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      <titleStmt>
        <title>Worlidge: Britischer Weingarten (Getränke) (Vinetum Britannicum, or a Treatise of Cider, and other Wines and Drinks extracted from Fruits growing in this Kingdom (London 1676))</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability status="restricted">
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung, Anmerkungen, Zutatenerschließung; die historische Vorlage ist gemeinfrei)</licence>
        </availability>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/quellen/worlidge/</idno>
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        <bibl>
          <title>Vinetum Britannicum, or a Treatise of Cider, and other Wines and Drinks extracted from Fruits growing in this Kingdom (London 1676)</title>
          <date when="1676">1676</date>
          <idno type="URI">https://github.com/textcreationpartnership/A67093</idno>
          <note>Text: Text Creation Partnership, EEBO-TCP A67093, CC0 1.0</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
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          <p>Lesart-Entscheidungen stehen als note[@type='interpretive_choice'] im back-Teil, @n nennt die Stelle im Originaltext, @subtype die Art (lexical, philological, contextual, orthographic), list[@type='alternatives'] die erwogenen Lesarten. @cert='unknown' markiert eine ungeklärte Lesart: Die Stelle ist offen, der Text der Note gibt nur den Stand der Diskussion wieder.</p>
        </interpretation>
      </editorialDecl>
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        <prefixDef ident="wikidata" matchPattern="(Q[0-9]+)" replacementPattern="http://www.wikidata.org/entity/$1">
          <p>Wikidata-Entitaeten, z.B. wikidata:Q42527 = http://www.wikidata.org/entity/Q42527</p>
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        <application ident="corema-ingredient-index" version="1" xml:id="corema-ingredient-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex</label>
          <p>Zutaten mit source="#corema-ingredient-index" tragen @en und @commodity unveraendert aus dem Zutatenindex von CoReMA (Corpus of Recipes of the Middle Ages, Universität Graz, CC BY 4.0), zugeordnet über die exakte historische Schreibung. Der Index erfasst nur deutschsprachiges Vokabular und deckt genau die Handschriften ab, die CoReMA selbst führt. Wo wir ihn darüber hinaus angewandt haben, steht nicht dieses Ziel, sondern #fyndling-corema-index. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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        <application ident="fyndling-ingredient-name" version="1" xml:id="fyndling-ingredient-name">
          <label>Namensbasierte Zuordnung Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-name" haben ihre Normdaten nicht über die historische Schreibung, sondern über den von uns vergebenen modernen Zutatennamen erhalten: wo dieselbe Zutat anderswo im Korpus bereits mit einem Wikidata-Konzept verknüpft war, wurde diese Verknüpfung übernommen. Voraussetzung waren mindestens zwei unabhängige Belege im Korpus und ein deutschsprachiger Ausgangsbeleg. Die Zuordnung ist damit unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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          <label>Zuordnung aus der Fyndling-Zutatenregistry</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-registry" haben ihre Normdaten aus unserer handgepflegten Zutatenregistry erhalten: einer redaktionell gefuehrten Tabelle, die je Wikidata-Konzept die modernen Namensvarianten festhaelt, unter denen wir es im Korpus fuehren. Sie greift genau dort, wo der Korpus selbst keine Mehrheit hergibt - etwa weil derselbe Name je nach Rezept verschieden aufgeloest wurde. Die Entscheidung ist unsere und nicht CoReMA zuzurechnen. Wo eine kontextabhaengige Regel zustaendig ist (Tierart, Fastengebot), gilt nicht diese Tabelle, sondern #fyndling-ingredient-context.</p>
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        <application ident="fyndling-corema-index" version="1" xml:id="fyndling-corema-index">
          <label>CoReMA-Zutatenindex, angewandt von Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-corema-index" tragen Werte aus dem Zutatenindex von CoReMA, angewandt aber von uns auf eine Handschrift, die CoReMA nicht führt. Die Verantwortung für diese Zuordnungen liegt deshalb bei uns, nicht beim Projekt. Besondere Vorsicht gilt bei nicht deutschsprachigen Vorlagen: der Index ist eine deutsche Wortliste, und gleich geschriebene Wörter anderer Sprachen kollidieren mit ihr (mittelenglisch „oile" ist Öl, nicht Aal; französisch „pain" ist Brot, nicht Bein). Diese Stellen sind in Durchsicht. <ptr target="https://gams.uni-graz.at/context:corema"/></p>
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          <label>Kontextregeln Fyndling</label>
          <p>Zutaten mit source="#fyndling-ingredient-context" weichen bewusst vom Index ab, weil dessen Zuordnung im Rezeptzusammenhang nicht trägt. Beispiel: CoReMA legt alle Schreibungen von „smaltz" auf Schweineschmalz fest; in Fastenrezepten ist das kirchenrechtlich ausgeschlossen, dort stehen mehrere Kandidaten mit @cert="low" statt einer Festlegung. Diese Entscheidungen sind unsere Arbeit und nicht CoReMA zuzurechnen.</p>
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      <langUsage>
        <language ident="und">Englisch der Restaurationszeit (London 1676); John Worlidge</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
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  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="wor-001">
        <head>Wasser-Cider: Cider mit Wasser verdünnen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-001-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-001-trans">
          <p>It is obſerv'd that many ſorts of Apples thorowly mature, will endure ſome addition of Water, without any prejudice to the Drink, eſpecially in the Iſland of Jerſey, where they frequently give it a daſh. This dilution is only with Apples of a mellow and rich Juice, and is neceſſary to help its clarification; the Cider it ſelf being of too glutinous a ſubſtance, and they not acquainted with any other way of attenuating it.
To ſome ſorts of Fruit that are of themſelves acid, crude, or of a thin Juice, dilution is very improper; but if the Water be boyl'd, and let ſtand till it be cold, it will be the better; that abating much of its crudity.
Water mixt with the Fruit in the Grinding, incorporateth better with the Cider, than if added in the Veſſel; and if mixt in the Veſſel, better than if added in the Glaſs. By the Addition of Water can no other advantage be expected than the encreaſe of the Liquor, as we uſually make more Small Beer than Strong, of the ſame
quantity of Malt, for the ordinary expence in Oeconomy.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-001-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-001-orig">
          <p>Man hat beobachtet, dass viele Apfelsorten, wenn sie ganz ausgereift sind, einen gewissen Zusatz von Wasser vertragen, ohne dass das Getränk Schaden nimmt, besonders auf der Insel Jersey, wo man ihm häufig einen Schuss Wasser gibt. Diese Verdünnung geschieht nur bei Äpfeln mit mildem, gehaltvollem Saft und ist nötig, um seine Klärung zu fördern, denn der Cider selbst ist dort von zu zäher Beschaffenheit, und man kennt dort keinen anderen Weg, ihn dünner zu machen.</p>
          <p>Bei manchen Früchten, die von sich aus sauer, roh oder von dünnem Saft sind, ist eine Verdünnung sehr unangebracht. Wird das Wasser aber abgekocht und stehen gelassen, bis es kalt ist, so ist es besser, denn das nimmt ihm viel von seiner Rohheit.</p>
          <p>Wasser, das beim Mahlen unter die Früchte gemischt wird, verbindet sich besser mit dem Cider, als wenn man es im Fass zugibt, und im Fass beigemischt besser, als wenn man es erst im Glas zugibt. Vom Zusatz des Wassers ist kein anderer Vorteil zu erwarten als die Vermehrung der Flüssigkeit, so wie wir gewöhnlich aus derselben Menge Malz mehr Dünnbier als starkes Bier machen, für den gewöhnlichen Verbrauch im Haushalt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Apples thorowly mature">Äpfel, vollreif, mit mildem, gehaltvollem Saft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Water">Wasser, am besten abgekocht und wieder erkaltet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-002">
        <head>Ciderkin (Purre) aus Apfeltrester</head>
        <div type="original" xml:id="wor-002-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-002-trans">
          <p>After you have preſſed out your Cider, you may alſo put the Murc up into a large Vat, and add thereto what quantity you think convenient of boyl'd Water (being firſt cold again:) if about half the quantity of the Cider be preſſed from it, it will be good; if as much as the Cider, then but ſmall: let this Water ſtand on it about forty-eight hours, and then preſs it well. That which comes from the Preſs, Tun up immediately, and ſtop it up, you may drink it in a few days. This being the moſt part Water, will clarify of it ſelf, and ſupplies the place of Small-Beer in a Family, and to many much more acceptable.
You may amend it by the addition of the Setling or Lee of your Cider that you laſt purifyed, by putting it up on the Pulp before preſſure, or by adding ſome overplus of Cider, that your other Veſſels will not hold, or by Grinding ſome falling or refuſe Apples that were not fit to be added to your Cider, and preſſing it with this.
This Ciderkin or Purre may be made to keep long, in caſe you boyl it after preſſure, with ſuch a proportion of Hops as you uſually add to your Beer that
you intend to keep for the ſame time, and it will be thus very well preſerv'd; but then you need not boyl your Water before the adding it to your Murc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-002-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-002-orig">
          <p>Wenn du deinen Cider ausgepresst hast, kannst du den Trester auch in einen großen Bottich geben und so viel abgekochtes Wasser dazugeben, wie dir angemessen scheint. Das Wasser muss vorher wieder kalt geworden sein. Wird daraus etwa halb so viel gepresst wie Cider, so wird das Getränk gut; presst du ebenso viel heraus wie Cider, so wird es nur dünn. Lass dieses Wasser etwa achtundvierzig Stunden darauf stehen und presse es dann gut aus.</p>
          <p>Was aus der Presse kommt, fülle sogleich in ein Fass und verspunde es. Du kannst es in wenigen Tagen trinken. Da es zum größten Teil aus Wasser besteht, klärt es sich von selbst. Es ersetzt in einem Haushalt das Dünnbier und ist vielen weit angenehmer.</p>
          <p>Verbessern: Du kannst es verbessern, indem du den Bodensatz oder Hefesatz deines zuletzt geklärten Ciders dazugibst, und zwar auf den Trester, bevor du ihn presst. Oder du gibst etwas überschüssigen Cider dazu, den deine anderen Gefäße nicht fassen. Oder du mahlst etwas Fallobst oder aussortierte Äpfel, die nicht gut genug für deinen Cider waren, und presst sie mit diesem Trester zusammen.</p>
          <p>Haltbar machen: Diesen Ciderkin oder diese Purre kannst du lange haltbar machen, wenn du ihn nach dem Pressen kochst, mit so viel Hopfen, wie du gewöhnlich deinem Bier zugibst, das du ebenso lange aufheben willst. So hält er sich sehr gut. Dann aber brauchst du das Wasser nicht abzukochen, bevor du es auf den Trester gibst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="the Murc">Apfeltrester, einmal ausgepresst</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="boyl'd Water">Wasser, abgekocht und wieder erkaltet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the Setling or Lee of your Cider that you laſt purifyed">Bodensatz oder Hefesatz des zuletzt geklärten Ciders (zum Verbessern, nach Belieben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſome overplus of Cider">überschüssiger Cider (zum Verbessern, nach Belieben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="ſome falling or refuſe Apples">Fallobst oder aussortierte Äpfel, gemahlen (zum Verbessern, nach Belieben)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Hops">Hopfen (zum Haltbarmachen, so viel wie für gleich lange gelagertes Bier)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-003">
        <head>Cider einkochen ohne Gewürze</head>
        <div type="original" xml:id="wor-003-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-003-trans">
          <p>In many places they boyl their Cider, adding thereto ſeveral Spices, which makes it very pleaſant, and abates the unſavory ſmack it contracts by boyling, but withal gives it a high Colour. This way is not to be commended, becauſe the Juice of the Apple is either apt to extract ſome ill ſavour from the Braſs or Copper, we being not acquainted with any other Veſſels to boyl it in, or the feces or ſediment of it apt to burn by its adhering to the ſides of the Veſſel, it being boyl'd in a naked Fire.
But if you are willing to boyl your Cider, your Veſſel ought to be of Latten, which may be made large enough to boyl
a good quantity, the Tin yielding no bad Tincture to the Liquor. The Veſſel alſo ought to be broad and open, for the more expeditious waſting of the aqueous and Phlegmatick part of the Liquor, which firſt flies, in caſe the Muſt be newly taken from the Preſs, and the Apples ripened on the Tree, ground as ſoon as gathered, and preſſed as ſoon as ground: For it is not the boyling only, but the ſudden waſting of the Phlegmatick part, that meliorates the remainder; the Spirits in all Liquors retiring and contracting themſelves before Fermentation, as in all Muſts, and after putrefaction, as in Vinegar, and all acid eager Liquors. For obſerve, how much ſoever you waſt in this evaporation of any ſort of Muſt, or new Wurt, by ſo much is that which remains the ſtronger; ſo that you need not be ſo intent to procure Ebullition, as expence of the meaner part of your Liquor. Alſo you may place this Latten Veſſel in another Veſſel of Water, or in a thin Bed of Aſhes, to prevent the too fierce heat of the naked Fire; alſo you may keep it ſtirring, which will expedite the Operation. Before it be quite cold, you may ferment or purify it to what degree you pleaſe.
This Cider thus boyl'd and purified, to the expence of the one half, will keep very long, and be exceeding rich and ſtrong, and not ſo ill qualifyed, as hath uſually been, in caſe you uſe caution in the operation, which is to be preferr'd to thoſe Spicy Additions.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-003-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-003-orig">
          <p>An vielen Orten kocht man den Cider und gibt verschiedene Gewürze dazu. Das macht ihn sehr angenehm und mildert den unangenehmen Beigeschmack, den er beim Kochen annimmt, gibt ihm aber zugleich eine kräftige Farbe. Dieses Vorgehen ist nicht zu loben. Denn entweder zieht der Apfelsaft leicht einen üblen Geschmack aus dem Messing oder Kupfer - wir kennen ja keine anderen Gefäße, um ihn darin zu kochen -, oder Trub und Bodensatz brennen leicht an, weil sie an den Wänden des Gefäßes haften, da er über offenem Feuer kocht.</p>
          <p>Willst du deinen Cider aber kochen, so sollte dein Gefäß aus Weißblech sein. Das lässt sich groß genug machen, um eine gute Menge zu kochen, und das Zinn gibt der Flüssigkeit keine schlechte Färbung. Das Gefäß sollte außerdem breit und offen sein, damit der wässrige und phlegmatische Teil der Flüssigkeit rascher verzehrt wird. Dieser entweicht zuerst, sofern der Most frisch von der Presse kommt und die Äpfel am Baum gereift, gleich nach dem Pflücken gemahlen und gleich nach dem Mahlen gepresst worden sind. Denn nicht das Kochen allein, sondern das rasche Verzehren des phlegmatischen Teils verbessert den Rest: Die Geister in allen Flüssigkeiten ziehen sich vor der Gärung zurück und zusammen, wie in allen Mosten, und ebenso nach der Fäulnis, wie im Essig und in allen sauren, herben Flüssigkeiten. Denn merke: Wie viel du auch bei diesem Verdampfen von irgendeiner Art Most oder frischer Bierwürze verzehrst, um so viel stärker ist, was übrig bleibt. Du musst es also nicht so sehr darauf anlegen, sie zum Aufwallen zu bringen, als darauf, den geringeren Teil deiner Flüssigkeit zu verzehren.</p>
          <p>Du kannst dieses Weißblechgefäß auch in ein anderes Gefäß mit Wasser oder in ein dünnes Aschebett stellen, um die allzu heftige Hitze des offenen Feuers abzuhalten. Auch kannst du die Flüssigkeit ständig rühren, das beschleunigt die Arbeit. Noch bevor sie ganz erkaltet ist, kannst du sie gären lassen oder klären, so weit es dir beliebt.</p>
          <p>Dieser so gekochte und geklärte Cider, auf die Hälfte eingekocht, hält sich sehr lange und wird überaus gehaltvoll und stark, und er ist nicht so schlecht beschaffen, wie es bisher meist der Fall war, sofern du bei der Arbeit Vorsicht walten lässt. Dieses Verfahren ist jenen Gewürzzusätzen vorzuziehen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Muſt be newly taken from the Preſs">Apfelmost, frisch von der Presse</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-004">
        <head>Cider mit Zusätzen: Wacholder, Ingwer, Kräuter, Beerensaft, Gartennelke</head>
        <div type="original" xml:id="wor-004-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-004-trans">
          <p>SECT. VII. Of Mixtures with Cider.
There is not any Liquor that hath leſs need of Mixtures than Cider, being of it ſelf ſo excellent, that any addition whatſoever maketh it leſs pleaſant: but being ſo neceſſary a Drink for the preſervation of health, and tending to Longaevity, it may be the moſt proper Vehicle to transfer the vertues of many Aromatick and Medicinal Drugs, Spices, Fruits, Flowers, Roots, &amp;c. into every part of man, beyond any other Liquor whatſoever.
With it may be made Juniper-Cider, by the addition of the Berries dried, ſix, eight, or ten to each Bottle in the bottling of it, or elſe a proportionable quantity in the Barrel: the taſte whereof is ſomewhat ſtrange, which by uſe will be much abated.
Ginger may be added with good ſucceſs, it making the Cider more briſk and lively than otherwiſe it would be.
Dried Roſemary may be added in the Veſſel, and doth not make it very unpleaſing.
Wormwood imbib'd therein, produceth the effect that it doth in Wine.
The Juice of Currants preſerv'd ſimply, without any Sugar or Water, a few of the cleer drops of it, tingeth and matureth early Cider, which to ſome might otherwiſe ſeem too luſcious.
The Juice of Rasberries preſerv'd, or the Wine thereof, gives an excellent tincture to this Liquor, and makes it very pleaſant, if the Cider be not too new or too luſcious.
For cooling Tinctures to Cider, the Juice of the Mulberry is to be preferr'd.
And next to that, the Juice of the Blackberry; both ripening about the time of making Cider.
Elder-berries are much commended by ſome to be preſſed amongſt your Apples, or the Juice of them added to your Cider.
The Clove-July-Flower dried and ſteep'd in Cider, gives it an excellent Tincture and Flavour.
Thus may the Vertues of any dried Flowers, Leaves, Roots, &amp;c. be extracted
and convey'd into our bodies by the moſt pleaſant Vehicle that can be obtained.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-004-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-004-orig">
          <p>Von Zusätzen zum Cider. Es gibt kein Getränk, das Zusätze weniger nötig hat als der Cider, denn er ist von sich aus so vortrefflich, dass jede Zugabe, welche auch immer, ihn weniger angenehm macht. Weil er aber ein so notwendiges Getränk zur Erhaltung der Gesundheit ist und zu einem langen Leben beiträgt, mag er der geeignetste Träger sein, um die Kräfte vieler aromatischer und arzneilicher Drogen, Gewürze, Früchte, Blüten, Wurzeln usw. in jeden Teil des Menschen zu bringen, mehr als jedes andere Getränk.</p>
          <p>Wacholder. Mit ihm lässt sich Wacholder-Cider machen, indem man die getrockneten Beeren zusetzt, sechs, acht oder zehn auf jede Flasche beim Abfüllen, oder sonst eine entsprechende Menge ins Fass. Der Geschmack ist etwas fremd, wird aber durch Gewöhnung viel schwächer.</p>
          <p>Ingwer. Ingwer kann mit gutem Erfolg zugesetzt werden, denn er macht den Cider spritziger und lebhafter, als er sonst wäre.</p>
          <p>Rosmarin und Wermut. Getrockneter Rosmarin kann ins Gefäß gegeben werden und macht ihn nicht sehr unangenehm. Wermut, darin eingeweicht, bewirkt dasselbe wie im Wein.</p>
          <p>Johannisbeere. Saft von Johannisbeeren, einfach eingemacht, ohne Zucker oder Wasser: Ein paar klare Tropfen davon färben jungen Cider, der manchem sonst zu süß erscheinen könnte, und lassen ihn reifen.</p>
          <p>Himbeere. Der eingemachte Saft von Himbeeren oder der Wein daraus gibt diesem Getränk eine vortreffliche Färbung und macht es sehr angenehm, sofern der Cider nicht zu neu oder zu süß ist.</p>
          <p>Maulbeere und Brombeere. Als kühlende Färbung für den Cider ist der Saft der Maulbeere vorzuziehen, gleich danach der Saft der Brombeere. Beide reifen etwa zu der Zeit, in der man Cider macht.</p>
          <p>Holunder. Manche empfehlen sehr, Holunderbeeren zusammen mit deinen Äpfeln zu pressen oder ihren Saft deinem Cider zuzusetzen.</p>
          <p>Gartennelke. Die Gartennelke, getrocknet und in Cider eingeweicht, gibt ihm eine vortreffliche Färbung und einen vortrefflichen Geschmack.</p>
          <p>So lassen sich die Kräfte beliebiger getrockneter Blüten, Blätter, Wurzeln usw. ausziehen und durch den angenehmsten Träger, den es gibt, in unseren Körper bringen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Cider">Cider</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the Berries dried, ſix, eight, or ten to each Bottle">Wacholderbeeren, getrocknet (sechs, acht oder zehn je Flasche)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="ginger" orig="Ginger" commodity="wikidata:Q15046077" source="#fyndling-ingredient-registry">Ingwer</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Dried Roſemary">Rosmarin, getrocknet</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wormwood" orig="Wormwood" commodity="wikidata:Q25686" source="#fyndling-ingredient-name">Wermut</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="The Juice of Currants preſerv'd ſimply, without any Sugar or Water">Johannisbeersaft, eingemacht, ohne Zucker und Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="The Juice of Rasberries preſerv'd, or the Wine thereof">Himbeersaft, eingemacht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the Juice of the Mulberry">Maulbeersaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the Juice of the Blackberry">Brombeersaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Elder-berries">Holunderbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="The Clove-July-Flower dried">Gartennelke, getrocknet</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-005">
        <head>Perry (Birnenmost) wie Cider bereiten</head>
        <div type="original" xml:id="wor-005-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-005-trans">
          <p>Beſides Cider, there are many other curious Drinks that may be prepared out of our Britiſh Fruits: As Perry, whereof there is a great quantity made yearly in ſeveral places of this Kingdom; and its operation ſo much like unto that of Cider, that we need ſay the leſs in this place.
Pears ſhould not be too mellow when they are ground, for then they are ſo pulpy, that they will not eaſily part with their Juice.
If Crabs be mixt with Pears in grinding, it very much improves the Perry; the proportion muſt be with diſcretion, according as the ſweetneſs of the Pear requires.
Perry, if well made, and of good Pears, will keep equally with Cider. The Boſbury-Pear is eſteemed the beſt to yield laſting Perry.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-005-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-005-orig">
          <p>Neben dem Cider gibt es noch viele andere erlesene Getränke, die sich aus unseren britischen Früchten bereiten lassen. Dazu gehört der Perry, von dem jedes Jahr an verschiedenen Orten dieses Königreichs eine große Menge gemacht wird. Seine Bereitung gleicht der des Ciders so sehr, dass wir an dieser Stelle weniger darüber sagen müssen.</p>
          <p>Die Birnen sollten nicht zu mürbe sein, wenn sie gemahlen werden, denn dann sind sie so breiig, dass sie ihren Saft nicht leicht hergeben.</p>
          <p>Mischt man beim Mahlen Holzäpfel unter die Birnen, verbessert das den Perry sehr. Das Verhältnis muss man mit Bedacht wählen, je nachdem, was die Süße der Birne erfordert.</p>
          <p>Perry hält sich, wenn er gut gemacht ist und aus guten Birnen stammt, ebenso lange wie Cider. Die Bosbury-Birne gilt als die beste, um einen haltbaren Perry zu liefern.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="pear" orig="Pears" commodity="wikidata:Q13099586" source="#fyndling-ingredient-name">Birnen (nicht zu mürbe)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Crabs">Holzäpfel (nach der Süße der Birnen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-006">
        <head>Wein aus englischen Trauben: Lese, Auslese und Auffüllen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-006-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-006-trans">
          <p>Although the Planting of Vineyards in this Iſland is not ſo much in uſe as in the more Southerly Countries, nor are our
ſeaſons ſo conſtant for the maturation of the Fruit of the Vine, as they are in Continents of the ſame Latitude; yet may we propagate this Plant to a good effect in ſome warm Scituations, and eſpecially on the ſides of Buildings, Walls, &amp;c. and where there are any ſtore of them, very good Wine may be made of the great plenty of their Liquor; and much better than any of the French Wines uſually imported here, in caſe caution and ſkill be uſed in its preparation.
When you perceive your Grapes to be plump and tranſparent, and the Seeds or Stones to come forth black and cleer, and not clammy, and the Stalks begin to wither, then gather them, for they cannot be over-ripe; neither will Rain or Froſt injure them, ſo that the weather be dry ſome time before gathering.
Cut them off from the Branches, and not pull them, and in the Moons decreaſe, preſerving them from bruiſes as much as you can.
Here in this cold Country they are ſeldom all of a ripeneſs, and the Stalks contain ſomething of crudity in them; therefore it would not be loſt labour to cull or ſeparate the more ripe from the leſs, and
from the Stalks, before you preſs out your Wine; by which means ſome have had Wine comparable with the beſt French Wines that are preſs'd from the Grapes promiſcuouſly; and this Wine thus made of ſelected Grapes, will laſt ſeveral years, as hath been experienced.
When your Wine is tunned, leave a part of the Veſſel void or empty, and ſtop it up cloſe immediately, and that very well, leſt it looſe its Spirits; which vacancie you may again ſupply after ten or twelve days with other Wine that hath been alſo fermented: which repletion muſt be reiterated as oft as there is occaſion.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-006-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-006-orig">
          <p>Obwohl das Anlegen von Weinbergen auf dieser Insel nicht so gebräuchlich ist wie in den südlicheren Ländern und unsere Jahreszeiten für die Reifung der Frucht des Weinstocks nicht so beständig sind wie auf den Festländern gleicher Breite, können wir diese Pflanze doch mit gutem Erfolg in manchen warmen Lagen ziehen, besonders an den Seiten von Gebäuden, an Mauern und dergleichen. Wo es eine Menge davon gibt, lässt sich aus der großen Fülle ihres Saftes sehr guter Wein machen, und zwar viel besser als jeder der französischen Weine, die gewöhnlich hier eingeführt werden, sofern man bei der Bereitung mit Vorsicht und Geschick vorgeht.</p>
          <p>Wenn du siehst, dass deine Trauben prall und durchscheinend sind, die Kerne schwarz und rein herauskommen und nicht klebrig sind und die Stiele zu welken beginnen, dann lies sie, denn überreif können sie nicht werden. Auch Regen oder Frost schaden ihnen nicht, sofern das Wetter einige Zeit vor der Lese trocken ist.</p>
          <p>Schneide sie von den Zweigen ab, statt sie abzureißen, und zwar bei abnehmendem Mond, und bewahre sie, so gut du kannst, vor Druckstellen.</p>
          <p>Hier in diesem kalten Land sind sie selten alle gleich reif, und die Stiele haben etwas Rohes an sich. Darum wäre es keine verlorene Mühe, die reiferen von den weniger reifen und von den Stielen auszulesen oder zu trennen, bevor du deinen Wein auspresst. Auf diese Weise haben manche einen Wein bekommen, der sich mit den besten französischen Weinen messen kann, die ohne Unterschied aus den Trauben gepresst werden. Und dieser so aus ausgelesenen Trauben gemachte Wein hält sich mehrere Jahre, wie die Erfahrung gezeigt hat.</p>
          <p>Wenn dein Wein ins Fass gefüllt ist, lass einen Teil des Fasses leer und verschließe es sofort dicht, und zwar sehr gut, damit er seine Geister nicht verliert. Diesen leeren Raum kannst du nach zehn oder zwölf Tagen wieder mit anderem Wein auffüllen, der ebenfalls vergoren ist. Dieses Auffüllen muss so oft wiederholt werden, wie es nötig ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Grapes">Weintrauben, reif</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="other Wine that hath been alſo fermented">Wein, vergoren (zum Auffüllen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-007">
        <head>Claret (heller Rotwein): Maische im Most stehen lassen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-007-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-007-trans">
          <p>If you intend to make Claret, you muſt let your Murc or Chaff abide in the Muſt ſix or eight days, or as you will have it, more or leſs, ruff or tinctured, before you preſs it out; but in the interim be ſure to cover your Vat cloſe.
North-winds are reported to be very bad for the ſowring of Wines; therefore be careful to keep them from it.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-007-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-007-orig">
          <p>Wenn du Claret machen willst, musst du deine Maische sechs oder acht Tage im Most liegen lassen, oder mehr oder weniger, wie du ihn haben willst, herb oder gefärbt, bevor du sie auspresst. In der Zwischenzeit achte aber darauf, deinen Gärbottich dicht abzudecken.</p>
          <p>Nordwinde sollen sehr schlimm sein, weil sie die Weine sauer werden lassen. Achte deshalb darauf, sie vom Wein fernzuhalten.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Murc or Chaff">Maische (die Traubenmasse vor dem Pressen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="fruit juice" orig="Muſt" commodity="wikidata:Q20932605" source="#fyndling-ingredient-name">Traubenmost</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-008">
        <head>Wein klären mit Buchenspänen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-008-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-008-trans">
          <p>To purifie Wine, take the thin Shavings or Planings of Beech, the Rinde being peel'd off, and boyl them in water to abate the rankneſs of them; then dry them throughly; and with theſe may you purifie Wine:
about a peck will ſerve a Hogſhead; which Chips will ſerve often times, being waſhed, dried, and preſerved.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-008-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-008-orig">
          <p>Um Wein zu klären, nimm die dünnen Späne oder Hobelspäne von Buchenholz, die Rinde abgeschält, und koche sie in Wasser, um ihren strengen Geruch zu mildern. Dann trockne sie gründlich. Mit diesen Spänen kannst du Wein klären.</p>
          <p>Etwa ein Peck reicht für ein Hogshead. Diese Späne lassen sich oft wieder verwenden, wenn sie gewaschen, getrocknet und aufbewahrt werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="the thin Shavings or Planings of Beech, the Rinde being peel'd off">Buchenholzspäne, dünn, ohne Rinde (etwa 1 Peck auf ein Hogshead)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="water">Wasser zum Auskochen der Späne</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wine" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein, ein Hogshead</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-009">
        <head>Traubenwein verbessern und haltbar machen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-009-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-009-trans">
          <p>Some meliorate their Wine by preſſing Raiſons of the Sun with the Grapes a little plumped before-hand, or by boyling half the Muſt an hour together, ſcumming it, and adding it hot to the other half: this meliorates that half that is boyled, and cauſeth a fermentation in the other; but this is left to farther experience.
With well-ripened Grapes, diligent ſorting them, eaſie preſſure, and well purifying and preſerving its Juice, Wine may here be made in goodneſs and duration equal to the beſt and moſt Southerly French Wines that are uſually imported hither, as hath been divers times experienced for ſeveral years ſucceſſively, by one that hath produced excellent Wine of ſeveral years preſerving.
For againſt a Wall Grapes will ripen very well in moſt years, and the beſt of them ſeparated from the more immature, and from the Stalks, yield a luſcious Juice; and thoſe gently bruiſed yield a thin Muſt that hath of it ſelf but little of the flying Lee in it; and that alſo being precipitated or taken off, the Wine will not be ſo apt
to ferment; which is the principal cauſe of its ſudden decaying. This Wine preſerv'd in your Refrigeratoty, will continue good for ſeveral years; its Spirits thereby multiplying and heightning, that makes it equal to thoſe Wines that received a far greater degree of maturation in their Fruit more expoſed to the perpendicular Beams of the Sun.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-009-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-009-orig">
          <p>Manche verbessern ihren Wein, indem sie sonnengetrocknete Rosinen, vorher ein wenig aufgequollen, mit den Trauben pressen, oder indem sie die Hälfte des Mostes eine Stunde lang kochen, abschäumen und heiß zur anderen Hälfte geben. Das verbessert die gekochte Hälfte und bringt in der anderen eine Gärung hervor. Doch das bleibt weiterer Erfahrung überlassen.</p>
          <p>Mit gut ausgereiften Trauben, sorgfältigem Verlesen, sanftem Pressen und gutem Klären und Bewahren seines Saftes kann man hierzulande Wein machen, der in Güte und Haltbarkeit den besten und südlichsten französischen Weinen gleichkommt, die gewöhnlich hierher eingeführt werden. Das ist mehrmals und mehrere Jahre hintereinander erprobt worden, und zwar von einem, der ausgezeichneten Wein gemacht hat, der sich mehrere Jahre hielt.</p>
          <p>Denn an einer Mauer reifen Trauben in den meisten Jahren sehr gut, und die besten davon, von den unreiferen und von den Stielen getrennt, geben einen süßen, schweren Saft. Werden sie behutsam gequetscht, geben sie einen dünnen Most, der von sich aus nur wenig Schwebetrub enthält. Wird auch dieser niedergeschlagen oder abgenommen, so neigt der Wein weniger zum Gären, und das ist die Hauptursache seines raschen Verderbens. Bewahrst du diesen Wein in deinem Kühlkeller, so bleibt er mehrere Jahre gut. Seine Geister vermehren und steigern sich dabei, und das macht ihn jenen Weinen gleich, deren Frucht, den senkrechten Sonnenstrahlen stärker ausgesetzt, einen weit höheren Reifegrad erlangt hat.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Grapes">Trauben, gut ausgereift (an der Mauer gereift)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Raiſons of the Sun">Rosinen, sonnengetrocknet, vorher aufgequollen (optional, zum Mitpressen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-010">
        <head>Kirschwein mit Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="wor-010-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-010-trans">
          <p>There is ſcarce any Fruit more eaſily propagated than the Cherry, nor any Fruit that bears more conſtantly and plentifully: that is a tall and Orchard-Tree, the Fruit whereof yields a fine acid pleaſant Juice, and mix'd with the more fat and luſcious Wines of Spain, make a very good Wine, by the addition of Sugar whereby to preſerve it.
Or the Juice it ſelf, gently preſſed from the Fruit, may, by a convenient addition of Sugar, make a very pleaſant Wine, and durable, if boyled together; but in the boyling caution muſt be had, leſt it attract ſome ill ſavour from the Veſſel.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-010-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-010-orig">
          <p>Es gibt kaum eine Frucht, die sich leichter vermehren lässt als die Kirsche, und keine, die beständiger und reichlicher trägt. Sie ist ein hoher Baum, ein Baum für den Obstgarten, und ihre Frucht gibt einen feinen, säuerlichen, angenehmen Saft. Mit den schwereren und süßeren Weinen Spaniens vermischt, ergibt er einen sehr guten Wein, wenn man Zucker zusetzt, um ihn haltbar zu machen.</p>
          <p>Oder der Saft allein, sanft aus der Frucht gepresst, kann mit einer angemessenen Zugabe von Zucker einen sehr angenehmen Wein ergeben, und einen haltbaren, wenn man beides zusammen kocht. Beim Kochen aber muss man achtgeben, dass er keinen üblen Geschmack aus dem Gefäß zieht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="cherry" orig="the Cherry" commodity="wikidata:Q196" source="#fyndling-ingredient-name">Kirschen (der Saft, sanft gepresst)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the more fat and luſcious Wines of Spain">Spanischer Süßwein, schwer (nur für den Verschnitt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Sugar" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-011">
        <head>Pflaumenwein</head>
        <div type="original" xml:id="wor-011-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-011-trans">
          <p>This Fruit is alſo eaſie of Propagation, and no doubt but ſome of the more juicie ſort of them, eſpecially the Damſin, would yield an excellent Liquor, but ſcarcely durable unleſs boyl'd with Sugar, and well
purifi'd, or elſe the Sugar boyl'd beforehand in water, and then added: the Juice of the Plum being of a thick ſubſtance, will eaſily bear dilution. This is eaſily experimented where Plums are in great plenty.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-011-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-011-orig">
          <p>Auch diese Frucht lässt sich leicht vermehren, und ohne Zweifel würden einige der saftigeren Sorten, vor allem die Damaszenerpflaume, einen vortrefflichen Trank ergeben. Er wäre aber kaum haltbar, wenn man ihn nicht mit Zucker kocht und gut klärt, oder aber man kocht den Zucker vorher in Wasser und gibt ihn dann hinzu: Der Saft der Pflaume ist von dicker Beschaffenheit und verträgt darum leicht eine Verdünnung.</p>
          <p>Das lässt sich leicht erproben, wo es Pflaumen in großer Menge gibt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="the Juice of the Plum">Pflaumensaft (saftige Sorten, vor allem Damaszenerpflaumen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Sugar" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser (nur beim zweiten Weg)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-012">
        <head>Johannisbeerwein aus spät gelesenen Beeren</head>
        <div type="original" xml:id="wor-012-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-012-trans">
          <p>The Red Dutch-Currant, or Corinth, yields a very rich and well-coloured Juice, which if ſuffered to hang on the Trees ſix or ſeven weeks after they are red, will yield a Vinous Liquor, which is to be diluted with an equal quantity of water boyled with refined Sugar, about the proportion of one pound to a gallon of your Wine (when mixt with the water) and after the Water and Sugar ſo boyled together is cold, then mix it with the Juice of the Currants, and purifie it with Iſinglaſs diſſolv'd in part of the ſame Liquor, or in Whitewine, as is before directed for the purifying of Cider, after the rate of an ounce to eight or ten Gallons; but boyl it not in a Braſs Veſſel, for the reaſons before-mentioned. This will raiſe a Scum on it of a great thickneſs, and leave your Wine indifferent clear, which you may draw out either at a Tap, or by your Siphon, into a Barrel, where it will finiſh its Fermentation, and in three weeks or a Month become ſo
pure and limpid, that you may Bottle it with a piece of Loaf-Sugar in each Bottle, in bigneſs according to your diſcretion; which will not only abate its quick acidity that it may as yet retain, but make it briſk and lively.
At the time you Bottle it, and for ſome time after, it will taſte a little ſweet-ſowre, from the Sugar, and from the Currant; but after it hath ſtood in the Bottles ſix or eight weeks, it will be ſo well united, that it will be a delicate, Palatable, rich Wine, tranſparent as the Ruby, of a full Body, and in a Refrigeratory very durable; and the longer you keep it, the more Vinous will your Liquor be.
By the letting your Currants hang on the Trees until they are through ripe, which is long after they are become red, digeſts and matures their Juice, that it needs not that large addition of Sugar, that otherwiſe it would do, in caſe the Fruit had been gathered when they firſt ſeem'd to be ripe, as is vulgarly uſed, and the common Receipts direct. Alſo it makes the Liquor more ſpirituous and Vinous, and more capable of duration, than otherwiſe it would be, if the Fruit had not received ſo great a ſhare of the Sun.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-012-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-012-orig">
          <p>Die rote holländische Johannisbeere, auch Corinth genannt, gibt einen sehr reichen und gut gefärbten Saft. Lässt man die Beeren nach dem Rotwerden noch sechs oder sieben Wochen an den Sträuchern hängen, so gibt er eine weinige Flüssigkeit. Diese wird mit der gleichen Menge Wasser verdünnt, das mit raffiniertem Zucker gekocht wurde, etwa im Verhältnis von einem Pfund auf eine Gallone deines Weines, wenn er mit dem Wasser vermischt ist. Sobald Wasser und Zucker, so zusammen gekocht, erkaltet sind, mische sie mit dem Saft der Johannisbeeren.</p>
          <p>Kläre ihn dann mit Hausenblase, aufgelöst in einem Teil derselben Flüssigkeit oder in Weißwein, so wie es vorher für das Klären des Ciders angegeben ist, und zwar im Maß von einer Unze auf acht oder zehn Gallonen. Koche es aber nicht in einem Messinggefäß, aus den vorher genannten Gründen. Das treibt einen Schaum von großer Dicke auf und lässt deinen Wein ziemlich klar zurück. Den kannst du entweder am Zapfen oder mit deinem Heber in ein Fass abziehen, wo er seine Gärung vollendet und in drei Wochen oder einem Monat so rein und klar wird, dass du ihn auf Flaschen ziehen kannst, mit einem Stück Hutzucker in jeder Flasche, so groß, wie du es für richtig hältst. Das mildert nicht nur die scharfe Säure, die er bis dahin noch haben mag, sondern macht ihn auch lebhaft und spritzig.</p>
          <p>Beim Abfüllen und noch einige Zeit danach schmeckt er ein wenig süßsauer, vom Zucker und von der Johannisbeere. Hat er aber sechs oder acht Wochen in den Flaschen gestanden, ist er so gut verbunden, dass er ein feiner, wohlschmeckender, reicher Wein ist, durchsichtig wie der Rubin, von vollem Körper und im Kühlkeller sehr haltbar. Je länger du ihn aufbewahrst, desto weiniger wird dein Getränk.</p>
          <p>Dass du die Johannisbeeren am Strauch hängen lässt, bis sie durch und durch reif sind, was lange nach dem Rotwerden ist, verdaut und reift ihren Saft, sodass er nicht jenen großen Zuckerzusatz braucht, den er sonst bräuchte, wenn die Früchte gepflückt worden wären, sobald sie zuerst reif schienen, wie es gemeinhin geschieht und die gängigen Rezepte vorschreiben. Auch macht es das Getränk geistiger und weiniger und haltbarer, als es sonst wäre, wenn die Frucht nicht so großen Anteil an der Sonne bekommen hätte.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="the Juice of the Currants">Saft roter Johannisbeeren, spät gelesen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="an equal quantity of water">Wasser, gleiche Menge wie der Saft</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="refined Sugar, about the proportion of one pound to a gallon">Zucker, raffiniert (auf die Gallone der Mischung)</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient en="isinglass" orig="Iſinglaſs diſſolv'd in part of the ſame Liquor" commodity="wikidata:Q1255331" source="#fyndling-ingredient-name">Hausenblase (auf acht oder zehn Gallonen)</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Whitewine" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißwein (wahlweise, zum Auflösen der Hausenblase)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="a piece of Loaf-Sugar in each Bottle">Hutzucker, ein Stück je Flasche (Größe nach Ermessen)</ingredient> - 1 Stück</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-013">
        <head>Stachelbeerwein</head>
        <div type="original" xml:id="wor-013-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-013-trans">
          <p>The Goosberry-Tree being one of the greateſt Fruit-bearing Shrubs, yields a pleaſant Fruit, which although ſomewhat luſcious, yet by reaſon of its groſs Lee, whereof it is full, it is apt to become acid, unleſs a proportion of Water ſweetned with Sugar (but not with ſo much as the other acid-Liquors) be added unto it; this Liquor of any other will not bear a decoction becauſe it will debaſe its colour from a Wine colour to a brown not pleaſant in Whitiſh Wines or Liquors.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-013-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-013-orig">
