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      <titleStmt>
        <title>Das Kochbuch der Maria Stenglerin (Augspurger Kochbuoch, worinnen enthalten fürtreffliche Rezepte für Frawen &amp; Junckfrawen)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability status="restricted">
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
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        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/stenglerin/</idno>
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          <title>Augspurger Kochbuoch, worinnen enthalten fürtreffliche Rezepte für Frawen &amp; Junckfrawen</title>
          <date when="1554">1554</date>
          <idno type="URI">https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00076173</idno>
          <note>Transkription: eigenes OCR (Kraken, german_print.mlmodel) aus dem BSB-Digitalisat des 1886er Neudrucks - unautorisiert, gegen das Bilddigitalisat zu prüfen</note>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-registry" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-registry">
          <label>Zuordnung aus der Fyndling-Zutatenregistry</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-registry" haben ihre Normdaten aus unserer handgepflegten Zutatenregistry erhalten: einer redaktionell gefuehrten Tabelle, die je Wikidata-Konzept die modernen Namensvarianten festhaelt, unter denen wir es im Korpus fuehren. Sie greift genau dort, wo der Korpus selbst keine Mehrheit hergibt - etwa weil derselbe Name je nach Rezept verschieden aufgeloest wurde. Die Entscheidung ist unsere und nicht CoReMA zuzurechnen. Wo eine kontextabhaengige Regel zustaendig ist (Tierart, Fastengebot), gilt nicht diese Tabelle, sondern #fyndling-ingredient-context.</p>
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        <application ident="fyndling-corema-index" version="1" xml:id="fyndling-corema-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-context" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-context">
          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="de-x-fnhd">Frühneuhochdeutsch (schwäbisch/augsburgisch, Mitte 16. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
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      <div type="recipe" xml:id="mst-001">
        <head>Marckkrapffen mit Ochsenmark, Weinbeeren, Zucker und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="mst-001-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-001-trans">
          <p>Marckkrapffen.

Item nimb ſchoͤn mel vnnd ayr mach ain daig darauß,
well in wol bis er nit mer klebt, darnach walgle ain Runds
pletzlen, Nimb ain marck von aim ochſen, thu klaine weinber
Zucker vnd Rerle darann vnnd lass gemach bachen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-001-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-001-orig">
          <p>Nimm feines Mehl und Eier und bereite daraus einen Teig. Rolle ihn gut aus, bis er nicht mehr klebt. Danach walze eine runde Teigscheibe. Nimm das Mark von einem Ochsen, gib kleine Weinbeeren, Zucker und gestoßene Zimtstangen hinzu und lass es gemächlich backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ſchoͤn mel">Mehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="chicken egg" orig="ayr" commodity="wikidata:Q15260613" source="#corema-ingredient-index">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="marck von aim ochſen">Ochsenmark</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klaine weinber">Weinbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rerle">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-002">
        <head>Kalbfleisch-Pastete</head>
        <div type="original" xml:id="mst-002-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-002-trans">
          <p>Ain Baſteten von kalbflaisch.

Item nimb ain ſtuckh kelberin flaiſch, laß ain wal thon,
vnnd nimb ain halb pfund fayſtin ab dem nieren vom ochſen
hacks klain anainander, und nimb weinber, Imber, pfeffer, vnd
Saltz, Riers durch ainand, vnnd ain wenig ſaffren, thus dann
in ain hafen, vnd das gelb von harten airn leg darein, vnnd
beſtres woll mit Rerle vnd geus ain gleſslin mit wein vnd
flaiſchprie darann vnnd laſs allſo bachen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-002-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-002-orig">
          <p>Nimm ein Stück Kalbfleisch und lass es einmal aufkochen.</p>
          <p>Nimm ein halbes Pfund Nierenfett vom Ochsen und hacke es fein. Gib dann Weinbeeren, Ingwer, Pfeffer und Salz dazu, rühre es durcheinander und füge ein wenig Safran hinzu.</p>
          <p>Tu es dann in einen Teigtopf und lege das Eigelb von hartgekochten Eiern hinein. Bestreue es gut mit gestoßenen Zimtstangen und gieße ein Gläschen Wein und Fleischbrühe daran. Lass es so backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="veal" orig="ain ſtuckh kelberin flaiſch" commodity="wikidata:Q957434" source="#fyndling-ingredient-context">Kalbfleisch</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain halb pfund fayſtin ab dem nieren vom ochſen">Ochsen-Nierenfett</ingredient> - 250 g</item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="saffron" orig="ſaffren" commodity="wikidata:Q25434" source="#corema-ingredient-index">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="das gelb von harten airn">Eigelb (hartgekocht)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rerle">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="meat stock" orig="flaiſchprie" commodity="wikidata:Q67860017" source="#fyndling-ingredient-context">Fleischbrühe</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hafen (Herstellung nicht beschrieben, vorausgesetzt)">Pastetenteig für die Teighülle</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-003">
        <head>Pastete von Hühnern mit Rosinen</head>
        <div type="original" xml:id="mst-003-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-003-trans">
          <p>Ain Basteten von hiener.

Item ain baſteten mit hienner zu machen nimb ain
faiſtin, oder ain friſchen Speck, thus in ain hafen, nimb klain
und groſs weinber, leg die hienner darauf zuckers vnnd gewuͤrtz
*
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*
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N 4
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*
2
8
es wol, vnd nimb halb eſſig vnnd halb wein, ain halb glas
vol, geus daran wann es ſchier gar pachen iſt ſo geus mer
darann.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-003-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-003-orig">
          <p>Um eine Pastete mit Hühnern zu machen, nimm ein Fettstück oder einen frischen Speck. Gib es in einen Topf. Nimm kleine und große Rosinen. Lege die Hühner darauf, zuckere und würze es gut.</p>
          <p>Nimm ein halbes Glas voll halb Essig und halb Wein, gieße es daran. Wenn es fast gar gebacken ist, dann gieße mehr davon daran.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="hienner">Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain faiſtin, oder ain friſchen Speck">Frischer Speck</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klain und groſs weinber">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zuckers" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="gewuͤrtz" commodity="wikidata:Q42527" source="#corema-ingredient-index">Gewürze</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="halb eſſig">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="halb wein">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-004">
        <head>Pastete von Forelle</head>
        <div type="original" xml:id="mst-004-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-004-trans">
          <p>Ain Baſteten von Forbella.

Item nimb den viſch, mach in gleich wie ain prat viſch
nimb ain gutten thail ſaltz, dann der viſch iſt ſties, nimb
pfeffer ain gutthayl vnnd putter vnnd beſteck den viſch mit
gantzen negelen, Las vierthalbſtund bachenn.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-004-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-004-orig">
          <p>Nimm den Fisch und bereite ihn zu wie einen gebratenen Fisch. Nimm eine gute Menge Salz, denn der Fisch ist süß im Geschmack. Nimm eine gute Menge Pfeffer und Butter. Spicke den Fisch mit ganzen Gewürznelken.</p>
          <p>Lass ihn dreieinhalb Stunden backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="fish" orig="den viſch" commodity="wikidata:Q600396" source="#corema-ingredient-index">Forelle</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain gutten thail ſaltz">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="pfeffer ain gutthayl">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putter" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gantzen negelen">Gewürznelken, ganz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-005">
        <head>Gefüllte Frucht-Pastete</head>
        <div type="original" xml:id="mst-005-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-005-trans">
          <p>Ain Basteten von wetichlen.

Item nimb die wetichlen ſchels vnnd holders auſs wie
die kuͤttnie, thu weinber, zucker, Imber negele, vnnd rerle daran,
deſſgleichen thu auch in den baſteten hafen, thu die wetichlen
darein, als vil du wilt, vnnd laſs bach thu putter darein,
vnnd wanns ain weil bachen hat, ſo thu ain Malfaſier darann.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-005-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-005-orig">
          <p>Nimm die wetichlen, schäle und höhle sie aus wie Quitten. Gib Weinbeeren, Zucker, Ingwer, Nelken und gestoßene Zimtstangen dazu.</p>
          <p>Desgleichen gib auch in den Teigtopf. Gib die wetichlen hinein, so viel du möchtest, und lass sie backen. Gib Butter hinein, und wenn es eine Weile gebacken hat, so gib einen Malvasierwein dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="wetichlen">wetichlen (ungeklärte Frucht/Gemüse)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="raisin" orig="weinber" commodity="wikidata:Q13186" source="#fyndling-ingredient-context">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negele" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rerle">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putter" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
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              <ingredient orig="Malfaſier">Malvasierwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="baſteten hafen (Herstellung nicht beschrieben, vorausgesetzt)">Pastetenteig für die Teighülle</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-006">
        <head>Pastete von Vögeln oder Hühnern</head>
        <div type="original" xml:id="mst-006-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-006-trans">
          <p>Ain Basteten von vögel od. hiener.

Item nimb voͤgel oder hiener, thus jnn hafenn, vnnd
nimb zweſchgen, Leomony, Imber, putter ain guttayl, weyſſe
Eiſperſperlen, vnd ain wenig wein, vnd las ain gutten ſtund
bachen od. mer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-006-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-006-orig">
          <p>Nimm Vögel oder Hühner und gib sie in einen Topf. Füge Zwetschgen, Limonen, Ingwer, einen guten Teil Butter, weiße Johannisbeeren und ein wenig Wein hinzu. Lass es eine gute Stunde oder länger backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="voͤgel oder hiener">Vögel oder Hühner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="zweſchgen">Zwetschgen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Leomony">Limonen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
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              <ingredient orig="putter ain guttayl">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="weyſſe Eiſperſperlen">Weiße Johannisbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-007">
        <head>Pastete von Karpfen mit Limonen und Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="mst-007-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-007-trans">
          <p>Ain Basteten von karpffen.

Item nimb den viſch gantz, vnd thu die ſchiepen davuon,
thu in auf, vnnd thu die gallen heraus, leg in inn die Ba⸗
ſtetten, nimb leome, gedoͤrt Damaſten, Imber, negelen, pfeffer,
putter, vnd ain gutthail agveſt vnd Saltz laſs 2 ſtund bachen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-007-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-007-orig">
          <p>Nimm den ganzen Fisch und entferne die Schuppen davon. Schlitze ihn auf und nimm die Galle heraus. Lege den Fisch in die Pastetenform. Nimm Limonen, gedörrte Damaszener Pflaumen, Ingwer, Gewürznelken, Pfeffer, Butter und einen guten Teil Agrest und Salz. Lass die Pastete zwei Stunden backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="den viſch gantz">Karpfen, ganz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="leome">Limonen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gedoͤrt Damaſten">Gedörrte Damaszener Pflaumen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putter" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain gutthail agveſt">Agrest</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="Saltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-008">
        <head>Pastete vom Rinderlendenbraten</head>
        <div type="original" xml:id="mst-008-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-008-trans">
          <p>Ain Basteten von Lendpratten.

Item nimb ain lendpraten, von aim jung Rind laſs in
ain weyl ſyeden, hack in klain, vnd thu Roſen vnd gedoͤrt
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damaſten daran, vnd thu ſaltz, imber, pfeffer, negelen muſtat⸗
nus muſtatplue putter vnd agreſt daran thus in ain baſteten
Hafe Laſs es bachen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-008-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-008-orig">
          <p>Nimm einen Lendenbraten von einem jungen Rind und lass ihn eine Weile sieden. Hacke ihn klein und gib Rosinen sowie gedörrte Damaszener-Pflaumen dazu.</p>
          <p>Füge Salz, Ingwer, Pfeffer, Nelken, Muskatnuss, Muskatblüte, Butter und Verjus hinzu. Gib die Masse in einen Pastetenhafen und lass sie backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain lendpraten, von aim jung Rind">Lendenbraten vom jungen Rind</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose" orig="Roſen" commodity="wikidata:Q34687" source="#corema-ingredient-index">Rosinen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="gedoͤrt / damaſten">Gedörrte Damaszener-Pflaumen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="muſtatnus">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="muſtatplue">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="putter" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="verjuice" orig="agreſt" commodity="wikidata:Q1060458" source="#corema-ingredient-index">Verjus</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-009">
        <head>Zwetschgenpastete</head>
        <div type="original" xml:id="mst-009-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-009-trans">
          <p>Ain Basteten von zweschgen.

Item nimb gut zweſchgen, weſch in wein, laſs dann inn
aim gutten wein aufgeſchwellen, thus dann in den hafen, vnnd
thu zucker, Rerla, negela, Imber, vnnd ain wennig muſtat
darann, wanns ain weil pachenn hat, ſo thu ain wenig Mal⸗
faſier darann.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-009-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-009-orig">
          <p>Nimm gute Zwetschgen und wasche sie in Wein. Lass die Zwetschgen dann in einem guten Wein aufquellen. Gib sie anschließend in einen Topf und füge Zucker, gestoßene Zimtstangen, Gewürznelken, Ingwer und ein wenig Muskat hinzu.</p>
          <p>Wenn die Mischung eine Weile gegart hat, gib noch ein wenig Malvasier dazu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="gut zweſchgen">Zwetschgen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="gutten wein" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rerla">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negela" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg or mace" orig="muſtat" commodity="wikidata:Q83165 wikidata:Q1882876" cert="low" source="#fyndling-ingredient-context">Muskat</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mal⸗faſier">Malvasier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="hafen (Herstellung nicht beschrieben, vorausgesetzt)">Pastetenteig für die Teighülle</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-010">
        <head>Stockfisch-Pastete im Topf</head>
        <div type="original" xml:id="mst-010-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-010-trans">
          <p>Ain Bastetten mit stockvischen.

Item nimb ain ſtockviſch, ſeud in im waſſer, vnnd wann
er ſchier geſoten iſt, ſo erklaub im ſauber, thu in inn ain
hafen, vnnd thu darann agreſt, zucker, Imber, negele vnnd
pfeffer vnnd muſtatplie ain wenig, vnnd puter laſs in pachenn.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-010-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-010-orig">
          <p>Nimm einen Stockfisch und siede ihn in Wasser. Wenn er fast gar ist, klaub ihn sauber aus. Gib ihn in einen Topf und füge Verjus, Zucker, Ingwer, Nelken, Pfeffer und ein wenig Muskatblüte hinzu. Gib Butter dazu und lass es backen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="stockfish" orig="ain ſtockviſch" commodity="wikidata:Q213725" source="#corema-ingredient-index">Stockfisch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="im waſſer" commodity="wikidata:Q283" source="#corema-ingredient-index">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="verjuice" orig="agreſt" commodity="wikidata:Q1060458" source="#corema-ingredient-index">Verjus</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negele" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="muſtatplie ain wenig">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="butter" orig="puter" commodity="wikidata:Q34172" source="#corema-ingredient-index">Butter</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-011">
        <head>Pastete von Gänsen und Enten</head>
        <div type="original" xml:id="mst-011-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-011-trans">
          <p>Ain Bastetten von gensen vnd Endten.

