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      <titleStmt>
        <title>Kaninchen oder Zicklein süß-sauer</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/foc-020/</idno>
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          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
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        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="foc-020">
        <head>Kaninchen oder Zicklein süß-sauer</head>
        <div type="original" xml:id="foc-020-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-020-trans">
          <p>EGURDOUCE

Take Conynges or Kydde and smyte hem on pecys rawe. and frye hem in white grece. take raysouns of Coraunce and fry hem take oynouns parboile hem and hewe hem small and fry hem. take rede wyne suger with powdour of peper. of gynger of canel. salt. and cast þerto. and lat it seeþ with a gode quantite of white grece an serue it forth. Egurdouce. The term expresses _piccante dolce_, a mixture of sour and sweet; but there is nothing of the former in the composition. Vide Gloss.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-020-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-020-orig">
          <p>Nimm Kaninchen oder Zicklein und schneide es roh in Stücke. Brate es sodann in weißem Schmalz an. Nimm Korinthen und brate auch diese an. Nimm Zwiebeln, blanchiere sie, hacke sie fein und brate sie ebenfalls an. Gib Rotwein, Zucker, Pfefferpulver, Ingwer, Zimt und Salz hinzu. Lass alles mit einer guten Menge weißen Schmalzes köcheln und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Conynges or Kydde">Kaninchen (ca. 1,5 kg) oder 1 kg Zickleinfleisch</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="white grece">Schweineschmalz</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="raysouns of Coraunce">Korinthen</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="oynouns">Zwiebeln</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="rede wyne">Rotwein</ingredient> - 250 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="suger">Zucker</ingredient> - 2 EL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="powdour of peper">Pfefferpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="of gynger">Ingwerpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="of canel">Zimtpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salt">nach Geschmack Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-020-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies ein süß-würziges Ragout oder Schmorgericht, das trotz seines Namens ‚Egurdouce' eine rein süße Geschmacksrichtung betont - verwandt mit den frühesten Formen von Fruchtragouts.

So gelingt es. Der Schlüssel liegt im sorgfältigen Anbraten in weißem Schmalz. Schneide das Kaninchen oder Zicklein in mundgerechte Stücke und brate es in einer guten Menge Schmalz (als Startpunkt: 2-3 EL pro Kilo Fleisch) scharf an, bis es goldbraun ist und Röstaromen entwickelt hat. Nimm das Fleisch heraus und brate dann nacheinander die blanchierten, fein gehackten Zwiebeln und die Korinthen im restlichen Schmalz an, bis die Zwiebeln weich und leicht karamellisiert sind und die Korinthen aufquellen. Gib das Fleisch zurück in den Topf. Nun mit Rotwein ablöschen - so viel, dass das Fleisch gut bedeckt ist. Zucker, Pfeffer, Ingwer, Zimt und Salz hinzufügen. Als Startpunkt für die Gewürze würde ich etwa einen halben Teelöffel Pfeffer, einen Teelöffel Ingwer und einen halben Teelöffel Zimt pro Kilo Fleisch empfehlen, aber unbedingt abschmecken. Lass alles bei milder Hitze sanft köcheln, bis das Fleisch butterzart ist und die Sauce auf die gewünschte Konsistenz reduziert ist. Der häufigste Fehler ist, die Sauce zu stark zu reduzieren oder die Gewürze zu verbrennen; achte auf eine sanfte Hitze und rühre regelmäßig.

So wird es richtig gut. Die Süße der Korinthen und des Zuckers sollte nicht erschlagen, sondern von den warmen Gewürzen getragen werden. Eine gute Reduktion der Sauce ist entscheidend: Sie sollte glänzend und leicht sämig sein, fast wie ein Sirup, der das Fleisch umhüllt. Durch das Anbraten der Zwiebeln und Korinthen in Schmalz entstehen feine Röstaromen, die der Süße Tiefe verleihen und eine eindimensionale Süße verhindern. Schmecke am Ende noch einmal ab und justiere Salz und Gewürze. Serviere das Gericht warm, vielleicht mit einem einfachen, ungesüßten Brot, um die Süße auszugleichen und die reiche Sauce aufzunehmen.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-020-orig" n="Egurdouce" resp="#fyndling">Aus altfranzösisch aigre-douce „süß-sauer“. Pegge merkt an, dass die saure Komponente hier fehlt - das Rezept ist rein süß-würzig.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-020-orig" n="white grece" resp="#fyndling">weißes (helles) ausgelassenes tierisches Fett, meist Schweineschmalz oder Talg.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-020-orig" n="raysouns of Coraunce" resp="#fyndling">Korinthen, kleine kernlose Rosinen.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-020-orig" n="parboile" resp="#fyndling">blanchieren, kurz vorkochen.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-020-orig" n="seeþ" resp="#fyndling">sieden, köcheln lassen.</note>
      </div>
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