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        <title>Hasen mit Papdele - frühe Pappardelle mit Hasen-Brühe</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-06">2026-07-06</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/foc-023/</idno>
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          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
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        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="foc-023">
        <head>Hasen mit Papdele - frühe Pappardelle mit Hasen-Brühe</head>
        <div type="original" xml:id="foc-023-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-023-trans">
          <p>HARES IN PAPDELE

Take Hares parboile hem in gode broth. cole the broth and waisshe the fleyssh. cast azeyn to gydre. take obleys oþer wafrouns in stede of lozeyns . and cowche in dysshes. take powdour douce and lay on salt the broth and lay onoward an messe forth. Papdele. Qu. azeyn. Again. obleys, called _oblatæ_; for which see Hearne ad Lib. Nig. I. p. 344. A kind of Wafer, otherwise called _Nebulæ_; and is the French _oublie, oble_. Leland, Collect. IV. p. 190. 327. wafrouns. Wafers. loseyns. Vide Gloss. cowche. Lay. onoward. Upon it.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-023-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-023-orig">
          <p>Nimm Hasen und koche sie in guter Brühe vor. Seihe die Brühe ab und wasche das Fleisch sauber. Gib beides wieder zusammen.</p>
          <p>Nimm Oblaten oder Waffeln anstelle von Lasagneplatten und schichte sie in Schüsseln. Gib milde Gewürzmischung dazu und salze die Brühe. Gieße sie obenauf und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Hares">Hase</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="gode broth">gute Brühe</ingredient> - 1 l</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="oblees oþer wafrouns">Oblaten oder Waffeln</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="powdour douce">milde Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salt">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Im Geiste eine sehr frühe Form der toskanischen Pappardelle al sugo di lepre, bei der breite Nudeln durch Oblaten ersetzt werden - ein faszinierender Beleg für die Langlebigkeit dieser Kombination. Es ist ein deftiges, würziges Gericht, das durch die Oblaten eine besondere Textur bekommt.

So gelingt es. Der Hase wird sanft in kräftiger Brühe vorgekocht, bis das Fleisch zart, aber nicht zerfallen ist. Das Abseihen und Waschen des Fleisches dient dazu, Trübstoffe zu entfernen und eine klare Brühe zu erhalten. Als Startpunkt: für 250g Hasenfleisch etwa 500-700ml kräftige Brühe und 100-150g Oblaten. Die Oblaten sollten dünn, aber stabil genug sein, um die Brühe aufzunehmen, ohne sofort zu zerfallen - ideal sind Hostien oder ungesüßte Waffelblätter. Schichte das zerkleinerte Hasenfleisch und die Oblaten abwechselnd in ofenfeste Schüsseln. Der häufigste Fehler ist, die Oblaten zu lange ziehen zu lassen, sodass sie matschig werden. Gieße die heiße, gewürzte Brühe erst kurz vor dem Servieren darüber, damit die Oblaten noch etwas Biss behalten.

So wird es richtig gut. Die ‚gute Brühe‘ ist das A und O: Am besten kochst du sie aus den Hasenknochen selbst, mit etwas Wurzelgemüse und Lorbeer, für eine tiefe Wildnote. Die milde Gewürzmischung (powdour douce) mit Zimt, Ingwer und einer Prise Galgant sollte die Brühe wärmen, aber nicht dominieren. Taste dich hier vorsichtig heran, die Süße sollte nur ein Akzent sein. Eine Prise Salz ist unerlässlich, um die Aromen zu heben. Für die nötige Frische und Balance empfehle ich einen Schuss Verjus oder einen guten Weißweinessig in die Brühe zu geben - das hebt die Süße der Gewürze und die Deftigkeit des Hasen. Serviere das Gericht sofort und heiß, damit die Oblaten ihre ideale Konsistenz behalten: weich, aber nicht zerkocht, und vollgesogen mit der aromatischen Brühe.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-023-orig" n="papdele" resp="#fyndling">Ein der ältesten Pasta-Belege in englischer Sprache. Das mittelenglische papdele steht in direkter etymologischer Linie zum modernen italienischen pappardelle - breite, flache Eier-Nudeln, die in der Toskana bis heute traditionell mit Hasen-Ragù (pappardelle al sugo di lepre) serviert werden. Christianne Muusers und das Blog Modern Medieval Cuisine haben die Verbindung sprachgeschichtlich aufgearbeitet (siehe: modernmedievalcuisine.com, Language of Cookery 3, 14th Century English Pappardelle). Das Wort ist vermutlich romanischen Ursprungs (lat. pap - weich, breiig + Diminutiv-Suffix), und wandert sowohl ins Mittelenglische als auch ins Toskanische - ein klassischer Fall mediterraner Sprachverbreitung über die Hofküchen-Netzwerke des 14. Jh.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-023-orig" n="oblees" resp="#fyndling">Oblaten, eine Art dünner Waffel, oft ungesüßt.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-023-orig" n="wafrouns" resp="#fyndling">Waffeln, hier im Sinne von dünnen, ungesüßten Waffeln.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-023-orig" n="lozeyns" resp="#fyndling">Lasagneplatten oder Nudelteigblätter.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-023-orig" n="powdour douce" resp="#fyndling">Eine milde Gewürzmischung, typischerweise aus Zucker, Zimt und Ingwer, manchmal auch Muskat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#foc-023-orig" n="papdele" resp="#fyndling">Papdele als sprachgeschichtlicher Vorläufer des modernen italienischen pappardelle - breite flache Eier-Nudeln. Die Verbindung wird durch das Hasen-Pairing zusätzlich gestützt: die toskanische Tradition pappardelle al sugo di lepre (Pappardelle mit Hasen-Ragù) lebt bis heute genau dieses Konzept. Eines der ältesten Pasta-Belege in englischer Sprache.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#foc-023-orig" n="obleys oþer wafrouns in stede of lozeyns" resp="#fyndling">Oblaten / Waffeln als Pasta-Ersatz für Lasagneplatten - explizit als Notbehelf benannt in stede of lozeyns (anstelle von Lasagneplatten). Funktional gleichwertig: alle drei sind flache, schichtbare Teigblätter.</note>
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