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        <title>Gefüllte Wastel-Brötchen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/foc-155/</idno>
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        <bibl>
          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
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        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
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      <div type="recipe" xml:id="foc-155">
        <head>Gefüllte Wastel-Brötchen</head>
        <div type="original" xml:id="foc-155-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-155-trans">
          <p>WASTELS YFARCED. XX.VII

Take a Wastel and hewe out þe crummes. take ayrenn &amp; shepis talow &amp; þe crummes of þe same Wastell powdour fort &amp; salt with Safroun and Raisouns coraunce. &amp; medle alle þise yfere &amp; do it in þe Wastel. close it &amp; bynde it fast togidre. and seeþ it wel.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-155-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-155-orig">
          <p>Nimm ein Wastel-Brötchen und höhle die Krume heraus. Nimm Eier, Schafstalg und die Krume desselben Wastels, scharfe Gewürze und Salz mit Safran und Korinthen. Vermenge alles miteinander und fülle es in das Wastel. Verschließe es, binde es fest zusammen und siede es gut.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="a Wastel">Wastel-Brötchen</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="ayrenn">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="shepis talow">Schafstalg</ingredient> - 50 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="þe crummes of þe same Wastell">Krume des Wastel-Brötchens</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="powdour fort">Gewürzmischung</ingredient> - 1 TL</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="salt">Salz</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Safroun">Safranfäden</ingredient> - 1 Prise</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="Raisouns coraunce">Korinthen</ingredient> - 50 g</item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-155-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein ausgehöhltes, wieder gefülltes und im Sud gegartes feines Weißbrötchen - ein gefüllter Brotkloß, verwandt mit Knödel- und Semmel-Füllungen und mit den gefüllten Brot-/Teiggerichten des Korpus (vgl. bgs-050 „Huhn im Eierblatt“, die gefüllten Krapfen kkm-097).

Wastel. Im mittelalterlichen England das feine, helle Weizenbrot der gehobenen Tafel (zu mlat. wastellus), Gegenstück zum groben Alltagsbrot. Heute ein gutes helles Brötchen, eine Semmel oder ein Brioche.

Shepis talow. Schafstalg, das feste ausgelassene Nierenfett vom Schaf - das Fett bindet die Krumen-Ei-Masse und macht sie reichhaltig. Rindertalg oder Butter ersetzen es geschmacklich nah.

Powdour fort. Die „scharfe“ Gewürzmischung der englischen Küche, kräftig statt süß - typisch Pfeffer, Ingwer, Zimt, oft Galgant oder langer Pfeffer. Gegenstück zum milden powdour douce.

Seeþ it wel. Gesotten, nicht gebacken: das verschnürte Brötchen wird im Wasser oder einer Brühe gar gezogen, sodass die Füllung im Brotmantel stockt - wie ein Knödel.

Praxis. Das Brötchen oben kappen, die Krume aushöhlen und mit verquirlten Eiern, etwas zerlassenem Talg (oder Butter), Korinthen, einer Prise Safran, scharfer Würzmischung und Salz zu einer Masse verrühren. Zurück ins ausgehöhlte Brötchen füllen, den Deckel aufsetzen, mit Küchengarn fest umwickeln (idealerweise zusätzlich in ein Tuch binden, damit es nicht zerfällt) und 15-20 Minuten in siedendem Wasser oder Brühe ziehen lassen. Gut am Lager machbar - nur ein Topf über dem Feuer nötig.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-155-orig" n="Wastel" resp="#fyndling">Feines, helles Weizenbrot der gehobenen Tafel - heute ein gutes helles Brötchen, eine Semmel oder Brioche.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-155-orig" n="shepis talow" resp="#fyndling">Schafstalg, das feste ausgelassene Fett vom Schaf; bindet und bereichert die Füllung. Ersatz: Rindertalg oder Butter.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-155-orig" n="powdour fort" resp="#fyndling">Die kräftig-scharfe Gewürzmischung der englischen Küche - Pfeffer, Ingwer, Zimt, oft Galgant. Gegenstück zum milden powdour douce.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-155-orig" n="Raisouns coraunce" resp="#fyndling">Korinthen, die kleinen kernlosen Rosinen aus Korinth.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-155-orig" n="seeþ" resp="#fyndling">Sieden - das verschnürte Brötchen wird im Sud gegart, nicht gebacken.</note>
      </div>
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