          <p>Der Stachelbeerstrauch gehört zu den größten fruchttragenden Sträuchern und gibt eine angenehme Frucht. Sie ist zwar etwas süßlich, wird aber wegen des groben Trubs, von dem sie voll ist, leicht sauer, wenn man nicht einen Anteil Wasser zugibt, der mit Zucker gesüßt ist - allerdings nicht mit so viel wie bei den anderen sauren Säften.</p>
          <p>Dieser Saft verträgt mehr als jeder andere kein Abkochen, weil es seine Farbe verschlechtert: Aus einer Weinfarbe wird ein Braun, das bei weißlichen Weinen oder Getränken unschön ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Goosberry-Tree">Stachelbeeren (Saft)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Sugar" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-014">
        <head>Himbeerwein mit gekochtem Zuckerwasser</head>
        <div type="original" xml:id="wor-014-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-014-trans">
          <p>There is no Shrub yields a more pleaſant Fruit than the Rasberry-Tree, which is rather a Weed than a Tree, never living two years together above-ground. Nor is there any Fruit that yields a ſweeter and more pleaſant Juice than this, which being extracted ſerves not only to add a flavour to moſt other Wines or Liquors, but by a ſmall addition of Water and Sugar boyl'd together, and when cold, added to this Juice, and purified makes one of the moſt pleaſant drinks in the World.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-014-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-014-orig">
          <p>Kein Strauch trägt eine angenehmere Frucht als die Himbeerstaude, die eher ein Unkraut ist als ein Baum und nie zwei Jahre hintereinander über der Erde lebt. Auch gibt keine Frucht einen süßeren und angenehmeren Saft als diese.</p>
          <p>Einmal gewonnen, dient dieser Saft nicht nur dazu, den meisten anderen Weinen oder Getränken Geschmack zu geben. Mit einem kleinen Zusatz von Wasser und Zucker, die zusammen gekocht und, wenn sie kalt sind, zu diesem Saft gegeben werden, und dann geklärt, ergibt er eines der angenehmsten Getränke der Welt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rasberry">Himbeersaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser (ein kleiner Zusatz, mit dem Zucker gekocht)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="unrefined cane sugar" orig="Sugar" commodity="wikidata:Q57656231" source="#fyndling-ingredient-name">Zucker (mit dem Wasser gekocht)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-015">
        <head>Früchte und Blüten in Wein angesetzt: Aprikose, Gartennelke, Pfirsich</head>
        <div type="original" xml:id="wor-015-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-015-trans">
          <p>Having given you a taſte of moſt Wines made by preſſure of the Juices out of the Fruits. You may alſo divert your ſelf with the blood of the Grape or any other of the before-mentioned Limpid Liquors,
ting'd with the flavour and ſpirituous haut-guſt of other Fruits that cannot ſo eaſily and liberally afford you their Juices. As of the Apricock, which ſteep'd in Wine, gives the very taſte of the Fruit; alſo Clove-July-Flowers, or other ſweet-ſented Flowers doth the like. You may alſo make experiment of ſome ſorts of Peaches, Nectorines, &amp;c. what effect they will have upon thoſe ſorts of drinks.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-015-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-015-orig">
          <p>Nachdem ich dir eine Kostprobe der meisten Weine gegeben habe, die man durch Auspressen der Säfte aus den Früchten macht: Du kannst dich auch mit dem Blut der Traube oder einem der anderen zuvor genannten klaren Getränke vergnügen, getönt mit dem Geschmack und dem geistigen Hochgeschmack anderer Früchte, die dir ihre Säfte nicht so leicht und reichlich hergeben.</p>
          <p>So die Aprikose, die, in Wein eingeweicht, genau den Geschmack der Frucht abgibt; ebenso tun es Gartennelken oder andere süß duftende Blumen. Du kannst auch an einigen Sorten von Pfirsichen, Nektarinen und dergleichen erproben, welche Wirkung sie auf diese Arten von Getränken haben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="Wine" commodity="wikidata:Q282" source="#corema-ingredient-index">Wein (oder ein anderes der zuvor beschriebenen klaren Getränke)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Apricock">Aprikosen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Clove-July-Flowers">Gartennelkenblüten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="other ſweet-ſented Flowers">andere süß duftende Blüten</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="peach" orig="ſome ſorts of Peaches" commodity="wikidata:Q13411121" source="#fyndling-ingredient-name">Pfirsiche (einige Sorten)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Nectorines">Nektarinen</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-016">
        <head>Himbeer-Met der Schweden und Russen zum baldigen Trinken</head>
        <div type="original" xml:id="wor-016-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-016-trans">
          <p>In Swedeland, Muſcovia, Ruſſia, and as far as the Caſpian Sea, they make great ſtore of this Drink, and Meth, which is a ſmaller ſort of it, made of the worſt Honey, and of the refuſe of all the reſt.
This Metheglin or Hydromel, they prefer in thoſe cold Countries before any other Drinks, preparing it diverſly to pleaſe their Palates; The beſt receipt whereof that I have obſerved to be made by them is thus.
They take Rasberries which grow plentifully in thoſe parts, and put them into fair Water, for two or three Nights (I ſuppoſe they bruiſe them firſt) that the Water may extract their taſte and colour. Into this Water they put of the pureſt Honey, in proportion about one pound of Honey to three or four of Water; according as they would have it ſtronger or ſmaller. Then to give it a fermentation, they put a Toſt into it dipp'd in the Dregs or Grounds of Beer;
which when it hath ſet the Metheglin at work, they take out again, to prevent any ill Savour it may give; if they deſire to ferment it long, they ſet in a warm place; which when they pleaſe to hinder or ſtop, they remove it into a cool place; after it hath done fermenting, they draw it off the Lee for preſent uſe; to add to its excellency, they hang in it a little bagg wherein is Cinamon, Grains of Paradice, and a few Cloves. This may do very well for preſent drinking.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-016-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-016-orig">
          <p>In Schweden, Moskowien, Russland und bis hin zum Kaspischen Meer machen sie große Mengen dieses Getränks, dazu den Meth, eine schwächere Sorte davon, gemacht aus dem schlechtesten Honig und aus dem Abfall von allem Übrigen.</p>
          <p>Diesen Metheglin oder Hydromel ziehen sie in jenen kalten Ländern allen anderen Getränken vor und bereiten ihn auf mancherlei Weise zu, um ihrem Gaumen zu gefallen. Das beste Rezept, nach dem ich ihn bei ihnen habe machen sehen, ist dieses.</p>
          <p>Sie nehmen Himbeeren, die in jenen Gegenden reichlich wachsen, und legen sie für zwei oder drei Nächte in reines Wasser - ich vermute, sie zerquetschen sie zuerst -, damit das Wasser ihren Geschmack und ihre Farbe auszieht. In dieses Wasser geben sie vom reinsten Honig, im Verhältnis von etwa einem Pfund Honig auf drei oder vier Pfund Wasser, je nachdem, ob sie ihn stärker oder schwächer haben wollen.</p>
          <p>Um ihn dann in Gärung zu bringen, legen sie ein Röstbrot hinein, das in die Hefe oder den Bodensatz von Bier getaucht ist. Sobald es den Metheglin in Gärung gebracht hat, nehmen sie es wieder heraus, damit es ihm keinen üblen Geschmack gibt. Wollen sie ihn lange gären lassen, stellen sie ihn an einen warmen Ort; wollen sie die Gärung hemmen oder anhalten, bringen sie ihn an einen kühlen Ort. Hat er ausgegoren, ziehen sie ihn für den baldigen Gebrauch vom Hefesatz ab. Um ihn noch vortrefflicher zu machen, hängen sie ein kleines Beutelchen hinein, in dem Zimt, Paradieskörner und ein paar Gewürznelken sind. Das mag zum baldigen Trinken sehr gut taugen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rasberries">Himbeeren</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="fair Water">Wasser, rein (drei oder vier Pfund auf ein Pfund Honig)</ingredient> - Pfund</item>
            <item><ingredient orig="the pureſt Honey">Honig, vom reinsten</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item><ingredient orig="a Toſt into it dipp'd in the Dregs or Grounds of Beer">Röstbrot, in Bierhefe getaucht</ingredient> - 1 Scheibe</item>
            <item>
              <ingredient en="cinnamon" orig="Cinamon" commodity="wikidata:Q28165" source="#corema-ingredient-index">Zimt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="grain of paradise" orig="Grains of Paradice" commodity="wikidata:Q1503476" source="#fyndling-ingredient-registry">Paradieskörner</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="clove" orig="a few Cloves" commodity="wikidata:Q15622897" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürznelken</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-017">
        <head>Himbeer-Metheglin zum Lagern</head>
        <div type="original" xml:id="wor-017-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-017-trans">
          <p>But if you would make your Metheglin of the ſame ingredients, and to be kept (time meliorating any ſort of Drinks) you may preſerve your Juice of Rasberries at their proper ſeaſon. And when you make your Metheglin, decoct your Honey and Water together, and when it is cold, then add your Juice of Rasberries which was before prepared to keep, and purify your Metheglin by the means before preſcrib'd, or ferment it, either by a Toſt dipped in Yeſt, or by putting a ſpoonful of Yeſt unto it, to which you may add the little bag of Spices before mentioned. Then let it ſtand about a Month to be thorowly purified, and then bottle it, and preſerve it for uſe, and it may in time become a curious Drink.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-017-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-017-orig">
          <p>Willst du aber deinen Metheglin aus denselben Zutaten machen und ihn aufbewahren - denn die Zeit verbessert jede Art von Getränken -, so kannst du deinen Himbeersaft zur rechten Jahreszeit der Himbeeren haltbar machen.</p>
          <p>Wenn du dann deinen Metheglin bereitest, koche deinen Honig und das Wasser zusammen ab. Ist es erkaltet, gib deinen Himbeersaft dazu, den du zuvor haltbar gemacht hast, und kläre deinen Metheglin mit den zuvor vorgeschriebenen Mitteln. Oder bringe ihn in Gärung, entweder mit einem in Hefe getauchten Röstbrot oder indem du einen Löffel Hefe hineingibst. Dazu kannst du das zuvor erwähnte Beutelchen mit Gewürzen geben.</p>
          <p>Dann lass ihn etwa einen Monat stehen, damit er gründlich geklärt wird, fülle ihn danach in Flaschen und bewahre ihn für den Gebrauch auf. Mit der Zeit kann er ein erlesenes Getränk werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="honey" orig="Honey" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="Water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Juice of Rasberries which was before prepared to keep">Himbeersaft, zur Himbeerzeit haltbar gemacht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a ſpoonful of Yeſt">Hefe (ein Löffel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the little bag of Spices before mentioned">Gewürzbeutelchen (Zimt, Paradieskörner, einige Gewürznelken, wie beim Met davor)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-018">
        <head>Met mit Himbeer-Branntwein und anderen Fruchtsäften</head>
        <div type="original" xml:id="wor-018-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-018-trans">
          <p>They alſo ſteep Rasberries in Aqua-Vitae twenty-four hours, and adde that to their Hydromel; which is a great amendment of it.
The ſame people alſo extract the Juices of Strawberries, Mulberries, and Cherries, and make the ſame uſe of them in their Hydromel, as they did of the Rasberries.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-018-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-018-orig">
          <p>Sie weichen auch Himbeeren vierundzwanzig Stunden lang in Branntwein ein und geben das zu ihrem Hydromel; das ist eine große Verbesserung desselben.</p>
          <p>Dieselben Leute gewinnen auch die Säfte von Erdbeeren, Maulbeeren und Kirschen und verwenden sie in ihrem Hydromel ebenso, wie sie es mit den Himbeeren getan haben.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Rasberries">Himbeeren</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="brandy" orig="Aqua-Vitae" commodity="wikidata:Q146470" source="#fyndling-ingredient-name">Branntwein</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Hydromel">Met</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Strawberries">Erdbeersaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Mulberries">Maulbeersaft</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Cherries">Kirschsaft</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-019">
        <head>Metheglin mit Eiprobe und grob gestoßenen Gewürzen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-019-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-019-trans">
          <p>Many Receipts are handed from one to another, for the making of Metheglin or Hydromel, wherein are ſeveral green Vegetables preſcribed to be uſed, as Sweet-Bryar-Leaves, Thyme, Roſemary, &amp;c. which are not to be uſed green, by them that intend to make a quick, brisk and lively Drink; green and crude herbs dulling and flatning the Spirits of the Liquor to which they are added, as you will finde if you adde green Hops inſtead of dry to your Beer: neither will any green herb yield its vertue ſo eaſily as when dry. But Spices and Aromatick herbs are very neceſſary to adde a flavour to the Metheglin, and abate its too luſcious taſte.
It is uſually alſo directed, that the Metheglin when boyling, ſhould be ſcummed, to take off the filth that ariſeth from it in the decoction: which is not
ſo neceſſary as it is pretended to be; for that ſcum remaining behind, will be of uſe, and a help to its fermentation, and makes the Liquor afterwards to become the more limpid; and doth not unite again with it, as is vulgarly believed, it being a Maxime in Philoſophy, that Feces once ſeparated, will never re-unite.
So that if you take Honey, Live-Honey, that naturally runs from the Combs, (and that from Swarms of the ſame year is the beſt) &amp; adde ſo much Honey to clear Spring-Water, that when the Honey is diſſolved thorowly, an Egg will not ſink to the bottome, but eaſily ſwim up and down in it; Then boyl this Liquor in a Braſs, or rather Copper Veſſel, for about an hour or more; and by that time the Egg will ſwim above the Liquor, about the breadth of a Groat, then let it cool; the next morning you may barrel it up, adding to the proportion of fifteen Gallons an ounce of Ginger, half an ounce of Cinamou, Cloves and Mace of each an ounce, all groſly beaten, for if you beat it fine, it will always float in your Metheglin, and make it foul; and if you put it in whilſt it is hot, the Spices will loſe their Spirits. You may alſo if you pleaſe adde a little ſpoonful of Yeſt at the Bunghole
to encreaſe its fermentation, but let it not ſtand too cold at the firſt, that being a principal impediment to its fermentation; as ſoon as it hath done working, ſtop it up cloſe, and let it ſtand for a Month, then draw it into Bottles, which if ſet in a Refrigeratory, as before was directed for Cider, it will become a moſt pleaſant Vinous Drink, dayly looſing its luſcious taſte; the longer it is kept, the better it will be.
By the ſloating of the Egg you may judg of its ſtrength, and you may make it more or leſs ſtrong as you pleaſe by adding of more Honey, or more Water.
By long boyling it is made more pleaſant and more durable.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-019-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-019-orig">
          <p>Viele Rezepte für Metheglin oder Hydromel werden von einem zum anderen weitergereicht. Darin sind etliche grüne Gewächse vorgeschrieben, etwa Weinrosenblätter, Thymian, Rosmarin usw. Diese darf man nicht grün verwenden, wenn man ein lebendiges, frisches und munteres Getränk bereiten will. Denn grüne und rohe Kräuter machen die Geister der Flüssigkeit, der sie zugesetzt werden, stumpf und schal. Das wirst du feststellen, wenn du deinem Bier grünen statt trockenen Hopfen zugibst. Auch gibt kein grünes Kraut seine Kraft so leicht ab wie ein getrocknetes. Gewürze und aromatische Kräuter aber sind sehr nötig, um dem Metheglin Geschmack zu geben und seinen allzu süßen Geschmack zu mildern.</p>
          <p>Gewöhnlich wird auch angewiesen, den Metheglin beim Kochen abzuschäumen, um den Schmutz abzunehmen, der beim Sieden aus ihm aufsteigt. Das ist nicht so nötig, wie behauptet wird. Denn der zurückbleibende Schaum ist von Nutzen, hilft der Gärung und macht das Getränk hernach umso klarer. Er verbindet sich auch nicht wieder mit ihm, wie man gemeinhin glaubt; denn es ist ein Grundsatz der Philosophie, dass Trub, einmal abgesondert, sich nie wieder vereinigt.</p>
          <p>Nimm also Honig, und zwar Jungfernhonig, der von selbst aus den Waben läuft - der von Schwärmen desselben Jahres ist der beste -, und gib so viel Honig in klares Quellwasser, dass ein Ei, wenn der Honig ganz aufgelöst ist, nicht auf den Boden sinkt, sondern leicht darin auf und ab schwimmt. Dann koche diese Flüssigkeit in einem Messing- oder besser in einem Kupfergefäß etwa eine Stunde oder länger. Bis dahin wird das Ei oben auf der Flüssigkeit schwimmen, etwa in der Breite eines Groat. Dann lass sie abkühlen.</p>
          <p>Am nächsten Morgen kannst du sie auf das Fass füllen. Gib dabei auf fünfzehn Gallonen eine Unze Ingwer, eine halbe Unze Zimt und von Nelken und Muskatblüte je eine Unze dazu, alles grob gestoßen. Denn stößt du es fein, schwimmt es immer in deinem Metheglin und macht ihn trüb; und gibst du es hinein, solange er noch heiß ist, verlieren die Gewürze ihre Geister.</p>
          <p>Wenn du willst, kannst du auch einen kleinen Löffel Hefe am Spundloch zugeben, um seine Gärung zu verstärken. Lass ihn aber am Anfang nicht zu kalt stehen, denn das ist ein Haupthindernis für seine Gärung. Sobald er zu gären aufgehört hat, verschließe ihn dicht und lass ihn einen Monat stehen. Dann zieh ihn auf Flaschen. Stellst du diese in einen Kühlkeller, wie es oben für den Cider angegeben ist, wird er ein überaus angenehmes, weinartiges Getränk, das täglich seinen allzu süßen Geschmack verliert. Je länger er aufbewahrt wird, desto besser wird er.</p>
          <p>Am Schwimmen des Eis kannst du seine Stärke beurteilen, und du kannst ihn nach Belieben stärker oder schwächer machen, indem du mehr Honig oder mehr Wasser zugibst.</p>
          <p>Durch langes Kochen wird er angenehmer und haltbarer.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Honey, Live-Honey, that naturally runs from the Combs">Jungfernhonig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="clear Spring-Water">Quellwasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="chicken egg" orig="an Egg" commodity="wikidata:Q15260613" source="#fyndling-ingredient-registry">Ei</ingredient> - 1 Stück</item>
            <item><ingredient orig="an ounce of Ginger">Ingwer, grob gestoßen</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item><ingredient orig="half an ounce of Cinamou">Zimt, grob gestoßen</ingredient> - 0.5 ounce</item>
            <item><ingredient orig="Cloves">Gewürznelken, grob gestoßen</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item><ingredient orig="Mace of each an ounce">Muskatblüte, grob gestoßen</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item>
              <ingredient orig="a little ſpoonful of Yeſt">Hefe (nach Belieben)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-020">
        <head>Birkenwein mit Zucker</head>
        <div type="original" xml:id="wor-020-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-020-trans">
          <p>As well in theſe Northern parts of Europe, as in many places of Aſia, and Africa, may we extract the Blood of Trees themſelves, and make them drinkable. The delicacy of our Liquors made of Fruits and Grains, very much abates the eager proſecution of ſuch deſignes, yet the pleaſantneſs and ſalubrity of the Blood of ſeveral Trees, have given encouragement, to ſome Virtuoſi, to beſtow their labour and ſkill on them, and not in vain, The Sycomore and Wallnut-Trees are ſaid to yield excelle at Juice, but we in England have not had ſo
great experience in any, as in that of the Birch-tree.
Which may be extracted in very great quantities where thoſe Trees are plenty, many Gallons in a day may be gathered from the Boughs of the Tree by cutting them of leaving their ends fit to go into the mouths of the Bottles, and ſo by hanging many Bottles on ſeveral Boughs, the Liquor will diſtil into them very plentifully.
The ſeaſon for this work, is from the end of February to the end of March, whilſt the Sap riſes, and before the Leaves ſhoot out from the Tree; for when the Spring is forward and the Leaves begin to appear, the Juice, by a long digeſtion in the Branch, grows thick and coloured, which before was thin and limpid. The Sap alſo diſtils not in cold weather, whilſt the North and Eaſt-winds blow, nor in the night time, but very well and freely when the South or Weſt-winds blow, or the Sun ſhine warm.
That Liquor is beſt that proceeds from the Branches, having had a longer time in the Tree, and thereby better digeſted and acquiring more of its flavour, than if it had been extracted from the Trunk.
Thus may many Hogſheads ſoon be obtain'd: Poor people will (where Trees are plenty) draw it for two pence or three pence the Gallon. To every Gallon whereof, adde a pound of refined Sugar, and boyl it about a quarter or half an hour; then ſet it to cool, and adde a very little Yeſt to it, and it will ferment, and thereby purge it ſelf from that little droſs the Liquor and Sugar can yield: then put it in a Barrel, and adde thereto a ſmall proportion of Cinamon and Mace bruiſed, about half an ounce of both to ten Gallons; then ſtop it very cloſe, and about a month after bottle it; and in a few days you will have a moſt delicate briſk Wine of a Flavour like unto Rheniſh. Its Spirits are ſo volatile, that they are apt to break the Bottles, unleſs placed in a Refrigeratory, and give it a white head in the Glaſs. This Liquor is not of long duration, unleſs preſerved very cool.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-020-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-020-orig">
          <p>Sowohl in diesen nördlichen Teilen Europas als auch an vielen Orten Asiens und Afrikas können wir das Blut der Bäume selbst gewinnen und trinkbar machen. Die Feinheit unserer Getränke aus Früchten und Getreide dämpft zwar sehr den Eifer, solche Vorhaben zu verfolgen. Doch die Annehmlichkeit und Heilsamkeit des Blutes verschiedener Bäume hat einige Virtuosi ermutigt, ihre Mühe und Kunst darauf zu wenden, und nicht vergebens. Vom Bergahorn und vom Walnussbaum heißt es, sie gäben einen vorzüglichen Saft, aber wir in England haben mit keinem so große Erfahrung wie mit dem der Birke.</p>
          <p>Dieser Saft lässt sich dort, wo diese Bäume reichlich stehen, in sehr großen Mengen gewinnen. Viele Gallonen am Tag kann man von den Ästen des Baumes sammeln, indem man sie abschneidet und ihre Enden so lässt, dass sie in die Hälse der Flaschen passen. Hängt man so viele Flaschen an verschiedene Äste, tropft der Saft sehr reichlich hinein.</p>
          <p>Die Zeit für diese Arbeit ist vom Ende des Februar bis zum Ende des März, solange der Saft steigt und bevor die Blätter am Baum austreiben. Denn wenn der Frühling weit ist und die Blätter sich zu zeigen beginnen, wird der Saft durch die lange Verdauung im Ast dick und gefärbt, der vorher dünn und klar war. Der Saft tropft auch nicht bei kaltem Wetter, solange Nord- und Ostwind wehen, und nicht in der Nacht, aber sehr gut und reichlich, wenn Süd- oder Westwind weht oder die Sonne warm scheint.</p>
          <p>Am besten ist der Saft, der aus den Ästen kommt: Er war längere Zeit im Baum, ist dadurch besser verdaut und nimmt mehr von seinem Aroma an, als wenn er aus dem Stamm gewonnen worden wäre.</p>
          <p>So lassen sich bald viele Hogsheads gewinnen. Arme Leute zapfen ihn, wo es Bäume genug gibt, für zwei oder drei Pence die Gallone. Gib zu jeder Gallone davon ein Pfund raffinierten Zucker und koche es etwa eine Viertel- oder halbe Stunde. Dann stell es zum Abkühlen hin und gib ganz wenig Hefe dazu. Es wird gären und sich dabei von dem bisschen Unrat reinigen, den Saft und Zucker hergeben können. Dann füll es in ein Fass und gib eine kleine Menge zerstoßenen Zimt und Muskatblüte dazu, etwa eine halbe Unze von beidem auf zehn Gallonen. Dann verschließ es sehr dicht und füll es etwa einen Monat danach auf Flaschen. In wenigen Tagen hast du dann einen überaus feinen, spritzigen Wein mit einem Geschmack wie Rheinwein.</p>
          <p>Seine Geister sind so flüchtig, dass sie leicht die Flaschen sprengen, wenn diese nicht in einem Kühlkeller stehen, und im Glas geben sie ihm eine weiße Schaumkrone. Dieses Getränk hält sich nicht lange, wenn man es nicht sehr kühl aufbewahrt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="the Sap">Birkensaft, aus den Ästen gezapft (Ende Februar bis Ende März)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="a pound of refined Sugar">Zucker, raffiniert (auf jede Gallone Saft)</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item>
              <ingredient orig="a very little Yeſt">Hefe (Bierhefe), ganz wenig</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="Cinamon and Mace bruiſed, about half an ounce of both to ten Gallons">Zimt und Muskatblüte, zerstoßen (zusammen auf zehn Gallonen)</ingredient> - 0.5 ounce</item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-021">
        <head>Birkenwein mit Honig, wie Metheglin vergoren</head>
        <div type="original" xml:id="wor-021-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-021-trans">
          <p>Inſtead of every pound of Sugar, if you adde a quart of Honey and boyl it as before, and adding Spice, and fermenting it as you ſhould do Metheglin, it makes an admired Drink, both pleaſant and medicinable.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-021-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-021-orig">
          <p>Gibst du statt jedes Pfundes Zucker ein Quart Honig dazu, kochst es wie zuvor, gibst Gewürz dazu und lässt es gären, wie du es mit Metheglin tun sollst, so ergibt das ein hochgeschätztes Getränk, angenehm und heilkräftig zugleich.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="(implied)">Birkensaft</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="honey" orig="a quart of Honey" commodity="wikidata:Q10987" source="#fyndling-ingredient-registry">Honig (auf jede Gallone Birkensaft)</ingredient> - 1 quart</item>
            <item>
              <ingredient en="spice" orig="Spice" commodity="wikidata:Q42527" source="#fyndling-ingredient-name">Gewürz (nicht näher genannt)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-022">
        <head>Äpfel für Cider auslesen, mahlen und pressen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-022-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-022-trans">
          <p>When you bring your Apples to the Mill, as you fill them up, caſt by all ſuch that are green and unripe, rotten, or otherwiſe naught, and all Stalks, Leaves, &amp;c. that may injure yoor Cider: for it is better to want a ſmall quantity of your liquor, than to ſpoil the whole.
Some are of opinion, that Rottenneſs in
the Apple injureth not the Cider, but that a convenient quantity of rotten Apples mixt with the ſound, is a great help to the fermentation and clarification of the Cider. But I preſume, they mean ſuch Apples onely that have been bruiſed in gathering, ſhaking down, or carrying, which will by lying become rotten, and (the ſkin being whole) be not much the worſe, onely the Cider will retain a ſmack of them: yet let me adviſe, that you admit not them amongſt your Cider that you intend for keeping, but rather make Cider of them for a more early ſpending: for others affirm, that one rotten Apple corrupts a whole Veſſel; which I ſuppoſe is intended onely of the putrid Rottenneſs.
When your Apples are grinding, it is not good to grind them too ſmall, for then too much of the Pulp paſſes with the Liquor; but if they are not too ſmall ground, you will have but little the leſs of Cider, (although the contrary be commonly believed) becauſe in the more vulgar way of grinding or beating, much of the Apple eſcapes unbruiſed, unleſs the whole be very much bruiſed.
After your Fruit is ground, 'tis good to let it ſtand 24 or 48 hours, according as
your time or conveniencie will admit, ſo that it be all together, or in good quantities in large Veſſels; for ſtanding thus, it not onely undergoes one degree of fermentation or maturation, but acquires colour, much commended in Cider, and alſo cauſes the leſſer parts of the Apple unbruiſed, eaſily to part with its Juice in the Preſs: although the general advice be, to preſs it immediately from the Mill.
You may leave a paſſage open in the bottom of your Vat, wherein you keep your bruiſed Apples, during the time of its being therein. Some of the Cider may ſpontaneouſly diſtill into a Receiver placed under it; or you may have a falſe bottom in the inſide full of holes, that the greater quantity may be had, which may run through ſome Tap or other paſſage into your Receiver.
Which Cider ſo obtained, far exceeds that which is forc'd out; as the Wines of France that are unpreſs'd, are by much preferr'd to thoſe that are preſs'd; and live Honey that diſtills of it ſelf from the Combs, is much better than that which remains.
As for your Preſs, there is no form yet diſcovered that exceeds the Skrew-preſs, of which ſort there are very large, that a
Hogſhead may be preſſed at once; and as ſome report, that a Hogſhead or two runs out commonly before the Apples ſuffer any conſiderable preſſure.
In thoſe large Preſſes, the uſual way is to preſs it in Straw, by laying clean Wheat-ſtraw in the bottom of the Preſs, and a heap of bruiſed Apples upon it; and ſo with wiſps of Straw, by twiſting of it, and taking the ends of the Bed of Straw, with it you go round your heap of Apples, which are to be encreaſed, until by winding round the Straw, and addition of Apples, you have raiſed it two foot or more, as your Preſs will give leave: then apply your Board and Skrew over it, and you may preſs it dry in form of a Cheeſe, which is the moſt expeditious way, and moſt for advantage, of any way yet known; for a ſmall ſingle Mill, after the form before deſcribed, will grinde in one day, as much as a man can well preſs in a good Skrew-preſs in another. Some of theſe large Skrew-preſſes are made of two Skrews, and ſome but of one: but in caſe your ſtock be but ſmall, a leſs Skrew, and of much leſs price may ſerve, made after the form of that in the Frontiſpiece; and in ſtead of Straw, you may have a Baſket or Crib well made,
and put Straw round it in the inſide, to preſerve the Pulp, which would otherwiſe either run through, in caſe the paſſage be wide, or choak them, in caſe they be narrow; or a Hair-bag placed in a Crib or Frame made under the Skrew, to preſerve the Bag from tearing.
In your preſſing, in caſe you intend not to uſe your Pulp afterwards for the making of Water-cider, uſually called Purre, then is it beſt to preſs it as dry as you can; but in caſe you reſolve to adde water to your Murc, and to preſs it again, then you need not preſs it too hard; for your Cider will then be the worſe, and ſo will your Purre: For the laſt ſqueezing is the weakeſt, and makes your Cider the rougher; and if any thing will, that gives it a woody taſte, unleſs it be prevented in the eaſie grinding.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-022-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-022-orig">
          <p>Wenn du deine Äpfel zur Mühle bringst, lies sie beim Einfüllen aus: Wirf alle beiseite, die grün und unreif, faul oder sonst nichts wert sind, dazu alle Stiele, Blätter usw., die deinem Cider schaden könnten. Denn es ist besser, auf eine kleine Menge deiner Flüssigkeit zu verzichten, als das Ganze zu verderben.</p>
          <p>Manche sind der Meinung, Fäulnis im Apfel schade dem Cider nicht, vielmehr sei eine passende Menge fauler Äpfel, unter die gesunden gemischt, der Gärung und der Klärung des Ciders sehr förderlich. Ich vermute aber, sie meinen nur solche Äpfel, die beim Pflücken, Herunterschütteln oder Tragen angestoßen wurden. Diese werden beim Liegen faul, sind aber, solange die Haut ganz bleibt, nicht viel schlechter; nur behält der Cider einen Beigeschmack davon. Dennoch rate ich: Lass sie nicht unter den Cider kommen, den du aufbewahren willst, sondern mache lieber einen Cider daraus, der früher getrunken wird. Denn andere behaupten, ein einziger fauler Apfel verderbe ein ganzes Fass; das ist, so nehme ich an, nur von der verwesenden Fäulnis gemeint.</p>
          <p>Wenn deine Äpfel gemahlen werden, ist es nicht gut, sie zu fein zu mahlen, denn dann geht zu viel vom Fruchtfleisch mit der Flüssigkeit durch. Mahlst du sie aber nicht zu fein, wirst du nur wenig weniger Cider haben, auch wenn gewöhnlich das Gegenteil geglaubt wird. Denn bei der gewöhnlicheren Art des Mahlens oder Stampfens entgeht viel vom Apfel unzerquetscht, es sei denn, das Ganze wird sehr stark gequetscht.</p>
          <p>Nachdem deine Frucht gemahlen ist, ist es gut, sie 24 oder 48 Stunden stehen zu lassen, je nachdem, wie es deine Zeit und Gelegenheit erlauben, sofern alles beisammen ist oder doch in guten Mengen in großen Gefäßen. Denn wenn sie so steht, durchläuft sie nicht nur eine Stufe der Gärung oder Reifung, sondern nimmt auch Farbe an, die beim Cider sehr geschätzt wird, und bewirkt zudem, dass die kleineren unzerquetschten Teile des Apfels ihren Saft in der Presse leicht hergeben. Der allgemeine Rat lautet freilich, sie gleich von der Mühle weg zu pressen.</p>
          <p>Im Boden deines Bottichs, in dem du die gequetschten Äpfel während dieser Zeit hältst, kannst du einen Durchlass offen lassen. Etwas vom Cider kann dann von selbst in ein darunter gestelltes Auffanggefäß abtropfen. Oder du hast innen einen falschen Boden voller Löcher, damit eine größere Menge gewonnen wird; sie kann durch einen Zapfen oder einen anderen Durchlass in dein Auffanggefäß laufen.</p>
          <p>Der so gewonnene Cider übertrifft bei weitem den, der herausgepresst wird; so werden die ungepressten Weine Frankreichs den gepressten weit vorgezogen, und Jungfernhonig, der von selbst aus den Waben tropft, ist viel besser als der, der zurückbleibt.</p>
          <p>Was deine Presse angeht, so ist noch keine Bauart gefunden, welche die Schraubenpresse übertrifft. Davon gibt es sehr große, in denen ein Hogshead auf einmal gepresst werden kann; und wie manche berichten, laufen gewöhnlich ein oder zwei Hogsheads heraus, ehe die Äpfel nennenswerten Druck erleiden.</p>
          <p>In diesen großen Pressen presst man gewöhnlich in Stroh: Du legst sauberes Weizenstroh auf den Boden der Presse und einen Haufen gequetschter Äpfel darauf. Dann drehst du Strohwische ein, fasst damit die Enden des Strohbetts und gehst rund um deinen Apfelhaufen, der dabei weiter vermehrt wird, bis du ihn durch das Herumwinden des Strohs und das Zugeben von Äpfeln zwei Fuß hoch oder mehr aufgebaut hast, soweit deine Presse es zulässt. Dann setze Brett und Schraube darauf, und du kannst ihn in der Form eines Käses trocken pressen. Das ist der schnellste und vorteilhafteste Weg, den man bisher kennt; denn eine kleine einfache Mühle, gebaut nach der zuvor beschriebenen Form, mahlt an einem Tag so viel, wie ein Mann an einem anderen Tag in einer guten Schraubenpresse gut pressen kann.</p>
          <p>Manche dieser großen Schraubenpressen haben zwei Schrauben, manche nur eine. Ist dein Vorrat aber nur klein, kann eine kleinere Schraube von viel geringerem Preis genügen, gebaut nach der Form der Presse im Titelkupfer. Statt des Strohs kannst du einen gut gemachten Korb oder ein Gestell nehmen und innen rundum Stroh anlegen, um das Fruchtfleisch zurückzuhalten, das sonst entweder durchliefe, wenn der Durchlass weit ist, oder die Durchlässe verstopfte, wenn sie eng sind. Oder du nimmst einen Haarsack in einem Gestell oder Rahmen unter der Schraube, damit der Sack nicht reißt.</p>
          <p>Beim Pressen gilt: Willst du den Trester danach nicht für Wasser-Cider verwenden, den man gewöhnlich Purre nennt, dann ist es am besten, ihn so trocken zu pressen, wie du kannst. Hast du aber vor, Wasser zu deinem Trester zu geben und ihn nochmals zu pressen, dann brauchst du ihn nicht zu hart zu pressen; sonst wird dein Cider schlechter und deine Purre ebenso. Denn der letzte Druck ist der schwächste und macht deinen Cider rauer, und wenn überhaupt etwas, so gibt ihm dieser einen holzigen Geschmack, es sei denn, man beugt dem durch leichtes Mahlen vor.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="apple" orig="Apples" commodity="wikidata:Q89" source="#fyndling-ingredient-name">Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="clean Wheat-ſtraw">Weizenstroh, sauber</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser (nur für Purre)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-023">
        <head>Cider im offenen Bottich gären lassen, dann ohne Trub ins Fass</head>
        <div type="original" xml:id="wor-023-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-023-trans">
          <p>SECT. III. Of purifying your Cider.
As your Veſſel fills under your Preſs, pour it through ſome Streyner into a large Vat, onely to detain groſs pieces of Apple, &amp;c. from intermixing in the Vat; from whence moſt preſcribe to tun it immediately
into the Barrels wherein it is to be kept, leſt its Spirits ſhould evaporate: which is a miſtake; for if a Cloath onely be caſt over the Vat or Tun, it is ſufficient to preſerve it; for there is in it a wilde Spirit, that if detained, will break any Veſſel whatever that you ſhall ſtrictly encloſe it in; therefore to waſte that, is no injury to your Cider.
Now when it is in your Tun or Vat, it ought to be there fermented, and in ſome degree purified, and from thence the pure ſeparated from the impure, and ſo Tun'd into the Veſſels wherein it is to be preſerved, that the Dregs may not paſs with it, which will very much incommode your Cider.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-023-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-023-orig">
          <p>Wie sich dein Gefäß unter der Presse füllt, gieße den Saft durch ein Seihgerät in einen großen Bottich, nur um grobe Apfelstücke und dergleichen zurückzuhalten, damit sie sich im Bottich nicht damit vermischen.</p>
          <p>Von dort schreiben die meisten vor, ihn sofort in die Fässer zu füllen, in denen er aufbewahrt werden soll, damit seine Geister nicht verfliegen. Das ist ein Irrtum. Denn wird nur ein Tuch über den Bottich oder Gärbottich geworfen, genügt das, um ihn zu bewahren. Es steckt nämlich ein wilder Geist in ihm, der jedes Gefäß sprengen wird, in das du ihn fest einschließt, wenn er zurückgehalten wird. Ihn zu verlieren, schadet deinem Cider deshalb nicht.</p>
          <p>Wenn er nun in deinem Gärbottich oder Bottich ist, soll er dort gären und sich bis zu einem gewissen Grad klären. Dann soll von dort das Reine vom Unreinen geschieden und so in die Gefäße gefüllt werden, in denen er aufbewahrt werden soll, damit der Trub nicht mit hinübergeht, der deinen Cider sehr beeinträchtigen würde.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Cider">Apfelmost, frisch von der Presse</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Streyner">Seihgerät (Sieb oder Seihtuch)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Cloath">Tuch zum Abdecken des Bottichs</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-024">
        <head>Cider klären mit Wärme und Hausenblase</head>
        <div type="original" xml:id="wor-024-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-024-trans">
          <p>One principal help to purify any Liquor, or to provoke fermentation, is warmth, as is vulgarly practiſed amongſt Houſewives, who in fermenting both Bread and Beer, preſerve it warm during that operation. For any liquid Body, wherein fermentation is required, by warmth becomes more thin, that it eaſily admits of a ſeparation
of the feculent parts; and like unto a glutinous Body, the colder it is, the thicker it is, and doth not ſo eaſily part with its Feces.
As hath been ſometime experienced in Cider, by heating a ſmall portion of it ſcalding hot, and caſting it into the Tun on the new Muſt, ſtirring it together, and covering it over, hath cauſed a good fermentation, and ſeparation of its Lee, making it much more fit for preſervation, than if it had been Barrel'd without any fermentation at all. It hath been alſo obſerv'd, that cool Cellars do protract the fining of Cider: And that Cider expoſed to the Sun, or other warmth, hath more eaſily fermented, and become fine, for the reaſons aforeſaid.
But to ferment and purify this Britiſh-Wine, or any other Vinous Liquor effectually, you may take of Gluten piſcis, Water-Glew, or Iſinglaſs, as it is uſually termed, about the proportion of three or four Ounces to a Hoſhead, rather more than leſs; beat it thin on ſome Anvil, or Iron-wedg; cut it in ſmall pieces, and lay it in ſteep in White-Wine (which will more eaſily diſſolve it than any other Liquor, except Vinegar, Spirits, &amp;c. that are not fit to be
uſed in this Work) let it lie therein all night; the next day keep it ſome time over a gentle Fire, till you find it well diſſolved; then take a part of your Cider, or ſuch liquor you intend to purify, in proportion about a Gallon to twenty Gallons; in which boyl your diſſolved Water-glew, and caſt it into the whole maſs of Liquor, ſtirring it well about, and covering it cloſe. So let it ſtand to ferment, for eight, ten, or twelve hours, as you pleaſe; during which time, the Water-glew being thinly and generally diſperſed through the whole Maſs of Liquor, and aſſiſted by the warmth and pretenuity of it, precipitates a part of that groſs Lee, that otherwiſe would have decayed it, and raiſeth another more light part of it, as a Net carrieth before it Leaves or any other groſs matter in the Water through which it is drawn, and leaveth not any part of its own Body in the purified Liquor, to alter or injure the Subſtance or Taſte of it. Which, when you obſerve that it hath done working, you may draw out at a Tap below from the Scum, or may firſt gently take off the Scum as you pleaſe.
This Liquor thus gently purified, may you in a full Veſſel well cloſed, preſerve a long time, if you pleaſe, or draw it and
bottle it in a few days, there being no more Lee in it than is neceſſary for its preſervation.
But if you will have it yet clearer and finer, you may encreaſe your proportion of Water-glew to double that proportion before mentioned, and make it thereby perfectly limpid; which is but an overracking of it, and makes it too lean and thin of ſubſtance.
This very way or Method of purification will ſerve in all ſorts of Liquors, and is much to be preferred in the Juices of Fruits, to that vulgar way of making them ferment by the addition of Yeaſt or Toſts therein dipp'd, as is uſually preſcribed; that being but an acid Excitation to Fermentation, all things tending to Acidity being (as much as may be) to be avoided in our operations.
This way alſo is better than the tedious ways of percolation, and racking from Veſſel to Veſſel; which waſts not only the Spirits, but ſubſtance of the Liquor it ſelf, and leaves you but a thin and flat Drink, hardly ballancing your trouble.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-024-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-024-orig">
          <p>Eine der wichtigsten Hilfen, jedes Getränk zu klären oder die Gärung anzuregen, ist Wärme. So machen es gemeinhin die Hausfrauen, die beim Gären von Brot wie von Bier das Gärgut während dieser Arbeit warm halten. Denn jeder flüssige Körper, in dem Gärung verlangt wird, wird durch Wärme dünner, sodass er die Abscheidung der trüben Teile leicht zulässt. Wie bei einem leimartigen Körper gilt: Je kälter er ist, desto dicker ist er, und desto weniger leicht gibt er seinen Trub her.</p>
          <p>So hat man es bisweilen beim Cider erfahren: Man erhitzte eine kleine Menge davon siedend heiß, goss sie im Gärbottich auf den frischen Most, rührte es zusammen und deckte es zu. Das bewirkte eine gute Gärung und eine Abscheidung des Trubs, und der Cider war viel besser haltbar, als wenn er ganz ohne Gärung ins Fass gefüllt worden wäre. Man hat auch beobachtet, dass kühle Keller das Klarwerden des Ciders hinauszögern und dass Cider, der der Sonne oder anderer Wärme ausgesetzt war, leichter gegoren hat und klar geworden ist, aus den eben genannten Gründen.</p>
          <p>Mit Hausenblase: Um aber diesen britischen Wein oder jedes andere weinartige Getränk wirksam zu vergären und zu klären, kannst du Gluten piscis nehmen, Wasserleim oder Hausenblase, wie man sie gewöhnlich nennt, etwa im Verhältnis von drei oder vier Unzen auf ein Hogshead, eher mehr als weniger. Schlage sie auf einem Amboss oder einem Eisenkeil dünn, schneide sie in kleine Stücke und lege sie in Weißwein ein. Der löst sie leichter als jede andere Flüssigkeit, außer Essig, Branntwein und dergleichen, die sich für diese Arbeit nicht eignen. Lass sie die ganze Nacht darin liegen.</p>