Item nimb ain gans oder endten berayts wie ſonnſt
erwells inn lautter Eſſig, vnnd ſaltz im Eſſig, vnnd verſuch
ain biſslin vonn dem ob es genug geſottenn ſey, thu dann
pfeffer, Imber vnd negele darann, vnnd ſpicks vnnd gewuͤrtz
es wol, thus inn ain baſtetten hafen, vnnd machs zu wanns
ain weil gepachen hat, ſo geuſs Eſſig darann, vnd thu pfeffer
darann, vnd bachs zwuo ſtundt, vnnd die kuͤnlen ſoltu auch
alſo machen.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-011-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-011-orig">
          <p>Nimm eine Gans oder Ente, wie sonst üblich vorbereitet. Koche sie in reinem Essig auf und salze sie darin. Probiere ein kleines Stück davon, ob sie genug gesotten ist. Gib dann Pfeffer, Ingwer und Nelken hinzu, spicke und würze sie gut. Lege sie in einen Teigtopf und verschließe ihn. Wenn sie eine Weile gebacken hat, gieße Essig hinzu, gib Pfeffer daran und backe sie zwei Stunden lang. Die Kaninchen sollst du ebenfalls so zubereiten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain gans oder endten">Gans oder Ente</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="vinegar" orig="Eſſig" commodity="wikidata:Q41354" source="#corema-ingredient-index">Essig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="table salt" orig="ſaltz" commodity="wikidata:Q11254" source="#corema-ingredient-index">Salz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negele" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="animal fat" orig="ſpicks" commodity="wikidata:Q1423543" source="#fyndling-ingredient-context">Speck (zum Spicken)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="baſtetten hafen (Herstellung nicht beschrieben, vorausgesetzt)">Pastetenteig für die Teighülle</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-012">
        <head>Mandel-Tortenboden</head>
        <div type="original" xml:id="mst-012-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-012-trans">
          <p>Ain mandel Tordten.

Item wann du ain Mandel tordten machen wilt, ſo nimb
vom ay das weyſs, vnnd ain wenig geribenns prot, nimb
mandel ſtoſs ſy klain vnnd thu ain laffendel oder Roſenwaſſer
darann, vnnd thus jnn die ayr, vnnd thu ain Zucker daran,
mach den podenn wie ain tordten.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-012-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-012-orig">
          <p>Wenn du eine Mandeltorte machen willst, nimm Eiweiß von Eiern und etwas geriebenes Brot. Nimm Mandeln, stoße sie klein, und gib Lavendel oder Rosenwasser dazu.</p>
          <p>Gib diese Mischung dann zu den Eiweißen und füge Zucker hinzu. Bereite den Boden wie für eine Torte.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="vom ay das weyſs">Eiweiß</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wenig geribenns prot">Geriebenes Brot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="mandel ſtoſs ſy klain">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain laffendel oder Roſenwaſſer">Lavendel oder Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-013">
        <head>Mandeltorte mit weißem Boden</head>
        <div type="original" xml:id="mst-013-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-013-trans">
          <p>Ain Mandel Tordten.

Item wann du ain gutten mandel dorten mache wilt
auf ain tiſch, ſo ſoltu haben drey vierdung manndel, vnnd
ſtoſs in klain, darnach nimb neun ayr, thu das weyſs daruon,
vnd nimb das weiſs allein, Riers an den mandel, vnnd wann
du denn boden auch weyſs haben wilt, ſo nimb von zway
ayrenn das weyſs, vnnd mach ain daig wie ſonnſt vnnd
walgle in auſs mit craft mel, dann bach jn langſam, ſo wuͤrt
er ſchien weis, vnd thu zucker zu dem mandel, als ſies du es
haben wilt, auch ain Roſen waſſer ſo iſt er beraith.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-013-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-013-orig">
          <p>Wenn du eine gute Mandeltorte für einen Tisch machen willst, nimm drei Viertel Pfund Mandeln und stoße sie klein.</p>
          <p>Danach nimm neun Eier, nimm das Eiweiß davon und verwende das Eiweiß allein. Rühre es an die Mandeln.</p>
          <p>Wenn du auch den Boden weiß haben willst, nimm das Eiweiß von zwei Eiern und mache einen Teig wie sonst. Rolle ihn mit Stärkemehl aus und backe ihn langsam; so wird er schön weiß.</p>
          <p>Gib Zucker zu den Mandeln, so süß wie du es haben willst, und Rosenwasser. So ist er bereit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="drey vierdung manndel">Mandeln</ingredient> - 0.75 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="neun ayr, thu das weyſs daruon, vnd nimb das weiſs allein">Eiweiß</ingredient> - 9</item>
            <item><ingredient orig="zway ayrenn das weyſs">Eiweiß</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient orig="daig wie ſonnſt">Teig (Basis)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="starch" orig="craft mel" commodity="wikidata:Q41534">Stärkemehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſen waſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-014">
        <head>Mandeltorte mit Eigelb, Rahm und Rosenwasser</head>
        <div type="original" xml:id="mst-014-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-014-trans">
          <p>Ain Mandel Torten.

Item nimb zway ayr, das gelb darum, vnd ain wennig
geriben prot, vnnd ain pfund manndel ſtoſs klain, thu ain
zucker vnd roſen waſſer darann, vnnd Riers alles vnnder ain⸗
ander, vnd wo es zu dick ſein will, ſo thu zwen leffel vol
Ram daran auff den Bodenn.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-014-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-014-orig">
          <p>Eine Mandeltorte.</p>
          <p>Nimm zwei Eigelb und ein wenig geriebenes Brot. Stoße ein Pfund Mandeln fein, gib Zucker und Rosenwasser daran und rühre alles untereinander. Wenn die Masse zu dick wird, gib zwei Löffel voll Rahm daran und gib sie auf den Boden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient orig="zway ayr, das gelb darum">Eier (Eigelb)</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wennig geriben prot">Geriebenes Brot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="ain pfund manndel ſtoſs klain">Mandeln, fein gestoßen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="roſen waſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="zwen leffel vol Ram">Rahm</ingredient> - 2 EL</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-015">
        <head>Mandeltorte mit Eiweiß, Semmelmehl und Rahm</head>
        <div type="original" xml:id="mst-015-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-015-trans">
          <p>Ain Mandel Tordten.

Item nimb ain pfund manndel ſtoſs in klain, thu ain
wenig Roſen waſſer darann, das er nit Olig werdt, vnnd thu
es in ain ſchiſſel, vnd nimb von fuͤnff ayren das weyſs, vnnd
ain wennig ſemelmel, vnnd ain Ram, vnnd Riers alles an⸗
ainander bis es fleuſt, thu zucker daran, ſchits aufs bodelin
laſs fein ſitlich bachen, wanns ſchier bachen iſt ſo nimb ain
Roſen waſſer, vnd beſtreich jn, See zucker darauff So iſt er
beraith.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-015-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-015-orig">
          <p>Nimm ein Pfund Mandeln und stoße sie klein. Gib ein wenig Rosenwasser dazu, damit sie nicht ölig werden, und gib sie in eine Schüssel.</p>
          <p>Nimm von fünf Eiern das Eiweiß, ein wenig Semmelmehl und etwas Rahm. Rühre alles miteinander, bis es fließt. Gib Zucker dazu und schütte die Masse auf den kleinen Boden. Lass sie sanft backen.</p>
          <p>Wenn die Torte fast fertig gebacken ist, nimm Rosenwasser und bestreiche sie damit. Streue Zucker darauf. So ist sie bereit.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="almond" orig="ain pfund manndel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="ain wenig Roſen waſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="fuͤnff ayren das weyſs">Eiweiß</ingredient> - 5</item>
            <item>
              <ingredient orig="ain wennig ſemelmel">Semmelmehl</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ain Ram">Rahm</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſen waſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser (zum Bestreichen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="See zucker">Zucker (zum Bestreuen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-016">
        <head>Torte von Mandeln und Rainfal</head>
        <div type="original" xml:id="mst-016-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-016-trans">
          <p>Hin Torten von mandel vnd Rainkal.

Item nimb mandel Reibs klain, thu Roſenwaſſer daran,
das er nit Olig werd, vnnd wann en klain gnug iſt, ſo mach
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in mit Rainfal Rung wie ain muſs, thu ain guttail zucker
darann, vnd ain wennig Imber, pfeffer, negelen, Muskatplue
vnnd ain guttail Rerlen, thus aufs boͤdelin, laſs bachen,
vnnd wann er ain weil gepachenn hat, ſo ſprenntz inn mit
Roſen waſſer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-016-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-016-orig">
          <p>Nimm Mandeln und reibe sie fein. Gib Rosenwasser dazu, damit die Masse nicht ölig wird. Wenn die Mandeln fein genug gerieben sind, so rühre sie mit Rainfal-Wein zu einem Mus.</p>
          <p>Gib einen guten Teil Zucker dazu, und ein wenig Ingwer, Pfeffer, Nelken und Muskatblüte. Füge auch einen guten Teil gestoßene Zimtstangen hinzu. Gib die Masse auf ein kleines Bödenlein und lass es backen.</p>
          <p>Wenn es eine Weile gebacken hat, so besprenge es mit Rosenwasser.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="mandel Reibs klain">Mandeln, gerieben</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="Roſenwaſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="Rainfal" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal (Süßwein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="pepper" orig="pfeffer" commodity="wikidata:Q3143131" source="#corema-ingredient-index">Pfeffer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Muskatplue">Muskatblüte, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rerlen">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-017">
        <head>Torte nach anderer Art</head>
        <div type="original" xml:id="mst-017-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-017-trans">
          <p>Ain Tordten auff ain anndere Mannierr.

Item ſtoſß mandel zeuch in auß mit Rainfal, vnd
Roſennwaſſer, wie ain manndel millich vnd klopfs weyſs
daruon darnach du vil wilt haben thu die millich vber inn
ainer pfannen, vnnd wanns wol auf ſeudt, ſo ſchit die
klopfften ayr darein, vnd Riers wol das nit anbrinn, wie
ain ayr millich thue auch Zucker, Imber, ain wenig negelen,
vnd muſcatplue darann, vnnd vil Rerla, thus auff das boͤdelin
vnnd bachs.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-017-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-017-orig">
          <p>Nimm Mandeln und stoße sie. Ziehe daraus mit Rainfal-Wein und Rosenwasser eine Mandelmilch und schlage sie weiß/schaumig, so viel du davon haben willst.</p>
          <p>Gib die Mandelmilch in eine Pfanne, und wenn sie gut aufkocht, schütte die geschlagenen Eier hinein. Rühre es gut, damit es nicht anbrennt, wie eine Eier-Milch. Gib auch Zucker, Ingwer, ein wenig Nelken und Muskatblüte sowie viel gestoßene Zimtstangen hinzu.</p>
          <p>Gib die Masse auf einen Teigboden und backe sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="almond" orig="mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rainval" orig="Rainfal" commodity="wikidata:Q107262739" source="#corema-ingredient-index">Rainfal-Wein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Roſennwaſſer">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="klopfften ayr">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negelen" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="mace" orig="muſcatplue" commodity="wikidata:Q1882876" source="#corema-ingredient-index">Muskatblüte, gemahlen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Rerla">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="boͤdelin">Mürbeteigboden</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-018">
        <head>Einfaches Milchtörtchen</head>
        <div type="original" xml:id="mst-018-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-018-trans">
          <p>Ain Willich Torden.

Item nimb ain millich vnnd Renns, vnd ſchits auff ain
ſiblin, das das waſſer daruon khomt, darnach Rier ain Zucker
darunder, wie ſies du es habenn wilt, thus auff ain boͤdelin,
vnd bachs langſam dann es laufft gern vber, vnnd machs
neſtlenn nit zu nider.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-018-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-018-orig">
          <p>Nimm Milch und lass sie gerinnen. Schütte sie dann auf ein Sieblein, damit das Wasser davon abläuft.</p>
          <p>Danach rühre Zucker darunter, so süß, wie du es haben willst. Lege die Masse auf ein Bödelein und backe es langsam, denn es läuft gerne über. Und mache die Nestlein nicht zu niedrig.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain millich">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="ain Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-019">
        <head>Mandelmilch-Törtchen mit Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="mst-019-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-019-trans">
          <p>Ain Torten von Mandel millich.

Item zeuch ain duͤcken mandel millich auſs, vnnd Renn
ſie vnnd wanns gerent iſt ſo thus auff ain ſiblin das daruon
khom, vnd thu darnach Imber, negela, Muskat, vnnd muſcat⸗
plue jedes ain wenig darann, vnnd vil Rerla, Zucker, machs
mit ainer manndel millich Ringer, thus auf ain bodelin laſs
gemach bachen, vnnd wanns ain weil gebachen hat, ſo be⸗
ſtreichs mit ayrklar, vnd roſen waſſer.
Folget hernach wie man gutte muſs machen ſoll.
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J.
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5
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₰
3</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-019-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-019-orig">
          <p>Ziehe eine dicke Mandelmilch aus und lass sie gerinnen. Wenn sie geronnen ist, gib sie auf ein kleines Sieb, damit die Flüssigkeit abläuft. Gib danach Ingwer, Nelken, Muskatnuss und Muskatblüte, von jedem ein wenig, hinzu, dazu viel gestoßene Zimtstangen und Zucker. Mache die Masse mit weiterer Mandelmilch dünner. Gib sie auf ein kleines Förmchen und lass sie gemächlich backen.</p>
          <p>Wenn das Törtchen eine Weile gebacken hat, bestreiche es mit Eiklar und Rosenwasser.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain duͤcken mandel millich">Mandelmilch, dick</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Imber" commodity="wikidata:Q15046077" source="#corema-ingredient-index">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="negela" commodity="wikidata:Q15622897" source="#corema-ingredient-index">Nelken</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="nutmeg" orig="Muskat" commodity="wikidata:Q83165" source="#corema-ingredient-index">Muskatnuss</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="muſcat⸗plue">Muskatblüte</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="vil Rerla">Zimtstangen, gestoßen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Zucker" commodity="wikidata:Q57656231" source="#corema-ingredient-index">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ainer manndel millich">Mandelmilch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ayrklar">Eiklar</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="rose water" orig="roſen waſſer" commodity="wikidata:Q900450" source="#corema-ingredient-index">Rosenwasser</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="mst-020">
        <head>Feines Mandelmus mit Semmel</head>
        <div type="original" xml:id="mst-020-orig" xml:lang="de-x-fnhd" corresp="#mst-020-trans">
          <p>Ain (anndel Wuss.

Item wann du ain gut mandel muſs machen wilt, auf
ain thiſch, ſo nim ain ſeidlin Ram, vnd ain pfund mandel,
den ſtos vnnd Rier in klain, vnnd nimb ein ſemel, die Rinden
ſchneid daruan waichs in ain ram, vnd ſchlags durch den
mandel.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="mst-020-trans" xml:lang="de" corresp="#mst-020-orig">
          <p>Wenn du ein gutes Mandelmus auf einem Tisch zubereiten möchtest, so nimm ein Seidel Rahm und ein Pfund Mandeln. Stoße und rühre die Mandeln fein. Nimm eine Semmel, schneide die Rinden davon ab, weiche das Innere in etwas Rahm ein und vermische es mit dem Mandelmus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ain ſeidlin Ram">Rahm</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="almond" orig="ain pfund mandel" commodity="wikidata:Q184357" source="#corema-ingredient-index">Mandeln, gemahlen</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="white bread" orig="ein ſemel" commodity="wikidata:Q1501889" source="#corema-ingredient-index">Semmel</ingredient> - 1</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#mst-001-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein einfacher Ei-Mehl-Teig wird ausgerollt, zu einer runden Teigscheibe geformt und mit einer reichen Mischung aus rohem Ochsenmark, Weinbeeren, Zucker und gestoßenem Zimt belegt, dann gemächlich gebacken. Das Wort „Krapfen" im Originaltitel meint hier vermutlich kein geschlossenes, gefülltes Gebäckstück im heutigen Sinn - weder der eigene Text noch der eng verwandte Zwilling wo10-112 (dieselbe Ochsenmark-Zucker-Zimt-Mischung wird dort auf einen Teigfladen gelegt, in einer Tortenpfanne gebacken und das fertige Ergebnis erst danach „wie die Krapfen" geschnitten) beschreiben eine zweite Teigschicht, ein Falten oder Verschließen. Es handelt sich eher um eine offen belegte süße Teigtarte als um eine gefüllte Teigtasche - „Krapfen" bezeichnet vermutlich die Form oder Größe der späteren Stücke, nicht eine eingeschlossene Füllung.

