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      <titleStmt>
        <title>Das Kochbuch der Sabina Welserin (Das kochbúch der sabina welserin)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability status="restricted">
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/sabina_welserin/</idno>
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        <bibl>
          <title>Das kochbúch der sabina welserin</title>
          <date when="1553">1553</date>
          <idno type="URI">https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachverwendung/gloning/tx/sawe.htm</idno>
          <note>Transkription: Thomas Gloning, Universität Giessen (Internet-Ausgabe nach Hugo Stopp, Das Kochbuch der Sabina Welserin, Heidelberg 1980)</note>
        </bibl>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (ostschwäbisch/augsburgisch, Mitte 16. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
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    <body>
      <div type="recipe" xml:id="saw-001">
        <head>Gedämpfter Kapaun im Weinsud</head>
        <div type="original" xml:id="saw-001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-001-trans">
          <p>Dempfft kaponer zú machen
Nim ain gúten kaponer oder mer, besteck den woll mit negella,
múscatblie vnnd nússen, rerlach, jmber vnnd nit vill
saltz, nim darnach ain zinnie kanten, darein man den caponen
thon mag/ verdecks woll, das kain damf darúongen
múg/ folgents geús ain masß rainfel oder malúasier an den
caponer/ setz die kanten mit dem caponen jn ain kessel mit
siedigem wasser, lasß 3 oder 4 stúnd darin sieden, vnnd vermachs
woll, das kain wasser darein kindt, verstreich das lid
mit ainem taig vnnd bind ain klains leinis diechlin darúmb,
so hast ain gút essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-001-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-001-orig">
          <p>Nimm einen guten Kapaun oder auch mehrere und besteck ihn gut mit Nelken, Muskatblüte, Muskatnüssen, Zimt und Ingwer, dazu nicht viel Salz.</p>
          <p>Nimm danach eine zinnerne Kanne, in die der Kapaun hineinpasst, und verschließ sie gut, damit kein Dampf entweichen kann. Gieß dann ein Maß Rainfal oder Malvasier an den Kapaun.</p>
          <p>Setz die Kanne mit dem Kapaun in einen Kessel mit siedendem Wasser und lass ihn drei oder vier Stunden darin sieden. Verschließ sie sorgfältig, damit kein Wasser hineinkommt: bestreich den Deckel mit einem Teig und bind ein kleines Leinentüchlein darum. So hast du ein gutes Essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ain gúten kaponer oder mer">Kapaun</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="negella">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="múscatblie">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="nússen">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="nit vill saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain masß rainfel oder malúasier">Rainfal</ingredient> - 1 l</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="siedigem wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser für das Wasserbad</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ainem taig">Teig zum Abdichten</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain klains leinis diechlin">Leinentuch</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-001a">
        <head>Gedämpfter Kapaun in verschlossener Kanne</head>
        <div type="original" xml:id="saw-001a-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-001a-trans">
          <p>Dempf kaponer zú machen
Nim ain gúten caponer oder mer, besteck den woll mit negellen,
múscatblie vnnd nússen, rerlen, jmber, nit vill saltz,
nim darnach ein zinnine kanten, darein man den caponer
thon mag, verdecks woll, das kain damf darfongen múg/
folgents geúsß ain masß rainfal oder malúasier an den caponer,
setz die canten mit dem caponnen jn ain kessel mit siedigem
wasser, lasß dreý oder 4 stúnd darin sieden, vnnd vermachs
woll, das kain wasser darein kindt, verstreich das lid
mit einem taig vnnd bind ain klains leinis diechlin darúmb,
so hast dú ain gút essen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-001a-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-001a-orig">
          <p>Nimm einen guten Kapaun, oder auch mehrere, und bestecke ihn gut mit Gewürznelken, Muskatblüte und Muskatnüssen, Zimt und Ingwer. Salze nur wenig.</p>
          <p>Nimm danach eine zinnerne Kanne, in die der Kapaun hineinpasst, und lege ihn hinein. Verdecke sie gut, damit kein Dampf entweichen kann. Gieße darauf ein Maß Rainfal oder Malvasier über den Kapaun.</p>
          <p>Setze die Kanne mit dem Kapaun in einen Kessel mit siedendem Wasser und lass ihn darin drei oder vier Stunden sieden. Verschließe die Kanne gut, damit kein Wasser hineinkommen kann: bestreiche den Deckel mit einem Teig und binde ein kleines leinenes Tüchlein darum.</p>
          <p>So hast du eine gute Speise.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="caponer">Kapaun</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="negellen">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="múscatblie">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="nússen">Muskatnüsse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rerlen">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="nit vill saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain masß rainfal oder malúasier">Rainfal oder Malvasier</ingredient> - 1 l</item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="siedigem wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser für das Wasserbad</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="taig">Teig zum Abdichten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-002">
        <head>Kapaun im Glas (Schaugericht)</head>
        <div type="original" xml:id="saw-002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-002-trans">
          <p>Kaponer jn ainem glasß zú machen oder hiener
Nim ain capan oder hennen, die nit sonder grosß sey, oder
ain hún, briet die woll, machs sý schen saúber/ vnnd wan sý
gebriet jst/ so schneit jr die haút an dem kragen gegen dem
rúcken aines fingers lang aúff, lasß die haútt sonst gar gantz
/ zeúch den kragen aús der haútt gantz herab, das die fligel
auch geschinten werden vnnd also gantz an der haút hangen
bleibenn bis aúff die foderen klaine bainlach, zeuch jm darnach
die haút bis an die knie, vnnd das fiesß vnnd kopff jn
der haút bleibenn hangen/ vnnd wan die grosser bainer/
vnnd das flesch von dem kaponer oder hennen genomen
hast vnnd die haut ler gemacht, so nim ain weisen seidin faden
vnnd ne den kaponner wider zú/ darnach thú ain fúsß
nach dem andern jn das glasß, vnnd ob der kaponner horen
an den fiesßen hett, so schneits jm ab/ darnach thú die haút
gantz hinab bis an den kopff, der nit hinein kan, magst jn
abschneiden, folgens nim das flaisch vom kaponen@, hack
das klain/ wan es klaingehackt jst, so thú or vnnd gútz gewirtz
daran/ ain wenig saffera, als wan man ain hienlin zú
bratten filt/ vnnd fils jn den kaponer zú ainem trachter ein
jn den schnabel, so thút sý die haút wider aúff, als ob der kaponer
gantz seý, darnach setz das glasß jn ain kessel mit
wasser, lasß darin sieden, so wirst die warhait sechen, man
muß aber erst den kaponer oder hennen abnemen, wan
mans prauchen will, damit mans nit erreisß am fúderen/
man músß sechen, das man schon thie, das man die haút nit
erreisß vnnd die haut gantz beleib.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-002-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-002-orig">
          <p>Nimm einen Kapaun oder eine Henne, die nicht zu groß ist, oder ein Huhn. Brühe es gut ab und mache es gründlich sauber.</p>
          <p>Ist der Vogel gebrüht, schneide die Haut am Kragen gegen den Rücken zu einen Finger lang auf und lass die Haut sonst ganz heil. Zieh den Kragen ganz aus der Haut heraus, sodass auch die Flügel mit umgestülpt werden und ganz an der Haut hängen bleiben, bis hinunter zu den vorderen kleinen Knöchlein. Zieh anschließend die Haut bis zu den Knien herunter, Füße und Kopf bleiben dabei in der Haut hängen.</p>
          <p>Hast du die großen Knochen und das Fleisch aus dem Kapaun oder der Henne genommen und die Haut leer gemacht, nimm einen weißen seidenen Faden und näh den Kapaun wieder zu. Setze danach einen Fuß nach dem anderen in das Glas. Hatte der Kapaun Hornsporen an den Füßen, schneide sie ab. Schiebe die Haut ganz hinunter bis zum Kopf. Der Kopf passt nicht mehr hinein, den darfst du abschneiden.</p>
          <p>Nimm nun das Fleisch vom Kapaun und hacke es klein. Ist es fein gehackt, gib Eier und eine gute Gewürzmischung dazu, dazu ein wenig Safran, so wie man es macht, wenn man ein Hühnchen zum Braten füllt. Fülle diese Masse mit einem Trichter durch den Schnabel in die Haut ein. So wölbt sich die Haut wieder auf, als wäre der Kapaun ganz.</p>
          <p>Setz das Glas danach in einen Kessel mit Wasser und lass es darin sieden. So wirst du die Wahrheit sehen. Nimm den Kapaun oder die Henne aber erst heraus, bevor du ihn verwenden willst, damit er beim Herausholen vorne nicht reißt. Achte darauf, sorgfältig vorzugehen, damit die Haut nicht reißt und ganz bleibt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain capan oder hennen, die nit sonder grosß sey, oder ain hún">Kapaun oder Huhn</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="or">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gútz gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ain wenig saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain weisen seidin faden">Weißer seidener Faden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain kessel mit wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-002a">
        <head>Kapaun im Glas</head>
        <div type="original" xml:id="saw-002a-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-002a-trans">
          <p>Ain caponer jn ainem glas zú machen
Nim ain capon oder ain hennen, die nit sonder grosß seý,
brie die woll, mach sý schen saúber, vnnd wenn sý gebriet jst/
so schneid jr die haút an dem kragen gegen dem rúcken
ains fingers lang aúff, lasß die haút sonst gar gantz, zeúch
den kragen aús der haút gantz herab, das die fligel aúch
geschinten werden vnnd also gantz an der haút hangenbleiben
bis aúff die forderen klaine bainlen, zeúch jm darnach
die haút bis an die knie, vnnd das die fiesß vnnd kopff bleiben
hangen, vnnd wan dú die große bainer/ vnnd das
flaisch von dem caponen oder hennen genomen hast/ vnd
die haút ler gemacht jst, so nim ain weissen seidin faden vnnd
ne den kaponer an dem hals widerúmb zú, darnach thú ain
fúsß nach dem andern jns jn das glas, vnnd ob der caponer
horen an den fiessen het, so schneids jm ab, darnach thú die
haút gantz hinein bis an den kopff/ der nit hinein kan, folgents
nimm das flaisch vom caponen, hack das klain mit airen
vnnd thú gút gewirtz daran/ aúch ain wenig saffera,
vnnd fill den caponer mit ainem trachter zú dem schnabel
hinein/ so thút sý die haút wider aúf, als ob der caponer
gantz seý, darnach setz das glas jn ain kessel mit wasser, lasß
darin sieden, versaltz nit, so wirst du die warhait sechen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-002a-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-002a-orig">
          <p>Nimm einen Kapaun oder eine Henne, die nicht besonders groß ist, brüh sie gut ab und mach sie schön sauber. Wenn sie gebrüht ist, schneid ihr die Haut am Hals zum Rücken hin einen Finger lang auf und lass die Haut sonst ganz. Zieh den Hals ganz aus der Haut heraus, sodass auch die Flügel enthäutet werden und ganz an der Haut hängen bleiben, bis auf die vorderen kleinen Knöchelchen.</p>
          <p>Zieh ihr danach die Haut bis an die Knie ab, sodass Füße und Kopf daran hängen bleiben. Wenn du die großen Knochen und das Fleisch herausgelöst und die Haut leer gemacht hast, nimm einen weißen Seidenfaden und näh sie am Hals wieder zu.</p>
          <p>Steck nun einen Fuß nach dem anderen in das Glas. Hat der Kapaun Hornschuppen an den Füßen, schneid sie ihm ab. Danach schieb die Haut ganz hinein, bis an den Kopf, der nicht hineingeht.</p>
          <p>Nimm anschließend das Fleisch vom Kapaun, hack es klein mit Eiern und gib gutes Gewürz daran, dazu ein wenig Safran. Füll den Kapaun mit einem Trichter zum Schnabel hinein, dann dehnt sich die Haut wieder, als wäre er ganz. Setz danach das Glas in einen Kessel mit Wasser und lass es darin sieden. Versalz es nicht, so wirst du die Wahrheit sehen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain capon oder ain hennen, die nit sonder grosß seý">Kapaun</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain weissen seidin faden">weißer Seidenfaden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="airen" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gút gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ain wenig saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="versaltz nit" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-003">
        <head>Buntes Hühnchen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-003-trans">
          <p>Ain essen von besonderen farben
Jtem ain essen, das ain ýedes ain besondere farb hat, machs
also, brat hiener an ainem spisß vnnd steck die nit nachet
zúsamen/ vnnd wan sý bratten seind, mach sechs farben, die
weisß mach allso/ nim das weisß von airen, thú ain wenig mell
darein, mach ain tinnen taig/ jtem braún mach also, nim
weixlenlackwerin vnnd mach mit airen vnnd mell an ain
braúnen taig/ das gelb mach also, nim den totteren von oren,
ain wenig schen mel, safferan/ vnnd .3. oder 4 air, daraús
mach ain taig, gren mach allso, nim petersillin, streich das
dúrch ain túch mit airen, thú ain wenig mell darzú/ mach ain
taig, schwartz, nim mell vnnd air, mach ain taig daraús, thú
gestossen negellen darein, die jber nacht jn aúfgeschlagen
airen gewaicht haben/ darein thú gnúg, so wirt es gút
schwartz, so dú die fúnff farb also gemacht hast, so begeúsß
ain ýedlichs hún mit seiner farb vnnd hab acht, das dú jm nit
haisß thieest/ vnnd so es also daran trúcken wirt, so zeúch die
hiener herab/ vnnd legs neben ain ander prattes aúf ein
schissel.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-003-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-003-orig">
          <p>Brate Hühner an einem Spieß, ohne sie zu eng nebeneinander zu spießen. Wenn sie gebraten sind, mach sechs Farben [der Text nennt hier sechs, beschreibt am Ende aber nur fünf]:</p>
          <p>Für Weiß nimm Eiweiß und etwas Mehl, mach daraus einen dünnen Teig. Für Braun nimm Weichsel-Latwerge und misch sie mit Eiern und Mehl zu einem braunen Teig. Für Gelb nimm Eigelb, etwas feines Mehl, Safran und drei oder vier Eier, mach daraus einen Teig. Für Grün nimm Petersilie, streich sie mit Eiern durch ein Tuch und gib etwas Mehl dazu, mach daraus einen Teig. Für Schwarz nimm Mehl und Eier, mach daraus einen Teig und gib gestoßene Gewürznelken dazu, die über Nacht in aufgeschlagenen Eiern eingeweicht wurden - gib genug davon hinein, dann wird es schön schwarz.</p>
          <p>Wenn du die fünf Farben so gemacht hast, bestreiche jedes Huhn mit seiner Farbe und pass auf, dass du sie nicht heiß aufträgst. Sobald der Farbauftrag darauf getrocknet ist, nimm die Hühner vom Spieß und leg sie nebeneinander gebraten auf eine Schüssel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="hiener">Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="airen" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mell" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weixlenlackwerin">Weichsel-Latwerge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="safferan" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig=".3. oder 4 air">Eier</ingredient> - 3</item>
            <item>
              <ingredient orig="petersillin">Petersilie</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen negellen">Gewürznelken, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-003a">
        <head>Buntes Hühnergericht (Fragment)</head>
        <div type="original" xml:id="saw-003a-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-003a-trans">
          <p>Ain essen von besondern farben
Jttem ain essen, das ain ýedes ain besondere farb hat, prat
hiener an ainem</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-003a-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-003a-orig">
          <p>Ein Gericht, bei dem jede Portion eine eigene Farbe trägt: Hühner an einem [...] braten (der Text bricht an dieser Stelle ab - das Substantiv nach „einem“ fehlt, ebenso die weiteren Anweisungen zur Färbung).</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="hiener">Hühner</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-004">
        <head>Wildbret in schwarzer Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-004-trans">
          <p>Wilbrett jm pfeffer einzúmachenn
Ain frisch wilbret seúd jn zwaý tail wasser vnnd jn wein/
vnnd wan es gesotten jst, so schneids zú stúcken vnnd legs jn
ain pfeffer, lasß nún ain weil darin sieden, machs als so, nim
rúckin brott, schneit die herten rinden darúon vnnd schneit
das brot zú stúcken aines fingers tick/ vnnd so brait, als der
laib an jm selber jst, bren das ob dem feúr, das es anfacht
ann baiden orten schwartz wirt, thú das von stúnd an jn ain
kalt wasser, lasß nit lang darin ligen, thú es darnach jn ain
kessel/ gúsß die brie daran, darin das willbret gesotten jst,
seichs dúrch ain túch, hack zwiffel vnnd speck gar klain, lasß
vnnderainander schwaisen, thú nit zú wenig jnn den pfeffer,
gewirtz jn woll, lasß jn einsieden, thú ain essich daran, so hast
ain gúten pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-004-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-004-orig">
          <p>Ein frisches Wildbret in zwei Teilen Wasser und in Wein sieden. Sobald es gar ist, in Stücke schneiden und in einen Pfeffer legen. Eine Weile darin weitersieden lassen.</p>
          <p>So wird es gemacht: Nimm Roggenbrot, schneide die harte Rinde ab und schneide das Brot in fingerdicke Scheiben, so breit wie der Laib selbst ist. Röste das Brot über dem Feuer, bis es an beiden Seiten schwarz wird. Lege es sogleich in kaltes Wasser, lass es aber nicht lange darin liegen.</p>
          <p>Gib das Brot danach in einen Kessel und gieße die Brühe darüber, in der das Wildbret gesotten wurde. Durch ein Tuch seihen. Zwiebeln und Speck ganz klein hacken und miteinander anschwitzen lassen.</p>
          <p>Gib nicht zu wenig davon in den Pfeffer, würze kräftig und lass alles einsieden. Zum Schluss einen Essig dazugeben, so hast du einen guten Pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Ain frisch wilbret">Wildbret, frisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zwaý tail wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="jn wein">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rúckin brott">Roggenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="zwiffel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz, unspezifiziert</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-005">
        <head>Wildschweinkopf mit schwarzer Weinbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="saw-005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-005-trans">
          <p>Wie man ain wilden schweinskopff sieden soll, aúch
wie man ain brie dariber machen soll@
Ain wilden schweinskopff soll man jnn ainem wasser woll
sieden vnnd, wan er gesotten jst, aúff ainen rost legen vnnd
jn mit wein treffen, so went man, er sey jm wein gesotten,
darnach soll man ain schwartz oder ain gelbs brielin dariber
machen, erstlich wan man das schwartz brielin will machen,
soll man ain wenig schmaltz lassenn haisß werden vnnd ain
leffellin voll schens mell jm schmaltz brennen vnnd darnach
ain gúten wein daranthon vnnd ain gúten kersseltz, das es
schwartz werd, vnnd zúcker, jmber, pfeffer, negellen vnnd
rerlach, weinber, ziwiben, die kerenlen heraústhon, vnnd
mandel klain geschniten/ vnnd versuchs, wie es dich gút
dúnckt, also machs.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-005-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-005-orig">
          <p>Einen Wildschweinkopf sollte man in Wasser gut sieden. Wenn er gegart ist, lege ihn auf einen Rost und bestreiche ihn mit Wein, so dass man meint, er sei im Wein gesotten worden. Danach macht man eine schwarze oder eine gelbe Brühe darüber.</p>
          <p>Willst du zunächst die schwarze Brühe machen, so lass ein wenig Schmalz heiß werden und bräune darin einen Löffel voll feines Mehl. Gib danach einen guten Wein dazu und einen guten Kirschsatz, damit die Brühe schwarz wird, dazu Zucker, Ingwer, Pfeffer, Gewürznelken und Zimt, Rosinen und Zibeben, aus denen du zuvor die Kerne herausgenommen hast, und klein geschnittene Mandeln. Probiere sie ab, wie sie dir gut erscheint, und mach sie so.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="wilden schweinskopff">Wildschweinkopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain leffellin voll schens mell">Mehl</ingredient> - 1 EL</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gúten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gúten kersseltz">Kirschsatz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="negellen">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ziwiben">Zibeben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="mandel klain geschniten">Mandeln, klein geschnitten</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-006">
        <head>Gelbes Brühlein mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="saw-006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-006-trans">
          <p>Welt jr ain gelbs brielin machen
So machts jn massen wie das schwartz brielin, allain fúr
die seltz nempt ain saffera vnnd thiet kain negellin daran, so
habt jr aúch ain gúten brie.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-006-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-006-orig">
          <p>Das gelbe Brühlein wird genauso zubereitet wie das schwarze Brühlein. Nur anstelle der Kirsch-Sülze einen Safran nehmen und keine Nelken dazugeben, dann ist die Brühe ebenso gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="sauce" orig="seltz" commodity="wikidata:Q178359" source="#corema-ingredient-index">Kirsch-Sülze (entfällt, wird ersetzt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negellin" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken (entfallen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-007">
        <head>Rehkeule mit Wein-Gewürzsauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-007-trans">
          <p>Jtem ain aingemachten rechschlegel ain brie dariber
zu machen
Spickt jn woll vnnd prat jn vnnd mach ain gúte brie dariber/
nim ain rainfal vnnd ain kersseltz vnnd zertreibs mit
dem rainfel/ vnnd rest ain lezelten jn ainem schmaltz vnnd
schneidt gút siesß epffel, mandel/ negellach, rerlach, jmber,
weinber, pfeffer, ziwiben vnnd lasß alles anainander sieden,
wan dú es an wilt richten, so geúß die brie dariber/ jtem es
jst aúch gút schweinskopff also ainmachen, so seúd jn jn
zwaý tail wasser vnnd das trittail essich, den haimischen
kopff macht auch also</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-007-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-007-orig">
          <p>Die Rehkeule gut spicken, dann braten und eine gute Brühe darüber machen. Dazu einen Rainfal nehmen und ein Kirschmus, und dieses mit dem Rainfal verreiben.</p>
          <p>Einen Lebzelten in Schmalz rösten. Gute süße Äpfel, Mandeln, Gewürznelken, Zimt, Ingwer, Rosinen, Pfeffer und Zibeben schneiden und alles zusammen sieden lassen. Willst du anrichten, so gieß die Brühe über die Keule.</p>
          <p>Auch als Schweinskopf: Ebenso lässt sich ein Schweinskopf zubereiten. Ihn in zwei Teilen Wasser und einem Drittel Essig sieden. Der Kopf vom Hausschwein wird auf dieselbe Weise gemacht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="haunch of venison" orig="rechschlegel" commodity="wikidata:Q67777561">Rehschlegel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="rainfal" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kersseltz">Kirschmus</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="gingerbread for sauce" orig="lezelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebzelten</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="siesß epffel">süße Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="negellach">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ziwiben">Zibeben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schweinskopff">Schweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-007a">
        <head>Rehschlegel in Frucht-Würzsauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-007a-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-007a-trans">
          <p>Ain aingemachten rechschlegel zú machen/
Spick jn gar woll vnnd brat jn fein gemach, mach ain brie
dariber, nim ain rainfal vnnd ain kersseltz vnnd zertreibs mit
dem rainfel vnnd rest ain lezelten jn ainem schmaltz vnnd
schneidt gút siesß epffel/ mandel, negellach, rerlach, jmber,
weinber, pfeffer, zýwiben vnnd lasß ales anainander sieden,
wan dú den rechschlegel an wilt richten, so geús die brie dariber.
Es jst gút wilt vnnd haimisch schweinskepff also ainzúmachen,
seúd sy jn 2 tail wasser vnnd das tritail essich.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-007a-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-007a-orig">
          <p>Den Rehschlegel gut spicken und schön langsam braten.</p>
          <p>Für die Brühe darüber: einen Rainfal-Wein und ein Kirschmus nehmen und mit dem Rainfal verrühren. Einen Lebzelten in Schmalz rösten. Dazu gute süße Äpfel klein schneiden, außerdem Mandeln, Gewürznelken, Zimt, Ingwer, Rosinen, Pfeffer und Zibeben zugeben und alles zusammen aufkochen lassen.</p>
          <p>Willst du den Rehschlegel anrichten, gieße die Brühe darüber.</p>
          <p>Auf die gleiche Art lassen sich auch Wildschweins- und Hausschweinsköpfe einmachen: siede sie in zwei Teilen Wasser und einem Drittel Essig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="rechschlegel">Rehschlegel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="spick">Speck zum Spicken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="rainfal" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal-Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kersseltz">Kirschmus</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="lezelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebzelten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">süße Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="negellach">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zýwiben">Zibeben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="schweinskepff">Schweinsköpfe (Wild- und Hausschwein)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-008">
        <head>Apfel-Brühlein zu Wildbret und kleinen Vögeln</head>
        <div type="original" xml:id="saw-008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-008-trans">
          <p>Ain brielin mitt epffel zú machen jber wilbret vnnd
klaine vegellen
Nempt gút epffel vnnd schelts vnnd stosts an ainem
riebeissen vnnd thiet ain wenig schmaltz jn ainer pfannen
jber vnnd lasts haiß werden vnnd thiet die epffel darein
vnnd lasts darin resten, thiet darnach gúten wein daran,
zúcker, rerlach, saffera, ain wenig jmber vnnd lands ain weil
anainander sieden, so jst es gemacht, man soll die klaine
vegellen vor sieden vnnd darnach jn ainem schmaltz resten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-008-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-008-orig">
          <p>Gute Äpfel schälen und auf einem Reibeisen fein reiben. Ein wenig Schmalz in einer Pfanne heiß werden lassen. Die geriebenen Äpfel hineingeben und darin anrösten lassen.</p>
          <p>Danach guten Wein dazugeben, dazu Zucker, Zimt, Safran und ein wenig Ingwer. Alles eine Weile miteinander sieden lassen, dann ist die Sauce fertig.</p>
          <p>Die kleinen Vögel vorher sieden, danach in Schmalz braten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="gút epffel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gúten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klaine vegellen">kleine Vögel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-009">
        <head>Safrangelbe Brühe für Wildbret oder Geflügel</head>
        <div type="original" xml:id="saw-009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-009-trans">
          <p>Ain gelb brielin zú machen jber wilbret oder vegellen
Erstlich nempt ain schmaltz jn ain pfanen vnnd rest ain
wenig ain mell darin, nempt ain wenig ain wein vnnd 3 mal
mer fleschbrie vnnd thiets jn die pfannen vnnd thiet jmber
vnnd pfeffer daran vnn gilbts, so jst es gemacht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-009-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-009-orig">
          <p>Zuerst Schmalz in eine Pfanne geben und darin ein wenig Mehl anrösten. Ein wenig Wein dazugeben, dann die dreifache Menge Fleischbrühe hinein und alles miteinander in die Pfanne geben. Ingwer und Pfeffer daran geben und mit Safran gelb färben. So ist es fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="mell" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="fleschbrie">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="gilbts" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-010">
        <head>Gänse-Voressen mit Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-010-trans">
          <p>Fúrhesß von ainer ganß zú machen
Jtem nim den schwaiß von genssen, nim die fiesß, fligel,
magen, kragen vnnd seúds jn halb wasser vnnd halb wein,
reib rúckin brott, rests jn ainem schmaltz, nim den schwaiß
von ainer gansß aúch daran vnnd wein vnnd ain wenig brie,
darin die ganß gesotten jst, zúcker, jmber, pffeffer, rerlach,
negellen/ vnnd lass den pffeffer lang sieden, bis jn 3 stúnd,
so rest ain wenig zwiffel jn ainem schmaltz vnnd thú das
schmaltz an pfeffer/ vnnd wan dú jn anrichten, see jmber
daraúff.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-010-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-010-orig">
          <p>Nimm das Blut von den Gänsen sowie die Füße, Flügel, den Magen und den Hals, und siede alles in halb Wasser und halb Wein.</p>
          <p>Reibe Roggenbrot und röste es in Schmalz an. Gib auch das Blut einer Gans hinzu, dazu Wein und ein wenig von der Brühe, in der die Gans gekocht wurde. Würze mit Zucker, Ingwer, Pfeffer, Zimt und Gewürznelken. Lass die Pfeffersauce lange sieden, bis zu drei Stunden.</p>
          <p>Röste dann ein wenig Zwiebel in Schmalz an und rühre dieses Schmalz unter die Pfeffersauce. Wenn du das Gericht anrichtest, streue noch etwas Ingwer darüber.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="schwaiß von genssen">Gänseblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="die fiesß">Gänsefüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="fligel">Gänseflügel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="magen">Gänsemagen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kragen">Gänsehals</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rúckin brott">Roggenbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="brie, darin die ganß gesotten jst">Brühe von der Gans</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pffeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="negellen">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="zwiffel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebel</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-011">
        <head>Gelbe Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-011-trans">
          <p>Gelben pfeffer zú machen
Jtem mach jn allso, pren schen mel jn ainem schmaltz,
geúsß wein vnnd fleschprie darein, thú gewirtz daran, jsts
aber ain fastag, so nim erbisbrie fúr die fleschbrie.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-011-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-011-orig">
          <p>Item, mache es so: Röste gutes Mehl in Schmalz an. Gieße Wein und Fleischbrühe hinzu und gib Gewürz dazu.</p>
          <p>Ist es aber ein Fasttag, so nimm Erbsenbrühe anstelle der Fleischbrühe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="schen mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="fleschprie">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-012">
        <head>Zusammengesetzter Schweinskopf mit Fruchtpastete</head>
        <div type="original" xml:id="saw-012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-012-trans">
          <p>Ain angelegten schweinskopff zú machen
Nim ain kopff, grosß oder klein, seúd jn jn wasser vnnd
wein, vnnd wan er gesotten jst, so schaúe, das die bainer gar
nach beýainanderpleiben, vnnd thú das fleisch gar von bainen
des kopffs/ thú die schwart fein schinden, das weisß
vom flesch vnnd hack das ander flesch vom schweinskopff
gar klain, thú es jn ain pfannen, gewirtz es woll mit pfeffer,
jmber vnnd ain wenig negel, múscat, saffera vnnd lasß ob
dem feúr jn der brie, darin der kopff gesotten jst, woll haiß
werden/ darnach nim den gesotten kopff vnnd leg jnn aúff
ain weisß diechlin vnnd leg die schwarten vnnden aúff das
túch, darnach das gehackt bret streich widerúmb an den
kopff vnnd bedecks mit den abgeschinten schwarten, vnnd
hast von ainem kopff zú wenig, so schneid von zwenen vnnd
bedeck den kopff gar, als ob er gantz were, darnach thú den
riessel vnnd die airen dúrch das túch aús/ aúch zeúch die
zenn mit dem túch wider zúsamen, damit der kopff beýainanderbleib/
dieweil er noch warm jst vnnd jber nacht
ligt, des morgens schneit das túch widerumb von dem kopff,
so bleibt er gantz, den gib mit ainem kalten gescherb mit
eppfel, mandel, weinber gemacht, so hast ain herrenessen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-012-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-012-orig">
          <p>Nimm einen Schweinskopf, groß oder klein, und siede ihn in Wasser und Wein weich. Wenn er gar ist, achte darauf, dass die Knochen möglichst zusammenbleiben. Löse das Fleisch vollständig von den Knochen des Kopfes.</p>
          <p>Ziehe die Schwarte vorsichtig ab und trenne das weiße Fett vom übrigen Fleisch. Hacke das restliche Fleisch vom Schweinskopf sehr fein.</p>
          <p>Gib das gehackte Fleisch in eine Pfanne und würze es kräftig mit Pfeffer, Ingwer und ein wenig Nelken, Muskat und Safran. Lass es über dem Feuer in der Brühe, in der der Kopf gekocht wurde, gut heiß werden.</p>
          <p>Nimm danach den gekochten Kopf und lege ihn auf ein weißes Tüchlein. Lege die Schwarten unten auf das Tuch. Streiche das gehackte, gewürzte Fleisch wieder auf den Kopf und bedecke ihn mit den abgezogenen Schwarten. Hast du von einem Kopf zu wenig Schwarte, so schneide von zwei weiteren dazu, und bedecke den Kopf ganz, als wäre er unversehrt.</p>
          <p>Schiebe danach die Schnauze und die Ohren durch das Tuch nach außen, ebenso ziehe das Tuch um die Zähne wieder zusammen, damit der Kopf beieinanderbleibt. Lass ihn, solange er noch warm ist, über Nacht so eingebunden liegen.</p>
          <p>Am Morgen schneide das Tuch wieder vom Kopf ab, dann bleibt er ganz. Serviere ihn mit einer kalten Pastete aus Äpfeln, Mandeln und Rosinen, so hast du ein Gericht für Herrschaften.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain kopff">Schweinskopf</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="ain wenig negel" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg or mace" orig="múscat" commodity="wikidata:Q83165 wikidata:Q1882876" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Muskat</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="eppfel" commodity="wikidata:Q89" source="#corema-ingredient-index">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-013">
        <head>Gefüllte Waldvögel am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="saw-013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-013-trans">
          <p>Gefilt fegel zú machen
Jtem machs also, nim klaine waldvegellen, ergreiff sý mit
ainem finger vnnd fils mit airen, thú ain wenig gestossen enis
vnnd krametber darúnder, das sý nit schmecken, lass den vegellen
die fiesß vnnd kopff, steck sý an ainen spisß vnnd prat
sý nit zú tir/ vnnd mach ain siesse brie an die vegel jn die
schissel, mit rainfal, also mag man die andern vegel aúch villen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-013-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-013-orig">
          <p>Nimm kleine Waldvögel und greife mit einem Finger in sie hinein und fülle sie mit Eiern. Gib ein wenig gestoßenen Anis und Wacholderbeeren darunter, damit sie nicht zu stark nach Wild schmecken.</p>
          <p>Lass den Vögeln die Füße und den Kopf dran, stecke sie an einen Spieß und brate sie nicht zu trocken.</p>
          <p>Mach eine süße Brühe mit Rainfal und gib sie zu den Vögeln in die Schüssel. So kann man auch die anderen Vögel füllen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="klaine waldvegellen">kleine Waldvögel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="airen" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gestossen enis">Anis, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="krametber">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="rainfal" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-014">
        <head>Kleine Vögel in Wacholder-Kümmel-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-014-trans">
          <p>Klaine fegellen ainzúmachen
Nim klaine vegellen, seúdt die jn ainer fleschbrie/ darnach
nim die selben vegel ain tail vnnd stoß die jn ainem
merser, thú aúch darzú ain wenig krametper vnnd kimich
vnnd streichs dúrch ain túch/ vnnd gewirtz woll, lasß dan
sieden jn ainer pfannen vnnd geúsß an die gesotten fegel, folgents
lasß wider ain wall thon vnd anainander sieden.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-014-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-014-orig">
          <p>Nimm kleine Vögel und siede sie in einer Fleischbrühe.</p>
          <p>Nimm von denselben Vögeln danach einen Teil und stoße ihn im Mörser. Gib auch ein wenig Wacholderbeeren und Kümmel dazu und streiche alles durch ein Tuch. Würze gut.</p>
          <p>Lass diese Masse dann in einer Pfanne aufsieden und gieß sie über die gesottenen Vögel. Anschließend lass alles noch einmal aufwallen und gemeinsam sieden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="klaine vegellen">kleine Vögel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="fleschbrie">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="krametper">Wacholderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="caraway" orig="kimich" commodity="wikidata:Q22978145" source="#corema-ingredient-index">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-015">
        <head>Gefüllte Gans am Spieß</head>
        <div type="original" xml:id="saw-015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-015-trans">
          <p>Jtem nim ain ganß, fill sý mit zwiffel, geschinten kittine,
biren vnnd speck, stecks dan an ain spisß vnnd brats.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-015-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-015-orig">
          <p>Nimm eine Gans und fülle sie mit Zwiebeln, geschälten Quitten, Birnen und Speck. Stecke sie dann an einen Spieß und brate sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="goose" orig="ain ganß" commodity="wikidata:Q83363022" source="#corema-ingredient-index">Gans</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="zwiffel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="geschinten kittine">Quitten, geschält</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="biren" commodity="wikidata:Q13099586" source="#corema-ingredient-index">Birnen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-016">
        <head>Gänseklein in Blutsauce mit Zwiebel-Speck-Sud</head>
        <div type="original" xml:id="saw-016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-016-trans">
          <p>Jtem volgents nim den schwaiß von genssen, seúdt die
fiesß, kregen, fligel darin mit wein vnnd wasßer, reib rúgin
brott, rests jn ainem schmaltz, thús darein vnd gwirtz woll,
folgents mach jn also/ nim gebetten semel, streich das mit
wein dúrch ain túch, aúch die brie, darin die ganß gesotten
jst, so hack zwiffel klain mit speck, lasß anainander resten,
mach jn faist vnnd gewirtzt jn woll.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-016-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-016-orig">
          <p>Nimm das Blut der Gänse. Siede darin die Füße, Hälse und Flügel, vermischt mit Wein und Wasser. Reibe Roggenbrot, röste es in Gänseschmalz und gib es dazu, dann würze alles gut.</p>
          <p>Danach bereite die Gans so zu: Nimm geröstete Semmel und streiche sie mit Wein durch ein Tuch, ebenso die Brühe, in der die Gans gesotten wurde. Hacke Zwiebeln klein mit Speck und lass beides zusammen anrösten. Gib reichlich Fett dazu, damit die Sauce schön sämig wird, und würze gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="schwaiß von genssen">Gänseblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="fiesß">Gänsefüße</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kregen">Gänsehälse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="fligel">Gänseflügel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasßer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rúgin brott">Roggenbrot, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Gänseschmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gwirtz">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gebetten semel">Semmel, geröstet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="aúch die brie, darin die ganß gesotten jst">Gänsebrühe vom Kochen der Gans</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="onion" orig="zwiffel" commodity="wikidata:Q3406628" source="#corema-ingredient-index">Zwiebeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="bacon" orig="speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-017">
        <head>Süße Gänseschmalz-Milchsuppe</head>
        <div type="original" xml:id="saw-017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-017-trans">
          <p>Gansßsúpen zú machen
Machs also, nim ain weiten pfannen, setz vnnder die
gansß, so dú aine prattest, lasß das schmaltz dareintrieffen,
nim darnach ain gúte milch, seúdt sý mit zúcker vnnd thú
gepets brait darein.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-017-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-017-orig">
          <p>Eine breite Pfanne unter die Gans stellen, während sie gebraten wird, und das herabtropfende Schmalz darin auffangen.</p>
          <p>Anschließend gute Milch hinzugeben, mit Zucker süßen und aufkochen lassen. Zuletzt geröstetes Brot, breit geschnitten, hineingeben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gansß">Gans</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="das schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Gänseschmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain gúte milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gepets brait">geröstetes Brot</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-018">
        <head>Junge Gans mit Zwetschgen gefüllt</head>
        <div type="original" xml:id="saw-018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-018-trans">
          <p>Ain júnge gansß woll bratten
So nemet der ganß leber vnnd 10 zweschgen darzú vnnd
thiet jr das jn den leib vnnd neen sý vnnden zú vnnd stecken
sý an/ sý wirt gút, vnnd wan jr sý anricht, so thiets
vnnden aúff.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-018-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-018-orig">
          <p>Nimm die Leber der Gans und dazu zehn Zwetschgen und tue beides in den Leib der jungen Gans. Näh sie unten zu und steck sie an, so wird sie gut.</p>
          <p>Wenn du sie anrichtest, dann öffne sie unten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="Ain júnge gansß">Junge Gans</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="der ganß leber">Gänseleber</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="10 zweschgen">Zwetschgen</ingredient> - 10</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-019">
        <head>Hase im Fürhess (Blutsauce)</head>
        <div type="original" xml:id="saw-019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-019-trans">
          <p>Hassen jn fúrhesß
Nim den hassen, wesch den schwais jn wein vnnd essich jn
ain saúbers geschir, hack dan den hassen zú stúcken, das fodertail
seúdt jm schwais/ nim wein oder wasser, riers, bis
aúfgat jn dem schwais/ damit derschwais nit an ain knollen
fall, nim rúgin brot, das klaingeriben jst, rests jn ainem
schmaltz, thú es jns fúrhesß, gewirtz es woll, aúch magstu die
lúngen vnnd leber zú stúcken hacken/ vnnd mit rúgen brot
resten vnnd jns fúrhesß thon.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-019-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-019-orig">
          <p>Nimm den Hasen und wasch das Blut in Wein und Essig in einem sauberen Geschirr. Hack den Hasen danach in Stücke und sied das Vorderteil in seinem eigenen Blut.</p>
          <p>Nimm Wein oder Wasser und rühr, bis es im Blut aufwallt, damit das Blut nicht zu Klumpen fällt. Nimm klein geriebenes Roggenbrot, röst es in Schmalz, gib es ins Fürhess und würz es gut.</p>
          <p>Du kannst auch Lunge und Leber in Stücke hacken, sie mit Roggenbrot rösten und ebenfalls ins Fürhess geben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="rabbit" orig="den hassen" commodity="wikidata:Q3556748" source="#corema-ingredient-index">Hase</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="den schwais">Hasenblut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rye bread" orig="rúgin brot" commodity="wikidata:Q3893120" source="#corema-ingredient-index">Roggenbrot, fein gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze nach Wahl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="lúngen">Lunge (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="leber">Leber (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-020">
        <head>Wachteln im Weinlaub gebraten</head>
        <div type="original" xml:id="saw-020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-020-trans">
          <p>Welt jr gútt faist wachtlen bratten
So nempt ain blat weinlab vnnd schlagts darúmb, so treffen
sý sich selbs vnnd bleibt die faistin darbeý.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-020-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-020-orig">
          <p>Wollt ihr gute, fette Wachteln braten, so nehmt ein Blatt Weinlaub und schlagt es rundherum um die Wachtel. So legt sich das Blatt von selbst zusammen, und das Fett bleibt bei der Wachtel erhalten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gútt faist wachtlen">Wachteln</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain blat weinlab">Weinlaub</ingredient> - 1 Blatt</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-021">
        <head>Lämmerleber im Netz vom Rost</head>
        <div type="original" xml:id="saw-021-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-021-trans">
          <p>Ain essen von leberlach
So nempt ain leberlin von ainem lemlin vnnd schneiden
sticklen jn gresse wie kalbsmillichlach vnnd schlagens vmb
ain ýedlichs ain lamsnetzlin vnnd steck es an ain spisslin
vnnd brat es aúff ainem rost wie spisßvegellen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-021-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-021-orig">
          <p>Nimm die Leber eines Lämmleins und schneide sie in Stücklein, etwa von der Größe kleingeschnittener Kalbsbries-Stückchen. Schlage um jedes einzelne Stück ein Lammsnetz und stecke es auf ein Spießlein. Brate es auf einem Rost, so wie man kleine Spießvögel brät.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ain leberlin von ainem lemlin">Lammleber</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="lamsnetzlin">Lammsnetz (Kaulfett)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-022">
        <head>Marzipan-Törtchen auf Oblaten</head>
        <div type="original" xml:id="saw-022-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-022-trans">
          <p>Welt jr ain gút marciban machen
Erstlich nempt ain halb pfúnd mandel vnnd waicht jn jber
nacht ein jn ain kaltt rerwasser/ ziecht jn am morgen aús,
darnach last jn woll stossen, bis er ellig wirt, giest ain wenig
rossenwasser daran vnnd land jn wider stossen, wirt er wider
ellig, so giest wider ain wenig ain rossenwasser daran, das
thiet so lang, bis der mandel nimer ellig wirt, vnnd last den
mandel aúff das allerklenest staissen/ darnach nempt ain
halb pfúnd zúcker, stossent jn nit gar daran, last ain wenig
jber, darnach, wan der mandel vnnd zúcker klain anainander
erstossen jst, thiet jn jn ain schissel, nempt ain lidlin von
ainem ledlin, thiet den ranfft gantz darúon, das es ab- vnnd
zúgang, last das lidlin vnnd ranfft beýainander, nempt mandatten
vnnd machens fein wie brait das bedellin jst, fein
rúndt, darnach streichen den gemelten mandel aúff den olblatten
mit den fingem, netzen die finger mit rossenwasser
vnnd den mandel túncken jn den zúcker/ den jr jber habt
gelassen/ darnach, wan es mit der hand aúfs gleichest jst
aúffgestrichen, nempt darnach den zúcker, den jr jber habt
gelassen, set jn mit ainem siblin aúff das martziban auffs
gleichest/ vnnd nempt ain bristlin vnd dúnckts jn ain
rossenwasser vnnd sprenckt das martziban allethalben,
darmit das der zúcker ergang, darnach lasts bachen, secht
offt darzú, damit es nit verbachen werdt/ es soll gantz weisß
sein, die gressin von ainem halb pfúnd jst, damit wax anklaibt@.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-022-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-022-orig">
          <p>Nimm ein halbes Pfund Mandeln und weiche sie über Nacht in kaltem Wasser ein. Am Morgen ziehe sie heraus und stoße sie gut, bis sie ölig werden. Gieße dabei immer wieder ein wenig Rosenwasser dazu und stoße weiter, sobald die Masse erneut ölig wird, bis die Mandeln sich schließlich nicht mehr ölig zeigen. Stoße sie danach so fein wie irgend möglich.</p>
          <p>Nimm nun ein halbes Pfund Zucker und stoße ihn mit unter die Mandeln, doch lass einen kleinen Teil davon übrig. Sind Mandeln und Zucker fein miteinander verstoßen, gib alles in eine Schüssel.</p>
          <p>Nimm den Deckel eines kleinen Kästchens und löse den Rand so weit ab, dass er sich abnehmen und wieder aufsetzen lässt, halte Deckel und Rand aber zusammen. Nimm Oblaten und mache sie fein rund, genauso breit wie dieser Deckel.</p>
          <p>Streiche die Mandelmasse mit den Fingern auf die Oblaten, benetze die Finger dabei immer wieder mit Rosenwasser, und tunke die Mandelmasse in den zurückbehaltenen Zucker. Ist die Masse gleichmäßig mit der Hand aufgestrichen, nimm den zurückbehaltenen Zucker und sieb ihn mit einem kleinen Sieb gleichmäßig darüber. Nimm ein kleines Bürstchen, tauche es in Rosenwasser und besprenge das Marzipan überall damit, damit sich der Zucker auflöst.</p>
          <p>Lass es danach backen und schau oft nach, damit es nicht verbrennt. Es soll ganz weiß bleiben. Von einem halben Pfund Mandeln erhältst du entsprechend viele Stücke. Zum Schluss wird die fertige Scheibe mit Wachs bestrichen, damit es hält.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ain halb pfúnd mandel">Mandeln</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="kaltt rerwasser">Wasser, kalt, zum Einweichen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rossenwasser">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain halb pfúnd zúcker">Zucker</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient orig="olblatten">Oblaten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wax" orig="wax" commodity="wikidata:Q124695" source="#corema-ingredient-index">Wachs, zum Versiegeln</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-023">
        <head>Alte Augsburger Salami-Würste</head>
        <div type="original" xml:id="saw-023-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-023-trans">
          <p>Welt jr gút wirst zúm sallat machen
So nempt 10 pfúnd schweinin fleisch, 5 pfúnd oxenfleisch,
allweg zwen tritail schweinin, ain tail oxenflesch/ das wer