          <p>Am nächsten Tag halte sie eine Weile über kleines Feuer, bis du sie gut aufgelöst findest. Dann nimm einen Teil deines Ciders oder des Getränks, das du klären willst, etwa eine Gallone auf zwanzig Gallonen. Darin koche deinen aufgelösten Wasserleim, gieß ihn in die ganze Menge des Getränks, rühre gut um und decke dicht zu. So lass es acht, zehn oder zwölf Stunden zum Gären stehen, wie du willst.</p>
          <p>In dieser Zeit verteilt sich der Wasserleim dünn und gleichmäßig durch die ganze Menge des Getränks. Von dessen Wärme und Dünnflüssigkeit unterstützt, schlägt er einen Teil jenes groben Trubs nieder, der das Getränk sonst verdorben hätte, und hebt einen anderen, leichteren Teil nach oben, so wie ein Netz Blätter oder anderes grobes Zeug vor sich herträgt, wenn man es durchs Wasser zieht. Dabei lässt er nichts von seinem eigenen Körper im geklärten Getränk zurück, das Substanz oder Geschmack verändern oder schädigen könnte. Wenn du siehst, dass es ausgegoren hat, kannst du es unten am Zapfen vom Schaum weg abziehen oder zuerst den Schaum behutsam abnehmen, wie du willst.</p>
          <p>Das so schonend geklärte Getränk kannst du in einem vollen, gut verschlossenen Gefäß lange aufbewahren, wenn du willst, oder es nach wenigen Tagen abziehen und in Flaschen füllen, denn es ist nicht mehr Trub darin, als zu seiner Erhaltung nötig ist.</p>
          <p>Noch klarer: Willst du es aber noch klarer und feiner haben, kannst du die Menge Wasserleim auf das Doppelte der vorher genannten erhöhen und es dadurch vollkommen blank machen. Das ist aber nichts anderes als ein Zuviel an Umziehen und macht es zu mager und zu dünn an Substanz.</p>
          <p>Besser als andere Wege: Genau diese Art der Klärung taugt für alle Sorten Getränke. Bei Fruchtsäften ist sie weit jener gewöhnlichen Weise vorzuziehen, sie durch Zugabe von Hefe oder von darin getauchtem Röstbrot zum Gären zu bringen, wie es gewöhnlich vorgeschrieben wird. Das ist nämlich nur ein saurer Anreiz zur Gärung, und alles, was zur Säure neigt, ist bei unseren Arbeiten so weit wie möglich zu meiden.</p>
          <p>Diese Weise ist auch besser als die langwierigen Wege des Durchseihens und des Umziehens von Fass zu Fass. Die vergeuden nicht nur die Geister, sondern die Substanz des Getränks selbst und lassen dir nur ein dünnes und schales Getränk, das die Mühe kaum aufwiegt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="isinglass" orig="three or four Ounces to a Hoſhead" commodity="wikidata:Q1255331" source="#fyndling-ingredient-name">Hausenblase (auf ein Hogshead, eher mehr als weniger)</ingredient> - 3-4 ounce</item>
            <item>
              <ingredient en="wine" orig="White-Wine" commodity="wikidata:Q282" source="#fyndling-ingredient-registry">Weißwein (zum Einweichen der Hausenblase)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="a part of your Cider, or ſuch liquor you intend to purify, in proportion about a Gallon to twenty Gallons">Cider, Teilmenge zum Aufkochen (eine Gallone auf zwanzig Gallonen)</ingredient> - 1 gallon</item>
            <item>
              <ingredient orig="ſuch liquor you intend to purify">Cider oder anderes Getränk zum Klären, ein Hogshead</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-025">
        <head>Geklärtes Getränk mit dem Heber vom Trub abziehen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-025-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-025-trans">
          <p>After you have thus purified your Liquor in what Veſſel ſoever, and are unwilling, or cannot well draw it out at a
Tap near the bottom, as is uſual, You may draw it from the feces over the brim of the Veſſel, by a Siphon made of Latten, or of Glaſs, which is the beſt, becauſe you may obſerve by your Eye, what impurities aſcend, and avoid them by raiſing or depreſſing your Inſtrument at your diſcretion. The Siphon is after this form, the one end three or four Inches longer than the other, and the hollowneſs of the Pipe according to the uſe you intend to put it into, whether out of a great or ſmall Veſſel.
Liquors thus purified, leave behind them on their ſuperficies, and at bottom, a great quantity of groſs and impure feces; which if from Cider, you may caſt on the preſs'd Murc, to meliorate your Ciderkin, or Water-Cider, if you intend to make any.
Theſe impurities, which are in great plenty in pulpy Fruit, and alſo in Rasberies, Currants, &amp;c. are the principal cauſe of the decaying of thoſe Liquors by their corrupt and acid nature, exciting the more vivous parts to a continual fermentation, as is evident from the effect, and from the breaking of Bottles (wherein this Lee remains) on the motion of a Southerly Air.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-025-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-025-orig">
          <p>Hast du dein Getränk in welchem Gefäß auch immer so geklärt und willst oder kannst es nicht gut an einem Zapfen nahe am Boden abziehen, wie es üblich ist, so kannst du es über den Rand des Gefäßes vom Trub abziehen, mit einem Heber aus Weißblech oder aus Glas. Glas ist das Beste, weil du mit dem Auge beobachten kannst, welche Unreinheiten aufsteigen, und sie meiden kannst, indem du dein Gerät nach deinem Ermessen hebst oder senkst. Der Heber hat diese Form: Das eine Ende ist drei oder vier Zoll länger als das andere, und die Weite des Rohrs richtet sich nach dem Gebrauch, den du davon machen willst, ob du aus einem großen oder einem kleinen Gefäß abziehst.</p>
          <p>So geklärte Getränke lassen an ihrer Oberfläche und am Boden eine große Menge groben und unreinen Trubs zurück. Stammt er von Cider, so kannst du ihn auf den ausgepressten Trester geben, um deinen Ciderkin oder Wasser-Cider zu verbessern, falls du welchen machen willst.</p>
          <p>Diese Unreinheiten, die sich in großer Fülle in breiigem Obst finden und auch in Himbeeren, Johannisbeeren und dergleichen, sind die Hauptursache dafür, dass diese Getränke verderben. Durch ihre verdorbene und saure Natur reizen sie die lebendigeren Teile zu einer fortwährenden Gärung. Das zeigt sich an der Wirkung und daran, dass Flaschen, in denen dieser Trub zurückbleibt, zerspringen, wenn sich ein Südwind regt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="your Liquor">Geklärtes Getränk (Cider oder anderes Obstgetränk)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="groſs and impure feces">Trub aus dem geklärten Cider (für Ciderkin, wahlweise)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the preſs'd Murc">Ausgepresster Trester (für Ciderkin, wahlweise)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-026">
        <head>Neue und muffige Fässer herrichten</head>
        <div type="original" xml:id="wor-026-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-026-trans">
          <p>It is alſo obſerved, that a new Veſſel
made of Oak, tinges any Liquor at the firſt with a brown Colour; wherefore it is convenient thorowly to ſeaſon your new Veſſels with ſcalding water, wherein you may boyl Apple-pumis if you pleaſe, before you put your Cider in them; which when ſo ſeaſon'd, are to be preferr'd to any that have been uſed, unleſs after Canary, Malaga, or Sherry Wines, or after Metheglin; which will much advance the colour and ſavour of your Cider: but Veſſels out of which Strong-Beer or Ale have been lately drawn, are to be rejected, unleſs thorowly ſcalded and ſeaſon'd as before, which then will ſerve indifferently well, nothing agreeing worſe with Cider than Malt; for of Cider or Water-Cider, boyl'd and added to Malt, hath been made a Liquor not at all grateful. Small-Beer-Veſſels well ſcalded, are not amiſs: White or Rheniſh-Wine-Veſſels may do well for preſent drinking, or for a Luſcious Cider, elſe they are apt to cauſe too great a fermentation.
If your Veſſel be muſty, Boyl Pepper in Water after the Proportion of an Ounce to a Hogſhead; fill your Veſſel therewith ſcalding hot, and ſo let it ſtand two or three days; or elſe
Take two or three Stones or more of
Quick-lime to ſix or ſeven gallons of Water, which put into a Hogſhead, and ſtop it cloſe, and tumble it up and down till the Lime be throughly ſlak'd.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-026-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-026-orig">
          <p>Man hat auch beobachtet, dass ein neues Fass aus Eichenholz jeder Flüssigkeit anfangs eine braune Farbe gibt. Deshalb ist es ratsam, deine neuen Fässer gründlich mit siedendem Wasser zuzurichten, bevor du deinen Cider hineinfüllst. In diesem Wasser kannst du, wenn du magst, Apfeltrester kochen.</p>
          <p>So zugerichtet sind sie allen gebrauchten Fässern vorzuziehen, außer solchen, in denen Canary-, Malaga- oder Sherrywein gelegen hat, oder Metheglin. Diese heben Farbe und Geschmack deines Ciders sehr.</p>
          <p>Fässer aber, aus denen kürzlich Starkbier oder Ale gezapft wurde, sind zu verwerfen, es sei denn, sie sind gründlich ausgebrüht und zugerichtet wie oben; dann taugen sie leidlich. Denn nichts verträgt sich schlechter mit Cider als Malz: Aus Cider oder Wasser-Cider, gekocht und zu Malz gegeben, hat man ein Getränk gemacht, das gar nicht angenehm war. Fässer von Dünnbier sind, gut ausgebrüht, nicht übel. Fässer von Weißwein oder Rheinwein mögen für baldiges Trinken taugen oder für einen schwer süßen Cider; sonst verursachen sie leicht eine allzu starke Gärung.</p>
          <p>Wenn dein Fass muffig ist: Koche Pfeffer in Wasser, im Verhältnis von einer Unze auf ein Hogshead. Fülle dein Fass damit siedend heiß und lass es so zwei oder drei Tage stehen.</p>
          <p>Oder sonst: Nimm zwei oder drei Stücke Branntkalk oder mehr auf sechs oder sieben Gallonen Wasser. Gib das in ein Hogshead, verschließe es dicht und wälze es hin und her, bis der Kalk ganz gelöscht ist.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="ſcalding water">siedendes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Apple-pumis">Apfeltrester (nach Belieben, im Brühwasser gekocht)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="pepper" orig="Pepper" commodity="wikidata:Q3143131" source="#fyndling-ingredient-registry">Pfeffer (eine Unze auf ein Hogshead Wasser)</ingredient> - 1 ounce</item>
            <item>
              <ingredient orig="Quick-lime">Branntkalk (zwei oder drei Stücke oder mehr)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="water" orig="ſix or ſeven gallons of Water" commodity="wikidata:Q283" source="#fyndling-ingredient-registry">Wasser (sechs oder sieben Gallonen)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-027">
        <head>Cider auf Fässer füllen und verspunden</head>
        <div type="original" xml:id="wor-027-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-027-trans">
          <p>SECT. V. Of Tunning, Bottleing, and preſerving Cider.
Having your Cider purified and prepared in the Tun, and your Veſſels ſeaſoned and throughly dried, and fix'd in their places, then Tun it up into them until the Cider be within an inch or leſs of the top of the Veſſel, that there may be ſpace for a Skin or Head to cover it. Be ſure to leave the Bung open, or onely cover'd two or three days, that the Cider may have liberty to finiſh its ſermentation; but if it be ſo
cleer that it will not again ferment, and that you are willing or intend to keep it long, put in unground Wheat after the proportion of a Quart to a Hogſhead, which will give it a head ſufficient to preſerve it. This artificial head is onely where an admiſſion of Air may probably be into the Veſſel.
After you have thus cloſed up your Bung, you ought yet to leave open the ſmall Vent-hole onely looſely, putting in the Peg, leſt otherwiſe the wilde Spirit of the Cider force a paſſage, as I have known it a week after its tunning to have heav'd up the head of the Barrel almoſt to a Rupture; which by the eaſie ſtopping this Vent, and ſometimes opening it, may be prevented until you finde it hath waſted that wilde Spirit. For the Vulgar advice of barrelling up Cider from the Preſs, and then ſtopping it cloſe, is pernicious to this Liquor, many having ſpoil'd it by this means: the Spirits ſeeking for a vent will finde it, and the more they are pent, the longer will they be before they are expended; which vent being neglected by the Cideriſt, becomes a paſſage for the beſt Spirits of the Cider many times, to its abſolute ſpoiling.
The vulgar opinion of the ſudden decaying
or flatning of Cider, is to be rejected, ſcarce any Drink being more eaſily preſerv'd than this; and though much of its Spirits be loſt, yet out of its own body, whilſt new, may they be again reviv'd, it ſuffering much more by too ſoon detaining its Spirits, than by too lax a cloſure.
Stopping of Cider with Clay, if you deſigne to keep it long, cannot be good, it having ſo ſtrong a Spirit that it will eaſily raiſe it on every Southerly Air; nothing being better than a wooden Plug turn'd fit to the Bung-hole, and covered about with a ſingle Brown-paper wet, before you wring it into its place.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-027-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-027-orig">
          <p>Ist dein Cider im Gärbottich geklärt und vorbereitet, und sind deine Fässer zugerichtet, gründlich getrocknet und an ihren Plätzen aufgestellt, dann fülle ihn auf die Fässer, bis der Cider einen Zoll oder weniger unter der Oberseite des Fasses steht, damit Raum bleibt für eine Haut oder Decke, die ihn bedeckt. Lass das Spundloch unbedingt zwei oder drei Tage offen oder nur abgedeckt, damit der Cider seine Gärung frei zu Ende bringen kann. Ist er aber so klar, dass er nicht wieder gären wird, und willst oder gedenkst du ihn lange aufzubewahren, dann gib ungemahlenen Weizen hinein, im Verhältnis von einem Quart auf ein Hogshead. Der gibt ihm eine Decke, die ausreicht, ihn zu erhalten. Diese künstliche Decke braucht es nur dort, wo wahrscheinlich Luft ins Fass gelangen kann.</p>
          <p>Hast du den Spund so verschlossen, solltest du dennoch das kleine Luftloch offen lassen, nur locker, mit eingestecktem Zapfen. Sonst bahnt sich der wilde Geist des Ciders einen Weg: Ich habe erlebt, dass er eine Woche nach dem Abfüllen den Boden des Fasses beinahe bis zum Bersten hochgedrückt hat. Das lässt sich verhindern, indem du dieses Luftloch leicht verschließt und zuweilen öffnest, bis du merkst, dass er diesen wilden Geist verbraucht hat.</p>
          <p>Denn der landläufige Rat, den Cider gleich von der Presse weg auf Fässer zu füllen und dann fest zu verschließen, ist diesem Getränk verderblich, und viele haben ihn auf diese Weise verdorben. Die Geister suchen einen Ausgang und werden ihn finden, und je enger sie eingesperrt sind, desto länger dauert es, bis sie verbraucht sind. Vernachlässigt der Cider-Macher diesen Ausgang, wird er oft zum Weg für die besten Geister des Ciders, bis das Getränk völlig verdorben ist.</p>
          <p>Die landläufige Meinung, Cider verderbe rasch oder werde schnell schal, ist zu verwerfen, denn kaum ein Getränk ist leichter zu erhalten als dieses. Und auch wenn viel von seinen Geistern verloren ist, können sie aus seinem eigenen Körper, solange er neu ist, wieder belebt werden. Er leidet viel mehr darunter, dass man seine Geister zu früh festhält, als unter einem zu lockeren Verschluss.</p>
          <p>Den Cider mit Lehm zu verschließen, taugt nicht, wenn du ihn lange aufbewahren willst. Er hat einen so starken Geist, dass er den Lehm bei jedem Südwind leicht anhebt. Nichts ist besser als ein hölzerner Stöpsel, passend zum Spundloch gedrechselt und ringsum mit einer einzelnen Lage nassen braunen Papiers umwickelt, bevor du ihn an seinen Platz eindrehst.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Cider">Cider, im Bottich vergoren und geklärt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="unground Wheat after the proportion of a Quart to a Hogſhead">Weizen, ungemahlen (1 Quart auf ein Hogshead)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="wooden Plug turn'd fit to the Bung-hole">Holzstöpsel, zum Spundloch passend gedrechselt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a ſingle Brown-paper wet">braunes Papier, nass</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-028">
        <head>Cider auf Flaschen ziehen, verkorken und liegend lagern</head>
        <div type="original" xml:id="wor-028-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-028-trans">
          <p>Drawing of Cider into Bottles, and keeping it in them well ſtopt for ſome time, is a great improver of Cider. This is done after it is throughly purified, and at any time of the year: if it be bottled early, there needs no addition, it having Body and Spirit enough to retrive in the Bottle what it loſt in the Barrel; but if it hath been over-fermented, and thereby become poor, flat, and eager, then in the bottling if you adde a ſmall quantity of Loaf-ſugar, more or leſs according as it may require, it will give a new life to the Cider, and probably make it better than ever it
was before, eſpecially if it were but a little acid, and not eager.
When your Cider is thus bottled, if it were new at the bottling, and not abſolutely pure, it is good to let the Bottles ſtand a while before you ſtop them cloſe, or elſe open the Corks two or three days after to give the Cider air, which will prevent the breaking the Bottles againſt the next change of the wind into the South.
Great care is to be had in chooſing good Corks, much good Liquor being abſolutely ſpoiled through the onely defect of the Cork; therefore are Glaſs Stopples to be preferr'd, in caſe the accident of breaking the Bottles can be prevented.
If the Corks are ſteep'd in ſcalding water a while before you uſe them, they will comply better with the mouth of the Bottle, than if forc'd in dry: alſo the moiſture of the Cork doth advantage it in detaining the Spirits.
Therefore is laying the Bottles ſideways to be commended, not onely for preſerving the Corks moiſt, but for that the Air that remains in the Bottle is on the ſide of the Bottle where it can neither expire, nor can new be admitted, the Liquor being againſt the Cork, which not ſo eaſily paſſeth
through the Cork as the Air. Some place their Bottles on a Frame with their noſes downwards for that end; which is not to be ſo well approved of, by reaſon that if there be any the leaſt ſettling in the Bottle, you are ſure to have it in the firſt Glaſs.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-028-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-028-orig">
          <p>Den Cider auf Flaschen zu ziehen und ihn darin eine Zeit lang gut verschlossen zu halten, verbessert den Cider sehr. Das geschieht, nachdem er gründlich geklärt ist, und zu jeder Jahreszeit. Wird er früh abgefüllt, braucht es keinen Zusatz, denn er hat Körper und Geist genug, um in der Flasche wiederzugewinnen, was er im Fass verloren hat. Ist er aber übergoren und dadurch dünn, schal und scharf-sauer geworden, dann gib beim Abfüllen eine kleine Menge Hutzucker dazu, mehr oder weniger, je nachdem, was er braucht. Das gibt dem Cider neues Leben und macht ihn wahrscheinlich besser, als er je zuvor war, besonders wenn er nur ein wenig säuerlich und nicht scharf-sauer war.</p>
          <p>Ist dein Cider so abgefüllt und war er beim Abfüllen noch neu und nicht vollkommen rein, ist es gut, die Flaschen eine Weile stehen zu lassen, bevor du sie fest verschließt. Oder öffne die Korken zwei oder drei Tage danach, um dem Cider Luft zu geben. Das verhindert, dass die Flaschen springen, wenn der Wind das nächste Mal nach Süden umschlägt.</p>
          <p>Bei der Wahl guter Korken ist große Sorgfalt nötig, denn viel gutes Getränk ist allein durch den Mangel des Korkens völlig verdorben worden. Deshalb sind Glasstopfen vorzuziehen, sofern sich der Unfall des Flaschenbruchs verhüten lässt.</p>
          <p>Weichst du die Korken eine Weile in siedend heißem Wasser ein, bevor du sie verwendest, fügen sie sich besser in den Flaschenhals, als wenn sie trocken hineingezwängt werden. Auch hilft die Feuchtigkeit des Korkens dabei, die Geister zurückzuhalten.</p>
          <p>Deshalb ist es zu empfehlen, die Flaschen auf der Seite zu lagern, nicht nur um die Korken feucht zu halten, sondern auch weil die Luft, die in der Flasche bleibt, dann an der Seite der Flasche liegt, wo sie weder entweichen noch neue eindringen kann. Das Getränk liegt dabei am Korken an, und es dringt nicht so leicht durch den Korken wie die Luft. Manche stellen ihre Flaschen dazu mit den Hälsen nach unten auf ein Gestell. Das ist nicht so gut zu billigen, denn wenn sich in der Flasche auch nur der geringste Satz absetzt, hast du ihn mit Sicherheit im ersten Glas.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Cider">Cider, gründlich geklärt</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a ſmall quantity of Loaf-ſugar">Hutzucker (nur bei übergorenem Cider, Menge nach Bedarf)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="good Corks">Korken, gute (vorher in siedend heißem Wasser eingeweicht)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-029">
        <head>Flaschenlagerung: Boden, Sand, Wasserbecken</head>
        <div type="original" xml:id="wor-029-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-029-trans">
          <p>Placing the Bottles on a Frame, as is uſual, or on Shelves, is not ſo good as on the ground, by reaſon that the farther from the earth they ſtand, the more ſubject they are to the variation of the Air, which is more rare in the upper part of a Cellar or other Room, than in the lower; and a few inches will occaſion a great change, unleſs in a Room arched or vaulted with Stone: but where Room is wanting, this inconvenience may be eaſily born withal.
Setting Bottles in Sand is by many not onely made uſe of, but commended, although without cauſe, it not adding that coldneſs to the Bottles as is generally expected, being rather of a dry and temperate quality than cold; if there be any convenience in it, it is becauſe it defends them from the too ſudden changes of Air into heat or cold, which in open and not deep Rooms it is often ſubject unto.
The placing of Bottles in Ciſterns of
Spring-water, either running or often changed, is without all Peradventure the beſt way to preſerve Cider or any other Vinous Liquors. A Conſervatory made where a recruit of a cool refrigerating Spring-water may conveniently be had, will ſo long preſerve Cider until it be come to the ſtrength even of Canary it ſelf. Bottles let down into Wells of water where Pumps are, that the frequent uſe of Buckets may not injure them; or little Vaults made in the ſides of Wells neer the bottom, may ſupply the defect of Spring-water in your Cellar. The reaſon why Water is to be preferr'd for ſuch a Conſervatory, is, becauſe the cloſeneſs of its body admits not of a ſudden rarefaction of Air, as other Materials do, but is generally of an equal degree of coldneſs, and that colder than commonly the Liquor is that is preſerv'd; which ſo condenſeth its Spirits, that they ſeek not any exition or expanſion, but acquieſce in their own proper body, where they multiply and become more and more mature, by vertue of that innate heat the Liquor received whilſt in its Fruit. Quaere whether the warmth that is in Wells or deep Springs, in froſty weather, incommode not theſe Liquors?
Alſo Quaere whether theſe cool Conſervatories prevent not the breaking of Bottles ſtopt with Glaſs Stopples, by the condenſing power of the water. My ſelf being deſtitute of any opportunity to make thoſe experiments, cannot at preſent reſolve theſe Quaeries.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-029-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-029-orig">
          <p>Auf dem Boden statt auf dem Gestell: Die Flaschen auf ein Gestell zu stellen, wie es üblich ist, oder auf Regale, ist nicht so gut, wie sie auf den Boden zu stellen. Denn je weiter sie von der Erde entfernt stehen, desto mehr sind sie den Schwankungen der Luft ausgesetzt. Diese ist im oberen Teil eines Kellers oder sonstigen Raumes dünner als im unteren, und schon wenige Zoll bewirken einen großen Unterschied, es sei denn in einem Raum, der mit Stein überwölbt ist. Wo aber der Platz fehlt, lässt sich dieser Nachteil leicht ertragen.</p>
          <p>Die Flaschen im Sand: Flaschen in Sand zu stellen, wird von vielen nicht nur angewandt, sondern sogar gelobt, allerdings ohne Grund. Der Sand verleiht den Flaschen nicht jene Kühle, die man allgemein von ihm erwartet, denn er ist eher von trockener und gemäßigter Beschaffenheit als kalt. Wenn er überhaupt einen Nutzen hat, dann den, dass er die Flaschen vor allzu plötzlichen Wechseln der Luft zur Wärme oder zur Kälte schützt, denen die Luft in offenen und nicht tiefen Räumen oft unterworfen ist.</p>
          <p>Die Flaschen im Quellwasser: Die Flaschen in Becken mit Quellwasser zu stellen, das entweder fließt oder oft erneuert wird, ist ohne jeden Zweifel der beste Weg, Cider oder jedes andere weinartige Getränk zu bewahren. Ein Kühlbecken, das dort angelegt ist, wo sich bequem Nachschub an kühlendem Quellwasser beschaffen lässt, bewahrt den Cider so lange, bis er die Stärke selbst des Canary erreicht hat. Wo es in deinem Keller an Quellwasser fehlt, kannst du dir behelfen, indem du die Flaschen in Brunnen hinablässt, an denen Pumpen stehen, damit der häufige Gebrauch der Eimer ihnen nicht schadet. Oder du legst nahe am Grund in den Wänden der Brunnen kleine Gewölbe an.</p>
          <p>Warum Wasser: Der Grund, weshalb für ein solches Kühlbecken Wasser vorzuziehen ist, liegt darin, dass die Dichte seines Körpers keine plötzliche Verdünnung der Luft zulässt, wie andere Stoffe es tun. Das Wasser hat vielmehr durchgehend einen gleichmäßigen Grad von Kälte, und zwar einen kälteren als gewöhnlich der des bewahrten Getränks. Dadurch verdichtet es dessen Geister so sehr, dass sie keinen Ausweg und keine Ausdehnung suchen, sondern in ihrem eigenen Körper zur Ruhe kommen. Dort vermehren sie sich und werden mehr und mehr reif, kraft jener angeborenen Wärme, die das Getränk empfing, als es noch in seiner Frucht war.</p>
          <p>Zwei offene Fragen: Man fragt sich, ob die Wärme, die in Brunnen oder tiefen Quellen bei Frostwetter herrscht, diesen Getränken nicht schadet. Ebenso fragt man sich, ob diese kühlen Becken nicht durch die verdichtende Kraft des Wassers verhindern, dass Flaschen mit Glasstopfen zerspringen. Da ich selbst keine Gelegenheit habe, diese Versuche anzustellen, kann ich diese Fragen vorerst nicht entscheiden.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-030">
        <head>Ein Kühlbecken für die Flaschen mauern, speisen und leeren</head>
        <div type="original" xml:id="wor-030-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-030-trans">
          <p>In ſome places the conveniencie of Water may eaſily be had for ſuch a Refrigeratory, both for the conſtant ſupply of cool Spring-water, and for its evacuation again, which is as neceſſary as its ſupply: and in many places the Cideriſt may command a Spring from ſome place a little diſtant from his Refrigeratory, but cannot ſo eaſily be rid of it again; which muſt be as well conſidered of as the other. Therefore if you can conveniently make a Ciſtern in the bottom or on the ſide of your Cellar that will hold water, either of Stone or Brick well cemented, and if of Brick, plaiſtered with Plaiſter of Paris, or with a Cement made of Linſeed-oyl and Lime newly ſlakned, with a little Cotton-wool beat into it, and can, as occaſion requires, ſupply it with a deſcent of cool Spring-water; your way to evacuate the ſame, will be with a ſmall Hand-pump, ſuch as they uſually uſe in ſmall Veſſels at Sea, and may be had in Maritime Towns at an eaſie rate, with which you may pump your Ciſtern or Conſervatory dry once a week, oftner or more ſeldome, as the warmth or coldneſs of the Air ſeems to require; and ſupply it again from your Spring, or in defect thereof from ſome Well or Pump, whence you draw your Water for other occaſions. But if your Ciſtern be made in the Ground under your Cellar, you need only lay your Brick or Stone in Clay well tempered, and laid thick under the Brick or Stone, and on the ſides of the Ciſtern.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-030-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-030-orig">
          <p>An manchen Orten lässt sich das Wasser für einen solchen Kühlkeller leicht haben, sowohl für die ständige Zufuhr von kühlem Quellwasser als auch für seinen Ablauf, der ebenso nötig ist wie die Zufuhr. An vielen Orten kann der Cider-Macher eine Quelle von einer Stelle in geringer Entfernung zu seinem Kühlkeller leiten, wird das Wasser aber nicht so leicht wieder los. Das muss ebenso bedacht werden wie das andere.</p>
          <p>Kannst du also bequem am Boden oder an der Seite deines Kellers ein Becken anlegen, das Wasser hält, entweder aus Stein oder Ziegel, gut vermörtelt - und wenn aus Ziegel, mit Gips verputzt oder mit einem Kitt aus Leinöl und frisch gelöschtem Kalk, in den ein wenig Baumwolle eingeschlagen ist -, und kannst du es nach Bedarf mit einem Zulauf von kühlem Quellwasser speisen, so leerst du es mit einer kleinen Handpumpe, wie man sie gewöhnlich auf kleinen Schiffen benutzt. Sie ist in Hafenstädten günstig zu haben. Damit kannst du dein Becken oder Kühlbecken einmal in der Woche leer pumpen, öfter oder seltener, je nachdem, wie es die Wärme oder Kälte der Luft zu verlangen scheint, und es wieder aus deiner Quelle füllen, oder, wenn sie fehlt, aus einem Brunnen oder einer Pumpe, woraus du dein Wasser für andere Zwecke holst.</p>
          <p>Liegt dein Becken aber im Erdreich unter deinem Keller, brauchst du deine Ziegel oder Steine nur in gut durchgearbeiteten Ton zu setzen, der dick unter die Ziegel oder Steine und an die Seiten des Beckens gelegt wird.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Stone">Stein (oder Ziegel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Brick">Ziegel (oder Stein)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Plaiſter of Paris">Gips (zum Verputzen der Ziegel)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Linſeed-oyl">Leinöl (für den Kitt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Lime newly ſlakned">Kalk, frisch gelöscht (für den Kitt)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a little Cotton-wool">Baumwolle, ein wenig (in den Kitt eingeschlagen)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Clay well tempered">Ton, gut durchgearbeitet (für ein Becken im Erdreich)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a ſmall Hand-pump">Handpumpe, klein</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-031">
        <head>Flaschenlagerung ohne Wasserbecken: Kellernischen, Sonnenraum, Korken</head>
        <div type="original" xml:id="wor-031-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-031-trans">
          <p>Where you have not the conveniency of Water, or are unwilling to be at the expence, as in ſome places it may require, of making ſuch Conſervatories; there the beſt way is to dig Vaults in your Cellars, under the Level of the bottome, or to make Niches in the Walls near the Ground, and in them place your Bottles leaning: for the more they are remote from the Air, and the more encompaſſed with Stone or Earth, the cooler they will continue, and the leſs ſubject to the inconveniencies that happen from the mutability of the Ambient Air.
To accelerate maturity in your Bottle-drink, you may place them above Stairs
in ſome Room warm'd by the Beams of the Sun; which will much haſten its maturity, and is eaſier performed than any Agitation can be: but thus it will not long continue, and caution muſt be had to your Bottles.
Binding down the Corks of your Bottles in caſe of danger, is not ſo much to be commended, as well fitting them in by full Corks; becauſe the Liquor were better fly the Cork than break the Bottle, which muſt be, in caſe the Cork be tyed down, and the Liquor not well qualified.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-031-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-031-orig">
          <p>Wo du kein Wasser zur Verfügung hast oder die Kosten scheust, die das Anlegen solcher Kühlbecken an manchen Orten erfordern kann, da ist es am besten, in deinen Kellern Gewölbe unter die Höhe des Bodens zu graben oder in den Wänden nahe am Boden Nischen zu machen und deine Flaschen schräg hineinzulegen. Denn je weiter sie von der Luft entfernt und je mehr sie von Stein oder Erde umschlossen sind, desto kühler bleiben sie und desto weniger sind sie den Nachteilen ausgesetzt, die aus der Wechselhaftigkeit der umgebenden Luft entstehen.</p>
          <p>Um die Reife deines Flaschengetränks zu beschleunigen, kannst du die Flaschen oben im Haus in einen Raum stellen, den die Strahlen der Sonne erwärmen. Das beschleunigt seine Reife sehr und ist leichter getan, als es jedes Bewegen sein kann. Auf diese Weise hält es sich aber nicht lange, und man muss auf seine Flaschen achtgeben.</p>
          <p>Die Korken deiner Flaschen für den Fall der Gefahr festzubinden, ist nicht so sehr zu empfehlen, wie sie mit vollen Korken gut einzupassen. Denn es ist besser, das Getränk treibt den Korken heraus, als dass es die Flasche zerbricht. Und das muss geschehen, wenn der Korken festgebunden und das Getränk nicht gut beschaffen ist.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-032">
        <head>Verdorbenen Cider wiederherstellen: schal, sauer, muffig, dick</head>
        <div type="original" xml:id="wor-032-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-032-trans">
          <p>It many times happens, that Cider that hath been good, by ill management or other accident becomes dead, flat, ſowre, thick, muddy, or muſty; all which in ſome ſort or other may be cured.
Deadneſs or Flatneſs in Cider, which is often occaſioned from the too free admiſſion of Air into the Veſſel, for want of right ſtopping, and is cured by grinding a ſmall parcel of Apples, and putting them in at the Bunghole, and ſtopping it cloſe, only ſometimes trying it by opening the ſmall vent, that it force not the Veſſel: but then you muſt draw it off in a few days, either into Bottles or another Veſſel, leſt the Murc corrupt the whole Maſs; which may alſo be prevented, in caſe you preſs your Apples, and put up only the new Muſt that comes from them on the decayed Cider. The ſame may be done in Bottles, by adding about a ſpoonful or two of new Muſt to each Bottle of dead Cider, and
ſtopping it again. Cider that is dead or flat will oftentimes revive again of it ſelf, if cloſe ſtopt, upon the revolution of the year and approaching Summer.
If Cider be acid, as ſometimes it happens by reaſon of the immaturity of the Fruit, too nimble an Operation, too great a Fermentation in the Veſſel, or too warm a Scituation of your Veſſels wherein it is kept; this ſometimes becomes pleaſant again, in caſe its Lee be yet in the Veſſel, as is ſuppoſed by a ſecond operation on it, but in caſe it doth not, if you add about a Gallon of unground-Wheat to a Hogſhead of it, it will very much ſweeten it, and make it pleaſant. The ſame effect will two or three Eggs put in whole, or a pound of Figgs ſlitt, produce, as is reported. But the ſureſt remedy is Botling it with a Knob of Sugar, in proportion according to the occaſion.
There is ſome difference between a ſharp or acid Cider, and a Cider that is eager or turn'd. The firſt hath its Spirits free and volatile, and may eaſily be retriv'd by a ſmall addition of new Spirits, or ſome edulcorating matter; but the latter hath part of its Spirits waſted, and part retired, that all additions are vain attempts to recover it.
If your Cider be Muſty, which happens either from the places the Fruit lay in before Grinding, or from the Veſſels through which the Pulp or Muſt hath paſt, or that the Cider is contain'd in; the Cure thereof is very difficult. Although in ſome meaſure the ill ſavour of it may be corrected by Muſtard-Seed ground with ſome of the ſame Cider.
Thick Cider is eaſily cured at what Age ſoever, by exciting it to a fermentation, either by the addition of Muſtard made with Sack, or by the addition of new Pulp or Muſt, or of rotten Apples; Or (which will do it when all fails) by purifying it with Iſinglaſs, or Fiſh-glew, as before is directed.
Racking of Cider is much commended by ſome, but the operation tedious, troubleſome, and coſtly, by reaſon of the change of Veſſels of different ſizes, the latter being to be leſs than the former. And therefore not to be endured amongſt true Cideriſts, Purifying the Liquor before Tunning, being much to be preferred.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-032-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-032-orig">
          <p>Es kommt oft vor, dass ein Cider, der gut gewesen ist, durch schlechte Behandlung oder einen anderen Zufall tot, schal, sauer, dick, trüb oder muffig wird. All das lässt sich auf die eine oder andere Weise heilen.</p>
          <p>Tot oder schal: Totheit oder Schalheit im Cider kommt oft daher, dass zu viel Luft ins Fass gelangt, weil es nicht richtig verschlossen ist. Man heilt sie, indem man eine kleine Menge Äpfel mahlt, sie durch das Spundloch hineingibt und das Fass dicht verschließt; nur öffnet man zuweilen zur Probe das kleine Luftloch, damit der Cider das Fass nicht sprengt. Dann aber musst du ihn nach wenigen Tagen abziehen, entweder auf Flaschen oder in ein anderes Fass, damit die Maische nicht die ganze Masse verdirbt. Das lässt sich auch vermeiden, wenn du die Äpfel presst und nur den frischen Most, der aus ihnen kommt, auf den verdorbenen Cider gibst. Dasselbe geht auch in Flaschen: Man gibt etwa einen oder zwei Löffel frischen Most in jede Flasche toten Ciders und verschließt sie wieder. Toter oder schaler Cider lebt oft von selbst wieder auf, wenn er dicht verschlossen ist, mit dem Umlauf des Jahres und dem nahenden Sommer.</p>
          <p>Sauer: Ist der Cider sauer, wie es manchmal geschieht wegen unreifer Frucht, eines zu hurtigen Verlaufs der Gärung, einer zu heftigen Gärung im Fass oder weil die Fässer, in denen er liegt, zu warm stehen, dann wird er manchmal wieder angenehm, sofern sein Hefesatz noch im Fass ist, wie man annimmt durch eine zweite Gärung. Geschieht das nicht, und gibst du etwa eine Gallone ungemahlenen Weizen auf ein Hogshead davon, so wird ihn das sehr versüßen und angenehm machen. Dieselbe Wirkung sollen, wie berichtet wird, zwei oder drei ganz hineingegebene Eier oder ein Pfund aufgeschlitzte Feigen haben. Das sicherste Mittel aber ist, ihn mit einem Stück Zucker auf Flaschen zu ziehen, in der Menge, wie es der Fall verlangt.</p>
          <p>Scharf-sauer oder umgeschlagen: Zwischen einem spitzen oder sauren Cider und einem Cider, der scharf-sauer oder umgeschlagen ist, besteht ein Unterschied. Der erste hat seine Geister noch frei und flüchtig und lässt sich leicht wiederherstellen durch einen kleinen Zusatz neuer Geister oder eines süßenden Stoffes. Beim zweiten aber ist ein Teil der Geister verflogen und ein Teil zurückgezogen, sodass alle Zusätze vergebliche Versuche sind, ihn zu retten.</p>
          <p>Muffig: Ist dein Cider muffig, was entweder von den Orten kommt, an denen die Früchte vor dem Mahlen lagen, oder von den Gefäßen, durch die Maische oder Most gelaufen sind oder in denen der Cider liegt, dann ist die Heilung sehr schwierig. Doch lässt sich der üble Geschmack einigermaßen verbessern durch Senfsaat, die mit etwas von demselben Cider gemahlen wird.</p>
          <p>Dick: Dicker Cider ist in jedem Alter leicht zu heilen, indem man ihn zur Gärung anregt: entweder durch einen Zusatz von Senf, der mit Sack angemacht ist, oder durch einen Zusatz von frischer Maische oder frischem Most oder von faulen Äpfeln; oder - und das hilft, wenn alles andere versagt - indem man ihn mit Hausenblase oder Fischleim klärt, wie zuvor beschrieben.</p>
          <p>Vom Umziehen: Das Umziehen des Ciders wird von manchen sehr gelobt, aber die Arbeit ist langwierig, mühsam und kostspielig, weil man Gefäße verschiedener Größe wechseln muss, das spätere jeweils kleiner als das frühere. Unter echten Cider-Machern ist es daher nicht zu dulden; weit vorzuziehen ist es, das Getränk zu klären, bevor man es auf Fässer füllt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="a ſmall parcel of Apples">Äpfel, gemahlen (eine kleine Menge)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="the new Muſt">frischer Most (aufs Fass, oder ein bis zwei Löffel je Flasche)</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient orig="a Gallon of unground-Wheat">Weizen, ungemahlen (etwa 1 Gallone auf ein Hogshead)</ingredient> - 1 gallon</item>
            <item><ingredient orig="two or three Eggs put in whole">Eier, ganz (nach Bericht)</ingredient> - 2-3 Stück</item>
            <item><ingredient orig="a pound of Figgs ſlitt">Feigen, aufgeschlitzt (nach Bericht)</ingredient> - 1 Pfund</item>
            <item>
              <ingredient orig="a Knob of Sugar">Zucker, ein Stück (beim Abfüllen, nach Bedarf)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Muſtard-Seed ground with ſome of the ſame Cider">Senfsaat, mit etwas Cider gemahlen (gegen Muffigkeit)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Muſtard made with Sack">Senf, mit Sack angemacht (für dicken Cider)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="rotten Apples">faule Äpfel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="isinglass" orig="Iſinglaſs, or Fiſh-glew" commodity="wikidata:Q1255331" source="#fyndling-ingredient-name">Hausenblase (oder Fischleim)</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
      <div type="recipe" xml:id="wor-033">
        <head>Cider durch Schwefeln haltbar machen</head>
        <div type="original" xml:id="wor-033-orig" xml:lang="und" corresp="#wor-033-trans">
          <p>If the Veſſel before Cider be tunned up into it, be fumed with Sulphur, it much conduceth to the preſervation of this or any other kind of Liquor: which may be
done by laying Brimſtone on a Rag, or by dipping a Rag in melted Brimſtone, and by a Wire letting it down into the Veſſel, being fired, will fill the Veſſel full of ſmoak; then take it out, and immediately tun up your Liquor, which gives it no ill taſte nor ſavour, and is an excellent preſerver of your health, as well as of the Liquor.
But the better way for this operation is, by making a little Earthen pot wherein to burn your Brimſtone, the cover of it to extend in a Pipe about two Foot for your Mouth, and another Pipe to go out of the ſide of the Pot into the Bung-hole of the Veſſel, in which the Cider is put to be preſerved: about half way deep into the Liquor, put your Rags dipp'd in Brimſtone, into the pot, add Fire to it, cover your pot, blow at your Pipe, which will encreaſe the Fire, and drive the Fume into the middle of the Liquor in the Barrel, and alſo fill the Vacancies of the Veſſel; Then ſtop it cloſe, by which means the Cider is impregnated with the Spirit of Sulphur, which will give it no alteration, ſave only for its ſalubrity and duration.
It is evident, that Cider by time changes its greeniſh Colour, for a bright yellow, inclining to redneſs.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wor-033-trans" xml:lang="de" corresp="#wor-033-orig">
          <p>Wird das Fass, bevor der Cider hineingefüllt wird, mit Schwefel ausgeräuchert, so trägt das viel zur Haltbarkeit dieses oder jedes anderen Getränks bei. Das geschieht, indem du Schwefel auf einen Lappen legst oder einen Lappen in geschmolzenen Schwefel tauchst und ihn angezündet an einem Draht ins Fass hinablässt; er füllt das Fass ganz mit Rauch. Dann nimm ihn heraus und fülle sofort dein Getränk ein. Das gibt ihm keinen schlechten Geschmack und keinen üblen Geruch und ist ein ausgezeichnetes Bewahrungsmittel für deine Gesundheit ebenso wie für das Getränk.</p>
          <p>Der bessere Weg für dieses Verfahren aber ist, einen kleinen Tontopf zu machen, in dem du deinen Schwefel verbrennst. Sein Deckel läuft in ein Rohr von etwa zwei Fuß Länge für deinen Mund aus, und ein zweites Rohr führt seitlich aus dem Topf in das Spundloch des Fasses, in dem der Cider zur Aufbewahrung liegt, und reicht etwa bis zur halben Tiefe in das Getränk. Lege deine in Schwefel getauchten Lappen in den Topf, zünde sie an, decke den Topf zu und blase in dein Rohr. Das facht das Feuer an und treibt den Rauch mitten in das Getränk im Fass, und er füllt auch den leeren Raum im Fass. Dann verschließe das Fass dicht. Auf diese Weise wird der Cider mit dem Geist des Schwefels durchdrungen, der ihn in nichts verändert, außer in seiner Heilsamkeit und Haltbarkeit.</p>
          <p>Es ist offenkundig, dass der Cider mit der Zeit seine grünliche Farbe gegen ein helles Gelb tauscht, das ins Rötliche geht.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient orig="Brimſtone">Schwefel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a Rag">Lappen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a Wire">Draht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a little Earthen pot">Tontopf, klein, mit Deckel</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="a Pipe about two Foot">Zwei Rohre (Mundrohr am Deckel, etwa zwei Fuß; Seitenrohr ins Spundloch)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient orig="Cider">Cider</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#wor-001-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Wasser-Cider ist gewöhnlicher Cider, dem Wasser zugesetzt wird. Worlidge beschreibt kein eigenes Verfahren, sondern sagt, welche Äpfel das vertragen, welches Wasser besser ist und wann es hineingehört. Sein Urteil ist nüchtern: Das Wasser bringt Menge, sonst nichts.