Der Name „Arck-". Das vorangestellte „Arck-" bleibt in seiner Bedeutung ungeklärt. Als Lautform ist „arck" für „arg" gut belegt (u. a. bei Fischer und im ReF-Korpus), doch ein Gebäck namens „Argkrapfen" lässt sich anderswo nicht nachweisen - die Deutung als Verstärkung im Sinne von „besonders reichhaltige Krapfen" bleibt damit eine unbelegte Möglichkeit, kein gesicherter Befund.

Praxis. Für den Teig Mehl und Eier zu einem festen, gut bindenden Teig verkneten und so lange ausrollen, bis er nicht mehr klebt - vergleichbar einem festen Nudelteig. Zu einer runden, dünnen Teigscheibe auswellen, mit rohem Ochsenmark, Weinbeeren, Zucker und gestoßenem Zimt belegen und bei milder Hitze backen, bis der Boden hell golden und der Belag leicht gebräunt ist - im Ofen entspricht das etwa 160-180°C. Eine feste Zeit- oder Temperaturangabe gibt der Text nicht vor; die Empfehlung ist ein moderner Anhaltspunkt, keine historisch belegte Zahl.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-001-orig" n="schoͤn mel" resp="#fyndling">‚Schönes Mehl‘ bedeutet hier feines, gut gesiebtes Mehl von hoher Qualität.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-001-orig" n="Rerle" resp="#fyndling">‚Rerle‘ (Röhrlein) bezeichnet Zimtstangen, die für die Verwendung im Belag implizit gemahlen oder fein zerstoßen werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-001-orig" n="gemach bachen" resp="#fyndling">‚Gemach backen‘ bedeutet, das Gebäck langsam und bei milder Hitze zu garen, um ein gleichmäßiges Durchbacken zu gewährleisten und ein Verbrennen zu verhindern.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-001-orig" n="Marckkrapffen" resp="#fyndling">Am Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 005) eindeutig lesbar als „Marckkrapffen“ - Krapfen mit Ochsenmark-Füllung, benannt nach der Hauptzutat (marck = Mark). Das Kraken-OCR hatte den großen Fraktur-Initialbuchstaben M zerstört, sodass ein sinnloses „Arckkrapfen“ entstand; ohne Scan blieb die Herkunft des Namens vorher ungeklärt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-001-orig" n="walgle" resp="#fyndling">‚Walgle‘ wird als Imperativ von ‚walgen‘ oder ‚walken‘ im Sinne von ‚ausrollen‘ übersetzt, passend zur Anweisung, einen Teig zu bearbeiten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-001-orig" n="pletzlen" resp="#fyndling">‚Pletzlen‘ wird als Diminutiv von ‚Platz‘ im Sinne von ‚Teigscheibe‘ oder ‚flacher runder Fladen‘ übersetzt, was die Form des Teigs beschreibt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-002-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Fein gehacktes Kalbfleisch mit Ochsen-Nierenfett, Rosinen, Ingwer, Pfeffer, Safran und gestoßenem Zimt, mit Eigelb von hartgekochten Eiern versetzt und mit Wein und Fleischbrühe übergossen - wahrscheinlich in einer aus Teig geformten Pastetenhülle gebacken. Der überlieferte Text nennt für die Zubereitung nur "ain hafen" und beschreibt die Teigherstellung nicht eigens - der Gattungsname "Pastete" setzt sie aber historisch voraus, und der fast wortgleiche Zwilling wo10-054 spricht von "an die pastet" (die Fülle kommt in die Pastete), was für eine vorausgesetzte, nicht eigens beschriebene Teighülle spricht. wo10-054 nennt für dasselbe Grundrezept ausdrücklich 1,5 Stunden Backzeit.

Zwei getrennte Arbeitsschritte.

Der Text trennt das Kleinhacken des Nierenfetts vom Zugeben der übrigen Zutaten durch ein erneutes 'nimb' (nimm): erst wird nur das Fett gehackt, danach kommen Rosinen, Ingwer, Pfeffer und Salz separat dazu. Was mit dem zuvor aufgekochten Kalbfleisch geschieht, sagt der Text nicht ausdrücklich - der Zwilling wo10-054 hackt es ausdrücklich mit dem Nierenfett zusammen unter die Fülle.

Praxis.

Kalbfleisch einmal aufkochen (blanchieren), abkühlen lassen und fein hacken. Nierenfett ebenfalls fein hacken, mit dem Fleisch, Rosinen, Ingwer, Pfeffer, Salz und Safran vermengen. In eine vorbereitete Teighülle (fester Wasser-Fett-Teig, siehe wo10-051) oder ersatzweise einen feuerfesten Topf/eine Auflaufform füllen, hartgekochtes Eigelb einlegen, mit gestoßenem Zimt bestreuen, Wein und Fleischbrühe angießen. Bei etwa 180 Grad Celsius 45 bis 60 Minuten backen, bis die Fülle fest ist (Messerprobe) - der Originaltext nennt weder Temperatur noch Dauer.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="Baſteten" resp="#fyndling">Korrigierte Kraken-Lesung der Titelzeile (zuvor "Wasteten" - W/B-Verwechslung, wie im Fließtext des Schwesterrezepts mst-005 belegt: dort "in den baſteten hafen"). Der Fließtext nennt für die Zubereitung nur "in ain hafen" - das Fehlen von "taig" ist aber kein Beleg gegen eine Teighülle: der Gattungsname "Pastete"/"Basteten" setzt sie historisch voraus, und der fast wortgleiche Zwilling wo10-054 spricht von "an die pastet" (die Fülle kommt IN die Pastete, nicht in einen bloßen Topf) - ein Hinweis darauf, dass die Teighülle als bekannte Grundtechnik vorausgesetzt und darum nicht eigens beschrieben wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="fayſtin" resp="#fyndling">Feiste, tierisches Fett, hier speziell Nierenfett.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="weinber" resp="#fyndling">Getrocknete Weinbeeren, also Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="Imber" resp="#fyndling">Ingwer, ein beliebtes Gewürz im Mittelalter.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="riers durch ainand" resp="#fyndling">Korrigierte Kraken-Lesung (zuvor 'Niers' - r/N-Verwechslung). 'Riers' = 'rührs' (rühre es), bestätigt durch den nahezu wortgleichen Zwilling saw-060, der an strukturell gleicher Stelle schreibt: 'riers als mitt ainem leffel dúrchainander'.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="Rerle" resp="#fyndling">Zimtstangen, die in dieser Zeit oft als 'Röhrlein' bezeichnet wurden. Sie wurden vor der Verwendung meist zerstoßen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-002-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Wörtlich ein Topf, hier wahrscheinlich die aus Teig geformte Pastetenhülle selbst - der Gattungsname "Pastete" setzt sie historisch voraus (vgl. wo10-051, wo ein "Hafen" ausdrücklich aus Teig geformt wird).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-002-orig" n="Verbleib des Kalbfleischs nach dem Aufkochen" resp="#fyndling">Das aufgekochte Kalbfleisch wird ebenfalls fein gehackt und zusammen mit dem Nierenfett unter die Fülle gemischt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-002-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Wahrscheinlich eine aus Teig geformte Pastetenhülle - der Gattungsname „Pastete“/„Basteten“ setzt sie historisch voraus, und der fast wortgleiche Zwilling wo10-054 spricht von „an die pastet“ (die Fülle kommt in die Pastete). mst-002 beschreibt die Teigherstellung selbst nicht, vermutlich weil sie als bekannte Grundtechnik vorausgesetzt wurde.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-003-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Der Text beschreibt für die Zubereitung nur einen Hafen (Topf), keinen Teig - ob deshalb keine Teighülle vorgesehen war oder ob sie als selbstverständliche Grundtechnik nicht eigens erwähnt wurde, bleibt am Text allein offen. Sicher ist: Die Hühner werden mit Speck, Rosinen, Zucker und Gewürz in einen Hafen (Topf) geschichtet und mit einem Essig-Wein-Sud übergossen, der während des Garens nachgegossen wird. Modern am ehesten vergleichbar mit einem süß-sauer geschmorten Hühnergericht - näher an einem Cocotte-Schmorgericht als an der heutigen Blätterteig- oder Mürbeteigpastete, sofern die Teighülle hier tatsächlich fehlte - das lässt der Text selbst offen.

Zubereitung im Hafen. Faistin oder frischer Speck bildet die unterste Schicht im Topf und verhindert das Anbrennen am Boden. Kleine und große Rosinen darüber sorgen für Süße und quellen im Sud. Die Hühner liegen obenauf, werden mit Zucker und Gewürz direkt gewürzt und dann mit dem Essig-Wein-Gemisch (halb Essig, halb Wein) übergossen. Der säuerlich-süße Sud balanciert die Süße von Zucker und Rosinen und unterstützt das Garen des Fleischs. Nachgegossen wird, sobald es "schier gar" ist, damit nichts austrocknet oder anbrennt.

Praxis. Das Transkript nennt weder Mengen (Rosinen, Zucker, Gewürz, Fleisch) noch eine Garzeit oder -temperatur - das ist eine Eigenschaft der knappen Quelle, keine Lücke der Übersetzung; erfundene Zahlen würden das nur vortäuschen. Für den Garzustand des Hühnerfleischs empfiehlt sich statt der vagen Zeitangabe "schier gar" ein Kernthermometer: mindestens 74 °C Kerntemperatur, bevor serviert wird.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="faiſtin" resp="#fyndling">Ein Fettstück oder die Feiste, also Fettabschnitte vom Tier, oft vom Schwein oder Rind.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="pachen" resp="#fyndling">fnhd./schwäbisch für „backen“ - hier das Garen im geschlossenen Hafen (Topf) über dem Feuer, nicht zwingend Ofenbacken in einer Teighülle (vgl. Grimm-Beleg „... pachen hett, den satzt man in ainen [hafen]“, dieselbe Kollokation pachen+hafen).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="weinber" resp="#fyndling">Im frühneuhochdeutschen Kontext sind damit meist getrocknete Weinbeeren, also Rosinen, gemeint.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="gewuͤrtz" resp="#fyndling">Die genaue Gewürzmischung ist nicht spezifiziert. Typisch für die Zeit wären Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken oder Muskat.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="ain halb glas vol" resp="#fyndling">Ein halbes Glas voll bezieht sich auf die Mischung aus Essig und Wein. Ein mittelalterliches Glas hatte kein standardisiertes Volumen, aber 250 ml sind eine plausible Annahme für ein volles Glas, sodass hier etwa 125 ml Flüssigkeit gemeint sind.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="baſteten" resp="#fyndling">Der Gattungsname für eine gefüllte, geschmorte oder gebackene Speise. Der Fließtext nennt für die Zubereitung nur einen Hafen (Topf) und kein Wort für Teig, Deckel oder Kruste - ob deshalb tatsächlich keine Teighülle vorgesehen war oder ob sie als selbstverständliche Grundtechnik nicht eigens erwähnt wurde, lässt sich am Text allein nicht entscheiden, vergleichbar mit den anderen Hafen-Pasteten dieses Buches (mst-002, mst-005, mst-009).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="Wasteten (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für „Baſteten“ (Pastete) - der Fließtext desselben Rezepts schreibt eindeutig „baſteten“; Titelzeilen sind in diesem Buch fehleranfälliger als der Fließtext (vgl. mst-002/mst-005).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="biener (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für „hiener“ (Hühner) - am Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 005) eindeutig lesbar. Der Fließtext schreibt zweimal „hienner“ (Doppel-n), die Titelzeile selbst nur „hiener“ (einfaches n) - eine kleine, im Druck selbst vorkommende Schreibvariante, keine weitere OCR-Unsicherheit.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-003-orig" n="Min (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für „Ain“ - am Scan eindeutig „Ain Basteten von hiener.“ lesbar, wie in den anderen Rezepttiteln dieses Buches ("Ain Wasteten von ...").</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-003-orig" n="Garzustand des Hühnerfleischs ('schier gar pachen')" resp="#fyndling">Das Transkript markiert den Garpunkt nur über eine grobe zeitliche/optische Einschätzung ('schier gar'), ohne Zeit- oder Temperaturangabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-004-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine im Ofen gebackene, gewürzte Forellenpastete. Der ursprünglich als „Wasteten“ gelesene Titel ist ein OCR-Schaden der Frakturschrift (B/W-Verwechslung) für „Basteten“ - das Rezept steht im „Basteten“-Kapitel dieses Buchs, vgl. mst-002 und mst-005, die dasselbe Wort in sauberer Schreibung tragen. Ob zur Forelle eine Teighülle gehörte oder ob sie offen im Ofen gebacken wurde, sagt der Fließtext selbst nicht - er nennt nur Fisch, Salz, Pfeffer, Butter, Nelken und die Backzeit, aber weder Teig noch Hafen. Der textnahezu identische Zwilling wo10-068 hat exakt dieselbe Lücke und lässt sie ebenfalls offen.

Warum extra Salz? Der Text begründet die großzügige Salzmenge damit, dass der Fisch „ſties“ (süß) sei. Der Zwilling wo10-068 liest an derselben Stelle „süß“ (siess) - ein milder, natürlicher Eigengeschmack, den man mit mehr Salz ausgleicht.

Wie wird der Fisch vorbereitet? „Wie ein Bratfisch“ meint das Ausnehmen und Säubern des Fisches, wie es für einen zu bratenden Fisch üblich ist - kein tatsächliches Vorbraten vor dem 3,5-stündigen Backen.

