https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/rumpolt_kochbuch_1581</idno>
          <note>Transkription: Sonja Bayer, Tom Bilodeau, Thomas Gloning, Martina Grasse, Tanja Kasten, Marc Kuse, Yvonne Ziegler, Justus-Liebig-Universität Gießen, bereitgestellt über das Deutsche Textarchiv (CC BY-NC 3.0 DE)</note>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-registry" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-registry">
          <label>Zuordnung aus der Fyndling-Zutatenregistry</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-registry" haben ihre Normdaten aus unserer handgepflegten Zutatenregistry erhalten: einer redaktionell gefuehrten Tabelle, die je Wikidata-Konzept die modernen Namensvarianten festhaelt, unter denen wir es im Korpus fuehren. Sie greift genau dort, wo der Korpus selbst keine Mehrheit hergibt - etwa weil derselbe Name je nach Rezept verschieden aufgeloest wurde. Die Entscheidung ist unsere und nicht CoReMA zuzurechnen. Wo eine kontextabhaengige Regel zustaendig ist (Tierart, Fastengebot), gilt nicht diese Tabelle, sondern #fyndling-ingredient-context.</p>
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        <application ident="fyndling-corema-index" version="1" xml:id="fyndling-corema-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="rum-0001">
        <head>Gekochter Ochsenkopf als Schaugericht</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0001-trans">
          <p>EJnen gantzen Ochsenkopff zu kochen. Schneidt jhn mit den Hoͤrnern vnnd der Haut ab/ setz Wasser in einem Kessel auff/ vnd mach es heiß/ bruͤhe den Kopff darinn/ wie man die Fuͤß zurichtet/ daß das Haar darvon gehet. Vnd wann er sauber bereitet ist/ so setz jn in Wasser zu/ vnd verfaum jhn wol/ wirff zimlich viel Saltz darein/ vnnd laß darmit an die statt sieden/ zeuch jn auß auff ein saubers Bret/ vnd laß jn kalt werden/ seuber jn auß. Vnnd wann du jn wilt auff ein Tisch geben/ kanstu jn schmuͤcken mit Golt oder Silber. Vnnd wann er kalt ist/ so ist er gut zu essen/ vnd stehet schoͤn vor ein Schauessen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0001-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0001-orig">
          <p>Einen ganzen Ochsenkopf zu kochen. Schneide ihn mit den Hörnern und der Haut ab. Setze Wasser in einem Kessel auf und erhitze es. Brühe den Kopf darin ab, wie man die Füße zubereitet, sodass das Haar davon abgeht.</p>
          <p>Und wenn er sauber vorbereitet ist, setze ihn ins Wasser und schäume ihn gut ab. Gib reichlich Salz hinzu und lasse ihn darin gar kochen. Ziehe ihn heraus auf ein sauberes Brett und lasse ihn kalt werden. Säubere ihn anschließend aus.</p>
          <p>Wenn du ihn auf den Tisch geben willst, kannst du ihn mit Gold oder Silber schmücken. Und wenn er kalt ist, ist er gut zu essen und eignet sich schön als Schauessen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Ochsenkopff">Ochsenkopf</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gold or silver" orig="Golt oder Silber" commodity="wikidata:Q897 wikidata:Q1090" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Blattgold oder Blattsilber (essbar)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0002">
        <head>Gepresster Ochsenkopf mit Schweinefleisch</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0002-trans">
          <p>2. Ein gepreßten Ochsenkopff. Zerleg den Ochsenkopff/ vnd leg jhn in ein Wasser/ setz jn zu/ vñ laß jn wol an die statt sieden/ verfaum jn sauber/ vñ thu jhn auß der Bruͤh/ vnnd laß jhn wol kalt werden/ vnnd heb die Bruͤh darvon auff. Nim̃ zween Koͤpff von einheimischen Schweinen/ die zulegt seyn/ setz sie in Wasser zu/ vnd laß sie wol sieden/ auch Schweinen Ohren ein par oder zehen/ zeuchs auß der Bruͤh/ vnnd laß kalt werden/ schneidt sie fein klein mit dem Fleisch vom Ochsen vnnd Schweinskopff/ laß es widerumb mit der Rindtfleischbruͤh/ da der Kopff innen gesotten/ auffsieden/ misch frischẽ klein geschnittenẽ Speck/ gestossen vnd gantzen Pfeffer/ der zerklopfft ist/ darvnter/ laß darmit sieden/ vnd versaltz es nicht/ so wirdt es wolgeschmack. Nim̃ darnach Maieran/ Salbey/ vnd allerley wolschmeckende gruͤne Kraͤuter/ thu sie darein/ wanns gesotten ist/ thu es von dem Feuwer/ vnnd schuͤt es in ein sauber Tuch/ bindt es zu/ so fleußt die Bruͤh davon hinweg/ preß es wol/ so wirt es kalt vnd hart/ thu es darnach herauß/ so kanstu es gantz oder zuschnitten auff ein Tisch geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0002-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0002-orig">
          <p>Zerlege den Ochsenkopf und lege ihn in Wasser. Setze ihn auf und lasse ihn gut gar kochen. Schäume ihn sauber ab und nimm ihn aus der Brühe. Lasse ihn gut kalt werden und hebe die Brühe davon auf.</p>
          <p>Nimm zwei Köpfe von gut genährten einheimischen Schweinen, setze sie in Wasser auf und lasse sie gut sieden. Gib auch ein Paar oder zehn Schweineohren hinzu. Nimm sie aus der Brühe und lasse sie kalt werden.</p>
          <p>Schneide die Ohren fein klein mit dem Fleisch vom Ochsen- und Schweinskopf. Lasse alles wieder mit der Rinderbrühe, in der der Ochsenkopf gesotten wurde, aufkochen. Mische frischen, kleingeschnittenen Speck sowie gemahlenen und grob zerstoßenen Pfeffer darunter. Lasse es damit sieden und versalze es nicht, so wird es wohlschmeckend.</p>
          <p>Nimm danach Majoran, Salbei und allerlei wohlschmeckende grüne Kräuter. Gib sie hinzu, wenn es gesotten ist. Nimm es vom Feuer und schütte es in ein sauberes Tuch. Binde es zu, sodass die Brühe abfließt. Presse es gut, so wird es kalt und hart. Nimm es danach heraus, dann kannst du es ganz oder zerschnitten auf einem Tisch servieren.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenkopff">Ochsenkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Bruͤh / Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="zween Koͤpff von einheimischen Schweinen">Schweineköpfe</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="pig's ear" orig="Schweinen Ohren ein par oder zehen" commodity="wikidata:Q2255814" source="#fyndling-ingredient-name">Schweineohren</ingredient> - 1 pair</item>
            <item>
              <ingredient orig="frischẽ klein geschnittenẽ Speck">Frischer Speck, gewürfelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen vnd gantzen Pfeffer/ der zerklopfft ist">Pfeffer, gemahlen und grob zerstoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="marjoram" orig="Maieran" commodity="wikidata:Q22694" source="#fyndling-ingredient-registry">Majoran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Salbey" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="allerley wolschmeckende gruͤne Kraͤuter">Wohlriechende grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versaltz es nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0003">
        <head>Ochsenkopf-Sülze, klar und gewürzt</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0003-trans">
          <p>3. Nim̃ ein Ochsenkopff/ zerhauw jn zu kleinen stuͤcken/ setz die mit den Fuͤssen in Wasser zu/ thu Saltz darein/ vnd laß wol sieden/ daß es wirdt wie ein Muß/ seig die Bruͤh darvon/ vnnd gib das Fleisch armen Leuten. Setz die Bruͤh wider zu/ vnnd geuß Essig darein/ laß es damit sieden/ vnnd mach es mit gestossenem Pfeffer vnd Saffran ab/ schoͤpff das feißt hinweg/ vnnd geuß die Bruͤh durch ein Wuͤllen Tuch/ so wirdt sie lauter. Geuß in ein Schissel oder zwo/ vnd laß es kalt werden/ schneidt es zu stuͤcken/ vnd lege es in ein Schuͤssel weit von einander/ so stehet es schoͤn/ vnd ist gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0003-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0003-orig">
          <p>Nimm einen Ochsenkopf und zerhaue ihn in kleine Stücke. Setze diese zusammen mit den Füßen in Wasser auf, gib Salz hinzu und lasse es gut sieden, bis es wie ein Mus wird. Seihe die Brühe ab und gib das Fleisch den armen Leuten.</p>
          <p>Setze die Brühe wieder auf und gieße Essig hinein. Lasse es damit sieden und schmecke es mit gestoßenem Pfeffer und Safran ab. Schöpfe das Fett weg und gieße die Brühe durch ein wollenes Tuch, damit sie klar wird.</p>
          <p>Gieße die Brühe in ein oder zwei Schüsseln und lasse sie kalt werden. Schneide die Sülze in Stücke und lege sie weit auseinander in eine Schüssel, so steht sie schön und ist gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenkopff">Ochsenkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Fuͤssen">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0004">
        <head>Ochsenohren in Pfeffer oder weiß</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0004-trans">
          <p>4. Ohren von Ochsen. Mach die Ohren sauber/ vnd koch die in einẽ Pfeffer/ oder weiß mit sauren Limonien.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0004-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0004-orig">
          <p>Reinige die Ohren. Und koche sie entweder in einem Pfeffer oder bereite sie weiß mit sauren Zitronen zu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ohren von Ochsen">Ochsenohren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="sauren Limonien">Saure Zitronen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0005">
        <head>Ochsenhirn-Mus mit Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0005-trans">
          <p>5. Ochsenhirn Muß. Setze das Hirn mit dem Ochsenkopff zu/ vnnd laß wol an die statt sieden/ thu darnach das Hirn auß dem Kopff/ treibe es mit Eyerdotter ab/ vnd streichs durch ein Haͤrin Tuch/ thu Butter in einen Kessel/ auch Gewuͤrtz/ als Pfeffer/ Jngwer vnd Saffran/ laß miteinander sieden/ vnd ruͤrs vmb/ dz nicht anbrennt/ gibs warm auff ein Tisch/ so ist es gut vnd wolgeschmack.

Du kanst auch wol das Hirn auß dem Kopff nemmen/ vnd sieden lassen/ vnd also zurichten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0005-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0005-orig">
          <p>Setze das Hirn zusammen mit dem Ochsenkopf auf und lasse es gut gar kochen. Nimm danach das Hirn aus dem Kopf, verrühre es kräftig mit Eigelb und streiche es durch ein Haartuch.</p>
          <p>Gib die durchgestrichene Masse mit Butter in einen Topf, dazu Gewürze wie Pfeffer, Ingwer und Safran. Lasse alles miteinander sieden und rühre es um, damit es nicht anbrennt. Serviere das Mus warm auf einem Tisch; so ist es gut und wohlschmeckend.</p>
          <p>Alternative Zubereitung: Du kannst das Hirn auch ohne den Kopf entnehmen, es kochen lassen und auf diese Weise zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenhirn">Ochsenhirn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenkopff">Ochsenkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0006">
        <head>Gefüllte Ochsenkopf-Schnitten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0006-trans">
          <p>6. Das feist von Augen sampt dem Fleisch zu brauchen zu einem Pouesen. Wann der Kopff wol gesotten ist/ so thu das Fett vnd Fleisch von Augen herauß/ hacks mit gruͤnen Kraͤutern/ geriebenem Weck/ Eyerdottern/ ein wenig Jngwer vnd Saltz/ mach Schnitten von einẽ Weck/ vnd streichs darauff/ druck die andern Schnitten darauff/ vnd schlag ein Ey oder zwey durcheinander/ vnd tauch die Schnitten mit den oͤrtern darein/ wirff sie in heisse Butter/ vñ backs auß/ so helt es die Schnittẽ fein beyeinander. Solches warm auff ein Tisch geben/ vnd mit Jngwer bestreuwet/ ist ein koͤstlich vnd Herrlich essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0006-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0006-orig">
          <p>Wenn der Ochsenkopf gut gekocht ist, nimm das Fett und Fleisch von den Augen heraus. Hacke es mit grünen Kräutern, geriebenem Weißbrot, Eigelb, ein wenig Ingwer und Salz.</p>
          <p>Forme Schnitten von einem Weißbrot und streiche die Füllung darauf. Drücke die anderen Schnitten darauf. Schlage ein oder zwei Eier durcheinander und tauche die Schnitten mit den Rändern hinein. Wirf sie in heiße Butter und backe sie aus, sodass die Schnitten gut zusammenhalten.</p>
          <p>Serviere dies warm auf einem Tisch und mit Ingwer bestreut. Es ist ein köstliches und herrliches Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Das Fett vnd Fleisch von Augen" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Ochsenkopffleisch und -fett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geriebenem Weck">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="ein wenig Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Schnitten von einẽ Weck">Weißbrotscheiben</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey oder zwey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="heisse Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="mit Jngwer bestreuwet" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gemahlen (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0007">
        <head>Ochsenmaul in Pfeffer-, Mandel- oder Apfel-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0007-trans">
          <p>7. Ochsenmaul in Pfeffer/ Mandel oder Epffel gescharbt eingemacht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0007-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0007-orig">
          <p>Dieses Gericht besteht aus Ochsenmaul, das in einer von drei dicken Saucen serviert wird: mit Pfeffer, mit geriebenen Mandeln oder mit geraspelten Äpfeln.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenmaul">Ochsenmaul</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pfeffer/ Mandel oder Epffel gescharbt">Saucenbasis</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0008">
        <head>Ochsenzungen in dicker Mandelsauce (Gescharb)</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0008-trans">
          <p>8. Ochsenzungen in einem gescharb eingemacht. Nim̃ die Zungen/ setz sie in Wasser zu/ vnd laß sie gar an die statt sieden/ butz sie sauber auß/ vnnd schneidt sie voneinander/ vnd leg sie auff einen Roßt/ vñ breun sie ab/ schneide Mandeln klein/ vnnd mach sie in Wein oder Rindtfleischbruͤh ab/ thu ein wenig Essig/ Saffran/ Pfeffer/ Zim̃et vnnd Zucker darein/ daß es suͤß wirdt/ auch kleine schwartze Rosein/ vnd ein wenig eingebrennt Mehl/ laß darmit sieden/ daß es nicht zu dick/ auch nicht zu duͤnn wirdt/ schneidt darnach die zungen darein/ so wirdt es gut vnd wol geschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0008-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0008-orig">
          <p>Nimm die Ochsenzungen, setze sie in Wasser auf und lasse sie gar kochen. Putze sie sauber aus und schneide sie voneinander. Lege sie auf einen Rost und bräune sie ab.</p>
          <p>Schneide Mandeln klein und rühre sie in Wein oder Rinderbrühe an. Gib ein wenig Essig, Safran, Pfeffer, Zimt und Zucker hinein, sodass es süß wird. Füge auch kleine schwarze Rosinen und ein wenig geröstetes Mehl hinzu.</p>
          <p>Lasse es damit sieden, sodass es nicht zu dick, auch nicht zu dünn wird. Schneide danach die Zungen hinein, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Zungen / Ochsenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Weißwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine schwartze Rosein">Rosinen, schwarz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig eingebrennt Mehl">Mehl, geröstet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0009">
        <head>Ochsenzungen-Pastete</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0009-trans">
          <p>9. Ochsenzungen Pasteten. Treib eine Pasteten auff/ vnd schneidt die Ochsenzungen fein breit darein/ thu kleine schwartze Rosein/ frische vnzerlassene Butter/ Jngwer vnd gesaltzen Limonien darein/ mach sie mit einem Deckel von Teig zu/ vnd scheub es in Ofen/ Wanns gebacken ist/ so schneidt den Deckel auff/ vnd geuß ein wenig Bruͤhe darein/ so wirdt es safftig vnnd gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0009-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0009-orig">
          <p>Forme eine Pastete. Schneide die Ochsenzungen fein und breit in Scheiben und lege sie hinein. Gib kleine schwarze Rosinen, frische, ungeschmolzene Butter, Ingwer und gesalzene Zitronen dazu.</p>
          <p>Verschließe die Pastete mit einem Teigdeckel und schieb sie in den Ofen. Wenn sie gebacken ist, schneide den Deckel auf und gieße ein wenig Brühe hinein, so wird sie saftig und gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenzungen">Ochsenzungen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pie crust" orig="Pasteten" commodity="wikidata:Q5190246" source="#fyndling-ingredient-name">Pastetenteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine schwartze Rosein">Kleine schwarze Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzerlassene Butter">Frische, ungeschmolzene Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzen Limonien">Gesalzene Zitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="Bruͤhe" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0010">
        <head>Geräucherte Ochsenzungen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0010-trans">
          <p>10. Gereucherte Zungen vom Ochsen ist auch nicht boͤß/ es sey warm oder kalt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0010-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0010-orig">
          <p>Geräucherte Zungen vom Ochsen sind ebenfalls gut, sei es warm oder kalt serviert.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Gereucherte Zungen vom Ochsen">Geräucherte Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0011">
        <head>Geräucherte gefüllte Ochsenzunge</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0011-trans">
          <p>11. Gereucherte gefuͤllte Zungen. Nim̃ ein Rohe Zungen/ vnd schneidt das Fleisch vnter der Haut herauß/ schneidt Fleisch vom Ochsen/ das nicht feißt ist/ auch Schweinenfleisch das wol vnterwachsen/ eines so viel als deß andern fein klein/ vnnd daß kein Wasser darzu kompt/ stoß Saltz in einem Moͤrsel/ vnd zerklopff ein wenig Pfeffer/ vnd nim̃ zweymal so viel Saltz als Pfeffer/ vnd reib es mit den Haͤnden drein/ ehe du es fuͤllest/ thu es darnach in die Zungen/ vñ bindt sie fest zu/ henck sie nicht in Schornstein/ sondern in Rauch/ da kein Hitz darzu kompt/ laß sie ein Wochen oder vier darinnen hencken/ so wirdt es innwendig fein rot/ vnd helt sich ein Jar oder zwey/ mache es auch nicht im Sommer/ sondern im Winter/ wann es gar kalt ist. Vnd wann du es wilt essen/ so laß ein stundt oder zwo sieden/ zeuchs auß/ vñ laß kalt werden/ vnd wenn du es wilt zuschneiden/ so zeuch die Haut herab/ als dann wirstu sehen/ ob du es fest gefuͤllt hast oder nicht. Hastu es gefuͤllt daß fest ist/ so leßt sichs schneiden/ ists aber nicht hart gefuͤllt/ so gib es gantz auff ein Tisch/ so ist es ein gut Essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0011-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0011-orig">
          <p>Nimm eine rohe Ochsenzunge und schneide das Fleisch unter der Haut heraus. Schneide mageres Ochsenfleisch und gut durchwachsenes Schweinefleisch, von beidem gleich viel, fein und klein. Achte darauf, dass kein Wasser dazukommt.</p>
          <p>Stoße Salz in einem Mörser und zerstoße ein wenig Pfeffer grob. Nimm doppelt so viel Salz wie Pfeffer und reibe es mit den Händen in das Fleisch, bevor du füllst. Gib die Füllung danach in die Zunge und binde sie fest zu.</p>
          <p>Hänge sie nicht in den Schornstein, sondern in den Rauch, wo keine Hitze hinkommt. Lass sie ein bis vier Wochen darin hängen, so wird sie innen schön rot und hält sich ein oder zwei Jahre. Mach das auch nicht im Sommer, sondern im Winter, wenn es sehr kalt ist.</p>
          <p>Wenn du sie essen willst, lass sie ein bis zwei Stunden sieden. Nimm sie heraus und lass sie kalt werden. Wenn du sie aufschneiden willst, zieh die Haut ab. Dann wirst du sehen, ob du sie fest gefüllt hast oder nicht. Hast du sie fest gefüllt, lässt sie sich schneiden. Ist sie aber nicht fest gefüllt, so trag sie ganz auf, dann ist es auch so ein gutes Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein Rohe Zungen">Ochsenzunge, roh</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Fleisch vom Ochsen/ das nicht feißt ist" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleisch, mager</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork" orig="Schweinenfleisch das wol vnterwachsen" commodity="wikidata:Q191768" source="#fyndling-ingredient-context">Schweinefleisch, marmoriert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0012">
        <head>Gefüllte Ochsenzunge in weißer Petersilienwurzel-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0012-trans">
          <p>12. Ein gefuͤllte Zungen auff ein ander manier. Vntergreiff sie mit einem Messer/ vnd schneidt das Fleisch herauß/ nim̃ ein wenig Speck/ Zwibel vnd wolschmeckende Kraͤuter/ sie seyn gruͤn oder duͤrr/ hack es mit gestossenem Pfeffer vnd Jngwer/ auch mit Rindern feißt/ das roh ist/ durcheinander/ schlag ein Ey oder zwey darein/ darnach du sihest das weiter von noͤten thut/ mach die Fuͤll gelb oder weiß/ fuͤll es in die Zungen/ vnnd binde sie mit Bindtgarn/ oder speil sie mit einem Hoͤltzlein zu/ setz sie zu/ vnd laß sie siedẽ/ thu sie auß in ein kalt Wasser/ vnnd seubers auß/ zeuch die grobe Haut ab.

Nim̃ darnach ein gute Rindtfleischbruͤh/ die lindt gesaltzen ist/ schneidt Pettersilgen Wurtzel darein/ vnd brenn Mehl ein/ daß die Bruͤh fein glat vnd dick wirdt/ vnnd wenn du schier wirst anrichten/ so schneidt gruͤne oder duͤrre Kraͤuter darein/ auch frische vngesaltzene Butter/ so wirdt es schoͤn weiß/ laß gantz oder zuschneidt es/ wie du es haben wilt/ so ist es gut vnnd wol gegeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0012-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0012-orig">
          <p>Unterschneide die Zunge mit einem Messer und schneide das Fleisch heraus. Nimm etwas Speck, Zwiebel und wohlschmeckende Kräuter, seien sie frisch oder getrocknet. Hacke alles mit gestoßenem Pfeffer und Ingwer, auch mit rohem Rinderfett, durcheinander. Schlage ein oder zwei Eier hinein, je nachdem, wie viel weiter nötig ist. Mache die Füllung gelb oder weiß. Fülle sie in die Zungen und binde sie mit Bindegarn oder stecke sie mit einem Hölzchen zu. Setze sie auf und lasse sie sieden. Nimm sie heraus in kaltes Wasser und säubere sie, ziehe die grobe Haut ab.</p>
          <p>Nimm danach eine gute Rinderbrühe, die mild gesalzen ist. Schneide Petersilienwurzel hinein und brenne Mehl ein, damit die Brühe schön glatt und dick wird. Und wenn du bald anrichten wirst, so schneide grüne oder getrocknete Kräuter hinein, auch frische ungesalzene Butter, so wird es schön weiß. Lasse es ganz oder schneide es zu, wie du es haben willst, so ist es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zungen">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="ein wenig Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="wolschmeckende Kraͤuter/ sie seyn gruͤn oder duͤrr" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Kräuter (frisch oder getrocknet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindern feißt/ das roh ist">Rinderfett, roh</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey oder zwey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier (1-2)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Bindtgarn">Bindegarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Hoͤltzlein">Holzspeiler</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kalt Wasser">Wasser, kalt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh/ die lindt gesaltzen ist" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe, mild gesalzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="gruͤne oder duͤrre Kraͤuter" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Kräuter (frisch oder getrocknet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vngesaltzene Butter">Butter, ungesalzen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0013">
        <head>Gefüllte Ochsenzunge, mit Zimt und Nelken gespickt, in weißer oder gelber Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0013-trans">
          <p>13. Widerumb ein Zung mit einer Fuͤll zuzurichten. Laß sie sieden biß sie gar wirdt/ seuber sie auß kaltem Wasser/ spick sie mit Zim̃et vnnd Negelein/ roͤßt sie auff einem Roßt/ daß sie fein braun wirdt/ vñ ist sie weiß gefuͤllet/ so mach ein weisse Suppen darzu/ von Rindtfleischbruͤh/ Essig/ frischer Butter/ vnd ein wenig kleine Capern/ die wol gewaͤssert seyn. Jst aber die Fuͤll gelb/ so mach gelbe Suppen. Nim̃ Wein/ Essig/ Pfeffer/ Saffran/ Zim̃et/ Zucker/ vnnd ein wenig eingebrennt Mehl darzu/ laß miteinander sieden/ thu kein Saltz noch Butter darein/ gib es vnter die Zungen/ so ist es lieblich vnd gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0013-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0013-orig">
          <p>Noch einmal eine Zunge mit einer Füllung zuzubereiten.</p>
          <p>Lass sie sieden, bis sie gar ist, säubere sie in kaltem Wasser, spicke sie mit Zimt und Nelken und röste sie auf einem Rost, dass sie schön braun wird.</p>
          <p>Ist sie weiß gefüllt, so mach eine weiße Sauce dazu aus Rinderbrühe, Essig, frischer Butter und ein wenig kleinen Kapern, die gut gewässert sind.</p>
          <p>Ist die Füllung aber gelb, so mach eine gelbe Sauce. Nimm Wein, Essig, Pfeffer, Safran, Zimt, Zucker und ein wenig eingebranntes Mehl dazu, lass es miteinander sieden und gib weder Salz noch Butter hinein. Gib es unter die Zunge, so ist es lieblich und gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zung">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Fuͤll">Füllung wie im vorigen Rezept (Speck, Zwiebel, Kräuter, Pfeffer, Ingwer, rohes Rinderfett, Ei)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Negelein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischer Butter">Frische Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine Capern">Kleine Kapern</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="eingebrennt Mehl">Geröstetes Mehl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0014">
        <head>Speckgespickte Ochsenzunge vom Spieß mit Pfeffer-Essig-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0014-trans">
          <p>14. Wann die Zung gesotten vnd außgeseubert ist/ so laß sie kalt werden/ spick sie mit kleinem geschnittenen Speck/ steck sie an/ vnnd brat sie geschwindt hinweg/ mach ein Suppen darvnter. Nim̃ Rindtfleischbruͤh/ vnd begeuß einen Rindern oder Ham̃elbraten damit ab/ fah sie wider auff/ so wirdt sie fein braun/ laß mit gestossenem Pfeffer vnnd Essig auffsieden/ vnnd wenn du anrichtest/ so geuß die Suppen darvnter/ so wirdt es braun vnd gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0014-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0014-orig">
          <p>Wenn die Zunge gekocht und gründlich gesäubert ist, lass sie kalt werden. Spicke sie mit klein geschnittenem Speck, stecke sie an den Spieß und brate sie rasch fertig. Mach eine Sauce darunter: Nimm Rinderbrühe und begieße damit einen Rinder- oder Hammelbraten. Fange sie wieder auf, so wird sie schön braun. Lass sie mit gestoßenem Pfeffer und Essig aufkochen. Und wenn du anrichtest, gieße die Sauce darunter, so wird es braun und gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Zung">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinem geschnittenen Speck">Speck, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einen Rindern oder Ham̃elbraten">Rinder- oder Hammelbraten (am Spieß, zum Begießen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0015">
        <head>Ochsenzunge vom Rost mit Butter, trocken gewürzt oder auf Mandelgescharb</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0015-trans">
          <p>15. Wann die Zung gesotten ist/ so schneidt sie von einander/ leg sie auff ein Roßt/ vnd breun sie ab/ begeuß sie mit frischer Butter die vnzulassen ist/ vnd wann du es wilt anrichten/ so nim̃ Pfeffer vnd Saltz durcheinander/ streuw es daruͤber/ vnnd gibs also trucken/ oder mach ein Mandelgescharb/ das gelb vnd suͤß ist/ darvnter/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0015-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0015-orig">
          <p>Wenn die Zunge gekocht ist, schneide sie auseinander. Lege sie auf einen Rost und bräune sie ab. Begieße sie mit frischer, ungeschmolzener Butter. Wenn du das Gericht anrichten willst, nimm Pfeffer und Salz durcheinander, streue es darüber und serviere es so trocken.</p>
          <p>Oder mit Mandelgescharb: Mache ein Mandelgescharb, das gelb und süß ist, und gib es darunter. So wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zung">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="frischer Butter die vnzulassen ist" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter (frisch, nicht zerlassen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelgescharb" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-registry">Mandeln (für das Mandelgescharb)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-registry">Safran (für das Mandelgescharb, nach Rumpolts Nr. 8; der Text sagt nur „gelb“)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker (für das Mandelgescharb, nach Rumpolts Nr. 8; der Text sagt nur „süß“)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0016">
        <head>Ochsenzunge in Scheiben mit Zwiebeln, Salzzitronen und Muskatblüte</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0016-trans">
          <p>16. Wann die Zungen halb gesotten ist/ so seuber sie auß/ schneidt sie rundt oder schlim/ darnach Zwibel klein daruͤber geschnitten/ setze sie mit Rindtfleischbruͤh/ die nicht feißt ist/ zu/ vnd laß darmit sieden. Mach sie ab/ vnd brenn ein Mehl darein/ auch ein wenig Essig/ gesaltzen Limonien/ gantzen Pfeffer/ ein wenig gestossen Jngwer/ auch frische vnzerlassene Butter/ vnnd ein wenig gantze Muscat Bluͤt/ laß es miteinander auffsieden. Vnnd wenn du es anrichtest/ so wirff klein geschnitten Pettersilg daruͤber/ so wirdt es gut vnd wol geschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0016-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0016-orig">
          <p>Wenn die Zunge halb gar gesotten ist, säubere sie. Schneide sie rund oder schräg in Scheiben und schneide danach Zwiebeln fein darüber. Setze sie mit Rinderbrühe, die nicht fett ist, auf und lass sie darin sieden.</p>
          <p>Mache sie dann fertig: Brenne Mehl ein, gib auch ein wenig Essig, gesalzene Zitronen, ganzen Pfeffer, ein wenig gestoßenen Ingwer, dazu frische, ungeschmolzene Butter und ein wenig ganze Muskatblüte hinein und lass alles miteinander aufsieden.</p>
          <p>Wenn du es anrichtest, streue fein geschnittene Petersilie darüber, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Zungen">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe, entfettet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzen Limonien">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Pfefferkörner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="gestossen Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="frische vnzerlassene Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muscat Bluͤt">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Pettersilg" commodity="wikidata:Q25284" source="#fyndling-ingredient-registry">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0017">
        <head>Ochsenzunge mit Meerrettich</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0017-trans">
          <p>17. Ein Zungen kocht mit Krehn oder Merrettich. Schab den Merrettich rein/ vnd schneidt jn fein sauber/ thu ein wenig Mandeln darzu/ vnd reibs in einem Reibscherben miteinander. Thu es in einen Hafen oder vberzinten Fischkessel/ vnnd laß den Merrettich mit einer guten Hennen oder Rindtfleischbruͤh auffsieden/ so wirdt es weiß/ vnnd thu Rindtfeißt darein/ so wirdt es wolgeschmack darvon. Vnd wenn die Zungen gesotten ist vñ auß geseubert/ so schneidt sie von einander/ vnnd thu sie in die Rindtfleischbruͤh/ so bleibt es warm. Vnd wenn du es wilt anrichten/ so richt den Merrettich am ersten an/ leg die Zungen darein/ vnnd begeuß mit einem Rindtfeißt/ vnd versaltz es nicht/ so ist es zierlich/ gut vnd wol geschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0017-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0017-orig">
          <p>Schabe den Meerrettich sauber und schneide ihn fein säuberlich. Gib ein wenig Mandeln dazu und reibe beides in einer Reibschale miteinander. Gib es in einen Topf oder einen überzinnten Fischkessel und lass den Meerrettich mit einer guten Hühner- oder Rinderbrühe aufkochen, so wird er weiß. Gib Rinderfett hinein, so wird er wohlschmeckend davon.</p>
          <p>Wenn die Zunge gesotten und gesäubert ist, schneide sie in Stücke und gib sie in die Rinderbrühe, so bleibt sie warm. Und wenn du anrichten willst, richte zuerst den Meerrettich an, lege die Zungenstücke hinein und begieße sie mit Rinderfett. Versalze es nicht, so ist es zierlich, gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zungen">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="horse radish" orig="Merrettich" commodity="wikidata:Q2964630" source="#fyndling-ingredient-name">Meerrettich</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="ein wenig Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Hennen oder Rindtfleischbruͤh">Hühner- oder Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0018">
        <head>Ochsenzunge in Pfeffersauce mit Hühnerblut</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0018-trans">
          <p>18. Zungen zu kochen in einem Pfeffer. Nim̃ Hennenschweiß/ Essig/ vnd Rindtfleischbruͤh die kalt ist/ schneidt Zwibel/ Epffel/ vnnd Ruckenbrot darein/ vnnd thu zimlich viel schweiß darein/ daß nicht herb darvon wirdt. Nim̃ darnach BertramKraut/ laß es mit dem schweiß sieden/ streich es durch ein Haͤrin Tuch/ dz fein glat vñ sauber wirt/ hack Zwibel mit Schweinen Schmaltz klein/ vnd schweiß miteinander/ nim̃ Pfeffer vnnd ein wenig Neglein darein/ vnd ruͤr es durcheinander/ laß auff kleinen Kolen sieden/ dz fein glat wirt. Wann die Zung gesotten ist/ so schneidt sie von einander/ lege sie auff ein Roßt/ vnnd breun sie ab/ zuschneidt sie zu stuͤcken/ vnnd thu sie in den Pfeffer/ vnd laß ein wenig sieden/ so wirt es gut vnd wol geschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0018-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0018-orig">
          <p>Nimm Hühnerblut, Essig und kalte Rinderbrühe. Schneide Zwiebeln, Äpfel und Roggenbrot hinein und gib ziemlich viel Blut dazu, damit es davon nicht herb wird.</p>
          <p>Nimm danach Bertramkraut und lasse es mit dem Blut sieden. Streiche es durch ein Haartuch, damit es fein, glatt und sauber wird. Hacke Zwiebeln klein und schwitze sie miteinander in Schweineschmalz an. Gib Pfeffer und ein wenig Nelken hinein und rühre es durcheinander. Lasse es auf kleiner Glut sieden, bis es fein glatt wird.</p>
          <p>Wenn die Zunge gesotten ist, schneide sie auseinander, lege sie auf einen Rost und bräune sie ab. Schneide sie in Stücke, gib sie in den Pfeffer und lasse sie ein wenig darin sieden. So wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="Hennenschweiß" commodity="wikidata:Q107246464" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh die kalt ist" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe, kalt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="Ruckenbrot" commodity="wikidata:Q3893120" source="#fyndling-ingredient-name">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="BertramKraut">Bertramkraut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lard" orig="Schweinen Schmaltz" commodity="wikidata:Q72827" source="#fyndling-ingredient-name">Schweineschmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zung">Ochsenzunge, gesotten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0019">
        <head>Ochsenzunge in säuerlicher Apfel-Rosinen-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0019-trans">
          <p>19. Setz die Zungen zu in einem Wasser/ vnnd laß sie wol an die statt sieden/ seuber sie auß/ vñ zeuch die Haut ab/ schel Epffel vnd Zwibel darein/ vnd hack sie klein. Nim̃ lauter Butter in einen Kessel/ mach sie warm/ vnd thu die Epffel vnnd Zwibel darein/ schweiß es zimlich/ vnnd nim̃ ein wenig Mehl/ gestossen Pfeffer/ geriebnen Saffran/ klein vñ grosse Rosein darein. Nim̃ Rindtfleischbruͤh vnd Essig/ so wirdt es fein saͤuwerlich/ Schneidt die Zungen voneinander/ leg sie auff ein Roßt/ vnd breun sie auff beyden seiten ab/ thu es in das gescharb/ vnd laß darmit sieden/ so wirdt es gut vnnd wol geschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0019-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0019-orig">
          <p>Setze die Ochsenzungen in Wasser auf und lasse sie gut gar kochen. Säubere sie dann und ziehe die Haut ab. Schäle Äpfel und Zwiebeln dazu und hacke sie klein.</p>
          <p>Nimm geklärte Butter in einen Topf, mache sie warm und gib die Äpfel und Zwiebeln hinein. Schwitze sie angemessen an und gib ein wenig Mehl, gestoßenen Pfeffer, geriebenen Safran sowie kleine und große Rosinen hinzu. Nimm Rinderbrühe und Essig dazu, so wird es fein säuerlich.</p>
          <p>Schneide die Zungen auseinander, lege sie auf einen Rost und bräune sie auf beiden Seiten an. Gib sie in das Gescharb und lasse sie darin sieden, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Zungen">Ochsenzunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geriebnen Saffran">Safran, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein vñ grosse Rosein">Rosinen, kleine und große</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0020">
        <head>Ochsenzunge in Zurwonada-Wurst, geräuchert</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0020-trans">
          <p>20. Nim̃ ein gantze rohe Zungen/ die außgeseubert ist/ stoß sie in einen Darm/ sampt dem Fleisch vom Ziewonada zugericht/ hengs in Rauch/ so wirt es alles miteinander schoͤn rot/ ist zierlich vnd gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0020-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0020-orig">
          <p>Nimm eine ganze rohe Ochsenzunge, die gesäubert ist, und stopfe sie zusammen mit dem Fleisch, das wie für die Ziewonada zugerichtet ist, in einen Darm. Hänge sie in den Rauch.</p>
          <p>So wird alles miteinander schön rot, ist zierlich und gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein gantze rohe Zungen">Ochsenzunge, roh</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="Fleisch vom Ziewonada zugericht">Wurstmasse wie für die Zurwonada (Rumpolt Nr. 61)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="einen Darm">Darm, großkalibrig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0021">
        <head>Gefüllte Ochsenbrust, kalt serviert</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0021-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0021-trans">
          <p>21. Nim̃ von einer Brust das halbe theil/ vnterschneidts oder vntergreiffs/ schneidt Rindtfleisch/ das nicht feißt ist/ klein/ auch gesaltzen Speck/ der nicht garstig ist/ ein wenig Zwibel/ gestossen Pfeffer/ drey oder vier Eyer/ auch wolschmeckende Kraͤuter/ vnd ein wenig Saltz/ hack das alles fein klein durcheinander/ vñ fuͤll es in die Brust/ vnterspeil es wol mit einem hoͤltzlein/ oder nehe es mit einem Faden zu/ setz es mit Wasser auff/ vñ laß wol sieden/ thu es auff ein Bret/ vnd laß kalt werden/ so ists ein gut Essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0021-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0021-orig">
          <p>Nimm eine halbe Ochsenbrust, schneide sie unten ein oder löse das Fleisch von unten ab, sodass eine Tasche entsteht. Schneide Rindfleisch, das nicht fett ist, klein, ebenso gesalzenen Speck, der nicht ranzig ist, ein wenig Zwiebel, gestoßenen Pfeffer, drei oder vier Eier, auch wohlschmeckende Kräuter und ein wenig Salz.</p>
          <p>Hacke das alles fein klein durcheinander und fülle es in die Brust. Stecke die Öffnung gut mit einem Hölzchen zu oder nähe sie mit einem Faden zu. Setze sie mit Wasser auf und lass sie gut sieden. Lege sie auf ein Brett und lass sie kalt werden, so ist es ein gutes Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Brust das halbe theil">Ochsenbrust</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch/ das nicht feißt ist" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Mageres Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzen Speck/ der nicht garstig ist">Gesalzener Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="drey oder vier Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient orig="wolschmeckende Kraͤuter">Wohlschmeckende Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hoͤltzlein">Holzspeiler (Rouladennadel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Faden">Küchengarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0022">
        <head>Gebratene Ochsenleber in grauer Soße</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0022-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0022-trans">
          <p>22. Gebratene Leber zum einmachen. Steck die Leber an ein Spieß/ vnd wañ sie gebraten ist/ so schneidt sie zu stuͤcken/ schneidt auch Zwibel klein darzu/ setz es mit Rindernbruͤh zu/ vnnd mach es mit gestossenem Pfeffer ab/ brenn ein wenig Mehl darein/ so wirdt es ein grauwe Bruͤh gewinnen/ ist gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0022-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0022-orig">
          <p>Stecke die Ochsenleber auf einen Spieß. Wenn sie gebraten ist, schneide sie in Stücke und schneide auch Zwiebeln klein dazu. Setze alles mit Rinderbrühe zu und schmecke es mit gestoßenem Pfeffer ab.</p>
          <p>Brenne ein wenig Mehl ein und gib es hinein, so bekommt die Brühe eine graue Farbe. Es ist gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef liver" orig="Leber" commodity="wikidata:Q67873858" source="#fyndling-ingredient-context">Ochsenleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindernbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Fett für die Einbrenne (Butter oder Rinderfett)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0023">
        <head>Ochsenkutteln mit Speck und Zwiebeln in brotgebundener Safranbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0023-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0023-trans">
          <p>23. Suͤltzen oder Kaldaunen mit Zwibel zugerichtet. Nim̃ Speck vnd Zwibel/ vnd hacks klein/ Weich ein Weck in Wasser/ druck jn wol auß/ vnnd thu jn vnter den Speck vnd Zwibel/ nim̃ ein gute Rindtfleischbruͤh/ vnd laß damit sieden/ mach die Bruͤh mit Pfeffer/ Saffran/ vnnd allerley wolschmeckenden gruͤnen Kraͤutern an/ laß darmit sieden/ vnd versaltz es nicht/ so wirdt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0023-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0023-orig">
          <p>Nimm Speck und Zwiebeln und hacke sie klein. Weiche ein Weißbrötchen in Wasser ein, drücke es gut aus und gib es unter den Speck und die Zwiebeln. Nimm eine gute Rinderbrühe und lasse [die Kutteln] darin sieden.</p>
          <p>Würze die Brühe mit Pfeffer, Safran und allerlei wohlschmeckenden grünen Kräutern, lasse es damit sieden und versalze es nicht, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="tripe" orig="Kaldaunen" commodity="wikidata:Q470873" source="#corema-ingredient-index">Kutteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weck" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="allerley wolschmeckenden gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versaltz es nicht" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0024">
        <head>Ochsenmagen mit Rührei-Speck-Füllung</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0024-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0024-trans">
          <p>24. Ein gefuͤllten Ochsenmagen. Nim̃ frischen Speck/ vnd ein wenig Zwibel/ hack es durch einander/ vnd schlag Eyer auff/ eins oder zehen/ mach ein eingeruͤrtes mit Butter vnd gruͤnen Kraͤutern/ mach es mit Gewuͤrtz gelb oder nicht. Thu die Fuͤll in den Magen/ vnnd bindt jn mit einem Bindtgarn oder Speil zu. Nim̃ darnach ein gut Rindtfleischbruͤh/ die nicht feißt ist/ Pettersilgen Wurtzel vnd gruͤne Kraͤuter/ vnd mach es damit ab/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0024-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0024-orig">
          <p>Nimm frischen Speck und ein wenig Zwiebel und hacke beides durcheinander. Schlage Eier auf, so viele du brauchst, und mach mit Butter und grünen Kräutern ein Rührei daraus. Färbe es mit Gewürz gelb oder lass es ungefärbt.</p>
          <p>Fülle die Füllung in den Magen und binde ihn mit Bindegarn zu oder stecke ihn mit einem Holzspeil zu. Nimm danach eine gute Rindfleischbrühe, die nicht fett ist, Petersilienwurzel und grüne Kräuter und bereite es damit fertig zu. So wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="stomach" orig="Magen" commodity="wikidata:Q1029907" source="#fyndling-ingredient-context">Rindermagen (Pansen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischen Speck">Frischer Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer auff/ eins oder zehen" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter (für die Füllung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="Gewuͤrtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz zum Gelbfärben (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Bindtgarn">Küchengarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Speil">Holzspeil</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="gut Rindtfleischbruͤh/ die nicht feißt ist" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe (nicht fett)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter (für die Brühe)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0025">
        <head>Ochsenmagen vom Rost mit Butter und Parmesan oder auf saurer Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0025-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0025-trans">
          <p>25. Gesotten Ochsenmagen. Schneidt jn voneinander/ vnnd laß das Feißt darbey/ leg jn auff ein Roßt/ vnd breun jn ab/ begeuß jhn mit frischer vnzerlassener Butter. Vnd wenn du es anrichtest/ so begeuß es widerumb mit frischer Butter/ strew ein Parmesankeß daruͤber/ oder mach ein saure Suppen von Rindtfleisch vnnd Essig darvnter/ vnnd gibs warm auff ein Tisch/ so wirdt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0025-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0025-orig">
          <p>Der Ochsenmagen ist bereits gar gesotten. Schneide ihn auseinander und lass das Fett daran. Lege ihn auf einen Rost und bräune ihn ab. Begieße ihn mit frischer, ungeschmolzener Butter.</p>
          <p>Wenn du ihn anrichtest, begieße ihn wiederum mit frischer Butter und streue Parmesankäse darüber.</p>
          <p>Oder auf saurer Brühe: Mache eine saure Brühe von Rindfleisch und Essig und gib sie darunter. Gib es warm auf den Tisch, so wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="stomach" orig="Ochsenmagen" commodity="wikidata:Q1029907" source="#fyndling-ingredient-context">Ochsenmagen (Kutteln/Pansen), gar gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Feißt">Fett (am Magen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischer vnzerlassener Butter">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmesankeß">Parmesankäse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0026">
        <head>Gewürzte Ochsenmilz vom Spieß oder Rost mit saurer Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0026-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0026-trans">
          <p>26. Vmbgekehrte Miltz vom Ochsen. Kehr die Miltz vmb/ nim̃ darnach Pfeffer/ Saltz vnd Feldtkuͤmmel durcheinander/ bestreuw sie damit/ vñ wend sie darnach wider vmb/ brat sie an einem Spieß/ oder auff dem Roßt/ vñ begeuß mit frischer vnzerlassener Butter. Nim̃ darnach ein Rindtfleischbruͤh/ ein wenig Essig/ gestossen Pfeffer oder Jngwer in die Bruͤh/ vnnd wann du es wilt anrichten/ so geuß die Bruͤh daruͤber/ so wirdt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0026-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0026-orig">
          <p>Stülpe die Milz um. Nimm danach Pfeffer, Salz und Feldkümmel durcheinander, bestreue die Milz damit und stülpe sie danach wieder zurück. Brate sie an einem Spieß oder auf dem Rost und begieße sie mit frischer, unzerlassener Butter.</p>
          <p>Nimm danach eine Rinderbrühe, ein wenig Essig und gestoßenen Pfeffer oder Ingwer in die Brühe. Wenn du das Gericht anrichten willst, gieße die Brühe darüber. So wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Miltz vom Ochsen">Ochsenmilz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Feldtkuͤmmel">Feldkümmel (Kümmel oder Quendel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischer vnzerlassener Butter">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen Pfeffer oder Jngwer">Pfeffer oder Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0027">
        <head>Ochsennieren vom Spieß mit Zwiebeln in Pfefferbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0027-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0027-trans">
          <p>27. Eingemachte Nieren von einem Ochsen. Steck sie an ein Spieß/ vñ brat sie gar an die statt/ schneidt klein Zwibel darzu/ vnd laß sie mit Rindfleischbruͤh auffsieden/ so kompt der starcke geschmack von Zwibeln hinweg/ schuͤt sie auff ein Durchschlag/ vnd mach sie mit gestossenem Pfeffer vñ guter Rindtfleischbruͤh/ die feißt ist/ ab/ schneidt die Nieren vom Spieß rab/ vnd thu die Zwibel darvnter/ laß sie damit sieden/ so wirt es braun vnd wolgeschmack. Also essens die Bauwren in Doͤrffern gern.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0027-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0027-orig">
          <p>Stecke die Ochsennieren auf einen Spieß und brate sie gar. Schneide Zwiebeln klein dazu und lass sie mit Rinderbrühe aufsieden, so geht der starke Geschmack der Zwiebeln weg.</p>
          <p>Schütte die Zwiebeln auf einen Durchschlag und mache sie mit gestoßenem Pfeffer und guter Rinderbrühe, die fett ist, fertig. Schneide die Nieren vom Spieß herunter und gib die Zwiebeln darunter. Lass sie damit sieden, so wird es braun und wohlschmeckend. So essen es die Bauern in den Dörfern gern.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Nieren von einem Ochsen">Ochsennieren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein Zwibel">Zwiebeln, kleingeschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="guter Rindtfleischbruͤh/ die feißt ist" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe, fett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0028">
        <head>Ochsenschlund oder „Licht“ in weißer Ingwer-Butter-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0028-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0028-trans">
          <p>28. Das Licht oder Schlundt vom Ochsen. Nim̃ das Licht/ vnnd kehr es vmb/ setz mit Wasser auff/ vnd laß wol sieden daß weich wirt/ thu es herauß/ vnd seubers auß/ schneidt es zu kleinen stuͤcken/ vnnd nim̃ ein gute Rindtfleisch Bruͤh/ vnnd ein wenig Essig/ brenn ein wenig Mehl ein/ vnnd thu frische vnzulassene Butter darein/ vnnd ein wenig Jngwer/ laß darmit ein starcken Sudt auffthun/ so bleibt es weiß vnd wol geschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0028-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0028-orig">
          <p>Nimm das „Licht“ und kehre es um. Setze es mit Wasser auf und lass es gut sieden, bis es weich wird. Nimm es heraus und putze es aus. Schneide es in kleine Stücke.</p>
          <p>Nimm eine gute Rindfleischbrühe und ein wenig Essig, brenne ein wenig Mehl ein und gib frische, ungeschmolzene Butter hinein und ein wenig Ingwer. Lass es damit kräftig aufkochen, so bleibt es weiß und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Das Licht oder Schlundt vom Ochsen">Ochsenschlund oder „Licht“ (Innerei vom Ochsen, vermutlich Lunge)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="ein gute Rindtfleisch Bruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ein wenig Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzulassene Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="ein wenig Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0029">
        <head>Ochsengurgel in mildem Pfeffer mit Hühnerblut</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0029-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0029-trans">
          <p>29. Gorgel von dem Ochsen. Setz sie in einem Wasser zu/ vnd laß sie ein stundt oder siben sieden/ nim̃ sie herauß/ vñ seuber sie auß/ so leßt sie sich fein von einander lesen. Mach ein linden Pfeffer von Huͤnerschweiß/ vnnd mach es saur/ oder laß es suͤß/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0029-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0029-orig">
          <p>Setze die Ochsengurgel in Wasser auf und lass sie eine oder sieben Stunden sieden. Nimm sie heraus und säubere sie aus, dann lässt sie sich schön auseinanderlesen.</p>
          <p>Mach eine milde Pfeffersoße aus Hühnerblut und mach ihn sauer oder lass ihn süß, so wird er gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Gorgel von dem Ochsen">Ochsengurgel (Kehle mit Luftröhre und Schlund)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="Huͤnerschweiß" commodity="wikidata:Q107246464" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="saur" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-registry">Essig (optional, zum Säuern; Mittel im Text nicht genannt)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0030">
        <head>Ochsen-Griff (festes Nierenfettstück) mit unreifen Trauben</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0030-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0030-trans">
          <p>30. Die Griff vom Ochsen. Setz sie in Wasser zu/ thu Saltz vnnd ein wenig Essig darein/ vnd laß wol an die statt sieden/ thu es herauß/ vnnd laß kalt werden/ beschneidt es sauber vnd rundt/ roͤßt es in lauter Butter/ vnnd wenn du es wol geroͤst hast/ so seig die Butter ab. Nim̃ vnzeitige Trauben/ die hart seyn/ brich sie von den Stielen ab/ vnnd thu sie darein/ auch ein wenig Jngwer/ vnd Rindtfleischbruͤh die nicht versaltzen ist/ laß miteinander auffsieden/ so wirt es fein saͤurlich vnd wolgeschmack von den Trauben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0030-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0030-orig">
          <p>Setze die Griffe vom Ochsen in Wasser auf, gib Salz und etwas Essig hinzu und lasse sie gut gar kochen. Nimm sie heraus und lasse sie kalt werden.</p>
          <p>Schneide sie sauber und rund zu. Röste sie in geklärter Butter. Wenn du sie gut geröstet hast, seihe die Butter ab.</p>
          <p>Nimm unreife Trauben, die noch hart sind, zupfe sie von den Stielen und gib sie hinein, dazu etwas Ingwer und Rinderbrühe, die nicht versalzen ist. Lasse alles miteinander aufkochen, so wird es schön säuerlich und wohlschmeckend von den Trauben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Die Griff vom Ochsen">Griff (festes Nierenfettstück vom Ochsen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vnzeitige Trauben/ die hart seyn">Unreife Weintrauben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="ein wenig Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh die nicht versaltzen ist" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0031">
        <head>Ochsen-Griff (festes Nierenfettstück) in Butter gebräunt, mit Pfeffer und Salz</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0031-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0031-trans">
          <p>31. Widerumb Griff zu zurichten auff ein ander manier. Schneidt die Griff fein breit/ vnd roͤßt sie in lauter Butter/ laß ein wenig breunlicht werden. Vnd wann du sie wilt anrichten/ so nim̃ es auß mit einem Faumloͤffel/ bestraͤuw es mit Pfeffer vnd Saltz/ so bleibt es trucken/ gibs warm auff ein Tisch/ so ist es gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0031-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0031-orig">
          <p>Griff vom Ochsen noch auf eine andere Art zubereiten.</p>
          <p>Schneide die Griffe schön breit und röste sie in geklärter Butter. Lass sie ein wenig bräunlich werden. Und wenn du sie anrichten willst, so nimm sie mit einem Schaumlöffel heraus. Bestreue sie mit Pfeffer und Salz, so bleiben sie trocken. Gib sie warm auf den Tisch, so sind sie gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Griff">Griff (festes Nierenfettstück vom Ochsen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0032">
        <head>Ochsenkutteln in Butter geröstet mit Essig und Kräutern</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0032-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0032-trans">
          <p>32. Suͤltzen oder Kaldaunen klein geschnitten. Nim̃ ein wenig Butter in ein Pfann/ vnd roͤßt sie darinn/ geuß ein wenig Rindtfleischbruͤh daran/ Essig/ Pfeffer vnd gruͤne Kraͤuter/ laß darmit auffsieden/ vnnd versaltz es nicht/ so wirt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0032-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0032-orig">
          <p>Kutteln, klein geschnitten. Nimm ein wenig Butter in eine Pfanne und röste sie darin. Gieße ein wenig Rinderbrühe daran, dazu Essig, Pfeffer und grüne Kräuter. Lass es damit aufsieden und versalze es nicht, so wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Suͤltzen oder Kaldaunen klein geschnitten">Kutteln (Rind)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="ein wenig Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="ein wenig Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0033">
        <head>Grob geschnittene Ochsenkutteln in Rinderbrühe mit Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0033-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0033-trans">
          <p>33. Suͤltzen auff ein ander manier zu kochen. Wann die Suͤltzen gesotten seyn/ so schneidt sie zimlich grob/ laß mit guter Rindtfleischbruͤh vnd gruͤner Pettersilgen sieden/ so werden sie auch gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0033-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0033-orig">
          <p>Wenn die Kutteln gesotten sind, schneide sie ziemlich grob. Lass sie dann mit guter Rinderbrühe und grüner Petersilie sieden, so werden sie auch gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Suͤltzen">Rinderkutteln, vorgegart</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="guter Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤner Pettersilgen">Petersilie, grün</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0034">
        <head>Kutteln in Kräuterbrühe und Ochsendarm mit Reis</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0034-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0034-trans">
          <p>34. Zuschneidt die Suͤltzen zween Finger breit/ vnd fein lenglicht/ nim̃ Rindern feißt/ das wol mit dem Fleisch gesotten/ auch gruͤne Kraͤuter/ ein eingeweichten Weck/ vnd ein wenig Zwibel/ hack das durch einander/ Thu es in ein gute Rindtfleischbruͤh/ vnnd laß darmit sieden. Butz den Ochsendarm fein sauber auß/ vnd laß das Feißt daran/ nim̃ ein schoͤnen Reiß/ der sauber außgewaschen ist/ kehr den Ochsendarm vmb/ daß das Feißt herauß kompt/ vnd bestraͤw jn mit dem Reiß/ kehr jn wider vmb/ daß es innwendig kompt/ thu jn in heiß gesotten Wasser/ vnd laß gar an die statt sieden/ so wirt der Reiß in dem Darm gekocht. Du kanst auch von Hirßbrey ein solchen Darm zurichten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0034-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0034-orig">
          <p>Schneide die Kutteln zwei Finger breit und schön länglich zu. Nimm Rinderfett, das gut mit dem Fleisch gesotten ist, dazu grüne Kräuter, ein eingeweichtes Weißbrot und ein wenig Zwiebel. Hacke dies alles durcheinander. Gib es in eine gute Rindfleischbrühe und lass die Kutteln darin sieden.</p>
          <p>Putze den Ochsendarm sehr sauber aus und lass das Fett daran. Nimm schönen Reis, der sauber ausgewaschen ist. Kehre den Ochsendarm um, sodass das Fett nach außen kommt, und bestreue ihn mit dem Reis. Kehre ihn wieder um, sodass der Reis innen liegt. Gib ihn in kochendes Wasser und lass ihn gar sieden, so wird der Reis im Darm gekocht.</p>
          <p>Mit Hirsebrei. Du kannst einen solchen Darm auch mit Hirsebrei zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Suͤltzen">Kutteln (Kaldaunen), vorgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindern feißt/ das wol mit dem Fleisch gesotten" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Mit dem Fleisch gesottenes Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein eingeweichten Weck">Eingeweichtes Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Ochsendarm">Ochsendarm mit Fett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice" orig="ein schoͤnen Reiß" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Hirßbrey">Hirsebrei (Variante statt Reis)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0035">
        <head>Ochsendarm mit Eier-Milch-Füllung, Speck und Safran</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0035-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0035-trans">
          <p>35. Nim̃ Eyer vnnd schlag sie durcheinander/ laß sie durch ein Haͤrin Tuch lauffen/ vnnd thu ein gute suͤsse Milch darvnter/ auch klein geschnittenen Speck/ gruͤne Kraͤuter/ vnd ein wenig Saffran. Nim̃ den Darm/ vnd bindt jn an einem ort zu/ thu die Fuͤll durch einander darein/ vnd bindt jn am andern ort auch zu/ laß an die statt sieden wie die andern Daͤrm.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0035-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0035-orig">
          <p>Nimm Eier und schlage sie durcheinander, lasse sie durch ein Haartuch laufen und gib eine gute, süße Milch darunter. Füge auch klein geschnittenen Speck, grüne Kräuter und ein wenig Safran hinzu.</p>
          <p>Nimm den Ochsendarm und binde ihn an einem Ende zu. Gib die Füllung durcheinander hinein und binde ihn am anderen Ende ebenfalls zu. Lasse ihn gar sieden wie die anderen Därme.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gute suͤsse Milch">Milch, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein geschnittenen Speck">Speck, gewürfelt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="gruͤne Kraͤuter" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Frische Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ein wenig Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Darm">Rinderdarm</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0036">
        <head>Gefüllter Ochsenblättermagen mit Kalbfleisch-Speck-Füllung</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0036-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0036-trans">
          <p>36. Den Loͤser vom Ochsen/ oder das Manigfalt sauber außgebutzet vnd gefuͤllet. Hack Kalbfleisch/ Rindtfeißt vnd Speck durcheinander/ vnd ein wenig Zwibel/ mach es mit Pfeffer/ Jngwer/ Saffran vnnd Eyern ab/ fuͤll ein jedes blat damit/ vnd versaltz es nicht/ binde es fein zusammen/ vnnd thu es in ein gesotten Wasser/ vnnd laß gar an die statt sieden/ thu es rauß/ vnd schneidt es wie du es haben wilt/ richt es fein in einem vberzinten Fischkessel ein/ geuß die Bruͤh daruͤber/ vnd kochs darmit/ schneidt Pettersilgen Wurtzel darein/ vnd mach es mit Gewuͤrtz/ Pfeffer vnd Saffran ab/ so wirt es gut vnd wolgeschmack. Vnnd die Suͤltzen heisset man auff Vngerisch gekochet.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0036-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0036-orig">
          <p>Nimm den Löser vom Ochsen oder das Manigfalt, also den Blättermagen, und putze ihn sauber aus. Hacke Kalbfleisch, Rinderfett und Speck durcheinander und gib ein wenig Zwiebel dazu. Schmecke die Masse mit Pfeffer, Ingwer, Safran und Eiern ab.</p>
          <p>Fülle jedes Blatt damit, salze es nicht und binde es fein zusammen. Gib es in siedendes Wasser und lass es darin gar sieden. Nimm es heraus und schneide es, wie du es haben willst.</p>
          <p>Richte es fein in einem überzinnten Fischkessel an, gieße die Brühe darüber und koche es darin. Schneide Petersilienwurzel hinein und schmecke es mit Gewürz, Pfeffer und Safran ab. So wird es gut und wohlschmeckend. Und die Sülzen nennt man auf Ungarisch ‚gekochet‘.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="stomach" orig="Den Loͤser vom Ochsen/ oder das Manigfalt" commodity="wikidata:Q1029907" source="#fyndling-ingredient-context">Ochsenblättermagen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="veal" orig="Kalbfleisch" commodity="wikidata:Q957434" source="#corema-ingredient-index">Kalbfleisch, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safranfäden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="gesotten Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="die Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="Gewuͤrtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0037">
        <head>Ochsenkutteln in säuerlicher Speck-Butter-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0037-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0037-trans">
          <p>37. Nim̃ Suͤltzen/ koch vnd schneidt sie gar klein/ hack Speck vñ Zwibel durcheinander/ vnd laß mit Rindtfleischbruͤh wol sieden/ geuß alsdenn vber die klein geschnitten Suͤltzen/ vnd machs ein wenig seurlich/ thu frische vnzerlassene Butter darein/ vnd laß wider damit auffsieden/ so wirt es weiß vnd wolgeschmack. Vnd wenn du es wilt anrichten/ so schneidt gruͤne Kraͤuter klein darein/ vñ laß ein Sodt darmit auffthun/ daß die Kraͤuter die Farb nicht verlieren/ so sihet es fein lieblich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0037-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0037-orig">
          <p>Nimm Kutteln, koche und schneide sie sehr klein. Hacke Speck und Zwiebel durcheinander und lasse es mit Rinderbrühe gut sieden. Gieße es alsdann über die klein geschnittenen Kutteln und mache es ein wenig säuerlich. Gib frische, ungeschmolzene Butter hinein und lasse es damit wieder aufkochen, so wird es weiß und wohlschmeckend.</p>
          <p>Und wenn du es anrichten willst, so schneide grüne Kräuter klein hinein und lasse es damit einmal aufkochen, damit die Kräuter die Farbe nicht verlieren. So sieht es fein lieblich aus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Suͤltzen">Ochsenkutteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzerlassene Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0038">
        <head>Ochsenkutteln vom Spieß mit Pfeffer und Salz</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0038-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0038-trans">
          <p>38. Laß die Suͤltzen gar an die statt sieden/ schneidt sie zween Finger breit/ vnd steck sie an ein hoͤltzern Spieß/ leg sie auff ein Roßt/ vnnd brats/ begeuß mit frischer vngeschmaͤltzter Butter/ vnnd wann du es anrichtest/ so bestraͤw es mit gestossenem Pfeffer vnnd Saltz/ so ist es gut vnnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0038-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0038-orig">
          <p>Lass die Kutteln gar kochen. Schneide sie zwei Finger breit und stecke die Stücke auf einen hölzernen Spieß. Lege sie auf einen Rost und brate sie. Begieße sie dabei mit frischer, ungeschmolzener Butter. Wenn du das Gericht anrichtest, bestreue es mit gestoßenem Pfeffer und Salz. So ist es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Suͤltzen">Ochsenkutteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischer vngeschmaͤltzter Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0039">
        <head>Ochsenlende im versiegelten Topf mit Salzzitronen und Roggenbrot</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0039-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0039-trans">
          <p>39. Lungenbratẽ eingedempffet in eim Hafen. Nim̃ gesaltzẽ Limonien eine oder zwo/ vnd ein Zwibel Haͤupt/ auch ein wenig Wacholderbeer/ hack es durcheinander/ vnd reib Ruckenbrot darzu/ thu es miteinander in einen Hafen/ nim̃ Gewuͤrtz darzu nach notturfft/ als Pfeffer/ vnd ein halbe Muscatennuß/ zerstossen oder zerschnitten/ ein wenig Neglein/ auch Zim̃et vnd gute Rindtfleischbruͤh/ die nicht versaltzen ist. Hastu aber kein Rindtfleischbruͤh/ so nim̃ Wasser vnnd ein wenig Essig/ daß seurlich wirdt/ auch ein wenig Saltz/ daß man zwey Eyer kan mit saltzen/ thu es miteinander in einen Hafen/ decks mit eim Erdtendeckel zu/ vñ vermach es mit Ruckemteig/ vnd auff den Deckel bore ein Lufftloch/ setzs vom Feuwer hinweg/ vnd vmblegs mit gluͤenden Kolen/ vnd laß es sieden. Wiltu es aber bey dem Fewer nicht sieden lassen/ so setz es in heisse Eschen/ vnd sihe zu/ daß du es nicht versieden leßt/ so wirdt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0039-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0039-orig">
          <p>Nimm eine oder zwei gesalzene Zitronen und eine Zwiebel, auch ein wenig Wacholderbeeren. Hacke alles durcheinander und reibe Roggenbrot dazu. Gib es miteinander in einen Topf.</p>
          <p>Nimm Gewürze dazu nach Bedarf, wie Pfeffer und eine halbe Muskatnuss, zerstoßen oder zerschnitten, ein wenig Nelken, auch Zimt und gute Rinderbrühe, die nicht versalzen ist.</p>
          <p>Hast du aber keine Rinderbrühe, so nimm Wasser und ein wenig Essig, sodass es säuerlich wird, auch ein wenig Salz, womit man zwei Eier salzen kann. Gib es miteinander in einen Topf.</p>
          <p>Decke es mit einem Tontopfdeckel zu und versiegele es mit Roggenteig. Bohre auf den Deckel ein Luftloch. Stelle es vom Feuer weg und umlege es mit glühenden Kohlen und lass es sieden.</p>
          <p>Willst du es aber nicht direkt am Feuer sieden lassen, so setze es in heiße Asche und achte darauf, dass du es nicht verkochen lässt, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lungenbratẽ">Ochsenlende (Lendenbraten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzẽ Limonien eine oder zwo">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="onion" orig="ein Zwibel Haͤupt" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebel</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="ein wenig Wacholderbeer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Ruckenbrot">Roggenbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="nutmeg" orig="ein halbe Muscatennuß" commodity="wikidata:Q83165" source="#fyndling-ingredient-registry">Muskatnuss</ingredient> - 0.5</item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="ein wenig Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="Erdtendeckel">Tontopfdeckel</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="Ruckemteig">Roggenteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gluͤenden Kolen">Glühende Kohlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="heisse Eschen">Heiße Asche</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0040">
        <head>Ochsen-Lungenbraten (Rinderfilet) in Brühe mit Parmesan</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0040-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0040-trans">
          <p>40. Lungenbraten in einer Suppen mit Parmesankeß bestraͤuwet.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0040-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0040-orig">
          <p>Lungenbraten in einer Suppe, mit Parmesankäse bestreut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lungenbraten">Lungenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="Suppen" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmesankeß">Parmesankäse, gerieben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0041">
        <head>Gehackter Ochsen-Lungenbraten (Rinderfilet) im Ochsendarm</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0041-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0041-trans">
          <p>41. Nim ein guten Lungenbraten/ Ochsenfeißt/ vnnd frischen Speck/ der vngeschmaͤltzt ist vnd vngesaltzen/ auch Zwibel vnd Gewuͤrtz/ als Pfeffer vnd Saffran/ hack es durcheinander/ vñ machs mit Eyern ab. Schleim darnach ein Ochsendarm auß/ vnd wasch jn sauber/ fuͤll das Fleisch darein/ vnd bindt es mit einem Bindtgarn zu/ setzs in Wasser zu/ vnd laß sieden/ leg es darnach auff ein Roßt/ vnd breun es ab/ vnd richt es an/ oder mach es in einer Bruͤh/ so wirt es auch gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0041-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0041-orig">
          <p>Nimm ein gutes Stück Lungenbraten, Ochsenfett und frischen Speck, der nicht ausgelassen und nicht gesalzen ist, dazu Zwiebel und Gewürze wie Pfeffer und Safran. Hacke alles durcheinander und mach es mit Eiern ab.</p>
          <p>Schleime danach einen Ochsendarm aus und wasche ihn sauber. Fülle das Fleisch hinein und binde es mit einem Bindegarn zu. Setze es in Wasser auf und lass es sieden. Lege es danach auf einen Rost und bräune es ab, dann richte es an.</p>
          <p>Variante. Oder mach es in einer Brühe, so wird es auch gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lungenbraten">Rinderfilet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischen Speck">Frischer Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="Ochsendarm">Ochsendarm</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="Bindtgarn">Bindegarn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0042">
        <head>Ochsen-Lungenbraten (Rinderfilet), mit Kräuter-Fett gerollt und am Spieß gebraten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0042-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0042-trans">
          <p>42. Schneidt den Lungenbraten von einem Ochsen auß/ schneidt die Adern hinweg/ daß er fein duͤnn wirdt/ vnd zerklopff jhn mit einem Messerruͤck/ vnd leg jn auff ein sauber Bret/ klaub trucken Rindtfeißt/ vnd hack es mit gruͤnen Kraͤutern/ Feldtkuͤmmel/ Pfeffer vnnd Jngwer/ thu ein wenig Saltz darzu/ vnd meng es durcheinander/ straͤw es vber das Fleisch/ vnnd wickels vbereinander/ steck es an ein Spieß/ vnnd brat es wol/ zeuchs ab/ vñ thu es in ein kleins Fischkesselein/ setz mit Rindtfleischbruͤh/ die nicht versaltzen ist/ vnnd Pettersilgen Wurtzel/ zu/ mach es saur oder nicht/ so ist es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0042-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0042-orig">
          <p>Schneide den Lungenbraten von einem Ochsen aus, entferne die Adern, sodass er fein dünn wird. Klopfe ihn mit dem Messerrücken flach und lege ihn auf ein sauberes Brett.</p>
          <p>Klaube trockenes Rinderfett und hacke es mit grünen Kräutern, Feldkümmel, Pfeffer und Ingwer. Gib ein wenig Salz dazu und vermenge alles miteinander. Streue diese Mischung über das Fleisch und wickle es übereinander. Stecke es an einen Spieß und brate es gut.</p>
          <p>Nimm es vom Spieß und gib es in einen kleinen Fischkessel. Setze es mit Rinderbrühe an, die nicht versalzen ist, und gib Petersilienwurzel dazu. Mach es sauer oder nicht, so ist es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lungenbraten von einem Ochsen">Rinderfilet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="trucken Rindtfeißt">Rinderfett, trocken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Feldtkuͤmmel">Feldkümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="saur">Säuerungsmittel (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0043">
        <head>Ochsen-Lungenbraten (Rinderfilet) mit Reis in Brühe und Zimtzucker</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0043-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0043-trans">
          <p>43. Ein Lungenbraten auff ein ander manier zugericht. Saltz dẽ Bra ten/ vnd steck jn an/ vnd laß jn braten/ nim̃ Reiß/ vnd wasch jn auß/ setz jhn mit Wasser auff/ vnd laß jn quellen/ thu jn wider auff ein Durchschlag/ vnd wasch jn sauber auß/ thu jn in ein Hafen oder vberzinten Fischkessel/ vñ geuß ein Heñen oder Rindtfleischbruͤh daruͤber/ Hastu solche Bruͤh nicht/ so nim̃ Wasser vnd frische Butter/ laß jn darmit sieden/ daß die Kern gantz bleibẽ/ vnnd wann du den Braten anrichtest/ so thu den Reiß mit der Bruͤh daruͤber/ bestraͤw es mit Driet/ so wirdt es wolgeschmack. Vnnd also essens die Tuͤrcken gern.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0043-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0043-orig">
          <p>Salze den Lungenbraten, stecke ihn an den Spieß und lasse ihn braten.</p>
          <p>Nimm Reis und wasche ihn aus. Setze ihn mit Wasser auf und lasse ihn quellen. Gib ihn danach wieder auf einen Durchschlag und wasche ihn sauber aus. Gib ihn in einen Topf oder einen überzinnten Fischkessel und gieße eine Hühner- oder Rindfleischbrühe darüber.</p>
          <p>Ohne Brühe. Hast du keine solche Brühe, so nimm Wasser und frische Butter und lasse den Reis damit sieden, sodass die Reiskörner ganz bleiben.</p>
          <p>Wenn du den Braten anrichtest, gib den Reis mit der Brühe darüber und bestreue es mit Driet. So wird es wohlschmeckend. Und so essen es die Türken gern.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lungenbraten">Rinderfilet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rice" orig="Reiß" commodity="wikidata:Q5090" source="#corema-ingredient-index">Reis</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Heñen oder Rindtfleischbr">Hühner- oder Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische Butter">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Driet">Zimtzucker (Driet)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0044">
        <head>Rinderbraten in Wacholder-Kümmel-Beize mit Butterbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0044-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0044-trans">
          <p>44. Gute Rindernbraten eingebeißt mit Wacholderbeer/ Kuͤmmel/ vnd gestossen Knobloch/ mit Wasser vnd Essig die Zwibel angemacht/ vnnd ein wenig Saltz darein gethan/ laß vber Nacht darinnen ligen/ vnnd wenn du jn schier wirst anstecken/ so saltz jn baß. Laß die Beißbruͤh/ da das Fleisch innen gelegen/ ein halbe stundt stehen/ daß sie sich setzt/ vnnd das lautere thu herab/ das dicke aber thu in ein Fischkessel. Nim̃ darnach ein wenig Pfeffer vnd Jngwer darein/ auch vngesaltzene Butter/ die vnzerlassen ist/ vnnd laß darmit sieden/ begeuß den Braten darmit/ vnnd wenn du es anrichtest/ so geuß die Bruͤh oben daruͤber/ gibs warm/ so ist es koͤstlich vnnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0044-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0044-orig">
          <p>Beize einen guten Rinderbraten mit Wacholderbeeren, Kümmel und gestoßenem Knoblauch. Setze die Zwiebeln mit Wasser und Essig an und gib ein wenig Salz dazu. Lass den Braten über Nacht darin liegen.</p>
          <p>Wenn du den Braten bald aufspießen wirst, salze ihn besser nach. Lass die Beizbrühe, in der das Fleisch gelegen hat, eine halbe Stunde stehen, damit sie sich setzt. Nimm das Klare ab und gib das Dicke in einen Fischkessel.</p>
          <p>Gib danach ein wenig Pfeffer und Ingwer dazu, auch ungesalzene Butter, die nicht zerlassen ist, und lass es damit sieden. Begieße den Braten damit, und wenn du ihn anrichtest, gieße die Brühe oben darüber. Gib ihn warm auf den Tisch, so ist er köstlich und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rindernbraten">Rinderbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="Wacholderbeer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="Kuͤmmel" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen Knobloch">Knoblauch, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vngesaltzene Butter">Butter, ungesalzen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0045">
        <head>Rinderbraten mit Kren in Rinderbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0045-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0045-trans">
          <p>45. Brat ein Rindernbraten/ vnnd wann er gebraten ist/ so thu Merrettich oder Krehn/ der zerstossen oder zerrieben ist/ vñ mit Rindtfleischbruͤh zerlassen/ so ist es ein gut Essen/ vnd kostet nicht viel.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0045-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0045-orig">
          <p>Brate einen Rinderbraten. Wenn er gebraten ist, nimm Meerrettich oder Kren, zerstoßen oder zerrieben, und lass ihn in Rinderbrühe zergehen. So ist es ein gutes Essen und kostet nicht viel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rindernbraten">Rinderbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="horse radish" orig="Merrettich oder Krehn" commodity="wikidata:Q2964630" source="#fyndling-ingredient-name">Meerrettich</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0046">
        <head>Rinderbraten mit Essig-Pfeffer-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0046-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0046-trans">
          <p>46. Wann der Brat gebraten ist/ so nim̃ ein wenig Rindernbruͤh/ Essig/ gestossen Pfeffer/ vnd laß damit auffsieden. Vnd wenn du es wilt anrichten/ so geuß die Bruͤh vber den Braten/ so wirdt er braun vnnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0046-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0046-orig">
          <p>Wenn der Braten gebraten ist, dann nimm ein wenig Rinderbrühe, Essig und gestoßenen Pfeffer und lass es damit aufkochen. Und wenn du es anrichten willst, dann gieße die Brühe über den Braten, so wird er braun und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Braten">Braten (fertig gebraten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindernbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0047">
        <head>Rinderbraten in Essig-Knoblauch-Beize mit Pfefferbutter</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0047-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0047-trans">
          <p>47. Nim̃ ein Rindernbraten/ vnd beiß jn vber Nacht/ thu halb Wasser/ vnnd halb Essig/ auch gestossen Knobloch/ in die Bruͤh/ vnnd ein wenig Saltz/ laß den Braten vber Nacht darinnen ligen/ vnd deß Morgens fruͤh thu jn auß der Bruͤh/ vnd saltz jn ein/ steck jn an/ vnd laß jn braten. Nim̃ die Bruͤh/ da der Brat innen gelegen/ seig sie ab/ so bleibet das dick auff dem Boden/ thu es in ein kleinen Fischkessel/ mit ein wenig gestossen Pfeffer/ vnd frischer vnzerlassener Butter/ vnnd laß sieden/ setz es in einer vberzinten Bratpfann vnter den Braten/ vnd begeuß den Braten darmit/ so ist es ein gut Essen fuͤr die Vngerischen vnd Polnischen Herrn.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0047-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0047-orig">
          <p>Nimm einen Rinderbraten und beize ihn über Nacht. Gib halb Wasser und halb Essig, auch gestoßenen Knoblauch, in die Brühe und ein wenig Salz. Lass den Braten über Nacht darin liegen.</p>
          <p>Des Morgens früh nimm ihn aus der Brühe, salze ihn ein, stecke ihn an den Spieß und lass ihn braten.</p>
          <p>Nimm die Brühe, in der der Braten gelegen hat, und seihe sie ab, sodass das Dicke auf dem Boden bleibt. Gib das Dicke in einen kleinen Fischkessel mit ein wenig gestoßenem Pfeffer und frischer, nicht zerlassener Butter und lass es sieden. Setze es in einer überzinnten Bratpfanne unter den Braten und begieße den Braten damit. So ist es ein gutes Essen für die ungarischen und polnischen Herren.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ein Rindernbraten">Rinderbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="halb Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="halb Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-registry">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen Knobloch">Knoblauch, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischer vnzerlassener Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0048">
        <head>Ochsen-Hinterviertel vom Spieß mit Zwiebelbutter</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0048-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0048-trans">
          <p>48. Nim̃ das Hinterviertel vom Ochsen/ wasch es auß/ vnnd saltz es ein/ stecks darnach an ein Spieß/ vnnd laß langsam braten/ in die vier vnd zwentzig stunden. Vñ du mußt achtung drauff geben/ daß du es zum Fruͤhmahl anrichtest/ als dann schneidt zimlich viel Zwibeln klein/ vnd schweiß sie wol in Butter/ thu auch ein wenig Saltz darein/ vnnd wenn du den Braten anrichtest/ so thu die Zwibeln oben drauff. Also tregt man es fuͤr einen Koͤnig in Polen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0048-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0048-orig">
          <p>Nimm das Hinterviertel vom Ochsen, wasche es aus und salze es ein. Stecke es danach an einen Spieß und lasse es langsam braten, an die vierundzwanzig Stunden.</p>
          <p>Du musst darauf achten, dass du es zum Frühmahl anrichtest. Schneide dann ziemlich viele Zwiebeln klein und schwitze sie gut in Butter an. Gib auch ein wenig Salz dazu.</p>
          <p>Wenn du den Braten anrichtest, gib die Zwiebeln oben darauf. So trägt man es einem König in Polen auf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="das Hinterviertel vom Ochsen">Ochsen-Hinterviertel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0049">
        <head>Geklopftes Rindfleisch in Essig-Kräuter-Sud (Preseindel)</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0049-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0049-trans">
          <p>49. Nim̃ Rindtfleisch/ schneidt es fein duͤnn/ zween Finger breit/ vnnd eines Fingers lang/ zerklopff es mit einem Messerruͤck/ beiß es mit Weinessig ein/ vnd laß ein stundt/ oder ein halbe/ ligen/ so wirt es fein muͤrb/ mach Butter heiß/ vnd thu das Fleisch auß dem Essig darein/ roͤßt es/ vnd geuß die Butter wider herab/ geuß Essig daran/ vñ ein wenig Rindtfleischbruͤh/ auch Pfeffer vnd Jngwer/ laß damit kurtz einsieden/ vnnd hack gruͤne wolschmeckende Kraͤuter darein/ vnd laß sie mit sieden. Vnd man nennets Preseindel vom Ochsen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0049-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0049-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch und schneide es fein dünn, zwei Finger breit und einen Finger lang. Zerklopfe es mit einem Messerrücken, beize es in Weinessig ein und lass es eine Stunde oder eine halbe liegen, so wird es schön mürbe.</p>
          <p>Mache Butter heiß und gib das Fleisch aus dem Essig hinein. Röste es und gieße die Butter wieder ab. Gieße Essig dazu und ein wenig Rinderbrühe, auch Pfeffer und Ingwer. Lass es damit kurz einsieden, hacke grüne, wohlschmeckende Kräuter hinein und lass sie mitsieden.</p>
          <p>Und man nennt es Preseindel vom Ochsen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weinessig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Grüne, wohlschmeckende Kräuter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0050">
        <head>Ochsenbraten aus Essigbeize mit Wacholder und Feldkümmel, mit Zimt bestreut</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0050-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0050-trans">
          <p>50. Stoß ein wenig Wacholderbeer vnd Feldtkuͤmmel/ thu es in Essig mit Saltz/ vnd beiß den Braten darinnen/ laß jhn vber Nacht darinn ligen/ vnd wenn du jn wilt braten/ so steck jn an/ vnd wann er gebraten ist/ so richt jn an/ geuß ein Fleischbruͤh daruͤber/ vnd bestrew es mit Zim̃et. Also essen es die Vngern vnd Teutschen gern.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0050-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0050-orig">
          <p>Zerstoße ein wenig Wacholderbeeren und Feldkümmel. Gib sie in Essig mit Salz und beize den Braten darin. Lass ihn über Nacht darin liegen.</p>
          <p>Wenn du ihn braten willst, stecke ihn an den Spieß. Wenn er gebraten ist, richte ihn an, gieße eine Fleischbrühe darüber und bestreue ihn mit Zimt.</p>
          <p>So essen es die Ungarn und Deutschen gern.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="Wacholderbeer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Feldtkuͤmmel">Feldkümmel (Kümmel oder Quendel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Braten">Ochsenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Fleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0051">
        <head>Gehackter Rinderbraten mit Salzzitronen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0051-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0051-trans">
          <p>51. Nim̃ ein Rindernbraten/ der gebratẽ ist/ hack jn mit Zwibeln klein/ nim̃ als dann von einem Rindernbraten ein braune Bruͤh/ die nicht versaltzen ist/ geuß an das gehackt Fleisch/ vnd laß es darmit sieden/ nim̃ drey oder vier gesaltzene Limonien/ schel vnd schneidt sie Creutzweiß/ daß sie nicht voneinander fallen/ laß darmit/ sampt ein wenig gestossen Pfeffer/ trucken einsieden/ thu ein wenig Rindtfeißt daran/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0051-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0051-orig">
          <p>Nimm einen gebratenen Rinderbraten und hacke ihn mit Zwiebeln klein. Nimm alsdann eine braune Brühe von einem Rinderbraten, die nicht versalzen ist, und gieße sie an das gehackte Fleisch. Lass es damit sieden.</p>
          <p>Nimm drei oder vier gesalzene Zitronen, schäle sie und schneide sie kreuzweise ein, sodass sie nicht voneinander fallen. Lass es damit, samt ein wenig gestoßenem Pfeffer, trocken einkochen. Gib ein wenig Rinderfett daran, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ein Rindernbraten/ der gebratẽ ist">Rinderbraten, gebraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="ein braune Bruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbratenbrühe, braun, ungesalzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="drey oder vier gesaltzene Limonien">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0052">
        <head>Ochsenbraten mit weißer Maniade</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0052-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0052-trans">
          <p>52. Nim̃ den Braten auß dem Ruͤcken vom Ochsen/ wasch jn auß/ vñ saltz jn ein/ steck jn an/ vnd laß jn braten/ vnd wenn der Ochs jung ist/ so wirt der Brat desto muͤrber/ so findet man am gantzen Ochsen kein bessern Braten als diesen. Vnd wenn du jn wilt anrichten/ so nim̃ new Nuͤß/ die du vom Baum abbrichst/ dieweil sie noch in den gruͤnen Schalẽ seindt/ thu die Kern herauß/ vnd schel sie/ auch gruͤne Mandeln/ die noch in Schalen seind/ schel vnd stoß sie mit Nuͤssen vñ Knobloch ein Zehe oder zwo. Nim̃ ein schoͤn weissen Weck/ vnd beschneidt jn/ geuß ein gute Hennenbruͤh/ die lindt gesaltzen/ auch kein tropffen feißt darauff ist/ ein wenig in ein Schuͤssel/ weich dẽ Weck darein/ vnd laß miteinander kalt werden/ Thu als dann den Weck vnter die Nuͤß/ Mandeln vnd Knobloch in Moͤrsel/ vñ stoß durcheinander/ vnd ist es zu dick/ so nim̃ die Bruͤh/ da der Weck innen geweicht hat/ vnd mach es darmit duͤnn/ so bleibet es schoͤn weiß. Vnd wenn du den Braten anrichtest/ so thu es darvnter/ vnd machs nicht warm/ sondern laß kalt/ oder gibs besonder in eine Schuͤssel. Vnnd man nennet es das weisse gesipff/ auff Welsch Maniade/ ist ein gut herrlich Essen/ du magst es geben fuͤr Koͤnig vnnd Keyser.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0052-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0052-orig">
          <p>Nimm den Braten aus dem Rücken des Ochsen, wasche ihn aus und salze ihn ein. Spieße ihn auf und lasse ihn braten. Wenn der Ochse jung ist, wird der Braten umso zarter; man findet am ganzen Ochsen keinen besseren Braten als diesen.</p>
          <p>Wenn du ihn anrichten möchtest, nimm frische Nüsse, die du vom Baum brichst, während sie noch in den grünen Schalen sind. Hole die Kerne heraus und schäle sie. Nimm auch grüne Mandeln, die noch in ihren Schalen sind, schäle sie und stoße sie mit den Nüssen und ein oder zwei Zehen Knoblauch.</p>
          <p>Nimm ein schönes weißes Weißbrot und schneide es zurecht. Gieße ein wenig gute, leicht gesalzene Hühnerbrühe, auf der kein Tropfen Fett schwimmt, in eine Schüssel. Weiche das Weißbrot darin ein und lasse es zusammen kalt werden. Gib dann das Weißbrot zu den Nüssen, Mandeln und dem Knoblauch in den Mörser und stoße alles durcheinander. Ist es zu dick, nimm die Brühe, in der das Weißbrot eingeweicht wurde, und verdünne es damit, so bleibt es schön weiß.</p>
          <p>Wenn du den Braten anrichtest, gib die Sauce darunter und mache sie nicht warm, sondern lasse sie kalt, oder serviere sie gesondert in einer Schüssel. Man nennt es das ‚weiße Gesipff‘, auf Welsch ‚Maniade‘. Es ist ein gutes, herrliches Essen, das du Königen und Kaisern vorsetzen kannst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Braten auß dem Ruͤcken vom Ochsen">Ochsenbraten aus dem Rücken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="new Nuͤß/ die du vom Baum abbrichst/ dieweil sie noch in den gruͤnen Schalẽ seindt">Frische Nüsse in grünen Schalen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Mandeln/ die noch in Schalen seind">Grüne Mandeln in Schalen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="garlic" orig="Knobloch ein Zehe oder zwo" commodity="wikidata:Q21546392" source="#fyndling-ingredient-name">Knoblauch</ingredient> - 1 Zehe</item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="schoͤn weissen Weck" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="gute Hennenbruͤh/ die lindt gesaltzen/ auch kein tropffen feißt darauff ist" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerbrühe, leicht gesalzen und fettfrei</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0053">
        <head>Ochsenknie-Knorren in Brühe auf gerösteten Weißbrotschnitten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0053-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0053-trans">
          <p>53. Nim̃ vom hindern Knie den Knorren/ der fein feißt ist/ leg jhn ins Wasser/ daß es das Blut herauß zeucht/ vnnd weiß wirdt/ setz jn in Wasser zu/ vnd thu ein wenig Saltz darein/ laß ein wenig sieden/ vnnd verfaum es wol/ so wirdt es schoͤn/ lauter vnd feißt/ schab Pettersilgen Wurtzel darein/ gantzen Pfeffer vnd gantz Muscaten Bluͤt/ laß darmit sieden/ so wirt es wol geschmack. Vnd wenn du es wilt anrichten/ so nim̃ ein gebehte Schnitten oder zwo von einem Weck/ thu sie in ein Schuͤssel/ vnd richt das Fleisch darauff an mit der Bruͤh/ so ist es so gut als ein Cappaun.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0053-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0053-orig">
          <p>Nimm vom hinteren Knie den Knorren, der schön fett ist. Lege ihn ins Wasser, damit das Blut herausgezogen wird und er weiß wird. Setze ihn in Wasser auf und gib ein wenig Salz hinein. Lass es ein wenig sieden und schäume es gut ab, so wird es schön, klar und fett. Schabe Petersilienwurzel hinein, dazu ganzen Pfeffer und ganze Muskatblüte, und lass es damit sieden, so wird es wohlschmeckend.</p>
          <p>Und wenn du es anrichten willst, nimm eine oder zwei gebähte Schnitten von einem Weißbrot, lege sie in eine Schüssel und richte das Fleisch mit der Brühe darauf an. So ist es so gut wie ein Kapaun.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="vom hindern Knie den Knorren">Knorren vom hinteren Ochsenknie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantz Muscaten Bluͤt">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ein gebehte Schnitten oder zwo von einem Weck">Weißbrot, gebäht</ingredient> - 1-2</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0054">
        <head>Warm gekochtes Rindfleisch</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0054-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0054-trans">
          <p>54. Warm gesotten Rindtfleisch ist auch nicht boͤß.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0054-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0054-orig">
          <p>Warm gekochtes Rindfleisch ist auch nicht schlecht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0055">
        <head>Kalt gekochtes Rindfleisch im Salz</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0055-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0055-trans">
          <p>55. Kalt abgesotten Rindtfleisch im Saltz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0055-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0055-orig">
          <p>Kalt gar gekochtes Rindfleisch im Salz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0056">
        <head>Eingesalzenes Rindfleisch als Wildbret in Blut-Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0056-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0056-trans">
          <p>56. Eingesaltzẽ Rindernfleisch vor Wildpret. Waͤsser es auß wie Wild pret/ vnd setz es zu/ seut es ab/ vñ zeuchs auß/ vnd laß kalt werden/ wasch es sauber auß. Nim̃ darnach gute Rindtfleischbruͤh/ vñ schneit Weck oder Ruͤckenbrot darein/ brat geschnittene Zwibel/ vnd etlich breit geschnittene Epffel/ vnnd wirffs darein. Vnnd wenn die Bruͤh kalt wirt/ so geuß Huͤnner/ Gaͤns oder Kelbern schweiß darvnter mit Essig/ laß damit sieden/ vñ streich es durch ein Haͤrin Tuch. Schneidt Zwibeln klein/ vñ schweiß sie in Schwei nen Schmaltz/ thu Pfeffer vnd Neglein darein/ vnd setz den Pfeffer auff Kolen/ vnd laß jn sieden/ daß er fein glat wirt/ mach jhn suͤß oder saur/ thu das Fleisch in Pfeffer/ vnd laß darmit sieden/ so wirt es wolgeschmack. Vnd weñ du es wilt anrichten/ so nim̃ Driet/ das ist/ Zucker vnnd Zim̃et durcheinander/ vnd straͤw es daruͤber wenn es ist angericht/ oder mach ein Mandelgescharb darauff/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0056-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0056-orig">
          <p>Wässere das eingesalzene Rindfleisch aus wie Wildbret. Setze es zu, siede es ab und nimm es heraus. Lasse es kalt werden und wasche es sauber ab.</p>
          <p>Nimm danach gute Rinderbrühe und schneide Weißbrot oder Roggenbrot hinein. Brate geschnittene Zwiebeln und einige breit geschnittene Äpfel und gib sie hinein. Und wenn die Brühe kalt ist, so gieße Hühner-, Gänse- oder Kälberblut mit Essig darunter, lasse es damit sieden und streiche es durch ein Haartuch.</p>
          <p>Schneide Zwiebeln klein und schwitze sie in Schweineschmalz an. Gib Pfeffer und Nelken hinein, setze den Pfeffer auf die Kohlen und lasse ihn sieden, bis er fein glatt wird. Mache ihn süß oder sauer. Gib das Fleisch in den Pfeffer und lasse es darin sieden, so wird es wohlschmeckend.</p>
          <p>Und wenn du es anrichten willst, so nimm Driet, das ist Zucker und Zimt durcheinander, und streue es darüber, wenn es angerichtet ist. Oder mache ein Mandelgescharb darauf, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Eingesaltzẽ Rindernfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Eingesalzenes Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weck oder Ruͤckenbrot" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geschnittene Zwibel">Zwiebeln, geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="etlich breit geschnittene Epffel">Äpfel, breit geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="Huͤnner/ Gaͤns oder Kelbern schweiß" commodity="wikidata:Q107246464" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zwibeln klein">Zwiebeln, klein geschnitten (für den Pfeffer)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="lard" orig="Schwei nen Schmaltz" commodity="wikidata:Q72827" source="#fyndling-ingredient-name">Schweineschmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zucker vnnd Zim̃et durcheinander">Zimtzucker (Driet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandelgescharb" commodity="wikidata:Q184357" source="#fyndling-ingredient-registry">Mandeln (für ein Mandelgescharb)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0057">
        <head>Ottwarsck vom Ochsen auf böhmische Art, in Zwiebel-Roggenbrot-Brühe mit Wacholder</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0057-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0057-trans">
          <p>57. Eingemacht Ottwarsck/ auff Boͤhmisch/ mit Kromet oder Wachold erbeer. Stecks an ein Spieß/ vnd laß braten/ zeuchs ab/ vnd wasch in kaltem Wasser auß/ schneidt es zu stuͤcken/ vnd thu es in ein Hafen oder Kessel/ seig die Bruͤh durch ein sauber Tuch oder Sieb/ thu klein geschnittene Zwibel darauff/ vnd laß darmit sieden/ vnd misch gerieben Ruͤckenbrot darvnter. Vnd wenn die Zwibeln gesotten seyn/ so versuchs/ ob es lieblich schmeckt. So bald du es versucht hast/ so nim̃ ein wenig Pfeffer/ vñ mach es damit an/ thu ein wenig Essig/ Saffran vnd Wacholderbeer daran/ vnnd laß darmit sieden/ vnd schaw/ daß das Fleisch nicht versotten wirt/ so gewinnet es ein liebliche Bruͤh.