Welche Äpfel. Nur ganz reife Äpfel mit mildem, gehaltvollem Saft vertragen Wasser, ohne dass das Getränk leidet. Bei Früchten, die sauer, roh oder dünnsaftig sind, hält er das Verdünnen für sehr unangebracht.

Jersey und die Klärung. Auf Jersey ist der Cider nach seiner Beobachtung so zäh, dass er sich ohne einen Schuss Wasser schlecht klärt. Was diese Zähigkeit genau ist, ein von Natur aus dichter Saft oder ein Cider, der zäh geworden ist, sagt er nicht. Eine Menge nennt er nicht, „ein Schuss“ meint wenig.

Abgekochtes Wasser. Worlidge verlangt, das Wasser abzukochen und ganz erkalten zu lassen, weil es so viel von seiner Rohheit verliert. Das ist seine Begründung, in seinem Begriff der Rohheit, den er auch für Unreifes braucht. Heute würde man sagen: Abkochen tötet Keime im Wasser ab.

Wann das Wasser hineingehört. Am besten beim Mahlen, also zur Maische vor dem Pressen; dann geht es mit dem Saft durch Pressen und Gärung. Schlechter ist es im Fass, am schlechtesten erst im Glas, wo es nur den fertigen Cider streckt.

Gärung und Hefe. Zur Gärung sagt Worlidge hier nichts; der Wasser-Cider gärt wie sein übriger Cider. Die Hefe kommt von den Äpfeln und aus dem immer wieder benutzten Bottich und Fass; das abgekochte Wasser bringt keine mit, es verdünnt nur. Wie beim Dünnbier wird das Getränk dadurch reichlicher und dünner.

Praxis. Nur vollreife, milde, saftreiche Äpfel nehmen. Trinkwasser abkochen, ganz erkalten lassen und beim Mahlen zu den Äpfeln geben, nicht erst ins Fass oder ins Glas. Eine Wassermenge gibt Worlidge nicht an; für Jersey spricht er von einem Schuss. Heute setzt man dem Most, wenn kein eingefahrenes Fass da ist, eine Cider- oder Weißweinhefe zu. Saure oder dünnsaftige Äpfel bleiben besser unverdünnt.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-001-orig" n="Iſland of Jerſey" resp="#fyndling">Jersey, Kanalinsel vor der Küste der Normandie.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-001-orig" n="crudity" resp="#fyndling">Rohheit: Worlidges Begriff für das Unreife, Unverdaute. Blount (1656) erklärt crude als „raw, fresh, not ripe, not digested“. Worlidge braucht ihn auch für die Stiele unreifer Trauben (wor-006) und für grüne Kräuter (wor-019).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-001-orig" n="mellow and rich Juice" resp="#fyndling" subtype="lexical">„milder, gehaltvoller Saft“: mellow steht gegen „acid, crude“ im nächsten Absatz, rich gegen „thin“; Ludwig (1706) gibt für mellow unter anderem „linde, weich“.<list type="alternatives"><item>„reifer, mürber Saft“<note type="rationale">Ludwig nennt auch „muͤrbe, reiff, zeitig“; das trifft die Frucht, die Worlidge aber schon mit „thorowly mature“ beschreibt. Für den Saft liegt „mild“ näher.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-002-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Nachguss: Der beim Cider-Pressen zurückgebliebene Trester enthält noch Saft und Zucker. Wasser zieht sie in etwa zwei Tagen aus, ein zweites Pressen holt den Auszug heraus. Das Ergebnis ist ein dünnes Haushaltsgetränk; Worlidge selbst stellt es neben das Dünnbier. Wie man den Trester dafür presst (nicht zu hart), sagt Worlidge im Abschnitt über das Pressen.

Das Wasser. Worlidge nimmt abgekochtes und wieder erkaltetes Wasser. Seinen Grund nennt er im Abschnitt davor beim Wasser-Cider: Abgekochtes Wasser verliere viel von seiner "crudity". Das ist seine Erklärung. Eine Menge nennt er nicht; der Maßstab ist die Ausbeute im Verhältnis zum Cider - je mehr Wasser, desto dünner.

Woher kommt die Gärung? Worlidge spricht hier nicht vom Gären, lässt den Nachguss aber wenige Tage im Fass liegen, bevor man ihn trinkt. Die Hefe bringt der ungekochte Trester von der Frucht mit, dazu das immer wieder benutzte Fass. Der empfohlene Bodensatz oder Hefesatz aus dem zuletzt geklärten Cider gibt zusätzlich Hefe und Geschmack; überschüssiger Cider und frisch gemahlenes Fallobst bringen mehr Zucker und Saft. In der Hopfen-Variante wird nach dem Pressen gekocht; dann kann die Hefe nur aus dem Fass kommen.

Hopfen. Für einen Nachguss, der sich lange halten soll, kocht Worlidge ihn nach dem Pressen mit Hopfen, so viel, wie man einem Bier gleicher Lagerdauer gibt. Weil hier ohnehin gekocht wird, entfällt das Abkochen des Wassers vorher. Eine Hopfenmenge nennt er nicht.

Praxis. Trester aus einer eigenen Cider-Pressung in einem sauberen Bottich mit abgekochtem, kaltem Wasser übergießen, etwa zwei Tage stehen lassen, gut auspressen, ins Fass füllen. Worlidge verspundet sofort. Heute würde man, solange der Nachguss noch gärt, einen Gärspund aufsetzen statt eines festen Spunds, weil die Gärung in einem fest verschlossenen Fass Druck aufbaut. Wer kein eingefahrenes Fass hat, kann heute etwas Cider- oder Weißweinhefe zusetzen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-002-orig" n="Ciderkin or Purre" resp="#fyndling">Worlidges zwei Namen für den Nachguss auf dem ausgepressten Trester. Beim Pressen nennt er ihn auch Water-cider, "uſually called Purre", und rät, den Trester nicht zu hart zu pressen, wenn man Purre machen will.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="gloss" target="#wor-002-orig" n="Small-Beer" resp="#fyndling">Dünnbier, das schwache Alltagsbier des Haushalts. Worlidge vergleicht schon im Absatz davor das Strecken mit Wasser damit, dass man aus derselben Malzmenge mehr Dünnbier als Starkbier braut.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-002-orig" n="if about half the quantity of the Cider be preſſed from it, it will be good; if as much as the Cider, then but ſmall" resp="#fyndling" subtype="contextual">Maßstab ist die Ausbeute des zweiten Pressens: Kommt etwa halb so viel heraus wie vorher Cider, wird der Nachguss gut, bei gleich viel nur dünn. 'be preſſed from it' bezieht sich auf den gewässerten Trester.<list type="alternatives"><item>Gemeint ist die Wassermenge: halb so viel Wasser wie Cider.<note type="rationale">Der Satz folgt auf 'what quantity you think convenient of boyl'd Water' und regelt praktisch auch das Wasser, weil die Ausbeute mit dem Wasser steigt. Grammatisch spricht er aber vom Ausgepressten.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-003-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidge kocht frischen Apfelmost vor der Gärung, bis die Hälfte verdampft ist, und lässt ihn erst danach gären oder klären. Das Ergebnis soll sich sehr lange halten und gehaltvoll und stark werden. Die verbreitete Praxis, gekochten Cider mit Gewürzen gegen den Kochgeschmack aufzubessern, lehnt er ab.

Warum einkochen? Beim Verdampfen geht Wasser, Zucker und Säure bleiben: Der Rest wird süßer und saurer und nach dem Vergären stärker. Worlidge erklärt dasselbe mit seiner Lehre vom phlegmatischen, wässrigen Teil, der zuerst entweicht, und von den Geistern, die sich vor der Gärung zusammenziehen. Deshalb kommt es ihm auf das breite, offene Gefäß und das rasche Verdampfen an, nicht auf heftiges Sieden. Wie viel Zucker der Most mitbringt, sagt er nicht; die Stärke lässt sich daher nicht beziffern.

Das Gefäß. Latten ist Weißblech, verzinntes Eisenblech. Worlidge will damit den Metallgeschmack vermeiden, den saurer Apfelsaft aus Messing und Kupfer zieht, räumt aber ein, dass man sonst keine anderen Kochkessel kannte: Das Weißblechgefäß muss eigens groß genug gemacht werden. Wasserbad oder dünnes Aschebett und ständiges Rühren sollen verhindern, dass der Trub an der Wand anbrennt.

Woher kommt die Hefe? Worlidge nennt keine. Gekochter Most ist keimfrei; die Gärung kam aus dem immer wieder benutzten Fass, in dem sich eine Kellerhefe gehalten hatte. Dass er den Most noch warm gären oder klären lässt, passt zu seiner Regel an anderer Stelle, Wärme fördere Gärung und Klärung (wor-024). Wie weit gegoren oder geklärt wird, überlässt er dem Leser; woran man die Hälfte erkennt, sagt er nicht.