Praxis. Forelle ausnehmen und säubern, kräftig salzen, pfeffern und buttern, mit ganzen Gewürznelken spicken. Ohne Textbeleg für eine schützende Hülle empfiehlt sich modern ein geschlossener Bräter oder Dutch Oven mit Deckel für die 3,5 Stunden Backzeit - offen im Ofen würde die Forelle in dieser Zeit stark austrocknen. Wer die Teighülle-Lesart übernimmt, backt den gewürzten Fisch stattdessen in einem Teig-Hafen wie in den Nachbarrezepten des Buchs.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-004-orig" n="negelen" resp="#fyndling">Dies sind Gewürznelken, die hier ganz verwendet werden, um den Fisch zu spicken.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-004-orig" n="vierthalbſtund" resp="#fyndling">Die Angabe „vierthalb Stunden“ bedeutet dreieinhalb Stunden (vier minus eine halbe Stunde).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-004-orig" n="Wasteten" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für „Basteten“ (Pastete) - die Frakturschrift der Titelzeile verwechselt B und W leicht. Buchintern bestätigt durch die saubereren Fließtexte von mst-002 („thu dann in ain hafen“) und mst-005 („thu auch in den baſteten hafen“). Ob zu dieser Pastete auch eine Teighülle gehörte, bleibt für dieses Rezept offen - der Fließtext selbst nennt weder Teig noch Hafen (siehe die Lesart „Basteten (Teigmantel oder nicht?)“).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-004-orig" n="ſties" resp="#fyndling">Bedeutet hier „süß“, nicht „kräftig im Geschmack“ - ein milder, natürlicher Eigengeschmack bestimmter Süßwasserfische, der durch stärkeres Salzen ausgeglichen wird. Der textnahezu identische Zwilling wo10-068 liest an derselben Stelle „wann der visch siess ist“ = „weil der Fisch süß ist“; Wörterbücher (MHDBDB, ReF-Korpus, Fischer, Idiotikon, Grimm) stützen „süeʒe/süß“, nicht die frühere Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-004-orig" n="prat viſch" resp="#fyndling">Ein Bratfisch ist ein gebratener Fisch. Die Anweisung meint, den Fisch entsprechend vorzubereiten - auszunehmen und zu säubern -, nicht zwingend ihn vorab tatsächlich zu braten.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-004-orig" n="Forbella" resp="#fyndling">Forelle - über Fischer („forbel“, 1512), Lexer („forhel“) und Korpus-Zwillinge (u. a. wo10-068 „forhenen“) als gesicherte Lesart bestätigt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-004-orig" n="ſties" resp="#fyndling">süß im Geschmack - der milde, natürliche Eigengeschmack bestimmter Süßwasserfische, der durch stärkeres Salzen ausgeglichen wird. Der textnahezu identische Zwilling wo10-068 liest an derselben Satzstelle „wann der visch siess ist“; Wörterbücher stützen „süeʒe/süß“ eindeutig, für die frühere Lesart „kräftig im Geschmack“ gibt es keinen Beleg.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-004-orig" n="Basteten (Teigmantel oder nicht?)" resp="#fyndling">Der Titel nennt eine „Basteten“ (Pastete), aber der überlieferte Text erwähnt an keiner Stelle Teig oder Hafen - anders als mst-002 und mst-005 aus demselben Buch, die zumindest einen Hafen (Topf) nennen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine geschälte, ausgehöhlte Frucht wird mit einer gezuckerten Gewürz-Rosinen-Mischung gefüllt und wahrscheinlich in einer aus Teig geformten Pastetenhülle gebacken. Der Fließtext nennt an keiner Stelle „taig“, aber der thematisch nahe Korpus-Zwilling std-035 („Kutten Pasteten“, Staindl) beschreibt für eine sehr ähnliche Füllung ausdrücklich eine Teighülle ("legs sein in den pasteren taig, mach ain hüttel von taig darüber") - das spricht dafür, dass sie auch hier stillschweigend vorausgesetzt statt tatsächlich abwesend war. Die lebende Verwandtschaft ist die gebackene gefüllte Quitte oder der gefüllte Apfel, wie sie heute vor allem zur Adventszeit vorkommen; die Gewürz-Rosinen-Füllung selbst ist ein entfernter Verwandter der britischen Mincemeat-Tradition.

Was sind "wetichlen"? Der Begriff bleibt ungeklärt. Weder eine erneute Wörterbuchprüfung noch der Korpus liefern einen zweiten Beleg für dieses Wort. Der Vergleich im Text selbst - schälen und aushöhlen 'wie die Quitte' - spricht eher gegen Quitten selbst, denn ein Vergleich einer Frucht mit sich selbst ergäbe wenig Sinn. Am ehesten kommen andere große Früchte wie Äpfel oder Birnen infrage, die sich ähnlich schälen und aushöhlen lassen.

Praxis. Frucht (ersatzweise große Äpfel oder Birnen) schälen und wie eine Quitte aushöhlen. Rosinen, Zucker, Ingwer, Nelken und gestoßenen Zimt vermengen und in die Frucht füllen; dieselbe Gewürzmischung auch auf den Boden der Teighülle geben, bevor die gefüllte Frucht hineinkommt. Butter dazugeben und im Ofen oder Dutch Oven backen - eine Zeitangabe fehlt im Originaltext ('eine Weile'), der Zwilling std-035 nennt für eine vergleichbare Fülle anderthalb Stunden als Orientierung, ohne dass das hier belegt wäre. Gegen Ende der Backzeit ein kleines Loch öffnen und den Malvasierwein dazugeben, damit sein Aroma nicht verkocht - dasselbe Zusatzmuster findet sich bei der Geflügelpastete wo10-055. Für die Lagerküche: gleichmäßige, kontrollierte Hitze nötig, am ehesten im Dutch Oven über Glut.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="kuͤttnie" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Quitten.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="weinber" resp="#fyndling">Getrocknete Weinbeeren, also Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="Imber" resp="#fyndling">Ingwer, ein häufig verwendetes Gewürz in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="negele" resp="#fyndling">Gewürznelken, die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="rerle" resp="#fyndling">Bezeichnung für Zimtstangen, die in dieser Zeit oft als ‚Röhrlein‘ bezeichnet wurden.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="baſteten hafen" resp="#fyndling">Wahrscheinlich eine aus Teig geformte Pastetenhülle, nicht nur ein Ton- oder Metalltopf: Der Gattungsname „Pastete“ setzt sie historisch voraus, und der nahe Korpus-Zwilling std-035 beschreibt für eine sehr ähnliche gefüllte Pastete ausdrücklich eine Teighülle ("legs sein in den pasteren taig, mach ain hüttel von taig darüber"). Der Fließtext von mst-005 nennt "taig" an keiner Stelle - das spricht dafür, dass die Teighülle als bekannte Grundtechnik vorausgesetzt und darum nicht eigens erwähnt wurde, nicht dass sie fehlte.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="Malfaſier" resp="#fyndling">Ein süßer, aromatischer Weißwein, der aus der Malvasier-Traube gewonnen wird und im Mittelalter sehr beliebt war.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="Wasteten" resp="#fyndling">Die Titelzeile las per Kraken-OCR zunächst 'Wasteten'. Der Fließtext desselben Rezepts schreibt zweimal korrekt 'baſteten hafen' - der Titelzeilen-Fehler ist ein OCR-Artefakt und wurde zu 'Basteten' (Pasteten) korrigiert.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-005-orig" n="wetichlen" resp="#fyndling">Die Identität dieser Frucht ist ungeklärt: kein Wörterbuchbeleg (auch bei erneuter Online-Prüfung), kein Korpus-Zwilling, der dieselbe Wortform verwendet. Der thematisch verwandte std-035 stützt nur die Gattung (Pastetenfrucht, ähnlich behandelt wie Quitte), nicht die Wortform selbst.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-005-orig" n="wetichlen" resp="#fyndling">Basierend auf der Anweisung "schels vnnd holders auſs wie die kuͤttnie" (schälen und aushöhlen wie Quitten) wird "wetichlen" als eine Art Frucht interpretiert, die sich ähnlich wie Quitten verarbeiten lässt. Gestützt durch den Korpus-Beleg saw-107 (Sabina Welserin, Quittentorte): dort heißt es wörtlich "epffel, biren mach aúch also" (Äpfel, Birnen macht man ebenso) - Quitte, Apfel und Birne waren in genau diesem Verfahren (schälen/aushöhlen/würzen/garen) austauschbar. Der Vergleich mit Quitten im Text selbst spricht dabei eher gegen Quitten als die Frucht selbst.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-006-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine süß-saure Vogel- oder Hühnerfüllung mit Zwetschgen, Limonen, Ingwer, Butter und vermutlich weißen Johannisbeeren, laut Transkript im Hafen (Topf) gegart. Ob dazu eine Teighülle gehörte, sagt der Text nicht - er nennt nur „thus jnn hafenn“ (in einen Topf geben), keinen Teig. Auffällig: die unabhängig überlieferte Parallelfassung wo10-059 (andere Handschrift, dieselbe Zutatenfolge und Backformel) erwähnt an derselben Stelle ebenfalls keine Teighülle - zwei unabhängige Textzeugen, die beide schweigen, sind ein stärkerer Hinweis auf eine tatsächlich crustlose Zubereitung als bei den anderen Basteten-Rezepten dieses Buchs, aber immer noch kein Beweis: beide Fassungen könnten unabhängig voneinander dieselbe "selbstverständliche" Auslassung teilen. Als entfernte, rein assoziative Verwandtschaft - keine Abstammungsbehauptung - lässt sich die ursprünglich fleischhaltige Füllung der englischen Mince Pie nennen, die dieselbe Kombination aus Fleisch, Trockenfrucht und Gewürz kennt, dort mit charakteristischer Kruste - ob auch hier eine Kruste dazugehörte, bleibt wie oben offen.

Was bedeuten die weißen Eiſperſperlen? Der Text nennt „weyſſe Eiſperſperlen“ - vermutlich weiße Johannisbeeren, gestützt durch das nahezu wortgleiche Rezept wo10-059 („weiss Eysperborlen“) und dessen Schwesterrezept wo10-057, das dieselbe Fruchtbezeichnung ausdrücklich als saisonal beschreibt. Das Wort ist im Korpus selten belegt; eine ältere Deutung als Zuckerperlen ist damit nicht restlos ausgeschlossen (siehe interpretative Anmerkungen).

Garzustand des Geflügels und Abdeckung des Topfes. Der Text sagt nur, was in den Hafen kommt und wie lange gebacken wird - nicht, ob das Geflügel roh oder vorgegart eingelegt und ob der Topf dabei abgedeckt wurde.

Praxis. Geflügel zusammen mit Zwetschgen, Limonen, Ingwer, einem guten Teil Butter, den weißen Beeren (oder ersatzweise Johannis-/Stachelbeeren) und etwas Wein in den Topf geben und mindestens eine Stunde oder länger backen - Butter und Wein halten das Geflügel über die lange Garzeit saftig, während die Frucht zu einer süß-sauren Sauce zerfällt. Für zuverlässiges Durchgaren empfiehlt es sich heute, das Geflügel vorher zu zerteilen und mit Garprobe oder Fleischthermometer zu prüfen statt starr auf eine Stunde zu vertrauen - der Text selbst lässt mit „oder mer“ ohnehin Spielraum nach oben.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-006-orig" n="Wasteten (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für „Basteten“ (Pastete). Am Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 006) eindeutig lesbar, wie im Fließtext desselben Rezepts und in den Titeln der Nachbarrezepte auf derselben Seite. Ob zur Zubereitung eine Teighülle gehörte, bleibt unklar - das Transkript nennt nur „thus jnn hafenn“ (in einen Topf geben), keinen Teig; dieselbe Lücke zeigt auch die unabhängige Parallelfassung wo10-059.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-006-orig" n="hafenn" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-006-orig" n="Leomony" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Limonen oder Zitronen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-006-orig" n="Imber" resp="#fyndling">Ingwer, ein beliebtes Gewürz der Zeit, oft in süß-sauren Gerichten verwendet.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-006-orig" n="Eiſperſperlen" resp="#fyndling">Vermutlich weiße Johannisbeeren, nicht Zuckerperlen - gestützt durch das nahezu wortgleiche Rezept wo10-059 („weiss Eysperborlen“) und dessen Schwesterrezept wo10-057 derselben Handschrift, das dieselbe Fruchtbezeichnung ausdrücklich als saisonal beschreibt. Ganz sicher ist die Lesart nicht: Das Wort ist im Korpus selten belegt.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-006-orig" n="bachen" resp="#fyndling">Backen, hier im Sinne von Garen in einem geschlossenen Gefäß oder Ofen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-006-orig" n="Eiſperſperlen" resp="#fyndling">Weiße Johannisbeeren.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-006-orig" n="Garzustand des Geflügels und Abdeckung des Hafens" resp="#fyndling">Der Text beschreibt nur, was in den Hafen (Topf) kommt und wie lange gebacken wird - ob das Geflügel roh oder vorgegart hineingegeben und ob der Topf abgedeckt wurde, sagt er nicht.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-007-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein ganzer Fisch wird mit Limonen, gedörrten Damaszener Pflaumen, Ingwer, Gewürznelken, Pfeffer, Butter und einem guten Teil Agrest gewürzt und zwei Stunden in einer Pastetenform gegart. Das erinnert an einen langsam gegarten Ganzfisch mit Trockenfrüchten und süß-saurer Würzung - keine direkte lebende Rezepttradition, aber die Grundidee (fester Fisch, Trockenfrucht, Säure, warme Gewürze, langsam gegart) bleibt in mediterranen und nahöstlichen Küchen geläufig.

Ob mit "Baſtetten" hier eine Teigkruste oder nur ein Back- beziehungsweise Tongefäß gemeint ist, sagt der Text selbst nicht: anders als der Zwilling std-125, der einen Teigmantel ausdrücklich beschreibt, erwähnt mst-007 weder Teig noch Kneten. Beide Lesarten bleiben offen.

Karpfen statt "harpiken".

Der Titel nennt Karpfen - im Kraken-OCR zunächst zu "harpiken" verlesen, am Original-Scan aber eindeutig "karpffen". Der Zwilling saw-064 führt Karpfen ausdrücklich unter den passenden Fischen für dieselbe Zubereitung.

Ganzer Fisch statt entgrätet.

Der Text schreibt ausdrücklich "den viſch gantz" vor - der Fisch bleibt ganz, samt Gräten. Das war bei frühneuzeitlichen Ganzfisch-Pasteten üblich; die Gräten wurden vermutlich erst am Tisch entfernt.

Praxis.