Wiltu es aber auff ein ander manier machen/ so geuß vnter die Bruͤh/ wenn sie auffgesotten ist/ ein frischen schweiß vñ Essig/ laß wider damit auffsieden/ streichs durch/ vnd geuß daruͤber/ so ist es auch ein gut Essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0057-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0057-orig">
          <p>Spieße das Ottwarsck auf und brate es. Ziehe es ab, wasche es in kaltem Wasser aus und schneide es in Stücke. Gib es in einen Topf oder Kessel. Seihe die Brühe durch ein sauberes Tuch oder Sieb. Gib kleingeschnittene Zwiebeln darauf und lasse es damit köcheln. Mische geriebenes Roggenbrot darunter.</p>
          <p>Wenn die Zwiebeln gar sind, probiere, ob es lieblich schmeckt. Sobald du es probiert hast, nimm etwas Pfeffer und würze es damit. Gib etwas Essig, Safran und Wacholderbeeren hinzu und lasse es damit köcheln. Achte darauf, dass das Fleisch nicht verkocht wird, so erhält es eine liebliche Brühe.</p>
          <p>Variante: Wenn du es aber auf eine andere Art zubereiten möchtest, gieße frisches Blut und Essig unter die Brühe, wenn sie aufgekocht ist. Lasse es damit erneut aufkochen, streiche es durch und gieße es darüber. So ist es auch ein gutes Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ottwarsck">Ottwarsck (Fleisch vom Ochsen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="kaltem Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="die Bruͤh" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Brühe (Herkunft im Text offen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klein geschnittene Zwibel">Zwiebeln, kleingeschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gerieben Ruͤckenbrot">Roggenbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="Wacholderbeer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="blood" orig="ein frischen schweiß" commodity="wikidata:Q494268" source="#fyndling-ingredient-context">Blut (für die Variante)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0058">
        <head>Geräuchertes Rindfleisch mit Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0058-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0058-trans">
          <p>58. Gereuchert Rindtfleisch mit gruͤner Pettersilgen gekocht/ wirt gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0058-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0058-orig">
          <p>Geräuchertes Rindfleisch, mit grüner Petersilie gekocht, wird gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Gereuchert Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleisch, geräuchert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤner Pettersilgen">Petersilie, frisch</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0059">
        <head>Gespicktes Rindfleisch in Roggenteig-Pastete</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0059-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0059-trans">
          <p>59. Nim̃ Rindtfleisch/ quell es auff einẽ Roßt gar wol/ schneidt Speck lenglicht/ vnd eins Fingers dick/ nim̃ Saltz vnd Pfeffer durcheinander/ vnd bestraͤw den Speck damit/ als dañ spick das Rindtfleisch damit/ leg es in Essig/ so wirt es muͤrb/ vnd weñ du es wilt in Teig einschlagen/ so nim̃ Pfeffer/ Jngwer/ ein wenig Neglein vnd Saltz durcheinander/ bestraͤw es darmit/ vnd schlags darnach in Ruͤckenteig/ vñ scheib es in einen warmen Ofen/ vñ laß es halb backen/ geuß Essig oder schwartzen Pfeffer durch ein Trichter daruͤber/ vnd laß gar backen/ nim̃ es als dann auß dem Ofen/ vnd mach die loͤchlein auff der Pasteten mit Ruͤckenteig zu/ so bleibt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0059-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0059-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch und setze es auf einem Rost gut an. Schneide Speck länglich und einen Finger dick. Nimm Salz und Pfeffer durcheinander und bestreue den Speck damit. Spicke alsdann das Rindfleisch damit und lege es in Essig, so wird es mürbe.</p>
          <p>Wenn du es in Teig einschlagen willst, so nimm Pfeffer, Ingwer, ein wenig Nelken und Salz durcheinander und bestreue das Fleisch damit. Schlage es danach in Roggenteig ein und schiebe es in einen warmen Ofen. Lasse es halb backen.</p>
          <p>Danach gieße Essig oder eine dunkle Pfeffersauce durch einen Trichter darüber und lasse es gar backen. Nimm es alsdann aus dem Ofen und verschließe die Löchlein auf der Pastete mit Roggenteig, so bleibt es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck lenglicht/ vnd eins Fingers dick" commodity="wikidata:Q11106" source="#fyndling-ingredient-registry">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="ein wenig Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Ruͤckenteig">Roggenteig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig oder schwartzen Pfeffer" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-registry">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0060">
        <head>Rindfleischklöße in Pfeffersauce mit Blut</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0060-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0060-trans">
          <p>60. Knoͤdel oder Kloͤß von Rindtfleisch zu machẽ in einem Pfeffer/ mit seiner zugehoͤrung. Nim̃ das Rindtfleisch vnd schneidt es klein/ hack Rindtfeißt/ ein stuͤck Speck/ Zwibel/ vnd geriebẽ Weck vntereinander/ schlag Eyr darein/ nim̃ Pfeffer vnd Jngwer darzu/ setz Wasser in einem Kessel auff/ vñ mach runde oder lange Knoͤdel võ sauberm feißt/ thu sie in das Wasser/ vnd laß wol sieden/ thu sie auß der Bruͤh/ vnd kuͤl sie auß/ vñ laß die Bruͤh auch kalt werden/ Nim̃ Huͤnner/ Gaͤns oder Kaͤlbern schweiß/ vnd thu jn mit Essig in die Bruͤh/ vnd laß damit sieden. Schneidt Brot/ Zwibel/ Epffel vnnd Bertram Kraut darein/ vñ laß auch wol mit sieden/ streich es durch ein Haͤrin Tuch/ vnd mach es an mit lindem Gewuͤrtz/ Zim̃et vnd Pfeffer/ mach es suͤß oder saur/ vnd thu die Knoͤdel darein/ vnd laß sie darmit sieden/ so wirdt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0060-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0060-orig">
          <p>Nimm das Rindfleisch und schneide es klein. Hacke Rinderfett, ein Stück Speck, Zwiebel und geriebenes Weißbrot untereinander. Schlage Eier darein, nimm Pfeffer und Ingwer dazu.</p>
          <p>Setze Wasser in einem Kessel auf und mache runde oder lange Klöße von sauberem Fett. Gib sie in das Wasser und lass sie gut sieden. Nimm sie aus der Brühe und kühle sie aus, und lass die Brühe auch kalt werden.</p>
          <p>Nimm Hühner-, Gänse- oder Kälberblut und gib es mit Essig in die Brühe und lass es damit sieden. Schneide Brot, Zwiebel, Äpfel und Bertramkraut darein und lass es auch gut mitsieden. Streiche es durch ein Haartuch und mache es an mit mildem Gewürz, Zimt und Pfeffer. Mache es süß oder sauer, gib die Klöße darein und lass sie damit sieden, so wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="bacon" orig="ein stuͤck Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#fyndling-ingredient-registry">Speck</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="geriebẽ Weck" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Huͤnner/ Gaͤns oder Kaͤlbern schweiß">Hühner-, Gänse- oder Kalbsblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bread" orig="Brot" commodity="wikidata:Q7802" source="#corema-ingredient-index">Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Bertram Kraut">Bertramkraut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lindem Gewuͤrtz">mildes Gewürz (im Text nicht näher bestimmt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0061">
        <head>Zurwonada - welsche Wurst aus Rind und Schwein, geräuchert</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0061-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0061-trans">
          <p>61. Welsche Wuͤrst võ Ochsen/ die man neñt Zurwonada. Nim̃ Rindfleisch/ vnd schneidt dz Feißt alles hinweg/ so wirdt es nit garstig/ schneidt es gar klein/ auch Schweinenfleisch/ dz feißt ist/ daß eins so viel ist als deß andern/ Thu Saltz in ein Pfannen/ mach es warm/ vñ stoß in einem Moͤrsel/ zerklopff gantzen Pfeffer ein wenig/ vñ ruͤr jn vnter dz Saltz/ thu es vnter dz geschnitten Fleisch/ vñ reibs wol mit den Haͤnden hinein/ ein stundt oder ein halbe/ Als denn nim̃ den dicksten Darm vom Ochsen/ oder vom Schwein/ seuber jn auß/ dz kein Feißt daran bleibt/ truckne jn mit einem saubern Tuch/ dz kein tropff Wasser daran bleibt/ bindt jn mit eim Bindtgarn an einem ort zu/ am andern thu dz Fleisch hinein/ Vnd je fester du es hinein druckst/ je besser es ist/ bestich den Darm mit einer Gluua/ dz er nit blattert wirt/ so kompt dz Fleisch fest vbereinander/ bind es fest zusam̃en/ vñ hencks in kein Schornstein/ sondern in Rauch/ da kein Hitz zugehet/ daß sie trucknet/ so wirt sie iñwendig fein rot/ vnd bleibt lang. Vnd schaw/ daß du sie im Winter machest/ denn je kaͤlter/ je besser es ist solche materien zu zurichten. Wenn du sie aber wilt kochen/ so laß sie drey stundt kochen/ vnd nicht lenger/ laß sie kalt werdẽ/ vnd schneidt sie rundt/ oder wie du wilt/ vñ zeuch den Darm davon hinweg/ wenn du es wilt essen/ so wirstu erfahren/ was es fuͤr ein gut Essen sey/ fuͤr ei nen armen Gesellen/ vnd auch fuͤr grosse Herrn. Dann einer kan davon essen vier oder sechs Wochen/ wie lang er wil/ vnd wie lang sie wehrt. Hastu aber kein Schweinen Fleisch/ so nim̃ vngesaltzenen Speck/ der frisch ist/ vnd schneidt es darvnter/ so wirt es auch gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0061-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0061-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch und schneide das Fett vollständig weg, damit es nicht ranzig wird. Schneide das Fleisch sehr klein. Nimm auch Schweinefleisch, das fett ist, und zwar so viel, dass beide Fleischsorten zu gleichen Teilen vorhanden sind.</p>
          <p>Gib Salz in eine Pfanne, erwärme es und zerstoße in einem Mörser etwas ganzen Pfeffer. Rühre den Pfeffer unter das Salz. Gib diese Mischung zum geschnittenen Fleisch und reibe sie eine halbe bis ganze Stunde lang gut mit den Händen ein.</p>
          <p>Danach nimm den dicksten Darm vom Ochsen oder vom Schwein. Säubere ihn gründlich, sodass kein Fett daran haften bleibt. Trockne ihn mit einem sauberen Tuch, damit kein Tropfen Wasser zurückbleibt. Binde den Darm an einem Ende mit einem Bindfaden zu. Am anderen Ende fülle das Fleisch hinein. Je fester du es hineindrückst, desto besser wird die Wurst. Stich den Darm mit einer Nadel an, damit er keine Blasen wirft; so legt sich das Fleisch fest übereinander. Binde die Wurst fest zusammen.</p>
          <p>Hänge die Wurst nicht in einen Schornstein, sondern in Rauch, wo keine Hitze herrscht, damit sie trocknet. So wird sie innen schön rot und bleibt lange haltbar. Und sorge dafür, dass du sie im Winter machst, denn je kälter es ist, desto besser lassen sich solche Zutaten zubereiten.</p>
          <p>Wenn du die Wurst kochen möchtest, lasse sie drei Stunden lang kochen und nicht länger. Lasse sie kalt werden und schneide sie rund oder wie du möchtest. Ziehe den Darm ab, wenn du sie essen willst. Du wirst erfahren, was für ein gutes Essen dies ist, sowohl für einen armen Gesellen als auch für große Herren. Denn man kann davon vier oder sechs Wochen lang essen, so lange man will und so lange sie hält.</p>
          <p>Hast du kein Schweinefleisch, so nimm ungesalzenen, frischen Speck und schneide ihn darunter; so wird die Wurst auch gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Feißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pork" orig="Schweinenfleisch/ dz feißt ist" commodity="wikidata:Q191768" source="#fyndling-ingredient-context">Schweinefleisch, fett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="dicksten Darm vom Ochsen/ oder vom Schwein">Ochsen- oder Schweinedarm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Bindtgarn">Bindfaden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vngesaltzenen Speck/ der frisch ist">Speck, ungesalzen und frisch (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0062">
        <head>Spanische Krapfen mit Ochsenmark</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0062-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0062-trans">
          <p>62. Vom Ochsenmarck Spañische Krapffen zu machen. Nim̃ ein schoͤn Mehl/ warm Wasser/ vnnd ein wenig Saltz/ mach ein Teig darauß/ wasch die Haͤnd sauber/ vnd arbeit den Teig wol ein stundt oder anderthalb/ so loͤßt er sich vom Tisch vñ Haͤnden/ zeuch jn voneinander/ so duͤnn wie ein Papier/ vnd mach solcher blat zwentzig oder dreyssig/ schneidt frischen vngesaltzenen Speck klein/ vnd zerlaß jn fein kuͤl/ Nim̃ darnach ein saubern Pensel/ vñ bestreich ein jeglichs Blat besonder mit dem Speck/ leg sie alle auffeinander | Nim̃ Epffel/ kleine schwartze Rosein/ Zimmet vnnd Zucker vntereinander/ nim̃ als dann das Marck/ vnnd schabs mit einem Messer sauber ab/ vnnd schneidt es fein klein/ ruͤr die Epffel vnnd Rosein vntereinander/ schlag es in diesen Teig eyn/ den du hast auffgetrieben/ schneidt es mit einem Raͤdtlein ab/ vnd wenn du es wilt in Ofen thun/ so bestreich es mit Eyerdottern/ vnd schaw/ daß du es nicht verbrennest/ bestraͤw es mit weissem Zucker/ vnd gibs warm auff ein Tisch/ so ist es zierlich vnd gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0062-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0062-orig">
          <p>Nimm feines Mehl, warmes Wasser und ein wenig Salz und mache einen Teig daraus. Wasche deine Hände sauber und arbeite den Teig gut durch, eine Stunde oder anderthalb, dann löst er sich von Tisch und Händen.</p>
          <p>Ziehe ihn auseinander, so dünn wie Papier, und mache zwanzig oder dreißig solcher Blätter. Schneide frischen, ungesalzenen Speck klein und lass ihn schön kühl zergehen. Nimm danach einen sauberen Pinsel und bestreiche jedes Blatt einzeln mit dem Speck. Lege sie alle aufeinander.</p>
          <p>Nimm Äpfel, kleine schwarze Rosinen, Zimt und Zucker untereinander. Nimm alsdann das Mark, schabe es mit einem Messer sauber ab und schneide es fein klein. Rühre die Äpfel und Rosinen untereinander. Schlage es in diesen Teig ein, den du ausgezogen hast, und schneide es mit einem Rädchen ab.</p>
          <p>Wenn du es in den Ofen tun willst, bestreiche es mit Eidotter und achte darauf, dass du es nicht verbrennst. Bestreue es mit weißem Zucker und gib es warm auf den Tisch. So ist es zierlich und gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="schoͤn Mehl">Mehl, fein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="warm Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser, warm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischen vngesaltzenen Speck">Schweinespeck, frisch, ungesalzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine schwartze Rosein">Rosinen, klein und schwarz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zimmet" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bone marrow as food" orig="Marck" commodity="wikidata:Q1378736" source="#fyndling-ingredient-name">Ochsenmark</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weissem Zucker">Zucker, weiß (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0063">
        <head>Rindfleisch mit Meerrettich (Verweis auf frühere Zubereitung)</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0063-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0063-trans">
          <p>63. Ein stuͤck Rindtfleisch mit Merrettich zugericht/ wie vorhin vermeldt ist/ wie man es machen sol.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0063-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0063-orig">
          <p>Ein Stück Rindfleisch, mit Meerrettich zubereitet, wie weiter oben beschrieben ist, wie man es machen soll.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Ein stuͤck Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="horse radish" orig="Merrettich" commodity="wikidata:Q2964630" source="#fyndling-ingredient-name">Meerrettich</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0064">
        <head>Rindfleischknödel mit Safran, vom Rost in Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0064-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0064-trans">
          <p>64. Nim̃ Fleisch vnd Ochsenfeißt/ ein wenig Zwibel vnnd Saffran/ auch Eyer/ vnd hack es durcheinander/ mach lange oder breite Knoͤdel darauß. Mach ein Roßt warm/ leg sie drauff vnd brat sie/ vnnd mach sie fein braun auff beyden seiten/ leg sie in ein vberzinten Fischkessel/ vñ geuß ein gute Rindtfleischbruͤh daruͤber/ hastu kein Bruͤh/ so nim̃ Wasser/ schneidt Pet tersilgen Wurtzel daran/ vnd stoß ein wenig Wacholderbeer/ nim̃ Pfeffer/ vnd ein wenig Saffran darvnter/ vnd daͤmpff es miteinander ein/ so wirdt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0064-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0064-orig">
          <p>Nimm Fleisch und Rinderfett, ein wenig Zwiebel und Safran, auch Eier, und hacke es durcheinander. Forme daraus lange oder breite Knödel.</p>
          <p>Erwärme einen Rost, lege die Knödel darauf und brate sie. Mache sie auf beiden Seiten schön braun. Lege sie in einen verzinnten Fischkessel und gieße eine gute Rinderbrühe darüber.</p>
          <p>Hast du keine Brühe, so nimm Wasser, schneide Petersilienwurzel hinein, zerstoße ein wenig Wacholderbeeren und gib sie dazu, nimm Pfeffer und ein wenig Safran darunter, und dämpfe es miteinander ein. So wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Fleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pet tersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="ein wenig Wacholderbeer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0065">
        <head>Weiße Rindfleischknödel, in Brühe gesotten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0065-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0065-trans">
          <p>65. Nim̃ Rindtfleisch/ schneidt es duͤnn vnd klein/ leg es in ein Wasser/ so zeucht es das Blut herauß/ vnnd wirt fein weiß. Wasch es wol auß zwey oder drey Wassern/ klaub Rindernfeißt sauber/ vnd weich ein beschnittenen Weck in Wasser/ druck jn wol widerumb mit saubern Haͤnden auß/ hack es durcheinander/ daß klein wirt/ auch ein Ey oder drey/ wasch die Haͤnd sauber/ vnd mach runde/ oder wie du es haben wilt/ Knoͤdel darauß/ Setz Wasser in einem Fischkessel auff/ vnd wann es seudt/ so thu sie darein/ vnd laß sie ein stundt sieden/ zeuch sie auß der Bruͤh in kaltes Wasser/ vñ seuber sie auß in einem Fischkessel/ seig die Bruͤh wider daruͤber durch ein Haͤrin Tuch/ vnnd laß wider sieden. Nim̃ darnach gantzen Pfeffer/ gantze Muscatbluͤt/ auch Pettersilgen Wurtzel/ die sauber gemacht/ laß fein gemach sieden/ Vnd wenn das Feißt herauß seudt/ so schoͤpff es ab/ vnd schmeltz Kraut oder Ruͤben darmit/ so werden die Knoͤdel auch nicht boͤß.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0065-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0065-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch und schneide es dünn und klein. Lege es in Wasser, so zieht das Blut heraus und es wird schön weiß. Wasche es gut in zwei oder drei Wassern aus.</p>
          <p>Putze Rinderfett sauber und weiche ein beschnittenes Weißbrot in Wasser ein. Drücke es mit sauberen Händen wieder gut aus. Hacke alles durcheinander, bis es fein ist, dazu ein Ei oder drei. Wasche die Hände sauber und mache runde Knödel daraus, oder wie du sie haben willst.</p>
          <p>Setze Wasser in einem Fischkessel auf. Wenn es siedet, gib die Knödel hinein und lass sie eine Stunde sieden. Nimm sie aus der Brühe in kaltes Wasser, säubere sie und gib sie in einen Fischkessel. Gieß die Brühe durch ein Haartuch wieder darüber und lass sie wieder sieden.</p>
          <p>Nimm danach ganzen Pfeffer, ganze Muskatblüte und Petersilienwurzel, die sauber geputzt ist, und lass es sachte sieden. Wenn das Fett heraussiedet, schöpfe es ab und schmälze Kraut oder Rüben damit. So werden auch die Knödel nicht übel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindernfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="beschnittenen Weck" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey oder drey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Ei</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="Haͤrin Tuch">Haartuch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muscatbluͤt">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kraut oder Ruͤben">Kraut oder Rüben</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0066">
        <head>Carwenada: dünn geklopftes Rindfleisch vom Rost mit Essig-Pfeffer-Butter-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0066-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0066-trans">
          <p>66. Schneidt das Rindtfleisch fein duͤnn vnd lenglicht/ zerklopffs mit einem Messerruͤck/ vnd leg es auff einen Roßt/ saltz es nicht viel/ brat es geschwindt/ vnd begeuß mit zerlassenem Speck. Nim̃ ein Rindtfleischbruͤh/ ein wenig gestossen Pfeffer/ Essig/ vnd frische vnzerlassene Butter/ laß darmit auffsieden/ Vnd wenn du es anrichten wilt/ so geuß die Bruͤh eben darvber. Vnd die Speiß nennt man Carwenada.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0066-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0066-orig">
          <p>Schneide das Rindfleisch fein dünn und länglich. Zerklopfe es mit einem Messerrücken und lege es auf einen Rost. Salze es nicht viel, brate es schnell und begieße es mit zerlassenem Speck.</p>
          <p>Nimm Rindfleischbrühe, ein wenig gestoßenen Pfeffer, Essig und frische, ungeschmolzene Butter und lass alles zusammen aufkochen. Wenn du anrichten willst, gieße die Brühe gleichmäßig darüber. Diese Speise nennt man Carwenada.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zerlassenem Speck">Speck, zerlassen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="ein wenig gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzerlassene Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0067">
        <head>Rindfleischknödel mit Rosinen, in Butter geröstet und in Pfeffersauce gesotten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0067-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0067-trans">
          <p>67. Knoͤdel zu kochen auff ein andere manier von Rindtfleisch. Nim̃ Rindtfleisch/ schneidt es klein/ vñ klaub das Fett darvon/ hack es klein durch einander/ nim̃ ein wenig gestossen Pfeffer/ gerieben Saffran/ vnd ein wenig Saltz/ auch drey oder vier Eyer/ weich ein beschnittẽ Weck oder Sem̃el eyn/ druck sie wol mit den Haͤnden auß/ vnd hacks vnter das Fleisch/ thu saubere groß vnd kleine schwartze Rosein darvnter/ mach runde oder lenglichte Knoͤ del darauß/ wie es dir wirt gefallen/ mach Butter heiß/ vnd roͤßt die Knoͤdel darinnen fein langsam/ daß sie fein braun/ vnd nicht schwartz werden. Vnd wenn du sie hast außgeroͤßt/ so thu sie in einen gekochten Pfeffer/ der wol gemacht vnd zugericht ist/ laß sie widerumb in dem Pfeffer sieden/ so wirdt es wolgeschmack/ ist ein gut essen fuͤr Arm vnd Reich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0067-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0067-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch, schneide es klein und lies das Fett heraus. Hacke es klein durcheinander. Nimm ein wenig gestoßenen Pfeffer, geriebenen Safran und ein wenig Salz, auch drei oder vier Eier.</p>
          <p>Weiche ein beschnittenes Weißbrot oder eine Semmel ein, drücke sie gut mit den Händen aus und hacke sie unter das Fleisch. Gib saubere, große und kleine schwarze Rosinen darunter. Forme runde oder längliche Knödel daraus, wie es dir gefallen wird.</p>
          <p>Mache Butter heiß und röste die Knödel darin gemächlich, sodass sie schön braun und nicht schwarz werden. Und wenn du sie ausgeröstet hast, so gib sie in einen gekochten Pfeffer, der gut gemacht und zugerichtet ist. Lass sie wiederum in dem Pfeffer sieden, so wird es wohlschmeckend. Dies ist ein gutes Essen für Arm und Reich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch, Fett ausgelesen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gerieben Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="drey oder vier Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient orig="beschnittẽ Weck oder Sem̃el">Weißbrot oder Semmel, ohne Rinde</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="saubere groß vnd kleine schwartze Rosein">Rosinen, schwarz, große und kleine</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gekochten Pfeffer">Pfeffersauce, zubereitet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0068">
        <head>Rindfleisch vom Spieß, in säuerlicher Pfeffersauce gesotten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0068-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0068-trans">
          <p>68. Widerumb Rindtfleisch gekocht auff ein ander manier in Pfeffer. Nim̃ Rindtfleisch/ vnnd stecks an ein Spieß/ vnnd brat es gar an die statt/ schneidt es zu stuͤcken/ vnd thu es in ein eingemachten Pfeffer/ der wol zugerichtet ist/ vnd fein saͤurlich/ wie zuvor vermeldt ist/ wie man die Pfeffer machen sol/ Laß damit sieden/ so wirt es wolgeschmack vnd gut/ Dann alles wz man von Rindtfleisch zurichtet/ ist gut zu essen/ wenn es saͤurlich ist/ es sey ein Pfeffer/ gelb oder Eschenfarb.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0068-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0068-orig">
          <p>Noch einmal Rindfleisch, auf andere Art gekocht, in Pfeffersauce.</p>
          <p>Nimm Rindfleisch und stecke es an einen Spieß. Brate es ganz gar. Schneide es dann in Stücke und gib es in eine eingemachte Pfeffersauce, die gut zubereitet und fein säuerlich ist, so wie weiter oben beschrieben wurde, wie man die Pfeffersaucen machen soll.</p>
          <p>Lass es darin sieden, so wird es wohlschmeckend und gut. Denn alles, was man aus Rindfleisch zubereitet, ist gut zu essen, wenn es säuerlich ist, sei es ein Pfeffer, ein gelber oder ein aschfarbener.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="eingemachten Pfeffer">Pfeffersauce, zubereitet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0069">
        <head>Ochsenmark in Brühe mit Ei und Kräutern</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0069-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0069-trans">
          <p>69. Ochsenmarck zu kochen. Nim̃ das Marck/ vnnd schabs mit einem Messer ab/ wie es vom Ochsenbein herauß kompt/ schneidt es fein duͤnn vñ breit/ leg es in ein saubers kaltes Wasser/ so zeucht es das Blut auß dem Marck herauß/ vnd wirt fein weiß/ Thu es in ein saubern vberzinten Fischkessel/ vnd seig ein Rindtfleisch oder Hennenbruͤh darauff/ vnnd laß fein gemach ein viertel stundt auff Kolen sieden/ nim̃ ein Ey oder drey/ vñ zerklopff es wol durcheinander/ vnnd ein wenig Saffran/ laß durch ein Haͤrin Tuch lauffen/ ruͤr klein gehackte wolschmeckende Kraͤuter vnter die Eyer/ vnd laß die Bruͤh mit dem Marck auffsieden/ vnnd im Sudt so geuß die Eyer fein langsam darein/ vnd laß nicht viel sieden/ vnd wenn du es wilt anrichten/ so nim̃ gebeht Schnitten von einem Weck/ thu sie in ein Schuͤssel/ vntergreiff das Marck sampt den Eyern mit einem gantzen eysern Leffel/ richt es auff das gebeht Brot/ sampt der Bruͤh an/ so ist es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0069-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0069-orig">
          <p>Nimm das Mark und schabe es mit einem Messer ab, so wie es aus dem Ochsenbein kommt. Schneide es sehr dünn und breit. Lege es in sauberes kaltes Wasser, so zieht es das Blut aus dem Mark heraus und wird schön weiß.</p>
          <p>Gib es in einen sauberen, überzinnten Fischkessel und gieße Rindfleisch- oder Hühnerbrühe darauf. Lass es ganz sanft eine Viertelstunde auf Kohlen sieden. Nimm ein Ei oder drei und verklopfe sie gut miteinander, dazu ein wenig Safran, und lass es durch ein Haartuch laufen. Rühre klein gehackte, wohlschmeckende Kräuter unter die Eier.</p>
          <p>Lass die Brühe mit dem Mark aufsieden, und gieße im Sud die Eier ganz langsam hinein. Lass es nicht viel sieden.</p>
          <p>Wenn du es anrichten willst, nimm gebähte Schnitten von einem Weißbrot und lege sie in eine Schüssel. Greife mit einem ganzen eisernen Löffel unter das Mark samt den Eiern, richte es auf das gebähte Brot an, zusammen mit der Brühe. So ist es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bone marrow as food" orig="Ochsenmarck" commodity="wikidata:Q1378736" source="#fyndling-ingredient-name">Ochsenmark</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kaltes Wasser">Kaltes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfleisch oder Hennenbruͤh">Rindfleisch- oder Hühnerbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey oder drey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ein wenig Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="klein gehackte wolschmeckende Kraͤuter" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="Weck" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißbrot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0070">
        <head>Weißes Rindfleisch von den Rippen mit Salzzitronen und Kräutern</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0070-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0070-trans">
          <p>70. Hauw Rindtfleisch von Riben/ da es am duͤnsten ist/ zu stuͤcken/ setz es mit Wasser zu/ vnd verfaum es sauber/ ist es fett/ so schoͤpff es ab/ vnd schmeltz ein Kraut darmit/ vnnd wenn es halb gesotten ist/ so thu es auß der Bruͤh in ein Wasser/ vnd saͤuber es auß/ thu es in ein saubers Geschirr/ vnd seig die Bruͤh durch ein Haͤrin Tuch darauff/ thu eingebreñt Mehl darein/ vnd ein wenig Essig/ nim̃ gestossen Jngwer/ gantzen Pfeffer/ vngeschmaͤltzte frische Butter/ vnnd gesaltzene Limonien darvnter/ Steck die Limonien an ein Spieß/ vnd thu sie in den Kessel/ vnnd wenn du schier wilt anrichten/ so hack gruͤne wolschmeckende Kraͤuter darein/ laß ein wenig mit frischer Butter auffsieden/ leg die Limonien darauff/ vnd wirff klein geschnittene Pettersilge daruͤber/ so ist es weiß vnd zierlich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0070-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0070-orig">
          <p>Schneide Rindfleisch von den Rippen, wo es am dünnsten ist, in Stücke. Setze es mit Wasser auf und schäume es sauber ab. Ist es fett, so schöpfe das Fett ab und schmälze damit ein Kraut.</p>
          <p>Wenn das Fleisch halb gar gekocht ist, nimm es aus der Brühe, gib es in Wasser und säubere es. Lege es in ein sauberes Geschirr und seihe die Brühe durch ein Haartuch darüber. Gib eingebranntes Mehl und ein wenig Essig hinein.</p>
          <p>Nimm gestoßenen Ingwer, ganzen Pfeffer, ungeschmolzene frische Butter und gesalzene Zitronen und gib sie darunter. Stecke die Zitronen an einen Spieß und gib sie in den Kessel.</p>
          <p>Wenn du bald anrichten willst, hacke grüne, wohlschmeckende Kräuter hinein und lass es ein wenig mit frischer Butter aufkochen. Lege die Zitronen darauf und streue klein geschnittene Petersilie darüber, so ist es weiß und zierlich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch von Riben" commodity="wikidata:Q192628" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleisch von den Rippen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="eingebreñt Mehl">Mehl, eingebrannt (geröstet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="gestossen Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vngeschmaͤltzte frische Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzene Limonien">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Grüne, wohlschmeckende Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischer Butter">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Pettersilge" commodity="wikidata:Q25284" source="#corema-ingredient-index">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0071">
        <head>Mit Wacholder eingesalzenes Rindfleisch nach Wildbret-Art mit Mandelgescharb</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0071-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0071-trans">
          <p>71. Wann du kein Wildpret hast/ so nim̃ Rindtfleisch/ vnd hauw es zu stuͤcken/ saltz es mit Wacholderbeer eyn in ein Tunnen/ mach sie zu/ so helt es sich lang. Darnach richt man es in einem Pfeffer zu/ Vnnd wenn du es wilt anrichten/ so mach ein Mandelgescharb. Nim̃ Mandeln/ zeuch sie ab/ vnnd schneidt sie klein/ mach sie ab mit kleinen Rosein/ machs gelb/ vnnd nim̃ Zucker darvnter/ Weinessig/ vnnd Rindtfeißt/ laß es darmit trucken einsieden/ vnnd gib es vber das Fleisch/ wenn du anrichtest/ so sihet es dem Wildpret gleich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0071-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0071-orig">
          <p>Wenn du kein Wildbret hast, nimm Rindfleisch und hacke es in Stücke. Salze es mit Wacholderbeeren in ein Fass ein und verschließe es, so hält es sich lange.</p>
          <p>Danach richtet man es in einer Pfeffersauce an. Und wenn du es anrichten willst, bereite ein Mandelgescharb zu. Nimm Mandeln, ziehe sie ab und schneide sie klein. Mache sie mit kleinen Rosinen an, färbe es gelb und gib Zucker, Weinessig und Rinderfett darunter. Lasse es damit trocken einkochen und gib es über das Fleisch, wenn du anrichtest, so sieht es dem Wildbret gleich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="juniper berry" orig="Wacholderbeer" commodity="wikidata:Q3251025" source="#fyndling-ingredient-name">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, abgezogen und klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen Rosein">Rosinen, klein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weinessig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0072">
        <head>Gehacktes Rindfleisch mit Rosinen, Safran und Ochsenmark</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0072-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0072-trans">
          <p>72. Nim̃ Rindtfleisch/ vnd zerschneidts/ klaub roh Rindtfeißt/ vñ hack es miteinander/ mach es ab/ vñ thu kleine Rosein darein/ Nim̃ Zim̃et/ Saffran/ Zucker/ vnd gute Rindtfleischbruͤh/ auch ein wenig Essig vnd Ochsenmarck/ schab das Blut davon mit einem Messer/ vñ laß es miteinander sieden/ vnd versaltz es nicht/ so ist es ein gut Essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0072-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0072-orig">
          <p>Nimm Rindfleisch und zerschneide es. Putze rohes Rinderfett und hacke es mit dem Fleisch zusammen. Mache es fertig und gib kleine Rosinen hinein.</p>
          <p>Nimm Zimt, Safran, Zucker und gute Rinderbrühe, auch ein wenig Essig und Ochsenmark. Schabe mit einem Messer das Blut davon ab und lass alles miteinander sieden. Versalze es nicht, so ist es ein gutes Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="roh Rindtfeißt">Rinderfett, roh</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine Rosein">Rosinen, klein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bone marrow as food" orig="Ochsenmarck" commodity="wikidata:Q1378736" source="#fyndling-ingredient-name">Ochsenmark</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0073">
        <head>Ochsenschwanz in Brühe mit Möhren und Speck</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0073-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0073-trans">
          <p>73. Eingemachten Ochsenschwantz/ setz jn zu in einem Wasser/ vnd laß an die statt sieden/ heb die Bruͤh davon auff/ so wirdt es wolgeschmack/ Als dann nim̃ gelbe Ruͤben/ schab vnd schneidt sie voneinander/ quells in Wasser/ vnd kuͤl es auß/ Nim̃ darnach ein wenig vngesaltzen Speck vnd Zwibel/ hacks durcheinander mit gruͤnen Kraͤutern/ laß den Schwantz damit sieden/ thu gestossen Pfeffer darein/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0073-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0073-orig">
          <p>Nimm den Ochsenschwanz und setze ihn in Wasser auf. Lasse ihn gar kochen. Hebe die Brühe davon auf, so wird es wohlschmeckend.</p>
          <p>Nimm dann gelbe Rüben, schabe sie und schneide sie in Stücke. Blanchiere sie in Wasser und kühle sie ab. Nimm danach ein wenig ungesalzenen Speck und Zwiebel und hacke beides mit grünen Kräutern durcheinander. Lasse den Ochsenschwanz damit sieden. Gib gestoßenen Pfeffer hinein, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenschwantz">Ochsenschwanz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gelbe Ruͤben">Gelbe Möhren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vngesaltzen Speck">Speck, ungesalzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0074">
        <head>Saure Ochsenfüße in Zwiebel-Apfel-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0074-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0074-trans">
          <p>74. Ochsenfuͤß saur eingemacht in Zwibeln vnd Epffelgescharb. Nim̃ Epffel vnd Zwibel/ hack sie durcheinander/ vnnd schweiß in Butter/ thu es von dem Feuwr/ vnd mach es mit Gewuͤrtz/ Pfeffer/ Jngwer vnd Saffran an/ zerlaß mit einer Rindtfleischbruͤh/ geuß Essig darzu/ vnnd brenn Mehl darein/ thu auch kleine Rosein darvnter/ vnd laß sieden/ Vnd wann die Fuͤß gesotten seyn in Wasser/ so seuber sie/ vnd thu sie in das gescharb/ laß damit sieden/ so wirt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0074-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0074-orig">
          <p>Nimm Äpfel und Zwiebeln, hacke sie durcheinander und schwitze sie in Butter an. Nimm es vom Feuer und würze es mit Gewürz, Pfeffer, Ingwer und Safran. Verdünne es mit Rinderbrühe, gieße Essig dazu und brenne Mehl darin ein. Gib auch kleine Rosinen darunter und lass es sieden.</p>
          <p>Und wenn die Ochsenfüße in Wasser gesotten sind, säubere sie, gib sie in das Gescharb und lass sie darin sieden, so wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="Gewuͤrtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine Rosein">Rosinen, klein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0075">
        <head>Kalte Ochsenfüße in Senfsauce mit süßem Wein</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0075-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0075-trans">
          <p>75. Ochsenfuͤß kalt abgesotten in Senff/ der mit newem suͤssen Wein ist abgethan/ den Senff durch ein Haͤrin Tuch gestrichen/ vnd vber die Fuͤß gegossen/ so ist es ein gut Essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0075-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0075-orig">
          <p>Nimm Ochsenfüße, koche sie ab und lass sie kalt werden. Nimm Senf, der mit neuem, süßem Wein angerührt ist, streiche den Senf durch ein Haartuch und gieße ihn über die Füße. So ist es ein gutes Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="Senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="newem suͤssen Wein">Neuer, süßer Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0076">
        <head>Kalte Ochsenfüße mit Essig und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0076-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0076-trans">
          <p>76. Ochsenfuͤß kalt abgesotten mit Essig vnd gruͤner Pettersilgen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0076-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0076-orig">
          <p>Ochsenfüße, kalt abgekocht, mit Essig und grüner Petersilie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤner Pettersilgen">Grüne Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0077">
        <head>Geräucherte Ochsenfüße, gekocht</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0077-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0077-trans">
          <p>77. Gereuchert Ochsenfuͤß gekocht/ vnd kalt oder warm geben/ seindt gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0077-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0077-orig">
          <p>Geräucherte Ochsenfüße kochen und anschließend kalt oder warm servieren. Sie sind gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Gereuchert Ochsenfuͤß">Geräucherte Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0078">
        <head>Ochsenfüße in weißer Butterbrühe mit Salzzitronen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0078-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0078-trans">
          <p>78. Widerumb Ochsenfuͤß zu kochen auff ein ander manier. Setz die Fuͤß in Wasser zu/ vnd laß sie gar sieden/ vnd wann sie gesotten/ so seuber sie auß/ nim̃ ein gute Rindtfleischbruͤh/ vnnd ein wenig Essig/ brenn ein wenig Mehl darein/ vnd schneidt gesaltzen Limonien fein breit/ thu auch frische vngeschmaͤltzte Butter darein/ laß es miteinander auffsieden/ so bleibt es weiß vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0078-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0078-orig">
          <p>Setze die Ochsenfüße in Wasser auf und lass sie gar sieden. Wenn sie gesotten sind, säubere sie aus. Nimm eine gute Rinderbrühe und ein wenig Essig, brenne ein wenig Mehl darin ein und schneide gesalzene Zitronen fein und breit. Gib auch frische, ungeschmolzene Butter hinein und lass es miteinander aufkochen, so bleibt es weiß und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzen Limonien">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vngeschmaͤltzte Butter">Butter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0079">
        <head>Ochsenfüße in Wein-Essig-Brühe mit Pflaumen oder Zibeben</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0079-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0079-trans">
          <p>79. Ochsenfuͤß zum eindaͤmpffen. Wañ sie gesotten seyn/ so leg sie auff ein Roßt/ vñ breun sie ab/ Nim̃ Vngerische Pflaumen oder Ziweben/ ein wenig Wein/ Essig/ vnd Rindtfleischbruͤh/ Zucker/ Pfeffer vnnd Saffran/ vnd laß es darinnen daͤmpffen/ so wirt es lieblich vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0079-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0079-orig">
          <p>Sind die Ochsenfüße gekocht, so lege sie auf einen Rost und bräune sie ab. Nimm Ungarische Pflaumen oder Zibeben, ein wenig Wein, Essig und Rinderbrühe, Zucker, Pfeffer und Safran, und lass es darin dämpfen, so wird es lieblich und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Vngerische Pflaumen oder Ziweben">Ungarische Pflaumen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ein wenig Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0080">
        <head>Ochsenfüße, in Butter geröstet und in schwarzer Pfeffersauce gesotten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0080-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0080-trans">
          <p>80. Ochsenfuͤß gekocht auff ein ander manier/ in schwartzem Pfeffer. Mach lauter Butter heiß in einer Pfannen/ vnnd roͤßt die Ochsenfuͤß darauß/ daß sie fein braun vnd nicht schwartz werden/ thu sie in einen Pfeffer/ der wol angemacht ist/ es sey suͤß oder saur/ wie vorhin vermeldt ist Pfeffer zu machen/ Laß sie darmit sieden/ so werden sie gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0080-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0080-orig">
          <p>Mache geklärte Butter in einer Pfanne heiß und röste die Ochsenfüße darin, sodass sie schön braun und nicht schwarz werden. Gib sie in eine Pfeffersauce, die gut angemacht ist, sie sei süß oder sauer, so wie vorher beschrieben wurde, wie man Pfeffer macht. Lass sie darin sieden, so werden sie gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße (vorgekocht)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="einen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffersauce (süß oder sauer)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0081">
        <head>Ochsenfuß-Salat mit Essig, Ingwer und Petersilie</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0081-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0081-trans">
          <p>81. Widerumb Ochsenfuͤß zugericht auff ein ander manier. Koch die Ochsenfuͤß gar wol an die statt in einem Wasser/ vnnd wenn sie gesotten/ so laß sie kalt werden/ seuber oder butz sie auß/ vnd leg sie in Essig/ saltzs/ vnnd laß ein stundt oder zwo darinnen ligen/ nim̃ es herauß/ vnd schneidt es klein oder rundt/ daß es duͤnn ist/ vnd wenn du es wilt anrichten/ so thu es in eine Schuͤssel/ vnd geuß widerumb guten frischen Essig darauff/ vnnd straͤw ein wenig Jngwer daruͤber/ gruͤne Pettersilgen/ die sauber geklaubt/ vnnd rein außgewaschen ist/ wirff daruͤber. Also pfleget man es gemeiniglich zu Nacht zu einem Salat zu geben/ sonderlich im Sommer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0081-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0081-orig">
          <p>Koche die Ochsenfüße in Wasser gut gar. Wenn sie gesotten sind, lass sie kalt werden. Säubere oder putze sie aus und lege sie in Essig und Salz. Lass sie ein oder zwei Stunden darin liegen.</p>
          <p>Nimm es heraus und schneide es klein oder in runde Scheiben, sodass es dünn ist. Wenn du es anrichten willst, gib es in eine Schüssel und gieß noch einmal guten, frischen Essig darauf. Streu ein wenig Ingwer darüber und wirf grüne Petersilie darüber, die sauber verlesen und gründlich ausgewaschen ist.</p>
          <p>So pflegt man es gewöhnlich abends als Salat zu reichen, besonders im Sommer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltzs" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Pettersilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#fyndling-ingredient-registry">Petersilie</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0082">
        <head>Gelbe Sülze von Ochsenfüßen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0082-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0082-trans">
          <p>82. Wann du wilt ein Galrat machen von Ochsenfuͤssen/ die gelb soll seyn/ so nim̃ Wasser vñ Essig/ laß es miteinander sieden/ mach es ab mit gestossenem Pfeffer vnd Saffran/ versuch es/ ob es wolgeschmack/ obs saur oder gesaltzen ist/ ist es nicht saur/ so mach es saur/ denn die Ochsenfuͤß seindt gut in einer sauren Bruͤh zu essen/ zeuch sie auß auff ein Bret/ vñ laß sie kalt werden/ leg sie erst in ein Schuͤssel/ vnnd seig die Bruͤh darauff durch ein Wuͤllen Sack/ so wirt es schoͤn lauter.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0082-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0082-orig">
          <p>Wenn du eine Sülze von Ochsenfüßen machen willst, die gelb sein soll, so nimm Wasser und Essig und lass es miteinander sieden. Würze es mit gestoßenem Pfeffer und Safran. Koste es, ob es wohlschmeckend ist, ob es sauer oder gesalzen ist. Ist es nicht sauer, so mache es sauer, denn die Ochsenfüße sind gut in einer sauren Brühe zu essen.</p>
          <p>Nimm sie heraus auf ein Brett und lass sie kalt werden. Lege sie erst dann in eine Schüssel und seihe die Brühe durch einen Wollsack darüber, so wird es schön klar.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤssen">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenem Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0083">
        <head>Weiße Sülze von Ochsenfüßen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0083-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0083-trans">
          <p>83. Setz die Ochsenfuͤß in einem Wasser zu/ thu ein wenig Saltz darein/ vnd laß sie wol sieden/ vnd wenn sie kalt werden/ so werden sie wider fest. Zeuch sie auß der Bruͤh auff ein saubers Bret/ vnd laß sie kalt werden/ leg sie in ein Schuͤssel/ vnnd seig die Bruͤh durch ein Haͤrin Tuch in ein saubern Fischkessel/ geuß ein wenig Essig darein/ vnd laß nicht sieden/ geuß mit einem eysern Loͤffel auff vnd nider/ biß kalt wirt/ Oder nim̃ zween newe Haͤfen/ vñ geuß auß einem in den andern/ so wirdt es fein weiß/ als wann du hettest Milch darein gegossen/ das macht der kalt Essig/ den du vnter die warme Bruͤh gegossen. Geuß darnach auff die Fuͤß/ vnd laß stehen biß kalt wirdt. Wiltu es aber mit Knobloch haben/ so schneidt ein wenig darein/ so ist es auch wolgeschmack. Denn die Vngern essen sie gern mit Knobloch/ sonderlich solche weisse Galrat/ kost nicht viel/ ist aber grosse muͤh darmit.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0083-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0083-orig">
          <p>Setze die Ochsenfüße in Wasser auf, gib ein wenig Salz hinein und lass sie gut sieden; wenn sie kalt werden, werden sie wieder fest.</p>
          <p>Zieh sie aus der Brühe auf ein sauberes Brett und lass sie kalt werden. Lege sie in eine Schüssel und seihe die Brühe durch ein Haartuch in einen sauberen Fischkessel. Gieß ein wenig Essig hinein und lass es nicht sieden. Gieß mit einem eisernen Löffel auf und nieder, bis es kalt wird.</p>
          <p>Oder nimm zwei neue Töpfe und gieß es aus dem einen in den anderen; so wird es fein weiß, als hättest du Milch hineingegossen. Das macht der kalte Essig, den du unter die warme Brühe gegossen hast.</p>
          <p>Gieß es danach über die Füße und lass es stehen, bis es kalt wird.</p>
          <p>Mit Knoblauch. Willst du es aber mit Knoblauch haben, so schneide ein wenig hinein, dann schmeckt es auch gut. Denn die Ungarn essen sie gern mit Knoblauch, besonders solche weiße Sülze. Es kostet nicht viel, macht aber große Mühe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ochsenfuͤß">Ochsenfüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="garlic" orig="Knobloch" commodity="wikidata:Q21546392" source="#corema-ingredient-index">Knoblauch (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0084">
        <head>Kuheuter in Streifen mit Butterbrühe und Salzzitronen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0084-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0084-trans">
          <p>EJngemacht Kuͤheuter. Setz das Kuͤheuter in Wasser zu/ vñ laß gar an die statt sieden/ thu es auß/ vnd laß kalt werden/ schneidt es klein wie Suͤltzen/ nim̃ ein gute Rindtfleischbruͤh/ ein wenig Essig/ frische vnzerlassene Butter/ vnnd ein wenig eingebrennt Mehl in guter lauter Butter/ thu es vnter das Euter/ nim̃ auch gesaltzen Limonien/ vnd laß darmit auffsieden/ so bleibet es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0084-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0084-orig">
          <p>Setze das Kuheuter in Wasser zu und lass es ganz gar sieden. Nimm es heraus und lass es kalt werden. Schneide es so klein wie Kutteln.</p>
          <p>Nimm eine gute Rinderbrühe, ein wenig Essig, frische, nicht zerlassene Butter und ein wenig Mehl, in guter, reiner Butter eingebrannt, und gib es unter das Euter. Nimm auch gesalzene Zitronen und lass es damit aufsieden, so bleibt es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kuͤheuter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzerlassene Butter">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="eingebrennt Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Butter, geklärt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzen Limonien">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0085">
        <head>Kuheuter vom Rost in Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0085-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0085-trans">
          <p>2. Schneidt das Euter breit/ vnd breuns auff dem Roßt ab/ schneidt es darnach voneinander/ vnd thu es in Pfeffer/ so wirt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0085-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0085-orig">
          <p>Schneide das Kuheuter in breite Scheiben und bräune es auf dem Rost ab. Schneide es danach auseinander und gib es in eine Pfeffersauce, so wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="das Euter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffersauce</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0086">
        <head>Kuheuter vom Rost in Mandel-Rosinen-Sauce (Gescharb)</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0086-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0086-trans">
          <p>3. Setz Mandeln auff/ vnd zeuch sie ab/ zuschneidt sie/ vñ roͤßt sie auß lauter Butter/ thu sie in einen Kessel/ vnnd nim̃ kleine schwartze Rosein/ die sauber seyn/ geuß Wein/ Rindtfleischbruͤh/ vnd ein wenig Essig daran/ vnd Zucker/ mach es mit Pfeffer vnd Saffran an/ brenn ein wenig Mehl in das gescharb/ laß darmit auffsieden/ zuschneidt das Euter/ vnd breun es auff dem Roßt/ vnd thu es in das gescharb/ so wirdt es wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0086-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0086-orig">
          <p>Setze Mandeln auf und ziehe sie ab. Schneide sie klein und röste sie in geklärter Butter. Gib sie in einen Kessel.</p>
          <p>Nimm kleine schwarze Rosinen, die sauber sind. Gieße Wein, Rinderbrühe und ein wenig Essig daran und gib Zucker dazu. Würze es mit Pfeffer und Safran. Brenne ein wenig Mehl in das Gescharb ein und lasse es damit aufsieden.</p>
          <p>Schneide das Kuheuter zu, bräune es auf dem Rost und gib es in das Gescharb. So wird es wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine schwartze Rosein">Kleine schwarze Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="ein wenig Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ein wenig Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="das Euter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0087">
        <head>Gebräuntes Kuheuter mit frischer Butter und Pfeffersalz</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0087-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0087-trans">
          <p>4. Zuschneidt das Euter/ vnd nim̃ Pfeffer vnd Saltz durcheinander/ hastu kein Pfeffer/ so nim̃ Jngwer darvnter/ Vnnd wenn du das Euter hast abgebreunt/ so begeuß mit frischer vnzerlassener Butter/ vnd weñ du es anrichtest/ so straͤw den Pfeffer vnnd Saltz daruͤber/ so wirdt es gut vnnd lieblich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0087-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0087-orig">
          <p>Schneide das Euter zu und nimm Pfeffer und Salz durcheinander. Hast du keinen Pfeffer, so nimm Ingwer darunter. Und wenn du das Euter abgebräunt hast, so begieße es mit frischer, nicht zerlassener Butter. Und wenn du es anrichtest, so streue den Pfeffer und das Salz darüber. So wird es gut und lieblich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="das Euter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="frischer vnzerlassener Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0088">
        <head>Gespicktes Kuheuter vom Spieß mit Hühnerblutsauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0088-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0088-trans">
          <p>5. Wann das Euter gekocht ist/ so laß es gantz bleiben/ schneidt Speck klein/ vñ spicks darmit/ steck es an ein Spieß/ vñ laß braten/ vnd mach dazu von Huͤnnerschweiß/ mit linden Gewuͤrtz/ Zim̃et vnd Neglein/ gerieben Kuchen/ vnd ein wenig Essig/ laß es dañ wol auffsieden/ mach es suͤß oder saur/ so ist es gut/ Vnnd wenn du es anrichtest/ so thu es darvnter/ so wirdt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0088-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0088-orig">
          <p>Wenn das Euter gekocht ist, lass es ganz. Schneide Speck klein und spicke es damit, stecke es an einen Spieß und lass es braten.</p>
          <p>Mach dazu eine Sauce von Hühnerblut mit milden Gewürzen, Zimt und Nelken, geriebenem Kuchen und ein wenig Essig. Lass sie dann gut aufsieden und mach sie süß oder sauer, so ist sie gut.</p>
          <p>Und wenn du anrichtest, so gib die Sauce darunter, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Euter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="Huͤnnerschweiß" commodity="wikidata:Q107246464" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="linden Gewuͤrtz">Milde Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gerieben Kuchen">Geriebener Kuchen, vermutlich Pfefferkuchen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0089">
        <head>Kuheuter in Apfel-Zwiebel-Sauce mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0089-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0089-trans">
          <p>6. Nim̃ Epfell vñ Zwibel/ hack sie fein klein durcheinander/ vñ schweiß es in lauter Butter. Nim̃ darnach Rindtfleischbruͤh/ Essig/ Pfeffer vnnd Saffran/ ruͤr es durcheinander mit einem eingebrennten Mehl/ so wirdt es fein dick/ laß auffsieden/ vnd thu kleine schwartze Rosein darein/ Vnd wenn das Euter gesotten ist/ so schneidt es zu stuͤcken/ vñ breuns auff einem Roßt ab/ thu es in das gescharb/ vnd laß es darmit wider auffsieden/ vnd sihe versaltz es nicht/ so wirt es gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0089-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0089-orig">
          <p>Nimm Äpfel und Zwiebeln, hacke sie sehr fein durcheinander und schwitze sie in geklärter Butter an.</p>
          <p>Nimm danach Rinderbrühe, Essig, Pfeffer und Safran und rühre es mit einer Einbrenne durcheinander, so wird es schön dick. Lass es aufkochen und gib kleine schwarze Rosinen hinein.</p>
          <p>Und wenn das Kuheuter gesotten ist, so schneide es in Stücke und bräune es auf einem Rost ab. Gib es in das Gescharb und lass es damit wieder aufkochen. Und sieh zu, dass du es nicht versalzt, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epfell" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="eingebrennten Mehl">Mehl für die Einbrenne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine schwartze Rosein">Kleine schwarze Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Euter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="(implied)" commodity="wikidata:Q11254" source="#fyndling-ingredient-registry">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0090">
        <head>Pasteten von Kuheutern</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0090-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0090-trans">
          <p>7. Pasteten von Kuͤheutern. Nim̃ schoͤnes Mehl/ vnd drey oder vier Eyer/ auch frische vnzerlassene Butter/ ein wenig Saltz/ vnnd thu es vnter das Mehl/ mach den Teig fest ab/ vnnd treib jhn vbersich/ daß er fein rundt bleibt/ hack frischen Speck/ gruͤne Kraͤuter vñ Jngwer durcheinander/ legs in die Pasteten auff den Boden/ schneidt die Euter wie du wilt/ vnnd leg sie auch in die Pasteten/ deck sie mit einem Deckel zu/ zerklopff ein Ey wol/ vnnd bestreich die Pasteten darmit/ scheibs in Ofen/ vñ laß den Deckel mit einem eysern Hecklein vbersich gehen/ vnd mach ein klein Lufftloͤchlein/ so bleibt es fein vbersich. Vnd wañ es gebacken ist/ daß du es anrichtest/ so nim̃ ein Eytodter oder zween/ ruͤr sie mit Essig vnnd Rindtfleischbruͤh ab/ laß sieden/ schneidt die Pasteten auff/ vnd geuß die Bruͤh darein/ so ist es lieblich vnnd gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0090-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0090-orig">
          <p>Nimm schönes Mehl und drei oder vier Eier, dazu frische, nicht zerlassene Butter und ein wenig Salz, und gib es unter das Mehl. Mache den Teig fest an und treibe ihn nach oben, sodass er schön rund bleibt.</p>
          <p>Hacke frischen Speck, grüne Kräuter und Ingwer durcheinander und lege es in die Pasteten auf den Boden. Schneide die Euter, wie du willst, und lege sie ebenfalls in die Pasteten. Decke sie mit einem Deckel zu.</p>
          <p>Zerklopfe ein Ei gut und bestreiche die Pasteten damit. Schiebe sie in den Ofen und lass den Deckel mit einem eisernen Häklein nach oben gehen. Mache ein kleines Luftlöchlein, so bleibt es schön hoch.</p>
          <p>Und wenn es gebacken ist und du es anrichten willst, so nimm einen oder zwei Eidotter, verrühre sie mit Essig und Rindfleischbrühe und lass es sieden. Schneide die Pasteten auf und gieße die Brühe hinein, so ist es lieblich und gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="schoͤnes Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="drey oder vier Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzerlassene Butter">Butter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ein wenig Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frischen Speck">Speck, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die Euter">Kuheuter</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Ei</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ein Eytodter oder zween" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0091">
        <head>Kalbskopf weiß gekocht</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0091-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0091-trans">
          <p>I. NJm̃ den Kalbskopff mit der Haut/ vnd bruͤh jn in einem warmen Wasser/ wie man pflegt die Fuͤß zu bruͤhen/ verbruͤh jn doch nicht/ so wirt er schoͤn weiß/ setz jn in Wasser zu/ vnd thu Saltz darein/ laß darmit sieden/ vnnd verfaums wol/ vnnd wenn du jn verfaumt hast/ so leg ein frisch stuͤck Speck darein/ so wirt die Bruͤh vnd der Kalbskopff weiß/ vnnd wenn er hat gesotten/ etwan ein stundt/ so zeuch jn auß in ein kaltes Wasser/ seuber jn auß mit der Zungen/ thu jn in ein saubern vberzinten Kessel/ vñ seig die Bruͤh widerumb darauff/ vnd laß sieden sampt dem Speck/ verseudt jn nicht/ daß du jn gantz kanst anrichten. Also kocht man die Kalbskoͤpff/ vnd so werden sie weiß vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0091-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0091-orig">
          <p>Nimm den Kalbskopf mit der Haut und brühe ihn in warmem Wasser, wie man die Füße zu brühen pflegt. Verbrühe ihn aber nicht, so wird er schön weiß.</p>
          <p>Setze ihn in Wasser auf, gib Salz hinein und lass ihn darin sieden. Schäume gut ab, und wenn du abgeschäumt hast, lege ein frisches Stück Speck hinein. So werden die Brühe und der Kalbskopf weiß.</p>
          <p>Wenn er etwa eine Stunde gesotten hat, nimm ihn heraus und lege ihn in kaltes Wasser. Säubere ihn samt der Zunge aus. Gib ihn in einen sauberen verzinnten Kessel, seihe die Brühe wieder darüber und lass ihn mitsamt dem Speck sieden. Verkoche ihn nicht, damit du ihn im Ganzen anrichten kannst.</p>
          <p>So kocht man die Kalbsköpfe, und so werden sie weiß und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Kalbskopff mit der Haut">Kalbskopf mit Haut</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="frisch stuͤck Speck">Frischer Speck</ingredient> - 1 Stück</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0092">
        <head>Gebackener Kalbskopf mit Hirn und Zunge</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0092-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0092-trans">
          <p>2. Ein Kalbskopff zu kochen auff ein ander manier. Wann der Kopff gesottẽ/ auch wol sauber/ wie vorhin vermeldt/ gemacht ist/ so nim̃ das Hirn darauß/ thu ein wenig Jngwer/ Saltz/ vnd gruͤne wolschmeckende Kraͤuter darein/ vnd hacks durcheinander mit einem Messer/ nim̃ darnach ein par gebehete Schnitten von einẽ Weck/ vnd nim̃ ein par Eyer/ zerklopffs durcheinander/ vnd weich die Schnitten erstlich mit den oͤrtern darein/ leg sie darnach gar darein/ wirff sie in heisse Butter/ vnnd back es geschwindt auß/ so fellet das Hirn nicht darauß/ das machẽ die Eyer/ daß es beyeinander bleibet/ Nim̃ die Zungen vom Kalbskopff/ wann sie gesotten ist/ schneidt sie voneinander/ vnd loͤß das Fleisch vom Kalbskopff ab/ vñ waltz es in den Eyern/ vnd wirffs in heisse Butter/ backs auch geschwindt auß/ sampt den Schnitten/ vnd wenn du es anrichtest/ so straͤw ein wenig Jngwer darauff/ so wirdt es gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0092-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0092-orig">
          <p>Wenn der Kopf gekocht und, wie zuvor beschrieben, gut gesäubert ist, nimm das Hirn heraus. Gib ein wenig Ingwer, Salz und grüne, wohlschmeckende Kräuter hinein und hacke alles mit einem Messer durcheinander.</p>
          <p>Nimm danach ein paar geröstete Scheiben Weißbrot und ein paar Eier und verquirle die Eier. Weiche die Brotscheiben zuerst mit den Rändern darin ein, danach lege sie ganz hinein. Wirf sie in heiße Butter und backe sie schnell aus. So fällt das Hirn nicht heraus; das machen die Eier, dass es zusammenhält.</p>
          <p>Nimm die Zunge vom Kalbskopf, wenn sie gekocht ist, schneide sie auseinander und löse das Fleisch vom Kalbskopf ab. Wälze es in den Eiern, wirf es in heiße Butter und backe es ebenfalls schnell aus, zusammen mit den Schnitten. Wenn du es anrichtest, streue ein wenig Ingwer darauf, so wird es gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf head" orig="Kalbskopff" commodity="wikidata:Q1542282" source="#corema-ingredient-index">Kalbskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="calf's brains" orig="Hirn" commodity="wikidata:Q107246449" source="#fyndling-ingredient-name">Kalbshirn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein par gebehete Schnitten von einẽ Weck">Weißbrotscheiben, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ein par Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Zungen vom Kalbskopff">Kalbszunge</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0093">
        <head>Kalbshirn-Eierkuchen mit Kräutern und Ingwer, oder als Rührei</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0093-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0093-trans">
          <p>3. Nim̃ einen Kalbskopff/ vnd laß in sieden/ wenn er gesotten ißt/ so nim̃ das Hirn herauß/ vnd ruͤr es mit Eyern ab/ hack gruͤne Kraͤuter/ vnnd thu Jngwer darein/ vnd ein wenig Saltz/ ruͤrs durcheinander/ nim̃ ein Pfañen/ thu darein sauber lautere Butter/ mach sie heiß/ vnnd thu das Hirn sampt den Eyern hinein/ vnnd mach ein Kuchen darauß/ so ist es gut zu essen/ Du kanst auch wol ein geruͤrtes darauß machẽ/ als weñ du es von lauter Eyern machest auß dem Kalbshirn.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0093-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0093-orig">
          <p>Nimm einen Kalbskopf und lasse ihn sieden. Wenn er gesotten ist, nimm das Hirn heraus und verrühre es mit Eiern. Hacke grüne Kräuter, gib Ingwer und ein wenig Salz dazu und rühre alles durcheinander.</p>
          <p>Nimm eine Pfanne, gib saubere, geklärte Butter hinein, mache sie heiß und gib das Hirn samt den Eiern hinein. Mache einen Kuchen daraus, so ist es gut zu essen.</p>
          <p>Als Gerührtes. Du kannst daraus auch gut ein Gerührtes machen, so wie du es aus lauter Eiern machen würdest, nur eben aus dem Kalbshirn.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="calf head" orig="Kalbskopff" commodity="wikidata:Q1542282" source="#corema-ingredient-index">Kalbskopf</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="calf's brains" orig="Hirn" commodity="wikidata:Q107246449" source="#fyndling-ingredient-name">Kalbsgehirn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lautere Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0094">
        <head>Kalbszungen, geräuchert oder gespickt, mit Pobrat-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0094-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0094-trans">
          <p>4. Ein gereuchert Kaͤlbern Zungen gekocht/ kanstu geben warm oder kalt/ so ists auff beyder manier gut/ Kanst auch die Zungen/ die nicht geraͤuchert seyn/ spicken mit Speck/ wann sie abgequellt vnnd außgeseubert seyn/ daß du sie lest braten/ Kanst sie auch spicken mit Zim̃et vnd Neglein/ Denn ein Kaͤlbern Zunge ist nicht groß/ darumb magstu jr drey oder vier nemmen in ein Schuͤssel/ vnnd kanst allerley Pobrat darvnter machen/ es sey gelb/ schwartz oder graw/ es sey suͤß oder saur/ Oder kanst ein gescharb darvnter machen von Mandeln oder Epffeln/ Magst auch Kaͤlbern Zungen in einem Pfeffer zurichten/ mit einem Huͤnnerschweiß/ Kanst auch die Zungen kochẽ gelb oder weiß/ fein seurlich/ auch mit gesaltzenen Limoniẽ/ sie seynd auff beyder manier gut. Man kan sie auch backen/ wie man die Fuͤß backt/ seynd auch gut in Pasteten zu backen/ vnd warm zu geben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0094-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0094-orig">
          <p>Eine geräucherte Kalbszunge, gekocht, kannst du warm oder kalt geben, sie ist auf beide Arten gut.</p>
          <p>Die Zungen, die nicht geräuchert sind, kannst du auch mit Speck spicken, wenn sie abgebrüht und ausgeputzt sind, und sie dann braten lassen. Du kannst sie auch mit Zimt und Nelken spicken. Weil eine Kalbszunge nicht groß ist, kannst du drei oder vier davon in eine Schüssel nehmen.</p>
          <p>Du kannst allerlei Pobrat-Saucen darunter geben, gelb, schwarz oder grau, süß oder sauer. Oder du kannst ein Gescharb aus Mandeln oder Äpfeln darunter machen. Du kannst Kalbszungen auch in einer Pfeffersauce mit Hühnerblut zurichten. Du kannst die Zungen auch gelb oder weiß kochen, fein säuerlich, auch mit gesalzenen Zitronen, sie sind auf beide Arten gut.</p>
          <p>Man kann sie auch backen, wie man die Füße backt. Sie sind auch gut, um sie in Pasteten zu backen und warm zu geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gereuchert Kaͤlbern Zungen">Kalbszungen, geräuchert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kaͤlbern Zungen">Kalbszungen, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt (Stückchen zum Spicken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="Neglein" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="Mandeln" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Epffeln" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken blood" orig="Huͤnnerschweiß" commodity="wikidata:Q107246464" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzenen Limoniẽ">Salzzitronen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0095">
        <head>Kalbszunge in Apfel-Zwiebel-Sauce, süß oder sauer</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0095-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0095-trans">
          <p>5. Auch kanstu ein Zungen kochen in Zwibel vñ Epffelgescharb/ durcheinander vnd geschweißt/ oder geroͤßt in Butter/ vnnd wann es geschweißt ist/ so nim̃ ein Rindfleischbruͤh/ vnd Essig daran/ daß es fein seurlich wirdt/ thu darein kleine schwartze Rosein/ Pfeffer vnd Saffran/ laß es darmit sieden/ vnd wenn es gesotten ist/ so versuchs/ obs lieblich ist/ so kanstu es machen suͤß oder saur/ schneidt die Zungen darein/ wann du sie hast auff einem Roßt abgebreunt/ das vorhin gesotten ist gewesen/ wann du es wilt suͤß machen/ so thu es mit Zucker/ Honig/ oder mit gesotten suͤssem Wein/ Denn du bist nicht allezeit bey grossen Herrn/ da man dir allenthalben Zucker kaufft/ vnd mußt auch offt ein Sache machen/ wie du den Zeug findest/ denn es hat nicht ein jeglicher ein vollen Seckel mit Gelt/ drumb muß ein Koch einem Herrn seinen nutz vnd frommen betrachten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0095-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0095-orig">
          <p>Du kannst auch eine Zunge in einem Gescharb aus Zwiebeln und Äpfeln kochen, die durcheinander angeschwitzt oder in Butter geröstet sind.</p>
          <p>Und wenn es angeschwitzt ist, nimm eine Rinderbrühe und Essig dazu, sodass es fein säuerlich wird. Gib kleine schwarze Rosinen, Pfeffer und Safran hinein und lass es damit sieden. Und wenn es gekocht hat, probier, ob es angenehm schmeckt; dann kannst du es süß oder sauer machen.</p>
          <p>Schneide die Zunge hinein, wenn du sie auf einem Rost abgebräunt hast; zuvor ist sie gesotten worden. Wenn du es süß machen willst, dann tu es mit Zucker, Honig oder mit gekochtem süßem Wein.</p>
          <p>Denn du bist nicht immer bei großen Herren, wo man dir überall Zucker kauft, und musst auch oft ein Gericht so machen, wie du die Zutaten vorfindest; denn nicht jeder hat einen vollen Beutel mit Geld. Darum muss ein Koch den Nutzen und Frommen seines Herrn bedenken.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein Zungen">Kalbszunge</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Epffelgescharb">Äpfel, gehackt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="ein Rindfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine schwartze Rosein">Rosinen, klein und schwarz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="Honig" commodity="wikidata:Q10987" source="#corema-ingredient-index">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesotten suͤssem Wein">Süßer Wein, gekocht</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0096">
        <head>Kalbszungenkrapfen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0096-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0096-trans">
          <p>6. Zungenkrapffen von einem Kalb zu machen. Nim̃ eine Zunge/ die gar gesotten ist/ vnd hack die klein mit kleinen schwartzen Rosein/ vnd wann es klein gehackt ist/ so nim̃ darvnter gestossen Zim̃et/ auch zween oder drey Dotter von Eyern/ vnd ein wenig Zucker/ vnnd hacks durcheinander/ nim̃ darnach ein schoͤn weisses Mehl/ vnnd ein Rindtfleischbruͤh/ oder warmes Wasser/ thu schoͤne geschmaͤltzte Butter darein/ geuß es in das Mehl/ daß die Butter auff dem Wasser schwimmet/ so blaß es fein sampt dem Wasser herab in das Mehl/ vnd mach ein Teig darauß/ arbeit jn wol/ derweil er von der Bruͤh warm ist/ deñ er klebt nicht an den Haͤnden an/ wie ein ander Teig/ weil Butter darvnter ist/ mach jn nicht zu duͤnn/ auch nicht zu dick/ treib jhn auß mit einem Walgerholtz/ auff das duͤnnest/ vnd wenn du es hast auffgetrieben/ so leg in den Teig die Zungen/ die du gehackt hast/ so groß wie ein Welsche Nuß neben einander/ schlag den Teig daruͤber/ vnd schneidt es mit einem Redtlein ab/ Vnd das nennt man Krapffen von einer Kaͤlbern Zungen. Wann sie gemacht seyn/ so nim̃ Butter in ein Pfannen/ vnnd setz auffs Feuwer/ machs warm/ doch nicht gar zu heiß/ vnd thu die Krapffen darein/ backs fein kuͤl auß/ daß sie nicht schwartz werden/ sondern fein weiß bleiben/ Vnd du wirst bald sehen/ ob der Teig hart ist in der Butter/ thu als dann die Krapffen herauß/ versuch sie/ so wirstu sehen/ wie sie so gut seyn/ vnnd wenn du sie anrichtest auff ein SilberBlat oder Schuͤssel/ so bestraͤw es mit weissen gestossenem Zucker/ so ist es ein herrlichs Essen vor Fuͤrsten vnd Herrn/ vor Arm vnd Reich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0096-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0096-orig">
          <p>Nimm eine Zunge, die gar gekocht ist, und hacke sie klein mit kleinen schwarzen Rosinen. Wenn alles klein gehackt ist, gib gestoßenen Zimt, dazu zwei oder drei Eidotter und ein wenig Zucker hinzu und hacke es durcheinander.</p>
          <p>Nimm danach ein schönes weißes Mehl und eine Rinderbrühe oder warmes Wasser. Gib schöne zerlassene Butter hinein und gieße es in das Mehl, sodass die Butter auf dem Wasser schwimmt. Treibe es dann sorgfältig samt dem Wasser hinab in das Mehl und mache einen Teig daraus. Arbeite ihn gut durch, solange er von der Brühe warm ist, denn er klebt nicht an den Händen wie ein anderer Teig, weil Butter darin ist. Mache ihn nicht zu weich, auch nicht zu fest.</p>
          <p>Treibe ihn mit einem Nudelholz aufs Dünnste aus. Wenn du ihn ausgetrieben hast, lege die gehackte Zunge, jeweils so groß wie eine Walnuss, nebeneinander auf den Teig, schlage den Teig darüber und schneide es mit einem Rädchen ab. Das nennt man Krapfen von einer Kalbszunge.</p>
          <p>Wenn sie gemacht sind, nimm Butter in eine Pfanne und setze sie aufs Feuer. Mach sie warm, doch nicht gar zu heiß, und gib die Krapfen hinein. Backe sie sanft aus, damit sie nicht schwarz werden, sondern schön weiß bleiben. Du wirst bald sehen, ob der Teig in der Butter fest ist. Nimm dann die Krapfen heraus und probiere sie, so wirst du sehen, wie gut sie sind. Und wenn du sie auf einer Silberplatte oder Schüssel anrichtest, bestreue sie mit weißem gestoßenem Zucker. So ist es ein herrliches Essen für Fürsten und Herren, für Arm und Reich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="eine Zunge">Kalbszunge</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="kleinen schwartzen Rosein">Rosinen, klein und schwarz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="gestossen Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="zween oder drey Dotter von Eyern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ein wenig Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schoͤn weisses Mehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="ein Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schoͤne geschmaͤltzte Butter">Butter, zerlassen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weissen gestossenem Zucker">Zucker, fein gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0097">
        <head>Kalbsleber aus der Pfanne, vom Rost und am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0097-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0097-trans">
          <p>7. Leber vom Kalb zuzurichten. Nim̃ die Leber/ vnd zeuch die Haut ab/ vnd schneidt sie fein klein vnd breit eines halben Fingers lang/ vnd nim̃ lauter Butter in ein Pfannen/ roͤßt sie/ vnd fricusiers geschwindt/ vnd wenn du es gefricusiert hast/ so seig die Butter herab/ vnd geuß ein wenig Essig daran/ auch ein wenig Rindtfleischbruͤh/ die nicht versaltzen ist/ gestossenẽ Pfeffer/ vnd gruͤne Kraͤuter/ vnd laß es miteinander nicht lang sieden/ deñ wenn dus lang leßt sieden/ so wirt es sper oder herb/ machs gelb/ oder laß also bleiben/ so ist es auff beyder manier gut. Wilt du aber die Leber braten/ so schneide sie zween Finger breit/ oder wie die Leber jre breite hat/ nim̃ ein Roßt/ vnd mach jn warm/ vñ wenn er warm ist/ so bestreich jn mit Butter/ oder schmier jn mit einer Speckschwarten/ so bleibt die Leber darauff/ vnd fellt nit durch/ brat sie geschwindt hinweg/ vnd nim̃ Speck/ der klein zerschnitten ist/ mach jn warm/ vnd begeuß die Leber darmit auff beyden seiten/ vnnd wann sie gebraten ist/ so geuß ein sauers Bruͤhlein/ das mit Rindtfleischbruͤh vnnd Essig/ mit gestossenem Pfeffer vnd Jngwer gemacht/ daruͤber/ vnd schaw versaltz es nicht.

