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        <title>Fisch-Mortrews</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
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        <bibl>
          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
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        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="foc-121">
        <head>Fisch-Mortrews</head>
        <div type="original" xml:id="foc-121-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-121-trans">
          <p>MORTREWS OF FYSSH. XX.VI

Take codlyng, haddok, oþ hake and lynours with the rawnes and seeþ it wel in water. pyke out þe bones, grynde smale the Fysshe, drawe a lyour of almaundes &amp; brede with the self broth. and do the Fysshe grounden þerto. and seeþ it and do þerto powdour fort, safroun and salt, and make it stondyng. rawnes. roes.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-121-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-121-orig">
          <p>Nimm Kabeljau, Schellfisch, Seehecht und Lengfisch samt ihrem Rogen und koche sie gut in Wasser. Zupfe die Gräten heraus und zermahle den Fisch fein. Bereite ein Bindemittel aus Mandeln und Brot mit der Fischbrühe zu. Gib den gemahlenen Fisch hinzu und koche alles zusammen. Würze es mit einer scharfen Gewürzmischung, Safran und Salz, und lasse es fest werden. Rogen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="codlyng">Junger Kabeljau</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="haddok">Schellfisch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="oþ hake">Seehecht</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="lynours">Lengfisch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="the rawnes">Fischrogen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="water">Wasser</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="bones">Gräten</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="almaundes">Mandeln</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="brede">Brot</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="the self broth">Fischbrühe</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="powdour fort">Scharfe Gewürzmischung</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="safroun">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salt">Salz</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="roes">Fischrogen</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-121-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein Mortrews - ein feines Fischmus, das in der mittelalterlichen Küche die englische Entsprechung der deutschen „Fischmuse" ist (vgl. mha-211, mha-287). Gekochter Fisch wird entgrätet, zu Paste zerstoßen, mit Mandeln und Brot gebunden und so weit eingedickt, dass es eine schnittfeste, „stehende" Masse ergibt. Ein klassisches Fastengericht der höfischen Tafel.

Verwendet werden mehrere magere Weißfische zugleich - codlyng (junger Kabeljau), haddok (Schellfisch), hake (Seehecht) und lynours (Leng) - samt rawnes (Rogen). Der Rogen wird mitgekocht und mitverarbeitet: er gibt Geschmack und hilft zu binden. Die am Textende nachgestellten Glossen rawnes / roes sind nur die Worterklärung des Herausgebers, keine zweite Zutat.

Der lyour ist hier kein dünner Saucenansatz, sondern eine Bindepaste aus gemahlenen Mandeln und Brot, mit der Fischbrühe angezogen - die zeittypische Brot-/Mandelbindung statt Mehl.

Make it stondyng ist die entscheidende Anweisung: so weit einkochen, dass die Masse fest steht und sich (oft in einer Form) anrichten lässt. Safran gibt Farbe und Status, powdour fort die Schärfe.

Praxis. Etwa 600 g gemischten mageren Weißfisch (Kabeljau, Schellfisch, Seelachs) mit dem Rogen in wenig Wasser garen, Brühe auffangen, Gräten entfernen, das Fleisch im Mörser fein zerstoßen. 80 g gemahlene Mandeln und 2-3 Scheiben entrindetes altbackenes Weißbrot mit der Brühe zu glatter Paste anrühren, den Fisch unterarbeiten. Mit scharfer Gewürzmischung, etwas in Brühe gelöstem Safran und Salz würzen, unter Rühren so weit einkochen, bis die Masse fest steht. In einer Schale oder Form anrichten.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-121-orig" n="MORTREWS" resp="#fyndling">Feines Mus/Paste aus zerstoßenem Fleisch oder Fisch, mit Brot oder Mandeln gebunden - die englische „Fischmus"-Tradition.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-121-orig" n="rawnes / roes" resp="#fyndling">Fischrogen; wird mitgekocht und mitverarbeitet (Geschmack und Bindung). Die nachgestellte Glosse roes ist nur die Worterklärung des Herausgebers.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-121-orig" n="lyour" resp="#fyndling">Bindepaste aus gemahlenen Mandeln und Brot, mit der Fischbrühe angezogen - zeittypische Brot-/Mandelbindung statt Mehl.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-121-orig" n="powdour fort" resp="#fyndling">Scharfe Gewürzmischung, meist Pfeffer, Ingwer, Zimt und oft langer Pfeffer.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-121-orig" n="make it stondyng" resp="#fyndling">So weit eindicken, dass die Masse fest „steht" - schnittfest, oft in einer Form angerichtet.</note>
      </div>
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