Praxis. Heute, modern: frisch gepressten Apfelsaft in einem breiten Edelstahltopf offen kochen, bis die Hälfte verdampft ist, dabei rühren, damit nichts ansetzt. Ohne eingefahrenes Fass mit Cider- oder Weißweinhefe vergären. Worlidges Warnung vor Kupfer und Messing gilt weiter: Saurer Most löst Metall aus unverzinnten Kupfer- und Messingkesseln. Eine große Menge siedender Flüssigkeit über offenem Feuer verlangt einen standsicheren Kessel und Vorsicht beim Rühren, sonst drohen Verbrühungen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-003-orig" n="Phlegmatick part" resp="#fyndling">In der Säftelehre der Zeit der kalt-feuchte Anteil (Phillips 1658: einer der vier Säfte, „cold and moist“). Worlidge meint den wässrigen Teil, der beim Kochen zuerst entweicht.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-003-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">Worlidges Begriff für die wirksamen, belebenden Anteile eines Getränks (Ludwig 1706: spirit = Geist). Nach seiner Lehre ziehen sie sich vor der Gärung und nach der Fäulnis zusammen; das ist seine Erklärung, keine heutige.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-003-orig" n="Latten" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weißblech, verzinntes Eisenblech: Ludwig 1706 „Latten, blech, du fer blanc“, Halliwell 1846 „Plate-tin“. Worlidge begründet die Wahl selbst mit „the Tin yielding no bad Tincture“ und lehnt Messing und Kupfer im Satz davor ab.<list type="alternatives"><item>Messing oder messingartige Legierung<note type="rationale">Die ältere Bedeutung (Digby-Glossar 1910 „thin brass, or mixed metal“, Stratmann „mixed metal similar to brass“; Halliwell warnt, das alte Wort sei nicht Weißblech). Trägt hier nicht, weil Worlidge vom Zinn spricht und Messing gerade vermeiden will.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-003-orig" n="no bad Tincture" resp="#fyndling" subtype="lexical">„keine schlechte Färbung“: Ludwig 1706 „Tincture, eine farbe, färbung“, Phillips 1658 „a staining“; passt zur „high Colour“, die das Kochen im Kupfer- und Messingkessel gibt.<list type="alternatives"><item>„keinen schlechten Beigeschmack“, allgemein etwas, das sich der Flüssigkeit mitteilt<note type="rationale">Im Satz davor geht es um „ill ſavour“ aus dem Metall; tincture kann im Englischen der Zeit auch einen Auszug oder Anflug meinen (vgl. wor-004). Ohne Wörterbuchbeleg für Geschmack nur Nebenlesart.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-004-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kein einzelnes Rezept, sondern Worlidges Liste möglicher Zusätze zum Cider. Grundlage ist fertiger, vergorener Cider, dessen Herstellung in den übrigen Abschnitten seines Buchs steht. Jeder Zusatz wird für sich genannt, eine Menge gibt Worlidge nur beim Wacholder an.

Wacholder beim Abfüllen. Sechs, acht oder zehn getrocknete Beeren kommen in jede Flasche, im Fass entsprechend mehr. Die Beeren geben ihr Aroma ab, solange der Cider auf ihnen liegt; wie lange, sagt Worlidge nicht. Er rechnet selbst damit, dass man sich an den fremden Geschmack erst gewöhnen muss. Heutiger Hinweis: Cider, der beim Abfüllen noch nicht ganz durchgegoren ist, gärt in der Flasche nach und baut Druck auf. Gewöhnliche Flaschen können dann platzen, deshalb druckfeste Flaschen nehmen und kühl lagern.

Ingwer. Dass Ingwer den Cider spritziger und lebhafter macht, ist Worlidges Beobachtung. Ob der Ingwer die Nachgärung anregt oder nur frisch und scharf schmeckt, erklärt er nicht. Form und Menge des Ingwers nennt er nicht.

Rosmarin und Wermut. Beide ziehen im Cider aus. „Wie im Wein“ verweist auf den Wermutwein, den man kannte und den auch Ludwig 1706 als „Wormwood-wine, wermuthwein“ führt. Wermut ist stark bitter und enthält Thujon; heute nur sparsam verwenden.

Beerensäfte. Der Johannisbeersaft soll jungen Cider ausgleichen, der noch zu süß schmeckt: Wenige Tropfen färben und bringen Säure. Wie der Saft ohne Zucker haltbar gemacht wird, beschreibt Worlidge hier nicht; heute würde man ihn erhitzt in saubere Flaschen füllen oder frisch verwenden. Himbeersaft oder Himbeerwein setzt er nur bei Cider ein, der nicht zu neu und nicht zu süß ist. Maulbeere und Brombeere nennt er „kühlend“, eine Wirkung, die er diesen Säften zuschreibt; sichtbar ist vor allem ihre dunkle Färbung. Beide reifen zur Ciderzeit und sind dann frisch zur Hand.

Holunder. Zwei Wege: Die Beeren werden mit den Äpfeln gepresst und gären mit dem Most zusammen, oder ihr Saft kommt in den Cider. Rohe Holunderbeeren, besonders unreife, sowie Stiele und Blätter können Übelkeit auslösen; heute nimmt man nur reife Beeren ohne Stiele, für den späteren Zusatz meist erhitzten Saft.

Gartennelke. Gemeint sind die getrockneten Blüten der Gartennelke, nicht Gewürznelken. Im Cider eingeweicht geben sie Farbe und ihren nelkenartigen Duft.

Praxis. Einen fertigen Cider nehmen und die Zusätze einzeln ausprobieren; außer beim Wacholder nennt Worlidge keine Mengen, also mit wenig beginnen. Wer Holunder mit den Äpfeln presst, braucht die ganze Cidergärung: Bei Worlidge kommt die Hefe von der Frucht und aus dem immer wieder benutzten Fass; ohne ein solches Fass setzt man heute Cider- oder Weißweinhefe zu.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-004-orig" n="luſcious" resp="#fyndling">Bei Worlidge übermäßig süß, schwer süß (Halliwell: „disagreeably sweet“), nicht „köstlich“ wie im heutigen Englisch.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-004-orig" n="Currants" resp="#fyndling">Johannisbeeren, nicht Korinthen: Gemeint ist ein Saft, von dem man klare Tropfen nimmt. Worlidge nennt an anderer Stelle die rote holländische Johannisbeere.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-004-orig" n="tingeth / Tincture" resp="#fyndling" subtype="lexical">Färbung bzw. färben, an allen Stellen des Eintrags gleich. Ludwig 1706 nennt für Tincture zuerst „eine farbe, färbung“, Phillips 1658 „a staining, or dying“; bei der Gartennelke steht das Wort neben Flavour, also neben dem Geschmack.<list type="alternatives"><item>Tinktur, Auszug<note type="rationale">Ludwigs zweite Bedeutung „eine tinctur“; der Schlusssatz spricht vom Ausziehen der Kräfte, und bei den „cooling Tinctures“ schwingt eine Wirkung mit. Die Säfte werden aber zugegossen, nicht ausgezogen.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-004-orig" n="early Cider" resp="#fyndling" subtype="contextual">Junger Cider, der noch zu süß schmeckt: Die Tropfen sollen ihn reifen lassen (matureth), und Worlidge spricht auch sonst von Cider für das frühe Trinken („for a more early spending“).<list type="alternatives"><item>Cider aus früh reifendem Obst<note type="rationale">Early heißt bei Worlidge auch frühreif (early White Muscadine). Für Äpfel sagt er das hier nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-004-orig" n="produceth the effect that it doth in Wine" resp="#fyndling" subtype="contextual">Dieselbe Wirkung wie im Wermutwein, wörtlich übersetzt; Worlidge sagt nicht, welche Wirkung er meint.<list type="alternatives"><item>Bitterer Geschmack<note type="rationale">Naheliegend, aber nicht gesagt.</note></item><item>Heilwirkung des Wermutweins<note type="rationale">Passt zum medizinischen Rahmen des Abschnitts, ist aber ebenfalls nicht gesagt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-005-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Perry ist vergorener Birnenmost, das Gegenstück zum Cider. Worlidge beschreibt hier kein eigenes Verfahren, sondern verweist auf den Cider: Mahlen, Pressen und Gären gehen so, wie er es dort beschreibt. Eigen sind dem Perry nur drei Hinweise, und alle betreffen die Frucht.

Nicht zu mürbe. Zu weit gereifte Birnen werden in der Mühle zu Brei. Worlidges Grund steht im Text: Sie geben ihren Saft dann schlecht her, die Maische lässt sich schwer auspressen. Wie reif „nicht zu mürbe“ genau ist, sagt er nicht.

Holzäpfel. Crabs sind Holzäpfel, kleine saure Wildäpfel. Worlidge richtet ihre Menge nach der Süße der Birne: je süßer die Birne, desto mehr Holzäpfel. Sie bringen also Säure in den Birnenmost. Ein Verhältnis nennt er nicht, „mit Bedacht“ ist die einzige Angabe.

Hefe. Worlidge nennt keine Hefe. Der Birnenmost wird nicht gekocht; die Gärung kommt wie beim Cider von der Frucht und aus dem immer wieder benutzten Bottich und Fass. Heutiger Hinweis: Wer kein eingefahrenes Fass hat, setzt Cider- oder Weißweinhefe zu.

Haltbarkeit. Gut gemachter Perry aus guten Birnen hält nach Worlidge so lange wie Cider; für einen haltbaren Perry nennt er die Bosbury-Birne als die beste. Eine Lagerdauer gibt er hier nicht an.

Praxis. Feste, nicht überreife Birnen mahlen, je nach ihrer Süße Holzäpfel mitmahlen, den Saft gewinnen und weiter verfahren, wie Worlidge es für den Cider beschreibt. Eine andere Birnensorte als die Bosbury-Birne nennt er hier nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-005-orig" n="Perry" resp="#fyndling">Vergorener Birnenmost, das Gegenstück zum Cider aus Äpfeln. Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 gibt das Wort mit „Birnwein, Birnmost“ wieder.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-005-orig" n="Holzäpfel (Crabs)" resp="#fyndling">Englisch crabs, bei Ludwig 1706 „ein saurer, wilder Apfel“. Mit Krebsen hat das Wort hier nichts zu tun.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-005-orig" n="Bosbury-Birne" resp="#fyndling">Eine Birnensorte des 17. Jahrhunderts. An anderen Stellen des Buchs zählt Worlidge sie zu den Mostbirnen aus Worcestershire und den angrenzenden Gegenden, die sich am besten für die Presse eignen. Welche heutige Sorte ihr entspricht, ist nicht belegt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-006-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidges Anleitung für Wein aus Trauben, die in England an warmen Lagen reifen, vor allem an Hauswänden und Mauern: Reifezeichen, Lese, Auslese nach Reife, Trennen von den Stielen, Pressen und ein Fass, das voll gehalten wird. Das Keltern selbst beschreibt er nicht, er setzt es voraus.

Die Lese. Die Reifezeichen sind sichtbar und fühlbar: pralle, durchscheinende Beeren, Kerne, die schwarz und sauber aus dem Fruchtfleisch kommen statt klebrig, welkende Stiele. Überreif können die Trauben nach Worlidge nicht werden, und Regen oder Frost schaden ihnen nicht, wenn es vor der Lese einige Zeit trocken war. Abgeschnitten statt abgerissen und vor Druckstellen geschützt, bleiben die Beeren bis zur Presse heil. Die Lese bei abnehmendem Mond ist seine Regel, eine Begründung gibt er dafür nicht.

Auslese und Stiele. Im kühlen Land reifen die Trauben ungleich, und die Stiele haben für Worlidge „etwas Rohes“. Er trennt deshalb die reiferen von den weniger reifen Beeren und alle von den Stielen, bevor gepresst wird. Heute erklärt man den Nutzen so: Die Traubenkämme geben beim Pressen herbe Gerbstoffe ab.

Leerraum und Auffüllen. Eine Hefe nennt der Text nicht. Der Traubenmost ist ungekocht, die Gärung kommt von der Frucht und aus dem immer wieder benutzten Fass. Worlidge lässt einen Teil des Fasses leer, weil die Gärung aufschäumt und Platz braucht. Nach zehn oder zwölf Tagen füllt er den Raum mit Wein, der selbst schon vergoren ist, und wiederholt das, so oft der Pegel sinkt; frischer Most würde von neuem angären. So bleibt das Fass voll. Seine eigene Begründung ist, dass der Wein seine Geister nicht verlieren soll.

Sofort fest verschließen? Worlidge verlangt, das Fass gleich nach dem Füllen dicht zu verspunden. Beim Cider rät er an späterer Stelle ausdrücklich davon ab, frisch Gepresstes sofort fest zu verschließen, weil der wilde Geist sich einen Ausgang sucht. Ob der Wein hier schon angegoren ins Fass kommt, sagt der Text nicht. Ein fest verschlossenes Fass mit gärendem Most baut Druck auf: Der Spund kann herausschießen, das Fass undicht werden.

Praxis. Heutiger Hinweis: Wer das nachmachen will, setzt während der stürmischen Gärung einen Gärspund auf statt eines festen Spunds und füllt danach spundvoll auf. Ohne eingefahrenes Fass gibt man eine Weinhefe zu. Wie viele Trauben, welche Sorte und wie lange der Wein gärt, sagt Worlidge nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-006-orig" n="Stalks" resp="#fyndling">Die Stiele samt Traubenkamm (Ludwig 1706: „der kamm einer trauben“). Worlidge trennt die Beeren vor dem Pressen davon.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-006-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">Im Original Spirits, bei Ludwig 1706 „ein geiſt“, auch „munterkeit, lebhafftigkeit“. Für Worlidge die flüchtige Kraft des Getränks, die aus einem offenen Fass entweicht. Das Wort gehört zu seiner Erklärung, nicht zur heutigen Chemie.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-006-orig" n="When your Wine is tunned … ſtop it up cloſe immediately" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der frisch gepresste Most kommt ins Fass und gärt dort; der leere Teil nimmt das Aufschäumen auf, und der Nachfüllwein muss deshalb selbst schon vergoren sein („that hath been alſo fermented“). Das sofortige dichte Verschließen gibt die Übersetzung so wieder, wie Worlidge es schreibt.<list type="alternatives"><item>Der Wein hat vorher schon im Bottich gegoren und kommt erst danach ins Fass; dann wäre das sofortige Verspunden unbedenklich.<note type="rationale">Der Text nennt keine Gärung vor dem Fass, und „alſo fermented“ setzt eher voraus, dass der Fasswein selbst gärt. Weil Worlidge beim Cider vor dem sofortigen Verschließen warnt, ist die Lesart aber nicht ganz auszuschließen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-007-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidges Anweisung für Claret, einen hellen, rötlichen Wein. Der Absatz folgt im Buch unmittelbar auf seinen Wein aus englischen Trauben (wor-006) und setzt dessen Lese und Auslese stillschweigend voraus. Anders ist nur, dass die Maische vor dem Pressen sechs oder acht Tage im Most bleibt. Eine Traubensorte oder die Farbe der Trauben nennt er nicht.

Die Zeit auf der Maische. Worlidge gibt sechs oder acht Tage an und lässt mehr oder weniger zu, je nachdem, ob der Wein herb oder gefärbt werden soll. Das Ende bestimmt also der gewünschte Charakter, nicht ein Zeichen der Gärung. Heute erklärt man das so: Aus den Schalen gehen mit der Zeit Farbe und herbe Gerbstoffe in den Most über. Ob der Most in diesen Tagen schon gärt, sagt Worlidge nicht. Eine Hefe nennt er keine; ungekochter Traubenmost gärt in einer solchen Standzeit in der Regel an, mit der Hefe von den Trauben und aus dem immer wieder benutzten Bottich. Heute heißt das Maischegärung, das Verfahren der Rotweinbereitung.

Dicht abdecken. Worlidge verlangt, den Bottich in der Zwischenzeit dicht abzudecken. Einen Grund nennt er nicht.

Der Nordwind. Dass Nordwinde die Weine sauer werden lassen, gibt Worlidge als Gehörtes weiter und rät, sie vom Wein fernzuhalten. Wie das geschehen soll, sagt er nicht. Es ist seine Erklärung des Sauerwerdens, keine heutige.

Praxis. Heutiger Hinweis: Ohne Trauben mit farbigen Schalen gibt es keine Färbung; Worlidge setzt das voraus, ohne es zu sagen. Ohne eingefahrenen Bottich gibt man eine Weinhefe zu. Gärende Maische gibt Kohlendioxid ab, das sich in geschlossenen Kellerräumen am Boden sammelt, deshalb gut lüften. Das Füllen ins Fass mit freiem Raum für die Gärung und das spätere Auffüllen beschreibt Worlidge im Absatz davor (wor-006). Wie viele Trauben er nimmt und wie lange der Wein danach gärt, steht nicht da.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-007-orig" n="Claret" resp="#fyndling">Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 übersetzt Claret mit „röthlichter wein“: ein heller, rötlicher Wein, keine eigene Rebsorte. Seine Farbe bekommt er hier aus der Zeit, die die Maische im Most steht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-007-orig" n="ruff or tinctured" resp="#fyndling" subtype="lexical">„herb oder gefärbt“: ruff ist eine Schreibung von rough (Ludwig 1706 verweist „Ruff-footed, G. Rough-footed“), und Rough heißt bei Ludwig unter anderem „herbe, unlieblich“. To tincture ist bei Ludwig „etwas farben“, Tincture bei Phillips 1658 „a staining, or dying“, wie in wor-003 und wor-004. Die beiden Wörter nennen, wonach sich die Dauer richtet; die Übersetzung lässt das Verhältnis so offen wie der Text.<list type="alternatives"><item>Gegensatzpaar nach der Dauer: kurz auf der Maische nur angefärbt, lang herb<note type="rationale">Passt zu „more or leſs“ und zum heutigen Wissen über die Standzeit, steht so aber nicht da.</note></item><item>Ruff als eigenes Wort (Krause, Kartenspiel, Vogel)<note type="rationale">So die Stichwörter bei Ludwig und Halliwell; im Weinkontext ohne Sinn.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-008-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein kurzer Kellerrat aus Worlidges Abschnitt über Wein aus englischen Trauben: Wein wird an gekochten und getrockneten Buchenholzspänen geklärt. Worlidge nennt die Vorbereitung der Späne, die Menge auf das Fass und ihre Wiederverwendung. Wie die Späne an den Wein kommen, wie lange der Wein darauf bleibt und woran man erkennt, dass er klar ist, sagt er nicht.

Die Späne. Beech ohne Zusatz ist die Rotbuche; Hainbuche und andere Bäume heißen im Englischen nur mit Beiwort so (Horn Beech, Dutch Beech). Die Späne sollen dünn sein und ohne Rinde. Das Auskochen in Wasser soll nach Worlidge die rankneſs des frischen Holzes mildern, also seinen starken Geruch, der sonst in den Wein ginge. Das gründliche Trocknen macht die Späne lagerfähig, und so lassen sie sich nach dem Gebrauch waschen, wieder trocknen und erneut verwenden.

Wie die Späne an den Wein kommen. Hier ist man auf andere Quellen angewiesen. Rasch beschreibt um 1580 denselben Arbeitsgang (ras-105): Buchenspäne so dünn wie möglich schneiden, in Wasser sieden, waschen, dürr werden lassen, einen Sack voll in ein halbes Fuder geben und den trüben Wein darüber schütten; nach vierzehn Tagen ist er klar, die Späne werden nach einem Vierteljahr gewaschen, getrocknet und wieder gebraucht. Krünitz' Oekonomische Encyklopädie (Bd. 7) kennt das Verfahren als „geraspelten Wein“: Trüber Wein läuft ein- oder zweimal über getrocknete Buchenspäne. Worlidges Mengenangabe „ein Peck auf ein Hogshead“ passt am besten dazu, dass die Späne ins Fass kommen und der Wein darauf liegt.

Was die Späne tun. Worlidge begründet das Klären nicht. Heute würde man sagen, dass sich Trub und Hefe an der großen Oberfläche der Späne absetzen; das ist eine Deutung, nicht sein Text.

Praxis. Unbehandeltes Buchenholz ohne Rinde, Lack oder Imprägnierung in dünne Späne hobeln, in Wasser auskochen (Vorsicht mit dem heißen Wasser), gründlich trocknen und in ein sauberes Fass oder einen Behälter geben, dann den Wein darauf füllen und ruhen lassen, bis er klar ist. Die Menge auf ein kleineres Gefäß lässt sich aus Worlidges Angabe nur grob abschätzen, eine Dauer nennt er nicht. Nach dem Gebrauch die Späne waschen, trocknen und trocken aufbewahren.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-008-orig" n="Peck" resp="#fyndling">Englisches Trockenmaß, nach Ludwig (1706) der vierte Teil eines englischen Scheffels (Bushel), ungefähr 9 Liter. Worlidge gibt die Menge selbst nur ungefähr an („about a peck“).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-008-orig" n="Hogshead" resp="#fyndling">Englisches Weinfass. Ludwig (1706) gibt 63 Gallonen an; mit der Weingallone von rund 3,8 Litern sind das ungefähr 240 Liter. Die Fassgrößen schwankten nach Ware und Ort.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-008-orig" n="rankneſs" resp="#fyndling" subtype="lexical">„Strenger Geruch“ des frischen Holzes: Ludwig (1706) gibt für Rankneſs unter anderem „ein starcker geruch“, und das Auskochen („to abate“) zielt auf etwas, das in den Wein übergehen würde.<list type="alternatives"><item>Üppigkeit, Fruchtbarkeit<note type="rationale">Ludwig nennt auch „die fruchtbarkeit; uͤberfluß an blaͤttern oder zweigen“; das passt zu Pflanzen im Wuchs, nicht zu abgeschälten Holzspänen, die ausgekocht werden.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-008-orig" n="with theſe may you purifie Wine" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Späne kommen ins Fass und der Wein liegt darauf, bis er klar ist: Die Menge ist auf ein Hogshead bezogen, und Rasch (ras-105) beschreibt bei denselben gesottenen, getrockneten Buchenspänen genau das („den ſchuͤtt daruͤber“).<list type="alternatives"><item>Der Wein wird nur ein- oder zweimal über die Späne laufen gelassen<note type="rationale">So beschreibt Krünitz (Bd. 7) den „geraspelten Wein“. Worlidges Wortlaut schließt das nicht aus, die Mengenangabe je Fass spricht eher für das Liegenlassen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-009-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidge setzt hier sein Verfahren für Wein aus englischen Trauben fort (Lese, Auslese, Auffüllen). Zuerst berichtet er zwei Kniffe, mit denen andere ihren Wein verbessern. Dann begründet er, warum Wein aus gut ausgereiften Mauertrauben bei sorgfältiger Arbeit so gut und so haltbar werden soll wie die besten eingeführten französischen Weine.

Rosinen mitpressen. plumped heißt aufgequollen (Ludwig 1706: „aufgeblehet“). Digby gebraucht das Wort für eingeweichte Rosinen, und frische Trauben quellen nicht vorher auf; es gehört hier zu den Rosinen. Wodurch sie den Wein verbessern, sagt Worlidge nicht. Heute würde man sagen: Sie bringen Zucker und Extrakt in einen Most, der in kühlen Lagen oft dünn bleibt. Wie viele Rosinen auf wie viele Trauben kommen, steht nicht da.

Die halbe Mostmenge einkochen. Eine Stunde kochen, abschäumen, heiß zur rohen Hälfte geben. Worlidge sagt nur, das verbessere die gekochte Hälfte und bringe in der anderen eine Gärung hervor, und er lässt es ausdrücklich offen. Beim gekochten Cider erklärt er selbst, warum Einkochen stärkt: Was verdampft, macht den Rest stärker. Ein Gefäß nennt er hier nicht; beim Cider tadelt er Kupfer und Messing, weil der saure Saft daraus einen üblen Geschmack zieht. Heute nimmt man Edelstahl. Beim Zugießen des heißen Mostes Vorsicht vor Verbrühungen.

Woher die Hefe kommt. Der Most bleibt bis auf die gekochte Hälfte roh. Die Gärung kommt von den Trauben und aus dem immer wieder benutzten Fass; die gekochte Hälfte bringt keine eigene Hefe mit und gärt mit der rohen. Wer kein eingefahrenes Fass hat, setzt heute Weinhefe zu.

Schwebetrub und Gärung. Den flying Lee erklärt Worlidge im Cider-Teil seines Buchs, außerhalb dieser Auswahl: Teilchen des Fruchtfleisches, die beim Pressen mit dem Saft kommen und sich durch Stehen nicht absetzen; sie lassen den Cider nach und nach hart oder sauer werden. Sanftes Quetschen bringt weniger davon in den Most, und was darin ist, soll niedergeschlagen oder abgenommen werden. Wie, sagt er an dieser Stelle nicht. Dass das Gären die Hauptursache des raschen Verderbens sei, ist seine Theorie. Gemeint ist wohl, dass der fertige Wein im Fass nicht wieder in Gärung gerät, denn die Hauptgärung setzt er beim Auffüllen der Fässer selbst voraus. Heute entspricht das Absetzenlassen und Abziehen des frischen Mostes der Mostvorklärung.

Kühlkeller und Geister. Das Refrigeratory ist Worlidges Kühlraum für Getränke; sein Register verweist dafür auf Conservatory, und ein solches Kühlbecken mit Quellwasser beschreibt er bei der Flaschenlagerung. Dass sich die Geister des Weins bei kühler Lagerung vermehren und steigern, ist seine Erklärung für das Reifen, keine heutige.

Praxis. Die Trauben voll ausreifen lassen, unreife Beeren und Stiele auslesen, sanft pressen, den Most absetzen lassen und vom Trub abziehen, dann im Fass oder Ballon vergären und den fertigen Wein kühl lagern. Rosinen und das Einkochen der halben Mostmenge sind Zusätze, für die Worlidge keine Mengen nennt und die er selbst nicht verbürgt.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-009-orig" n="flying Lee" resp="#fyndling">Schwebetrub. Worlidge versteht darunter Teilchen des Fruchtfleisches, die beim Pressen in den Saft kommen und sich durch bloßes Stehen nicht absetzen; anders als der Bodensatz bleiben sie im Most.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-009-orig" n="Refrigeratoty" resp="#fyndling">Worlidges Kühlraum für Getränke. Sein Register verweist dafür auf Conservatory; ein Kühlbecken mit Quellwasser dieser Art beschreibt er bei der Flaschenlagerung.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-009-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">Bei Ludwig 1706 „ein geiſt“. Für Worlidge die flüchtige Kraft des Getränks, die bei kühler Lagerung zunimmt. Das Wort gehört zu seiner Erklärung, nicht zur heutigen Chemie.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-009-orig" n="with the Grapes a little plumped before-hand" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Rosinen sind vorher ein wenig aufgequollen (eingeweicht). plumped = aufgebläht (Ludwig 1706); Digby gebraucht das Wort für eingeweichte Rosinen („well plumped and tender“), frische Trauben quellen nicht vorher auf.<list type="alternatives"><item>Die Trauben sind vorher ein wenig aufgequollen.<note type="rationale">Die Wortstellung setzt plumped direkt hinter the Grapes. Für frische Trauben ergibt ein vorheriges Aufquellen aber keinen Arbeitsschritt; Worlidge nennt reife Trauben sonst plump als Zustand, nicht als Vorbereitung.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-009-orig" n="boyling half the Muſt an hour together" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der Text nennt kein Kochgefäß; text_modern ergänzt keines.<list type="alternatives"><item>Kupfer- oder Messingkessel<note type="rationale">Beim gekochten Cider nennt Worlidge sie als die üblichen Kochgefäße seiner Zeit, tadelt sie aber, weil der saure Saft daraus einen üblen Geschmack zieht. Ob die Weinmacher, von denen er hier berichtet, darin kochten, sagt er nicht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-010-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidge gibt zwei Wege zum Kirschwein. Im ersten wird der säuerliche Kirschsaft mit schweren, süßen Weinen aus Spanien verschnitten und mit Zucker versetzt, der ihn nach seinen Worten haltbar macht. Im zweiten wird der sanft gepresste Saft allein mit Zucker gekocht; haltbar wird er nach Worlidge erst durch das gemeinsame Kochen. Mengen, Kochzeit und Gärführung nennt er für keinen der beiden Wege.

Der Zucker. Worlidge begründet den Zucker mit der Haltbarkeit, nicht mit der Süße. Heute würde man sagen: Aus dem Zucker macht die Hefe Alkohol, und ein stärkerer Wein hält sich besser als ein dünner. Die Menge bleibt eine „convenient addition“, eine angemessene Zugabe; rechnen lässt sich deshalb nichts.

Der Verschnitt. Der spanische Wein bringt Süße und Körper mit, die dem säuerlichen Kirschsaft fehlen. Worlidge nennt weder Sorte noch Verhältnis, und er sagt nicht, ob die Mischung danach noch gärt.

Gärt der gekochte Saft? Worlidge nennt hier weder Gärung noch Hefe, nennt das Ergebnis aber Wein. Beim Johannisbeerwein (wor-012) beschreibt er ein verwandtes Verfahren genauer: Dort wird Zucker in Wasser gekocht, erkaltet zum Saft gegeben, und im Fass „it will finiſh its Fermentation“. Digby lässt Kirschsaft mit Zucker im Fass gären, bis er „hath done working“ (dig-116). Gekochter Saft ist keimfrei; die Hefe kam aus dem immer wieder benutzten Fass, in dem sich eine Kellerhefe gehalten hatte. Heute setzt man ohne ein solches Fass dem erkalteten Saft eine Weinhefe zu.

Das Gefäß. Die Warnung vor dem üblen Geschmack aus dem Gefäß begründet Worlidge beim gekochten Cider (wor-003): Saurer Saft zieht Geschmack aus Messing und Kupfer, und andere Kochkessel kannte man nicht; dort rät er zu einem Gefäß aus Weißblech. Beim Johannisbeerwein warnt er ausdrücklich vor dem Messingkessel (wor-012). Heute gilt: Saurer Fruchtsaft löst aus Kupfer und Messing Metall, das man nicht im Getränk haben will; ein Topf aus Edelstahl oder Email ist die moderne Wahl.

Praxis. Die Kirschen sanft pressen und den Saft mit Zucker in einem Topf kochen, der weder aus Kupfer noch aus Messing ist. Die Zuckermenge lässt Worlidge offen. Den erkalteten Saft im Fass gären lassen, heute im Gärballon mit Weinhefe. Für den Verschnitt den frischen Saft mit einem schweren, süßen Wein und Zucker mischen; ein Verhältnis gibt Worlidge nicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-010-orig" n="fat and luſcious Wines of Spain" resp="#fyndling" subtype="lexical">„schwerer und süßer“: Ludwig 1706 gibt für fat „fett, feist … herrlich“, ohne eigene Weinbedeutung; luscious steht bei Blount 1656 für „a luscious kind of rich wine“, bei Phillips 1658 für „a kinde of sweet luscious French wine“. Im Gegensatz zum säuerlichen Kirschsaft meint Worlidge Weine mit Körper und Süße.<list type="alternatives"><item>„widerlich süß“<note type="rationale">Halliwell 1846 führt luscious auch als „disagreeably sweet“. Worlidge lobt den Verschnitt aber als „a very good Wine“; eine abwertende Lesart passt nicht.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-010-orig" n="make a very pleaſant Wine, and durable, if boyled together" resp="#fyndling" subtype="contextual">Der mit Zucker gekochte Saft wird danach zu Wein vergoren. Worlidge nennt das Ergebnis Wein und erwartet Haltbarkeit; beim Johannisbeerwein (wor-012) lässt er den gezuckerten Saft im Fass „finiſh its Fermentation“, und Digby lässt Kirschsaft mit Zucker im Fass gären (dig-116).<list type="alternatives"><item>Ein gekochter, ungegorener Kirschsaft mit Zucker, eine Art Sirupgetränk.<note type="rationale">Worlidge nennt an dieser Stelle keine Gärung. Gegen diese Lesart sprechen aber das Wort „Wine“ und die Parallelen im selben Buch und bei Digby.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-011-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Eine Anregung, kein ausgeführtes Rezept: Worlidge hält einen Wein aus saftigen Pflaumen, vor allem aus Damaszenerpflaumen, für möglich und nennt zwei Wege, ihn haltbar zu machen. Mengen, Gefäße und Zeiten fehlen. Das „auch“ am Anfang knüpft an die Kirsche im vorhergehenden Absatz an, für deren Saft er dasselbe Kochen mit Zucker beschreibt.

Zwei Wege. Entweder wird der Saft mit dem Zucker gekocht und danach gut geklärt, oder der Zucker wird vorher in Wasser gekocht und dem Saft zugegeben. Den zweiten Weg begründet Worlidge mit dem dicken Pflaumensaft, der Wasser verträgt; beim zweiten Weg bleibt der Saft selbst ungekocht. Wie viel Wasser und Zucker, sagt er nicht. Wie ein solcher Ansatz bei ihm ausgeführt aussieht, zeigt der folgende Absatz zum Johannisbeerwein: das gekochte Zuckerwasser erkaltet zum Saft, Klären mit Hausenblase, Abziehen ins Fass.

Klären. „Purify“ heißt bei Worlidge im ganzen Buch klären, etwa mit Hausenblase oder Buchenspänen. Welches Mittel er hier meint, sagt er nicht.

Gärung und Hefe. Von Gärung spricht dieser Absatz nicht; dass ein Wein entstehen soll, sagen der Randtitel „Plum-wine“ und das Kapitel über andere Weinsorten. Eine Hefe nennt Worlidge nicht. Beim ersten Weg ist der ganze Saft gekocht, die Gärung kommt dann aus dem immer wieder benutzten Fass, in dem schon Wein oder Cider gegoren hat. Beim zweiten Weg bringt der rohe Saft die Hefe von der Frucht mit, dazu kommt die aus dem Fass.

Gefäß. Gleich davor warnt Worlidge beim Kochen von Kirschsaft mit Zucker, der Saft könne einen üblen Beigeschmack aus dem Gefäß annehmen, und beim Johannisbeerwein verbietet er den Messingkessel. Sauren Fruchtsaft heute nicht in Kupfer oder Messing kochen; kochender Zuckersirup verbrüht.

Praxis. Wer es nachmachen will, legt Mengen selbst fest - Worlidge sagt nur, das lasse sich dort leicht erproben, wo es Pflaumen in Menge gibt. Heutiger Hinweis: Ohne eingefahrenes Fass eine Weinhefe zusetzen; zum Klären reicht es auch, den Wein absetzen zu lassen und vom Trub abzuziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-011-orig" n="Damſin" resp="#fyndling">Englisch damson, die Damaszenerpflaume. Britten und Holland (1886) nennen sie eine Pflaumenform, „first brought from Damascus“; Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 übersetzt „eine zwetſchge“.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-011-orig" n="Liquor" resp="#fyndling">Um 1700 jede Flüssigkeit oder jeder Saft (Ludwig 1706: „feuchtigkeit … ſafft“), hier das Getränk aus Pflaumensaft, keine Spirituose.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-011-orig" n="well purifi'd" resp="#fyndling" subtype="contextual">gut klären: Worlidge gebraucht „purifie“ im ganzen Buch für das Klären des Getränks, etwa mit Hausenblase oder Buchenspänen, und verbindet es hier mit der Haltbarkeit.<list type="alternatives"><item>beim Kochen mit Zucker abschäumen<note type="rationale">Das Wort steht direkt neben „boyl'd with Sugar“, und Kochen mit Zucker wirft Schaum. Worlidge nennt das Abschäumen sonst aber „scum“, nicht „purifie“.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-012-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Wein aus roten Johannisbeeren: Der Saft der spät gelesenen Beeren kommt zu gleichen Teilen mit gekochtem und wieder erkaltetem Zuckerwasser zusammen, wird mit Hausenblase geklärt, gärt im Fass aus und bekommt beim Abfüllen ein Stück Hutzucker in jede Flasche. Das Ergebnis ist ein klarer, leicht spritziger roter Fruchtwein.

Die späte Lese. Worlidge lässt die Beeren sechs oder sieben Wochen nach dem Rotwerden am Strauch. Seine Erklärung ist seine eigene Theorie: Der Saft werde am Strauch „verdaut“, brauche deshalb weniger Zucker und werde geistiger und haltbarer, weil die Frucht mehr Sonne bekommen habe. Heute würde man sagen: Reifere Beeren haben mehr Zucker und weniger Säure. Die Beobachtung trägt, die Erklärung gehört in seine Zeit.