Brat auch ein Leber an einem Spieß/ vnd ehe du sie ansteckest/ so spick sie mit Speck vnd Salbey durcheinander/ saltzs/ vnd stecks an/ vnnd bindt es fein an/ daß es nicht herab fellt/ vnd schaw verbrenn es nicht/ wann das Netz braun wirt/ vnd du es wilt anrichten/ so zeuch das Netz herab/ Jst es aber nicht schwartz oder verbrennt/ so kanstu es daran lassen/ Mach ein braune Bruͤh darzu/ võ einem Rindern Braten abgegossen/ oder wz du fuͤr ein Braten hast/ nim̃ ein wenig Essig darein/ vnd gestossenen Pfeffer/ sihe dz du es nicht versaltzest/ laß es auffsieden/ vnd wenn du es anrichtest/ so geuß es vber die Leber/ schneidt die Leber voneinander/ oder laß sie gantz bleiben/ so ist sie gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0097-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0097-orig">
          <p>Nimm die Leber vom Kalb, ziehe die Haut ab und schneide sie fein, klein und breit, etwa einen halben Finger lang. Nimm geklärte Butter in eine Pfanne, röste die Leber darin und brate sie zügig an. Wenn du sie angebraten hast, seihe die Butter ab und gieße ein wenig Essig dazu, auch ein wenig Rinderbrühe, die nicht versalzen ist, gestoßenen Pfeffer und grüne Kräuter. Lass es nicht lange miteinander sieden, denn wenn du es lange sieden lässt, wird es zäh oder herb. Färbe es gelb oder lass es so bleiben; auf beide Weisen ist es gut.</p>
          <p>Leber auf dem Rost: Willst du die Leber aber braten, so schneide sie zwei Finger breit oder so breit, wie die Leber ist. Nimm einen Rost und mache ihn warm. Wenn er warm ist, bestreiche ihn mit Butter oder schmiere ihn mit einer Speckschwarte, so bleibt die Leber darauf liegen und fällt nicht durch. Brate sie zügig. Nimm Speck, der klein zerschnitten ist, mache ihn warm und begieße die Leber damit auf beiden Seiten. Wenn sie gebraten ist, gieße ein saures Brühlein darüber, das mit Rinderbrühe und Essig, mit gestoßenem Pfeffer und Ingwer gemacht ist, und achte darauf, dass du es nicht versalzt.</p>
          <p>Leber am Spieß: Brate auch eine Leber an einem Spieß. Ehe du sie ansteckst, spicke sie mit Speck und Salbei durcheinander, salze sie und stecke sie an. Binde sie gut fest, damit sie nicht herabfällt, und achte darauf, dass du sie nicht verbrennst. Wenn das Netz braun wird und du anrichten willst, so ziehe das Netz herab. Ist es aber nicht schwarz oder verbrannt, so kannst du es daran lassen. Mache eine braune Brühe dazu, von einem Rinderbraten abgegossen, oder von welchem Braten du gerade hast. Gib ein wenig Essig hinein und gestoßenen Pfeffer. Sieh zu, dass du es nicht versalzt. Lass es aufsieden, und wenn du anrichtest, gieße es über die Leber. Schneide die Leber auseinander oder lass sie ganz; so ist sie gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf liver" orig="Leber vom Kalb" commodity="wikidata:Q64065384" source="#fyndling-ingredient-context">Kalbsleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh/ die nicht versaltzen ist" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe (nicht zu salzig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenẽ Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Speckschwarten">Speckschwarte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="Salbey" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltzs" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caul fat" orig="Netz" commodity="wikidata:Q662490" source="#corema-ingredient-index">Kalbsnetz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braune Bruͤh darzu/ võ einem Rindern Braten abgegossen">Bratensaft (vom Rinder- oder anderem Braten)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0098">
        <head>Kalbsleber-Bratwurst im Netz vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0098-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0098-trans">
          <p>8. Von der Leber auff ein ander manier zu kochen. Nim̃ die Leber/ vnd hack die klein/ auch gruͤne oder duͤrre wolschmeckende Kraͤuter/ thu ein wenig Zwibeln darein/ vnd ein wenig roh Ochsenfeißt/ vnd gesaltzen oder frischen Speck/ wie man jn bekommen kan/ nim̃ gestossenen Pfeffer darein/ vñ versaltz es nicht/ hack das durcheinander/ vnd wann du es hast durcheinander gehackt/ so schlag ein Ey sechs oder siben darein/ hack sie auch durcheinander/ welches/ so es geschehen/ so nim̃ ein Pfannen/ vnd lauter Butter darein/ nicht viel/ sondern nur ein wenig/ mach sie warm/ vnd thu die Leber darein/ ruͤr es durcheinander/ wie ein eingeruͤrtes/ mit einem Hoͤltzern Loͤffel/ vnd wann du es hast gemacht/ so schuͤt es auff ein saubers Bret/ vnnd thu es voneinander/ daß kaum eines Fingers dick bleibt/ laß es kalt werden/ vnnd nim̃ das Kaͤlbern Netz/ vnd wasch es auß/ thuͤ es voneinander/ vnd nim̃ ein Hackmesser/ zerschneidt die Fuͤll stuͤckweiß/ vnd legs in das Netz/ vnnd walg es herumb/ so siht es wie ein Wurst/ brat es auff dem Roßt geschwindt hinweg. Diese Speise nennet man ein Bratwurst/ von einer Kaͤlbern Leber.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0098-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0098-orig">
          <p>Nimm die Kalbsleber und hacke sie klein. Gib auch grüne oder getrocknete, wohlschmeckende Kräuter hinzu, ein wenig Zwiebeln und etwas rohes Rinderfett. Füge gesalzenen oder frischen Speck hinzu, je nachdem, wie du ihn bekommen kannst. Gib gestoßenen Pfeffer dazu und versalze es nicht. Hacke alles durcheinander.</p>
          <p>Wenn du es durcheinander gehackt hast, schlage sechs oder sieben Eier hinein und hacke sie ebenfalls durcheinander. Ist dies geschehen, nimm eine Pfanne und gib geklärte Butter hinein, nicht viel, sondern nur ein wenig. Mach sie warm und gib die Lebermasse hinein. Rühre sie mit einem hölzernen Löffel durcheinander wie ein Eingerührtes.</p>
          <p>Wenn du damit fertig bist, schütte es auf ein sauberes Brett und breite es aus, sodass es kaum einen Finger dick bleibt. Lass es kalt werden. Nimm dann das Kalbsnetz, wasche es aus und breite es auseinander. Nimm ein Hackmesser, zerschneide die Füllung stückweise und lege sie in das Netz. Wälze es herum, so sieht es aus wie eine Wurst. Brate es rasch auf dem Rost ab. Diese Speise nennt man eine Bratwurst von einer Kalbsleber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf liver" orig="die Leber" commodity="wikidata:Q64065384" source="#fyndling-ingredient-context">Kalbsleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="herb" orig="gruͤne oder duͤrre wolschmeckende Kraͤuter" commodity="wikidata:Q207123" source="#fyndling-ingredient-name">Kräuter (frisch oder getrocknet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig roh Ochsenfeißt">Rohes Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="gesaltzen oder frischen Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#fyndling-ingredient-registry">Speck (gesalzen oder frisch)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey sechs oder siben" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient> - 6</item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caul fat" orig="das Kaͤlbern Netz" commodity="wikidata:Q662490" source="#fyndling-ingredient-name">Kalbsnetz (Netz vom Kalb)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0099">
        <head>Gefüllte Kalbsleber, gekocht oder gebraten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0099-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0099-trans">
          <p>9. Widerumb ein Leber gekocht auff ein ander art. Vntergreiff die Leber mit einem Messer/ wie man die Huͤnner mit einem Finger vntergreifft/ alsdann nim̃ Speck/ vnd harte Eyer/ die gesotten seyn/ auch ein wenig geriebenen Weck/ vnd ein wenig Zwibeln/ ein wenig gestossen Pfeffer/ gruͤne Kraͤuter/ vnd ein wenig Saffran/ daß es ein wenig ein Farb gibt/ hack das durcheinander/ biß daß es fein klein wirt/ ist die Fuͤll zu dick/ so nim̃ ein Dotter von einem Ey oder zweyẽ/ mach sie damit duͤnner/ vnd fuͤll die Leber darmit/ speil sie mit einem Holtz zu/ vnd koch sie mit einer Rindtfleischbruͤh/ vnd Pettersilgen Wurtzel/ gantzem Pfeffer/ vnd ein wenig Saffran/ laß es darmit sieden/ vnnd thu darvnter gruͤne wolschmeckende Kraͤuter/ wie du sie zu jeder zeit bekommẽ kanst/ Mach auch die gefuͤllte Leber/ wie zuvor vermeldt ist/ Kanst sie auch braten/ kanst sie also auff zwey manier zurichten/ gebratẽ oder gesotten/ wie du es haben wilt/ so ist es auff beyde manier gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0099-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0099-orig">
          <p>Untergreife die Leber mit einem Messer, wie man Hühner mit einem Finger untergreift. Dann nimm Speck und hartgekochte Eier, auch ein wenig geriebenes Weißbrot, ein wenig Zwiebeln, etwas gestoßenen Pfeffer, grüne Kräuter und ein wenig Safran, damit es etwas Farbe bekommt. Hacke dies alles durcheinander, bis es fein zerkleinert ist.</p>
          <p>Ist die Füllung zu dick, so nimm das Eigelb von einem oder zwei Eiern und mache sie damit dünner. Fülle die Leber damit, stecke sie mit einem Hölzchen zu und koche sie mit einer Rinderbrühe, Petersilienwurzel, ganzem Pfeffer und ein wenig Safran. Lasse es darin sieden und gib wohlschmeckende grüne Kräuter hinzu, wie du sie jederzeit bekommen kannst.</p>
          <p>Bereite die gefüllte Leber auch wie zuvor beschrieben zu. Du kannst sie auch braten. So kannst du sie auf zwei Arten zubereiten, gebraten oder gekocht, wie du es haben möchtest; auf beide Arten ist es gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf liver" orig="Leber" commodity="wikidata:Q64065384" source="#fyndling-ingredient-context">Kalbsleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="harte Eyer/ die gesotten seyn" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-name">Eier, hartgekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="geriebenen Weck" commodity="wikidata:Q1501889" source="#fyndling-ingredient-name">Weißbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Kräuter, grün</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Dotter von einem Ey oder zweyẽ" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzem Pfeffer">Pfeffer, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Kräuter, wohlschmeckend und grün</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0100">
        <head>Schmorn von Kalbslunge, mit Ei und Safran in Butter gerührt</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0100-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0100-trans">
          <p>10. Nim̃ ein Kaͤlbern Lungen/ die gesotten/ vnd gar klein gehackt ist/ vñ wanns klein gehackt ist/ so machs an mit Pfeffer/ Saffran/ Eyern/ vnd mit Saltz/ Nim̃ ein Pfannen mit heisser Butter/ vnd ruͤr das Lungenmuß darein/ ruͤrs wol vmb/ daß dick wirt/ vnd wanns dick ist/ so richt es an. Also nennet man es Schmorn von Kaͤlbern Lungen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0100-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0100-orig">
          <p>Nimm eine Kalbslunge, die gekocht und ganz fein gehackt ist.</p>
          <p>Wenn sie fein gehackt ist, mach sie an mit Pfeffer, Safran, Eiern und Salz.</p>
          <p>Nimm eine Pfanne mit heißer Butter und rühre das Lungenmus hinein. Rühre es gut um, sodass es dick wird. Und wenn es dick ist, richte es an. So nennt man es Schmorn von Kalbslunge.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ein Kaͤlbern Lungen">Kalbslunge</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyern" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="heisser Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0101">
        <head>Kalbslunge, gefüllt wie junge Hühner</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0101-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0101-trans">
          <p>11. Du kanst auch Kaͤlbern Lungen fuͤllen/ wie man pflegt junge Huͤnner zu fuͤllen/ so ist es auch gut/ es sey gelb oder weiß/ sey saur oder nicht/ so ist es auff beyde manier gut/ magst auch gruͤne Kraͤuter/ oder Pettersilgen Wurtzel darvnter nemmen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0101-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0101-orig">
          <p>Du kannst auch Kalbslunge füllen, wie man junge Hühner zu füllen pflegt; so ist es auch gut, sei es gelb oder weiß, sei es sauer oder nicht - es ist auf beide Arten gut. Du kannst auch grüne Kräuter oder Petersilienwurzel darunter nehmen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kaͤlbern Lungen">Kalbslunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0102">
        <head>Kalbslungenmus mit Gurgel, durch das Tuch gestrichen</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0102-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0102-trans">
          <p>12. Lungenmuß von Kaͤlbern zu machen. Nim̃ ein Lungen/ vnd setz sie zu in Wasser/ sampt der Gurgel/ vnd laß sie an die statt sieden/ vnd wann es gesottẽ ist/ so hack es durcheinander/ vñ laß es durch ein haͤrin Tuch durchlauffen/ Machs gelb oder nicht/ vnnd nim̃ Essig darvnter oder nicht/ ruͤr es durcheinander vnter das Lungenmuß/ vnnd laß miteinander auffsieden/ so ist es auff beyder art gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0102-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0102-orig">
          <p>Nimm eine Kalbslunge und setze sie zusammen mit der Gurgel in Wasser auf. Lasse sie gar kochen. Wenn es gesotten ist, hacke es durcheinander und lasse es durch ein Haartuch laufen. Mache es gelb oder nicht, und nimm Essig darunter oder nicht. Rühre es untereinander unter das Lungenmus und lasse es miteinander aufkochen. So ist es auf beiderlei Art gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ein Lungen">Kalbslunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="der Gurgel">Kalbsgurgel (Kehle, Luftröhre)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0103">
        <head>Kalbslunge in Zwiebel-Mehl-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0103-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0103-trans">
          <p>13. Ein Lungen zu kochen auff ein ander manier. Wann du die Lungen gesotten hast/ daß sie gar ist/ so schneidt sie lenglicht gar klein/ wie man die Suͤltzen schneidt/ vnd schneidt Zwibeln klein darein/ schweiß sie in Butter/ vnd wann sie geschweißt seyn/ so ruͤr ein wenig Mehl darvnter/ ist gleich so viel/ als wenn du es hettest besonder eingebrennt/ thu also die Zwibeln vnter die Lungen/ vnd geuß ein gute Rindtfleischbruͤh darein/ ruͤr es durcheinander mit einem hoͤltzern Loͤffel/ vnd laß es darmit sieden/ Du kanst es machen saur oder nicht/ gelb oder nicht/ es ist auff allerley manier gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0103-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0103-orig">
          <p>Wenn du die Lunge gekocht hast, bis sie gar ist, schneide sie länglich und ganz klein, wie man Kutteln schneidet. Schneide Zwiebeln klein hinein und schwitze sie in Butter an. Wenn sie angeschwitzt sind, rühre ein wenig Mehl darunter; das ist ebenso gut, als hättest du es eigens eingebrannt. Gib also die Zwiebeln unter die Lunge und gieße eine gute Rinderfleischbrühe darauf. Rühre es mit einem hölzernen Löffel durcheinander und lass es darin sieden.</p>
          <p>Du kannst es sauer machen oder nicht, gelb oder nicht; es ist auf jede Weise gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Lungen">Kalbslunge, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderfleischbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0104">
        <head>Schlickkrapfen aus Kalbslunge</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0104-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0104-trans">
          <p>14. Schlickkrapffen von einer Lungen zu machen. Nim̃ die gesottene Lungen/ vnd hack sie fein klein/ vnnd reib darvnter ein Parmesankeß/ Weck oder Semmel/ vnd gruͤne Kraͤuter/ thu auch gestossenen Pfeffer darein/ vnd wenn es klein durcheinander gehackt ist/ so nim̃ den Dotter von einem Ey/ vnd vnzerlassene Meyenbutter/ zerlaß sie/ vñ seig es durch ein Haͤrin Tuch/ vnd thu es darein/ hacks/ so wirdt es darvon fest/ nim̃ Mehl/ vñ thu darvnter drey oder vier Eyer/ vnd ein wenig Saltz/ vnd mach ein Teig darauß/ vñ mach jhn fest/ daß du jn kanst mit einem Walger außtreiben/ schlag die Fuͤll darein/ vnd mach Krapffen darauß/ nicht groß/ sondern klein/ vnd wann du es gemacht hast/ so schneidt es mit einem Raͤdtlein ab/ Nim̃ in einem saubern vberzinten Fischkessel ein gute Rindtfleischbruͤh/ oder ein Heñenbruͤh/ die nicht versaltzen ist/ wann sie sehr gesaltzen ist/ so nim̃ Wasser darvnter/ setz es auff Kolen mit dem Kessel/ vnd weñ die Bruͤh seudt/ so wirff ein Krapffen nach dem andern hinein/ vnd schaw/ daß du sie nit zerwirffst/ laß sie gar gemach sieden/ daß sie nicht voneinander fahren/ thu darein gantze Muscatenbluͤht/ vnd gruͤne Kraͤuter/ auch frische Meyenbutter/ vnd laß es darmit sieden/ vnd versaltz es nicht/ so wirdt es gut/ Vnd du mußt es nicht lang sieden lassen/ nur ein halbe stundt/ leßt du es lang sieden/ so wirstu es versiedẽ/ vnd wirst es nicht koͤnnen anrichten. Auch vergiß nicht/ wann du die Lungẽ wilt einschlahen/ so nim̃ ein Ey/ vñ zerklopffs wol/ bestreich mit einem Pensel den Teig darmit/ so bleibt es fest beyeinander/ wann du es kochst in der Bruͤh. Vnnd mach kundtschafft mit dem fleiß/ denn er ist ein trefflich guter Gesell/ ist vberal/ wer mit jm kundtschafft haben wil.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0104-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0104-orig">
          <p>Nimm die gesottene Lunge und hacke sie sehr fein. Reibe Parmesankäse und Weißbrot oder Semmel darunter, dazu grüne Kräuter, und gib auch gestoßenen Pfeffer hinein. Wenn alles fein durcheinandergehackt ist, nimm den Dotter von einem Ei und ungeschmolzene Maibutter. Zerlass die Butter, seihe sie durch ein Haartuch und gib sie dazu. Hacke es durch, so wird die Masse davon fest.</p>
          <p>Nimm Mehl und gib drei oder vier Eier und ein wenig Salz darunter. Mach einen Teig daraus und mach ihn so fest, dass du ihn mit einem Nudelholz ausrollen kannst. Schlage die Füllung hinein und mach Krapfen daraus, nicht groß, sondern klein. Wenn du sie gemacht hast, schneide sie mit einem Rädlein ab.</p>
          <p>Nimm in einem sauberen, überzinnten Fischkessel eine gute Rinderbrühe oder eine Hühnerbrühe, die nicht versalzen ist. Ist sie sehr gesalzen, gib Wasser dazu. Setz den Kessel auf Kohlen. Wenn die Brühe siedet, gib einen Krapfen nach dem anderen hinein und achte darauf, dass du sie nicht zerwirfst. Lass sie schwach sieden, damit sie nicht auseinanderfallen. Gib ganze Muskatblüte und grüne Kräuter hinein, auch frische Maibutter, und lass es damit sieden. Versalze es nicht, so wird es gut. Lass es nicht lange sieden, nur eine halbe Stunde. Lässt du es lange sieden, so verkochst du es und kannst es nicht mehr anrichten.</p>
          <p>Vergiss auch nicht: Wenn du die Lungenfüllung einschlagen willst, nimm ein Ei und verklopfe es gut. Bestreiche den Teig damit mit einem Pinsel, so hält es fest zusammen, wenn du es in der Brühe kochst.</p>
          <p>Und schließ Bekanntschaft mit dem Fleiß, denn er ist ein trefflich guter Geselle und überall zu finden für den, der mit ihm Bekanntschaft haben will.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gesottene Lungen">Kalbslunge, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmesankeß">Parmesan</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Weck oder Semmel">Weißbrot oder Semmel, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="Dotter von einem Ey" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="vnzerlassene Meyenbutter">Maibutter, ungeschmolzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="drey oder vier Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier (drei oder vier)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfleischbruͤh/ oder ein Heñenbruͤh">Rinder- oder Hühnerbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muscatenbluͤht">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische Meyenbutter">Maibutter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Ei, zum Bestreichen</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0105">
        <head>Kalbsgekröse in heller Butterbrühe oder Eierbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0105-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0105-trans">
          <p>15. Ein Kroͤß vom Kalb zu kochen. Nim̃ das Kroͤß/ vnd setz es in einem Wasser zu/ vnd laß es zimlich auffsieden/ kuͤl es darnach auß/ vñ reib es mit einem Saltz/ vnd klaub die Druͤß herauß/ vnd wasch es auß vier oder fuͤnff kalten oder warmen Wassern auß/ nim̃ darnach ein gute Rindtfleischbruͤh/ vnd hack gruͤne Pettersilgen darein/ vñ brenn ein wenig Mehl darein/ auch gantzen Pfeffer/ vnnd wanns schier gesotten ist/ so nim̃ frische vnzerlassene Butter/ so wirt es weiß/ du kanst es auch wol gelb machen oder saur. Wiltu es aber weiß haben mit Eyern/ so nim̃ den Dotter/ vnd ein wenig Essig darvnter/ vnd streichs durch ein Haͤrin Tuch/ vnnd nim̃ ein gute Rindtfleischbruͤh darzu/ auch vngeschmaͤltzte neuwe Butter/ laß es miteinander sieden/ vnd hack gruͤne Kraͤuter darein/ wirff sie in die Bruͤh/ Vnd wenn das Kroͤß gar an die statt gesotten/ vnd außgeseubert/ wie vorhin vermeldt ist/ so thu es in die Eyerbruͤh/ laß es darmit auffsieden/ so ist es gut. Also hastu drey manier Kaͤlbernkroͤß zu kochen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0105-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0105-orig">
          <p>Nimm das Gekröse vom Kalb, setze es in Wasser auf und lass es ordentlich aufkochen. Lass es danach abkühlen, reibe es mit Salz ab, klaube die Drüsen heraus und wasche es in vier oder fünf kalten oder warmen Wassern aus.</p>
          <p>In Butterbrühe: Nimm danach eine gute Rindfleischbrühe, hacke grüne Petersilie hinein und brenne ein wenig Mehl darin ein, gib auch ganzen Pfeffer dazu. Und wenn es fast gar gesotten ist, nimm frische, nicht zerlassene Butter dazu, so wird es weiß. Du kannst es auch gut gelb oder sauer machen.</p>
          <p>Mit Eiern: Willst du es aber weiß mit Eiern haben, so nimm den Dotter, rühre ein wenig Essig darunter und streiche es durch ein Haartuch. Nimm eine gute Rindfleischbrühe dazu, auch frische, nicht ausgelassene Butter, und lass es miteinander sieden. Hacke grüne Kräuter und wirf sie in die Brühe. Und wenn das Gekröse gar gesotten und gesäubert ist, wie zuvor gesagt, so gib es in die Eierbrühe und lass es darin aufkochen, so ist es gut.</p>
          <p>So hast du drei Arten, Kalbsgekröse zu kochen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="calf offal" orig="Kroͤß vom Kalb" commodity="wikidata:Q107246445" source="#fyndling-ingredient-name">Kalbsgekröse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Pettersilgen">Grüne Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mehl">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen Pfeffer">Ganzer Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vnzerlassene Butter">Frische, nicht zerlassene Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Dotter" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne Kraͤuter">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0106">
        <head>Geschneitel vom Kalb: Bries und Gurgel in weißer Butterbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0106-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0106-trans">
          <p>16. Geschneitel von dem Kalb zuzurichten/ zu braten vnnd zu kochen. Nim̃ die Priesel vnd Gorgel/ vnd setz sie zu/ vnd laß es wol an die statt siedẽ/ vnd wenns gesotten ist/ so schneidt es klein/ oder laß grob/ vnd nim̃ die Priesel/ die da hangen an den Lungen/ vñ eins theils am Halse deß Kalbs/ schneide es herab/ vberquell es in einem Wasser/ daß es ein guten Sudt auffthut/ vnd seubers auß/ Nim̃ darnach die Gorgel vnd Priesel/ vnd thu sie miteinander in einen saubern Hafen/ oder in ein klein Fischkesselein/ vñ seig ein schoͤne Rindtfleischbruͤh/ die nicht feißt/ auch nicht versaltzen ist/ schab Pettersilgen/ vnd schneidts fein lenglicht/ schneidt den Kern darvon hinweg/ vnd thu sie auff die Priesel/ nim̃ auch darzu gantze Muscatenbluͤt/ laß es fein gemach sieden/ daß du es nicht verseudst/ daß sie gantz bleiben/ so seudt es gleich mit der Gorgel/ die vorhin an die statt gesotten ist worden/ dañ wann du es miteinander zusetzt/ so wirstu die Priesel versieden/ vnnd die Gorgel wirt nit gesotten/ drumb muß man die Gorgel an die statt siedẽ lassen/ vñ den schlundt/ der am Hertzen hangt/ Vnnd wann das miteinander gesotten hat/ so nim̃ vnzerlassene Meybutter/ vñ thu sie auch darein/ so wirt es weiß vnd wolgeschmack/ als dann thu gruͤne wolschmeckende Kraͤuter darein oder nicht/ so ist es auff beyder art gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0106-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0106-orig">
          <p>Nimm das Bries und die Gurgel, setze sie zu und lass es gut gar sieden. Wenn es gesotten ist, schneide es klein oder lass es grob. Nimm das Bries, das an der Lunge und zum Teil am Hals des Kalbs hängt, schneide es ab und überbrühe es in Wasser, sodass es einen guten Sud abgibt, und säubere es.</p>
          <p>Nimm danach die Gurgel und das Bries und gib sie miteinander in einen sauberen Topf oder in ein kleines Fischkesselchen. Seihe eine schöne Rindfleischbrühe darauf, die nicht fett und auch nicht versalzen ist. Schabe die Petersilienwurzel, schneide sie fein länglich, schneide den Kern davon weg und gib sie auf das Bries. Nimm dazu auch ganze Muskatblüte. Lass es sacht sieden, damit du es nicht zerkochst und das Bries ganz bleibt.</p>
          <p>So siedet es zugleich mit der Gurgel, die vorher schon gar gesotten worden ist. Denn wenn du es miteinander zusetzt, zerkochst du das Bries, und die Gurgel wird nicht gar. Darum muss man die Gurgel für sich gar sieden lassen und ebenso den Schlund, der am Herzen hängt.</p>
          <p>Und wenn das miteinander gesotten hat, nimm nicht zerlassene Maibutter und gib sie auch hinein, so wird es weiß und wohlschmeckend. Danach gib grüne, wohlschmeckende Kräuter hinein oder nicht; so ist es auf beide Arten gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Priesel">Kalbsbries</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Gorgel">Kalbsgurgel (Kehle mit Luftröhre)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schlundt">Kalbsschlund (Speiseröhre)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe, nicht fett und nicht versalzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muscatenbluͤt">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vnzerlassene Meybutter">Butter, nicht zerlassen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Grüne Kräuter (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0107">
        <head>Gebratenes Kalbsbries und Kalbseuter mit brauner Bratenbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0107-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0107-trans">
          <p>17. Widerumb die Priesel zu braten. Nim̃ sie/ vnd leg sie in ein Wasser/ daß es das Blut herauß zeucht/ so wirdt es fein weiß/ quell es darnach in einem andern Wasser/ schier an die statt/ daß es nicht voneinander fellet/ steck es darnach an ein hoͤltzern Spieß/ vnd schneidt ein Speck darzwischen/ nim̃ das Euterlein von dem Kalb/ vnd brat es miteinander/ mit diesem Priesel/ vnd wann du es miteinander gebraten hast/ daß es nicht verbrennt/ sondern fein braun wirdt/ vnd wenn du es wilt anrichten/ so nim̃ ein braune Bruͤh von einem Braten/ mit einer Hennenbruͤh vbergossen/ so wirt die Bruͤh fein braun/ geuß es vber die gebratene Priesel/ auch vber die gebraten Euterlein/ so ist es lindt vnd wolgeschmack/ ist gut zu essen Krancken vnnd Gesundten/ Vnd nim̃ kein Gewuͤrtz darein/ weder Pfeffer noch Jngwer/ denn die Krancken essen nicht gern Gewuͤrtz/ sintemal es jhnen zu starck ist/ wann man solche kleine Speiß viel wuͤrtzt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0107-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0107-orig">
          <p>Nimm das Bries und lege es in Wasser, damit das Blut herausgezogen wird; so wird es schön weiß. Koche es danach in einem anderen Wasser beinahe gar, damit es nicht auseinanderfällt.</p>
          <p>Stecke es danach auf einen hölzernen Spieß und schneide Speck dazwischen. Nimm das Euterlein vom Kalb und brate es zusammen mit diesem Bries. Brate beides so, dass es nicht verbrennt, sondern schön braun wird.</p>
          <p>Wenn du es anrichten willst, nimm eine braune Brühe von einem Braten, mit Hühnerbrühe aufgegossen, so wird die Brühe schön braun. Gieße sie über das gebratene Bries und auch über das gebratene Euterlein. So ist es mild und wohlschmeckend und gut zu essen für Kranke und Gesunde.</p>
          <p>Und gib kein Gewürz hinein, weder Pfeffer noch Ingwer, denn die Kranken essen Gewürz nicht gern, weil es ihnen zu stark ist, wenn man solche kleinen Speisen viel würzt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Priesel">Kalbsbries</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Euterlein von dem Kalb">Kalbs-Euter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="braune Bruͤh von einem Braten">Bratensaft/Bratenfond von einem Braten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken stock" orig="Hennenbruͤh" commodity="wikidata:Q96362076" source="#fyndling-ingredient-context">Hühnerbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0108">
        <head>Kalbskutteln in Speck-Kräuter-Brühe, gelb oder weiß</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0108-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0108-trans">
          <p>18. Gelb Kuttelfleck oder Suͤltzen von einem Kalb zu kochen. Nim̃ ein gesotten Speck/ vnd hack jn mit gruͤnen Kraͤutern/ vnd ein wenig Zwibeln/ vnd nim̃ ein gute Rindtfleischbruͤh/ vnd seudt das miteinander/ vnd wanns gesotten ist/ so geuß es vber die Suͤltzen/ vnnd laß auch darmit sieden/ mach es saur oder nicht. Wann du aber weisse Suͤltzen kochst/ so mach es lieber saur/ vnnd ist das Bruͤhlein nicht dick/ so brenn ein wenig Mehl darein/ so wirdt es dick/ schneidt die Suͤltzen gar klein/ vnnd fein lenglicht/ so stehet es schoͤn.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0108-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0108-orig">
          <p>Nimm gekochten Speck und hacke ihn mit grünen Kräutern und ein wenig Zwiebeln. Nimm eine gute Rinderbrühe und siede das miteinander. Wenn es gekocht ist, so gieße es über die Kalbskutteln und lass es auch damit sieden. Mache es sauer oder nicht.</p>
          <p>Wenn du aber weiße Kalbskutteln kochst, so mache es lieber sauer. Und ist das Brühlein nicht dick, so brenne ein wenig Mehl darein, so wird es dick. Schneide die Kutteln sehr klein und fein länglich, so sieht es schön aus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="ein gesotten Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck, gekocht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Kräuter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="ein wenig Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="ein gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Suͤltzen">Kalbskutteln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ein wenig Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0109">
        <head>Umgestülpte Kalbsmilz vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0109-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0109-trans">
          <p>19. Vmbgekehrte Miltz zu kochen. Kehr die KaͤlberMiltz vmb/ vnd bestraͤw sie mit Pfeffer/ Saltz/ vnd gruͤnen Kraͤutern durcheinander/ wendts wider vmb/ vnd leg es auff ein Roßt/ vnd brats geschwindt hinweg/ begeuß mit einem Rindtfeißt/ vnd richt es darnach trucken auff ein Schuͤssel an/ vñ bestraͤw es mit Pfeffer vnd Saltz/ daß es fein warm kompt auff einen Tisch/ so ist es gut zu einem Trunck/ sonderlich wenn man sitzt bey einem kuͤlen Wein.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0109-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0109-orig">
          <p>Stülpe die Kalbsmilz um und bestreue sie mit Pfeffer, Salz und grünen Kräutern, alles durcheinander. Stülpe sie wieder zurück, lege sie auf einen Rost und brate sie rasch fertig. Begieße sie mit Rinderfett. Richte sie danach trocken auf einer Schüssel an und bestreue sie mit Pfeffer und Salz, sodass sie schön warm auf den Tisch kommt. So ist sie gut zu einem Trunk, besonders wenn man bei einem kühlen Wein sitzt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="KaͤlberMiltz">Kalbsmilz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0110">
        <head>Gefüllte Kalbsbrust mit Speck-Rührei-Füllung in Kräuterbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0110-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0110-trans">
          <p>20. Kaͤlbern Brust zu fuͤllen. Schneidt ein wenig gesaltzen Speck/ vnd Zwibeln darvnter/ auch gruͤne wolschmeckende Kraͤuter/ vnnd nim̃ ein Ey fuͤnff oder sechs/ vnd schlags wol durcheinander/ vnnd nim̃ in eine Pfannen ein wenig lautere Butter/ mach sie warm/ vnd thu die Eyer in die Pfannen/ vnd mach ein eingeruͤrtes/ vnd machs zimlich hart/ thu es vnter den Speck/ vnd hacks miteinander/ Machstu aber ein eingeruͤrtes/ vnd hast keine Butter/ so schneidt ein Speck/ vnd zerlaß jn/ vnd wenn du jn zerlassen hast/ so seig es nicht/ vnd laß also bleiben/ so bleibt der Speck beyeinander/ Wilt du aber Zwibeln darein schneiden/ so schweiß es darinn/ vnd wanns geschweist/ daß nicht schwartz ist/ so schlag die Eyer darein/ vnd mach ein eingeruͤrtes/ deñ es ist wolgeschmackter/ als wenn du ein Fuͤll machst. Vnd weñ du mit der But ter ein eingeruͤrtes machst/ so hack es mit dem Speck durcheinander/ mit wolschmeckenden Kraͤutern/ nim̃ als dann Pfeffer/ vnd ein wenig Saffran/ vnd ein Ey oder zwey/ die roh seindt/ vnd hacks auch durcheinander/ vñ saltz es nicht sehr/ dann der Speck ist vorhin gesaltzen/ sonst wirstu es bald versaltzen. Du magst die Fuͤll machen gelb oder weiß/ so ist es auff beyde manier gut/ Fuͤll die Brust/ vnd speil sie mit einem Holtz zu/ daß es nicht herauß kompt/ vnd setz es zu mit einem Wasser/ vnd wann das Wasser seudt/ so leg es hinein/ vnd laß sieden/ biß schier gar wirdt/ vnd schaw/ daß du es nit versiedest/ daß man es kan außseubern/ vnnd wenn du es außgeseubert hast/ so leg es in ein saubern vberzinten Fischkessel/ vñ seig die Bruͤh widerumb darauff/ Hastu wenig Bruͤh/ so seig ein Rindtfleischbruͤh darzu/ vnnd schneidt ein sauber Pettersilgen Wurtzel daran/ vnd schneidt den Kern herauß/ seudt es in der Pettersilgen/ thu ein wenig Muscatenbluͤt daran/ vñ auch ein gantzen Pfeffer/ vnd laß es darmit sieden/ vnnd brenn ein wenig Mehl darein/ daß die Bruͤh zimlich dick wirt/ vnnd wann du es schier wirst anrichten/ so schneidt gruͤne wolschmeckende Kraͤuter darein/ vnd wirff ein vngesaltzene frische Butter darein/ vnd laß es miteinander ein Sudt auffthun/ vñ wann du es anrichten wilt/ so laß als dann lang sieden/ so werden die Kraͤuter falb/ vnd wenn du es anrichtest auff die Schuͤssel/ so wirff ein gruͤn Pettersilgen daruͤber/ die klein zerschnitten ist/ vnnd schaw/ daß du die Suppen nicht versaltzest/ so wirt es wolgeschmack vnd gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0110-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0110-orig">
          <p>Schneide ein wenig gesalzenen Speck und Zwiebeln darunter, auch grüne, wohlschmeckende Kräuter. Nimm fünf oder sechs Eier und schlage sie gut durcheinander. Nimm dann ein wenig geklärte Butter in eine Pfanne, mache sie warm und gib die Eier in die Pfanne. Mache daraus ein Rührei und lasse es ziemlich fest werden. Gib es unter den Speck und hacke alles miteinander.</p>
          <p>Machst du aber ein Rührei und hast keine Butter, so schneide Speck und zerlasse ihn. Wenn du ihn zerlassen hast, so seihe ihn nicht ab, sondern lasse ihn so, dann bleibt der Speck beieinander. Willst du aber Zwiebeln hineinschneiden, so schwitze sie darin an. Und wenn sie angeschwitzt sind, sodass sie nicht schwarz sind, so schlage die Eier hinein und mache ein Rührei, denn es ist wohlschmeckender, als wenn du eine Füllung machst.</p>
          <p>Und wenn du mit der Butter ein Rührei machst, so hacke es mit dem Speck und den wohlschmeckenden Kräutern durcheinander. Nimm alsdann Pfeffer und ein wenig Safran und ein oder zwei rohe Eier und hacke es auch durcheinander. Salze es nicht sehr, denn der Speck ist zuvor gesalzen, sonst wirst du es bald versalzen. Du magst die Füllung gelb oder weiß machen, es ist auf beide Weisen gut.</p>
          <p>Fülle die Brust und stecke sie mit einem Holz zu, damit die Füllung nicht herauskommt. Setze sie mit Wasser auf, und wenn das Wasser siedet, so lege sie hinein und lasse sie sieden, bis sie fast gar ist. Achte darauf, dass du sie nicht zerkochst, damit man sie säubern kann. Und wenn du sie gesäubert hast, so lege sie in einen sauberen, überzinnten Fischkessel und seihe die Brühe wieder darauf.</p>
          <p>Hast du wenig Brühe, so seihe eine Rindfleischbrühe dazu und schneide eine saubere Petersilienwurzel daran. Schneide den Kern heraus und siede es mit der Petersilie. Gib ein wenig Muskatblüte und auch ganzen Pfeffer dazu und lasse es damit sieden. Brenne ein wenig Mehl ein, damit die Brühe ziemlich dick wird. Und wenn du es bald anrichten willst, so schneide grüne, wohlschmeckende Kräuter hinein und gib ungesalzene frische Butter dazu. Lasse es miteinander einmal aufkochen.</p>
          <p>Und wenn du es anrichten willst, so lasse es alsdann lange sieden, so werden die Kräuter blass. Und wenn du es auf die Schüssel anrichtest, so streue fein geschnittene grüne Petersilie darüber. Achte darauf, dass du die Sauce nicht versalzt, so wird es wohlschmeckend und gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Kaͤlbern Brust">Kalbsbrust</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig gesaltzen Speck">Gesalzener Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="Zwibeln" commodity="wikidata:Q3406628" source="#fyndling-ingredient-name">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Grüne, wohlschmeckende Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey fuͤnff oder sechs" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier</ingredient> - 5-6</item>
            <item>
              <ingredient orig="ein wenig lautere Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="ein Speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck (ohne Butter, zum Auslassen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ein wenig Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (für die gelbe Füllung)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey oder zwey/ die roh seindt" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-name">Rohe Eier</ingredient> - 1-2</item>
            <item>
              <ingredient orig="Holtz">Holzstäbchen zum Zustecken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe (bei Bedarf)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="sauber Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="ein wenig Muscatenbluͤt" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein gantzen Pfeffer">Ganzer Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ein wenig Mehl" commodity="wikidata:Q36465" source="#fyndling-ingredient-registry">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vngesaltzene frische Butter">Ungesalzene frische Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤn Pettersilgen">Grüne Petersilie (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0111">
        <head>Gefüllte Kalbsbrust in weißer Eigelb-Essig-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0111-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0111-trans">
          <p>21. Wann du wilt ein Brust kochen auff ein ander manier/ so nim̃ gesaltzen Speck/ vnd schneidt jn klein mit gruͤnen Kraͤutern/ vnd nim̃ Jngwer darzu/ auch ein wenig gestossenen Pfeffer/ vñ hack das durcheinander. Nim̃ auch ein/ drey oder vier Dotter von den Eyern/ vnd versaltz die Fuͤll nicht/ denn der Speck ist vorhin gesaltzen/ fuͤll die Brust darmit/ setz es in einem Wasser zu/ vnd laß sie sieden/ vnd wann sie gar gesotten ist/ so seuber sie auß/ vnd seig die Bruͤh darnach wider darauff/ vnd laß wider sieden/ versuch die Bruͤh/ obs wolgeschmackt ist oder nicht/ vnnd sih auch/ daß nicht versaltzen wirdt/ Denn wenns trucken einseudt/ seindt sie gemeinlich versaltzen/ Nim̃ Eyerdotter ein oder zehen/ vnd ruͤr es vntereinander/ vnd nim̃ darvnter ein wenig Essig/ vnd wann die Brust seudt/ so geuß es in die Bruͤh/ vnd laß nit gar darmit auffsieden/ thu auch ein frische Butter darein/ die vnzerlassen ist/ so wirdt die Bruͤh schoͤn glat/ vnd bleibt weiß/ leßt du es lang sieden/ so werden dir die Eyer gerinnen/ so hastu darnach wider zwo arbeit/ dz du es mußt durchstreichen/ daß wider glat wirt/ vnd wenn du die Brust wilt anrichten/ so geuß die Dotter mit dem Essig hinein/ so gehet es flucks von statt/ so wirt die Bruͤh fein dick von den Eyern/ vnnd wenn du es wilt anrichten/ so geuß die Bruͤh daruͤber/ Wiltu es aber mit klein geschnittener Pettersilgen bestraͤuwen/ so magstu es thun/ oder magst es lassen. So magstu auch ein gefuͤllte Brust zu einem Braten zurichten/ mach die Fuͤll ein wenig gelb/ vnnd nim̃ nichts mehr darzu/ als jetzt vermeldt ist/ so ist es auch gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0111-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0111-orig">
          <p>Wenn du eine Kalbsbrust auf eine andere Art kochen willst, so nimm gesalzenen Speck und schneide ihn mit grünen Kräutern klein, nimm Ingwer dazu, auch ein wenig gestoßenen Pfeffer, und hacke das durcheinander. Nimm auch einen, drei oder vier Dotter von den Eiern und versalze die Füllung nicht, denn der Speck ist schon gesalzen. Fülle die Brust damit, setze sie in Wasser auf und lass sie sieden.</p>
          <p>Wenn sie gar gesotten ist, so säubere sie, seihe danach die Brühe wieder darüber und lass sie wieder sieden. Probiere die Brühe, ob sie wohlschmeckend ist oder nicht, und sieh auch zu, dass sie nicht versalzen wird; denn wenn es trocken einkocht, ist es meistens versalzen.</p>
          <p>Nimm Eidotter, so viele du brauchst, rühre sie untereinander und gib ein wenig Essig darunter. Wenn die Brust siedet, so gieße es in die Brühe und lass es damit nicht ganz aufkochen. Gib auch frische Butter hinein, die nicht zerlassen ist, so wird die Brühe schön glatt und bleibt weiß. Lässt du es lange sieden, so gerinnen dir die Eier, und dann hast du doppelte Arbeit, weil du es durchstreichen musst, damit es wieder glatt wird.</p>
          <p>Und wenn du die Brust anrichten willst, so gieße die Dotter mit dem Essig hinein, so geht es flugs vonstatten, und die Brühe wird von den Eiern schön dick. Und wenn du anrichtest, so gieße die Brühe darüber. Willst du es aber mit klein geschnittener Petersilie bestreuen, so kannst du es tun oder lassen.</p>
          <p>Als Braten. Du kannst eine gefüllte Brust auch zu einem Braten zubereiten. Mach die Füllung ein wenig gelb und nimm nichts weiter dazu, als jetzt gesagt ist, so ist es auch gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken breast" orig="Brust" commodity="wikidata:Q2607161" source="#corema-ingredient-index">Kalbsbrust</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gesaltzen Speck">Gesalzener Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen Kraͤutern">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Gestoßener Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ein/ drey oder vier Dotter von den Eyern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb (Füllung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="Eyerdotter ein oder zehen" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb (Brühe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische Butter">Frische Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="parsley" orig="Pettersilgen" commodity="wikidata:Q25284" source="#fyndling-ingredient-registry">Petersilie (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0112">
        <head>Kalbsnierenbraten in Knoblauch-Essig-Beize mit Origanum-Buttersauce</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0112-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0112-trans">
          <p>22. Nierenbraten von einem Kalb zu braten. Nim̃ den Braten vnnd wasch jn auß einem kalten Wasser/ vnd nim̃ widerumb ein saubers Wasser/ vnd Essig darvnter/ vnd stoß Knobloch darvnter/ vnnd wenn er gestossen/ so thu jn vnter das Wasser vnd Essig/ vnnd thu ein wenig Saltz darein/ vnnd schaw/ daß du das Wasser vnnd den Essig nicht versaltzest/ daß es fein lindt gesaltzen bleibt. Nim̃ ein Kraut/ das heißt Origanum/ das schmeckt fein lieblich/ thu es in Wasser vnd Essig/ vnd ruͤr es durcheinander/ thu auch nit zu viel daran/ daß man es nicht sihet/ daß duͤrre Kraͤuter darvnter seindt/ Als dann nim̃ den Nierenbraten/ leg jn darein/ vnd zerstich jn mit einer Messerspitz/ vnd leg jn darnach ein/ so wirdt die Bruͤh durchbeissen/ vnd laß vber Nacht darinnen ligen/ vnnd deß Morgens/ wenn du auffstehest/ so nim̃ den Braten auß dieser Bruͤh/ vnd saltz jn ein/ du magst jn spicken oder nicht/ steck jhn an/ vnnd laß jn braten/ Nim̃ die Bruͤh/ da der Brat innen gelegen ist/ schoͤpff die Kraͤuter/ so oben auff schwimmen/ mit einem gantzen Loͤffel ab/ denn es fellt nicht zu boden/ seig darnach die Bruͤh auß diesem Geschirr hinweg/ so bleibet es etwas dick auff dem Boden/ beydes der Knobloch/ vñ auch was es von dem Braten außgezogen hat/ geuß das vnter die Kraͤuter/ die du hast abgeschoͤpfft/ vnd thu es in ein vberzintes Fischkesselein/ vnd nim̃ ein frische vngeschmaͤltzte Butter darein/ vnd laß miteinander sieden/ vñ wenn es hat ein gute weil gesotten/ so setz es vnter den Braten/ vnd begeuß jhn mit dieser Bruͤh/ so wirt es lieblich vnd wolgeschmack/ Vnd wenn du den Braten wilt anrichten/ so geuß die Bruͤh oben daruͤber/ vnd machs nit gar saur/ daß man es nur schmeckt/ daß Essig darinnen sey. Also kost der Braten nit viel/ vnd ist grosse muͤhe darbey/ vñ wenn man jn wil gut machen/ muß man den fleiß/ wie zu allen andern dingen/ anwenden.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0112-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0112-orig">
          <p>Nimm den Kalbsnierenbraten und wasche ihn in kaltem Wasser. Nimm dann wieder sauberes Wasser und Essig dazu und stoße Knoblauch hinein. Wenn der Knoblauch gestoßen ist, gib ihn zum Wasser und Essig. Füge ein wenig Salz hinzu und achte darauf, dass du das Wasser und den Essig nicht versalzt, damit es fein mild gesalzen bleibt.</p>
          <p>Nimm ein Kraut, das Origanum heißt und fein lieblich schmeckt. Gib es in Wasser und Essig und rühre es durcheinander. Gib nicht zu viel davon hinzu, damit man nicht sieht, dass trockene Kräuter darin sind.</p>
          <p>Dann nimm den Nierenbraten, lege ihn hinein und zerstich ihn mit einer Messerspitze. Lege ihn danach ein, so wird die Brühe ihn durchdringen. Lass ihn über Nacht darin liegen.</p>
          <p>Des Morgens, wenn du aufstehst, nimm den Braten aus dieser Brühe und salze ihn ein. Du kannst ihn spicken oder nicht. Stecke ihn an den Spieß und lass ihn braten.</p>
          <p>Nimm die Brühe, in der der Braten gelegen hat. Schöpfe die Kräuter, die obenauf schwimmen, mit einem ganzen Löffel ab, denn sie sinken nicht zu Boden. Seihe danach die Brühe aus diesem Geschirr ab. Es bleibt etwas Dickes auf dem Boden, sowohl der Knoblauch als auch das, was die Brühe aus dem Braten gezogen hat. Gieße dies zu den Kräutern, die du abgeschöpft hast, und gib es in ein verzinntes Fischkesselchen. Gib frische, ungeschmolzene Butter dazu und lass alles miteinander sieden.</p>
          <p>Wenn es eine gute Weile gesotten hat, setze es unter den Braten und begieße ihn mit dieser Brühe, so wird er lieblich und wohlschmeckend. Und wenn du den Braten anrichten willst, so gieße die Brühe oben darüber. Mache es nicht zu sauer, sodass man nur schmeckt, dass Essig darin ist.</p>
          <p>So kostet der Braten nicht viel, doch ist große Mühe dabei. Und wenn man ihn gut machen will, muss man den Fleiß, wie zu allen anderen Dingen, anwenden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Nierenbraten von einem Kalb">Kalbsnierenbraten (Kalbsbraten mit Niere)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="saubers Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="garlic" orig="Knobloch" commodity="wikidata:Q21546392" source="#corema-ingredient-index">Knoblauch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kraut/ das heißt Origanum">Oregano (Dost), getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische vngeschmaͤltzte Butter">Frische Butter, nicht ausgelassen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0113">
        <head>Geröstete Weckschnitten mit Kalbsnierenmasse, unter dem Deckel gebacken</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0113-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0113-trans">
          <p>23. Pouesen von Kaͤlbern Nieren zu machen. Wann der Brat gebraten ist/ so schneidt die Nieren herauß mit dem Fett/ nim̃ das gelb von Eyern/ ein Dotter oder zween/ vnnd ein wenig Zim̃et/ auch gestossenen Zucker darein/ vnnd ein gruͤn Pettersilgen/ die klein geschnitten ist/ vnd thu kein Saltz darein/ denn es ist vorhin gesaltzen mit dem Braten/ Nim̃ das alles/ vñ hack es klein/ biß daß es kalt wirt/ so wirt es dick werden/ vnnd wenn es kalt ist/ so behe etliche Schnitten von einem Weck/ vnnd behe es nur auff einer seiten/ vnnd auff der seiten/ die du hast abgebehet/ streich die Kaͤlbern Nieren/ vnnd wenn du es darauff gestrichen hast/ so nim̃ ein Turdten Pfann/ thu lauter Butter darein/ vnd laß es zergehen auff einem Feuwr/ vnd laß es nicht gar warm werden/ vñ thu die Schnitten darein/ vnd setz es auff ein heisse Eschẽ/ vnd deck es mit einem Hafendeckel zu/ vnd schuͤtt gluͤende Kolen darauff/ vñ back es vnter dem Deckel/ vnnd verbrenn es nicht/ nim̃ oben mehr Hitz als vnten/ so beckt sichs geschwindt/ vnd schaw vnter den Deckel/ daß du es nicht verbrennest/ so bleibts also gantz beyeinander/ vñ man nennts Pouesen/ Jst auch ein herrlichs essen fuͤr Koͤnig vnd Keyser/ vnd nim̃ nichts mehr darzu/ als hie beschrieben ist/ vnd wann du es anrichtest/ so bestraͤw es mit Jngwer/ oder gestossenem Zucker/ machstu es suͤß/ so bestraͤw es mit Zucker/ machstu es nicht suͤß/ so bestraͤw es mit einem Jngwer/ so ist es auff beyde manier gut.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0113-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0113-orig">
          <p>Wenn der Braten gebraten ist, schneide die Nieren mit dem Fett heraus. Nimm das Gelbe von Eiern, einen Dotter oder zwei, ein wenig Zimt und auch gestoßenen Zucker dazu, außerdem grüne Petersilie, die fein geschnitten ist. Gib kein Salz hinein, denn es ist schon mit dem Braten gesalzen.</p>
          <p>Nimm das alles und hacke es fein, bis es kalt wird; dann wird es dick. Wenn es kalt ist, röste einige Scheiben von einem Weißbrot, aber nur auf einer Seite. Auf die Seite, die du geröstet hast, streiche die Kalbsnierenmasse.</p>
          <p>Wenn du sie aufgestrichen hast, nimm eine Tortenpfanne, gib reine Butter hinein und lass sie auf einem Feuer zergehen, aber nicht sehr heiß werden. Lege die Schnitten hinein, setze die Pfanne auf heiße Asche, decke sie mit einem Topfdeckel zu und schütte glühende Kohlen darauf. Backe es unter dem Deckel und verbrenne es nicht; gib oben mehr Hitze als unten, so backt es schnell. Schau unter den Deckel, damit du es nicht verbrennst, so bleibt es ganz beieinander. Man nennt es Pouesen.</p>
          <p>Es ist auch ein herrliches Essen für König und Kaiser. Nimm nichts weiter dazu, als hier beschrieben ist. Wenn du es anrichtest, bestreue es mit Ingwer oder gestoßenem Zucker: Machst du es süß, bestreue es mit Zucker; machst du es nicht süß, bestreue es mit Ingwer. So ist es auf beide Arten gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="die Nieren herauß mit dem Fett">Kalbsnieren mit Nierenfett, aus dem gebratenen Nierenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ein Dotter oder zween" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="ein wenig Zim̃et" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-name">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossenen Zucker">Zucker, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein gruͤn Pettersilgen">Petersilie, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Schnitten von einem Weck">Weißbrot, in Scheiben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="lauter Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, zum Bestreuen (nicht süße Fassung)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossenem Zucker">Zucker, gestoßen, zum Bestreuen (süße Fassung)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0114">
        <head>Schlickkrapfen aus Kalbsnieren</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0114-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0114-trans">
          <p>24. Schlickkrapffen von den Kaͤlbern Nieren zu machen. Reiß das Fett von den Nieren herauß/ klaub es/ daß das Haͤutlein davon hinweg kompt/ vnd weñ du es geklaubt hast/ so nim̃ ein altbacken Weck oder Sem̃el/ vnnd ein Parmesankeß/ eins so viel als deß andern/ vnnd schneidt darvnter gruͤne wolschmeckende Kraͤuter/ vnnd nim̃ gestossen Jngwer/ oder gestossen Muscatennuß vntereinander/ vnd schlag ein Eyerdotter oder vier darein/ vnnd hack es durcheinander/ vnnd wann du es klein hast gehackt/ so nim̃ ein frische Meyenbutter/ die vnzerlassen ist/ in ein kleinen Kessel/ vnnd laß das Molcken oder Saurmilch/ die noch darinnen ist/ darvon kommen/ seig die Butter durch ein Haͤrin Tuch/ vnd thu sie in das gehackt/ vnnd hacks auch durcheinander/ vnd nim Meybutter/ so wirdt es mildt/ vnnd wann die Fuͤll fertig ist/ so nim Mehl vnd lauter Eyer durcheinander/ das weiß vnd gelb/ mach darmit ein Teig von einem schoͤnen weissen Mehl/ vnd mach jhn nicht gar zu dick/ daß du es kanst gar duͤnn außtreiben/ wie ein schoͤnes duͤñes Papier/ je duͤnners ist/ je schoͤner es wirdt/ vnd wenn du es außgetrieben hast/ so bestreich den Teig mit einem geschlagenen Ey/ das wol geschlagen ist/ vnd bestreich den Teig am ersten mit einem Pensel/ vnd thu die Fuͤll auff dẽ Teig/ vnd schlag das vntertheil hinuͤber/ vnd drucks fein nider/ daß es vbereinander kompt/ schneidt es fein mit einem saubern Raͤdtlein ab/ vnd wenn du die Krapffen gemacht hast/ so nim̃ ein gute Rindtfleischbruͤh/ die fein lindt gesaltzen ist/ doch daß sie nit feißt sey/ Nim̃ die Bruͤh in einen vberzinten Fischkessel/ vnnd setz sie auff/ laß sie sieden/ vnd wann die Bruͤh seudt/ so wirff ein Krapffen nach dem andern hinein/ daß sie nicht zusammen fahren/ vnnd laß es sieden fuͤnff viertel stundt/ vnd gar gemach auff gluͤenden Kolen/ vñ tauch es fein mit einem hoͤltzern Loͤffel vnter/ damit sie vnter die Bruͤh kommen/ daß nicht oben auff duͤrr wirt/ auch daß die Bruͤh nicht einseudt/ dz du kanst eins nach dem andern anrichtẽ/ mach die Bruͤh gelb oder nicht/ so ist es auff beyde manier gut/ vnd thu frische Butter in die Bruͤh/ vnd gantze Muscatenbluͤt/ vnd wann es miteinander gesotten hat/ vnd gar fertig ist/ so schneidt gruͤn Pettersilgen darein/ so wirt es gut vnd lieblich zu essen/ vnd schaw/ daß es gar lind gesaltzen sey/ denn ein solche Speiß muß lindt gesaltzen seyn/ darumb heißt man sie Schlickkrapffen/ daß man sie schlingen kan.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0114-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0114-orig">
          <p>Reiße das Fett von den Nieren ab und klaube sie aus, sodass das Häutchen davon abgeht. Wenn du sie ausgeklaubt hast, nimm ein altbackenes Weißbrot oder eine Semmel und einen Parmesankäse, von einem so viel wie vom anderen. Schneide grüne, wohlschmeckende Kräuter darunter und nimm gestoßenen Ingwer oder gestoßene Muskatnuss dazu. Schlag ein Eigelb oder vier hinein und hacke alles durcheinander. Wenn du es klein gehackt hast, nimm frische Maibutter, die nicht zerlassen ist, in einen kleinen Kessel und lass die Molke oder Sauermilch, die noch darin ist, davon abgehen. Seihe die Butter durch ein Haartuch, gib sie in das Gehackte und hacke es ebenfalls durcheinander. Nimm Maibutter dazu, so wird es mild.</p>
          <p>Wenn die Füllung fertig ist, nimm Mehl und ganze Eier, das Weiße und das Gelbe, und mach damit einen Teig aus schönem weißem Mehl. Mach ihn nicht allzu dick, damit du ihn ganz dünn ausrollen kannst, wie ein schönes dünnes Papier - je dünner er ist, desto schöner wird es. Wenn du ihn ausgerollt hast, bestreiche den Teig mit einem Ei, das gut geschlagen ist, und zwar zuerst mit einem Pinsel. Gib die Füllung auf den Teig, schlag den unteren Teil darüber und drück ihn schön nieder, sodass er übereinanderliegt. Schneide die Krapfen sauber mit einem Teigrädchen ab.</p>
          <p>Wenn du die Krapfen gemacht hast, nimm eine gute Rindfleischbrühe, die fein mild gesalzen ist, doch so, dass sie nicht fett ist. Gib die Brühe in einen überzinnten Fischkessel, setz sie auf und lass sie sieden. Wenn die Brühe siedet, wirf einen Krapfen nach dem anderen hinein, damit sie nicht zusammenkleben. Lass es fünf Viertelstunden sieden, ganz sachte auf glühenden Kohlen, und tauche die Krapfen behutsam mit einem hölzernen Löffel unter, damit sie unter die Brühe kommen, oben nichts trocken wird und die Brühe auch nicht einkocht, sodass du eins nach dem anderen anrichten kannst. Mach die Brühe gelb oder nicht, auf beide Weisen ist es gut. Gib frische Butter und ganze Muskatblüte in die Brühe. Wenn es miteinander gesotten hat und ganz fertig ist, schneide grüne Petersilie hinein; so wird es gut und lieblich zu essen. Und achte darauf, dass es ganz mild gesalzen ist, denn eine solche Speise muss mild gesalzen sein. Darum nennt man sie Schlickkrapfen, weil man sie schlingen kann.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Nieren">Kalbsnieren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="altbacken Weck oder Sem̃el">Altbackenes Weißbrot oder Semmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Parmesankeß">Parmesankäse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Grüne, wohlschmeckende Kräuter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen Jngwer/ oder gestossen Muscatennuß">Ingwer oder Muskatnuss, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="ein Eyerdotter oder vier" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frische Meyenbutter">Maibutter, nicht zerlassen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mehl">Weißes Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Eyer">Eier, ganz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="geschlagenen Ey">Ei, geschlagen</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Rindfleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="frische Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantze Muscatenbluͤt">Muskatblüte, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤn Pettersilgen">Petersilie, grün</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0115">
        <head>Kalbsnierenbraten im Roggenteig gebacken</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0115-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0115-trans">
          <p>25. Ein Kaͤlbern Nierenbraten einzuschlahen in einem RuckenTeig. Vberquell den Nierenbraten in einem gesotten Wasser/ vnd seuber jn auß/ nim̃ Pfeffer vnnd Saltz durcheinander/ vnnd bestraͤw den Braten darmit/ schlag jhn darnach ein in ein RuckenTeig/ back jn drey stundt im Ofen/ vnd wenn es darnach kalt wirt/ so ists ein herrlich Essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0115-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0115-orig">
          <p>Überbrühe den Kalbsnierenbraten in kochendem Wasser und säubere ihn. Nimm Pfeffer und Salz durcheinander und bestreue den Braten damit.</p>
          <p>Schlage ihn danach in einen Roggenteig ein. Backe ihn drei Stunden im Ofen, und wenn er danach kalt wird, so ist es ein herrliches Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kaͤlbern Nierenbraten">Kalbsnierenbraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="gesotten Wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="RuckenTeig">Roggenteig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0116">
        <head>Kalbfleischscheiben, in Essig gebeizt, geröstet und in Kräuterbrühe eingekocht</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0116-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0116-trans">
          <p>26. Von einer Hacksen zuzurichten. Nim̃ die Hacksen vom hindern Diech am Kalb/ hack es herab/ vñ schneidt es voneinander anderthalb Finger breit/ vnnd ein Finger lang/ doch nicht zu dick/ sondern auff das duͤnnest als du kanst/ zerklopffs mit einem Messerruͤck/ vnd nim̃ ein wenig Essig/ vñ beiß es darein/ vnd laß es darinnen ligen ein viertel stundt/ vnd nim̃ ein wenig lauter Butter in ein Pfannen/ vnd mach sie warm/ Nim̃ die Preseindel auß dem Essig/ vnd wirff sie in die heisse Butter/ vnd roͤßts. Also neñet man es gefricusiert. Vnd wenn du es gefricusiert hast/ so nim̃ den Essig/ darinnen sie gelegen seindt/ vnd geuß darein/ vnd machs nicht gar zu saur/ nur ein wenig/ nim̃ darein gruͤne wolschmeckende Kraͤuter/ vnnd ein wenig gestossenen Pfeffer/ vnd gestossenen Jngwer/ auch ein gute Rindtfleischbruͤh/ die nicht versaltzen ist/ seud das miteinander/ vnd seudts ein/ daß die Bruͤh kurtz wirt/ vnd machs nicht feißt/ so wirt es gut vñ wolgeschmack/ Du kansts auch wol gelb machen/ oder kanst es also lassen bleiben in seiner grawen Bruͤh.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0116-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0116-orig">
          <p>Nimm die Hacksen vom hinteren Schenkel des Kalbes, hacke das Fleisch herunter und schneide es in Stücke, anderthalb Finger breit und einen Finger lang, doch nicht zu dick, sondern so dünn, wie du kannst. Zerklopfe es mit einem Messerrücken, nimm ein wenig Essig, beize es darin ein und lass es eine Viertelstunde darin liegen.</p>
          <p>Nimm ein wenig geklärte Butter in eine Pfanne und mache sie warm. Nimm die Preseindel aus dem Essig, wirf sie in die heiße Butter und röste sie. So nennt man es gefricusiert. Und wenn du es so geröstet hast, nimm den Essig, in dem die Stücke gelegen sind, und gieße ihn dazu. Mache es aber nicht zu sauer, nur ein wenig.</p>
          <p>Gib grüne, wohlschmeckende Kräuter hinein, ein wenig gestoßenen Pfeffer und gestoßenen Ingwer, auch eine gute Rinderbrühe, die nicht versalzen ist. Siede das miteinander und koche es ein, bis nur noch wenig Brühe übrig ist. Mache es nicht zu fett, so wird es gut und wohlschmeckend.</p>
          <p>Du kannst es auch gelb machen oder es so in seiner grauen Brühe bleiben lassen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="veal" orig="Hacksen vom hindern Diech am Kalb" commodity="wikidata:Q957434" source="#fyndling-ingredient-context">Kalbskeule (Hacksen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Essig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lauter Butter">Geklärte Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter">Kräuter, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="gestossenen Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-name">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="gute Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0117">
        <head>Weiße Kalbsknödel aus der Keule, in Rinderbrühe gesotten</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0117-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0117-trans">
          <p>27. Knoͤdel oder Kloͤß von einer Kaͤlbern Hacksen zu machẽ. Schneidt die Hacksen voneinander (man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist) schneidt es fein klein vnd duͤnn/ vnd leg es in ein kaltes frisches Wasser/ sonderlich wanns im Sommer ist/ so zeucht es das Blut herauß/ vnd wann das Blut außgezogen ist/ so wirt es fein weiß/ vnd wasch es noch auß einem Wasser/ so wirt es noch weisser/ vnnd leßt sich desto ehe klein hacken/ Nim̃ darnach Rindern feißt/ das fein trucken ist/ dz sauber geklaubt wirt/ dz das Haͤutlein darvon kompt/ klaub dz ander Feißt auch besonder/ dz gar klein wirdt/ so leßt sichs desto besser hacken/ vnnd wenn es miteinander gehackt ist/ so nim̃ ein wenig Jngwer/ oder gestossen Pfeffer/ wie es ein jeglicher gern isset/ thu auch ein wenig Saltz darein/ dz du es nit versaltzest/ auch ein Ey oder vier/ vnd weich ein Weck in ein kaltes Wasser/ wann er beschnitten ist/ oder wann du es wilt weiß machen/ so weich jn in eine suͤsse Milch/ vñ wann er weich ist/ so wasch die Haͤnd sauber/ vnnd truck die Milch auß dem Weck/ vnd hack es alles durcheinander/ so werden die Knoͤdel mildt vñ weiß von dem Weck/ mach runde Knoͤdel mit saubern Haͤnden/ vnnd wann du sie gemacht hast/ so nim̃ ein schoͤne lautere Bruͤh von einem Rindtfleisch/ nim auch ein kaltes Wasser darzu/ daß nicht versaltzen wirt/ setz die Bruͤh auff/ vnd laß sieden/ vnd wenn sie seudt/ so wirff ein Knoͤdel nach dem andern hinein/ vnd wann sie halb gesotten seyn/ so zeuch sie auß in ein kaltes Wasser/ vñ seubers auß in ein ander saubers geschirr/ vnd seig die Bruͤh durch ein Haͤrin Tuch vber die Knoͤdel/ vnd schneidt Pettersilgen Wurtzel darein/ vnnd Muscatenbluͤt/ seudt das miteinander/ biß daß sie gesotten seyn/ daß man sie kan anrichten/ Vnd wenn die Knoͤdel feißt seyn/ daß das Feißt herauß seudt/ so schoͤpfft man es herab/ vnd schmeltzt Kraut oder Ruͤben damit/ das wirt wolgeschmack davon/ vnd werden die Knoͤdel weiß/ vnd nicht feißt deñ wenn du anrichtest auff ein Schuͤssel/ daß sie feißt seyn/ so wirdt manchem darfuͤr grausen/ vnd ist nicht lieblich zu essen. Du kanst auch auff diese manier gelbe Knoͤdel zurichten/ mit allerley Gewuͤrtz/ als Pfeffer vñ Saffran/ auch mit gruͤnen wolschmeckenden Kraͤutern/ so werden sie auch gut vnd wolgeschmack.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0117-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0117-orig">
          <p>Schneide die Kalbs-Hacksen voneinander. (Als Hacksen bezeichnet man den Teil hinter dem Nierenbraten.) Schneide das Fleisch sehr klein und dünn und lege es in kaltes, frisches Wasser, besonders wenn es Sommer ist. So zieht das Blut heraus, und wenn das Blut entzogen ist, wird es schön weiß. Wasche es nochmals aus einem Wasser, so wird es noch weißer und lässt sich desto eher klein hacken.</p>
          <p>Nimm danach Rinderfett, das fein trocken und sauber geklaubt ist, sodass das Häutlein davon kommt. Klaub das andere Fett auch gesondert, das sehr klein wird, so lässt es sich desto besser hacken. Wenn alles miteinander gehackt ist, nimm ein wenig Ingwer oder gestoßenen Pfeffer, wie es ein jeder gern isst. Gib auch ein wenig Salz hinein, sodass du es nicht versalzt, auch ein Ei oder vier.</p>
          <p>Weiche ein Weißbrot in kaltem Wasser ein, nachdem es beschnitten, also von der Rinde befreit ist. Oder, wenn du es weiß machen willst, weiche es in süßer Milch ein. Wenn es weich ist, wasche die Hände sauber und drücke die Milch aus dem Weck. Hacke alles durcheinander, so werden die Knödel mild und weiß von dem Weck. Forme runde Knödel mit sauberen Händen.</p>
          <p>Wenn du sie gemacht hast, nimm eine schöne, klare Rinderbrühe. Nimm auch kaltes Wasser dazu, damit sie nicht versalzen wird. Setze die Brühe auf und lass sie sieden. Wenn sie siedet, wirf einen Knödel nach dem anderen hinein. Wenn sie halb gar gekocht sind, zieh sie heraus in kaltes Wasser und säubere sie in ein anderes sauberes Geschirr.</p>
          <p>Seihe die Brühe durch ein Haartuch über die Knödel. Schneide Petersilienwurzel und Muskatblüte hinein. Siede das miteinander, bis die Knödel gar gekocht sind, sodass man sie anrichten kann. Wenn die Knödel fettig sind, sodass das Fett heraussiedet, schöpft man es herab und schmälzt Kraut oder Rüben damit; das wird wohlschmeckend davon. So werden die Knödel weiß und nicht fettig, denn wenn du sie fettig auf einer Schüssel anrichtest, wird manchem davor grausen, und es ist nicht lieblich zu essen.</p>
          <p>Gelbe Knödel: Du kannst auch auf diese Weise gelbe Knödel zubereiten, mit allerlei Gewürz wie Pfeffer und Safran, auch mit grünen, wohlschmeckenden Kräutern. So werden sie auch gut und wohlschmeckend.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Kaͤlbern Hacksen">Kalbskeule (Hacksen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kaltes frisches Wasser">Kaltes Wasser (zum Wässern und Abschrecken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindern feißt">Rinderfett, trocken und fest</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Jngwer" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ein Ey oder vier" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Eier (1 bis 4)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ein Weck">Weißbrot, entrindet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="suͤsse Milch">Süße Milch (zum Einweichen, statt Wasser)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="schoͤne lautere Bruͤh von einem Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe, klar</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kaltes Wasser darzu">Kaltes Wasser (zum Verdünnen der Brühe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Pettersilgen Wurtzel">Petersilienwurzel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="Muscatenbluͤt" commodity="wikidata:Q1882876" source="#fyndling-ingredient-name">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Kraut oder Ruͤben">Kraut oder Rüben (mit dem abgeschöpften Fett geschmälzt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer (für gelbe Knödel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran (für gelbe Knödel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gruͤnen wolschmeckenden Kraͤutern">Grüne Kräuter nach Wahl (für gelbe Knödel)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0118">
        <head>Gehacktes von Kalbs-Hacksen (Keule) mit Rosinen und Eigelb, dreierlei angerichtet</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0118-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0118-trans">
          <p>28. Gehackts von Kaͤlbern Hacksen. Schneidt die Hacksen voneinander/ vnd leg sie zu dem Rindtfleisch/ vnd laß es wol an die statt sieden/ so wirt die Rindtfleischbruͤh desto geschmackter/ Vnd wenn die Hackse gesotten ist/ so nim sie herauß/ vnd hacks klein/ vnd schneidt am ersten die Bein herauß/ vnnd nim Rindtfeißt/ das roh vnd fein duͤrr ist/ klaubs/ vnnd hacks klein/ wie vorhin vermeldt ist/ wie man das Feißt hacken/ vnnd vnter das Fleisch thun sol/ Dieweil aber die Hacksen vorhin gesotten ist/ so thu das gehackt Feißt darvnter/ hack es durcheinander/ vnd wann du es fein durcheinander gehackt hast/ so thu es in ein vberzinten Fischkessel/ vnd thu kleine Weinbeerlein darein/ oder grosse Rosein/ wiewol die kleinen zierlicher vnnd fuͤglicher darzu seyn/ weil das Fleisch klein gehackt ist/ Nim̃ als denn dazu Zimmet/ vnd ein wenig Saffran/ daß es ein wenig gelblich wirdt/ vnnd machs suͤß/ mit weissem oder schwartzem Zucker/ vnnd laß es darmit sieden/ nim̃ darzu ein gute Rindtfleischbruͤh/ vnd ein wenig Weinessig/ so wirt es lieblich zu essen/ vnd wenn das gesotten ist/ so nim̃ den Dotter von den Eyern zehen oder zwoͤlff/ thu sie vnter das gehackt/ so sihet es zierlich. Du kanst auch darvnter nemmen Marck von einem Rindtsbein/ leg es gantz hinein/ vnnd zerschneide es nicht/ vnnd wenn du es anrichtest/ so richt es fein mitten in die Schuͤssel/ so sihet man das Marck mit den Eyerdottern/ so ist es lieblich vnd gut.

Oder wiltu es anders zurichten/ so mach ein Teig von einem lautern Wein/ vnd nim̃ ein Eysern Loͤffel/ der fein rundt ist/ mach jhn warm in der heissen Butter/ thu jn herauß/ vñ geuß oben daruͤber mit demselbigẽ Teig/ den du hast angemacht/ vnd halt den Loͤffel gegẽ dem Feuwer/ daß der Teig daran ein wenig trucken wirt/ steck jn darnach flugs in die heisse Butter/ so fellt es desto ehe vom Loͤffel/ wie man das gebacken macht mit dem Messingen Model/ vnd back es wol auß/ daß es fein resch bleibt/ vnnd mach solcher Kuͤchlein drey oder vier/ Vnd wann du das gehackt wirst anrichten/ so richt in ein iegliches Kuͤchlein gehacktes/ so kompt in ein jeglichs ein Dotter oder zween/ Vnd wann du es hinauß wilt geben mit der Schuͤssel/ so nim̃ Driet/ vnnd straͤw es daruͤber/ gibs warm auff einen Tisch/ so ist es gut/ vnd sihet schoͤn.

Wiltu es noch auff ein ander manier zurichten/ so laß dir machen ein kleines kuͤpffern Hafenkesselein/ das etwan drey oder vier Finger hoch ist/ das eng/ vnd außwendig vberzint ist/ laß ein fein glat eysern Stenglein in die mitte darein machen/ daß du es kanst in heisse Butter setzen/ wie du hast den Loͤffel in die heisse Butter gestossen/ vnnd wie du jn mit dem Teig hast vbergossen/ also thu mit diesem auch/ back es auch auß/ so wirt es aufflauffen/ vnd schoͤn sehen/ als hettestu von einem Teig ein kleine Pasteten auffgetrieben/ thu das gehackte darein/ wie du es in das ander hast zugericht/ bestraͤw es auch mit Driet/ vnd mach ein Deckel daruͤber/ laß einen machen von einem Kupffer/ das sich gerad schicket/ vnd fein spitzig ist/ back auch ein Teig daruͤber/ so wirt es auch lustig/ setz es darnach auff die Pasteten/ vñ bestraͤw es mit Driet/ so stehet es fein lustig/ Also kanstu es auff drey manier zurichten/ daß nicht eins ist wie das ander.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0118-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0118-orig">
          <p>Schneide die Kalbs-Hacksen voneinander und lege sie zum Rindfleisch. Lass alles gut gar sieden, so wird die Rinderbrühe desto geschmackvoller. Wenn die Hacksen gesotten sind, nimm sie heraus und hacke sie klein; schneide aber zuerst die Knochen heraus.</p>
          <p>Nimm Rinderfett, das roh und fein trocken ist, klaube es aus und hacke es klein, wie zuvor beschrieben ist, wie man das Fett hacken und unter das Fleisch geben soll. Weil die Hacksen aber schon gesotten sind, gib das gehackte Fett darunter und hacke es durcheinander. Wenn du es fein durcheinander gehackt hast, gib es in einen überzinnten Fischkessel und gib kleine Rosinen dazu oder große Rosinen, wobei die kleinen zierlicher und passender dazu sind, weil das Fleisch klein gehackt ist.</p>
          <p>Nimm dann Zimt dazu und ein wenig Safran, dass es ein wenig gelblich wird, und mache es süß mit weißem oder schwarzem Zucker, und lass es damit sieden. Nimm eine gute Rinderbrühe dazu und ein wenig Weinessig, so wird es lieblich zu essen. Und wenn das gesotten ist, nimm das Gelbe von zehn oder zwölf Eiern und gib es unter das Gehackte, so sieht es zierlich aus. Du kannst auch Mark aus einem Rinderknochen darunter nehmen; lege es ganz hinein und zerschneide es nicht. Und wenn du es anrichtest, richte es fein mitten in die Schüssel, so sieht man das Mark mit den Eidottern, so ist es lieblich und gut.</p>
          <p>Oder auf eine andere Art:</p>
          <p>Willst du es anders zubereiten, so mache einen Teig mit einem klaren Wein und nimm einen eisernen Löffel, der schön rund ist. Mache ihn in der heißen Butter warm, nimm ihn heraus und gieß oben darüber von demselben Teig, den du angemacht hast. Halte den Löffel gegen das Feuer, dass der Teig daran ein wenig trocken wird. Stecke ihn danach flugs in die heiße Butter, so fällt es desto eher vom Löffel, wie man das Gebackene mit dem messingenen Model macht. Backe es gut aus, dass es schön knusprig bleibt, und mache drei oder vier solcher Küchlein. Und wenn du das Gehackte anrichtest, so richte in jedes Küchlein Gehacktes; so kommt in jedes ein Dotter oder zwei. Und wenn du es mit der Schüssel hinausgeben willst, so nimm Zimtzucker und streue ihn darüber. Gib es warm auf den Tisch, so ist es gut und sieht schön aus.</p>
          <p>Oder auf noch eine andere Art:</p>
          <p>Willst du es noch auf eine andere Weise zubereiten, so lass dir ein kleines kupfernes Töpfchen machen, das etwa drei oder vier Finger hoch ist, eng und außen verzinnt. Lass ein schön glattes eisernes Stänglein in die Mitte hineinmachen, damit du es in heiße Butter setzen kannst. Wie du den Löffel in die heiße Butter gestoßen und mit dem Teig übergossen hast, so mache es auch mit diesem. Backe es ebenso aus, so wird es auflaufen und schön aussehen, als hättest du aus einem Teig eine kleine Pastete aufgetrieben. Gib das Gehackte hinein, wie du es in das andere angerichtet hast, und bestreue es auch mit Zimtzucker. Mache einen Deckel darüber: Lass dir einen aus Kupfer machen, der genau passt und schön spitz ist, und backe auch einen Teig darüber, so wird es auch hübsch. Setze ihn danach auf die Pasteten und bestreue es mit Zimtzucker, so steht es schön hübsch da. So kannst du es auf drei Arten zubereiten, dass keine wie die andere ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hacksen">Kalbskeule (Hacksen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef" orig="Rindtfleisch" commodity="wikidata:Q192628" source="#corema-ingredient-index">Rindfleisch (für die Brühe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett, roh</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kleine Weinbeerlein">kleine Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Zimmet" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weissem oder schwartzem Zucker">Zucker, weiß oder dunkel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Weinessig" commodity="wikidata:Q41354" source="#fyndling-ingredient-name">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="Dotter von den Eyern zehen oder zwoͤlff" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-registry">Eigelb</ingredient> - 10 Stück</item>
            <item>
              <ingredient orig="Marck von einem Rindtsbein">Rindermark (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lautern Wein">Wein, klar (für den Teig)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="heissen Butter" commodity="wikidata:Q34172" source="#fyndling-ingredient-name">Butter (zum Ausbacken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Driet">Zimtzucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0119">
        <head>Zerfahrens von Kalbs-Hacksen (Keule) mit Ei und Safran</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0119-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0119-trans">
          <p>29. Schneidt die Hacksen duͤnn vnd klein/ vnd leg sie in Wasser/ wasch sauber/ vñ drucks wol auß/ so leßt sichs dest kleiner hackẽ/ nim̃ darnach klein gehackt Rindtfeißt/ thu es darein/ vnd hack es wol klein durcheinander/ sihe doch/ daß du nicht Scharten darein hackest von dem Stock/ schab jn desto offter ab/ daß du es desto kleiner hackest/ so verleurt sich das Feißt vnter dem Fleisch/ vnd schlag Eyer darein/ hacks darvnter/ vnnd machs wol duͤnn mit den Eyern/ vnd wenn du es klein gehackt hast/ so nim̃ ein kleines vberzintes Fischkesselein/ vnnd thu es darein/ ruͤr es mit einem Loͤffel wol an/ vnnd mit Saffran. Nim̃ ein gute Huͤnnerbruͤh/ oder ein gute Rindtfleischbruͤh/ oder Wasser/ vnd mach es noch duͤnner darmit ab/ setz es auff Kolen/ vnd laß sieden/ vnd gehe nicht darvon hinweg/ sondern ruͤr es jmmer zu mit einem hoͤltzern Loͤffel/ biß daß es auffseudt/ denn es wirt sonst anbrennen. Wenn es aber hat auffgesotten/ so brennet es nimmer an/ laß es fein gemach sieden/ so sihet es wie ein Zerfahrens/ wie man es mit einem geriebenen Brot vnd Eyern macht/ vnd ist einem Krancken vnd Gesundten gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0119-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0119-orig">
          <p>Schneide die Kalbs-Hacksen dünn und klein, lege sie in Wasser, wasche sie sauber und drücke sie gut aus, so lassen sie sich desto kleiner hacken.</p>
          <p>Nimm danach klein gehacktes Rinderfett, gib es dazu und hacke alles gut klein durcheinander. Sieh aber zu, dass du keine Kerben aus dem Hackstock mit hineinhackst; schabe den Stock desto öfter ab, damit du es desto kleiner hackst. So verliert sich das Fett unter dem Fleisch.</p>
          <p>Schlage Eier hinein, hacke sie darunter und mache die Masse mit den Eiern gut dünn. Wenn du alles klein gehackt hast, nimm ein kleines verzinntes Fischkesselchen und gib die Masse hinein. Rühre sie mit einem Löffel und mit Safran gut an.</p>
          <p>Nimm eine gute Hühnerbrühe oder eine gute Rinderbrühe oder Wasser und mache die Masse damit noch dünner. Setze es auf Kohlen und lass es sieden. Geh nicht davon weg, sondern rühre es immerzu mit einem hölzernen Löffel, bis es aufkocht, denn sonst brennt es an. Wenn es aber aufgekocht ist, brennt es nicht mehr an. Lass es schwach sieden, dann sieht es aus wie ein Zerfahrens, wie man es mit geriebenem Brot und Eiern macht. Es ist für Kranke und Gesunde gut zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hacksen">Kalbskeule (Hacksen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="Eyer" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="Saffran" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Huͤnnerbruͤh/ oder ein gute Rindtfleischbruͤh/ oder Wasser">Brühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="rum-0120">
        <head>Gehackte Kalbs-Hacksen (Keule) vom Spieß in brauner Bratenbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="rum-0120-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#rum-0120-trans">
          <p>30. Hauw die Hacksen voneinander/ vnnd wasch sie auß/ bespreng es ein wenig mit Saltz/ stecks an/ vñ laß an die statt braten/ vnd wenns gebraten ist/ so zeuch es ab/ vnd hacks gar klein/ vnd thu ein wenig Meerzwibeln darein/ hacks darvnter/ daß mans nit sehr sihet/ denn die Zwibeln machens wolgeschmack/ vnnd wenn du es gehackt hast/ so nim̃ ein Rindtfleischbruͤh/ vnd mach ein gute braune Bruͤh von einem Braten/ vnd geuß es in das gehack/ vnd laß darmit sieden/ nim̃ auch ein wenig gestossenen Pfeffer darein/ vnd ein wenig Rindtfeißt/ so wirt es mildt/ vnnd nicht herb/ ist auch wolgeschmack/ saltzs nicht viel/ damit du es nit versaltzest/ denn die braune Bruͤh/ die man vber das gebraten geust/ ist vorhin gesaltzen/ drumb mustu sehen/ dz du den Braten nicht saltzest/ weñ man die braune Bruͤh wil machen/ so wirt das gehack nicht versaltzen/ Vnd kanst es saur machen/ oder in seiner braunen Bruͤh lassen bleiben/ so ist es auff beyde manier gut. Vnd solche Speise kan man geben vor Koͤnig vnd Keyser.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="rum-0120-trans" xml:lang="de" corresp="#rum-0120-orig">
          <p>Hacke die Kalbs-Hacksen auseinander, wasche sie aus und besprenge sie ein wenig mit Salz. Stecke sie an den Spieß und lass sie gar braten. Wenn sie gebraten sind, ziehe sie vom Spieß und hacke sie sehr klein. Gib ein wenig Meerzwiebeln hinein und hacke sie darunter, sodass man sie kaum sieht, denn die Zwiebeln machen es wohlschmeckend.</p>
          <p>Wenn du es gehackt hast, nimm eine Rinderbrühe und mach eine gute braune Brühe von einem Braten, gieße sie in das Gehackte und lass es damit sieden. Gib auch ein wenig gestoßenen Pfeffer und ein wenig Rinderfett hinein, so wird es mild und nicht herb und ist auch wohlschmeckend.</p>
          <p>Salze es nicht viel, damit du es nicht versalzt, denn die braune Brühe, die man über das Gebratene gießt, ist schon gesalzen. Darum musst du darauf achten, dass du den Braten nicht salzt, wenn man die braune Brühe machen will, so wird das Gehackte nicht versalzen. Du kannst es sauer machen oder in seiner braunen Brühe lassen, so ist es auf beide Weisen gut. Und eine solche Speise kann man Königen und Kaisern vorsetzen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Hacksen">Kalbskeule (Hacksen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sea squill" orig="Meerzwibeln">Meerzwiebel (Drimia maritima) - giftig, nicht verwenden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="beef stock" orig="Rindtfleischbruͤh" commodity="wikidata:Q96362190" source="#fyndling-ingredient-context">Rinderbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stock" orig="braune Bruͤh von einem Braten" commodity="wikidata:Q3075310" source="#fyndling-ingredient-context">Braune Bratenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="gestossenen Pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-name">Pfeffer, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rindtfeißt">Rinderfett</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein ganzer, gesottener Ochsenkopf, enthaart und ausgereinigt, kalt mit Blattgold oder Blattsilber verziert und als Schauessen aufgetragen - der Text selbst nennt das Wort ("stehet schoͤn vor ein Schauessen"). Küchentechnisch folgt das Rezept der Sülze-/Presskopf-Familie: Kopf abbrühen und enthaaren wie bei Schweinefüßen, in Wasser aufsetzen, abschäumen, salzen, gar kochen, auskühlen lassen. Verwandt sind spätere Presskopf- und Sülze-Traditionen sowie im ganzen präsentierte Kopfgerichte wie die französische tête de veau - als kulinarische Kontinuität, nicht als Behauptung direkter Rezeptvererbung.

Frisches Wasser oder dasselbe?

Der Text sagt nur, der Kopf werde nach dem Enthaaren erneut "in Wasser gesetzt" - ob dasselbe Abbrühwasser weiterverwendet oder frisches Wasser für den Garsud angesetzt wird, bleibt offen. Aus heutiger Küchenpraxis liegt frisches Wasser nahe, weil das Abbrühwasser Haare und Schmutz vom Enthaaren enthält.

Wie weit geht das Ausreinigen?

"Säubere ihn aus" meint naheliegend das Herrichten für die Präsentation - etwa Gehirn, Zunge oder Augen entfernen, damit der Kopf sauber und ansprechend wirkt. Aus heutiger Küchenpraxis und Lebensmittelrecht werden Gehirn und Augen vom Rind ohnehin gesondert behandelt oder entfernt (siehe FAQ); das gilt unabhängig davon, was der historische Text damit meint.

Warum diese Reihenfolge?

Das lange Garen löst Bindegewebe und Kollagen aus Kopf und Haut, sodass der Kopf beim Erkalten fest genug wird, um als Ganzes präsentiert zu werden - ähnlich wie bei Sülze. Das Vergolden oder Versilbern erst nach dem Erkalten ist technisch folgerichtig: Blattgold und Blattsilber haften auf der kalten, leicht klebrig-gelatinösen Oberfläche, würden bei Hitze aber verlaufen oder verbrennen.

Praxis.

Den Kopf mit Horn und Haut in heißem Wasser abbrühen wie bei Schweinefüßen, dann das gelockerte Haar abschaben. Frisches Wasser aufsetzen, den Kopf hineingeben, abschäumen und reichlich salzen, dann gar kochen. Auf einem sauberen Brett auskühlen lassen, ausreinigen und kalt mit Blattgold oder Blattsilber verzieren. Ein Kessel groß genug für einen ganzen Kopf sowie eine Kühlmöglichkeit für den fertigen Kopf bis zum Anrichten sind nötig - deshalb eher ein Gericht für eine stationäre Küche oder eine mehrtägige Vorführung (Kochen an einem Tag, Präsentation am nächsten) als für die einfache Lagerküche.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0001-orig" n="verfaum jhn wol" resp="#fyndling">Das Verb 'verfaumen' bedeutet 'abschäumen', also den beim Kochen aufsteigenden Schaum entfernen, um die Brühe klar zu halten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0001-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Eine spezifische Formulierung Rumpolts, die 'gar kochen' oder 'bis es gar ist' bedeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0001-orig" n="Schauessen" resp="#fyndling">Ein 'Schauessen' oder 'Schaugericht' war eine aufwendig zubereitete und oft dekorierte Speise, die primär der Präsentation und dem Status diente, weniger dem eigentlichen Verzehr. Sie war ein Highlight bei festlichen Banketten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0001-orig" n="Golt oder Silber" resp="#fyndling">Hier ist essbares Blattgold oder Blattsilber gemeint, das hauchdünn geschlagen als luxuriöse Dekoration auf Speisen aufgebracht wurde, um den Reichtum des Gastgebers zu demonstrieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0001-orig" n="seuber jn auß" resp="#fyndling">Die Phrase 'säubere ihn aus' bezieht sich auf die Reinigung des gekochten Kopfes, um ihn für die Präsentation vorzubereiten. Dies kann das Entfernen von Gehirn, Zunge, Augen oder anderen unerwünschten Teilen umfassen, um eine saubere und ansprechende Darbietung zu gewährleisten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0001-orig" n="setz jn in Wasser zu" resp="#fyndling">'Ins Wasser setzen' wird hier als frisches Wasser für den Garsud gelesen, getrennt vom Abbrühwasser des Enthaarens.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dieser gepresste Ochsenkopf ist die frühe Form dessen, was in der Wurstküche später Presskopf, Sülzkopf oder Schwartenmagen heißt: Kopf- und Ohrenfleisch wird weich gekocht, zerkleinert, nachgewürzt, im Tuch gepresst und kalt aufgeschnitten serviert.

Warum zwei Garvorgänge? Ochsenkopf und Schweineköpfe werden zunächst getrennt nur in Wasser weich gekocht - das löst das Kollagen, das später beim Erkalten für die feste Konsistenz sorgt, ganz ohne zugesetztes Bindemittel. Das zweite Aufkochen mit der aufgehobenen Rinderbrühe, Speck, Pfeffer und Kräutern ist reines Nachwürzen der bereits gargekochten, kleingeschnittenen Masse - kein erneutes Langgaren.

Warum nicht zu stark salzen? Der Hinweis versaltz es nicht ist funktional gemeint: zu viel Salz würde die Balance der Masse stören, die ihre Festigkeit allein aus dem Kollagen bezieht, nicht aus Salz als Konservierungsmittel.

Was ist mit dem Kopf gemeint? Rumpolt nennt nur "Kopf", ohne Hirn, Augen oder Zunge eigens zu benennen. Wer heute einen ganzen Kopf beim Metzger bestellt, bekommt je nach Betrieb und aktuellen Vorgaben zu spezifiziertem Risikomaterial nicht mehr zwingend alle Teile mitgeliefert - ausgelöstes Kopffleisch samt Backe und Wange vom Metzger reicht im Zweifel aus.

Praxis. Für zwei kollagenreiche Garvorgänge plus Abkühlen, Pressen und vollständiges Fest-Werden über Nacht solltest du eher einen halben bis ganzen Tag samt Kühlzeit einplanen als die knapp bemessene kurze Vorbereitungszeit allein. Presse die Masse straff im Tuch und stelle sie danach durchgehend kalt, bis sie vollständig durchgekühlt und schnittfest ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0002-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Eine frühneuhochdeutsche Formulierung, die „gar kochen“ oder „bis es weich ist“ bedeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0002-orig" n="verfaum" resp="#fyndling">Das Verb „verfaumen“ bedeutet „abschäumen“, also den beim Kochen entstehenden Schaum von der Oberfläche zu entfernen, um die Brühe klarer zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0002-orig" n="zulegt" resp="#fyndling">Bezieht sich auf Schweine, die gut genährt oder gemästet sind, was auf eine gute Fleischqualität hindeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="verfaum" resp="#fyndling">Übersetzt als „abschäumen“. Dies ist eine gängige Küchentechnik beim Kochen von Fleisch, um die Brühe zu klären.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="zulegt" resp="#fyndling">Interpretiert als „gut genährt“ oder „gemästet“. Dies beschreibt die Qualität der Schweineköpfe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="gestossen vnd gantzen Pfeffer/ der zerklopfft ist" resp="#fyndling">Übersetzt als „Pfeffer, gemahlen und grob zerstoßen“. Dies deutet auf eine Mischung aus fein gemahlenem und gröber zerkleinertem ganzem Pfeffer hin, um unterschiedliche Texturen und Geschmacksfreisetzungen zu erzielen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="wanns" resp="#fyndling">Übersetzt als „wenn es“. Dies ist eine übliche frühneuhochdeutsche Kontraktion.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Übersetzt als „Rinderbrühe“. Der Kontext macht klar, dass es sich um die Brühe handelt, in der der Ochsenkopf zuvor gekocht wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="Kopf (Ochsen- und Schweinsköpfe)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur „Kopf“, ohne Hirn, Augen oder Zunge einzeln zu benennen; gemeint ist der ganze Kopf mit allen essbaren Teilen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0002-orig" n="Zeitangaben" resp="#fyndling">Rumpolt nennt keine Zeitangaben für Garzeiten, Abkühlen oder Pressen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Was hier entsteht, ist eine geklärte, kalt gestürzte Sülze aus Ochsenkopf und -füßen - die klare, geleeartige Verwandte des heutigen Presskopfs bzw. Aspiks (englisch headcheese/brawn). Anders als bei einer stückigen Fleischsülze wird hier nur die geklärte, gewürzte Brühe weiterverarbeitet; das ausgekochte Fleisch selbst verlässt das Rezept.

Wie lange kochen, wie viel Wasser? Der Text nennt weder Kochzeit noch Wassermenge, sondern ein Konsistenz-Kriterium: Kopf und Füße sollen sieden, bis sie "wie ein Muß" werden, also fast zerfallen. Das ist zeittypisch und keine Lücke, die zu füllen wäre - modern übersetzt sind das mehrere Stunden (etwa 4 bis 6) langsames Köcheln, das Wasser knapp bedeckend nachgegossen, bis sich das Fleisch von den Knochen löst.

Wie viel Essig, Pfeffer und Safran? Auch hier bleibt der Text ohne Mengenangabe, was zu Rumpolts sonstigem Stil bei Würzangaben in diesem Buchteil passt. Sparsam dosieren und nachschmecken ist der sichere Weg, zumal Safran teuer ist und Essig die Brühe schnell übersäuert.

Praxis. Kopf und Füße liefern über ihr Kollagen die Gelierkraft, die die Sülze am Ende ganz ohne zugesetzte Bindung (kein Mehl, kein Ei) fest werden lässt. Nach dem Weichkochen wird die Brühe abgeseiht, neu aufgesetzt, mit Essig aufgekocht und gewürzt; das Abschöpfen des Fetts und das Passieren durch ein wollenes Tuch sind historisch gut belegte Klärtechniken, die der heutigen Herstellung von Aspik oder Consommé entsprechen. Kaltgestellt in flachen Schüsseln geliert die Brühe von selbst und lässt sich anschließend in Stücke schneiden und locker anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="Ochsenkopff" resp="#fyndling">Der Kopf eines Ochsen, der für seine kollagenreichen Knochen und das zarte Fleisch geschätzt wurde. Hier wird er ausgekocht, um eine gelierende Brühe zu gewinnen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="Muß" resp="#fyndling">Bezeichnet hier eine sehr weiche, fast zerfallene Konsistenz des Fleisches nach langem Kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="armen Leuten" resp="#fyndling">Ein Hinweis auf die frühneuzeitliche Praxis der Wohltätigkeit an Rumpolts Hof. Das Fleisch, das nicht für die Sülze benötigt wurde, wurde an Bedürftige verteilt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="mach es ... ab" resp="#fyndling">Eine gängige Formulierung, die das Abschmecken und Fertigstellen des Gerichts bedeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="feißt" resp="#fyndling">Alte Schreibweise für 'Fett'. Hier ist das Abschöpfen des Fettes von der Brühe gemeint, um eine klare Sülze zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="Wuͤllen Tuch" resp="#fyndling">Ein Tuch aus Wolle, das zum Klären von Brühen und Säften verwendet wurde, um eine klare Flüssigkeit zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0003-orig" n="Schissel" resp="#fyndling">Eine Schüssel oder ein Gefäß, in das die Brühe zum Erkalten und Gelieren gegossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0003-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling">Hier ist eindeutig das Gewürz Pfeffer gemeint, da es mit 'gestossenem' (gemahlenem) beschrieben wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0003-orig" n="Kochzeit und Wassermenge (unbeziffert)" resp="#fyndling">Rumpolt gibt statt einer Zeit- oder Mengenangabe ein Konsistenz-Kriterium ('wie ein Muß'); modern lässt sich das mit mehreren Stunden Köcheln und knapp bedeckendem Wasser umsetzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0003-orig" n="Menge an Essig, Pfeffer und Safran (unbeziffert)" resp="#fyndling">Ohne Mengenangabe sparsam dosieren und nachschmecken, da Safran teuer ist und Essig schnell übersäuert.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Ochsenohren, wahlweise in einer gebundenen Pfeffersauce oder hell und säuerlich mit Zitronen zubereitet - ein Innereien-Gericht, wie es in der nose-to-tail-Küche bis heute in Sülzen- und Kuttel-Traditionen fortlebt.

Was ist ein „Pfeffer“? Rumpolt meint mit „in einem Pfeffer“ keine bloße Würzung, sondern eine eigene Gerichtsgattung: eine gebundene, kräftig gewürzte dunkle Sauce für Fleisch und Innereien. Der Text nennt für dieses Rezept weder konkrete Gewürze noch ein Bindemittel; vergleichbare zeitgenössische Pfeffer-Rezepte binden mit geröstetem Brot.

Was heißt „weiß“? Als Gegensatz zu gefärbten Zubereitungen steht „weiß“ für eine helle Zubereitung ohne färbende Gewürze wie Safran - hier mit sauren Zitronen anstelle der dunklen Pfeffersauce.

Praxis. Ochsenohren sind bindegewebsreich und brauchen langes, langsames Sieden - nach heutiger Erfahrung mehrere Stunden -, bis sie zart werden. Der Text sagt nur, dass die Ohren „sauber gemacht“ werden sollen; nach heutiger Metzgerpraxis geschieht das durch Enthaaren und Waschen, eine Technik nennt der Text selbst nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0004-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Im frühneuhochdeutschen Kochbuchkontext bezeichnet ‚Pfeffer‘ oft nicht nur das Gewürz, sondern eine ganze Kategorie von Gerichten oder Saucen. Diese waren typischerweise kräftig gewürzt, oft mit dunklem Brot gebunden und konnten eine dunkle Farbe haben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0004-orig" n="Limonien" resp="#fyndling">Historische Bezeichnung für Zitronen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0004-orig" n="Pfeffer (in „in einem Pfeffer“)" resp="#fyndling">Als ‚Pfeffer-Gericht‘ oder ‚Pfeffer-Sauce‘, eine gebundene, würzige Zubereitung.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0004-orig" n="weiß (in „oder weiß“)" resp="#fyndling">Eine Zubereitung, die eine helle Farbe behält, also ohne färbende Gewürze wie Safran oder dunklen Pfeffer.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0004-orig" n="Reinigung der Ochsenohren („sauber machen“)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur allgemein das Saubermachen; nach heutiger Metzgerpraxis meint das Enthaaren durch Abflammen und Abschaben, anschließend Waschen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0004-orig" n="Flüssigkeitsbasis und Bindung des Pfeffers" resp="#fyndling">Wie in vergleichbaren zeitgenössischen Pfeffer-Rezepten üblich, vermutlich eine mit geröstetem Brot gebundene Brühe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0004-orig" n="Garzeit für die Ochsenohren" resp="#fyndling">Bindegewebsreiche Ochsenohren brauchen nach heutiger Erfahrung mehrere Stunden langsames Sieden, bis sie zart sind.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gesiebtes Innereien-Mus aus Ochsenhirn - der heutigen Kategorie "Hirn mit Ei" bzw. der französischen cervelle de veau verwandt: gegart, gebunden, passiert und in Würzbutter fertiggestellt.

Warum wird das Hirn im Kopf mitgegart? Das Rezept nennt dafür keinen Grund, doch das sehr weiche Hirngewebe würde beim langen, offenen Sieden leicht zerfallen - das Garen im Kopf ist die einzige im Text genannte Methode für diesen Schritt und schont die Substanz auf plausible Weise.

Was bedeutet "abtreiben"? "Treibe es mit Eyerdotter ab" meint ein kräftiges Verrühren beziehungsweise Verquirlen mit dem Eigelb zum Binden der Masse - eine Rührbewegung mit Löffel oder Schneebesen, kein Zerkleinern. Ein moderner Pürierstab liefert zwar eine ähnlich glatte Konsistenz, transportiert aber ein Gerätebild, das der Originaltext nicht hergibt.

Praxis. Das Haartuch ersetzt heute ein feines Sieb oder Passiertuch. Der eigentliche Engpass ist die Zutat: Rinderhirn und ganze Ochsenköpfe sind heute praktisch nicht erhältlich, und das Garen des ganzen Kopfes braucht zudem Zeit. Vor der Beschaffung von echtem Rinderhirn ist zusätzlich zu prüfen, ob am jeweiligen Ort aktuell lebensmittelrechtliche Einschränkungen für dieses Gewebe gelten - das ist eine tagesaktuelle Rechtsfrage, die hier nicht behauptet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0005-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Eine frühneuhochdeutsche Formulierung, die ‚gar kochen‘ oder ‚bis zur richtigen Konsistenz kochen‘ bedeutet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0005-orig" n="treibe es mit Eyerdotter ab" resp="#fyndling">Das Verb ‚abtreiben‘ bedeutet hier, eine Masse durch Pürieren oder Verrühren mit Eigelb zu verfeinern und zu binden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0005-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0005-orig" n="treibe es mit Eyerdotter ab" resp="#fyndling">„Abtreiben“ heißt hier: das gegarte Hirn mit dem Eigelb kräftig verrühren, bis die Masse glatt und gebunden ist - eine Rühr-, keine Zerkleinerungstechnik.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0005-orig" n="Kessel" resp="#fyndling">Hier mit „Topf“ übersetzt: gemeint ist das Gefäß, in dem die kleine Menge Butter mit Gewürz und der Hirnmasse fertig gekocht wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte, in Ei getunkte und in Butter ausgebackene Weißbrotschnitte - äußerlich einem herzhaften Armen Ritter ähnlich, hier aber mit einer Innereien-Füllung statt Süßspeise. Das Rezept setzt einen bereits gekochten Ochsenkopf voraus (siehe rum-0001) und ist damit Teil der Verwertungsserie desselben Kopfes: Kopf ganz (rum-0001), Ohren (rum-0004), Hirn (rum-0005), hier die Augenpartie.

Die Füllung. Das Fett und Fleisch aus den Augenhöhlen wird mit Kräutern, Semmelbröseln, Eigelb, Ingwer und Salz zu einer streichfähigen Masse gehackt - Semmelbrösel und Eigelb binden die Feuchtigkeit, das Fett gibt Schmelz. Zwei Weißbrotschnitten werden damit wie ein Sandwich zusammengesetzt.

Die Ei-Versiegelung an den Rändern. Der Text tunkt die Schnitten ausdrücklich nur an den Rändern in verquirltes Ei, nicht vollflächig, und nennt den Zweck selbst: Das Ei hält das Sandwich beim Ausbacken zusammen. Moderne Nachkoch-Anleitungen tunken ein solches Sandwich meist beidseitig vollflächig (wie beim süßen Armen Ritter) - im Sinne der Vorlage reicht aber ein gezieltes Eintunken der Kanten, um sie zu versiegeln.

Das Bratfett. Der Text nennt reine, heiße Butter ohne Mengen- oder Hitzeangabe. Butter hat einen niedrigen Rauchpunkt und verbrennt bei hoher Hitze leicht; wer nicht ständig am Herd stehen will, brät bei mittlerer Hitze oder ersetzt die Butter durch Butterschmalz - eine spätere Ergänzung, keine Vorgabe des Originaltexts.

Praxis. Plane den Ochsenkopf als separaten Vorbereitungsschritt am Vortag ein. Die Füllmasse lässt sich gut vorbereiten und kühl lagern; das Zusammensetzen und Ausbacken der Schnitten geht dann schnell.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0006-orig" n="Pouesen" resp="#fyndling">Rumpolts Name für in Butter gebackene Weckschnitten mit einer Masse; er verwendet ihn für mehrere Gerichte mit wechselnder Füllung (vgl. rum-0113). Woher das Wort kommt, ist nicht belegt. Es erinnert an die österreichischen Pofesen, ein Wörterbuchbeleg für Pouesen selbst fehlt aber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0006-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Ein 'Weck' bezeichnet im Frühneuhochdeutschen ein Weißbrot oder Brötchen. 'Geriebener Weck' sind Semmelbrösel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0006-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Das Verb 'sieden' bedeutet hier 'kochen' oder 'gekocht'.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0006-orig" n="feist von Augen sampt dem Fleisch von Augen" resp="#fyndling">Dies bezieht sich auf das Fett und das Fleisch, das sich um die Augenhöhlen des Ochsenkopfes befindet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0006-orig" n="Pouesen" resp="#fyndling">Gefüllte, in Ei getunkte und in Butter ausgebackene Brotschnitten. Die Zubereitung beschreibt eine Füllung zwischen Weißbrotscheiben, die an den Rändern in Ei getaucht und in Butter ausgebacken werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0006-orig" n="mit den oͤrtern" resp="#fyndling">Die Schnitten werden gezielt an den Rändern/Ecken in Ei getaucht, nicht vollflächig - das versiegelt die Schnittkanten, damit das Sandwich beim Ausbacken zusammenhält, wie der Text selbst begründet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0006-orig" n="heisse Butter" resp="#fyndling">Reine Butter wie im Text angegeben, ohne Mengen- oder Hitzeangabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenmaul, angerichtet in einer von drei dicken Saucen - mit Pfeffer, mit geriebenen Mandeln oder mit geraspelten Äpfeln. Der Eintrag ist im Druck reine Kapitelüberschrift, keine ausgeführte Anleitung.

Was bedeutet „gescharbt“? Wörterbuchbelege zeigen für „scharben“ die Bedeutung fein schneiden, klein hacken oder raspeln - ein Beleg nennt fast wortgleich „Äpfel scharben“. Im Buch selbst steht „Gescharb“ durchgängig für eine dicke, gebundene Sauce aus Feingehacktem oder -gemahlenem. Die Sauce zum Ochsenmaul dürfte entsprechend aus fein geriebenen Mandeln oder geraspelten Äpfeln bestehen, oder aus einer gebundenen Pfeffersauce.

Garung des Ochsenmauls. Dazu schweigt der Text. Ochsenmaul ist ein kollagenreiches Kopf-/Innereienteil, das erst nach mehrstündigem Kochen in Wasser zart wird - das ist eine moderne Ergänzung, kein Textbeleg.

Bindung der Sauce. Auch dazu nennt der Text nichts Eigenes. Verwandte Rumpolt-Rezepte binden vergleichbare Gescharb-Saucen mit Wein oder Brühe, Essig und Gewürzen - als Orientierung, nicht als Beleg für dieses Rezept.

Praxis. Wer nachkochen will, gart das gereinigte Ochsenmaul zunächst weich und richtet es dann in einer der drei Saucen an - Pfeffer für eine dunkle, würzige Variante, Mandeln für eine helle, cremige, Äpfel für eine fruchtig-säuerliche.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0007-orig" n="Ochsenmaul" resp="#fyndling">Das Maul des Rindes, eine heute selten verwendete Innerei, die nach gründlicher Reinigung und langem Kochen sehr zart wird und eine gelatineartige Textur erhält.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0007-orig" n="gescharbt" resp="#fyndling">Wörterbuchbelege (Lexer/Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Deutsches Wörterbuch) zeigen für „scharben“ die Bedeutung fein schneiden, klein hacken oder raspeln - mit einem fast wörtlichen Beleg für „Äpfel scharben“ sowie „Mandelgescherb“ und „gescharb von Öpfeln“ aus einem Augsburg-Dillinger Kochbuch derselben oberdeutschen Drucktradition. Im Buch selbst erscheint „Gescharb“ mehrfach für eine dicke, aus Feingehacktem oder -gemahlenem gebundene Sauce (etwa bei den Ochsenzungen oder beim Mandel-Gescharb) - hier also eine Sauce aus fein geriebenen Mandeln oder geraspelten Äpfeln bzw. aus Pfeffer.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0007-orig" n="eingemacht" resp="#fyndling">Im Kontext von Fleisch- und Fischgerichten bedeutet ‚eingemacht‘, dass das Gericht in einer Brühe oder Sauce zubereitet oder angerichtet wird, nicht im modernen Sinne von ‚einkochen‘ oder ‚konservieren‘.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0007-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Hier ist nicht nur das Gewürz gemeint, sondern eine gebundene, würzige Sauce, die mit Pfeffer als Hauptgeschmacksträger zubereitet wird. Solche ‚Pfeffer-Saucen‘ waren in der frühneuzeitlichen Küche weit verbreitet und oft mit geröstetem Brot oder Mandeln gebunden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0007-orig" n="gescharbt" resp="#fyndling">„Gescharbt“ (zu scharben: fein schneiden, klein hacken, raspeln) bezeichnet hier die Zubereitung der Sauce aus feingeriebenen Mandeln bzw. geraspelten Äpfeln. Direkter Wörterbuchbeleg (Lexer): „epfel sch.“ (Äpfel scharben) - fast wortgleich zu Rumpolts eigenem „Epffel gescharbt“. Zusätzlich stützt das Deutsche Wörterbuch mit „Mandelgescherb“ und „gescherb von öpfeln“ aus einem Augsburg-Dillinger Kochbuch dieselbe Lesart, und das Buch selbst verwendet „Gescharb“ konsistent für eine dicke, gebundene Sauce aus Feingehacktem oder -gemahlenem (Ochsenzungen, Mandel-Gescharb).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0007-orig" n="eingemacht" resp="#fyndling">Im Kontext von Fleisch- und Fischgerichten bedeutet ‚eingemacht‘, dass das Gericht in einer Brühe oder Sauce zubereitet oder angerichtet wird. Es beschreibt die Art der Zubereitung und Präsentation des Ochsenmauls in der gewählten Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0007-orig" n="Garung des Ochsenmauls vor der Sauce" resp="#fyndling">Der Text nennt zur Garung des Ochsenmauls selbst nichts - das Rezept ist reine Kapitelüberschrift ohne Zubereitungsschritte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0007-orig" n="Bindung und Flüssigkeit der Gescharb-Sauce" resp="#fyndling">rum-0007 selbst nennt keine Flüssigkeit oder Bindung für die Sauce.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenzungen werden zunächst gar gekocht, geputzt und in Scheiben geschnitten, auf dem Rost angebräunt und erst danach kurz in einer süß-sauren dicke Mandelsauce (Gescharb) (Wein oder Rinderbrühe, Essig, Safran, Pfeffer, Zimt, Zucker, schwarze Rosinen, geröstetes Mehl) fertiggezogen.

Zwei getrennte Arbeitsgänge. Das Garen der Zunge (mehrere Stunden im Wasser, bis sie weich ist) und das Anrösten auf dem Rost dienen allein dem Röstaroma - die Zunge ist zu diesem Zeitpunkt bereits gar. Die Sauce entsteht parallel: geriebene Mandeln werden mit Wein oder Rinderbrühe angerührt, mit Essig, Safran, Pfeffer, Zimt, Zucker gesüßt und mit schwarzen Rosinen sowie geröstetem Mehl aufgekocht, bis die Konsistenz weder zu dick noch zu dünn ist. Erst zum Schluss kommen die bereits fertigen Zungenscheiben kurz mit in die Sauce - sie sollen nur noch Aroma aufnehmen, nicht weiterkochen.

Wein oder Rinderbrühe. Der Text nennt nur „Wein“, ohne die Farbe zu benennen; die Zutatenliste setzt dafür zur Konkretisierung Weißwein an.

Praxis. Wer die Zunge vorab zu Hause weich kocht und gekühlt zum Markt mitbringt, kann das Gericht dort in kurzer Zeit fertigstellen - die eigentliche Standzubereitung (Anrösten, Sauce, Fertigziehen) ist unkompliziert. Ohne mitgebrachte, vorgegarte Zunge ist die lange, durchgehend zu betreuende Garzeit von 2-3 Stunden der Engpass.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Ein „gescharb“ bezeichnete in Rumpolts Zeit ursprünglich Geschnitzeltes oder Gehacktes (zu „scharben“ = klein schneiden). Bei Rumpolt selbst ist der Begriff durchgehend zur fertigen, dicken Sauce oder zum Mus erweitert, in das Fleisch am Ende zum Fertigziehen gelegt wird - so auch hier: eine dicke Mandelsauce (Gescharb).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="eingemacht" resp="#fyndling">In diesem Kontext bedeutet „eingemacht“ nicht konserviert, sondern „in einer Brühe oder Sauce angerichtet“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Diese frühneuhochdeutsche Formulierung bedeutet „gar kochen“ beziehungsweise „bis zur gewünschten Konsistenz kochen“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="butz" resp="#fyndling">Das Verb „butzen“ bedeutet hier „sauber machen“ oder „putzen“, also die Zungen von Haut und Knorpel befreien.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein „Rost“ ist ein Grillrost oder ein Spieß, über dem die Zungen gebräunt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="breun sie ab" resp="#fyndling">„Abbräunen“ bedeutet hier, die Zungen kurz über dem Feuer oder auf einem Rost anzubräunen, um Röstaromen zu entwickeln.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="eingebrennt Mehl" resp="#fyndling">Geröstetes Mehl, das als Bindemittel und zur Farbgebung der Sauce verwendet wird. Es verleiht der Sauce eine leicht nussige Note.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="dick" resp="#fyndling">Hier im Sinne von „dickflüssig“ oder „zähflüssig“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0008-orig" n="Rosein" resp="#fyndling">Alte Schreibweise für Rosinen, also getrocknete Weinbeeren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0008-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Als „dicke Mandelsauce (Gescharb)“ gelesen - Rumpolt verwendet „gescharb“ buchintern konsistent (rum-0007, rum-0015, rum-0019) für die fertige, dicke Sauce, in die das Fleisch zum Fertigziehen gelegt wird; hier tragen die genannten Mandeln diese Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0008-orig" n="Wein (Farbe)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur „Wein“ ohne Farbangabe; die Zutatenliste setzt zur Konkretisierung Weißwein an, da er zur süß-sauren Mandelsauce gängiger passt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Ochsenzungen-Pastete im höfischen Stil: Der Pastetenteig wird freistehend "aufgetrieben" - ohne Form aufgerichtet -, mit Zungenscheiben, Rosinen, fester Butter, Ingwer und Salzzitronen gefüllt, mit einem Teigdeckel verschlossen und im Ofen gebacken. Nach dem Backen wird der Deckel geöffnet und Brühe nachgegossen - eine in der Pastetenliteratur der Zeit breit belegte Praxis gegen zu trockene Füllung, keine moderne Erfindung.

Wird die Zunge vorgegart? Der Text nennt kein Vorkochen, nur "schneidt ... fein breit darein". Für die moderne Nachkochung empfiehlt sich, die Ochsenzunge vorher weich zu kochen oder zu pochieren und erst dann in Scheiben zu schneiden - das sichert Garpunkt und Textur unabhängig von der langen Backzeit der Pastete.

Praxis. Die feste, ungeschmolzene Butter dient als Fett- und Feuchtigkeitsquelle, die beim Backen langsam schmilzt und die Füllung vor vorzeitigem Durchweichen schützt. Salzzitronen und Ingwer setzen die Säure- und Schärfeakzente zur Rindfleisch-Rosinen-Füllung, wie es für höfische Pasteten der Zeit typisch ist. Zu Backzeit und -temperatur macht der Text keine Angabe; das Nachgießen der Brühe nach dem Öffnen des Deckels gleicht den Feuchtigkeitsverlust der langen Ofenzeit aus.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0009-orig" n="Treib eine Pasteten auff" resp="#fyndling">Die Anweisung ‚auftreiben‘ bedeutet hier, eine Pastetenform aus Teig zu formen oder auszurollen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0009-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">‚Unzerlassen‘ bedeutet hier ‚ungeschmolzen‘ oder ‚fest‘. Die Butter soll in festen Stücken in die Pastete gegeben werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0009-orig" n="gesaltzen Limonien" resp="#fyndling">Gesalzene Zitronen: in Salz eingelegte, dadurch haltbar gemachte Zitronen mit salzig-saurem Aroma.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0009-orig" n="Garzustand der Ochsenzunge beim Einlegen" resp="#fyndling">Roh geschnitten eingelegt und im langen Ofenbacken der selbsttragenden Teighülle durchgegart - der Text nennt kein Vorkochen, nur "schneidt ... fein breit darein".</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geräucherte Rinderzunge, warm oder kalt aufgeschnitten serviert - ein bereits fertig geräuchertes Produkt, das bis heute als Aufschnitt- und Feinkostware bekannt ist. Der Text beschreibt keine eigene Zubereitung, sondern nur die Servierform.

Wie wird sie erwärmt? Der Text sagt nur „warm oder kalt“, ohne Methode zu nennen. Für die moderne Umsetzung eignet sich, die Scheiben kurz in Pfanne oder Ofen zu erwärmen.

Praxis. Die geräucherte Zunge braucht keinen eigenen Garschritt - sie ist bereits ein Fertigprodukt. Kalt in dünnen Scheiben aufgeschnitten eignet sie sich als Vorratsspeise ohne Kühlkette-Risiko; warm serviert reicht ein kurzes Erwärmen der bereits fertigen Scheiben.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0010-orig" n="nicht boͤß" resp="#fyndling">Eine für die Zeit typische Litotes-Wendung, die ‚gut‘ oder ‚schmackhaft‘ bedeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0010-orig" n="warm" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Methode, wie die Zunge erwärmt wird - historisch vermutlich am offenen Feuer oder Rost kurz erwärmt, wie andere geräucherte Fleischwaren im Buch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine rohe Ochsenzunge wird ausgehöhlt und dient als Hülle für eine Füllung aus fein geschnittenem magerem Rind- und durchwachsenem Schweinefleisch, gewürzt nur mit Salz und Pfeffer. Zugebunden kommt sie für Wochen in den kalten Rauch und wird erst zum Essen gesotten. Heute am nächsten liegt eine kaltgeräucherte Rohwurst aus Rind und Schwein vom Typ Mettwurst oder Landjäger - nur dass statt eines Darms die Zungenhaut die Hülle bildet.

Hülle und Füllung. Das Fleisch wird unter der Haut herausgeschnitten, sodass Haut und Randfleisch eine Tasche bilden. Die Füllung ist Messerarbeit auf dem Hackbrett, kein Brät aus dem Mörser: Der Mörser dient nur zum Salzstoßen. Das Schweinefett hält die Füllung saftig und hilft beim Binden. Was mit dem herausgeschnittenen Zungenfleisch geschieht, sagt der Text nicht; in der Füllung kommt es nicht vor. Wer es nicht verschwenden will, verwendet es anderweitig - das ist eine eigene, moderne Lösung.

Trocken würzen, fest füllen. Salz und Pfeffer werden vor dem Füllen mit den Händen eingerieben, so verteilt sich das Salz gleichmäßig und die Masse bindet. Kein Wasser dazugeben. Fest füllen und fest zubinden - der Text begründet das am Ende selbst: Nur eine fest gefüllte Zunge lässt sich später schneiden.

Salzmenge. Rumpolt nennt nur das Verhältnis: doppelt so viel Salz wie Pfeffer, bei „ein wenig“ Pfeffer. Eine absolute Menge fehlt, und die Haltbarkeitsangabe hängt an genau dieser Zahl. Beim Nachmachen die Salzmenge nach heutiger Praxis für Rohwurst und Rohschinken auf das Fleischgewicht bemessen und als modern kennzeichnen; ob man dafür Nitritpökelsalz nimmt, ist eine moderne Praxisentscheidung, keine Textaussage.

Kalter Rauch. Nicht in den Schornstein, sondern in den Rauch, wo keine Hitze hinkommt - also Kalträuchern, ein bis vier Wochen, und nur im Winter, wenn es sehr kalt ist. Heute heißt das: Räucherkammer bei kühler Außentemperatur. Ohne kalte Winterbedingungen und ohne Erfahrung mit Rohwurst sollte man roh gefülltes, nur gesalzenes Fleisch nicht wochenlang räuchern.

Praxis. Zum Essen die Zunge ein bis zwei Stunden sieden, bis die Füllung durchgegart ist - erst hier wird das roh geräucherte Stück gegart. Herausnehmen, vollständig erkalten lassen, dann die Haut abziehen und kalt aufschneiden; kalt schneidet sich die Füllung sauber. Hält die Füllung nicht, die Zunge ganz auftragen. Die Zubereitungszeit ohne Räuchern liegt bei etwa anderthalb Stunden Arbeit, dazu kommen ein bis vier Wochen im Rauch und ein bis zwei Stunden Sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0011-orig" n="feißt" resp="#fyndling">„feist“, fett. „nicht feißt“ heißt also mager. Im selben Kapitel steht das Wort auch als Substantiv, etwa „Rindern feißt“ für rohes Rinderfett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0011-orig" n="vnterwachsen" resp="#fyndling">Durchwachsen, marmoriert: Fleisch, in dem Fett dazwischen gewachsen ist. „wol vnterwachsen“ = gut durchwachsen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0011-orig" n="Moͤrsel" resp="#fyndling">Mörser. In diesem Rezept wird darin nur das Salz gestoßen; das Fleisch wird mit dem Messer fein geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0011-orig" n="zerklopff" resp="#fyndling">Zerklopfen = zerstoßen, in Stücke klopfen. Beim Pfeffer wie andernorts bei Rumpolt „grob zerstoßen“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0011-orig" n="Schornstein / Rauch" resp="#fyndling">Rumpolt verbietet den Schornstein und verlangt Rauch, „da kein Hitz darzu kompt“ - also kalten Rauch. Warum der Schornstein nicht taugt, sagt er nicht; naheliegend ist die Hitze dort. Heute gilt als Faustregel für Kalträuchern eine Rauchtemperatur unter etwa 25 °C - das ist eine moderne Angabe, keine Rumpolts.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0011-orig" n="sieden" resp="#fyndling">Kochen, in Wasser garen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="Zungen (Numerus)" resp="#fyndling">Singular: „ein Rohe Zungen“, „bindt sie fest zu“ - „Zungen“ ist hier die schwach flektierte Einzahl, das ganze Rezept handelt von einer Zunge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="ein Wochen oder vier" resp="#fyndling">„ein bis vier Wochen“, nach dem Muster von „ein stundt oder zwo“ im selben Rezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="zerklopff (Pfeffer)" resp="#fyndling">„grob zerstoßen“: zerklopfen = zerstoßen, in Stücke klopfen (Lexer, DWB); so auch bei Rumpolt Nr. 2 „Pfeffer, der zerklopfft ist“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="so ist es ein gut Essen" resp="#fyndling">Konsekutiv: „dann ist es auch so ein gutes Essen“ - auch ungeschnitten und ganz aufgetragen ist die Zunge gut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="Salzmenge der Füllung" resp="#fyndling">Wörtlich: nur Kochsalz und Pfeffer im Verhältnis 2:1, die Menge nach Erfahrung des Kochs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="das Fleisch vnter der Haut herauß" resp="#fyndling">Das herausgeschnittene Zungenfleisch bleibt im Text unerwähnt; die Füllung besteht nur aus Ochsen- und Schweinefleisch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="in Rauch, da kein Hitz darzu kompt" resp="#fyndling">Rauchfang oder Rauchkammer abseits der Feuerhitze, im Winter, ein bis vier Wochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0011-orig" n="ein stundt oder zwo sieden" resp="#fyndling">Ein bis zwei Stunden sieden, dann kalt werden lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine rohe Ochsenzunge wird ausgehöhlt, mit einer Farce aus Speck, Zwiebel, Kräutern, Pfeffer, Ingwer und rohem Rinderfett gefüllt, zugebunden und gesotten. Nach dem Häuten kommt sie in eine helle, mit Einbrenne gebundene Rinderbrühe mit Petersilienwurzel, Kräutern und frischer Butter. Heute erinnert das an gekochte Rinderzunge in heller Soße, verbunden mit einer Füllung, wie man sie von Rouladen kennt.