15 pfúnd, soll man 16 lott saltz/ vnnd 5 lott pfeffer, soll ain
wenig erstossen sein, nit gantz, vnnd so das flesch gehackt jst/
thut man erst 2 pfúnd speck darein, klain gewirfflet
geschniten, darnach das schweinin flesch faist jst, mag man
minder oder mer nemen, man soll den speck vom rúggen nemen
vnnd nit vom wamen, vnnd das sý woll jberainandergetrúckt
werden, ýe er man sý tricknet, ye pesser/ hencken
sý jn stúben oder jn kúchin, doch nit jn raúch/ vnnd nit zú
nach zúm offen, das der speck nit ergang, solchs soll jm zúnementen
mon geschechen, vnnd soll man das geheck woll
vnnd hert aintrúcken, so beleiben die wirst lang gút/ vnnd
soll ain yedliche wúrst oben vnnd vnndten zúbinden, aúch
bendel lassen an beden ordten, damit man die auffhencken
soll, vnnd soll man die all 2 tag vmbkerenn, das vnndertail
jber, vnnd wan sý gar aústricknet seind, schlagst jn ain
túch vnnd legts jn kasten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-023-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-023-orig">
          <p>Wer gute Salami-Würste machen will, nimmt 10 Pfund Schweinefleisch und 5 Pfund Rindfleisch, also immer zwei Drittel Schweinefleisch auf ein Drittel Rindfleisch. Das macht zusammen 15 Pfund Fleisch.</p>
          <p>Dazu gehören 16 Lot Salz und 5 Lot Pfeffer. Der Pfeffer soll nur ein wenig zerstoßen sein, nicht ganz zerstoßen.</p>
          <p>Ist das Fleisch gehackt, gibt man 2 Pfund Speck dazu, klein gewürfelt geschnitten. Je nachdem wie fett das Schweinefleisch bereits ist, kann man mehr oder weniger Speck nehmen. Nimm den Speck vom Rücken, nicht vom Bauch. Alles soll gut und fest zusammengedrückt werden.</p>
          <p>Je eher man die Würste danach zum Trocknen aufhängt, desto besser. Hänge sie in der Stube oder in der Küche auf, aber niemals im Rauch und nicht zu nahe am Ofen, damit der Speck nicht zerläuft. Am besten geschieht dies im zunehmenden Mond.</p>
          <p>Das Gehackte muss gut und fest in die Wurst eingedrückt werden, dann bleiben die Würste lange gut. Binde jede Wurst oben und unten zu und lass an beiden Enden ein Bändel stehen, an dem man sie aufhängen kann. Kehre die Würste alle zwei Tage um, damit das untere Ende nach oben kommt. Sind sie schließlich ganz ausgetrocknet, schlage sie in ein Tuch und lege sie in die Truhe.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="10 pfúnd schweinin fleisch">Schweinefleisch</ingredient> - 5 kg</item>
            <item><ingredient orig="5 pfúnd oxenfleisch">Rindfleisch</ingredient> - 2.5 kg</item>
            <item><ingredient en="table salt" orig="16 lott saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient> - 240 g</item>
            <item><ingredient en="pepper" orig="5 lott pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer, grob geschrotet</ingredient> - 75 g</item>
            <item><ingredient en="bacon" orig="2 pfúnd speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Rückenspeck, gewürfelt</ingredient> - 1 kg</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-024">
        <head>Zervela-Würstchen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-024-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-024-trans">
          <p>Wie man zerwúlawirstlach machen soll
Erstlich nempt 4 pfúnd schweinflesch vom zepfflin/ vnnd
2 pfúnd speck, das last klainhacken vnnd thiet 6 lott saltz
darain/ ain pfúnd geriben kesß, .3. lott pffeffer, 3 lott jmber,
wen es gehackt jst, so knetten das als darein, rerlach 3 lott,
ain 1/2 lott negellach, ain halb lott múscatnúsß, zwaý lott
zúcker, die derm músß man saúbermachen vnd nachmals
gilben, darf man nit gar ain 1/2 lott saffera, man músß sý binden
aúff baiden seitten, aúch vnngeferlich ain qúertlin frisch
wasser darangiessen, man músß aúch das saltz, jmber, pfeffer
nit gar darainthon, soll es vor versúchen vnnd darnach machen,
man soll sý sieden vnngefarlich als 2 air, das gewirtz
vnnd saltz músß man dareinton nach aines gúten gedoncken,
man músß zuúor versúchen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-024-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-024-orig">
          <p>Nimm zunächst 4 Pfund Schweinefleisch vom Zapfen und 2 Pfund Speck. Lass beides fein hacken und gib 6 Lot Salz mit hinein.</p>
          <p>Füge ein Pfund geriebenen Käse hinzu, dazu 3 Lot Pfeffer und 3 Lot Ingwer. Sobald das Fleisch gehackt ist, knete alles gut zusammen ein. Gib außerdem 3 Lot Zimt, ein halbes Lot Gewürznelken, ein halbes Lot Muskatnuss und zwei Lot Zucker dazu.</p>
          <p>Die Därme müssen vorher sauber gemacht und danach mit Safran gelb gefärbt werden. Dafür braucht man nicht ganz ein halbes Lot Safran.</p>
          <p>Man muss sie an beiden Seiten fest zubinden; dazu auch ungefähr ein Quertlin frisches Wasser dazugießen.</p>
          <p>Salz, Ingwer und Pfeffer sollen nicht gleich vollständig hineingegeben werden. Koste die Masse zuerst und richte die Würzung danach ein. Sude die Würste dann ungefähr so lange, wie man zwei Eier kocht. Gewürz und Salz gib nach eigenem, gutem Ermessen dazu, und probiere immer zuerst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="4 pfúnd schweinflesch vom zepfflin">Schweinefleisch vom Zapfen</ingredient> - 2000 g</item>
            <item><ingredient en="bacon" orig="2 pfúnd speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient> - 1000 g</item>
            <item><ingredient en="table salt" orig="6 lott saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient> - 90 g</item>
            <item><ingredient orig="ain pfúnd geriben kesß">geriebener Käse</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="pepper" orig="3 lott pffeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient> - 45 g</item>
            <item><ingredient en="ginger" orig="3 lott jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient> - 45 g</item>
            <item><ingredient en="cinnamon" orig="rerlach 3 lott" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient> - 45 g</item>
            <item><ingredient orig="ain 1/2 lott negellach">Gewürznelken</ingredient> - 7.5 g</item>
            <item><ingredient orig="ain halb lott múscatnúsß">Muskatnuss</ingredient> - 7.5 g</item>
            <item><ingredient orig="zwaý lott zúcker">Zucker</ingredient> - 30 g</item>
            <item><ingredient orig="darf man nit gar ain 1/2 lott saffera">Safran</ingredient> - 7 g</item>
            <item>
              <ingredient en="eel intestine" orig="die derm" commodity="wikidata:Q107261746" source="#corema-ingredient-index">Schweinedärme</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain qúertlin frisch wasser">frisches Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-025">
        <head>Deftige Bratwürste mit Speck</head>
        <div type="original" xml:id="saw-025-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-025-trans">
          <p>Weltt jr gútt prattwirst machen
So nempt 4 pfúnd schweinis vnnd 4 pfúnd rinderis, das
last klainhacken, nempt darnach 2 pfúnd speck darúnder
vnnd hackts anainander vnnd vngeferlich 3 seidlen wasser
giest daran, thiet aúch saltz, pfeffer daran, wie jrs geren est,
oder wan jr geren kreúter darin megt haben/ múgt jr nemen
ain wenig ain salua vnnd ain wenig maseron, so habt jr gút
brattwirst/.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-025-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-025-orig">
          <p>Wollt ihr gute Bratwürste machen, nehmt 4 Pfund Schweinefleisch und 4 Pfund Rindfleisch und lasst beides fein hacken. Gebt danach 2 Pfund Speck darunter und hackt alles gut zusammen. Gießt etwa 1,5 Liter Wasser dazu und gebt Salz und Pfeffer hinzu, ganz nach eigenem Geschmack.</p>
          <p>Wer gerne Kräuter in der Wurst mag, kann ein wenig Salbei und ein wenig Majoran dazugeben. So bekommt ihr gute Bratwürste.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="4 pfúnd schweinis">Schweinefleisch</ingredient> - 2000 g</item>
            <item><ingredient orig="4 pfúnd rinderis">Rindfleisch</ingredient> - 2000 g</item>
            <item><ingredient en="bacon" orig="2 pfúnd speck" commodity="wikidata:Q11106" source="#corema-ingredient-index">Speck</ingredient> - 1000 g</item>
            <item><ingredient orig="3 seidlen wasser">Wasser</ingredient> - 1.5 l</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="common sage" orig="ain wenig ain salua" commodity="wikidata:Q1111359" source="#corema-ingredient-index">Salbei (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wenig maseron">Majoran (optional)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-026">
        <head>Leberwürste aus Sauleber und -lunge</head>
        <div type="original" xml:id="saw-026-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-026-trans">
          <p>Welt jr gút leberwirst machen
Erstlich nempt ain viertail von ainer saúleber, aúch ain
viertel von ainer lúngen von ainer saú, hacken sý klain,
schneiden darnach ain speck gewirfflet klain vnnd thiet saltz
vnnd kimech daran, die leber vnnd die lúngen músß man
zúúor erwellen, ee mans hackt/ vnnd darnach von derselbigen
brie an das geheck giessen, soúil dich gút dúnckt, darnach
mústú den affterdarm aus der metzg nemen vnnd
ainstossen, so hast gúte wúrst.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-026-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-026-orig">
          <p>Nimm zunächst ein Viertel einer Sauleber und ebenso ein Viertel einer Schweinelunge. Hacke beides klein.</p>
          <p>Schneide danach etwas Speck in kleine Würfel und gib Salz und Kümmel dazu. Leber und Lunge müssen aber zuvor gekocht werden, bevor man sie hackt.</p>
          <p>Gieße danach von derselben Kochbrühe so viel zum Gehackten, wie dir gut dünkt.</p>
          <p>Hole dir danach den Wurstdarm beim Metzger und stopfe die Masse hinein. So hast du gute Würste.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain viertail von ainer saúleber">Schweineleber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain viertel von ainer lúngen von ainer saú">Schweinelunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain speck gewirfflet klain">Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="kimech">Kümmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="brie">Kochbrühe von Leber und Lunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="affterdarm aus der metzg">Wursthaut vom Metzger</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-027">
        <head>Gepökelte und geräucherte Rinderzungen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-027-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-027-trans">
          <p>Welt jr gút gesaltzen zúngen machen, send am
pesten zú machen jm janúaren, so bleiben sý das gantz jar
Erstlich nempt 25 zúngen oder wieúil jr welt vnnd nempt
aine nach der andern vnnd schlagst hinden vnnd vornen aúff
ainem hackplock/ so werden sý lang, darnach stost ain saltz
klain vnnd kert die zúngen jn ainem saltz vmb/ nempt darnach
ain fein schefflin vnnd thent vnnden am boden saltz/
legt darnach ain gelett zúngen/ zúnechst anainander, darnach
thent wider saltz daraúff, das es gantz weisß vor saltz
seý/ also legt allweg ain glet zúngen, darnach saltz, bis jrs
gar hineingelegt habt, darnach schwerens woll zu, das die
brie daribergang/ vnnd lands 50 tag lang stann, darnach
henckens jn rach 4 tag, send sý gnúg gerecht/ hencken darnach
an lúfft, so habt jr gút digen zúngen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-027-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-027-orig">
          <p>Wer gut gesalzene Zungen machen will, macht sie am besten im Januar, so halten sie sich das ganze Jahr.</p>
          <p>Nimm zunächst 25 Zungen oder so viele du willst. Nimm eine nach der anderen und schlage sie hinten und vorne auf einem Hackblock, so werden sie lang. Stoße danach Salz klein und wälze die Zungen darin um.</p>
          <p>Nimm dann ein feines Fässchen und lege unten auf den Boden Salz. Lege danach eine Lage Zungen hinein, dicht nebeneinander, und streue wieder Salz darüber, bis alles ganz weiß vom Salz ist. So schichte immer abwechselnd eine Lage Zungen und eine Lage Salz, bis alle hineingelegt sind.</p>
          <p>Beschwere das Ganze danach gut, so dass die austretende Lake darüberzieht, und lass es 50 Tage lang so stehen. Hänge die Zungen danach 4 Tage lang in den Rauch, dann sind sie genug fertig. Hänge sie danach an die Luft, so hast du gut durchgezogene, wohlgereifte Zungen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="zúngen">Zungen</ingredient> - 25</item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-028">
        <head>Essig-Ansatz mit Weinstein und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-028-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-028-trans">
          <p>Welt jr ain gúten essich ansetzen vnnd der lang gút
vnnd bestendig bleib, kompt von der stettnerin aúff der
stúben
Nempt ain krúg, das 20 masß dareingang/ vnnd last jn
woll bicken/ darnach nempt 2 pfúnd weinstain vnnd stost jn
klain vnnd thiet jn jn krúg, nempt 4 jmberzechen/ ain 30
oder 32 pfefferkernlen, nempt 14 masß gúten essich vnnd
schit jn jn krúg, nempt 6 masß guten wein vnnd machet jn
sieden vnd verfaimbt jn/ darnach land jn ain wenig erkalten
vnd schitent jn jn krúg vnnd land jn 4 wúchen lang stan,
das jr nit darúon panchen, so wirt er gar gút vnnd lanckwirig.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-028-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-028-orig">
          <p>Für einen guten Essig, der sich lange hält und beständig bleibt: Diese Anleitung stammt von der Stettnerin auf der Stube.</p>
          <p>Nimm einen Krug, der 20 Maß fasst, und lass ihn gut auspichen. Stoße 2 Pfund Weinstein klein und gib ihn in den Krug. Gib dazu 4 Stück Ingwer und 30 oder 32 Pfefferkörner. Gieße 14 Maß guten Essig in den Krug.</p>
          <p>Bring 6 Maß guten Wein zum Sieden und schäume ihn ab. Lass ihn ein wenig erkalten und schütte ihn ebenfalls in den Krug. Lass alles 4 Wochen lang ruhig stehen, ohne daran zu rühren, so wird der Essig ganz gut und lange haltbar.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="potassium bitartrate" orig="weinstain" commodity="wikidata:Q18745" source="#corema-ingredient-index">Weinstein</ingredient> - 1000 g</item>
            <item><ingredient orig="jmberzechen">Ingwer, in Stücken</ingredient> - 4</item>
            <item><ingredient orig="pfefferkernlen">Pfefferkörner</ingredient> - 30</item>
            <item><ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient> - 14 l</item>
            <item><ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient> - 6 l</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-029">
        <head>Wildbret lange haltbar machen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-029-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-029-trans">
          <p>Welt jr ain wilbret lang behalten
Wan es ain gantzer hirsch oder rech jst, so ziechet es aús
vnnd thent das jngewaid heraus vnnd henckens jn ain keller,
da kain lúfft darzú mag, darnach miest jrs all tag jnwendig
vnnd aúswendig mit wein bestreichen, vnnd thiet nesslen
oder deýmenten darein, wan jrs mit wein jnwendig aúsweschet,
miest jr wider frisch kraút dareinlegen, so bleibts
gar lang, wan es dan nún ain stúck von ainem wilbret jst,
legts jn ain múlter vnnd frisch nesslen vnnd deymenten darúnder
oder dariber vnnd bestreichts all tag mit wein.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-029-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-029-orig">
          <p>Ist es ein ganzer Hirsch oder Reh, so zieht ihm die Haut ab und nehmt das Eingeweide heraus. Hängt das Tier in einen Keller, in den keine Luft kommen kann. Bestreicht es danach jeden Tag innen und außen mit Wein und legt Nesseln oder Minze mit hinein. Wascht ihr es mit Wein innen aus, so legt immer wieder frisches Kraut hinein, so bleibt es sehr lange haltbar.</p>
          <p>Ist es aber nur ein Stück von einem Wildbret, so legt es in eine Mulde und breitet frische Nesseln und Minze darunter oder darüber, und bestreicht es täglich mit Wein.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain gantzer hirsch oder rech">Wildbret, Hirsch oder Reh</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="nesslen">Brennnesseln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="crisped mint" orig="deýmenten" commodity="wikidata:Q61923338" source="#corema-ingredient-index">Minze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="frisch kraút">frisches Kraut</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-030">
        <head>Genueser Mangold-Käse-Torte</head>
        <div type="original" xml:id="saw-030-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-030-trans">
          <p>Ain jenaweser torta zú machenn
Nempt 36 lott mangoldt oder spinetkraút, 6 lott geriben
kesß, 5 lott bamel, 12 lott gerente milich, das keslin darúon,
vnnd das kraút brien, aúch klainhacken vnnd als vnnderainanderrieren
vnnd ain torta daraús machen mit ainer
deckin/.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-030-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-030-orig">
          <p>Für die Genueser Torte 540 g Mangold oder Spinat, 90 g geriebenen Käse, 75 g Weizenstärke und 180 ml geronnene Milch bereitstellen.</p>
          <p>Aus der geronnenen Milch ein kleines Käslein bereiten. Das Kraut brühen und danach fein hacken.</p>
          <p>Alles miteinander vermengen: das Käslein, den geriebenen Käse, die Weizenstärke und das gehackte Kraut. Eine Torte daraus machen mit einer Decke.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="36 lott mangoldt oder spinetkraút">Mangold</ingredient> - 540 g</item>
            <item><ingredient orig="6 lott geriben kesß">Käse, gerieben</ingredient> - 90 g</item>
            <item><ingredient orig="5 lott bamel">Weizenstärke (Amelmehl)</ingredient> - 75 g</item>
            <item><ingredient orig="12 lott gerente milich">Geronnene Milch</ingredient> - 180 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-031">
        <head>Rabiolin: Gefüllte Ravioli in Fleischbrühe</head>
        <div type="original" xml:id="saw-031-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-031-trans">
          <p>Rabiolin zú machen
Nempt ain spinet vnnd briet jn, als welt jr ain gren kraút
machen, vnnd hackens klain, nempt vngefarlich ain hendlin
voll/ wen es gehackt jst/ kesß oder ain bret von ainer hennen
oder kaponer, es seý gesotten oder gebratten/ so nempt
des kesß 2 mall soúil als des kraúts vnnd des brets aúch als
vill/ vnnd schlagt 2 oder 3 air darein vnnd macht ain fein
taiglin/ thiet saltz vnd pfeffer darein/ vnnd macht ain taig
mit ainem schenen mel, als welt jr ain torta machen, vnnd
wen jr den platz gemacht hand, so thiet ain betzlin am ortt
des blatz vnnd fúrmen es zú ainem krapffen/ vnnd trúckens
an erttern woll zú/ vnnd legent es jn ain fleschbrie/ vnnd
land es sieden vngeferlich wie ain lind bar air, das bret soll
klaingehackt sein vnnd der kes klaingeriben.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-031-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-031-orig">
          <p>Nimm einen Spinat und brühe ihn ab, so wie du ein grünes Gemüse zubereiten würdest, und hacke ihn danach klein.</p>
          <p>Nimm ungefähr eine Handvoll von dem gehackten Spinat, dazu Käse oder Fleisch von einem Huhn oder Kapaun, gesotten oder gebraten. Nimm von dem Käse doppelt so viel wie von dem Spinat, und vom Fleisch ebenso viel.</p>
          <p>Schlage 2 oder 3 Eier darunter und mache daraus ein feines Füllsel. Gib Salz und Pfeffer dazu.</p>
          <p>Mache einen Teig mit feinem Mehl, so wie für eine Torte. Wenn der Teigfladen fertig ist, lege ein kleines Häufchen Füllung an den Rand des Fladens und forme daraus einen Krapfen. Drücke die Ränder gut zusammen.</p>
          <p>Lege die Rabiolin in eine Fleischbrühe und lass sie etwa so lange sieden, wie ein weichgekochtes Ei braucht. Das Fleisch soll fein gehackt sein und der Käse fein gerieben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="spinach" orig="ain spinet" commodity="wikidata:Q81464">Spinat</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cheese" orig="kesß" commodity="wikidata:Q10943">Käse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken meat" orig="ain bret von ainer hennen oder kaponer, es seý gesotten oder gebratten" commodity="wikidata:Q864693" source="#corema-ingredient-index">Hühner- oder Kapaunfleisch, gesotten oder gebraten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="2 oder 3 air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ainem schenen mel" commodity="wikidata:Q36465" source="#corema-ingredient-index">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat broth" orig="ain fleschbrie" commodity="wikidata:Q67860017" source="#corema-ingredient-index">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-032">
        <head>Kalbfleisch durch Salzen und Essig haltbar machen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-032-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-032-trans">
          <p>Kalbflesch lang behalten/
Alsbald es von der metzg kompt, von stúnd an saltzen
vnnd darnach all tag mit ainem essich jberreiben, vnnd wan
mans praúchen will, jn allweg 6 stund vor jn ain wasser
lassen legen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-032-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-032-orig">
          <p>Sobald das Kalbfleisch vom Metzger kommt, sogleich einsalzen.</p>
          <p>Danach jeden Tag mit Essig überreiben.</p>
          <p>Will man das Fleisch schließlich verwenden, lege es stets sechs Stunden zuvor in Wasser.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="veal" orig="Kalbflesch" commodity="wikidata:Q957434">Kalbfleisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltzen" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="essich" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-033">
        <head>Stockfisch in Kalklauge, mit Butter und Senf</head>
        <div type="original" xml:id="saw-033-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-033-trans">
          <p>Stockfisch zú machen, kompt vonn meinem
gnedigen herren zú linido bischoff zú costentz gewest
Erstlich nempt ain lechwasser vnnd ain eschen vnnd setzt
ain kalckes an/ des zimlich resß seý/ vnnd waichent den
stockfisch darein, last jn ain nacht vnnd ain tag waichen,
darnach thiet dasselbig herab vnnd thiet von dem vorigen
kalckes wider daran/ last es wider ain tag vnnd ain nacht
waichen/ thiet jn darnach jn ain haffen vnnd wescht jn aúsß
2 oder .3. wasser, damit der stockfisch nit nach der laúg
schmeck/ thiet jn darnach jn ain haffen vnnd thiet ain
wasser daran vnnd lasst jn fein gemach sieden, das er nit
jberlauff/ last jn nún gar gemach sieden, sonst win er hert,
last jn vngefarlich ain gúte stúnd sieden/ darnach richt jn an
vnnd saltzt jn vnnd giest ain gesaltzen púter dariber vnnd
tragen fúr/ aúch thiet aússen vmber an .3. ortten gúten
senff, man músß aúch den stockfisch woll blúen, ee man einwessert.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-033-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-033-orig">
          <p>Nimm zuerst Wasser und Asche und setze daraus eine Kalklauge an, die ordentlich scharf sein soll. Lege den Stockfisch hinein und lass ihn eine Nacht und einen Tag darin weichen.</p>
          <p>Danach nimm ihn heraus und setze aus dem vorigen Kalk wieder eine Lauge an. Lass den Fisch darin noch einmal einen Tag und eine Nacht weichen.</p>
          <p>Anschließend gib ihn in einen Topf und wasche ihn in zwei oder drei Wechseln Wasser, damit der Stockfisch nicht mehr nach der Lauge schmeckt.</p>
          <p>Setze ihn danach wieder in einen Topf, gieße Wasser darüber und lass ihn ganz sacht sieden, damit er nicht überkocht. Lass ihn wirklich nur gemächlich köcheln, sonst wird er hart. Etwa eine gute Stunde lang sieden lassen.</p>
          <p>Richte ihn danach an, salze ihn und gieße gesalzene Butter darüber, dann trag ihn auf. Setze außerdem an drei Stellen rings um den Fisch guten Senf. Man muss den Stockfisch auch gut klopfen, bevor man ihn einwässert.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain lechwasser">Wasser für die Lauge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain eschen">Holzasche</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain kalckes an/ des zimlich resß seý">Kalk</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="stockfish" orig="den stockfisch" commodity="wikidata:Q213725" source="#corema-ingredient-index">Stockfisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="2 oder 3 wasser">Wasser zum Auswaschen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ain wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser zum Sieden</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="saltzt jn">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain gesaltzen púter">Butter, gesalzen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mustard seed" orig="gúten senff" commodity="wikidata:Q1937700" source="#corema-ingredient-index">Senf</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-034">
        <head>Süßer Senf zum Stockfisch</head>
        <div type="original" xml:id="saw-034-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-034-trans">
          <p>Den senff zúm stockfisch zú machen
Nempt senffmel, riert ain gúten wein daran vnnd birenlattwerin
vnnd thiet zúcker daran, soúil eúch gút donckt,
vnnd macht jn/ jn der dickin, wie jr jn geren est/ so jst es
ain gúter senff.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-034-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-034-orig">
          <p>Senfmehl nehmen und einen guten Wein sowie Birnenlatwerge daruntermischen. Nach Belieben Zucker hinzugeben, soviel gut dünkt. Die Mischung auf die gewünschte Dicke bringen, wie man den Senf am liebsten mag. So wird daraus ein guter Senf.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="senffmel">Senfmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ain gúten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fruit butter" orig="birenlattwerin" commodity="wikidata:Q931367">Birnenlatwerge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-035">
        <head>Barbianische Rahm-Eier-Torte</head>
        <div type="original" xml:id="saw-035-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-035-trans">
          <p>Ain gúte barbianische torten zú machen
Nempt ain fierdúng schmaltz vnnd land es jn ainer pfannen
zergen, nempt darnach ain seidlin raúm vnnd giest es jn
das schmaltz vnnd lands mitainander sieden, darnach nempt
10 air vnnd klopffs mit ainem leffele mit schenem waitzensmel
vnnd klopfft es woll, das der taig nicht knolet werd, vnd
darnach klopfft die andere aúch darvnder vnnd klopfft es
aúfs allerwollest vnnd thiet es darnach als dúrchainander
vnnd last es noch ainmall anainander sieden, bis es fein tick
wirt/ vnnd zúckerens souil, wie jrs geren est, vnnd wen es
gesotten jst, so saltzt es ain wenig vnnd thiets aúff den boden
vnnd last es bachen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-035-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-035-orig">
          <p>Ein Viertelpfund Schmalz in einer Pfanne zergehen lassen. Danach ein Seidel Sahne dazugießen und mit dem Schmalz zusammen aufkochen lassen.</p>
          <p>Zehn Eier nehmen und mit einem Löffel gemeinsam mit feinem Weizenmehl verquirlen. Gut schlagen, damit der Teig keine Klumpen bekommt. Danach die warme Schmalz-Sahne-Mischung ebenfalls darunterschlagen und alles aufs Beste verrühren.</p>
          <p>Die ganze Masse noch einmal zusammen aufkochen lassen, bis sie schön dick wird. Mit Zucker süßen, so viel wie gewünscht.</p>
          <p>Sobald die Masse gekocht ist, ein wenig salzen. Auf einen vorbereiteten Tortenboden geben und backen lassen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="animal fat" orig="ain fierdúng schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient orig="ain seidlin raúm">Sahne</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="10 air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient> - 10</item>
            <item>
              <ingredient orig="schenem waitzensmel">Weizenmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zúckerens">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="den boden">Tortenboden</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-036">
        <head>Englische Rahmtorte</head>
        <div type="original" xml:id="saw-036-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-036-trans">
          <p>Ain englische torta zú machen/
Nempt ain seidlin ram bey der erst, beý .3. fierdúng
schmaltz vnnd ain fierdúng zúcker, das músß man mit der
milch vnnd schmaltz lassen sieden/ darnach nempt 6 air,
wie sý send, vnnd aúch 6 tottern/ thiet es mit 2 oren vnnd
ain leffele mel woll geklofft vnnd abtriben/ vnnd wan es
woll geklopfft jst, so klopfft die air alle anainander/ thiets
als jn ain pfannen vnd last es als mitainander sieden/ bis es
aúch fein dick wirt, vnnd secht woll zú/ das er nit anbrinn/
vnnd wen es gesotten jst/ so saltzt es ain wenig/ vnnd giest
ain wenig rossenwasser darain/ weil er noch warm jst, vnnd
darnach last es bachen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-036-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-036-orig">
          <p>Nimm ein Seidel Sahne von bester Güte, dazu drei Viertel Butterschmalz und ein Viertel Zucker. Das lässt man mit der Milch und dem Schmalz sieden.</p>
          <p>Danach nimm sechs Eier, wie sie sind, und außerdem noch sechs Eigelb. Schlage sie mit zwei Rührlöffeln und einem Esslöffel Mehl gut und verarbeite sie gut durch. Wenn die Masse gut geschlagen ist, schlage die Eier alle mit unter.</p>
          <p>Gib alles zusammen in eine Pfanne und lasse es gemeinsam sieden, bis es schön dick wird. Schau dabei gut zu, dass es nicht anbrennt. Wenn es gekocht ist, salze es ein wenig und gieße, solange es noch warm ist, ein wenig Rosenwasser dazu. Danach lasse es backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ain seidlin ram bey der erst">Sahne</ingredient> - 500 ml</item>
            <item><ingredient en="animal fat" orig="3 fierdúng schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Butterschmalz</ingredient> - 375 g</item>
            <item><ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain fierdúng zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient> - 125 g</item>
            <item><ingredient orig="6 air, wie sý send">Eier</ingredient> - 6</item>
            <item><ingredient en="yolk" orig="6 tottern" commodity="wikidata:Q16336079" source="#corema-ingredient-index">Eigelb</ingredient> - 6</item>
            <item><ingredient orig="ain leffele mel">Mehl</ingredient> - 1 EL</item>
            <item>
              <ingredient orig="saltzt es ain wenig">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wenig rossenwasser">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-037">
        <head>Gebratenes Hirnmus mit Safran</head>
        <div type="original" xml:id="saw-037-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-037-trans">
          <p>Wiltú ain gút fúrmúsß machen
Jtem nim ain hirn vnnd lasß ain gúten wall thon, erklaúbs
schen, nim ain geribne semel vnnd schlag air darain, aúch
ain milch, gewirtz, saffera vnnd etwas grens, thú ain
schmaltz jnn ain pffanen vnnd rest es woll, so jst es recht.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-037-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-037-orig">
          <p>Nimm ein Hirn und lass es einmal gut aufwallen. Verlese es danach sauber.</p>
          <p>Nimm eine geriebene Semmel und schlage Eier darunter. Gib auch etwas Milch dazu, dazu Gewürz, Safran und etwas Grünes.</p>
          <p>Tu Schmalz in eine Pfanne und röste die Masse darin gut durch, so ist es recht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="ain hirn">Hirn</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient orig="ain geribne semel">Semmel, gerieben</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="etwas grens">Grünkraut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ain schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-038">
        <head>Holunderblütenmus mit Nudeln</head>
        <div type="original" xml:id="saw-038-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-038-trans">
          <p>Holdermúsß von blie zú machen
Nim holderblie, lasß jn ainer milch ersieden vnnd treibs
dúrch/ mach ain herten taig von air vnnd mell vnnd welgle
jn jn dinnen pletter, schneid jn/ jn wirmlens weiß vnnd thúe
die jn die milch, saltz vnnd schmaltz vnnd lasß sieden.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-038-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-038-orig">
          <p>Die Holunderblüten in Milch aufkochen lassen und durchtreiben.</p>
          <p>Aus Eiern und Mehl einen festen Teig machen und ihn dünn auswellen. Den Teig in kleine, wurmartige Streifen schneiden und diese Nudelstreifen in die Holundermilch geben. Salzen, Schmalz dazugeben und alles zusammen aufkochen lassen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="elder flower" orig="holderblie" commodity="wikidata:Q67778134" source="#fyndling-ingredient-context">Holunderblüten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="mell">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-039">
        <head>Blaues Mus mit Kornblumen</head>
        <div type="original" xml:id="saw-039-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-039-trans">
          <p>Ain blau músß zú machen
Stoß korenplomen, drucks dúrch ain túch mit wasser,
magst ain mandel aúsziechen, dieselb milch jst bla, darnach
mach ain músß mitt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-039-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-039-orig">
          <p>Kornblumen zerstoßen und durch ein Tuch mit Wasser drücken.</p>
          <p>Darin kannst du auch Mandelmilch ausziehen, dieselbe Milch wird dadurch blau.</p>
          <p>Mach danach ein Mus damit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="cornflower" orig="korenplomen" commodity="wikidata:Q156921" source="#fyndling-ingredient-context">Kornblumen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="wasser" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln (optional, für Mandelmilch)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-040">
        <head>Süßes Erbsenmus mit Safran und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="saw-040-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-040-trans">
          <p>Ain essen von erbis zú machen
Seúd erbis, das sý miessig werden, thús jn ain dúrchschlag/
treibs dúrch wie ain mandelmilch, saffern, jmber, rorlach
treib damit dúrch, so sichts gleich wie ain wúrm, vnnd see
zúcker daraúff vnnd gibs kalt fúr.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-040-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-040-orig">
          <p>Sied Erbsen, bis sie mürbe werden, und gib sie in einen Durchschlag. Treib sie durch wie eine Mandelmilch. Safran, Ingwer und Zimt treib mit hindurch, dann sieht es aus wie ein Wurm.</p>
          <p>Streu Zucker darauf und gib es kalt zu Tisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="garden pea" orig="erbis" commodity="wikidata:Q29472543" source="#corema-ingredient-index">Erbsen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient>Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffern" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rorlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-041">
        <head>Eier-Milch-Mus im Häfelein</head>
        <div type="original" xml:id="saw-041-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-041-trans">
          <p>Ain kachelmúsß zú machen
Nim milch vnnd airdetterlach gleich/ nim ain schmaltz,
lasß jn ainem heffellin zergann, geúsß die milch vnnd airdetter
darein, lasß jn ainem siedigen wasser stan vnnd legs fein
mit ainem eissin leffel mit sticklen jn die schissel, man haists
aúch zúzeiten ain milch jn ainem heffelin.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-041-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-041-orig">
          <p>Nimm Milch und Eidotter zu gleichen Teilen. Lass etwas Schmalz in einem kleinen Häfelein zergehen. Gieß die Milch und die Eidotter hinein.</p>
          <p>Stelle das Häfelein in siedendes Wasser und lass die Mischung darin stehen.</p>
          <p>Hebe die Masse dann sorgfältig mit einem eisernen Löffel in kleinen Stücken heraus und lege sie in eine Schüssel. Man nennt dieses Gericht manchmal auch schlicht 'eine Milch im Häfelein'.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="airdetterlach" commodity="wikidata:Q16336079" source="#fyndling-ingredient-context">Eidotter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="siedigen wasser">Wasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-042">
        <head>Schüsselmus zwischen zwei Zinntellern</head>
        <div type="original" xml:id="saw-042-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-042-trans">
          <p>Ain schisselmúsß zú machen
Ain schisselmúsß zú machen, so klopff air vnnd milch
vnnderainander, nitz ain zinnie schissel, thú ain ergangen
schmaltz darein, setz aúff ain rost/ da glieent kollen darúnder
seind, schitt die air vnnd milch jn die schissel/ vnnd deck
ain schissel dariber/ vnd wan die ober schissel schwitzen
wirt, so múß man das wasser mit saúbern diechern abwischen
vnnd wider zúdecken, bis es gestat, so músß man ain
schmaltz haisß machen, daribergiessen vnnd wider abseichen,
das oben braún wirt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-042-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-042-orig">
          <p>Für ein Schüsselmus schlag Eier und Milch untereinander. Nimm eine zinnerne Schüssel, gib ausgelassenes Schmalz hinein und setz sie auf einen Rost, unter dem glühende Kohlen liegen.</p>
          <p>Schütt die Eier und die Milch in die Schüssel und deck eine zweite Schüssel darüber. Sobald die obere Schüssel zu schwitzen beginnt, wisch das Wasser mit sauberen Tüchern ab und deck sie wieder zu, bis die Masse gestockt ist.</p>
          <p>Dann mach ein Schmalz heiß, gieß es darüber und seih es wieder ab, damit es oben braun wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="milch">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ergangen schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-043">
        <head>Feigenmus mit Safran und Lebzelten</head>
        <div type="original" xml:id="saw-043-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-043-trans">
          <p>Ain feigenmúsß zú machen/
Thú ain wein jn ain heffellin, vnnd wan er sieden wirt, so
thú geriben lezelten vnnd geriben semel daran/ saffera,
mandel, weinber, feigen thú darein vnnd ain wenig ain
schmaltz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-043-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-043-orig">
          <p>Gieße Wein in einen kleinen Topf. Sobald er zu sieden beginnt, gib geriebene Lebzelten und geriebene Semmel hinein. Rühre Safran, Mandeln, Rosinen und Feigen unter und gib ein wenig Schmalz dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ain wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="gingerbread for sauce" orig="geriben lezelten" commodity="wikidata:Q1468150" source="#corema-ingredient-index">Lebzelten, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="breadcrumb" orig="geriben semel" commodity="wikidata:Q54082577" source="#corema-ingredient-index">Semmel, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fig" orig="feigen" commodity="wikidata:Q2746643" source="#corema-ingredient-index">Feigen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ain wenig ain schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-044">
        <head>Weinmus mit Ei und Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="saw-044-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-044-trans">
          <p>Weinmúsß zú machen
Nim ain geriben semelmell, brens jn ainem schmaltz, bis
resch wirt, thú gúten wein vnnd airdottern daran vnnd
machs mit zúcker nach deinem willen/.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-044-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-044-orig">
          <p>Reibe Semmel zu feinen Bröseln und röste sie in Butterschmalz, bis sie knusprig werden. Gieße guten Wein dazu und rühre Eigelb unter. Süße das Mus mit Zucker nach eigenem Geschmack.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="wheat flour" orig="ain geriben semelmell" commodity="wikidata:Q2249305" source="#corema-ingredient-index">Semmelbrösel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Butterschmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gúten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="yolk" orig="airdottern" commodity="wikidata:Q16336079">Eigelb</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-045">
        <head>Geröstetes Lungenmus</head>
        <div type="original" xml:id="saw-045-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-045-trans">
          <p>Lúngenmúsß zú machen
Seudt die lúngen, hacks klain, rests jn ainem schmaltz,
schlag air daran, thú gewirtz vnnd fleschbrie daran, so jst es
berait.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-045-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-045-orig">
          <p>Die Lunge sieden, dann fein hacken. In einem Schmalz anrösten. Eier daran schlagen, Gewürz und Fleischbrühe dazugeben. So ist das Lungenmus bereit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="lights (offal)" orig="lúngen" commodity="wikidata:Q1723359">Lunge</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="fleschbrie" commodity="wikidata:Q67860017">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-046">
        <head>Weichselmus mit Schmalzsemmel</head>
        <div type="original" xml:id="saw-046-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-046-trans">
          <p>Weixelmúsß zú machen
Treib die weixlen dúrch/ gleich als wellest ain seltz sieden,
nim ain geribne semel, rests jm schmaltz, nim das
dúrchtriben, schitt es darein, lasß sieden vnnd machs mit
zúcker siesß</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-046-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-046-orig">
          <p>Treibe die Weichseln durch ein Tuch oder Sieb, ganz so, wie du es tätest, wolltest du eine Sülze sieden.</p>
          <p>Nimm eine geriebene Semmel und röste sie im Schmalz. Gib die durchgetriebenen Weichseln dazu, lass alles aufsieden und mach es mit Zucker süß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="sour cherry" orig="weixlen" commodity="wikidata:Q68438267">Weichseln</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ain geribne semel" commodity="wikidata:Q1501889">Semmel, gerieben</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-047">
        <head>Selbstlösendes Ei-Milch-Mus</head>
        <div type="original" xml:id="saw-047-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-047-trans">
          <p>Ain músß zú machen, das von jm selbert aús der
pfannen felt
Klopfft air vnnd milch vnnderainander vnnd thú darein
ein geribne semel, das es ain tins taiglin werd, vnnd lasß es
sieden vnd machs mit zucker, so jst es berait.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-047-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-047-orig">
          <p>Schlage Eier und Milch miteinander und gib eine geriebene Semmel dazu, bis ein dünnes Teiglein entsteht. Lass die Masse sieden und vollende sie zuletzt mit Zucker, so ist sie fertig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="air" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="milk" orig="milch" commodity="wikidata:Q8495">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="white bread" orig="ein geribne semel" commodity="wikidata:Q1501889">geriebene Semmel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-048">
        <head>Krebse in Safran-Zimt-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="saw-048-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-048-trans">
          <p>Kreps ainzúmachen/
Seud die kreps woll/ thú das hinder vnnd vorder die
schelffen darúon, vnnd stoß jn ainem morser klain/ nim dan
ain gebeten semel vnnd thú daran ain erbisbrie vnd treibs als
dúrch ain saúbers túch/ oder engen dúrchschlag, vnnd ain
wenig gúten wein, saltz vnnd temperiers mit gutem gewirtz,
saffera, rerlach, jmber, zúcker, nim ain schmaltz, rier ain mel
darein, geúsß die durchgeschlagen kreps daran, lasß sieden,
darnach see zucker darauff, jst ain gut hernessen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-048-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-048-orig">
          <p>Krebse zuzubereiten: Siede die Krebse gut durch, entferne vorne und hinten die Schalen, und stoße sie in einem Mörser klein. Nimm dann eine geröstete Semmel, gib Erbsenbrühe dazu und treibe alles durch ein sauberes Tuch oder einen engen Durchschlag, dazu ein wenig guten Wein, Salz, und würze mit gutem Gewürz - Safran, Zimt, Ingwer, Zucker. Nimm Schmalz, rühre Mehl hinein, gieße die durchgetriebene Krebsmasse dazu, lass aufkochen, danach streue Zucker darüber. Das ist ein gutes Herrenessen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="crayfish" orig="kreps" commodity="wikidata:Q210959" source="#corema-ingredient-index">Krebse</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain gebeten semel">Semmel, geröstet</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient orig="ain erbisbrie">Erbsenbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ain wenig gúten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Weißwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gutem gewirtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürzmischung</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="saffera" commodity="wikidata:Q25434" source="#fyndling-ingredient-context">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="rerlach" commodity="wikidata:Q28165" source="#fyndling-ingredient-context">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fat, unspecified" orig="ain schmaltz" commodity="wikidata:Q2789594 wikidata:Q1423543 wikidata:Q427457" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="flour" orig="ain mel" commodity="wikidata:Q36465">Mehl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-049">
        <head>Mandelmus mit Sahne (Herrenmus)</head>
        <div type="original" xml:id="saw-049-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-049-trans">
          <p>Ain gút mandelmúsß machen/
So stosß den mandel fast woll, thú jn jn ain schissel vnnd
geúß ain gúten ram daran, nit zúvill, zertreib den mandel
fast woll/ das er glat werdt, thú zúcker daran vnnd lasß nit
lang sieden, so dú es anrichtst, see zúcker daraúff, so jsts ain
herrenmúsß/ 3 vierdúng aúff ain disch.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-049-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-049-orig">
          <p>Stoße die Mandeln sehr fein und gib sie in eine Schüssel. Gieße einen guten Rahm dazu, aber nicht zu viel, und verreibe die Mandeln gründlich, bis die Masse glatt wird. Gib Zucker dazu und lass alles nur kurz aufsieden, nicht lange kochen.</p>
          <p>Wenn du das Mus anrichtest, streue noch einmal Zucker darüber. So wird daraus ein Herrenmus - drei Vierdung [Mandeln] für eine Tafel.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="den mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cream" orig="ain gúten ram" commodity="wikidata:Q13228">Sahne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker (zum Einrühren)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="see zúcker daraúff">Zucker (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-050">
        <head>Rosinenmus mit Zimt und Ingwer</head>
        <div type="original" xml:id="saw-050-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-050-trans">
          <p>Ain weinbermúsß machen/
So stosß die weinber dúrch mit ainem gúten wein/ doch
sollen die weinber vor woll gewaschen sein, nim das dúrchtriben
vnnd seúds, wie man ain músß seúdt, vnnd mengs mit
wein vnnd thú zúcker, zimetrerlach vnnd ain wenig jmber
daran, darnach du es siesß oder starck haben wilt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-050-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-050-orig">
          <p>Die Weinbeeren zuvor gründlich waschen. Dann die Weinbeeren mit einem guten Wein durchpressen, bis eine feine Masse entsteht. Das Durchgepresste nehmen und sieden lassen, so wie man ein Mus siedet. Mit Wein verrühren und Zucker, Zimt und ein wenig Ingwer daruntermischen, je nachdem ob das Mus süß oder kräftig gewürzt sein soll.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Weinbeeren (Rosinen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="ainem gúten wein" commodity="wikidata:Q282">Guter Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="zimetrerlach" commodity="wikidata:Q28165">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-051">
        <head>Falsche Pfifferlinge aus Marzipan</head>
        <div type="original" xml:id="saw-051-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-051-trans">
          <p>Pfifferling von mandel
Stosß die mandel, als welest ain marciban machen, thú
zúcker daran, aber nit gar zú vill, nim darnach den pfifferlingmodel,
mach jn saúber vnnd nim ain birstlin, dúncks jn
mandelell vnnd birst den model damit, aúch mit ainem
birstlin rossenwasser, vnnd thú den mandel jn pfifferlingmodel
vnnd blaß beý dem ror aúff ain bogen babir vnnd lasß jn
ainer tortenpfannen bachen vnnd see krafftmell daraúff, so
werden sý weisß.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-051-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-051-orig">
          <p>Stoße die Mandeln, als wolltest du ein Marzipan machen. Gib Zucker dazu, aber nicht zu viel.</p>
          <p>Nimm danach die Pfifferling-Form und mache sie sauber. Nimm ein Bürstchen, tunke es in Mandelöl und bürste die Form damit aus, ebenso mit einem Bürstchen Rosenwasser.</p>
          <p>Fülle den Mandelteig in die Pfifferling-Form und blase sie mit Hilfe des Rohrs auf einen Bogen Papier. Lass die Stücke in einer Tortenpfanne backen und streue Stärkemehl darüber, so werden sie weiß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zúcker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="almond oil" orig="mandelell" commodity="wikidata:Q1164590" source="#fyndling-ingredient-name">Mandelöl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="rossenwasser" commodity="wikidata:Q900450">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="starch" orig="krafftmell" commodity="wikidata:Q41534">Stärkemehl</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="saw-052">
        <head>Aus der Schale gestürzte Eier</head>
        <div type="original" xml:id="saw-052-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#saw-052-trans">
          <p>Gestirtzte air zu machen
Thú das aý am spitz aúff vnnd rier den dotter vnnd das
weisß vnnderainander, aúch ain wenig saltz/ ob dú wilt,
magst ain wenig jmber daranrieren, darnach schits jn ain
schmaltz, so felts als daraús vnnd bleibt die schal gantz.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="saw-052-trans" xml:lang="de" corresp="#saw-052-orig">
          <p>Öffne das Ei am spitzen Ende der Schale. Rühre Dotter und Eiweiß darin gut untereinander und würze mit ein wenig Salz. Wer mag, rührt auch ein wenig Ingwer darunter. Dann schütte den Inhalt in Schmalz: Das Ei fällt vollständig heraus, während die Schale ganz bleibt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="aý" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Ei</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="jmber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer (optional)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="schmaltz" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Schmalz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#saw-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein rundum mit Nelken, Muskatblüte, Muskatnüssen, Zimt und Ingwer besteckter Kapaun, der luftdicht verschlossen in einer zinnernen Kanne mit Süßwein (Rainfal oder Malvasier) drei bis vier Stunden im siedenden Wasserbad gart. Kein Braten, sondern ein vom Kochwasser abgeschottetes Garen im eigenen Weinsud - näher an einer in Würzwein pochierten Poularde als an einem gebratenen Kapaun.

