<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Numbles of Deer - Hirschinnereien vorbereiten</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/foc-052/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="foc-052">
        <head>Numbles of Deer - Hirschinnereien vorbereiten</head>
        <div type="original" xml:id="foc-052-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-052-trans">
          <p>NEWE NOUMBLES OF DEER. XX.II

Take noumbles and waisshe hem clene with water and salt and perboile hem in water. take hem up an dyce hem. do with hem as with ooþer noumbles.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-052-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-052-orig">
          <p>Nimm die Hirschinnereien und wasche sie sauber mit Wasser und Salz. Brühe sie anschließend in Wasser vor. Nimm sie heraus und würfele sie. Verfahre mit ihnen wie mit anderen Innereien.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="noumbles of deer">Hirschinnereien</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="water">Wasser</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salt">Salz</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-052-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Strenggenommen kein fertiges Gericht, sondern die Grundvorbereitung der numbles - der Innereien vom Hirsch (Herz, Leber, Nieren, Lunge). Sie werden gewaschen, blanchiert und gewürfelt, danach „wie andere Innereien" weiterverarbeitet. Es ist die Basis für die geschmorten Innereien-Gerichte der Wildküche, verwandt mit den deutschen Innereien-Pfeffern (fürhess, vgl. m384-030).

Warum erst blanchieren, dann würfeln? Das Vorbrühen (perboile) in Salzwasser zieht Blut und Trübstoffe aus den Organen, festigt sie und nimmt den strengen Eigengeschmack - erst danach lassen sie sich sauber in gleichmäßige Würfel schneiden. Diese Reihenfolge ist Standard bei Innereien und kein Versehen der knappen Anweisung.

Das offene Ende. do with hem as with ooþer noumbles verweist auf bekanntes Handwerk: Die blanchierten Würfel kommen üblicherweise in eine würzige Schmorsauce mit Wein, Essig und Gewürzen, oder werden gebraten und in Pasteten gefüllt. Mittelalterliche Kochbücher setzen solches Grundwissen voraus.

Praxis. Frische Hirsch-Innereien gründlich in kaltem Salzwasser wässern, dann 5-10 Minuten in Salzwasser blanchieren, abschrecken und in Würfel schneiden. Anschließend in einer Pfeffersauce (Brühe, Rotwein, ein Schuss Essig, Pfeffer, Ingwer, brotgebunden) schmoren.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-052-orig" n="numbles" resp="#fyndling">Innereien, v.a. von Wild (Herz, Leber, Nieren, Lunge); das Wort steckt etymologisch im englischen humble pie.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-052-orig" n="perboile" resp="#fyndling">Vorbrühen/Blanchieren in (Salz-)Wasser - zieht Blut und Trübstoffe, festigt das Gewebe vor dem Würfeln.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