Aushöhlen und Füllen. Die Zunge wird von der Unterseite her eingeschnitten und das Fleisch unter der Haut herausgelöst; die zähe Haut bleibt als Hülle. Speck und rohes Fett halten die Füllung beim langen Sieden saftig, ein oder zwei Eier binden sie zu einer schnittfesten Masse - wie viel Ei, richtet sich nach der Konsistenz. Ob das herausgelöste Zungenfleisch mit in die Füllung geht, sagt der Text nicht; heute hackt man es am einfachsten mit. Die Öffnung wird mit Garn zugebunden oder mit einem Holzspeiler zugesteckt.

Gelb oder weiß. Die Farbe der Füllung stellt Rumpolt frei, ein Farbmittel nennt er nicht. Wer es einfach halten will, lässt sie weiß.

Sieden und Häuten. Die gefüllte Zunge in Wasser aufsetzen und garsieden; eine Ochsenzunge braucht zwei bis drei Stunden. Danach in kaltes Wasser geben und die grobe Haut abziehen - das gelingt nach dem Abschrecken am besten. Sauber schließen, sonst tritt beim Häuten Füllung aus.

Die Brühe. Mild gesalzene Rinderbrühe mit hineingeschnittener Petersilienwurzel aufkochen und mit Einbrenne glatt und dick binden. Das Fett für die Einbrenne nennt der Text nicht; Butter oder abgeschöpftes Brühfett tun es. Die Einbrenne muss hell bleiben, sonst wird die Brühe nicht weiß. Kurz vor dem Anrichten Kräuter und frische ungesalzene Butter hineingeben und nicht mehr kochen lassen.

Praxis. Die gehäutete Zunge ganz oder in Scheiben in der Brühe erwärmen und mit ihr anrichten. Gerät: scharfes Messer, Hackbrett oder Wiegemesser, Mörser, Garn oder Holzspeiler, zwei Töpfe und ein Gefäß mit kaltem Wasser.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="Zungen" resp="#fyndling">Gemeint ist die Ochsenzunge: Das Rezept steht im Kapitel „Vom Ochsen“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="Vntergreiff sie mit einem Messer" resp="#fyndling">Mit dem Messer von unten unter die Haut fahren, um das Fleisch herauszulösen; die Haut bleibt als Hülle für die Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="wolschmeckende Kraͤuter" resp="#fyndling">Aromatische Kräuter nach Wahl; welche, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="gestossenem Pfeffer" resp="#fyndling">Im Mörser zerstoßener Pfeffer.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="Jngwer" resp="#fyndling">In welcher Form der Ingwer zugegeben wird, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="Rindern feißt" resp="#fyndling">Rohes Rinderfett (Talg).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="mach die Fuͤll gelb oder weiß" resp="#fyndling">Rumpolts stehende Formel für die freie Wahl zwischen gelber und weißer Zubereitung; das Farbmittel nennt er hier nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="Bindtgarn" resp="#fyndling">Küchengarn zum Zubinden der gefüllten Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="speil sie mit einem Hoͤltzlein zu" resp="#fyndling">Zuspeilen heißt mit einem Speil, also einem Holzspan oder Pflock, verschließen - vergleichbar einer Rouladennadel oder einem Wurstspeiler.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="siedẽ" resp="#fyndling">In Flüssigkeit garen, köcheln.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="seubers auß" resp="#fyndling">Säubern.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="lindt gesaltzen" resp="#fyndling">Mild, also nur schwach gesalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="Pettersilgen Wurtzel" resp="#fyndling">Die Wurzel der Petersilie, nicht das Kraut.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="brenn Mehl ein" resp="#fyndling">Mehl zum Binden in die Brühe einbrennen (Einbrenne). Ein Fett dafür nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="schier wirst anrichten" resp="#fyndling">Wenn du bald anrichten wirst, kurz vor dem Servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="vngesaltzene Butter" resp="#fyndling">Sie kommt erst kurz vor dem Anrichten hinein; laut Text wird die Brühe davon „schön weiß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0012-orig" n="wol gegeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend. Der Druck setzt „ge-“ ans Zeilenende und beginnt die nächste Zeile noch einmal mit „geschmack“; die doppelte Silbe ist ein Satzfehler und wird als „wol geschmack“ gelesen. Die Wendung steht bei Rumpolt oft am Rezeptschluss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0012-orig" n="mach die Fuͤll gelb oder weiß" resp="#fyndling">Freie Wahl zwischen gelber und weißer Füllung ohne genanntes Farbmittel; im Nachbarrezept Nr. 13 bilden gelb und weiß ein festes Farbschema, dort wird die gelbe Suppe mit Safran gemacht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0012-orig" n="speil sie mit einem Hoͤltzlein zu" resp="#fyndling">Mit einem Holzspan verschließen: DWB speil = Span, Keil; speilen = mit dem Speil etwas bewirken. Rumpolt benutzt zuspeilen im ganzen Buch zum Verschließen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0012-orig" n="brenn Mehl ein" resp="#fyndling">Einbrenne mit einem ungenannten Fett; wegen „schön weiß“ hell gehalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0012-orig" n="schneidt das Fleisch herauß" resp="#fyndling">Der Text sagt nicht, was mit dem herausgeschnittenen Zungenfleisch geschieht; es kann anderweitig verwendet werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0012-orig" n="laß gantz oder zuschneidt es" resp="#fyndling">Zunge und Brühe werden im Text nicht ausdrücklich verbunden; die Brühe kann nur unter die Zunge gegeben werden, wie in rum-0013 („gib es vnter die Zungen“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0012-orig" n="setz sie zu/ vnd laß sie siedẽ" resp="#fyndling">Aufsetzen in Wasser, wie im Buchnachbarn rum-0008 („setz sie in Wasser zu“); Flüssigkeit und Garzeit nennt der Text hier nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte Ochsenzunge, die gesotten, mit Zimt und Nelken gespickt und auf dem Rost gebräunt wird. Angerichtet wird sie auf einer weißen Sauce aus Rinderbrühe, Essig, Butter und Kapern, wenn die Füllung weiß ist, oder auf einer gelben, süß-sauren Sauce aus Wein, Essig, Pfeffer, Safran, Zimt und Zucker, wenn die Füllung gelb ist.

Füllung und Sieden. Die Füllung stammt aus Nr. 12: Speck, Zwiebel und Kräuter mit Pfeffer, Ingwer und rohem Rinderfett hacken, ein oder zwei Eier dazu. Die Zunge wird unterschnitten, ausgehöhlt, gefüllt und mit Garn zugebunden oder mit einem Hölzchen zugespeilt, sonst tritt die Füllung beim Sieden aus. Gesotten wird, bis die Zunge gar ist und das Ei in der Füllung gestockt ist.

Säubern und Spicken. Das kalte Wasser schreckt ab und macht die Zunge handhabbar; die grobe Haut lässt sich dann abziehen, wie Nr. 12 es ausdrücklich sagt. Für das Spicken kleine Stifte aus gebrochener Zimtrinde und Nelken mit der Messerspitze vorstechen und einstecken, Nelken mit dem Kopf nach außen. Das würzt von außen und schmückt, saftiger wird die Zunge dadurch nicht.

Rösten. Auf dem Rost über mittlerer Glut kurz bräunen und wenden, bis sie „fein braun“ ist. Die Zunge ist schon gar, es geht nur um Farbe und Röstaroma; zu starke Hitze verbrennt die Nelken.

Weiße Sauce. Rinderbrühe mit Essig aufkochen, vom Feuer nehmen, frische ungesalzene Butter einschwenken und die gewässerten kleinen Kapern zugeben. Sie bleibt dünn und hell.

Gelbe Sauce. Wein, Essig, Pfeffer, Safran, Zimt und Zucker zusammen aufsetzen. Etwa 1 EL Mehl auf 300 ml Sauce trocken in der Pfanne hellbraun rösten, mit etwas Wein glatt rühren und einrühren; die Sauce bindet erst beim Sieden. Kein Salz, keine Butter, so schreibt es der Text vor.

Praxis. Sauce in eine vorgewärmte Schüssel geben, die Zunge ganz oder in Scheiben darauflegen. Gerät: Siedetopf, Bindgarn oder Holzspeil, Rost, kleiner Topf, Schüssel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="Widerumb ein Zung mit einer Fuͤll" resp="#fyndling">„Wiederum“: Das Rezept schließt an Nr. 12 an. Dort wird die Füllung beschrieben (Speck, Zwiebel, Kräuter, Pfeffer, Ingwer, rohes Rinderfett, ein oder zwei Eier) und „gelb oder weiß“ gemacht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="spick" resp="#fyndling">Hier werden nur Zimt und Nelken in das Fleisch gesteckt, kein Speck. Das Spicken würzt und schmückt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Bratrost über der Glut. Den Spieß nennt Rumpolt eigens, etwa in Nr. 14 („steck sie an“).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Hier eine Sauce, die beim Anrichten unter das Fleisch kommt, keine Suppe im heutigen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="gewaͤssert" resp="#fyndling">Eingelegte Kapern werden gewässert, damit Salz und Lake herausziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="eingebrennt Mehl" resp="#fyndling">Geröstetes Mehl zum Binden. Ob es in Fett angeröstet wird, sagt der Text hier nicht; anderswo brennt Rumpolt Mehl „in guter lauter Butter“ ein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0013-orig" n="gib es vnter die Zungen" resp="#fyndling">Die Sauce kommt in die Schüssel, die Zunge obenauf, vgl. Nr. 14 „geuß die Suppen darvnter“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0013-orig" n="Widerumb ein Zung mit einer Fuͤll" resp="#fyndling">Die Füllung ist die aus Nr. 12 (Speck, Zwiebel, Kräuter, Pfeffer, Ingwer, rohes Rinderfett, Ei, „gelb oder weiß“ gemacht). „Widerumb“ zeigt den Rückbezug an, und die Unterscheidung weiß oder gelb gefüllt greift genau die Anweisung aus Nr. 12 auf. Füllen und Zubinden vor dem Sieden laufen wie dort.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0013-orig" n="eingebrennt Mehl / thu kein Saltz noch Butter darein" resp="#fyndling">Das Butterverbot kann sich auf zusätzliche Butter in der fertigen Sauce beziehen; dann wäre eine kleine Einbrenne aus Mehl, in Butter angeröstet, gemeint, wie Rumpolt sie anderswo „in guter lauter Butter“ beschreibt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0013-orig" n="weisse Suppen (Zubereitung)" resp="#fyndling">Der Text nennt für die weiße Sauce weder Sieden noch Bindung; sie bleibt eine dünne, säuerliche Buttersauce aus Brühe, Essig, Butter und Kapern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0013-orig" n="Fuͤll gelb" resp="#fyndling">Womit die Füllung gelb gefärbt wird, sagen weder Nr. 12 noch Nr. 13. Safran liegt nahe, weil die gelbe Sauce ihn nennt, ist für die Füllung aber nicht belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0013-orig" n="ein wenig (Mehl, Kapern)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Mengen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine vorgekochte Ochsenzunge, die mit Speck gespickt und kurz vor dem Anrichten am Spieß rasch fertig gebraten wird. Dazu kommt eine dünne, braune, pfeffrig-saure Brühe, die unter die Zunge gegossen wird. Heute am nächsten: gespickte Rinderzunge mit Bratensaft.

Kochen, abkühlen, spicken. Die Zunge wird zuerst gar gekocht und gesäubert, also Haut und Schlundreste abgeputzt. Das Abkühlen macht sie fest, erst dann lässt sie sich mit feinem Speck spicken, ohne zu reißen. Der Speck gibt der mageren Zunge Fett für den Braten und bräunt mit. Heute zieht man dafür feine Streifen fetten Rückenspeck mit der Spicknadel ein; der Text sagt nicht, wie gespickt wird.

Rasch fertig braten. Weil die Zunge schon gar ist, geht es am Spieß nur noch ums Bräunen und Durchwärmen.

Die Brühe. Rinderbrühe wird über einen Rinder- oder Hammelbraten gegossen, der gleichzeitig am Spieß läuft, und in der Bratpfanne darunter wieder aufgefangen. Dabei nimmt sie Bratensaft und Fett mit und wird braun. Dann wird sie mit gestoßenem Pfeffer und Essig aufgekocht. Ein Bindemittel nennt der Text nicht, heraus kommt also eine dünne Bratensoße, keine gebundene Sauce. Ohne zweiten Braten: Bratensaft aus der Pfanne oder dem Bräter eines gleichzeitig gebratenen Rinder- oder Hammelbratens mit Rinderbrühe verlängern.

Praxis. Essig vorsichtig dosieren, Pfeffer nach Geschmack; Mengen nennt der Text nicht, Salz bringt die Brühe mit. Beim Anrichten die Brühe unter die Zunge in die Schüssel gießen, nicht darüber, damit die gebräunte, gespickte Oberfläche trocken bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="außgeseubert" resp="#fyndling">Gründlich gesäubert. Bei der gekochten Zunge heißt das vor allem: Haut und Schlundreste abputzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="steck sie an" resp="#fyndling">An den Spieß stecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="brat sie geschwindt hinweg" resp="#fyndling">Rasch fertig braten, bei Rumpolt eine feste Formel; geschwindt heißt schnell.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="begeuß ... damit ab / fah sie wider auff" resp="#fyndling">Einen am Spieß bratenden Rinder- oder Hammelbraten mit der Brühe begießen und sie in der Bratpfanne darunter wieder auffangen (fahen = fangen). So nimmt sie Bratensaft und Farbe an. Nicht „ablöschen“ im heutigen Pfannensinn.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Hier eine dünne braune Brühe aus Rinderbrühe, Bratensaft, Pfeffer und Essig, ohne Bindemittel, die unter das Fleisch gegossen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="darvnter" resp="#fyndling">Die Sauce kommt unter die angerichtete Zunge in die Schüssel, nicht darüber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0014-orig" n="gestossenem Pfeffer" resp="#fyndling">Im Mörser gestoßener Pfeffer.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0014-orig" n="begeuß ... damit ab / fah sie wider auff" resp="#fyndling">Den Rinder- oder Hammelbraten am Spieß mit der Brühe begießen und diese in der Bratpfanne darunter wieder auffangen; buchintern gestützt durch die Bratpfanne unter dem Braten in rum-0047.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0014-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Dünne, ungebundene Sauce/Brühe, die unter das Fleisch gegossen wird; der Text nennt nur Brühe, Bratensaft, Pfeffer und Essig. Übersetzt als „Sauce“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0014-orig" n="Wie läuft die Brühe über den Braten?" resp="#fyndling">Brühe über den Braten am Spieß gießen und in der Bratpfanne darunter auffangen, gegebenenfalls mehrfach, bis sie braun ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0014-orig" n="spick sie mit kleinem geschnittenen Speck" resp="#fyndling">Kleine Speckstücke in die Zunge bringen; der Text sagt nicht, wie.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0014-orig" n="Menge Essig und Pfeffer" resp="#fyndling">Keine Angabe im Text.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine schon gar gekochte Ochsenzunge wird aufgeschnitten, auf dem Rost gebräunt und mit frischer Butter übergossen. Angerichtet wird sie auf zwei Arten: trocken, nur mit Pfeffer und Salz bestreut, oder auf einer gelben, süßen Mandelgescharb. Heute am nächsten kommt gekochte Rinderzunge, die in Scheiben gebraten oder gegrillt wird.

Die gekochte Zunge. Rumpolt setzt das Sieden voraus, er beschreibt es nicht. Heute rechnet man zwei bis drei Stunden in Salzwasser, bis die Zunge weich ist. Die Haut zieht man danach ab, sonst bleibt sie zäh - das steht hier nicht im Text, die Nachbarrezepte zeigen es aber als übliche Vorarbeit.

Auf dem Rost. Das Fleisch ist schon gar, auf dem Rost geht es nur um Farbe und Röstaroma. Kurze, starke Hitze über der Glut, fünf bis zehn Minuten, genügt.

Butter, die nicht zerlassen ist. „Begießen“ mit fester Butter klingt widersprüchlich, löst sich in der Küche aber von selbst: Man legt Butterstücke auf die heißen Zungenstücke, sie schmelzen und laufen darüber. Das gibt Glanz und hält das Fleisch auf dem Rost saftig. Gemeint ist ausdrücklich frische Butter, kein vorher ausgelassenes Butterschmalz.

Trocken angerichtet. Pfeffer und Salz werden gemischt und darübergestreut. „Trocken“ heißt: ohne Sauce.

Die Mandelgescharb. Wie das Mandelgescharb gemacht wird, sagt dieses Rezept nicht, nur dass es gelb und süß sein soll. Rumpolt beschreibt es aber im Zungenrezept Nr. 8: klein geschnittene Mandeln in Wein oder Rinderbrühe gekocht, mit etwas Essig, Safran, Pfeffer, Zimt, Zucker, kleinen Rosinen und ein wenig geröstetem Mehl. Wer die Variante kochen will, hält sich an dieses Muster; Safran für das Gelb und Zucker für die Süße sind daraus abgeleitet, hier stehen sie nicht.

Praxis. Zunge am Vortag kochen, häuten und kalt stellen. Vor dem Essen in Stücke schneiden, auf dem heißen Rost bräunen, Butterflocken darauf, mit Pfeffersalz bestreuen oder auf das Mandelgescharb setzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Gar gekocht. Die Zunge ist vor diesem Rezept schon fertig gesotten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost über der Glut. Das kann ein eiserner Grillrost oder ein hölzerner Rost sein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="breun sie ab" resp="#fyndling">Bräune sie ab, auf dem Rost.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="vnzulassen" resp="#fyndling">Unzerlassen, also nicht geschmolzen. Rumpolt schreibt öfter zu- für zer- (etwa „zulassen Meyen Butter“ für zerlassene Maibutter), und an anderen Stellen im Buch steht dieselbe Wendung als „frische vnzerlassene Butter“. Grimms Wörterbuch kennt „frische, unzerlassene butter“ als feste Wendung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="trucken" resp="#fyndling">Trocken, also ohne Sauce angerichtet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="Mandelgescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Mandeln, süß angemacht. Das Wort gehört zu „scharben“, klein schneiden; Grimms Wörterbuch belegt „gescharb“ als Geschnitzeltes („ain gescharb von piern und öpfl“). Rumpolt macht es auf zwei Arten: in Wein oder Brühe mit etwas eingebranntem Mehl zu einer dicklichen Sauce (Nr. 8) oder mit Rosinen, Zucker, Essig und Fett trocken eingesotten (Nr. 71). Welche Art hier gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0015-orig" n="darvnter" resp="#fyndling">Die Sauce kommt darunter: in die Schüssel, die Zunge darauf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0015-orig" n="vnzulassen" resp="#fyndling">„ungeschmolzen“ (unzerlassen): zu- steht bei Rumpolt für zer- („zulassen Meyen Butter“ = zerlassene Maibutter), und dieselbe Wendung erscheint im Buch als „frische vnzerlassene Butter“; Grimm belegt „frische, unzerlassene butter“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0015-orig" n="Mandelgescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Mandeln, süß angemacht. Das Wort gehört zu „scharben“, klein schneiden; Grimms Wörterbuch belegt „gescharb“ als Geschnitzeltes („ain gescharb von piern und öpfl“). Rumpolt macht es auf zwei Arten: in Wein oder Brühe mit etwas eingebranntem Mehl zu einer dicklichen Sauce (Nr. 8) oder mit Rosinen, Zucker, Essig und Fett trocken eingesotten (Nr. 71). Welche Art hier gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0015-orig" n="gelb vnd suͤß (Zutaten des Mandelgescharbs)" resp="#fyndling">Rumpolt setzt die Sauce als bekannt voraus und nennt nur Farbe und Geschmack. Safran und Zucker stammen aus seinem Rezept Nr. 8 und sind hier nur eine Hypothese.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0015-orig" n="darvnter" resp="#fyndling">Die Sauce kommt unter die Zunge: erst Sauce in die Schüssel, die Zungenstücke darauf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0015-orig" n="Häuten der Zunge" resp="#fyndling">Der Text nennt es hier nicht; in den Nachbarrezepten gehört das Abziehen der groben Haut zur üblichen Vorarbeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0015-orig" n="Garzeit" resp="#fyndling">Der Text setzt die gesottene Zunge voraus und nennt keine Zeit.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine vorgekochte Ochsenzunge wird in Scheiben geschnitten, mit Zwiebeln in magerer Rinderbrühe gar gezogen und dann mit Einbrenne, Essig, Salzzitronen, ganzem Pfeffer, Ingwer, Butter und ganzer Muskatblüte fertig gemacht. Heraus kommt eine säuerlich-würzige, leicht gebundene Brühensauce. Am nächsten kommt heute die süddeutsch-österreichische Rinderzunge in Einbrenn- oder saurer Soße.

Halb gesotten und gesäubert. Rumpolt beginnt mit der schon halb gekochten Zunge. Bei Rinderzunge sind das heute etwa 1 bis 1,5 Stunden in siedendem Wasser, von insgesamt 2,5 bis 3 Stunden Garzeit. „Säubern“ heißt hier vor allem: die derbe Zungenhaut noch warm abziehen. Der Text nennt die Haut nicht, das ist aber die übliche Aufgabe dieses Schritts.

Rund oder schräg. Quer geschnitten gibt es runde Scheiben, schräg geschnitten größere, längliche. Beides ist erlaubt.

Magere Brühe. Die Scheiben ziehen mit fein geschnittenen Zwiebeln in Rinderbrühe gar, die „nicht feißt“, also entfettet ist. Später kommt noch Butter dazu; mit fetter Brühe würde die Sauce schmierig.

Die Einbrenne. „Brenn ein Mehl darein“ meint Mehl, das in Fett gebräunt und dann in die Brühe gerührt wird. Welches Fett, sagt der Text nicht. Praktisch: etwas Butter oder Rinderfett in einer Pfanne erhitzen, das Mehl darin hellbraun rösten und nach und nach mit etwas Brühe glatt rühren, dann in den Topf geben. Die Sauce wird dadurch bräunlich, nicht hell. Gebräuntes Mehl bindet schwächer als helles, also nicht zu knapp bemessen.

Säure, Gewürze, Butter. Essig und Salzzitronen bringen Säure und Salz. Die Salzzitronen am besten entkernen, das Fruchtfleisch entfernen und die Schale in feine Streifen oder Würfel schneiden. Pfeffer und Muskatblüte bleiben ganz; wer sie nicht auf dem Teller haben will, kocht sie in einem Säckchen mit oder fischt sie vor dem Anrichten heraus. Die frische Butter kommt mit allem anderen hinein und kocht mit auf, sie wird nicht erst am Schluss eingerührt. Salz nennt der Text nicht: Erst nach der Salzzitrone abschmecken und sparsam nachsalzen.

Aufsieden. Alles zusammen kurz aufkochen lassen, bis das Mehl gebunden hat.

Praxis. Zunge anderthalb Stunden vorsieden, warm häuten, in Scheiben schneiden. Mit Zwiebeln in entfetteter Rinderbrühe etwa eine weitere Stunde weich ziehen lassen. Einbrenne in einer Pfanne rösten und einrühren, Essig, Salzzitrone, Pfeffer, Ingwer, Butter und Macis dazu, aufkochen, abschmecken. Mit Petersilie bestreut anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="schlim" resp="#fyndling">Schräg, schief (DWB „schlimm“ in der alten Bedeutung „schief, schräg“; mundartlich noch so belegt). Die Zunge wird in runde oder schräge Scheiben geschnitten. Nichts mit „schlimm“ im heutigen Sinn zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="feißt" resp="#fyndling">Fett, fettig. „Die nicht feißt ist“ heißt: entfettete, magere Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="Mach sie ab" resp="#fyndling">„Abmachen“ = eine Speise abschließend zubereiten, mit Zutaten fertigstellen. Die Wendung leitet hier die folgende Reihe von Zutaten ein; sie ist keine Schlussformel und kein bloßes Abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="vnd brenn" resp="#fyndling">Im Druck eindeutig „vnd“ (und); hier nach dem Seitenbild berichtigt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="brenn ein Mehl darein" resp="#fyndling">Einbrennen: Mehl in Fett bräunen und in die Brühe rühren, eine gebräunte Mehlschwitze. Welches Fett, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="gesaltzen Limonien" resp="#fyndling">In Salz eingelegte Zitronen, bei Rumpolt eine häufige Zutat für salzig-saure Würze. Heute kennt man sie vor allem aus der nordafrikanischen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Nicht zerlassene, also nicht geschmolzene oder ausgelassene Butter: frische Butter statt Butterschmalz. Hier kommt sie mit den übrigen Zutaten in die Brühe und kocht mit auf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0016-orig" n="Muscat Bluͤt" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der rote Samenmantel der Muskatnuss, feiner und blumiger im Aroma. Hier ganz, nicht gestoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="schlim" resp="#fyndling">„schräg“: „schlimm“ bedeutet im älteren Deutsch „schief, schräg“ (DWB, dazu Pfälzisches und Rheinisches Wörterbuch Bed. 1 „schief, krumm“). „Rundt oder schlim“ stellt also den Querschnitt dem Schrägschnitt gegenüber.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="Mach sie ab" resp="#fyndling">„Mache sie fertig“: abmachen = eine Speise mit den folgenden Zutaten abschließend zubereiten (FWB abmachen 1; DWB „abmachen mit … unter beigabe von zutaten“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="frische vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">„frische, ungeschmolzene Butter“: frische Butter, die nicht vorher zerlassen oder ausgelassen wurde, also kein Butterschmalz. Dieselbe Wendung trägt Rumpolt in rum-0015 („vnzulassen“), Grimm belegt „frische, unzerlassene butter“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="seuber sie auß" resp="#fyndling">„säubere sie“, mit der naheliegenden Aufgabe, die Zungenhaut abzuziehen, die sich nach dem Ansieden lösen lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="Fett für die Einbrenne" resp="#fyndling">Historisch: Rinderfett oder Schmalz; der Text nennt keins, ebenso wenig rum-0013 („eingebrennt Mehl“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="Form der Salzzitronen" resp="#fyndling">Historisch: in Scheiben oder Vierteln mitgesotten und mit angerichtet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="Ganzer Pfeffer und ganze Muskatblüte" resp="#fyndling">Historisch: ganz in der Sauce gelassen; vom Entfernen sagt der Text nichts.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0016-orig" n="Salz" resp="#fyndling">Historisch: kein eigenes Salz, weil Salzzitronen und Brühe schon salzen; der Text nennt keins.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Ochsenzunge in Stücken auf einem warmen Meerrettich, der mit ein wenig Mandeln zerrieben und in Hühner- oder Rinderbrühe aufgekocht wird, zum Schluss mit Rinderfett übergossen. Heute am nächsten liegen Tafelspitz mit Kren oder gekochte Rinderzunge mit warmer Meerrettichsoße.

Der Meerrettich. Schaben entfernt die holzige Außenhaut, das feine Schneiden und anschließende Zerreiben mit den Mandeln in der Reibschale macht aus der faserigen Wurzel einen Brei. Das Aufkochen in der Brühe nimmt einen Teil der Schärfe und macht den Brei weich und hell - daher Rumpolts „so wirdt es weiß“. Die Mandeln geben Körper und Milde, eine andere Bindung gibt es nicht. Mandeln deutlich sparsamer als Meerrettich nehmen, etwa ein Viertel bis ein Drittel der Menge; der Meerrettich soll dominieren.

Brei oder Soße? Weil zuerst der Meerrettich angerichtet und die Zunge dann hineingelegt wird, liegt ein dicker Brei näher als eine gießbare Soße. Nur so viel Brühe nehmen, dass der Meerrettich beim Aufkochen weich und hell wird.

Das Rinderfett. Geschmolzenes Rinderfett (Talg) oder das Fett, das sich auf der Rinderbrühe absetzt, heiß verwenden - einmal in den Meerrettich, einmal über die angerichtete Zunge.

Die Zunge. Rumpolt setzt sie gesotten und gesäubert voraus. Praxis, nicht im Text: in Wasser etwa 2 bis 3 Stunden weich sieden und noch heiß die Haut abziehen, wie es die Nachbarrezepte beschreiben; wegen „versaltz es nicht“ knapp salzen, denn Brühe und Fett bringen schon Salz mit. Die Stücke bis zum Anrichten in heißer Rinderbrühe halten.

Praxis. Zwei Töpfe: einer für den Meerrettich, einer mit Brühe für die Zunge. Den Meerrettich kurz vor dem Anrichten aufkochen, in einer vorgewärmten Schüssel anrichten, die Zungenstücke hineinlegen, mit heißem Fett begießen und sofort auftragen - auf kaltem Geschirr erstarrt das Rinderfett schnell.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="rein" resp="#fyndling">Bedeutet hier „sauber, gründlich“: Der Meerrettich soll sauber abgeschabt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="Reibscherben" resp="#fyndling">Reibschale, eine irdene Schale zum Zerreiben, ähnlich einem Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="Hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter Kessel, eigentlich für Fisch. Rumpolt stellt ihn neben den Topf zur Wahl; Kupfergeschirr wurde verzinnt, damit die Speisen nicht mit dem Kupfer in Berührung kommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="Krehn" resp="#fyndling">Anderer, alter Name für Meerrettich (Kren), ursprünglich aus dem Slawischen, schon althochdeutsch belegt; heute vor allem in Bayern und Österreich gebräuchlich. Rumpolt nennt beide Namen nebeneinander.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="auß geseubert" resp="#fyndling">Gründlich gesäubert. Bei der gesottenen Zunge gehört dazu das Abziehen der Haut, wie es die Nachbarrezepte ausdrücklich nennen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0017-orig" n="zierlich" resp="#fyndling">Ansehnlich, fein - im Sinne der Tafel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0017-orig" n="Krehn oder Merrettich" resp="#fyndling">„Meerrettich“ im Lesetext: Kren und Meerrettich sind dieselbe Pflanze (BMZ „KRËN meerrettich“, ahd. krên bei Splett); Rumpolt glossiert selbst mit „oder“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0017-orig" n="Rindtfeißt" resp="#fyndling">Das von der Rindfleischbrühe abgeschöpfte Fett oder ausgelassenes Rinderfett - der Text entscheidet es nicht. Rumpolt schöpft das Fett in rum-0016 ausdrücklich ab („Rindtfleischbrüh/ die nicht feißt ist“) und hat es also zur Hand.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0017-orig" n="ein wenig Mandeln" resp="#fyndling">Die Menge bleibt offen; „ein wenig“ zeigt nur, dass die Mandeln eine Nebenrolle neben dem Meerrettich spielen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0017-orig" n="richt den Merrettich am ersten an/ leg die Zungen darein" resp="#fyndling">Der Meerrettich wird als Bett angerichtet und die Zunge hineingelegt; das spricht für einen dicken Brei.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0017-orig" n="wenn die Zungen gesotten ist vñ auß geseubert" resp="#fyndling">Rumpolt setzt das Garen voraus; die Nachbarrezepte kochen die Zunge in Wasser und ziehen danach die Haut ab. Wegen „versaltz es nicht“ knapp salzen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gesottene Ochsenzunge wird aufgeschnitten, auf dem Rost abgebräunt und in Stücken kurz in einem Pfeffer nachgezogen. Der Pfeffer ist hier eine Sauce: mit Hühnerblut, Essig und kalter Rinderbrühe angesetzt, mit Roggenbrot, Zwiebeln und Äpfeln gebunden, durchgestrichen und mit Pfeffer und etwas Nelken gewürzt. Wie die Zunge gegart wird, sagt das Rezept nicht; es setzt sie als gesotten voraus, wie die Nachbarrezepte.

Blut kalt ansetzen. Blut stockt in heißer Flüssigkeit sofort. Deshalb kommen Blut, Essig und Brühe kalt zusammen, wie der Text verlangt, und werden erst dann erhitzt. Danach nur schwach sieden lassen, nie sprudelnd kochen, sonst wird die Sauce grießig. Genau dafür steht die kleine Glut. Frisches Blut gekühlt halten und am Tag der Beschaffung verbrauchen.

Brot, Sieden, Durchstreichen. Das Roggenbrot wird mitgesotten; erst dabei bindet es. Dann streicht man alles durch ein feines Sieb oder Passiertuch, damit Brot-, Apfel- und Zwiebelstücke sowie geronnenes Blut eine glatte Sauce ergeben. Mengen nennt der Text nicht: so viel Blut, dass der Essig nicht vorschmeckt, und so viel Brot, dass die Sauce nach dem Passieren sämig ist.

Bertramkraut. Gemeint ist das Kraut, nicht die Wurzel; welche Bertram-Art, bleibt offen. Ist kein Kraut zu bekommen, kann eine kleine Menge Bertramwurzel (Pyrethrumwurzel aus dem Gewürzhandel) als moderner Ersatz dienen. Sie ist sehr scharf und macht die Zunge taub, also sparsam dosieren.

Zwiebeln anschwitzen. Die Zwiebeln werden klein gehackt und in Schweineschmalz angeschwitzt, nicht mit Blut vermengt. Die angeschwitzten Zwiebeln kommen in die passierte Blutsauce, dann Pfeffer und Nelken dazu, durchrühren und schwach sieden lassen.

Praxis. Zunge vorher mehrere Stunden sieden, häuten, der Länge nach auseinanderschneiden und auf dem Rost über Glut Farbe nehmen lassen. In Stücke schneiden und nur kurz in der Sauce ziehen lassen. Die 120 Minuten Zubereitungszeit gelten mit vorgesottener Zunge.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0018-orig" n="Hennenschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut. Schweiß ist das ältere Wort für Blut und bei Rumpolt durchgängig so gebraucht: Er nennt Karpfen-, Kalbs- und Gänseschweiß und kocht ein Reh mit Schweiß.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0018-orig" n="schweiß miteinander" resp="#fyndling">Hier das Verb schweißen: in Fett anschwitzen oder rösten. Rumpolt gebraucht es öfter so, etwa schweiß sie wol in Butter.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0018-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Im Kontext dieses Rezepts eine gebundene, scharf gewürzte Sauce, nicht nur das Gewürz. Durch das Blut wird sie hier dunkel.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0018-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0018-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Bratrost über der Glut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0018-orig" n="Hennenschweiß / schweiß (Substantiv)" resp="#fyndling">Hühnerblut. Schweiß = Blut nach DWB und FWB; Rumpolt stellt Hünner/ Gäns oder Kelbern schweiß nebeneinander und kennt Karpfen- und Reh-Schweiß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0018-orig" n="vnd schweiß miteinander" resp="#fyndling">Verb schweißen: die gehackten Zwiebeln miteinander in Schweineschmalz anschwitzen. Rumpolts eigenes Pfeffer-Grundverfahren im selben Kapitel schreibt Schneidt Zwibeln klein/ vnd schweiß sie in Schweinen Schmaltz; dazu schweiß es zimlich und schweiß sie wol in Butter in anderen Rezepten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0018-orig" n="BertramKraut" resp="#fyndling">Bertramkraut, also das Kraut einer Bertram-Pflanze. Der Druck sagt ausdrücklich Kraut, eine zweite Rumpolt-Stelle schneidet Bertram Kraut mit Brot, Zwiebeln und Äpfeln hinein. Die Art bleibt offen (FWB: Name verschiedener Pflanzen, darunter Bertram-Schafgarbe).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0018-orig" n="schneidt sie von einander" resp="#fyndling">Auseinander schneiden, der Länge nach entzwei; so auch in rum-0015 aufgelöst. Die Stücke entstehen erst nach dem Rost (zuschneidt sie zu stuͤcken).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0018-orig" n="Reihenfolge Zwiebeln und passierte Sauce" resp="#fyndling">Die passierte Sauce wird in das Zwiebelschmalz gegeben und durchgerührt (rür es durcheinander). Im Ergebnis gleich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0018-orig" n="Mengen Blut, Essig, Brot" resp="#fyndling">Der Text nennt nur zimlich viel schweiß, damit es nicht herb wird, und ein wenig Neglein.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Vorgekochte, gehäutete Ochsenzunge, in Stücken auf dem Rost gebräunt und in einer süß-säuerlichen Sauce fertig gezogen. Die Sauce entsteht aus Äpfeln und Zwiebeln, die in Butter angeschwitzt, mit Mehl gebunden, mit Pfeffer, Safran und Rosinen gewürzt und mit Rinderbrühe und Essig aufgegossen werden. Heute am nächsten: Rinderzunge in süß-saurer Rosinensauce.

Die Zunge. Sie wird in Wasser gesiedet, bis sie weich ist; als Praxiswert für Rinderzunge gelten etwa zweieinhalb bis drei Stunden, der Text nennt keine Dauer. Die derbe Haut lässt sich erst nach dem Garen abziehen, am besten solange die Zunge noch warm ist.

Das Gescharb. Äpfel und Zwiebeln werden geschält und klein gehackt, genau dieses Gehackte meint das Wort. In warmer, geklärter Butter werden sie angeschwitzt, ohne scharf zu bräunen. Das Mehl kommt in die Masse aus Fett, Äpfeln und Zwiebeln und bindet später die Brühe. Für die Äpfel eignet sich eine säuerliche Sorte, die beim Garen zerfällt, etwa Boskoop. Die kleinen und großen Rosinen lassen sich heute als Korinthen und gewöhnliche Rosinen nehmen. Den Essig, am besten Weinessig, vorsichtig zugeben, bis die Sauce fein säuerlich schmeckt.

Rost und Fertigziehen. Die gegarte Zunge wird auseinandergeschnitten und auf dem Rost beidseitig gebräunt, das gibt Röstaroma und eine festere Oberfläche. Danach zieht sie im Gescharb gar: Erst dieses Sieden lässt die Mehlbindung eindicken. Weil die Zunge schon gar ist, reicht es, bis die Sauce gebunden und das Fleisch durchgewärmt ist.

Praxis. Salz nennt der Text nicht; die Rinderbrühe bringt meist genug mit, deshalb erst am Ende abschmecken. Gepökelte Zunge wäre eine Abweichung vom Rezept.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0019-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Eine Kochformel, die Rumpolt häufig verwendet: „gar kochen“, bis das Fleisch weich ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0019-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">„Lauter“ bedeutet hier „rein, klar“. Gemeint ist geklärte oder zerlassene Butter, der Molke und Eiweiß entzogen sind (Butterschmalz).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0019-orig" n="schweiß es zimlich" resp="#fyndling">Das Verb „schweißen“ bedeutet hier „in Butter anschwitzen“, wie bei Zwiebeln. „Zimlich“ heißt „angemessen, gehörig, wie es sich gehört“ und ist kein Verstärker: nicht scharf bräunen, sondern maßvoll anschwitzen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0019-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Zu „scharben“ = klein schneiden, hacken. Ursprünglich Gehacktes; bei Rumpolt durchgehend die fertige, dicke Sauce, in die das Fleisch am Ende zum Fertigziehen gelegt wird. Hier sind es die gehackten, in Butter angeschwitzten Äpfel und Zwiebeln, die mit Mehl, Brühe und Essig zur Sauce werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0019-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost, der über glühenden Kohlen zum Bräunen oder Garen verwendet wird. Dies konnte ein Metallrost oder ein frisch geschnittener, grüner Holzrost sein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Die gehackte, in Butter angeschwitzte Apfel-Zwiebel-Masse, die mit Mehl, Brühe und Essig zur Sauce wird. Lexer führt „scharben“ = in kleine Stücke schneiden mit dem Beispiel „epfel sch.“, der Text selbst sagt „hack sie klein“, und Staindl 1545 kennt das „Oepffel geſcherb“ aus gehackten, in Fett gerösteten Äpfeln und Zwiebeln. Buchintern ebenso in rum-0007, rum-0008 und rum-0015.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="klein vñ grosse Rosein" resp="#fyndling">Zwei Sorten Rosinen, im Text nur nach Größe unterschieden; eine Sortenbezeichnung fehlt, deshalb wörtlich „kleine und große Rosinen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="zimlich" resp="#fyndling">„Angemessen, gehörig“ (FWB, Lexer: mäßig, angemessen): die Äpfel und Zwiebeln maßvoll anschwitzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="Äpfel (Sorte)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Sorte; das „fein säuerlich“ kommt ausdrücklich vom Essig, nicht vom Apfel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="Essig (Art und Menge)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur „Essig“, ohne Art und Menge; Maß ist der Zielgeschmack „fein säuerlich“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="Garzeit der Zunge und Schmorzeit im Gescharb" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Zeiten: „wol an die statt sieden“ (gut gar) und „laß darmit sieden“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0019-orig" n="Zungen" resp="#fyndling">Plural „die Ochsenzungen“, wie in der Serie der Zungenrezepte.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Einlagewurst: Eine ganze rohe Ochsenzunge liegt als Kern in einem Mantel aus Wurstmasse, beides zusammen im Darm, und wird geräuchert. Beim Anschneiden sieht man die Zunge im Wurstquerschnitt - daher „zierlich“. Die Anweisung ist sehr knapp und setzt Rumpolts Nr. 61 voraus, die „Welsche Wurst vom Ochsen“ namens Zurwonada; ohne sie lässt sich Nr. 20 nicht nachkochen.

Die Wurstmasse. Nach Nr. 61 werden mageres Rindfleisch ohne Fett und fettes Schweinefleisch zu gleichen Teilen sehr klein geschnitten, nicht fein gekuttert. Salz wird in der Pfanne erwärmt, etwas ganzer Pfeffer im Mörser angestoßen und untergerührt, und diese Mischung wird eine halbe bis ganze Stunde mit den Händen ins Fleisch eingerieben. Weitere Gewürze nennt Rumpolt nicht.

Zunge und Darm. Die Zunge wird roh nur gesäubert, also von Schleim, Schlund- und Fettansatz befreit, aber weder vorgekocht noch gehäutet. Sie kommt mit der Masse in einen möglichst weiten Darm; Nr. 61 verlangt den dicksten Ochsen- oder Schweinedarm, fettfrei und trocken getupft, fest gestopft und mit einer Nadel gegen Luftblasen angestochen, dann gut zugebunden.

Räuchern und Farbe. Nr. 20 sagt nur „in Rauch“. Nach Nr. 61 und Nr. 11 heißt das: nicht in den Schornstein, sondern in kalten Rauch ohne Hitze, bis die Wurst getrocknet ist, und nur im Winter. Die rote Farbe kommt nach Rumpolt von Salz und Rauch; ein Farbmittel nennt er nicht.

Praxis. Die ganze Zunge ist dick und laut Text ungesalzen; im kalten Rauch gart sie nicht und salzt nicht durch. Wer das nachmacht, salzt die Zunge heute vorher einige Tage gekühlt ein, räuchert kalt unter etwa 20 °C und kocht die fertige Wurst vor dem Essen wie in Nr. 61 etwa drei Stunden. Dann kalt werden lassen, in Scheiben schneiden und den Darm abziehen. Nicht roh essen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0020-orig" n="außgeseubert" resp="#fyndling">Gesäubert, ausgeputzt. Die Zunge kommt hier roh in den Darm; anders als in den Nachbarrezepten Nr. 17 bis 19 wird sie weder vorgekocht noch gehäutet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0020-orig" n="Ziewonada" resp="#fyndling">Rumpolts Name für eine „welsche“, also romanische Wurst vom Ochsen. Im selben Kapitel beschreibt er sie als Nr. 61 ausführlich unter der Schreibung „Zurwonada“, in einer Speisefolge heißt sie „Zirwonada auff Welsch gemacht“. Ein Anklang an die Zervelatwurst liegt nahe, ist aber nicht belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0020-orig" n="Fleisch vom Ziewonada zugericht" resp="#fyndling">Das Fleisch, wie es für die Ziewonada-Wurst zubereitet wird. Nach Nr. 61 ist das mageres Rind- und fettes Schweinefleisch zu gleichen Teilen, klein geschnitten und mit Salz und Pfeffer eingerieben.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0020-orig" n="zierlich" resp="#fyndling">Schön, ansehnlich. Beim Anschneiden zeigt sich die ganze Zunge als Kern im Wurstmantel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0020-orig" n="in Rauch" resp="#fyndling">Nr. 20 sagt nur „in Rauch“. In den verwandten Rezepten Nr. 11 und Nr. 61 präzisiert Rumpolt: nicht in den Schornstein, sondern in Rauch ohne Hitze, bis die Wurst trocken ist; dann wird sie innen rot und „bleibt lang“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0020-orig" n="Ziewonada" resp="#fyndling">Die Zurwonada-Wurst aus Nr. 61 desselben Kapitels („Welsche Würst vom Ochsen, die man nennt Zurwonada“); „Fleisch vom Ziewonada zugericht“ ist ein Vorverweis auf deren Wurstmasse. Rumpolt schreibt das Wort dreifach: Ziewonada, Zurwonada, Zirwonada.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0020-orig" n="stoß sie in einen Darm sampt dem Fleisch" resp="#fyndling">Zunge und Wurstmasse zusammen in einen Darm; die ganze Zunge liegt als Einlage im Wurstmantel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0020-orig" n="Kochen vor dem Essen" resp="#fyndling">Nr. 20 nennt nur das Räuchern. Für die Zurwonada (Nr. 61) ist das Kochen eine Möglichkeit („Wenn du sie aber wilt kochen“); ob die Zungenwurst auch roh-getrocknet gegessen wurde, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0020-orig" n="Salzen der Zunge" resp="#fyndling">Laut Text kommt die Zunge roh und nur gesäubert in den Darm; gesalzen ist nach Nr. 61 nur die Wurstmasse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0020-orig" n="in Rauch" resp="#fyndling">Nr. 20 sagt nur „in Rauch“. Nach Nr. 61 und Nr. 11: nicht in den Schornstein, sondern in Rauch ohne Hitze, bis die Wurst trocken ist, nur im Winter; Nr. 11 nennt ein bis vier Wochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0020-orig" n="Darm" resp="#fyndling">Nach Nr. 61 „den dicksten Darm vom Ochsen oder vom Schwein“, gereinigt, fettfrei und trocken getupft.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine halbe Ochsenbrust wird zu einer Tasche geöffnet, mit einer Farce aus magerem Rindfleisch, gesalzenem Speck, Zwiebel, Pfeffer, Eiern und Kräutern gefüllt, verschlossen, in Wasser gesotten und kalt gegessen. Heute erinnert das an gefüllte Kalbsbrust und besonders an die ligurische cima alla genovese, eine zugenähte, in Wasser gekochte und kalt aufgeschnittene Kalbsbrust - eine Parallele, keine Abstammung.

Die Tasche. „Unterschneiden oder untergreifen“ meint zwei Wege zum selben Ziel: Entweder mit dem Messer flach zwischen die Deckschicht und die darunterliegende Fleischlage schneiden, oder die Schichten mit den Fingern voneinander lösen, so wie Rumpolt es anderswo beschreibt, wenn man Hühner mit dem Finger „untergreift“. Die Brust wird dabei nicht durchstochen, damit die Füllung drinbleibt.

Die Füllung. Das magere Rindfleisch bekommt sein Fett vom Speck, der zugleich salzt - darum nur wenig Salz. Die rohen Eier stocken beim Sieden und halten die Farce als Scheibe zusammen. Welche Kräuter, sagt der Text nicht. Alles wird mit dem Messer oder Wiegemesser auf dem Brett fein gehackt.

Verschließen. Die Öffnung mit Holzspeilern zustecken, heute Rouladennadeln, oder mit Küchengarn zunähen.

Sieden. Die Brust in heißes, nicht sprudelndes Wasser legen und schwach sieden lassen, damit die Füllung nicht herausgedrückt wird. Rinderbrust hat viel Bindegewebe und braucht je nach Stückgröße mehrere Stunden, bis sie weich ist; die Füllung muss ganz durchgegart sein. Wer das Außenfleisch nicht fad haben will, salzt das Wasser leicht.

Praxis. Auf ein Brett legen und vollständig auskühlen lassen, dann wird das Stück schnittfest und lässt sich in Scheiben aufschneiden. Kühl lagern und am selben oder nächsten Tag essen. Gerät: scharfes Messer, Hackbrett oder Wiegemesser, Mörser, Holzspeiler oder Garn, ein großer Topf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0021-orig" n="vnterschneidts oder vntergreiffs" resp="#fyndling">Unten einschneiden oder mit Messer bzw. Finger unter die Deckschicht fahren und sie ablösen, sodass eine Tasche für die Füllung entsteht. Rumpolt: „wie man die Hünner mit einem Finger vntergreifft“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0021-orig" n="feißt" resp="#fyndling">fett; „Rindtfleisch, das nicht feißt ist“ heißt also mageres Rindfleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0021-orig" n="garstig" resp="#fyndling">ranzig, verdorben - besonders von Speck und Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0021-orig" n="gestossen Pfeffer" resp="#fyndling">Im Mörser zerstoßener Pfeffer.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0021-orig" n="vnterspeil / hoͤltzlein" resp="#fyndling">speilen heißt mit einem Speil, einem Holzspan oder Pflock, zustecken; heute nimmt man Rouladennadeln.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0021-orig" n="vnterschneidts oder vntergreiffs" resp="#fyndling">Eine Tasche öffnen: unten einschneiden oder das Fleisch mit Messer oder Finger von unten ablösen. Rumpolt verwendet untergreifen im Buch als konkreten Handgriff („Vntergreiff die Leber mit einem Messer/ wie man die Hünner mit einem Finger vntergreifft“; beim Feldhuhn „vntergreiff es fein sauber/ vnd zeuch die Haut gar herab“), und die gefüllte Kalbsbrust bei Philippine Welser steht mit „vnder greyfs“ an derselben Stelle vor dem Füllen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0021-orig" n="vnterspeil es wol mit einem hoͤltzlein" resp="#fyndling">Mit einem Hölzchen zustecken. speilen heißt mit einem Speil (Span, Pflock) arbeiten; Rumpolt schreibt mehrfach „speil ... mit einem Hoͤltzlein zu“. Die Zusammensetzung mit „vnter-“ kommt im Buch nur hier vor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0021-orig" n="setz es mit Wasser auff" resp="#fyndling">Der Text sagt nur, dass die Brust mit Wasser aufgesetzt wird; ob kalt oder heiß, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0021-orig" n="laß wol sieden" resp="#fyndling">Gründlich gar sieden, ohne Zeitangabe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0021-orig" n="Salz im Kochwasser" resp="#fyndling">Der Text nennt Salz nur in der Füllung; ungesalzenes Wasser ist die wörtliche Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0021-orig" n="thu es auff ein Bret/ vnd laß kalt werden" resp="#fyndling">Auf einem Brett erkalten lassen und kalt essen; eine Lagerangabe gibt es nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenleber wird am Spieß gebraten, in Stücke geschnitten, mit klein geschnittenen Zwiebeln in Rinderbrühe aufs Feuer gesetzt, mit gestoßenem Pfeffer gewürzt und mit einer Einbrenne gebunden. Heraus kommt Leber in einer graubraunen, gebundenen Zwiebelsoße. Heute erinnert das an Leber mit Einbrenn aus der süddeutsch-österreichischen Küche; anders ist, dass die Leber hier vorher am Spieß gebraten wird.

Der Spieß. Das Braten gibt Röstaroma und macht die weiche Leber fest genug zum Schneiden. Über mittlerer Glut drehen, bis sie außen gebräunt ist; ganz durchgaren muss sie nicht, sie zieht in der Brühe nach.

Zusetzen. Leberstücke und Zwiebeln knapp mit Brühe bedeckt aufs Feuer setzen und bei mäßiger Hitze köcheln, bis die Zwiebeln weich sind, etwa 10 bis 15 Minuten. Nicht sprudelnd kochen, sonst wird die Leber zäh und krümelig. Salz nennt der Text nicht; ist die Brühe ungesalzen, nach Geschmack salzen.

Die Einbrenne. „Brenn ein wenig Mehl darein“ heißt: Mehl in Fett bräunen und in die Soße rühren. Das Fett nennt der Text nicht. Praktisch: etwas Butter oder Rinderfett in einer Pfanne erhitzen, das Mehl darin hell- bis mittelbraun rösten, mit etwas Brühe glatt rühren und in den Topf geben. Danach kurz aufkochen lassen, damit das Mehl bindet und nicht roh schmeckt. Die graue Farbe entsteht aus Einbrenne, Leber und Pfeffer; ein Farbmittel nennt der Text nicht.

Praxis. Leber am Spieß außen braun braten, in mundgerechte Stücke schneiden. Mit Zwiebeln in Rinderbrühe weich köcheln, mit gestoßenem Pfeffer würzen. Einbrenne rösten, einrühren, kurz aufkochen, abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0022-orig" n="zum einmachen" resp="#fyndling">Rumpolts Kopfformel: Das gebratene Stück wird in einer Brühe oder Soße fertig angerichtet. Mit Haltbarmachen hat das nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0022-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Einbrennen: Mehl in Fett bräunen und in die Brühe rühren (Einbrenne; Pfälzisches Wörterbuch „ein-brennen“: „Mehl mit Fett zur Einbrenne bräunen“). Welches Fett, sagt der Text nicht. Die Einbrenne bindet die Brühe und gibt ihr die graue Farbe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0022-orig" n="grauwe Bruͤh gewinnen" resp="#fyndling">„gewinnen“ = bekommen; „grauwe“ = grau.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0022-orig" n="Fett für die Einbrenne" resp="#fyndling">Historisch: ein ungenanntes Fett, naheliegend Rinderfett oder Schmalz; Rumpolt nennt an anderer Stelle Butter („in guter lauter Butter“), hier keins.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0022-orig" n="mach es mit gestossenem Pfeffer ab" resp="#fyndling">„schmecke es mit gestoßenem Pfeffer ab“, wie buchintern in rum-0003.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0022-orig" n="Garzeit der gebratenen Leber in der Brühe" resp="#fyndling">Historisch: Der Text sagt nur „setz es … zu“, also aufs Feuer setzen; wie lange es mitsiedet, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0022-orig" n="Aufkochen nach dem Einbrennen" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen Schritt danach; buchinterne Parallelen setzen „laß es miteinander sieden“ hinter die Einbrenne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0022-orig" n="Salz" resp="#fyndling">Historisch: kein eigenes Salz; die Rinderbrühe bringt es mit, der Text nennt keins.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenkutteln, die in einer Rinderbrühe mit gehacktem Speck und Zwiebeln sieden. Eingeweichtes Weißbrot bindet die Brühe, Pfeffer, Safran und grüne Kräuter würzen sie. Heute käme dem am nächsten ein Kuttelragout mit Zwiebeln, allerdings ohne die Säure und die Mehlschwitze der sauren Kutteln.

Wann kommen die Kutteln in den Topf? Der Rezepttext nennt die Hauptzutat nur im Titel. Wann und in welchem Zustand sie hineinkommt, sagt er nicht. Praktisch: gereinigte, vorgegarte Kutteln in Streifen schneiden und ab dem ersten Sieden in der Brot-Speck-Zwiebel-Brühe mitsieden lassen, bis sie weich sind. Rohe, ungereinigte Kutteln müssen vorher stundenlang gekocht werden.

Speck und Zwiebeln. Beides wird laut Text nur gehackt, mit dem ausgedrückten Brot vermengt und in der Brühe gesotten. Von Anbraten steht nichts da. Die rohen Zwiebeln brauchen in siedender Brühe grob 20 bis 30 Minuten, bis sie weich sind.

Bindung und Salz. Beim Sieden verkleistert die Stärke des eingeweichten Brots und bindet die Brühe. Wie dick sie wird, hängt von der Brotmenge ab. Speck und Brühe bringen schon Salz mit, daher Rumpolts Warnung, es nicht zu versalzen: erst am Schluss abschmecken.

Kräuter. Der Text lässt die Wahl offen. Als Grundlage bietet sich Petersilie an, die Rumpolt in den benachbarten Kuttelrezepten ausdrücklich nennt. Die Kräuter kommen erst mit der zweiten Würzung dazu und sieden deshalb kürzer.

Praxis. Speck und Zwiebeln hacken, ein altbackenes Brötchen einweichen, ausdrücken und untermengen, mit Rinderbrühe aufgießen und die geschnittenen, vorgegarten Kutteln darin sieden lassen. Dann mit Pfeffer, Safran und gehackten Kräutern würzen, noch einmal sieden lassen und vorsichtig salzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0023-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Bei Rumpolt nicht Sülze im heutigen Sinn (Aspik), sondern essbare Innereien, hier die Kutteln. Das Buch setzt das Wort gleich mit Kaldaunen und Kuttelfleck. Eine Frankfurter Zunfturkunde von 1595 zählt zur sültz Wanst, Herz, Milz, Lunge, Leber und Därme (FWB und DWB s. v. sülze).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0023-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Essbare Eingeweide (FWB s. v. kaldaunen), ursprünglich ein mittel- und niederdeutsches Wort; oberdeutsch heißen sie Kutteln oder Kuttelfleck. Kutteln sind der gereinigte Magen von Wiederkäuern, meist vom Rind.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0023-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot oder Weißbrötchen (rhein-mainisch). Eingeweicht und ausgedrückt bindet es die Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0023-orig" n="Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Rinderbrühe, die Grundbrühe, in der das Gericht siedet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0023-orig" n="allerley wolschmeckenden gruͤnen Kraͤutern" resp="#fyndling">Allerlei wohlschmeckende grüne Kräuter. Der Text nennt keine bestimmten; in den benachbarten Kuttelrezepten nennt Rumpolt Petersilie.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0023-orig" n="Suͤltzen oder Kaldaunen" resp="#fyndling">Zwei Namen für dieselbe Zutat: Kutteln bzw. essbare Rinderinnereien. Rumpolt paart Sültzen im ganzen Buch mit Kaldaunen und Kuttelfleck; DWB und FWB s. v. sülze belegen für Frankfurt 1595 die sültz, als da seindt der wand, hertz, miltz, lungen, leber, klein und grosz därm, bei Grimmelshausen sültzen oder rindernkutteln. Das „oder“ drückt Synonymie aus.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0023-orig" n="vnd laß damit sieden" resp="#fyndling">Das Objekt von „laß damit sieden“ sind die Kutteln aus dem Titel; die Übersetzung ergänzt sie deshalb in eckigen Klammern. Die Hauptzutat aus der Überschrift nicht im Text zu wiederholen, ist bei Rumpolt üblich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0023-orig" n="Wann und in welchem Zustand die Kutteln in die Brühe kommen" resp="#fyndling">Historisch naheliegend: Die Kutteln werden wie in der Nachbarvorschrift („Wann die Suͤltzen gesotten seyn“) vorher separat gesotten und dann geschnitten. Ob Rumpolt sie hier ganz, grob oder klein geschnitten meint, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0023-orig" n="Speck vnd Zwibel/ vnd hacks klein" resp="#fyndling">Speck und Zwiebeln kommen roh in die Brühe: gehackt, mit dem Brot vermengt, gesotten. So steht es im Text.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0023-orig" n="allerley wolschmeckenden gruͤnen Kraͤutern" resp="#fyndling">Der Text lässt die Wahl offen und behauptet keine feste Liste.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Rindermagen dient als Hülle für eine Füllung aus gehacktem frischem Speck, etwas Zwiebel und einem in Butter gerührten Kräuter-Rührei. Der zugebundene Magen wird in einer nicht fetten Rinderbrühe mit Petersilienwurzel und Kräutern fertig gemacht. Vom Prinzip her gehört er neben den Pfälzer Saumagen oder den Haggis, nur ist die Füllung eine andere.

Das Rührei. Rumpolts "eingerührtes" ist ein Rührei aus der Pfanne. Er beschreibt es an anderer Stelle selbst: die Eier in die Pfanne, ein Eingerührtes machen, ziemlich hart, dann unter den Speck hacken. So empfiehlt es sich auch hier: das Rührei in Butter mit den Kräutern eher fest stocken lassen und dann mit dem roh gehackten Speck und der Zwiebel durchhacken. Das gestockte Ei hält die Füllung zusammen, sodass sie im Magen nicht ausläuft. Die Eierzahl richtet sich nach der Größe des Magens.

Gelb oder nicht. Der Text nennt nur "Gewürz", kein bestimmtes. Wer färben will, nimmt heute meist Safran, das ist aber eine Deutung. Ungefärbt ist ausdrücklich erlaubt.

Verschließen. Zugebunden wird mit Küchengarn oder zugesteckt mit einem Speil, einem zugespitzten Holzstäbchen, wie man es von Rouladen oder Würsten kennt.

Der Magen und die Garzeit. Welchen der Rindermägen Rumpolt meint, sagt er nicht; zum Füllen eignet sich praktisch der Pansen. Auch Putzen, Vorkochen und Siedezeit stehen nicht im Text, das einzige Verb für die Garphase ist "abmachen", also fertig zubereiten. Ein roher Pansen wird aber nicht in der Zeit weich, die eine Rührei-Füllung verträgt. Praktisch heißt das: geputzten, vorgebrühten Pansen vom Metzger nehmen, weich vorkochen, dann füllen und in der Brühe mit Petersilienwurzel und Kräutern fertig sieden. Das ist moderne Praxis, der Text lässt es offen.

Praxis. Die Brühe soll nicht fett sein, Speck und Butter bringen in der Füllung genug Fett mit. Zum Servieren den Magen in Scheiben schneiden und mit etwas Brühe anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0024-orig" n="Ochsenmagen" resp="#fyndling">Der Magen des Ochsen als Hülle für die Füllung. Welcher der vier Rindermägen gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0024-orig" n="eingeruͤrtes" resp="#fyndling">Rührei, in Butter in der Pfanne gerührt. Rumpolt beschreibt es selbst: die Eier in die Pfanne, ein Eingerührtes machen und ziemlich hart werden lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0024-orig" n="eins oder zehen" resp="#fyndling">Feste Wendung bei Rumpolt für "so viele, wie man braucht", keine Spanne von eins bis zehn.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0024-orig" n="Speil" resp="#fyndling">Zugespitztes Holzstäbchen zum Zustecken, ein Speiler (vgl. Wurstspeiler, Rouladennadel). Rumpolt spricht anderswo ausdrücklich von einem "hoͤltzern Speil".</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0024-orig" n="nicht feißt" resp="#fyndling">nicht fett (feißt = feist, fett).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0024-orig" n="mach es damit ab" resp="#fyndling">abmachen = eine Speise abschließend zubereiten, fertigstellen. Gemeint ist hier, den gefüllten Magen in der Brühe mit Petersilienwurzel und Kräutern fertig zu machen, nicht bloß abzuschmecken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="eingeruͤrtes" resp="#fyndling">Rührei, in Butter in der Pfanne gerührt und eher fest; Rumpolt beschreibt das Eingerührte an anderer Stelle genau so.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="Speil" resp="#fyndling">Holzspeil, ein zugespitztes Holzstäbchen zum Zustecken; Rumpolt nennt anderswo ausdrücklich den "hoͤltzern Speil".</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="Eyer auff/ eins oder zehen" resp="#fyndling">So viele Eier, wie die Füllung braucht; feste Rumpolt-Wendung, keine Mengenspanne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="mach es damit ab" resp="#fyndling">Den gefüllten Magen mit Brühe, Petersilienwurzel und Kräutern fertig zubereiten; abmachen heißt abschließend zubereiten, und das ist das einzige Verb für die Garphase.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="Garschritt des Magens" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Sieden und keine Zeit. Historisch denkbar: ein roher, geputzter Magen wird gefüllt und lange in der Brühe gesotten, oder ein schon gesottener Magen (vgl. Nr. 25) wird nur gefüllt und in der Brühe fertig gemacht. Beim gefüllten Blättermagen Nr. 36 wird der Magen erst in Wasser gar gesotten und dann in der Brühe fertig gekocht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="Magen" resp="#fyndling">Pansen, weil er groß genug zum Füllen und am leichtesten zu bekommen ist.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#magen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0024-orig" n="mach es mit Gewuͤrtz gelb oder nicht" resp="#fyndling">Freie Wahl, mit Gewürz gelb färben oder nicht; ein bestimmtes Färbemittel nennt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schon gar gekochter Ochsenmagen wird aufgeschnitten, mit seinem anhängenden Fett auf dem Rost rundum gebräunt und mit frischer Butter begossen. Angerichtet wird er auf zwei Arten: noch einmal mit Butter und mit Parmesan bestreut, oder auf einer sauren Brühe aus Rindfleischbrühe und Essig. Heute erinnert die erste Fassung an italienische Kutteln mit Butter und Parmesan, die zweite an saure Kutteln - das ist Ähnlichkeit, keine Abstammung.

Der gesottene Magen. Rumpolt setzt das Sieden voraus, die Überschrift sagt „gesotten“, der Rezepttext beginnt erst danach. Am einfachsten nimmt man geputzte, weichgegarte Kutteln oder Pansen vom Metzger und lässt sie gut abtropfen. Wer rohen Magen verwendet, muss ihn vorher mehrere Stunden weich kochen - das ist eine heutige Richtgröße, keine Angabe des Rezepts.

Aufschneiden, Fett dranlassen. Der Magen wird geöffnet oder in Stücke geteilt, damit er flach auf dem Rost liegt. Das anhängende Fett bleibt dran: Es schützt vor dem Austrocknen und schmilzt beim Rösten mit aus. Ist das gekaufte Stück sehr sauber pariert, hilft etwas mehr Butter.

Abbräunen auf dem Rost. Das Fleisch ist schon gar, der Rost gibt nur Farbe und Röstaroma. Über Glut arbeiten, nicht über offener Flamme, denn tropfendes Fett und Butter flammen leicht auf.

Butter, die nicht zerlassen ist. „Begießen“ mit ungeschmolzener Butter klingt widersprüchlich. Praktisch legt man kalte Butterflocken auf den heißen Magen, sie schmelzen und laufen darüber - oder man schmilzt frische Butter gerade eben und löffelt sie darüber. Gemeint ist frische Butter, kein vorher ausgelassenes Butterschmalz.

Die zwei Anrichteweisen. Für die erste kommt beim Anrichten noch einmal Butter darauf und Parmesan darüber; der Käse schmilzt auf dem heißen Magen an. Für die zweite wird Rindfleischbrühe mit Essig deutlich säuerlich abgeschmeckt, heiß gemacht und in die Schüssel gegeben, der Magen darauf. Eine Menge nennt der Text nicht; als Anhalt etwa ein Teil Essig auf fünf bis sechs Teile Brühe. Die Brühe ist ungebunden und muss nur heiß sein. Ob auch vor der sauren Brühe eine zweite Butterschicht kommt, lässt der Text offen.

Praxis. Vorgegarte Kutteln gut gekühlt bereithalten, in flache Stücke schneiden, auf dem heißen Rost über der Glut rundum bräunen, Butterflocken darauf. Zum Anrichten Butter und Parmesan darüber oder auf die heiße saure Brühe setzen und warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0025-orig" n="Gesotten" resp="#fyndling">Gar gekocht. Der Magen ist vor diesem Rezept schon fertig gesotten; die Überschrift setzt das voraus.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0025-orig" n="Feißt" resp="#fyndling">Fett, feist. Gemeint ist das Fett, das am Magen hängt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0025-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost über der Glut. Das kann ein eiserner Grillrost oder ein hölzerner Rost sein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0025-orig" n="breun jn ab" resp="#fyndling">Bräune ihn ab. Schmellers Bayerisches Wörterbuch nennt „abbraunen“ ausdrücklich für weichgekochtes Fleisch, dem man ein braunes Ansehen gibt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0025-orig" n="vnzerlassener Butter" resp="#fyndling">Frische Butter, die nicht zerlassen ist, also weder geschmolzen noch ausgelassen. Grimms Wörterbuch kennt „frische, unzerlassene butter“ als feste Wendung. Die feste Butter schmilzt auf dem heißen Magen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0025-orig" n="ein saure Suppen von Rindtfleisch vnnd Essig" resp="#fyndling">Eine säuerliche Brühe aus Rindfleischbrühe und Essig. „Suppen“ ist hier Einzahl (schwache Endung), und „darvnter“ heißt: in die Schüssel, der Magen darauf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="vnzerlassener" resp="#fyndling">„ungeschmolzen“: frische, feste Butter, die erst auf dem heißen Magen schmilzt. So buchweit aufgelöst (vgl. Nr. 15, dort „vnzulassen“); Grimm belegt „frische, unzerlassene butter“, und Rumpolt kennt als Gegenstück die zerlassene Butter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="breun jn ab" resp="#fyndling">„bräune ihn ab“, rundum braun rösten. Schmeller: „abbraunen, besonders: weichgekochtes fleisch, ihm ein braunes ansehen geben“; Grimm: „einen braten abbräunen“. Buchgleich mit Nr. 15.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="saure Suppen von Rindtfleisch" resp="#fyndling">Säuerliche Brühe aus Rindfleischbrühe und Essig. Rumpolt meint die Brühe, wie Nr. 26 zeigt („Rindtfleischbrüh/ ein wenig Essig … so geuß die Brüh darüber“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="darvnter" resp="#fyndling">Die saure Brühe kommt unter den Magen: erst Brühe in die Schüssel, der Magen darauf (wie in Nr. 15).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="Zustand des Magens vor dem Rost" resp="#fyndling">Rumpolt setzt den Magen laut Überschrift als „gesotten“ voraus. Das übliche Vorgehen bei Innereien zeigt Nr. 28: in Wasser weichsieden, dann säubern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="„vnzerlassene“ Butter beim Begießen" resp="#fyndling">Die Sorte ist gemeint: frische Butter im Gegensatz zu ausgelassenem Butterschmalz, nicht zwingend der feste Zustand beim Aufgießen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="Reichweite von „oder“" resp="#fyndling">Butter und Parmesan, oder nur die saure Brühe ohne zweite Butter - beides ist mit dem Text vereinbar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0025-orig" n="Menge des Essigs" resp="#fyndling">Der Text sagt nur „saure“, ohne Maß; Nr. 26 hat „ein wenig Essig“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gewürzte Ochsenmilz, am Spieß oder auf dem Rost gebraten, mit Butter begossen und beim Anrichten mit einer dünnen, säuerlich-scharfen Brühe aus Rinderbrühe, Essig und Pfeffer oder Ingwer übergossen. Die Brühe ist nicht gebunden, weder mit Brot noch mit Mehl; sie ist eine Übergießbrühe, keine Soße.

Das Umstülpen. Rumpolt sagt nur „kehr die Miltz vmb“, würzen, „wend sie darnach wider vmb“. Wie man ein kompaktes Organ umstülpt, beschreibt er nicht. Beim Ochsendarm im selben Kapitel erklärt er das Verfahren selbst: umkehren, bestreuen, zurückkehren, „daß es innwendig kompt“. Die Würze soll also ins Innere, wo sie beim Braten nicht verbrennt. Heute schneidet man die Milz der Länge nach tief ein, sodass eine Tasche entsteht, würzt die Innenseite, klappt sie wieder zu und schließt sie bei Bedarf mit Holzspießchen.

Die Butter. „Unzerlassen“ meint frische Butter, nicht Butterschmalz. Praktisch legt man kalte Butterflocken auf die heiße Milz oder schmilzt frische Butter gerade eben und löffelt sie darüber. Das Fett hält die magere Innerei saftig und verhindert, dass sie am Rost hängen bleibt.

Die Brühe. Rinderbrühe mit wenig Essig und gestoßenem Pfeffer oder Ingwer - Rumpolt lässt die Wahl zwischen den beiden Gewürzen. Die Brühe kurz erwärmen und erst beim Anrichten heiß über das Bratstück gießen, damit die Milz bis zuletzt trocken brät. Säure und Schärfe setzen einen Gegenpol zum kräftigen Milzgeschmack.

Praxis. Rumpolt nennt weder Garzeit noch Mengen. Eine ganze Ochsenmilz ist groß; am Spieß gart sie gleichmäßiger, auf dem Rost muss man sie wenden. Mäßige Glut nehmen, sonst verbrennt die Außenseite, bevor das Innere gar ist. Gar ist die Milz, wenn sie innen nicht mehr blutig und fest genug zum Schneiden ist; als moderne Orientierung dient eine Kerntemperatur um 70 °C. Für den Feldkümmel nimmt man heute gewöhnlichen Kümmel oder Quendel (Feldthymian), siehe die Lesarten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0026-orig" n="Feldtkuͤmmel" resp="#fyndling">Der Name ist doppeldeutig: Er kann den Wiesenkümmel (Carum carvi) meinen oder den Quendel, also den Feldthymian (Thymus serpyllum). Beide Bedeutungen sind in den Wörterbüchern belegt, auch im rheinischen Sprachraum.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0026-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Bratrost, auf dem das Fleisch über der Glut gebraten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0026-orig" n="vnzerlassener Butter" resp="#fyndling">Frische Butter, die nicht zerlassen, also nicht zu Butterschmalz ausgelassen ist. Rumpolt verwendet die Formel häufig.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0026-orig" n="gestossen" resp="#fyndling">Im Mörser zerstoßene Gewürze.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0026-orig" n="Kehr die Miltz vmb ... wend sie darnach wider vmb" resp="#fyndling">Umstülpen: Die Innenseite kommt nach außen, wird gewürzt, danach wird die Milz zurückgestülpt, sodass die Würze innen liegt. Gestützt durch den Ochsendarm im selben Kapitel („kehr jn wider vmb/ daß es innwendig kompt“) und die Hirschmilz, die Rumpolt „Gefüllte Miltz“ nennt. Die Handgriffe am Organ (Haut lösen oder aufschneiden und aufklappen) beschreibt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0026-orig" n="Feldtkuͤmmel" resp="#fyndling">Kümmel (Carum carvi), Wiesenkümmel; so bei Lexer, im Schweizerischen Idiotikon und bei Adelung (Bedeutung 1).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0026-orig" n="vnzerlassener" resp="#fyndling">„nicht zerlassen“: frische Butter im Gegensatz zu ausgelassener oder geläuterter Butter (Butterschmalz). Rumpolt verwendet die Formel buchweit, auch dort, wo die Butter anschließend in der Brühe aufsiedet; es geht also um die Sorte, nicht um den festen Zustand.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0026-orig" n="Temperatur der Übergießbrühe" resp="#fyndling">Der Text nennt kein eigenes Erhitzen. Historisch nahm man warme Brühe aus dem ohnehin vorhandenen Suppentopf und gab Essig und Gewürz hinein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0026-orig" n="Garpunkt und Glut" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Garzeit noch Garpunkt; gebraten wird nach Sicht und Gefühl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ganze Ochsennieren werden am Spieß gar gebraten, dann heruntergeschnitten und mit vorbereiteten Zwiebeln in fetter, gepfefferter Rinderbrühe gesotten. Heraus kommt ein Nieren-Zwiebel-Ragout in brauner Pfefferbrühe, heute am ehesten mit Nierchen in Zwiebelsoße verwandt. Gebunden wird nichts - kein Brot, kein Mehl -, das Gericht bleibt eine dünne, fette Brühe mit Einlage.

Wer wird abgegossen? Nach dem Braten stecken die Nieren noch am Spieß. Was aufgesotten, auf den Durchschlag geschüttet und mit Pfeffer und Brühe fertig gemacht wird, sind die Zwiebeln: Das erste Aufsieden in Brühe nimmt ihnen die rohe Schärfe, die Brühe wird weggegossen. Erst dann bekommen sie gestoßenen Pfeffer und frische, fette Rinderbrühe. Abmachen heißt dabei fertig zubereiten, nicht bloß abschmecken - die fette Brühe ist eine Zutat, sie gibt Körper.

Die Niere. Der Text sagt nichts übers Putzen. Heute halbiert man die Niere, schneidet den weißen Strang und das Fett heraus und wässert sie ein bis zwei Stunden in kaltem Wasser, bevor sie an den Spieß kommt. Nach dem Spieß in Scheiben oder Würfel schneiden.

Wie lange sieden? Rumpolt nennt keine Dauer, nur dass es braun wird. Ochsenniere ist kräftig und wird durchgebraten zäh; erst längeres leises Sieden macht sie wieder mürbe. Rechne mit mindestens 30 bis 45 Minuten. Die braune Farbe kommt aus Bratkruste und Pfeffer, ein Farbmittel ist nicht genannt und nicht nötig.

Praxis. Spieß über Glut, ein Topf, ein Sieb. Salz nennt der Text nicht; ist die Brühe ungesalzen, zum Schluss mit Salz abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0027-orig" n="Eingemachte (Rezeptkopf)" resp="#fyndling">Bei Fleisch heißt ‚eingemacht‘ hier: in Brühe oder Soße angerichtet. Mit Konservieren hat es nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0027-orig" n="gar an die statt" resp="#fyndling">‚ganz gar‘ - hier auf das Braten am Spieß bezogen, nicht auf Kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0027-orig" n="Durchschlag" resp="#fyndling">Sieb zum Abgießen; hier werden die aufgesottenen Zwiebeln abgegossen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0027-orig" n="mach sie ... ab" resp="#fyndling">‚abmachen‘ = eine Speise abschließend zubereiten, fertigstellen. Gemeint ist, die Zwiebeln mit Pfeffer und fetter Brühe fertig anzumachen, nicht bloß abzuschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0027-orig" n="feißt" resp="#fyndling">‚fett‘; die Brühe soll fett sein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0027-orig" n="Also essens die Bauwren in Doͤrffern gern" resp="#fyndling">Rumpolts eigene Herkunftsangabe: So essen es die Bauern in den Dörfern gern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="schneidt klein Zwibel darzu" resp="#fyndling">Zwiebeln klein schneiden: ‚klein‘ ist Adverb zu ‚schneiden‘, wie buchintern in rum-0016 und rum-0022.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="schuͤt sie auff ein Durchschlag / mach sie ... ab" resp="#fyndling">‚sie‘ = die Zwiebeln, die gerade in Brühe aufgesotten wurden; die Nieren werden erst danach ‚vom Spieß rab‘ geschnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="mach sie ... ab" resp="#fyndling">fertig zubereiten (FWB ‚abmachen‘ 1): Pfeffer und fette Brühe werden als Zutaten zugegeben. So auch in rum-0016 und rum-0024.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="Vorbereitung der Niere" resp="#fyndling">Wie gedruckt: Die Niere kommt ganz an den Spieß; ob sie geputzt oder gewässert wurde, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="laß sie damit sieden" resp="#fyndling">Dauer offen; der Text nennt nur das Ergebnis ‚braun vnd wolgeschmack‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="schneidt die Nieren vom Spieß rab" resp="#fyndling">Scheibenweise vom Spieß abgeschnitten; Stückgröße nicht genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0027-orig" n="Salz" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Salz; nicht als Rumpolts Angabe ergänzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gesottene, klein geschnittene Ochseninnerei in heller, leicht säuerlicher Brühe aus Rindfleischbrühe, Essig, Einbrenne, frischer Butter und Ingwer. Am nächsten kommen heute saure Innereien in Einbrennsauce wie Wiener Beuschel oder bayerisches saures Lüngerl, dort allerdings meist vom Kalb.

Vorgaren. Das Stück wird in Wasser gesotten, bis es weich ist. Eine Zeit nennt der Text nicht; Schlund und Lunge sind zäh und brauchen in der Praxis mehrere Stunden leises Kochen, bis ein Messer leicht eindringt. Erst danach wird ausgeputzt: Häute, Knorpel und Röhrenäste lassen sich am gegarten Stück leichter entfernen als roh. Dann klein schneiden.

„Kehr es vmb“. Wörtlich heißt das umstülpen, wie beim Ochsendarm (rum-0034). Beim Schlund, einem Schlauch, ergibt das Sinn: umstülpen und innen gründlich abspülen. Eine Lunge lässt sich nicht umstülpen; dann bleibt nur, das Stück zu wenden.

Die Einbrenne. „Brenn ein wenig Mehl ein“ heißt: Mehl in Fett anschwitzen und in die Brühe rühren. Welches Fett, sagt der Text nicht. In der Praxis etwas Butter oder abgeschöpftes Brühfett nehmen. Die „frische vnzulassene Butter“ ist ausdrücklich die Butter, die danach ungeschmolzen hineinkommt, nicht das Fett für die Einbrenne. Weil das Gericht „weiß“ bleiben soll, die Einbrenne nur hell anschwitzen und nicht bräunen; ein Farbmittel wie Safran nennt der Text nicht.

Fleisch und Brühe. Dass die Stücke in die Brühe kommen, steht nicht wörtlich da, ergibt sich aber aus der Reihenfolge. Praktisch: die Stücke in die gebundene Brühe geben und mit ihr kräftig aufkochen lassen. Durch das Aufkochen bindet die Einbrenne und der Mehlgeschmack verschwindet; die frische Butter macht die Brühe rund.

Praxis. Zwei Töpfe (oder einer nacheinander), eine Pfanne oder ein Löffel für die Einbrenne, Messer und Brett. Die Innerei muss vollständig weich gesotten sein. Die Beschaffung ist das eigentliche Hindernis; Rinderzunge oder Rinderherz sind eine moderne Ausweichlösung mit anderer Textur, kein gleichwertiger Ersatz.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0028-orig" n="Licht" resp="#fyndling">Ungeklärt. Die frühneuhochdeutschen Wörterbücher kennen „Licht“ nicht als Namen eines Schlachtteils. Naheliegende Vermutung ist die Lunge, vgl. englisch lights (Lunge von Schlachttieren, zu light = leicht). Dagegen spricht, dass Rumpolt die Lunge sonst „Lungen“ nennt und dass „kehr es vmb“ besser zu einem Schlauch wie dem Schlund passt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0028-orig" n="Schlundt" resp="#fyndling">Der Schlund, am ehesten die Speiseröhre; die Luftröhre heißt im Buch „Gorgel“ (rum-0029).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0028-orig" n="brenn ein wenig Mehl ein" resp="#fyndling">Einbrennen: Mehl in Fett anschwitzen und in die Brühe rühren, wie in rum-0016 und rum-0022. Ein Fett dafür nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0028-orig" n="vnzulassene Butter" resp="#fyndling">Unzerlassen, also nicht geschmolzen: frische Butter, kein Butterschmalz. Im Buch einheitlich so gebraucht (rum-0015, rum-0016).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0028-orig" n="laß darmit ein starcken Sudt auffthun" resp="#fyndling">Lass es damit kräftig aufwallen, also einmal richtig aufkochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0028-orig" n="Licht" resp="#fyndling">Lunge vom Ochsen - erschlossen, nicht wörterbuchbelegt: Analogie zu englisch lights und zu „licht“ = leicht, dazu das Kapitel „Vom Ochsen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0028-orig" n="kehr es vmb" resp="#fyndling">Umstülpen, Innenseite nach außen, wie beim Ochsendarm (rum-0034) - sinnvoll beim Schlund.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0028-orig" n="Licht oder Schlundt: ein Stück oder zwei" resp="#fyndling">Offen: „oder“ kann zwei Innereien mit gleicher Zubereitung verbinden oder zwei Namen für dasselbe Stück; der Rezepttext selbst spricht nur vom „Licht“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0028-orig" n="Fett für die Einbrenne" resp="#fyndling">Historisch: ein ungenanntes Fett; der Text nennt keins, die Butter kommt erst danach in die Brühe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0028-orig" n="wol sieden daß weich wirt" resp="#fyndling">Sieden, bis es weich ist - eine Zeit nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0028-orig" n="laß darmit ein starcken Sudt auffthun" resp="#fyndling">Die Stücke kochen mit der gebundenen Brühe zusammen auf; „darmit“ verbindet beides, ausdrücklich gesagt wird es nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0029-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gesottene, auseinandergelesene Ochsengurgel in einem milden Pfeffer, Rumpolts gebundener dunkler Soße mit Hühnerblut, wahlweise gesäuert oder ungesäuert. Das Rezept ist ein Verweis: Wie man einen Pfeffer macht, setzt es voraus.

Die Gurgel. Luftröhre und Kehle bestehen aus Knorpel, Muskel und Bindegewebe und brauchen lange, bis sie weich sind. Praktisch heißt das mehrere Stunden sieden, bei einem ausgewachsenen Rind eher gegen sieben als eine; fertig ist sie, wenn sich die Teile leicht voneinander lösen. Erst danach säubern: Am weichen Stück lassen sich Häute, Fett, Drüsen und Schleim leichter entfernen als roh. Dann in Stücke zerlegen.

Der Pfeffer. Rumpolts Zungen-Pfeffer aus demselben Kapitel zeigt das Muster: Blut mit Essig und Rindfleischbrühe, dazu Zwiebel, Äpfel und Roggenbrot sieden, durch ein Tuch streichen und gelinde fertig sieden. Das ist eine Buchparallele, keine Anweisung dieses Rezepts; Gewürze nennt der Text nicht, „lind“ heißt nur mild. Blut färbt und bindet beim Erhitzen, flockt aber bei starkem Kochen aus, deshalb nur sanft sieden lassen. Frisches Blut sofort verarbeiten oder mit etwas Essig verrühren, damit es nicht gerinnt.

Sauer oder süß. Zum Säuern Essig, wie beim Pfeffer im Buch üblich; „süß lassen“ heißt, nichts Saures zuzugeben.

Praxis. Die zerteilte Gurgel im fertigen Pfeffer kurz durchziehen lassen oder damit übergießen; der Text legt das nicht fest. Kessel oder Topf über gleichmäßiger Glut eignet sich gut für das lange Sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="Gorgel" resp="#fyndling">Gurgel: die Kehle, der Hohlraum im Hals; in den Belegen nicht immer von Speise- oder Luftröhre zu trennen (FWB „gurgel“). Rumpolt nennt den Schlund an anderer Stelle eigens neben der Gorgel, gemeint ist also vor allem die knorpelige Luftröhre mit dem Kehlkopf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="sieden" resp="#fyndling">In Wasser kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="von einander lesen" resp="#fyndling">Auseinanderlesen, zerpflücken, in seine Teile zerlegen. „fein“ heißt hier schön, sauber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="linden Pfeffer" resp="#fyndling">Ein „Pfeffer“ ist als Gericht eine gebundene, meist dunkle, gewürzte Soße, nicht das Gewürz allein. „lind“ heißt mild; Rumpolt spricht auch sonst von „lindem Gewürz“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="Huͤnerschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut. „Schweiß“ ist bei Rumpolt das gewöhnliche Wort für Blut: Karpfen „mit seinem Schweiß“, Rehschweiß, Schweißwürste vom Wildschwein, „Schwartz eyngemacht mit Hünnerschweiß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="laß es suͤß" resp="#fyndling">Lass es süß, also ungesäuert: Gemeint ist, nichts Saures zuzugeben, nicht, etwas Süßes hineinzutun.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0029-orig" n="ein stundt oder siben" resp="#fyndling">Wörtlich „eine oder sieben Stunden“ - eine ungewöhnlich weite Spanne. Möglich sind: eine grobe Angabe je nach Tier (Kalb oder alter Ochse), ein ungefähres „etwa sieben Stunden“ oder ein Druckversehen für Rumpolts häufiges „sechs oder siben“. Küchentechnisch braucht die Gurgel eines ausgewachsenen Rinds eher viele Stunden als eine; sicher ist nur: sieden, bis sie weich ist. Deshalb steht hier keine feste Zeitangabe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="Huͤnerschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut. Schweiß ist bei Rumpolt durchgehend Blut (Karpfen, Reh, Hirsch, Wildschwein), und im selben Ochsenkapitel wird ein Zungen-Pfeffer mit „Hennenschweiß“ gemacht, der ebenso als Hühnerblut aufzulösen ist. Ein Nachbarrezept nennt „Hünnerschweiß“ und Rindfleischbrühe getrennt nebeneinander; die Brühe steckt also nicht im Wort. DWB und FWB kennen Schweiß als Wort für Blut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="Gorgel" resp="#fyndling">Gurgel, die Kehle des Ochsen, vor allem Luftröhre mit Kehlkopf. Rumpolt trennt im Kalbskapitel die Gorgel vom Schlund, „der am Hertzen hangt“, und kocht sie mit der Lunge. Das Auseinanderlesen nach langem Sieden passt zu den Knorpelringen der Luftröhre.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="ein stundt oder siben" resp="#fyndling">Wörtlich „eine oder sieben Stunden“, also eine Spanne je nach Tier und Stück, nach Rumpolts eigenem Muster „ein stundt oder zwo“ (eine bis zwei Stunden). Der Druck hat diesen Wortlaut tatsächlich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="mach es saur/ oder laß es suͤß" resp="#fyndling">Den Pfeffer säuern oder ungesäuert lassen. Ein Säuerungsmittel nennt der Text nicht; beim Pfeffer nimmt Rumpolt sonst Essig. „laß es süß“ heißt: nichts Saures zugeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="Zubereitung des Pfeffers" resp="#fyndling">Der Text setzt ein bekanntes Grundverfahren voraus und nennt weder Flüssigkeit noch Brot, Gewürze oder Mengen. Es wird deshalb nichts ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="Fleisch und Soße" resp="#fyndling">Offen: Der Text sagt nicht, ob die Gurgel im Pfeffer mitsiedet oder nur damit übergossen wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0029-orig" n="Ersatz für Hühnerblut" resp="#fyndling">Rumpolt nennt selbst einen Behelf, „wenn man kein Hünerschweiß hat“: einen lange gekochten schwarzen Pfeffer ohne Blut.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zweistufig gegartes Schlachtstück vom Ochsen: erst in Salz-Essig-Wasser weich gesotten, dann erkaltet zugeschnitten, in geklärter Butter geröstet und zuletzt mit unreifen Trauben, etwas Ingwer und Brühe kurz aufgekocht. Das Ergebnis ist ein kurzer, säuerlicher Jus ohne Bindung. Rumpolt gibt dasselbe Verfahren für den Griff vom Hirsch, dort mit Agrastbeer und Pfeffer.

Welches Stück? Was „Griff“ genau ist, bleibt offen - am wahrscheinlichsten ein fett- oder hautreiches Stück aus der Bauch- und Leistengegend. Da es heute nicht im Handel ist, nimm ein bindegewebsreiches Ersatzstück wie Rinderbacke oder Dünnung und betrachte das Ergebnis als moderne Annäherung. Magerer Braten eignet sich nicht, er wird beim langen Sieden trocken.

Vorkochen. In Salzwasser mit einem Schuss Essig sieden, bis das Stück ganz weich ist, je nach Stück 2 bis 4 Stunden; mit der Gabel prüfen. Dann vollständig auskühlen lassen: Erst kalt ist es fest genug für saubere Schnitte. „Sauber und rund beschneiden“ heißt Häute und Ränder entfernen und gleichmäßige Stücke formen.

Rösten. In reichlich geklärter Butter in der Pfanne rösten, bis die Stücke gut Farbe haben. Danach das Fett abgießen, die Röststoffe bleiben in der Pfanne.

Trauben. Die harten, unreifen Beeren abzupfen und ganz in die Pfanne geben, dazu eine Prise Ingwer und etwas nur schwach gesalzene Rinderbrühe - das Stück hat sein Salz schon vom Vorkochen. Nur aufkochen lassen, damit die Beeren nicht zerfallen und die Säure frisch bleibt.

Praxis. Topf zum Vorkochen, Pfanne zum Rösten und Aufkochen, Brett. Außerhalb der Traubensaison geht Verjus mit ein paar Stachelbeeren.

Was daraus wird. Das Fettstück gibt beim Sieden und Rösten viel Fett ab; zu erwarten ist eine gebräunte, trockene, griebenartige Scheibe (aus dem Verfahren erschlossen). Deshalb seiht Rumpolt die Butter ab bzw. hebt die Stücke mit dem Schaumlöffel heraus („so bleibt es trucken“). Heiß servieren - für den Ochsen sagt Rumpolt das nicht ausdrücklich, aber beim Hirsch-Griff warnt er, kalt sei es keinen Pfennig wert, und Hirschfett werde kalt „herb vnnd hart“ und bleibe „am Gaumen hengen“. Zum Nachkochen frisches Rindernierenfett am Stück beim Metzger bestellen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0030-orig" n="Griff" resp="#fyndling">Ein festes, zusammenhängendes Fettstück aus der Nierengegend, kein ausgelassener oder klein geschnittener Talg und kein Fleisch an der Niere. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (s. v. grif, Bed. 8) nennt es beim Rind „das Fett der Nierengegend, das mit 4 Griffen abgelöst wird“ und trennt „die nieren und die vier griffe“. Rumpolts Griff vom Hirsch (Hirschkapitel Nr. 14) wird genauso behandelt; noch das Augsburger Kochbuch (1810) verlangt „frisches Nierenfett (Griff)“ in Scheiben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#griff"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0030-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Gar kochen, vollständig garen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0030-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter, also reines Butterfett ohne Wasser und Milcheiweiß. Sie verträgt starkes Erhitzen und Bräunen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0030-orig" n="vnzeitige Trauben" resp="#fyndling">Unreife, noch harte Weintrauben als Säuerungsmittel; ihr Saft ist der Verjus. Beim Griff vom Hirsch nennt Rumpolt an derselben Stelle Agrastbeer.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0030-orig" n="nicht versaltzen" resp="#fyndling">Nicht zu stark gesalzen - nicht etwa ungesalzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0030-orig" n="Die Griff vom Ochsen" resp="#fyndling">Nierenfettstück vom Ochsen. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (s. v. grif, Bed. 8) belegt „Griff“ beim Rind als das Fett der Nierengegend, in vier Partien („die vier griffe“) abgelöst; Grimm (nach Schmeller) und Fischer (1553: „die faistin oder griff“) stimmen damit überein.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#griff"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0030-orig" n="Rindtfleischbruͤh die nicht versaltzen ist" resp="#fyndling">Rinderbrühe, die nicht versalzen, also nicht zu salzig ist. So wird die Formel auch sonst im Buch aufgelöst; das Stück ist ja schon in Salzwasser vorgegart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0030-orig" n="vnnd thu sie darein" resp="#fyndling">In die Pfanne zum abgeseihten, gerösteten Fleisch. Beim Griff vom Hirsch heißt es an derselben Stelle „so seig die Butter auß der Pfannen/ vnnd thu darein“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0030-orig" n="laß wol an die statt sieden (Garzeit)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Zeit, nur „wol an die statt sieden“: so lange, bis das Stück ganz gar ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Breite Stücke vom Griff des Ochsen, in Butter leicht gebräunt, nur mit Pfeffer und Salz bestreut und ohne Sauce warm aufgetragen. Es ist die zweite Zubereitung des Griffs nach Nr. 30; ein Vorgaren nennt der Text hier nicht.

Das Teilstück. Was „Griff“ genau ist, bleibt offen. Ist es, wie die Wörterbücher nahelegen, ein fettes Stück aus der Nierengegend, verträgt es das kurze Rösten gut; ein zähes Stück würde mehr Zeit brauchen.

Das Fett. Nimm reichlich Butter, sodass die Stücke halb bis ganz schwimmen. Butterschmalz verträgt mehr Hitze; bei gewöhnlicher Butter mäßig heizen. Gewünscht ist nur eine leichte Bräunung.

Praxis. Die Stücke breit schneiden, in der heißen Butter rösten, bis sie leicht bräunlich sind, mit dem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen. Erst dann mit Pfeffer und Salz bestreuen und sofort warm servieren.

Was daraus wird. Das Fettstück gibt beim Sieden und Rösten viel Fett ab; zu erwarten ist eine gebräunte, trockene, griebenartige Scheibe (aus dem Verfahren erschlossen). Deshalb seiht Rumpolt die Butter ab bzw. hebt die Stücke mit dem Schaumlöffel heraus („so bleibt es trucken“). Heiß servieren - für den Ochsen sagt Rumpolt das nicht ausdrücklich, aber beim Hirsch-Griff warnt er, kalt sei es keinen Pfennig wert, und Hirschfett werde kalt „herb vnnd hart“ und bleibe „am Gaumen hengen“. Zum Nachkochen frisches Rindernierenfett am Stück beim Metzger bestellen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0031-orig" n="Griff" resp="#fyndling">Ein festes, zusammenhängendes Fettstück aus der Nierengegend, kein ausgelassener oder klein geschnittener Talg und kein Fleisch an der Niere. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (s. v. grif, Bed. 8) nennt es beim Rind „das Fett der Nierengegend, das mit 4 Griffen abgelöst wird“ und trennt „die nieren und die vier griffe“. Rumpolts Griff vom Hirsch (Hirschkapitel Nr. 14) wird genauso behandelt; noch das Augsburger Kochbuch (1810) verlangt „frisches Nierenfett (Griff)“ in Scheiben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#griff"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0031-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter, also reines Butterfett. Wörtlich heißt „lauter“ zunächst „rein, bloß“: Butter statt Schmalz oder Rindfett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0031-orig" n="Faumloͤffel" resp="#fyndling">Schaumlöffel, vgl. „verfaumen“ = abschäumen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0031-orig" n="breunlicht" resp="#fyndling">Bräunlich, also nur leicht gebräunt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0031-orig" n="trucken" resp="#fyndling">Trocken, also ohne Sauce angerichtet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0031-orig" n="Griff" resp="#fyndling">Nierenfettstück vom Ochsen. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (s. v. grif, Bed. 8) belegt „Griff“ beim Rind als das Fett der Nierengegend, in vier Partien („die vier griffe“) abgelöst; Grimm (nach Schmeller) und Fischer (1553: „die faistin oder griff“) stimmen damit überein.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#griff"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0031-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter, wie im ganzen Buch aufgelöst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0031-orig" n="nim̃ es auß mit einem Faumloͤffel (Fettmenge)" resp="#fyndling">Der Schaumlöffel spricht für reichlich Fett, in dem die Stücke halb bis ganz schwimmen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Klein geschnittene Ochsenkutteln, kurz in Butter geröstet und mit wenig Rinderbrühe, Essig, Pfeffer und grünen Kräutern aufgekocht. Das ergibt eine knappe, säuerlich-scharfe Soße, keine Suppe; eine Bindung nennt der Text nicht.