Vor dem Würzen wird der Fisch geschuppt, aufgeschlitzt und von der Galle befreit - die übliche Reihenfolge beim Fischputzen. Für einen heutigen Haushaltsofen empfiehlt sich moderate Hitze von etwa 175-190°C, damit der Fisch in den zwei Stunden gart statt auszutrocknen; das Original nennt dazu keine Temperatur. Wer lieber ohne Gräten isst, entgrätet den Fisch vor dem Garen oder entfernt die Gräten erst beim Essen - beides ist eine moderne Wahl, keine Vorgabe des Originals.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-007-orig" n="Baſtetten" resp="#fyndling">Pastete bezeichnet hier die Speisegattung (gefüllte, gebackene Speise). Ob eine Teigkruste oder nur ein Back- beziehungsweise Tongefäß gemeint ist, sagt der Text selbst nicht - anders als der Zwilling std-125, der einen Teigmantel ausdrücklich beschreibt, erwähnt mst-007 weder Teig noch Kneten.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-007-orig" n="Damaſten" resp="#fyndling">Damaszener Pflaumen sind eine alte Sorte von Zwetschgen, die oft gedörrt (getrocknet) wurden. Sie sind süßer und aromatischer als viele moderne Backpflaumen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-007-orig" n="Agveſt" resp="#fyndling">Agrest ist der Saft unreifer Trauben, der als Säuerungsmittel in der mittelalterlichen Küche weit verbreitet war. Er ist milder als Essig und saurer als Wein.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-007-orig" n="karpffen" resp="#fyndling">Karpfen. Die Titelzeile wurde vom Kraken-OCR zunächst als „harpiken“ gelesen (K/h- und weitere Buchstabenverwechslungen in der größer gesetzten Blackletter-Schrift) - am Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 006) eindeutig lesbar als „karpffen“. Der Zwilling saw-064 nennt Karpfen ausdrücklich unter den für diese Zubereitung geeigneten Fischen und stützt die Lesart zusätzlich.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-007-orig" n="Wasteten (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für „Basteten“ (Pastete) - am Original-Scan eindeutig lesbar, wie im Fließtext desselben Rezepts („die Baſtetten“) und in den Titeln der Nachbarrezepte auf derselben Seite.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-007-orig" n="den viſch gantz" resp="#fyndling">Der Text schreibt den Fisch ausdrücklich ganz vor - ungeteilt und mit Gräten. Gräten wurden vermutlich erst am Tisch entfernt, wie bei vielen frühneuzeitlichen Ganzfisch-Pasteten üblich.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-007-orig" n="laſs 2 ſtund bachen" resp="#fyndling">Der Text nennt nur die Backzeit (zwei Stunden), keine Temperatur oder Hitzegrad - die Ofenhitze wurde historisch nach Erfahrung geregelt, ohne Gradangabe.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-008-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein deftig-süßes Rindfleisch-Gericht: gesottener und klein gehackter Lendenbraten vom jungen Rind, vermengt mit Rosinen, gedörrten Damaszener-Pflaumen und einer vollen Gewürzmischung, dazu Butter und Verjus zum Säuern - alles zusammen in einem Topf gebacken. Der Fließtext nennt an keiner Stelle einen Teig - ob deshalb keine Teighülle vorgesehen war oder ob sie als Grundtechnik stillschweigend vorausgesetzt wurde, bleibt am Text allein offen, genau wie bei den anderen Basteten-Rezepten dieses Buchs (mst-002, mst-005), die ebenfalls nur einen Hafen nennen. Lebende Verwandtschaft: die deftig-süße Fleischpasteten- und Terrinen-Tradition, kulturhistorisch entfernt auch die englische Mince-Pie-Linie, die ursprünglich ebenfalls Fleisch mit Trockenfrüchten und Gewürzen mischte, bevor das Fleisch später aus der Füllung verschwand.

Ohne Bindemittel. Anders als das Zwillingsrezept mst-002, das Eigelb von hartgekochten Eiern als Bindemittel nennt, fehlt hier jede Bindung außer der Butter. Die fertige Fülle wird darum eher krümelig als schnittfest ausfallen - das Original löst das nicht auf, und ein Ei oder Semmelbrösel unterzumischen wäre eine unbelegte Ergänzung.

Praxis. Den Lendenbraten kurz in Wasser oder Brühe angaren, nicht durchgaren, dann fein hacken. Mit Rosinen, gehackten Trockenpflaumen, Salz, Ingwer, Pfeffer, Nelken, Muskatnuss, Muskatblüte, weicher Butter und Verjus vermengen. Die Masse in eine feuerfeste Auflauf- oder Terrinenform füllen und bei ca. 180 °C backen, bis sie fest ist und eine Kerntemperatur von mindestens 74 °C erreicht - je nach Formgröße etwa 45 bis 75 Minuten.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="Wasteten" resp="#fyndling">Kraken-OCR-Fehllesung (B→W) für "Basteten" (Pastete) - der Scan des Titels zeigt eindeutig ein B, kein W. Der Fließtext nennt für die Zubereitung nur einen Hafen (Topf), keinen Teig - ob deshalb tatsächlich keine Teighülle vorgesehen war oder ob sie als Grundtechnik stillschweigend vorausgesetzt wurde, lässt sich am Text allein nicht entscheiden, genau wie bei den anderen Basteten-Rezepten dieses Buchs (mst-002, mst-005).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="Lendpraten" resp="#fyndling">Ein Lendenbraten ist ein Stück Fleisch aus der Lende, hier vom Rind.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="Roſen" resp="#fyndling">Getrocknete Weinbeeren, also Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="gedoͤrt damaſten" resp="#fyndling">Gedörrte Damaszener-Pflaumen, eine alte Pflaumensorte, die oft getrocknet wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="syeden" resp="#fyndling">Sieden bedeutet, etwas in Flüssigkeit knapp unter dem Siedepunkt garen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="negelen" resp="#fyndling">Gewürznelken.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="muſtatnus / muſtatplue" resp="#fyndling">Muskatnuss und Muskatblüte (Macis) sind Gewürze vom Muskatnussbaum. Die Muskatblüte ist die getrocknete Samen-Arillus.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="agreſt" resp="#fyndling">Verjus, der Saft unreifer Trauben, der als Säuerungsmittel verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-008-orig" n="Safe" resp="#fyndling">Kraken-OCR-Fehllesung (H→S) für ‚Hafe' (Hafen, Topf) - der Scan zeigt an dieser Stelle eindeutig ein H, kein S. Buchintern belegt: mst-002 ‚thus dann in ain hafen', mst-005 ‚thu auch in den baſteten hafen'. Kein eigenständiges Wort für ein Gefäß oder eine Form.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-008-orig" n="Laſs es bachen (Backzeit/-temperatur)" resp="#fyndling">Das Original nennt keine Zeit- oder Temperaturangabe. Als moderne Praxisempfehlung: bei ca. 180 °C backen, bis die Fülle fest ist und eine Kerntemperatur von mindestens 74 °C erreicht (ca. 45-75 Minuten, je nach Formgröße).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein mit Wein aufgeschwelltes, gewürztes Zwetschgenkompott (Zimt, Nelken, Ingwer, Muskat), zum Schluss mit Malvasier verfeinert - wahrscheinlich in einer aus Teig geformten Pastetenhülle gebacken. Der Gattungsname „Basteten", unter dem das ganze Kapitel steht, setzt diese Teighülle historisch voraus; das Rezept selbst nennt sie nicht eigens, aber auch keinen Kochschritt, der mit einer Teigkruste unvereinbar wäre. Anders als mst-002 und mst-005 im selben Kapitel fehlt für mst-009 ein bestätigter Zwilling, der das direkt entscheiden würde. Die nächsten lebenden Verwandten sind heutiges gewürztes Zwetschgen- oder Pflaumenkompott mit Glühwein-Gewürzen, wie es zu Grieß, Pfannkuchen oder als Gebäckbeilage serviert wird.

Gebacken oder gekocht?

„pachenn" ("wanns ain weil pachenn hat") wird hier als Garen in einer wahrscheinlich aus Teig geformten Pastetenhülle gelesen, nicht als modernes Kochen im offenen Topf: Im selben Kapitel verwenden auch die Nachbarrezepte dasselbe Verb für denselben Hafen-Vorgang, kein Rezept des Kapitels benutzt „sieden" oder „kochen" - das passt zum Gattungsnamen „Basteten", der eine Teighülle historisch voraussetzt. Ganz ausschließen lässt sich ein einfaches Einkochen im offenen Topf ohne Teig nicht, dafür gibt es hier aber keine positive Textevidenz.

Frisch oder getrocknet?

Ob „zweschgen" frische oder getrocknete Zwetschgen (Backpflaumen) meint, sagt der Text nicht direkt. Das beschriebene „Aufschwellen" im Wein ist aber ein Vorgang, der typischerweise getrocknete Frucht kennzeichnet, die Flüssigkeit aufnimmt und dabei an Volumen zunimmt - frische Zwetschgen zeigen diesen Effekt kaum. Für die Nachkoch-Praxis empfehlen sich daher getrocknete Zwetschgen.

Praxis.

Getrocknete Zwetschgen (Backpflaumen) in Wein waschen und darin quellen lassen, bis sie sichtbar aufgeschwollen sind. Mit dem Quellwein in eine vorbereitete Teighülle (fester Wasser-Fett-Teig, siehe wo10-051) oder ersatzweise einen Topf geben, Zucker, gestoßene Zimtstangen, Gewürznelken, Ingwer und etwas Muskat zugeben und bei geringer Hitze zugedeckt etwa 10-15 Minuten garen, bis die Frucht weich ist und die Flüssigkeit leicht eindickt. Erst danach den Malvasier unterrühren, damit sein Aroma nicht verkocht. Warm oder kalt servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-009-orig" n="Basteten" resp="#fyndling">Die Titelzeile las ursprünglich fälschlich „Wastetten“ statt „Basteten“ (=Pastete) - ein bekanntes B/W-Verwechslungsmuster der Frakturschrift in Titelzeilen. Belegt durch die Nachbarrezepte im selben Kapitel, die im Fließtext korrekt „Baſteten“ schreiben (Rezept 2: „Ain Baſteten von kalbflaisch“, Rezept 5: „in den baſteten hafen“). Der Fließtext nennt hier nur einen Hafen (Topf), keinen Teig ausdrücklich - das ist aber kein Beleg gegen eine Teighülle: Der Gattungsname „Basteten“, unter dem das ganze Kapitel steht, setzt sie historisch voraus, und im Buch-Milieu formt wo10-051 einen „Hafen“ ausdrücklich aus Teig. Für mst-009 selbst gibt es keinen bestätigten Zwilling, der die Frage direkt entscheiden würde - die genre-basierte Lesart bleibt hier trotzdem die naheliegendere, nicht die schwächere.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-009-orig" n="Rerla" resp="#fyndling">Zimtstangen (Röhrlein), die Handelsform des Zimts. Für Speisen wie dieses Kompott wurden sie stets gestoßen verwendet - nur bei Getränken blieben sie ganz.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-009-orig" n="negela" resp="#fyndling">Gewürznelken (Nägelein), benannt nach ihrer nagelähnlichen Form.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-009-orig" n="Malvasier" resp="#fyndling">Ein süßer, aromatischer Wein, ursprünglich von der griechischen Insel Monemvasia. Er war im Mittelalter ein beliebter Dessertwein.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-009-orig" n="weſch in wein" resp="#fyndling">"Wasche sie in Wein" ist wörtlich gemeint, keine Verschreibung für "ziehen lassen": Waschen von Obst oder Fisch in Wein (statt Wasser) ist ein period-typischer, mehrfach belegter Arbeitsschritt (vgl. Registrum Coquine/Bockenheim boc-064, lateinisch "laua in vino et aceto" = "wasche in Wein und Essig"). Das nachfolgende, eigens benannte Aufquellen in gutem Wein ("aim gutten wein aufgeſchwellen") ist ein zweiter, davon getrennter Schritt - erst ein Waschgang, danach ein bewusstes Einweichen in besserem Wein.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-009-orig" n="pachenn" resp="#fyndling">Das Verb "pachenn" (backen) wird hier als Garen in einer wahrscheinlich aus Teig geformten Pastetenhülle gelesen. Im selben Pastete-Kapitel verwenden auch die Nachbarrezepte "pachenn"/"bachen" für denselben Hafen-Vorgang, kein Rezept des Kapitels nutzt "sieden" oder "kochen" - das passt zum Gattungsnamen "Basteten", der eine Teighülle historisch voraussetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-009-orig" n="zweschgen" resp="#fyndling">Für die Nachkoch-Praxis empfehlen sich getrocknete Zwetschgen (Backpflaumen): Das beschriebene 'Aufschwellen' im Wein ist ein Vorgang, der typischerweise getrocknete Frucht kennzeichnet, die Flüssigkeit aufnimmt und an Volumen zunimmt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-009-orig" n="ain weil (Garzeit)" resp="#fyndling">Als Praxis-Richtwert empfehlen sich ca. 10-15 Minuten köcheln, bis die Frucht weich ist und die Flüssigkeit leicht eindickt, bevor der Malvasier zugegeben wird.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süß-saures Fischragout im Topf: vorgegarter, ausgeklaubter Stockfisch gart zusammen mit Verjus, Zucker, Ingwer, Nelken, Pfeffer und Muskatblüte sowie Butter in einem irdenen Hafen fertig. Trotz des Kapitelnamens „Pastete" nennt der Text an keiner Stelle Teig, Boden oder Deckel - der Fisch kommt direkt in den Topf, nicht in eine Teighülle. „Pastete" ist hier also, wie schon bei den Nachbarrezepten mst-002 und mst-005, ein Gattungsname für ein Topfgericht, kein Hinweis auf eine Kruste. Das Gericht erinnert an später belegte süß-sauer gewürzte Fischgerichte der mitteleuropäischen Festtagsküche, etwa Karpfen süß-sauer, ohne dass sich eine direkte Linie dorthin ziehen ließe - Süße, Säure und teure Importgewürze in Kombination sind in der gehobenen Küche des späten Mittelalters allgemein üblich, kein Einzelfall dieses Rezepts.

Was heißt „pachenn" im Topf? Die Schlussanweisung „vnnd puter laſs in pachenn" heißt wörtlich „und lass ihn mit Butter backen". Die primäre Wörterbuchbedeutung von pachen ist tatsächlich „backen", was im gedeckelten Hafen mit Glut auf dem Deckel technisch möglich wäre. Ebenso denkbar ist ein Schmoren oder Einkochen in der Flüssigkeit, das sich mit einfacheren Mitteln am offenen Feuer nachvollziehen lässt. Der Text selbst entscheidet das nicht - für die Umsetzung unten wählen wir die praktikablere Lesart, ohne die andere auszuschließen.

Praxis. Modernen Stockfisch vor diesem Rezept laut Packungsangabe wässern, meist zwei bis drei Tage mit täglichem Wasserwechsel - das Original setzt diesen Schritt stillschweigend voraus und beginnt den Text erst beim Sieden. Den gewässerten Fisch in Wasser weich kochen, aber vor der Vollgare herausnehmen, solange er noch Halt hat, dann Haut und Gräten sorgfältig entfernen. Das Fischfleisch mit Verjus, Zucker, Ingwer, Nelken, Pfeffer, einer Prise Muskatblüte und einem Stück Butter in einen Topf geben und bei milder Hitze etwa zehn bis fünfzehn Minuten köcheln lassen, bis die Sauce leicht andickt - eine Zeit- oder Temperaturangabe nennt der Text nicht, das ist eine praktische Empfehlung für die Umsetzung heute.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="Stockfisch" resp="#fyndling">Getrockneter, ungesalzener Fisch, meist Kabeljau oder Dorsch. Muss vor der Zubereitung gewässert und gekocht werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="erklaub im sauber" resp="#fyndling">Bedeutet, den Fisch sorgfältig von Haut und Gräten zu befreien und das Fleisch zu verlesen.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#erklaub"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="hafen" resp="#fyndling">Ein Topf oder Kochgefäß, das direkt über dem Feuer oder in der Glut verwendet wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="agreſt" resp="#fyndling">Verjus, der Saft unreifer Trauben. Er dient als Säuerungsmittel und Geschmacksverstärker in der mittelalterlichen Küche.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="Imber" resp="#fyndling">Ingwer, ein in der mittelalterlichen Küche sehr beliebtes Gewürz.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="negele" resp="#fyndling">Gewürznelken, die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="muſtatplie" resp="#fyndling">Muskatblüte, auch Macis genannt, ist der Samenmantel der Muskatnuss. Sie hat ein feineres, milderes Aroma als die Muskatnuss selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="pachenn" resp="#fyndling">Kann sowohl 'backen' als auch 'kochen'/'schmoren' bedeuten; die primäre Wörterbuchbedeutung ist 'backen'. Ob im gedeckelten Hafen tatsächlich gebacken oder in der Flüssigkeit geschmort wurde, lässt sich am Text nicht sicher entscheiden (siehe Interpretation).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-010-orig" n="Hin Wastetten (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">Zwei OCR-Fehllesungen der Kraken-Engine in der größer gesetzten Blackletter-Titelzeile: "Hin" für "Ain" (Standard-Rezeptöffner im ganzen Buch) und "Wastetten" für "Bastetten" (Pastete) - am Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 007) eindeutig lesbar als "Ain Bastetten mit stockvischen.", auch im Fließtext von mst-002/mst-005/mst-009 konsistent mit B geschrieben.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-010-orig" n="pachenn" resp="#fyndling">Für die Publikation übersetzen und kochen wir mit einer im offenen Topf nachvollziehbaren Zubereitung (Schmoren/Köcheln in der Flüssigkeit), weil sich das ohne Ofen umsetzen lässt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-011-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein in Essig vorgesottenes, gewürztes und gespicktes Ganzgericht aus Gans, Ente oder Kaninchen, das in einer aus Teig geformten, deckelfähigen Hülle - dem „baſtetten hafen“ - gebacken wird. Der Gattungsname „Pastete“ setzt diese Teighülle historisch voraus; mst-011 beschreibt ihre Herstellung selbst nicht, vermutlich weil sie als bekannte Grundtechnik galt (vgl. wo10-051, wo ein „Hafen“ ausdrücklich aus Teig geformt wird).