Woher kommt die Hefe? Worlidge nennt keine Hefe. Der Johannisbeersaft geht roh in den Ansatz, gekocht wird nur das Zuckerwasser, und das kommt erst kalt dazu. Die Gärung kommt also von der Frucht selbst und aus Bottich und Fass, die im Haus immer wieder für Wein und Cider benutzt werden. Wann sie einsetzt, sagt er nicht. Beim Klären mit Hausenblase lässt er im Cider-Teil das Getränk danach zugedeckt „gären“, acht, zehn oder zwölf Stunden; hier vollendet der Wein seine Gärung anschließend im Fass, und nach drei Wochen oder einem Monat ist er klar genug zum Abfüllen.

Die Klärung. Worlidge verweist auf sein Verfahren beim Cider: Die Hausenblase wird dünn geschlagen, klein geschnitten, über Nacht in Weißwein gelegt, über sanftem Feuer gelöst, dann in einem Teil des Getränks gekocht und ins Ganze gegossen, gut umgerührt und dicht zugedeckt. Sie schlägt einen Teil des Trubs nieder und hebt einen anderen nach oben; daher der dicke Schaum. Abgezogen wird unter dem Schaum am Zapfen oder mit dem Heber, damit Schaum und Bodensatz zurückbleiben. Hier nimmt er eine Unze auf acht oder zehn Gallonen.

Kein Messing. Die Warnung „aus den vorher genannten Gründen“ zielt auf den gekochten Cider, wo Worlidge sagt, der Saft ziehe aus Messing oder Kupfer einen üblen Geschmack, und auf den Kirschwein kurz davor. Heutiger Hinweis: Saure Fruchtsäfte kocht man in Edelstahl, nicht in Kupfer oder Messing, weil die Säure das Metall angreift.

Der Hutzucker in der Flasche. Ein Stück je Flasche, die Größe nach Ermessen: Worlidge will damit die restliche Säure mildern und den Wein „briſk and lively“ machen. Das ist eine Flaschengärung. Der Zucker vergärt in der verschlossenen Flasche, die Kohlensäure bleibt im Wein. Daher schmeckt er zuerst süßsauer und ist erst nach sechs oder acht Wochen „gut verbunden“. Dasselbe Mittel rät Worlidge beim flach gewordenen Cider. Beim Flaschenlager des Ciders sagt er selbst, man solle die Korken nicht festbinden, lieber fliege der Korken, als dass die Flasche bricht.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung, keine Messung. Gerechnet ist nur der zugesetzte Zucker, ein Pfund auf die Gallone der Mischung aus Saft und Wasser; die Werte sind eine Untergrenze.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Pfund auf die Weingallone, nur zugesetzter Zucker | 119,8 g/l | 1.046 | 46 | 11,5 | 7,1 % |
| 1 Pfund auf die Ale-Gallone, nur zugesetzter Zucker | 98,2 g/l | 1.038 | 38 | 9,5 | 5,8 % |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Wein bleibt süß.

Annahmen: Pfund als Avoirdupois-Pfund (rund 453,6 g); Weingallone rund 3,785 Liter, Ale-Gallone rund 4,621 Liter, weil Worlidge nicht sagt, welche er meint. Nicht eingerechnet sind der eigene Zucker des Johannisbeersafts, den der Text nicht beziffert und der die tatsächlichen Werte erhöht, und der Hutzucker in der Flasche.

Praxis. Heutige Hinweise, nicht bei Worlidge: Ohne ein eingefahrenes Fass setzt man dem Most eine Weinhefe zu. Statt Hausenblase taugt jedes Schönungsmittel aus dem Weinbedarf. Für die Flaschengärung nimmt man druckfeste Flaschen, etwa Sekt- oder Bügelflaschen, und nur ein kleines Stück Zucker, lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig: Gewöhnliche Flaschen können unter dem Druck platzen. Das Zuckerwasser kommt erst erkaltet zum Saft.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-012-orig" n="Gallone" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-012-orig" n="Pfund, Unze" resp="#fyndling">Das englische Pfund wog rund 454 g, die Unze rund 28 g (ungefähre Werte).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-012-orig" n="Corinth" resp="#fyndling">Bei Worlidge ein zweiter Name der roten Johannisbeere (Red Dutch-Currant): Die Frucht hängt am Strauch, wird rot und gibt Saft. Gemeint ist nicht die Korinthe, die getrocknete kleine Weinbeere.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-012-orig" n="Kühlkeller (Refrigeratory)" resp="#fyndling">Worlidges Register verweist von Refrigeratory auf Conservatory, seinen kühlen Lagerraum für Flaschen, den er im Cider-Teil beschreibt; am besten stehen die Flaschen dort in Becken mit Quellwasser.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-012-orig" n="but boyl it not in a Braſs Veſſel" resp="#fyndling" subtype="contextual">Gemeint ist das Kochen der gelösten Hausenblase in einem Teil der Flüssigkeit: Worlidge verweist auf das Klären des Ciders, und dort wird die gelöste Hausenblase in einem Teil des Getränks gekocht. Die vorher genannten Gründe stehen beim gekochten Cider (der Saft zieht aus Messing oder Kupfer einen üblen Geschmack) und kurz davor beim Kirschwein. Im Text bleibt das neutrale „es“.<list type="alternatives"><item>Das Zuckerwasser, das zuvor mit dem Zucker gekocht wird<note type="rationale">Auch dort wird gekocht, und die Warnung gilt sinngemäß ebenso; der Satz steht aber unmittelbar hinter der Anweisung zur Hausenblase.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-013-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern Worlidges Hinweis zum Stachelbeerwein in seiner Reihe der Fruchtweine: Der Saft wird mit gezuckertem Wasser verdünnt und nicht gekocht. Mengen, Gefäße und Ablauf nennt der Abschnitt nicht.

Weniger Zucker. „Nicht so viel wie bei den anderen sauren Säften“ bezieht sich auf die Abschnitte davor. Für den Johannisbeerwein nennt Worlidge etwa ein Pfund raffinierten Zucker auf die Gallone der mit Wasser verdünnten Mischung; für Stachelbeeren soll es weniger sein, eine Zahl gibt er nicht. Ob das Zuckerwasser gekocht wird, wie beim Johannisbeer- und beim Himbeerwein, sagt er hier nicht.

Der grobe Trub. Dass der Saft leicht sauer wird, erklärt Worlidge mit dem groben Trub, von dem die Frucht voll sei - das ist seine Erklärung. Heute würde man sagen: Das Zuckerwasser gibt dem sauren Saft mehr Vergärbares und damit einen stärkeren Wein, der sich besser hält.

Nicht kochen. Dass gekochter Fruchtsaft nachdunkelt und bräunlich wird, gilt heute ebenso; bei einem hellen Wein fällt es auf. Bemerkenswert ist der Gegensatz zu den Nachbarabschnitten: Kirsch- und Pflaumensaft lässt Worlidge mit Zucker kochen, den Stachelbeersaft ausdrücklich nicht.

Woher die Hefe kommt. Der Saft bleibt ungekocht, und der Text nennt keine Hefe: Die Gärung kommt von der Frucht selbst und aus dem immer wieder benutzten Bottich und Fass.

Praxis. Worlidge gibt keinen Ablauf. Das nächste ausgeführte Verfahren im Buch ist der Johannisbeerwein (Verdünnen, Klären mit Hausenblase, Nachgären im Fass); ob es für Stachelbeeren gelten soll, sagt er nicht. Heutige Lösung, nicht Worlidges Angabe: Ohne eingefahrenes Fass eine Weißweinhefe zusetzen, den Saft nicht erhitzen und den Zucker in etwas warmem Wasser lösen und erst abgekühlt zugeben.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-013-orig" n="Lee" resp="#fyndling">Trub, Hefesatz (Ludwig 1706: „Lees, die weinhefen“). Worlidge meint hier den groben Stoff im Saft, der sich als Trub absetzt; nach seiner Erklärung macht er den Stachelbeersaft anfällig fürs Sauerwerden.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-013-orig" n="luſcious" resp="#fyndling">Ludwig 1706: „gar zu süß, süßlicht“. Gemeint ist die Süße der reifen Beere, die trotzdem nicht vor dem Sauerwerden schützt.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-013-orig" n="Gallone" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter. Das englische Pfund wog rund 454 g.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-013-orig" n="this Liquor of any other will not bear a decoction" resp="#fyndling" subtype="lexical">„mehr als jeder andere“: „of any other“ als Steigerung, wie „of all other“ (vor allen anderen). Der Zusammenhang stützt das: Kirsch- und Pflaumensaft lässt Worlidge mit Zucker kochen (wor-010, wor-011), der Stachelbeersaft ist die Ausnahme.<list type="alternatives"><item>„wie jeder andere Saft verträgt er kein Abkochen“<note type="rationale">Grammatisch denkbar, widerspricht aber den Nachbarabschnitten, in denen Fruchtsaft gekocht wird.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-014-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Fruchtwein aus Himbeersaft, den Worlidge in einem einzigen Satz skizziert. Er steht am Ende seiner Weine aus englischem Obst; gleich danach fasst Worlidge die ganze Reihe als Weine zusammen, die aus dem ausgepressten Saft der Früchte gemacht werden. Mengen, Gefäße und Zeiten nennt er hier nicht.

Das Verfahren steht beim Johannisbeerwein. Dieselben Schritte - Wasser mit Zucker kochen, erkalten lassen, zum Saft geben, klären - beschreibt Worlidge kurz zuvor beim Johannisbeerwein ausführlich. Dort wird mit Hausenblase geklärt, danach zieht man den Wein in ein Fass, wo er seine Gärung vollendet. Auch beim Cider gehören Gärung und Klärung im Bottich zusammen. Randtitel und Kapitel machen den Himbeerwein zu einem Wein wie den Johannisbeerwein.

Woher die Gärung kommt. Gekocht wird nur das Zuckerwasser, nicht der Saft. Die Hefe kommt mit dem rohen Saft von den Beeren und aus dem immer wieder benutzten Fass. Das Zuckerwasser kommt erst kalt dazu; einen Grund dafür nennt Worlidge an dieser Stelle nicht.

Wie viel Zuckerwasser. Worlidge sagt nur „ein kleiner Zusatz“. Beim Johannisbeerwein nimmt er gleich viel Zuckerwasser wie Saft; ein kleiner Zusatz ist weniger. Die Himbeere lobt er gerade für ihren süßen Saft.

Zweite Verwendung. Der Saft dient auch dazu, anderen Weinen und Getränken Geschmack zu geben. Beim Cider nennt Worlidge eingemachten Himbeersaft unter den Zusätzen.

Praxis. Himbeeren auspressen und den Saft roh lassen. Wasser mit Zucker kochen, ganz erkalten lassen und in kleiner Menge zum Saft geben. Klären und vergären wie beim Johannisbeerwein: historisch mit Hausenblase und anschließender Gärung im Fass. Heute setzt man, wenn kein eingefahrenes Fass da ist, Weinhefe zu, lässt vergären, zieht vom Trub ab und schönt bei Bedarf.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-014-orig" n="Wines or Liquors" resp="#fyndling">„Wine“ steht bei Worlidge auch für Getränke aus anderem Obst als Trauben; das Kapitel heißt „Of making other sorts of Wine“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-014-orig" n="purified" resp="#fyndling" subtype="contextual">„geklärt“, gemeint als Klären und Vergären wie beim Johannisbeerwein: Dort wird mit Hausenblase geklärt, danach vollendet der Wein im Fass seine Gärung. Randtitel „Rasberry-Wine“, das Weinkapitel und Worlidges Gebrauch von „purify“ (beim Cider: im Bottich vergoren und geklärt) sprechen dafür.<list type="alternatives"><item>Nur geklärt, ein ungegorenes gesüßtes Saftgetränk<note type="rationale">Der Absatz selbst nennt keine Gärung. Dagegen stehen Randtitel, Kapitel und das gleiche Verfahren beim Johannisbeerwein.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-015-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kein Fruchtwein aus gepresstem und vergorenem Saft wie in den Einträgen davor, sondern ein fertiges Getränk, das durch eingelegte Frucht oder Blüten Geschmack annimmt. Worlidge stellt beides ausdrücklich gegenüber: Das Pressen taugt für saftreiche Früchte, das Einlegen für Früchte, „die ihre Säfte nicht so leicht und reichlich hergeben“. Das Buch setzt neben den Absatz zwei Randtitel, „Apricock-Wine“ und „Clove-Juliflower-Wine“.

Welches Getränk? Traubenwein oder eines der zuvor beschriebenen klaren Getränke, also auch Cider, Perry oder ein geklärter Obstwein. Vorausgesetzt ist, dass es fertig und klar ist; eine eigene Gärung kommt in diesem Absatz nicht vor.

Was fehlt. Worlidge nennt keine Menge, sagt nicht, ob die Aprikosen ganz, zerschnitten oder entsteint hineinkommen und ob die Blüten frisch oder getrocknet sein sollen, und nennt weder Gefäß noch Dauer. Er sagt nur, was herauskommt: genau der Geschmack der Frucht.

Gartennelken und andere Blüten. Gartennelken „oder andere süß duftende Blumen tun das Gleiche“: Sie werden ebenso in fertigem Wein angesetzt. Gemeint ist die Gartennelke, nicht die Gewürznelke. Für Cider beschreibt Worlidge dasselbe schon früher: getrocknete Gartennelken, in Cider eingeweicht, geben ihm Farbe und Geschmack (wor-004). Ausführlicher ist Digby (dig-012): Er setzt Nelkenblüten in Sack an, verschließt die Glasflaschen dicht, stellt sie in einen temperierten Keller und gießt ab, sobald die Blüten blass werden, weil sie sonst einen erdigen Geschmack geben.

Pfirsiche und Nektarinen. Hier gibt Worlidge kein Verfahren, nur die Anregung, einen Versuch zu machen. Im Zusammenhang liegt nahe, dass er an dasselbe Ansetzen wie bei der Aprikose denkt; das ist Deutung, der Text sagt es nicht.

Praxis. Heute, nicht nach Worlidge: Frucht oder Blüten ganz mit Wein bedecken, das Gefäß abdecken, kühl stellen, regelmäßig kosten und abgießen, sobald der Geschmack trägt. Frische Frucht bringt Zucker mit und kann in einem schwächeren Getränk wie Cider oder Perry eine Nachgärung anstoßen; dann das Gefäß nicht fest verschließen. Nur ungespritzte Blüten verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-015-orig" n="Clove-July-Flowers" resp="#fyndling">Die Gartennelke (Dianthus caryophyllus), im Englischen der Zeit auch Clove Gilliflower; Ludwig 1706 übersetzt Gilliflower mit „Näglein-Blume“. Der Name kommt vom Duft nach Gewürznelken, mit den Gewürznelken der Küche ist sie nicht identisch.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-015-orig" n="blood of the Grape" resp="#fyndling">Dichterische Umschreibung für Traubenwein, aus der Bibel geläufig (5. Mose 32,14).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-015-orig" n="haut-gust" resp="#fyndling">Aus dem französischen haut goût, ein kräftiger, ausgeprägter Geschmack; Ludwig 1706 führt die eingedeutschte Form „Hogoo“ als „starcker oder scharffer Geschmack“. „Spirituous“ gehört zu Worlidges Lehre von den „Spirits“, den flüchtigen, belebenden Teilen eines Getränks.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-015-orig" n="Limpid Liquors" resp="#fyndling">Klare Getränke (Ludwig 1706: „Limpid, hell, klar“). Worlidge meint neben Traubenwein die zuvor beschriebenen Getränke, also auch Cider, Perry und die geklärten Obstweine.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-016-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Met aus Honig und Himbeerwasser, ungekocht und mit einem Gewürzbeutel, zum baldigen Trinken. Worlidge gibt ihn als bestes Rezept der Schweden und Russen wieder. Gleich danach folgt die Fassung zum Lagern aus denselben Zutaten (wor-017): Dort wird Honigwasser gekocht, vorab eingemachter Himbeersaft kommt kalt dazu, und der Met steht etwa einen Monat, bevor er auf Flaschen kommt. „Dieses Getränk“ am Anfang meint den Met, den Worlidge kurz zuvor mit antiken Gewährsleuten einführt; diese Einleitung gehört nicht zu dieser Auswahl.

Das Himbeerwasser. Die Beeren liegen zwei oder drei Nächte in reinem Wasser, damit es Geschmack und Farbe auszieht. Dass sie vorher zerquetscht werden, ist Worlidges eigene Vermutung. Ob die Beeren herauskommen, bevor der Honig dazukommt, sagt er nicht. Gekocht wird nichts, weder das Wasser noch der Honig.

Woher die Gärung kommt. Das Röstbrot trägt die Bierhefe in den Ansatz. Weil nichts gekocht wird, bringen auch die rohen Beeren, der Honig und das Gefäß eigene Hefen mit; das Brot macht den Anfang sicher. Sobald der Met gärt, kommt das Brot wieder heraus, damit es keinen üblen Geschmack gibt.

Wärme und Kühle. Warm gestellt gärt der Met lange, kühl gestellt wird die Gärung gehemmt oder angehalten. Heute würde man sagen: In der Kälte ruht die Hefe, sie ist aber nicht tot und kann beim Erwärmen wieder anspringen. Woran man das Gärende erkennt, sagt Worlidge nicht. Danach wird der Met vom Hefesatz abgezogen, und der Gewürzbeutel kommt hinein.

Stärke. Drei Pfund Wasser auf ein Pfund Honig geben den stärkeren, vier den schwächeren Met. Die Himbeeren bringen eigenen Zucker mit, den Worlidge nicht beziffert.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung, keine Messung: gerechnet mit Literaturwerten für Honig (Dichte, Zuckergehalt), nicht an einem angesetzten Met gemessen.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Pfund Honig auf 3 Pfund Wasser | 205-214 g/l | 1.079-1.082 | 79-82 | 19.1-19.9 | 12.2-12.7 % |
| 1 Pfund Honig auf 4 Pfund Wasser | 161-168 g/l | 1.062-1.065 | 62-65 | 15.3-15.9 | 9.6-10.0 % |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Met bleibt süß.

Annahmen: Honig und Wasser sind beide nach Gewicht gemessen, das Verhältnis hängt deshalb nicht von der Größe des Pfunds ab; für die Rechnung ist ein Pfund Wasser mit 0,4536 Liter angesetzt. Gekocht wird nichts, also gibt es keinen Einkochverlust. Nicht eingerechnet sind Zucker und Saft der Himbeeren, das Brot und die Hefe. Die Spannen kommen aus den Literaturwerten für Honig.

Praxis. Himbeeren zerdrücken und zwei oder drei Nächte in reinem Wasser ziehen lassen. Heute seiht man meist ab, bevor der Honig hineinkommt; Worlidge sagt dazu nichts. Honig nach Gewicht einrühren: ein Teil auf drei Teile Wasser für den stärkeren, auf vier für den schwächeren Met. Als Gärstarter ein Röstbrot in frische Bierhefe tauchen, einlegen und herausnehmen, sobald der Ansatz gärt; heute setzt man ersatzweise Weinhefe zu. Warm gären lassen, nach dem Gärende vom Hefesatz abziehen und ein Beutelchen mit Zimt, Paradieskörnern und ein paar Gewürznelken hineinhängen. Der Met ist zum baldigen Trinken gedacht. Heutiger Hinweis: Wer die Gärung durch Kühle anhält und den Met dann verschlossen abfüllt, muss damit rechnen, dass er in der Flasche weitergärt und Druck aufbaut; gewöhnliche Flaschen können dabei platzen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-016-orig" n="Metheglin or Hydromel" resp="#fyndling">Zwei Namen für dasselbe Getränk aus Honig und Wasser. Phillips (1658) nennt Hydromel griechisch, „a kind of drink made of honey, by some called Metheglin“; Ludwig (1706) übersetzt Metheglin mit „eine art meth“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="gloss" target="#wor-016-orig" n="Meth" resp="#fyndling">Ludwig (1706) übersetzt „Mead, meth“ mit „ein honigtranck“. Bei Worlidge ist Meth die schwächere Sorte, „a ſmaller ſort“; „small“ heißt bei Ludwig „duͤnne, nicht ſtarck“.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-016-orig" n="Toſt dipp'd in the Dregs or Grounds of Beer" resp="#fyndling">Ein Röstbrot, in den Hefesatz von Bier getaucht (Ludwig 1706: „Drégs, die hefen“), dient als Gärstarter. Sobald der Ansatz gärt, kommt das Brot wieder heraus.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-016-orig" n="Grains of Paradice" resp="#fyndling" subtype="lexical">Paradieskörner, also Meleguetapfeffer (Aframomum melegueta): Parkinson (1640) nennt „Melegueta or grana Paradisi which we call usually Graines or Ginney Graines“ (zitiert bei Mowat 1887).<list type="alternatives"><item>Kardamom<note type="rationale">Phillips (1658): „Grains of Paradice, a certain plant, otherwise called Cardamomum“. Schon Parkinson führt die Gleichsetzung mit dem Kardamom der Griechen nur als Meinung anderer; der Handelsname meint die Guinea-Körner.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-016-orig" n="Into this Water they put of the pureſt Honey" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Übersetzung bleibt beim Wortlaut: Worlidge sagt nicht, ob die Himbeeren herauskommen, bevor der Honig ins Wasser kommt. Das Wasser hat Geschmack und Farbe ausgezogen und trägt sie weiter.<list type="alternatives"><item>Die Beeren werden vor dem Honig abgeseiht<note type="rationale">So macht es Digby beim russischen Met (dig-035, „strain the Liquor from the Grains or Seeds“); bei Worlidge steht es nicht.</note></item><item>Die Beeren bleiben im Ansatz bis zum Abziehen vom Hefesatz<note type="rationale">Der Wortlaut schließt es nicht aus; dann gärt der Met auf den Beeren.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-017-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Met mit Himbeersaft, der gelagert werden soll. Worlidge knüpft an den Himbeer-Met der Schweden und Russen an, den er unmittelbar davor für den baldigen Trunk beschreibt, und wendet sich nun an den eigenen Leser. Mit „denselben Zutaten“ meint er Himbeeren, Honig und Wasser; dort nimmt man etwa ein Pfund Honig auf drei oder vier Pfund Wasser. Hier nennt er keine Mengen.

Was anders ist als beim schnellen Met. Die Russen legen die Himbeeren in Wasser und geben den Honig dazu. Hier wird der Himbeersaft schon in der Himbeerzeit haltbar gemacht und erst später verwendet. Honig und Wasser werden zusammen abgekocht, der Saft kommt erst dazu, wenn das Honigwasser kalt ist. Wie der Saft haltbar gemacht wird, beschreibt Worlidge weder hier noch an anderer Stelle seines Buchs; eingemachten Himbeersaft erwähnt er sonst nur als Zusatz zum Cider.

Klären oder gären. „Die zuvor vorgeschriebenen Mittel“ sind Worlidges Klärung mit Hausenblase aus dem Cider-Teil: Hausenblase in Weißwein lösen, in einem Teil der Flüssigkeit aufkochen, unter das Ganze rühren und zugedeckt stehen lassen. Dort nennt er das Verfahren ausdrücklich „vergären und klären“ und zieht es bei Fruchtsäften dem gewöhnlichen Weg mit Hefe oder in Hefe getauchtem Röstbrot vor. Hier stellt er beide Wege nebeneinander; der zweite ist der Weg aus dem russischen Rezept, mit Hefe statt Bierbodensatz.

Woher die Hefe kommt. Im Hefe-Zweig gibt man sie selbst zu. Im Hausenblasen-Zweig nennt Worlidge keine Hefe; die Gärung kommt dann wie bei seinen anderen gekochten Ansätzen aus dem immer wieder benutzten Fass und aus dem Saft, der nicht mitgekocht wird.

Der Monat und die Flaschen. Worlidge lässt den Met etwa einen Monat stehen, damit er gründlich klar wird, und füllt ihn dann ab. Ob die Gärung bis dahin beendet ist, sagt er nicht; von Spritzigkeit ist hier keine Rede. Sein Grund für das ganze Verfahren ist das Reifen: Die Zeit verbessert jede Art von Getränken.

Praxis. Honig und Wasser zusammen abkochen und ganz erkalten lassen, dann den Himbeersaft zugeben. Historisch mit einem Löffel Hefe oder einem in Hefe getauchten Röstbrot vergären, oder mit Hausenblase nach Worlidges Cider-Verfahren; heute nimmt man ohne eingefahrenes Fass Weinhefe. Den Gewürzbeutel mit Zimt, Paradieskörnern und einigen Gewürznelken wie beim Met davor hineinhängen. Etwa einen Monat stehen lassen. Heutiger Hinweis: Erst in Flaschen füllen, wenn die Gärung beendet ist - gärt Restzucker in der Flasche nach, können gewöhnliche Flaschen platzen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-017-orig" n="Metheglin" resp="#fyndling">Worlidge gebraucht Metheglin und Hydromel gleichbedeutend für Met, vergorenes Honigwasser; im Absatz davor heißt es „This Metheglin or Hydromel“.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-017-orig" n="Toſt dipped in Yeſt" resp="#fyndling">Geröstetes Brot, in Hefe getaucht, als Gärstarter. „Yest“ ist bei Ludwig (1706) „der Gescht, Gischt, der Schaum vom Biere“, also Bierhefe.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-017-orig" n="curious Drink" resp="#fyndling">„Curious“ heißt hier nicht „seltsam“: Ludwig (1706) übersetzt es unter anderem mit „ausbündig, vortrefflich“ und „mit großem Fleiß gemacht“, also ein erlesenes Getränk.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-017-orig" n="the ſame ingredients" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Zutaten des Himbeer-Mets der Schweden und Russen im Absatz davor: Himbeeren, Honig, Wasser. Der Absatz selbst nennt Honig, Wasser und Himbeersaft und schließt mit „But if you would“ unmittelbar an jenen Bericht an.<list type="alternatives"><item>Zutaten und Verhältnis zugleich, also auch etwa ein Pfund Honig auf drei oder vier Pfund Wasser<note type="rationale">Liegt nahe, weil Worlidge sonst keine Menge nennt; „ingredients“ bezeichnet aber die Stoffe, nicht ihr Verhältnis, und das Verfahren ist ein anderes (Honigwasser gekocht, Saft statt eingeweichter Beeren).</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-017-orig" n="purify your Metheglin by the means before preſcrib'd, or ferment it" resp="#fyndling" subtype="contextual">Worlidges Hausenblasen-Verfahren aus dem Cider-Teil, das er dort „to ferment and purify“ nennt und bei Fruchtsäften dem Vergären mit Hefe oder in Hefe getauchtem Röstbrot vorzieht. Hier steht es als erster Weg neben dem Hefe-Weg.<list type="alternatives"><item>Bloßes Absetzenlassen ohne Klärmittel<note type="rationale">Das leistet schon der Monat Stehen danach; „means“ verlangt ein Mittel, und das einzige zuvor vorgeschriebene Klärmittel ist die Hausenblase, auf die auch der Johannisbeerwein mit „as is before directed for the purifying of Cider“ verweist.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-018-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Zwei Zusätze zum Met, die Worlidge den Leuten in Schweden, Moskowien und Russland zuschreibt; von ihnen und ihrem Himbeer-Met handeln die Absätze davor (wor-016, wor-017). „Hydromel“ ist bei ihm ein anderer Name für Metheglin, also Met aus Honig und Wasser. Mengen, Gefäße und den Zeitpunkt der Zugabe nennt er nicht; fest steht nur die Einweichzeit von vierundzwanzig Stunden.

Der Branntwein-Auszug. Die Himbeeren liegen einen Tag im Branntwein, der Geschmack und Farbe der Beeren aufnimmt. Ob nur der Branntwein oder Branntwein samt Beeren in den Met kommt, lässt „adde that“ offen, ebenso, ob der Auszug in den Ansatz vor der Gärung oder in den fertigen Met geht. Mit dem Auszug kommt in jedem Fall Alkohol in den Met; eine Menge nennt Worlidge nicht.

Die anderen Säfte. Erdbeeren, Maulbeeren und Kirschen verwenden „dieselben Leute“ so wie die Himbeeren. Für die Himbeeren kennt das Kapitel drei Wege: zerdrückt in Wasser ausgezogen, bevor der Honig dazukommt (wor-016), als eingemachter Saft ins gekochte und erkaltete Honigwasser (wor-017) und den Branntwein-Auszug dieses Absatzes. Welchen Weg er für die Säfte meint, sagt Worlidge nicht. Digbys russischer Met (dig-035) setzt Himbeeren oder Kirschen ins Ansatzwasser.

Woher die Gärung kommt. Hefe nennt der Absatz nicht; sie gehört zum Met, dem der Zusatz gilt. In den Himbeer-Rezepten davor wird mit einem in Bierhefe getauchten Röstbrot (wor-016) oder mit Hefe (wor-017) angesetzt.

Praxis. Historisch: Himbeeren einen Tag in Branntwein legen und das dem Met zugeben; Erdbeer-, Maulbeer- oder Kirschsaft so verwenden wie die Himbeeren, etwa im Ansatzwasser nach wor-016 oder ins erkaltete Honigwasser nach wor-017. Heute: Gibt man den Branntwein-Auszug erst in den durchgegorenen Met (modern „aufspriten“), stört sein Alkohol die Gärung nicht; der fertige Met wird dadurch stärker. Mengen dafür nennt Worlidge nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-018-orig" n="Hydromel" resp="#fyndling">Bei Worlidge gleichbedeutend mit Metheglin („Metheglin or Hydromel“), also Met aus Honig und Wasser. Das Wort ist griechisch und heißt wörtlich Wasserhonig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-018-orig" n="extract the Juices" resp="#fyndling" subtype="lexical">„gewinnen die Säfte“: Worlidge trennt in seiner Vorrede „Grinding, Preſſing, or Extracting their Juices“, und Ludwig 1706 gibt für „To extract“ sowohl „ausziehen“ als auch „auspreſſen“. Das Verfahren legt der Satz nicht fest.<list type="alternatives"><item>„pressen die Säfte aus“<note type="rationale">Ludwig 1706 nennt „auspreſſen“; der Satz selbst sagt aber nicht, dass gepresst wird.</note></item><item>„ziehen die Säfte in Wasser aus“<note type="rationale">So verwendet Worlidge das Wort bei den Himbeeren davor: „that the Water may extract their taſte and colour“ (wor-016).</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-018-orig" n="make the ſame uſe of them … as they did of the Rasberries" resp="#fyndling" subtype="contextual">Wörtlich „ebenso, wie sie es mit den Himbeeren getan haben“, ohne einen der Himbeer-Wege festzulegen: Das Kapitel kennt Himbeeren im Ansatzwasser (wor-016), als eingemachten Saft im erkalteten Honigwasser (wor-017) und als Branntwein-Auszug (dieser Absatz).<list type="alternatives"><item>Wie im Satz unmittelbar davor, also in Branntwein<note type="rationale">Der nächstliegende Bezug; dagegen spricht, dass hier Säfte gewonnen werden und nicht ganze Früchte einweichen.</note></item><item>Im Ansatzwasser wie in wor-016<note type="rationale">Digbys russischer Met (dig-035) setzt Himbeeren oder Kirschen ebenso ins Ansatzwasser.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-019-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein gewürzter Met ohne Kräuter. Worlidge stellt die Stärke nicht mit Mengen ein, sondern mit dem Ei, kocht den Ansatz lange, würzt erst im Fass und lässt ihn einen Monat liegen, bevor er auf Flaschen kommt. Davor wendet er sich gegen zwei Gewohnheiten der umlaufenden Hausrezepte: grüne Kräuter im Ansatz und sorgfältiges Abschäumen.

Die Eiprobe. Ein Ei sinkt in Wasser und schwimmt, sobald genug Honig gelöst ist. Worlidge gibt zuerst so viel Honig zu, dass das Ei gerade schwebt, und kocht dann eine Stunde oder länger. Beim Kochen verdampft Wasser, der Ansatz wird dichter, und das Ei hebt sich, bis ein Stück von der Breite eines Groat herausragt. Wie stark der Met dadurch wird, lässt sich ohne Honigmenge nicht angeben; Worlidge sagt selbst nur, dass mehr Honig ihn stärker und mehr Wasser ihn schwächer macht. Wer heute nachbraut, misst stattdessen mit einem Bräumesser (Aräometer), einem modernen Hilfsmittel.

Kräuter und Schaum. Beide Einwände begründet Worlidge mit seiner Lehre: Grüne Kräuter machen die Geister der Flüssigkeit stumpf, und der Schaum hilft der Gärung, weil abgesonderter Trub sich nie wieder mit der Flüssigkeit vereinigt. Das ist seine Erklärung, keine heutige.

Gewürze im Fass. Die Gewürze kommen erst in den kalten Ansatz und grob gestoßen: Fein gestoßen schweben sie nach Worlidge im Met und trüben ihn, heiß zugegeben verlieren sie ihre Geister. Ein Abziehen von Gewürz und Trub vor dem Abfüllen nennt er nicht; er zieht nach dem Monat im Fass direkt auf Flaschen.

Woher die Hefe kommt. Der Ansatz ist gekocht, Hefe nennt Worlidge nur als Möglichkeit: ein kleiner Löffel Yeſt am Spundloch, in seiner Zeit Bierhefe. Ohne sie gärt der Met mit der Hefe, die im immer wieder benutzten Fass sitzt. Seine einzige weitere Bedingung ist Wärme am Anfang: Zu kalt stehen ist für ihn das Haupthindernis der Gärung. Wer heute ohne eingefahrenes Fass arbeitet, setzt eine Weinhefe zu.

Ende der Gärung und Lager. Erst wenn die Gärung aufgehört hat, verschließt Worlidge das Fass dicht. Für die Flaschen verweist er auf seine Anweisungen zum Cider: Dort lagert er die Flaschen am liebsten in Becken mit Quellwasser, sonst in Gewölben oder Nischen tief im Keller. Mit der Zeit verliert der Met seine Übersüße.

Kessel und Flaschen. Worlidge zieht Kupfer dem Messing vor. Beim gekochten Cider lehnt er Messing- und Kupferkessel selbst ab, weil der Apfelsaft daraus einen üblen Geschmack ziehe, und beim Johannisbeerwein warnt er vor Messing; für Honigwasser sieht er das Problem nicht. Heute kocht man in Edelstahl, und der kochende Ansatz ist heiß und klebrig. Auf Flaschen erst, wenn die Gärung wirklich vorbei ist: Gärt der Met in der Flasche weiter, baut sich Druck auf, und gewöhnliche Flaschen können platzen. Druckfeste Flaschen nehmen und kühl lagern.