Kutteln statt Sülze. Sültzen meint hier das rohe Schlachtteil, nicht Aspik. Nimm Kutteln oder andere vorgegarte Rinderinnereien.

Vorgaren. „Laß darmit auffsieden“ heißt einmal kurz aufkochen, nicht schmoren. Das setzt gare Kutteln voraus. Verwende küchenfertige, vorgegarte Kutteln vom Metzger und erhitze sie gut durch.

Praxis. Butter in der Pfanne erhitzen, die Kuttelstücke darin rösten, bis sie etwas Farbe haben. Brühe und Essig angießen, den Bratsatz lösen, Pfeffer und gehackte frische Kräuter zugeben, einmal aufsieden lassen. Erst am Ende vorsichtig salzen, weil die Brühe schon salzig sein kann.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0032-orig" n="Suͤltzen oder Kaldaunen" resp="#fyndling">Zwei Namen für dieselbe Zutat: Kutteln bzw. essbare Rinderinnereien, nicht die heutige Aspik-Sülze. Im Kapitel „Vom Ochsen“ also Teile vom Rind.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0032-orig" n="Kaldaunen" resp="#fyndling">Kutteln, der gereinigte Magen von Wiederkäuern, hier vom Ochsen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0032-orig" n="gruͤne Kraͤuter" resp="#fyndling">Frische Kräuter, ohne feste Auswahl.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0032-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0032-orig" n="Suͤltzen oder Kaldaunen" resp="#fyndling">Synonympaar für Kutteln bzw. essbare Rinderinnereien, wie in rum-0023: DWB und FWB s. v. sülze belegen für Frankfurt 1595 die sültz, als da seindt der wand, hertz, miltz, lungen, leber; im Folgerezept werden die Sültzen erst gesotten, sind also ein rohes Schlachtteil.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0032-orig" n="Vorgaren der Kutteln" resp="#fyndling">Historisch setzt der Text voraus, dass die Kutteln vorher gebrüht, geputzt und weichgekocht wurden; ein einmaliges Aufsieden macht rohe Kutteln nicht weich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0032-orig" n="versaltz es nicht" resp="#fyndling">Salz wird stillschweigend zugegeben oder kommt über eine gesalzene Rindfleischbrühe; sparsam nachsalzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0032-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Das Gewürz, weil es ohne Artikel in einer Aufzählung von Würzmitteln steht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Vorgegarte Ochsenkutteln, grob geschnitten und in Rinderbrühe mit grüner Petersilie nachgekocht - eine Variante zum Nachbarrezept, wo sie klein geschnitten und mit Essig und Pfeffer zubereitet werden. Lebende Verwandte sind Kuttelsuppe und Kutteln in Brühe aus Schwaben und Baden.

Die Kutteln. Rumpolt setzt sie bereits gesotten voraus; das lange Weichkochen beschreibt er hier nicht. Heute nimmt man vorgegarte, geputzte Rinderkutteln.

Schneiden und Sieden. „Zimlich grob“ schneiden, dann mit guter Rinderbrühe und reichlich grüner Petersilie etwa 10-15 Minuten leise durchsieden, bis alles heiß ist. Bindung, Säure und Gewürze nennt der Text nicht, also nichts ergänzen; nur Salz nach Geschmack der Brühe.

Praxis. Mit der Brühe als Suppe oder Ragout anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0033-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Hier ein Schlachtteil vom Ochsen, keine fertige Sülze im heutigen Sinn. Lexer nennt für sülze „thierische theile, die geeignet sind, zu gallertbrühe bereitet zu werden“; Rumpolt stellt im Nachbarrezept „Suͤltzen oder Kaldaunen“ nebeneinander.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0033-orig" n="Pettersilgen" resp="#fyndling">Petersilie; ohne „Wurtzel“ ist das grüne Kraut gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0033-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln (Kaldaunen) vom Ochsen: Kapitel „Vom Ochsen“, Nachbarrezept „Suͤltzen oder Kaldaunen“, Lexer-Beleg für Schlachtteile; erneutes Sieden in Brühe schließt eine fertige Gallerte aus.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0033-orig" n="sieden (Dauer)" resp="#fyndling">Der Text lässt die Dauer offen; die Kutteln können auch länger mitkochen und Brühe aufnehmen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0033-orig" n="Anrichten" resp="#fyndling">Der Text sagt nichts; denkbar ist Anrichten mit wenig Brühe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Unter Nummer 34 stehen zwei Zubereitungen. Die erste sind Kutteln in einer Kräuterbrühe, die zweite ein Ochsendarm, der mit Reis gefüllt und gesotten wird. Die Suͤltzen sind hier keine Gallerte: Im Ochsenkapitel stellt Rumpolt sie neben die Kaldaunen und kocht sie vor dem Schneiden.

Die Kutteln. Die vorgekochten Kutteln werden in zwei Finger breite, längliche Streifen geschnitten. Mitgesottenes Rinderfett, grüne Kräuter, eingeweichtes Weißbrot und etwas Zwiebel werden zusammen gehackt und in die Rindfleischbrühe gegeben. Das Weißbrot bindet die Brühe beim Sieden, das Fett gibt Geschmack und Körper.

Der Reisdarm. Der Kniff ist das Wenden: Der geputzte Darm behält sein Fett, wird umgestülpt, auf der Fettseite mit gewaschenem Reis bestreut und zurückgestülpt. So liegt der Reis innen am Fett und quillt beim Sieden darin gar. Wie der Darm verschlossen wird, sagt der Text nicht. Praktisch bindet man beide Enden mit Küchengarn ab und füllt den Darm nur locker, höchstens zur Hälfte bis zwei Dritteln mit rohem Reis, damit er beim Quellen nicht platzt.

Praxis. Vorgereinigte, gebrühte Ochsenkutteln gibt es beim Metzger und im türkischen oder italienischen Handel. Ein fettbelassener Rinderdarm muss beim Metzger bestellt werden, handelsübliche Kranzdärme sind entfettet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0034-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Im Ochsenkapitel stehen die Sülzen neben den Kaldaunen und werden vor dem Schneiden gekocht. Gemeint sind Kutteln, keine Gallerte.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0034-orig" n="Feißt" resp="#fyndling">Fett. Hier Rinderfett, das mit dem Fleisch gesotten wurde; beim Darm das anhaftende Darmfett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0034-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot; eingeweicht bindet es die Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0034-orig" n="heiß gesotten Wasser" resp="#fyndling">kochendes Wasser.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0034-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">gar sieden, fertig kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0034-orig" n="Hirßbrey" resp="#fyndling">Hirsebrei, hier als Füllung des Darms anstelle von Reis.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0034-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Vorgekochte Kutteln (Kaldaunen): Im selben Kapitel setzt Rumpolt „Suͤltzen oder Kaldaunen“ gleich und kocht die Sülzen vor dem Schneiden. Sie sind ein eigener erster Teil und werden nicht in den Darm gefüllt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0034-orig" n="Verschluss des Darms" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen Verschluss; der Reis liegt nach dem Zurückstülpen innen. Im Nachbarrezept wird der Darm an einem Ende zugebunden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0034-orig" n="Reismenge" resp="#fyndling">Nur eine Bestreuung der Fettseite, also eher wenig Reis; eine Menge nennt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Eierwurst: Eier, Milch, Speckwürfel, Kräuter und Safran werden flüssig in einen Ochsendarm gefüllt und gesotten. Beim Sieden stockt die Eiermilch im Darm wie ein Eierstich.

Das Durchseihen. Die verquirlten Eier werden durch ein Haartuch gestrichen. Das entfernt Hagelschnüre und Eiweißklumpen und ergibt eine glatte Eiermilch. Danach kommen Milch, Speck, Kräuter und Safran dazu, der Safran gibt die Farbe.

Garflüssigkeit. „Wie die andern Därm“ verweist auf den Darm im Rezept davor, der in heißem Wasser gar gekocht wird. Hier nennt der Text die Flüssigkeit nicht. Heute: die Wurst in leicht siedendem Salzwasser oder in Brühe garen, bis die Füllung fest ist, je nach Dicke etwa 20 bis 30 Minuten.

Kräuter. Welche grünen Kräuter gemeint sind, lässt der Text offen. Frische Petersilie ist im Buch das häufigste grüne Kraut, andere Kräuter sind eine eigene Wahl.

Praxis. Den Darm nicht prall füllen, weil die Masse beim Stocken leicht aufgeht, und nur sieden lassen, nicht sprudelnd kochen, sonst platzt er.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0035-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0035-orig" n="gute suͤsse Milch" resp="#fyndling">Frische, nicht gesäuerte Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0035-orig" n="gruͤne Kraͤuter" resp="#fyndling">Frische Kräuter, welche genau, lässt der Text offen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0035-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Bedeutet „gar sieden“, so im ganzen Buch; nicht „an Ort und Stelle“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0035-orig" n="Darm" resp="#fyndling">Das Tier nennt der Text nicht; das Kapitel „Vom Ochsen“ gibt den Ochsendarm vor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0035-orig" n="wie die andern Därm (Garflüssigkeit)" resp="#fyndling">Wie beim vorhergehenden Ochsendarm in heißem Wasser bzw. Brühe gar sieden; der Verweis zielt auf die Garweise der Nachbarrezepte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0035-orig" n="gruͤne Kraͤuter" resp="#fyndling">Unbestimmte frische Kräuter; der Text lässt die Auswahl offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0035-orig" n="Darm" resp="#fyndling">Ochsendarm, aus dem Kapitel „Vom Ochsen“ erschlossen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gefüllter Ochsenblättermagen (Omasum, die dritte Magenabteilung mit den vielen Falten): Die Füllung aus Kalbfleisch, Rinderfett und Speck wird zwischen die Blätter gestrichen, das Ganze gebunden und gesotten, danach aufgeschnitten und in Brühe mit Petersilienwurzel, Pfeffer und Safran fertig gezogen. Am ehesten erinnert es an Saumagen oder gefüllte Kutteln, nur ohne Kartoffeln.

Löser und Manigfalt. Für Manigfalt (die vielen Falten) trägt die Lesart Blättermagen; das Idiotikon kennt „manigfalt und feissten magen“ als Magenteil. Löser ist als Wort für den Blättermagen in den geprüften Wörterbüchern nicht belegt und wird hier aus der Paarung mit Manigfalt erschlossen.

Sültzen. Rumpolt meint mit Sültzen Kutteln, nicht Aspik: rum-0023 überschreibt das Rezept mit „Sültzen oder Kaldaunen“. Hier wird nichts geliert und nichts gekühlt. Was das ungarische ‚gekochet‘ bedeutet, sagt der Text nicht; es ist nur Rumpolts Namensangabe.

Welche Brühe. Der Text sagt nur „die Brühe“. Nahe liegt der Sud vom ersten Sieden; alternativ eine frische Rinderbrühe wie in rum-0037.

Garzeit und Menge. Der Text nennt weder Garzeit noch Mengen, nur „gar“ als Endpunkt. Beim Blättermagen dauert das lange; rechne mit mehreren Stunden bei leisem Sieden, bis die Blätter weich sind und die Füllung durchgegart ist.

Praxis. Putze den Magen gründlich, hacke Kalbfleisch, Rinderfett und Speck mit wenig Zwiebel, würze mit Pfeffer, Ingwer und Safran und binde mit Eiern (etwa 1 Ei je 250 g Hack). Fülle die Blätter, salze nicht, binde fest zusammen und ziehe alles in siedendem Wasser gar. Schneide in Scheiben von etwa 2 cm, lege sie in einen flachen Topf, gieße Brühe darüber, schneide Petersilienwurzel hinein und ziehe kurz durch. Schmecke mit Pfeffer und Safran nach.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="Loͤser / Manigfalt" resp="#fyndling">Blättermagen (Omasum) des Rindes. Manigfalt ist als Magenteil belegt, Löser wird aus der Paarung erschlossen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="ausgebutzet" resp="#fyndling">gereinigt, ausgeputzt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="Rindtfeißt" resp="#fyndling">Rinderfett, Talg.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">gar kochen, bis zum Garpunkt sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter, länglicher Kessel, wie man ihn für Fisch nutzte; hier dient er als langes Gefäß zum Anrichten und Nachziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Bei Rumpolt Kutteln, hier der gefüllte Löser; keine Sülze im heutigen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0036-orig" n="gekochet" resp="#fyndling">Rumpolts Angabe, wie man das Gericht auf Ungarisch nenne; die Bedeutung wird im Text nicht erklärt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="Loͤser / Manigfalt" resp="#fyndling">Blättermagen (Omasum). Manigfalt ist als Magenteil belegt; Löser wird aus der Paarung mit Manigfalt erschlossen und ist in den geprüften Wörterbüchern nicht direkt belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln bzw. Rindermagen. Rumpolt paart Sültzen in rum-0023 mit Kaldaunen; hier wird der Löser gesotten, geschnitten und in Brühe nachgekocht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="gekochet" resp="#fyndling">Nur als Rumpolts ungarische Namensangabe wiedergegeben, ohne Bedeutung zu behaupten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="die Bruͤh" resp="#fyndling">Der Sud vom ersten Sieden, nahegelegt durch den bestimmten Artikel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="gar an die statt sieden" resp="#fyndling">Bis zum Garpunkt sieden; keine Zeit im Text.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="schneidt es wie du es haben wilt" resp="#fyndling">Schnittgröße freigestellt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="Eyern" resp="#fyndling">Menge offen; Eier binden die Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0036-orig" n="Gewuͤrtz" resp="#fyndling">Unspezifisches Gewürz nach Wahl des Kochs, neben Pfeffer und Safran; keine Liste ergänzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Klein geschnittene Ochsenkutteln in einer Brühe aus Speck, Zwiebel und Rinderbrühe, leicht gesäuert, mit frischer Butter gebunden und zuletzt mit grünen Kräutern aufgekocht. Am ehesten vergleichbar mit einem Kuttelragout oder saurem Kuttelfleck, aber ohne Tomate und mit Speck-Butter-Brühe.

Die Kutteln. Der Text sagt nur „koch“, keine Dauer. Modern: vorgebrühte Kutteln vom Metzger etwa 1-2 Stunden weich kochen, dann sehr klein schneiden.

Die Brühe. Speck und Zwiebel werden gehackt und in der Rinderbrühe gekocht, nicht angebraten. Das Gehackte gibt der Brühe Körper und Süße; sie wird über die geschnittenen Kutteln gegossen.

Die Säure. Rumpolt nennt kein Säuerungsmittel, nur „ein wenig seurlich“. Modern: ein Schuss Weinessig, am Ende abschmecken.

Die Butter. Frische Butter kommt in die heiße Brühe und wird kurz aufgekocht; dabei rühren, damit sich das Fett nicht trennt. Rumpolt sagt dazu nur, dass es „weiß“ wird.

Die Kräuter. Erst beim Anrichten fein geschnitten in die Brühe geben und einmal aufkochen, damit sie grün bleiben. Modern: Petersilie und Schnittlauch.

Praxis. Ein Topf, offenes Feuer oder Herd, etwa 20 Minuten nach dem Vorkochen der Kutteln. Rinderpansen gibt es nur bei einzelnen Metzgern, oft vorgebrüht; Kalbs- oder Lammkutteln sind nicht gleichwertig.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0037-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Bei Rumpolt Bezeichnung für Ochsenmagenteile bzw. Kutteln, keine Aspik-Sülze. Herleitung aus dem Buchkontext: rum-0023 trägt den Doppelnamen „Suͤltzen oder Kaldaunen“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0037-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Frische, nicht ausgelassene Butter, die erst in der heißen Brühe schmilzt. Dieselbe Wendung steht in rum-0038 als „vngeschmaͤltzte Butter“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0037-orig" n="ein Sodt darmit auffthun" resp="#fyndling">Kurzes Aufwallen der Kräuter in der Brühe; Rumpolt nennt selbst den Zweck, dass sie die Farbe nicht verlieren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0037-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln bzw. Ochsenmagenteile. Gestützt durch rum-0023 („Suͤltzen oder Kaldaunen“) und rum-0036; das Kapitel handelt vom Ochsen. Eine Kutteln-Bedeutung ist im Wörterbuch nicht ausdrücklich belegt, sondern folgt aus dem Buchkontext.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0037-orig" n="seurlich" resp="#fyndling">Säuerlich: Die Brühe wird mit Speck und Butter gemacht, eine leichte Säure passt dazu; ein Säuerungsmittel nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0037-orig" n="Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Rinderbrühe: Rindtfleisch ist Rindfleisch, -bruͤh ist Brühe. Eine Rezeptur der Brühe wird vorausgesetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0037-orig" n="Säuerungsmittel bei „ein wenig seurlich“" resp="#fyndling">Offen gelassen, wie der Text es tut; modern ein Schuss Weinessig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0037-orig" n="grüne Kräuter" resp="#fyndling">Ohne Festlegung der Sorte; modern Petersilie und Schnittlauch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0037-orig" n="koch (Dauer der Kutteln)" resp="#fyndling">Kutteln vorkochen bis zum Zerschneiden; modern etwa 1-2 Stunden bei vorgebrühter Ware.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratene Ochsenkutteln am Holzspieß: erst gar gekocht, dann in Stücke geschnitten, auf dem Rost gebraten und mit Butter begossen. Gewürzt wird erst beim Anrichten mit Pfeffer und Salz. Das Gericht ist ein schlichter Gegenpol zu den Brühengerichten der Nachbarrezepte (rum-0023, rum-0037).

Sültzen. Gemeint sind Kutteln bzw. Kaldaunen, keine Sülze im heutigen Sinn. Rumpolt titelt in rum-0023 Suͤltzen oder Kaldaunen; Gallert heißt bei ihm Galrat.

Vorkochen. Kutteln sind zäh, deshalb kommt das Garkochen vor dem Schneiden. Der Text nennt keine Dauer. Modern: vorgegarte Kutteln nur kurz nachkochen, rohe nach Angabe des Metzgers garen, bis sie weich sind.

Spieß und Rost. Der Spieß liegt auf dem Rost und dient als Träger, damit die Stücke nicht durchfallen und sich wenden lassen. Einen Drehspieß nennt der Text nicht.

Frische ungeschmälzte Butter. Gemeint ist frische, nicht zerlassene Butter; Rumpolt schreibt in rum-0037 im Parallelfall vnzerlassene Butter. Kutteln haben kaum Eigenfett, die Butter schützt vor dem Austrocknen. Ob sie gesalzen oder ungesalzen war, sagt der Text nicht.

Praxis. Vorgegarte Kutteln in etwa zwei Finger breite Stücke schneiden, auf Holzspieße stecken und auf einem Rost über Glut braten. Dabei mit Butter begießen. Modern: ungesalzene Butter nehmen. Erst beim Anrichten mit gestoßenem Pfeffer und Salz bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0038-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln bzw. Kaldaunen vom Ochsen (vgl. rum-0023: Suͤltzen oder Kaldaunen). Sie werden gar gekocht, zwei Finger breit geschnitten und am Spieß gebraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0038-orig" n="gar an die statt sieden" resp="#fyndling">‚gar an die statt sieden‘ heißt ‚gar kochen‘, bevor die Kutteln an den Spieß kommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0038-orig" n="vngeschmaͤltzter Butter" resp="#fyndling">Ungeschmolzene, frische Butter; in rum-0037 steht für dasselbe vnzerlassene Butter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0038-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln bzw. Kaldaunen. Rumpolt setzt in rum-0023 Suͤltzen oder Kaldaunen gleich, und das Ochsenkapitel führt weitere Kuttelgerichte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0038-orig" n="vngeschmaͤltzter" resp="#fyndling">‚ungeschmolzen, nicht zerlassen‘. Gestützt durch rum-0037, wo im Parallelfall frische vnzerlassene Butter steht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0038-orig" n="Garzeit der Kutteln vor dem Spießen" resp="#fyndling">Der Text sagt nur ‚gar an die statt sieden‘, ohne Zeitangabe: kochen, bis sie gar sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0038-orig" n="frische Butter: gesalzen oder ungesalzen" resp="#fyndling">Der Text nennt nur ‚frische‘ Butter; der Salzgehalt bleibt offen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Stück Ochsenlende, das im fest verschlossenen Tontopf in der Glut oder heißen Asche gart. Ähnlich ist heute ein Schmortopf, der mit Teig versiegelt wird. Lungenbraten meint hier die Lende, nicht die Lunge.

Das Fleisch. Der Anweisungstext nennt das Fleisch nicht; es steht nur im Titel. Sinnvoll ist ein Stück Lende, am Stück oder in dicke Scheiben geschnitten, das mit den anderen Zutaten in den Topf kommt. Ob man es hackt, lässt der Text offen.

Die Würzmasse. Salzzitronen, Zwiebel und Wacholder werden gehackt, dazu kommt geriebenes Roggenbrot, das die Flüssigkeit zu einer dicklichen Sauce bindet. Gewürze nach Bedarf, Brühe oder Wasser mit Essig dazu. Mit Salzzitronen und Brühe sparsam salzen und zum Schluss abschmecken.

Der Verschluss. Deckel aufsetzen, mit Roggenteig abdichten, ins Deckelloch ein Luftloch bohren. Der Topf steht neben dem Feuer, mit Glut umlegt, oder in heißer Asche.

Praxis. Der Text nennt keine Zeit. Rechne bei einem Stück Lende mit ein bis zwei Stunden bei mäßiger Glut und prüfe mit dem Fleischthermometer (Kerntemperatur etwa 60 bis 65 Grad für rosa, höher für durchgegart). Erhitze den Tontopf langsam, damit er nicht springt. Achte darauf, dass nichts anbrennt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="eingedempffet" resp="#fyndling">Bezieht sich auf eine Zubereitungsart, bei der das Gericht in einem geschlossenen Gefäß mit feuchter Hitze, ähnlich dem Dämpfen oder Schmoren, gegart wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß, oft aus Ton oder Metall.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="gesaltzẽ Limonien" resp="#fyndling">Salzzitronen, die durch Einlegen in Salz haltbar gemacht werden und ein intensives, salzig-saures Aroma entwickeln.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Wacholderbeer" resp="#fyndling">Wacholderbeeren, die als Gewürz verwendet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Ruckenbrot" resp="#fyndling">Ein dunkles Roggenbrot, das hier gerieben als Bindemittel oder Geschmacksgeber dient.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="nach notturfft" resp="#fyndling">Nach Bedarf oder nach Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Muscatennuß" resp="#fyndling">Muskatnuss, die zerstoßen oder zerschnitten verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Neglein" resp="#fyndling">Gewürznelken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Zim̃et" resp="#fyndling">Zimt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Rinderbrühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="versaltzen" resp="#fyndling">Versalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="seurlich" resp="#fyndling">Säuerlich.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Erdtendeckel" resp="#fyndling">Ein Deckel aus Ton, der den Topf verschließt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="versieden" resp="#fyndling">Verkochen oder zu lange garen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Lungenbratẽ" resp="#fyndling">Kein Lungenfleisch, sondern das Filet (die innere Lende) vom Rind. Der Name hat mit der Lunge nichts zu tun, er kommt von lateinisch lumbus „Lende“: daraus wurde althochdeutsch lumbal, mittelhochdeutsch lumbel, später lummel (Grimms Wörterbuch s. v. lummel; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist „lungenbrate“ direkt auf „lumbel“). Die Küchenmeisterei von 1485 kennt „hirschen lumelproten“, und in der Schweiz hieß der Lummel das Stück am Ochsen, „worin die Nieren liegen“. Genau dort sitzt das Filet: innen an der Lendenwirbelsäule, bei den Nieren, weit weg von der Lunge im Brustkorb. Als niemand mehr „Lummel“ verstand, wurde daraus vermutlich das vertraute „Lungen-“. In Österreich heißt das Rinderfilet bis heute Lungenbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="gesaltzẽ Limonien" resp="#fyndling">Salzzitronen: in Salz eingelegte Zitronen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Zwibel Haͤupt" resp="#fyndling">Ein Zwiebelkopf, also eine ganze Zwiebel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Saltz, daß man zwey Eyer kan mit saltzen" resp="#fyndling">Eine Vergleichsmenge aus dem Küchenalltag: so viel Salz, wie man für zwei Eier braucht. Eine genaue Menge nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0039-orig" n="Lufftloch" resp="#fyndling">Ein Loch im Deckel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Lungenbratẽ" resp="#fyndling">Ochsenlende (Lendenbraten). FWB verweist „lungenbrate“ auf „lumbel“ (Lende); Meyers nennt die Muskeln unter der Lendenwirbelsäule, wie Filet. Im Buch löst rum-0041 ebenso auf, Lunge heißt bei Rumpolt „Lungenmuß“. Das Kapitel bestätigt Rind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Fleisch im Anweisungstext" resp="#fyndling">Das Fleisch wird im Anweisungstext nicht genannt, nur im Titel. Gelesen wird: Die Lende kommt in den Topf, ob als Stück oder gehackt, sagt der Text nicht. „hack es durcheinander“ betrifft zuerst Zitrone, Zwiebel und Wacholder.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="eingedempffet" resp="#fyndling">Im geschlossenen Gefäß gegart; kein Dampfgaren im modernen Sinn. Belegt durch Deckel, Teigverschluss, Glut oder Asche.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Ruckenbrot" resp="#fyndling">Roggenbrot (Lexer „rucken-brôt“ = Roggenbrot; ebenso rum-0018).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Ruckemteig" resp="#fyndling">Roggenteig, abgeleitet von „rucken“ = aus Roggen; dient zum Versiegeln.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Erdtendeckel" resp="#fyndling">Deckel aus Ton (irden); der Topf selbst ist „Hafen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Saltz, daß man zwey Eyer kan mit saltzen" resp="#fyndling">Salz für zwei Eier: eine qualitative Vergleichsmenge ohne Zahlenwert. Vorsicht wegen Salzzitronen und Brühe: sparsam anfangen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0039-orig" n="Zeit, Menge, Zuschnitt" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Fleischmenge, Garzeit oder Temperatur. Praxis: ein Stück Lende im geschlossenen Topf, Garzeit nach Größe; „nicht versieden lassen“ heißt, nicht trocken oder zu weich werden zu lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Lendenstück vom Rind in einer Suppe, mit Parmesankäse bestreut. Der Druck gibt für Nr. 40 nur die Titelzeile, im Kapitel vom Ochsen; eine Anleitung fehlt an dieser Stelle.

Lungenbraten. Gemeint ist das Lendenstück, nicht die Lunge: Meyers setzt es dem Filet gleich, das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist auf lumbel (Lende), und die Nachbarrezepte 41 bis 43 (Adern wegschneiden, dünn klopfen, rollen, braten) behandeln ihn als Fleischstück. Ob das Stück roh, gebraten oder in der Brühe gegart in die Suppe kommt, sagt der Titel nicht.

Suppe. Buchweit meint Rumpolt mit Suppen meist Brühe. Das Wörterbuch kennt aber auch Suppe mit eingelegtem Brot; ob hier Brot in der Suppe liegt, bleibt offen.

Praxis. Wer das Gericht heute nachkocht, legt gegartes Rinderfilet in heiße Rinderbrühe und streut geriebenen Parmesan darüber. Das ist eine Ausführung, keine Textaussage.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0040-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Kein Lungenfleisch, sondern das Filet (die innere Lende) vom Rind. Der Name hat mit der Lunge nichts zu tun, er kommt von lateinisch lumbus „Lende“: daraus wurde althochdeutsch lumbal, mittelhochdeutsch lumbel, später lummel (Grimms Wörterbuch s. v. lummel; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist „lungenbrate“ direkt auf „lumbel“). Die Küchenmeisterei von 1485 kennt „hirschen lumelproten“, und in der Schweiz hieß der Lummel das Stück am Ochsen, „worin die Nieren liegen“. Genau dort sitzt das Filet: innen an der Lendenwirbelsäule, bei den Nieren, weit weg von der Lunge im Brustkorb. Als niemand mehr „Lummel“ verstand, wurde daraus vermutlich das vertraute „Lungen-“. In Österreich heißt das Rinderfilet bis heute Lungenbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0040-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsch meist Brühe, oft mit eingelegtem Brot. Der Text sagt nicht, ob Brot dabei ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0040-orig" n="Parmesankeß" resp="#fyndling">Parmesankäse; keß ist die verkürzte Schreibung von Käse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0040-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Lendenstück des Rinds (Filet), gestützt durch Meyers, das Wörterbuch (Verweis auf lumbel) und die Nachbarrezepte 41 bis 43.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0040-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">Brühe, wie buchweit bei Rumpolt üblich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0040-orig" n="Garzustand des Lungenbratens" resp="#fyndling">Offen; der Titel nennt keine Zubereitung. Gebraten wie in den Nachbarrezepten ist naheliegend.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0040-orig" n="Fehlende Anleitung" resp="#fyndling">Nr. 40 besteht im Druck nur aus der Titelzeile; Mengen und Schritte werden nicht genannt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gehacktes Rinderfilet, Rinderfett und Frischspeck werden mit Zwiebel, Pfeffer, Safran und Ei zu einem Brät gebunden, in einen Ochsendarm gefüllt, zugebunden, in Wasser gesotten und auf dem Rost gebräunt. Am ehesten erinnert das an eine grobe, frische Wurst im Naturdarm; das ist ein Vergleich, keine belegte Abstammung.

Speck und Fett. Das Filet ist mager; das rohe Fett und der rohe Speck geben dem Brät Saftigkeit und schmelzen erst in der Hülle. Ob „ungeschmolzen und ungesalzen“ nur den Speck oder auch das Ochsenfett meint, lässt der Satzbau offen. Als Standard gilt: beide roh verwenden.

Salz. Der Text nennt kein Salz; der Speck soll ausdrücklich ungesalzen sein. Als Standard wird das Brät nach Geschmack gesalzen, das ist eine moderne Zutat. Wer dem Text folgt, würzt nur mit Pfeffer, Safran und Zwiebel und salzt am Tisch.

Eier. Das Ei bindet das Brät; beim Sieden gerinnt es und hält die Masse zusammen.

Darm. „Ausschleimen“ heißt, den Darm von Schleim zu befreien und sauber zu waschen. Ochsendarm bekommst du heute nur über den Metzger auf Bestellung; Schweinedarm geht als Näherung, hat aber ein deutlich kleineres Kaliber.

Garen. Erst in Wasser sieden, nicht hart kochen, dann auf dem Rost bräunen. Das Sieden gart die rohe Masse gleichmäßig und der Darm platzt weniger; die Bräunung gibt Farbe und Röstaromen. Zeit und Mengenverhältnisse nennt der Text nicht.

Brühe. „Oder mach es in einer Brühe“ ist zweideutig: Sieden in Brühe statt in Wasser oder Anrichten in Brühe. Als Standard wird das gesottene Stück in Rinderbrühe angerichtet.

Praxis. Brät nicht zu fest in den Darm drücken und den Darm nach dem Zubinden anstechen, damit er nicht platzt. Filet und Fett brauchen durchgehend Kühlung bis zum Sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0041-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Kein Lungenfleisch, sondern das Filet (die innere Lende) vom Rind. Der Name hat mit der Lunge nichts zu tun, er kommt von lateinisch lumbus „Lende“: daraus wurde althochdeutsch lumbal, mittelhochdeutsch lumbel, später lummel (Grimms Wörterbuch s. v. lummel; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist „lungenbrate“ direkt auf „lumbel“). Die Küchenmeisterei von 1485 kennt „hirschen lumelproten“, und in der Schweiz hieß der Lummel das Stück am Ochsen, „worin die Nieren liegen“. Genau dort sitzt das Filet: innen an der Lendenwirbelsäule, bei den Nieren, weit weg von der Lunge im Brustkorb. Als niemand mehr „Lummel“ verstand, wurde daraus vermutlich das vertraute „Lungen-“. In Österreich heißt das Rinderfilet bis heute Lungenbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0041-orig" n="vngeschmaͤltzt" resp="#fyndling">Bedeutet ‚ungeschmolzen‘, also nicht ausgelassen, in fester Form. Der Relativsatz bezieht sich sprachlich zunächst auf den Speck.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0041-orig" n="machs mit Eyern ab" resp="#fyndling">‚Abmachen‘ heißt ‚abschließend zubereiten, fertigmachen‘. Mit Eiern ist hier sinnvoll ‚binden‘ gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0041-orig" n="Schleim darnach ein Ochsendarm auß" resp="#fyndling">Den Darm von Schleim befreien und sauber waschen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0041-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost zum Bräunen; Material und Hitzequelle nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0041-orig" n="breun es ab" resp="#fyndling">Auf dem Rost bräunen, nicht abbrennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0041-orig" n="vngeschmaͤltzt" resp="#fyndling">Bezieht sich auf den Speck; beide Fette werden roh und unausgelassen verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0041-orig" n="Salz" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Salz; historisch würde nur mit Pfeffer, Safran und Zwiebel gewürzt und am Tisch gesalzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0041-orig" n="oder mach es in einer Bruͤh" resp="#fyndling">Gleich in Brühe statt in Wasser gar ziehen und das Bräunen auf dem Rost weglassen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0041-orig" n="Ochsendarm" resp="#fyndling">Welcher Darmabschnitt gemeint ist, bleibt offen; der Text sagt nur „Ochsendarm“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0041-orig" n="machs mit Eyern ab" resp="#fyndling">Mit Eiern abmachen, hier im Sinn von binden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0041-orig" n="Schleim ... auß" resp="#fyndling">Den Darm von Schleim befreien; als Kontextlesart, ein direkter Wörterbuchbeleg für Darmreinigung fehlt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dünn geklopftes Stück Rinderlende (Lungenbraten), mit gehacktem Rinderfett, Kräutern und Gewürzen bestreut, gerollt, am Spieß gebraten und danach in einem kleinen Kessel mit ungesalzener Rinderbrühe und Petersilienwurzel fertig gegart, nach Wahl gesäuert. Heute erinnert es an einen gefüllten Rinderfilet-Rollbraten oder eine Roulade.

Lungenbraten. Gemeint ist das Lendenstück des Ochsen, hier als Filet aufgefasst; das Wort hat mit der Lunge nichts zu tun. Beim Metzger verlangst du Rinderfilet oder Lendenbraten, dazu Rindernierentalg oder festes Rinderfett.

Feldkümmel. Der Druck sagt nur „Feldkümmel“. Kümmel (Carum carvi) und Quendel (Feldthymian) sind beide belegt. Als Kümmel nimmst du ihn gestoßen und sparsam, als Quendel frisch oder getrocknet zu den grünen Kräutern; beides passt zu der Kräuter-Fett-Mischung.

Halt der Rolle. Der Text nennt kein Bindemittel; die Rolle hält nur durch das Wickeln und Aufspießen. Wenn sie sich auf dem Spieß nicht hält, kannst du sie modern mit Küchengarn binden.

Kessel. Der kleine Fischkessel ist ein Gefäß, in das die Rolle passt; ein kleiner Bräter oder Topf erfüllt denselben Zweck. Brühemenge und Nachgardauer nennt der Text nicht: Setze die Rolle mit so viel ungesalzener Brühe an, dass sie zur Hälfte bedeckt ist, und gare sie bei kleiner Hitze durch.

Säuern. „Mach es sauer oder nicht“ lässt die Wahl offen. Modern ergänzt sind Essig, Verjus oder Zitronensaft, sparsam, bis dir die Säure gefällt.

Praxis. Das Filet dünn schneiden, flach klopfen, mit dem Fett-Kräuter-Gemisch bestreuen, aufrollen und am Spieß über Glut gut bräunen. Danach in den Kessel mit Brühe und Petersilienwurzel setzen. Das dünn geklopfte Fleisch trocknet außen leicht aus, das Nachgaren in der Brühe gleicht das aus. Zeiten und Temperaturen gibt der Text nicht vor.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0042-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Kein Lungenfleisch, sondern das Filet (die innere Lende) vom Rind. Der Name hat mit der Lunge nichts zu tun, er kommt von lateinisch lumbus „Lende“: daraus wurde althochdeutsch lumbal, mittelhochdeutsch lumbel, später lummel (Grimms Wörterbuch s. v. lummel; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist „lungenbrate“ direkt auf „lumbel“). Die Küchenmeisterei von 1485 kennt „hirschen lumelproten“, und in der Schweiz hieß der Lummel das Stück am Ochsen, „worin die Nieren liegen“. Genau dort sitzt das Filet: innen an der Lendenwirbelsäule, bei den Nieren, weit weg von der Lunge im Brustkorb. Als niemand mehr „Lummel“ verstand, wurde daraus vermutlich das vertraute „Lungen-“. In Österreich heißt das Rinderfilet bis heute Lungenbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0042-orig" n="Feldkümmel" resp="#fyndling">Bei Lexer und im Schweizerischen Idiotikon steht Feldkümmel für den Kümmel (Carum carvi). Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (s. v. quendel), Stieler im Grimmschen Wörterbuch und das Rheinische Wörterbuch nennen dagegen Quendel (Thymus serpyllum). Für einen Küchenschreiber im Rhein-Main-Gebiet ist beides möglich.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0042-orig" n="Fischkesselein" resp="#fyndling">Kleiner Fischkessel. Rumpolt nennt das Gefäß auch bei anderen Gerichten, nicht nur für Fisch, hier in der Verkleinerungsform.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Lendenstück des Ochsen, hier als Filet aufgefasst: das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist auf lumbel (Lende, Lendenbraten), Meyers setzt südlich und östlich Filet gleich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="Feldtkuͤmmel" resp="#fyndling">Als Druckform Feldkümmel geführt, beide Lesarten offen: Kümmel (Lexer, Idiotikon) oder Quendel (Frühneuhochdeutsches Wörterbuch s. v. quendel, Stieler, Rheinisches Wörterbuch). Wie in rum-0026 und rum-0050 nicht auf eine Pflanze festgelegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="Fischkesselein" resp="#fyndling">Kleiner Fischkessel, wörtlich übernommen; im Buch ein Gefäß, das auch für Nicht-Fisch dient (etwa rum-0017, rum-0036, rum-0043).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="trucken Rindtfeißt" resp="#fyndling">Trockenes, festes Rinderfett, das ausgelesen (klauben) und gehackt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="Adern" resp="#fyndling">Sehnen und Häute am Fleisch, die weggeschnitten werden; ein Putzschritt, keine Zutat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="wickels vbereinander" resp="#fyndling">Das bestreute Fleisch zusammenrollen; der Text nennt kein Bindemittel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="mach es saur oder nicht" resp="#fyndling">Säuerung ist freigestellt; ein Mittel nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0042-orig" n="Brühmenge und Nachgardauer" resp="#fyndling">Der Text gibt weder Menge noch Dauer an; offen gelassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebratenes Rinderfilet, dazu Reis in Brühe, der mit Zimtzucker bestreut wird. Heute erinnert es an einen Braten mit Reisbeilage; eine Verwandtschaft mit Pilaw ist eine Deutung, kein Beleg.

Der Braten. Das Fleisch wird gesalzen, angesteckt und gebraten. Ich lese „anstecken“ als Spieß. Garzeit und Garstufe nennt der Text nicht. Praxis: Das Filet ist mager und wird leicht trocken, brate es kurz und lass es nach Geschmack innen rosa; historisch ist Durchbraten wahrscheinlicher.

Der Reis. Er wird gewaschen, mit Wasser aufgesetzt und quillt, dann abgegossen und noch einmal gewaschen. Das ist ein Vorbrühen, kein Garkochen. Erst danach kommt er in den Topf und wird mit Brühe übergossen; Hühner- oder Rindfleischbrühe stehen gleichrangig. Das Ziel nennt Rumpolt selbst: Die Körner sollen ganz bleiben.

Ohne Brühe. Nimm Wasser und frische Butter, also ungesalzene Butter, und lass den Reis darin sieden. Das Sieden steht im Text nur für diesen Fall; bei Brühe zieht der Reis Praxis-Lesart nach in der Flüssigkeit gar.

Zimtzucker. „Driet“ ist hier Zucker und Zimt, wie Rumpolt es in Rezept 56 selbst erklärt. Streue ihn beim Anrichten über Reis und Braten.

Praxis. Nimm ein weites Gefäß, damit der Reis flach liegt, und so viel Brühe, dass er sie fast ganz aufnimmt und feucht bleibt. Mengen fehlen im Text. Den Reis salzt du nicht extra, wenn die Brühe gewürzt ist; bei Wasser und Butter schmecke ab. Richte alles heiß an: Reis samt Brühe über den Braten, dann den Zimtzucker darüber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0043-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Kein Lungenfleisch, sondern das Filet (die innere Lende) vom Rind. Der Name hat mit der Lunge nichts zu tun, er kommt von lateinisch lumbus „Lende“: daraus wurde althochdeutsch lumbal, mittelhochdeutsch lumbel, später lummel (Grimms Wörterbuch s. v. lummel; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch verweist „lungenbrate“ direkt auf „lumbel“). Die Küchenmeisterei von 1485 kennt „hirschen lumelproten“, und in der Schweiz hieß der Lummel das Stück am Ochsen, „worin die Nieren liegen“. Genau dort sitzt das Filet: innen an der Lendenwirbelsäule, bei den Nieren, weit weg von der Lunge im Brustkorb. Als niemand mehr „Lummel“ verstand, wurde daraus vermutlich das vertraute „Lungen-“. In Österreich heißt das Rinderfilet bis heute Lungenbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0043-orig" n="quellen" resp="#fyndling">Hier ist ‚quellen‘ ein Vorgang in Wasser, nach dem der Reis abgegossen und noch einmal gewaschen wird. Fertig gegart wird er erst danach in der Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0043-orig" n="Durchschlag" resp="#fyndling">Ein Sieb oder Seiher, um Flüssigkeiten abzugießen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0043-orig" n="Hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0043-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein Kessel, der innen mit Zinn überzogen ist. Obwohl es ein ‚Fischkessel‘ ist, wird er hier für Reis verwendet; dieselbe Wendung steht auch in anderen Rezepten Rumpolts.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0043-orig" n="Driet" resp="#fyndling">Marx Rumpolt definiert ‚Driet‘ in Rezept 56 seines Kochbuchs selbst als „Zucker und Zimt durcheinander“, also Zimtzucker zum Bestreuen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="Driet" resp="#fyndling">Zimtzucker, nach Rumpolts eigener Definition in Rezept 56 („Zucker vnnd Zimmet durcheinander“). Andere Gewürze werden nicht ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="Lungenbraten" resp="#fyndling">Rinderfilet (Lende), passend zum Kapitel „Vom Ochsen“ und zu den Nachbarrezepten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="steck jn an" resp="#fyndling">Den Braten auf einen Spieß stecken. Das Wort „Spieß“ steht nicht im Text; die Lesart folgt dem Sprachgebrauch bei Braten und den Nachbarrezepten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="quellen" resp="#fyndling">Vorbrühen: Der Reis wird in Wasser aufgesetzt und quillt, dann abgegossen und erneut gewaschen. Gar wird er erst in der Brühe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="den Reiß mit der Bruͤh daruͤber" resp="#fyndling">Der Reis wird so in der Brühe gegart, dass er sie größtenteils aufnimmt und feucht auf den Braten kommt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="laß jn braten" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Garzeit noch Garstufe. Historisch ist durchgebraten wahrscheinlich, üblich für höfische Braten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0043-orig" n="Salzung des Reises" resp="#fyndling">Der Reis bleibt ungesalzen, weil der Text kein Salz nennt; gewürzt wird durch Braten, Brühe und Zimtzucker.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Rinderbraten, der über Nacht in einer Essig-Wasser-Beize mit Zwiebeln, Wacholderbeeren, Kümmel und gestoßenem Knoblauch liegt. Die Beize dient nicht zum Schmoren wie beim heutigen Sauerbraten, sondern liefert nach dem Absetzen den Bodensatz für eine Butterbrühe, mit der der Braten begossen wird. Das nahe Gegenstück im Buch ist Rezept 47, das dasselbe Verfahren mit Herkunftsangabe und ohne Wacholder und Kümmel gibt.

Beize und Nachsalzen. In die Beize kommt nur ein wenig Salz, deshalb heißt es vor dem Aufstecken, den Braten besser nachzusalzen. Mengen nennt der Text nicht. Die Beize gibt Säure und Würze; sie wird nur über Nacht angesetzt, also im Kühlen.

Absetzen und Bodensatz. Nach einer halben Stunde Stehen wird das Klare abgenommen, das Dicke (Zwiebeln, Knoblauch, Gewürzreste) kommt in den Fischkessel. Was mit dem Klaren geschieht, sagt der Text nicht. Moderne Praxis: das Klare weggießen.

Butterbrühe. Zum Bodensatz kommen Pfeffer, Ingwer und frische, ungesalzene, nicht zerlassene Butter; alles wird gekocht. Das Aufkochen ist im Text ausdrücklich gefordert, die Beize, die rohes Fleisch berührt hat, ist damit durchgekocht. Wacholder eher angedrückt, Kümmel ganz. Die Brühe erst am Ende abschmecken, weil Beize und nachgesalzener Braten schon Salz mitbringen.

Braten. Der Text sagt nur „anstecken“ und „begieß den Braten“, nicht aber Hitze oder Garzeit. Vor Ort heißt das: Braten am Spieß über Glut, dabei mit der Brühe begießen und zuletzt die Brühe darübergeben. Garzeit nach Größe und Kerntemperatur, das ist eine moderne Angabe.

Praxis. Braten über Nacht in der Beize kühl halten, vor dem Spießen nachsalzen, Bodensatz mit Pfeffer, Ingwer und Butter aufkochen, beim Braten immer wieder begießen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="eingebeißt" resp="#fyndling">Von ‚beizen‘: in eine säuerliche Brühe einlegen. Hier über Nacht in Wasser und Essig mit Gewürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="schier" resp="#fyndling">Hier ‚bald‘: kurz bevor du den Braten aufstecken wirst.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="baß" resp="#fyndling">‚Besser, mehr‘: salze ihn besser nach, denn in der Beize war nur wenig Salz.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="Beißbruͤh" resp="#fyndling">Die Beizbrühe, in der das Fleisch gelegen hat.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="anstecken" resp="#fyndling">Hier ‚auf den Spieß stecken‘; das Wort Spieß steht im Text nicht, folgt aber aus dem Zusammenhang mit dem Begießen des Bratens.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Kessel, in dem Fische gesotten wurden. Rumpolt nimmt ihn auch für Saucen; die Größe nennt der Text hier nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0044-orig" n="vnzerlassen" resp="#fyndling">‚Unzerlassen‘ bedeutet nicht zerlassen, also frisch und ungeschmolzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0044-orig" n="eingebeißt / Beißbruͤh" resp="#fyndling">Beizen im Sinn von ‚in gewürzte Essigbrühe einlegen‘, gesichert durch den Zusammenhang (Essig, Wasser, Gewürze, über Nacht) und das Parallelrezept 47 („beiß jn vber Nacht“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0044-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Fischkessel, ein länglicher Kessel zum Fischsieden, hier als Gefäß für die Saucenbrühe. Die Größe nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0044-orig" n="anstecken" resp="#fyndling">Auf den Spieß stecken, weil der Braten anschließend begossen wird und das Parallelrezept 47 ‚steck jn an, vnd laß jn braten‘ hat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0044-orig" n="das lautere thu herab" resp="#fyndling">Das Klare abnehmen und beiseitetun; sein Verbleib ist offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0044-orig" n="Kümmel und Wacholder" resp="#fyndling">Wacholder leicht angedrückt, Kümmel ganz; nur der Knoblauch ist im Text ausdrücklich gestoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0044-orig" n="Salz von Braten und Brühe" resp="#fyndling">Braten salzen, die Brühe am Ende abschmecken, weil die Butter ausdrücklich ungesalzen ist und die Beize Restsalz mitbringt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratenes Rindfleisch mit einer dünnen Meerrettichbrühe als Beigabe. Am nächsten kommt heute Rindfleisch mit Meerrettich, wie man es vom Tafelspitz kennt. Das ist ein Vergleich, keine Herleitung.

Meerrettich erst nach dem Braten. Der Text lässt den Meerrettich erst zugeben, wenn der Braten fertig ist. Seine Schärfe stammt aus flüchtigen Stoffen, die Hitze und Zeit abbauen; deshalb ist die späte Zugabe küchenpraktisch sinnvoll (moderne Erfahrung, nicht im Text).

„zerlassen“. Bei Fett heißt das Wort „auslassen, schmelzen“. Hier steht es für eine feste Wurzel in Flüssigkeit und meint sinngemäß „zergehen lassen“, „in der Brühe lösen“. Das ist eine Lesart aus dem Zusammenhang. Als Standard: den Meerrettich in heißer Brühe anrühren, kurz vor dem Anrichten. Ob die Brühe heiß ist, nennt der Text nicht; „zerlassen“ legt Wärme nahe. Aufgekocht wird er hier nicht, anders als in rum-0017.

Zerstoßen oder zerrieben. Der Text lässt beides zu. Standard: frisch gerieben; im Mörser zerstoßen geht ebenso.

Zugabe. Ob die Brühe über den Braten kommt oder daneben steht, sagt der Text nicht. Standard: als Beigabe zum aufgeschnittenen Braten reichen.

Praxis. Mengen, Bratstück und Garzeit fehlen; nach Stück und Feuer richten. Braten wie gewohnt garen, Kren frisch reiben, in heiße Rinderbrühe rühren und dazu reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0045-orig" n="Krehn" resp="#fyndling">Name für den Meerrettich; Rumpolt nennt beide Namen nebeneinander. Eine regionale Zuordnung ist nicht belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0045-orig" n="zerlassen" resp="#fyndling">Hier: die Wurzel in der Brühe zergehen oder sich lösen lassen. Der Kernsinn „auslassen, schmelzen“ ist für Fett belegt (RhWB, Schmeller); die Übertragung auf Meerrettich ist Kontextlesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0045-orig" n="zerlassen" resp="#fyndling">In der Brühe zergehen lassen bzw. anrühren, weil das Objekt eine feste Wurzel und die Flüssigkeit Brühe ist. Der Kernsinn Fett auslassen passt hier nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0045-orig" n="Zugabe des Meerrettichs zum Braten" resp="#fyndling">Meerrettichbrühe als Beigabe zum aufgeschnittenen Braten; der Text sagt nur, dass sie nach dem Braten bereitet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0045-orig" n="zerstossen oder zerrieben" resp="#fyndling">Frisch gerieben als Standard, weil praktisch und dem Wortlaut entsprechend.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein fertig gebratener Braten, der beim Anrichten mit einer kurz aufgekochten Mischung aus Rinderbrühe, Essig und gestoßenem Pfeffer übergossen wird. Das ist keine gebundene Sauce, sondern eine dünne, säuerlich-scharfe Übergießbrühe, ähnlich einer schlichten Bratenjus mit Essigschärfe. Anders als bei den Nachbarrezepten gibt es weder Butter noch Meerrettich noch eine Beize.

Aufsieden. Rumpolt schreibt auffsieden; gemeint ist, die Brühe mit Essig und Pfeffer einmal zum Sieden zu bringen. Eine Reduktion oder Bindung nennt der Text nicht, also lass sie nicht einkochen und binde sie nicht.

Mengen. Der Text sagt nur „ein wenig“ Brühe. Als moderne Startmenge, die nicht im Text steht: etwa 200 ml Rinderbrühe, 1-2 EL Weinessig und ein halber Teelöffel grob gestoßener Pfeffer, dann nach Geschmack nachschärfen.

Bratensatz. Ob der Satz aus der Pfanne oder Tropfschale mitverwendet wird, steht nicht da. Die einfache Lesart setzt die Brühe getrennt an; wer den Satz mit aufkocht, bleibt im Rahmen des Textes.

Praxis. Brühe, Essig und Pfeffer in einem kleinen Topf einmal aufkochen und beim Anrichten über den fertigen Braten gießen. Das Braun kommt aus dem Braten selbst; Rumpolt sagt es vom Braten, nicht von der Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0046-orig" n="gestossen Pfeffer" resp="#fyndling">Der Druck sagt nur ‚gestoßen‘, also zerstoßen; die Form ist unflektiert gesetzt. Heute nimmst du grob gemahlenen Pfeffer.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0046-orig" n="auffsieden" resp="#fyndling">aufkochen: einmal zum Sieden bringen; so auch in den übrigen Rumpolt-Rezepten übersetzt, ohne Reduktion.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0046-orig" n="Mengenverhältnis Brühe : Essig : Pfeffer" resp="#fyndling">Nur 'ein wenig' vor der Brühe; der Text legt kein Verhältnis fest, moderne Startmenge steht in der Zubereitung.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0046-orig" n="Bratensatz" resp="#fyndling">Brühe getrennt angesetzt, kein Bratensatz ergänzt, weil der Text keinen nennt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0046-orig" n="Essig" resp="#fyndling">Essig ohne nähere Angabe; Weinessig ist die moderne Wahl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein am Spieß gebratener Rinderbraten, der über Nacht in einer Beize aus halb Wasser, halb Essig, gestoßenem Knoblauch und wenig Salz liegt. Aus dem Bodensatz der Beize entsteht mit Pfeffer und ungeschmolzener Butter ein Begießsud. Heutige Verwandte sind Sauerbraten oder Braten mit Beizenjus; das ist nur eine strukturelle Ähnlichkeit, keine Ableitung.

Beize und Salz. Die Beize enthält nur ein wenig Salz, das reicht nicht zum Würzen. Deshalb heißt es morgens „salze ihn ein“, bevor der Braten an den Spieß kommt.

Das Dicke. Wird die Beize abgeseiht, bleibt das Dicke, also der Bodensatz, zurück. Nach dem Parallelrezept rum-0044 („das dicke aber thu in ein Fischkessel“) kommt dieses Dicke in das Gefäß und wird mit Pfeffer und Butter aufgekocht; der Text sagt ausdrücklich „laß sieden“. Wohin der klare abgegossene Teil kommt, sagt Rumpolt nicht; modern wird er weggeschüttet.

Bratpfanne und Begießen. Die Bratpfanne steht unter dem Spieß und fängt den Bratensaft auf. Mit dem Sud aus dem Kessel wird der Braten begossen. Garzeit, Hitze und Stückgröße nennt der Text nicht.

Praxis. Über Nacht in der Beize kühl lagern. Braten am Spieß über mittlerer Glut oder im Ofen bis zur gewünschten Kerntemperatur, dabei regelmäßig mit dem Pfeffer-Butter-Sud begießen. Eine gewöhnliche hitzebeständige Fettpfanne genügt als Tropfschale. Mengen und Zeiten sind hier Ergänzungen aus Küchenpraxis, nicht aus dem Text.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0047-orig" n="beiß jn vber Nacht" resp="#fyndling">„Beißen“ meint hier beizen, also in Beize legen. Im selben Buch steht in rum-0044 „eingebeißt“ und „Beißbrühe“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0047-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Belegt ist ein leichter, meist messingener Kessel zum Sieden von Fischen (Grimm: lat. ahenum piscarium). Rumpolt nennt hier ein „kleines“ Exemplar als Gefäß für den Sud; das Wort steht ähnlich in rum-0044, rum-0017 und rum-0042.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0047-orig" n="vnzerlassener Butter" resp="#fyndling">Butter im festen Stück, wörtlich „nicht zerlassen“; ebenso in rum-0044 und rum-0009.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0047-orig" n="vberzinten Bratpfann" resp="#fyndling">Eine innen mit Zinn überzogene Bratpfanne; der Zinnüberzug schützte vor Rost. Modern genügt jede hitzebeständige Pfanne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0047-orig" n="es (in „thu es in ein kleinen Fischkessel“)" resp="#fyndling">„Es“ meint das Dicke, den Bodensatz der abgeseihten Beize, nach dem Vorbild von rum-0044.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0047-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Als „Fischkessel“ stehen gelassen, in der Bedeutung eines kleinen Kessels zum Sieden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0047-orig" n="Garzeit, Hitze und Stückgröße" resp="#fyndling">Rumpolt nennt nichts; der Braten wird gebraten „bis gar“, moderne Praxis ist mittlere Glut, Kerntemperatur nach Stück und regelmäßiges Begießen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0047-orig" n="klarer abgegossener Teil der Beize" resp="#fyndling">Modern wird der klare Teil weggeschüttet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzes Hinterviertel vom Ochsen, gewaschen, eingesalzen und sehr langsam am Spieß gebraten, dazu reichlich in Butter angeschwitzte Zwiebeln obenauf. Heute erinnert es an den Ochsen am Spieß vom Volksfest; mehr Verwandtschaft ist nicht belegt.

Frühmahl. Gemeint ist ein Mahl am Vormittag, das nach dem Wörterbuch (DWB) vom bescheideneren Frühstück unterschieden wird. Wer es so servieren will, rechnet rückwärts: Etwa vierundzwanzig Stunden vor dem Frühmahl beginnt man mit dem Braten. Das ist eine Rechnung aus dem Text, keine Anweisung Rumpolts.

Die vierundzwanzig Stunden. "In die vier vnd zwentzig stunden" ist eine Näherung (an die vierundzwanzig Stunden), keine Stoppuhrvorgabe. Rumpolt nennt weder Hitze noch Abstand zur Glut, weder Wenden noch Begießen. Praktisch heißt "langsam": Der Spieß hängt weit von der Glut, die Hitze bleibt gering, gar ist das Fleisch, wenn es gar ist.

Zwiebeln. "Schweißen" bedeutet hier, in Hitze zuzubereiten, also in Butter anzuschwitzen. Sie sollen weich werden, nicht dunkel gebräunt; "wol" verstärkt das nicht zum kräftigen Anbraten. Mit wenig Salz, dann obenauf.

Praxis. Wer es heute nachkocht, nimmt realistischerweise einen großen Rinderbraten in Keulenform und richtet sich nach der Kerntemperatur, denn ein ganzes Hinterviertel ist kaum zu bekommen. Das ist moderne Praxis und nicht Rumpolts Angabe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0048-orig" n="Fruͤhmahl" resp="#fyndling">Mahlzeit am Vormittag; nach dem Deutschen Wörterbuch (DWB) vom bescheideneren Frühstück verschieden, ein Beleg von 1482 gibt es für prandium. Deshalb nicht als Frühstück übersetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0048-orig" n="Hinterviertel" resp="#fyndling">Das ganze hintere Viertel des Ochsen mit der Keule; der Text nennt kein Gewicht, nur die Bratzeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0048-orig" n="Fruͤhmahl" resp="#fyndling">Frühmahl, ein Mahl am Vormittag, nach DWB vom Frühstück verschieden; nicht zu Frühstück verengt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0048-orig" n="in die vier vnd zwentzig stunden" resp="#fyndling">An die vierundzwanzig Stunden, eine Näherung ("in die" vor der Zahl), keine exakte Dauer.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0048-orig" n="schweiß sie wol in Butter" resp="#fyndling">Verb schweißen, in Hitze zubereiten, hier in Butter anschwitzen, bis die Zwiebeln weich sind.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0048-orig" n="Hinterviertel" resp="#fyndling">Ganzes hinteres Viertel des Ochsen mit der Keule, wie es das Kapitel 'Vom Ochsen' vorgibt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dünne, geklopfte Rindfleischscheiben, in Weinessig gebeizt, in Butter angeröstet und in einem kurzen Sud aus Essig, Rinderbrühe, Pfeffer und Ingwer mit gehackten grünen Kräutern gegart. Heute erinnert das an Essigfleisch oder gebeiztes Pfannenfleisch mit Kräutersoße; einen direkten Nachfahren unter dem Namen gibt es nicht. Der Name Preseindel wird vom Text selbst eingeführt, seine Bedeutung ist ungeklärt und wird hier nur aus der Beschreibung des Gerichts abgeleitet.

Fleisch dünn schneiden und klopfen. Rumpolt gibt die Scheibe mit zwei Fingern Breite und einem Finger Länge an, das Fleischstück nennt er nicht. Für dünnes, gleichmäßiges Fleisch eignen sich Rinderlende oder Keule. Klopfen mit dem Messerrücken lockert die Fasern und macht die Scheiben flach.

Beizen. Der Text lässt das Fleisch eine Stunde oder eine halbe in Weinessig liegen, damit es mürbe wird. Die Zeit ist kurz genug, dass das Fleisch nicht gar wird. Der Essig wird nicht wiederverwendet, denn später gießt der Text frischen zu. Mengen nennt Rumpolt keine; der Essig soll das Fleisch nur gut bedecken.

Rösten in Butter. Das Fleisch kommt aus dem Essig in heiße Butter und wird geröstet, am besten in kleinen Portionen, damit es nicht kocht. Danach wird die Butter abgegossen, ohne neue zuzugeben; warum, sagt der Text nicht.

Kurzer Sud. Frischer Essig, ein wenig Rinderbrühe, Pfeffer und Ingwer kommen dazu; die Menge ist offen, es soll nur so viel sein, dass die Pfanne knapp bedeckt ist. Der Text sagt "kurz einsieden", als Richtwert reichen ein bis drei Minuten. Erst zuletzt werden die grünen Kräuter hineingehackt und mitgesotten; Petersilie und Schnittlauch sind ein moderner Vorschlag, im Text stehen nur "wohlschmeckende Kräuter".

Praxis. Wenig Fleisch auf einmal braten, den Sud kurz halten und sofort servieren; das Fleisch wird nur wenige Minuten gegart, sonst wird es trotz Beize zäh.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0049-orig" n="wolschmeckende Kraͤuter" resp="#fyndling">Allgemeine Bezeichnung für frische, aromatische Kräuter; der Text nennt keine bestimmte Sorte. Petersilie, Schnittlauch oder Kerbel sind ein moderner Vorschlag.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0049-orig" n="Preseindel" resp="#fyndling">Gerichtsname, den Rumpolt am Ende des Rezepts mit "man nennt es" einführt. Ein Wörterbuchbeleg wurde nicht gefunden, die Herkunft ist ungeklärt; die Bedeutung lässt sich nur aus der Beschreibung ableiten (dünne, geklopfte, gebeizte und in Butter geröstete Rindfleischscheiben).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0049-orig" n="beiß ein" resp="#fyndling">einbeizen: das Fleisch in eine saure Flüssigkeit legen, hier Weinessig, damit es mürbe wird. Belegt ist das Einbeizen in Essig etwa im Deutschen Wörterbuch ("einbeizen"); der Text nennt den Zweck selbst ("so wirt es fein muͤrb").</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0049-orig" n="Preseindel" resp="#fyndling">Druckform stehen gelassen; die Bedeutung ist ungeklärt und wird nur aus der Rezeptbeschreibung abgeleitet (dünne, geklopfte, gebeizte, in Butter geröstete Rindfleischscheiben).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0049-orig" n="beiß es mit Weinessig ein" resp="#fyndling">beize es in Weinessig ein: das Fleisch in Säure legen, damit es mürbe wird. Einheitlich mit den Nachbarrezepten (rum-0044, rum-0047).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0049-orig" n="Fleischstück und Mengen" resp="#fyndling">Der Text nennt nur Rindfleisch und keine Mengen; der Sud ist knapp zu halten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0049-orig" n="geuß die Butter wider herab" resp="#fyndling">Die Butter wird nur abgegossen, keine neue zugegeben; Grund und Ersatz nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0049-orig" n="laß damit kurtz einsieden" resp="#fyndling">kurz mitsieden lassen; die Dauer bleibt offen, als Richtwert ein bis drei Minuten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Rinderbraten, der eine Nacht in einer Beize aus Essig und Salz mit zerstoßenen Wacholderbeeren und Feldkümmel liegt, dann am Spieß gebraten, mit Fleischbrühe übergossen und mit Zimt bestreut wird. Das Kapitel "Vom Ochsen" liefert das Tier, der Text selbst sagt nur "den Braten". Heute erinnert das lose an Sauerbraten (Essigbeize, Wacholder) und an Spießbraten vom Rind; der Zimt obenauf ist dagegen unüblich. Ein direkter Nachfahre ist nicht belegt. Serienpartner im Buch ist rum-0044 (gleiche Beize, aber mit Butterbrühe).

Die Beize. "Beiß" heißt hier beizen, also in Essig einlegen, nicht beißen. Der Text nennt Essig mit Salz, keine Menge und kein Wasser. Praxis: Den Braten in einem nichtmetallischen Gefäß etwa zur Hälfte bis ganz mit Essig bedecken und kühl über Nacht liegen lassen. Reiner Essig macht die Oberfläche deutlich sauer; wer das mildern will, verdünnt oder beizt kürzer. Das ist eine moderne Anpassung, keine Angabe des Textes.

Feldkümmel. Gemeint ist Kümmel oder Quendel (wilder Thymian). Beide Lesarten sind belegt; wer den Geschmack des Kümmels sucht, nimmt Kümmel, wer wilden Thymian mag, nimmt Quendel. Die Gewürze werden gestoßen, damit sie in der Beize haften.

Stück und Garen. Das Stück Fleisch, die Menge und die Garzeit nennt der Text nicht. Praxis: Ziemer oder Keule vom Rind, am Spieß über gleichmäßiger Glut braten; als moderne Orientierung 55-60 °C Kerntemperatur. Ob die Beize vorher abgetupft wird, sagt Rumpolt nicht.

Anrichten. Die Fleischbrühe kommt beim Anrichten über den Braten, ungebunden; der Text nennt weder Menge noch Temperatur. Praxis: eine kleine Menge heiße Rinderbrühe über den tranchierten Braten gießen. Der Zimt wird erst danach aufgestreut, nicht mitgebeizt.

Praxis. Beize am Vorabend ansetzen, kühl stellen, am nächsten Tag anstecken, braten, anrichten, Brühe darübergießen, Zimt darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0050-orig" n="Feldkümmel" resp="#fyndling">Doppelte Lesart, keine ist festgelegt: Lexer und Idiotikon kennen Kümmel (Carum carvi); das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (unter quendel), Stieler im Grimmschen Wörterbuch und das Rheinische Wörterbuch kennen Quendel oder Feldthymian (Thymus serpyllum).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0050-orig" n="beiß" resp="#fyndling">Beizen, also in Essig einlegen; ein heutiger Leser liest leicht "beißen". Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch belegt für beißen die Bedeutung, mit Säure zu behandeln oder zu tränken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0050-orig" n="Feldtkuͤmmel" resp="#fyndling">Kümmel oder Quendel (wilder Thymian), keine Lesart festgelegt; in der Zutatenliste beides genannt, wie in rum-0026 und rum-0042.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0050-orig" n="beiß den Braten darinnen" resp="#fyndling">In der Essig-Salz-Flüssigkeit beizen (einlegen), wie in rum-0044 und rum-0049.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0050-orig" n="steck jn an" resp="#fyndling">An den Spieß stecken; das Wort Spieß steht nicht im Text, ergibt sich aber aus anstecken und braten und aus dem Nachbarrezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0050-orig" n="Essig: pur oder verdünnt, Menge" resp="#fyndling">Wie im Text: Essig mit Salz, ohne Wasser und ohne Mengenangabe; nichts ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0050-orig" n="Fleischbruͤh: Art und Temperatur" resp="#fyndling">Fleischbrühe ohne nähere Angabe; nicht auf Rinderbrühe verengt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0050-orig" n="Braten: Stück und Garzeit" resp="#fyndling">Ochsenbraten laut Kapitel; Stück, Gewicht und Garzeit offen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Rinderbraten, der schon gebraten ist, wird mit Zwiebeln klein gehackt, in brauner Bratenbrühe gesotten, mit Salzzitronen und Pfeffer eingekocht und zuletzt mit etwas Rinderfett abgerundet. Es ist eine Zweitverwertung von Bratenfleisch, eine Art Ragout aus gehacktem Braten. Das Tier ergibt sich aus dem Text („Rindernbraten“) und aus dem Kapitel „Vom Ochsen“. Ein direkter heutiger Nachfahre ist nicht belegt; nur formal erinnert das Gericht an Schmorgerichte mit Salzzitronen.

Die Brühe. Gemeint ist die braune Brühe, die von einem Rinderbraten stammt, also Bratensaft oder Bratenfond. Rumpolt verlangt ausdrücklich, dass sie nicht versalzen ist. Das passt zum weiteren Verlauf, denn die Salzzitronen geben Salz ab und das Einkochen konzentriert es; den Grund nennt der Text allerdings nicht. Praxis: ungesalzenen Bratenfond nehmen. Heller Rinderfond geht auch, bringt aber weniger Farbe und Röstaroma.

Die Zitronen. Der Text sagt, man soll die Salzzitronen schälen und kreuzweise so einschneiden, dass sie nicht auseinanderfallen, also nicht ganz durchschneiden. Bei heutigen Salzzitronen ist gerade die Schale der aromatische Teil. Wer dem Text folgt, schält; wer den Geschmack heutiger Salzzitronen sucht, lässt die Schale dran und spült nur das anhaftende Salz ab. Die Zitronen kommen im Ganzen, eingeschnitten, zum Fleisch in denselben Topf.

Trocken einkochen. „Trucken einsieden“ heißt: so lange offen kochen, bis kaum noch Brühe im Topf steht. Ein genaues Maß nennt der Text nicht. Praxis: einkochen, bis das Hack nur noch feucht glänzt und keine Brühe mehr sichtbar ist, ohne es anbrennen zu lassen.

Praxis. Den gebratenen Braten mit den Zwiebeln fein hacken, in einen Topf geben, ungesalzenen Bratenfond knapp angießen und sieden lassen. Drei oder vier Salzzitronen, je nach Größe und Salzgehalt, vorbereiten, mit ein wenig gestoßenem Pfeffer dazugeben und alles offen einkochen. Zum Schluss etwas Rinderfett oder Butterschmalz unterrühren und erst dann abschmecken, weil die Zitronen schon salzen. Mengen für Fleisch, Zwiebeln und Brühe nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0051-orig" n="Limonien" resp="#fyndling">Limonie ist eine Zitronenart (Mittelniederdeutsches Handwörterbuch, Goethe-Wörterbuch). „Gesaltzene Limonien“ sind in Salz eingelegte Zitronen; Rumpolt verwendet sie mehrfach, nennt hier aber keine Herstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0051-orig" n="trucken einsieden" resp="#fyndling">Einsieden heißt, durch Kochen Flüssigkeit verlieren und dicker werden (Grimmsches Wörterbuch); „trucken“ verlangt, dass kaum noch Brühe übrig bleibt. Dieselbe Formel steht bei Rumpolt auch an anderer Stelle, dort mit „es“ auf das ganze Gericht bezogen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0051-orig" n="laß darmit … trucken einsieden (Bezug)" resp="#fyndling">Das ganze Gericht (Hack, Brühe, Zitronen, Pfeffer) wird eingekocht; übersetzt als „Lass es damit … trocken einkochen“. Der Satz hat kein Objekt, aber dieselbe Formel „laß es darmit trucken einsieden“ bezieht sich in rum-0071 eindeutig auf das Gericht, und schon zuvor steht „laß es darmit sieden“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0051-orig" n="trucken einsieden (Endzustand)" resp="#fyndling">Einkochen, bis kaum noch Flüssigkeit steht; einsieden = durch Kochen Flüssigkeit verlieren und dicker werden (Grimmsches Wörterbuch).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0051-orig" n="schel (die Salzzitronen)" resp="#fyndling">Wörtlich: die Schale abnehmen, dann die Zitronen kreuzweise einschneiden und im Ganzen mitkochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0051-orig" n="schneidt sie Creutzweiß" resp="#fyndling">Kreuzweise einschneiden, nicht durchschneiden, weil der Text verlangt, „daß sie nicht voneinander fallen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0051-orig" n="braune Bruͤh von einem Rindernbraten" resp="#fyndling">Bratensaft oder Bratenfond vom Rinderbraten, ungesalzen; die Farbe kommt vom Braten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0051-orig" n="Limonien" resp="#fyndling">Zitronen; Limonie ist eine Zitronenart (Mittelniederdeutsches Handwörterbuch, Goethe-Wörterbuch), bei Rumpolt durchgehend als Salzzitronen aufgelöst.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Braten aus dem Rücken des Ochsen, gewaschen, eingesalzen und am Spieß gebraten, dazu eine kalte weiße Sauce aus frischen Nüssen, grünen Mandeln, Knoblauch und in Hühnerbrühe eingeweichtem Weißbrot, alles im Mörser gestoßen. Das Tier nennt der Text selbst. Ähnliche kalte Nuss- oder Mandel-Knoblauch-Saucen mit Brot gibt es heute als Skordalia, Tarator, Ajo blanco oder ligurische Salsa di noci; eine Abstammung ist damit nicht behauptet.

Der Braten. Rumpolt nennt das Stück, das Waschen, das Einsalzen und den Spieß, aber weder Menge noch Bratzeit noch Gargrad. Dass ein junges Tier einen mürberen Braten gibt, ist seine eigene Angabe. Praxis: ein Stück aus dem Rinderrücken kurz abspülen, trockentupfen, salzen und am Spieß über gleichmäßiger Glut braten; als moderne Orientierung nach Kerntemperatur garen, etwa 55-60 °C.

Nüsse und Mandeln. Die Nüsse kommen frisch vom Baum, noch in der grünen Schale; die Kerne werden herausgelöst und geschält. Praxis: frische Walnüsse aus der grünen Schale (Nassnüsse) nehmen und das Häutchen abziehen. Grüne Mandeln werden ebenfalls geschält; gibt es keine, geschälte Mandelkerne ohne weitere Zusätze. Frische Nüsse mit ausgebildetem Kern und grüne Mandeln haben heute verschiedene Erntezeiten; wie Rumpolt beides zugleich frisch hatte, sagt der Text nicht.

Das Weißbrot. Der Weck wird beschnitten; praktisch heißt das, die Rinde abzuschneiden und nur die Krume zu verwenden. Die Hühnerbrühe soll leicht gesalzen und völlig fettfrei sein, und es braucht nur ein wenig davon. Praxis: die Brühe warm über das Brot gießen und beides zusammen abkühlen lassen.

Kalt, nicht aufgekocht. Rumpolt verbietet ausdrücklich, die Sauce zu erwärmen. Sie bindet allein durch das eingeweichte Brot und die gestoßenen Kerne. Ist sie zu dick, wird sie mit der Einweichbrühe verdünnt; so bleibt sie nach Rumpolt schön weiß.

Praxis. Braten waschen, salzen, anstecken und braten. Währenddessen das Brot in der Brühe einweichen und abkühlen lassen, Nüsse und Mandeln schälen und mit ein bis zwei Zehen Knoblauch im Mörser stoßen, das Brot dazugeben und alles glatt stoßen oder mixen, bei Bedarf mit Einweichbrühe verdünnen. Die Sauce kalt unter den Braten geben oder in einer eigenen Schüssel dazustellen und bis dahin kühl halten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="new Nuͤß" resp="#fyndling">Frische Nüsse, frisch vom Baum und noch in der grünen Außenschale. Welche Nussart gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="Hennenbruͤh" resp="#fyndling">Hühnerbrühe. Rumpolt verlangt sie leicht gesalzen und ohne einen Tropfen Fett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="lindt gesaltzen" resp="#fyndling">lind heißt mild, sanft; hier also leicht gesalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot; im Buch durchgehend so aufgelöst. Hier bindet es die Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="gesipff" resp="#fyndling">Rumpolts deutscher Name für diese weiße Sauce (‚das weisse gesipff‘). Einen Wörterbuchbeleg außerhalb dieser Stelle haben wir nicht gefunden; woher das Wort kommt, ist offen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="Maniade" resp="#fyndling">Den Namen gibt Rumpolt ‚auff Welsch‘, also in einer romanischen Sprache, meist ist Italienisch gemeint. Über die Herkunft des Rezepts sagt das nichts.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0052-orig" n="Moͤrsel" resp="#fyndling">Mörser; darin werden Nüsse, Mandeln, Knoblauch und das eingeweichte Brot zusammengestoßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="gesipff" resp="#fyndling">Name der weißen Sauce, so wie der Text ihn selbst setzt (‚man nennet es das weisse gesipff‘). Die Herkunft des Wortes bleibt offen, weil sich kein unabhängiger Wörterbuchbeleg findet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="auff Welsch" resp="#fyndling">‚auf Welsch‘ wörtlich beibehalten: welsch heißt romanisch, im 16. Jahrhundert meist italienisch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="new Nuͤß" resp="#fyndling">Frische Nüsse in der grünen Außenschale; ‚new‘ heißt frisch geerntet, die Nussart nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="gruͤne Mandeln/ die noch in Schalen seind" resp="#fyndling">Grüne Mandeln in der Fruchthülle. Wie sie zeitgleich mit den frischen Nüssen zu haben waren, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="beschneidt jn" resp="#fyndling">Das Brot zurechtschneiden; der Text nennt keine Rinde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="laß miteinander kalt werden" resp="#fyndling">Brot und Brühe kühlen zusammen ab; ob die Brühe dafür warm oder schon kalt eingegossen wird, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="laß jn braten" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Bratzeit noch Gargrad.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0052-orig" n="wasch jn auß" resp="#fyndling">Den Braten auswaschen; wie gründlich, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0053-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlichtes Brühgericht aus dem Gelenkstück vom hinteren Ochsenknie: gewässert, in wenig gesalzenem Wasser aufgesetzt, abgeschäumt, mit Petersilienwurzel, ganzem Pfeffer und ganzer Muskatblüte gar gezogen und samt Brühe auf gebähten Weißbrotschnitten angerichtet. Das Brot wird nicht mit der Brühe gebunden, es liegt als saugfähige Unterlage in der Schüssel.

Der Knorren. Gemeint ist das knotige Gelenkende am Knie des Hinterbeins mit anhaftendem Fleisch und Fett, nicht ein isolierter Knorpel. Heute beim Metzger nach dem Kniegelenk vom Hinterbein des Rindes fragen; Ersatz ist eine Rinderbeinscheibe vom Hinterbein mit Gelenkanteil. Das Wässern in kaltem Wasser zieht Blut aus und macht das Stück hell.

Klar und fett. Nur wenig Salz, weil die Brühe mit angerichtet wird. Beim ersten Aufwallen den Schaum gründlich abnehmen, dann bleibt die Brühe klar. Das Fett des Knorrens gibt ihr den Glanz, den Rumpolt mit „feißt“ meint; es wird nicht abgeschöpft.

Gewürze. Die Petersilienwurzel schaben und ganz mitkochen. Pfeffer und Muskatblüte bleiben ganz und ziehen in der Brühe aus. Mengen nach Geschmack.

Garzeit. Rumpolt nennt keine. Ein Gelenkstück mit Sehnen und Knorpel braucht bei sanfter Hitze mehrere Stunden, bis es weich ist; die angegebene Zubereitungszeit von drei Stunden ist eine Schätzung.

Praxis. Die Weißbrotscheiben kurz vor dem Anrichten in der Pfanne ohne Fett oder am Feuer trocknen und leicht rösten, eine oder zwei pro Schüssel einlegen, das Fleisch darauf setzen und mit der heißen Brühe übergießen. Heiß essen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="Knorren" resp="#fyndling">Knorre bezeichnet einen knotigen Auswuchs, einen Knöchel oder ein verdicktes Knochenende (FWB knorre, DWB knorre). Am hinteren Knie ist also das Gelenkende gemeint. Beim Anrichten nennt Rumpolt es schlicht „das Fleisch“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="fein feißt" resp="#fyndling">fein = recht, schön; feißt = fett. Gewünscht ist ein Stück mit reichlich Fett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="verfaum es wol" resp="#fyndling">verfaumen bedeutet abschäumen, also den Schaum, der beim Sieden aufsteigt, sorgfältig abnehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="Muscaten Bluͤt" resp="#fyndling">Muskatblüte, auch Macis genannt, ist der getrocknete Samenmantel der Muskatnuss.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="gebehte Schnitten" resp="#fyndling">gebäht heißt durch Hitze getrocknet, leicht geröstet (FWB bäen, abbähen: „erwärmen, trocknen, rösten“; DWB bähen). Dieselbe Formel „gebeht Schnitten von einem Weck“ steht bei Rumpolt auch beim Ochsenmark in Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot. Ob ein ganzer Laib oder ein kleines Brot gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0053-orig" n="Cappaun" resp="#fyndling">Ein Kapaun ist ein kastrierter und gemästeter Hahn, der für sein zartes, fettreiches Fleisch geschätzt wurde und als Delikatesse galt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0053-orig" n="Knorren" resp="#fyndling">Gelenkknorren, also das knotige Gelenkende vom hinteren Knie mit anhaftendem Fleisch und Fett. Beleg: FWB knorre (knotiger Auswuchs, Knöchel, verdicktes Knochenende), DWB knorre (nodus, tuber), Schmeller (Knochel, Knorren). Rumpolt nennt es beim Anrichten „das Fleisch“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0053-orig" n="gebehte Schnitten" resp="#fyndling">Gebähte, leicht geröstete Weißbrotschnitten. Beleg: FWB bäen 2 und abbähen („erwärmen, trocknen, rösten“), DWB bähen; buchintern beim Ochsenmark in Brühe ebenso aufgelöst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0053-orig" n="laß ein wenig sieden … laß darmit sieden (Garzeit)" resp="#fyndling">Rumpolt nennt keine Garzeit. „Ein wenig sieden“ bezieht sich auf das erste Aufwallen vor dem Abschäumen; danach siedet das Stück mit den Gewürzen, bis es „wol geschmack“ ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0053-orig" n="Mengen von Pfeffer, Muskatblüte und Petersilienwurzel" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Mengen; die Gewürze bleiben ganz, die Wurzel wird geschabt. Nichts wird ergänzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0054-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern eine Ein-Satz-Notiz im Kapitel „Vom Ochsen“: Rindfleisch, in Wasser gesotten und warm aufgetragen, sei „auch nicht boͤß“. Belegt ist damit nur das Sieden, also das Garen in Wasser oder Brühe, und dass das Fleisch warm gegessen wird.

Warm, nicht aufgewärmt. „Warm gesotten“ beschreibt, wie das Fleisch auf den Tisch kommt, als Gegenstück zur folgenden Nummer 55, dem kalten Rindfleisch „im Saltz“. Von vorgekochtem Fleisch, das wieder erwärmt wird, steht nichts da.

Was fehlt. Welches Stück, wie lange, ob gesalzen, mit welcher Brühe oder Beilage: Das lässt Rumpolt offen, und hier wird nichts davon ergänzt. Die Nachbarnummern mit Brühe oder Salz lassen sich nicht auf diesen Satz übertragen.

Praxis. Wer es nachkochen will, siedet ein Stück Rindfleisch in Wasser gar und trägt es warm auf. Alles Weitere ist eigene Entscheidung, nicht Rumpolts Vorgabe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0054-orig" n="nicht boͤß" resp="#fyndling">Verneinung des Gegenteils: „nicht schlecht“, also brauchbar, ordentlich. Böse heißt im älteren Deutsch auch schlicht schlecht oder minderwertig. Die Wendung ist bewusst zurückhaltend und nicht als Lob wie „köstlich“ zu lesen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0054-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Partizip zu sieden: in Wasser oder Brühe gekocht. Das Wort sagt nichts über ein vorheriges Kochen oder späteres Aufwärmen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0054-orig" n="nicht boͤß" resp="#fyndling">„auch nicht schlecht“: Litotes, die Verneinung des Gegenteils. Böse trägt im Mittel- und Frühneuhochdeutschen die Bedeutung schlecht, minderwertig; Rumpolt benutzt dieselbe Formel auch bei Nummer 10 und 65.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0054-orig" n="Warm gesotten" resp="#fyndling">Gekochtes Rindfleisch, warm aufgetragen; „warm“ bezeichnet die Serviertemperatur, als Gegenstück zu Nummer 55 „Kalt abgesotten Rindtfleisch im Saltz“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0054-orig" n="Stück, Garzeit, Salz, Brühe, Beilage" resp="#fyndling">Nicht genannt und nicht ergänzt. Die Nachbarnummern zeigen Sieden in Brühe (Nummer 53) bzw. Fleisch im Salz (Nummer 55), sagen aber nichts über diesen Satz.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0055-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochtes Rindfleisch vom Ochsen, das kalt gegessen wird. Mehr sagt Rumpolt nicht: Die Nummer 55 besteht nur aus dieser einen Überschrift, eine Anleitung folgt nicht. Belegt sind vier Dinge - Rindfleisch, gar gesotten, kalt, „im Saltz“. Fleischstück, Garzeit, Kochflüssigkeit, Salzmenge und Beigaben nennt der Druck nicht.

„im Saltz“. Am naheliegendsten ist, dass das Fleisch in gesalzenem Wasser gar gesotten und darin oder danach kalt werden gelassen wird; das Salz würzt dann nur. Ein Einpökeln in Salzlake ist damit eher nicht gemeint, denn das eingesalzene Rindfleisch führt Rumpolt direkt danach als eigene Nummer 56. Beim Wildschwein beschreibt er dasselbe Vorgehen ausdrücklich: einen Hinterlauf „in lauterm Saltz abgesotten“ und kalt werden lassen. Beweisen lässt sich die Lesart aus der einen Zeile allerdings nicht, ebenso wenig die Variante, dass das kalte Fleisch einfach mit Salz aufgetragen wird.

„abgesotten“. Gemeint ist „fertig gesotten“, also gar gekocht, nicht nur kurz abgebrüht - ein Folgeschritt, der ein bloßes Abbrühen verlangen würde, ist nicht genannt.

Praxis. Wer das Gericht nachkochen will, ergänzt hier moderne Handgriffe, die nicht von Rumpolt stammen: ein Stück Rindfleisch in gesalzenem Wasser weich sieden, im Sud oder auf einem Brett abkühlen lassen und kalt auftragen. Stück, Zeit und Salzmenge bleiben freie Wahl.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0055-orig" n="abgesotten" resp="#fyndling">Partizip zu „absieden“: fertig sieden, gar kochen. Die Formel „kalt abgesotten“ verwendet Rumpolt öfter, etwa bei Ochsenfüßen, jungen Hühnern und Wildschweinsbrust.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0055-orig" n="im Saltz" resp="#fyndling">Wahrscheinlich „in gesalzenem Wasser“ gesotten. Das eingesalzene, also gepökelte Rindfleisch nennt Rumpolt eigens in der folgenden Nummer 56; eine Salzlake ist hier nicht genannt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0055-orig" n="im Saltz" resp="#fyndling">In gesalzenem Wasser gar gesotten (Salz als Würze), danach kalt gegessen. Rumpolt beschreibt dasselbe beim Wildschwein ausdrücklich („in lauterm Saltz abgesotten/ vnd kalt lassen werden“) und führt das eingesalzene Rindfleisch direkt danach als eigene Nummer 56; stünde hier schon Pökelfleisch, wäre die Unterscheidung überflüssig. Für Nr. 55 selbst bleibt das ein Schluss aus der Nachbarschaft.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#saltz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0055-orig" n="Fleischstück und Garzeit" resp="#fyndling">Offen: Das Kapitel handelt vom Ochsen, ein bestimmtes Stück nennt Nr. 55 nicht, eine Garzeit auch nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0056-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eingesalzenes Rindfleisch wird ausgewässert, abgesotten und dann in einem Pfeffer fertig gegart, einer mit Brot und Blut gebundenen, säuerlichen Sauce, wie man sie für Wild kocht. So wird aus Salzfleisch ein Gericht, das als Wildbret auf den Tisch kommt. Heute erinnert es am ehesten an Hasenpfeffer oder Schwarzsauer, nur mit Rindfleisch und wahlweise süß oder sauer abgeschmeckt.

Salz herausholen. Wie lange gewässert wird, sagt der Text nicht, nur „wie Wildbret“. Das anschließende Absieden zieht weiteres Salz aus dem Fleisch. Danach auskühlen lassen und sauber abwaschen, damit kein Salzschaum am Fleisch bleibt.

Blut kalt ansetzen. Schweiß ist hier Blut, nicht Brühe. Blut stockt in heißer Flüssigkeit sofort, deshalb kommen Blut und Essig in die kalte Brühe, wie der Text verlangt, und erst dann wird erhitzt. Beim Sieden verkleistert das Brot und bindet, das Blut gerinnt fein und färbt die Sauce dunkel. Nur schwach sieden lassen, nicht sprudelnd kochen. Danach alles durch ein Passiertuch oder feines Sieb streichen, damit Brot, Apfel und Zwiebel eine glatte Sauce ergeben.

Eine Sauce in zwei Schritten. Der Text trennt nicht klar, ob die angeschwitzten Zwiebeln mit Pfeffer und Nelken eine zweite Sauce bilden. Am einfachsten liest man es als eine Sauce: Die in Schweineschmalz angeschwitzten Zwiebeln, Pfeffer und Nelken kommen zur durchgestrichenen Blutsauce, und dieser Pfeffer siedet auf der Glut, bis er glatt ist.

Süß oder sauer. Rumpolt überlässt das dem Koch und nennt hier keine Zutat dafür. Also nach Geschmack abschmecken.

Ohne Blut. Hühner-, Gänse- oder Kälberblut bekommt man heute nur auf Vorbestellung beim Metzger oder Geflügelhof. Es muss gekühlt sein und rasch verbraucht werden. Ohne Blut geht es mit einer dunklen Fleischbrühe, die Sauce bleibt dann aber deutlich dünner und heller.

Zum Anrichten. Entweder Driet, also Zimtzucker, darüberstreuen, oder ein Mandelgescharb darübergeben. Wie das gemacht wird, steht in diesem Rezept nicht. Rumpolt beschreibt es im selben Kapitel in Nr. 71: abgezogene, klein geschnittene Mandeln mit kleinen Rosinen, gelb gemacht, mit Zucker, Weinessig und Rinderfett trocken eingesotten.

Praxis. Mengen und Garzeiten nennt der Text nicht. Das Fleisch muss im Pfeffer weich werden; wie lange das dauert, hängt vom Stück ab (nicht im Text). Die angegebenen 120 Minuten gelten ohne das Auswässern.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0056-orig" n="schweiß (Huͤnner/ Gaͤns oder Kelbern schweiß)" resp="#fyndling">Als Substantiv, das in die Brühe gegossen wird, ist Schweiß Blut, wie in der Jägersprache bis heute. Das Verb in „schweiß sie in Schweinen Schmaltz“ heißt dagegen „anschwitzen“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0056-orig" n="Ruͤckenbrot" resp="#fyndling">Roggenbrot. Mittelhochdeutsch und mittelniederdeutsch ist ruckenbrôt als Nebenform von roggenbrôt belegt. Weck ist bei Rumpolt Weißbrot.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0056-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0056-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Hier nicht nur das Gewürz, sondern die gebundene, würzige Sauce selbst: Rumpolt setzt „den Pfeffer“ auf die Kohlen und gibt das Fleisch „in Pfeffer“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0056-orig" n="Driet" resp="#fyndling">Rumpolt definiert es im Rezept selbst: Zucker und Zimt durcheinander, zum Bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0056-orig" n="Mandelgescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Mandeln, süß angemacht. Das Wort gehört zu „scharben“, klein schneiden; Grimms Wörterbuch belegt „gescharb“ als Geschnitzeltes („ain gescharb von piern und öpfl“). Rumpolt macht es auf zwei Arten: in Wein oder Brühe mit etwas eingebranntem Mehl zu einer dicklichen Sauce (Nr. 8) oder mit Rosinen, Zucker, Essig und Fett trocken eingesotten (Nr. 71). Welche Art hier gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="Huͤnner/ Gaͤns oder Kelbern schweiß" resp="#fyndling">Hühner-, Gänse- oder Kälberblut. Schweiß als Substantiv ist Blut (DWB, Jägersprache); wird es zu einer Brühe gegeben, ist es Blut. Rumpolt setzt es in Nr. 18 als Hennenschweiß ebenso mit Essig in kalte Rinderbrühe, und Nr. 57 gießt „ein frischen schweiß vñ Essig“ unter die Brühe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="schweiß sie in Schwei nen Schmaltz" resp="#fyndling">Verb schweißen: die klein geschnittenen Zwiebeln in Schweineschmalz anschwitzen (DWB schweiszen). Dieselbe Wendung steht in Rumpolts Nr. 18.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="Ruͤckenbrot" resp="#fyndling">Roggenbrot. Lexer (Nachträge) belegt ruckenbrôt, das Mittelniederdeutsche Wörterbuch verweist ruckenbrôt auf roggenbrôt; Rumpolts Nr. 18 liest ebenso.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="Mandelgescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Mandeln, süß angemacht. Das Wort gehört zu „scharben“, klein schneiden; Grimms Wörterbuch belegt „gescharb“ als Geschnitzeltes („ain gescharb von piern und öpfl“). Rumpolt macht es auf zwei Arten: in Wein oder Brühe mit etwas eingebranntem Mehl zu einer dicklichen Sauce (Nr. 8) oder mit Rosinen, Zucker, Essig und Fett trocken eingesotten (Nr. 71). Welche Art hier gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="Pfeffer (als Sauce)" resp="#fyndling">Pfeffersauce. „setz den Pfeffer auff Kolen/ vnd laß jn sieden/ daß er fein glat wirt“ und „thu das Fleisch in Pfeffer“ meinen eine zubereitete Sauce, nicht nur das Gewürz.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="Eine oder zwei Saucen" resp="#fyndling">Eine Sauce in zwei Schritten: erst Brühe, Brot, Äpfel, Zwiebeln, Blut und Essig gesotten und durchgestrichen, dann die in Schmalz angeschwitzten Zwiebeln mit Pfeffer und Nelken dazu. Rumpolts Nr. 18 verfährt ebenso.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="mach jhn suͤß oder saur" resp="#fyndling">Nach Geschmack süß oder sauer abschmecken; der Text nennt hier keine Zutat dafür, deshalb wird keine ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0056-orig" n="vor Wildpret" resp="#fyndling">„Als Wildbret“, also Rindfleisch, das anstelle von Wild auf den Tisch kommt; Nr. 71 im selben Kapitel beginnt „Wann du kein Wildpret hast“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0057-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Fleisch vom Ochsen wird am Spieß angebraten, in Stücke geschnitten und in Brühe mit Zwiebeln und geriebenem Roggenbrot gegart, dann mit Pfeffer, etwas Essig, Safran und Wacholderbeeren gewürzt. Heute erinnert es an Rindfleisch in einer säuerlich-würzigen Zwiebel-Brot-Sauce. Dass es Ochsenfleisch ist, sagt das Kapitel „Vom Ochsen“, nicht der Rezepttext; das Wort Ottwarsck selbst ist ungeklärt.

Anbraten, dann im Topf garen. Das Braten am Spieß ist ein Vorbraten, eine Garstufe nennt Rumpolt nicht; fertig gart das Fleisch im Topf. Zeuchs ab heißt am ehesten, das Stück vom Spieß zu ziehen, danach wird es kalt abgewaschen und zerschnitten.

Welche Brühe? Der Text setzt eine Brühe voraus, ohne zu sagen, woher sie kommt. Für die Praxis: das angebratene Fleisch im Kessel mit Rinderbrühe aus Fleischknochen aufgießen und darin fertig garen. Die Brühe wird durch ein Tuch oder Sieb geseiht, bevor die Zwiebeln hineinkommen.

Aufkochen. Das geriebene Roggenbrot kommt mit den Zwiebeln in die siedende Brühe und bindet sie erst beim Kochen. Gewürzt wird, wenn die Zwiebeln gar sind: abschmecken, dann Pfeffer, ein wenig Essig, Safran und Wacholderbeeren dazu und weiter sieden lassen, bis das Fleisch weich, aber nicht zerkocht ist.

Die Blutvariante. Blut und Essig kommen in die schon aufgekochte Brühe, dann lässt man sie noch einmal aufwallen und streicht sie durch, am einfachsten durch ein Sieb. Das Blut bindet zusätzlich und färbt die Sauce dunkel. Eine Menge nennt der Text nicht: ein paar Löffel bis eine Tasse, nach Konsistenz. Den Safran aus dem Grundrezept kann man beibehalten; ob er in der Variante wegfällt, sagt Rumpolt nicht.

Praxis. Ein festes Stück Rindfleisch am Spieß oder auf dem Rost über Glut rundum anbraten, in Stücke schneiden und im Kessel mit Brühe, Zwiebeln und geriebenem Roggenbrot sieden lassen. Mengen und Garzeit nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="Eingemacht" resp="#fyndling">Rumpolt verwendet ‚eingemacht‘ im Sinne von ‚in Brühe oder Sauce zubereitet und angerichtet‘, nicht als Konservierung im modernen Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="Ottwarsck" resp="#fyndling">Ungeklärtes Wort, bei Rumpolt nur hier und in den Wörterbüchern nicht nachgewiesen. Dass Ochsenfleisch gemeint ist, ergibt sich aus dem Kapitel „Vom Ochsen“ und aus dem Text, der vom Fleisch spricht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="Kromet" resp="#fyndling">Wacholder: Nebenform von kranewit (Goetze „kromet s. kranewit“, FWB „krammet s. kranwit“). ‚Kromet oder Wacholderbeer‘ sind zwei Namen für dieselbe Beere, nicht Preiselbeere und nicht der Krammetsvogel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="Hafen oder Kessel" resp="#fyndling">Ein ‚Hafen‘ ist ein Topf oder Kochgefäß, oft aus Ton oder Metall. Ein ‚Kessel‘ ist ein größerer Topf.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="Rückenbrot" resp="#fyndling">Roggenbrot (mittelniederdeutsch ruckenbrôt = roggenbrôt). Gerieben bindet es hier die Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="versotten" resp="#fyndling">Bedeutet ‚verkocht‘ oder ‚zu lange gegart‘.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0057-orig" n="schweiß" resp="#fyndling">Blut. Rumpolt nennt in anderen Rezepten des Kapitels Hühner-, Gänse- oder Kälberblut, hier steht nur ‚ein frischen schweiß‘ ohne Tierangabe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="Ottwarsck" resp="#fyndling">Ungeklärt; bei Rumpolt nur hier und in keinem Wörterbuch nachgewiesen. Ochsenfleisch ergibt sich aus dem Kapitel „Vom Ochsen“ und aus ‚daß das Fleisch nicht versotten wirt‘. Die Druckform bleibt stehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="Kromet oder Wachold erbeer" resp="#fyndling">Wacholderbeeren. Kromet ist eine Nebenform von kranewit, Wacholder (Goetze „kromet s. kranewit“, FWB „krammet s. kranwit“, Lexer); die Überschrift nennt zwei Namen für dieselbe Beere, der Rezepttext dann nur noch ‚Wacholderbeer‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="zeuchs ab" resp="#fyndling">Vom Spieß ziehen: naheliegend, weil es unmittelbar auf ‚laß braten‘ folgt und danach gewaschen und zerschnitten wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="die Bruͤh" resp="#fyndling">Eine Brühe, die der Text voraussetzt, ohne sie einzuführen; historisch naheliegend ist ein Sud, in dem das Fleisch im Topf gart, oder der Bratensaft vom Spieß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="frischen schweiß" resp="#fyndling">Frisches Blut, wie bei Rumpolt durchgängig: Nummer 18 ‚Hennenschweiß‘, Nummer 56 und 60 ‚Huͤnner/ Gaͤns oder Kaͤlbern schweiß‘ mit Essig in die Brühe. Welches Tier, sagt dieses Rezept nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="streichs durch" resp="#fyndling">Durchstreichen ohne Angabe des Geräts; Rumpolt nennt anderswo das Haartuch (Nummer 60 ‚durch ein Haͤrin Tuch‘), hier kein Gerät.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="Safran in der Variante" resp="#fyndling">Offen: Die Variante nennt nur Blut und Essig; ob der Safran des Grundrezepts dann wegfällt, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0057-orig" n="ein frischen schweiß (Menge)" resp="#fyndling">Keine Menge angegeben.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0058-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Stück geräuchertes Rindfleisch, zusammen mit grüner Petersilie gekocht. Rumpolt gibt nur diesen einen Satz: keine Mengen, keine Garzeit, keine Kochflüssigkeit.