Essig und Garprobe. Die Quelle verlangt reinen, unvermischten Essig, nennt jedoch weder Menge noch Flüssigkeitsstand. Für einen modernen Nachkochversuch kann deshalb ein milder Essig oder eine ausdrücklich modern verdünnte Essiglösung gewählt werden. Die historische Garprobe besteht darin, ein kleines Stück zu kosten; heute sollte das Fleisch am Ende zusätzlich anhand einer sicheren Kerntemperatur vollständig durchgegart sein.

Praxis. Das vorbereitete Tier in Essig aufkochen und darin salzen. Ein kleines Stück auf den Gargrad prüfen, dann Pfeffer, Ingwer und Nelken zugeben, das Fleisch spicken und gut würzen. In eine vorbereitete, deckelfähige Teighülle legen (fester Wasser-Fett-Teig, siehe wo10-051 - Mürbeteig ist für eine selbsttragende Form zu brüchig) und backen. Nach einer ersten Backphase erneut Essig und Pfeffer zugeben und die genannten zwei Stunden weiterbacken. Mengen und Backtemperatur überliefert der Text nicht; die Hitze muss daher beim modernen Nachkochen so geführt werden, dass das Fleisch sicher durchgart und nicht austrocknet.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-011-orig" n="Alin Wastetten (Titelzeile, OCR)" resp="#fyndling">Zwei Fehllesungen der automatischen Texterkennung: Der Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 007) zeigt eindeutig „Ain Bastetten“. Die Lesung „Bastetten“ wird außerdem durch „baſtetten hafen“ im Fließtext desselben Rezepts bestätigt.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-011-orig" n="erwells" resp="#fyndling">Erwellen bedeutet, etwas zum Kochen oder Sieden zu bringen. Hier bestätigt die anschließende Garprobe, ob das Fleisch „genug gesotten“ sei, diese Bedeutung.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-011-orig" n="spicks" resp="#fyndling">Spicken bedeutet im Kochkontext, Fleisch mit Speck zu durchziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-011-orig" n="baſtetten hafen" resp="#fyndling">Eine aus Teig geformte, deckelfähige Hülle, kein gewöhnlicher Ton- oder Metalltopf. Der Gattungsname „Pastete“ setzt historisch eine Teighülle voraus - eine „Pastete ohne Teig“ ist als eigenständiges Gefäß im Korpus nicht belegt. Der nahezu gleichlautende Beleg wo10-051 formt einen „Hafen“ ausdrücklich aus Teig („den ersten taig mach ein runden hafen sampt der deckin“). mst-011 beschreibt die Herstellung des Hafens selbst nicht - vermutlich, weil sie als bekannte Grundtechnik vorausgesetzt wurde, ähnlich wie andernorts im Buch ein „Teig wie sonst“ nicht eigens erklärt wird.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-011-orig" n="kuͤnlen" resp="#fyndling">Künlein oder Künlen bezeichnet Kaninchen; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch belegt die Form „Künlein“ für Kaninchen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-011-orig" n="lautter Eſſig" resp="#fyndling">Die Quelle verlangt das Aufkochen in reinem, unvermischtem Essig, nennt aber weder die Menge noch, ob das Fleisch vollständig bedeckt war.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-011-orig" n="ob es genug geſottenn ſey" resp="#fyndling">Die Quelle prüft den Gargrad durch ein gekostetes kleines Stück und gibt keine Temperatur an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-011-orig" n="baſtetten hafen" resp="#fyndling">Eine aus Teig geformte, deckelfähige Hülle - der Gattungsname „Pastete“ setzt historisch eine Teighülle voraus, und der nahezu wortgleiche Beleg wo10-051 formt einen „Hafen“ ausdrücklich aus Teig. mst-011 beschreibt die Herstellung selbst nicht, vermutlich weil sie als bekannte Grundtechnik vorausgesetzt wurde.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Überliefert ist eine brotgebundene Eiweiß-Mandel-Masse, die als Boden wie für eine Torte bereitet werden soll. Sie erinnert an eine flache Mandeltarte oder eine eiweißgebundene Mandelmasse. Das Rezept nennt jedoch weder eine eigene Teigkruste noch eine Backform und beschreibt kein vollständig fertiggestelltes Gericht.

Lavendel oder Rosenwasser. Der Wortlaut bietet Lavendel und Rosenwasser gleichrangig an. Nur bei Rosenwasser ist „Wasser“ ausgeschrieben; ob bei „Lavendel“ ebenfalls Lavendelwasser mitzudenken ist, bleibt offen. Für eine reproduzierbare moderne Zubereitung eignet sich lebensmitteltaugliches Lavendelwasser oder Rosenwasser.

Praxis. Mahle oder stoße die Mandeln fein, vermische sie mit wenig geriebenem Brot und dem gewählten Blütenaroma und gib die Mischung mit Zucker zum Eiweiß. Damit endet die historische Anweisung. Behandle die Masse deshalb nur als rohe Vorstufe: Halte das Eiweiß gekühlt und verwende zum Fertigstellen eine erprobte moderne Tarten- oder Tortenbodenmethode, bei der die Masse vollständig durchgart.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-012-orig" n="laffendel" resp="#fyndling">Schreibform von Lavendel. Ob hier Lavendel selbst oder durch Auslassung des Grundworts Lavendelwasser gemeint ist, bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-012-orig" n="Koſenwaſſer" resp="#fyndling">Fehllesung der automatischen Texterkennung für „Roſenwaſſer“ (Rosenwasser). Der Original-Scan der BSB, Seite 007, zeigt den Anlaut als Fraktur-R.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-012-orig" n="podenn" resp="#fyndling">Boden beziehungsweise Unterlage der Torte. Das Rezept bezeichnet die Eiweiß-Brot-Mandel-Masse als diesen Boden, nennt aber keinen gesonderten Teig und keine Backform.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-012-orig" n="ain laffendel oder Roſenwaſſer" resp="#fyndling">Lavendel oder Rosenwasser. Der Wortlaut nennt beide Aromata gleichrangig.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-013-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine frühneuzeitliche Mandeltorte auf einem ausdrücklich genannten, langsam gebackenen hellen Teigboden. Die süße Masse aus gestoßenen Mandeln, Eiweiß, Zucker und Rosenwasser erinnert eher an eine eiweißgebundene Mandeltarte oder marzipanartige Füllung als an eine moderne Sahnetorte. Die nahen Parallelrezepte saw-138 und wo10-074 bestätigen diese Gerichtsfamilie.

Menge und Boden. „Drey vierdung“ bedeutet drei Viertel einer Pfundeinheit; ohne einen festgelegten örtlichen Pfundwert lässt sich daraus keine exakte Grammzahl ableiten. Für den Boden setzt der Text einen „Teig wie sonst“ voraus, ohne dessen Zutaten zu nennen. Belegt sind zwei Eiweiß, das Ausrollen mit Stärkemehl (nicht mit gewöhnlichem Mehl - das übliche Bräunen beim Backen bleibt so aus) und langsames Backen, damit der Boden hell bleibt.

Die offene Stelle. Der Text beschreibt Boden und Mandel-Eiweiß-Masse getrennt, nennt aber weder das Auftragen der Masse auf den Boden noch deren abschließende Garung. Saw-138 überliefert genau diese beiden Schritte für eine sehr nahe Augsburger Mandeltorte; wo10-074 nennt ebenfalls Mandel, Eiweiß, Rosenwasser, Zucker, einen Boden und sanftes Backen. Das stützt eine historische Praxis, ersetzt aber nicht den fehlenden Wortlaut von mst-013.

Praxis. Für einen heutigen Versuch einen neutralen, formbaren Tortenboden nach einem separat belegten Grundrezept verwenden, mit Stärkemehl ausrollen und langsam hell vorbacken. Die Mandeln fein stoßen, mit den neun Eiweiß verrühren und Zucker nach Geschmack sowie Rosenwasser vorsichtig zugeben. Als ausdrücklich moderne, sichere Ergänzung die Masse auf den vorgebackenen Boden streichen und weiterbacken, bis die Eiweißmasse vollständig gestockt ist. Die Quelle nennt dafür weder Temperatur noch Dauer; diese müssen an Form und Ofen angepasst werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-013-orig" n="drey vierdung" resp="#fyndling">Drei Viertel einer Pfundeinheit. Das Augsburger Wörterbuch belegt „Vierung“ als Teil eines Pfunds; eine exakte Grammzahl hängt vom örtlich und zeitlich verwendeten Pfund ab.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-013-orig" n="craft mel" resp="#fyndling">Kraftmehl bezeichnet hier Weizenstärke, nicht Mehl - modernes „Kraftmehl“ (Backindustrie-Begriff für griffiges Mehl) ist ein falscher Freund. DWB, Adelung und Campe belegen „Kraftmehl“ einhellig als „feinstes Weizenmehl, welches ohne Mühle bereitet wird“, also Stärkemehl. Das erklärt auch das Ziel des Rezepts: Über den Teig gestäubtes Stärkemehl verhindert das Bräunen beim Backen, sodass der Boden „schön weiß“ bleibt - dieselbe Wirkung nutzt der Zwillingsbeleg saw-051 (Marzipan-Pilze werden mit Stärkemehl bestäubt, „so werden sie weiß“).<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mel"/></note>
        <note type="gloss" target="#mst-013-orig" n="als ſies du es haben wilt" resp="#fyndling">Wörtlich „so süß, wie du es haben willst“ - die Zuckermenge bleibt dem Geschmack überlassen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-013-orig" n="Cordten" resp="#fyndling">Fehllesung der automatischen Texterkennung für „Tordten“. Der lokale BSB-Druckscan auf Seite 008 zeigt die Titelzeile eindeutig; „mandel dorten“ im Fließtext sowie die Parallelrezepte saw-138 und wo10-074 bestätigen den Gattungsnamen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-013-orig" n="Montage und Endgarung" resp="#fyndling">Der erhaltene Wortlaut beschreibt den Boden und die Mandel-Eiweiß-Masse, sagt aber nicht ausdrücklich, dass die Masse auf den Boden gegeben und anschließend fertiggebacken wird.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-013-orig" n="daig wie ſonnſt" resp="#fyndling">Ein im Haushalt als bekannt vorausgesetzter Standardteig für den hellen Boden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine frühneuzeitliche Mandeltorte mit einer dichten Masse aus Eigelb, geriebenem Brot, gestoßenen Mandeln, Zucker, Rosenwasser und wenig Rahm. Sie erinnert an eine brotgebundene Mandeltarte oder eine frühe Verwandte der Frangipane-Tarte. Der Text gibt die Masse auf einen „Boden“, beschreibt aber weder dessen Herstellung noch ausdrücklich das Backen. Die nahezu wortgleiche Fassung wo10-073 ergänzt unmittelbar danach „lass bachen“ und stützt damit die Tortenpraxis, ohne den fehlenden Wortlaut von mst-014 zu ersetzen.

Boden und Garung. Wahrscheinlich derselbe Teigboden, den das unmittelbar vorausgehende Rezept mst-013 (dieselbe Druckseite, ebenfalls eine Mandeltorte) ausdrücklich als Teig „wie sonnst“ - mit Stärkemehl ausgerollt und langsam hell gebacken - beschreibt. Drei fast identische Mandeltorten-Rezepte stehen hier direkt hintereinander; mst-014 setzt den gerade erst beschriebenen Boden vermutlich stillschweigend voraus, statt ihn zu wiederholen - das erklärt auch, warum Temperatur und Dauer fehlen. Ein bloßer Formboden ohne eigenen Teig ist damit nicht auszuschließen, aber die schwächere Lesart.

Praxis. Für einen reproduzierbaren heutigen Versuch einen separat zubereiteten, vorgebackenen Tortenboden oder eine ausgelegte Backform verwenden. Zwei Eigelb mit wenig geriebenem Brot, einem Pfund fein gestoßenen Mandeln, Zucker und Rosenwasser verrühren; wird die Masse zu dick, zwei Löffel Rahm zugeben. Die Masse auf den Boden geben und als ausdrücklich moderne, durch wo10-073 gestützte Ergänzung vollständig durchbacken, bis das Eigelb gestockt ist. Temperatur und Dauer müssen an Form und Ofen angepasst werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-014-orig" n="Mandel Corden" resp="#fyndling">Fehllesung der automatischen Texterkennung für „Mandel Torten“. Der lokale BSB-Druckscan auf Seite 008 und die nahezu wortgleiche Parallelfassung wo10-073 mit der Überschrift „Mandeldortten“ sichern die Korrektur.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-014-orig" n="Boden" resp="#fyndling">Unterlage der Tortenmasse. mst-014 selbst nennt weder Teig noch Form - doch das unmittelbar vorausgehende Rezept auf derselben Druckseite (mst-013, ebenfalls „Ain Mandel Tordten“) beschreibt für denselben Bodenbegriff ausdrücklich einen Teig „wie sonnst“, mit Stärkemehl ausgerollt und langsam hell gebacken. Drei fast gleiche Mandeltorten-Rezepte stehen hier direkt hintereinander; naheliegend ist, dass mst-014 (und mst-015) stillschweigend denselben, gerade erst beschriebenen Teigboden voraussetzen, statt ihn zu wiederholen. Ein bloßer Formboden ist damit nicht ausgeschlossen, aber die schwächere Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-014-orig" n="Ram" resp="#fyndling">Rahm, also Sahne oder Obers.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-014-orig" n="Boden und Garung" resp="#fyndling">Der Boden ist wahrscheinlich derselbe Teigboden, den das unmittelbar vorausgehende Rezept mst-013 (dieselbe Druckseite, ebenfalls „Ain Mandel Tordten“) ausdrücklich als Teig „wie sonnst“ - mit Stärkemehl ausgerollt und langsam hell gebacken - beschreibt. Drei fast identische Mandeltorten-Rezepte stehen hier direkt hintereinander und setzen einander stillschweigend voraus, statt sich zu wiederholen. Auch das anschließende Backen, das die nahezu wortgleiche Fassung wo10-073 ausdrücklich nennt, fehlt in mst-014 aus demselben Grund - nicht weil es entfiele.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Mandeltorte aus fein gestoßenen Mandeln, Eiweiß, Semmelmehl, Rahm, Zucker und Rosenwasser. Die fließende Masse wird auf einen kleinen Boden oder eine Unterlage gegeben und sanft gebacken. Sie erinnert an eine Mandel-Tarte oder einen eiweißgebundenen Mandelkuchen. Eine eigene Teigkruste beschreibt mst-015 nicht ausdrücklich - vermutlich, weil sie zwei Rezepte zuvor (mst-013, derselbe Mandeltorten-Cluster) bereits beschrieben wurde und hier als bekannt vorausgesetzt wird.