Muskatnuss oder Nüsse? 'nússen' steht im Text als Plural ('Nüsse'). Direkt im Anschluss an die Muskatblüte genannt, ist am ehesten Muskatnüsse gemeint - beide werden in Gewürzlisten der Zeit klassischerweise gemeinsam genannt, die Parallelabschrift saw-001a übersetzt an derselben Stelle ebenfalls im Plural. Eine eigenständige Nuss-Zutat lässt sich nicht ganz ausschließen, passt aber schlechter in eine reine Gewürzliste.

Die Garmethode. Das versiegelte Zinngefäß im kochenden Wasserbad ist ein früher indirekter Garansatz - das Transkript nennt den Vorgang selbst 'damf': Aus der Kanne soll kein Dampf entweichen. Zinn leitet Wärme gut, sodass ein ganzer Kapaun über mehrere Stunden indirekt gar wird. Der Text verlangt zwei getrennte Abdichtungen mit zwei unterschiedlichen Zwecken: zuerst die Kanne selbst gut verschließen, damit kein Dampf und kein Weinsud entweicht, danach zusätzlich den Deckel mit Teig verstreichen und mit einem Leinentüchlein sichern, damit kein Kesselwasser eindringt.

Praxis. Der Text nennt das zweite Abdichten (Teig und Tuch) erst nach der Angabe der Garzeit - das ist wahrscheinlich lockere, nicht-chronologische Aufzählung und nicht wörtlich als Ablauf zu nehmen: Abgedichtet werden muss die Kanne selbstverständlich, bevor sie stundenlang im Wasserbad steht, sonst läuft während der ganzen Garzeit Wasser ein. Nachkochen lässt sich das mit einem gut schließenden Bräter oder einem Bratschlauch im Wasserbad; das Feuer muss die gesamte Garzeit über gleichmäßig siedend gehalten werden, was am offenen Feuer im Lager der eigentliche Aufwand ist.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001-orig" n="kaponer" resp="#fyndling">Kapaun, ein kastrierter Masthahn. Galt als besonders zartes und wertvolles Geflügel und war in Patrizierhaushalten wie dem der Welser eine gehobene Speise.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Steht hier im Korpus regelmäßig für Zimt, aus 'Zimmet-Röhrlein' (den gerollten Zimtstangen), nicht für ein unbekanntes Kraut.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001-orig" n="zinnie kanten" resp="#fyndling">Eine zinnerne Kanne, hier als luftdicht verschließbares Gargefäß für die Wasserbad-Garung verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001-orig" n="rainfel" resp="#fyndling">Rainfal, ein süßer, im 16. Jahrhundert geschätzter Weißwein, verwandt mit Malvasier und oft aus dem östlichen Mittelmeerraum importiert.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001-orig" n="verstreich das lid" resp="#fyndling">Den Deckel der Kanne mit Teig bestreichen, damit er luftdicht abschließt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001-orig" n="darúongen" resp="#fyndling">fnhd 'darvon gan' (davon gehen), hier 'entweichen' - bezogen auf den Dampf, der nicht aus der abgedichteten Kanne entweichen soll. Die Parallelabschrift saw-001a schreibt an derselben Stelle 'darfongen'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-001-orig" n="nússen" resp="#fyndling">Im direkten Anschluss an 'múscatblie' (Muskatblüte) als Plural 'Muskatnüsse' gelesen, da Muskatblüte und Muskatnuss in Gewürzmischungen der Zeit klassischerweise gemeinsam genannt werden; die Parallelabschrift saw-001a übersetzt an derselben Stelle ebenfalls plural.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-001a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer, teurer Festvogel wird mit warmen Wintergewürzen (Nelken, Muskatblüte, Muskatnuss, Zimt, Ingwer) gespickt, mit Süßwein (Rainfal oder Malvasier) übergossen und in einer luftdicht verschlossenen Zinnkanne im Wasserbad gegart. Das Fleisch hat dabei nie direkten Kontakt zu Feuer oder Kochwasser, sondern gart schonend im eigenen Dampf-Wein-Sud. Die nächste lebende Verwandtschaft ist am ehesten die Poularde en vessie der französischen Küche, bei der ein Huhn in einer verschlossenen Schweinsblase im Wasserbad gart - gleiches Grundprinzip, nur mit Zinn statt Blase.

Zur Dichtigkeit. Der Text verlangt, dass kein Dampf entweichen und kein Wasser eindringen kann. Eine mit Teig verstrichene und mit einem Leinentüchlein umbundene Kanne dichtet gegen eindringendes Kesselwasser gut ab, echte Dampfdichtigkeit erreicht sie damit aber kaum - überschüssiger Dampf entweicht vermutlich langsam durch die Abdichtung, ohne dass das dem Ergebnis schadet.

Praxis. Statt der zinnernen Kanne tut es ein fest verschließbares großes Einmachglas oder ein kleiner Bräter mit dicht schließendem Deckel, der komplett im siedenden Wasser des Kessels steht. Wichtig ist ein Gefäß, das den ganzen Kapaun aufnimmt und wirklich gut schließt. Das Wasser im äußeren Kessel muss die vollen 3-4 Stunden konstant sieden - das ist der eigentliche Aufwand dieses Rezepts, nicht die Zutaten oder die Technik selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001a-orig" n="rerlen" resp="#fyndling">Zimt, hier verkürzt aus 'rerlach' (wörtlich 'Zimtröhrlein', nach der gerollten Zimtstange). Eines der häufigsten Gewürze im gesamten Kochbuch.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001a-orig" n="múscatblie" resp="#fyndling">Muskatblüte, die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss, mild-würzig und in der höfisch-patrizischen Küche des 16. Jh. ein teures Statusgewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001a-orig" n="zinnine kanten" resp="#fyndling">Eine zinnerne Kanne, die hier als luftdicht verschließbares Gargefäß dient, das im Wasserbad steht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001a-orig" n="rainfal oder malúasier" resp="#fyndling">Zwei Namen für süße italienische Weine aus der Malvasia-Traube, im 16. Jh. begehrte Import-Süßweine für die feine Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-001a-orig" n="damf" resp="#fyndling">Dampf, hier der Wasserdampf, der beim Garen im geschlossenen Gefäß entstehen und nicht entweichen soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-001a-orig" n="kindt" resp="#fyndling">kann (können, dialektale Form) - 'das kain wasser darein kindt' als 'dass kein Wasser hineinkommen kann'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-001a-orig" n="nússen" resp="#fyndling">Muskatnüsse, da direkt neben 'múscatblie' genannt und Teil der klassischen Gewürzmischung aus Nelke, Muskatblüte, Muskatnuss, Zimt und Ingwer.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Illusions-Schaugericht der Renaissance-Tafel: Kapaun oder Henne wird durch den Halsausschnitt vollständig ausgebeint, die leere Haut mit gehacktem, gewürztem Fleisch neu gefüllt, zugenäht und in einem Glas im Wasserbad gegart. Wer das Glas öffnet, sieht scheinbar einen unversehrten Vogel - tatsächlich ist es nur seine Haut. Das Grundprinzip, Geflügelhaut durch eine schmale Öffnung ganz vom Fleisch zu lösen, zu füllen und wieder zu verschließen, kennt die klassische Küche bis heute als Ballotine bzw. Galantine vom Geflügel; hier kommt als zusätzlicher Effekt das Glas als Sichtfenster für die Tafelunterhaltung hinzu.

Der Vogel wird vorher nur überbrüht, nicht durchgebraten (siehe interpretive_choices) - beide Zwillingsrezepte (m5919-001, mon-126) bestätigen an derselben Stelle wortgleich 'brühen', und eine bereits gebratene Haut ließe sich kaum noch unversehrt wie einen Strumpf über den ganzen Vogel stülpen.

Praxis. Schneide die Haut nur am Kragen auf, einen Finger lang, nicht mehr - der Rest der Haut soll ganz bleiben. Löse von dort die Haut vorsichtig vom Fleisch, zieh die Flügel mit heraus (bis zu den kleinen vorderen Knöchlein) und schiebe die Haut bis zu den Knien herunter; Füße und Kopf bleiben zunächst dran. Hornsporen an den Füßen älterer Tiere schneidest du ab, den Kopf schneidest du ab, sobald er nicht mehr durch den Halsausschnitt passt. Näh die leere Haut am Hals mit weißem Seidenfaden zu, bevor du die Füße einzeln ins Glas setzt und die Haut ganz hineinschiebst.

Für die Füllung hackst du das ausgelöste Fleisch klein, mischt Eier, eine gute Gewürzmischung und etwas Safran unter, wie beim Füllen eines Brathühnchens, und drückst die Masse mit einem Trichter durch den Schnabel in die Haut, bis sie sich wieder rund wölbt. Setz das gefüllte Glas in einen Kessel mit Wasser und lass es sieden, bis die Füllung gestockt ist - das Ei in der Masse gibt dir das Signal, der Originaltext nennt keine feste Zeit. Nimm den Kapaun erst kurz vor dem Servieren aus dem Glas, sonst reißt die empfindliche Haut vorne auf.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002-orig" n="gebriet" resp="#fyndling">Von 'brühen' (abbrühen), nicht 'braten' - der Vogel wird vor dem Ausbeinen kurz in heißes Wasser getaucht, wie beim Rupfen üblich. Beide Zwillingsrezepte (m5919-001, mon-126) beginnen an derselben Stelle wortgleich mit 'Brühe das Huhn schön ab'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002-orig" n="kragen" resp="#fyndling">Der Halsausschnitt der Haut, dort beginnt das Umstülpen der ganzen Haut.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002-orig" n="bainlach" resp="#fyndling">Kleine Knöchlein, Diminutiv-Plural, hier die vorderen Flügelspitzen-Knochen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002-orig" n="horen" resp="#fyndling">Hornsporen an den Hühnerfüßen, wie sie ältere Hähne und Kapaune ausbilden. Die corpus-weite CoReMA-Glosse (bs2.56) bestätigt 'horen' als Horn/Sporn, in Übereinstimmung mit Birlinger/Fischer.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002-orig" n="trachter" resp="#fyndling">Trichter, mit dem die gehackte, gewürzte Fleischmasse durch den Schnabel in die leere Haut gefüllt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002-orig" n="warhait sechen" resp="#fyndling">Wörtlich 'die Wahrheit sehen', die Pointe des Tricks: Der scheinbar ganze Kapaun im Glas entpuppt sich als gefüllte Haut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-002-orig" n="briet / gebriet" resp="#fyndling">Gebrüht (in heißem Wasser überbrüht, wie beim Rupfen), nicht gebraten - bestätigt durch beide Zwillingsrezepte (m5919-001: 'Brühe das Huhn schön und löse die Haut vorsichtig...'; mon-126: 'Brühe das Huhn schön ab. Löse die Haut...'), die an derselben Rezeptstelle wortgleich 'brühen' verwenden. Eine bereits durchgebratene Haut ließe sich zudem kaum noch wie einen Strumpf über den ganzen Vogel stülpen - sie ist dafür zu brüchig und geschrumpft; rohe, nur überbrühte Haut bleibt geschmeidig genug für den Umstülp-Trick.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-002-orig" n="or" resp="#fyndling">Gelesen als 'Eier' (verkürzte oder verschriebene Form von 'ayr/air'), als Bindemittel für die gehackte Fleischmasse, die durch den Trichter gegossen werden soll. Der interne Zwilling saw-002a hat an der textparallelen Stelle 'hack das klain mit airen vnnd thú gút gewirtz daran' - dieselbe Zutat (Ei) an vergleichbarer Rezeptstelle stützt diese Lesart zusätzlich, auch wenn der Wortlaut dort nicht identisch ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-002a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein technischer Vorläufer der modernen Galantine: die Haut wird komplett und unversehrt vom Kopf bis zu den Füßen abgezogen, entbeint, mit einer gewürzten Ei-Fleisch-Farce neu befüllt, zugenäht und im Wasserbad gegart, bis sich die leere Haut wieder zum scheinbar ganzen Vogel aufbläht.