Praxis. Honig in klarem Quellwasser lösen, bis ein Ei gerade schwebt, dann eine Stunde oder länger kochen, bis es eine Groat-Breite herausragt, und über Nacht abkühlen lassen. Am Morgen aufs Fass füllen, die grob gestoßenen Gewürze dazugeben, nach Belieben einen kleinen Löffel Hefe, und nicht zu kalt stellen. Nach dem Ende der Gärung dicht verschließen, einen Monat liegen lassen, auf Flaschen ziehen und kühl lagern.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-019-orig" n="Gallons" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-019-orig" n="Metheglin or Hydromel" resp="#fyndling">Zwei Namen für dasselbe Getränk aus Honig und Wasser. Ludwig 1706 erklärt Metheglin als „eine art meth“, Phillips 1658 als Getränk aus Kräutern, Honig und Gewürz; Hydromel werde „von manchen Metheglin genannt“.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="gloss" target="#wor-019-orig" n="Groat" resp="#fyndling">Englische Silbermünze zu vier Pence (Ludwig 1706: „vier Englische pennys“). Das Ei soll so weit herausragen, dass ein Stück von der Größe dieser Münze über der Flüssigkeit liegt.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-019-orig" n="Refrigeratory" resp="#fyndling">Kühlkeller, Kühlraum. Worlidge verweist auf seine Anweisungen zur Flaschenlagerung beim Cider, wo er Becken mit Quellwasser und Nischen tief im Keller empfiehlt.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-019-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">Worlidges Begriff für die wirksamen, belebenden Anteile eines Getränks oder Gewürzes (Ludwig 1706: spirit = Geist). Grüne Kräuter und Hitze schwächen sie nach seiner Lehre; das ist seine Erklärung, keine heutige.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-019-orig" n="luſcious taſte" resp="#fyndling" subtype="lexical">Allzu süßer Geschmack, Übersüße. Ludwig 1706 führt luscious unter lushious: „gar zu ſuͤß, ſuͤßlicht“; Halliwell 1846: „disagreeably sweet“. Dazu passt, dass Gewürze ihn mildern sollen und der Metheglin ihn mit der Reife zu seinem Vorteil verliert.<list type="alternatives"><item>köstlich, üppig<note type="rationale">Heutige Bedeutung des Wortes. Sie passt nicht zum Zusammenhang, in dem der Geschmack gemildert werden soll und mit der Zeit verschwindet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-020-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Birkenwein: Birkensaft aus den Ästen, mit einem Pfund Zucker auf die Gallone gekocht, nach dem Abkühlen mit wenig Hefe vergoren, im Fass mit Zimt und Muskatblüte gewürzt und nach etwa einem Monat auf Flaschen gefüllt, wo er spritzig wird. Dieselbe Bereitung mit Honig statt Zucker beschreibt Worlidge unmittelbar danach.

Der Saft. Worlidge zapft nicht am Stamm, sondern schneidet Äste ab und hängt Flaschen an die Schnittenden. Den Astsaft hält er für besser, weil er länger im Baum „verdaut“ worden sei - das ist seine Erklärung. Seine Saftzeit ist Ende Februar bis Ende März, solange der Saft steigt und bevor die Blätter austreiben; danach werde der Saft dick und gefärbt. Er fließt bei warmer Sonne und Süd- oder Westwind, nicht bei Kälte, Nord- oder Ostwind und nicht nachts.

Kochen und Hefe. Der Saft wird mit dem Zucker eine Viertel- bis halbe Stunde gekocht, dann abgekühlt, und erst dann kommt „a very little Yeſt“ dazu. Das englische Wort meint den Schaum vom Bier (Ludwig 1706: „der Schaum vom Biere“), also Bierhefe; genauer als „ganz wenig“ beziffert Worlidge sie nicht. In welchem Gefäß die erste Gärung läuft und wie lange, sagt er nicht. Er schreibt nur, das Getränk werde gären und sich dabei von seinem Unrat reinigen, und füllt es dann ins Fass.

Fass, Flasche, Druck. Im Fass kommen Zimt und Muskatblüte dazu, eine halbe Unze von beidem zusammen auf zehn Gallonen, dann wird es sehr dicht verschlossen. Nach etwa einem Monat geht der Wein auf Flaschen und ist nach wenigen Tagen spritzig, mit weißer Schaumkrone im Glas. Zucker in die Flasche, wie beim Johannisbeerwein, gibt Worlidge hier nicht. Heute würde man sagen: Der Wein ist beim Abfüllen noch nicht durchgegoren, gärt in der verschlossenen Flasche weiter, und die Kohlensäure bleibt im Wein. Worlidge erklärt es mit flüchtigen „Geistern“, die die Flaschen sprengen können, wenn sie nicht im Kühlkeller stehen, und sagt selbst, dass der Wein sich nur sehr kühl gelagert hält.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung, keine Messung. Gerechnet ist nur der zugesetzte Zucker, ein Pfund auf die Gallone Birkensaft.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Pfund auf die Weingallone, nur zugesetzter Zucker | 119,8 g/l | 1.046 | 46 | 11,5 | 7,1 % |
| 1 Pfund auf die Ale-Gallone, nur zugesetzter Zucker | 98,2 g/l | 1.038 | 38 | 9,5 | 5,8 % |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Wein bleibt süß.

Annahmen: Pfund als Avoirdupois-Pfund (rund 453,6 g); Weingallone rund 3,785 Liter, Ale-Gallone rund 4,621 Liter, weil Worlidge nicht sagt, welche er meint. Nicht eingerechnet sind der eigene Zucker des Birkensafts und der Verlust beim Kochen, die beide die Werte erhöhen, und der Raum, den der gelöste Zucker selbst einnimmt, der sie etwas senkt. Eine Viertel- bis halbe Stunde Kochen dürfte eher wenig verdampfen; das ist eine Einschätzung, keine Messung.

Praxis. Heutige Hinweise, nicht bei Worlidge: Ohne Bierhefe taugt eine Weinhefe. Das Fass verschließt man heute erst dicht, wenn die stürmische Gärung abgeklungen ist, bis dahin mit einem Gärröhrchen. Für die Flaschen nimmt man druckfeste Flaschen, etwa Sekt- oder Bügelflaschen, lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig: Gewöhnliche Flaschen können unter dem Druck platzen. Der Zuckersaft kommt erst abgekühlt mit der Hefe zusammen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-020-orig" n="Gallone" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-020-orig" n="Pfund, Unze" resp="#fyndling">Das englische Pfund wog rund 454 g, die Unze rund 28 g (ungefähre Werte).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-020-orig" n="Hogshead" resp="#fyndling">Ein großes Fassmaß; Ludwigs Wörterbuch von 1706 nennt ein Fass von 63 Gallonen (ungefährer Wert). Worlidge meint hier einfach: sehr viel Saft.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-020-orig" n="Virtuosi" resp="#fyndling">Gelehrte Liebhaber der Künste und Naturkunde. Phillips 1658: „a man accomplisht in vertuous Arts and Ingenuitie“.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-020-orig" n="Kühlkeller (Refrigeratory)" resp="#fyndling">Worlidges kühler Lagerraum für Flaschen, den er im Cider-Teil beschreibt: Die Flaschen stehen in Becken mit Quellwasser oder, wo das fehlt, in Gewölben und Wandnischen tief im Keller.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-020-orig" n="The Sycomore" resp="#fyndling" subtype="lexical">Bergahorn. Cotgrave 1611 nennt den großen Ahorn, „(erroniouſly) called the Sycomore tree“, Britten/Holland führen Sycamore als Acer pseudoplatanus; dazu passt die Rede von nördlichen Gegenden und Bäumen, die einen Saft geben.<list type="alternatives"><item>Maulbeerfeige (Ficus sycomorus)<note type="rationale">Die Buchbedeutung bei Ludwig 1706 („ein wilder oder Egyptiſcher feigenbaum“) und Phillips 1658; als Saftbaum für englische Virtuosi unwahrscheinlich.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-020-orig" n="about half an ounce of both to ten Gallons" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eine halbe Unze Zimt und Muskatblüte zusammen auf zehn Gallonen. Worlidge schreibt „of each“, wenn er je Gewürz meint (beim Metheglin: „Cloves and Mace of each an ounce“), hier aber „of both“.<list type="alternatives"><item>Je eine halbe Unze von beiden<note type="rationale">Sprachlich möglich; die Gewürzmenge wäre dann doppelt so hoch.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-020-orig" n="then ſtop it very cloſe" resp="#fyndling" subtype="contextual">Worlidge verschließt das Fass gleich nach dem Würzen sehr dicht; die erste Gärung hat er vorher laufen lassen („it will ferment, and thereby purge it ſelf … then put it in a Barrel“), wie lange, sagt er nicht.<list type="alternatives"><item>Das Fass erst nach dem Abklingen der stürmischen Gärung dicht verschließen<note type="rationale">Heutige Vorsicht, nicht im Text; steht deshalb nur unter Praxis.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-021-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Ein Satz, den Worlidge an seinen Birkenwein anhängt: Statt jedes Pfundes raffinierten Zuckers kommt ein Quart Honig in den Birkensaft. Das Kochen übernimmt er vom Birkenwein, die Gärung von seinem Metheglin. Das Ergebnis nennt er weder Wein noch Metheglin, sondern ein hochgeschätztes Getränk, angenehm und heilkräftig; das ist sein Urteil in den Begriffen seiner Zeit, kein Gesundheitsrat.

Was „wie zuvor“ heißt. Beim Birkenwein kommt auf jede Gallone Birkensaft ein Pfund Zucker, und das Ganze kocht etwa eine Viertel- bis halbe Stunde. Tritt an die Stelle jedes Pfundes ein Quart Honig, kommt also auf jede Gallone Saft ein Quart Honig. Gekocht wird nach dem Wortlaut wie beim Birkenwein, nicht so lange wie beim Metheglin, das Worlidge eine Stunde oder länger kochen lässt.

Gärung wie beim Metheglin. Dort lässt Worlidge den Sud abkühlen, füllt ihn am nächsten Morgen ins Fass und gibt die Gewürze erst dann dazu, grob gestoßen, weil sie in der Hitze ihre Geister verlören. Das Fass soll anfangs nicht zu kalt stehen. Sobald die Gärung vorbei ist, wird es dicht verschlossen, einen Monat stehen gelassen und auf Flaschen gezogen, die in den Kühlkeller kommen. Welche Gewürze hierher gehören, sagt er nicht: Beim Birkenwein mit Zucker sind es Zimt und Macis, beim Metheglin Ingwer, Zimt, Nelken und Macis.

Woher kommt die Hefe? Der gekochte Ansatz ist keimfrei. Beim Metheglin ist Hefe eine Kann-Angabe, ein kleiner Löffel am Spundloch. Ohne sie kommt die Gärung aus dem immer wieder benutzten Fass: In seinem Holz hält sich eine eingefahrene Kellerhefe, und über die vielen Ansätze haben sich darin die gärkräftigen Stämme durchgesetzt. Der Birkenwein mit Zucker setzt dagegen stets „a very little Yeſt“ zu.

Ein Quart ist kein Pfund. Worlidge tauscht ein Gewicht Zucker gegen ein Raummaß Honig. Ein Quart Honig wiegt weit mehr als ein Pfund und bringt deutlich mehr Zucker mit, die Honigfassung wird also merklich stärker als der Birkenwein mit Zucker. Worlidge selbst sagt dazu nichts.

Für Metmacher: die Zahlen

Modellrechnung mit Literaturwerten für Honig (Dichte, Zuckergehalt), keine Messung.

| Lesart | Zucker | SG (OG) | °Oe | °Brix | Alkohol bis trocken |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Quart Honig auf die Gallone Birkensaft, ohne Kochverlust | 210-228 g/l | 1.081-1.088 | 81-88 | 19,6-21,2 | 12,5-13,6 % |
| 1 Quart Honig auf die Gallone Birkensaft, 15-40 % Kochverlust angenommen | 247-381 g/l | 1.096-1.147 | 96-147 | 22,8-33,7 | 14,7-22,6 % |
| zum Vergleich Birkenwein mit Zucker: 1 Pfund auf die Weingallone | 119,8 g/l | 1.046 | 46 | 11,5 | 7,1 % |
| zum Vergleich Birkenwein mit Zucker: 1 Pfund auf die Ale-Gallone | 98,2 g/l | 1.038 | 38 | 9,5 | 5,8 % |

„Alkohol bis trocken“ gilt, wenn aller Zucker vergärt. Liegt der Wert über dem, was die Hefe verträgt, hört die Gärung früher auf, und der Wein bleibt süß.

Annahmen: Quart und Gallone gehören zum selben Maßsystem (ein Quart ist ein Viertel Gallone), deshalb kürzt sich beim Honig die Frage nach Wein- oder Ale-Gallone heraus; beim Zucker der Vergleichszeilen nicht, daher beide Gallonen. Pfund als Avoirdupois-Pfund (rund 453,6 g). Der Birkensaft ist als Wasser gerechnet: Sein eigener Zucker ist klein, aber nicht null und hebt alle Werte etwas an. Worlidge beziffert das Einkochen nicht; eine Viertel- bis halbe Stunde Kochen liegt nach unserer Einschätzung eher am unteren Rand der angenommenen Verluste. Nicht eingerechnet sind Gewürz und Hefe.

Praxis. Heutige Hinweise, nicht bei Worlidge: Ohne ein eingefahrenes Fass setzt man Weinhefe zu. Ist ein so honigreicher Ansatz beim Abfüllen nicht ganz durchgegoren, gärt er in der Flasche weiter und baut Druck auf; beim Birkenwein mit Zucker warnt Worlidge selbst, die Flaschen könnten brechen. Man prüft deshalb heute vor dem Abfüllen mit der Spindel, ob die Gärung zu Ende ist, nimmt druckfeste Flaschen (Bügel- oder Sektflaschen), lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-021-orig" n="Quart, Pfund" resp="#fyndling">Ein Quart ist ein Viertel Gallone. Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter, das Quart danach rund 0,95 oder 1,16 Liter. Das englische Pfund wog rund 454 g (ungefähre Werte).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-021-orig" n="Metheglin" resp="#fyndling">Gewürzter Met. Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 übersetzt „eine art meth“, Phillips 1658 nennt ihn ein Getränk aus Kräutern, Honig und Gewürz. Worlidges eigenes Verfahren steht im Metheglin-Eintrag kurz davor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-021-orig" n="medicinable" resp="#fyndling" subtype="lexical">heilkräftig, der Gesundheit zuträglich: Worlidge lobt eine Eigenschaft des Getränks. So gebrauchen Phillips 1658 („Gold made liquid, and Medicinable“) und Cogan 1636 („very medicinable against sicknesses“) das Wort.<list type="alternatives"><item>heilbar<note type="rationale">So übersetzt Ludwig 1706 („heilbar, qui ſe peut guerir“), im passiven Sinn; vom Lob eines Getränks ergibt das keinen Sinn.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-022-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Der erste Arbeitsgang der Cider-Bereitung, wie Worlidge ihn am Ende seines Abschnitts über Mühlen beschreibt: Äpfel auslesen, nicht zu fein mahlen, die Maische 24 oder 48 Stunden stehen lassen, den Vorlauf ohne Druck abziehen und den Rest pressen. Das Seihen und Gären des Mosts folgt in seinem nächsten Abschnitt, der Nachguss aus dem Trester als Ciderkin oder Purre in einem eigenen Eintrag.

Faule Äpfel. Worlidge unterscheidet zwei Fälle: angestoßene Äpfel, die beim Liegen faulen, deren Haut aber ganz bleibt - sie geben nach ihm nur einen Beigeschmack und taugen für Cider, der bald getrunken wird -, und die „putrid Rottenneſs“, die ein ganzes Fass verderben soll. Für Cider zum Aufbewahren nimmt er keine faulen Äpfel.

Mahlen und Stehenlassen. Zu fein gemahlen, geht zu viel Fruchtfleisch mit dem Saft durch; dass gröberes Mahlen kaum Saft kostet, begründet Worlidge damit, dass die übliche Mühle ohnehin viel unzerquetscht lässt. Die Standzeit bringt nach ihm „one degree of fermentation or maturation“, Farbe und leichteres Pressen. Heute würde man sagen: Die Maische bräunt an der Luft, und die Fruchtstücke werden weicher; das deckt sich mit dem, was er beobachtet. Die Hefe für diese beginnende Gärung kommt vom ungekochten Obst und aus den immer wieder benutzten Bottichen.

Vorlauf. Ein Durchlass im Bottichboden oder ein gelochter falscher Boden mit Zapfen: Der Saft, der ohne Druck abläuft, gilt Worlidge als der beste; er stützt das mit den ungepressten Weinen Frankreichs und dem Jungfernhonig.

Pressen. In der großen Schraubenpresse wird ein „Käse“ aufgebaut: gequetschte Äpfel, rundum mit eingedrehten Strohwischen aus dem Strohbett eingefasst, zwei Fuß hoch oder mehr, dann Brett und Schraube darauf. Für kleine Mengen dient ein Korb oder Gestell mit Strohauskleidung oder ein Haarsack in einem Gestell. Die Mühle „after the form before deſcribed“ und die Presse im Titelkupfer liegen außerhalb dieser Auswahl; Worlidge beschreibt sie an anderer Stelle seines Buchs. Wer noch Purre machen will, presst den Trester nicht zu hart: Der letzte, härteste Druck macht nach Worlidge den Cider rauer und holzig. Heute würde man sagen: Starkes Nachpressen holt mehr Gerbstoffe aus Schalen, Kernen und Stielresten.

Praxis. Äpfel auslesen, Stiele und Blätter entfernen, nicht zu fein mahlen, die Maische in einem sauberen Bottich 24 oder 48 Stunden stehen lassen, den freien Vorlauf auffangen und dann pressen. Der Strohkäse lebt heute in der Packpresse fort, bei der die Maische lagenweise in Presstücher eingeschlagen wird (modern). Wer keine eingefahrenen Gefäße hat, kann dem Most im nächsten Arbeitsgang Cider- oder Weißweinhefe zusetzen (modern).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-022-orig" n="Hogſhead" resp="#fyndling">Englisches Fass. Ludwig (1706) gibt 63 Gallonen an; mit der Weingallone von rund 3,8 Litern sind das ungefähr 240 Liter. Die Fassgrößen schwankten nach Ware und Ort.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-022-orig" n="Purre" resp="#fyndling">Wasser-Cider, gewöhnlich Purre genannt: Wasser auf den ausgepressten Trester, dann nochmals gepresst. Worlidge beschreibt ihn als Ciderkin oder Purre in einem eigenen Abschnitt.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-022-orig" n="in form of a Cheeſe" resp="#fyndling">Der in Stroh gefasste Apfelstapel, der unter der Schraube zu einem festen Presskuchen wird. Im englischen Cider-Handwerk heißt er bis heute „cheese“.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-022-orig" n="Hair-bag" resp="#fyndling">Ein Pressbeutel aus Haartuch, einem groben Gewebe aus Tierhaar. Worlidge setzt ihn in ein Gestell unter der Schraube, damit er unter dem Druck nicht reißt.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-023-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Der Anfang von Worlidges drittem Abschnitt „Of purifying your Cider“, also der Schritt zwischen Presse und Fass. Der frisch gepresste Most wird nur grob geseiht, gärt im offenen Bottich unter einem Tuch und wird dann ohne den Trub in die Gefäße gefüllt, in denen er lagern soll. Worlidge stellt das gegen den Rat der meisten, den Most sofort aufs Fass zu bringen.

Die Hefe. Worlidge nennt keine Hefe. Der ungekochte Apfelmost bringt sie von den Früchten mit, dazu aus Bottich und Fässern, die immer wieder benutzt werden und eine eingefahrene Hefe tragen. Die Gärung setzt deshalb von selbst ein.

Tuch statt Spund. Was Worlidge den „wilden Geist“ nennt, der jedes fest verschlossene Gefäß sprengt, ist nach heutigem Verständnis das Kohlendioxid der stürmischen Gärung. Das Tuch deckt den Bottich ab, ohne ihn abzudichten, so kann das Gas entweichen. Worlidge hält den Verlust dieses Geistes für unschädlich; beim Füllen der Fässer (wor-027) kommt er darauf zurück und lässt dort Spund- und Luftloch zunächst offen.

Wann ins Fass? Worlidge sagt nicht, wie lange der Most im Bottich bleibt und woran man den Zeitpunkt erkennt. Er verlangt nur, dass der Most „in some degree“ geklärt ist und der Trub zurückbleibt. Wie das Reine vom Unreinen getrennt wird, beschreibt er an dieser Stelle nicht. Im Buch folgt zuerst seine Erklärung, warum der Saft mancher Äpfel trüb bleibt, danach die Klärung durch Wärme und mit Hausenblase (wor-024) und das Abziehen mit dem Heber (wor-025). Im Fass gärt der Cider dann zu Ende (wor-027).

Praxis. Den frisch gepressten Most durch ein Sieb in einen sauberen, offenen Gärbehälter laufen lassen und mit einem Tuch abdecken. Ohne eingefahrene Gefäße heute Cider- oder Weißweinhefe zusetzen. Lässt die stürmische Gärung nach und hat sich ein Satz gebildet, den Most mit einem Schlauch vom Trub abziehen und ins Lagerfass füllen. Solange er noch gärt, nicht dicht verschließen; heute nimmt man dafür einen Gärverschluss (modern). Ein dicht verschlossenes Gefäß mit gärendem Most kann platzen, wie Worlidge selbst warnt. Kohlendioxid sammelt sich in tiefen, schlecht belüfteten Kellern, der Gärraum braucht deshalb Luftzug.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-023-orig" n="Streyner" resp="#fyndling">Seihgerät, also Sieb oder Seihtuch; Ludwig 1706 übersetzt strainer mit „eine ſeige, ein ſeigetuch“. Es hält nur die groben Apfelstücke zurück, geklärt wird der Most erst im Bottich.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-023-orig" n="Vat / Tun" resp="#fyndling">Vat und Tun sind hier zwei Namen für den großen offenen Bottich, in dem der Most gärt (Ludwig 1706: vat „das faß, eine kufe, ein kübel“, tun „eine tonne, ein faß“). Als Verb heißt to tun dagegen „in Fässer füllen“ (Ludwig: „etwas in ein faß thun“). Beides steht in diesem Abschnitt dicht nebeneinander: Der Most kommt in den Tun und wird später auf die Fässer tun'd.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-023-orig" n="Geister, wilder Geist" resp="#fyndling">Spirits sind in Worlidges Lehre die flüchtigen, belebenden Bestandteile eines Getränks; der wilde Spirit ist der ungestüme Teil davon, der im jungen Most ein dicht verschlossenes Gefäß sprengt. Der Begriff gehört zu seiner Gärungslehre und bleibt deshalb im Text stehen.</note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-024-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidges Anleitung, Cider und andere Obstweine zu klären. Sie hat zwei Teile, die auch die Randtitel des Drucks trennen: erst die Wärme allein, dann die Hausenblase. Heute heißt das Klären mit Hausenblase Schönung: Der Eiweißstoff verteilt sich im Getränk, bindet Trübstoffe, und die sinken ab oder steigen als Schaum auf. Hausenblase wird dafür bis heute bei Wein und Bier verwendet.

Wärme allein. Ein kleiner Teil des Ciders wird siedend heiß auf den frischen Most im Gärbottich gegossen, umgerührt und zugedeckt. Hefe setzt Worlidge nicht zu; beim ungekochten Most kommt sie von der Frucht und aus dem immer wieder benutzten Bottich und Fass. Dass Wärme die Gärung in Gang bringt und kühle Keller sie bremsen, entspricht heutiger Kellererfahrung. Seine Begründung, die Wärme mache das Getränk dünner und lasse den Trub leichter los, ist seine eigene Erklärung.

Hausenblase. Die Hausenblase wird dünn geschlagen, zerschnitten, über Nacht in Weißwein eingeweicht, am nächsten Tag bei kleiner Hitze gelöst und dann in einem Zwanzigstel des Ciders aufgekocht. Der heiße Anteil kommt zurück ins Ganze, das zugedeckt acht bis zwölf Stunden steht. Worlidge hält die Hausenblase für einen Gärantrieb, der bei Fruchtsäften Hefe und Hefe-Röstbrot ersetzt; was sie tatsächlich leistet, ist die Klärung. Das Ende erkennt er daran, dass das Getränk zu gären aufgehört hat. Dann zieht er unten am Zapfen ab und lässt den Schaum oben, oder er schöpft den Schaum zuerst ab. Wie man ohne Zapfen abzieht, steht im nächsten Abschnitt (Heber).

Doppelte Menge. Worlidge warnt selbst: Doppelt so viel Hausenblase macht das Getränk blank, aber mager und dünn. Heute nennt man das Überschönung.

Flaschen. Worlidge erlaubt, das geklärte Getränk nach wenigen Tagen auf Flaschen zu füllen. Ist es dann noch nicht durchgegoren, baut sich in der Flasche Druck auf; Worlidge nennt gleich danach selbst platzende Flaschen, in denen Trub geblieben ist. Heute: druckfeste Flaschen, kühl lagern. Beim Aufkochen und Eingießen ist mit heißer Flüssigkeit zu hantieren.

Praxis. Hausenblase gibt es im Wein- und Brauereibedarf; heute wird sie nach Herstellerangabe dosiert, Worlidges Verhältnis ist eine Fassangabe für ein Hogshead (modern). Wer kein eingefahrenes Gärgefäß hat, gibt dem frischen Most Cider- oder Weißweinhefe zu (modern). Die Wärme-Methode lässt sich ohne Hausenblase allein mit einem siedend heißen Teil des Mosts nachvollziehen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-024-orig" n="Gluten piſcis" resp="#fyndling">Lateinisch „Fischleim“. Worlidge setzt es mit Water-Glew (Wasserleim) und Isinglass (Hausenblase) gleich: getrocknete Schwimmblase von Fischen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-024-orig" n="Gallone" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-024-orig" n="Hogshead" resp="#fyndling">Englisches Weinfass. Ludwig (1706) gibt 63 Gallonen an; mit der Weingallone sind das ungefähr 240 Liter. Die Fassgrößen schwankten nach Ware und Ort. Eine englische Unze wog rund 28 Gramm.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-024-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">Das Wort steht zweimal. Neben Essig meint es gebrannte Getränke, also Branntwein (Ludwig 1706: „ein (diſtillirter) ſpiritus“). Am Schluss sind es Worlidges „Geister“, die wirksamen Anteile des Getränks, die beim Durchseihen und Umziehen verloren gehen; das ist seine Erklärung, keine heutige.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-024-orig" n="Toſts therein dipp'd" resp="#fyndling">In Hefe getauchtes Röstbrot, damals ein üblicher Gärstarter. Worlidge lehnt es für Fruchtsäfte ab, weil es zur Säure anrege.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-024-orig" n="pretenuity" resp="#fyndling" subtype="lexical">Dünnflüssigkeit des Getränks: Das Wort steht neben „warmth“ und bezieht sich mit „of it“ auf die Flüssigkeit; Worlidge hat eingangs gesagt, Wärme mache das Getränk dünner. Tenuity heißt bei Ludwig 1706 „die dünne“, bei Phillips 1658 „thinnesse“.<list type="alternatives"><item>Feinheit der verteilten Hausenblase<note type="rationale">„thinly ... disperſed“ steht im selben Satz; das Pronomen „it“ zielt aber auf „Liquor“. Das Wort ist im Bestand nur hier belegt.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-024-orig" n="overracking" resp="#fyndling" subtype="contextual">Ein Zuviel an Umziehen: Doppelte Hausenblase wirkt wie zu häufiges Abziehen von Fass zu Fass und macht das Getränk mager.<list type="alternatives"><item>Wörtlich ein übermäßiges Abziehen vom Trub<note type="rationale">Bei der Hausenblase wird nicht abgezogen; Worlidge vergleicht die Wirkung, wie im Schlussabsatz, wo das Umziehen das Getränk dünn macht.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-025-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Der Schluss von Worlidges Abschnitt über das Klären des Ciders. Ist das Getränk mit Wärme oder Hausenblase geklärt (wor-024), zieht man es gewöhnlich an einem Zapfen nahe am Boden ab. Worlidge zeigt hier den zweiten Weg, mit einem Heber über den Gefäßrand, sagt dann, wohin der Trub kommt, und begründet, warum er ihn für so schädlich hält.

Der Heber. Ein gebogenes Rohr, dessen eines Ende drei oder vier Zoll länger ist als das andere. So funktioniert die Form: Das kurze Ende steckt im Getränk, das lange hängt außen tiefer hinab, und ist das Rohr einmal gefüllt, läuft das Getränk von selbst über den Rand. Wie man den Heber füllt, sagt Worlidge nicht. Glas zieht er vor, weil man sieht, wann Trub ins Rohr steigt, und die Mündung dann anhebt oder senkt. Der andere Werkstoff, Latten, ist sehr wahrscheinlich Weißblech, dasselbe, das Worlidge zum Kochen von Cider empfiehlt, weil das Zinn keinen schlechten Geschmack abgibt (wor-003).

Wohin mit dem Trub? Oben und unten bleibt viel grober Trub zurück. Den vom Cider gibt Worlidge auf den schon ausgepressten Trester, aus dem mit Wasser der Nachguss entsteht, Ciderkin oder Wasser-Cider. Beim Nachguss selbst (wor-002) nennt er dieselbe Verbesserung mit dem Trub des zuletzt geklärten Ciders.

Seine Erklärung. Für Worlidge ist der Trub die Hauptursache, dass Obstgetränke verderben: Seine verdorbene, saure Natur reize die lebendigeren Teile zu fortwährender Gärung. Als Beweis nennt er Flaschen mit Trub, die bei Südwind zerspringen. Das ist seine Theorie. Heute würde man sagen: Bleiben Hefe und noch unvergorener Zucker in der verschlossenen Flasche, gärt das Getränk nach, und die Kohlensäure baut Druck auf. Die Beobachtung trägt, die Begründung mit der sauren Natur des Trubs ist Worlidges eigene.

Praxis. Heute (modern) zieht man mit einem Weinheber oder einem lebensmittelechten Schlauch aus dem Weinbedarf ab und hält die Mündung über dem Bodensatz; zum Füllen nimmt man besser einen Heber mit Pumpe als den Mund. Wer Cider auf Flaschen zieht, in dem noch Trub oder Zucker steckt, muss mit Nachgärung rechnen: Gewöhnliche Flaschen können platzen. Dann druckfeste Flaschen verwenden und kühl lagern.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-025-orig" n="Siphon" resp="#fyndling">Heber, gebogenes Rohr zum Abziehen über den Gefäßrand (Ludwig 1706: „Siphon, ein heber“). Der Druck zeigt neben dem Text eine kleine Abbildung.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-025-orig" n="Ciderkin, or Water-Cider" resp="#fyndling">Nachguss aus dem ausgepressten Trester mit Wasser, im Haushalt Ersatz für Dünnbier (wor-002). Worlidge nennt ihn auch Purre.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="gloss" target="#wor-025-orig" n="Southerly Air" resp="#fyndling">Südwind. Für Worlidge feuchtwarme Luft, bei der Trub und Hefe aufsteigen und die Nachgärung einsetzt; vgl. wor-027.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-025-orig" n="Latten" resp="#fyndling" subtype="lexical">Weißblech, verzinntes Eisenblech: Ludwig 1706 „Latten, láttin, blech, du fer blanc“, Halliwell 1846 „Plate-tin“. Worlidge empfiehlt Latten in wor-003 selbst wegen des Zinns („the Tin yielding no bad Tincture“) und meidet Messing für Obstmost.<list type="alternatives"><item>Messing oder messingartige Legierung<note type="rationale">Die ältere Bedeutung: Digby-Glossar 1910 „a utensil made of thin brass, or mixed metal“, Stratmann „a mixed metal similar to brass“; Halliwell warnt, das alte Wort sei nicht Weißblech gewesen. Trägt hier schlechter, weil Worlidge im selben Buch Latten mit Zinn verbindet.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-026-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kellerarbeit aus Worlidges Kapitel über die Fässer für Cider: erst wie ein neues Fass vor dem ersten Befüllen zugerichtet wird, dann welche gebrauchten Fässer taugen, zuletzt zwei Mittel gegen ein muffiges Fass. Wie viel Wasser er zum Ausbrühen nimmt, wie lange es im Fass bleibt und was nach der Kur mit dem Fass geschieht, sagt er nicht.

Das neue Fass. Worlidges Grund ist die braune Farbe, die frisches Eichenholz an jede Flüssigkeit abgibt. Das siedende Wasser zieht sie heraus, bevor der Cider hineinkommt. ſeaſon heißt bei Ludwig 1706 „zurichten, bequem machen“: Das Holz wird für seinen Inhalt vorbereitet. Den Apfeltrester im Brühwasser stellt Worlidge frei; welchen Zweck er hat, sagt er nicht.

Gebrauchte Fässer. Fässer von Süßwein und Metheglin gelten ihm als Gewinn für Farbe und Geschmack, Fässer von Starkbier und Ale als Schaden, weil Malz und Cider sich nicht vertragen. Dünnbierfässer sind gut ausgebrüht brauchbar. Weißwein- und Rheinweinfässer setzen nach seiner Erfahrung eine zu starke Gärung in Gang; eine heutige Deutung wäre, dass Reste und Hefe der vorigen Füllung im Holz sitzen - Worlidge selbst begründet es nicht.

Das muffige Fass. Beim Pfefferwasser wird das Fass siedend heiß gefüllt und bleibt zwei oder drei Tage so stehen. Ob der Pfeffer ganz oder gestoßen gekocht wird und wie das Mittel wirkt, sagt Worlidge nicht. Beim zweiten Mittel kommen Branntkalk und Wasser in das Fass; das Wälzen bringt die Lösung an alle Dauben, bis der Kalk ganz gelöscht ist. Heute erklärt man die Wirkung damit, dass gelöschter Kalk stark alkalisch ist und Schimmel und Gerüche im Holz angreift; das ist eine moderne Erklärung, nicht Worlidges. Was two or three Stones meint, ist offen: Stücke Kalk, wie sie aus dem Ofen kommen, oder das Gewicht Stone, das nach Ludwig 1706 in London acht und in Hereford zwölf Pfund wog.

Gefahren. Branntkalk ätzt Haut und Augen und erhitzt sich beim Löschen stark; in einem dicht verschlossenen Fass entstehen dabei Hitze und Druck. Siedendes Wasser beim Einfüllen und Ausbrühen verbrüht. Kalkreste im Fass würden den Cider verderben.

Praxis. Ein neues Eichenfass heute vor dem ersten Befüllen mit heißem Wasser füllen oder ausbrühen und das Wasser ablassen, wenn es braun geworden ist; das wiederholen, bis es kaum noch Farbe annimmt. Nach einer Kalkbehandlung, die Worlidge nicht weiterführt, das Fass mit klarem Wasser ausspülen, bis kein Kalk mehr austritt, und am Geruch prüfen; ein Fass, das muffig bleibt, nicht für Cider verwenden. Branntkalk nur mit Schutzbrille und Handschuhen anfassen und das Fass beim Löschen nicht ganz verschließen - das ist heutige Vorsicht, nicht Worlidges Anweisung.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-026-orig" n="Hogſhead" resp="#fyndling">Englisches Fass und Fassmaß. Ludwig (1706) gibt 63 Gallonen an; mit der Weingallone von rund 3,8 Litern sind das ungefähr 240 Liter. Die Fassgrößen schwankten nach Ware und Ort.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-026-orig" n="gallons" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-026-orig" n="Canary, Malaga, or Sherry Wines" resp="#fyndling">Süße, schwere Weine von den Kanarischen Inseln und aus Spanien.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="gloss" target="#wor-026-orig" n="Water-Cider" resp="#fyndling">Worlidges Name für den Nachguss auf dem ausgepressten Trester, gewöhnlich Purre genannt (wor-002).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-026-orig" n="Metheglin" resp="#fyndling">Met mit Kräutern und Gewürzen; Worlidges eigenes Verfahren steht in wor-019.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-026-orig" n="two or three Stones or more of Quick-lime" resp="#fyndling" subtype="lexical" cert="unknown">Zwei oder drei Stücke Branntkalk: Ludwig 1706 führt Stone zuerst als „ein ſtein“, Branntkalk kam in Brocken aus dem Ofen, und Worlidge gebraucht Stone im ganzen Buch nie als Gewicht.<list type="alternatives"><item>Stone als Gewicht: zwei oder drei Stone Branntkalk<note type="rationale">Ludwig 1706 kennt Stone auch als Gewicht, „acht pfunden zu Londen, oder von zwoͤlffen zu Hereford; vierzehen pfund (wolle)“. Der Text entscheidet nicht zwischen beiden.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-027-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Der Anfang von Worlidges fünftem Abschnitt: Der im Bottich vergorene und geklärte Cider (siehe die Einträge zum Klären vor dem Fass und mit Hausenblase) kommt in die Fässer, die nach dem vorigen Abschnitt mit siedendem Wasser ausgebrüht und zugerichtet sind. Es geht um den Übergang von der offenen Gärung zum verschlossenen Lager: wie lange der Spund offen bleibt, wie der Druck der Nachgärung abgelassen wird und womit man am Ende verspundet.

