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        <title>Kamelinen-Sauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/foc-140/</idno>
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        <bibl>
          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
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        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="foc-140">
        <head>Kamelinen-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="foc-140-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-140-trans">
          <p>SAWSE CAMELYNE . XX.VII

Take Raysouns of Coraunce. &amp; kyrnels of notys. &amp; crustes of brede &amp; powdour of gyngur clowes flour of canel. bray it wel togyder and do it þerto. salt it, temper it up with vynegur. and serue it forth. Camelyne. Qu. if _Canelyne_ from the _Fluor of Canel_? bray. bray.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-140-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-140-orig">
          <p>Nimm Korinthen, Nusskerne, Brotkrusten, Ingwerpulver, Nelken und Zimtpulver. Zerstoße alles gut zusammen im Mörser zu einer feinen Paste. Salze die Mischung und verdünne sie mit Essig. Dann serviere die Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Raysouns of Coraunce">Korinthen</ingredient> - 100 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kyrnels of notys">Nusskerne</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="crustes of brede">altbackenes Brot</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="powdour of gyngur">Ingwerpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="clowes">gemahlene Nelken</ingredient> - 0.5 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="flour of canel">Zimtpulver</ingredient> - 1 TL</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="salt it">Salz</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vynegur">Essig</ingredient> - 50 ml</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-140-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine sawse camelyne - die berühmteste süß-säuerliche Gewürzsauce des europäischen Spätmittelalters, hier in der englischen Fassung. Korinthen, Nusskerne, geröstetes Brot und warme Süßgewürze werden im Mörser zur Paste gestoßen, gesalzen und mit Essig zur kalten Sauce verdünnt. Sie ist die direkte Schwester der italienischen salsa camellina (vgl. mar-102) und der französischen Camelinen (vgl. men-191) und steht zu kaltem Braten, Wild und Fisch.

Brotbindung, ungekocht. Anders als die Pfeffersaucen wird die Cameline nicht gekocht: das geröstete Brot (crustes of brede) bindet kalt, sobald es mit Essig durchfeuchtet und mit den übrigen Zutaten verstoßen (bray it wel togyder) wird. Eine kalte, dicke Würzpaste.

Süß und sauer im Gleichgewicht. Die Korinthen (raysouns of coraunce) liefern die Süße, der Essig die Säure, die Nüsse Körper - die Leitachse Agrodolce. Zimt, Ingwer und Nelke geben die warme Würze.

Der Name. Der Editor erwägt, ob camelyne von canelyne (zu canel, Zimt) komme. Geläufiger ist die Herleitung von der kamelbraunen Farbe der Sauce; in beiden Fällen ist Zimt ein Leitgewürz. Für die Praxis ist die Frage ohne Belang.

Praxis. 100 g Korinthen, 50 g Walnuss- oder Haselnusskerne und eine Scheibe altbackenes, geröstetes Brot ohne Rinde im Mörser fein zerstoßen. Je 1 TL Ingwer und Zimt sowie 1/2 TL Nelken einarbeiten, salzen und mit 50-100 ml Weinessig zur streichfähigen Sauce verdünnen. Kalt zu Braten, Wild oder Fisch reichen.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-140-orig" n="Camelyne" resp="#fyndling">Name der Sauce; der Editor erwägt eine Herleitung von canel (Zimt), geläufiger ist die kamelbraune Farbe. Eine der verbreitetsten Gewürzsaucen des Spätmittelalters.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-140-orig" n="Raysouns of Coraunce" resp="#fyndling">Korinthen - kleine, kernlose Rosinen aus Korinth; liefern die Süße der Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-140-orig" n="bray it wel togyder" resp="#fyndling">Gut zusammenstoßen im Mörser - die Zutaten werden kalt zur Paste verarbeitet, nicht gekocht.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-140-orig" n="flour of canel" resp="#fyndling">Wörtlich „Zimtmehl" - fein gemahlener Zimt; handelsübliches Zimtpulver ist heute fein genug.</note>
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