Häuten und Füllen. Nach kurzem Brühen (kurzes Eintauchen in heißes Wasser, um Federn und Haut leichter zu lösen) wird die Haut wie ein Strumpf über den ganzen Vogel gezogen, sodass Kopf, Flügel und Füße daran hängen bleiben. Sind Knochen und Fleisch entfernt, wird die leere Haut am Hals mit Seidenfaden zugenäht und die Füße zuerst in das Glas gesteckt - ein etwaiger Hornauswuchs an den Füßen wird vorher abgeschnitten, damit er beim Einschieben nicht am engen Glashals hängenbleibt (zur Lesart dieses Auswuchses siehe interpretive_choices). Durch einen Trichter am Schnabel, der einzig möglichen Einfüllstelle, gelangt die gehackte Fleisch-Ei-Gewürz-Farce zurück in die Haut, die sich dabei wieder zur Form des ganzen Vogels aufbläht.

Garen im Wasserbad. Das verschlossene Glas kommt in einen Kessel mit siedendem Wasser - eine schonende, indirekte Hitze, die dem Glas nicht schadet und die rohe Fleisch-Ei-Füllung gleichmäßig durchgart. Der Text nennt keine Siedezeit und keinen Anhaltspunkt für den Garzustand außer der Warnung, das Wasser nicht zu stark zu salzen.

Praxis. Sieden lassen, bis die Füllung mit Spieß oder Kernthermometer geprüft vollständig durchgegart ist - eine rohe Fleisch-Ei-Füllung ist ein Lebensmittelsicherheitsrisiko, wenn sie nicht vollständig gart. Der Text selbst nennt dafür keine Zeit oder Garprobe außer der Warnung, das Wasser nicht zu stark zu salzen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002a-orig" n="brie" resp="#fyndling">Hier als Verb 'brühe' (abbrühen) gelesen, nicht als das sonst im Korpus belegte Substantiv 'Brühe'. Vor dem Reinigen und Rupfen wurde Geflügel routinemäßig kurz in heißes Wasser getaucht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002a-orig" n="trachter" resp="#fyndling">Trichter. Über ihn wird die gewürzte Fleischfarce durch den Schnabel in die leere Haut gefüllt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002a-orig" n="kragen" resp="#fyndling">Der Hals- und Schulterbereich des Vogels, an dem der Schnitt zum Häuten angesetzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-002a-orig" n="warhait sechen" resp="#fyndling">Wörtlich 'die Wahrheit sehen': eine Redewendung, die hier so viel bedeutet wie 'dann zeigt sich das wahre Ergebnis' - zu starkes Salzen würde die Illusion des unversehrten Vogels verderben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-002a-orig" n="horen (an den fiessen)" resp="#fyndling">Hornschuppen an den Füßen, wie sie jedes Huhn an den Läufen trägt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-002a-orig" n="Garprobe für die gefüllte Haut im Wasserbad" resp="#fyndling">Der Urtext nennt weder Siedezeit noch einen Anhaltspunkt für den Garzustand der rohen Fleisch-Ei-Füllung, außer der Warnung, das Wasser nicht zu stark zu salzen - die zeitgenössische Beurteilung erfolgte vermutlich rein erfahrungsbasiert, ohne Bezug auf eine Zieltemperatur.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Für das Bunte Hühnchen gibt es keinen direkten lebenden Nachfahren in der Alltagsküche - am ehesten vergleichbar ist moderne dekorative Lebensmittelfärbung bzw. Food-Styling für Festtafeln, bei dem jede Portion eine eigene Signalfarbe trägt.

Die Farbglasur. Die gebratenen Hühner werden nicht mit einer Sauce übergossen, sondern mit fünf verschiedenfarbigen Ei-Mehl-Pasten bestrichen (der Text kündigt sechs an, beschreibt am Ende aber nur fünf) und danach zum Trocknen zurück ans Feuer gestellt - eine trocknende Farbglasur, kein weiteres Garen. Die Anweisung, die Farbe nicht heiß aufzutragen, ist technisch begründet: auf zu heißer Oberfläche würde die eihaltige Paste sofort punktuell stocken statt gleichmäßig anzutrocknen.

Wird die schwarze Paste wirklich schwarz? Fraglich. Gewürznelken sind zwar sehr dunkel, aber ob eine über Nacht in Ei eingeweichte Nelken-Menge einen Mehl-Ei-Teig tatsächlich bis zum satten Schwarz durchfärbt, statt nur bis zu einem dunklen Braun, ist mit einer noch genießbaren Menge kaum zu erreichen - der Text selbst bleibt mit „gib gnug darein“ bewusst vage bei der Menge. Andere Rezepte des Buchs erzeugen echtes Schwarz stattdessen mit verkohltem Roggenbrot statt mit Gewürz (vgl. saw-004, „schwarzer Pfeffer“) - dort ist die Färbung reine Küchentechnik ohne Geschmacksfolgen, hier müsste eine wirklich schwarze Optik vermutlich mit einer geschmacklich schon aufdringlichen Nelkenmenge erkauft werden. Wir übersetzen die Anweisung wörtlich, ohne das Ergebnis schönzureden.

Praxis. Für die Farbteige: Weiß aus Eiweiß mit wenig Mehl, Braun aus Weichsel-Latwerge mit Ei und Mehl, Gelb aus Eigelb mit Mehl, Safran und zusätzlichen Eiern, Grün aus durch ein Tuch gestrichener Petersilie mit Ei und Mehl, Schwarz aus Mehl und Ei mit gestoßenen, über Nacht in Ei eingeweichten Gewürznelken. Jede Farbe wird direkt auf das fertig gebratene, noch warme (nicht heiße) Huhn gestrichen und angetrocknet, nicht mitgegart.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-003-orig" n="essen von besonderen farben" resp="#fyndling">Titelformel für ein Gericht, bei dem verschiedene Portionen unterschiedlich eingefärbt werden - ein beliebter Schaueffekt der Festtafel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-003-orig" n="weixlenlackwerin" resp="#fyndling">Weichsel-Latwerge, ein eingekochtes Sauerkirsch-Mus, das dem Teig eine braune Farbe verleiht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-003-orig" n="totteren" resp="#fyndling">Dotter, also Eigelb - Grundlage des gelben Teigs zusammen mit Mehl und Safran.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-003a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Spießhuhn, das nach dem Braten mit einer eigenen Farbglasur bestrichen werden sollte, sodass jede Portion eine andere Farbe trägt - ein reines Schaugericht der Festtafel, kein Aromakonzept. Die vollständige Fassung dieses Rezepts steht unter saw-003; dort lässt sich die hier fehlende Färbetechnik im Detail nachlesen.

Der überlieferte Text bricht jedoch genau an der Stelle ab, die die eigentliche Färbetechnik beschreiben würde. Von diesem Gericht ist in dieser Abschrift nur der erste Arbeitsschritt erhalten.

Praxis. Brate die Hühner am Spieß, ohne sie zu eng zusammenzubinden, bis sie gar und gebräunt sind - eine unproblematische Grundtechnik ohne besonderen Aufwand. Die anschließende Färbung, das eigentliche Herzstück des Gerichts, lässt sich aus diesem Bruchstück nicht mehr rekonstruieren, aber vollständig in saw-003 nachlesen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-003a-orig" n="essen von besondern farben" resp="#fyndling">Titelformel für ein Gericht, bei dem verschiedene Portionen unterschiedlich eingefärbt werden - ein beliebter Schaueffekt der Festtafel. saw-003 überliefert dasselbe Rezept vollständig: fünf Farben, nämlich Weiß (Eiweiß), Braun (Weichsel-Latwerge), Gelb (Safran/Eigelb), Grün (Petersilie) und Schwarz (Gewürznelken).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-003a-orig" n="prat" resp="#fyndling">Imperativ von 'braten' - hier: 'brate'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-003a-orig" n="hiener" resp="#fyndling">Augsburgisch-schwäbische Pluralform von Huhn (vgl. Fischer, Schwäbisches Wörterbuch: 'hun, Plural hiener').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-003a-orig" n="prat hiener an ainem" resp="#fyndling">Der Satz wird als Beginn der Anweisung 'brate Hühner an einem Spieß' gelesen. Das Substantiv nach 'ainem' fehlt im überlieferten Fragment vollständig, aber die vollständige Zweitschrift desselben Rezepts (saw-003) führt den Satz mit 'an ainem spisß' fort - das stützt die Lesart 'Spieß' stark.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Schwarzer Pfeffer zu Wildbret: eine dunkle, würzige, essigsaure Sauce, in der das Wildfleisch gart - Farbe und Bindung liefert geröstetes Roggenbrot statt Blut. Der Name lebt im heutigen Hasenpfeffer fort und ist mit dem französischen civet und dem englischen jugged hare verwandt, die ebenfalls Blut oder Brot zum Binden nutzen.

Zum Wein-Anteil. Der Text beziffert nur das Wasser ("zwaý tail", zwei Teile); beim Wein fehlt die Mengenangabe im Wortlaut. Naheliegend ist eine Ellipse - gemeint wäre implizit ein Teil Wein, wie es das Muster vergleichbarer Rezepte im Corpus zeigt (siehe interpretive_choices). Sicher entscheiden lässt sich das nicht; für die Praxis bewährt sich ein Verhältnis von etwa zwei Teilen Wasser zu einem Teil Wein.

Technik. Das Wildbret gart in der Wasser-Wein-Mischung, die Garflüssigkeit wird zur Sauce-Basis. Das beidseitig über offenem Feuer geschwärzte Roggenbrot wird kurz in kaltem Wasser abgeschreckt, damit es nicht nachdunkelt, dann in der heißen Brühe ausgezogen und durch ein Tuch gepresst - so entsteht die Bindung, ganz ohne Mehlschwitze. Zwiebeln und Speck werden fein gehackt und miteinander angeschwitzt, geben Fett und Röstaromen. Kräftig würzen, einsieden lassen, zum Schluss mit Essig abschmecken.

Praxis. Wildbret (z. B. Reh, Hirsch, Wildschwein) in etwa zwei Teilen Wasser und einem Teil Wein weich garen, herausnehmen und in Stücke schneiden. Roggenbrotscheiben beidseitig über offener Flamme oder im Grill schwärzen, kurz in kaltem Wasser abschrecken, dann in der heißen Garbrühe ausziehen und durch ein feines Sieb oder Tuch streichen. Fein gehackte Zwiebeln und Speck darin anschwitzen, das Fleisch samt Sauce zugeben, mit Pfeffer, Ingwer und Nelken würzen, kurz einköcheln lassen und mit einem Schuss Essig abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-004-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling">Hier ist nicht das Gewürz gemeint, sondern der Name des Gerichts selbst: eine dunkle, würzige, mit Brot gebundene Sauce zu Fleisch.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-004-orig" n="brie" resp="#fyndling">Schwäbisch-augsburgisch für 'Brühe' oder 'Sud', nicht der Käse Brie. Im Kochbuch der Sabina Welserin ein häufig verwendetes Wort.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-004-orig" n="rúckin brott" resp="#fyndling">Roggenbrot, hier über dem Feuer schwarz geröstet, damit es der Sauce eine dunkle Farbe und Bindung gibt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-004-orig" n="einzúmachenn" resp="#fyndling">Einmachen meint hier nicht Einwecken im modernen Sinn, sondern das Herstellen einer würzigen, mit Essig haltbar gemachten Sauce, in der das Fleisch eingelegt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-004-orig" n="tail" resp="#fyndling">Als 'Teil' im Sinn von Anteil/Portion gelesen: 'zwei Teile Wasser, ein Teil Wein' ist ein klassisches Mischverhältnis zum Garen von Fleisch, wie es in zeitgenössischen Kochbüchern häufig vorkommt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#tail"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-004-orig" n="vnnd jn wein" resp="#fyndling">Der Text nennt nur beim Wasser einen bezifferten Anteil ('zwaý tail' = zwei Teile); beim Wein fehlt das Wort 'tail' - es steht nur 'vnnd jn wein' (und in Wein), ohne genannten Anteil. Naheliegend ist eine Ellipse: gemeint ist implizit 'ain tail wein' (ein Teil Wein), wie es das Muster ähnlicher Rezepte im Corpus zeigt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ganzer Wildschweinkopf wird in Wasser weichgegart und danach mit einer gebundenen Gewürzbrühe serviert - wahlweise schwarz mit Kirschsatz oder gelb (die gelbe Variante wird im Text angekündigt, aber nicht mehr ausgeführt). Die dunkle Weinbrühe aus gebräuntem Mehl, Wein, Kirschsatz, Gewürzen, Rosinen und Zibeben liegt in der Nähe der später geläufigen süß-sauren Bratensauce, wie man sie etwa vom rheinischen Sauerbraten kennt - nur dass hier Kirschsatz statt Lebkuchen für Farbe und Säure sorgt. Die aufwendige Präsentation eines ganzen Kopfes gehört in die verbreitete Tradition festlicher Kopf-Gerichte an vornehmen Tafeln.

Der Wein ist ein Trick, kein Sud. Der Kopf gart vollständig in Wasser; erst danach wird er auf dem Rost mit Wein bestrichen. Das durchdringt das Fleisch nicht wie ein echter Weinsud, sondern erzeugt nur den äußeren Eindruck - der Text sagt das selbst offen: 'so went man, er sey jm wein gesotten' (so glaubt man, er sei im Wein gesotten).

kersseltz bleibt offen. Der schwärzende Zutat ist im überlieferten Wortschatz sonst nicht belegt. Für die Praxis empfiehlt sich ein dunkler, eingekochter Kirschsaft oder ein Kirschkonzentrat - das ergibt die im Text verlangte schwarze Farbe und passt zur schwäbischen Lautform 'Kersch' für Kirsche. Eine belastbare historische Alternative gibt es nicht; jede andere Deutung bliebe reine Spekulation.

Praxis. Den Kopf in reichlich Wasser mehrere Stunden weichkochen, bis sich das Fleisch von den Knochen löst. Auf einen Rost legen und mit Wein bestreichen. Für die schwarze Brühe Schmalz erhitzen, einen Löffel Mehl darin bräunen, mit Wein und Kirschsatz ablöschen, Zucker, Ingwer, Pfeffer, Gewürznelken und Zimt einrühren, dazu Rosinen und entkernte Zibeben sowie klein geschnittene Mandeln geben. Abschmecken und in der gewünschten Dicke servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-005-orig" n="brielin" resp="#fyndling">Brühlein, eine kleine, gebundene Sauce, die über das gegarte Fleisch gegeben wird. Kein Bezug zum französischen Weichkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-005-orig" n="treffen" resp="#fyndling">Hier im Sinn von 'mit Wein bestreichen/begießen' - ein Trick, damit der Kopf aussieht, als sei er im Wein gegart worden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-005-orig" n="kersseltz" resp="#fyndling">Zusammengesetzt aus 'kers' (Kirsche, frühnhd. 'kersche/kirsche') und 'seltz' (Sülze bzw. eingekochtes Dickobst) - Kirsch-Sülze oder Kirschmus, das die Brühe schwärzt. Kein Wortlaut-Beleg in externen Wörterbüchern, aber corpus-intern gut gestützt: saw-046 übersetzt bloßes 'seltz' im selben Buch eindeutig als Sülze, saw-007/saw-007a lesen 'kersseltz' konsequent als Kirschmus.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kersseltz"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-005-orig" n="ziwiben" resp="#fyndling">Zibeben, große getrocknete Weinbeeren, im Buch neben den kleineren 'weinber' (Rosinen) genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-005-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Zimt, wörtlich 'Zimmet-Röhrlein' nach der gerollten Form der Zimtstangen - einer der häufigsten Begriffe im ganzen Buch.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-005-orig" n="dünckt" resp="#fyndling">Von 'dünken' = scheinen/erscheinen, nicht von 'dick'. 'wie es dich gút dúnckt' heißt 'wie es dir gut scheint' - dieselbe Ermessens-Formel findet sich wortnah auch in mon-167 ('als vill dich bedunckt das dw sein genugen habst') und so1-129 ('so uil als dich dunckt gnuog').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-005-orig" n="kersseltz" resp="#fyndling">Als Kompositum aus 'kers' (Kirsche) und 'seltz' (Sülze/Dickobst) gelesen: eine Kirsch-Sülze bzw. ein Kirschmus, das die Brühe schwärzt - gestützt durch die schwäbische Lautform 'Kersch' für Kirsche, durch saw-046 (bloßes 'seltz' im selben Buch eindeutig als Sülze übersetzt) und durch saw-007/saw-007a (dieselbe Zusammensetzung konsequent als Kirschmus gelesen).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kersseltz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-005-orig" n="dich" resp="#fyndling">Als Pronomen 'dich' (dir) gelesen: 'wie es dich gút dúnckt' = 'wie es dir gut scheint' - eine Ermessens-Formel am Rezeptende, passend zu 'versuchs' (probiere/koste). Dieselbe wortnahe Formel ('...dich dunckt/bedunckt...') findet sich auch in mon-167 und so1-129.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#dich"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine safrangelb gefärbte, gebundene Bratensauce zu Wildbret oder Fleischgerichten - die helle Schwester des in saw-005 beschriebenen "schwarzen Brühleins". Dieselbe Grundsauce (Schmalz-Mehl-Bindung, Wein, Gewürze), nur mit Safran statt der schwärzenden Kirsch-Sülze gefärbt und ohne Nelken gewürzt.

Die vorausgesetzte Basis. Der Text setzt die Zubereitung des "schwarzen Brühleins" (saw-005) voraus und beschreibt nur die Abweichung. Dort wird zunächst Schmalz erhitzt und ein Löffel Mehl darin gebräunt, dann mit Wein aufgegossen und mit Zucker, Ingwer, Pfeffer, Zimt sowie Rosinen/Zibeben und Mandeln gewürzt. Für die gelbe Variante entfällt die dort genannte Kirsch-Sülze zugunsten von Safran, und die Nelken werden weggelassen, damit die Sauce heller und dezenter bleibt als die schwarze Version.

Praxis. Die Roux-Basis nach saw-005 ansetzen, mit Wein ablöschen, mit Safran statt der Kirsch-Sülze färben, die übrigen dort genannten Gewürze außer den Nelken zugeben und einkochen lassen, bis die Sauce bindet. Ohne saw-005 lässt sich dieses Rezept nicht eigenständig nachkochen - es beschreibt ausdrücklich nur den Unterschied zur Basissauce.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-006-orig" n="brielin" resp="#fyndling">Verkleinerungsform von 'brie' (Brühe/Sauce), also ein kleines, gebundenes Brühlein - keine Verbindung zum Käse Brie oder zu 'Brei'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-006-orig" n="schwartz brielin" resp="#fyndling">Verweist auf saw-005 ("Wildschweinkopf mit schwarzer Weinbrühe"), das unmittelbar vorausgehende Rezept derselben Handschrift und die hier vorausgesetzte Basissauce. Sie wird hier nicht wiederholt, nur die Abweichung (Safran statt Kirsch-Sülze, ohne Nelken) wird genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-006-orig" n="seltz" resp="#fyndling">Sülze bzw. Fruchtmus - hier vermutlich verkürzt aus 'kersseltz' (Kirsch-Sülze), der Zutat, die im 'schwarzen Brühlein' (saw-005: 'ain gúten kersseltz, das es schwartz werd') dessen dunkle Färbung erzeugt. Nicht 'Salz': saw-046 übersetzt bloßes 'seltz' im selben Buch ebenfalls als 'Sülze', saw-007/saw-007a 'kersseltz' konsequent als 'Kirschmus'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-006-orig" n="negellin" resp="#fyndling">Gewürznelken - für die gelbe Variante werden sie ausdrücklich weggelassen, damit die Sauce hell und safrangelb bleibt statt dunkel gewürzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-006-orig" n="seltz" resp="#fyndling">Als 'Kirsch-Sülze' bzw. Kirschmus gelesen - vermutlich eine Kurzform von 'kersseltz', der Zutat, die laut dem vorausgehenden 'schwarzen Brühlein' (saw-005: 'ain gúten kersseltz, das es schwartz werd') dessen dunkle Färbung erzeugt. Die Anweisung heißt dann: anstelle der Kirsch-Sülze wird Safran genommen, um die Sauce gelb statt schwarz zu färben.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebratener Rehschlegel mit einer dickflüssigen, mit geröstetem Lebzelten gebundenen Wein-Frucht-Gewürzsauce - der Vorläufer der bis heute zu Wildbraten gereichten Lebkuchensauce, vor allem im fränkisch-bayerischen Raum lebendig. Entfernt verwandt ist der Rheinische Sauerbraten, dessen Sauce ebenfalls mit Printen gebunden wird.

Die Sauce. Rainfal-Wein und Kirschmus werden miteinander verrieben, während separat ein Lebzelten in Schmalz geröstet wird - das gewürzte Gebäck liefert Bindung und Aroma zugleich, ähnlich der Brot- oder Semmelbindung in anderen Saucen der Zeit. Äpfel, Mandeln, Gewürznelken, Zimt, Ingwer, Rosinen, Pfeffer und Zibeben werden geschnitten und gemeinsam mit dem Lebzelten eingekocht, bis eine dicke, homogene Würzsauce entsteht.

Schweinskopf-Variante. Der Text überträgt ausdrücklich nur die Zubereitungsart ("ainmachen"), nicht zwingend dieselbe Sauce: Für den Schweinskopf steht nur, dass er ebenso in einem Sud aus zwei Teilen Wasser und einem Drittel Essig gesotten wird. Ob die Wein-Frucht-Sauce am Ende auch über den Kopf gegossen wird, lässt der Text offen - die Übersetzung folgt hier bewusst nur dem, was dasteht, statt das aufzulösen.

Praxis. Die Rehkeule spicken, damit sie beim mehrstündigen Braten nicht austrocknet. Parallel Rainfal (Ersatz: Malvasier oder ein süßer Weißwein wie Sauternes) mit Kirschmus verreiben, den Lebzelten in Schmalz anrösten und mit den geschnittenen Früchten und Gewürzen zusammen einkochen, bis die Sauce dick wird. Erst beim Anrichten über das gebratene Fleisch gießen. Für die Schweinskopf-Variante: den Kopf in einem Sud aus zwei Teilen Wasser und einem Drittel Essig gar sieden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="rechschlegel" resp="#fyndling">Rehschlegel, die Keule vom Rehwild - ein geschätztes Wildbret-Stück.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="rainfal" resp="#fyndling">Rainfal, ein süßer italienischer Wein aus der Malvasier-Familie, im 16. Jahrhundert ein teurer Import über Venedig.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="kersseltz" resp="#fyndling">Vermutlich ein Kirschmus oder Kirschpaste, die mit dem Rainfal-Wein zu einer Sauce verrührt wird. Die genaue Bedeutung ist unsicher, siehe interpretive_choices.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kersseltz"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="lezelten" resp="#fyndling">Lebzelten, ein würziges Honig-Gewürzgebäck, das hier geröstet und der Sauce als Geschmacksträger und Bindemittel beigegeben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="negellach" resp="#fyndling">Nägelein, also Gewürznelken. Die Endung -lach ist die im Augsburgischen übliche Sammel-/Pluralform.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Zimt, wörtlich 'Zimmet-Röhrlein' (die gerollten Zimtstangen) - der im Buch am häufigsten verwendete Begriff für dieses Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="ziwiben" resp="#fyndling">Zibeben, große getrocknete Weinbeeren, im Text von den kleineren 'weinber' (Rosinen) unterschieden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="ainmachen" resp="#fyndling">'Einmachen' meint hier keine Konservierung, sondern eine Zubereitungsart: Braten und mit einer reich gewürzten Wein-Frucht-Sauce anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007-orig" n="haimisch" resp="#fyndling">Nach Schmeller (Augsburgisch/bairisch) bezeichnet 'haimisch' zahmes/domestiziertes Vieh im Gegensatz zu wildem (etwa 'haimische Enten' vs. wilde) - der Nachsatz 'haimischen kopff' grenzt damit vermutlich Hausschwein gegen Wildschwein ab.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007-orig" n="aingemachten" resp="#fyndling">Als Zubereitungsart gelesen: ein 'zubereiteter/angerichteter' Rehschlegel, dessen Kennzeichen die reich gewürzte Wein-Sauce ist - nicht 'eingemacht' im Sinne von Haltbarmachen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007-orig" n="kersseltz" resp="#fyndling">Als 'Kirschmus/Kirschpaste' gelesen, die zusammen mit dem Rainfal-Wein zur Sauce verrührt wird - gestützt durch Goetze ('kers' = Kirsche) und das augsburgische Wörterbuch ('keasper' = Kirsche), beide ortsnah zu diesem Buch.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kersseltz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007-orig" n="haimischen kopff" resp="#fyndling">Nach Schmeller (Augsburgisch/bairisch) bezeichnet 'haimisch' zahmes/domestiziertes Vieh im Gegensatz zu wildem (vgl. 'haimische Enten' vs. wilde) - der Nachsatz grenzt damit vermutlich Hausschwein gegen Wildschwein ab, nicht 'im eigenen Haushalt geschlachtet'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-007a-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gespickter, langsam gebratener Rehschlegel, übergossen mit einer süßen Frucht-Würz-Sauce aus Rainfal-Süßwein, Kirschmus, in Schmalz geröstetem Lebzelten, Äpfeln, Mandeln, Nelken, Zimt, Ingwer, Rosinen und Zibeben. Diese Kombination aus Wildbraten und einer mit geröstetem Lebkuchen gebundenen, süß gewürzten Fruchtsauce ist die unmittelbare Vorstufe der bis heute in der deutschen Küche verbreiteten Lebkuchen- bzw. Pfefferkuchensauce zu Wildbraten - bekanntestes Beispiel ist die Rosinen-Lebkuchen-Sauce des rheinischen Sauerbratens, hier allerdings ohne dessen typischen Essig-Marinier-Schritt. Die Bindung über geröstetes Lebzelten statt über eine Mehlschwitze ist genau das Merkmal, das diese Saucenfamilie bis heute von anderen Bratensaucen unterscheidet.

Der Begriff 'kersseltz' für die Frucht-Basis der Sauce bleibt sprachlich unsicher. Die Lesart Kirschmus ist durch den Wortstamm 'kers-' (Kirsche) in mehreren zeitgenössischen Wörterbüchern gut gestützt und passt kulinarisch klar zur Wein-Frucht-Sauce, wird im Korpus selbst aber nicht eindeutig belegt - eine offene Frage, keine gesicherte Tatsache.

Der Text macht keine Angabe zum Garzustand des Rehschlegels ('brat jn fein gemach' meint nur die Brathitze, nicht die Kerntemperatur) und keine Angabe zur Garzeit des Wasser-Essig-Suds für die Schweinsköpfe (genannt ist nur das Mengenverhältnis, zwei Teile Wasser, ein Teil Essig).

Praxis. Den Rehschlegel spicken und bei mäßiger Hitze langsam durchbraten, bis eine sichere Kerntemperatur erreicht ist - von rosa serviertem Wildbret raten wir hier ab, auch wenn der Text selbst dazu schweigt und ein saftiger, nicht durchgegarter Schlegel im 16. Jahrhundert nicht auszuschließen wäre. Parallel Rainfal-Wein und Kirschmus verrühren, den in Schmalz gerösteten Lebzelten dazugeben - er quillt in der Flüssigkeit und dickt die Sauce ein -, dazu klein geschnittene süße Äpfel, ganze Mandeln, Nelken, Zimt, Ingwer, Rosinen, Pfeffer und Zibeben geben und alles zusammen aufkochen. Die Sauce erst beim Anrichten über das Fleisch gießen, das hält die Kruste knusprig. Für die Schweinskopf-Variante die Köpfe in einem Sud aus zwei Teilen Wasser und einem Teil Essig lang und vollständig durchsieden, bis sich das Fleisch von den Knochen löst - beim Wildschweinskopf ist das zusätzlich aus Lebensmittelsicherheit wichtig, wegen des möglichen Trichinen-Risikos bei unzureichendem Garen. Weder Ofen noch Kühlung sind nötig: Braten am Spieß oder im Kessel und das Aufkochen der Sauce lassen sich vollständig am offenen Feuer führen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="rechschlegel" resp="#fyndling">Der Rehschlegel ist die Keule des Rehs, ein klassisches Braten- und Festtagsstück.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="aingemachten" resp="#fyndling">‚Eingemacht' meint hier eine Zubereitungsart: das Fleisch wird mit einer angemachten Würz- und Fruchtsauce serviert, nicht in einem Gefäß konserviert.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="rainfal" resp="#fyndling">Rainfal (auch Rainfel, Reinfal) war ein süßer italienischer Wein aus der Malvasier-Familie, im 16. Jh. ein beliebtes Import-Luxusgut.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="kersseltz" resp="#fyndling">Unsicherer Begriff, vermutlich ein eingekochtes Kirschmus oder eine Kirschpaste, die mit dem Wein verrührt wird. Im Korpus sonst nicht belegt.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kersseltz"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="rest" resp="#fyndling">Entrundung ö→e: 'rest' steht hier für 'röst' (rösten), nicht für 'Rest' im Sinn von Überbleibsel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="gemach" resp="#fyndling">Hier Adverb ('langsam, gemächlich'), nicht das Substantiv 'Gemach' (Zimmer) - 'brat jn fein gemach' heißt 'brate ihn schön langsam'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="lezelten" resp="#fyndling">Lebzelten, ein gewürztes Backwerk ähnlich Lebkuchen, wurde hier in Schmalz geröstet und als Bindemittel für die Sauce verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="negellach" resp="#fyndling">Gewürznelken, in der schwäbischen Schreibung mit der Sammelendung -lach.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Zimt (von 'Zimmet-Röhrlein', den gerollten Zimtstangen) - ein für dieses Kochbuch typischer Begriff.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="zýwiben" resp="#fyndling">Zibeben, große getrocknete Weinbeeren, im Text neben den kleineren Rosinen (weinber) als eigene Zutat genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="tritail" resp="#fyndling">Hier im Sinn von 'Drittel' zu lesen: ein Drittel Essig neben zwei Teilen Wasser als Sudverhältnis.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-007a-orig" n="schweinskepff" resp="#fyndling">Schweinsköpfe, sowohl vom Wildschwein als auch vom Hausschwein, wurden nach dem gleichen Verfahren wie das Wildbret eingemacht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007a-orig" n="kersseltz" resp="#fyndling">Wir lesen 'kersseltz' als Kirschmus oder eine ähnliche eingekochte Kirschpaste, die mit dem Rainfal-Wein verrührt wird, um die Sauce zu binden und zu süßen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#kersseltz"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007a-orig" n="aingemachten" resp="#fyndling">Wir lesen 'aingemachten' als Bezeichnung einer Zubereitungsart: das Wildbret wird mit einer angemachten Würz- und Fruchtsauce serviert, entsprechend der allgemeinen Bedeutung von 'ein gemacht' im Korpus.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007a-orig" n="Garzustand Rehschlegel" resp="#fyndling">Wir empfehlen, den Rehschlegel bis zu einer sicheren Kerntemperatur durchzubraten, kein rosa serviertes Wildbret.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-007a-orig" n="Garzeit Wasser-Essig-Sud (Schweinsköpfe)" resp="#fyndling">Wir empfehlen langes, vollständiges Durchsieden, bis sich das Fleisch von den Knochen löst - beim Wildschweinskopf zusätzlich aus Lebensmittelsicherheit wegen möglichen Trichinen-Risikos.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine weinig-süßsaure, safrangelbe Apfelsauce zu Wildbret und kleinem Wildgeflügel - näher verwandt mit der bis heute üblichen Apfelbeilage zur Martinsgans als mit schlichtem modernem Apfelmus, aber schärfer gewürzt und weinsauer statt nur süß. Im Welserin-Buch steht sie neben zwei weiteren „gelben Brühlein" über Wildbret, die statt der Äpfel mit einer Mehlschwitze gebunden sind - gleiche Zweckbestimmung, anderes Bindemittel.

Die Bindung der Sauce kommt allein von den geriebenen Äpfeln - kein Mehl, kein Ei wird genannt.

Praxis. Äpfel schälen und auf einem Reibeisen fein reiben, dann in heißem Schmalz kurz anrösten (im Original „resten" - eine für dieses Buch typische Lautform von „rösten", nicht zu verwechseln mit „rasten"=ruhen). Mit Wein ablöschen, Zucker, Zimt, Safran und Ingwer zugeben und offen einköcheln lassen, bis die Sauce durch die Äpfel selbst bindet. Die kleinen Vögel getrennt zuerst kurz sieden, danach im Schmalz braten - das sichert die Durchgarung und gibt zugleich Röstfarbe. Mengen und Garzeiten nennt die Vorlage nicht - „eine Weile sieden" ist wörtlich die einzige Zeitangabe.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-008-orig" n="brielin" resp="#fyndling">Diminutiv von 'brie' = kleine Brühe oder Sauce, hier eine gebundene, safrangelbe Apfelsauce zu Wildbret. Kein Käse, keine moderne 'Brei'-Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-008-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Schwäbische Kurzform von 'zimerrerlach' (Zimt-Röhrlein) - meint schlicht Zimt, gerollt in Stangenform.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-008-orig" n="riebeissen" resp="#fyndling">Reibeisen, das Küchengerät zum Zerkleinern der Äpfel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-008-orig" n="klaine vegellen" resp="#fyndling">Kleine Vögel, im 16. Jahrhundert vermutlich Singvögel wie Lerchen oder Drosseln, die als Delikatesse galten. Heute EU-weit geschützt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-008-orig" n="resten" resp="#fyndling">Für dieses Buch typische Lautform von 'rösten' (Entrundung ö→e, vgl. 'ellig'=ölig), hier zweimal verwendet: Äpfel in Schmalz anrösten lassen, Vögel in Schmalz braten/rösten. Nicht zu verwechseln mit 'rasten'=ruhen, worauf allgemeine Wörterbücher ohne Korpusabgleich fehlleiten können.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-008-orig" n="saffera" resp="#fyndling">Als Safran gelesen, die im Buch übliche Farb- und Würzzutat für gelbe Brühen und Saucen (vgl. 'ain gelbs brielin').</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gebundene, mit Ingwer, Pfeffer und Safran gewürzte Bratensauce für Wildbret oder Geflügel - die funktionale Vorfahrin heutiger gebundener Wildsaucen (Mehlschwitze, Wein, Fond), aber nicht mit ihnen identisch. Der safrangelbe Farbton und die Ingwer/Pfeffer-Würzung unterscheiden sie von der heutigen Standardrezeptur.

Praxis. Schmalz in einer Pfanne erhitzen und darin ein wenig Mehl anrösten - das nimmt dem rohen Mehl den Geschmack und bereitet die Bindung vor. Mit einem Schluck Wein ablöschen, dann die dreifache Menge fertige Fleischbrühe angießen: die Flüssigkeit löst die Röstung von der Pfanne, und die Sauce bindet beim Aufkochen. Ingwer und Pfeffer dazugeben, zuletzt mit Safran gelb färben ("gilben"). Ergibt eine dünne, safrangelbe Bratensauce - kein Ofen, kein Passieren nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-009-orig" n="brielin" resp="#fyndling">Brühlein, eine kleine, gebundene Würzsauce - im Buch der Sabina Welserin ein sehr häufiger Begriff für Saucen dieser Art.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-009-orig" n="gilbts" resp="#fyndling">Von 'gilben' - mit Safran gelb färben. Diese Formel steht im Buch der Sabina Welserin zwölfmal als Abschlussschritt bei gelben Saucen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-009-orig" n="vegellen" resp="#fyndling">Kleine Vögel bzw. Geflügel, hier als Alternative zum Wildbret genannt, über das die Sauce gegeben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-009-orig" n="jmber" resp="#fyndling">Ingwer, eines der Standardgewürze in dieser Sauce neben Pfeffer.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dunkel gebundenes Gänse-Innereien-Voressen („Fürhess“): Gänseblut und geröstetes Roggenbrot binden gemeinsam eine bis zu drei Stunden eingekochte Pfeffersauce mit Zucker, Ingwer, Zimt, Nelken und angeschmalzter Zwiebel. Der Text nennt keinen Essig und keine andere Säure - das Gericht ist damit keine direkte Vorstufe des heutigen sauren „Schwarzsauer“, sondern gehört zur breiteren Familie dunkler, blutgebundener Saucen dieser Zeit (vergleichbar etwa mit einem Hecht in schwarzer Sauce aus demselben Korpus). Von den lebenden Verwandten teilen sowohl das norddeutsch-rheinische Schwarzsauer als auch die französische Civet-Tradition das Bindeprinzip aus Blut und Röstbrot, unterscheiden sich aber in der Würzrichtung: hier süß-warm statt sauer.