Nachgärung im Fass. Der Cider gärt im Fass noch nach. Eine Hefe nennt Worlidge nicht und braucht sie nicht: Sie kommt beim ungekochten Most von der Frucht und aus dem immer wieder benutzten Bottich und Fass. Der offene oder nur abgedeckte Spund lässt die Gärung zwei oder drei Tage frei auslaufen. Danach schließt Worlidge den Spund, lässt aber das kleine Luftloch daneben nur mit einem locker gesteckten Zapfen zu und öffnet es zeitweise. Was er den „wilden Geist“ nennt, ist heute gesprochen die Kohlensäure der Nachgärung; sein Bild vom Fassboden, der sich eine Woche nach dem Abfüllen fast bis zum Bersten hebt, zeigt den Druck im dicht verschlossenen Fass. Ein Zeitmaß gibt er nicht: Das Luftloch bleibt locker, bis der wilde Geist verbraucht ist.

Haut, Decke und Weizen. Worlidge füllt bis einen Zoll oder weniger unter die Oberseite und erwartet auf dem Cider eine „Haut oder Decke“, die ihn schützt. Ist der Cider schon so klar, dass er nicht wieder gärt, und soll er lange liegen, erzeugt er diese Decke künstlich mit ungemahlenem Weizen, ein Quart auf ein Hogshead, und auch das nur, wo Luft ins Fass kommen kann. Wie der Weizen wirkt, erklärt er nicht. Heute hält man ein Lagerfass spundvoll; eine Haut auf Cider oder Wein deutet man heute eher als Kahm, also als beginnenden Fehler. Ob Worlidge eine solche Schicht meint, sagt der Text nicht.

Holzspund statt Lehm. Einen Lehmverschluss hebt der Cider nach Worlidge bei jedem Südwind an; auch in den folgenden Abschnitten bringt Südwind den Cider in Bewegung und Flaschen zum Springen. Besser ist ein zum Spundloch passend gedrechselter Holzstöpsel, mit einer Lage nassem braunem Papier umwickelt und eingedreht: Das nasse Papier liegt als Dichtung zwischen Holz und Fass.

Praxis. Wer das heute nachstellt, füllt vergorenen, geklärten Cider in ein sauberes Fass oder einen Glasballon und setzt statt des locker gesteckten Zapfens einen Gärspund auf (heutiges Hilfsmittel), bis keine Gärung mehr zu sehen ist; erst dann wird fest verschlossen. Ein gärendes Gefäß nie dicht verschließen: Der Druck kann es sprengen, wie Worlidge selbst beschreibt. In tiefen, schlecht belüfteten Kellern sammelt sich die Kohlensäure aus gärenden Fässern am Boden. Der Weizen ist Worlidges Mittel gegen Luft im nicht ganz vollen Fass; heute ersetzt ihn das Spundvoll-Halten.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-027-orig" n="Hogſhead" resp="#fyndling">Englisches Fassmaß. Ludwig 1706 gibt 63 Gallonen an, Phillips 1658 ein Viertel Tun. Mit der Weingallone wären das ungefähr 240 Liter; welches Hogshead Worlidge beim Cider meint, sagt er nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-027-orig" n="Quart" resp="#fyndling">Englisches Hohlmaß, ein Viertel Gallone, je nach Gallone rund 0,95 oder 1,16 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-027-orig" n="Vent-hole, Peg" resp="#fyndling">Das kleine Luftloch im Fass neben dem Spund, verschlossen mit einem kleinen Holzzapfen. Ludwig 1706 erklärt „Peg“ als „ein lufftzäpfflein eines faſſes“.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-027-orig" n="Spirit" resp="#fyndling">Worlidge denkt in „Spirits“, Geistern, die im Cider wirken. Der „wilde Geist“ ist der, der nach dem Abfüllen ins Fass hinaus will; die „besten Geister“ sind die, die den Cider gut machen. Das ist seine Erklärung und wird in seinen Begriffen wiedergegeben.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-027-orig" n="Southerly Air" resp="#fyndling">Südwind. Worlidge beobachtet, dass Cider bei Südwind wieder unruhig wird: Flaschen mit Trub springen bei Südwind, und frisch abgefüllte Flaschen soll man vor dem nächsten Umschlagen des Windes nach Süden lüften. Hier hebt der Cider deshalb einen Lehmverschluss an.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-027-orig" n="Skin or Head / artificial head" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eine schützende Haut oder Decke auf der Oberfläche des Ciders; die „künstliche Decke“ erzeugt Worlidge mit ungemahlenem Weizen, wo Luft ins Fass kommen kann.<list type="alternatives"><item>Das Fassende, der Fassboden („head of the Barrel“).<note type="rationale">Im selben Abschnitt heißt „head of the Barrel“ Fassboden. Bei „a Skin or Head to cover it“ und „artificial head … admiſſion of Air“ ist aber eine Schicht auf der Flüssigkeit gemeint.</note></item><item>Eine Kahmhaut, die man heute als beginnenden Fehler ansieht.<note type="rationale">Worlidge wertet die Decke als Schutz. Ob die Haut, die er erwartet, eine solche Schicht ist, lässt der Text offen.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-027-orig" n="leave the Bung open, or onely cover'd two or three days" resp="#fyndling" subtype="contextual">Die Frist gilt für beide Glieder: Der Spund bleibt zwei oder drei Tage offen oder nur abgedeckt, danach wird er geschlossen.<list type="alternatives"><item>Spund offen ohne Frist, nur das Abdecken auf zwei oder drei Tage begrenzt.<note type="rationale">Der nächste Absatz beginnt „After you have thus cloſed up your Bung“ und setzt voraus, dass auch die offene Phase endet.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-028-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidge zieht fertigen, gründlich geklärten Cider vom Fass auf Flaschen, verschließt sie mit Korken und lagert sie liegend. Das Abfüllen nennt er „a great improver“: In der Flasche gewinne der Cider zurück, was er im Fass an Geist verloren hat. „Body and Spirit“ und dieses Wiedergewinnen sind seine Erklärung in seinen Begriffen.

Flaschengärung. Früh abgefüllter Cider braucht nach Worlidge keinen Zusatz. Heute würde man sagen: Er enthält noch etwas unvergorenen Zucker und Hefe, gärt in der verschlossenen Flasche nach, und die Kohlensäure bleibt im Getränk. Ist der Cider im Fass übergoren, also dünn und schal geworden, gibt Worlidge beim Abfüllen etwas Hutzucker dazu, ohne Maß, „more or less according as it may require“. Hefe setzt er nicht zu; der Zucker vergärt mit der Hefe, die noch im Cider steckt, und macht ihn wieder lebhaft. Dasselbe Mittel nimmt er beim Johannisbeerwein, dort ein Stück je Flasche.

Säuerlich oder scharf-sauer. Worlidge trennt „acid“, ein wenig säuerlich, von „eager“, scharf-sauer. Am besten wirke der Zucker, wenn der Cider nur säuerlich war. Beim verdorbenen Cider zieht er dieselbe Grenze schärfer: Den säuerlichen könne ein kleiner Zusatz retten, beim umgeschlagenen seien alle Zusätze vergebliche Versuche. Heute würde man sagen: Zucker gibt der Hefe neues Futter und mildert die Säure im Geschmack, einen Cider, der zu Essig umschlägt, macht er nicht wieder gut.

Luft geben. War der Cider beim Abfüllen noch jung und nicht ganz rein, gärt er in der Flasche weiter. Worlidge lässt die Flaschen deshalb eine Weile offen stehen oder lüftet die Korken nach zwei oder drei Tagen. Seine Begründung ist der Südwind, der nach seiner Lehre den Cider aufsteigen lässt; beim Verspunden der Fässer sagt er dasselbe. Funktional lässt das Lüften Druck ab, solange die Gärung noch läuft.

Korken und Lager. Die Korken weicht er in siedend heißem Wasser ein, damit sie sich dem Flaschenhals anpassen; die Glasstopfen zieht er nur vor, wenn sich der Flaschenbruch vermeiden lässt. Liegend bleibt der Kork feucht und dicht, und die Luftblase liegt an der Flaschenseite. Mit dem Hals nach unten sammelt sich der Bodensatz im Hals und kommt ins erste Glas. Im folgenden Abschnitt rät Worlidge selbst, die Korken nicht festzubinden: lieber fliege der Korken, als dass die Flasche bricht.

Praxis. Heutige Hinweise, nicht bei Worlidge: Für Cider mit Zucker in der Flasche nimmt man druckfeste Flaschen, etwa Sekt- oder Bügelflaschen, und nur wenig Zucker, lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig: Gewöhnliche Flaschen können unter dem Druck platzen. Ist der Cider sehr klar und lange gelagert, kann zu wenig Hefe darin sein; dann setzt man etwas Cider- oder Weißweinhefe zu. Beim Einweichen der Korken in siedend heißem Wasser auf Verbrühungen achten.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-028-orig" n="Loaf-ſugar" resp="#fyndling">Hutzucker: raffinierter Zucker in fester Kegelform, von dem man vor dem Gebrauch Stücke abschlug.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-028-orig" n="the next change of the wind into the South" resp="#fyndling">Worlidge hält den Südwind für den Auslöser, der den Cider wieder aufsteigen lässt; beim Verschließen der Fässer warnt er ebenso vor „every Southerly Air“. Das ist seine Lehre, keine heutige Erklärung.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-028-orig" n="Glaſs Stopples" resp="#fyndling">Glasstopfen, die auf jede Flasche einzeln eingeschliffen wurden. Worlidge beschreibt sie im Kapitel über die Gefäße: Sie lassen keinen Geist durch, deshalb sprengt das Getränk eher die Flasche, während durch den etwas porösen Kork ein Teil entweicht.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-028-orig" n="eager" resp="#fyndling" subtype="lexical">„scharf-sauer“, an beiden Stellen gleich. Ludwig 1706: „Eager, ſcharff herbe, ſauer“; Halliwell: „Sour … Also, sharp“. Worlidge stellt es neben „poor, flat“ als Fehler des übergorenen Ciders und setzt es gegen „a little acid“, ein wenig säuerlich.<list type="alternatives"><item>„heftig, lebhaft“ (Ludwig führt auch „hitzig, hefftig, eifferig“)<note type="rationale">Diese Bedeutung gilt für Menschen und Strömungen. In der Reihe „poor, flat, and eager“ und gegen „acid“ gesetzt ist ein Geschmacksfehler gemeint.</note></item><item>„umgeschlagen“, wie beim verdorbenen Cider („eager or turn'd“)<note type="rationale">Dort steht „turn'd“ dabei, und Worlidge hält den Cider für verloren. Hier soll der Zucker noch helfen, am besten beim nur säuerlichen Cider; „scharf-sauer“ lässt beide Stellen zusammenpassen.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-029-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Kein Rezept, sondern Worlidges Abschnitt darüber, wo die Flaschen stehen sollen, wenn der Cider abgefüllt ist (wor-028). Er prüft drei übliche Lagerweisen - Gestell oder Regal, Sand, Wasserbecken -. Das Ziel ist immer dasselbe: die Flaschen kühl und gleichmäßig temperiert halten.

Boden statt Regal. Worlidge begründet den Rat mit seiner Vorstellung, die Luft sei oben im Raum dünner und wechselhafter. Heute erklärt man denselben Befund mit der Temperaturschichtung: Kühle Luft sammelt sich unten. Der Rat trägt also, die Begründung ist seine.

Sand. Worlidge widerspricht dem verbreiteten Glauben, Sand kühle die Flaschen. Er gesteht ihm nur zu, plötzliche Wechsel von Wärme und Kälte abzufangen.

Quellwasser und Brunnen. Ein Becken mit fließendem oder oft gewechseltem Quellwasser hält die Flaschen gleichmäßig kühl. Ersatz ist ein Brunnen mit Pumpe, damit keine Eimer an die hinabgelassenen Flaschen schlagen, oder kleine Gewölbe in der Brunnenwand nahe dem Grund. Wie man ein solches Becken mauert, speist und leert, beschreibt er im nächsten Abschnitt (wor-030); wo Wasser fehlt oder der Bau zu teuer ist, rät er danach zu Gewölben und Wandnischen (wor-031). Dass das Wasser die Geister des Getränks verdichtet und sie dort reifen lässt, ist seine Naturlehre; dass Cider so „bis zur Stärke des Canary“ komme, ist seine Behauptung, die er nicht weiter belegt.

Die zwei offenen Fragen. Die zweite nimmt das Problem aus wor-028 auf: Glasstopfen schließen besser als Korken, wenn nur die Flaschen nicht springen. Ob das kalte Wasser das verhindert, hat Worlidge nach eigener Aussage nicht erprobt.

Praxis. Heutiger Hinweis: Cider mit Restzucker gärt in der Flasche auch kühl langsam weiter. Kühle bremst den Druckaufbau, verhindert ihn aber nicht sicher; gewöhnliche Flaschen können platzen. Für spritzigen Cider druckfeste Flaschen verwenden und kühl lagern. Eine Flasche, die im Brunnen zerbricht, bringt Glas ins Wasser.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-029-orig" n="Conſervatory" resp="#fyndling">Worlidges Wort für das Kühlbecken mit Quellwasser, in dem die Flaschen stehen; im Register seines Buches steht dafür auch „Refrigeratory“. Es meint hier keine Pflanzenhalle.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-029-orig" n="Canary" resp="#fyndling">Kanarienwein, ein süßer Wein von den Kanarischen Inseln (Ludwig 1706: „canarienſeckt“). Worlidge nennt ihn als Vergleich für die Stärke, die ein gut gelagerter Cider erreichen soll.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-029-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">In der Naturlehre der Zeit die feinen, flüchtigen Anteile eines Getränks, die für Kraft und Reife verantwortlich gelten. Worlidges Begründung für die Wasserlagerung beruht auf dieser Vorstellung.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-029-orig" n="Quaere" resp="#fyndling">Lateinisch für „man frage“. In der Gelehrtenprosa der Zeit eine Formel für eine offene Frage, die noch durch Versuche zu klären ist.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-029-orig" n="exition or expanſion" resp="#fyndling" subtype="lexical">„Ausweg und Ausdehnung“: exition als Austritt, Ausgang, von lateinisch exitio (Köbler, Mittellatein: „Ausgang“). Das Paar mit expansion stützt das: Die Geister streben nicht nach außen.<list type="alternatives"><item>„Verderben“, von lateinisch exitium (vgl. Blount 1656: „Exitious ... deadly, destructive“)<note type="rationale">Klanglich nahe, doch der Satz handelt davon, dass die Geister im Getränk bleiben, nicht von ihrem Untergang.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-030-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Die Bauanleitung für das Becken mit kühlem Quellwasser, das Worlidge im Abschnitt davor als besten Platz für gefüllte Flaschen empfiehlt (wor-029). Kein Getränk, sondern Kellerbau. Auf diese Anweisung greift er auch beim Metheglin zurück, dessen Flaschen in einen Kühlkeller kommen sollen, „wie es oben für den Cider angegeben ist“ (wor-019).

Zulauf und Ablauf. Ein dauernd durchfließendes Becken setzt einen Abfluss voraus, den viele Keller nicht haben. Worlidge lässt das Wasser deshalb stehen und wechselt es: leer pumpen mit einer kleinen Handpumpe, neu füllen aus der Quelle oder aus Brunnen und Pumpe. Die Häufigkeit richtet er nach der Luft, einmal in der Woche, bei Wärme öfter, bei Kälte seltener. Das passt dazu, dass stehendes Wasser mit der Zeit die Wärme des Kellers annimmt und frisches Quellwasser die Kühle zurückbringt; eine Dauer oder Wassertiefe nennt er nicht.

Dichtung. Stein oder Ziegel werden vermörtelt; Ziegel bekommen eine dichte Haut aus Gips oder aus einem Kitt von Leinöl und frisch gelöschtem Kalk. Wozu die Baumwolle im Kitt dient, sagt er nicht; naheliegend ist, dass die Fasern ihn zusammenhalten. Im Erdreich unter dem Keller übernimmt der dick gelegte, gut durchgearbeitete Ton die Abdichtung selbst.

Was offen bleibt. Wie die Flaschen im Becken stehen, wie hoch das Wasser steht und wie der Zulauf gebaut wird, beschreibt Worlidge nicht. Wo Wasser fehlt oder der Bau zu teuer ist, rät er im nächsten Abschnitt zu Gewölben und Wandnischen (wor-031).

Praxis. Heutiger Hinweis: Gips ist nach heutiger Baupraxis auf Dauer nicht wasserfest und weicht in stehendem Wasser auf; von Worlidges beiden Dichtungen ist der Kitt die für ein Wasserbecken geeignetere. Frisch gelöschter Kalk ätzt Haut und Augen; wer Branntkalk selbst löscht, muss mit starker Hitze und Spritzern rechnen, also Handschuhe und Schutzbrille tragen. Ob das kalte Wasser das Springen der Flaschen verhindert, hat Worlidge selbst offen gelassen (wor-029): Flaschen mit nachgärendem Getränk können auch im Becken platzen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-030-orig" n="Refrigeratory, Conſervatory" resp="#fyndling">Worlidge gebraucht beide Wörter für die kühle Lagerstätte der Flaschen; im Register seines Buchs verweist „Refrigeratory“ auf „Conservatory“. Hier ist mit beiden das Becken mit Quellwasser gemeint, das er im Abschnitt davor empfiehlt (wor-029).</note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-031-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Die Fortsetzung von Worlidges Flaschenlagerung (wor-029): Dort hält er Becken mit Quellwasser für den besten Platz. Unmittelbar davor beschreibt er, wie man ein solches Becken aus Stein oder Ziegeln im Boden oder an der Seite des Kellers mauert, mit Quellwasser speist und mit einer kleinen Handpumpe leert; diese Stelle steht im Eintrag davor (wor-030). Hier nennt er, was zu tun ist, wo Wasser fehlt oder das Becken zu teuer käme, dazu zwei Ratschläge zu Reife und Verschluss.

Gewölbe und Nischen. Erde und Mauerwerk dämpfen die Wechsel von Wärme und Kälte, deshalb sollen die Flaschen unter der Höhe des Kellerbodens oder in Wandnischen nahe am Boden liegen. Worlidge begründet das mit der Luft, die er für den Träger der Schwankungen hält; das ist seine Erklärung. Warum die Flaschen schräg liegen sollen, sagt er schon beim Abfüllen (wor-028): Der Korken bleibt feucht, und die Luftblase liegt an der Seite statt am Korken.

Der warme Raum. Ein Getränk, das in der verschlossenen Flasche noch nachgärt, reift in der Wärme schneller; die Wärme treibt aber auch den Druck in der Flasche hoch. Worlidge sagt nur, dass sich das Getränk so nicht lange hält und man auf die Flaschen achten muss, nicht wie lange die Flaschen oben stehen sollen. Das Bewegen (Agitation) nennt er als bekanntes anderes Mittel, die Reife zu beschleunigen, ohne zu sagen, wie es geschieht.

Die Korken. Worlidge will die Korken gut eingepasst, aber nicht festgebunden haben: Steigt der Druck in einem Getränk, das nicht gut beschaffen ist, soll lieber der Korken fliegen als die Flasche brechen. Womit man festband, sagt er nicht. Das ist seine Abwägung von 1676, keine Sicherung: Ein Korken fliegt nicht verlässlich, bevor das Glas nachgibt.

Praxis. Flaschen mit nachgärendem Getränk kühl und gleichmäßig lagern, liegend oder schräg. Heute (modern): Für Getränke, die in der Flasche Kohlensäure bilden, druckfeste Flaschen verwenden, etwa Bügel- oder Sektflaschen; gewöhnliche Flaschen können platzen und Glassplitter verstreuen, und herausschießende Korken können verletzen. Warm gestellte Flaschen nur kurz und unter Aufsicht stehen lassen, dann wieder kühl lagern.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-031-orig" n="Conſervatories" resp="#fyndling">Die Kühlbecken mit Quellwasser, in die Worlidge die Flaschen stellt (wor-029).</note>
        <note type="gloss" target="#wor-031-orig" n="full Corks" resp="#fyndling">Korken, die den Flaschenhals ganz ausfüllen und dicht sitzen, im Gegensatz zu Korken, die erst durch Festbinden halten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-031-orig" n="the Liquor not well qualified" resp="#fyndling" subtype="lexical">„nicht gut beschaffen“: Ludwig 1706 übersetzt qualify'd mit „das die nöthigen eigenschafften hat“; Worlidge braucht das Wort in wor-003 ebenso („not so ill qualifyed“ = nicht so schlecht beschaffen). Gemeint ist ein Getränk, das noch nicht so ist, wie es sein soll, und deshalb Druck aufbaut.<list type="alternatives"><item>„nicht gemäßigt“, also zu lebhaft, zu stark treibend<note type="rationale">Ludwig gibt auch „gemäßiget“. Für den Sinn der Stelle kommt es auf dasselbe hinaus; die allgemeinere Lesart „beschaffen“ folgt Worlidges eigenem Gebrauch in wor-003.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-031-orig" n="Agitation" resp="#fyndling" subtype="lexical">„Bewegen“: Ludwig 1706 „Agitation, die bewegung“. Worlidge sagt nicht, wie bewegt wird.<list type="alternatives"><item>Schütteln oder Rütteln der Flaschen<note type="rationale">Naheliegende Form der Bewegung, aber enger als der Text; deshalb nicht in die Übersetzung gelegt.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-032-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Worlidges Fehlerkunde für fertigen Cider: sechs Fehlerbilder mit Ursache und Kur, am Ende eine Absage an das Umziehen. Er trennt dabei, was er selbst empfiehlt (das Stück Zucker beim Abfüllen, das Klären vor dem Füllen), von dem, was er nur weitergibt: Eier und Feigen „as is reported“, die zweite Gärung auf dem Hefesatz „as is supposed“.

Tot und schal. Worlidge führt den Fehler auf zu viel Luft im schlecht verschlossenen Fass zurück; heute würde man sagen, die Kohlensäure ist entwichen und der Cider schmeckt flach. Alle seine Kuren laufen auf eine Nachgärung hinaus. Frisch gemahlene Äpfel oder frischer Most bringen Zucker mit und, da Worlidge keine Hefe nennt, die Hefe von der Frucht; im Fass kommt der vorhandene Hefesatz dazu. Deshalb öffnet er zuweilen das kleine Luftloch, damit der Gärdruck das Fass nicht sprengt (dasselbe Luftloch wie beim Füllen, wor-027), und zieht nach wenigen Tagen ab, bevor die Maische den Cider verdirbt. Die Flaschenvariante mit ein oder zwei Löffeln Most je Flasche ist eine Flaschengärung: Der Cider wird wieder spritzig.

Sauer. Als Ursachen nennt Worlidge unreife Frucht, eine zu schnelle und zu heftige Gärung und ein zu warmes Lager. Dass der Hefesatz den Cider durch eine zweite Gärung wieder angenehm macht, gibt er selbst nur als Vermutung. Wie der ungemahlene Weizen süßen soll, erklärt er nicht; denselben Weizen gibt er beim Füllen in kleinerer Menge ins Fass, damit der Cider einen Kopf bekommt (wor-027). Für die ganzen Eier liegt eine heutige Erklärung nahe, die Worlidge nicht gibt: Eierschale ist wie Kreide ein Carbonat, und Carbonate binden Säure. Das ist eine Vermutung, kein Beleg. Sein sicherstes Mittel, das Stück Zucker in der Flasche, nennt er schon beim Abfüllen (wor-028, dort Hutzucker): Es süßt und setzt eine Flaschengärung in Gang.

Scharf-sauer oder umgeschlagen. Die Grenze zwischen heilbar und unheilbar zieht Worlidge mit seiner Lehre von den Geistern: Sind sie noch frei, helfen neue Geister oder Süße; sind sie verflogen und zurückgezogen, hilft nichts mehr. Dasselbe Bild, Geister, die sich nach der Fäulnis zurückziehen, „as in Vinegar, and all acid eager Liquors“, gebraucht er beim gekochten Cider (wor-003). Ob er hier einen Essigstich meint, sagt der Text nicht.

Muffig. Die Ursachen, die er nennt, sind der Lagerplatz der Früchte, die Gefäße, durch die Maische und Most liefen, und das Fass selbst; kommt der Geruch vom Fass, spricht man heute von Fassgeschmack. Wie man muffige Fässer vorher kuriert, beschreibt er beim Herrichten der Fässer (wor-026). Die Senfsaat mildert den Geschmack nach seinen Worten nur „in some measure“, die Heilung nennt er selbst sehr schwierig.

Dick. Ludwig (1706) übersetzt thick mit „dick; dicht; fett; truͤbe“. Für einen trüben Cider spricht, dass Worlidge als letztes Mittel die Hausenblase nennt, also die Schönung, die er beim Klären beschreibt (wor-024). Die übrigen Kuren regen eine neue Gärung an, wieder mit der Hefe aus Maische, Most und faulen Äpfeln. Der Senf „made with Sack“ ist angemachter Senf: Digby beschreibt 1669, wie Lady Holmeby Senfmehl mit „Sherry-sack“ anrührt (dig-246).

Umziehen. Worlidge lehnt das Umziehen von Fass zu Fass nicht wegen des Ergebnisses ab, sondern wegen Arbeit und Kosten: Für jeden Gang braucht es ein kleineres Fass. Sein Gegenvorschlag ist das Klären vor dem Füllen (wor-023, wor-024).

Praxis. Heute frischt man schalen Cider am einfachsten mit frischem Most auf und lässt ihn nachgären. Gibt man Most oder Zucker in verschlossene Flaschen, entsteht Druck: Gewöhnliche Flaschen können platzen, deshalb druckfeste Flaschen nehmen und kühl lagern. Worlidges eigener Rat, die Korken nicht festzubinden, damit lieber der Korken fliegt als die Flasche bricht (wor-031), ist seine Lösung, keine heutige Sicherheitsmaßnahme. Faule Äpfel nimmt man heute nicht, sie bringen Schimmel in den Most. Hausenblase gibt es im Weinbedarf. Umgeschlagenen Cider gibt schon Worlidge verloren.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-032-orig" n="Gallone" resp="#fyndling">Worlidge sagt nicht, welche Gallone er meint: Die Weingallone fasste rund 3,8 Liter, die Ale-Gallone rund 4,6 Liter.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-032-orig" n="Hogſhead" resp="#fyndling">Englisches Fassmaß. Ludwig (1706) gibt 63 Gallonen an; mit der Weingallone wären das ungefähr 240 Liter. Welches Hogshead Worlidge beim Cider meint, sagt er nicht.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-032-orig" n="Murc" resp="#fyndling">Worlidges Wort für die gemahlenen Äpfel: vor dem Pressen Maische, nach dem Pressen Trester. Hier liegen ungepresste Äpfel im Fass, also Maische.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-032-orig" n="Spirits" resp="#fyndling">Worlidges „Geister“, die wirksamen, belebenden Teile des Ciders. Freie und flüchtige Geister lassen sich ergänzen, verflogene und zurückgezogene nicht. Das ist seine Lehre, keine heutige Chemie.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-032-orig" n="Sack" resp="#fyndling">Spanischer Wein, wie man ihn in England trank: Ludwig (1706) erklärt Sack als „Spaniſcher“ Wein, Blount (1656) nennt Malaga-Sack aus Andalusien, Digby (1669) Sherry-Sack.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-032-orig" n="Iſinglaſs, or Fiſh-glew" resp="#fyndling">Hausenblase, aus Fischblasen gewonnen. Wie Worlidge damit klärt, steht in seinem Abschnitt über das Klären (wor-024): drei bis vier Unzen auf das Hogshead, in Weißwein gelöst.<ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-032-orig" n="eager or turn'd" resp="#fyndling" subtype="lexical">„scharf-sauer oder umgeschlagen“, wie im Abschnitt über das Abfüllen (wor-028). Ludwig (1706): „Eager, ſcharff herbe, ſauer“; Halliwell: „Sour“. Worlidge setzt es ausdrücklich vom heilbaren „sharp or acid“ Cider ab, deshalb hier „spitz oder sauer“.<list type="alternatives"><item>essigstichig<note type="rationale">Beim gekochten Cider stellt Worlidge „acid eager Liquors“ neben den Essig (wor-003). Hier nennt er aber keinen Essig, und die Wörterbücher geben nur „sauer, herb“.</note></item></list><ptr type="glossary" target="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#or"/></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-032-orig" n="Thick Cider" resp="#fyndling" subtype="lexical">„dick“ im Sinn von trüb: Ludwig (1706) „Thíck, dick; dicht; fett; truͤbe“, und als letztes Mittel nennt Worlidge die Schönung mit Hausenblase. „Muddy“ aus der Eingangsliste behandelt er nicht eigens; wahrscheinlich fällt es hierunter.<list type="alternatives"><item>dickflüssig, zäh geworden<note type="rationale">„Thick“ kann auch die Konsistenz meinen, und die Kuren über eine neue Gärung passen zu beidem. Ohne weiteren Beleg nicht zu entscheiden.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-032-orig" n="Muſtard made with Sack" resp="#fyndling" subtype="contextual">Angemachter Senf aus Senfmehl und Sack. Ludwig (1706): „Múſtard, der ſenff“; Digby (1669, dig-246) beschreibt, wie Lady Holmeby Senfmehl mit „Sherry-sack“ anrührt. Eine Menge nennt Worlidge nicht.<list type="alternatives"><item>Senfsaat, in Sack eingeweicht<note type="rationale">Beim muffigen Cider schreibt Worlidge ausdrücklich „Muſtard-Seed“, hier nur „Muſtard“; Ludwig trennt „ſenff“ und „ſenffkoͤrner“. Das spricht für den fertigen Senf.</note></item></list></note>
        <note type="preparation_tip" target="#wor-033-trans" resp="#fyndling">Was ist das? Zwei Wege, Cider mit Schwefelrauch haltbar zu machen, am Schluss von Worlidges fünftem Abschnitt über die Kellerarbeit. Beim ersten wird das leere Fass vor dem Füllen ausgeräuchert, beim zweiten liegt der Cider schon im Fass, und der Rauch wird durch das Getränk geblasen. Worlidge nennt den zweiten Weg den besseren und empfiehlt das Schwefeln für Cider wie für jedes andere Getränk.

Schwefellappen am Draht. Ein Lappen mit aufgelegtem Schwefel oder ein in geschmolzenen Schwefel getauchter Lappen brennt im Fass, bis der Rauch es füllt; dann kommt er heraus und das Getränk sofort hinein. Wie viel Schwefel und wie lange er brennt, sagt Worlidge nicht. Sein einziges Zeichen ist, dass das Fass voll Rauch ist.

Der Schwefeltopf. Ein kleiner Tontopf mit Deckel; der Deckel geht in ein etwa zwei Fuß langes Mundrohr über, ein zweites Rohr führt seitlich aus dem Topf durch das Spundloch bis etwa zur halben Tiefe ins Getränk. Das Blasen hat zwei Aufgaben: Es facht die Glut an und drückt den Rauch durch den Cider; was durchsteigt, füllt den Leerraum über dem Getränk. Danach wird das Fass dicht verschlossen. Wie viele Lappen man nimmt und wie lange man bläst, steht nicht da.

Worlidges Erklärung. Der Cider werde mit dem Geist des Schwefels durchdrungen, der ihn nur heilsamer und haltbarer mache und weder Geschmack noch Geruch verderbe. Das ist seine Erklärung und seine Gesundheitsauffassung von 1676, kein heutiger Rat.

Der Farbsatz. Der letzte Satz, dass Cider mit der Zeit von grünlich zu hellem Gelb mit rötlichem Einschlag wechselt, schließt den Abschnitt ab und nennt als Ursache nur die Zeit, nicht das Schwefeln.

Gefahren. Brennender Schwefel bildet Schwefeldioxid, ein stechendes Gas, das Atemwege und Augen reizt: nicht in geschlossenen Räumen arbeiten und nicht in das frisch ausgeräucherte Fass hineinatmen. Beim Schwefeltopf führt das Mundrohr unmittelbar auf brennenden Schwefel; setzt man ab, kann Rauch zurückkommen. Geschmolzener Schwefel ist heiß und brennt, und am Holzfass wird mit offener Flamme gearbeitet.

Praxis. Heute (modern) schwefelt man leere Fässer mit fertigen Schwefelschnitten aus dem Weinbaubedarf, die im Fass abgebrannt werden. Dem Getränk selbst setzt man Sulfit in abgemessener Menge zu, statt Rauch hindurchzublasen, weil sich beim Einblasen nicht abschätzen lässt, wie viel Schwefel ins Getränk gelangt. Worlidges zweiter Weg ist deshalb zum Verstehen da, nicht zum Nachmachen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-033-orig" n="Spirit of Sulphur" resp="#fyndling">Geist des Schwefels: Worlidges Erklärung dafür, was der Rauch dem Cider mitgibt. Er spricht auch sonst von den Geistern des Getränks; der Ausdruck bleibt in seinen Begriffen stehen.</note>
        <note type="gloss" target="#wor-033-orig" n="Foot" resp="#fyndling">Der englische Fuß misst ungefähr 30 Zentimeter; das Mundrohr ist also etwa 60 Zentimeter lang.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-033-orig" n="about half way deep into the Liquor" resp="#fyndling" subtype="philological">Gehört zum Seitenrohr: Es reicht durch das Spundloch etwa bis zur halben Tiefe ins Getränk. Dazu passt, dass der Rauch danach 'into the middle of the Liquor' getrieben wird.<list type="alternatives"><item>Nach der Zeichensetzung des Drucks (Doppelpunkt davor, Komma danach) zum folgenden 'put your Rags dipp'd in Brimſtone, into the pot' gezogen.<note type="rationale">Ergibt keinen Sinn: Die Lappen kommen in den Topf, nicht ins Getränk.</note></item></list></note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wor-033-orig" n="It is evident, that Cider by time changes its greeniſh Colour" resp="#fyndling" subtype="contextual">Eigener Schlusssatz des Abschnitts: Der Cider wechselt mit der Zeit von grünlich zu hellem Gelb mit rötlichem Einschlag, ohne Anschluss an das Schwefeln.<list type="alternatives"><item>Die Farbänderung als Folge der Schwefelung gelesen.<note type="rationale">Der Satz folgt unmittelbar auf das Schwefeln, nennt als Ursache aber nur 'by time'; Worlidge sagt kurz zuvor, der Schwefel verändere den Cider in nichts.</note></item></list></note>
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