Das Bödelein. „Bodelin“ bezeichnet einen kleinen Boden oder eine Unterlage - wahrscheinlich denselben Teigboden, den mst-013 (dieselbe Druckseite, ebenfalls eine Mandeltorte) ausdrücklich als Teig „wie sonnst“ beschreibt. Drei fast identische Mandeltorten-Rezepte stehen hier direkt hintereinander und setzen einander stillschweigend voraus, statt sich zu wiederholen; auch die nahezu wortgleiche Fassung wo10-074 nennt nur dieses Wort, ohne ein eigenes Teigrezept. Ein bloßer Formboden ohne Teig ist damit nicht ausgeschlossen, aber die schwächere Lesart.

Praxis. Für einen heutigen Versuch einen separat zubereiteten Tortenboden (vgl. mst-013) verwenden, ersatzweise eine ausgelegte oder gefettete flache Form. Die Mandeln fein stoßen und mit wenig Rosenwasser vermengen, damit sie nicht ölig werden. Eiweiß von fünf Eiern mit wenig Semmelmehl und etwas Rahm verrühren, mit der Mandelmasse verbinden und rühren, bis alles fließt. Zucker zugeben, die Masse auf den vorbereiteten Boden geben und bei moderater, gleichmäßiger Hitze backen, bis sie vollständig gestockt und fast fertig ist. Dann mit Rosenwasser bestreichen, mit Zucker bestreuen und fertig backen. Temperatur und Dauer nennt die Quelle nicht; sie müssen als moderne Praxis an Form und Backraum angepasst werden.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-015-orig" n="Wandel Tordten" resp="#fyndling">Korrigierter OCR-Schaden: Der lokale Druckscan liest eindeutig „Mandel Tordten“. Auch die benachbarten Überschriften auf derselben Seite und die Mandelzutat bestätigen die Lesung.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-015-orig" n="Niers" resp="#fyndling">Korrigierter OCR-Schaden: Der Druckscan liest „Riers“, also „rühr es“. Die nahezu wortgleiche Parallelfassung wo10-074 bestätigt „rier es ... aneinander“.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-015-orig" n="bodelin" resp="#fyndling">Diminutiv von „Boden“; hier die Unterlage für die fließende Mandelmasse. mst-015 selbst nennt weder Teig noch Form - doch zwei Druckseiten zuvor beschreibt mst-013 (dieselbe Mandeltorten-Reihe, unmittelbar auf derselben Seite mit mst-014 und mst-015) für denselben Bodenbegriff ausdrücklich einen Teig „wie sonnst“, mit Stärkemehl ausgerollt und langsam hell gebacken. Drei fast gleiche Mandeltorten-Rezepte stehen hier direkt hintereinander; naheliegend ist, dass mst-015 stillschweigend denselben, gerade beschriebenen Teigboden voraussetzt, statt ihn zu wiederholen. Ein bloßer Formboden ist damit nicht ausgeschlossen, aber die schwächere Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-015-orig" n="fein ſitlich bachen" resp="#fyndling">„Ruhig, gemächlich backen“; die Übersetzung „sanft backen“ beschreibt die Art der Hitze, aber keine bestimmte Temperatur.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-015-orig" n="See zucker darauff" resp="#fyndling">„Streue Zucker darauf.“ Das ältere Verb „säen“ kann das Ausstreuen bezeichnen; dieselbe Formel ist auch in anderen Rezepttexten belegt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-015-orig" n="bodelin" resp="#fyndling">Das „Bödelein“ ist wahrscheinlich derselbe Teigboden, den mst-013 - auf derselben Druckseite, ebenfalls eine Mandeltorte - ausdrücklich als Teig „wie sonnst“, mit Stärkemehl ausgerollt und langsam hell gebacken, beschreibt. Drei fast identische Mandeltorten-Rezepte stehen hier direkt hintereinander und setzen einander stillschweigend voraus, statt sich zu wiederholen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewürztes Mandel-Wein-Mus, das auf einem dünnen Boden gebacken und danach mit Rosenwasser besprenkelt wird - eine lebende Verwandte ist die ungebutterte Frangipane- bzw. Mandeltorte, nur dass hier süßer Wein statt Ei oder Butter die Masse bindet. Mit dem Pastete-Kapitel dieses Laufs (Wasteten/Basteten im Topf) hat das Rezept nichts zu tun: Hier gibt es weder Hafen noch Topf, sondern eine offen gebackene Masse auf einem Boden.

Torte, nicht Törtchen. Der Titel liest im Druck „Torden“ - ein OCR-Lesefehler (t/d) für „Torten“, also Torte, kein Diminutiv. Der Diminutiv „boͤdelin“ im Fließtext bezieht sich auf die Dünnheit des Bodens bzw. der Kruste, nicht auf die Größe des fertigen Gebäcks: Der buchinterne Zwilling mst-015 verwendet denselben Ausdruck „bodelin“ für eine Torte mit einem vollen Pfund Mandeln und fünf Eiweiß.

Die offene Frage beim Verarbeiten. Das Verb an der Stelle „so mach in mit Rainfal Rung wie ain muſs“ ist ein Hapax. Die naheliegende Lesart ist schlichtes Rühren zu einem Mus. Der Korpus-Zwilling mon-213 beschreibt denselben Grundschritt (Mandeln fein reiben, mit Süßwein verarbeiten) aber als „durchschlagen“ - durch ein Tuch oder Sieb gepresst und gestrichen, um die Masse klümpchenfrei zu machen. Beide Lesarten sind mit dem Text vereinbar; für die Praxis lohnt sich das Durchstreichen, weil es zuverlässiger eine glatte Masse ergibt.

Praxis. Mandeln fein reiben (oder fertiges Mandelmehl verwenden), sofort Rosenwasser untermischen, damit die Masse nicht ölig wird. Mit Rainfal oder ersatzweise einem lieblichen Muskateller-Süßwein zu einem glatten Mus verarbeiten - wer mag, streicht die Masse zusätzlich durch ein feines Sieb. Einen guten Teil Zucker sowie wenig Ingwer, Pfeffer, Nelken und Muskatblüte einrühren, dazu einen guten Teil gestoßene (nicht gemahlene) Zimtstangen. Die Masse auf einen dünn ausgerollten Mürbeteigboden geben und bei moderater Ofenhitze (ca. 180°C) etwa 20 bis 25 Minuten backen, bis sie gestockt und leicht gebräunt ist. Danach mit Rosenwasser besprenkeln. Für die Lagerküche eingeschränkt geeignet: Das Backen auf einem Boden braucht gleichmäßige Hitze von oben, was ohne Backofen oder Dutch Oven mit Oberhitze nur behelfsmäßig gelingt.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-016-orig" n="Rainfal" resp="#fyndling">Ein historischer italienischer Süßwein aus der Malvasier-Familie, der im Mittelalter und der frühen Neuzeit sehr beliebt war. Er wurde oft für Süßspeisen und als Dessertwein verwendet. In der Titelzeile des Drucks als „Rainkal“ erscheinend (f/k-Verwechslung), im Fließtext korrekt „Rainfal“.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-016-orig" n="Olig" resp="#fyndling">Bedeutet ‚ölig‘ oder ‚fettig‘. Das Rosenwasser soll verhindern, dass die Mandelmasse zu stark ausölt.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-016-orig" n="Torden" resp="#fyndling">OCR-Lesefehler (t/d-Verwechslung) für ‚Torten‘ - Torte, kein Diminutiv. Belegt durch den buchinternen Zwilling mst-015 („Ain Mandel Tordten.“), der dasselbe Wort korrekt mit ‚t‘ schreibt, sowie durch das DWB, das nur ‚Torte f., Pl. -n‘ kennt, keine Endung ‚-den‘.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-016-orig" n="Muskatplue" resp="#fyndling">Die Muskatblüte, auch Macis genannt, ist der Samenmantel der Muskatnuss. Sie hat ein feineres, milderes Aroma als die Muskatnuss selbst.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-016-orig" n="Rerlen" resp="#fyndling">Bezeichnet Zimtstangen, die in dieser Zeit oft als ‚Röhrlein‘ bezeichnet wurden. Für die Verwendung in einer Masse werden sie gestoßen, nicht gemahlen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-016-orig" n="boͤdelin" resp="#fyndling">Ein Diminutiv von ‚Boden‘, hier im Sinne eines dünnen Tortenbodens bzw. einer Kruste. Der Diminutiv bezieht sich auf die Dünnheit des Bodens, nicht zwingend auf die Größe des fertigen Gebäcks: Der buchinterne Zwilling mst-015 verwendet denselben Ausdruck für eine Torte mit einem vollen Pfund Mandeln und fünf Eiweiß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-016-orig" n="Rung" resp="#fyndling">‚rührend‘ - die Mandel-Wein-Masse wird zu einem Mus gerührt, passend zur Konsistenzangabe ‚wie ain muſs‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-016-orig" n="Backdauer und -temperatur" resp="#fyndling">Moderner Praxis-Richtwert: ca. 180°C Ober-/Unterhitze, 20-25 Minuten, bis die Masse gestockt und leicht gebräunt ist (das Transkript nennt weder Zeit noch Temperatur, nur ‚laſs bachen‘ und ‚ain weil gepachenn‘).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-017-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine mit Rainfal-Wein und Rosenwasser angesetzte Mandelmilch wird mit geschlagenen Eiern zu einem Guss verkocht - der Text vergleicht das ausdrücklich mit einer Eier-Milch (einem Eierstich). Gewürzt mit Zucker, Ingwer, Nelken, Muskatblüte und viel gestoßenem Zimt, kommt die Masse auf einen Teigboden (‚boͤdelin‘) und wird gebacken. Das ist keine Pastete im Sinn des benachbarten Kapitels - weder Titel noch Text erwähnen einen Topf (‚hafen‘), sondern ausdrücklich einen Teigboden, auf den die Masse gegeben wird. Strukturell ist das auch kein Rührkuchen und keine Cremetorte im heutigen Schichtsinn, sondern näher an einem Flan oder einer Quiche: ein Guss, der in einer Teigform im Ofen stockt. Ein zweites Rezept im selben Buch, mst-019 (Torte von Mandelmilch), teilt dieselbe Zutatenliste und dasselbe Gewürzquartett, lässt die Masse dort aber separat gerinnen statt sie mit Ei zu binden - eine Zubereitungsvariante desselben Grundgerichts.

Wird die Mandelmilch oder werden die Eier geschlagen? Der Satz ‚klopfs weyſs daruon darnach du vil wilt haben‘ bleibt im Original zwischen mehreren Lesarten offen: er könnte sich auf die zuvor genannte Mandelmilch beziehen (schlage sie schaumig-weiß) oder schon auf die im nächsten Satz erst eingeführten Eier vorausgreifen. Da der Text an dieser Stelle noch keine Eier nennt, folgt diese Übersetzung der näherliegenden Lesart und bezieht das Schlagen auf die Mandelmilch.

Praxis. Die geschlagenen Eier kommen laut Text in die bereits kochende Mandelmilch (‚wanns wol auf ſeudt‘) - der Text warnt nur vor dem Anbrennen, nicht vor dem Gerinnen des Eis. Damit die Masse nicht stockig gerinnt, empfiehlt es sich, die Hitze vor der Eizugabe zu reduzieren oder die Pfanne kurz vom Herd zu nehmen und die Eier langsam unter ständigem Rühren einzuziehen. Ein fertiger Mürbeteigboden aus dem Kühlregal funktioniert für das ‚boͤdelin‘ ebenso gut wie selbstgemachter Mürbeteig - der Text legt sich auf keine bestimmte Teigart fest.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-017-orig" n="Rainfal" resp="#fyndling">Süßwein aus der Malvasier-Familie, aus Norditalien importiert. In gehobenen deutschen Haushalten wie dem der Stenglerin wurde er als kostbare Kochzutat für besondere Speisen geschätzt, nicht als Alltagswein. Er verleiht der Torte eine besondere Süße und ein blumiges Aroma.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-017-orig" n="Rerla" resp="#fyndling">‚Rerla‘ (Röhrlein) bezeichnet Zimtstangen, die für Speisen wie dieses Rezept stets gestoßen verwendet wurden - anders als bei Getränken, wo sie ganz blieben.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-017-orig" n="boͤdelin" resp="#fyndling">Ein Teigboden, meist aus Mürbeteig, der als Basis für die Torte dient.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-017-orig" n="Nin Tordten" resp="#fyndling">OCR-Fehllesung für ‚Ain Tordten‘ (Eine Torte) - unser Kraken-OCR verwechselt hier die Buchstaben in der Titelzeile. Belegt durch die gleichlautende Titelformel in den Schwesterrezepten mst-012, mst-014 und mst-015 (‚Ain [Mandel] Tordt(en)‘) sowie die parallele Fehllesung ‚Hin Torden‘ im Nachbarrezept mst-016 - der Druck selbst zeigt an dieser Stelle keinen Fehler.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-017-orig" n="klopfs weyſs daruon darnach du vil wilt haben" resp="#fyndling">‚schlage sie (die Mandelmilch) weiß/schaumig, so viel du davon haben willst‘</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-017-orig" n="ain wenig negelen, vnd muſcatplue darann" resp="#fyndling">‚ein wenig Nelken und Muskatblüte‘ (Mengenangabe gilt für beide Gewürze)</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-017-orig" n="wanns wol auf ſeudt, ſo ſchit die klopfften ayr darein, vnd Riers wol das nit anbrinn" resp="#fyndling">Moderne Praxis: Hitze vor der Eizugabe reduzieren und die Eier langsam unter Rühren einziehen, um ein Gerinnen zu vermeiden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-017-orig" n="boͤdelin" resp="#fyndling">Moderne Praxis: fertiger Mürbeteigboden.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gesüßtes Frischkäse-/Quarktörtchen: Milch wird zum Gerinnen gebracht, über einem Sieblein von der Molke getrennt, der entstandene Bruch gezuckert und in kleinen, ausreichend hohen Formen (Nestlein) langsam gebacken. Trotz des Titelworts „Torden“ (Törtchen) steckt kein Teigboden dahinter - im ganzen Rezept kommt weder „Teig“ noch „Pastete“ vor, es handelt sich um ein reines Topfgericht in kleinen Backförmchen, nicht um ein Gebäck mit Kruste. Lebende Verwandte sind heutige Quark- bzw. Topfentörtchen oder die englische curd tart-Tradition: gesüßter Frischkäse ohne komplexe Zutatenliste, in kleine Formen gefüllt und gebacken.