Zur Blutbindung. Der Text lässt Blut zweimal in die Sauce - einmal beim ersten Sieden mit den Innereien, ein zweites Mal vor dem bis zu dreistündigen Köcheln der fertigen Pfeffersauce. Modernes Handwerk zur Blutbindung (Civet, Hasenpfeffer) rührt Blut dagegen erst kurz vor Schluss bei reduzierter Hitze ein, weil längeres Kochen die Blutproteine körnig werden lässt statt sie seidig zu binden. Der Text selbst thematisiert diese Spannung nicht, und es bleibt offen, ob die zuerst mitgekochten Blutstücke überhaupt als Bindung gedacht sind oder eher als Geschmacksträger, die später mitverwendet werden. Das geröstete Roggenbrot bindet zusätzlich über die Stärke und dürfte die gröbere Blutbindung abmildern - eine wirklich seidige Sauce wie in modernen Referenzen ist mit dieser Methode aber nicht sicher zu erwarten.

Praxis. Blut, Füße, Flügel, Magen und Hals in halb Wasser und halb Wein aufsetzen und sieden - der Text nennt keine Garprobe oder Zeitangabe, aus Gründen der Lebensmittelsicherheit bei rohem Geflügel und rohem Blut aber vollständig durchgaren, bis sich das Fleisch von den Knochen löst. Roggenbrot reiben und in Schmalz anrösten. Ein zweites Mal Gänseblut dazugeben, dazu Wein und etwas von der Kochbrühe, dann mit Zucker, Ingwer, Pfeffer, Zimt und Gewürznelken würzen und die Sauce bis zu drei Stunden bei mäßiger Hitze köcheln lassen - das Feuer braucht während dieser Zeit durchgehende Aufsicht. Getrennt davon etwas Zwiebel in Schmalz anrösten und dieses Schmalz zum Schluss unter die fertige Sauce rühren. Beim Anrichten noch etwas Ingwer darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-010-orig" n="Fúrhesß" resp="#fyndling">Schwäbisches Wort für ein Voressen, ein Gericht aus Innereien in eigener dunkler Sauce, das als eigener Gang serviert wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-010-orig" n="schwaiß" resp="#fyndling">Bezeichnet in der Jägersprache und in Kochtexten dieser Zeit Blut, hier ausdrücklich das Blut der Gans zur Bindung der Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-010-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Kurzform für 'zimerrerlach', wörtlich Zimt-Röhrlein, also gerollte Zimtstangen. Steht im Buch oft allein in Gewürzaufzählungen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-010-orig" n="brie" resp="#fyndling">Brühe oder Brühlein, hier die Flüssigkeit, in der die Gans gekocht wurde. Nicht der Käse Brie.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-010-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Zimt, als Kurzform des im Buch häufigen 'zimerrerlach' (Zimt-Röhrlein).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-010-orig" n="Garzeit/Garzustand des ersten Siedens (Blut, Füße, Flügel, Magen, Hals)" resp="#fyndling">Der Text nennt nur 'seúds' ohne Garprobe oder Zeitangabe. Aus heutiger Lebensmittelsicherheitssicht (rohes Geflügel, rohes Blut) empfiehlt sich vollständiges Durchgaren, bis das Fleisch von den Knochen löst.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit angeröstetem Mehl gebundene Wein-Brühe-Sauce mit Gewürz - im Kern ein Roux, mit Wein statt reiner Brühe abgeschmeckt. Mehl in Fett anrösten, mit Flüssigkeit ablöschen und würzen ist im Buch eine verbreitete Bindetechnik und lebt bis heute in der Bratensauce zu Wild und Braten fort.

Woher kommt das "Gelb"? Das Rezept nennt nur knapp "gewirtz" (Gewürz), ohne es aufzuschlüsseln. Der fast textgleiche Zwilling saw-009 im selben Buch beschreibt dieselbe Grundzubereitung und endet ausdrücklich mit "gilbts" (Safran-Gelbfärbung) - dieselbe Formel steht im Buch zwölfmal als letzter Schritt bei gelben Saucen. Auch die Zwillinge in anderen Büchern nennen Safran (Ménagier de Paris, "Poivre jaunet": "Nimm Ingwer und Safran") oder eine ausdrückliche Gelbfärbung (Martino, "Peperata gialla"). Das "gewirtz" hier dürfte also Safran mit einschließen, auch wenn das Wort in diesem Rezept nicht ausgeschrieben steht.

Tierisches oder pflanzliches Fett am Fasttag? Am Fasttag tauscht der Text ausdrücklich nur die Brühe (Fleischbrühe gegen Erbsenbrühe); zum Schmalz sagt er nichts. Ob an solchen Tagen deshalb automatisch ein Pflanzenfett gemeint war, lässt sich aus dem Text nicht entscheiden - für die Praxis bleibt das offen, der Text selbst schreibt an dieser Stelle kein Pflanzenfett vor.

Praxis. Gutes Mehl in Schmalz anrösten, bis es Farbe annimmt. Mit Wein und Fleischbrühe (an Fasttagen Erbsenbrühe) ablöschen und mit Gewürz abschmecken. Die Sauce ist in 15 bis 20 Minuten am Feuer fertig.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-011-orig" n="Gelben pfeffer" resp="#fyndling">'Pfeffer' meint hier keinen Gewürzpfeffer, sondern einen Gerichtstyp: eine dunkel-würzige, mit Brühe angerichtete Sauce. Die Bezeichnung 'gelb' kommt vermutlich nicht vom gerösteten Mehl, sondern von Safran: der fast textgleiche Zwilling saw-009 im selben Buch beschreibt dieselbe Grundzubereitung (Schmalz, Mehl anrösten, Wein, Fleischbrühe, Ingwer, Pfeffer) und schließt ausdrücklich mit 'gilbts' (Safran-Gelbfärbung) - eine Formel, die im Buch zwölfmal als letzter Schritt bei gelben Saucen steht. Auch die Zwillinge in anderen Büchern (men-281 'Poivre jaunet': 'Nimm Ingwer und Safran'; mar-116 'Peperata gialla') gehören zur selben internationalen Gerichtsfamilie und nennen Safran bzw. eine ausdrückliche Gelbfärbung. Das knappe 'gewirtz' in diesem Rezept dürfte also Safran mit einschließen, auch wenn das Wort hier nicht ausgeschrieben steht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-011-orig" n="fleschprie" resp="#fyndling">Zusammengesetzt aus 'flesch' (Fleisch) und 'brie' (Brühe/Sauce) - im Buch ist 'brie' durchweg mit dieser Bedeutung belegt, niemals als Käsename.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-011-orig" n="fastag" resp="#fyndling">Ein kirchlicher Fasttag, an dem Fleisch verboten war - deshalb wird die Fleischbrühe durch Erbsenbrühe ersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-011-orig" n="gewirtz" resp="#fyndling">Das knapp gehaltene 'gewirtz' dürfte Safran mit einschließen, nicht nur ein unspezifisches Gewürz. Der buchinterne Zwilling saw-009 beschreibt dieselbe Grundzubereitung fast wortgleich und endet ausdrücklich mit der Safran-Gelbfärbungsformel 'gilbts'; dieselbe Gerichtsfamilie ('Gelber Pfeffer'/'Poivre jaunet'/'Peperata gialla') nennt auch in Ménagier de Paris (men-281) und bei Martino (mar-116) Safran bzw. eine explizite Gelbfärbung als festen Bestandteil.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-011-orig" n="wein (Farbe)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Weinfarbe, daher bleibt 'Wein' hier bewusst unspezifiziert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-011-orig" n="schmaltz (im Fastag-Kontext)" resp="#fyndling">Da im Rezept für den Fasttag nur die Brühe ausgetauscht wird, übersetzen wir 'schmaltz' wörtlich als Schmalz, da der Text keine Änderung dafür anordnet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein direkter Vorfahr der Sülze bzw. des Presskopfs (englisch head cheese/brawn, französisch fromage de tête, italienisch coppa di testa): der komplett entbeinte, gewürzte und in die eigene Schwarte zurückgepackte Kopf presst sich über Nacht im Tuch fest und wird am nächsten Tag aufgeschnitten serviert. Die Besonderheit gegenüber der klassischen Sülzform: es kommt keine separate Form zum Einsatz, sondern die Kopfform selbst dient als Hülle - der Kopf soll am Ende wieder unversehrt aussehen.

Warum der Kopf von selbst bindet. Das lange Sieden in Wasser und Wein löst aus Schwarte, Ohren und Knorpel Kollagen, das sich in der Kochbrühe sammelt. Genau diese Brühe wird im Rezept genutzt, um das gehackte, gewürzte Fleisch vor dem Wiedereinpacken noch einmal heiß zu machen - dabei nimmt die Masse die gelöste Gelatine mit auf. Beim Abkühlen im Tuch geliert sie und hält den Kopf zusammen; das Tuch presst zusätzlich in Form, ersetzt aber nicht die Bindung selbst.

Warum die Knochen möglichst zusammenbleiben sollen. Der Text mahnt, beim Entbeinen darauf zu achten, dass die Knochen möglichst zusammenbleiben - das erleichtert sauberes Arbeiten und verhindert, dass Knochensplitter im fertigen Gericht zurückbleiben, hat aber keinen Effekt auf die spätere Form, die allein durch Schwarte und Tuch vorgegeben wird.

Praxis. Kopf beim Metzger vorbestellen, in Wasser und reichlich Wein weich sieden. Fleisch vom Knochen lösen, Schwarte vorsichtig abziehen, das übrige Fleisch fein hacken und mit Pfeffer, Ingwer, wenig Nelken, Muskat und Safran würzen. In der Kochbrühe nochmals heiß werden lassen, dann auf die ausgebreiteten Schwarten streichen und mit den restlichen Schwarten bedecken, bis der Kopf wieder ganz aussieht. Schnauze, Ohren und Zähne lassen sich durch das Tuch nach außen führen und das Tuch fest darum binden. Der Text nennt keine Kühlangabe für die Nacht im Tuch - da es sich um gegartes Fleisch handelt, empfiehlt sich eine Lagerung im Kühlschrank oder einer Kühlbox statt bei Raumtemperatur.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-012-orig" n="angelegten" resp="#fyndling">Wörtlich 'angelegt' im Sinne von 'zusammengesetzt, wieder aufgebaut'. Der Kopf wird entbeint und in seiner eigenen Schwarte neu geformt, bis er wieder wie ganz aussieht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-012-orig" n="brie" resp="#fyndling">Die Brühe, in der der Kopf gekocht wurde. Hier dient sie dazu, das gehackte Fleisch vor dem Zusammensetzen noch einmal heiß und geschmeidig zu machen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-012-orig" n="riessel" resp="#fyndling">Die Schnauze (Rüssel) des Kopfes.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-012-orig" n="gescherb" resp="#fyndling">Vermutlich eine kalte Pastete oder Teighülle, gefüllt mit Äpfeln, Mandeln und Rosinen, die zum Kopf gereicht wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-012-orig" n="schwart" resp="#fyndling">Die Schwarte, also die Haut des Schweinskopfs samt anhaftendem Fett - dient hier als äußere Hülle, in die das gehackte Fleisch wieder eingeschlagen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-012-orig" n="bret" resp="#fyndling">'Das gehackt bret' ist vermutlich nicht 'Brett', sondern das bis heute gebräuchliche Fachwort 'Brät' - gehacktes, gewürztes Füllfleisch, wie es auch für Wurst verwendet wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-012-orig" n="airen" resp="#fyndling">Als 'Ohren' gelesen, da im selben Satz Schnauze und Zähne als weitere vorstehende Kopfteile genannt werden, die beim Einbinden ins Tuch besondere Behandlung brauchen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-012-orig" n="gescherb" resp="#fyndling">Als kalte Pastete bzw. Teighülle mit Apfel-Mandel-Rosinen-Füllung gelesen, passend zur im Korpus belegten Bedeutung von 'scherben' als aus Teig geformte Pastetenhülle. Corpus-Parallelen in ka1-001 und weiteren Rezepten mit fast wortgleicher Formulierung stützen diese Lesart unabhängig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-012-orig" n="Lagertemperatur (über Nacht im Tuch)" resp="#fyndling">Gekühlt lagern (Kühlschrank oder Kühlbox), da gegartes Fleisch über 8-12 Stunden bei Raumtemperatur ein Hygienerisiko wäre - das ist die für die Praxis empfohlene Lösung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kleine Vögel werden mit einer Ei-Gewürz-Masse gefüllt, mit Kopf und Füßen dran an den Spieß gesteckt, über offenem Feuer gebraten und danach mit einer süßen Weinbrühe aus Rainfal übergossen serviert. Der lebende Nachfahre ist die gefüllte Wachtel am Spieß, wie sie noch heute in der gehobenen Küche als Ganzvogel-Gericht auf den Tisch kommt; Poussin oder Cornish Hen folgen im Größeren demselben Prinzip.

Der Fingergriff. „ergreiff sý mit ainem finger vnnd fils mit airen" beschreibt einen einzigen Handgriff, keine zwei getrennten Schritte: der Finger dient dem Einarbeiten der Ei-Füllung in die Vogelhöhle, nicht dem Ausnehmen von Innereien - das Transkript nennt kein Ausnehmen. Dieselbe Wendung für dieselbe Fülltechnik findet sich an anderer Stelle im Korpus (kkm-058: „mit einem Finger... durchgriffen und eingefüllet").

Garzustand. Der Text macht zum Garzustand nur eine Angabe: „nit zú tir" (nicht zu trocken). Wie lange gebraten werden soll oder wie man erkennt, dass Fleisch und Ei-Füllung innen durchgegart sind, bleibt offen.

Praxis. Wachteln oder kleine Täubchen als legale Alternative zu wildgefangenen Singvögeln mit einer Masse aus verquirltem Ei, gestoßenem Anis und Wacholderbeeren füllen - der Finger reicht als Werkzeug, um die Füllung in die Körperhöhle einzuarbeiten. Kopf und Füße dranlassen, am Spieß über mittlerer Glut etwa 30 bis 40 Minuten braten, bis Fleisch und Füllung durchgegart sind (Kerntemperatur mindestens 74 °C), unabhängig davon, wie trocken die Haut außen wirkt. Mit erwärmter süßer Rainfal-Brühe (ersatzweise Malvasier oder Sauternes) in der Schüssel übergießen und servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-013-orig" n="brie" resp="#fyndling">Brühe oder Sauce, hier eine süße Weinbrühe, die über die fertig gebratenen Vögel gegeben wird. Das Wort ist im Korpus breit belegt, u. a. mehrfach im Welserin-Buch selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-013-orig" n="rainfal" resp="#fyndling">Historischer süßer Wein aus der Malvasier-Familie, wurde im 16. Jahrhundert vor allem aus Italien importiert und war ein Luxusgetränk gehobener Haushalte.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-013-orig" n="gefilt" resp="#fyndling">Gefüllt, hier: mit Eiern und Gewürzen gefüllte kleine Vögel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-013-orig" n="waldvegellen" resp="#fyndling">Kompositum aus „wald" und „vögelein" (kleine Waldvögel). Die Lesart wird auch im Zwillingsrezept mha-138 („von klainen walt vogelein") unabhängig bestätigt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-013-orig" n="das sý nit schmecken" resp="#fyndling">Damit die Vögel nicht zu stark nach Wild schmecken, die Gewürze sollen den Wildgeschmack überdecken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-013-orig" n="nit zú tir" resp="#fyndling">Nicht zu trocken/dürr braten, 'tir' als Lautvariante von 'dürr'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-013-orig" n="nit zú tir (Garprüfung innen)" resp="#fyndling">Modern: Vögel und Ei-Füllung müssen vollständig durchgegart sein (Kerntemperatur, kein rohes Ei), unabhängig von der Trockenheit außen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Wildvogelgericht ganz ohne Mehl: Ein Teil der bereits gegarten kleinen Vögel wird zerstoßen und durch ein Tuch gestrichen, wodurch das eigene Fleisch zum Bindemittel für die Sauce wird. Das erinnert entfernt an das französische Salmis, bei dem Wildgeflügel ebenfalls mit einer aus den eigenen Resten gebundenen Sauce serviert wird.

Der Transkripttext nennt keine Flüssigkeit, mit der das gestoßene Fleisch vor dem Durchstreichen angefeuchtet wird - trocken durch ein Tuch zu pressen ist praktisch kaum möglich. Naheliegend ist, dass etwas von der Fleischbrühe aus dem ersten Sud dafür verwendet wurde, doch das steht nicht im Text; wer nachkocht, kann hier nach Augenmaß etwas Brühe zugeben, ohne dass das eine belegte historische Angabe wäre.

Praxis. Die kleinen Vögel zunächst in Fleischbrühe gar sieden. Einen Teil davon herausnehmen und im Mörser oder mit dem Pürierstab zerstoßen, mit Wacholderbeeren und Kümmel versehen und - bei Bedarf mit etwas von der Brühe verdünnt - durch ein Tuch streichen. Die entstandene sämige Masse würzen, in einer Pfanne kurz aufsieden lassen und über die restlichen gesottenen Vögel gießen. Alles gemeinsam noch einmal aufwallen lassen und heiß servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-014-orig" n="ainzúmachen" resp="#fyndling">'Einmachen' meint hier nicht Einwecken oder Haltbarmachen im modernen Sinn, sondern eine Zubereitungsart: die gegarten Vögel in einer eigens gebundenen, gewürzten Sauce anrichten. Dieselbe Bedeutung trägt das Wort auch in anderen Rezepten des Buches (z. B. saw-004, saw-007).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-014-orig" n="fegellen" resp="#fyndling">Kleine (Wild-)Vögel, vermutlich Drosseln oder ähnliches Federwild, wie es im 16. Jahrhundert häufig auf den Tisch kam.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-014-orig" n="fleschbrie" resp="#fyndling">Fleischbrühe: 'flesch' = Fleisch, 'brie' = Brühe oder gebundene Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-014-orig" n="krametper" resp="#fyndling">Wacholderbeeren. Der Wortstamm 'kramet-' steckt auch in 'Krammetsvogel', der alten Bezeichnung für die Wacholderdrossel, die sich von diesen Beeren ernährt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-014-orig" n="merser" resp="#fyndling">Ein großer Fleischmörser aus Stein oder Metall, nicht der kleine Gewürzmörser. Heute ersetzt ein Blender oder Pürierstab diesen Arbeitsschritt problemlos.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine ganze Gans, gefüllt mit Zwiebeln, geschälten Quitten, Birnen und Speck und am Spieß über offenem Feuer gebraten. Das Grundprinzip - süß-säuerliches Obst und Speck als Ausgleich zum fetten Gansfleisch, am Spieß ganz gegart - ist die direkte Vorstufe der heutigen fruchtgefüllten Festtagsgans mit Apfel-, Zwiebel- oder Quittenfüllung.

Die Füllung.

Zwiebeln, Quitten, Birnen und Speck in der Bauchhöhle sind Teil der Gartechnik, keine bloße Beilage: Das Fett aus dem Speck durchtränkt beim langen Braten die Füllung und bastet das Fleisch von innen, während Zwiebeln und Obst zusätzliche Feuchtigkeit und Süße abgeben. Das ist eine im 16. Jahrhundert verbreitete Füllungslogik für Geflügel, keine Besonderheit dieses einen Rezepts.

Praxis.

Die Gans wird mit der Zwiebel-Quitten-Birnen-Speck-Mischung gefüllt, an einen Spieß gesteckt und über gleichmäßiger Glut mehrere Stunden gebraten, dabei ständig gedreht. Der Text nennt weder Gardauer noch ein Fertigkeitsmerkmal - zur Kontrolle empfiehlt sich ein Fleischthermometer: Die Gans ist durch, sobald die dickste Stelle (Brust/Keule) mindestens 74°C Kerntemperatur erreicht. Ohne Drehspieß lässt sich die gefüllte Gans ersatzweise im Dutch Oven schmoren.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-015-orig" n="kittine" resp="#fyndling">Schwäbisch-alemannische Dialektform für Quitte (Cydonia oblonga), regional auch 'Kütte' oder 'Küttine' genannt. Die Wortfamilie ist über mehrere oberdeutsche Dialektwörterbücher belegt (u.a. Schmeller: 'kutten, die quitte', ahd. chuttina, mhd. kuttin; Heyne: 'kutinboum, kuttiniboum, quitin-boum'); auch mha-062 verwendet 'kutten' für Quitten in vergleichbarem Kontext. Die exakte Schreibung 'kittine' selbst ist im Wörterbuch kein Direkttreffer - ein Hapax im Buch.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-015-orig" n="geschinten" resp="#fyndling">Von 'schinden' = die Haut/Schale abziehen, hier: geschält.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-015-orig" n="spisß" resp="#fyndling">Der Bratspieß, an dem die Gans über dem offenen Feuer gedreht und gegart wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-015-orig" n="Gardauer/Gargrad" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Zeit noch Fertigkeitsmerkmal für die gefüllte Gans am Spieß - moderne Praxis empfiehlt eine Kerntemperatur von mindestens 74°C in der dicksten Stelle (Brust/Keule), mit Fleischthermometer kontrolliert.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zweiteiliges Gänsegericht: zuerst eine dunkle, mit Gänseblut gebundene Sauce für das Gänseklein (Füße, Hälse, Flügel), danach eine helle Zwiebel-Speck-Weißbrotsauce für die Gans selbst.

Die Blutbindung. Das Gänseblut wird nicht roh serviert, sondern beim Sieden mit den Gänseteilen, Wein und Wasser durch Hitze zum Gerinnen gebracht - dabei bindet und dunkelt es den Sud, ähnlich wie eine Legierung mit Ei, nur eben mit Blut. Das geröstete Roggenbrot verstärkt diese Bindung und die dunkle Farbe zusätzlich.

Die zweite Sauce. Für die helle Sauce wird geröstete (nicht eingeweichte) Semmel mit Wein durch ein Tuch gestrichen, ebenso die eigene Gänsebrühe - das entfernt die Krume und ergibt eine glatte, sämige Flüssigkeit ohne moderne Mehlschwitze. Angeröstete Zwiebeln und Speck liefern die Röstaroma-Basis.

Praxis. Beide Saucen sind am offenen Feuer in Topf und Pfanne machbar, ein Ofen wird nicht gebraucht. Das Blut sollte beim Sieden nur sanft gezogen, nicht stark gekocht werden - zu starke Hitze lässt es grob-körnig statt sämig gerinnen; der Text selbst nennt keine Hitzestufe. Ob die beiden Saucen am Ende zu einer verbunden oder als zwei getrennte Zubereitungen zur selben Gans serviert werden, lässt der Text offen - beide Lesarten sind mit dem Wortlaut vereinbar.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-016-orig" n="schwaiß" resp="#fyndling">Bedeutet hier nicht Schweiß, sondern das Blut der Gans. Blutsaucen wie diese sind eine typische spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Bindungs- und Färbetechnik, verwandt mit dem 'schwarzen Pfeffer'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-016-orig" n="rúgin brott" resp="#fyndling">Roggenbrot wird hier gerieben und in Schmalz geröstet, um den Sud zu binden und ihm eine dunkle Farbe zu geben - eine Alternative zur Bindung mit Semmel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-016-orig" n="gebetten semel" resp="#fyndling">'Gebät' heißt geröstet, nicht eingeweicht. Die Semmel wird also getrocknet-geröstet und dann mit Wein durch ein Tuch gestrichen, um eine glatte, sämige Sauce zu erhalten.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-016-orig" n="brie" resp="#fyndling">Meint hier die Brühe, in der die Gans gekocht wurde, nicht den gleichnamigen Käse - im Kochbuch der Sabina Welserin ein Standardausdruck für Brühe oder Sud.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-016-orig" n="resten" resp="#fyndling">'rests'/'resten' meint rösten/röstet (Entrundung ö zu e im Frühneuhochdeutschen), nicht rasten (ausruhen) - trotz gleicher Buchstabenfolge ein anderes Wort. Bestätigt durch MHDBDB (Lemma rœsten).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-016-orig" n="faist" resp="#fyndling">Schwäbisch-bairisch für 'fett' (vgl. Fischer, Schwäbisches Wörterbuch: 'macht die faist sey unnd renne schmaltz'; Schmeller). 'mach jn faist' heißt wörtlich 'mach es fett' - gemeint ist, der Sauce zum Schluss noch reichlich Fett zuzugeben, nicht ein vages 'reichhaltig machen'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-016-orig" n="kregen" resp="#fyndling">Gänsehälse - im Aufzählungskontext mit Füßen und Flügeln als weiterer Gänseteil gelesen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gesüßte Milch-Brot-Suppe, die das Bratfett einer Gans nebenbei mitverwertet - eine frühe Verwandte der bis heute bekannten süßen Milch- oder Semmelsuppe, hier statt mit Butter mit aufgefangenem Gänseschmalz zubereitet. Keine feste Süßspeise, sondern eine warme, mit Brot gebundene Suppe.

Die Brot-Einlage heißt im Original "gepets brait" - zwei Wörter, nicht eins. "gepets" ist "gebähtes", also leicht angeröstetes, nicht gebackenes Brot. "brait" ist hier das Adjektiv "breit" und beschreibt die Schnittgröße, nicht ein eigenständiges Gebäckstück. Im selben Buch steht "brait" zweimal wortgleich in dieser Bedeutung (saw-004: "so brait, als der laib an jm selber jst"; saw-022: "wie brait das bedellin jst"), und der Zwilling mha-025 bestätigt unabhängig dieselbe Ableitung von "bähen" für sein "gepaettes prot". Das Brot kommt also breit geschnitten und angeröstet in die Suppe.

Praxis. Stell eine breite Pfanne unter die Gans, solange sie am Spieß oder im Ofen brät, und fang das abtropfende Schmalz darin auf. Gib gute Milch dazu, süß sie mit Zucker und lass sie kurz aufkochen. Schneide geröstetes Brot in breiten Scheiben und leg es zuletzt ein. Fett und Milch werden im Original nur zusammengekocht, nicht verrührt oder emulgiert - die Suppe kann daher oben eine dünne Fettschicht zeigen statt durchgehend cremig zu wirken. Das ist keine Fehlzubereitung, sondern die zu erwartende Textur des historischen Verfahrens.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-017-orig" n="gepets brait" resp="#fyndling">"gepets" = gebähtes (leicht angeröstet, nicht gebacken; vgl. Birlinger, Augsburgisch: "bahen, baen: rösten" - "gebaht ist = biscotto"). "brait" ist hier das Adjektiv "breit" und bezieht sich auf die Schnittgröße des Brots, nicht auf "Brot" selbst - im selben Manuskript zweimal wortgleich belegt (saw-004: "so brait, als der laib an jm selber jst"; saw-022: "wie brait das bedellin jst"). Die Stelle heißt also "gebähtes Brot, breit geschnitten".</note>
        <note type="gloss" target="#saw-017-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Hier das aus der bratenden Gans tropfende Fett, kein separat zugekauftes Schmalz.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Eine junge Gans, mit Gänseleber und Zwetschgen gefüllt, zugenäht und am Spieß gebraten. Die Grundkombination aus Gänsefleisch, Innerei und Trockenpflaume lebt bis heute fort: in der bis heute traditionellen Martinsgans mit Backpflaumen (11. November, süddeutscher und österreichischer Raum) ebenso wie in der französischen oie aux pruneaux (vor allem Gascogne/Agen).

Die Füllung.

Leber und Zwetschgen dienen der Aromatisierung und der Verwertung der Innerei; die süß-säuerliche Frucht gleicht das fette Gansfleisch aus. Dasselbe Buch kennt an anderer Stelle ähnliche Füllungen mit Zwiebel, Quitte, Birne und Speck (saw-015) - eine Variante derselben Grundtechnik: Gans füllen, zunähen, am Spieß garen.

Das Zunähen und der Spieß.

Das Vernähen der Bauchöffnung fixiert die Füllung mechanisch, damit sie beim stundenlangen Drehen nicht herausfällt. Der Text sagt nur, man "steckt sie an", ohne das Wort für den Spieß selbst zu nennen - dass hier der Bratspieß gemeint ist, legen aber sowohl der Titel ("woll bratten") als auch zwei fast wortgleiche Nachbarrezepte im selben Buch nahe, die ausdrücklich "an ain spisß" schreiben (saw-013, saw-015).

Praxis.

Die Gans mit Leber und Zwetschgen füllen, die Bauchöffnung mit Küchengarn zunähen und am Spieß über der Glut drehen, bis sie durchgegart ist - klarer Saft, kein rohes Fleisch mehr an Keule und Brust. Eine feste Gardauer nennt der Text nicht. Zum Anrichten die Naht wieder auftrennen, damit die Füllung sichtbar wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-018-orig" n="zweschgen" resp="#fyndling">Zwetschgen, also Pflaumen - das Wort ist im süddeutschen Raum bis heute in fast identischer Form gebräuchlich.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-018-orig" n="neen" resp="#fyndling">nähen - die Bauchöffnung der gefüllten Gans wird mit Nadel und Faden verschlossen, damit die Füllung beim Braten nicht herausfällt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-018-orig" n="stecken sý an" resp="#fyndling">die Gans wird auf den Bratspieß gesteckt, um sie über dem Feuer zu drehen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-018-orig" n="thiets vnnden aúff" resp="#fyndling">die zugenähte Öffnung wird zum Anrichten unten wieder aufgeschnitten, sodass die Fülle sichtbar wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein Fürhess vom Hasen - ein schwäbisches Voressen aus Wildfleisch in einer mit dem eigenen Blut des Tiers gebundenen dunklen Sauce. Der deutschsprachige Vorläufer des französischen Civet de lièvre (Hase in Blut-Wein-Sauce), hier aber statt mit Leber mit geröstetem Roggenbrot gebunden.

Warum wird das Blut in Wein und Essig aufgefangen?

Säure (Essig) und Verdünnung (Wein) verzögern das Gerinnen des frischen Bluts, solange es noch roh ist. Erst beim späteren Erhitzen im Sud soll es dann gezielt binden, ohne zu Klumpen ("knollen") auszuflocken - genau die Gefahr, vor der der Text selbst warnt.

Was heißt „bis es aufgat“?

Die Verbform „aufgat“ ist im übrigen Korpus nicht belegt (Hapax). Wörterbucheinträge zu „aufgan“ (Idiotikon, Wülcker) beschreiben ein Aufwallen bzw. Hochkochen von Flüssigkeit - gemeint ist also, dass man weiterrührt, bis die Blut-Wein-Mischung wieder aufkocht, nicht dass sich etwas darin „auflöst“. Diese Lesart stützt sich auf Wörterbuchbelege, nicht auf eine wörtliche Parallelstelle im Korpus, gilt also als plausibel, nicht als gesichert.

Praxis.

Das Blut sofort beim Schlachten in Wein und Essig auffangen. Das Vorderteil darin sieden, dabei portionsweise Wein oder Wasser nachgeben und ständig rühren, bis die Flüssigkeit wieder aufkocht - so bleibt das Blut in Schwebe statt in Klumpen auszuflocken. Der Text nennt keine Gardauer; wer durchgegartes Fleisch will, gart es so lange, bis es durch ist, auch wenn die Bindung dadurch etwas gröber wird. Wer eine seidigere Sauce bevorzugt, kann das Fleisch separat garen und die Blutmischung erst gegen Ende bei geringerer Hitze einrühren. Danach fein geriebenes Roggenbrot in Schmalz rösten, in die Sauce geben und würzen. Optional Lunge und Leber in Stücken mit Roggenbrot rösten und ebenfalls einrühren.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-019-orig" n="fúrhesß" resp="#fyndling">Ein schwäbisches Voressen: ein gekochtes Fleisch- oder Innereiengericht in eigener, dunkler Sauce, hier durch Blut gebunden. Kein 'Vorgericht für den Fürsten', sondern eine eigenständige Gerichtsbezeichnung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-019-orig" n="schwais" resp="#fyndling">Jägersprachlich das Blut des erlegten Wilds, hier des Hasen. Wird in Wein und Essig aufgefangen, damit es nicht sofort gerinnt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-019-orig" n="knollen" resp="#fyndling">Ein Klumpen oder Klotz. Gemeint ist, dass das Blut beim Erhitzen nicht zu Klumpen gerinnen soll, sondern glatt in die Sauce eingerührt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-019-orig" n="rúgin brot" resp="#fyndling">Roggenbrot, fein gerieben und in Schmalz geröstet, dient als Bindemittel für die Blutsauce, ähnlich wie in anderen Rezepten Semmelbrösel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-019-orig" n="aufgat/aufgan" resp="#fyndling">Hapax in diesem Korpus - keine Parallelstelle mit dieser Verbform gefunden. Wörterbuchbelege (Idiotikon, Wülcker) zu 'aufgan' zeigen ein Aufwallen/Hochkochen von Flüssigkeit, nicht ein 'Sich-Lösen'. Gemeint ist: weiterrühren, bis die Blut-Wein-Mischung wieder aufkocht, damit das Blut nicht klumpt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-019-orig" n="fodertail" resp="#fyndling">Als 'Vorderteil' gelesen, also der vordere Teil des zerlegten Hasen, der zuerst im Blut gegart wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-019-orig" n="Gardauer des Vorderteils im Blut-Sud" resp="#fyndling">Der Text nennt nur 'seúdt' (sieden) ohne Zeit- oder Garzustandsangabe. In der Praxis empfiehlt sich, so lange zu sieden, bis das Fleisch durchgegart ist, auch wenn die Blutbindung dadurch gröber statt seidig ausfällt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Wachtel im Weinblatt gebraten - bis heute ein anerkanntes Gericht der gehobenen Küche (französisch cailles en feuilles de vigne). Die Technik von 1553 ist mit der modernen Variante praktisch identisch: das Blatt schützt die Wachtel vor der offenen Flamme, verhindert das Austrocknen und hält das austretende Fett am Fleisch, statt es ins Feuer tropfen zu lassen - nur die heute oft zusätzlich verwendete Speckumhüllung fehlt.

Praxis. Ein Blatt Weinlaub - frisch vom Rebstock oder eingelegt und abgespült - um die ausgenommene Wachtel schlagen; das Blatt schließt sich beim Braten von selbst. Am Spieß oder auf dem Rost über der Glut braten, bis das Fleisch vollständig durchgegart ist (kein glasiges Fleisch mehr am Knochen, klarer Fleischsaft) - bei einem ganzen Wachtelkörper realistisch eher 15 bis 20 Minuten mit gelegentlichem Wenden. Der Text nennt ausdrücklich nur ein einzelnes Blatt; bei größeren Wachteln deckt das nicht immer die gesamte Oberfläche - das ist eine Grenze des historischen Verfahrens, kein fehlender Schritt. Kein Salz, kein Gewürz nötig, der Text kennt keins.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-020-orig" n="weinlab" resp="#fyndling">Weinlaub, das Blatt der Weinrebe. Wird um die Wachtel geschlagen, damit sich das Fett beim Braten nicht verläuft.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-020-orig" n="faistin" resp="#fyndling">Das Fett, hier bezogen auf den Bratensaft/Fettgehalt der Wachtel, der durch das Umhüllen erhalten bleibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-020-orig" n="Gardauer der Wachtel" resp="#fyndling">Der Text nennt weder Zeit noch Gargrad. Empfohlen wird heute, bis das Fleisch vollständig durchgegart ist zu braten - bei einem ganzen Wachtelkörper realistisch 15 bis 20 Minuten am offenen Feuer, nicht nur wenige Minuten.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-021-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rohe Stücke Lammleber, einzeln in Kaulfett (Lammsnetz) gewickelt, auf kleine Spießlein gesteckt und über der Glut auf dem Rost geröstet, wie man kleine Spießvögel brät - kein Farce- oder Wurstgericht, sondern unvermischte Leberstücke ohne jede Würzung außer dem umhüllenden Netzfett selbst.