Die Kochflüssigkeit. Der Text sagt nur „gekocht“. Praktisch heißt das: das Fleisch in einem Topf mit Wasser bedecken und sanft sieden lassen, bis es mürbe ist. Die Garzeit hängt vom Stück und von der Räucherung ab.

Die Petersilie. „Grün“ meint das Kraut, nicht die Wurzel. Wer die Farbe erhalten will, gibt die Petersilie gegen Ende in den Topf; „mit Petersilie gekocht“ lässt auch zu, sie von Anfang an mitzukochen.

Praxis. Stark gesalzenes Räucherfleisch vorher wässern oder das erste Kochwasser abgießen; das ist eine moderne Vorsichtsmaßnahme, der Text erwähnt es nicht. Das Fleisch in Scheiben mit der Petersilie und etwas Sud anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0058-orig" n="Gereuchert" resp="#fyndling">Geräuchert. Rumpolt sagt nichts darüber, ob das Fleisch zuvor gepökelt wurde, wie lange es im Rauch hing oder ob es vor dem Kochen gewässert wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0058-orig" n="gruͤner Pettersilgen" resp="#fyndling">Grüne Petersilie, also das Kraut und nicht die Petersilienwurzel, die Rumpolt an anderer Stelle eigens als „Pettersilgen Wurtzel“ nennt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0058-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend. Rumpolts übliche Schlusswendung, kein besonderes Lob.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0058-orig" n="gekocht (Kochflüssigkeit)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Flüssigkeit; gekocht wird in Wasser oder Brühe, beides ist mit dem Wortlaut vereinbar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0058-orig" n="mit gruͤner Pettersilgen gekocht (Zeitpunkt)" resp="#fyndling">„Mit Petersilie gekocht“ spricht dafür, dass die Petersilie mitkocht; wann sie in den Topf kommt, lässt der Text offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0058-orig" n="Wässern des Räucherfleischs" resp="#fyndling">Der Text erwähnt kein Wässern; es gilt deshalb nicht als Teil des Rezepts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0058-orig" n="gruͤner Pettersilgen (Verwendung)" resp="#fyndling">„Grün“ bezeichnet das Kraut, nicht die Wurzel; ob es mitgegessen oder nur als Würze im Sud verwendet wird, bleibt offen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0059-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Stück Rindfleisch wird mit gewürztem Speck gespickt und in Essig gelegt, damit es mürbe wird. Wer will, schlägt es danach in Roggenteig ein und backt es als Pastete. Heute kommt dem Fleisch in Teigkruste am nächsten, etwa eine Pâté en croûte. Eigen ist der Essig, der während des Backens in die Pastete gegossen wird.

Das Ansetzen auf dem Rost. Der Text sagt nur „quell es auff einẽ Roßt gar wol“. Setze das Fleisch kurz auf dem Rost über der Glut an, bis es außen fest ist. Innen bleibt es roh, denn es wird später noch gebacken. Wie lange Rumpolt es dort ließ, sagt er nicht.

Spicken und Beizen. Schneide den Speck in fingerdicke Streifen, wälze sie in Salz und Pfeffer und ziehe sie mit der Spicknadel ins Fleisch. Dann kommt das Fleisch in Essig. Der Text nennt keine Dauer; ein bis zwei Tage im Kühlen sind eine moderne Wahl.

Der Teig. Rückenteig ist Roggenteig. Nimm einen festen Teig aus Roggenmehl und Wasser, ersatzweise aus Weizenmehl. Er dient als Hülle, in der das Fleisch backt, nicht als feiner Mürbeteig. Schneide ein kleines Loch in den Deckel, durch das später der Essig hineinläuft.

Der Nachguss. Nach dem halben Backen kommt Essig durch einen Trichter in die Pastete. Ersatzweise nimm eine dünne dunkle Pfeffersauce. Gieße nur wenig nach, denn das Fleisch lag schon in Essig. Danach bäckt die Pastete fertig, und die Löcher werden mit einem Stück Teig verschlossen.

Praxis. Mengen, Backzeit und Hitze nennt der Text nicht, nur „warmen Ofen“, „halb backen“ und „gar backen“. Prüfe das Fleisch mit dem Fleischthermometer durch das Loch im Deckel und gare es nach deiner Vorliebe. Wer den Teig weglässt, brät oder schmort das gebeizte Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0059-orig" n="quell es auff einẽ Roßt" resp="#fyndling">Kurz auf dem Rost über der Glut ansetzen. Rumpolt schreibt an anderer Stelle „legs auff den Roßt/ vnd quells auff den Kolen“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0059-orig" n="spick" resp="#fyndling">Beim Spicken werden Speckstreifen mit einer Spicknadel in mageres Fleisch gezogen, damit es saftiger wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0059-orig" n="Neglein" resp="#fyndling">Alte Bezeichnung für Gewürznelken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0059-orig" n="Ruͤckenteig" resp="#fyndling">Roggenteig. Rumpolt schreibt auch „Rückenbrot“ für Roggenbrot; die Wörterbücher belegen „ruckenbrôt“ als Roggenbrot. Für das Wort „Rückenteig“ selbst gibt es keinen Wörterbuchbeleg, die Deutung folgt dem Brot.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0059-orig" n="schwartzen Pfeffer" resp="#fyndling">„Pfeffer“ ist bei Rumpolt oft ein Gericht: eine gebundene, gewürzte Sauce. „Schwartz“ meint ihre dunkle Farbe. Hier wird sie flüssig nachgegossen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0059-orig" n="Ruͤckenteig" resp="#fyndling">Roggenteig: Rumpolt schreibt „Rückenbrot“ für Roggenbrot (Lexer „ruckenbrôt“ = Roggenbrot) und stellt Rückenteig dem Weizenteig gegenüber; so auch rum-0039.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0059-orig" n="quell es auff einẽ Roßt" resp="#fyndling">Kurz auf dem Rost über der Glut ansetzen; Rumpolt schreibt bei einer anderen Pastete „legs auff den Roßt/ vnd quells auff den Kolen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0059-orig" n="gar wol (Grad des Ansetzens)" resp="#fyndling">Der Text lässt offen, wie weit das Fleisch vorgegart wird; „gar wol“ kann auch ein gründliches Vorgaren meinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0059-orig" n="schwartzen Pfeffer" resp="#fyndling">Eine gebundene, dunkle Pfeffersauce: „Pfeffer“ ist bei Rumpolt oft ein Gericht (vgl. rum-0080), und sie wird durch einen Trichter gegossen, ist also flüssig.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0059-orig" n="halb backen / gar backen" resp="#fyndling">Der Text nennt nur zwei Backabschnitte, ohne Zeit und ohne Hitze, außer „warmen Ofen“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0060-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Klöße aus klein geschnittenem Rindfleisch, Rinderfett, Speck, Zwiebel, geriebenem Weißbrot, Eiern, Pfeffer und Ingwer werden in Wasser gegart und danach in einem Pfeffer nachgezogen. Der Pfeffer ist eine Sauce: die Kochbrühe der Klöße mit Blut und Essig, mit Brot, Zwiebeln und Äpfeln gebunden, durchgestrichen und mit Zimt und Pfeffer gewürzt, nach Wahl süß oder sauer. Heute denkt man an Fleischklöße in Sauce; wegen des Bluts liegt der Geschmack eher bei Schwarzsauer oder Hasenpfeffer.

Klöße formen und garen. Der Text sagt, die Klöße seien von sauberem Fett zu machen; was genau gemeint ist, bleibt offen. Praktisch formt man sie aus der gehackten Fleisch-Fett-Masse, rund oder länglich. Salz nennt der Text nicht. Die Klöße im Kessel gut sieden lassen, herausnehmen und abkühlen lassen; dabei werden sie fester. Die Kochbrühe nicht weggießen, sie ist die Grundlage der Sauce.

Blut in die kalte Brühe. Der Text verlangt, die Brühe kalt werden zu lassen, bevor Blut und Essig hineinkommen. Er begründet das nicht; praktisch verhindert es, dass das Blut sofort stockt. Blut mit dem Essig verrühren, in die kalte Brühe geben und erst dann erhitzen, danach nur schwach sieden lassen. Frisches Blut gekühlt halten und am Tag der Beschaffung verbrauchen.

Brot, Sieden, Durchstreichen. Brot, Zwiebel, Äpfel und Bertramkraut klein schneiden und in der Sauce mitsieden, bis das Brot zerfällt und bindet. Dann alles durch ein feines Sieb oder Passiertuch streichen. Mengen nennt der Text nicht: so viel Brot, dass die Sauce nach dem Passieren sämig ist.

Bertramkraut. Gemeint ist das Kraut, nicht die Wurzel; welche Bertram-Art, bleibt offen. Ist kein Kraut zu bekommen, kann sehr wenig Bertramwurzel aus dem Gewürzhandel als moderner Ersatz dienen, sparsam dosiert.

Würzen, süß oder sauer. Mit Zimt, Pfeffer und mildem Gewürz abschmecken; welches milde Gewürz über Zimt und Pfeffer hinaus gemeint ist, sagt der Text nicht. Ob süß oder sauer, entscheidet der Koch: etwas Zucker oder mehr Essig.

Praxis. Die Klöße in die passierte Sauce geben und darin sieden lassen, bis sie durchgewärmt sind und Sauce angenommen haben. Ohne Blut bindet nur das Brot; die Sauce wird heller und dünner. Garzeiten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Hier der Name einer würzigen, gebundenen Sauce und damit des ganzen Gerichts, nicht nur das Gewürz. Die Überschrift sagt es selbst: Klöße in einem Pfeffer/ mit seiner zugehoͤrung. In diesem Rezept bindet Brot die Sauce.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="Rindtfeißt" resp="#fyndling">Alte Schreibweise für Rinderfett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Bezeichnet Weißbrot, das hier gerieben in die Kloßmasse kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="schweiß" resp="#fyndling">Blut. Schweiß ist das ältere Wort für Blut, und Rumpolt gebraucht es durchgängig so; Hühner-, Gänse- und Kälberblut nennt er auch in anderen Pfeffer-Rezepten nebeneinander. Die Brühe, in die das Blut kommt, ist die Kochbrühe der Klöße.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="lindem Gewuͤrtz" resp="#fyndling">Mildes Gewürz. Der Text nennt danach nur Zimt und Pfeffer; welche milden Gewürze sonst gemeint sein könnten, sagt er nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0060-orig" n="Bertram Kraut" resp="#fyndling">Das Kraut einer Bertram-Pflanze; der Druck sagt ausdrücklich Kraut. Welche Art gemeint ist, bleibt offen: Bertram war der Name verschiedener Pflanzen, darunter die Bertram-Schafgarbe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0060-orig" n="Huͤnner/ Gaͤns oder Kaͤlbern schweiß" resp="#fyndling">Hühner-, Gänse- oder Kälberblut. Schweiß als Substantiv ist nach DWB und FWB Blut. Das Wort wird hier als Zutat mit Essig in die Bruͤh gegeben, die Brühe ist also eine eigene Flüssigkeit. Rumpolt gebraucht dieselbe Formel im Ochsenkapitel mehrfach für Blut, etwa bei der Ochsenzunge im Pfeffer (Hennenschweiß/ Essig/ vnd Rindtfleischbruͤh die kalt ist) und im linden Pfeffer von Huͤnerschweiß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0060-orig" n="võ sauberm feißt" resp="#fyndling">Wörtlich übersetzt: Klöße von sauberem Fett. Der Bezug ist offen. Am nächsten liegt, dass die Klöße aus der zuvor gehackten Masse aus Fleisch, Rinderfett und Speck geformt werden und sauber die sorgfältig gehackte Masse meint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0060-orig" n="Bertram Kraut" resp="#fyndling">Bertramkraut, also das Kraut einer Bertram-Pflanze. Der Druck sagt ausdrücklich Kraut, und die Ochsenzunge im Pfeffer im selben Kapitel verwendet es ebenso mit Brot, Zwiebeln und Äpfeln. Die Art bleibt offen (FWB: Name verschiedener Pflanzen, darunter Bertram-Schafgarbe).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0060-orig" n="lindem Gewuͤrtz" resp="#fyndling">Mildes Gewürz, ohne nähere Bestimmung. Nachgestellt folgen Zim̃et vnd Pfeffer; sie können die Aufzählung dessen sein, was Rumpolt unter mildem Gewürz versteht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0061-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Dauerwurst aus gleichen Teilen entfettetem Rindfleisch und fettem Schweinefleisch, nur mit Salz und Pfeffer gewürzt, in einen dicken Darm gestopft, im Rauch getrocknet und vor dem Essen drei Stunden gekocht. Gegessen wird sie kalt, in Scheiben, ohne Darm. Nr. 61 ist das Grundrezept, auf das sich die Zungenwurst Nr. 20 und die gefüllte Zunge Nr. 11 stützen. Heute erinnert sie an eine grobe Zervelat- oder Dauerwurst; das ist nur ein Vergleich, keine Herleitung des Namens.

Fleisch und Würze. Vom Rindfleisch wird alles Fett weggeschnitten - Rumpolt sagt selbst, es würde sonst ranzig. Das Fett kommt über das fette Schweinefleisch wieder hinein. Beides wird mit dem Messer sehr klein geschnitten; gestoßen wird das Fleisch nicht, im Mörser wird nur der ganze Pfeffer grob angestoßen. Das Salz wird in der Pfanne warm gemacht, der Pfeffer untergerührt, und die Mischung eine halbe bis ganze Stunde mit den Händen ins Fleisch eingerieben. Warum das Salz erwärmt wird, sagt Rumpolt nicht. Mengen nennt er keine, weder für Fleisch noch für Salz oder Pfeffer.

Darm und Füllen. Genommen wird der dickste Darm vom Ochsen oder vom Schwein, gründlich vom Fett befreit und mit einem Tuch ganz trocken gemacht. Ein Ende wird zugebunden, das Fleisch so fest wie möglich hineingedrückt, der Darm mit einer Nadel angestochen, damit sich keine Luftblasen bilden, und dann fest zugebunden.

Rauch und Winter. Die Wurst kommt nicht in den Schornstein, sondern in Rauch, an den keine Hitze kommt, bis sie getrocknet ist. Dann wird sie laut Rumpolt innen schön rot und hält lange. Wie lange sie hängt, sagt er nicht. Er verlangt ausdrücklich den Winter: je kälter, desto besser.

Kochen und Aufschneiden. Rumpolt formuliert das Kochen als „wenn du sie aber wilt kochen“: drei Stunden, nicht länger, dann kalt werden lassen, rund oder beliebig aufschneiden und den Darm abziehen. Die vier bis sechs Wochen, die man davon essen kann, sind die Haltbarkeit der fertigen Wurst; ob gekocht oder ungekocht, lässt der Text offen.

Praxis. Den dicksten Darm beim Metzger vorbestellen, etwa Rinderkranzdarm oder Schweinedickdarm; Kunstdarm geht, ist aber nicht historisch. Salz und Pfeffer nach Erfahrung, Rumpolt gibt keine Menge vor. Ungepökeltes Fleisch, das ungekühlt im Rauch hängt, ist nach heutigen Hygieneregeln heikel: nur bei Wintertemperatur arbeiten, kalt räuchern und die Wurst vor dem Essen wie bei Rumpolt drei Stunden kochen. Nicht roh essen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="Zurwonada" resp="#fyndling">Rumpolts Name für diese Wurst. Im Buch auch als Ziewonada (Nr. 20) und Zirwonada (Speisefolge). In den Wörterbüchern nicht gefunden; die Bedeutung des Namens ist offen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="Welsche Wuͤrst" resp="#fyndling">‚Welsch‘ heißt romanisch, meist italienisch oder französisch. Es ist Rumpolts Herkunftsangabe; mehr sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="Feißt" resp="#fyndling">Fett. Rumpolt lässt es vom Rindfleisch wegschneiden, damit die Wurst nicht ‚garstig‘, also ranzig, wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="Moͤrsel" resp="#fyndling">Im Mörser wird hier nur der ganze Pfeffer grob angestoßen. Das Fleisch wird mit dem Messer ‚gar klein‘ geschnitten, nicht gestoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="Gluua" resp="#fyndling">Eine Nadel. Das Wort entspricht frühneuhochdeutsch ‚glufe‘, Stecknadel. Rumpolt sticht mit der Gluua auch kleine Löcher in rohe Eier und in unreife Nüsse.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="blattert" resp="#fyndling">Blasen wirft. Das Anstechen soll verhindern, dass sich im Darm Luftblasen bilden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="Rauch, da kein Hitz zugehet" resp="#fyndling">Die Wurst hängt im Rauch, aber fern vom Feuer, damit sie trocknet und nicht gart; deshalb ausdrücklich nicht im Schornstein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="im Winter machest" resp="#fyndling">Rumpolts eigene Begründung: je kälter, desto besser lassen sich solche Zutaten verarbeiten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0061-orig" n="vier oder sechs Wochen" resp="#fyndling">So lange kann man laut Rumpolt von der Wurst essen, ‚wie lang sie wehrt‘. Wie lange sie im Rauch hängt, sagt er nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="Zurwonada" resp="#fyndling">Als Name der Wurst beibehalten: Der Text sagt „die man nennt Zurwonada“. Im Buch auch Ziewonada (Nr. 20) und Zirwonada (Speisefolge); kein Wörterbuchbeleg.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="Gluua" resp="#fyndling">Nadel, Stecknadel: frühneuhochdeutsch ‚glufe‘ (FWB: ‚Stecknadel oder vergleichbares Kleingerät‘; Lexer: glufe = acicula). Rumpolt sticht damit auch kleine Löcher in Eier und Nüsse, was zu einer feinen Nadel passt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="dz er nit blattert wirt" resp="#fyndling">Damit der Darm keine Blasen wirft, also keine Luft eingeschlossen bleibt; der Nachsatz „so kompt dz Fleisch fest vbereinander“ stützt das.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="Salzmenge" resp="#fyndling">Rumpolt nennt weder Menge noch Pökelmittel; Salz und Pfeffer nach Erfahrung des Kochs, kein Salpeter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="Salz in der Pfanne erwärmen" resp="#fyndling">Belegter Arbeitsschritt ohne genannten Zweck; so wiedergegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="dicksten Darm vom Ochsen oder vom Schwein" resp="#fyndling">Der jeweils dickste verfügbare Darm; welcher Darmabschnitt, sagt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="daß sie trucknet (Dauer im Rauch)" resp="#fyndling">Die Wurst hängt, bis sie trocken ist; eine Dauer nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0061-orig" n="Wenn du sie aber wilt kochen" resp="#fyndling">Kochen vor dem Essen, drei Stunden, dann kalt aufschneiden; so auch in Rumpolts Speisefolge, wo sie gesotten und kalt aufgetragen wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Papierdünn ausgezogene Teigblätter werden mit zerlassenem Speck bestrichen und gestapelt, mit Äpfeln, Rosinen, Zimt, Zucker und Ochsenmark gefüllt und im Ofen gebacken. Heute kommt dem der Apfelstrudel am nächsten, auch Apfeltaschen aus Blätterteig. Anders als heute steckt Rindermark in der süßen Füllung. Krapfen heißt hier nur Gebäck mit Füllung, nicht Schmalzgebäck.

Der Teig. Mehl, warmes Wasser und etwas Salz werden eine bis anderthalb Stunden geknetet, bis der Teig nicht mehr an Tisch und Händen klebt. Erst dann ist er dehnbar genug, um sich papierdünn ausziehen zu lassen. Rumpolt will zwanzig bis dreißig solcher Blätter. Das ist kein Blätterteig mit Touren, sondern ein ausgezogener Teig wie beim Strudel oder Filo.

Der Speck. Schneide den Speck klein und lass ihn bei niedriger Hitze aus. Verwende das Fett nur lauwarm, denn heißes Fett würde die dünnen Blätter verkleben oder angaren. Bestreiche jedes Blatt einzeln mit dem Pinsel und lege die Blätter aufeinander. Das Fett zwischen den Lagen hält sie beim Backen getrennt und macht sie mürbe.

Die Füllung. Schäle und entkerne die Äpfel und schneide sie in feine Würfel, eine säuerliche Sorte wie Boskoop passt gut. Schabe das Mark sauber ab, schneide es fein klein und rühre es mit Äpfeln, kleinen schwarzen Rosinen, Zimt und Zucker unter. Das Mark schmilzt beim Backen in die Füllung.

Einschlagen und Backen. Gib die Füllung auf den Blätterstapel, schlage den Teig darüber ein und schneide die Krapfen mit dem Teigrädchen ab. Bestreiche sie mit Eigelb und backe sie bei etwa 180 bis 200 °C, bis sie goldbraun sind. Bleib dabei, denn Fett und Eigelb bräunen schnell.

Praxis. Mengen, Hitze und Backzeit nennt der Text nicht. Zuckere erst nach dem Backen, dann verbrennt der Zucker nicht. Trage die Krapfen warm auf, wie Rumpolt es verlangt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0062-orig" n="Spañische Krapffen" resp="#fyndling">„Spanisch“ ist Rumpolts eigene Herkunftsangabe. Er erklärt sie nicht, und das Rezept verrät nicht, was daran spanisch sein soll.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0062-orig" n="Krapffen" resp="#fyndling">Im Frühneuhochdeutschen allgemein ein Gebäck mit Füllung, nicht das heutige Schmalz- oder Hefegebäck. Hier kommen die Krapfen in den Ofen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0062-orig" n="zerlaß jn fein kuͤl" resp="#fyndling">„Lass ihn schön kühl zergehen“: kül heißt eher kalt als warm, küle eine laue Temperatur. Gemeint ist wohl, den Speck nur mäßig warm zu zerlassen und nicht heiß aufzustreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0062-orig" n="auffgetrieben" resp="#fyndling">Hier der Teig, den man ausgezogen und ausgebreitet hat. Beim Zungenkrapfen (Rezept 96 des Buchs) steht dasselbe Wort für den mit dem Wellholz dünn ausgetriebenen Teig. Von einem Aufgehen ist nicht die Rede, ein Triebmittel gibt es nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0062-orig" n="Marck" resp="#fyndling">Rindermark; die Überschrift nennt es Ochsenmark. Der Text verlangt nur, es mit dem Messer sauber abzuschaben und fein klein zu schneiden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0062-orig" n="Raͤdtlein" resp="#fyndling">Teigrädchen, mit dem die gefüllten Krapfen abgeschnitten werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="Spañische Krapffen" resp="#fyndling">„Spanische Krapfen“: Herkunftsangabe Rumpolts, wörtlich wiedergegeben und nicht gedeutet; Krapfen = gefülltes Gebäck, das laut Text in den Ofen kommt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="zerlaß jn fein kuͤl" resp="#fyndling">„Lass ihn schön kühl zergehen“, also bei milder Wärme zerlassen und nur lauwarm verwenden; kül = eher kalt als warm, küle = laue Temperatur.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="auffgetrieben" resp="#fyndling">Ausgezogen, ausgebreitet: bezieht sich auf die papierdünn ausgezogenen und gestapelten Teigblätter; Rumpolt gebraucht „auffgetrieben“ auch für den mit dem Wellholz ausgetriebenen Krapfenteig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="schabs mit einem Messer sauber ab" resp="#fyndling">Das Mark sauber abschaben, also Blutreste und Häutchen entfernen; Rumpolt schreibt bei Mark auch „schab das Blut davon mit einem Messer“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="Speck" resp="#fyndling">Frischer, ungesalzener Schweinespeck; so gebraucht Rumpolt das Wort auch sonst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="Epffel" resp="#fyndling">Der Text nennt nur Äpfel und keine Vorbereitung (Schälen, Entkernen, Schneiden).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="Marck … schneidt es fein klein" resp="#fyndling">Das fein geschnittene Mark wird unter die Apfel-Rosinen-Masse gemischt; das Kleinschneiden spricht dafür, auch wenn der Text das Mark im Satz „ruͤr die Epffel vnnd Rosein vntereinander“ nicht nennt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="schlag es in diesen Teig eyn" resp="#fyndling">Die Füllung auf den Stapel der bestrichenen Blätter geben, den Teig darüber einschlagen und die Krapfen mit dem Rädchen abschneiden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="bestraͤw es mit weissem Zucker" resp="#fyndling">Der Zucker steht im Text nach Eidotter und Ofen und vor dem Auftragen, also eher nach dem Backen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0062-orig" n="schaw, daß du es nicht verbrennest" resp="#fyndling">Rumpolt nennt weder Hitze noch Backzeit, nur die Warnung vor dem Verbrennen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0063-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern eine Verweiszeile im Kapitel „Vom Ochsen“: ein Stück Rindfleisch mit Meerrettich, „wie vorhin vermeldt ist“. Garart, Stück, Menge und Würzung nennt Rumpolt an dieser Stelle nicht. Heute erinnert die Verbindung an Siedfleisch oder Tafelspitz mit Kren; das ist ein Vergleich, keine Herleitung.

Worauf verweist „wie vorhin vermeldt“? Rumpolt nennt kein Ziel. Vorher kommt Meerrettich im Ochsenkapitel nur zweimal vor: in Nummer 17 (Ochsenzunge, der Meerrettich mit Mandeln zerrieben und in Hühner- oder Rinderbrühe aufgekocht, Rinderfett dazu) und in Nummer 45 (Rinderbraten, der Meerrettich zerstoßen oder zerrieben und in Rinderbrühe zerlassen). Weil hier „ein Stück Rindfleisch“ steht und keine Zunge, liegt Nummer 45 etwas näher. Belegen lässt sich das nicht. Beiden Stellen gemeinsam ist nur: Meerrettich, in Rinderbrühe gelöst, zum Rindfleisch.

„zugericht“. Gelesen als „zubereitet“. Ob eher das Anrichten gemeint ist, lässt sich bei einer einzigen Verweiszeile nicht entscheiden.

Praxis. Wer die Nummer nachkochen will, hält sich als Standard an Nummer 45: Rindfleisch braten, Meerrettich frisch reiben, in heißer Rinderbrühe anrühren und dazu reichen. Die Fassung mit Mandeln und Rinderfett aus Nummer 17 ist die Alternative. Beides ist eine Übertragung, keine Anweisung Rumpolts für diese Nummer.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0063-orig" n="zugericht" resp="#fyndling">zubereitet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0063-orig" n="vorhin vermeldt" resp="#fyndling">weiter oben erwähnt. Rumpolt nennt die gemeinte Stelle nicht; im Ochsenkapitel kommen dafür die Nummern 17 und 45 in Frage, die einzigen früheren Stellen mit Meerrettich.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0063-orig" n="Merrettich" resp="#fyndling">Meerrettich. Rumpolt nennt ihn in den Nummern 17 und 45 auch „Krehn“, das heutige Kren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0063-orig" n="wie vorhin vermeldt ist" resp="#fyndling">Verweis ohne genanntes Ziel: Rumpolt setzt eine früher beschriebene Meerrettich-Zubereitung voraus, nennt aber weder die Stelle noch die Garart des Rindfleischs. Die Lesart bleibt deshalb offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0063-orig" n="zugericht" resp="#fyndling">„zubereitet“, die allgemeine Bedeutung von zurichten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0064-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geformte Klöße aus gehacktem Rindfleisch, Rinderfett, Zwiebel, Safran und Ei, die erst auf dem Rost gebraten und dann in Brühe fertig gegart werden. Heute am nächsten sind Fleischpflanzerl oder Buletten, die nach dem Anbraten in Sauce weiterziehen.

Die Masse. Rumpolt sagt nur „Fleisch“; das Kapitel ist das vom Ochsen, also Rindfleisch. Nimm mageres Rindfleisch aus Schulter oder Wade und hacke oder wolfe es fein, zusammen mit dem Rinderfett. Die Zwiebel kommt roh und fein gehackt hinein, ein Andünsten nennt der Text nicht. Die Eier sind das einzige Bindemittel; Brot steht anders als bei den weißen Knödeln des nächsten Rezepts nicht im Text. Salz nennt Rumpolt ebenfalls nicht.

Braten auf dem Rost. Die Masse ohne Brot ist weich und bricht auf dem Rost leicht. Forme die Knödel deshalb eher flach und länglich, lege sie auf den gut vorgeheizten, gefetteten Rost und wende sie erst, wenn die Unterseite eine feste Kruste hat. Die Kruste hält die Knödel zusammen, bevor sie in die Flüssigkeit kommen.

Eindämpfen. Nach dem Braten kommen die Knödel in einen Kessel und werden mit Rinderbrühe übergossen. Ohne Brühe nimmt man Wasser mit geschnittener Petersilienwurzel, zerstoßenen Wacholderbeeren, Pfeffer und etwas Safran. „Dämpfe es miteinander ein“ nennt weder Hitze noch Dauer. Praktisch: zugedeckt bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Knödel durchgegart sind und die Flüssigkeit etwas eingekocht ist.

Praxis. Der Text nennt weder Mengen noch Zeiten. Als eigene Schätzung: etwa 20 bis 30 Minuten sanftes Köcheln für mittelgroße Knödel. Hackfleisch mit rohem Ei immer vollständig durchgaren. Ein weiter, flacher Topf oder Bräter mit Deckel ersetzt den Fischkessel; die Knödel sollen nebeneinander liegen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0064-orig" n="Ochsenfeißt" resp="#fyndling">Feißt heißt Fett; gemeint ist Rinderfett. Rumpolt schreibt in den Nachbarrezepten auch Rindtfeißt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0064-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Rost: ein Gitter, das man warm macht und auf das man das Bratgut legt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0064-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Überzinnt = verzinnt, also ein innen mit Zinn überzogener Kessel. Rumpolt nimmt den Fischkessel auch für die weißen Knödel des nächsten Rezepts; Fisch ist dafür nicht nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0064-orig" n="daͤmpff es miteinander ein" resp="#fyndling">Eindämpfen heißt dünsten, garen. Hier: alles zusammen in der Flüssigkeit fertig garen lassen. Wie lange und ob die Brühe dabei einkocht, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0064-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend, gut im Geschmack.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0064-orig" n="daͤmpff es miteinander ein" resp="#fyndling">Die Knödel garen zugedeckt in der Flüssigkeit fertig; eindämpfen heißt im Wörterbuch dünsten, garen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0064-orig" n="Fleisch" resp="#fyndling">Rindfleisch, weil das Rezept im Kapitel vom Ochsen steht; der Text sagt nur „Fleisch“ und „hack es durcheinander“, wie fein, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0064-orig" n="ein wenig Zwibel" resp="#fyndling">Roh mitgehackt, denn alles wird zusammen durcheinandergehackt; ein Andünsten nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0064-orig" n="Salz" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Salz; es wird nicht ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0064-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein verzinnter Kessel, der im Buch auch für andere Knödel dient; Form und Größe nennt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0065-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Knödel aus fein gehacktem Rindfleisch, Rinderfett, eingeweichtem Weißbrot und Ei. Sie sieden eine Stunde in Wasser und werden dann in ihrer eigenen, durchgeseihten Brühe mit ganzem Pfeffer, Muskatblüte und Petersilienwurzel weitergezogen. Heute kommen Fleischklößchen in Brühe am nächsten. Weiß bleiben sie, weil das Fleisch vorher gewässert wird und weder Safran noch Braten im Spiel sind, anders als bei den Knödeln der Nachbarrezepte.

Fleisch und Masse. Das Rindfleisch dünn und klein schneiden, in kaltes Wasser legen und das Wasser zwei- bis dreimal wechseln, bis es hell ist. Das Rinderfett von Häutchen befreien. Weißbrot oder Semmeln ohne Rinde in Wasser einweichen und kräftig ausdrücken. Fleisch, Fett und Brot sehr fein hacken, ersatzweise durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Brot und Ei binden die Masse.

Wie viele Eier? Rumpolt schreibt „ein Ei oder drei“. Für die Praxis heißt das: mit einem Ei anfangen und nachlegen, bis sich die Masse gut formen lässt.

Der zweite Sud. Wie lange die Knödel in der gewürzten Brühe bleiben, sagt der Text nicht. Im Kalbsknödel-Rezept desselben Buchs lässt Rumpolt sie in der Brühe mit Petersilienwurzel und Muskatblüte sieden, bis sie gar sind. Das Wasser dabei nur sieden lassen, nicht sprudelnd kochen. Wozu das kalte Wasser dazwischen dient, begründet der Text nicht.

Kraut oder Rüben. Das Fett, das beim Sieden aus den Knödeln austritt, wird abgeschöpft und zum Schmälzen von Kraut oder Rüben verwendet. Praktisch heißt das: Weißkohl, Sauerkraut oder Speiserüben (etwa Mairüben) in diesem Fett dünsten.

Praxis. Salz nennt das Rezept nicht. Im Kalbsknödel-Rezept gibt Rumpolt etwas Salz in die Masse; deshalb vorher einen Probeknödel sieden und abschmecken. Die ganze Muskatblüte meint die getrockneten Blätter der Macis, nicht die Nuss.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0065-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Ein Kessel, der eigentlich zum Fischsieden gedacht ist, meist länglich. Rumpolt nimmt ihn im Ochsenkapitel mehrfach für Brühen und Knödel, auch im vorigen Rezept; ein Fisch kommt hier nicht vor.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0065-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0065-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot. „Beschnitten“ heißt hier: die Rinde ist abgeschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0065-orig" n="klaub" resp="#fyndling">Von „klauben“, auslesen, säubern. Das Rinderfett wird von Häutchen befreit.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0065-orig" n="Feißt" resp="#fyndling">Fett; hier das Rinderfett, das beim Sieden aus den Knödeln austritt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0065-orig" n="schmeltz" resp="#fyndling">„Schmälzen“: eine Speise mit Fett zubereiten. Kraut oder Rüben werden in dem abgeschöpften Fett gedünstet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">„Fischkessel“ bleibt im Text stehen. Rumpolt nennt den Kessel zweimal ausdrücklich und nutzt ihn im Ochsenkapitel mehrfach für Brühen und Knödel; die Wortwahl gehört zum Text.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="schmeltz Kraut oder Ruͤben darmit" resp="#fyndling">„schmälze Kraut oder Rüben damit“: mit dem Fett zubereiten. Die Mundartwörterbücher (Elsass, Pfalz, Rheinland) führen „schmelzen“ als „den Speisen Fett zusetzen“, Adelung und Campe als „mit Schmalz oder Butter bereiten“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="beschnittenen Weck" resp="#fyndling">Weißbrot, dem die Rinde abgeschnitten ist. Im Kalbsknödel-Rezept desselben Buchs wird der Weck ebenfalls eingeweicht, „wann er beschnitten ist“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="ein Ey oder drey" resp="#fyndling">„ein Ei oder drei“: Rumpolt lässt die Wahl, die Zahl richtet sich nach der Feuchte der Fleisch-Brot-Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="Kraut oder Ruͤben" resp="#fyndling">Kraut als Kohlgemüse allgemein, Rüben als weiße Rüben oder Mairüben; beides wird im Knödelfett geschmälzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="nicht boͤß" resp="#fyndling">„nicht übel“, bezogen auf das Abschöpfen des Fetts. Im Kalbsknödel-Rezept begründet Rumpolt das Abschöpfen damit, dass die Knödel „weiß und nicht feißt“ bleiben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="gantze Muscatbluͤt" resp="#fyndling">Ganze Muskatblüte (Macis), also die getrockneten Blätter um die Nuss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0065-orig" n="klaub Rindernfeißt sauber" resp="#fyndling">Das Rinderfett auslesen und von Häutchen befreien. Im Kalbsknödel-Rezept wird das Fett so geklaubt, „dz das Haͤutlein darvon kompt“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0066-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dünn geschnittene Rindfleischscheiben, mit dem Messerrücken geklopft, schnell auf dem Rost gebraten und mit zerlassenem Speck begossen. Dazu kommt eine kurz aufgekochte Brühe aus Rindfleischbrühe, Pfeffer, Essig und frischer Butter, die erst beim Anrichten über das Fleisch gegossen wird. Heute am ehesten vergleichbar mit kurz gebratenen Rindfleischscheiben und einer Essig-Butter-Pfannensauce.

Klopfen. Das Klopfen mit dem Messerrücken macht die Scheiben gleichmäßig dünn und lockert die Faser. So werden sie auf dem Rost in kurzer Zeit gar, was zu „brat es geschwindt“ passt.

Speck. Mageres Rindfleisch trocknet auf dem Rost schnell aus und setzt an; der zerlassene Speck liefert das Fett. Welcher Speck gemeint ist und wann oder wie oft begossen wird, sagt der Text nicht. Praktisch geht ausgelassenes Schweinefett oder Bauchspeck-Schmalz, mit Pinsel oder Löffel aufgetragen.

Die Brühe. Brühe, Pfeffer, Essig und die feste Butter werden zusammen aufgekocht. Ohne Mehl oder Brot bindet die Brühe kaum, die Butter verteilt sich beim Aufkochen nur teilweise darin. Die Reihenfolge des Textes ist klar: das Fleisch bleibt bis zum Anrichten trocken, die Brühe kommt erst auf dem Teller darüber.

Praxis. Rinderfilet, Lende oder Rumpsteak in dünne, längliche Scheiben schneiden und flach klopfen. Auf dem Rost über kräftiger Glut kurz braten und dabei mit Schmalz bepinseln. Wenig salzen, Brühe und Speck bringen schon Salz mit. Für die Brühe eine gute, entfettete Rinderbrühe mit einem bis zwei Esslöffeln mildem Weinessig pro Tasse, etwas frisch gestoßenem Pfeffer und einem Stück kalter Butter kurz aufkochen und beim Anrichten über das Fleisch gießen. Mengen und Zeiten nennt Rumpolt nicht, das sind Vorschläge.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0066-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Rost, ein Gitter, auf dem Fleisch über dem Feuer gebraten wird. Aus welchem Material er sein soll, sagt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0066-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Frische, nicht geschmolzene Butter, im Gegensatz zum zerlassenen Speck kurz davor. „Zerlassen“ heißt Butter oder Fett schmelzen bzw. auslassen. Dieselbe Wendung „frische vnzerlassene Butter“ steht im Buch öfter, etwa bei der Ochsenzungenpastete und beim gebeizten Rinderbraten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0066-orig" n="Carwenada" resp="#fyndling">Rumpolts Name für das Gericht; das Wort selbst ist in keinem Wörterbuch belegt, die Herkunft ist offen. Naheliegend ist ein Anklang an Carbonade: Godefroy erklärt altfranzösisch carbonade als auf Kohlen gegrilltes Fleisch, Schmeller führt Carbonade für Augsburg. Das passt zum Braten auf dem Rost, ist aber eine Deutung, kein Beleg.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0066-orig" n="eben darvber" resp="#fyndling">„Eben“ heißt hier gleichmäßig oder genau; die Brühe wird beim Anrichten über das Fleisch gegossen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0066-orig" n="Carwenada" resp="#fyndling">Als Eigenname beibehalten. Herkunft offen; der Anklang an Carbonade (Godefroy: frz. carbonade = auf Kohlen gegrilltes Fleisch; Schmeller: Carbonade, augsburgisch) passt zur Zubereitung auf dem Rost.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0066-orig" n="eben darvber" resp="#fyndling">„gleichmäßig darüber“: eben im Sinn von gleichmäßig, die Brühe wird über die ganze Portion verteilt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0066-orig" n="zerlassenem Speck" resp="#fyndling">Zerlassener, also ausgelassener Speck; Speckart und Zeitpunkt des Begießens nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0066-orig" n="Essig" resp="#fyndling">Essig ohne Angabe von Art, Stärke und Menge; Weinessig ist die naheliegende Deutung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0066-orig" n="Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Brühe, in der Rindfleisch gesotten wurde; wie sie gewonnen wird, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0066-orig" n="Rindtfleisch (Teilstück)" resp="#fyndling">Rindfleisch vom Ochsen ohne Angabe des Teilstücks; der Text verlangt nur, dass es sich dünn schneiden und klopfen lässt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0067-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Klöße aus gehacktem Rindfleisch, eingeweichtem Weißbrot, Eiern, Safran, Pfeffer und schwarzen Rosinen, die zuerst in Butter braun geröstet und dann in einer fertigen Pfeffersauce gesotten werden. Heute kommen Hackfleischklöße oder Frikadellen in Soße am nächsten, mit der Süße der Rosinen gegen den Pfeffer. Von den Rindfleischknödeln der Nachbarrezepte unterscheiden sich diese durch die Rosinen, das Rösten in Butter und die Pfeffersauce.

Fleisch und Masse. Das Rindfleisch klein schneiden, das Fett auslesen und das magere Fleisch fein hacken, ersatzweise durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Weißbrot oder Semmel ohne Rinde einweichen, kräftig ausdrücken und unterhacken; gut ausgedrückt bleibt die Masse formbar statt matschig. Brot und Eier binden sie.

Wie viele Eier? Rumpolt schreibt „drei oder vier“. Mit drei beginnen und das vierte nur nehmen, wenn die Masse zu trocken bleibt und nicht zusammenhält.

Welche Rosinen? Verlangt sind große und kleine schwarze Rosinen, welche Sorten, sagt der Text nicht. Für die Praxis dunkle Rosinen und Korinthen mischen.

Rösten in Butter. Gefäß und Dauer nennt der Text nicht, nur das Ziel: braun, nicht schwarz. Praktisch heißt das: Pfanne, mittlere Hitze, die Knödel wenden, bis sie rundum braun sind. Die Kruste hält sie beim anschließenden Sieden zusammen. Nicht zu groß formen, etwa walnuss- bis eigroß, damit sie in der Sauce durchgaren.

Welcher Pfeffer? Die Sauce setzt Rumpolt als fertig voraus und beschreibt sie hier nicht. Im selben Kapitel gibt er einen ausführlichen Pfeffer: Brühe mit Blut und Essig, darin Brot, Zwiebeln und Äpfel gesotten, durch ein Tuch gestrichen und mit Zimt und Pfeffer abgeschmeckt. Eine solche dunkle, mit Brot gebundene Pfeffersauce ist die naheliegende Wahl, festgelegt ist sie durch dieses Rezept aber nicht.

Praxis. Das Fleisch frisch hacken und rasch verarbeiten. Die Pfeffersauce vorher kochen, die gerösteten Knödel hineinlegen und darin sieden lassen, bis sie durchgegart sind.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0067-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Hier nicht das Gewürz allein, sondern eine mit Pfeffer gewürzte Brühe oder Soße und das darin gegarte Gericht; in dieser Bedeutung führt es auch das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch. Rumpolt setzt den Pfeffer als fertig voraus und beschreibt ihn in diesem Rezept nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0067-orig" n="Weck oder Semmel" resp="#fyndling">Beides meint Weißbrot. Es wird eingeweicht, ausgedrückt und unter das Fleisch gehackt, wo es zusammen mit den Eiern die Masse bindet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0067-orig" n="beschnittẽ Weck" resp="#fyndling">Beschnittenes Weißbrot: Weißbrot, von dem die Rinde abgeschnitten ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Eine gewürzte, fertig gekochte Pfeffersauce, in der die Knödel zuletzt sieden: Der Text spricht von einem „gekochten Pfeffer, der wol gemacht vnd zugericht ist“ und lässt die Knödel „in dem Pfeffer sieden“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="gekochten Pfeffer/ der wol gemacht vnd zugericht ist" resp="#fyndling">Irgendeine fertige Pfeffersauce; Rumpolt legt sich in diesem Rezept auf keine bestimmte fest, deshalb wird hier keine Zusammensetzung ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="drey oder vier Eyer" resp="#fyndling">„drei oder vier Eier“: Rumpolt lässt die Wahl, die Zahl richtet sich nach der Feuchte der Fleisch-Brot-Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="groß vnd kleine schwartze Rosein" resp="#fyndling">Große und kleine schwarze Rosinen; ob damit eine Sorte in zwei Größen oder zwei Sorten gemeint sind, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="roͤßt die Knoͤdel darinnen fein langsam" resp="#fyndling">In heißer Butter gemächlich braun rösten, bis sie braun und nicht schwarz sind; Gefäß und Dauer nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="beschnittẽ Weck" resp="#fyndling">Weißbrot, dem die Rinde abgeschnitten ist; so steht „beschnitten“ auch in den Nachbarrezepten des Ochsenkapitels.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0067-orig" n="klaub das Fett darvon" resp="#fyndling">„lies das Fett heraus“: „klauben“ heißt auslesen, mit den Fingern heraussuchen; das Fett wird hier vom Fleisch getrennt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0068-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rindfleisch wird am Spieß gebraten, in Stücke geschnitten und danach in einer fertigen, säuerlichen Pfeffersauce gesotten. „Pfeffer“ meint hier die gebundene Sauce, nicht das Gewürz. Heute erinnert das entfernt an Gerichte, bei denen Fleisch in einer säuerlichen Sauce nachzieht, etwa den Sauerbraten, ohne dasselbe zu sein. Anders als das Nachbarrezept mit der Essig-Pfeffer-Butter-Brühe gibt Rumpolt hier keine eigene Saucenrezeptur, sondern setzt die Sauce als bekannt voraus.

Wie weit braten? „brat es gar an die statt“ heißt dem Zusammenhang nach: ganz gar braten. Das Fleisch also am Spieß durchgaren; das anschließende Sieden in der Sauce dient dann vor allem dem Geschmack. Welches Stück, sagt der Text nicht. Ein bratfähiges Stück wie Hüfte oder Oberschale passt, am Spieß über der Glut oder ersatzweise im Ofen.

Welche Sauce? Rumpolt verlangt nur, dass die Sauce gut zubereitet und fein säuerlich ist, und nennt drei Sorten: Pfeffer, gelb oder aschfarben. Für die Praxis eine säuerliche Pfeffersauce auf Essig- oder Verjus-Grundlage nehmen; eine bestimmte Farbe schreibt das Rezept nicht vor.

Praxis. Die Fleischstücke in der Sauce sanft köcheln lassen, bis sie die Sauce angenommen haben. Garzeit, Menge und Würzung der Sauce nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0068-orig" n="Widerumb" resp="#fyndling">Abermals, noch einmal: Das Rezept ist eine weitere Art, Rindfleisch in Pfeffer zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0068-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Hier eine gebundene Sauce bzw. das Gericht darin, nicht das Gewürz. Der Plural „die Pfeffer“ und die Aufzählung neben „gelb“ und „Eschenfarb“ zeigen das.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0068-orig" n="an die statt" resp="#fyndling">Dem Zusammenhang nach „gar, fertig“. Rumpolt gebraucht die Wendung oft beim Sieden („an die statt sieden“ = gar kochen); hier steht sie beim Braten zusammen mit „gar“: ganz gar braten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0068-orig" n="eingemachten" resp="#fyndling">In Sauce angerichtet, fertig angemacht, nicht konserviert.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0068-orig" n="fein saͤurlich" resp="#fyndling">Angenehm säuerlich; „fein“ bezeichnet die Art der Säure, nicht ihre Stärke.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0068-orig" n="Eschenfarb" resp="#fyndling">Aschfarben, aschgrau (Grimm: „eschenfarbe“). Womit die Farbe erzielt wird, sagt Rumpolt hier nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0068-orig" n="an die statt" resp="#fyndling">„brat es gar an die statt“ = ganz gar braten. Die Lesart „gar, fertig“ stützt sich auf Rumpolts häufiges „an die statt sieden“ im selben Buch; ein Wörterbuchbeleg für die Wendung liegt nicht vor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0068-orig" n="Welche Pfeffersauce" resp="#fyndling">Eine der früher im Buch beschriebenen Pfeffersaucen; Rumpolt nennt drei Sorten (Pfeffer, gelb, aschfarben) und verlangt nur „wol zugerichtet“ und „fein säurlich“. Welche Stelle „wie zuvor vermeldt“ meint, sagt er nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0068-orig" n="Rindtfleisch (Stück)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur „Rindtfleisch“ aus dem Ochsenkapitel; Schnitt und Größe bleiben offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0068-orig" n="Laß damit sieden" resp="#fyndling">Das Fleisch in der Sauce sieden lassen; Dauer und Stärke nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0069-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenmark in dünnen, breiten Scheiben, sanft in Rindfleisch- oder Hühnerbrühe gezogen. In die aufgekochte Brühe läuft eine mit Safran gefärbte, mit Kräutern versetzte Eiermasse und stockt darin. Angerichtet wird auf gerösteten Weißbrotschnitten samt der Brühe. Am nächsten kommt heute eine Eierbrühe nach Art der Stracciatella mit Markeinlage, nicht die Markklößchensuppe.

Mark vorbereiten. Dünn und breit geschnitten gart das Mark in der Viertelstunde gleichmäßig durch. Das kalte Wasser zieht das Restblut, die Scheiben werden hell. Markknochen gibt es beim Metzger; das Mark lässt sich aus dem leicht angewärmten Knochen drücken, statt es herauszuschaben.

Sanft ziehen lassen. „fein gemach … sieden“ heißt leise ziehen lassen, nicht wallend kochen, sonst schmilzt das Mark aus. Statt des Fischkessels tut es eine flache Pfanne oder ein Bräter, in dem die Scheiben nebeneinander liegen.

Die Eier. Eier mit dem Safran gut verklopfen und durch ein feines Tuch oder Sieb streichen, damit keine Eiweißklumpen bleiben; dann die Kräuter unterrühren. Die Brühe mit dem Mark kurz aufsieden lassen und die Eier langsam hineingießen, sie stocken in der heißen Brühe. Danach nur noch so lange ziehen lassen, bis die Eier gestockt sind; lange Hitze macht sie zäh.

Mengen. Der Text nennt nur „ein Ey oder drey“ und „ein wenig Saffran“. Für Mark, Brühe und Kräuter gibt er nichts an: Mark aus ein bis zwei Markknochen, Brühe so viel, dass die Scheiben knapp bedeckt sind, und die Zahl der Eier nach der Brühe richten. Welche Kräuter, sagt Rumpolt nicht; frische, fein gehackte Küchenkräuter nach eigener Wahl.

Praxis. Weißbrotscheiben in der Pfanne oder im Toaster leicht rösten und in eine Schüssel legen. Mark und Eier mit einem großen, ungelochten Löffel von unten aufnehmen, auf das Brot legen und die Brühe darübergeben.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0069-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter, länglicher Kessel, wie man ihn für ganze Fische braucht. Heute tut es eine flache Pfanne oder ein Bräter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0069-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0069-orig" n="gebeht Schnitten" resp="#fyndling">Gebähte, also leicht geröstete oder in der Wärme getrocknete Brotschnitten; sie dienen als Unterlage und nehmen die Brühe auf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0069-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Süddeutsch für Weißbrot, auch Wecken oder Brötchen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="seig ein Rindtfleisch oder Hennenbruͤh darauff" resp="#fyndling">„gieße Rindfleisch- oder Hühnerbrühe darauf“: Das Mark liegt schon im Kessel, die Brühe kommt obenauf; durchgeseiht wird nichts. „Rindtfleisch“ ist Bestimmungswort zu „Bruͤh“, gemeint ist Fleischbrühe vom Rind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="laß nicht viel sieden" resp="#fyndling">Nach dem Eingießen der Eier nur noch kurz ziehen lassen, bis sie gestockt sind; der Text gibt keine Zeit an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="vntergreiff das Marck" resp="#fyndling">Mit dem Löffel unter das Mark samt den Eiern greifen und es von unten herausheben. Rumpolt verwendet „vntergreiffen“ auch sonst als konkreten Handgriff von unten (vgl. die gefüllte Ochsenbrust).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="gantzen eysern Leffel" resp="#fyndling">Ein Löffel aus einem Stück, ohne Löcher, im Gegensatz zum Schaumlöffel: So kommen Mark, Eier und Brühe zusammen heraus. Das ist eine Kontextlesart, ein Beleg für „gantz“ in diesem Sinn liegt nicht vor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="gebeht Schnitten von einem Weck" resp="#fyndling">Gebähte Weißbrotschnitten: FWB bäen 2 und abbähen („erwärmen, trocknen, rösten“), DWB bähen; im selben Buch ebenso bei den Ochsenknie-Knorren auf gebähten Schnitten. Über dem Feuer oder auf dem Rost erwärmt, der Röstgrad bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="Mengen (Mark, Brühe, Eier)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur „ein Ey oder drey“; der Koch richtet die Eizahl nach der Menge von Mark und Brühe. Brühe, Mark und Kräuter bleiben ohne Angabe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0069-orig" n="klein gehackte wolschmeckende Kraͤuter" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Kräuterart; jede Auswahl ist offen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0070-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochtes Rindfleisch von den Rippen in einer Brühe, die mit eingebranntem Mehl und etwas Essig gebunden und gesäuert wird, dazu Ingwer, ganzer Pfeffer, frische Butter und Salzzitronen, zum Schluss grüne Kräuter. Heute denkt man an Siedfleisch oder Tafelspitz, nur dass die Brühe hier gebunden ist und die Salzzitrone Salz und Säure mitbringt.

Klären für das „Weiß“. Abschäumen, das Fleisch halb gar aus der Brühe nehmen und in Wasser abwaschen, die Brühe durch ein Tuch seihen: Das alles dient der hellen, klaren Optik, die Rumpolt am Ende als Ziel nennt. Nimm dafür ein feines Sieb oder ein Passiertuch.

Eingebranntes Mehl. Der Text sagt nur, dass eingebranntes Mehl in die Brühe kommt, nicht wie stark es geröstet ist. Ein kräftig gebräuntes Mehl färbt die Brühe und steht in Spannung zu „weiß“. Modern und als eigene Entscheidung: Mehl trocken oder in etwas Butter nur blond anrösten, dann mit Brühe glatt rühren und aufkochen lassen, bis es bindet. Die Menge regelst du nach der gewünschten Dicke.

Die Salzzitronen am Spieß. Die Zitronen kommen ganz an einen Spieß und so in den Kessel, am Ende legst du sie obenauf. Der Spieß hält sie zusammen, damit du sie wieder herausnehmen kannst; das ist eine Schlussfolgerung aus dem Ablauf. Weil sie viel Salz mitbringen, schmecke die Brühe erst zum Schluss ab und salze kaum nach.

Das Fett und das Kraut. Das abgeschöpfte Fett gehört nicht ins Gericht. Rumpolt verwendet es nebenbei für ein Kraut, am ehesten ein Kohlgericht wie in rum-0065; es kann auch eine Kräuterspeise gemeint sein.

Praxis. Rippenfleisch braucht lange: Rechne grob 1,5 bis 2 Stunden bis weich und prüfe mit dem Messer, der Text nennt keine Zeit. Nimm dünne Rippe oder Spannrippe in Stücken. Butter und Kräuter kommen erst kurz vor dem Anrichten dazu und kochen nur kurz auf, damit sie frisch bleiben. Petersilie zum Schluss darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="verfaum" resp="#fyndling">„verfaumen“ heißt abschäumen, also den beim Kochen aufsteigenden Schaum abnehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="eingebreñt Mehl" resp="#fyndling">Eingebranntes, also geröstetes Mehl, das in die Brühe kommt und sie bindet. Wie stark es geröstet wird und ob in Fett, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="gesaltzene Limonien" resp="#fyndling">In Salz eingelegte Zitronen, bei Rumpolt eine häufige Zutat für salzig-saure Würze. Hier kommen sie ganz an einen Spieß in den Kessel und am Ende obenauf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="schier wilt anrichten" resp="#fyndling">„wenn du bald anrichten willst“, also kurz vor dem Auftragen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="auffsieden" resp="#fyndling">Kurz aufkochen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0070-orig" n="schmeltz ein Kraut darmit" resp="#fyndling">Schmälzen heißt mit Fett anmachen: Das abgeschöpfte Rinderfett wird an ein Kohl- oder Krautgericht gegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0070-orig" n="schmeltz ein Kraut darmit" resp="#fyndling">Das abgeschöpfte Fett dient zum Schmälzen eines Kohlgerichts, das nicht Teil dieses Rezepts ist. „Kraut“ im Sinn von Gemüsepflanze, besonders Kohl, passt zu rum-0065 („schmeltz Kraut oder Rüben darmit“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0070-orig" n="eingebreñt Mehl" resp="#fyndling">Eingebranntes, also geröstetes Mehl; Röstgrad und ob in Fett geröstet, lässt der Text offen. Damit könnte auch ein kräftig gebräuntes Mehl gemeint sein, und „weiß“ wäre dann nur relativ zu anderen Rindfleischgerichten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0070-orig" n="Rindtfleisch von Riben/ da es am duͤnsten ist" resp="#fyndling">Der dünne Fleischteil an den Rippen; ein bestimmter Zuschnitt lässt sich daraus nicht ableiten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0070-orig" n="Steck die Limonien an ein Spieß" resp="#fyndling">Die Salzzitronen kommen ganz an einen Spieß, ziehen im Kessel mit und werden beim Anrichten obenauf gelegt; der Spieß erlaubt, sie wieder herauszunehmen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0070-orig" n="halb gesotten / schier wilt anrichten" resp="#fyndling">Rumpolt nennt keine Garzeit, nur die Stufen halb gar und kurz vor dem Anrichten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0071-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rindfleisch, das mit Wacholderbeeren im Fass eingesalzen wurde, wird später in einer Pfeffersauce zugerichtet und beim Anrichten mit einem Mandelgescharb bedeckt. Das Salz macht das Fleisch haltbar, der Wacholder gibt die harzig-würzige Note, die man mit Wild verbindet, und die dunkle, glänzende Mandel-Rosinen-Auflage soll es wie Wildbret aussehen lassen. Ein heutiges Gericht, das direkt vergleichbar wäre, gibt es nicht.

Das Einsalzen. Rumpolt nennt weder Salzmenge noch Dauer. Heute würde man das Fleisch in Stücken mit reichlich Salz und zerdrückten Wacholderbeeren in ein verschließbares Gefäß schichten und kühl lagern. Ob das Fleisch vor dem Zurichten gewässert wird, sagt der Text nicht; bei länger gesalzenem Fleisch ist Wässern praktisch nötig, damit es nicht zu salzig wird.

Der Pfeffer. Gemeint ist eine gebundene Pfeffersauce. Rumpolt gibt dafür hier keine Zutaten an, er setzt sie als bekannt voraus. Wer nachkocht, braucht eine eigene Pfeffersauce, Rezept 56 im selben Kapitel beschreibt eine.

Das Mandelgescharb. Die Mandeln werden klein geschnitten, nicht gemahlen, dann mit kleinen Rosinen, Zucker, Weinessig und Rinderfett bei mittlerer Hitze unter Rühren eingekocht, bis kaum Flüssigkeit übrig ist. Die Masse soll süßsauer sein und vom Fett glänzen. Wie viel Flüssigkeit am Ende bleibt, lässt der Text offen.

Gelb. Der Text nennt kein Färbemittel. Wer färben will, nimmt heute meist Safran, in wenig Flüssigkeit angerührt; das ist eine Annahme, keine Angabe des Rezepts.

Praxis. Mandelstifte oder von Hand grob gehackte Mandeln treffen „schneidt sie klein“ am besten. Mengen für Zucker, Essig und Fett nach Geschmack abstimmen, das Gescharb erst beim Anrichten über das Fleisch geben.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="Wildpret" resp="#fyndling">Wildfleisch. Hier das Zielbild: Das Rindfleisch soll dem Wildbret gleich sehen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="Tunnen" resp="#fyndling">Tonne, Fass; hier das Vorratsgefäß für das eingesalzene Fleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Als Gericht eine gebundene, würzige Pfeffersauce, nicht nur das Gewürz. Rumpolt gibt hier keine Zutaten dafür an, er verweist nur darauf.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="Mandelgescharb" resp="#fyndling">Zu scharben, klein schneiden: Gescharb ist Geschnitzel, klein Geschnittenes. Das Deutsche Wörterbuch belegt ausdrücklich „mandelgescherb“ aus einem Augsburger Kochbuch. Hier klein geschnittene Mandeln, die mit Rosinen, Zucker, Essig und Rinderfett eingekocht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="zeuch sie ab" resp="#fyndling">Ziehe ihnen die Haut ab.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="Rosein" resp="#fyndling">Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="Rindtfeißt" resp="#fyndling">Rinderfett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0071-orig" n="trucken einsieden" resp="#fyndling">Einkochen, bis kaum Flüssigkeit übrig ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0071-orig" n="Mandelgescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Mandeln (Mandelgeschnitzel), die mit Rosinen, Zucker, Essig und Rinderfett trocken eingekocht und über das Fleisch gegeben werden. Grund: scharben heißt klein schneiden, das Deutsche Wörterbuch belegt „mandelgescherb“ als Geschnitzel, und Rumpolt schreibt selbst „schneidt sie klein“ und „trucken einsieden“. Im Text ersetzt „Mandelgescharb“ deshalb die frühere Wiedergabe „Mandelsauce“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0071-orig" n="machs gelb" resp="#fyndling">Wörtlich „färbe es gelb“, ohne Färbemittel, weil der Text keins nennt. Bezogen am ehesten auf das Gescharb.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0071-orig" n="mach sie ab mit kleinen Rosein" resp="#fyndling">„Mache sie mit kleinen Rosinen an“, also mischen und zubereiten. Grund: Danach folgen noch Zucker, Essig, Fett und das Einkochen, ein Abschluss ist hier nicht gemeint.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0071-orig" n="Salzfleisch aus dem Fass vor dem Pfeffer" resp="#fyndling">Der Text sagt nicht, ob das Fleisch vor dem Zurichten gewässert wird; die Übersetzung ergänzt nichts. Rezept 56, das eingesalzenes Rindfleisch „vor Wildpret“ behandelt, beginnt mit „Waͤsser es auß“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0071-orig" n="trucken einsieden" resp="#fyndling">Die Mandel-Rosinen-Masse einkochen, bis sie fast trocken als Auflage über dem Fleisch liegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0071-orig" n="Pfeffer und Mandelgescharb" resp="#fyndling">Beides zusammen: Das Fleisch wird im Pfeffer zugerichtet, das Gescharb beim Anrichten darübergegeben. So legt es die Reihenfolge im Text nahe („Darnach richt man es in einem Pfeffer zu/ Vnnd wenn du es wilt anrichten/ so mach ein Mandelgescharb“).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0072-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gehacktes Rindfleisch mit rohem Rinderfett, gesotten in Rinderbrühe mit Rosinen, Zimt, Safran, Zucker, etwas Essig und Ochsenmark. Das Ergebnis ist ein süß-saures, vom Safran gelb gefärbtes Hackfleisch-Ragout. Das mitgehackte Fett hält das magere Rindfleisch saftig, Brühe, Zucker und Essig geben die süß-saure Grundlage, das Mark bringt Fett und Fülle.

Putzen oder auslesen? Klauben heißt wörtlich einzeln auflesen oder aussondern. Hier ist wohl gemeint, das rohe Fett von Häutchen und Blutresten zu befreien, bevor es mit dem Fleisch gehackt wird. Man kann es auch so lesen, dass das Fett aus dem Fleischstück herausgelesen und dann wieder mitgehackt wird; für die Küche macht das kaum einen Unterschied.

"Mach es ab". Die Formel bedeutet sonst, eine Speise abschließend zuzubereiten, bei Rumpolt meist "mit" einer Zutat, etwa mit Gewürz, Pfeffer oder Eidotter. Hier fehlt das "mit". Man kann die gehackte Masse also einfach fertig durcharbeiten, oder man versteht die folgenden Rosinen als das, womit sie vollendet wird. Beides führt zum selben Topf.

Das Blut "davon". Wovon das Blut abgeschabt wird, sagt der Text nicht ausdrücklich. Am nächsten liegt das Ochsenmark, das unmittelbar davor genannt wird: Mark aus dem Knochen lösen und die Blutfäden mit dem Messer abkratzen.

Brühe und Garzeit. Rumpolt nennt weder Mengen noch Zeit. Praktisch nimmt man so viel Brühe, dass das Gehackte knapp bedeckt ist, und lässt es gar sieden.

Praxis. Rindfleisch fein würfeln oder grob hacken, das geputzte Fett mithacken. Mit Rosinen, Safran, Zimt, Zucker und einem Schuss Essig in Rinderbrühe sieden, bis das Fleisch gar ist; das gesäuberte Mark mitziehen lassen. Salz nur vorsichtig zugeben, denn Brühe und Fett bringen schon Salz mit, und beim Einkochen wird es kräftiger. Ochsenmark bekommt man als Markknochen beim Metzger.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0072-orig" n="klaub" resp="#fyndling">Klauben: einzeln auflesen, aussuchen, aussondern. Beim Fett ist wohl das Verlesen und Säubern von Häutchen gemeint; Rumpolt verwendet das Wort auch sonst für das Putzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0072-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Abmachen: eine Speise abschließend zubereiten, fertigstellen. Bei Rumpolt meist mit einer Zutat verbunden ("mach es ab mit Gewürz"), hier ohne Ergänzung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0072-orig" n="Ochsenmarck" resp="#fyndling">Knochenmark vom Rind, aus dem Markknochen gelöst.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0072-orig" n="versaltz es nicht" resp="#fyndling">Warnung vor zu viel Salz, kein Verbot zu salzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0072-orig" n="klaub roh Rindtfeißt" resp="#fyndling">Rohes Rinderfett putzen, also von Häutchen und Blutresten befreien. Klauben heißt auflesen, aussondern; Rumpolt gebraucht es buchintern auch für das Säubern ("klaub es fein sauber").</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0072-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Die gehackte Masse abschließend zubereiten, fertig machen (Bedeutung "abschließend zubereiten, fertigstellen"). Kontextlesart, weil hier anders als sonst bei Rumpolt keine Zutat mit "mit" folgt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0072-orig" n="schab das Blut davon mit einem Messer" resp="#fyndling">Der Bezug von "davon" ist nicht ausdrücklich genannt; am nächsten liegt das unmittelbar davor genannte Ochsenmark, von dem Blutreste abgeschabt werden. So handhabt Rumpolt das Mark auch in Nachbarrezepten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0072-orig" n="Brühenmenge, Garzeit und Gefäß" resp="#fyndling">Rumpolt nennt weder Brühenmenge noch Garzeit noch Gefäß, nur "miteinander sieden".</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Ochsenschwanz, zuerst in Wasser gar gesotten und danach mit Möhren, frischem Speck, Zwiebel und grünen Kräutern weitergesotten, zum Schluss mit Pfeffer gewürzt. Heute erinnert das an geschmorten Ochsenschwanz mit Wurzelgemüse, nur ohne Wein, Tomate oder Mehl. Rumpolts Überschrift „Eingemachten Ochsenschwantz“ meint Fleisch, das in seiner Brühe angerichtet wird, keine Konserve.

Die Brühe. „Heb die Brüh davon auff“ ist wörtlich übersetzt: Die Brühe wird vom Schwanz abgenommen und aufgehoben. Dieselbe Formel steht im Ochsenkopf-Rezept Nr. 2, und dort wird die Brühe später wieder zum Sieden eingesetzt. Worin der Schwanz hier mit Speck und Kräutern weitersiedet, sagt der Text nicht; am naheliegendsten ist eben diese Brühe. Heute genügt es, Fett und Schaum abzuschöpfen und den Schwanz in der Brühe zu lassen.

Gelbe Rüben. Gemeint sind Möhren. Rumpolt selbst nennt sie in seinem Rezept für Hüdsputt getrennt von Pastinaken, Wasserrüben und Stielrüben. Sie werden geschabt, in Stücke geschnitten, in Wasser kurz überbrüht und ausgekühlt, also vorgegart, aber nicht weich gekocht. Wohin sie danach kommen, sagt der Text nicht ausdrücklich; nach dem Ablauf gehören sie zum Schwanz in den Topf.

Speck, Zwiebel, Kräuter. Ein wenig frischer, ungesalzener Speck wird mit Zwiebel und grünen Kräutern fein zusammengehackt; das gibt dem Sud Fett und Würze. Welche Kräuter, sagt Rumpolt nicht. Salz nennt er gar nicht, und der Speck ist ausdrücklich ungesalzen.

Praxis. Den Ochsenschwanz mit Wasser aufsetzen und sieden, bis sich das Fleisch leicht vom Knochen löst; Rumpolt nennt nur „gar“ als Maß, nach heutiger Erfahrung dauert das mehrere Stunden. Fett und Schaum abschöpfen. Die Möhren kurz in kochendem Wasser überbrühen und abkühlen lassen. Frischen, ungeräucherten Speck vom Metzger mit Zwiebel und Kräutern fein hacken, mit den Möhren zum Schwanz geben und sieden lassen, bis die Möhren weich sind. Zum Schluss gestoßenen Pfeffer darüber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0073-orig" n="Eingemachten" resp="#fyndling">Bei Rumpolt „in Brühe oder Soße angerichtet“, nicht im heutigen Sinn von Eingekochtem.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0073-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Gar kochen, bis das Fleisch fertig ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0073-orig" n="quellen" resp="#fyndling">Hier aus dem Zusammenhang: kurz in Wasser überbrühen (blanchieren); danach wird das Gemüse ausgekühlt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0073-orig" n="gelbe Ruͤben" resp="#fyndling">Möhren, und zwar wörtlich gelbe: Im 16. Jahrhundert herrschte in Europa die gelbe Möhre vor, die orange Sorte kam erst im 16./17. Jahrhundert aus den Niederlanden auf (Wikipedia „Karotte“/„Carrot“). „Gelbe Rübe“ ist im Süden bis heute ein Wort für die Möhre. Steckrüben sind eine andere Pflanze.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0073-orig" n="vngesaltzen Speck" resp="#fyndling">Frischer Speck, weder gesalzen noch geräuchert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="heb die Bruͤh davon auff" resp="#fyndling">Wörtlich „hebe die Brühe davon auf“: Die Brühe wird vom Schwanz abgenommen und aufbewahrt. So übersetzt auch das Ochsenkopf-Rezept Nr. 2 dieselbe Formel, und dort wird die Brühe später wieder zum Sieden eingesetzt. Der Anschluss „so wirdt es wolgeschmack“ ist keine Begründung, sondern eine bloße Folge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="gelbe Ruͤben" resp="#fyndling">Möhren (Karotten). Schmeller und die fränkischen Mundartwörterbücher belegen „gelbe Rübe“ als Möhre, und Rumpolt selbst führt gelbe Rüben im Hüdsputt-Rezept neben Pastinaken, Wasserrüben und Stielrüben als eigenes Gemüse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="quells in Wasser" resp="#fyndling">Kurz in Wasser überbrühen (blanchieren). Das folgende „kuͤl es auß“ setzt Hitze voraus, und Rumpolt gebraucht „quellen“ und „überquellen“ auch sonst für kurzes Abbrühen in Wasser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="laß den Schwantz damit sieden" resp="#fyndling">„Damit“ meint das Gehäck aus Speck, Zwiebel und Kräutern. Dass die vorbereiteten Möhren ebenfalls zum Schwanz kommen, sagt der Text nicht wörtlich, ergibt sich aber aus dem Ablauf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="vngesaltzen Speck" resp="#fyndling">Frischer, weder gesalzener noch geräucherter Speck; so steht es im Text.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="gruͤnen Kraͤutern" resp="#fyndling">Grüne Kräuter ohne nähere Angabe; Rumpolt lässt die Wahl offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0073-orig" n="Eingemachten" resp="#fyndling">In Brühe angerichtet: Der Ochsenschwanz wird in seiner Brühe mit Gemüse und Speck gesotten und so aufgetragen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0074-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenfüße, in Wasser vorgekocht, geputzt und zuletzt in einer sauren, mit Mehl gebundenen Sauce aus gehackten Äpfeln und Zwiebeln durchgezogen. Pfeffer, Ingwer und Safran würzen, kleine Rosinen setzen etwas Süße gegen den Essig. Heute am nächsten kommen saure Kalbsfüße oder eine Sauerbratensauce mit Rosinen. Rumpolt macht die Ochsenzunge nach demselben Verfahren (rum-0019).

Das Gescharb. Äpfel und Zwiebeln zusammen klein hacken und in Butter anschwitzen, bis sie weich sind, ohne scharf zu bräunen. Dann vom Feuer nehmen und erst jetzt würzen; das bewahrt die Gewürze vermutlich vor dem Anbrennen, den Grund nennt Rumpolt nicht. Nur Pfeffer, Ingwer und Safran nehmen: Das unbestimmte „Gewürz“ davor lässt sich nicht auflösen und wird nicht mit einer eigenen Mischung aufgefüllt.

Brühe, Essig, Mehl. Die Masse mit Rinderbrühe verdünnen und glatt rühren, dann Essig zugeben, bis sie deutlich sauer schmeckt, denn der Titel verlangt es „saur“. Für die Bindung Mehl trocken oder in wenig Butter anrösten, einrühren und aufkochen; erst beim Sieden dickt die Sauce ein. Mengen nennt der Text keine. Danach die kleinen Rosinen dazugeben und die Sauce sieden lassen.

Die Füße. Die Ochsenfüße in Wasser weich sieden; wie lange, sagt der Text nicht. Erst danach werden sie geputzt: abspülen, Borsten- und Hautreste entfernen. Die Knochen müssen nicht ausgelöst werden. Die Füße kommen zuletzt in die fertige Sauce und ziehen darin durch, gar sind sie ja schon.

Praxis. Ochsenfüße gibt es meist nur auf Bestellung beim Metzger, Kalbs- oder Rinderfüße sind der naheliegende Ersatz. Für die Äpfel eignet sich eine säuerliche Sorte. Salz nennt der Text nicht; die Brühe bringt meist genug mit, deshalb erst am Ende abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="saur eingemacht" resp="#fyndling">Eingemacht heißt hier: in einer Sauce angerichtet, nicht haltbar gemacht. „Saur“ gibt der Essig.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="Epffelgescharb / gescharb" resp="#fyndling">Zu scharben, klein schneiden: ein Geschnitzel aus Obst oder Gemüse. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm belegt „ain gescharb von piern und öpfl“, also von Birnen und Äpfeln. Hier sind es die zusammen gehackten Äpfel und Zwiebeln, die mit Brühe, Essig und Mehl zur Sauce werden; am Schluss heißt die fertige Sauce selbst „das gescharb“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="schweiß in Butter" resp="#fyndling">Anschwitzen: in heißer Butter weich werden lassen, ohne scharf zu bräunen. Rumpolt gebraucht das Wort durchgehend so.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="mach es ... an" resp="#fyndling">Anmachen heißt hier würzen: die Masse mit den genannten Gewürzen versehen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="zerlaß mit einer Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Zerlassen heißt flüssig machen: Die angeschwitzte Masse wird mit Rinderbrühe verdünnt, bevor Essig und Mehl dazukommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="brenn Mehl darein" resp="#fyndling">Mehl einbrennen, also angeröstet in die Sauce bringen, damit sie beim Sieden bindet. Ob das Mehl dabei hell bleibt oder Farbe nimmt, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0074-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Gekocht; die Füße werden vorab in Wasser gesotten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0074-orig" n="gescharb / Epffelgescharb" resp="#fyndling">Die zusammen gehackten, in Butter angeschwitzten Äpfel und Zwiebeln, die mit Brühe, Essig und Mehl zur Sauce werden. Das Deutsche Wörterbuch belegt geschärb zu scharben (klein schneiden) als Geschnitzel von Obst oder Gemüse („ain gescharb von piern und öpfl“), der Text sagt selbst „hack sie durcheinander“. Buchintern ebenso bei der Ochsenzunge (rum-0019).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0074-orig" n="zerlaß mit einer Rindtfleischbruͤh" resp="#fyndling">Die angeschwitzte, gewürzte Masse mit Rinderbrühe verdünnen, also flüssig machen. Die Butter ist schon heiß, gemeint ist das Auflösen der Masse in der Brühe; ein Wörterbuchbeleg für genau diese Wendung fehlt, die Lesart folgt dem Ablauf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0074-orig" n="brenn Mehl darein" resp="#fyndling">Das Mehl wird nach Brühe und Essig in die Sauce „eingebrannt“; ob es vorher für sich angeröstet oder direkt in der siedenden Sauce verrührt wird, lässt der Text offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0074-orig" n="Gewuͤrtz" resp="#fyndling">Ein unbestimmtes „Gewürz“ neben den ausdrücklich genannten Pfeffer, Ingwer und Safran. Welche Gewürze gemeint sind, sagt der Text nicht; die Zutat bleibt deshalb ohne Auflösung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0074-orig" n="seuber sie" resp="#fyndling">Die gar gesottenen Füße putzen; was genau entfernt wird, nennt der Text nicht, auch nicht, ob die Knochen ausgelöst werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0074-orig" n="kleine Rosein" resp="#fyndling">Kleine Rosinen, wie im ganzen Buch übersetzt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0075-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Rinderfüße, kalt aufgetragen unter einer glatt durchgestrichenen Senfsauce, die mit neuem, süßem Wein angerührt ist. Heute erinnert das am ehesten an kalte Kalbs- oder Schweinsfüße mit Senfsauce, ohne dass sich eine direkte Linie dorthin belegen ließe.

Kochen und kalt werden lassen. Ochsenfüße bestehen überwiegend aus Haut, Sehnen und Knochen. Erst langes Sieden macht sie weich und löst die Gelatine, die beim Abkühlen stockt - deshalb passt die kalte Servierweise gut. Garzeit, Kochwasser und Würzung nennt der Text nicht. Heute kocht man die Füße gar, lässt sie vollständig auskühlen und übergießt sie dann.

Senf mit Wein. Der Wein verdünnt den Senf zu einer gießbaren Sauce und mildert seine Schärfe; die Süße setzt einen Gegenpol zum fetten, gelatinösen Fleisch. Welcher Senf gemeint ist, bleibt offen. In der heutigen Küche rührt man milden Senf oder Senfmehl mit lieblichem Weißwein oder frischem Traubenmost an.

Durch das Haartuch. Das Durchstreichen macht die Sauce glatt und hält Schalen zurück, falls der Senf aus geschroteten Körnern angesetzt ist. Ein feines Sieb leistet heute dasselbe. Die Sauce wird kalt über die Füße gegossen und nicht aufgekocht - Brot als Bindung ist nicht im Spiel.

Praxis. Rinderfüße beim Metzger vorbestellen. Gründliches Abbrühen und Waschen vor dem Garen ist heutige Praxis, kein Schritt bei Rumpolt. Für die Garzeit ist nach heutiger Erfahrung mit sechs bis acht Stunden zu rechnen; das ist eine Schätzung, der Text nennt keine. Da frisches Fleisch kalt gegessen wird, bleibt das fertige Gericht bis zum Anrichten gekühlt. Die Füße ganz oder halbiert anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0075-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0075-orig" n="abgethan" resp="#fyndling">Partizip von abtun. Die Wörterbücher verzeichnen dafür „ablegen, aufgeben, entfernen“. Die Bedeutung „mit Wein angerührt, verdünnt“ ergibt sich hier nur aus dem Zusammenhang und ist nicht eigens belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0075-orig" n="abgesotten" resp="#fyndling">Gekocht, abgekocht. Das „kalt“ davor gehört nicht zum Verb, sondern sagt, dass die Füße kalt aufgetragen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0075-orig" n="newem suͤssen Wein" resp="#fyndling">„Neu“ meint jungen Wein der letzten Lese, dem Most nahe; „süß“ passt dazu. Ob gärender Most oder schon ausgebauter Wein gemeint ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0075-orig" n="abgethan" resp="#fyndling">Der Senf ist mit dem Wein angerührt, also zu einer gießbaren Sauce verdünnt. Das ist eine Lesart aus dem Zusammenhang: Die Wörterbücher kennen abtun nur als „ablegen, aufgeben“, eine Küchenbedeutung ist dort nicht verzeichnet. Das Frankfurter Kochbuch von 1574 beschreibt dasselbe Verfahren mit anderem Wort: süßen Senf mit Honigwein „temperieren“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0075-orig" n="kalt abgesotten" resp="#fyndling">Die Füße werden gekocht und kalt aufgetragen. Wann sie erkalten, lässt der Text offen: Sie können noch lauwarm mit der Senfsauce übergossen werden und darin im Ganzen erkalten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0075-orig" n="newem suͤssen Wein" resp="#fyndling">Junger Wein der letzten Lese, noch süß und dem Most nahe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0075-orig" n="Senff" resp="#fyndling">Welchen Senf Rumpolt meint, sagt der Text nicht. Naheliegend ist ein im Haus aus geschroteten Körnern angesetzter Senf, zu dem der Durchstrich durch das Haartuch passen würde - das ist Deutung, nicht Textaussage.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0075-orig" n="vber die Fuͤß gegossen" resp="#fyndling">Die Füße selbst, ganz oder gespalten, werden übergossen - der Text spricht nur von „die Füß“ und nennt kein Zerlegen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0076-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Rinderfüße, kalt gegessen, mit Essig und grüner Petersilie. Der Druck gibt nur diesen einen Satz, ohne Mengen und ohne Garzeit. Heute erinnert das an saure Kalbs- oder Schweinsfüße oder an eine Sülzhaxe mit Essig und Kräutern; eine direkte Linie dorthin lässt sich nicht belegen.

Kalt abgesotten. Absieden heißt abkochen. Ochsenfüße bestehen überwiegend aus Haut, Sehnen und Knochen; erst langes Sieden macht sie weich und löst die Gelatine, die beim Abkühlen stockt. Deshalb passt die kalte Servierweise. „Kalt“ lässt sich auch als Kaltansatz im kalten Wasser lesen - bei Ochsenfüßen führt das zum selben Gericht. Heute kocht man die Füße gar und lässt sie vollständig auskühlen.

Essig und Petersilie. Das „mit“ sagt nicht, wann die beiden dazukommen: schon im Kochsud oder erst an die kalten Füße. Die Säure setzt einen Gegenpol zum fetten, gelatinösen Fleisch, das grüne Kraut bringt Frische. Heute gibt man Essig und gehackte grüne Petersilie erst zum Anrichten über die kalten Füße; Weinessig liegt nahe, Art und Menge nennt der Text nicht, also nach Geschmack.

Praxis. Rinderfüße beim Metzger vorbestellen. Für die Garzeit ist nach heutiger Erfahrung mit sechs bis acht Stunden zu rechnen; das ist eine Schätzung, der Text nennt keine. Salz und Wassermenge bleiben dem Koch überlassen. Weil frisch gekochtes Fleisch kalt gegessen wird, bleibt das Gericht bis zum Anrichten gekühlt. Kalbsfüße sind ein heutiger Ersatz, den Rumpolt nicht nennt; sie sind kleiner und schneller gar.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0076-orig" n="abgesotten" resp="#fyndling">Von absieden, abkochen. Mit „kalt“ zusammen: gekocht und kalt gegessen, wie in der Nummer 75. Eine Garzeit nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0076-orig" n="gruͤner Pettersilgen" resp="#fyndling">Petersilie. Das „grün“ meint das Kraut; ohne diesen Zusatz steht Pettersilgen bei Rumpolt teils auch für die Wurzel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0076-orig" n="kalt abgesotten" resp="#fyndling">Die Füße werden abgekocht und kalt gegessen, wie in der Nummer 75 mit derselben Formel. Absieden heißt in den Wörterbüchern abkochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0076-orig" n="mit Essig vnd gruͤner Pettersilgen" resp="#fyndling">Offen, wann Essig und Petersilie dazukommen. Das „mit“ lässt zu, dass sie schon im Sud mitkochen, die Füße also in Essigwasser abgesotten und danach kalt gegessen werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0076-orig" n="Essig" resp="#fyndling">Der Text nennt weder die Art des Essigs noch eine Menge, auch nicht, ob die Petersilie gehackt wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0077-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Geräucherte Rinderfüße, einfach gekocht und kalt oder warm aufgetragen. Rumpolt gibt nur diesen einen Satz: keine Mengen, keine Garzeit, keine Kochflüssigkeit, keine Gewürze, keine Sauce.

Das Kochen. Der Text sagt nur „gekocht“. Praktisch heißt das: die Füße in einem Topf mit Wasser bedecken und sieden lassen, bis Haut und Sehnen weich sind. Ochsenfüße bestehen überwiegend aus Haut, Sehnen und Knochen; nach heutiger Erfahrung dauert das mehrere Stunden. Das ist eine Schätzung, der Text nennt keine Garzeit.

Die Räucherware. Ob die Füße vorher gesalzen oder gepökelt wurden, sagt der Text nicht. Sind sie sehr salzig, wässert man sie heute vor dem Kochen oder gießt das erste Kochwasser ab; das ist eine moderne Vorsichtsmaßnahme, kein Schritt bei Rumpolt.

Kalt oder warm. Beides ist erlaubt. Warm kommen die Füße direkt aus dem Topf; kalt lässt man sie abkühlen und trägt sie ohne Sud auf. Eine Beigabe nennt der Text nicht.

Praxis. Geräucherte Rinderfüße beim Metzger vorbestellen; ersatzweise lassen sich frische Füße nach heutiger Praxis räuchern lassen oder geräucherte Kalbs- oder Schweinefüße nehmen, was Rumpolt nicht vorsieht. Die Füße ganz oder gespalten anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0077-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend, gut im Geschmack. Ein Urteil über das fertige Gericht, keine Angabe zur Würzung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0077-orig" n="Gereuchert (gesalzen?)" resp="#fyndling">Der Text sagt nur „geräuchert“. Ob die Füße vorher gepökelt oder gesalzen wurden und ob man sie vor dem Kochen wässern muss, bleibt offen; beides gilt deshalb nicht als Teil des Rezepts.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0077-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">„Wohlschmeckend“ als Urteil über das Gericht, wie in der Nachbarformel für geräuchertes Rindfleisch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0077-orig" n="kalt oder warm geben" resp="#fyndling">Die gekochten Füße werden ohne Sauce aufgetragen, nach Belieben kalt oder warm; der Text nennt keine Beigabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0078-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Ochsenfüße in einer hellen, mit Mehl gebundenen Brühe aus Rinderbrühe, wenig Essig, gesalzenen Zitronen und frischer Butter. Heute erinnert das an ein helles Ragout.

Das Sieden. Die Füße brauchen lange in schwach siedendem Wasser, bis Haut und Sehnen weich sind, nach heutiger Erfahrung sechs bis acht Stunden; der Text sagt nur „gar“. Danach herausnehmen und putzen. Ob man die Knochen auslöst, bleibt dir überlassen - ausgelöst isst es sich leichter.

Das Mehl. „Brenn ein wenig Mehl darein“ lässt offen, ob das Mehl angeröstet oder nur eingerührt wird. Weil das Ergebnis weiß bleiben soll: Mehl mit etwas kalter Brühe glatt anrühren, damit keine Klümpchen entstehen, in die heiße Brühe mit dem Essig einrühren und aufkochen lassen, bis sie bindet. Nicht bräunen.

Zitronen und Butter. Salzzitronen entkernen und in feine, breite Streifen schneiden. Sie bringen Säure und viel Salz mit, deshalb erst am Schluss nachsalzen. Die frische Butter kommt kalt in die Sauce und macht sie rund und glänzend.

Praxis. Füße in die fertige Sauce geben und alles miteinander aufkochen. Beim Essig vorsichtig anfangen, etwa 1 EL auf 500 ml Brühe, und nach Geschmack nachlegen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0078-orig" n="seuber sie auß" resp="#fyndling">„Säubere sie aus“: Die gesottenen Füße werden geputzt und gereinigt. Ob sie dabei auch entbeint werden, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0078-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Eine Art helle Mehlschwitze (Einbrenne): Mehl in etwas Fett anschwitzen und in die Brühe rühren. Es dient zum Binden, nicht zur Farbe; das Gericht soll laut Rumpolt „weiß“ bleiben. Welches Fett, sagt der Text an dieser Stelle nicht; naheliegend ist die Butter aus dem Rezept.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0078-orig" n="gesaltzen Limonien" resp="#fyndling">Limonien sind Zitronen, gesaltzen Limonien in Salz eingelegte Zitronen - im ganzen Buch eine fertige Zutat. „Fein breit“ heißt fein und breit geschnitten; die genaue Schnittform nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0078-orig" n="vngeschmaͤltzte Butter" resp="#fyndling">Frische, nicht zerlassene Butter. Rumpolt verwendet an gleicher Stelle anderer Rezepte „vnzerlassene“ oder „vnzulassene Butter“, was diese Lesart stützt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0078-orig" n="so bleibt es weiß vnd wolgeschmack" resp="#fyndling">Rumpolts wiederkehrende Schlussformel für diese helle Brühe mit Essig, eingebranntem Mehl und Butter; sie beschreibt das Ergebnis, keine eigene Kochart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0078-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Eine Art helle Mehlschwitze (Einbrenne): Mehl in etwas Fett anschwitzen und in die Brühe rühren. Es dient zum Binden, nicht zur Farbe; das Gericht soll laut Rumpolt „weiß“ bleiben. Welches Fett, sagt der Text an dieser Stelle nicht; naheliegend ist die Butter aus dem Rezept.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0078-orig" n="seuber sie auß" resp="#fyndling">Säubern, putzen: Die gesottenen Füße werden gereinigt. Mehr sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0078-orig" n="laß es miteinander auffsieden" resp="#fyndling">Die gesäuberten Füße kommen in die Brühe und werden mit ihr aufgekocht; „miteinander“ spricht für das Mischen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0078-orig" n="schneidt gesaltzen Limonien fein breit" resp="#fyndling">Die gesalzenen Zitronen werden fein und breit geschnitten, die Schnittform bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0078-orig" n="ein wenig Essig" resp="#fyndling">Eine kleine, nicht bezifferte Menge; Rumpolt nennt keine Zahl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0079-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ochsenfüße, die schon in Wasser gar gesotten sind, werden auf dem Rost gebräunt und dann in einer Flüssigkeit aus wenig Wein, Essig und Rinderbrühe mit Ungarischen Pflaumen oder Zibeben, Zucker, Pfeffer und Safran gegart. Süß und sauer stehen nebeneinander, der Safran färbt. Heute am nächsten kommen süßsaure Schmorgerichte mit Trockenfrucht, etwa ein Sauerbraten mit Rosinen - eine Verwandtschaft, keine Abstammung.

Vorkochen und Bräunen. „Wann sie gesotten seyn“ setzt voraus, dass die Füße bereits weich gekocht sind, so wie Rumpolt es in der Nachbarnummer rum-0078 beschreibt. Dann kommen sie auf einen Rost über der Glut und nehmen rundum Farbe an. Fett nennt der Text dafür nicht; gemeint ist Bräunen auf dem Rost, kein Anbraten in der Pfanne.

Pflaumen oder Zibeben. Rumpolt lässt die Wahl: Pflaumen oder Zibeben, nicht beides. Ob die Pflaumen frisch oder getrocknet sind, sagt er nicht. Für die Praxis sind getrocknete Pflaumen naheliegend, sie passen zu den Zibeben, die ohnehin getrocknete Trauben sind. Zibeben sind die großen Kochrosinen; gewöhnliche Rosinen sind nur der Notbehelf.

Das Dämpfen. Die gebräunten Füße mit Obst, Wein, Essig, Brühe, Zucker, Pfeffer und Safran in einen Topf geben und zugedeckt bei mäßiger Hitze darin garen lassen. Gar sind die Füße schon, sie sollen die Sauce annehmen. Wie lange das dauert und ob die Sauce am Ende dünn bleibt oder eingekocht wird, sagt der Text nicht. Heute bietet es sich an, sie zum Schluss offen kurz einzukochen, damit sie an den Füßen haftet. Mengen nennt der Text keine: Essig und Zucker so abstimmen, dass es „lieblich“ wird, also mild und angenehm, ohne dass eins von beiden vorschmeckt.

Praxis. Ochsenfüße gibt es meist nur auf Bestellung beim Metzger, Kalbs- oder Rinderfüße sind der naheliegende Ersatz. Die meiste Zeit braucht das Vorkochen der Füße, das Bräunen und Dämpfen geht danach vergleichsweise schnell. Salz nennt der Text nicht; die Brühe bringt meist genug mit, deshalb erst am Ende abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Gekocht, gesotten. Rumpolt setzt voraus, dass die Füße schon weich gekocht sind, wie in der Nachbarnummer rum-0078.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Bratrost über der Glut, auf dem die Füße gebräunt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="breun sie ab" resp="#fyndling">Bräune sie ab: auf dem Rost Farbe nehmen lassen. Mehr sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="Vngerische Pflaumen" resp="#fyndling">Ungarische Pflaumen, eine Pflaumensorte. Ob frisch oder getrocknet gemeint ist, sagt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="Ziweben" resp="#fyndling">Zibeben, große getrocknete Weinbeeren, die Kochrosinen der Zeit. Rumpolt unterscheidet sie von den „kleinen Rosein“ anderer Rezepte. Hier sind sie die Alternative zu den Pflaumen, kein Zusatz.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="eindaͤmpffen" resp="#fyndling">Eindämpfen, dämpfen: in wenig Flüssigkeit zugedeckt garen, also dünsten. Nicht das heutige Dämpfen über Wasserdampf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0079-orig" n="lieblich vnd wolgeschmack" resp="#fyndling">Lieblich und wohlschmeckend: angenehm, mild im Geschmack.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0079-orig" n="Ziweben" resp="#fyndling">Zibeben (große Rosinen): Lexer „zibebe, die große Kochrosine“, Goetze „Kochrosine“; die Schreibung mit -w- ist auch im Korpus belegt (ziwiben). Rumpolt unterscheidet selbst kleine und große Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0079-orig" n="daͤmpffen / eindaͤmpffen" resp="#fyndling">dämpfen im Sinn von dünsten, zugedeckt in der Flüssigkeit garen: bairisches Wörterbuch „eindämpfen: dünsten, garen“; so auch buchintern in rum-0064 („dämpfe es miteinander ein“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0079-orig" n="Vngerische Pflaumen oder Ziweben" resp="#fyndling">Alternative: eines von beiden, wie der Text mit „oder“ sagt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0079-orig" n="Vngerische Pflaumen: frisch oder getrocknet" resp="#fyndling">Offen: Rumpolt nennt den Zustand nicht. Frische Ungarische Pflaumen sind historisch ebenso denkbar wie getrocknete.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0079-orig" n="Konsistenz der Sauce" resp="#fyndling">Offen: der Text nennt keine Reduktion, nur das Dämpfen, bis es „lieblich vnd wolgeschmack“ ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0080-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Ochsenfüße, in Butter angebraten und dann in einer Pfeffersauce nachgesotten. Es ist eine weitere Variante in Rumpolts Reihe über Ochsenfüße; heute kommt dem am nächsten ein Schmorgericht von Rinderfüßen in dunkler Sauce.

Die Füße. Rumpolt setzt sie gekocht voraus und nennt keine Garzeit. Moderne Praxis (nicht im Text): die Füße sechs bis acht Stunden in Wasser weichkochen, abtropfen lassen und trocken tupfen, damit sie in der Butter bräunen statt zu spritzen.

Das Rösten. Die Butter heiß werden lassen, die Füße bei mittlerer Hitze rundum braun anbraten. Die Bräunung bringt Farbe und Röstaroma; „nicht schwarz“ heißt, sie dürfen nicht verbrennen. Geklärte Butter oder Butterschmalz verträgt die Hitze besser als frische Butter.

Der Pfeffer. Das Rezept beschreibt die Sauce nicht. Ein moderner Ausgangspunkt ist eine dunkle Sauce aus Rinderbrühe, Essig und Roggenbrot mit Zwiebeln, gewürzt mit Pfeffer und etwas Nelke, glatt passiert, angelehnt an die Pfeffer-Anleitungen davor im Kapitel (Nr. 18, 56, 60), die dazu Blut verwenden. Für „süß“ den Essig weglassen, für „sauer“ damit abschmecken.

Das Sieden. Die Füße in der Sauce sieden lassen, bis sie die Würze angenommen haben; die Gelatine der Füße bindet die Sauce zusätzlich. Eine Dauer nennt der Text nicht.