Was heißt „Renns“? „Renns“ heißt „lass sie gerinnen“, nicht nur „lass sie abtropfen“. Die Formulierung ist über Lexer (‚die milch rennen, coagulare‘) und ein Glossar-Äquivalent (Benecke: lat. coagulum = renn) doppelt bezeugt. Welches Mittel dabei zum Einsatz kam - Lab oder eine Säure - sagt der Text selbst nicht.

Das Überlaufen ist kein Zufall. Die feuchte, gesüßte Quarkmasse dehnt sich beim Backen aus; der Text warnt ausdrücklich davor ("es laufft gern vber") und verlangt deshalb ausreichend hohe Nestlein-Ränder sowie ein langsames, kontrolliertes Backen statt hoher Hitze.

Praxis. Milch mit Zitronensaft oder Essig zum Gerinnen bringen (leicht verfügbar, sichere Säuerung) - Kälberlab wäre die historisch näherliegende Wahl, ist heute aber schwerer zu beschaffen und zu dosieren. Die geronnene Masse durch ein feines Sieb oder Tuch abtropfen lassen, bis die Molke weitgehend abgelaufen ist, dann Zucker nach Geschmack einrühren. Die Masse in kleine, ausreichend hohe Förmchen ohne Teigauskleidung füllen (kleine Auflauf- oder Muffinförmchen eignen sich gut) und bei niedriger Ofentemperatur (ca. 150-160 °C) backen, dabei das Überlaufen im Blick behalten.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-018-orig" n="Renns" resp="#fyndling">Das Verb ‚rennen‘ (mhd. ‚rinnen‘) bedeutet hier, Milch durch Zugabe von Lab oder Säure zum Gerinnen zu bringen, um Quark oder Frischkäse herzustellen. Ein handschriftliches Glossar (Benecke) belegt sogar direkt lat. ‚coagulum‘ (Lab) als Bedeutung von ‚renn‘ - das echte Gerinnen ist damit gut bezeugt, kein bloßes Abtropfen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-018-orig" n="Willich (Titelzeile)" resp="#fyndling">Möglicherweise eine OCR-Fehllesung von ‚Billich‘ (fnhd. für gewöhnlich, angemessen, passend - gut bezeugt bei FWB und im ReF-Korpus). Dasselbe B/W-Verwechslungsmuster ist in diesem Band bereits bei ‚Wasteten‘/‚Basteten‘ nachgewiesen. Die wörtliche Lesung ‚willich‘ = willig, erwünscht, geneigt bleibt eine gleichwertige Alternative.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-018-orig" n="siblin" resp="#fyndling">Ein ‚Sieblein‘ ist ein kleines Sieb, das hier zum Abtropfen der geronnenen Milch verwendet wird.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-018-orig" n="boͤdelin" resp="#fyndling">Ein ‚Bödelein‘ bezeichnet hier eine kleine Backform oder eine flache Unterlage zum Backen der Törtchen. Der Text sagt nichts über das Material (Blech, Ton) - eine Teigauskleidung ist nirgends erwähnt.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-018-orig" n="nestlenn" resp="#fyndling">‚Nestlein‘ sind kleine, individuelle Kuchen oder Törtchen, die in der Form an Nester erinnern können oder einfach kleine, runde Gebäckstücke sind.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="Willich Torden" resp="#fyndling">Vermutlich eine OCR-Fehllesung von ‚Billich Torden‘ - ‚billich‘ ist fnhd. gut bezeugt für gewöhnlich, angemessen, schlicht (FWB, ReF-Korpus mit 458 Belegen). Dasselbe B/W-Verwechslungsmuster ist in diesem Band bereits bei ‚Wasteten‘/‚Basteten‘ belegt. ‚Ain billich Torden‘ = ‚eine gewöhnliche/schlichte Törtchen‘, passend zur Zubereitung kleiner, gebackener Portionen ohne Gewürzaufwand.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="Renns" resp="#fyndling">lass sie gerinnen. Das Verb ‚rennen‘ (mhd. ‚rinnen‘) bedeutet im Kontext von Milch das Gerinnen durch Lab oder Säure - direkt bezeugt durch Lexer (‚die milch rennen, coagulare‘) und ein Glossar-Äquivalent (Benecke: coagulum = renn).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="Gerinnungsmittel (im Text nicht benannt)" resp="#fyndling">Der Text sagt nicht, womit die Milch zum Gerinnen gebracht wird - offen, ob Lab oder eine Säure gemeint ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="schits" resp="#fyndling">schütt's. Die OCR-Lesung ‚chits‘ ist ein typischer Fehler für ‚schits‘ (schütt's), was im Kontext des Abgießens von Flüssigkeit sehr plausibel ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="siblin" resp="#fyndling">Sieblein. Ein kleines Sieb zum Abtropfen der geronnenen Milch.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="sies du es habenn wilt" resp="#fyndling">wie süß du es haben willst. ‚sies‘ ist eine Verkürzung von ‚süß es‘.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="boͤdelin" resp="#fyndling">Bödelein (kleine Backform oder Unterlage). Im Kontext des Backens ist eine kleine Form oder ein Blech gemeint; das Material (Blech, Ton) und ob es sich um ein Teigboden handelt, sagt der Text nicht - keine Teigzutat wird im ganzen Rezept genannt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="Back-Zeit und -Temperatur (‚bachs langſam‘)" resp="#fyndling">Der Text nennt weder eine Minutenzahl noch eine Temperatur, nur die Anweisung, langsam zu backen, damit die Masse nicht überläuft.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-018-orig" n="nestlenn" resp="#fyndling">Nestlein (kleine, individuelle Kuchen oder Törtchen). Die Form ‚Nestlein‘ deutet auf kleine, runde, möglicherweise leicht vertiefte Gebäckstücke hin.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebackenes Mandelmilch-Törtchen: dicke Mandelmilch wird geronnen, abgetropft, gewürzt, mit frischer Mandelmilch wieder verdünnt und in einem kleinen Förmchen gebacken, zuletzt mit Eiklar und Rosenwasser bestrichen. Das Rezept gehört nicht zum Pasteten-/Wasteten-Kapitel des Buches - es kommt ohne Teigkruste aus, die Masse geht direkt in ein kleines Backgefäß ("bodelin"). Näher verwandt ist es den übrigen Mandeltörtchen desselben Kapitels (mst-014 bis mst-018): eine milchfrei gebundene, gewürzte Süßspeise, die heute eher an einen kleinen Mandelmilch-Flan oder ein Blancmange-Törtchen erinnert als an eine heutige Sahnetorte, weil kein Ei und keine Kuhmilch, sondern nur die geronnene Mandelmilch selbst bindet.

Der Originaltitel schreibt "Ain Corden von Mandel millich" - "Corden" ist dieselbe OCR-Fehllesung für "Torten", die im selben Kapitel bereits bei mst-014 aufgelöst wurde; fünf benachbarte Titel (mst-014 bis mst-018) zeigen dasselbe Wort in wechselnder Schreibung (Tordten, Torden, Corden).

Offen bleibt, womit die Mandelmilch zum Gerinnen gebracht wurde ("Renn ſie") - der Text nennt kein Mittel. Ebenso unbeziffert sind Temperatur und Dauer des "gemachen Backens".

Praxis. Dicke Mandelmilch mit ein wenig Zitronensaft oder Essig zum Gerinnen bringen, durch ein feines Sieb abtropfen lassen. Mit Ingwer, Nelken, Muskatnuss, Muskatblüte und reichlich gestoßenen Zimtstangen sowie Zucker würzen, dann mit frischer Mandelmilch wieder auf Backkonsistenz verdünnen. In ein kleines, gefettetes Förmchen füllen und bei niedriger bis mittlerer Ofentemperatur backen, bis die Masse gestockt ist. Im Lager gelingt das am ehesten in einem abgedeckten Topf oder Dutch Oven über milder Glut statt über offener Flamme - Garzeit nach Augenschein. Nach dem Backen mit verquirltem Eiklar und Rosenwasser bestreichen.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="Corden" resp="#fyndling">Kraken-OCR-Fehllesung für „Torten“. Derselbe Fehler (C statt T, d statt t) tritt in der Titelzeile von mst-014 auf, dort über den lokalen BSB-Druckscan (Seite 008) und die Parallelfassung wo10-073 („Mandeldortten“) bestätigt. mst-019 stammt aus derselben Buchvorlage und OCR-Pipeline, hat aber selbst noch keinen Scan (scan:null).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="duͤcken" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Schreibweise für „dicken“, also dickflüssig oder eingedickt.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="Renn" resp="#fyndling">Das Verb „rennen“ bedeutet hier „gerinnen lassen“ oder „dick werden lassen“, ähnlich wie bei der Käseherstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="ſiblin" resp="#fyndling">Ein Diminutiv von „Sieb“, also ein kleines Sieb oder Seihtuch.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="negela" resp="#fyndling">Kurzform für „Nägelein“, die Bezeichnung für Gewürznelken im Mittelalter und der Frühen Neuzeit.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="muſcat⸗plue" resp="#fyndling">Die Muskatblüte, auch Macis genannt, ist der Samenmantel der Muskatnuss.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="Rerla" resp="#fyndling">Zimtstangen (Röhrlein), die Handelsform des Zimts. Für gebackene Süßspeisen wie dieses Törtchen wurden sie stets gestoßen verwendet - nur bei Getränken blieben sie ganz.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="Ringer" resp="#fyndling">Bedeutet „dünner“ oder „flüssiger“, hier im Sinne von „verdünnen“.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="gemach bachen" resp="#fyndling">Bedeutet „gemächlich backen“, also langsam und bei milder Hitze.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-019-orig" n="ayrklar" resp="#fyndling">Frühneuhochdeutsche Schreibweise für „Eiklar“, also das Eiweiß.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-019-orig" n="Gerinnungsmittel (Renn ſie)" resp="#fyndling">Der Text nennt kein Mittel, mit dem die Mandelmilch zum Gerinnen gebracht wird; moderne Praxis greift zu einer milden Säure wie Zitronensaft oder Essig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-019-orig" n="gemach bachen - Temperatur und Dauer" resp="#fyndling">Milde, langsame Hitze; moderne Praxis: niedrige bis mittlere Ofentemperatur, bis die Masse gestockt ist.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#mst-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ungesüßtes, ungekochtes Mandel-Sahne-Mus mit eingeweichter Semmelkrume - kein Vorläufer eines einzelnen heute benannten Gerichts, aber nah an einer rohen Mandelcreme oder ungesüßtem Marzipan-Rohteig vor dem Kochen. Keine Teigkruste, kein Ofen, kein Topf: Das Rezept beschreibt ausdrücklich eine Zubereitung 'auf einem Tisch' - kalt, ohne Feuer, an einer Arbeitsfläche gerührt.

Kalt statt für den Tisch. Die Wendung 'auf ain thiſch' meint hier eine Ortsangabe (an einem Tisch zubereitet), nicht eine Zweckangabe (für die Tafel bestimmt). Der fast textgleiche Zwilling saw-112 (Mandelmus, ebenfalls Augsburg) endet mit 'ain gúts kalts músß' und bestätigt: diese Mandelmus-Gattung wird kalt angerichtet, nicht gekocht.

Einmischen oder durchsieben? Der Schritt 'ſchlags durch den mandel' lässt offen, ob die eingeweichte Semmel nur gründlich mit den Mandeln verrührt oder zusätzlich durch ein Tuch oder Sieb passiert wird. Das Buch selbst kennt beide Techniken: mst-024, ebenfalls ein Mandelmus, beschreibt ausdrücklich 'ſtreichs darmit durch ain thuch'. In mst-020 fehlt jedoch ein Objekt wie 'tuch' - hier steht 'den mandel' selbst als Ziel des 'durch', was eher für ein einfaches Verrühren spricht.

Praxis. Mandeln fein stoßen (im Mörser oder mit fertig gemahlenen Mandeln aus dem Backregal - mit ganzen Mandeln von Hand dauert das deutlich länger als die im Rezept veranschlagten 20 Minuten). Semmel entrinden, das Innere in etwas Rahm einweichen, bis es weich ist, dann mit den gestoßenen Mandeln gut verrühren. Wer eine besonders feine, klümpchenfreie Masse möchte, kann die Mischung zusätzlich durch ein feines Sieb oder Tuch streichen. Kalt servieren, kein Kochschritt nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-020-orig" n="Item" resp="#fyndling">Ein lateinischer Begriff, der im Mittelalter und der frühen Neuzeit häufig als Einleitung für neue Abschnitte oder Rezepte verwendet wurde, vergleichbar mit ‚Des Weiteren‘ oder ‚Ferner‘.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-020-orig" n="seidlin" resp="#fyndling">Ein Diminutiv von ‚Seidel‘, einem historischen Flüssigkeitsmaß, dessen genaue Menge regional variierte, aber typischerweise zwischen 0,5 und 1 Liter lag. Hier ist ein kleines Seidel gemeint. Die Form ist belegt: Birlinger (Schwäbisch-Augsburgisches Wörterbuch) zitiert ‚jedem ein seidlin weins‘ als reguläre Augsburger Diminutiv-Maßform; im Korpus begegnet sie zusätzlich 9-mal bei Sabina Welserin (gleiche Stadt und Zeit).</note>
        <note type="gloss" target="#mst-020-orig" n="Ram" resp="#fyndling">Rahm, also Sahne oder Obers.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-020-orig" n="pfund" resp="#fyndling">Ein Pfund entsprach im Mittelalter und der frühen Neuzeit etwa 500 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#mst-020-orig" n="ſemel" resp="#fyndling">Eine Semmel ist ein Weißbrotbrötchen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-020-orig" n="Ain (anndel Wuss" resp="#fyndling">Die Überschrift wurde als 'Ain Mandel Mus' gelesen. Die öffnende Klammer und das 'W' sind typische OCR-Fehler für eine Initialzierde und den Buchstaben 'M'.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-020-orig" n="auf ain thiſch" resp="#fyndling">Als 'auf einem Tisch' im Sinne einer Ortsangabe verstanden: das Mus wird kalt, ohne Feuer, an einer Arbeitsfläche zubereitet - 'auf' ist im Frühneuhochdeutschen eine Lokalpräposition, keine Zweckpräposition wie 'für'. Der fast textgleiche Zwilling saw-112 (Mandelmus, ebenfalls Augsburg) endet mit 'ain gúts kalts músß' und bestätigt: diese Mandelmus-Gattung wird kalt angerichtet. Der buchinterne, ein Jahr ältere Beleg saw-129 (selbe Stadt) verwendet dieselbe Wendung wörtlich für eine physische Tischfläche ('Nempt acht air aúff ain tisch').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#mst-020-orig" n="ſchlags durch den mandel" resp="#fyndling">Als 'vermische es mit dem Mandelmus' übersetzt, um eine homogene Masse zu erzielen. Anders als der Buch-Zwilling mst-024 (ebenfalls ein Mandelmus, siehe Alternative) fehlt hier ein Objekt wie 'tuch' - Ziel des 'durch' ist stattdessen 'den mandel' selbst, was eher für ein einfaches Einmischen als für ein Passieren spricht.</note>
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