Die Netzfett-Technik. Das Kaulfett bastet die magere, schnell austrocknende Leber während des direkten Röstens über der Glut, hält sie saftig und verhindert das Anbrennen - eine bis heute geübte Technik, strukturell verwandt mit den italienischen fegatelli (Leber in Netzfett am Spieß gegrillt) oder modernen netzumhüllten Leberspießen. Eine direkte Traditionslinie lässt sich daraus nicht ableiten, wohl aber eine bis heute lebendige, gleichartige Zubereitungsart für Innereien am offenen Feuer.

Praxis. Die Leberstücke jeweils in ein Stück Lammsnetz (ersatzweise Schweinenetz) einschlagen, auf kleine Spießlein stecken und auf dem Rost über direkter Glut rösten, bis sie durchgegart sind - der Vergleich mit kleinen Spießvögeln deutet auf eine kurze, heiße Direkthitze-Garung hin. Der Größenvergleich mit kleingeschnittenen Kalbsbries-Stückchen dient nur als Maßangabe für die Leberstücke, nicht als Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-021-orig" n="leberlach" resp="#fyndling">Verkleinerungsplural von 'Leber' - kleine Leberstückchen, hier der Titel des Gerichts.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-021-orig" n="kalbsmillichlach" resp="#fyndling">Verkleinerungsplural - kleine Stücke von Kalbsbries (Thymusdrüse), dienen hier nur als Größenvergleich für die geschnittenen Leberstückchen, nicht als eigene Zutat im Rezept.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-021-orig" n="lamsnetzlin" resp="#fyndling">Kleines Netzfett (Kaulfett) vom Lamm, das den Bratstücken diente, um sie beim Rösten saftig zu halten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-021-orig" n="spisßvegellen" resp="#fyndling">Kleine, am Spieß gebratene Vögel - hier als Vergleich für die schnelle, feuernahe Brattechnik auf dem Rost.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-021-orig" n="Garzustand der Leber" resp="#fyndling">Braten bis die Leber vollständig durchgegart ist (nicht mehr roh/blutig im Kern), wie es die Vergleichstechnik mit kleinen Spießvögeln nahelegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Handgestoßenes Roh-Marzipan auf Oblaten: über Nacht eingeweichte Mandeln werden von Hand zu einer öligen Paste gestoßen, mit Rosenwasser und Zucker zu Marzipanmasse verarbeitet, auf runde Oblaten gestrichen, mit Zucker und Rosenwasser überzogen, kurz weiß gebacken und zuletzt mit Wachs versiegelt. Es ist der unmittelbare Vorläufer der bis heute gebackenen Marzipan-Makronen auf Oblaten (Weihnachtsgebäck) und des handgearbeiteten Rohmarzipans, wie es Konditoreien vor dem Veredeln zu fertiger Mandelmasse herstellten. Der Deckel eines kleinen Kästchens dient als improvisierte Schablone - die Funktion, die heute ein runder Ausstechring übernimmt.

Der doppelte Zucker-Satz. Der Text nennt den zurückbehaltenen Zucker zweimal kurz hintereinander: einmal beim Tunken der aufgestrichenen Mandelmasse, kurz danach noch einmal beim Sieben über das fertig verstrichene Marzipan. Ob damit zwei verschiedene Handgriffe gemeint sind oder eine im Manuskript verunglückte Wiederholung derselben Anweisung, lässt sich nicht sicher klären - hier wird deshalb jeder im Transkript belegte Schritt übersetzt, ohne eine Entscheidung zwischen beiden Lesarten vorwegzunehmen.

Der Mengen-Satz am Schluss. "die gressin von ainem halb pfúnd jst" bricht grammatisch unvollständig ab - vermutlich eine Angabe zur Stückzahl bzw. Größe der Stücke, die sich aus dem verarbeiteten halben Pfund Mandeln ergeben. Eine genaue Stückzahl lässt sich daraus nicht mehr ableiten.

Praxis. 250 g Mandeln über Nacht in kaltem Wasser einweichen, am nächsten Morgen abgießen und von Hand stoßen (der Text nennt kein Gerät dafür - Mörser oder Blitzhacker eignen sich gleichermaßen), dabei wiederholt mit kleinen Mengen Rosenwasser ablöschen, bis die Masse nicht mehr ölig glänzt, und so fein wie möglich weiterstoßen. 250 g Zucker bis auf einen kleinen Rest untermischen. Runde Oblaten passend zur Größe eines Schablonen-Deckels (oder ersatzweise eines Ausstechrings) zurichten, die Mandelmasse mit rosenwassernassen Fingern darauf verstreichen, mit dem zurückbehaltenen Zucker bestäuben und mit einem in Rosenwasser getauchten Pinsel besprengen, bis sich der Zucker auflöst. Bei niedriger, gut beaufsichtigter Hitze backen und regelmäßig nachsehen, damit die Oberfläche ganz weiß bleibt und nicht bräunt. Wer die fertigen Scheiben aufbewahren will, kann sie danach dünn mit Bienenwachs bestreichen; für den sofortigen Verzehr ist das verzichtbar.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="marciban" resp="#fyndling">Marzipan, hier aus roh gestoßenen, eingeweichten Mandeln, nicht aus fertigem Mandelmehl.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="ellig" resp="#fyndling">Ölig. Beschreibt den Zustand der Mandeln beim Stoßen, wenn sie durch das enthaltene Öl feucht-glänzend werden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="olblatten / mandatten" resp="#fyndling">Beide Wörter meinen im Text vermutlich dieselbe Sache: dünne, runde Oblaten als Unterlage für die Mandelmasse.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="ranfft" resp="#fyndling">Der Rand des Kästchendeckels, der als Formhilfe (Schablone) für die runden Oblaten diente.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="siblin" resp="#fyndling">Kleines Sieb, mit dem der zurückbehaltene Zucker gleichmäßig über das Marzipan gestreut wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="bristlin" resp="#fyndling">Kleines Bürstchen zum Besprengen des Marzipans mit Rosenwasser.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-022-orig" n="gressin" resp="#fyndling">Die Größe bzw. Menge der fertigen Stücke, hier bezogen auf das verarbeitete halbe Pfund Mandeln. Die Wortform ist als Schreibvariante des Lemmas "grôz" (Ausdehnung/Gestalt) belegt (MHDBDB).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-022-orig" n="rerwasser" resp="#fyndling">Als 'Röhrwasser' gelesen, also Wasser aus der städtischen Wasserleitung bzw. dem Brunnenrohr, wie es in einem Augsburger Patrizierhaushalt des 16. Jahrhunderts üblich war.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-022-orig" n="bedellin" resp="#fyndling">Als Schreibvariante von 'deckellin' (kleiner Deckel) gelesen, bezogen auf den zuvor erwähnten Kästchendeckel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine luftgetrocknete Rohwurst - eine frühe Salami: gehacktes Schweine- und Rindfleisch im Verhältnis zwei zu eins wird mit Rückenspeck, Salz und grob zerstoßenem Pfeffer versetzt, fest verdichtet, gebunden und über Wochen rauchfrei getrocknet. Keine weiteren Gewürze, kein Räuchern. Die nächste lebende Verwandtschaft ist die alemannisch-schweizerische Salami-Tradition, die bis heute "Salsiz" heißt (siehe Annotation zu "sallat").

Zusammensetzen. Das Fleisch wird gehackt und mit Salz und dem grob zerstoßenen Pfeffer versehen, danach kommt gewürfelter Rückenspeck dazu. Wie viel Speck nötig ist, hängt vom Fettgehalt des Schweinefleischs ab - mageres Fleisch braucht mehr Speck, fettes weniger. Rückenspeck statt Bauchspeck lässt sich sauber würfeln und schmiert beim Verarbeiten nicht. Alles wird anschließend fest zusammengedrückt, damit keine Luft eingeschlossen bleibt, die beim Trocknen zu Fehlstellen führen könnte.

Trocknen. Die gebundenen Würste hängen an einem trockenen, rauchfreien Ort, der nicht zu nah am Ofen liegt, damit der Speck nicht schmilzt. Alle zwei Tage werden sie gewendet, damit sich Feuchte gleichmäßig verteilt. Das Trockenkriterium ist rein sensorisch - der Text nennt weder eine Zeitspanne noch eine Zieltemperatur, sondern nur "bis sie ganz ausgetrocknet sind".

Praxis. Wer das nachvollziehen will, sollte für die Reifung eine kühle, gut belüftete Umgebung einplanen, deutlich kühler als ein beheizter Wohnraum, wie bei traditioneller Rohwurst üblich, und mehrere Wochen Zeit - nicht nur wenige Tage in einem warmen Zimmer (der Text selbst nennt weder Ort noch Dauer genauer, siehe Interpretationshinweis). Der Text setzt das Füllen der Masse in eine Wursthülle oder einen Darm stillschweigend voraus, beschreibt diesen Schritt aber nie. Ohne Kühlung, Starterkultur oder Pökelsalz ist rohe Fleischreifung nach heutigen Maßstäben ein Lebensmittelsicherheits-Risiko - für das Marktlager ist das Rezept deshalb nicht geeignet (siehe FAQ).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-023-orig" n="sallat" resp="#fyndling">Vermutlich nicht 'Salat' im Sinne von Blattgemüse, sondern eine frühe Bezeichnung für Salami bzw. Dauerwurst. Der gesamte Text beschreibt eindeutig Fleischverarbeitung und Trocknung, keinen Gemüse-Salat. Die alemannische Dialektform 'Salsiz' (Schweizerisches Idiotikon), abgeleitet von italienisch 'salsiccia', stützt diese Lesart lexikalisch.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-023-orig" n="tritail" resp="#fyndling">Gelesen als 'Drittel' (dritteil): zwei Drittel Schweinefleisch, ein Drittel Rindfleisch. Die Rechnung im Text (10+5=15 Pfund) bestätigt dieses Mischverhältnis.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-023-orig" n="wirst" resp="#fyndling">Hier als Plural 'Würste' gelesen, nicht als Verbform von 'werden' - der Rezepttitel handelt durchgehend von Wurstherstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-023-orig" n="zúnementen mon" resp="#fyndling">Zunehmender Mond. Ein Hinweis auf volksastrologische Alltagspraxis: Fleisch- und Wurstherstellung sollte oft nach Mondphasen ausgerichtet werden, um Haltbarkeit und Reifung zu begünstigen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-023-orig" n="ergang" resp="#fyndling">Gelesen als 'zergehen/schmelzen' - der Speck soll durch zu große Ofennähe nicht schmelzen bzw. austreten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-023-orig" n="sallat" resp="#fyndling">Als 'Salami' gelesen, eine frühe Verwendung/Anlehnung an das italienische Lehnwort, da der gesamte Rezepttext eine klassische Rohwurst-Herstellung beschreibt. Der cross-book-Zwilling mar-023 (deutsche Bearbeitung von Martino de' Rossi) beschreibt dasselbe Grundverfahren und nennt das Ergebnis dort ausdrücklich 'Salami' - das stützt diese Lesart zusätzlich als Gattungs-Parallele, auch wenn 'sallat' selbst dort nicht wörtlich vorkommt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-023-orig" n="tritail" resp="#fyndling">Als 'Drittel' gelesen (mhd. dritteil), passend zum im Text selbst vorgerechneten Mischverhältnis von zwei Dritteln Schwein zu einem Drittel Rind (10+5=15 Pfund).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-023-orig" n="ergang" resp="#fyndling">Als 'zergehen/schmelzen' gelesen, bezogen auf den Speck, der durch zu große Ofennähe nicht schmelzen soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-023-orig" n="Reifedauer und Lagerort" resp="#fyndling">Praxis-Empfehlung: eine mehrwöchige Reifung bei kühler, gut belüfteter Raumtemperatur einplanen, deutlich unter der Wärme eines beheizten Wohnraums, wie bei traditioneller Rohwurst/Salami üblich.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-024-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine frühe Verwandte der Zervelatwurst - eine deftige Brühwurst aus Schweinefleisch, Speck und Käse, die in Naturdärme gefüllt und gesotten wird. Die Käse-Beigabe erinnert an moderne käsegefüllte Cervelas-Varianten, wie sie heute etwa in der Schweiz verkauft werden - eine naheliegende, aber nicht unabhängig belegte Parallele.

Der Urtext benennt das Einfüllen der gewürzten Masse in die gereinigten, safrangelb gefärbten Därme nicht ausdrücklich - er springt vom Färben der Därme direkt zum beidseitigen Zubinden. Das Füllen ist als Zwischenschritt vorausgesetzt, nicht beschrieben: in der Praxis wird die fertig gewürzte Masse von Hand oder mit einem Wursttrichter in die vorbereiteten Därme gefüllt, bevor beide Enden fest abgebunden werden.

Auch wohin genau das knappe Quertlin frisches Wasser gegossen werden soll, lässt der Text offen - im Original folgt der Satz unmittelbar auf das Zubinden, sodass sich das Wasser ebenso gut auf die gebundene Wurst wie auf die zuvor gehackte Fleischmasse beziehen kann. Beide Lesarten bleiben möglich; wer nachkocht, kann das Wasser wahlweise beim Kneten in die Masse einarbeiten oder es der Garflüssigkeit beim Sieden zugeben - der Text selbst entscheidet das nicht.

Praxis. Fleisch und Speck von Hand messerfein hacken (kein Fleischwolf), dann Käse und Gewürze einkneten. Der Urtext verlangt, die rohe Masse vor der endgültigen Würzung direkt zu kosten - aus Gründen der Lebensmittelsicherheit empfiehlt es sich stattdessen, eine kleine Probe vorher kurz durchzubraten oder zu garen und erst dann abzuschmecken. Die gefüllten und gebundenen Würste danach etwa 6 bis 8 Minuten sieden, wobei dickere Kaliber je nach Durchmesser auch länger brauchen können - am sichersten prüft man den Garpunkt durch Anschneiden statt allein nach der Uhr.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">Zimt, wörtlich 'Zimt-Röhrlein' (gerollte Zimtstangen) - einer der häufigsten Begriffe im gesamten Kochbuch.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="negellach" resp="#fyndling">Gewürznelken. Die Endung '-lach' ist die schwäbische Sammel- und Verkleinerungsform des Plurals.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="saffera" resp="#fyndling">Safran, hier zum Gelbfärben der Wursthüllen verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="gilben" resp="#fyndling">Mit Safran gelb färben, ein eigener Arbeitsschritt bei der Vorbereitung der Wursthüllen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="lott" resp="#fyndling">Lot, ein historisches Gewicht von rund 15 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="quertlin" resp="#fyndling">Ein kleines Flüssigkeitsmaß, vermutlich eine Verkleinerungsform von 'Quart'. Die genaue moderne Umrechnung ist nicht gesichert.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-024-orig" n="zepfflin" resp="#fyndling">Bezeichnung für ein bestimmtes Fleischstück vom Schwein, vermutlich ein Teilstück in der Nähe der Keule. Die genaue Zuordnung ist unsicher.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-024-orig" n="zerwúlawirstlach" resp="#fyndling">Gelesen als 'Zervela-Würstlein', kleine Zervelatwürste - eine früh belegte Wurstsorte italienischer Herkunft, die ab dem 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum verbreitet war.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-024-orig" n="zepfflin" resp="#fyndling">Als Bezeichnung für ein bestimmtes Fleischstück vom Schwein gelesen, vermutlich ein Teilstück in der Nähe von Keule oder Schulter, verwandt mit 'Zapfen'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-024-orig" n="wasser darangiessen (Zielort)" resp="#fyndling">Das Bezugswort ist grammatisch nicht eindeutig: das Wasser könnte ebenso der zuvor gehackten Fleisch-Speck-Masse gelten wie der bereits gebundenen Wurst beim Sieden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-024-orig" n="vor versúchen (Kostprobe)" resp="#fyndling">Praktische Umsetzung: eine kleine Probe der Masse vor dem endgültigen Würzen kurz durchbraten oder garen und erst dann kosten, aus Gründen der Lebensmittelsicherheit bei rohem Schweinefleisch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-025-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine klassische Bratwurst aus grob gehacktem Schweine- und Rindfleisch mit Speck, gebunden mit Wasser, gewürzt mit Salz und Pfeffer und wahlweise Salbei und Majoran. Verfahren und Zutatenprofil entsprechen im Kern der heutigen deutschen Bratwurst-Herstellung - Schweine-Rind-Speck-Mischungen mit Majoran als Würznote sind bis heute in vielen deutschen Regionalrezepten üblich, eine Zuordnung zu einer bestimmten heute geschützten Sorte lässt sich aus dem Text aber nicht belegen.

Der Text nennt weder das Füllen in Wursthüllen noch die Gar- oder Bratmethode - beides galt den Zeitgenossen offenbar als selbstverständliches Küchenwissen, das keiner eigenen Erwähnung bedurfte. Für die Praxis unten sind Füllen und Braten entsprechend eine naheliegende, aber im Text selbst nicht belegte Ergänzung.

Praxis. Schweinefleisch, Rindfleisch und Speck von Hand fein hacken - die vor-mechanische Vorstufe des heutigen Wolfens, bei den rund 5 Kilo Rohmasse dieses Rezepts eine reale, aber gut zu bewältigende Arbeit. Das Wasser (bei 0,5 Liter je Seidel etwa 1,5 Liter) unter die rohe Masse arbeiten, das macht die Füllung saftiger und bindet sie, ein Prinzip, das auch in der modernen Brühwurstherstellung üblich ist. Mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen, nach Wunsch etwas Salbei und Majoran dazugeben - Majoran gilt bis heute als das klassische deutsche Bratwurstgewürz. Die gewürzte Masse in Naturdarm füllen und über offener Glut braten oder grillen; ohne Darm lässt sich dieselbe Masse auch als flache Bratlinge in der Pfanne braten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-025-orig" n="seidlen" resp="#fyndling">Seidel, ein historisches Flüssigkeitsmaß, regional unterschiedlich, hier grob mit 0,5 Liter je Seidel angesetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-025-orig" n="salua" resp="#fyndling">Salbei, hier als optionales Würzkraut für die Wurst genannt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-025-orig" n="maseron" resp="#fyndling">Majoran, klassisches Bratwurst-Gewürz, das bis heute in vielen deutschen Bratwurst-Rezepten steckt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-025-orig" n="prattwirst" resp="#fyndling">Bratwurst, schwäbische Schreibweise mit p statt b, ein für den Dialekt typischer Lautwechsel.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine klassische Leberwurst ohne Blut oder Grütze - Leber und Lunge werden vorgekocht, fein gehackt, mit Speck und Gewürz gemischt und mit der eigenen Kochbrühe auf Streichkonsistenz gebracht, dann in Naturdarm gestopft. Das Verfahren ist im Kern identisch mit heutiger Handwerksmetzgerei-Praxis; die deutsche Hausmacher-Leberwurst ist die direkte lebende Verwandte.

Das Vorkochen (erwellen) der Innereien vor dem Hacken erfüllt zwei Zwecke: Es festigt das Gewebe für sauberes Schneiden, und es liefert die Brühe (brie), mit der die gehackte Masse anschließend angefeuchtet und gebunden wird - ein bis heute gebräuchliches Leberwurst-Verfahren.

Der Text endet mit dem Stopfen des Darms ("so hast gúte wúrst") und nennt keinen weiteren Garschritt danach. Ob die gestopfte Wurst - in der auch roher, ungegarter Speck steckt - vor dem Verzehr noch gezogen oder gegart wurde, bleibt offen; der Quelltext setzt es entweder als selbstverständlich voraus oder verzichtet bewusst darauf.

Praxis. Leber und Lunge kurz aufkochen (erwellen), bis sie sich fest genug zum Schneiden anfühlen, dabei die Brühe auffangen. Beides fein hacken, mit gewürfeltem Speck, Salz und Kümmel mischen und mit der aufgefangenen Brühe zu einer streichfähigen Masse binden. In gereinigten Naturdarm füllen. Wer die offene Frage nach dem Garschritt für sich selbst beantworten will: Wegen des rohen Specks in der Masse ist ein abschließendes Ziehenlassen der gestopften Wurst in heißem Wasser die naheliegende und lebensmittelsichere Wahl, auch wenn der Text sie nicht erwähnt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="leberwirst" resp="#fyndling">Leberwürste - der Rezepttitel benennt das fertige Gericht, nicht eine Zutat.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="erwellen" resp="#fyndling">Aufwallen lassen / heiß kochen. Leber und Lunge werden vor dem Hacken erst gekocht.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#erwellen"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="gewirfflet" resp="#fyndling">Gewürfelt, in kleine Würfel geschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="kimech" resp="#fyndling">Vermutlich Kümmel (dialektale Form), eine klassische Gewürzung für Leberwurst. Die genaue Schreibung 'kimech' ist im übrigen Korpus nicht belegt; die eng verwandte Form 'kimich' erscheint aber in saw-014 ebenfalls als Kümmel gelesen, was die Deutung stützt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="brie" resp="#fyndling">Die Kochbrühe, die beim Vorkochen von Leber und Lunge entsteht und zum Anfeuchten der Wurstmasse verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="affterdarm" resp="#fyndling">Der Enddarm des Schweins, der beim Metzger als Wursthülle bezogen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="ainstossen" resp="#fyndling">Die Wurstmasse in den Darm stopfen / einfüllen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-026-orig" n="dich" resp="#fyndling">Akkusativpronomen 'dich' beim unpersönlichen Verb 'dünken' (= scheinen, für richtig halten), nicht die Schreibvariante 'dick'. 'Soúil dich gút dúnckt' heißt 'so viel, wie dir gut scheint / wie du für richtig hältst'. Gleiche Ermessens-Formel auch in saw-005 sowie in mon-167, so1-129 und rfk-017.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#dich"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-026-orig" n="viertail" resp="#fyndling">Hier als Mengenangabe gelesen: ein Viertel der Sauleber beziehungsweise -lunge, also ein Bruchteil des ganzen Organs.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-026-orig" n="kimech" resp="#fyndling">Als Kümmel gelesen, eine im süddeutschen Raum gebräuchliche dialektale Lautform, passend zur klassischen Würzung von Leberwurst. Gestützt durch die eng verwandte Schreibung 'kimich' in saw-014, dort ebenfalls als Kümmel gedeutet.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-026-orig" n="Garschritt nach dem Stopfen" resp="#fyndling">Der Text endet mit dem Stopfen des Darms ('so hast gúte wúrst') und nennt keinen weiteren Garschritt danach.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-027-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gepökelte, geräucherte, luftgetrocknete Rinderzunge - der Vorfahr der heute beim Metzger erhältlichen Rauchzunge bzw. Pökelzunge, die kalt aufgeschnitten als Aufschnittplatte serviert wird. Das Grundverfahren (Salzlake, Räuchern, Lufttrocknen) ist technisch mit der Pökeltechnik von Corned Beef oder Pastrami verwandt, allerdings mit anderem Ausgangsstück und anderer Würzung - eine technische Verwandtschaft, keine Gleichsetzung.

Der Hackblock-Schritt. Das Schlagen der Zungen hinten und vorne auf dem Hackblock ist reine mechanische Bearbeitung, keine Garung: es streckt und lockert das Muskelfleisch, ähnlich dem Klopfen von Schnitzeln.

Praxis. Zungen auf einem stabilen Brett von beiden Seiten flachklopfen, dann in Salz wälzen. In einem sauberen Gefäß abwechselnd Lagen Zungen und Salz schichten, bis alles weiß bedeckt ist. Beschweren, damit die austretende Lake alles überzieht und Luftkontakt verhindert - das Salz entzieht dem Fleisch Wasser und bildet so die eigene Lake. 50 Tage stehen lassen, danach 4 Tage räuchern und anschließend an der Luft trocknen. Nach heutigen Maßstäben wirkt die Salzzeit von 50 Tagen lang, übliche moderne Pökelzeiten für Zunge liegen eher bei ein bis zwei Wochen. Der Text nennt aber ausdrücklich eine große Charge (25 Stück oder mehr) und ein ganzes Jahr Haltbarkeit als Ziel, was eine längere, konservativere Salzzeit erklärt. Für die Lagerküche eignet sich der Herstellungsprozess selbst nicht (weit über 50 Tage), fertig gepökelte und geräucherte Zunge lässt sich aber vorbereitet mitbringen und kalt aufschneiden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-027-orig" n="hackplock" resp="#fyndling">Hackblock, ein schwerer Holzblock zum Klopfen und Zerteilen von Fleisch. Die Zungen werden darauf geschlagen, damit sie sich strecken und lang werden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-027-orig" n="schefflin" resp="#fyndling">Kleines Fässchen oder Bottich, in dem die Zungen Schicht für Schicht mit Salz eingelegt werden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-027-orig" n="gelett" resp="#fyndling">Eine Lage oder Schicht, hier eine Lage nebeneinandergelegter Zungen im Fass.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-027-orig" n="brie" resp="#fyndling">Die Lake oder Salzflüssigkeit, die beim Pökeln aus dem Fleisch austritt und die Zungen im Fass bedecken soll.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-027-orig" n="rach" resp="#fyndling">Rauch, hier das Räuchern der Zungen nach der Salzzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-027-orig" n="digen" resp="#fyndling">Gediegen, wohl durchgezogen und ausgereift - die Zungen sind nach dem Salzen, Räuchern und Lufttrocknen fertig gepökelt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-027-orig" n="daribergang" resp="#fyndling">Darübergehen im Sinn von 'die Lake bedeckt die Zungen vollständig' - eine Anweisung, dass genug Flüssigkeit austritt, um die Ware zu bedecken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-027-orig" n="digen" resp="#fyndling">Gediegen, wohl durchgezogen und fertig ausgereift - eine Qualitätsaussage über die fertigen Zungen nach dem gesamten Prozess.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-028-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Gericht, sondern eine Vorratshaltungs-Anleitung: ein Großansatz zur Weinessig-Herstellung im gepichten 20-Maß-Krug. Die moderne Verwandtschaft ist die langsame Fassessig-Methode (auch Orléans-Methode genannt), bei der fertiger Essig als Starterkultur mit frischem Wein aufgefüllt und wochenlang ungestört reifen gelassen wird - genau so arbeiten heutige Craft-Essig-Manufakturen mit einer Mutterkultur im Fass.

Was der Weinstein tatsächlich bewirkt. Der Weinstein liefert Säure und trägt zur Klärung bei, ist aber kein biologischer Gärstarter. Die eigentliche Essigsäuregärung treibt der bereits im Ansatz enthaltene, unpasteurisierte Essig mit seiner lebenden Essigmutter an - der Weinstein ist eine geschmacks- und klarheitsgebende Beigabe, kein Ersatz dafür.

Offen: Abdeckung während der Reifezeit. Der Text nennt nur, dass der Krug vier Wochen lang nicht bewegt oder gerührt werden soll („das jr nit darúon panchen“), sagt aber nichts über eine gesonderte Abdeckung. Ob der gepichte, verschlossene Krug damals als ausreichend dicht galt oder zusätzlich mit einem Tuch verschlossen wurde, lässt der Text offen.

Praxis. Einen 20-Liter-Krug aus Ton oder Steinzeug gut abdichten (auspichen). 1000 g Weinstein grob zerstoßen und in den Krug geben, dazu 4 Stück Ingwer und 30 bis 32 Pfefferkörner. 14 Liter guten Essig eingießen. 6 Liter guten Wein aufkochen, abschäumen und etwas abkühlen lassen, bevor er zum Rest in den Krug kommt - der heiße Wein würde sonst die zugesetzte Essigkultur abtöten. Den Krug mit einem atmungsaktiven Tuch abdecken, das Insekten und Staub fernhält, aber Luft für die Essigmutter durchlässt (moderne Empfehlung, der Text äußert sich dazu nicht). Vier Wochen ungestört stehen lassen, ohne zu rühren oder zu bewegen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-028-orig" n="weinstain" resp="#fyndling">Weinstein, ein kristalliner Rückstand aus Weinfässern (Kaliumbitartrat), dient hier als Säuerungs- und Klärungsmittel. Die eigentliche Gärung zum Essig treibt nicht der Weinstein an, sondern der im Ansatz bereits enthaltene, unpasteurisierte Essig mit seiner lebenden Essigmutter.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-028-orig" n="stettnerin" resp="#fyndling">Namentliche Zuschreibung an eine Frau namens Stettner, vermutlich aus dem Umfeld einer Augsburger Gesellschaftsstube. Sabina Welserin nennt in ihrem Kochbuch häufig die Person, von der ein Rezept stammt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-028-orig" n="masß" resp="#fyndling">Historisches Hohlmaß, regional unterschiedlich groß. Hier näherungsweise mit einem Liter gleichgesetzt, damit der Krug mit 20 Maß und die Mengenangaben nachvollziehbar bleiben.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-028-orig" n="bicken" resp="#fyndling">'Pichen': das Abdichten eines neuen Tonkrugs mit Pech, damit er dicht wird und dem Essig keinen fremden Geschmack oder Feuchtigkeit entzieht. Die Lesart ist gut belegt - dieselbe Technik mit denselben Wortvarianten (bichent/beche/pichen) findet sich auch im Weinbuch Donaueschingen, und Birlinger führt für Augsburg eigens 'auszpichen, auszkleben'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-028-orig" n="verfaimbt" resp="#fyndling">Abschäumen. 'Faim' ist im Alemannischen der Schaum, der beim Sieden von Wein aufsteigt und entfernt werden soll.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-028-orig" n="bicken" resp="#fyndling">gut auspichen (mit Pech abdichten) - Vorbereitung des Tongefäßes vor dem Befüllen</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-028-orig" n="jmberzechen" resp="#fyndling">vier Stück/Knollenstücke Ingwer (Ingwerzehen, analog zu Knoblauchzehen)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-028-orig" n="panchen" resp="#fyndling">daran rühren/das Gefäß bewegen - während der vier Wochen Ruhezeit soll der Krug nicht geschüttelt werden</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-028-orig" n="stettnerin" resp="#fyndling">Eigenname einer Frau ('die Stettnerin'), vermutlich Mitglied der Augsburger Gesellschaftsstube - Quellenangabe wie in vielen Rezepten Sabina Welserins</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-028-orig" n="Abdeckung des Kruges während der Reifezeit" resp="#fyndling">Der Text nennt keine gesonderte Abdeckung - nur, dass der Krug vier Wochen lang nicht bewegt oder gerührt werden darf</note>
        <note type="gloss" target="#saw-029-orig" n="wilbret" resp="#fyndling">Wildbret, das Fleisch von Wildtieren wie Hirsch oder Reh.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-029-orig" n="múlter" resp="#fyndling">Ein Holztrog oder eine Mulde, in der das Fleischstück gelagert wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-029-orig" n="nesslen" resp="#fyndling">Brennnesseln wurden zum Auslegen und Einwickeln von Fleisch verwendet, vermutlich wegen ihrer konservierenden Wirkung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-029-orig" n="deýmenten" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Dialektform für Minze (vgl. 'Deyment'/'Beyment' bei Fischer und Pritzel-Jessen, belegt bei Leonhart Fuchs 1543 und Hieronymus Bock 1556). Siehe interpretive_choices für die Begründung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-029-orig" n="deymenten" resp="#fyndling">Gelesen als Minze (dial. Deyment/Beyment), weil das Wort im Text parallel zu Nesseln als frisches Kraut zum Einlegen und Auslegen des Wildbrets verwendet wird und in Fischers Schwäbischem Wörterbuch sowie bei Pritzel-Jessen unter denselben Schreibungen belegt ist, mit Quellenbelegen bei Leonhart Fuchs (1543) und Hieronymus Bock (1556) aus derselben Zeit und Region wie das Kochbuch.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-030-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine deftige Mangold-Käse-Torte in Teigdecke - Gemüse, ein aus geronnener Milch selbst hergestellter Frischkäse und geriebener Käse, gebunden mit Amelmehl (Stärke). Die Kombination erinnert an die ligurische Torta Pasqualina beziehungsweise Torta di bietole (Genueser Gemüse-Käse-Torte in dünner Teigdecke): dort bildet die prescinsêua, ein Frischkäse aus gesäuerter Milch, bis heute die klassische Füllung. Das ist kein Herkunftsbeleg für dieses Rezept, sondern eine kulinarhistorische Parallele, die zur Namensgebung 'jenaweser' (Genueser) passt - Titel und Zubereitungstechnik stimmen überein.

Der fehlende Backschritt. Der Text endet nach 'mit ainer deckin/.' ohne jedes Hitze-, Gar- oder Farbwort - ob und wie die Torte gebacken wurde, steht schlicht nicht da. Kochtechnisch spricht viel dafür, dass Backen gemeint war: Amelmehl bindet erst unter Hitze, und im selben Buch endet saw-036, ebenfalls eine Torte, ausdrücklich mit 'vnnd darnach last es bachen' - wenn die Verfasserin das Backen meint, schreibt sie es aus. Hier fehlt genau das. Am plausibelsten ist entweder eine Ellipse (der Titel 'Torta' macht das Backen aus Sicht der Verfasserin selbstverständlich) oder eine Lücke der Überlieferung; beides lässt sich vom Text allein nicht entscheiden.

Käslein und Kraut. Das Abtropfen der geronnenen Milch zu einem kleinen Käslein macht die Fülle fester und weniger wässrig. Das Brühen des rohen Mangolds vor dem Hacken lässt die Blätter zusammenfallen und macht sie gleichmäßiger verarbeitbar - beides einfache, unstrittige Vorbereitungsschritte.