Praxis. Man braucht eine Pfanne und einen Topf. Die Sauce kann vorab fertig sein; dann dauern Rösten und Sieden nicht lange.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0080-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Bei Rumpolt meist nicht das Gewürz, sondern ein Gericht: eine mit Pfeffer gewürzte, gebundene Sauce und das darin gegarte Fleisch. Er führt den Pfeffer in Farben (schwarz, gelb, aschfarben) und als süß oder sauer. Wie der schwarze gemacht wird, steht in diesem Rezept nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0080-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">„Lauter“ heißt klar, rein. Gemeint ist hier Butter, die ausgelassen und klar ist, also geklärte Butter; im ganzen Buch wird die Wendung so aufgelöst.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0080-orig" n="nicht schwartz" resp="#fyndling">Das zweite „schwarz“ im Rezept gehört zum Rösten: Die Füße sollen braun werden und nicht verbrennen. Mit dem „schwarzen Pfeffer“ der Überschrift hat es nichts zu tun.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0080-orig" n="Ochsenfuͤß gekocht" resp="#fyndling">Die Füße sind bereits gar gesotten, bevor sie geröstet werden. Dafür spricht das Wort „gekocht“ in der Überschrift und die Serie im Kapitel: Nr. 74 („wann die Fuͤß gesotten seyn in Wasser“) und Nr. 79 („Wañ sie gesotten seyn“) sieden die Füße zuerst in Wasser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0080-orig" n="schwartzem Pfeffer" resp="#fyndling">Eine dunkle Pfeffersauce; „schwarz“ ist Rumpolts Farbbezeichnung aus der Überschrift. Die Zusammensetzung gibt das Rezept nicht an.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0080-orig" n="wie vorhin vermeldt ist Pfeffer zu machen" resp="#fyndling">Rückverweis auf die Pfeffer-Anleitungen davor im Ochsenkapitel: Zunge (Nr. 18), eingesalzenes Rindfleisch (Nr. 56) und Knödel (Nr. 60). Sie folgen demselben Muster (Brühe, Blut, Essig, Brot, Zwiebeln, Äpfel, durch ein Tuch gestrichen), und Nr. 56 und 60 sagen wie hier „mach es suͤß oder saur“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0080-orig" n="suͤß oder saur" resp="#fyndling">Süß heißt hier ungesäuert, sauer mit Essig abgeschmeckt; so stellt Rumpolt es bei der Ochsengurgel (Nr. 29) gegenüber: „mach es saur/ oder laß es suͤß“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0080-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter (lauter = klar, rein); so wird die Wendung im ganzen Buch aufgelöst.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0081-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochte Ochsenfüße, ausgekühlt, eine Weile in Essig und Salz gelegt, dann dünn geschnitten und kalt mit frischem Essig, Ingwer und Petersilie angerichtet. Rumpolt nennt es selbst einen Salat für den Abend, besonders im Sommer. Heute erinnert das an Ochsenmaulsalat oder saure Kalbs- und Schweinsfüße; eine direkte Linie dorthin lässt sich nicht belegen.

Das Garen. Ochsenfüße bestehen aus Haut, Sehnen und Knochen; erst langes Sieden löst das Bindegewebe zu Gelatine und macht sie weich. Der Text sagt nur „gar“. Nach heutiger Erfahrung ist mit sechs bis acht Stunden zu rechnen; das ist eine Schätzung, keine Angabe Rumpolts.

Auskühlen und Putzen. Die Füße werden erst kalt gesäubert. Ausgekühlt lassen sich die gelatinöse Haut und das Fleisch besser greifen und schneiden.

Essig und Salz. Ein bis zwei Stunden in der Beize würzen und säuern das Fleisch durch. Art und Menge von Essig und Salz nennt der Text nicht; Weinessig liegt nahe, abgeschmeckt wird nach Geschmack. Heute nimmt man das Fleisch danach heraus und gießt die Beize ab.

Schneiden. Für dünne, runde Scheiben löst man heute Fleisch, Haut und Sehnen vom Knochen und schneidet sie in Scheiben oder feine Streifen. Ob das bei Rumpolt so gemeint ist, lässt der Text offen.

Anrichten. In eine Schüssel geben, frischen Essig darübergießen, wenig gemahlenen Ingwer darüberstreuen und die verlesene, gewaschene grüne Petersilie obenauf geben. Weitere Gewürze nennt der Text nicht.

Praxis. Rinderfüße beim Metzger vorbestellen. Man braucht einen großen Topf, ein scharfes Messer und eine Schüssel. Weil das gekochte Fleisch kalt gegessen wird, bleibt es bis zum Anrichten gekühlt. Kalbsfüße sind ein heutiger Ersatz, den Rumpolt nicht nennt; sie sind kleiner und schneller gar.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="gar wol an die statt" resp="#fyndling">An die statt kochen heißt gar kochen, bis zur Gare; Rumpolt gebraucht die Wendung im ganzen Buch so. Gar wol bedeutet „ganz gut“. Eine Garzeit nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="seuber oder butz sie auß" resp="#fyndling">Zwei gleichbedeutende Verben: säubern oder ausputzen. Gemeint ist das Reinigen der gekochten Füße.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="geklaubt" resp="#fyndling">Verlesen, also von welken oder unschönen Teilen befreit.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="rein außgewaschen" resp="#fyndling">Gründlich ausgewaschen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="rundt" resp="#fyndling">Hier: in runde Scheiben geschnitten, wie in Nr. 16 („rundt oder schlim“, rund oder schräg).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="zu Nacht" resp="#fyndling">Abends, zum Abendessen - nicht „spät in der Nacht“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0081-orig" n="Salat" resp="#fyndling">Rumpolts eigene Bezeichnung für eine kalt mit Essig angemachte Speise, nicht der heutige Blattsalat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0081-orig" n="gar wol an die statt (Garzeit)" resp="#fyndling">Die Füße werden bis zur Gare gekocht; der Text nennt keine Dauer, und gar wol heißt nur „ganz gut“, nicht „besonders lange“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0081-orig" n="schneidt es klein oder rundt, daß es duͤnn ist" resp="#fyndling">Der Text sagt nur, dass klein oder in runden Scheiben dünn geschnitten wird; vom Auslösen der Knochen ist nicht die Rede.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0081-orig" n="rundt" resp="#fyndling">In runde Scheiben geschnitten, wie in Nr. 16 („rund oder schräg in Scheiben“); „daß es duͤnn ist“ spricht für Scheiben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0081-orig" n="geuß widerumb guten frischen Essig darauff" resp="#fyndling">Ein zweiter Essigguss beim Anrichten; was mit der ersten Essig-Salz-Beize geschieht, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0081-orig" n="straͤw ein wenig Jngwer" resp="#fyndling">Gemahlener Ingwer, dünn übergestreut; „streuen“ verlangt ein Pulver.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0082-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine klare, saure und mit Safran gelb gefärbte Sülze zu Ochsenfüßen: die Füße liegen in einer Brühe aus Wasser und Essig, gewürzt mit Pfeffer und Safran, die beim Erkalten fest wird. Heute am nächsten kommt eine saure Sülze aus Kalbs- oder Schweinsfüßen. Anders als heutige Fleischsülze enthält sie kein Gemüse, nur Füße und Brühe.

Wann garen die Füße? Rumpolt beschreibt das Garen nicht, er lässt nur Wasser und Essig miteinander sieden und nimmt die Füße danach heraus. Moderne Praxis (nicht im Text): die Füße in Wasser mit einem Teil Essig sechs bis acht Stunden sieden, bis das Fleisch weich ist und sich von den Knochen löst. Die Garflüssigkeit ist die Brühe, die später geliert, denn der Leim dafür kommt aus den Füßen. Wer die Füße lieber wie in Nr. 83 zuerst in Salzwasser gart, nimmt diese Garbrühe weiter und säuert sie erst danach.

Würzen und Abschmecken. Gestoßenen Pfeffer und Safran in die Brühe geben; der Safran macht sie gelb, wie Rumpolt es verlangt. Dann kosten: Die Brühe soll deutlich sauer sein, fehlt Säure, mehr Essig nachgeben. Nach Geschmack salzen.

Seihen und Erstarren. Die Füße auf ein Brett legen und abkühlen lassen, dann in eine Schüssel legen. Die Brühe durch einen Wollsack darübergießen; heute tut es ein feines Passiertuch. Das hält Trübstoffe zurück, damit die Sülze klar wird. Dass sie erstarren soll, sagt Rumpolt hier nicht; die Schüssel abgedeckt kalt stellen, bis die Brühe fest ist.

Praxis. Man braucht einen großen Topf, ein Brett, eine Schüssel und ein Passiertuch. Ochsenfüße beim Metzger bestellen; Kalbs- oder Schweinsfüße gelieren ebenso gut (das ist ein heutiger Ersatz, nicht Rumpolt). Kalt servieren und bis dahin gekühlt aufbewahren.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0082-orig" n="Galrat" resp="#fyndling">Sülze, Gallert (mittelhochdeutsch galreide, aus mittellateinisch geladria; Lexer, FWB): eine zu Gallert erstarrte, kräftige Brühe und das darin angerichtete Gericht. Hier die saure Safranbrühe mit den Ochsenfüßen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0082-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Würze es, schmecke es ab: Pfeffer und Safran kommen in die Essigbrühe, danach wird auf Säure und Salz gekostet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0082-orig" n="Wuͤllen Sack" resp="#fyndling">Ein Sack oder Beutel aus Wollstoff, durch den die Brühe geseiht („seig“) wird, damit sie klar wird. Rumpolt unterscheidet ihn vom „Haͤrin Tuch“, einem Seihtuch aus Haar, das er in der weißen Sülze gleich danach (Nr. 83) nimmt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0082-orig" n="lauter" resp="#fyndling">Klar, rein, ohne Trübung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0082-orig" n="zeuch sie auß auff ein Bret" resp="#fyndling">Die Ochsenfüße garen in der Brühe aus Wasser und Essig und werden danach herausgenommen. Das Rezept nennt die Füße vor diesem Satz nur in der Begründung („die Ochsenfuͤß seindt gut in einer sauren Bruͤh“); „auß“ setzt voraus, dass sie in der Brühe liegen. Die weiße Sülze gleich danach (Nr. 83) hat denselben Schritt ausdrücklich: „Zeuch sie auß der Bruͤh auff ein saubers Bret“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0082-orig" n="so wirt es schoͤn lauter" resp="#fyndling">Rumpolt nennt hier nur die Klarheit der geseihten Brühe. Dass sie in der Schüssel erstarrt, sagt er in Nr. 82 nicht; es ergibt sich aus dem Wort „Galrat“ und aus Nr. 83: „wenn sie kalt werden/ so werden sie wider fest“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0082-orig" n="obs saur oder gesaltzen ist" resp="#fyndling">Salz erscheint nur als Kostprobe, nicht als Zutat und ohne Menge. Rumpolt verlangt ausdrücklich nur, fehlende Säure nachzugeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0082-orig" n="Wuͤllen Sack" resp="#fyndling">Ein Beutel aus Wolle zum Seihen: „wüllen“ heißt wollen, aus Wolle. Rumpolt nennt in Nr. 3 ebenso ein „Wuͤllen Tuch“ und trennt beides vom „Haͤrin Tuch“ aus Haar.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0082-orig" n="mach es ab" resp="#fyndling">Würzen, abschmecken: gleich danach folgt „versuch es“, die Kostprobe auf Säure und Salz.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0083-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalte Sülze von Ochsenfüßen. Die Füße werden in Salzwasser gesotten, die Brühe wird geseiht, mit wenig kaltem Essig versetzt und durch Umgießen milchig-weiß gemacht, dann über die Füße gegossen, wo sie beim Erkalten fest wird. Ein Geliermittel kommt nicht dazu, die Füße liefern es selbst. Rumpolt nennt das Gericht „weisse Galrat“; das gelbe Gegenstück steht in Nr. 82.

Wie lange sieden? Der Text sagt nur „wol sieden“. Rechne mit sechs bis acht Stunden bei schwachem Sieden, bis sich das Fleisch von den Knochen löst. Maßstab ist Rumpolts eigener Satz: Was kalt wird, muss wieder fest werden. Tipp (nicht im Text): ein Löffel Brühe auf einem kalten Teller zeigt vorher, ob sie geliert.

Seihen. Die Füße kommen aufs Brett und kühlen ab, die Brühe läuft durch ein feines Tuch in einen sauberen großen Topf. So bleiben Knochensplitter und Trübes zurück. Füße und Brühe werden getrennt weiterbehandelt, damit die Brühe umgegossen werden kann.

Essig und Weißmachen. Rumpolt verlangt „ein wenig Essig“, kalt in die noch warme Brühe, danach darf sie nicht mehr sieden. Nimm einen milden Weinessig und gib ihn sparsam zu, bis die Brühe leicht säuerlich schmeckt. Dann schöpfst du sie mit einem Schöpflöffel immer wieder hoch und lässt sie zurücklaufen, bis sie kalt ist, oder du gießt sie zwischen zwei sauberen Töpfen hin und her. Beides steht im Text als gleichwertiger Weg; wer nur einen nimmt, nimmt das Umgießen zwischen zwei Töpfen, das Rumpolt ausführlicher beschreibt. Warum die Brühe dabei weiß wird, begründet er nur mit dem kalten Essig; mehr gibt der Text nicht her.

Erstarren. Gieß die Brühe über die Füße in der Schüssel und stell alles kalt, bis es fest ist, am besten über Nacht.

Knoblauch. Wer die Variante will, schneidet ein bis zwei Zehen fein und gibt sie in die Sülze.

Praxis. Ochsenfüße beim Metzger vorbestellen. Die Sülze braucht bis zum Essen eine Kühlkette, sonst wird sie weich. Rumpolt selbst sagt: Sie kostet wenig, macht aber viel Mühe, vor allem wegen der langen Kochzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0083-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0083-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Ein länglicher Kessel, wie man ihn für Fisch nutzte; hier dient er als sauberes Gefäß, in dem die Brühe aufgefangen und mit Essig versetzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0083-orig" n="Galrat" resp="#fyndling">Sülze, Gallerte: eine Brühe, die beim Erkalten fest wird. Hier geliert sie aus den Ochsenfüßen selbst. Nicht zu verwechseln mit Rumpolts „Suͤltzen“, mit dem er in Nr. 36-38 Kutteln meint.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0083-orig" n="Haͤfen" resp="#fyndling">Töpfe (Einzahl Hafen).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0083-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend, gut im Geschmack.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0083-orig" n="wenn sie kalt werden/ so werden sie wider fest" resp="#fyndling">Grammatisch sind die Füße gemeint; der Satz beschreibt, dass das Gesottene beim Erkalten fest wird, und gibt damit den Maßstab für das Sieden. Übersetzt bleibt er wörtlich mit „sie“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0083-orig" n="wol sieden" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Zeit: sieden, bis die Brühe beim Erkalten fest wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0083-orig" n="ein wenig Essig" resp="#fyndling">Essig ohne Sorte und Menge, nach Geschmack; Rumpolt verlangt nur, dass er kalt in die warme Brühe kommt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0083-orig" n="geuß mit einem eysern Loͤffel auff vnd nider … Oder nim̃ zween newe Haͤfen" resp="#fyndling">Zwei gleichwertige Wege, die Brühe weiß zu machen: mit dem Löffel auf und nieder gießen oder zwischen zwei neuen Töpfen umgießen. Das „Oder“ macht daraus eine Wahl, keine Abfolge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0083-orig" n="Fischkessel" resp="#fyndling">Ein ohnehin für Fisch genutzter, länglicher Kessel, der hier nur sauber sein muss; Fisch kommt im Rezept nicht vor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0083-orig" n="so schneidt ein wenig darein" resp="#fyndling">Nur „ein wenig“ Knoblauch, ohne Menge und ohne Zeitpunkt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0084-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegartes Kuheuter, in schmale Streifen geschnitten und in einer mit Einbrenne gebundenen, leicht sauren Butterbrühe mit Salzzitronen aufgekocht. Heute erinnert das am ehesten an Kutteln in heller Zitronensauce.

Das Vorkochen. Das Euter in Wasser aufsetzen und siedend garen, bis es ganz weich ist. Rumpolt nennt keine Zeit; rechne bei einem ganzen Euter mit zwei bis drei Stunden und prüfe mit einer Gabel. Danach herausnehmen und kalt werden lassen, denn kalt und fest lässt es sich sauber schneiden.

Der Schnitt. „Klein wie Sültzen“ heißt: geschnitten wie Kutteln, also in schmale Streifen.

Die Einbrenne. Das Mehl in reiner, geklärter Butter hell anschwitzen, nicht bräunen - der Text nennt keine Farbe. Die Einbrenne bindet die Brühe zur Sauce.

Butter und Zitronen. Rinderbrühe mit wenig Essig erhitzen, die Einbrenne einrühren, die Euterstreifen dazugeben. Die frische Butter kalt in Stücken unterrühren. Salzzitronen entkernen, fein schneiden, dazugeben und alles miteinander aufsieden lassen.

Praxis. Die Salzzitronen bringen viel Salz mit, deshalb erst am Schluss und sparsam salzen. Beim Essig vorsichtig anfangen und nach Geschmack nachlegen: Er soll die Fettigkeit von Butter und Euter abfangen, nicht vorschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="EJngemacht" resp="#fyndling">Bei Fleisch: in Brühe oder Sauce angerichtet, nicht das heutige Konservieren.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="gar an die statt sieden" resp="#fyndling">Ganz und gar sieden, bis es vollständig gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">„wie Suͤltzen“: wie Kutteln. Rumpolt gebraucht „Sültzen“ für Kutteln (vgl. rum-0023), nicht für Aspik; hier nur ein Vergleich für den Schnitt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Nicht zerlassene, also frische, nicht geschmolzene Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="eingebrennt Mehl" resp="#fyndling">Mehl, in Fett angeschwitzt (Einbrenne), zum Binden. Der Text nennt keine Farbe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">„lauter“ = rein, klar; gemeint ist wohl geklärte Butter. Darin ist das Mehl eingebrannt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="gesaltzen Limonien" resp="#fyndling">Gesalzene, in Salz eingelegte Zitronen. „Limonie“ bezeichnet eine kleinere Zitronenart.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0084-orig" n="wolgeschmack" resp="#fyndling">Wohlschmeckend, gut im Geschmack.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0084-orig" n="eingebrennt Mehl" resp="#fyndling">Mehl in der geklärten Butter hell angeschwitzt, als Einbrenne zum Binden der Brühe. Der Text verlangt keine Farbe, daher keine Bräunung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0084-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Reine, klare Butter, also geklärte Butter („lauter“ = rein, klar). So auch in den Nachbarrezepten gelesen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0084-orig" n="Reihenfolge von Brühe, Butter und Einbrenne" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Reihenfolge: Brühe, Essig, frische Butter und Einbrenne kommen „unter das Euter“, die Butter schmilzt beim Aufsieden mit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0084-orig" n="gesaltzen Limonien" resp="#fyndling">Ganze oder geschnittene Salzzitrone in der Brühe mitsieden lassen; der Text sagt nur „nim̃ auch gesaltzen Limonien“ und „laß darmit auffsieden“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0084-orig" n="klein wie Suͤltzen" resp="#fyndling">So geschnitten wie Kutteln; „Sültzen“ ist bei Rumpolt das Wort für Kutteln (rum-0023). Der Vergleich betrifft die Schnittform.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0084-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Frische, nicht zerlassene (nicht geschmolzene) Butter.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0085-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kuheuter, in breiten Scheiben auf dem Rost gebräunt, danach in Stücke geschnitten und in einer Pfeffersauce angerichtet. Es ist die zweite von sieben Euter-Speisen in Rumpolts Kuhkapitel und die schlichte Rostvariante. Ein geläufiges Gegenstück gibt es heute nicht; am nächsten stehen in Sauce servierte Innereien wie Kutteln oder Zunge.

Das Vorkochen. Der Text nennt keinen Kochschritt vor dem Rost. Roh bleibt das dichte Drüsengewebe dort zäh. Moderne Empfehlung (nicht im Text): das Euter in Wasser gar sieden, abkühlen lassen und erst dann breit aufschneiden. So verfahren auch Nr. 1 und Nr. 5 derselben Reihe.

Das Abbräunen. Die breiten Scheiben auf den Rost über der Glut legen und braun werden lassen. „Abbräunen“ heißt fertig bräunen, nicht nur kurz ansetzen. Die breiten Schnittflächen bringen Farbe und Röstaroma. Danach in Stücke schneiden.

Der Pfeffer. Rumpolt beschreibt die Sauce hier nicht, er setzt einen Pfeffer als bekannt voraus. Welche Zutaten gemeint sind, bleibt offen; Anhaltspunkte geben die Pfeffer-Saucen. Die Stücke kommen in die fertige Sauce.

Praxis. Man braucht einen Topf zum Vorkochen, einen Rost über Glut oder einen Grill und einen Topf für die Sauce. Das Euter frisch verarbeiten und bis dahin kühl halten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0085-orig" n="Euter" resp="#fyndling">Die Milchdrüse der Kuh; das Kapitel handelt von der Kuh. Als Speise ist Euter in Deutschland heute fast verschwunden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0085-orig" n="breuns auff dem Roßt ab" resp="#fyndling">Abbräunen: fertig braun rösten. Rumpolt gebraucht das Wort für das Rösten auf dem Rost immer wieder in diesem Sinn.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0085-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Bratrost über Glut.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0085-orig" n="voneinander" resp="#fyndling">Auseinander, also in Stücke.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0085-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Bei Rumpolt meist der Name einer gewürzten, gebundenen Sauce, in die das Fleisch kommt, nicht nur das Gewürz. Wie sie hier zusammengesetzt ist, sagt der Text nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0085-orig" n="breuns auff dem Roßt ab" resp="#fyndling">„Bräune es auf dem Rost ab“, also fertig braun rösten. Rumpolt verwendet „breun sie ab“ auf dem Rost buchintern mehrfach in diesem Sinn (Ochsenkapitel Nr. 15 und Nr. 25: auseinanderschneiden, auf den Rost legen, abbräunen); Grimm belegt „abbräunen“ als ganz braun machen, auch „einen braten abbräunen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0085-orig" n="Vorkochen des Euters" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen Kochschritt: das Euter wird breit geschnitten und direkt auf dem Rost abgebräunt. Ob Rumpolt ein Vorkochen als selbstverständlich voraussetzt, lässt sich nur aus dem Kapitelkopf („ohne daß man die Euter anders muß kochen vnd zurichten“) und den Nachbarrezepten Nr. 1 und Nr. 5 erschließen, die das Euter zuerst sieden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0085-orig" n="in Pfeffer" resp="#fyndling">In eine Pfeffersauce. „Pfeffer“ ist bei Rumpolt ein Gerichtsname für eine gewürzte, gebundene Sauce; „thu es in“ passt zu einer Flüssigkeit, wie in Nr. 4 und Nr. 18 des Ochsenkapitels („in einẽ Pfeffer“).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0085-orig" n="schneidt es darnach voneinander" resp="#fyndling">„Schneide es danach auseinander“, also in Stücke. So auch im Ochsenkapitel bei Nr. 15 und Nr. 25; eine Größe nennt der Text nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0086-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kuheuter, auf dem Rost gebräunt und in eine dicke süß-saure Mandelsauce mit Rosinen, Wein, Rinderbrühe, Essig, Zucker, Pfeffer und Safran gelegt. Die Sauce ist ein Gescharb: klein geschnittene, in Butter geröstete Mandeln, mit Flüssigkeit aufgegossen und mit etwas Mehl gebunden. Das Nachbarrezept Nr. 6 verwendet dasselbe Verfahren mit Äpfeln und Zwiebeln statt Mandeln.

Mandeln. Mandeln kurz überbrühen, die Haut abziehen, klein schneiden und in geklärter Butter anrösten. Das gibt der Sauce Aroma und Körper; die Mandelstücke sind zusammen mit dem Mehl das, was die Flüssigkeit andickt.

Mehl einbrennen. „Brennen“ heißt hier: etwas Mehl in die Mandel-Butter-Mischung einrühren und anschwitzen, dann mit der Flüssigkeit aufkochen, damit es bindet. Wie dunkel das Mehl werden soll, sagt der Text nicht; hell bis leicht gebräunt ist die neutrale Lesart. Das „Aufsieden“ ist nötig, damit das Mehl die Sauce wirklich bindet.

Euter: roh oder vorgekocht? Der Text nennt nur Zuschneiden und Bräunen auf dem Rost, kein Vorkochen. Roh in Stücken nur gebräunt und kurz in der Sauce bleibt Euter fest. Für die Praxis empfiehlt sich deshalb, das Euter zuerst gar zu kochen, wie es Nr. 6 der Reihe ausdrücklich vorschreibt, dann zuzuschneiden, auf dem Rost zu bräunen und in das Gescharb zu legen. Wer wörtlich arbeiten will, lässt die Stücke nach dem Bräunen länger in der Sauce garen; eine Garzeit nennt der Text nicht.

Praxis. Wein und Essig sind im Text nicht näher bestimmt. Wer eine Festlegung braucht, nimmt als modernes Hilfsmittel Weißwein und milden Weinessig. Für die kleinen schwarzen Rosinen sind Korinthen der naheliegende Ersatz. Die Sauce leise sieden lassen, bis sie dicklich ist, und mit Zucker und Essig auf ein deutliches Süß-Sauer abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0086-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">„Lauter Butter“ ist geklärte Butter: „lauter“ heißt rein, klar.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0086-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Ein „Gescharb“ ist ursprünglich Geschnitzeltes, klein Geschnittenes (zu „scharben“ = klein schneiden); das Deutsche Wörterbuch belegt ausdrücklich ein „Mandelgescherb“. Hier sind es die klein geschnittenen, gerösteten Mandeln, die mit Wein und Brühe zur dicken Sauce werden, in die das Euter zuletzt kommt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0086-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Mandelgescharb: die klein geschnittenen, in Butter gerösteten Mandeln, mit Wein und Brühe zur dicken Sauce angesetzt. Deutsches Wörterbuch „geschärb“ = Kleingeschnittenes, mit dem Beleg „mandelgescherb“; buchintern Nr. 8 (Ochsenzungen) mit derselben Mandelsauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0086-orig" n="brenn ein wenig Mehl in das gescharb" resp="#fyndling">Einbrennen zum Binden: Mehl in die Mandel-Butter-Mischung einrühren, anschwitzen und mit der Flüssigkeit aufsieden lassen. Ein Bräunungsgrad wird nicht genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0086-orig" n="zuschneidt das Euter/ vnd breun es auff dem Roßt" resp="#fyndling">Wörtlich: das Euter zuschneiden, auf dem Rost bräunen und in der Sauce fertig garen lassen. Ein Vorkochen steht nicht im Text; eine Garzeit wird nicht genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0086-orig" n="kleine schwartze Rosein" resp="#fyndling">Kleine dunkle getrocknete Weinbeeren, so wie der Text sie nennt; im Buch durchgehend „kleine schwarze Rosinen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0086-orig" n="Wein / Essig" resp="#fyndling">Der Text lässt offen, ob roter oder weißer Wein und welcher Essig gemeint ist; keine Festlegung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0087-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kuheuter, abgebräunt, mit frischer Butter übergossen und beim Anrichten mit einer trockenen Mischung aus Pfeffer und Salz bestreut - ohne Sauce. Es ist die vierte der sieben Euter-Speisen im Kuhkapitel. Eine lebende Entsprechung gibt es nicht, Euter ist aus der Küche weitgehend verschwunden.

Das Vorkochen. Nr. 4 nennt keinen Kochschritt vor dem Bräunen. Roh bliebe das dichte Euter beim bloßen Bräunen zäh. Moderne Empfehlung (nicht im Text): das Euter in Wasser weich sieden, abkühlen lassen und erst dann zuschneiden. So beginnt auch Nr. 1 derselben Reihe.

Das Abbräunen. „Abbräunen“ heißt bei Rumpolt fertig braun rösten. Ein Gerät nennt diese Stelle nicht; Nr. 2 derselben Reihe bräunt das Euter auf dem Rost. Rost über Glut, Grill oder eine schwere Pfanne tun es gleichermaßen.

Die Butter. Frische Butter, nicht ausgelassen und kein Butterschmalz. Wie man mit nicht zerlassener Butter „begießt“, sagt der Text nicht. Praktikabel ist, die Butter auf das heiße Euter zu geben, wo sie schmilzt.

Pfeffer und Salz. Beides vorher mischen und erst beim Anrichten darüberstreuen. Fehlt Pfeffer, nimmt man gemahlenen Ingwer an seiner Stelle.

Praxis. Euter gibt es beim Metzger meist nur auf Vorbestellung; frisch verarbeiten und bis dahin kühl halten. Man braucht einen Topf zum Vorkochen und einen Rost oder eine Pfanne.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0087-orig" n="Euter" resp="#fyndling">Nach dem Kapitel, in dem das Rezept steht, das Euter der Kuh.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0087-orig" n="hastu kein Pfeffer/ so nim̃ Jngwer darvnter" resp="#fyndling">Ingwer ersetzt den Pfeffer in der Salzmischung, wenn keiner da ist. Er kommt nicht zusätzlich dazu.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0087-orig" n="abgebreunt" resp="#fyndling">Abgebräunt, also fertig braun geröstet. Rumpolt gebraucht „abbräunen“ im ganzen Buch in diesem Sinn, oft zusammen mit dem Rost. Ein Gerät nennt diese Stelle nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0087-orig" n="begeuß" resp="#fyndling">Begieße. Bei Butter, die ausdrücklich nicht zerlassen ist, bleibt offen, wie das Begießen genau gemeint ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0087-orig" n="vnzerlassener Butter" resp="#fyndling">Nicht zerlassen heißt nicht geschmolzen oder ausgelassen: frische Butter, kein Butterschmalz. Wie sie aufgebracht wird, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0087-orig" n="abgebreunt" resp="#fyndling">Abgebräunt, also braun geröstet. Rumpolt verwendet „abbräunen“ durchgehend für das Braunrösten, meist auf dem Rost - in derselben Euter-Reihe bei Nr. 2 („breuns auff dem Roßt ab“) und bei der gleich gebauten Ochsenzunge („leg sie auff ein Roßt/ vnd breun sie ab“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0087-orig" n="begeuß mit frischer vnzerlassener Butter" resp="#fyndling">Mit frischer Butter begießen, die nicht zerlassen, also weder geschmolzen noch ausgelassen ist. Wie man mit nicht geschmolzener Butter begießt, sagt der Text nicht; der Widerspruch bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0087-orig" n="Garzustand des Euters vor dem Bräunen" resp="#fyndling">Der Text nennt nur zuschneiden, abbräunen, begießen und bestreuen. Ob das Euter vorher gekocht wurde, sagt Nr. 4 nicht. Der Kapitelkopf hält nur fest, dass man das Euter anders kochen und zurichten muss als die übrigen Teile.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0088-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schon gekochtes Kuheuter, mit Speck gespickt und am Spieß gebraten, dazu eine dunkle, süß oder sauer abgeschmeckte Sauce aus Hühnerblut mit milden Gewürzen, Zimt, Nelken, geriebenem Kuchen und etwas Essig. Heute erinnert das am ehesten an einen Spießbraten mit Blutsauce, wie man sie vom Schwarzsauer kennt. Es ist die fünfte von sieben Euterspeisen in Rumpolts Kapitel von der Kuh.

Das Vorkochen. Rumpolt setzt das gekochte Euter voraus und beschreibt das Kochen nicht. Das Euter in Wasser siedend garen, bis es weich ist; eine Zeit nennt der Text nicht, rechne bei einem ganzen Euter mit zwei bis drei Stunden. Die Zeitangabe oben schließt das Vorkochen ein.

Spicken und Braten. Das Euter bleibt ganz. Den Speck in kleine Streifen schneiden und das Euter damit spicken: Das bringt Fett in das magere, schon gegarte Gewebe und schützt es am Spieß vor dem Austrocknen. Weil das Euter bereits gar ist, dient das Braten Farbe, Speckfett und Röstaroma. Eine Bratdauer nennt der Text nicht; brate es, bis es rundum gebräunt und durch und durch heiß ist.

Geriebener Kuchen. Da steht wörtlich Kuchen, also ein Gebäck. Für Brösel schreibt Rumpolt sonst „gerieben Weck“; welches Gebäck er hier meint, lässt der Text offen. Zusammen mit dem Blut bindet es die Sauce. Wer kein passendes Gebäck hat, nimmt geriebenes Weißbrot, dann fällt eine mögliche Eigensüße weg.

Linde Gewürze. Gemeint sind milde, nicht scharfe Gewürze; welche, sagt Rumpolt nicht. Zimt und Nelken nennt er eigens, sie tragen den Geschmack. Eine weitere Gewürzliste gibt der Text nicht her.

Süß oder sauer. Der Text überlässt die Richtung dem Koch und nennt kein Süßungsmittel. Heute nimmt man dafür Zucker oder Honig nach Geschmack; für die saure Richtung etwas mehr Essig.

Praxis. Das Blut frisch und gekühlt kaufen; ist Hühnerblut nicht zu bekommen, geht Schweineblut vom Metzger als Ersatz. Die Sauce bei kleiner Hitze unter Rühren aufsieden lassen, sonst wird das Blut krümelig, und sie ganz durcherhitzen. Beim Anrichten die Sauce in die Schüssel geben und das Euter darauf setzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0088-orig" n="Huͤnnerschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut, nicht Brühe: Das Substantiv „schweiß“ meint bei Rumpolt Blut (vgl. rum-0018, rum-0029, rum-0056, rum-0060).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0088-orig" n="linden Gewuͤrtz" resp="#fyndling">Milde, nicht scharfe Gewürze; welche, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0088-orig" n="Neglein" resp="#fyndling">Gewürznelken, wörtlich „Nägelein“, nach ihrer Form.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0088-orig" n="gerieben Kuchen" resp="#fyndling">Geriebener Kuchen, vermutlich Pfefferkuchen (Lebkuchen). Das Wort steht so im Druck (am Scan Bl. IXb bestätigt); für Brösel schreibt Rumpolt sonst „gerieben Weck“. Pfefferkuchen bindet eine dunkle Blutsauce und passt zu Zimt und Nelken. Die wichtigen Gewürze nennt Rumpolt allerdings schon einzeln, der Kuchen dient also vor allem zum Binden und Süßen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0088-orig" n="Spieß" resp="#fyndling">Bratspieß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="Huͤnnerschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut. Das Substantiv „schweiß“ meint bei Rumpolt Blut (Jäger- und Küchensprache), vgl. rum-0018, rum-0029, rum-0056 und rum-0060. Nur das Verb „schweißen“ heißt in Fett anschwitzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="gerieben Kuchen" resp="#fyndling">Geriebener Kuchen, vermutlich Pfefferkuchen (Lebkuchen). Das Wort steht so im Druck (am Scan Bl. IXb bestätigt); für Brösel schreibt Rumpolt sonst „gerieben Weck“. Pfefferkuchen bindet eine dunkle Blutsauce und passt zu Zimt und Nelken. Die wichtigen Gewürze nennt Rumpolt allerdings schon einzeln, der Kuchen dient also vor allem zum Binden und Süßen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="linden Gewuͤrtz" resp="#fyndling">Milde, nicht scharfe Gewürze (lind = mild, sanft); welche genau, sagt der Text nicht. Zimt und Nelken nennt er zusätzlich eigens.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="mach es suͤß oder saur" resp="#fyndling">Die Sauce nach Belieben süß oder sauer abschmecken; ein Süßungsmittel nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="laß braten" resp="#fyndling">Das bereits gekochte Euter am Spieß braten; eine Dauer oder Hitze nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="Huͤnnerschweiß (Beschaffung)" resp="#fyndling">Der Text verlangt Hühnerblut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0088-orig" n="thu es darvnter" resp="#fyndling">Die Sauce beim Anrichten unter das Euter geben; der Bezug von „es“ auf die Sauce ist Kontextlesart.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0089-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottenes Kuheuter, in Stücke geschnitten, auf dem Rost gebräunt und in einer süß-sauren Sauce aus Äpfeln und Zwiebeln mit Essig, Safran und kleinen Rosinen nochmals aufgekocht. Am nächsten kommt heute eine Sauerbratensauce mit Rosinen. Es ist die sechste von sieben Euter-Speisen in Rumpolts Kuh-Kapitel; dasselbe Verfahren beschreibt er für Ochsenzunge (rum-0019) und Ochsenfüße (rum-0074).

Das Gescharb. Äpfel und Zwiebeln zusammen sehr fein hacken und in geklärter Butter anschwitzen, bis sie weich sind. Die gehackte Masse ist selbst das Gescharb: Mit Rinderbrühe, Essig, Pfeffer und Safran wird sie zur Sauce. Essig vorsichtig zugeben und abschmecken, Mengen nennt der Text keine.

Die Einbrenne. Mehl in Butter oder Butterschmalz hell anschwitzen und in die Sauce rühren. Beim Aufkochen dickt sie ein, Rumpolt will sie „fein dick“. Danach die Rosinen hineingeben.

Das Euter. Der Text setzt ein gesottenes Euter voraus. Praxisweg (nicht im Text): sauber putzen und in Wasser oder Brühe weich sieden, grob geschätzt zwei bis drei Stunden. Dann in Stücke schneiden und auf dem Rost über Glut braun werden lassen; gar ist es schon, der Rost bringt Kruste und Röstaroma. Die Stücke in die Sauce geben und darin noch einmal aufkochen lassen.

Praxis. Man braucht einen Topf fürs Euter, einen für die Sauce und einen Rost oder Grill. Salz erst am Schluss: Die Sauce kocht zweimal auf, und Rumpolt warnt ausdrücklich vor dem Versalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="schweiß" resp="#fyndling">Schweißen heißt hier in Fett anschwitzen: Die gehackten Äpfel und Zwiebeln werden in der Butter weich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Lauter bedeutet klar, rein: geklärte Butter. Im selben Kapitel steht mehrfach das Gegenstück „frische vnzerlassene Butter“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="eingebrennten Mehl" resp="#fyndling">Eine Einbrenne: Mehl, in Fett angeschwitzt, das die Sauce bindet. Eine Farbe verlangt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Zu scharben, klein schneiden: ein Geschnitzel aus Obst oder Gemüse. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm belegt „ain gescharb von piern und öpfl“, also von Birnen und Äpfeln. Hier sind es die fein gehackten Äpfel und Zwiebeln, die mit Brühe, Essig und Einbrenne zur dicken Sauce werden. Rumpolt nennt dieselbe Sauce bei den Ochsenfüßen „Epffelgescharb“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="breuns ... ab" resp="#fyndling">Abbräunen: auf dem Rost über der Glut braun werden lassen. Das Euter ist da schon gesotten, der Rost gibt Farbe und Röstaroma.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost, auf dem das Euter über der Glut gebräunt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0089-orig" n="Euter" resp="#fyndling">Der Text sagt nur „Euter“; das Rezept steht in Rumpolts Kapitel über die Kuh, gemeint ist also Kuheuter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Die fein gehackten, in Butter angeschwitzten Äpfel und Zwiebeln, die mit Brühe, Essig und Einbrenne zur dicken Sauce werden. Das Deutsche Wörterbuch belegt geschärb zu scharben (klein schneiden) als Geschnitzel von Obst oder Gemüse („ain gescharb von piern und öpfl“); Rumpolt gebraucht das Wort bei den Ochsenfüßen (rum-0074, „Epffelgescharb“) und der Ochsenzunge (rum-0019) für dieselbe Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="eingebrennten Mehl" resp="#fyndling">Eine Einbrenne: Mehl in Fett angeschwitzt, das die Sauce bindet („so wirdt es fein dick“). Welches Fett, sagt der Text nicht, und eine Farbe verlangt er nicht; deshalb hell lassen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="breuns auff einem Roßt ab" resp="#fyndling">Die gesottenen Euterstücke auf dem Rost rundum braun werden lassen. Rumpolt schreibt gleichlautend bei der Ochsenzunge (rum-0019) und den Euter-Speisen Nr. 2 und Nr. 3 (rum-0085, rum-0086), jedes Mal auf dem Rost.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="wenn das Euter gesotten ist" resp="#fyndling">Rumpolt setzt ein bereits gesottenes Euter voraus und nennt weder Kochzeit noch Vorbereitung; der Kapitelkopf sagt nur, das Euter müsse man anders kochen als das Ochsenfleisch. Mehr wird hier nicht ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="Essig / kleine schwartze Rosein" resp="#fyndling">Der Text nennt für Essig und Rosinen keine Mengen; sie werden hier nicht geschätzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="kleine schwartze Rosein" resp="#fyndling">Kleine schwarze Rosinen, wörtlich wiedergegeben; Rumpolt nennt sie im Buch mehrfach so.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0089-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter: lauter heißt klar, rein, und im selben Kapitel steht mehrfach das Gegenstück „frische vnzerlassene Butter“.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0090-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine hochwandige Pastete aus festem Butter-Ei-Teig, gefüllt mit Kuheuter auf einem Boden aus gehacktem Speck, grünen Kräutern und Ingwer. Nach dem Backen wird eine saure, mit Eigelb gebundene Brühe hineingegossen. Heute erinnert das an eine herzhafte Fleischpastete, in die man nach dem Backen Brühe gießt.

Der Teig. Mehl mit drei oder vier Eiern, frischer, fester Butter und wenig Salz zu einem festen Teig verarbeiten. Fest muss er sein, damit die Wand ohne Form steht. Rumpolt schreibt „übersich treiben“, also nach oben: den Teig zu einer runden, hohen Hülle hochziehen, nicht flach ausrollen. Wie er dabei genau vorgeht, sagt er nicht.

Die Euter. Der Text legt die geschnittenen Euter ohne Vorkochen in die Pastete. Rohes Euter wird in der Backzeit einer Pastete aber kaum weich. Deshalb die Euter vorher in Wasser siedend weich garen, mit der Gabel prüfen, abkühlen lassen und erst dann in Stücke schneiden.

Der Boden. Frischen, also rohen und ungeräucherten Speck mit grünen Kräutern und Ingwer fein hacken und als Schicht auf den Pastetenboden legen. Er bringt Fett und Würze von unten an die Füllung. Darauf die Euterstücke, dann den Teigdeckel aufsetzen und am Rand andrücken.

Deckel und Häklein. Den Deckel mit verquirltem Ei bestreichen, ein kleines Loch hineinstechen, damit der Dampf entweichen kann, und die Pastete in den Ofen schieben. Was das eiserne Häklein genau tut, bleibt offen; nachbauen lässt sich die Pastete auch ohne. Hitze und Backzeit nennt Rumpolt nicht: backen, bis der Teig durch und goldbraun ist.

Die Brühe. Einen oder zwei Eidotter mit Essig und Rinderbrühe glattrühren und unter Rühren erhitzen, bis die Brühe leicht bindet. Nicht sprudelnd kochen lassen, sonst gerinnt das Eigelb. Dann den Deckel aufschneiden und die Brühe in die Pastete gießen.

Praxis. Beim Essig vorsichtig anfangen: Er soll das Fett von Speck und Butter abfangen, nicht vorschmecken. Die Brühe erst beim Anrichten eingießen, sonst weicht der Boden durch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="Kuͤheutern" resp="#fyndling">Das Euter der Kuh; heute als Schlachtteil kaum noch im Handel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Nicht zerlassene, also nicht geschmolzene Butter: frische Butter in festem Zustand.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="mach den Teig fest ab" resp="#fyndling">„abmachen“ heißt hier anmachen, zubereiten; mit „fest“ ist ein steifer Teig gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="treib jhn vbersich" resp="#fyndling">„übersich“ heißt aufwärts, von unten nach oben. Der Teig wird also nach oben getrieben, zur Wand der Pastete, nicht flach ausgerollt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="eysern Hecklein" resp="#fyndling">Ein eisernes Häklein. Wozu es dient, sagt der Text nicht; er schreibt nur, man solle den Deckel damit „übersich gehen“ lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="so bleibt es fein vbersich" resp="#fyndling">So bleibt es schön hoch. Gemeint ist eher die ganze Pastete als nur der Deckel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0090-orig" n="ruͤr sie mit Essig vnnd Rindtfleischbruͤh ab" resp="#fyndling">„abrühren“ heißt verrühren, glattrühren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0090-orig" n="treib jhn vbersich" resp="#fyndling">Den Teig nach oben treiben, also zur Wand einer runden, hohen Pastete hochziehen. „übersich“ heißt aufwärts; „daß er fein rundt bleibt“ passt zu einer frei stehenden Hülle.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0090-orig" n="eysern Hecklein" resp="#fyndling">Ein eisernes Häklein, als Wort belassen; seine Aufgabe bleibt offen. Der Text sagt nur, dass der Deckel damit „übersich gehen“ soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0090-orig" n="schneidt die Euter wie du wilt" resp="#fyndling">Wörtlich: die Euter roh oder nur zugerichtet schneiden und einlegen. Ein Vorkochen nennt der Text nicht, obwohl der Kapitelkopf sagt, das Euter müsse man anders kochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0090-orig" n="laß sieden" resp="#fyndling">Wörtlich: die Eigelb-Essig-Brühe sieden lassen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0090-orig" n="frischen Speck" resp="#fyndling">Roher, ungesalzener und ungeräucherter Speck, im Gegensatz zu gesalzenem Speck.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0090-orig" n="vnzerlassene Butter" resp="#fyndling">Nicht zerlassene, also nicht geschmolzene, feste frische Butter.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0091-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Kalbskopf, erst abgebrüht, dann in Salzwasser mit einem Stück frischem Speck gesotten und im Ganzen angerichtet. Rumpolt stellt ihn als Nr. 1 an den Anfang seines Kalbskapitels; die folgenden Kalbskopf-Rezepte bauen darauf auf. Heute steht dem am nächsten der gekochte Kalbskopf, wie ihn die französische Küche als tête de veau kennt.

Abbrühen. Den Kopf mit der Haut kurz in warmes, nicht kochendes Wasser legen, wie man Füße abbrüht, und dann sauber putzen. Er soll dabei nicht garen, sonst wird die Haut nicht schön weiß. Handwarm bis etwa 60 bis 70 °C ist ein brauchbarer Richtwert.

Erstes Sieden. In frischem Wasser mit Salz zusetzen, zum Sieden bringen und gründlich abschäumen. Erst danach das Stück Speck dazulegen, so ist die Reihenfolge im Text ausdrücklich. Gemeint ist am ehesten ungeräucherter, ungesalzener Speck. Dass er Brühe und Kopf weiß macht, ist Rumpolts Angabe.

Zunge. Nach etwa einer Stunde den Kopf in kaltes Wasser legen und aussäubern, die Zunge dabei mit. Sie bleibt im Kopf; das nächste Rezept nimmt sie erst vom gesottenen Kopf ab.

Zweites Sieden. Den Kopf in einen sauberen Topf geben, die Brühe durch ein Sieb darübergießen und mit dem Speck weiter sieden lassen. Eine Zeit nennt der Text nicht: nach Augenschein garen, bis das Fleisch weich ist, der Kopf aber noch zusammenhält.

Praxis. Einen ganzen Kalbskopf gibt es nur auf Vorbestellung beim Metzger. Ob er mit oder ohne Hirn geliefert wird, dort klären. Man braucht einen Topf, in dem der Kopf ganz Platz hat. Mit Putzen und zwei Garphasen etwa drei Stunden einplanen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0091-orig" n="wie man pflegt die Fuͤß zu bruͤhen" resp="#fyndling">Rumpolt verweist auf das übliche Abbrühen von Füßen: kurz in warmes Wasser, damit sich Haut und Haare säubern lassen. Der Kopf soll dabei nicht garen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0091-orig" n="verbruͤh jn doch nicht" resp="#fyndling">„Verbrühe ihn aber nicht“, also nicht zu heiß oder zu lange brühen. Als Grund nennt der Text nur die Farbe: „so wirt er schoͤn weiß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0091-orig" n="verfaums" resp="#fyndling">verfaumen = abschäumen, den Schaum von der siedenden Brühe nehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0091-orig" n="vberzinten Kessel" resp="#fyndling">überzinnt = mit Zinn überzogen, verzinnt. Gemeint ist ein Kessel mit Zinnüberzug auf der Innenseite.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0091-orig" n="seuber jn auß mit der Zungen" resp="#fyndling">Wörtlich „säubere ihn aus mit der Zunge“. Am naheliegendsten: den Kopf samt der Zunge, die noch darin sitzt, aussäubern. Im folgenden Rezept nimmt Rumpolt die Zunge erst vom gesottenen Kopf ab.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0091-orig" n="verseudt jn nicht" resp="#fyndling">versieden = zu lange sieden, verkochen. Der Kopf soll so fest bleiben, dass er sich im Ganzen anrichten lässt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0091-orig" n="seuber jn auß mit der Zungen" resp="#fyndling">Den Kopf samt der Zunge aussäubern: Die Zunge bleibt im Kopf und wird beim Putzen mitgereinigt. Dafür spricht das folgende Rezept, das die Zunge erst nach dem Sieden vom Kalbskopf nimmt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0091-orig" n="frisch stuͤck Speck" resp="#fyndling">„Frisch“ als Gegensatz zu gesalzenem oder geräuchertem Speck: ein ungeräuchertes, ungepökeltes Stück Speck. Das passt zum Ziel, Brühe und Kopf weiß zu halten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0091-orig" n="warmen Wasser (Brühen)" resp="#fyndling">Warm, nicht siedend: Der Kopf wird nur abgebrüht wie Füße, eine Temperatur nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0091-orig" n="verseudt jn nicht (Dauer der zweiten Garphase)" resp="#fyndling">versieden = verkochen. Der Text nennt für das zweite Sieden keine Zeit, nur das Ziel: Der Kopf muss sich im Ganzen anrichten lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0092-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Die zweite Zubereitung des gekochten Kalbskopfs: Das Hirn wird mit Ingwer, Salz und grünen Kräutern gehackt und mit gerösteten Weißbrotschnitten in verquirltem Ei in heißer Butter ausgebacken. Zunge und Kopffleisch werden in Ei gewälzt und mitgebacken, zum Anrichten kommt Ingwer darüber. Heute am ehesten verwandt mit herzhaften Armen Rittern oder in Ei gebackenem Hirn.

Vorgaren. Der Kopf muss schon gekocht und gesäubert sein, das Rezept verweist dafür auf die Anleitung zuvor. Die Zeitangabe rechnet dieses Vorgaren mit ein; das Ausbacken selbst dauert nur wenige Minuten.

Geröstete Schnitten. Die Weißbrotscheiben werden vorher geröstet oder in der Wärme getrocknet. Trockenes Brot saugt das Ei auf, ohne zu zerfallen.

Wohin mit dem Hirn? Der Text sagt es nicht ausdrücklich. Der Satz, dass das Hirn so nicht herausfällt, spricht dafür, dass die Hirnmasse auf die Schnitten gestrichen und mit ihnen ausgebacken wird. Beim Augenfett vom Ochsenkopf schreibt das Buch diese Technik ausdrücklich vor, dort mit einer zweiten Schnitte obendrauf.

Ränder zuerst. Die Schnitten erst mit den Rändern ins Ei tauchen, dann ganz einlegen. Das Ei schließt die Kanten, damit die Hirnmasse beim Backen hält - das begründet der Text selbst.

Zunge und Kopffleisch. Die gekochte Zunge zerteilen, das Fleisch vom Kopf ablösen, beides in Stücke schneiden, im restlichen Ei wälzen und zusammen mit den Schnitten ausbacken.

Praxis. In reichlich heißer Butter oder Butterschmalz in der Pfanne zügig von beiden Seiten goldgelb backen; Butter allein verbrennt bei starker Hitze leicht. Ingwer erst beim Anrichten darüberstreuen. Mengen nennt der Text nicht, „ein paar“ Schnitten und Eier heißt einige.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0092-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot; bei Rumpolt das gewöhnliche Brot für Schnitten, geriebenes Brot und Brotunterlagen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0092-orig" n="gebehete" resp="#fyndling">Von bähen: durch Hitze trocknen, leicht rösten (FWB bäen, abbähen). Gebehete Schnitten sind geröstete Weißbrotscheiben; an anderer Stelle im Buch soll man das Brot „nur auff einer seiten“ bähen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0092-orig" n="oͤrtern" resp="#fyndling">Von Ort = Ecke, Rand, Spitze. Die Schnitten werden zuerst mit den Rändern und Ecken ins Ei getaucht, dann ganz eingelegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0092-orig" n="gebehete Schnitten" resp="#fyndling">Geröstete Weißbrotscheiben. gebehet ist das Partizip von bähen „durch Hitze trocknen, rösten“ (FWB bäen 2, abbähen; Lexer brôt bæn); im Buch durchgehend so gebraucht, beim Ochsenmark und anderen Brotunterlagen ebenso aufgelöst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0092-orig" n="mit den oͤrtern" resp="#fyndling">Mit den Rändern zuerst: Ort = Ecke, Rand, Spitze. Die Schnittkanten werden gezielt in Ei getaucht, damit die Hirnmasse beim Ausbacken hält; so auch beim Augenfett vom Ochsenkopf im selben Buch übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0092-orig" n="Verbleib des gehackten Hirns" resp="#fyndling">Die Hirnmasse sitzt auf den Schnitten und wird mit ihnen ausgebacken. „so fellet das Hirn nicht darauß“ setzt voraus, dass es an den Schnitten haftet; beim Augenfett vom Ochsenkopf beschreibt das Buch dieselbe Technik ausdrücklich, dort zwischen zwei Schnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0092-orig" n="in heisse Butter werfen / geschwindt außbacken" resp="#fyndling">Schwimmend in reichlich heißer Butter ausbacken - „werfen“ und „ausbacken“ lassen an ein Fettbad denken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0092-orig" n="loͤß das Fleisch vom Kalbskopff ab" resp="#fyndling">Die gekochte Zunge wird zerteilt und zusätzlich das Fleisch vom Kopf abgelöst; beides wird in Ei gewälzt und mitgebacken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0092-orig" n="ein par (Schnitten, Eyer)" resp="#fyndling">„ein par“ = einige, eine unbestimmte kleine Menge, keine feste Zahl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0093-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gegartes Kalbshirn, mit Eiern, gehackten grünen Kräutern, Ingwer und wenig Salz verrührt und in heißer Butter gebacken - entweder als ein flacher Kuchen in der Pfanne oder gerührt wie ein Rührei. Heute ist das am ehesten mit dem österreichischen "Hirn mit Ei" verwandt.

Wie kommen Hirn und Ei zusammen? "Ruͤr es mit Eyern ab" heißt: das gegarte Hirn mit den Eiern verrühren. Die Eier sind hier zugleich Bindung und Masse. Ob das Hirn dabei ganz glatt zerdrückt wird oder in kleinen Stücken bleibt, sagt der Text nicht. Das Hirn ist durch das Sieden im Kopf bereits gar, in der Pfanne müssen nur noch die Eier stocken.

Kuchen oder Gerührtes? Die Hauptfassung lässt die Masse in der Pfanne als einen flachen Kuchen stocken. Ob er gewendet wird, steht nicht da - wer ihn von beiden Seiten gebräunt haben will, wendet ihn einmal. Für das Gerührte bleibt die Masse in Bewegung, bis die Eier gestockt sind, genau wie bei einem Rührei aus reinen Eiern.

Praxis. Mengen nennt Rumpolt keine. Nimm so viel Ei, dass das Hirn zu einer zusammenhaltenden Masse wird; das ist eine heutige Näherung, keine Angabe des Textes. Kräuterart und -menge bleiben offen. Den Kopf lässt du etwa ein bis anderthalb Stunden sieden; ob das Wasser gesalzen wird, sagt der Text nicht, heute würde man es tun. Ist kein ganzer Kalbskopf zu haben, kannst du das Hirn einzeln garen - das ist eine moderne Abkürzung, das Rezept sieht den Kopf vor. Die Eier müssen durchgaren. Ob und wie Kalbshirn verkauft werden darf, klärst du am besten direkt beim Metzger.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0093-orig" n="ruͤr es mit Eyern ab" resp="#fyndling">„Abrühren“ heißt verrühren, glattrühren. Grimms Wörterbuch kennt die Wendung „mit einem Ei abrühren“ als Küchenausdruck.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0093-orig" n="Kuchen" resp="#fyndling">Hier eine in heißer Butter in der Pfanne gebackene Masse aus Hirn und Eiern, also herzhaft. Mit süßem Gebäck hat das Wort an dieser Stelle nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0093-orig" n="lautere Butter" resp="#fyndling">„Lauter“ heißt klar, rein. Gemeint ist sehr wahrscheinlich geklärte Butter, also Butterschmalz; das Wort selbst sagt nur, dass die Butter klar und sauber sein soll.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0093-orig" n="geruͤrtes" resp="#fyndling">Ein Gerührtes: Die Masse wird in der Pfanne gerührt, statt als Kuchen zu stocken - so, wie man es sonst mit reinen Eiern macht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0093-orig" n="lautere Butter" resp="#fyndling">Als „geklärte Butter“ übersetzt: „lauter“ heißt klar, rein, und klare Butter in der Küche ist am ehesten die ausgelassene, geklärte Butter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0093-orig" n="mach ein Kuchen darauß" resp="#fyndling">Ein einziger flacher Kuchen in der Pfanne: Der Text sagt „ein Kuchen“ im Singular und nennt kein Wenden, die Masse kann auch nur von unten gestockt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0093-orig" n="geruͤrtes" resp="#fyndling">Ein Gerührtes: die Hirn-Ei-Masse, in der Pfanne gerührt wie ein Rührei aus reinen Eiern. „Rührei“ im Titel ist dafür die heutige Deutung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0093-orig" n="Eierzahl und Verhältnis Ei zu Hirn" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Menge, sie bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0093-orig" n="Salz beim Sieden des Kopfes" resp="#fyndling">Der Text sagt nur „laß in sieden“; Salz ist erst bei der Hirnmasse genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0093-orig" n="Kalbskopf statt nur Hirn" resp="#fyndling">Das Rezept sieht den ganzen Kopf vor; das Hirn gart darin mit.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0094-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Einzelrezept, sondern eine Auswahl für die Kalbszunge: geräuchert und gekocht, warm oder kalt; frisch gespickt und gebraten, mit einer Sauce oder einem Gescharb darunter; gelb oder weiß säuerlich gekocht; in Ei ausgebacken oder in einer Pastete. Man wählt eine Fassung, nicht alle zugleich.

Vorgaren. Vor dem Spicken nennt der Text nur „abgequellt vnnd außgeseubert“, also abgebrüht und ausgeputzt. Eine Kalbszunge muss vor dem Braten aber gar sein. Wir kochen sie deshalb in Salzwasser weich (nach Erfahrung etwa 1 bis 1,5 Stunden), schrecken sie ab und ziehen die Haut ab. Eine Garzeit steht nicht im Text; bei der gespickten Ochsenzunge schreibt Rumpolt aber ausdrücklich, dass sie zuerst gesotten wird.

Spicken. Mit Speck: dünne Speckstreifen mit der Spicknadel durch die Zunge ziehen. Mit Zimt und Nelken: ganze Nelken und dünne Stückchen Zimtrinde in kleine Einschnitte stecken. Bei einer kalt gegessenen Steinhenne rät Rumpolt selbst zu Nelken und Zimt statt Speck, weil Speck kalt nicht schmeckt.

Braten. Der Text nennt kein Gerät. In der Pfanne mit etwas Fett oder im Ofen rundum anbraten, bis der Speck ausgelassen und die Oberfläche gebräunt ist.

Pobrat. Rumpolt beschreibt die Pobrat beim Hammelbraten selbst. Süß: Wein, Essig, Zimt, Safran und reichlich Zucker, dick eingekocht; der Safran macht sie gelb. Sauer: Essig und Rindfleischbrühe mit gestoßenen Nelken, Pfeffer und Zimt, mit etwas eingebranntem Mehl gebunden und einmal aufgekocht. Die Sauce kommt in die Schüssel unter die Zungen. Womit sie schwarz oder grau wird, sagt er nicht.

Gescharb. Mandeln abziehen und klein schneiden, oder Äpfel klein schneiden. Hier nennt der Text keine Flüssigkeit. Man kann das Gescharb trocken über die Zungen geben oder, wie Rumpolt es bei der Ochsenzunge macht, mit etwas Wein oder Brühe dicklich einkochen.

Pfeffersauce mit Hühnerblut. Beim Hammel macht Rumpolt diesen Pfeffer aus Hennenblut mit schwarzen Rosinen, Zimt, Nelken, gestoßenem Pfeffer und etwas Zucker und lässt ihn einmal aufsieden; das Blut bindet die Sauce. Frisches Hühnerblut bekommt man nur über den Metzger oder eine Hofschlachtung.

Gelb oder weiß, säuerlich. Die Zungen in Brühe kochen, mit Essig fein säuerlich abschmecken und in Scheiben geschnittene Salzzitronen mitziehen lassen. Ein Farbmittel nennt der Text hier nicht. Bei den Kalbsfüßen im selben Kapitel würzt Rumpolt mit Safran, und weiß werden sie dort durch Butter, die in der Brühe mit aufkocht.

Backen und Pastete. „Wie man die Füße backt“ verweist auf die gebackenen Kalbsfüße im selben Kapitel: gar gekocht, in einen dünnen Teig aus Eiern, wenig Mehl, einer Spur Safran und klein gehackten Kräutern getaucht und in heißer Butter hell ausgebacken. Für die Pastete gibt der Text keine Einzelheiten.

Praxis. Drei bis vier Kalbszungen füllen nach Rumpolt eine Schüssel. Kalbszungen muss man beim Metzger meist vorbestellen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="abgequellt" resp="#fyndling">Abgebrüht, in heißem Wasser überbrüht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="außgeseubert" resp="#fyndling">Ausgeputzt, gesäubert.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="spicken" resp="#fyndling">Speckstreifen oder, wie hier auch, Stückchen von Zimt und Nelken in das Fleisch einbringen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="Pobrat" resp="#fyndling">Eine gebundene Sauce, die unter den Braten gegossen wird. Rumpolt beschreibt sie selbst beim Hammelbraten: süß aus Wein, Essig, Zimt, Safran und reichlich Zucker dick eingekocht, sauer aus Essig und Rindfleischbrühe mit Nelken, Pfeffer, Zimt und etwas eingebranntem Mehl. Die Wörterbücher verzeichnen das Wort nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Von scharben, klein schneiden: klein Geschnittenes, hier aus Mandeln oder Äpfeln (Deutsches Wörterbuch: „mandelgescherb“). An anderer Stelle macht Rumpolt ein Gescharb mit Wein oder Brühe zu einer dicklichen Sauce an; hier nennt er keine Flüssigkeit.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="Pfeffer" resp="#fyndling">Hier ein Gericht, nicht das Gewürz allein: eine gebundene, gepfefferte Sauce, in diesem Fall mit Hühnerblut.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="Huͤnnerschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut. Schweiß heißt als Substantiv Blut.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0094-orig" n="gesaltzene Limonien" resp="#fyndling">In Salz eingelegte Zitronen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="Pobrat" resp="#fyndling">Gebundene Bratensauce, süß oder sauer. Grund: Rumpolt definiert sie selbst beim Hammelbraten („Vnnd auff diese Form richt man die Pobrat zu. Nim Wein/ Essig/ Zimmet/ Saffran/ vnnd zimlich viel Zucker/ daß es darvon dick wirt“; sauer mit Essig, Rindfleischbrühe, Nelken, Pfeffer, Zimt und eingebranntem Mehl) und gießt sie „vnter den Braten“. Das passt zu „darvnter machen“ und zu süß oder sauer hier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="Huͤnnerschweiß" resp="#fyndling">Hühnerblut. Das Substantiv „schweiß“ meint bei Rumpolt Blut (Jäger- und Küchensprache; DWB, FWB), vgl. die reviewten rum-0018, rum-0029, rum-0056 und rum-0060 („Huͤnner/ Gaͤns oder Kelbern schweiß … mit Essig“). Nur das Verb „schweißen“ heißt in Fett anschwitzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="gescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Mandeln oder Äpfel. Grund: scharben heißt klein schneiden, das Deutsche Wörterbuch belegt „mandelgescherb“ als Geschnitzel, und bei den Kalbsfüßen „in einem gescharb“ im selben Kapitel heißt es „Nim Epffel vnd Zwibeln durcheinander/ vnd hacks klein“. Hier nennt der Text keine Flüssigkeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="abgequellt" resp="#fyndling">Abgebrüht, in heißem Wasser überbrüht, damit sich die Zunge ausputzen lässt (quellen = in Wasser abkochen oder überbrühen, Pfälzisches und Rheinisches Wörterbuch).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="spicken mit Zim̃et vnd Neglein" resp="#fyndling">Ganze Nelken und Stückchen Zimtrinde werden in Einschnitte gesteckt, weil Spicken ein festes Spickmaterial verlangt; Rumpolt spickt auch die kalte Steinhenne „mit Naͤgelein vnd Zimmet“ statt mit Speck.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="lest braten" resp="#fyndling">Am Spieß braten, wie die gespickte Ochsenzunge (rum-0014: „spick sie mit kleinem geschnittenen Speck/ steck sie an“); der Text hier nennt allerdings kein Gerät.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="gelb oder weiß" resp="#fyndling">Gelb mit etwas Safran, weiß ohne Safran und mit Butter in der Brühe, wie Rumpolt es bei den Kalbsfüßen im selben Kapitel macht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0094-orig" n="backen/ wie man die Fuͤß backt" resp="#fyndling">Wie die gebackenen Kalbsfüße im selben Kapitel: gar gekocht, in einen Teig aus Eiern, wenig Mehl, etwas Safran und gehackten Kräutern getaucht und in heißer Butter ausgebacken, ohne sie braun werden zu lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0095-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Kalbszunge, auf dem Rost gebräunt und in Scheiben in eine säuerliche Sauce aus angeschwitzten Zwiebeln und Äpfeln mit Rinderbrühe, Essig, kleinen schwarzen Rosinen, Pfeffer und Safran geschnitten. Nach dem Abschmecken bleibt sie sauer oder wird gesüßt. Am nächsten kommt heute Zunge in Rosinensauce.

Die Zunge. Der Text setzt eine gesottene Zunge voraus. Praxisweg: die Kalbszunge in Wasser gar kochen, etwa anderthalb bis zwei Stunden, dann die Haut abziehen (nicht im Text, aber die Haut ist zäh). Danach auf dem Rost über Glut rundum braun werden lassen; gar ist sie schon, der Rost bringt Röstaroma.

Das Gescharb. Äpfel und Zwiebeln klein hacken, mischen und in Butter anschwitzen, bis sie weich, aber nicht braun sind. Wer es kräftiger mag, röstet sie in Butter etwas dunkler; beides nennt der Text. Säuerliche Äpfel wie Boskoop behalten dabei etwas Form.

Die Sauce. Rinderbrühe und Essig angießen, bis es fein säuerlich schmeckt; Essig nach und nach zugeben, Mengen nennt der Text keine. Rosinen, Pfeffer und Safran hinein und sieden lassen, bis die Äpfel weich sind. Die Sauce ist nicht gebunden, sie wird nur durch Äpfel und Zwiebeln etwas sämig.

Süß oder sauer. Abschmecken. Soll es süß werden, mit Zucker, Honig oder einem kurz eingekochten süßen Wein ausgleichen, bis Säure und Süße sich die Waage halten.

Praxis. Die Zunge in Scheiben in die Sauce schneiden und darin kurz ziehen lassen. Man braucht einen Topf für die Zunge, einen für die Sauce und einen Rost oder Grill. Die Zunge lässt sich gut am Vortag kochen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0095-orig" n="Epffelgescharb" resp="#fyndling">Gescharb gehört zu scharben, „klein schneiden“, und meint Geschnitzeltes von Obst oder Gemüse; das Deutsche Wörterbuch belegt „ain gescharb von piern und öpfl“. Hier sind es klein geschnittene Äpfel mit Zwiebeln, die erst mit Brühe und Essig zur Sauce werden. Kein fertiges Mus: Bei den Kalbsfüßen schreibt Rumpolt, die Äpfel verkochen nicht wie die Zwiebeln.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0095-orig" n="geschweißt" resp="#fyndling">Schweißen heißt in der Küchensprache „in Fett anschwitzen“; bei den Kalbsfüßen schreibt Rumpolt „schweiß in lauter Butter“. Mit Schweiß im Sinn von Blut hat es hier nichts zu tun. „Geröstet in Butter“ ist die kräftigere Alternative.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0095-orig" n="abgebreunt" resp="#fyndling">„Abgebräunt“: Die schon gesottene Zunge wird auf dem Rost kurz gebräunt, bevor sie in die Sauce geschnitten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0095-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost über der Glut zum Bräunen. Material und Bauart nennt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0095-orig" n="gesotten suͤssem Wein" resp="#fyndling">Wörtlich „gesottener süßer Wein“, also gekochter Süßwein als Süßungsmittel neben Zucker und Honig. Ob er nur aufgekocht oder dick eingekocht ist, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0095-orig" n="Seckel" resp="#fyndling">Beutel, Geldbeutel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="Epffelgescharb" resp="#fyndling">Klein geschnittene Äpfel, zusammen mit Zwiebeln angeschwitzt und dann mit Brühe und Essig zur Sauce verkocht. Das Deutsche Wörterbuch führt geschärb als Geschnitzel von Obst oder Gemüse („gescherb von öpfeln“); Rumpolt beschreibt dieselbe Sauce bei Ochsenzunge (rum-0019), Ochsenfüßen (rum-0074), Kuheuter (rum-0089) und Kalbsfüßen (rum-0145), dort mit „hack sie klein“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="durcheinander vnd geschweißt, oder geroͤßt in Butter" resp="#fyndling">Bezieht sich auf Zwiebeln und Äpfel: Sie werden durcheinander in Fett angeschwitzt oder in Butter geröstet. Das folgende „wann es geschweißt ist, so nim̃ ein Rindfleischbruͤh“ zeigt, dass die Sauce angeschwitzt wird, nicht die Zunge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="Garen der Zunge" resp="#fyndling">Die Zunge ist vorher gesotten („das vorhin gesotten ist gewesen“), wird auf dem Rost abgebräunt und in die fertige Sauce geschnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="Zungenhaut" resp="#fyndling">Der Text sagt nichts über das Häuten der Zunge.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="gesotten suͤssem Wein" resp="#fyndling">Gekochter süßer Wein als Süßungsmittel neben Zucker und Honig; wie lange er gekocht ist, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="kleine schwartze Rosein" resp="#fyndling">Kleine dunkle Rosinen, wie der Text sagt; dieselbe Formel steht in mehreren Rumpolt-Rezepten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0095-orig" n="Epffel (Sorte)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Sorte.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0096-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte Teigtaschen aus einem warmen Butterteig, gefüllt mit gehackter, gar gekochter Kalbszunge, kleinen schwarzen Rosinen, Zimt, Eidotter und etwas Zucker, in Butter hell ausgebacken und mit Zucker bestreut. Der Krapfen ist hier kein Hefegebäck, sondern die Teigtasche selbst. Anders als bei den Schlickkrapfen desselben Kapitels wird nicht in Brühe gesotten, sondern in der Pfanne gebacken.

Die Füllung. Die Zunge wird vorher gar gekocht, damit sie weich ist und sich hacken lässt; das dauert ein bis zwei Stunden. Der Text sagt nichts vom Abziehen der Zungenhaut. Heute zieht man sie nach dem Garen ab und hackt erst dann. Die Dotter binden die gehackte Masse. Salz und Pfeffer nennt Rumpolt nicht, die Füllung ist süßlich gewürzt.

Der Teig. Brühe oder warmes Wasser mit zerlassener Butter, die obenauf schwimmt, kommt zum Mehl. Rumpolt begründet selbst, warum man ihn warm durcharbeitet: Er klebt dann wegen der Butter nicht an den Händen. So entsteht ein geschmeidiger Fett-Heißwasser-Teig. Wie genau Butter und Wasser ins Mehl gelangen, lässt die Stelle mit „blaß“ offen; praktisch gießt man die Mischung nach und nach ein und knetet. „Nicht zu dünn, nicht zu dick“ steht vor dem Ausrollen und meint die Festigkeit: mittelfest, so dass er sich dünn ausrollen lässt.

Ausrollen und Formen. Der Teig wird so dünn ausgerollt, dass er beim Umschlagen nicht reißt, etwa 1 bis 2 mm. Walnussgroße Häufchen Füllung in Reihe auflegen, den Teig darüberschlagen und mit dem Teigrädchen abschneiden.

Ausbacken. Rumpolt verlangt warme, nicht zu heiße Butter und helles Ausbacken, die Krapfen sollen weiß bleiben; fertig sind sie, wenn der Teig fest ist. Ob flach oder schwimmend gebacken wird, sagt er nicht. Heute nimmt man etwa fingerhoch Butterschmalz in der Pfanne und backt bei mäßiger Hitze schwimmend aus.

Praxis. Die Zunge am Vortag kochen, abziehen und kühl lagern; Teig, Füllung und Ausbacken brauchen danach etwa eine Stunde. Mengen nennt der Text nicht. Zum Anrichten fein gestoßenen weißen Zucker darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="gar gesotten" resp="#fyndling">Gar gekocht, also weich gesotten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="Rosein" resp="#fyndling">Rosinen; hier ausdrücklich kleine schwarze. Ob Korinthen gemeint sind, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="gestossen Zim̃et" resp="#fyndling">Im Mörser gestoßener Zimt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="geschmaͤltzte Butter" resp="#fyndling">Zerlassene, geschmolzene Butter. Sie schwimmt im Rezept auf der warmen Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="Walgerholtz" resp="#fyndling">Nudelholz. Das Rheinische Wörterbuch führt „Wälgerholz“ als Holzrolle zum Ausrollen des Kuchenteigs.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="Welsche Nuß" resp="#fyndling">Walnuss. „Welsch“ bezeichnet im Frühneuhochdeutschen oft etwas aus romanischen Ländern Stammendes.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="Redtlein" resp="#fyndling">Rädlein, ein Teigrädchen zum Abschneiden der Krapfen. Rumpolt schreibt es sonst „Rädtlein“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="kuͤl auß" resp="#fyndling">Bei mäßiger Hitze ausbacken, damit die Krapfen weiß bleiben; der Text sagt dazu „nicht gar zu heiß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="SilberBlat" resp="#fyndling">Silberplatte, flache Anrichteplatte aus Silber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0096-orig" n="gestossenem Zucker" resp="#fyndling">Im Mörser fein gestoßener Zucker, heute am ehesten Puderzucker.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0096-orig" n="blaß es fein sampt dem Wasser herab in das Mehl" resp="#fyndling">„Treibe es sorgfältig samt dem Wasser hinab in das Mehl“: Das Wort steht im Druck eindeutig so. Belegt ist „blasen“ als pusten und als etwas in eine Richtung lenken, ein Beleg für „gießen“ fand sich nicht. Die Übersetzung hält sich deshalb an das Lenken und lässt offen, wie genau es geschieht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0096-orig" n="mach jn nicht zu duͤnn/ auch nicht zu dick" resp="#fyndling">„Nicht zu weich, auch nicht zu fest“: Der Satz steht vor dem Ausrollen „auff das duͤnnest“ und kann sich deshalb nur auf die Festigkeit des Teigs beziehen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0096-orig" n="auff das duͤnnest" resp="#fyndling">Wörtlich so dünn wie irgend möglich, bis fast durchscheinend; vgl. die spanischen Krapfen desselben Buchs, deren Teig „so dünn wie ein Papier“ sein soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0096-orig" n="Zunge/ die gar gesotten ist" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Abziehen der Zungenhaut; ob es selbstverständlich war oder die Zunge ungeschält gehackt wurde, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0096-orig" n="machs warm/ doch nicht gar zu heiß" resp="#fyndling">Der Text nennt nur Pfanne, Butter, mäßige Hitze und die Sichtprobe, ob der Teig fest ist; ob flach gebraten und gewendet oder schwimmend gebacken wird, bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0096-orig" n="kleinen schwartzen Rosein" resp="#fyndling">Kleine schwarze Rosinen, so wie im übrigen Buch geführt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0097-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kalbsleber in drei Garweisen unter einer Nummer: kurz in Butter gebratene Leberstreifen in einer sauren Brühe mit Pfeffer und Kräutern, auf dem Rost gebratene Leberscheiben mit einem sauren Pfeffer-Ingwer-Brühlein und eine mit Speck und Salbei gespickte Leber vom Spieß mit brauner Essigsoße aus Bratensaft. Heute am nächsten verwandt sind saure Leber, gebratene Kalbsleber mit Essigjus und Leberbraten im Netz.

Aus der Pfanne. Die Leber häuten und in kurze, breite Streifen schneiden. In heißer geklärter Butter zügig anbraten - Rumpolts fricusieren heißt hier schlicht rasch braten, kein Frikassee in heller Sauce. Dann die Butter abgießen, erst jetzt einen Schuss Essig, etwas nicht zu salzige Rinderbrühe, gestoßenen Pfeffer und gehackte grüne Kräuter zugeben (Petersilie ist ein guter Anfang) und nur kurz aufsieden lassen. Bei langem Sieden wird Leber fest und körnig; das ist die naheliegende Lesart von „sper oder herb“. Das Gelbfärben stellt Rumpolt frei; lass es im Zweifel weg.

Vom Rost. Die Leber in etwa zwei Finger breite Scheiben schneiden. Den Rost anwärmen und erst dann mit Butter oder einer Speckschwarte einfetten, damit die Leber nicht anklebt und nicht durch die Stäbe fällt. Zügig braten. Klein geschnittenen Speck warm werden lassen und das Fett über beide Seiten gießen, denn Leber ist sehr mager. Zuletzt das saure Brühlein aus Rinderbrühe, Essig, gestoßenem Pfeffer und Ingwer darübergießen.

Am Spieß. Die Leber abwechselnd mit Speckstreifen und Salbeiblättern spicken, salzen, ins Netz einschlagen und gut am Spieß festbinden. Das Netz hält die Leber zusammen und schützt sie vor dem Austrocknen. Ist es braun, vor dem Anrichten abziehen; ist es weder schwarz noch verbrannt, darf es dranbleiben. Für die Soße abgegossenen Bratensaft von einem Rinderbraten - oder von welchem Braten du gerade hast - mit etwas Essig und Pfeffer aufkochen und über die Leber gießen. Aufgeschnitten oder ganz anrichten.

Salz. Bei allen drei Brühen mahnt Rumpolt, nicht zu versalzen; ausdrücklich gesalzen wird nur die Spießleber. Brühe und Bratensaft bringen schon Salz mit, also erst am Ende abschmecken.

Praxis. Mengen, Garzeiten und Hitze nennt der Text nicht, nur das Tempo: „geschwindt“. Kalbsleber frisch vom Metzger nehmen und gekühlt halten, das Netz dort vorbestellen. Den Garpunkt nach eigener Küchenpraxis prüfen: Die Streifen in der Pfanne brauchen nur wenige Minuten, die ganze Leber am Spieß deutlich länger. Geräte: Pfanne, Bratrost, Spieß, Spicknadel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="fricusiers geschwindt" resp="#fyndling">Von französisch fricasser. Bei Rumpolt heißt es rösten, also rasch in heißem Fett in der Pfanne braten; ein Frikassee in heller Sauce ist nicht gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="seig die Butter herab" resp="#fyndling">seigen = seihen, abgießen. Die Bratbutter wird abgegossen, bevor Essig und Brühe dazukommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">lauter = rein, klar. Gemeint ist wohl geklärte Butter, also reines Butterfett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="sper oder herb" resp="#fyndling">So wird die Leber, wenn sie zu lange siedet. Die Bedeutung von sper ist nicht sicher belegt; wir lesen es aus dem Zusammenhang als „zäh“, denkbar ist auch „trocken, spröde“. herb bleibt herb.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Bratrost. Er wird zuerst angewärmt und dann mit Butter oder Speckschwarte eingefettet, damit die Leber nicht anhaftet und nicht durchfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="Speckschwarten" resp="#fyndling">Die Schwarte vom Speck, hier zum Einfetten des Rosts.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="sauers Bruͤhlein" resp="#fyndling">Ein kleines saures Brühlein aus Rinderbrühe, Essig, Pfeffer und Ingwer, das über die gebratene Leber gegossen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="spick sie mit Speck vnd Salbey durcheinander" resp="#fyndling">Speckstreifen und Salbeiblätter abwechselnd in die Leber einziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="Netz" resp="#fyndling">Das Fettnetz (Bauchfell) eines Schlachttiers. Der Text sagt nur „das Netz“, ohne Tierart; im Kalbskapitel liegt das Kalbsnetz nahe. Dass die Leber darin eingeschlagen am Spieß brät, ist aus „wann das Netz braun wirt“ erschlossen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0097-orig" n="braune Bruͤh darzu/ võ einem Rindern Braten abgegossen" resp="#fyndling">Der abgegossene Bratensaft eines Rinderbratens, oder eines anderen Bratens, den man gerade hat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="fricusiers / gefricusiert" resp="#fyndling">Rasch in heißem Fett braten. Das Deutsche Wörterbuch (Neubearbeitung) belegt 1616 fricassiren als „braten, rösten ... fleisch inn der pfannen“, und der Text trennt das Braten vom späteren kurzen Sieden in Essig und Brühe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="sper oder herb" resp="#fyndling">„zäh oder herb“: aus dem Zusammenhang gelesen, weil Leber bei langem Sieden fest und körnig wird. Ein Wörterbuchbeleg für sper als Adjektiv fehlt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="machs gelb" resp="#fyndling">„Färbe es gelb“ ohne Festlegung auf ein Färbemittel, weil der Text keins nennt; die Färbung ist ausdrücklich freigestellt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter; lauter = rein, klar. So auch in den anderen Rumpolt-Rezepten übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="Netz" resp="#fyndling">Fettnetz, im Kalbskapitel am ehesten das Kalbsnetz; die Leber brät darin eingeschlagen, erschlossen aus „wann das Netz braun wirt ... so zeuch das Netz herab“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="gruͤne Kraͤuter" resp="#fyndling">Grüne Kräuter ohne nähere Bestimmung; der Text nennt keine Sorte (Salbei, Petersilie, Majoran o. ä. sind alle denkbar).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0097-orig" n="braune Bruͤh ... võ einem Rindern Braten abgegossen" resp="#fyndling">Abgegossener Bratensaft von einem Rinderbraten oder einem anderen Braten, den man gerade hat - Rumpolt lässt das ausdrücklich offen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0098-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Füllung aus roher Kalbsleber, Kräutern, Zwiebeln, Rinderfett, Speck und Eiern wird in der Pfanne gerührt, bis sie gar ist, dann ausgekühlt, in Stücke geteilt, in Kalbsnetz gewälzt und auf dem Rost gebraten. Rumpolt nennt das eine Bratwurst, gemeint ist aber keine Wurst im Darm: die Wurstform entsteht allein durch das Netz, und die Füllung ist schon gegart, bevor sie hineinkommt.

Hacken und Binden. Leber, Kräuter, wenig Zwiebel, Rinderfett und Speck werden zusammen fein gehackt, gepfeffert und nur vorsichtig gesalzen, weil gesalzener Speck schon Salz mitbringt. Die sechs oder sieben Eier werden erst danach eingehackt, sie binden die Masse beim Garen.

Das Eingerührte. In der Pfanne reicht wenig Butterschmalz, ein bis zwei Esslöffel. Die Masse unter ständigem Rühren mit dem Holzlöffel stocken lassen wie ein Rührei, bis sie durchgegart und feinkrümelig ist. Sie soll nicht anbrennen.

Auskühlen und Teilen. Die Masse auf dem Brett knapp fingerdick ausbreiten, also rund 1 cm, und vollständig kalt werden lassen. Erst dann ist sie fest genug, um sie mit dem Hackmesser in Stücke zu teilen. Handliche Stücke in Würstchen- oder Frikadellengröße lassen sich gut einwickeln; wie groß sie werden, richtet sich nach dem Netz.

Ins Netz und auf den Rost. Das Netz waschen, glatt ausbreiten, die Stücke darauflegen und im Netz herumwälzen, bis sie rundum eingeschlagen sind. Die Füllung ist schon gar, auf dem Rost geht es nur noch um Farbe und Wärme: zügig über mittlerer bis starker Glut braten und dabei wenden, bis das Netz goldbraun ist.

Praxis. Kalbsleber und Kalbsnetz bekommst du beim Metzger, das Netz gegebenenfalls vorher anfragen. Rohe Leber, rohe Eier und das Netz bis zur Verarbeitung kühl halten. Die Masse lässt sich schon am Vortag rühren und kalt stellen; dann am nächsten Tag nur noch einwickeln und braten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0098-orig" n="Ochsenfeißt" resp="#fyndling">Rohes Rinderfett (Ochse = Rind). Es wird mit Leber, Speck und Kräutern zur Füllung gehackt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0098-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">„Lauter“ heißt klar: geklärte, ausgelassene Butter, heute Butterschmalz.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0098-orig" n="eingeruͤrtes" resp="#fyndling">Wörtlich „ein Eingerührtes“, also etwas, das unter Rühren in der Pfanne gegart wird; gemeint ist wohl eine gerührte Eierspeise nach Art eines Rühreis.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0098-orig" n="Kaͤlbern Netz" resp="#fyndling">Das Fettnetz (Bauchnetz) vom Kalb, eine dünne, fettdurchzogene Haut. Hier dient es als Hülle für die zerteilte Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0098-orig" n="walg es herumb" resp="#fyndling">„Wälze es herum“: die Füllstücke im Netz rollen, bis sie eingeschlagen sind.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0098-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Ein Rost zum Braten über Glut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="die Leber" resp="#fyndling">Kalbsleber. Der Text nennt das Tier an dieser Stelle nicht, aber das Rezept steht im Kapitel vom Kalb, verlangt ein Kalbsnetz und schließt mit „von einer Kaͤlbern Leber“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="wie ein eingeruͤrtes" resp="#fyndling">Wie ein Eingerührtes, also eine gerührte Eierspeise: die Masse wird unter Rühren als lockeres Gerührtes gar gerührt. Das Substantiv steht ohne Bezugswort, die Deutung ergibt sich aus Ei-Anteil und Rühren in der Pfanne.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter (lauter = klar, rein), wie in den übrigen Rumpolt-Rezepten mit derselben Wendung. Menge nur „nicht viel, sondern nur ein wenig“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="Kaͤlbern Netz" resp="#fyndling">Das Fettnetz (Bauchnetz) vom Kalb als Hülle; der Text nennt das Kalb ausdrücklich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="kaum eines Fingers dick" resp="#fyndling">Fingerbreite als Handmaß: die Masse dünn ausbreiten, damit sie rasch auskühlt und sich schneiden lässt. Ein genormtes Maß ist das nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="zerschneidt die Fuͤll stuͤckweiß" resp="#fyndling">Stückweise zerschneiden, die Größe richtet sich nach dem Netz; der Text lässt offen, ob jedes Stück einzeln oder mehrere zusammen eingeschlagen werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="brat es auff dem Roßt geschwindt hinweg" resp="#fyndling">Rasch auf dem Rost abbraten. Hitze und Dauer nennt der Text nicht, nur „geschwindt“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0098-orig" n="Bratwurst" resp="#fyndling">Rumpolts eigene Benennung für die im Netz zur Wurstform gewälzte, vorgegarte Lebermasse; im Übersetzungstext wörtlich beibehalten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0099-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine ganze Kalbsleber wird von unten zu einer Tasche gelöst, mit einer gehackten Füllung aus Speck, hartgekochten Eiern, Weißbrot, Zwiebel, Pfeffer, Kräutern und Safran gefüllt, verschlossen und in Rinderbrühe mit Petersilienwurzel und ganzem Pfeffer gesotten, wahlweise gebraten. Heute ist gefüllte Leber am Stück selten geworden; am nächsten stehen Leberknödel mit Speck, Zwiebel und Kräutern.

Die Tasche. „Untergreifen“ heißt, mit dem Messer flach von unten in die Leber zu gehen und so eine Tasche zu lösen, ohne das Organ zu durchstechen. Rumpolt vergleicht das mit dem Untergreifen von Hühnern, bei denen man die Haut mit dem Finger vom Fleisch löst. Dieselbe Technik verwendet er bei der gefüllten Ochsenbrust.

Die Füllung. Der Speck bringt Fett an die magere Leber, Ei und geriebenes Weißbrot binden beim Garen. Alles wird auf dem Brett durcheinander gehackt, bis es fein zerkleinert ist. Ist die Masse zu steif, macht man sie mit ein bis zwei Eigelb geschmeidiger. Der Safran gibt ihr Farbe. Salz nennt der Text nicht, ebenso wenig, ob der Speck frisch oder gesalzen ist; mit mildem, ungeräuchertem Speck und Salz nach Geschmack liegt man nicht falsch.

Verschließen. Die Öffnung mit einem Hölzchen zustecken, heute mit Rouladennadeln oder Zahnstochern, damit beim Sieden nichts ausläuft.

Sieden oder braten. In der Brühe schwach sieden, nicht sprudelnd kochen, sonst wird die Leber zäh; die Kräuter kommen dazu. Weil die Füllung rohes Eigelb enthält und erst in der Leber fest wird, sollte sie ganz durchgegart sein, heute rechnet man mit etwa 70 °C im Kern. Für die gebratene Variante sagt der Text nur, dass sie auch gebraten gut ist; heute brät man die gefüllte Leber am Stück in der Pfanne oder im Ofen.

Praxis. Eine Zeit nennt der Text nicht. Gerät: scharfes Messer, Hackbrett oder Wiegemesser, Mörser für den Pfeffer, Hölzchen oder Rouladennadeln, ein Topf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0099-orig" n="Weck" resp="#fyndling">„Weck“ ist Weißbrot; geriebener Weck entspricht Semmelbröseln und bindet die Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0099-orig" n="gestossen Pfeffer" resp="#fyndling">Im Mörser gestoßener Pfeffer.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0099-orig" n="vntergreiff / vntergreifft" resp="#fyndling">Mit dem Messer von unten eine Tasche in die Leber lösen, verglichen mit dem Untergreifen von Hühnern, bei denen man die Haut mit dem Finger löst.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0099-orig" n="speil sie mit einem Holtz zu" resp="#fyndling">Mit einem Holzspan oder Hölzchen verschließen; „Speil“ ist ein Span oder Splitter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0099-orig" n="vntergreiff / vntergreifft" resp="#fyndling">Mit dem Messer eine Tasche von unten lösen: Der Text nennt das Messer, der Vergleich mit dem Untergreifen von Hühnern zielt auf das Ablösen einer Schicht, und bei der gefüllten Ochsenbrust stellt Rumpolt „unterschneiden oder untergreifen“ als gleichwertige Wege nebeneinander.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0099-orig" n="speil sie mit einem Holtz zu" resp="#fyndling">Mit einem Hölzchen zustecken: „Speil“ ist ein Span oder Splitter, verwandt mit „aufspeilen“ (mit einem Spreizholz offenhalten); bei Rumpolt wird dasselbe Verschließen auch sonst mit Hölzchen wiedergegeben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0099-orig" n="wie zuvor vermeldt ist" resp="#fyndling">Verweis auf die Füllung und Zubereitung in diesem Rezept selbst, übersetzt neutral als „wie zuvor beschrieben“: Die beiden vorangehenden Leberrezepte (geschnittene Leber, Leberbratwurst im Netz) enthalten keine gefüllte Leber.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0099-orig" n="Kanst sie auch braten" resp="#fyndling">Der Text nennt nur die Möglichkeit zu braten, ohne Gerät oder Technik; bei Rumpolt wären Rost oder Spieß üblich, das Nachbarrezept mit geschnittener Leber brät auf dem Rost.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0099-orig" n="Speck" resp="#fyndling">Die Speckart bleibt offen, ebenso Salz: Der Text nennt weder gesalzenen noch frischen Speck und kein Salz in der Füllung; das Nachbarrezept mit der Leberbratwurst lässt „gesaltzen oder frischen Speck“ zu.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0100-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Rührgericht aus Innerei und Ei, heute am ehesten einem Lungenhaschee mit Ei vergleichbar. Die gekochte Lunge wird ganz fein gehackt, mit Pfeffer, Safran, Eiern und Salz vermengt und in heißer Butter gerührt, bis das Ei stockt und die Masse dick wird. Gebunden wird nur durch das Ei, Brot kommt nicht vor.

Die Lunge vorkochen. Der Text setzt eine gekochte Lunge voraus, ohne Zeit zu nennen. Lunge ist schwammig und schmeckt wenig; sie in Salzwasser gar kochen, abkühlen lassen und dann ganz fein hacken. Die Würze trägt das Gericht.

Die Eier. Rohe Eier untermengen, dann kommt die Masse in die heiße Butter. Eine Menge nennt Rumpolt nicht. Nimm so viel Ei, dass die Lunge gut benetzt ist: Mit zu wenig Ei wird die Masse beim Rühren nur trocken und krümelig statt dick.

Praxis. Butter in der Pfanne heiß werden lassen, die Lungenmasse hineingeben und ständig rühren, damit nichts ansetzt, bis sie dick und gestockt ist. Heraus kommt ein grober, rührei-artiger Brei. Mit Safran nach Belieben färben, Pfeffer und Salz nach Geschmack.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="gesotten" resp="#fyndling">Gekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="gar klein gehackt" resp="#fyndling">gar = ganz, sehr: ganz fein gehackt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="machs an" resp="#fyndling">Anmachen = mit den genannten Zutaten vermengen. Die Eier gehören dazu; sie sind keine Würze, sondern Teil der Masse.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="Lungenmuß" resp="#fyndling">Hier die angemachte Hackmasse aus Lunge, Eiern und Gewürzen, die in der Pfanne zu einem dicken Brei gerührt wird. Nicht durchgestrichen wie beim Lungenmus zwei Rezepte weiter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="daß dick wirt" resp="#fyndling">Bis es dick wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="richt es an" resp="#fyndling">Richte es an, trage es auf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0100-orig" n="Schmorn" resp="#fyndling">Rumpolts eigener Name für das Gericht. Dasselbe Wort (Schmorren) verwendet er für gehackten Hecht, der mit Eiern in Butter dick gerührt wird. Die Herkunft des Wortes ist nicht belegt; mit dem heutigen Schmoren (Garen in Flüssigkeit unter Deckel) hat das Verfahren nichts zu tun.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0100-orig" n="Schmorn" resp="#fyndling">Rumpolts Gerichtsname, in der Druckform beibehalten. Aus dem Verfahren (gehacktes, gekochtes Fleisch mit Ei in heißer Butter dick gerührt) und aus Rumpolts „Schmorren von einem Hecht“, das genauso zubereitet wird, ergibt sich ein Gerichtstyp: in Butter gerührtes Hackmus mit Ei. Eine Wörterbuchstütze für genau diese Bedeutung fehlt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0100-orig" n="Eyern (Zustand der Eier)" resp="#fyndling">Rohe Eier, mit der gehackten Lunge vermengt: Die Masse wird erst in der Pfanne dick, das setzt stockendes Ei voraus. Beim Hecht-Schmorren schlägt Rumpolt die Eier ausdrücklich roh unter.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0101-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kurze Variantennotiz, kein ausgeführtes Rezept: Kalbslunge wird gefüllt, und zwar so, wie man junge Hühner füllt. Mehr sagt der Text nicht. Er nennt keine Füllung, kein Garverfahren und keine Mengen.

Die Füllung. Rumpolt setzt das Hühnerfüllen als bekannt voraus. Belegt sind hier nur grüne Kräuter oder Petersilienwurzel, die man darunter mischen kann. Den nächsten Vergleich bietet die gefüllte Kalbsleber unmittelbar davor im selben Kapitel; ob Rumpolt hier dieselbe Füllung meint, sagt er nicht.

Gelb oder weiß, sauer oder nicht. Rumpolt stellt Farbe und Säure ausdrücklich frei. Worauf sich das bezieht, auf die Füllung oder auf Brühe und Sauce, bleibt offen, und womit gefärbt oder gesäuert wird, nennt der Text nicht.

Praxis. Wer das Gericht nachkochen will, muss Füllung und Garverfahren selbst wählen. Die gefüllte Kalbsleber aus demselben Kapitel ist dafür der naheliegende Anhaltspunkt, bleibt aber eine eigene Wahl. Kalbslunge bekommt man heute meist nur auf Vorbestellung beim Metzger.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0101-orig" n="Kaͤlbern Lungen fuͤllen" resp="#fyndling">Rumpolt verweist auf das Füllen junger Hühner und nennt die Füllung hier nicht. Genannt sind nur grüne Kräuter oder Petersilienwurzel, die man darunter nehmen kann.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0101-orig" n="gelb oder weiß / saur oder nicht" resp="#fyndling">Rumpolt stellt Farbe und Säure frei. Ob sich das auf die Füllung oder auf Brühe und Sauce bezieht, sagt der Text nicht; Färbe- oder Säuerungsmittel nennt er hier keine.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0101-orig" n="darvnter nemmen" resp="#fyndling">Darunter nehmen, also untermischen, am ehesten unter die Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0101-orig" n="wie man pflegt junge Huͤnner zu fuͤllen" resp="#fyndling">Verweis auf ein als bekannt vorausgesetztes Verfahren: Rumpolt meint die übliche Hühnerfüllung seiner Zeit, gibt sie hier aber nicht an. Die Füllung bleibt deshalb offen, belegt sind nur Kräuter oder Petersilienwurzel als Zugabe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0101-orig" n="es sey gelb oder weiß/ sey saur oder nicht" resp="#fyndling">Freistellung von Farbe und Säure für das fertige Gericht, ohne dass der Text sagt, ob Füllung oder Brühe und Sauce gemeint sind oder womit gefärbt und gesäuert wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#sey"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0101-orig" n="darvnter nemmen" resp="#fyndling">Untermischen, am ehesten unter die Füllung: Kräuter oder Petersilienwurzel gehören in die Masse.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0102-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gesottene Kalbslunge samt Gurgel, gehackt und durch ein feines Tuch gestrichen: ein glattes Lungenpüree, das zum Schluss noch einmal aufkocht. Wahlweise wird es gelb gefärbt, wahlweise mit Essig gesäuert. Gewürz, Brot oder Mehl stehen nicht im Text.

Garen. Lunge und Gurgel in Wasser aufsetzen und schwach sieden, bis sie gar sind. Rumpolt nennt keine Zeit; eine Lunge braucht erfahrungsgemäß etwa ein bis zwei Stunden. Die Gurgel bringt Knorpel und Bindegewebe mit, das beim langen Sieden weich wird und beim Passieren großteils im Tuch zurückbleibt.

Hacken und Passieren. Die gare Lunge ist schwammig; erst klein hacken, dann portionsweise durch ein feines Passier- oder Mulltuch streichen. So wird aus der Masse ein glattes Mus, das sich ohne weitere Bindung hält.

Unter das Lungenmus. Die passierte Masse ist das Lungenmus. Farbe und Essig darunterrühren und alles zusammen noch einmal aufkochen lassen.

Gelb oder nicht. Womit gefärbt wird, sagt der Text nicht. Im Nachbarrezept Nr. 10 nimmt Rumpolt Safran; wer gelb will, kann sich daran halten, belegt ist es für dieses Rezept nicht.

Praxis. Kalbslunge und Gurgel gibt es heute fast nur auf Bestellung beim Metzger. Die Essigmenge nennt der Text nicht, also nach Geschmack vorsichtig dosieren. Gründlich durchgaren; das Rezept siedet ohnehin zweimal.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0102-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Im Zusammenhang: gar kochen. Das folgende „wann es gesottẽ ist“ bestätigt den Garpunkt; eine Zeit nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0102-orig" n="Gurgel" resp="#fyndling">Kehle und Luftröhre des Schlachttiers; hier zusammen mit der Lunge gesotten. Als Speise heute kaum im Handel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0102-orig" n="haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0102-orig" n="Machs gelb" resp="#fyndling">Wahlweise gelb färben. Womit, sagt der Text hier nicht; im Rezept Nr. 10 desselben Kapitels nennt Rumpolt beim Lungenmus Safran.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0102-orig" n="Lungenmuß" resp="#fyndling">So nennt Rumpolt schon die gesottene, klein gehackte Kalbslunge (Nr. 10). Hier ist es die durch das Tuch gestrichene Masse, unter die Farbe und Essig gerührt werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0102-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">gar kochen: der Nachsatz „wann es gesottẽ ist“ setzt den Garpunkt voraus, und die Masse muss danach hackbar und passierbar sein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0102-orig" n="ruͤr es durcheinander vnter das Lungenmuß" resp="#fyndling">Das Lungenmus ist die eben passierte Masse selbst: Rumpolt nennt schon in Nr. 10 die gehackte Lunge „Lungenmuß“. Farbe und Essig werden daruntergerührt, dann kocht alles zusammen auf.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0102-orig" n="Machs gelb" resp="#fyndling">Gelb färben ohne festgelegtes Mittel; der Text nennt keins, und „gelb oder nicht“ ist Rumpolts offene Wahl (vgl. Nr. 11 „gelb oder weiß“, Nr. 13 „gelb oder nicht“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0102-orig" n="durch ein haͤrin Tuch durchlauffen" resp="#fyndling">Die gehackte Masse durch das Tuch streichen (passieren), damit ein glattes Mus entsteht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0103-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Lungenragout: gar gekochte Kalbslunge, in schmale Streifen geschnitten und in einer mit Mehl gebundenen Zwiebelsauce aus Rinderbrühe gesotten. Heute erinnert es an saure Lunge oder das Wiener Beuschel, nur dass Rumpolt Säure und Farbe freistellt.

Die Lunge vorkochen. Der Text setzt die gar gekochte Lunge voraus und nennt keine Zeit. Die Lunge vollständig durchgaren, abkühlen lassen und erst dann schneiden; gekocht ist sie fest genug für gleichmäßige Stücke.

Der Schnitt. „Wie man die Sültzen schneidet“ meint bei Rumpolt den Kuttelschnitt: länglich und ganz klein, also schmale, kurze Streifen, keine Würfel.

Die Bindung. Zwiebeln klein schneiden und in Butter anschwitzen, ohne sie zu bräunen. Dann ein wenig Mehl darunterrühren und kurz mitschwitzen, damit es nicht roh schmeckt. Das ersetzt nach Rumpolts eigener Erklärung eine gesondert gemachte Einbrenne; beim Sieden in der Brühe bindet das Mehl die Sauce.

Sauer oder gelb. Rumpolt lässt beides offen und nennt kein Mittel. Wer säuern will, nimmt Essig nach Geschmack, wie ihn das Lungenmus im selben Kapitel freistellt; wer färben will, Safran, wie beim Schmorn von Kalbslunge. Beides ist ein Ausführungsvorschlag, nicht Rezepttext.

Praxis. Die Zwiebeln samt Mehlbutter unter die geschnittene Lunge geben, gute Rinderbrühe angießen, mit einem Holzlöffel durchrühren und sieden lassen, bis die Sauce gebunden ist. Mengen nennt Rumpolt nicht: so viel Brühe, dass die Lunge in einer sämigen Sauce liegt. Würze nennt er ebenfalls keine; nach Geschmack salzen und pfeffern.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0103-orig" n="Lungen" resp="#fyndling">Der Text nennt das Tier nicht. Das Rezept steht in Rumpolts Kalbskapitel mitten in einer Reihe von Gerichten aus Kalbslunge, gemeint ist also die Kalbslunge.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0103-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Bei Rumpolt stehen die Sülzen neben den Kaldaunen und werden vor dem Schneiden gekocht: Gemeint sind Kutteln, keine Gallerte. Der Vergleich beschreibt die Schnittform, schmale längliche Streifen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0103-orig" n="schweiß sie in Butter" resp="#fyndling">„Schweißen“ heißt in der Küchensprache in Fett anschwitzen, ohne zu bräunen. Rumpolt gebraucht das Wort durchweg so.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0103-orig" n="besonder eingebrennt" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt selbst: Das Mehl, unter die angeschwitzten Zwiebeln gerührt, ist ebenso gut wie eine eigens gemachte Einbrenne, also Mehl in Fett angeschwitzt, damit es die Sauce bindet. Eine Farbe nennt er nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0103-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln: Rumpolt stellt die Sülzen im ganzen Buch neben die Kaldaunen und lässt sie vor dem Schneiden kochen. Der Vergleich meint den Kuttelschnitt, also schmale, längliche Streifen. Diese Lesart stützt sich auf Rumpolts eigenen Sprachgebrauch, nicht auf ein Wörterbuch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0103-orig" n="ist gleich so viel/ als wenn du es hettest besonder eingebrennt" resp="#fyndling">Gleichwertigkeit: Das Mehl, direkt unter die in Butter angeschwitzten Zwiebeln gerührt, leistet dasselbe wie eine eigens gemachte Einbrenne, es bindet die Brühe. „Gleich so viel“ heißt ebenso viel, ebenso gut; „besonder“ heißt eigens, für sich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0103-orig" n="gesotten hast/ daß sie gar ist (Vorgaren der Lunge)" resp="#fyndling">Rumpolt setzt die gar gesottene Lunge voraus und nennt weder Zeit noch Kochflüssigkeit; den Garpunkt beurteilt der Koch nach Sicht und Griff.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0103-orig" n="saur oder nicht" resp="#fyndling">Rumpolt stellt das Säuern frei und nennt kein Mittel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0103-orig" n="gelb oder nicht" resp="#fyndling">Rumpolt stellt das Färben frei und nennt kein Farbmittel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0103-orig" n="Würzung (Salz, Pfeffer)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Würze; die Rinderbrühe trägt den Geschmack.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0104-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kleine Teigtaschen mit einer Füllung aus gekochter, fein gehackter Kalbslunge, Parmesan, geriebenem Weißbrot, grünen Kräutern, Pfeffer, Eigelb und Butter, eine halbe Stunde in Rinder- oder Hühnerbrühe gegart. Heute denkt man an Maultaschen oder Ravioli in Brühe.

Die Füllung. Die Lunge muss schon gekocht sein, bevor es losgeht; wie lange, sagt der Text nicht. Sie wird sehr fein gehackt, dann kommen Käse, Brot, Kräuter und Pfeffer dazu, und es wird weitergehackt. Eigelb und Brot binden die Masse. Die Butter wird zerlassen und durch ein Tuch geseiht, bevor sie in die Füllung kommt; im Schwesterrezept mit Kalbsnieren begründet Rumpolt das damit, dass die Molke abgehen soll. Das ergibt geklärte Butter. Heute nimmt man frische, ungesalzene Butter und klärt sie ebenso. Für die grünen Kräuter nennt der Text keine Art; Petersilie ist eine naheliegende Wahl.

Teig und Formen. Ein fester Nudelteig aus Mehl, drei oder vier Eiern und wenig Salz, fest genug zum Ausrollen. Mengen nennt der Text nicht, auch nicht das Verhältnis von Füllung zu Teig; er sagt nur: klein, nicht groß. Praktisch rollt man den Teig dünn aus, setzt je einen Teelöffel Füllung darauf und macht walnussgroße Krapfen. Die Teigränder vor dem Verschließen mit verquirltem Ei bestreichen, dann andrücken und mit dem Teigrädchen abschneiden. Rumpolt bringt das Ei erst als Nachtrag, meint aber ausdrücklich den Moment des Einschlagens.

In der Brühe garen. Die Brühe darf nicht versalzen sein, der Text sagt es gleich zweimal; Käse und Salz im Teig bringen schon Würze mit. Ist sie zu salzig, mit Wasser verdünnen. Die Krapfen einzeln in die siedende Brühe geben und bei kleiner Hitze schwach sieden lassen, damit sie nicht auseinanderfallen. Ganze Muskatblüte, grüne Kräuter und ein Stück frische Butter kommen in die Brühe. Nach einer halben Stunde sind sie fertig; länger, so warnt der Text, zerkochen sie.

Praxis. Kalbslunge ist heute kaum regulär beim Metzger zu bekommen, allenfalls auf Bestellung; danach vorher fragen. Die Zeitangabe rechnet das Vorkochen der Lunge mit ein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Schlickkrapffen" resp="#fyndling">Grimms Wörterbuch, Adelung und Campe kennen den Schlickkrapfen als Krapfen mit gehackter Füllung, der erst in Wasser gekocht und dann in Schmalz gebacken wird; Adelung setzt ihn den Raviolen gleich. Grimm vermutet vorsichtig, dass mit schlick die Füllung gemeint ist. Rumpolt kocht diese Krapfen nur in Brühe, von einem Ausbacken steht hier nichts.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Parmesankeß" resp="#fyndling">Parmesankäse, ein Importkäse aus Oberitalien, den Rumpolt in mehreren Rezepten verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Meyenbutter" resp="#fyndling">Maibutter: nach Grimms Wörterbuch eine im Mai bereitete, besonders schmackhafte Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Walger" resp="#fyndling">Nudelholz, Teigrolle; außtreiben heißt ausrollen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Raͤdtlein" resp="#fyndling">Ein Teigrädchen zum Abschneiden der Krapfen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter Kessel, wie man ihn für Fisch benutzte. Verzinnt wurde Kupfergeschirr, damit die Speisen nicht mit dem Kupfer in Berührung kommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="Muscatenbluͤht" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der Samenmantel der Muskatnuss, feiner im Aroma als die Nuss.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0104-orig" n="kundtschafft" resp="#fyndling">Hier: Bekanntschaft. Kundschaft machen heißt Bekanntschaft schließen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0104-orig" n="Schlickkrapffen" resp="#fyndling">Kleine Krapfen mit gehackter Füllung, in Brühe gegart. Grimm, Adelung und Campe belegen den Schlickkrapfen als Krapfen mit gehackter Füllung; Grimm deutet schlick vorsichtig als Bezeichnung dieser Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0104-orig" n="Meyenbutter / vnzerlassene Meyenbutter" resp="#fyndling">Maibutter, im Mai bereitete Butter (Grimm). Sie wird ungeschmolzen genommen, dann zerlassen und durch ein Tuch geseiht, also geklärt; im Schwesterrezept mit Kalbsnieren nennt Rumpolt als Zweck, dass die Molke abgehen soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0104-orig" n="Weck oder Semmel" resp="#fyndling">Geriebenes Weißbrot oder geriebene Semmel; der Text sagt reib darvnter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0104-orig" n="wann du die Lungẽ wilt einschlahen ... bestreich ... den Teig" resp="#fyndling">Das Bestreichen mit Ei gehört in den Moment des Einschlagens der Füllung, also vor das Verschließen der Krapfen; Rumpolt trägt es nur am Ende nach.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0104-orig" n="nicht groß/ sondern klein" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Mengen und keine Größe außer klein; das Verhältnis von Füllung zu Teig bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0104-orig" n="gruͤne Kraͤuter" resp="#fyndling">Grüne Kräuter, im Text nicht näher bestimmt, in Füllung und Brühe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0105-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kalbsgekröse, zuerst aufgekocht und gründlich geputzt, dann in einer Rindfleischbrühe mit Petersilie, Mehl, ganzem Pfeffer und frischer Butter gar gezogen. Die zweite Fassung setzt es in eine Brühe aus Eidotter, Essig und Butter mit grünen Kräutern. Heute erinnert das an Kalbsgekröse in heller Soße, wie man es aus der süddeutschen und österreichischen Innereienküche kennt.

Das Putzen. Aufkochen, abkühlen lassen, mit Salz abreiben, die Drüsen herausklauben und vier- bis fünfmal auswaschen: Das alles dient dazu, das Gekröse zu reinigen und vorzugaren. Wie lange es anfangs kocht, sagt Rumpolt nicht, und ob es danach in Stücke geschnitten wird, auch nicht. Wichtig ist, dass es am Ende in der Brühe wirklich gar wird.

Das Mehl. „Brenn ein wenig Mehl darein“ heißt hier binden, nicht färben, denn das Gericht soll weiß werden. Mehl mit etwas kalter Brühe glatt rühren, damit keine Klümpchen entstehen, in die heiße Brühe einrühren und aufkochen lassen, bis sie bindet. Nicht bräunen.

Die Butter. Sie kommt erst, wenn das Gekröse fast gar ist, frisch und nicht zerlassen. Rumpolt sagt dazu nur: „so wirt es weiß“.

Die Eierbrühe. Dotter mit wenig Essig verrühren und durch ein feines Tuch streichen, dann mit Brühe und Butter sieden. Eigelb gerinnt leicht; Rumpolt nennt keine Vorsichtsmaßnahme. Wer eine glatte Brühe will, rührt ständig und hält die Hitze niedrig. Das gare Gekröse kommt erst am Schluss hinein.

Gelb oder sauer. Rumpolt erwähnt beides, sagt aber nicht, womit. Hier bleibt es dir überlassen.

Praxis. Kalbsgekröse muss man beim Metzger meist vorbestellen. Mit Putzen, Vorkochen und Garziehen in der Brühe sollte man eher anderthalb bis zwei Stunden rechnen als eine; das ist ein Erfahrungswert, kein Textbeleg.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="Kroͤß" resp="#fyndling">Gekröse: die Eingeweide des Schlachttiers, beim Kalb Magen, Därme und Netz. Lexer führt „kalbs-krœse“ als Kalbsgekröse, das Deutsche Wörterbuch „kalbsgekröse, kalbskröse“. Bries ist es nicht: Dafür gebraucht Rumpolt in den folgenden Rezepten das eigene Wort „Priesel“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="Druͤß" resp="#fyndling">Die Drüsen, die im Gekröse sitzen und herausgeklaubt werden. Sie sind Abfall, nicht das Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="zimlich auffsieden" resp="#fyndling">„Ziemlich“ heißt hier ordentlich, gehörig. Wie lange, sagt der Text nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="kuͤl es darnach auß" resp="#fyndling">Auskühlen: abkühlen lassen, bevor es mit Salz abgerieben und geputzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Einbrennen: Mehl zum Binden in die Brühe bringen. Weil das Gericht weiß werden soll, bleibt das Mehl hell.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="wanns schier gesotten ist" resp="#fyndling">„Schier“ heißt fast: wenn es beinahe gar ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="vnzerlassene Butter / vngeschmaͤltzte neuwe Butter" resp="#fyndling">Frische Butter, die nicht zerlassen oder ausgelassen ist. „Neuwe“ heißt frisch. Rumpolt sagt dazu nur: „so wirt es weiß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="gar an die statt gesotten" resp="#fyndling">Aus dem Zusammenhang: fertig gar gesotten. Dieselbe Wendung kehrt bei Rumpolt oft wieder, „schier an die statt“ heißt dort fast gar.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0105-orig" n="drey manier" resp="#fyndling">Drei Arten. So zählt Rumpolt selbst am Schluss.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="Kroͤß" resp="#fyndling">Kalbsgekröse, also Magen, Därme und Netz vom Kalb. Lexer, das Pfälzische, das Rheinische und das Deutsche Wörterbuch geben Kalbskröse als Kalbsgekröse; dazu passen das Herausklauben der Drüsen und das vier- bis fünfmalige Auswaschen. Rumpolt nennt Bries in den Nachbarrezepten „Priesel“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="klaub die Druͤß herauß" resp="#fyndling">Die Drüsen (Lymphknoten), die im Gekröse liegen, werden entfernt. Das ist eine Lesart aus dem Zusammenhang, kein Wörterbuchbeleg.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="zimlich auffsieden" resp="#fyndling">Ordentlich aufkochen, um das Gekröse zu reinigen und vorzugaren; eine Zeit nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="vier oder fuͤnff kalten oder warmen Wassern" resp="#fyndling">Wörtlich: vier- bis fünfmal in kaltem oder warmem Wasser waschen, ohne Festlegung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Eine helle Einbrenne zum Binden; das Gericht soll laut Rumpolt „weiß“ werden, also nicht bräunen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="gelb machen oder saur" resp="#fyndling">Rumpolt nennt die Möglichkeit, führt sie aber nicht aus; weder ein Farbmittel noch ein Säuerungsmittel steht im Text.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0105-orig" n="drey manier" resp="#fyndling">Butterbrühe (weiß), Eierbrühe (weiß) und gelb oder sauer als dritte Art; ausgeführt sind nur die beiden Brühen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0106-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kalbsbries und Kalbsgurgel, dazu der Schlund, in einer klaren Rindfleischbrühe mit Petersilienwurzel und ganzer Muskatblüte sacht gesotten und am Schluss mit kalter Butter weiß gemacht. Heute am ehesten mit Kalbsbries in heller Sauce vergleichbar; für die Gurgel gibt es kein heutiges Gegenstück.

Getrennt vorgaren. Rumpolt begründet es selbst: Gurgel und Schlund brauchen deutlich länger als das zarte Bries. Deshalb Gurgel und Schlund zuerst gar sieden und nach Belieben klein schneiden oder grob lassen. Das Bries nur kurz in Wasser überbrühen, den Sud weggießen und das Bries säubern. Der erste Satz des Rezepts setzt beides scheinbar zusammen zu; die Praxis folgt der späteren Warnung.

Das Bries. Rumpolt nennt es zweimal, zu Beginn und noch einmal „an den Lungen und am Halse“. Hier ist es als dasselbe Stück gelesen, das einmal überbrüht wird.

Die Petersilie. Geschabt, fein länglich geschnitten, Kern herausgeschnitten: Das sind die Handgriffe für die Petersilienwurzel, deren holziger Innenstrang entfernt wird. Die grünen Kräuter kommen getrennt davon erst am Ende.

Sieden und Butter. Gurgel, Schlund und Bries in einem kleinen Topf mit der Brühe, der Wurzel und der ganzen Muskatblüte schwach sieden lassen, damit das Bries nicht zerfällt. Wenn alles gar ist, nicht zerlassene Butter hineingeben; davon wird es laut Rumpolt weiß. Ob eingerührt oder geschwenkt, sagt er nicht. Grüne Kräuter zum Schluss oder nicht, beides ist ihm recht.

Praxis. Mengen, Salz und Garzeiten nennt der Text nicht. Mit dem Vorgaren von Gurgel und Schlund eher zwei Stunden rechnen; das ist ein Erfahrungswert, kein Textbeleg.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Geschneitel" resp="#fyndling">Rumpolts Name für das Gericht, kein Wort für ein bestimmtes Organ. Er gebraucht es auch für Lunge und Leber vom Lamm und schreibt an anderer Stelle, in Österreich nenne man ein solches Gericht „Geschneitel“. Das Deutsche Wörterbuch erklärt das Wort als Kleingeschnittenes.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Priesel" resp="#fyndling">Bries, die Thymusdrüse des Kalbs; die Angabe „an den Lungen und am Halse“ passt dazu. In den Nachbarrezepten gebraucht Rumpolt das Wort ebenso.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Gorgel" resp="#fyndling">Gurgel, also die Kehle. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch trennt dabei nicht immer zwischen Luftröhre und Speiseröhre. Weil Rumpolt den Schlund eigens nennt, ist hier die Kehle mit der Luftröhre gemeint, wie bei der Ochsengurgel im selben Buch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="schlundt" resp="#fyndling">Schlund, die Speiseröhre; Rumpolt beschreibt ihn als das Stück, das „am Hertzen hangt“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Gar sieden, bis zum Garpunkt kochen; bei Rumpolt eine feste Wendung.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="vberquell es in einem Wasser" resp="#fyndling">Kurz in Wasser überbrühen; der Sud, der dabei aufsteigt, wird nicht weiterverwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Hafen" resp="#fyndling">Topf, Kochgefäß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Fischkesselein" resp="#fyndling">Kleines Fischkesselchen, hier einfach ein kleiner Topf.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Kern darvon hinweg" resp="#fyndling">Bei der Petersilienwurzel der holzige Innenstrang. Rumpolt schreibt an anderen Stellen ausdrücklich „Pettersilgen Wurtzel … schneidt den Kern herauß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Muscatenbluͤt" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der Samenmantel der Muskatnuss.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="verseudst" resp="#fyndling">Zerkochst, zu lange siedest, sodass es zerfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0106-orig" n="Meybutter" resp="#fyndling">Maibutter, im Mai gewonnene Butter. Rumpolt verlangt sie „vnzerlassen“, also nicht ausgelassen oder geschmolzen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="Geschneitel" resp="#fyndling">Name des Gerichts: ein Innereiengericht aus kleingeschnittenen Stücken. Rumpolt selbst gebraucht das Wort für Lunge und Leber vom Lamm und nennt es einen österreichischen Ausdruck; das Deutsche Wörterbuch erklärt es als Kleingeschnittenes.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="Gorgel" resp="#fyndling">Gurgel: Kehle mit Luftröhre. Rumpolt nennt den Schlund daneben eigens, und die Ochsengurgel im selben Buch ist ebenso aufgelöst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="schab Pettersilgen … schneidt den Kern darvon hinweg" resp="#fyndling">Petersilienwurzel: geschabt, längs geschnitten, holziger Kern entfernt. Rumpolt schreibt dieselben Handgriffe an mehreren Stellen ausdrücklich für die Wurzel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="daß sie gantz bleiben" resp="#fyndling">Bezieht sich auf das Bries: Es soll beim sachten Sieden nicht zerfallen, wovor Rumpolt im nächsten Satz ausdrücklich warnt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="Nim̃ die Priesel vnd Gorgel/ vnd setz sie zu" resp="#fyndling">Wörtlich setzt der erste Satz Bries und Gurgel zusammen zu; später warnt Rumpolt, dass das Bries dabei zerkocht. Der Widerspruch steht so im Text und wird hier nicht erklärt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="nim̃ die Priesel/ die da hangen an den Lungen" resp="#fyndling">Offen, ob ein zweites Stück Bries gemeint ist, das zusätzlich überbrüht wird, oder dasselbe wie im ersten Satz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="schneidt es klein/ oder laß grob" resp="#fyndling">Das Objekt ist offen; möglich ist, dass nur die gare Gurgel geschnitten wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0106-orig" n="zu braten vnnd zu kochen" resp="#fyndling">Die Überschrift kündigt auch das Braten an, das Rezept beschreibt aber nur das Kochen. Das folgende Rezept brät das Bries am Spieß.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0107-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Am Holzspieß gebratenes Kalbsbries zusammen mit Kalbseuter, Speck dazwischengesteckt, zum Anrichten mit brauner Bratenbrühe übergossen und ausdrücklich ungewürzt. Heute kommt dem gebratenes Kalbsbries mit brauner Jus am nächsten.

Das Bries vorbereiten. Zuerst in kaltem Wasser wässern, bis es weiß ist; zwei bis drei Stunden mit mehrmaligem Wasserwechsel sind heute üblich. Danach in frischem Wasser leise beinahe gar kochen, etwa 10 bis 15 Minuten. Das festigt das Bries, sodass es sich aufspießen lässt und beim Braten nicht zerfällt.

Das Euter. Der Text lässt das Euter roh mitbraten. Roh wird es in der Bratzeit des Bries aber kaum gar; in der Praxis deshalb vorher ebenfalls in Wasser vorgaren, so wie Rumpolt es beim Kalbseuter in Nr. 49 tut. Wer kein Euter bekommt, brät nur Bries - das ist dann eine Modernisierung.

Spieß und Speck. Bries und Euter sind mager; die Speckscheiben zwischen den Stücken geben beim Braten Fett ab und halten sie saftig. Über mittlerer Glut unter häufigem Drehen etwa 30 Minuten braten, bis alles rundum braun, aber nicht verbrannt ist, wie Rumpolt eigens mahnt.

Die braune Brühe. Gemeint ist der Bratensaft eines anderen Bratens, mit Hühnerbrühe aufgegossen. Ohne mitlaufenden Braten tut es ein Kalbs- oder Rinderfond, mit Hühnerbrühe verlängert. Die Brühe heiß über Bries und Euter gießen.

Praxis. Kein Pfeffer, kein Ingwer, keine anderen Gewürze - das ist der Sinn des Rezepts. Die Zeitangabe von einer Stunde rechnet das Wässern nicht mit.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0107-orig" n="Priesel" resp="#fyndling">Kalbsbries, die Thymusdrüse des Kalbes. Rumpolt beschreibt das Priesel im vorangehenden Rezept selbst als das, was „an den Lungen, und eines Teils am Halse des Kalbs“ hängt - genau die Lage des Bries. Das Widerumb im Titel knüpft an diese Priesel-Rezepte an.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0107-orig" n="quell es darnach in einem andern Wasser, schier an die statt" resp="#fyndling">quellen heißt in Wasser abkochen, schier an die statt „beinahe gar“. Das Bries wird also nicht nur kurz überbrüht, sondern fast gar gekocht, damit es, wie der Text sagt, nicht auseinanderfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0107-orig" n="Euterlein" resp="#fyndling">Das Euter des Kalbes. Heute ist es kaum noch zu bekommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0107-orig" n="lindt vnd wolgeschmack" resp="#fyndling">lind heißt bei Rumpolt „mild, sanft“ (so auch lindt gesaltzen = mild gesalzen). Gemeint ist ein mildes, wohlschmeckendes Gericht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0107-orig" n="kein Gewuͤrtz darein, weder Pfeffer noch Jngwer" resp="#fyndling">Rumpolt begründet den Verzicht selbst: Kranke essen Gewürz nicht gern, weil es ihnen bei so kleinen Speisen zu stark ist. Eine weitergehende Lehre nennt er nicht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="Priesel" resp="#fyndling">Kalbsbries (Thymusdrüse). Rumpolt beschreibt das Priesel im Nachbarrezept rum-0106 als das, was an der Lunge und zum Teil am Hals des Kalbs hängt; das Kapitel ist „Vom Kalb“, und dieselbe Lesart gilt in rum-0105 und rum-0106. Die Form ist eine Nebenform zu Bries (Schmeller verweist priesen auf briesen).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="quell es darnach in einem andern Wasser, schier an die statt" resp="#fyndling">In frischem Wasser beinahe gar kochen: quellen = in Wasser abkochen, schier an die statt = fast gar (vgl. rum-0105 „schier gesotten“, rum-0106 „wol an die statt sieden“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="Euterlein - vorgaren oder roh mitbraten?" resp="#fyndling">Wörtlich wird das Euter ohne Vorkochen zusammen mit dem Bries gebraten: „nim̃ das Euterlein von dem Kalb/ vnd brat es miteinander“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="braune Bruͤh von einem Braten" resp="#fyndling">Die braune Brühe, die bei einem anderen Braten in derselben Küche anfällt (Bratensaft), mit Hühnerbrühe aufgegossen. Der Text nennt keine eigene Zubereitung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="geuß es vber - heiß oder kalt?" resp="#fyndling">Der Text sagt nur, die Brühe über das Gebratene zu gießen; eine Temperatur nennt er nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="leg sie in ein Wasser - wie lange?" resp="#fyndling">So lange, bis das Blut herausgezogen und das Bries weiß ist; eine Zeit nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0107-orig" n="lindt" resp="#fyndling">mild - so gebraucht Rumpolt lind auch in rum-0012 und rum-0052 (lindt gesaltzen), und es passt zum ungewürzten Krankengericht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0108-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kalbskutteln, die in einer Brühe aus gekochtem, mit grünen Kräutern und wenig Zwiebel gehacktem Speck und guter Rinderbrühe mitsieden. Wahlweise wird es sauer gemacht; die weiße Fassung lieber sauer und, wenn das Brühlein dünn bleibt, mit Mehl gebunden. Heute erinnert das an saure Kutteln.

Die Kutteln. Rumpolt sagt nur „laß auch darmit sieden“, ein Vorgaren nennt er nicht. Rohe Kutteln brauchen allerdings Stunden, bis sie weich sind; nimm deshalb vorgegarte Kutteln vom Metzger. Das Schneiden nennt Rumpolt erst am Schluss: Praktisch schneidest du die Kutteln vorher sehr klein und fein länglich und gibst sie dann in die Brühe.

Die Brühe. Der Speck wird gekocht, nicht gebraten, dann mit den Kräutern und wenig Zwiebel gehackt und in der Rinderbrühe gesotten. Er gibt Fett, Salz und Aroma. Welche Kräuter, sagt der Text nicht.

Die Säure. Rumpolt nennt kein Säuerungsmittel. Modern: sparsam Essig oder Zitronensaft, am Ende abschmecken.

Das Mehl. „Brenn ein wenig Mehl darein“ heißt binden. Modern: Mehl in etwas Speckfett hell anschwitzen, in die Brühe rühren und kurz aufkochen lassen, denn Mehl bindet erst beim Erhitzen. Das Fett ist ergänzt, der Text nennt keins. Bei der weißen Fassung nicht bräunen.

Gelb oder weiß. Ein Farbmittel für die gelbe Fassung nennt Rumpolt nicht; hier wird nichts ergänzt.

Praxis. Ein Topf und ein Hackmesser genügen. Mit vorgegarten Kutteln etwa eine Dreiviertelstunde. Kalbskutteln sind selten; wer keine bekommt, weicht auf vorgegarte Rinderkutteln aus.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0108-orig" n="Kuttelfleck" resp="#fyndling">Kaldaunen, also die Vormägen von Wiederkäuern, hier vom Kalb. Rumpolt setzt das Wort im Kopf des Rezepts mit „Suͤltzen“ gleich.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0108-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Hier Kutteln, die warm in der Brühe mitsieden, kein Aspik. Rumpolt schreibt im Kopf „Kuttelfleck oder Suͤltzen“ und an anderer Stelle „Suͤltzen oder Kaldaunen“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0108-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Einbrennen, um das dünne Brühlein zu binden, entsprechend der Einbrenne. Der Text sagt nur „darein“ und nennt weder Fett noch eine Röstfarbe.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0108-orig" n="saur" resp="#fyndling">Sauer. Ein Säuerungsmittel nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0108-orig" n="lenglicht" resp="#fyndling">Länglich, also in längliche Stücke geschnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0108-orig" n="Suͤltzen" resp="#fyndling">Kutteln. Rumpolts Kopf lautet „Kuttelfleck oder Suͤltzen“, und rum-0023 überschreibt „Suͤltzen oder Kaldaunen“; die Sültzen werden geschnitten und sieden warm in der Brühe mit. Das Kapitel „Vom Kalb“ bestimmt das Tier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0108-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">Mehl zum Binden in das Brühlein einbrennen, wie der Text es sagt; ein Fett und eine Röstfarbe nennt Rumpolt nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0108-orig" n="saur" resp="#fyndling">Sauer, ohne genanntes Säuerungsmittel. Verjus, Essig oder Zitronensaft sind historisch alle denkbar; der Text legt sich nicht fest.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0108-orig" n="schneidt die Suͤltzen gar klein" resp="#fyndling">Rumpolt nennt das Schneiden am Schluss als Anrichtehinweis („so stehet es schön“); wann geschnitten wird, lässt er offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0108-orig" n="laß auch darmit sieden" resp="#fyndling">Die Kutteln sieden in der Brühe mit; ein Vorgaren nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0108-orig" n="Gelb" resp="#fyndling">Rumpolts Bezeichnung der ersten Fassung, übernommen ohne Farbmittel, weil der Text keins nennt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0109-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Kalbsmilz, mit Pfeffer, Salz und grünen Kräutern gewürzt, auf dem Rost rasch gebraten, mit Rinderfett begossen und trocken, also ohne Brühe, angerichtet. Rumpolt empfiehlt sie als Happen zum Wein. Dasselbe Verfahren beschreibt er bei der Ochsenmilz, dort mit Feldkümmel und Butter und mit einer sauren Brühe zum Schluss.

Das Umstülpen. Rumpolt sagt nur „Kehr die KaͤlberMiltz vmb“, würzen, „wendts wider vmb“. Wie man ein kompaktes Organ umkehrt, schreibt er nicht. Beim Ochsendarm nennt er den Zweck des Umkehrens selbst: „kehr jn wider vmb/ daß es innwendig kompt“. Überträgt man das auf die Milz, soll die Würze nach innen; sicher ist diese Deutung nicht, siehe die Lesarten. Heute schneidet man die Milz der Länge nach tief ein, sodass eine Tasche entsteht, würzt die Innenseite, klappt sie wieder zu und steckt sie bei Bedarf mit Holzspießchen zusammen. So liegen Kräuter und Salz innen und verbrennen auf dem Rost nicht.

Die grünen Kräuter. Rumpolt nennt keine bestimmten Kräuter. Man nimmt frische Gartenkräuter der Saison; eine feste Auswahl gibt der Text nicht her.

Das Rinderfett. „Rindtfeißt“ ist Rinderfett, beim Metzger als Fett oder Talg zu bekommen und zum Begießen ausgelassen; ersatzweise geht Butterschmalz. Das Fett hält die magere Innerei saftig und verhindert, dass sie am Rost hängen bleibt.

Praxis. Rumpolt nennt weder Garzeit noch Mengen, nur „geschwindt hinweg“: rasch fertig braten. Eine Kalbsmilz ist viel kleiner als eine Ochsenmilz und gart schnell. Über kräftiger, aber nicht flammender Glut von beiden Seiten braten und dabei mit dem Fett bestreichen. Gar ist sie, wenn sie innen nicht mehr blutig ist; als moderne Orientierung dient eine Kerntemperatur um 70 °C. Trocken anrichten, mit Pfeffer und Salz bestreuen und sofort warm auftragen. Die Milz am Tag des Einkaufs verarbeiten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0109-orig" n="Vmbgekehrte Miltz" resp="#fyndling">Rumpolts Gerichtsname: Die Milz wird umgekehrt, gewürzt und wieder zurückgekehrt. Wie das am Organ geschieht, beschreibt er nicht; denselben Namen und dasselbe Verfahren hat er bei der Ochsenmilz.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0109-orig" n="Roßt" resp="#fyndling">Bratrost, auf dem das Fleisch über der Glut gebraten wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0109-orig" n="geschwindt hinweg" resp="#fyndling">Rasch fertig (braten).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0109-orig" n="Rindtfeißt" resp="#fyndling">Rinderfett, hier zum Begießen der Milz auf dem Rost.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0109-orig" n="Trunck" resp="#fyndling">Das Trinken in geselliger Runde. „Gut zu einem Trunck“ heißt: passt als Happen zum Wein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0109-orig" n="Kehr die KaͤlberMiltz vmb ... wendts wider vmb" resp="#fyndling">Umstülpen, sodass die Würze nach dem Zurückkehren innen liegt. Gestützt nur buchintern durch den Ochsendarm („kehr jn wider vmb/ daß es innwendig kompt“); die Handgriffe an der Milz (Haut lösen, aufschneiden und aufklappen) nennt der Text nicht. Die Lesart ist Deutung, nicht Wortlaut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0109-orig" n="gruͤnen Kraͤutern" resp="#fyndling">Frische Kräuter ohne nähere Angabe; Rumpolt nennt hier keine Sorte (bei der Ochsenmilz dagegen ausdrücklich Feldkümmel).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0109-orig" n="brats geschwindt hinweg" resp="#fyndling">Rasch fertig braten. Der Text nennt weder Garzeit noch Garpunkt; gebraten wird nach Sicht und Gefühl.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0110-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte Kalbsbrust: Speck, Zwiebeln, grüne Kräuter und fest gestocktes Rührei werden zusammen gehackt, mit ein oder zwei rohen Eiern gebunden und in die Brust gefüllt. Die Brust wird in Wasser gesotten und dann in ihrer eigenen, gebundenen Brühe mit Petersilienwurzel, Muskatblüte und ganzem Pfeffer angerichtet. Das Rührei in der Füllung unterscheidet dieses Rezept von der folgenden Kalbsbrust Nr. 21, die mit rohem Eigelb gefüllt wird.

Die Füllung. Das Rührei wird vorher in der Pfanne ziemlich fest gestockt, erst dann gehackt. So bleibt die Füllung im Sud kompakt, die rohen Eier binden sie beim Garen. Der Speck bringt Fett und Salz mit, deshalb kaum nachsalzen; Rumpolt warnt zweimal vor dem Versalzen. Safran nur für die gelbe Variante, die weiße bleibt ohne. Ohne Butter lässt man Speck aus, seiht das Fett nicht ab, schwitzt die Zwiebeln darin an, ohne dass sie dunkel werden, und rührt die Eier hinein. Für die „lautere Butter“ nimmt man heute Butterschmalz; gewöhnliche Butter geht auch.

Füllen und Sieden. Die Füllung in die Brust geben und die Öffnung mit einem Holzstäbchen zustecken, damit nichts austritt. Wie die Brust vorher aufgeschnitten wird, sagt der Text nicht; heute schneidet man eine Tasche hinein oder lässt sie vom Metzger schneiden. Die Brust in schon siedendes Wasser legen und schwach sieden lassen, bis sie fast gar ist. Eine Zeit nennt Rumpolt nicht; eine ganze gefüllte Kalbsbrust braucht etwa 1,5 bis 2 Stunden. Danach herausnehmen und säubern: das Holz ziehen und abputzen, was außen anhaftet.

Die Brühe. Die Kochbrühe durchseihen und über die Brust in einen länglichen Topf geben, der die ganze Brust aufnimmt; heute ein Bräter oder Fischkocher. Reicht die Brühe nicht, Rindfleischbrühe zugeben. Die Petersilienwurzel längs halbieren, den holzigen Kern herausschneiden und den Rest in die Brühe geben. Muskatblüte und ganzen Pfeffer zufügen und sieden lassen. Zum Binden ein wenig Mehl in etwas Butter hell anschwitzen und einrühren, bis die Brühe ziemlich dick ist; eine Farbe verlangt der Text nicht.

Die Kräuter zum Schluss. Kurz vor dem Anrichten gehackte grüne Kräuter und ungesalzene frische Butter in die Brühe geben und einmal aufkochen. Der folgende Satz lautet wörtlich, man solle es beim Anrichten lange sieden lassen, dann würden die Kräuter blass. Das widerspricht dem „einmal aufkochen“ davor. Als Warnung gelesen ergibt er Sinn: Wer länger kocht, bekommt fahle Kräuter. In der Praxis also nach dem Aufkochen gleich anrichten.

Praxis. Kalbsbrust beim Metzger vorbestellen. Mit Füllung, Sieden und Brühe rund zweieinhalb Stunden rechnen. Mengen nennt der Text nicht. Die Brust in Scheiben schneiden, mit der Brühe auf die Schüssel geben und mit fein geschnittener Petersilie bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="ein eingeruͤrtes" resp="#fyndling">„Eingerührtes“ ist Rührei: verquirlte Eier, in der Pfanne gerührt und hier „zimlich hart“, also fest gestockt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="lautere Butter" resp="#fyndling">„Lauter“ heißt klar, rein; gemeint ist geklärte Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="schweiß es darinn" resp="#fyndling">„Schweißen“ heißt anschwitzen, hier die Zwiebeln im ausgelassenen Speck, ohne dass sie schwarz werden.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#schweiss"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="speil sie mit einem Holtz zu" resp="#fyndling">„Speil“ ist ein Span oder Stäbchen; die gefüllte Brust wird damit zugesteckt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="schier gar wirdt" resp="#fyndling">„Schier gar“ heißt fast gar.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="außseubern / außgeseubert" resp="#fyndling">„Aussäubern“ heißt säubern, reinigen: die gesottene Brust wird abgeputzt, bevor sie in die Brühe kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter, länglicher Kessel, wie man ihn für ganze Fische braucht; die Brust liegt darin flach.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="Muscatenbluͤt" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), der Samenmantel der Muskatnuss.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">„Einbrennen“ heißt hier: Mehl einrühren, um die Brühe zu binden; der Text will sie „zimlich dick“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="falb" resp="#fyndling">„Falb“ heißt fahl, blass, hier von den Kräutern, die beim langen Sieden ihr Grün verlieren.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0110-orig" n="Suppen" resp="#fyndling">„Suppe“ meint hier die Brühe, die als gebundene Sauce zur Brust kommt, kein eigenes Suppengericht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="so laß als dann lang sieden/ so werden die Kraͤuter falb" resp="#fyndling">Wörtlich übersetzt („lasse es alsdann lange sieden, so werden die Kräuter blass“), weil der Druck den Satz genau so setzt. In der Zubereitung als Warnung gelesen: nach dem einmaligen Aufkochen nicht weiter sieden, sonst werden die Kräuter fahl.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="brenn ein wenig Mehl darein" resp="#fyndling">„Brenne ein wenig Mehl ein“: Mehl zum Binden in die Brühe, bis sie ziemlich dick ist. Der Text nennt weder Fett noch Farbe; in der Zubereitung wird das Mehl in etwas Butter hell angeschwitzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="außseubern / außgeseubert" resp="#fyndling">„Säubern“: die gesottene Brust abputzen, das Holz ziehen, Anhaftendes entfernen. Aussäubern ist als reinigen belegt; die folgende Nr. 21 bei Rumpolt setzt denselben Schritt nach dem Garen („so seuber sie auß“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="schneidt den Kern herauß/ seudt es in der Pettersilgen" resp="#fyndling">Die Petersilienwurzel wird entkernt und in der Brühe mitgesotten; „in der Pettersilgen“ ist als „mit der Petersilie“ übersetzt. In der Zubereitung: Wurzel längs halbieren, den holzigen Kern herausschneiden, den Rest in die Brühe geben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="lautere Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter (lauter = klar); heute Butterschmalz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="biß schier gar wirdt" resp="#fyndling">„Bis sie fast gar ist“, ohne Zeitangabe; der Garpunkt bleibt dem Koch überlassen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="deñ es ist wolgeschmackter/ als wenn du ein Fuͤll machst" resp="#fyndling">Übersetzt „denn es ist wohlschmeckender, als wenn du eine Füllung machst“: das Rührei im Speckfett gilt als besser als eine andere Füllungsart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0110-orig" n="speil sie mit einem Holtz zu" resp="#fyndling">Mit einem Holzspan oder Stäbchen zustecken (speil = Span, Keil); gleiche Formel bei der gefüllten Ochsenbrust („vnterspeil es wol mit einem hoͤltzlein“).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0111-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gefüllte Kalbsbrust, in Wasser gesotten und in ihrer eigenen Brühe angerichtet, die zum Schluss mit Eidotter und etwas Essig gebunden wird und dabei weiß bleibt. Die Füllung besteht aus gehacktem gesalzenem Speck, grünen Kräutern, Ingwer, wenig Pfeffer und rohem Eigelb. Anders als die vorige Kalbsbrust Nr. 20 kommt kein Rührei in die Füllung und kein Mehl in die Brühe.

Die Füllung. Speck, Kräuter, Ingwer und Pfeffer fein hacken und ein bis vier Eigelb unterarbeiten; das Eigelb bindet die Masse beim Garen. Nicht nachsalzen, der Speck bringt das Salz mit. Welche grünen Kräuter, sagt der Text nicht.

Füllen und Sieden. Wie die Brust geöffnet und verschlossen wird, sagt Rumpolt hier nicht. Heute schneidet der Metzger eine Tasche hinein; die Öffnung mit Küchengarn zunähen oder mit Rouladennadeln zustecken, damit die Füllung nicht austritt. Die Brust in Wasser aufsetzen und gleichmäßig sieden lassen. Eine Garzeit nennt der Text nicht; eine ganze gefüllte Kalbsbrust braucht etwa 1,5 bis 2 Stunden.

Säubern und Brühe. Ist die Brust gar, wird sie gesäubert: kurz herausnehmen und abputzen, was außen anhaftet, die Brühe durch ein Tuch oder feines Sieb gießen und wieder über die Brust geben, dann weitersieden lassen. Abschmecken. Rumpolt warnt, dass die Brühe versalzt, wenn sie zu stark einkocht; also nicht offen wallen lassen und bei Bedarf Wasser nachgießen.

Das Legieren. Die Eidotter mit wenig Essig verrühren. Rumpolt nennt die Zugabe an zwei Stellen, einmal während die Brust siedet und noch einmal beim Anrichten; beide lassen sich nicht sauber trennen. In der Praxis den Topf vom starken Sieden nehmen und die Dotter-Essig-Mischung erst kurz vor dem Anrichten unter Rühren in die heiße, nicht mehr kochende Brühe geben, dazu ein Stück kalte frische Butter. Wie viele Dotter, legt der Text nicht fest: so viele, bis die Brühe „fein dick“ wird. Kocht die Brühe danach auf, gerinnen die Eier; dann hilft nur, sie durch ein Tuch oder Sieb zu streichen.

Die Braten-Variante. Rumpolt sagt nur, die Füllung ein wenig gelb zu machen und nichts weiter dazuzunehmen. Weil er jede weitere Zutat ausschließt, liegt mehr Eigelb am nächsten; Safran, mit dem er bei der vorigen Kalbsbrust färbt, nennt er hier nicht. Ob am Spieß oder im Ofen gebraten wird, bleibt offen.

Praxis. Kalbsbrust beim Metzger vorbestellen und die Tasche gleich schneiden lassen. Weil rohes Eigelb in der Füllung steckt, die Brust vollständig durchgaren. Mit Füllen, Sieden und Legieren rund zweieinhalb Stunden rechnen. Mengen nennt der Text nicht. Die Brust in Scheiben schneiden, die Brühe darübergießen und nach Belieben mit fein geschnittener Petersilie bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0111-orig" n="seuber sie auß" resp="#fyndling">Von außseubern, säubern. Dieselbe Wendung steht bei der vorigen Kalbsbrust („daß man es kan außseubern“). Gemeint ist das Reinigen der garen Brust, nicht bloß das Herausnehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0111-orig" n="einseudt" resp="#fyndling">„trucken einseudt“: trocken einsieden, also durch Kochen Flüssigkeit verlieren. Dabei wird die Brühe salziger, deshalb die Warnung vor dem Versalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0111-orig" n="vnzerlassen" resp="#fyndling">Nicht zerlassen, also feste, ungeschmolzene frische Butter. Nach Rumpolt wird die Brühe davon schön glatt und bleibt weiß.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0111-orig" n="durchstreichen" resp="#fyndling">Durch ein Tuch oder Sieb streichen, damit die Brühe mit geronnenem Ei wieder glatt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0111-orig" n="flucks" resp="#fyndling">Flugs, rasch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0111-orig" n="gelb" resp="#fyndling">Womit die Füllung gelb wird, sagt Rumpolt hier nicht, und er schließt weitere Zutaten ausdrücklich aus („nim̃ nichts mehr darzu/ als jetzt vermeldt ist“). Am nächsten liegt mehr Eigelb. Bei der vorigen Kalbsbrust färbt er die Füllung mit Safran.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0111-orig" n="seuber sie auß" resp="#fyndling">„Säubere sie“: außseubern heißt säubern. Rumpolt gebraucht dieselbe Wendung bei der vorigen Kalbsbrust für das Reinigen der garen Brust.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0111-orig" n="Zeitpunkt der Dotter-Essig-Zugabe" resp="#fyndling">Wörtlich zwei Stellen: die Mischung schon in die Brühe gießen, während die Brust siedet, ohne sie ganz aufkochen zu lassen, und beim Anrichten nochmals Dotter mit Essig hineingießen. Der Text trennt beide Stellen nicht sauber.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0111-orig" n="Eyerdotter ein oder zehen" resp="#fyndling">Feste Rumpolt-Wendung für „so viele, wie du brauchst“, keine Mengenspanne; ebenso „eins oder zehen“ und „ein par oder zehen“ bei zwei Gerichten im Ochsen-Kapitel. Maßstab ist, dass die Brühe „fein dick“ wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0111-orig" n="Füllen und Verschließen der Brust" resp="#fyndling">Der Text sagt nur „fuͤll die Brust darmit“; wie die Brust geöffnet und verschlossen wird, bleibt offen und wird im Lesetext nicht ergänzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0111-orig" n="mach die Fuͤll ein wenig gelb" resp="#fyndling">Wörtlich „mach die Füllung ein wenig gelb“; das Färbemittel nennt der Text nicht, und er schließt weitere Zutaten aus („nim̃ nichts mehr darzu/ als jetzt vermeldt ist“).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0112-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kalbsnierenstück, eine Nacht in einer milden Beize aus Wasser, Essig, gestoßenem Knoblauch und getrocknetem Origanum eingelegt, dann am Spieß gebraten. Aus den abgeschöpften Kräutern und dem Bodensatz der Beize wird mit frischer Butter eine Sauce gesotten, die unter dem Braten steht, zum Begießen dient und beim Anrichten darübergegossen wird. Heute am nächsten kommt ein kurz gebeizter Kalbsnierenbraten mit Butter-Kräuter-Sauce.

Das Fleisch. Beim Metzger ein Kalbsnierenstück bestellen, etwa 1 bis 1,5 kg; ob die Niere mit dranbleibt, sagt der Text nicht, sie gehört aber zum klassischen Kalbsnierenbraten, und Rumpolt schneidet im folgenden Rezept die Nieren nach dem Braten heraus.

Die Beize. Wasser und Essig nur mild salzen, denn die Beize wird später zur Sauce eingekocht. Knoblauch fein stoßen und einrühren, getrockneten Oregano sparsam dazugeben. Das Fleisch rundum mit der Messerspitze einstechen, damit die Beize eindringt, und über Nacht zugedeckt kühl stellen. Erst am Morgen das Fleisch herausnehmen und salzen.

Spießbraten. Spicken ist freigestellt; bei magerem Kalb hält es das Fleisch saftiger. Der Text nennt weder Bratzeit noch Garstufe. Am Spieß über mittlerer Glut unter häufigem Drehen etwa 1,5 bis 2 Stunden braten, bis das Fleisch durchgegart ist; ein Thermometer hilft.

Die Sauce. Die obenauf schwimmenden Kräuter mit einem Löffel abschöpfen, die Beize vorsichtig abgießen, sodass Knoblauch und Bodensatz zurückbleiben, und beides zu den Kräutern geben. Mit einem guten Stück frischer Butter in einem kleinen Topf eine gute Weile sieden lassen; ein Topf aus Edelstahl oder Emaille ersetzt das verzinnte Kesselchen. Den Topf unter den Spieß stellen, den Braten damit begießen und die Sauce zum Anrichten darübergeben. Sie bleibt dünn, und der Essig soll nur eben herauszuschmecken sein.

Praxis. Die Zeitangabe rechnet das Einlegen über Nacht nicht mit.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0112-orig" n="Nierenbraten" resp="#fyndling">Kalbsbraten aus dem Rücken mit der Niere. Rumpolt schneidet im folgenden Rezept die Nieren samt Fett aus dem fertigen Braten heraus, und bei der Kalbshaxe spricht er vom Stück, das „hinter dem Nierenbraten“ liegt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0112-orig" n="Origanum" resp="#fyndling">Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch deutet origanum als Dost oder Wohlgemut (Origanum vulgare), also Oregano; in anderen Quellen der Zeit steht der Name auch für Majoran. Rumpolt nennt es ausdrücklich ein dürres, also getrocknetes Kraut.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0112-orig" n="durchbeissen" resp="#fyndling">„Fressend durchdringen, durchätzen“: Die scharfe Essig-Knoblauch-Brühe zieht ins Fleisch ein.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0112-orig" n="spicken" resp="#fyndling">Fleisch mit Streifen durchziehen, meist mit Speck. Rumpolt nennt hier kein Spickmaterial und stellt das Spicken frei.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0112-orig" n="vberzintes Fischkesselein" resp="#fyndling">Ein verzinntes kleines Kesselchen; überzinnen heißt verzinnen, der Fischkessel ist der Kessel zum Fischsieden. Rumpolt nimmt ihn auch sonst für Gerichte, die keinen Fisch enthalten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0112-orig" n="vngeschmaͤltzte Butter" resp="#fyndling">Frische Butter, nicht ausgelassen. Im vorigen Rezept verlangt Rumpolt dafür frische Butter, „die vnzerlassen ist“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0112-orig" n="Origanum" resp="#fyndling">Oregano bzw. Dost (Origanum vulgare), getrocknet. So deutet das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch origanum („Dost, Wohlgemut“), und Rumpolt nennt es ein dürres Kraut. Dieselbe Lesart gilt im Parallelrezept Nr. 39.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0112-orig" n="mit einem gantzen Loͤffel" resp="#fyndling">Wörtlich „mit einem ganzen Löffel“: ganz im Sinn von unversehrt, also ein Löffel ohne Löcher. Damit bleibt Flüssigkeit an den abgeschöpften Kräutern, was zum anschließenden Sieden im Kesselchen passt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0112-orig" n="Nierenbraten" resp="#fyndling">Kalbsbraten aus dem Rücken samt Niere. Im Parallelrezept Nr. 39 heißt es ausdrücklich „Kaͤlbern Braten sampt den Nieren“, und im folgenden Rezept werden die Nieren aus dem fertigen Braten geschnitten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0112-orig" n="vngeschmaͤltzte" resp="#fyndling">Nicht ausgelassen: frische Butter im Stück, kein Butterschmalz. Rumpolt verlangt im vorigen Rezept frische Butter, „die vnzerlassen ist“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0112-orig" n="laß jn braten" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Bratzeit noch Garstufe; Rumpolt überlässt beides dem Koch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0113-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weißbrotschnitten, nur auf einer Seite geröstet und dort mit einer kalt gehackten Masse aus Kalbsnieren, Nierenfett, Eigelb, Zimt, Zucker und Petersilie bestrichen, dann in Butter unter einem Deckel mit Glut gebacken. Das Rezept baut auf dem fertigen Nierenbraten auf, der im Kalbskapitel direkt davor steht: Nieren und Fett kommen aus dem gebratenen Stück, deshalb bleibt die Masse ungesalzen.

Die Masse. Rumpolt lässt hacken, bis alles kalt ist, dann wird die Masse dick und streichfähig. Dass dabei das erstarrende Bratenfett bindet, liegt nahe, steht aber nicht im Text. Mengen nennt er nicht; wir halten uns an die genannten Zutaten und lassen die Masse abkühlen, bis sie fest genug zum Streichen ist.

Einseitig rösten. Das Brot wird nur auf einer Seite geröstet (bähen), und die Masse kommt auf diese Seite. Die trockenere, festere Fläche nimmt die feuchte Masse auf, ohne durchzuweichen.

Butter und Glut. Die Butter soll nur zergehen, nicht bräunen oder rauchen, bevor die Schnitten hineinkommen. Die Pfanne steht auf heißer Asche, auf dem Deckel liegt Glut; so kommt oben mehr Hitze an als unten, die Masse wird fest, ohne dass die Unterseite verbrennt. Rumpolt sagt nicht, mit welcher Seite die Schnitten in die Pfanne kommen. Wir legen sie mit der bestrichenen Seite nach oben ein: Die Butter berührt dann das ungeröstete Brot, und die Glut von oben backt die Masse. Zweimal mahnt der Text, unter den Deckel zu schauen.

Praxis. Eine Gusspfanne mit flachem Deckel, auf den man Kohlen legt, entspricht der Tortenpfanne am ehesten; in der Küche geht auch der Backofen mit starker Oberhitze. Eine Garzeit gibt Rumpolt nicht an: Backen, bis das Brot unten goldbraun ist und die Masse oben fest und durchgehend heiß. Das Nierenfett beim Metzger gleich mitbestellen. Zum Anrichten mit Zucker bestreuen, wenn es süß sein soll, sonst mit Ingwer.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0113-orig" n="Pouesen" resp="#fyndling">Rumpolts Name für in Butter gebackene Weckschnitten mit einer Masse; er verwendet ihn für mehrere Gerichte mit wechselnder Füllung. Woher das Wort kommt, ist nicht belegt. Es erinnert an die österreichischen Pofesen, ein Wörterbuchbeleg für Pouesen selbst fehlt aber.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0113-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot, vergleichbar einer Semmel.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0113-orig" n="behe / abgebehet" resp="#fyndling">Von bähen: Brot leicht rösten. Hier nur auf einer Seite.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0113-orig" n="Turdten Pfann" resp="#fyndling">Tortenpfanne, eine Pfanne zum Backen von Torten; hier dient sie nur als Backgerät für die Schnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0113-orig" n="Hafendeckel" resp="#fyndling">Topfdeckel (Hafen = Topf). Er deckt hier die Pfanne ab und trägt die glühenden Kohlen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0113-orig" n="Pouesen" resp="#fyndling">Als Gerichtsname stehen gelassen: Rumpolts Bezeichnung für in Butter gebackene Weckschnitten mit einer Masse. Eine Wörterbuchstelle für die Form Pouesen fehlt, die Herkunft bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0113-orig" n="Wann der Brat gebraten ist" resp="#fyndling">Gemeint ist der Kalbsnierenbraten, den Rumpolt im selben Kapitel unmittelbar davor beschreibt. Das erklärt Nieren samt Fett und den Salzhinweis.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0113-orig" n="thu die Schnitten darein" resp="#fyndling">Rumpolt sagt nicht, mit welcher Seite die Schnitten in die Butter kommen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0113-orig" n="Mengen der Masse" resp="#fyndling">Rumpolt nennt außer „ein Dotter oder zween“ und „ein wenig Zim̃et“ keine Mengen; das Verhältnis von Nieren, Fett und Eigelb bleibt offen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0113-orig" n="Garpunkt" resp="#fyndling">Rumpolt gibt keine Zeit an, nur die Mahnung, unter den Deckel zu schauen, damit nichts verbrennt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0113-orig" n="ein gruͤn Pettersilgen" resp="#fyndling">Frisches Petersilienkraut, fein geschnitten; „grün“ und „die klein geschnitten ist“ sprechen für die Blätter.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0114-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Papierdünne Teigtaschen mit einer Füllung aus fein gehackten Kalbsnieren, Weißbrot, Parmesan, grünen Kräutern, Ingwer oder Muskat, Eigelb und Butter, fünf Viertelstunden in Rindfleischbrühe mit Butter und ganzer Muskatblüte gesotten, zum Schluss mit Petersilie. Heute denkt man an Ravioli oder Maultaschen in Brühe.

Die Nieren. Fett abziehen und die feine Haut mit den Fingern ablösen, sonst wird die Füllung fett und zäh. Die Nieren kommen roh in die Füllung, anders als die Lunge im Schwesterrezept, die vorher gekocht wird. Sie werden mit Brot, Käse, Kräutern, Gewürz und Eigelb fein gehackt. Brot und Eigelb binden die Masse; wie viele Eigelb, lässt der Text offen. Als Anhalt taugen zwei Eigelb auf 300 bis 400 g Füllung.

Die Butter. Rumpolt nimmt frische Maibutter, lässt Molke und Sauermilch davon abgehen und seiht sie durch ein Tuch, bevor sie in die Füllung kommt; so wird die Füllung nicht wässrig oder säuerlich. Ob er die Butter dafür erwärmt, sagt er nicht. Praktisch: frische, ungesalzene Butter in einem kleinen Topf ganz schwach erwärmen, bis sich die Molke unten absetzt, die Butter abgießen oder durch ein feines Tuch seihen, etwas abkühlen lassen und unter die Füllung hacken. Mit einem weiteren Stück Butter wird die Füllung weicher.

Teig und Formen. Ein Nudelteig aus Mehl und ganzen Eiern, nur so fest, dass er sich sehr dünn ausrollen lässt; Mengen und Salz nennt der Text nicht. Den ausgerollten Teig mit verquirltem Ei bestreichen, die Füllung daraufsetzen, den Teig darüberschlagen, fest andrücken und mit dem Teigrädchen abschneiden. Das Ei hält die Naht zusammen.

Garen in der Brühe. Die Brühe nur mild salzen und entfetten; Rumpolt betont das mild Salzen zweimal. In einem weiten Topf zum Sieden bringen, die Krapfen einzeln einlegen, damit sie nicht aneinanderkleben, und dann nur noch schwach sieden lassen, damit die dünnen Taschen nicht aufreißen. Die Krapfen schwimmen oben; ab und zu mit einem Holzlöffel untertauchen, damit sie nicht antrocknen. Die Brühe soll dabei nicht zu stark einkochen, bei Bedarf etwas Brühe nachgießen. Frische Butter und ganze Muskatblüte in die Brühe geben, gelb färben oder nicht, zuletzt gehackte Petersilie.

Praxis. Die rohe Nierenfüllung und das rohe Eigelb müssen durchgaren; die 75 Minuten des Textes geben das reichlich her. Kalbsnieren beim Metzger vorbestellen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="Schlickkrapffen" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt den Namen am Ende des Rezepts selbst: Man heiße sie so, weil man sie schlingen, also hinunterschlucken, könne. Grimms Wörterbuch, Adelung und Campe kennen den Schlickkrapfen als Krapfen mit gehackter Füllung, der erst in Wasser gekocht und dann in Schmalz gebacken wird; Adelung setzt ihn den Raviolen gleich. Grimm vermutet vorsichtig, dass mit schlick die Füllung gemeint ist. Welche Deutung stimmt, bleibt offen. Rumpolt gart diese Krapfen nur in Brühe, von einem Ausbacken steht hier nichts.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="klaub" resp="#fyndling">Klauben heißt mit den Fingern auslesen und säubern; hier werden Fett und Häutchen von den Nieren abgelöst.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="Meyenbutter" resp="#fyndling">Maibutter: nach Grimms Wörterbuch eine im Mai bereitete, besonders schmackhafte Butter. Rumpolt schreibt in diesem Rezept einmal Meyenbutter, einmal Meybutter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="Molcken oder Saurmilch" resp="#fyndling">Die Molke oder saure Milch, die nach dem Buttern noch in der Butter steckt. Sie soll ablaufen, bevor die Butter in die Füllung kommt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="außtreiben" resp="#fyndling">Den Teig ausrollen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="Raͤdtlein" resp="#fyndling">Ein Teigrädchen zum Abschneiden der Krapfen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter Kessel, wie man ihn für Fisch benutzte. Verzinnt wurde Kupfergeschirr, damit die Speisen nicht mit dem Kupfer in Berührung kommen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="fuͤnff viertel stundt" resp="#fyndling">Fünf Viertelstunden, also 75 Minuten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0114-orig" n="einseudt" resp="#fyndling">Von einsieden: einkochen. Die Brühe soll beim langen Sieden nicht zu stark einkochen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="Schlickkrapffen" resp="#fyndling">Kleine Teigtaschen mit gehackter Füllung, in Brühe gegart. Rumpolt leitet den Namen selbst von schlingen (hinunterschlucken) ab; das wird als seine Erklärung wiedergegeben, nicht als gesicherte Wortgeschichte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="klaub es, daß das Haͤutlein davon hinweg kompt" resp="#fyndling">Die Nieren mit den Fingern auslesen und säubern, bis das Häutchen abgeht. Klauben heißt auslesen, mit den Fingern säubern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="Meyenbutter, die vnzerlassen ist ... laß das Molcken oder Saurmilch ... darvon kommen" resp="#fyndling">Die Maibutter kommt ungeschmolzen in einen kleinen Kessel, die Molke oder Sauermilch soll davon ablaufen, dann wird die Butter durch ein Haartuch geseiht. Ob sie dabei erwärmt wird, sagt der Text nicht; von Klären ist nicht die Rede.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="vnd nim Meybutter, so wirdt es mildt" resp="#fyndling">Zur Füllung kommt noch einmal Maibutter, damit sie mild wird. Ob das eine zweite Portion ist oder die eben geseihte Butter noch einmal meint, lässt der Satz offen; die Übersetzung schreibt deshalb nur Nimm Maibutter dazu.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="ein Eyerdotter oder vier" resp="#fyndling">Rumpolt lässt die Zahl offen: ein Eigelb oder vier, je nach Menge der Füllung. Eine Spanne im Sinne von ein bis vier steht nicht da.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="gestossen Jngwer/ oder gestossen Muscatennuß vntereinander" resp="#fyndling">Ingwer oder Muskatnuss, eins von beiden, gestoßen unter die Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="gruͤne wolschmeckende Kraͤuter" resp="#fyndling">Die Kräuter der Füllung nennt Rumpolt nicht; Petersilie erscheint erst am Schluss in der Brühe. Die Füllung wird deshalb nicht auf ein bestimmtes Kraut festgelegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="mach die Bruͤh gelb oder nicht" resp="#fyndling">Beides ist Rumpolt recht; womit gelb gefärbt wird, sagt er hier nicht. Die Zutatenliste nennt deshalb kein Färbemittel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0114-orig" n="Mehl vnd lauter Eyer ... mach jhn nicht gar zu dick" resp="#fyndling">Ein Teig nur aus Mehl und ganzen Eiern, ohne Mengen und ohne Salz. Nicht gar zu dick steht vor dem Ausrollen und meint wohl den Teig selbst, der geschmeidig genug bleiben soll, um papierdünn ausgerollt zu werden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0115-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Kalbsnierenbraten, also das Lendenstück mit der Niere, wird überbrüht, mit Pfeffer und Salz bestreut, in Roggenteig eingeschlagen und drei Stunden gebacken. Gegessen wird er kalt. Heute kommt ihm ein Braten im Brot- oder Salzteig am nächsten, kalt aufgeschnitten wie eine Pastete ohne Füllung.

Der Braten. Frage beim Metzger nach Kalbsnierenbraten oder Kalbsrücken mit Niere. Überbrühe das Stück in kochendem Wasser, damit sich Haut und Fettreste leicht säubern lassen, und putze es danach aus.

Würzen. Mische Pfeffer und Salz und bestreue den Braten rundum damit. Mengen nennt der Text nicht; würze wie für einen gewöhnlichen Braten.

Der Teig. Rückenteig ist Roggenteig. Knete einen festen Teig aus Roggenmehl und Wasser, rolle ihn aus und schlage den Braten vollständig darin ein. Hefe, Fett oder Gewürze im Teig nennt der Text nicht. Der Teig hält Saft und Fett im Fleisch; das ist eine Deutung, Rumpolt sagt es nicht.

Backen. Rumpolt gibt drei Stunden im Ofen an, aber keine Hitze. Im modernen Ofen gilt die Kerntemperatur statt der Uhr: Kalb ist bei etwa 70 °C Kern gar. Stich dazu das Thermometer durch den Teig.

Praxis. Lass den Braten nach dem Backen zügig abkühlen und bewahre ihn danach kühl auf. Ob der Teig mitgegessen oder abgeschlagen wird, lässt der Text offen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0115-orig" n="Nierenbraten" resp="#fyndling">Das Lendenstück des Kalbs samt Niere, nicht die Niere allein. Maaler übersetzt „kelberiner nierbraten“ mit lumbus vitulinus (DWB), Adelung nennt ihn das Stück am Rückgrat, wo die Nieren sitzen. Rumpolt selbst verortet die Hacksen „hinder dem Nierenbraten“ (rum-0117).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0115-orig" n="RuckenTeig" resp="#fyndling">Roggenteig. Gelesen nach Rückenbrot = Roggenbrot (Lexer „rucken-brôt“, MNWB „ruckenbrôt s. roggenbrôt“); für das Wort Rückenteig selbst gibt es keinen Wörterbuchbeleg. Rumpolt verwendet es gleichlautend in rum-0059, Ruckenbrot in rum-0039.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0115-orig" n="Vberquell ... in einem gesotten Wasser" resp="#fyndling">In siedendem Wasser überbrühen. Ein „gesotten Wasser“ ist bereits kochendes Wasser. Die Lesart „überbrühen“ folgt dem Zusammenhang und Rumpolts übrigem Gebrauch (rum-0106, rum-0107).</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0115-orig" n="einzuschlahen" resp="#fyndling">Einschlagen heißt hier: in den Teig einhüllen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0115-orig" n="RuckenTeig" resp="#fyndling">Roggenteig: Rückenbrot ist Roggenbrot (Lexer „rucken-brôt“, MNWB „ruckenbrôt s. roggenbrôt“), und Rumpolt löst Rückenteig und Rückenbrot im selben Buch so auf (rum-0039, rum-0059).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0115-orig" n="Nierenbraten" resp="#fyndling">Lendenstück des Kalbs mit Niere und Nierenfett (DWB mit Maaler: lumbus vitulinus; Adelung; Rumpolt rum-0117 „hinder dem Nierenbraten“).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0115-orig" n="drey stundt im Ofen (Hitze und Teigdicke)" resp="#fyndling">Brotofen mit abfallender Hitze, der über drei Stunden nachheizt; der Teig bildet eine dicke Kruste, die Zeit richtet sich nach der Größe des Bratens.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0115-orig" n="Teigmantel essen oder abschlagen" resp="#fyndling">Der Text sagt nicht, ob der Rückenteig mitgegessen wird; sicher ist nur seine Rolle als Hülle beim Backen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0115-orig" n="Zusammensetzung des Rückenteigs" resp="#fyndling">Nur Roggenmehl und Wasser, wie Rumpolts Rückenteig sonst auch; der Text nennt keine weiteren Zutaten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0116-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Dünne, mit dem Messerrücken geklopfte Scheiben Kalbfleisch, eine Viertelstunde in etwas Essig gebeizt, in geklärter Butter geröstet und dann mit dem Beizessig, grünen Kräutern, Pfeffer, Ingwer und Rinderbrühe eingekocht. Heute erinnert das an Kalbsschnitzel in säuerlicher Kräutersauce, nicht an das Kalbsfrikassee in heller Sauce.

Welches Fleisch? Rumpolts Hacksen ist nach seiner eigenen Erklärung das Fleisch hinter dem Nierenbraten am Hinterschenkel, also Keule. Heute bietet sich ein mageres Keulenstück wie Oberschale oder Nuss an, das sich gut dünn schneiden lässt. Die Scheiben sollen anderthalb Finger breit und einen Finger lang sein, so dünn wie möglich.

Klopfen und beizen. Das Klopfen mit dem Messerrücken lockert die Fasern, die Scheiben werden flach und garen in wenigen Minuten. Nur wenig Essig nehmen, gerade so viel, dass das Fleisch benetzt ist, und nach einer Viertelstunde herausnehmen. Den Essig aufheben, er kommt später wieder in die Pfanne.

Rösten. Wenig geklärte Butter heiß werden lassen und die Scheiben darin zügig anbraten, am besten portionsweise, damit sie bräunen und nicht kochen. Die Butter bleibt in der Pfanne; der Text sagt nichts vom Abgießen, verlangt aber, dass es nicht zu fett wird. Deshalb von Anfang an sparsam mit der Butter sein.

Einkochen. Den Beizessig zugießen, aber nur so viel, dass es nicht zu sauer wird. Gehackte grüne Kräuter, gestoßenen Pfeffer und Ingwer sowie ungesalzene Rinderbrühe dazugeben und bei mäßiger Hitze einkochen, bis nur noch wenig Brühe übrig ist, etwa 5-10 Minuten. Die Brühe ungesalzen nehmen, weil sich das Salz beim Einkochen konzentriert. Gebunden wird nicht, die Sauce entsteht allein durch das Einkochen.

Gelb oder grau. Rumpolt stellt frei, das Gericht gelb zu machen oder in seiner grauen Brühe zu lassen. Ein Färbemittel nennt er hier nicht; wer färben will, nimmt eine Messerspitze Safran, wie in der Preseindel-Nummer 38 desselben Kapitels.

Praxis. Wenig Fleisch auf einmal rösten, nicht zu lange einkochen, sonst werden die dünnen Scheiben trocken, und gleich servieren. Als Kräuter passen Petersilie und Schnittlauch; im Text stehen nur „wohlschmeckende Kräuter“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="Messerruͤck" resp="#fyndling">Messerrücken, die stumpfe Seite der Klinge; damit werden die dünnen Scheiben geklopft.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="beiß es darein" resp="#fyndling">Beize es darin ein: das Fleisch in den Essig einlegen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="Preseindel" resp="#fyndling">So nennt Rumpolt die geklopften, gebeizten und in Butter gerösteten Fleischscheiben und das Gericht daraus. Ein Wörterbuchbeleg ist nicht gefunden; die Bedeutung ergibt sich nur aus dem Verfahren.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Lauter heißt rein, klar; gemeint ist wohl geklärte Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="gefricusiert" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt das Wort selbst: das Fleisch in heißer Butter rösten. Mit dem heutigen Frikassee in heller Sauce ist es nicht gleichzusetzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="seudts ein/ daß die Bruͤh kurtz wirt" resp="#fyndling">Koche es ein, bis nur noch wenig Brühe übrig ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="machs nicht feißt" resp="#fyndling">Mache es nicht zu fett.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0116-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt das Wort selbst (Kalb Nr. 27): „man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist“. Gemeint ist also das Fleisch der Hinterkeule hinter dem Lendenstück, nicht die heutige Haxe (Unterschenkel). Zum Nachkochen Kalbskeule oder Kalbsschlegel kaufen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="Hacksen vom hindern Diech am Kalb" resp="#fyndling">Fleisch aus der Kalbskeule. Rumpolt erklärt im folgenden Rezept (Nr. 27) selbst: „man nennet aber die Hacksen / was hinder dem Nierenbraten ist“; Diech ist der Oberschenkel. Gemeint ist also das Fleisch hinter dem Nierenstück am Hinterschenkel, das dünn herabgeschnitten wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="hack es herab" resp="#fyndling">Das Fleisch vom Schenkel herunterhacken bzw. -schneiden, dann in Scheiben teilen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="Preseindel" resp="#fyndling">Druckform stehen gelassen. Rumpolt führt das Wort in Nr. 49 des Ochsenkapitels als Gerichtsnamen ein („man nennets Preseindel vom Ochsen“) und überschreibt Nr. 38 des Kalbskapitels „Preseindel zu machen“. Hier bezeichnet es die geklopften, gebeizten Fleischscheiben. Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="gefricusiert" resp="#fyndling">In heißem Fett rösten. Rumpolt definiert das Wort im Satz selbst („Also nennet man es gefricusiert“), und das Deutsche Wörterbuch (Neubearbeitung) belegt 1616 fricassiren als „braten, rösten“. So auch in der Kalbsleber-Nummer desselben Kapitels.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="lauter Butter" resp="#fyndling">Geklärte Butter; lauter = rein, klar. So auch in den anderen Rumpolt-Rezepten übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="seudts ein/ daß die Bruͤh kurtz wirt" resp="#fyndling">Einkochen, bis nur noch wenig Brühe übrig ist. Kurz bezieht sich hier auf die Menge der Brühe, nicht auf die Garzeit. Eine Dauer nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="machs gelb" resp="#fyndling">„Mache es gelb“ ohne Festlegung auf ein Färbemittel, weil der Text keins nennt; die Färbung ist ausdrücklich freigestellt, sonst bleibt die Brühe grau.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0116-orig" n="machs nicht feißt" resp="#fyndling">Nicht zu viel Fett verwenden; die Butter bleibt nach dem Rösten in der Pfanne.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0117-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Weiße Fleischknödel aus fein gehacktem Kalbfleisch, Rinderfett und eingeweichtem Weißbrot, in Rinderbrühe gegart. Das Prinzip kennst du von Fleisch- oder Brühklößchen: eine Brot-Fleisch-Masse, in Brühe gesotten.

Das Fleischstück. Rumpolts „Hacksen“ ist das Fleisch hinter dem Nierenbraten, also die Hinterkeule. Nimm ausgelöste Kalbskeule oder Kalbsschlegel, nicht die Haxe mit Knochen. Schneide das Fleisch klein und dünn und lege es in kaltes Wasser, bis das Blut ausgezogen ist; ein zweites Wasser macht es noch heller und lässt es sich leichter hacken.

Das Fett. Trockenes, festes Rinderfett, sauber von Häutchen und Sehnen befreit und getrennt fein gehackt, damit nichts Zähes im Knödel bleibt. Nierenfett vom Metzger passt gut, der Text legt das Teilstück aber nicht fest.

Masse und Würze. Weißbrot entrinden, in kaltem Wasser oder für hellere Knödel in Milch einweichen, gut ausdrücken und mit Fleisch und Fett durchhacken. Würze mit Ingwer oder gestoßenem Pfeffer, eins von beiden nach Geschmack. Salze sparsam, weil die Brühe schon gesalzen ist. Für die Bindung mit einem Ei anfangen und bis vier steigern, wenn die Masse größer ist oder nicht zusammenhält. Mit sauberen, nassen Händen runde Knödel formen.

Zweimal sieden. Klare Rinderbrühe mit etwas kaltem Wasser verdünnen, aufsetzen und sieden lassen, die Knödel einzeln einlegen. Halb gar heraus in kaltes Wasser, dann in einen sauberen Topf umsetzen. Die Brühe durch ein feines Tuch über die Knödel seihen, Petersilienwurzel in Scheiben und Muskatblüte dazu, bei schwacher Hitze fertig sieden. Abschrecken und Seihen halten die Knödel hell und die Brühe klar. Garzeiten nennt Rumpolt nicht; gar ist ein Knödel, wenn er durchgehend fest ist.

Das Fett weiterverwenden. Was beim Sieden an Fett aufsteigt, schöpfst du ab und schmälzt damit Kraut oder Rüben.

Gelbe Knödel. Dieselbe Masse und Kochweise, gewürzt mit Pfeffer und Safran, dazu grüne Kräuter nach Wahl; Rumpolt nennt keine Kräuterart.

Praxis. Die rohe Hackmasse bis zum Formen kühl halten. Statt Hackmesser geht der Fleischwolf mit feiner Scheibe. Die Knödel mit der geklärten Brühe als Suppe anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt das Wort selbst (Kalb Nr. 27): „man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist“. Gemeint ist also das Fleisch der Hinterkeule hinter dem Lendenstück, nicht die heutige Haxe (Unterschenkel). Zum Nachkochen Kalbskeule oder Kalbsschlegel kaufen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="Rindern feißt" resp="#fyndling">Rinderfett. Rumpolt will es „fein trucken“, also trocken und fest, sauber geklaubt, sodass die Häutchen abgehen, und dann mit dem Fleisch gehackt.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="Weck" resp="#fyndling">Weißbrot. Hier beschnitten, also entrindet, eingeweicht und ausgedrückt; laut Text werden die Knödel davon „mildt vñ weiß“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="Haͤrin Tuch" resp="#fyndling">Ein feines Seihtuch. Rumpolt schreibt „haͤrin Tuch“, ein Tuch aus Haar; Grimms Wörterbuch beschreibt das Haartuch als „gewebe aus haaren oder feinem wollenstoff … zum durchseihen von flüssigkeiten“. Welches Haar, sagt keine Quelle. Heute tut es ein feines Passier- oder Mulltuch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="Muscatenbluͤt" resp="#fyndling">Muskatblüte (Macis), die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss, feiner im Aroma als die Nuss. Sie kommt hier erst mit der Petersilienwurzel in die Brühe, nicht in die Knödelmasse.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="Pettersilgen Wurtzel" resp="#fyndling">Petersilienwurzel, hier in die geseihte Brühe geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0117-orig" n="schmeltzt" resp="#fyndling">Schmälzen: mit Fett anmachen. Das Fett, das beim Sieden aus den Knödeln tritt, wird abgeschöpft und für Kraut oder Rüben verwendet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0117-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Fleisch der Hinterkeule vom Kalb: Rumpolt definiert die Hacksen als das, „was hinder dem Nierenbraten ist“, und nennt sie im Nachbarrezept „vom hindern Diech“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0117-orig" n="Weck einweichen: Wasser oder süße Milch" resp="#fyndling">Wasser ist die Grundfassung; süße Milch nur, „wann du es wilt weiß machen“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0117-orig" n="Rindern feißt" resp="#fyndling">Trockenes, festes, häutchenfreies Rinderfett ohne Festlegung auf ein Teilstück.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0117-orig" n="ein Ey oder vier" resp="#fyndling">Rumpolt lässt die Eiermenge offen, abhängig von der Fleischmenge: eins bis vier.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0117-orig" n="Jngwer oder gestossen Pfeffer" resp="#fyndling">Eines von beiden, „wie es ein jeglicher gern isset“; weitere Gewürze nennt die Grundfassung nicht, Muskatblüte kommt erst in die Brühe.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0117-orig" n="gelbe Knödel: allerley Gewuͤrtz, als Pfeffer vñ Saffran, auch mit gruͤnen wolschmeckenden Kraͤutern" resp="#fyndling">Pfeffer und Safran als genannte Beispiele, grüne Kräuter ohne Artangabe und ohne Mengen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0118-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-saures Gehacktes: gekochtes Keulenfleisch vom Kalb, mit rohem Rinderfett fein durchgehackt und mit Rosinen, Zimt, Safran, Zucker, Rinderbrühe und etwas Weinessig gesotten, zum Schluss mit Eigelb versetzt. Rumpolt gibt diese eine Füllung und dazu drei Arten, sie aufzutragen: in der Schüssel, in kleinen ausgebackenen Küchlein und in einer ausgebackenen Teighülle mit Deckel. Heute erinnert die Füllung am ehesten an süß-würzige Hackfüllungen mit Rosinen, wie man sie von englischen Mince Pies kennt; das ist ein Vergleich, keine Herkunft.

Das Fleisch. Die Hacksen (Keulenstücke) sieden mit einem Stück Rindfleisch, bis sie weich sind. Das Rindfleisch dient hier nur der Brühe, es wird nicht mitgehackt. Das Keulenfleisch von den Knochen lösen und fein hacken. Das rohe Rinderfett von Häutchen befreien, fein hacken und mit dem Fleisch durchhacken; es macht das magere gekochte Fleisch saftig. Heute geht das Hacken auch mit Messer und Wiegemesser oder grob im Fleischwolf.

Süß und sauer. Im Kessel kommen Rosinen, Zimt, wenig Safran für die gelbliche Farbe und Zucker dazu, dann gute Rinderbrühe und ein wenig Weinessig. Der Essig nimmt der Süße die Schwere. Nimm kleine Rosinen, Rumpolt zieht sie wegen des feinen Hacks vor. Mit „schwartzem Zucker“ ist ein dunkler, weniger gereinigter Zucker gemeint; brauner Rohrzucker kommt dem nahe.

Eigelb und Mark. Ob die zehn bis zwölf Dotter roh unter das fertige Gehackte kommen oder noch einmal mit erhitzt werden, sagt der Text nicht. Praktisch: den Kessel vom Feuer nehmen und die Dotter unter das heiße Gehackte rühren, so binden sie leicht. Das Mark kommt als ganzes Stück hinein und soll beim Anrichten in der Mitte zu sehen sein; lege es früh genug ein, damit es in der Hitze gar wird.

Der Teig. Rumpolt nennt nur „ein Teig von einem lautern Wein“. Mehl oder Ei stehen nicht da. Ein Backteig ohne Mehl geht nicht, also: Weißwein mit Weizenmehl zu einem dünnflüssigen Teig rühren, etwa wie ein Ausbackteig. Ob Rumpolt Eier hineingab, bleibt offen.

Die Backeisen. Für die zweite und dritte Art wird eine Eisenform in heißer Butter vorgewärmt, mit Teig übergossen, kurz ans Feuer gehalten, bis der Teig anzieht, und dann in die heiße Butter getaucht, bis sich die Hülle löst und knusprig ausbackt. Heutige Rosetten- oder Timbaleneisen arbeiten nach demselben Prinzip und taugen als Ersatz. Das Kupfertöpfchen der dritten Art mit dem Eisenstiel ergibt eine hohe, enge Hülle, der kupferne Spitzdeckel einen passenden Teigdeckel.

Praxis. Kalbskeule (mit Knochen) und Markknochen beim Metzger vorbestellen. Für die erste Art reichen Kessel und Feuer. Für die Küchlein: je Küchlein etwas Gehacktes und ein bis zwei Dotter, mit Zimtzucker bestreut, warm auftragen. Plane etwa drei Stunden, vor allem für das Garsieden der Keulenstücke.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt das Wort selbst (Kalb Nr. 27): „man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist“. Gemeint ist also das Fleisch der Hinterkeule hinter dem Lendenstück, nicht die heutige Haxe (Unterschenkel). Zum Nachkochen Kalbskeule oder Kalbsschlegel kaufen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="an die statt sieden" resp="#fyndling">Gar sieden, bis das Fleisch weich ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="klaubs" resp="#fyndling">Von „klauben“: auslesen, säubern. Das Fett wird von Häutchen befreit, bevor es gehackt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="vberzinten Fischkessel" resp="#fyndling">Ein innen verzinnter Kessel, meist aus Kupfer. Rumpolt nennt ihn hier nur als Kochgefäß; mit Fisch hat das Gericht nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="Weinbeerlein / Rosein" resp="#fyndling">Kleine und große Rosinen. Rumpolt empfiehlt die kleinen, weil das Fleisch klein gehackt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="resch" resp="#fyndling">Knusprig, rösch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="Messingen Model" resp="#fyndling">Model bedeutet Form. Rumpolt vergleicht das Ablösen des Teigs vom Löffel mit einem Gebäck, das in einer Messingform gemacht wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="Hafenkesselein" resp="#fyndling">Hafen heißt Topf; ein kleines Töpfchen, hier aus Kupfer, außen verzinnt, mit einem Eisenstiel in der Mitte. Es dient als Form, an der die Teighülle ausgebacken wird.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="aufflauffen" resp="#fyndling">Aufgehen, sich aufwölben: Der Teig bildet beim Ausbacken eine hohle, hohe Hülle.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="lustig" resp="#fyndling">Hier: hübsch, ansehnlich.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0118-orig" n="Driet" resp="#fyndling">Zimtzucker. Rumpolt erklärt das Wort in seinem Buch selbst als Zucker und Zimt durcheinander.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Keulenfleisch vom Kalb mit Knochen: Rumpolt nennt „Hacksen“, „was hinder dem Nierenbraten ist“ (Kalb Nr. 27), und lässt hier „die Bein herauß“ schneiden - die Keule wird also mit dem Knochen gesotten und danach ausgelöst.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="kleine Weinbeerlein" resp="#fyndling">Kleine Rosinen, im Gegensatz zu den „grossen Rosein“ im selben Satz.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="schwartzem Zucker" resp="#fyndling">Dunkler, weniger gereinigter Zucker neben dem weißen; im Buch nur an dieser Stelle.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="Teig von einem lautern Wein" resp="#fyndling">Ein Teig, der mit klarem Wein angemacht wird; Rumpolt nennt keine weiteren Zutaten. Historisch denkbar ist Wein mit Mehl, eventuell mit Eiern.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="Dotter unter das Gehackte" resp="#fyndling">Die Dotter kommen nach dem Sieden unter das Gehackte; ob es danach noch einmal erhitzt wird, regelt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="Marck … leg es gantz hinein" resp="#fyndling">Das Mark kommt als ganzes Stück in das Gehackte und gart dort in der Hitze mit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="gegẽ dem Feuwer" resp="#fyndling">Den Löffel gegen das Feuer, also vor oder an die Glut halten, damit der Teig antrocknet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="Messingen Model" resp="#fyndling">Eine Backform aus Messing, auf die Rumpolt als bekanntes Verfahren verweist; welches Gebäck gemeint ist, sagt er hier nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0118-orig" n="lustig" resp="#fyndling">Hübsch, ansehnlich: Rumpolt beschreibt die Wirkung der Anrichtung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0119-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Zerfahrens: roh gehacktes Kalbfleisch mit Rinderfett und Ei, mit Safran gelb gefärbt und in Brühe unter ständigem Rühren aufgekocht, bis das Ei zu lockeren Flocken stockt. Das Ergebnis ist eine weiche, flockige Fleisch-Ei-Masse in dünner Brühe, kein glattes Püree und kein festes Hackfleisch.

Welches Fleisch? Rumpolt erklärt die Hacksen im selben Kapitel als das, was hinter dem Nierenbraten liegt, also Fleisch aus dem Hinterschenkel. Dass das Fleisch vom Knochen gelöst wird, sagt der Text nicht, setzt es aber mit „dünn und klein schneiden“ und dem anschließenden Hacken voraus. Heute nimmst du ausgelöstes Fleisch aus der Kalbskeule .

Wässern und Fett unterhacken. Das Fleisch wird gewässert und ausgedrückt, damit es sich feiner hacken lässt, so begründet es Rumpolt selbst. Das Rinderfett wird mitgehackt, bis es im Fleisch nicht mehr zu sehen ist. Zwischendurch den Hackstock abschaben, damit kein Holz in die Masse gerät.

Wie flüssig? Mengen nennt der Text nicht. Die Eier machen die Masse „dünn“, die Brühe macht sie „noch dünner“. Für heute: so viel Brühe, dass eine dünnflüssige Suppe mit Fleisch-Ei-Flocken entsteht; wer es als weiche Speise will, nimmt weniger.

Rühren bis zum Aufkochen. Bis zum ersten Aufkochen ständig mit dem Holzlöffel rühren, sonst setzt die Masse am Boden an; danach brennt sie nach Rumpolt nicht mehr an und darf schwach weitersieden. Eine Garzeit nennt er hier nicht; bei einem verwandten Zerfahrens aus Nierenfett lässt er es eine halbe Stunde sieden.

Praxis. Hacken mit Wiegemesser oder schwerem Messer auf einem Brett; ein Fleischwolf mit grober Scheibe spart Zeit, ist aber nicht Rumpolts Weg. Statt des verzinnten Fischkessels tut es ein kleiner Topf mit dickem Boden, bei kleiner Hitze.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt das Wort selbst (Kalb Nr. 27): „man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist“. Gemeint ist also das Fleisch der Hinterkeule hinter dem Lendenstück, nicht die heutige Haxe (Unterschenkel). Zum Nachkochen Kalbskeule oder Kalbsschlegel kaufen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="Scharten darein hackest von dem Stock" resp="#fyndling">Scharten sind Kerben oder Einschnitte. Gemeint ist: nicht so hacken, dass Kerben aus dem Hackstock herausgehackt werden und das Holz in die Masse gerät.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="schab jn desto offter ab" resp="#fyndling">jn (ihn) bezieht sich auf den Stock: den Hackstock öfter abschaben und das Gehackte wieder zusammennehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="verleurt sich das Feißt vnter dem Fleisch" resp="#fyndling">Das Fett „verliert sich“ unter dem Fleisch, es ist also so fein mitgehackt, dass es darin nicht mehr zu sehen ist.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="vberzintes Fischkesselein" resp="#fyndling">Ein kleiner, innen verzinnter Fischkessel. Rumpolt setzt den Fischkessel auch sonst für Brühen und Fleischgerichte ein, nicht nur für Fisch.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="fein gemach sieden" resp="#fyndling">Sachte, schwach sieden lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="Zerfahrens" resp="#fyndling">Bei Rumpolt ein Gerichtsname: fein gehacktes Fleisch mit Fett, oft mit Ei, in Brühe unter Rühren aufgekocht, gelb oder weiß. Er kommt im Buch mehrfach vor, von Hennen- und Kapaunenbrust, Haselhuhn, Geiß und Kalb, häufig als Speise für Kranke. Das Wort gehört zu zerfahren, auseinanderfahren, sich zerteilen; als Gerichtsname ist es aus dem Buch selbst erschlossen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0119-orig" n="geriebenen Brot" resp="#fyndling">Verweis auf die Fassung des Zerfahrens mit geriebenem Brot oder Weck statt Fleisch, die Rumpolt an anderer Stelle beschreibt. Hier Vergleich, keine Zutat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="Zerfahrens" resp="#fyndling">Gerichtsname: gehacktes Fleisch mit Fett und Ei, in Brühe unter Rühren zu Flocken gestockt. Rumpolt verwendet das Wort mehrfach als Überschrift eigener Gerichte (Hennenbrust, Kapaunenbrust, Haselhuhn, Geiß, Kalbfleisch Nr. 50), meist mit denselben Schritten. Das Verb zerfahren (auseinanderfahren, sich zerteilen) ist bei Adelung, Campe und im DWB belegt, der Gerichtsname selbst nur aus dem Buch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Fleisch aus dem Hinterschenkel des Kalbs, nach Rumpolts eigener Erklärung in Nr. 27: „was hinder dem Nierenbraten ist“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="Hacksen: mit oder ohne Knochen" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Auslösen, setzt es mit „dünn vnd klein schneiden“, Wässern, Ausdrücken und Hacken aber voraus: gehackt wird nur das Fleisch, Knochen gehören nicht in die Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="Konsistenz: Suppe oder Speise" resp="#fyndling">Weiche, gestockte Fleisch-Ei-Masse in etwas Brühe. Der Text nennt nur „noch duͤnner darmit ab“ und den Vergleich mit dem Zerfahrens; bei verwandten Zerfahrens spricht Rumpolt von einer „linde Speiß“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="Scharten darein hackest von dem Stock" resp="#fyndling">Kerben: keine Einschnitte aus dem Hackstock herausschlagen, deren Holz in die Masse gerät. Scharte heißt Kerbe, Einschnitt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="schab jn desto offter ab" resp="#fyndling">jn ist maskulin und meint den Stock: den Hackstock öfter abschaben. Das Fett (das Feißt) ist neutral und kommt als Bezug nicht in Frage.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0119-orig" n="verleurt sich das Feißt vnter dem Fleisch" resp="#fyndling">Das Fett verliert sich unter dem Fleisch, wird also unsichtbar untergehackt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#rum-0120-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kalbs-Hacksen (Keulenstücke) werden am Spieß gebraten, dann sehr fein gehackt und mit Rinderbrühe und einer braunen Bratenbrühe zu einem Gehackten gesotten, gewürzt mit wenig Zwiebel, Pfeffer und Rinderfett. Es gehört zu einer ganzen Reihe von Gehacktem aus Kalbs-Hacksen (Keule) in diesem Kapitel; dieses hier unterscheidet sich durch den Spießbraten, die untergehackte Zwiebel und die braune Brühe.

Die Meerzwiebel. Rumpolt schreibt „Meerzwiebeln“ und meint wohl wirklich die Arzneipflanze Drimia maritima, nur wenig und fein untergehackt, damit man sie kaum sieht. ⚠️ Nicht nachmachen: Die Meerzwiebel ist wegen herzwirksamer Glykoside giftig. Als Ersatz wenig Küchenzwiebel oder Schalotte sehr fein hacken.

Spieß und Hacken. Die Hacksen (Keulenstücke) leicht salzen und am Spieß gar braten; bei einer ganzen Kalbskeule rechne mit zwei bis zweieinhalb Stunden bei mäßiger Glut. Danach das Fleisch von Knochen und groben Sehnen lösen und mit dem Hackmesser sehr fein hacken, die Zwiebel gleich mit.

Brühe und Salz. Rinderbrühe und braune Bratenbrühe kommen zusammen über das Gehackte. Rumpolts Salzwarnung ist ernst gemeint: Die Hacksen sind schon besalzen, die Bratenbrühe ebenfalls. Den Braten für die Brühe also nicht salzen und das Gericht erst ganz am Ende abschmecken.

Sieden. Wie lange, sagt der Text nicht. Schwach sieden lassen, bis die Masse dicklich wird, etwa 15-30 Minuten; ein eigenes Bindemittel nennt Rumpolt nicht. Zum Schluss wenig gestoßenen Pfeffer und ein Stück Rinderfett einrühren.

Sauer oder braun. Rumpolt lässt beides zu: in der braunen Brühe belassen oder säuerlich abschmecken. Womit, sagt er nicht; ein Schuss Essig, Verjus oder Zitronensaft passt, vorsichtig dosiert.

Praxis. Kalbskeule bekommst du beim Metzger, am besten gleich in Stücke geschnitten. Frisches Kalbfleisch bis zum Braten kühl halten. Statt eines eigenen Bratens tut es ein dunkler Kalbs- oder Rinderfond, dann ebenfalls ungesalzen verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0120-orig" n="Hacksen" resp="#fyndling">Rumpolt erklärt das Wort selbst (Kalb Nr. 27): „man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist“. Gemeint ist also das Fleisch der Hinterkeule hinter dem Lendenstück, nicht die heutige Haxe (Unterschenkel). Zum Nachkochen Kalbskeule oder Kalbsschlegel kaufen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hacksen"/></note>
        <note type="gloss" target="#rum-0120-orig" n="Meerzwibeln" resp="#fyndling">Die Meerzwiebel (Drimia maritima, syn. Scilla maritima), eine giftige Arznei- und Würzpflanze mit herzwirksamen Glykosiden; nicht verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0120-orig" n="Rindtfeißt" resp="#fyndling">Rinderfett. Laut Text macht es das Gericht „mildt vnd nicht herb“.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0120-orig" n="braune Bruͤh von einem Braten" resp="#fyndling">Eine dunkle Brühe, die beim Braten entsteht und über das Gebratene gegossen wird; laut Rumpolt ist sie schon gesalzen.</note>
        <note type="gloss" target="#rum-0120-orig" n="an die statt braten" resp="#fyndling">Dem Zusammenhang nach: gar braten. Die Wendung steht bei Rumpolt oft, meist mit „sieden“.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0120-orig" n="Meerzwibeln" resp="#fyndling">Die Meerzwiebel im botanischen Sinn (Drimia maritima, älter Scilla/Urginea maritima). Alle Wörterbücher (FWB, DWB, Maaler, Pfälzisches Wb.) kennen das Wort nur so; „meer“ heißt bei Rumpolt immer „Meer“, das Mengenwort schreibt er „mehr“ (68-mal). Die kleine, fein untergehackte Menge („daß mans nit sehr sihet“) und das anschließende Kochen passen zu einer scharfen Würz- und Arzneipflanze. Kräuterbücher der Zeit sollen sie roh für schädlich, gekocht für verträglich halten (Lonitzer, laut Recherche; nicht selbst geprüft).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0120-orig" n="zeuch es ab" resp="#fyndling">Vom Spieß ziehen: „stecks an“ und „zeuch es ab“ bilden ein Paar, der Satz spricht vom gebratenen Stück am Spieß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0120-orig" n="braune Bruͤh von einem Braten" resp="#fyndling">Die Brühe eines eigenen Bratens: „von einem Braten“ und die Mahnung, „den Braten“ nicht zu salzen, wenn man die braune Brühe machen will, sprechen für einen gesonderten Braten, dessen Brühe mit der Rinderbrühe ins Gehackte kommt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0120-orig" n="laß darmit sieden" resp="#fyndling">Das Gehackte in der Brühe sieden lassen; Dauer, Hitze und gewünschte Dicke nennt der Text nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#rum-0120-orig" n="kanst es saur machen" resp="#fyndling">Das Gehackte säuerlich abschmecken; ein Säuerungsmittel nennt der Text nicht.</note>
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