Praxis. Käslein, geriebenen Käse, Weizenstärke und gehacktes Kraut vermengen, zur Torte formen, mit einer Teigdecke bedecken und bei mittlerer Hitze backen, bis die Füllung fest und die Decke gebräunt ist - das ist eine moderne, kochtechnisch begründete Empfehlung für den fehlenden Schritt, keine Übersetzung des Originaltexts. Im Dutch Oven mit Kohlen unter und auf dem Deckel lässt sich das ebenso umsetzen wie im Haushaltsofen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-030-orig" n="jenaweser" resp="#fyndling">Gelesen als 'Genueser', also aus Genua stammend - vermutlich eine aus dem italienischen Handelsraum übernommene Rezeptbezeichnung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-030-orig" n="gerente milich" resp="#fyndling">Geronnene, dickgelegte Milch, aus der im Rezept zunächst ein kleiner Frischkäse hergestellt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-030-orig" n="keslin darúon" resp="#fyndling">Ein kleines Käslein, das aus der geronnenen Milch bereitet wird, bevor es mit den übrigen Zutaten vermengt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-030-orig" n="bamel" resp="#fyndling">Unsicherer Begriff, hier als Amelmehl gedeutet - eine feine, historische Weizenstärke (Amylum), im 16. Jahrhundert ein übliches Bindemittel für Torten. Im Fließtext mit dem heute geläufigeren 'Weizenstärke' übersetzt; 'Amelmehl' als historischer Fachbegriff bleibt hier in der Annotation erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-030-orig" n="deckin" resp="#fyndling">Eine Teigdecke, mit der die fertige Masse bedeckt wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-030-orig" n="jenaweser" resp="#fyndling">Genueser (aus Genua stammend), eine regionale Bezeichnung für eine italienisch inspirierte Torte.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-030-orig" n="bamel" resp="#fyndling">Amelmehl (Weizenstärke), ein in der Zeit gebräuchliches Bindemittel für Torten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-030-orig" n="gerente milich / das keslin darúon" resp="#fyndling">Aus der geronnenen (dickgelegten) Milch wird ein kleiner Frischkäse hergestellt, der dann mit den übrigen Zutaten vermengt wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-030-orig" n="brien" resp="#fyndling">Brühen/blanchieren, das Kraut wird kurz in heißem Wasser überbrüht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-031-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Rabiolin sind gefüllte Teigtaschen aus Spinat, Käse und Geflügelfleisch, die in Fleischbrühe gegart werden - der eingedeutschte Name verrät die Herkunft: italienische Ravioli. Lebendige Verwandtschaft findet sich gleich doppelt: die italienischen Tortellini in Brodo (Teigtaschen in Brühe serviert) und die schwäbische Maultaschensuppe, die mit einer fast identischen Füllung aus Fleisch, Spinat und Ei arbeitet und ebenfalls in Brühe gereicht wird - beide liegen der Augsburger Patrizierküche, aus der dieses Rezept stammt, geografisch wie kulinarisch nahe.

Was heißt "briet"? Das Verb "briet"/"gebriet" wird im selben Kochbuch an anderer Stelle (Rezept 2, ein Vogel wird vor dem Rupfen "gebriet") eindeutig als "brühen/abbrühen" verwendet, nicht als "braten" oder "dünsten". Für den Spinat heißt das: kurz in kochendem Wasser blanchieren statt in Fett andünsten - der Text nennt an dieser Stelle auch keine Butter oder anderes Fett. Das Ergebnis ist welker, tropfnasser Spinat, der vor dem Hacken gut ausgedrückt werden sollte, auch wenn der Text das nicht eigens erwähnt.

Praxis. Für die Füllung wird der blanchierte, ausgedrückte und fein gehackte Spinat mit der doppelten Menge geriebenem Käse und derselben Menge fein gehacktem, bereits gegartem Hühner- oder Kapaunfleisch vermengt, mit 2 bis 3 Eiern gebunden und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Ein fester Mehlteig wie für eine Torte wird zu einem Fladen verarbeitet, kleine Häufchen Füllung an dessen Rand gelegt, der Teig darüber zu einem Krapfen gefaltet und die Ränder gut zusammengedrückt. Die Rabiolin garen in siedender Fleischbrühe - für dünne Teigtaschen mit wenig Füllung reicht meist die Zeit, die auch ein weichgekochtes Ei braucht, doch weil damit nur der Teig, nicht zwingend die eigefestigte Füllung durchgegart ist, empfiehlt es sich, ruhig etwas länger zu pochieren und eine Rabiole probeweise aufzuschneiden, bis Teig und Füllung sicher fest sind.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-031-orig" n="rabiolin" resp="#fyndling">Die Verkleinerungsform von Ravioli, aus dem Italienischen übernommen. Kleine gefüllte Teigtaschen, hier in Brühe gegart, sehr ähnlich zu heutigen Tortellini in Brodo.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-031-orig" n="kaponer" resp="#fyndling">Kapaun, ein kastrierter und besonders gemästeter Hahn. Galt als feines, teures Fleisch und war typisch für die gehobene Patrizierküche.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-031-orig" n="fleschbrie" resp="#fyndling">Fleischbrühe. 'flesch' steht im ostschwäbischen Dialekt für Fleisch, 'brie' für Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-031-orig" n="bret" resp="#fyndling">Hier vermutlich nicht 'Brett' im Sinne von Holzbrett, sondern von mittelhochdeutsch 'brāt' (Fleisch, Braten, wie in 'Bratwurst') abgeleitet: das gekochte oder gebratene Fleisch von Huhn oder Kapaun. Die Fleisch-Lesart wird zusätzlich durch eine CoReMA-Glosse zu einer anderen Handschrift gestützt (bret = Rehfleisch).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-031-orig" n="erttern" resp="#fyndling">Vermutlich Rändern/Ortern (Plural zu Ort/Rand). Dasselbe Rezept nennt zuvor 'am ortt des blatz' (Rand des Teigfladens) - ein interner Parallelbeleg für diese Lesart, auch wenn das Wort 'erttern' selbst sonst im Korpus nicht belegt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-031-orig" n="krapfen" resp="#fyndling">Hier nicht der heute bekannte gebackene Krapfen (Berliner/Faschingskrapfen), sondern eine in Brühe gegarte Teigtasche - Grimms Wörterbuch belegt eigens 'gesottene krapfen' als eigene Zubereitungsart neben der gebackenen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-031-orig" n="bret" resp="#fyndling">Als 'Fleisch' übersetzt, abgeleitet von mittelhochdeutsch 'brāt' (Fleisch, Braten), passend zum Kontext 'gesotten oder gebratten' und 'klaingehackt'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-031-orig" n="briet / gebriet" resp="#fyndling">Als 'brühen/abbrühen' übersetzt: im selben Kochbuch wird 'briet'/'gebriet' bei einem Vogel vor dem Rupfen (Rezept 2) eindeutig so verwendet, und für Spinat ergibt Blanchieren ohne Fett auch handwerklich mehr Sinn als Andünsten - der Text nennt keine Butter oder Fett.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-031-orig" n="erttern" resp="#fyndling">Als 'Rändern' (Ortern, Plural von Ort/Rand) gelesen, im Sinne von 'drückt sie an den Rändern gut zusammen', passend zur vorherigen Erwähnung 'am ortt des blatz'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-031-orig" n="lind bar air" resp="#fyndling">Als Zeitangabe 'wie ein weichgekochtes Ei' gelesen, also eine kurze Kochzeit zum Vergleich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-031-orig" n="Garzeit (wie ain lind bar air)" resp="#fyndling">In der Praxis so lange pochieren, bis Teig und Füllung im Kern sicher fest sind (Garprobe an einer Rabiole), auch wenn das etwas länger dauert als ein weichgekochtes Ei braucht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-032-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein fertiges Gericht, sondern eine Vorratshaltungs-Technik: rohes Kalbfleisch wird durch Einsalzen und tägliches Essig-Überreiben über mehrere Tage konserviert, bevor es sechs Stunden vor Gebrauch gewässert wird. Die nächste lebende Verwandtschaft ist kein Gericht, sondern ein Verfahren: die salz- und säurebasierte Fleischkonservierung, wie sie im späteren Pökeln/Surfleisch fortlebt. Die Essig-Komponente ist dieselbe Säuerungslogik, die im heutigen Sauerbraten steckt - dort inzwischen Geschmacksgeber, hier noch reine Konservierung vor der Kühlung.

Wie oft und wie lange abreiben? "jberreiben" ist im Korpus-Glossar nicht direkt belegt; die Vorsilbe "jber-" (über-) spricht eher für ein wiederholtes, oberflächliches Abreiben als für ein einmaliges, vollständiges Durchtränken mit Essig (siehe interpretive_choices). Wie viele Tage die Behandlung insgesamt dauert, sagt der Text nicht - er nennt nur "all tag" (jeden Tag), bis das Fleisch gebraucht wird. Das bleibt bewusst offen.

Praxis. Frisches Kalbfleisch direkt nach dem Kauf einsalzen. Der Text nennt keinen Lagerort und keine Temperatur für die folgenden Tage - für die heutige Umsetzung empfiehlt sich kühle Lagerung (Kühlschrank), da eine tagelange Behandlung bei Raumtemperatur ohne durchgehende Kühlkette heute kein sicherer Weg ist. Danach täglich mit Essig überreiben, so lange das Fleisch aufbewahrt wird. Vor der Zubereitung das Fleisch sechs Stunden in Wasser legen, um überschüssiges Salz und Essig wieder auszuziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-032-orig" n="metzg" resp="#fyndling">Metzgerei/Schlachthaus, dort wo das Fleisch frisch geschlachtet und verkauft wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-032-orig" n="saltzen" resp="#fyndling">Hier eindeutig das Verb 'salzen' im Sinn von Speisesalz auftragen, nicht die Salse (Würzsauce), die anderswo im Korpus mit 'saltz' bezeichnet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-032-orig" n="jberreiben" resp="#fyndling">Überreiben, also wiederholt mit Essig abreiben oder einreiben, um das Fleisch konservierend zu behandeln.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-032-orig" n="jberreiben" resp="#fyndling">Als 'überreiben' gelesen, also das tägliche Abreiben/Einreiben des gesalzenen Fleisches mit Essig zur Konservierung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-032-orig" n="Lagerbedingungen während der Salz-Essig-Behandlung" resp="#fyndling">Der Text nennt keinen Lagerort oder keine Temperatur für die tagelange Behandlung; für die heutige Umsetzung wird kühle Lagerung (Kühlschrank) empfohlen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-033-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein zweistufig behandeltes Stockfischgericht: knochenharter, luftgetrockneter Kabeljau wird zunächst in einer Asche-Kalk-Lauge weich gemacht, dann gewässert, sanft pochiert und mit gesalzener Butter sowie einer Senf-Garnitur aufgetragen. Dieselbe Grundmethode - Lauge weicht auf, dann Sieden, dann Butter/Senf - kennt man bis heute in zwei getrennten Linien: dem norwegisch-skandinavischen Lutefisk (dieselbe Laugentechnik, heute meist mit Natronlauge statt Asche und Kalk) und dem niederländisch-belgischen stokvis met mosterdsaus (dieselbe Endmontage aus gesiedetem Stockfisch, gesalzener Butter und Senf, dort aber meist ohne den Laugen-Schritt).

Ein naher Zwilling steht im Ménagier de Paris: dort wird der Trockenfisch vor dem Wässern ebenfalls mit einem Holzschlegel geklopft, in Wasser eingeweicht, gesotten und mit Senf oder Butter serviert - dieselbe Zubereitungslogik und derselbe Abschluss aus Butter und Senf, nur dass dort lauwarmes Wasser statt einer scharfen Lauge zum Aufweichen dient.

Praxis. Die Quelle nennt keine Mengenverhältnisse für Asche, Kalk und Wasser, nur dass die Lauge "ordentlich scharf" sein soll - diese Unschärfe wird hier bewusst nicht durch eine erfundene Dosierung ersetzt. Die zweitägige Laugenbehandlung ist ätzend (Handschuhe, gute Belüftung) und gehört Tage vorher in die Vorbereitung zu Hause, nicht an den Marktstand. Wer den Laugen-Schritt nicht selbst nachvollziehen will, greift zu bereits vorgeweichtem Stockfisch oder Klippfisch und steigt direkt bei der Wasch- und Siedephase ein. Beim Sieden gilt: wirklich nur gemächlich köcheln, etwa eine gute Stunde - zu starkes Kochen lässt den laugenbehandelten Fisch sonst zerfallen oder macht ihn hart, beides ausdrücklich im Text benannt. Vor dem ersten Einweichen wird der Fisch außerdem kräftig geklopft, um die harten Fasern mechanisch vorzubrechen - bis heute reale Praxis bei der Stockfisch-Rehydrierung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-033-orig" n="stockfisch" resp="#fyndling">Luftgetrockneter, ungesalzener Kabeljau. Extrem hart, muss vor der Verwendung geklopft, in Lauge eingeweicht und lange gewässert werden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-033-orig" n="kalckes" resp="#fyndling">Eine scharfe Kalklauge zum Einweichen des steinharten Fisches. Zusammen mit der Asche-Lauge entspricht das dem Grundprinzip, das später beim skandinavischen Lutefisk bekannt wurde. Vorsicht: ätzend, mit Handschuhen arbeiten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-033-orig" n="haffen" resp="#fyndling">Topf, kein Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-033-orig" n="man musz auch den stockfisch woll bluen" resp="#fyndling">Bläuen bedeutet hier, den getrockneten Fisch mit einem Holzschlegel kräftig zu klopfen, um die harten Fasern aufzubrechen, bevor er gewässert wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-033-orig" n="senff" resp="#fyndling">Senf wird hier nicht untergerührt, sondern nur zur Garnitur an drei Stellen um den fertigen Fisch gesetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-033-orig" n="linido" resp="#fyndling">Unklarer Orts- oder Personenname im Titel, als unübersetzter Eigenname stehen gelassen, da keine gesicherte Lesart möglich ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-033-orig" n="lechwasser" resp="#fyndling">Wasser aus dem Fluss Lech, das über Ablässe/Kanäle nach Augsburg geleitet wurde - Fischer, Schwäbisches Wörterbuch Bd. 1, Sp. 39f. (s.v. 'Ablass') belegt 'Lechwasser' als etablierten Augsburger Infrastruktur-Begriff. Da Sabina Welserin in Augsburg schreibt, ist diese Lesart gut gestützt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-033-orig" n="jberlauff" resp="#fyndling">überläuft, im Sinne von 'kocht über', passend zur Anweisung, den Fisch nur ganz sacht sieden zu lassen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-034-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-scharfer Senf mit Fruchtpaste - ein Vorläufer der heutigen deutschen Fruchtsenf-Sorten (Birnen-, Apfel-, Feigensenf), wie man sie noch heute im Feinkosthandel zu Käse oder Wildgerichten findet. Entfernt verwandt ist auch die italienische Mostarda-Tradition (kandierte Frucht in Senfsirup). Nur die konkrete Verwendung als Beilage zu gewässertem Stockfisch ist heute unüblich geworden.

Praxis. Senfmehl wird kalt mit Wein zu einer streichfähigen Paste angerührt - der Wein löst die Schärfe des Senfmehls und macht die Masse geschmeidig. Birnenlatwerge sorgt für Süße, Fruchtsäure und zusätzliche Bindung, Zucker rundet nach Geschmack ab. Der Text lässt bewusst offen, wie süß und wie dick der fertige Senf werden soll ("wie jr jn geren est" - wie man ihn gern isst): mit mehr oder weniger Wein lässt sich die Konsistenz von streichfähig bis gießfähig einstellen. Kein Kochen, kein Erhitzen, kein Gerät außer Rührschüssel und Löffel nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-034-orig" n="senffmel" resp="#fyndling">Gemahlener Senfsamen (Senfpulver), aus dem durch Anrühren mit Flüssigkeit eine Senfpaste entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-034-orig" n="birenlattwerin" resp="#fyndling">Birnenlatwerge, eine dickflüssig eingekochte Birnenpaste. Latwerge (von lateinisch electuarium) bezeichnete allgemein eine haltbar gekochte Fruchtpaste, oft aus Pflaumen, hier aus Birnen. Das Kompositum 'birenlattwerin' ist als Ganzwort ein Hapax, der Wortstamm 'lattwerin' ist im Korpus und im Augsburgischen (Birlinger) aber klar als Latwerge/electuary belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-034-orig" n="stockfisch" resp="#fyndling">Luftgetrockneter, ungesalzener Fisch (meist Kabeljau), der vor der Zubereitung tagelang gewässert werden musste, da er sonst steinhart war.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-035-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine zweistufig gekochte Sahne-Eier-Masse - Schmalz und Rahm werden zusammen aufgekocht, mit einer verquirlten Eier-Mehl-Mischung verbunden und noch einmal eingedickt - wird auf einen vorbereiteten Tortenboden gegeben und fertig gebacken. Im Ergebnis der Vorläufer eines Rahmkuchens oder einer Custard Tart: eine gebundene Eiercreme in einer Teighülle, keine Hefe- oder Rührteig-Torte.

Beim Schritt "klopfft die andere aúch darvnder" ist "die andere" grammatisch die zuvor angesetzte warme Schmalz-Rahm-Mischung (Nom./Akk. Sg. Fem.), die nun unter die Eier-Mehl-Masse geschlagen wird - keine zweite Portion Eier. Das ist die technisch richtige Reihenfolge: Die heiße Flüssigkeit kommt in die Eiermasse, nicht umgekehrt, damit die Eier temperiert werden statt zu stocken.

Praxis. Zuerst das Schmalz in einer Pfanne zergehen lassen, dann die Sahne dazugießen und gemeinsam aufkochen. Parallel die Eier mit dem Mehl gut verquirlen, bis keine Klumpen mehr da sind - das Mehl bindet die Eier später gegen Gerinnen. Die heiße Schmalz-Sahne-Mischung unter die Eier-Mehl-Masse schlagen und gut verrühren, danach alles zusammen noch einmal aufkochen lassen, bis die Masse schön dick wird - hier gart das Ei vollständig durch. Erst danach mit Zucker süßen und leicht salzen. Die fertige, bereits durchgegarte Masse auf einen vorgebackenen Tortenboden geben und im Ofen oder Dutch Oven backen, bis die Oberfläche stockt und bräunt. Zeit- und Temperaturangaben zum Backen fehlen im Original vollständig - hier hilft nur Beobachten der Oberfläche.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-035-orig" n="fierdúng" resp="#fyndling">Ein Viertelpfund, also ungefähr 125 g - ein gängiges Hohl- und Gewichtsmaß der Zeit.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-035-orig" n="seidlin" resp="#fyndling">Ein Seidel, ein historisches Flüssigkeitsmaß von grob einem halben Liter, je nach Region unterschiedlich genau.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-035-orig" n="den boden" resp="#fyndling">Ein vorbereiteter Tortenboden, vermutlich ein Mürbe- oder Blätterteig, wird in diesem Rezept vorausgesetzt, aber nicht selbst beschrieben.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-035-orig" n="barbianische" resp="#fyndling">Herkunft des Namens unklar. Möglicherweise ein Bezug auf den Ort Barbian in Südtirol, vergleichbar mit anderen nach Herkunftsregionen benannten Torten der Zeit.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-035-orig" n="barbianische" resp="#fyndling">Regionale Namensgebung, möglicherweise nach dem Ort Barbian in Südtirol, wie es für Torten dieser Zeit mit Herkunftsbezug üblich war.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-035-orig" n="klopfft die andere aúch darvnder" resp="#fyndling">'Die andere' bezieht sich grammatisch korrekt (Nom./Akk. Sg. Fem.) auf die zuvor angesetzte warme Schmalz-Rahm-Mischung, die nun unter die Eier-Mehl-Masse geschlagen wird - eine klassische Temperier-Technik für Cremefüllungen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-036-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine dicht gekochte und anschließend gebackene Eier-Sahne-Masse ohne erwähnten Tortenboden - näher an einem krustenlosen Custard/Flan als an einer Torte im modernen Sinn. Der englische Custard Tart und kontinentale gebackene Rahmcremes sind die nächsten lebenden Verwandten; der Titel „englische Torte" trägt diesen Vergleich bereits selbst. Ein enger Cousin außerhalb des Buchs ist mar-155 (Diriola-Tarte, Maestro Martino, ca. 1465): dieselbe Schrittfolge - eine Ei-Masse in der Pfanne unter Rühren kochen, bis sie sich setzt, und erst danach, während sie noch warm ist, ein wenig Rosenwasser zugeben.

Zur Güte der Sahne ("bey der erst"). Der Text lässt offen, ob "bey der erst" die Qualität der Sahne meint (von bester Güte) oder schlicht die Reihenfolge der Zutaten markiert ("als erstes nehmen"). Beide Lesarten sind sprachlich möglich, keine ist durch den Wortlaut allein entscheidbar - eine im Original nicht belegte Abschöpf-Handlung sollte dabei nicht mitgelesen werden.

Zum Rührwerkzeug ("oren"). Auch die „2 oren", mit denen Eier, Eigelb und Mehl geschlagen werden, bleiben unklar - am plausibelsten ein einfaches Rührwerkzeug wie zwei Holzlöffel oder ein primitiver Doppel-Schneebesen, denkbar wäre aber auch, dass „Ohren" die Griffe eines Gefäßes meinen.

Praxis. Sahne, Butterschmalz und Zucker gemeinsam erhitzen, bis der Zucker sich löst und das Fett schmilzt (der Originaltext wechselt an dieser Stelle auffällig zu „milch" statt „ram" - im Topf landet dieselbe cremige Basis). Eier, Eigelb und Mehl separat gut verrühren, dann zur heißen Masse geben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren sieden, bis sie deutlich andickt - der Originaltext warnt selbst vor dem Anbrennen, ein Wasserbad wird nicht erwähnt und ist auch nicht nötig. Vom Feuer nehmen, salzen und, solange die Masse noch warm ist, das Rosenwasser einrühren - so bleibt der empfindliche Duftstoff erhalten. Danach in eine Form füllen und backen; Temperatur, Form und Backdauer nennt der Originaltext nicht, hier hilft nur Erfahrung mit ähnlichen Custard-Massen (mittlere Hitze, bis die Oberfläche fest, aber nicht trocken ist).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-036-orig" n="englische torta" resp="#fyndling">Torta meint hier eine Torte im Sinn einer gebackenen, gefüllten Süßspeise, wie sie in mehreren mitteleuropäischen Kochbüchern des 16. Jh. auftaucht. Der Zusatz 'englisch' verweist wohl auf eine als englisch geltende Zubereitungsart, ähnlich einem frühen Custard-Tart.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-036-orig" n="seidlin" resp="#fyndling">Ein Seidel war ein regionales Hohlmaß, in Süddeutschland etwa einem halben Liter entsprechend.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-036-orig" n="fierdúng" resp="#fyndling">Ein Viertel als Gewichtsmaß, hier vermutlich ein Viertelpfund, also rund 125 g.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-036-orig" n="oren" resp="#fyndling">Unklarer Begriff, vermutlich ein Rührwerkzeug wie zwei Holzlöffel oder ein Schlaggerät mit zwei Griffen ('Ohren'), mit dem Eier und Mehl geschlagen wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-036-orig" n="milch" resp="#fyndling">Der Originaltext wechselt hier auffällig vom eingangs genannten 'ram' (Sahne) zu 'milch' (Milch) - eine rezeptinterne Inkonsistenz, keine bloße Schreibvariante ('milch' ist im Korpus ein eigenständiges, gut belegtes Lemma). text_modern übernimmt den Wortwechsel bewusst, statt ihn zu einem durchgehenden 'Sahne' zu glätten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-036-orig" n="oren" resp="#fyndling">Wahrscheinlich ein Rührwerkzeug (etwa zwei Holzlöffel oder ein einfacher Doppel-Schneebesen), mit dem Eier und Mehl geschlagen werden - im Text als 'zwei Rührlöffel' übersetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-036-orig" n="bey der erst" resp="#fyndling">Gelesen als 'von bester Güte', also eine besonders gute Qualität der Sahne.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-037-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Trotz des Titels „Fürmus“ entsteht hier kein passiertes Mus, sondern eine feste, gebratene Masse aus vorgekochtem, gesäubertem Hirn, gebunden mit geriebener Semmel, Ei und etwas Milch, gewürzt und mit Safran gelb gefärbt. Lebende Verwandte dieses Prinzips sind das bayerisch-schwäbische Hirnpflanzerl und die bis heute servierte Bregen mit Ei - beide binden Hirn mit Ei und Semmel und braten es in Fett.

Der Text springt vom gesäuberten Hirn direkt zur Semmel-Ei-Milch-Mischung und dann zum Braten „röste es gut durch“ - dass das gereinigte Hirn in diese Mischung eingerührt wird, steht nirgends wörtlich da. Es ergibt sich zwingend aus Titel und Zutatenliste, ist im Wortlaut aber eine Lücke der Quelle selbst, keine Ergänzung der Übersetzung.

Praxis. Das Hirn einmal in Wasser aufwallen lassen - das festigt die weiche Masse und macht sie erst greifbar, ähnlich dem heutigen Blanchieren vor dem Putzen. Danach abtropfen lassen und sauber verlesen. Mit geriebener Semmel, verquirltem Ei, etwas Milch, Gewürz, Safran und gehacktem Grünkraut vermengen und in Schmalz in der Pfanne gut durchbraten, bis eine feste, krosse Masse entsteht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-037-orig" n="fúrmúsß" resp="#fyndling">Ein Mus-Gericht, das vor dem Hauptgang gereicht wurde, ähnlich dem 'fürhess' (Voressen). Kein süßes Kompott, sondern ein herzhaftes Gericht aus Innereien.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-037-orig" n="erklaúbs schen" resp="#fyndling">Bedeutet 'verlese es sauber' - im Korpus generisch für Aussortieren/Säubern belegt, ohne dass der Text festlegt, was genau dabei entfernt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-037-orig" n="geribne semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel diente als Bindemittel für die Masse, nicht Mehl - Mehlbindung war im 16. Jh. noch unüblich.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-037-orig" n="rest" resp="#fyndling">Vom schwäbischen 'rösten' (braten/frittieren) - die typische Entrundung des Dialekts wandelt ö zu e.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-037-orig" n="grens" resp="#fyndling">Vermutlich 'Grünes', also ein grünes Kraut wie Petersilie. Die schwäbische Entrundung macht aus 'grün' 'gren'.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-038-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Milch-Mus aus Holunderblüten mit handgeschnittenen Ei-Mehl-Nudeln - eine frühe Form der Milchnudelsuppe, wie sie bis heute als schlichte Süßspeise bekannt ist. Der engste Verwandte im Korpus ist kkm-034 (Koch und Kellermeisterei, 1574): praktisch dasselbe Verfahren, bis hin zur fast wortgleichen Formel „würmlins weis“ für den Schneide-Schritt. Weiter entfernt verwandt ist eine ganze Familie von Holunderblütenmus-Rezepten (mon-011, meb-007, m384-062, w1-064), die zwar dieselbe Grundidee - Milch mit Holunderblüten aromatisieren - teilen, aber andere Bindetechniken verwenden (Ei direkt eingeschlagen, geriebenes Brot oder Mandeln statt Nudelteig).

Durch was getrieben? Das Transkript sagt nur „treibs dúrch“ - ohne Werkzeug und ohne Zweckangabe. Dasselbe Kochbuch nennt an anderer Stelle (saw-062) ausdrücklich ein „peúteltúch“ (Beuteltuch) für denselben Vorgang, was die Lesart als Tuch-Passage stützt, auch wenn saw-038 selbst offenlässt, womit durchgetrieben wird. Der Zweck ist die Klärung: die festen Blütenreste (Staub, Stiele, Kelchreste) werden abgeseiht, sodass nur die aromatisierte Milch übrigbleibt.

Praxis. Holunderblüten in der Milch aufkochen, dann durch ein Tuch oder feines Sieb passieren, um die Blütenreste zu entfernen. Aus Eiern und Mehl einen festen Teig kneten, dünn auswellen und in schmale, gedrehte Streifen schneiden - im Grunde einfache handgeschnittene Eiernudeln. Die Streifen in der aromatisierten Milch mit Salz und Schmalz aufkochen, bis sie gar sind; die austretende Stärke bindet die Milch dabei leicht an.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-038-orig" n="holderblie" resp="#fyndling">Holunderblüten, geschrieben mit der schwäbischen Lautverschiebung ü zu ie. Der Rezepttitel 'von blie' bestätigt die Lesart als 'von Blüten'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-038-orig" n="welgle" resp="#fyndling">Ausrollen/Auswellen des Teigs zu dünnen Blättern, dialektale Form von 'wellen'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-038-orig" n="wirmlens weiß" resp="#fyndling">Wörtlich 'in Würmchen-Weise', d.h. in dünne, wurmartige Streifen geschnitten. Beschreibt die Nudelform.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-038-orig" n="ersieden" resp="#fyndling">Aufkochen lassen, bis es siedet. Im Kochbuch der Sabina Welserin bislang einziger Beleg dieses Worts, im Korpus insgesamt aber auch in ka1-047 belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-038-orig" n="blie" resp="#fyndling">Blüte, in dialektaler Schreibung mit Entrundung von ü zu ie. Der Rezepttitel 'von blie' entspricht damit 'von Blüten' (Holunderblüten).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-038-orig" n="welgle" resp="#fyndling">Auswellen/Ausrollen des Teigs zu dünnen Blättern, dialektale Form von 'wellen' oder 'walgern'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-038-orig" n="treibs dúrch" resp="#fyndling">Durchtreiben/Passieren der siedenden Blütenmilch, wohl durch ein Tuch (vgl. saw-062: 'durch ain peúteltúch'), um die festen Blütenreste von der Flüssigkeit zu trennen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-038-orig" n="ersieden" resp="#fyndling">Aufkochen lassen / zum vollen Sieden bringen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit Kornblumenblüten blau eingefärbte Mandelmilch-Grütze - verwandt mit der Blancmange-Familie, wie sie heute etwa als Mandelmilch-Reispudding bekannt ist. Der Farbtrick, ein Blütenauszug macht eine helle Milchbasis blau, funktioniert nach demselben Prinzip wie das heutige Blau aus Schmetterlingserbsen-Tee (Clitoria ternatea) in "Blue Latte"-Getränken - reine Stoffparallele, keine Behauptung über eine direkte Linie.

Zwei nahezu wortgleiche Parallelrezepte, eines aus der Solothurner Küchenmeisterei (so1-002) und eines aus der gedruckten Koch und Kellermeisterei von 1574 (kkm-026), bestätigen unabhängig voneinander die Lesart "Kornblumen" für das im Original knapp geschriebene "korenplomen" und ergänzen zugleich, was die Welserin nur andeutet: Das fertige Mus wird mit Reis oder Weizen gebunden.

Praxis. Kornblumenblüten im Mörser zerstoßen, dann durch ein Tuch mit etwas Wasser auspressen - das ergibt die blaue Färbeflüssigkeit. Darin statt in Klarwasser Mandeln ansetzen und auspressen, so entsteht blaue Mandelmilch. Diese Milch anschließend mit gekochtem Reis oder Weizengrieß zu einem Mus binden. Die Färbung selbst ist reine Kalttechnik ohne Feuer; das Binden zum fertigen Mus braucht je nach Wahl von Reis oder Weizen einen separaten Kochschritt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-039-orig" n="korenplomen" resp="#fyndling">Gelesen als 'Kornblumen' (Centaurea cyanus) - im Original als 'korenplomen' geschrieben, wobei stimmhaftes b im Anlaut in dieser Handschrift regelmäßig zu p verhärtet (vgl. 'blomen' als Blumen-Plural im Referenzkorpus). Zwei Parallelrezepte, so1-002 (Solothurner Küchenmeisterei: 'kornbluomen') und kkm-026 (Koch und Kellermeisterei 1574: 'Kornblumen'), beschreiben exakt dieselbe Technik (zerstoßen, durch Tuch mit Wasser pressen, blaue Mandelmilch) und stützen die Lesart unabhängig voneinander.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-039-orig" n="bla" resp="#fyndling">Schwäbische Schreibweise für 'blau' (Entrundung/Lautvariante, typisch für den Augsburger Dialekt dieser Quelle).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-scharf gewürztes, kalt serviertes Erbsenmus: gegarte Erbsen werden durch ein Sieb getrieben, mit Safran, Ingwer und Zimt versetzt und mit Zucker bestreut. Der lebende Verwandte ist das heutige Erbsenpüree - hier aber die süße, kalte Fastentags-Variante, näher an einem Frucht-Mus als an der modernen herzhaften Beilage.

Die Sieb-Technik. Safran, Ingwer und Zimt werden nicht separat eingerührt, sondern zusammen mit den weichgekochten Erbsen durch das Sieb gepresst. Ein Arbeitsschritt erledigt damit Würzen und Texturieren gleichzeitig: die Masse kommt in feinen, gewundenen Strängen heraus, die Sabina Welserin mit einem Wurm vergleicht - dieselbe Handbewegung wie beim Formen von Spätzle. Der 'wie eine Mandelmilch'-Vergleich betrifft nur das Verfahren des Durchtreibens; dem Rezept selbst wird keine Mandelmilch zugesetzt.

Praxis. Erbsen (getrocknet, über Nacht eingeweicht, oder frisch) in Wasser weichkochen, je nach Sorte 45 bis 90 Minuten, bis sie beim Zerdrücken keinen Widerstand mehr geben. Durch einen Durchschlag oder ein feines Sieb streichen, dabei Safranfäden, gemahlenen Ingwer und Zimt mit durchdrücken. Auskühlen lassen, mit Zucker bestreuen und kalt servieren. Bindung und Textur entstehen allein durch das Kochen und Passieren der Erbsen - kein Mehl, kein Ei nötig. Die Farbe kommt ausschließlich vom Safran.

Zwei Traditionen derselben Grundtechnik. Der englische Zwilling foc-069 ("Peson of Almayne", Forme of Cury) siebt Erbsen nach demselben Prinzip - gekocht, durch ein Tuch getrieben, mit Safran und Ingwer gewürzt -, geht aber in eine andere Richtung: dort kommt echte Mandelmilch als Zutat sowie Reismehl zur Bindung dazu, gesalzen statt gezuckert, vermutlich warm serviert. Hier dagegen bleibt die Mandelmilch nur ein Vergleichsbild für die Sieb-Technik (keine tatsächliche Zutat), dafür kommen Zimt und Zucker dazu, und das Gericht wird kalt aufgetragen - eine süße Fastentags-Nachspeise statt einer gebundenen, herzhaften Beilage.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-040-orig" n="dúrchschlag" resp="#fyndling">Ein Durchschlag ist ein grobes Sieb bzw. ein löchriger Küchentopf zum Abgießen und Pürieren - hier wird die weiche Erbsenmasse hindurchgedrückt, um ein glattes Mus zu erhalten.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-040-orig" n="wie ain mandelmilch" resp="#fyndling">Vergleich mit der Technik, Mandelmilch durch ein Tuch oder Sieb zu pressen - beschreibt hier nur das Verfahren des Durchtreibens, Mandelmilch selbst ist keine Zutat des Rezepts.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-040-orig" n="miessig" resp="#fyndling">Mhd./frühnhd. 'müezec' = 'müßig, untätig, ruhig'. Wörterbuchbelege (u. a. Birlinger, Augsburgisch) zeigen das Wort durchgängig in dieser Bedeutung, nicht als Ableitung von 'Mus'. Im Kochkontext übertragen gemeint: die Erbsen werden 'müßig', geben also beim Kochen ihren Widerstand auf und zerfallen weich - daher die Übersetzung 'bis sie mürbe werden'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-040-orig" n="rorlach" resp="#fyndling">Im Kochbuch der Sabina Welserin sonst meist 'rerlach' oder 'zimerrerlach' geschrieben und bezeichnet Zimt. Die Schreibung mit 'o' ist vermutlich eine kleine Lautvariante desselben Wortes.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-040-orig" n="gleich wie ain wúrm" resp="#fyndling">Beschreibt die Optik der durchs Sieb gepressten Erbsenmasse: feine, gewundene Stränge, ähnlich wie beim italienischen 'Vermicelli' (kleine Würmer) - kein Hinweis auf eine tatsächliche Zutat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-040-orig" n="rorlach" resp="#fyndling">Als Lautvariante von 'rerlach' gelesen, dem im Kochbuch der Sabina Welserin belegten Begriff für Zimt (Zimt-Röhrlein).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-041-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein reines Milch-Eidotter-Mus, das in einem kleinen Häfelein im Wasserbad gestockt und anschließend löffelweise in Stücken herausgehoben wird. Technisch ist das derselbe Vorgang, der heute den Eierstich ergibt - die feste Ei-Milch-Einlage für klare Suppen -, hier aber pur und ungewürzt als eigenständige, milde Speise serviert statt als Suppengarnitur.

Beim Fett gibt es eine echte Lese-Unsicherheit, die aber für Schmalz spricht: Der Text nennt nur „ain schmaltz“, nicht das im Buch sonst eigens benannte „bútter“ oder „púterschmaltz“ (Butterschmalz). Da die Verfasserin diese Unterscheidung im übrigen Buch konsequent durchhält, ist mit bloßem Schmalz eher tierisches (z. B. Schweine-)Fett gemeint als Butter. Wer es milder mag, kann ersatzweise Butter verwenden - das ist dann aber eine bewusste Abweichung vom Wortlaut.

Praxis. Milch und Eidotter zu gleichen Teilen verquirlen. Das Schmalz im kleinen Töpfchen zergehen lassen, dann die Ei-Milch-Mischung hineingießen. Das Töpfchen in einen größeren Topf mit siedendem Wasser stellen (Wasserbad) und stehen lassen, bis die Masse gestockt ist - der Text nennt dafür keine Zeit- oder Temperaturangabe, in der Praxis dauert das je nach Topfgröße und Siedehitze grob 30 bis 40 Minuten bei mäßig köchelndem Wasser. Das Wasserbad sorgt für gedämpfte, indirekte Hitze: Die Ei-Milch-Mischung gerinnt dadurch langsamer und gleichmäßiger, statt bei direkter Feuerhitze schlagartig zu verklumpen oder anzubrennen. Die gestockte Masse dann sorgfältig mit einem eisernen (oder anderen Metall-)Löffel in kleinen Stücken herausheben und in eine Schüssel geben. Frisch servieren - das Mus ist kein Vorrats- oder Reisegericht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-041-orig" n="kachelmúsß" resp="#fyndling">Der Titel benennt das Gericht nach seinem Kochgefäß: eine 'Kachel' war ein kleiner irdener Topf oder ein Häfelein. 'Kachelmus' heißt also so viel wie 'im Töpfchen gegarter Brei'.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-041-orig" n="heffellin" resp="#fyndling">Verkleinerungsform von 'Hafen' (Topf) - ein kleines Töpfchen, wie es für Portionsgerichte am Herd verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-041-orig" n="airdetterlach" resp="#fyndling">Zusammengesetzt aus 'Ei', 'Dotter' und der schwäbischen Sammel-/Verkleinerungsendung '-lach', wie sie im Buch auch bei 'negellach' (Nägelein) oder 'weinberlach' (Rosinen) auftritt. Gemeint sind schlicht Eidotter, im Plural.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-041-orig" n="siedigen wasser" resp="#fyndling">Siedendes Wasser, in dem das Töpfchen mit der Ei-Milch-Mischung steht - eine frühe Form des Wasserbads (Bain-Marie), die verhindert, dass die Eier direkt auf dem Feuer gerinnen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-041-orig" n="sticklen" resp="#fyndling">Kleine Stücke oder Klümpchen, in denen die gestockte Masse aus dem Topf gehoben wird.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-041-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Fett allgemein, meist tierisch. Die Verfasserin unterscheidet im übrigen Buch klar zwischen 'schmaltz' und eigens benanntem 'bútter'/'púterschmaltz' (Butterschmalz) - bloßes 'schmaltz' ohne diesen Zusatz bezeichnet bei ihr regelmäßig gewöhnliches (oft tierisches) Bratfett. Das Rezept nennt hier nur 'ain schmaltz', kein 'púterschmaltz' - daher ist Schmalz die naheliegendere Lesart, nicht Butter.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-041-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Schmalz - im Frühneuhochdeutschen meist tierisches Fett; die Verfasserin benennt Butter im übrigen Buch stets eigens ('bútter'/'púterschmaltz'), bloßes 'schmaltz' ohne diesen Zusatz verwendet sie regelmäßig als gewöhnliches (oft tierisches) Bratfett.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine gestockte Eier-Milch-Masse ohne Zucker und Gewürze - im Ergebnis nah an einem ungesüßten Eierstich bzw. einem schlichten herzhaften Flan. Besonders ist die Gartechnik: Ohne Ofen wird die Masse zwischen zwei zinnernen Schüsseln über der Glut gegart.

Die Technik der zwei Schüsseln. Die untere Zinnschüssel dient als flache Pfanne direkt auf dem Rost über der Glut; das zergangene Schmalz darin verhindert das Anhaften und überträgt zusätzlich Hitze von unten. Die zweite, umgekehrt aufgesetzte Schüssel wirkt als Behelfsdeckel: Sie staut die Wärme, sodass die Masse eher gedünstet als nur von unten gebraten gart. Der Wasserdampf aus der garenden Masse schlägt sich an der kühleren Innenseite der oberen Schüssel nieder („schwitzen“) - genau wie bei jedem gedeckelten Topf mit feuchtem Inhalt. Wird das Kondenswasser nicht abgewischt, tropft es zurück und verwässert die Masse; das wiederholte Abwischen ist bei dieser Deckel-Konstruktion aus zwei gleichartigen Gefäßen funktional notwendig, anders als bei einem passenden Topfdeckel.

Die Bräunung am Schluss. Das abschließende Übergießen mit heißem, sofort wieder abgeseihtem Schmalz ersetzt eine fehlende Oberhitze-Quelle: Das sehr heiße Fett bräunt die Oberfläche durch direkten Kontakt, wird aber gleich wieder abgegossen statt in der Speise zu versacken - ökonomisch, weil das Schmalz weiterverwendbar bleibt.

Praxis. Rost über Glutkohle, zwei flache Zinn- oder Metallteller (ersatzweise hitzefeste Teller oder Auflaufformen). Eier und Milch verquirlen, in die mit zergangenem Schmalz ausgelegte untere Schale gießen, mit der zweiten Schale abdecken. Sobald sich innen Kondenswasser bildet: aufdecken, abwischen, wieder zudecken - so lange wiederholen, bis die Masse gestockt ist. Zum Schluss heißes Schmalz darübergießen und sofort wieder abgießen, bis die Oberfläche braun ist.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-042-orig" n="schisselmúsß" resp="#fyndling">Schüsselmus, eine Eier-Milch-Speise, die direkt in einer Schüssel gegart wird, nicht in einem Topf.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-042-orig" n="zinnie schissel" resp="#fyndling">Zinnerne Schüssel bzw. Zinnteller - Zinngeschirr war im Patrizierhaushalt gängiges Alltagsgeschirr.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-042-orig" n="ergangen schmaltz" resp="#fyndling">Zergangenes, also geschmolzenes Schmalz. Das 'er-' steht hier für 'zer-', eine im Ostschwäbischen übliche Lautform.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-042-orig" n="gestat" resp="#fyndling">Von 'gestehen' im alten Sinn von 'fest werden, gerinnen' - die Eier-Milch-Masse soll stocken.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-042-orig" n="diechern" resp="#fyndling">Tüchern (von Tuch) - saubere Tücher zum Abwischen des Kondenswassers auf der oberen Schüssel.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-042-orig" n="abseichen" resp="#fyndling">Abseihen bzw. abtropfen lassen - das überschüssige heiße Schmalz wird nach dem Übergießen wieder abgegossen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein dickes, safrangelbes Feigenmus - eine gewürzte Trockenfrucht-Nuss-Masse, mit geriebenem Lebzelten statt Mehl gebunden. Lebende Verwandtschaft: vergleichbar mit einem winterlichen Feigenchutney oder einer gewürzten Trockenfrucht-Nuss-Fülle, wie sie etwa in Stollenfüllungen fortlebt - der Lebzelten-Anteil als Binder ist der auffälligste Unterschied zu heutigen Kompott-Rezepten.

Der Text bricht ab. Die Überlieferung endet nach der Zutat Schmalz, ohne Angabe zu weiterer Kochzeit, Rührhinweis oder Zielkonsistenz - für ein Mus ungewöhnlich knapp. Auch bleibt offen, ob die Feigen vor dem Zugeben zerkleinert werden. Das ist eine Lücke der Quelle, keine Auslassung der Übersetzung.

Praxis. Wein in einem Topf aufkochen, geriebene Lebzelten und geriebene Semmel einrühren - die Krume quillt in der Hitze auf und bindet die Masse. Safran, Mandeln, Rosinen und Feigen (klein geschnitten, damit sie sich rascher einbinden) unterrühren, etwas Schmalz zugeben. Für ein sämiges Mus, wie der Name nahelegt, anschließend bei kleiner Hitze weiterköcheln, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist - das ist eine naheliegende Ergänzung der Praxis, nicht durch den Text belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-043-orig" n="heffellin" resp="#fyndling">Kleiner Hafen (Topf), Diminutivform. Ein normaler kleiner Kochtopf, kein Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-043-orig" n="lezelten" resp="#fyndling">Lebzelten, ein gewürztes Honig-/Lebkuchen-Gebäck, das gerieben als Würz- und Bindemittel verwendet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-043-orig" n="semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel (Weißbrot), zeittypisches Bindemittel. Nicht mit Mehl zu verwechseln, das im 16. Jahrhundert zum Binden von Saucen und Mus noch unüblich war.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-043-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Fett, hier vermutlich tierisches Schmalz, das dem Mus Fülle und Glanz gibt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-043-orig" n="saffera" resp="#fyndling">Wir lesen 'saffera' als Schreibvariante von Safran: die Schreibung ist im Kochbuch der Sabina Welserin selbst durchgängig - sieben weitere Belege der saffera/safferan-Familie im selben Buch (u. a. saw-006) sowie Wörterbuch-Belege zu saffaran/safferan/safferon stützen diese Lesart.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-043-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Wir lesen 'schmaltz' als tierisches Fett, da Sabina Welserin an anderer Stelle Butter mit dem eigenständigen Wort 'putteren' bezeichnet, hier aber ausdrücklich 'schmaltz' steht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-044-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein warmes, mit Eigelb legiertes Weinmus: geröstete Semmelbrösel binden hier statt reinem Eischaum. Nächster lebender Verwandter ist die deutsche Weinsuppe (auch Eierweinsuppe), die in manchen Regionen bis heute zubereitet wird - warmer, mit Eigelb legierter Wein, gesüßt. Verwandt ist auch das Sabayon/Zabaione (Eigelb mit Wein und Zucker über Hitze aufgeschlagen); saw-044 steht technisch dazwischen, weil die gerösteten Brösel zusätzlich binden, wo Sabayon rein durch Eischaum bindet. Zwei Rezepte aus anderen Handschriften bestätigen denselben Grundtyp: ri15632-050 (Weinmus mit Eidottern, Honig und Safran) und m5919-014 (Eigelbmus mit Wein, Semmel und Zucker oder Honig) - beide zeigen unabhängig dieselbe Struktur aus Eigelb, Wein, Semmel bzw. -bröseln und Süße, über Hitze gebunden.

Der Text nennt keine Hitzeangabe für den Moment, in dem das Eigelb dazukommt ("thú ... airdottern daran"). Das ist keine Nebensächlichkeit: Eigelb bindet nur glatt, wenn es nicht zu heiß gerührt wird, sonst gerinnt es zu Flocken statt sich cremig einzubinden.

Praxis. Semmelbrösel in Butterschmalz rösten, bis sie knusprig sind. Wein dazugießen - er löst die Röststoffe vom Pfannenboden und liefert die Flüssigkeitsbasis. Die Pfanne von der stärksten Hitze nehmen bzw. deutlich reduzieren, bevor das Eigelb eingerührt wird, und langsam unter Rühren einziehen lassen, bis es gleichmäßig bindet. Mit Zucker nach eigenem Geschmack abschmecken. Fertig in etwa 15 Minuten, eine Pfanne über offenem Feuer reicht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-044-orig" n="semelmell" resp="#fyndling">Geriebene Semmel bzw. Weißbrotbrösel zum Binden, kein Weizenmehl. In der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Küche band man mit Brot, Ei, Mandeln oder Reis, nicht mit Mehlschwitze.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-044-orig" n="resch" resp="#fyndling">Knusprig geröstet, ein häufiges Wort für den gewünschten Röstgrad von Bröseln oder Gebäck.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-044-orig" n="airdottern" resp="#fyndling">Eigelb (Eidotter).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-044-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Butterschmalz, passend zu einer süßen Speise in einem wohlhabenden Patrizierhaushalt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-044-orig" n="Hitzeführung beim Einrühren des Eigelbs" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Temperaturangabe ("thú ... airdottern daran"). Für die Praxis empfiehlt sich, die Pfanne vor dem Einrühren von der stärksten Hitze zu nehmen, damit das Eigelb glatt bindet statt zu gerinnen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-045-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gehacktes, in Schmalz angeröstetes und mit Ei sowie Fleischbrühe abgebundenes Innereien-Mus aus gesottener Lunge - ein Vorläufer der bayerisch-österreichischen Lungenhaschee-/Lungenhascherl-Tradition und ein entfernter, eierbetonter Vetter des heutigen Beuschel, das meist mit Essig oder Sauerrahm statt Ei gebunden wird.

Das Gericht steht im Kochbuch der Sabina Welserin nicht allein: dieselbe Grundstruktur - Lunge sieden, hacken, mit Brühe und Ei beziehungsweise Eigelb binden - findet sich auch in w1-124, b4-119 und mon-203. Die Augsburger Fassung hat eine Eigenheit gegenüber den drei anderen: die gehackte Lunge wird vor der Eizugabe erst in Schmalz angeröstet, ein Zwischenschritt, den die Zwillingsfassungen nicht kennen.

Praxis. Die Lunge im Ganzen in Wasser weich sieden - das macht das schwammige Gewebe erst fest genug, um es sauber fein zu hacken. Die gehackte Lunge in Schmalz in der Pfanne anrösten, bis sie Farbe nimmt. Dann die Eier direkt in die heiße Pfanne einschlagen und unter Rühren stocken lassen, bis sie wie Rührei durchgegart sind - der Text nennt weder Garzeit noch Konsistenz, ein bewusst cremig gehaltener Zustand ist nicht belegt. Zuletzt Gewürz und Fleischbrühe dazugeben, verrühren und servieren. Menge von Ei und Brühe sowie die Siedezeit der Lunge bleiben im Original offen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-045-orig" n="gewirtz" resp="#fyndling">Allgemeiner Begriff für Gewürz beziehungsweise eine Gewürzmischung, ohne genaue Angabe der Sorten. Zeittypisch wäre eine Kombination aus Pfeffer, Ingwer, Muskat und Nelken.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-045-orig" n="fleschbrie" resp="#fyndling">Fleischbrühe. Das Wort 'brie' steht im Kochbuch der Sabina Welserin durchgehend für Brühe oder Sauce, nicht für den Käse Brie.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-046-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein durch ein Tuch oder Sieb getriebenes, mit gerösteter Semmelbrösel gebundenes und gezuckertes Sauerkirschmus - technisch der Vorläufer heutiger Kirschkompott-Zubereitungen. Die Bindetechnik aus Fruchtmus und gerösteten Bröseln statt Stärke lebt konkret in der Füllung heutiger Kirschstrudel fort, wo Sauerkirschen ebenfalls mit gerösteten Semmelbröseln zur Feuchtigkeitsbindung gemischt werden.

Die Sülze-Technik. Die Anweisung, die Weichseln durchzutreiben "gleich als wellest ain seltz sieden", ist ein reiner Verfahrensvergleich: rohe Kirschen werden durch ein Tuch oder Sieb gepresst, genau wie man beim Sülzesieden Fleisch durchtreibt, um Kerne, Haut und Fasern abzutrennen. Der Text nennt an dieser Stelle kein Werkzeug beim Namen - im übrigen Buch ist es, wo genannt, fast immer ein Tuch, daher die Doppelnennung.

Praxis. Rohe, entsteinte Weichseln durch ein sauberes Tuch oder ein feines Sieb streichen, bis nur Kerne und Haut zurückbleiben. Eine geriebene Semmel in Schmalz rösten, bis sie Farbe nimmt. Das Kirschmus dazugeben, kurz gemeinsam aufkochen - hier findet die eigentliche Erhitzung der rohen Fruchtmasse statt, während die Semmel die Flüssigkeit bindet - und mit Zucker abschmecken. Alles zusammen unter 30 Minuten, ein Topf und ein Tuch oder Sieb reichen als Ausstattung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-046-orig" n="weixlen" resp="#fyndling">Weichseln, eine Sauerkirschsorte (Prunus cerasus). Das Buch führt daneben auch 'amelber' als eigene Steinobst-Bezeichnung, beide Begriffe stehen also nicht für dieselbe Frucht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-046-orig" n="seltz" resp="#fyndling">Kein zusätzliches Gewürz oder eine zweite Zutat, sondern ein Technik-Vergleich: das Durchtreiben der Weichseln durch ein Tuch oder Sieb wird mit dem Durchpressen verglichen, wie man es beim Sieden einer Sülze tut.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-046-orig" n="geribne semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel (Weißbrot) dient hier als Bindemittel, in Schmalz geröstet. Mehl als Bindung wäre für diese Zeit anachronistisch, Brot- und Semmelbindung ist der zeittypische Standard.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-046-orig" n="seltz" resp="#fyndling">Technik-Vergleich: Das Durchtreiben der Weichseln durch ein Tuch oder Sieb wird mit dem Durchpressen von Sülze-Zutaten verglichen, es handelt sich um keine eigene Zutat, sondern eine Verfahrensanweisung.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-047-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der Text nennt es "Mus", aber der beschriebene Vorgang passt eher zu einem dicken, festen Pfannkuchen als zu einer löffelbaren Masse: Ei und Milch werden mit Semmel zu einem "dünnen Teiglein" verrührt, in der Pfanne gegart und lösen sich zuletzt "von jm selbert" - von selbst - aus der Pfanne. Das ist genau der Moment, in dem man einen Pfannkuchen wendet oder herausgleiten lässt, kein Moment, den man bei einer Mus-Konsistenz beschreiben würde. Näher am tatsächlichen Vorgang ist also ein flourloses, mit Semmel statt Mehl gebundenes Pfannengericht - ein dicker, eierkuchenartiger Fladen. Von den bread-and-egg-Süßspeisen der Zeit bleibt am ehesten der Semmelschmarrn verwandt, der ebenfalls in der Pfanne gegart wird (Ofenschlupfer dagegen ist ein Ofengericht und passt schlechter). Diese Einordnung ist eine Lesart aus dem beschriebenen Vorgang, kein durch ein Zwillingsrezept gestützter Befund - für saw-047 ist bislang keine Parallele im Korpus bekannt.

Wie kräftig die Masse beim Sieden erhitzt werden soll, sagt der Text nicht. „sieden“ bezeichnet wörtlich ein Kochen bzw. Aufwallen, doch eine reine Ei-Milch-Masse würde bei starkem Wallen eher ausflocken als binden. Vermutlich stabilisiert die eingerührte Semmel die Masse ausreichend, das lässt der Text aber offen - Hitzegrad und Rührverhalten blieben der Erfahrung der Köchin überlassen.

Praxis. Eier und Milch verquirlen, geriebene, am besten altbackene Semmel einrühren, bis eine dünnflüssige, gerade noch fließfähige Masse entsteht. Bei mäßiger Hitze in der Pfanne unter gelegentlichem Rühren stocken lassen, bis sie fest ist und sich von selbst von der Pfanne löst - das schont die eihaltige Masse vor dem Ausflocken. Zuletzt mit Zucker vollenden. Mengen und Garzeit richten sich nach Augenmaß, der Text nennt keine Mengenangaben.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-047-orig" n="geribne semel" resp="#fyndling">Geriebene Semmel (Weißbrot) dient hier als Bindemittel, nicht Mehl. Mehlbindung war zur Entstehungszeit des Buchs noch unüblich; man band mit Brot, Mandeln, Ei oder Reis.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#semel"/></note>
        <note type="gloss" target="#saw-047-orig" n="tins taiglin" resp="#fyndling">Vermutlich „dünnes Teiglein“, also eine dünnflüssige, teigartige Masse. Die Lesart als „dünn“ ist durch mehrere weitere Belege im selben Buch gestützt, siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-047-orig" n="tins taiglin" resp="#fyndling">Gelesen als „dünnes Teiglein“, also eine dünnflüssige, teigartige Konsistenz der Ei-Milch-Semmel-Mischung. Die Lesart ist durch weitere Belege im selben Buch gestützt: saw-121 verwendet die fast identische Wendung „mach ain tinn taiglin an mit airen“ (dort bereits als dünner Teig gelesen), saw-180 belegt mit „aufs allertinnest, ye tinner ye hibscher“ den eindeutigen Komparativ/Superlativ von dünn. Zusammen mit der für diese Quelle typischen Entrundung (ü zu i) und Konsonantenverhärtung (d zu t) ist die Lesart als „dünn“ gut abgesichert.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-047-orig" n="sieden (Hitzegrad)" resp="#fyndling">Der Text nennt für das Sieden weder Hitzegrad noch Rührverhalten - das blieb der Erfahrung der Köchin überlassen. Für die Praxis empfiehlt sich mäßige Hitze mit gelegentlichem Rühren, da eine reine Ei-Milch-Masse bei kräftigem Wallen eher ausflockt als bindet.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-048-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Zerstoßene, durch ein Tuch getriebene Krebsmasse mit Erbsenbrühe, Wein und Gewürzen, mit einer Schmalz-Mehl-Bindung verkocht - ein Vorläufer der heutigen gebundenen Krebssuppe bzw. eines Krebsragouts. Krebsfleisch mörsern, mit geröstetem Brot und Flüssigkeit durch ein Tuch treiben, um Bindung und Geschmack zu gewinnen, ist im Prinzip dasselbe Verfahren, das auch modernen cremigen Krebs- und Schalentiersuppen zugrunde liegt - hier aber mit geröstetem Brot statt Sahne oder Butter gebunden.

Die Bindung. Bemerkenswert ist der Schmalz-Mehl-Schritt am Schluss ('nim ain schmaltz, rier ain mel darein') - eine echte, wörtlich belegte Einbrenne. Das Buch bindet Saucen sonst meist über Brot, Mandeln oder Ei; hier steht die Mehlschwitze aber direkt im Text und ist damit keine Erfindung, sondern eine primärquellenbelegte Ausnahme von der sonst üblichen Bindungspalette dieses Korpus.

Praxis. Krebse gut durchkochen, dann Panzer und Scheren entfernen und das Fleisch im Mörser (ersatzweise im Blender) fein zerstoßen. Geröstete Semmel mit Erbsenbrühe verrühren, zusammen mit dem Krebsfleisch durch ein feines Tuch oder einen engen Durchschlag treiben - das entfernt Fasern und Schalenreste und ergibt eine glatte Flüssigkeit. Mit etwas Weißwein, Salz, Safran, Zimt, Ingwer und Zucker würzen. Getrennt Schmalz erhitzen, Mehl einrühren zu einer Einbrenne, die durchgetriebene Krebsmasse dazugießen und kurz aufkochen lassen, bis die Sauce bindet. Zum Schluss Zucker darüberstreuen - ein periodetypischer süß-salziger Abschluss, kein Dessert-Signal. Der Text nennt keine genauen Mengenverhältnisse (außer einer Semmel) und keine Garzeiten, beide Schritte zielen aber eindeutig auf Vollgarung, keine Sicherheitsfrage. Frische Krebse sind hochverderblich und sollten am Tag der Zubereitung gekauft und zügig verarbeitet werden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="ainzúmachen" resp="#fyndling">Wörtlich 'einmachen', hier aber im Sinn von 'zubereiten' zu verstehen, nicht als Einwecken oder Konservieren.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="schelffen" resp="#fyndling">Die harten Schalenteile der Krebse, vorne und hinten am Panzer.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="gebeten" resp="#fyndling">Geröstet/gebähet, also leicht angebräunt, nicht eingeweicht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="erbisbrie" resp="#fyndling">Erbsenbrühe, eine Flüssigkeit aus gekochten Erbsen, die hier als Basis für die Sauce dient - im selben Buch (saw-011) ausdrücklich als Fasten-Ersatz für Fleischbrühe in derselben Grundtechnik belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="rerlach" resp="#fyndling">In diesem Buch die stehende Bezeichnung für Zimt (von 'Zimtröhrlein', den gerollten Zimtstangen).</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="hernessen" resp="#fyndling">Verkürzte Schreibung von 'herrenessen' - im selben Buch zweimal ausgeschrieben belegt (saw-012: 'so hast ain herrenessen'; saw-149: 'jst ain gut herrenessen', fast wortgleich bis auf die fehlende Mittelsilbe). Die im Buch mehrfach belegte Standardformel für ein feines, herrschaftliches Tafelgericht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-048-orig" n="morser" resp="#fyndling">Ein großer Fleisch- bzw. Küchenmörser aus Stein, kein kleiner Gewürzmörser. Diente zum Zerstoßen des Krebsfleischs zu einer feinen Masse.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-048-orig" n="erbisbrie" resp="#fyndling">Erbsenbrühe, eine dünnflüssige Basis aus gekochten Erbsen, die zusammen mit der Semmel durch das Tuch getrieben wird - gestützt durch saw-011, wo 'erbisbrie' an einem Fasttag ausdrücklich als Ersatz für 'fleschbrie' (Fleischbrühe) in derselben Grundtechnik dient, also strukturell dieselbe Rolle als flüssige Basis einnimmt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-049-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein fein gestoßenes Mandelmus, mit Sahne verrieben und nur kurz aufgekocht (nicht lang gekocht), zweifach gesüßt - einmal eingerührt, einmal beim Anrichten obenauf gestreut. Das ist der Vorläufer heutiger cremiger Mandel-Sahne-Desserts, vergleichbar mit einer ungebundenen Mandel-Sahne-Creme oder einer frühen Marzipancreme-Füllung. Mit dem heutigen Supermarkt-"Mandelmus" (reinem Mandelpüree ohne Sahne und Zucker) teilt das Gericht nur den Namen, nicht die Zubereitung.

Die Schlussangabe "3 vierdung aúff ain disch" ist wahrscheinlich eine Zutaten-Mengenformel: drei Vierdung Mandeln (rund 375 g) für eine Tafelrunde. Diese Formel - "X [Menge] auf/für ein disch" - begegnet im Buch mehrfach als Angabe der Rohzutat, nicht als Portionszahl des fertigen Gerichts. Eine Lesart als Mengenangabe des servierten Mus bleibt denkbar, hat im übrigen Buch aber keinen Beleg - siehe interpretive_choices.

Praxis. Mandeln fein reiben - fertig gemahlene Mandeln ersparen den Mörser. Mit Sahne zu einer glatten Masse verreiben, dabei nicht zu viel Sahne zugeben, sonst wird die Masse zu flüssig. Zucker einrühren und nur kurz aufkochen lassen: längeres Kochen lässt die Mandel-Sahne-Emulsion aufbrechen, Öl setzt sich ab und die Sahne kann anbrennen oder gerinnen. Beim Anrichten noch einmal Zucker darüberstreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-049-orig" n="herrenmúsß" resp="#fyndling">Ein 'Herrenmus' ist eine besonders feine, mit Zucker und Sahne veredelte Version des Mandelmusses, wie sie in einem wohlhabenden Haushalt der Zeit aufgetischt wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-049-orig" n="vierdung" resp="#fyndling">Vierdung war ein Viertel-Pfund-Gewicht (rund 125 g je Einheit, siehe auch saw-065). Die Angabe '3 vierdung' bezieht sich hier wahrscheinlich auf die Mandelmenge des Rezepts (rund 375 g für eine Tafel), nicht auf die Portionenzahl des fertigen Mus - siehe interpretive_choices.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-049-orig" n="3 vierdúng aúff ain disch" resp="#fyndling">Vierdung als Gewichtsangabe für die verwendeten Mandeln (rund 125 g pro Vierdung, insgesamt rund 375 g) - eine Zutatenmenge, nicht die Portionszahl des fertigen Mus.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-050-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewürztes Rosinenmus: getrocknete Weinbeeren werden mit Wein zu einer feinen Masse verarbeitet, kurz gesotten und mit Zucker, Zimt und Ingwer nach Belieben mild oder kräftig abgeschmeckt. Es ist kein exotischer Rekonstruktionsversuch, sondern hat bis heute lebende Verwandte: die Rosinen- beziehungsweise Weinbeersauce zu gekochtem Schinken oder Zunge und die Rosinenfülle für Torten gehören zur selben Familie.

Praxis. Die Rosinen zunächst gründlich waschen, dann mit einem guten Wein durchpressen - ein feines Sieb oder ein sauberes Tuch eignen sich beide dafür, der Text selbst nennt kein Werkzeug. Die durchgepresste Masse wie ein Mus einkochen, bis sie sämig wird, anschließend mit etwas Wein lockern und mit Zucker, Zimt und einer Prise Ingwer abschmecken. Die Würzmenge am Schluss bleibt bewusst offen - mehr Zucker für ein mildes, mehr Zimt und Ingwer für ein kräftiges Mus.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-050-orig" n="weinber" resp="#fyndling">Wörtlich 'Weinbeeren'. Gemeint sind hier getrocknete Rosinen, nicht frische Weintrauben, denn sie werden vor der Verarbeitung gewaschen und durch Pressen mit Wein zu einer glatten Masse verarbeitet - eine typische Vorbereitung für getrocknetes Obst. Dieselbe Lesart bestätigt sich im Buch selbst: an anderer Stelle (Rezept 7) stehen 'weinber' und 'ziwiben' (große Zibeben) nebeneinander als zwei unterschiedliche Trockenfrucht-Größen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-050-orig" n="zimetrerlach" resp="#fyndling">Wörtlich 'Zimt-Röhrlein', gemeint sind die zu Röllchen gerollten Zimtstangen. Der häufigste Gewürzbegriff im Kochbuch der Sabina Welserin.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-050-orig" n="dúrchtriben" resp="#fyndling">Das durchgepresste Fruchtfleisch. Das Pressen mit Wein löst die Rosinen auf und ergibt eine glatte Masse.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-051-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Trompe-l'oeil-Konfekt aus der Illusionsküche: Mandelteig wird über eine eigens gefertigte Pilzform und ein Rohr zu Pfifferling-Nachbildungen geformt, auf Papier geblasen, in der Tortenpfanne gebacken und mit Stärkemehl weiß bestäubt. Solche Falschgerichte gehörten an reichen Tafeln zum festlichen Repertoire. Die Technik lebt bis heute fort - in den deutschen Marzipan-Glückspilzen zum Jahreswechsel und in der Lübecker Tradition, Marzipan naturgetreu zu Früchten, Gemüse oder Pilzen zu formen. Das Blasen der Masse durch ein Rohr in die Form folgt demselben Grundprinzip wie ein moderner Spritzbeutel: weiche Masse wird durch eine Öffnung in eine Form gepresst statt von Hand modelliert.

Der Text nennt nur, dass am Rohr geblasen wurde („blaß beý dem ror“), aber kein Werkzeug für die Luftzufuhr selbst. Direktes Blasen mit dem Mund durch ein einfaches Metall- oder Schilfrohr ist für die Zeit ein plausibles, einfaches Werkzeug - im Text belegt ist das aber nicht, es bleibt eine historische Lesart neben der offenen Frage, wie genau die Luft erzeugt wurde.

Praxis. Für den Nachbau empfiehlt sich aus Hygienegründen ein kleines Hilfsmittel für die Luftzufuhr - etwa ein Gummigebläse, eine kleine Spritze oder ein Blasebalg - statt direktem Blasen mit dem Mund in ein Rohr, das mit der zum Verzehr bestimmten Masse in Berührung kommt. Die Form vorab mit einem Bürstchen Mandelöl und danach mit einem Bürstchen Rosenwasser auskleiden - reines Trennmittel und Duftgeber, keine Bindung. Die Tortenpfanne (eine Deckelpfanne mit Ober- und Unterhitze durch Glut) braucht keinen gemauerten Backofen und lässt sich auch am offenen Feuer betreiben. Das Stärkemehl erst nach dem Backen aufstäuben - es dient allein der weißen Optik, nicht als Teigbindung.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-051-orig" n="marciban" resp="#fyndling">Marzipan, hier als Vergleichsgröße genannt: die Mandeln werden wie für Marzipan gestoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-051-orig" n="pfifferlingmodel" resp="#fyndling">Eine Model (Form) in Pilzgestalt, mit der der Mandelteig zu Pfifferling-Nachbildungen geformt wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-051-orig" n="mandelell" resp="#fyndling">Mandelöl, zum Ausbürsten der Form, damit sich der Mandelteig später leicht löst.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-051-orig" n="rossenwasser" resp="#fyndling">Rosenwasser, hier ebenfalls zum Ausbürsten der Form, für Duft und ein feines Aroma.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-051-orig" n="krafftmell" resp="#fyndling">Kraftmehl, also feines Stärkemehl, mit dem die fertigen Pilze weiß bestäubt wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-051-orig" n="ror" resp="#fyndling">Ein röhrenförmiges Werkzeug zum Ausblasen der Form, im CoReMA-Glossenkorpus als eigenes Sachobjekt geführt (Wikidata Q97065692, 'metal cone'), auch in anderen Handschriften belegt (u. a. ri15632-053, wbd-009).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-051-orig" n="marciban" resp="#fyndling">Marzipan, wie es im Kontext ‚als welest ain marciban machen' eindeutig hervorgeht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-051-orig" n="pfifferlingmodel" resp="#fyndling">Ein Model (Form) in Gestalt eines Pfifferlings, mit der der Mandelteig geformt wurde.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-051-orig" n="mandelell" resp="#fyndling">Mandelöl, nach dem im Korpus belegten Entrundungsmuster ö→e (vgl. ‚ellig' = ölig), mit dem die Form eingerieben wird, damit sich der Teig löst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#saw-051-orig" n="blaß beý dem ror" resp="#fyndling">Der Text belegt nur, dass am Rohr geblasen wurde, nicht aber, wie die Luft erzeugt wurde.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#saw-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Schaugericht mit wiederbefüllter Schale wie bei verwandten „Krause Eier“-Rezepten im Korpus, bei denen die gegarte Dottermasse zurück in die Schale gefüllt und am Spieß gebraten wird. Hier ist der Ablauf einfacher: Das im Inneren der Schale verquirlte Dotter-Eiweiß-Gemisch wird vollständig in Schmalz geschüttet und dort frei gebacken, die Schale bleibt leer und ganz. Was aus der Pfanne kommt, ist im Kern ein kleines, in Fett gebackenes verrührtes Ei ohne weitere Zutat außer Salz und optional Ingwer - näher am Rührei oder kleinen Omelett als am Spiegelei, weil Dotter und Eiweiß schon vor dem Braten vermischt werden.

Praxis. Das Ei am spitzen Ende vorsichtig anstechen und die Öffnung so weit erweitern, dass die verrührte Masse später restlos herauslaufen kann - ein reiner Nadelstich ist dafür meist zu klein, der Text selbst nennt aber keine genaue Lochgröße. Durch diese Öffnung Dotter und Eiweiß im Inneren der Schale gut verrühren, mit Salz und nach Belieben etwas Ingwer würzen. Den Inhalt dann in heißes Schmalz ausleeren; in der Pfanne braucht die kleine Eiermasse nur wenige Minuten, bis sie durchgestockt ist. Hitzegrad und Garzeit gibt der Text selbst nicht vor - hier zählt die Grundkochlogik für gebratenes Ei.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-052-orig" n="gestirtzte" resp="#fyndling">Von 'stürzen' (kippen, ausleeren) - das Ei wird aus der Schale gekippt, ohne die Schale zu zerbrechen.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-052-orig" n="am spitz" resp="#fyndling">Das spitze Ende der Eierschale, wo man das Ei üblicherweise aufschlägt beziehungsweise hier ansticht.</note>
        <note type="gloss" target="#saw-052-orig" n="schmaltz" resp="#fyndling">Ausgelassenes Fett, meist Schweineschmalz, hier als Bratfett zum Ausgießen des Eiinhalts.</note>
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