<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Knusprige Teigblätter mit Honig-Custard</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-06-20">2026-06-20</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/foc-159/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>The Forme of Cury</title>
          <date when="1390">1390</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/8102/pg8102.txt</idno>
          <note>Transkription: Project Gutenberg (pg8102)</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="meo">Mittelenglisch</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="foc-159">
        <head>Knusprige Teigblätter mit Honig-Custard</head>
        <div type="original" xml:id="foc-159-orig" xml:lang="meo" corresp="#foc-159-trans">
          <p>CRYSPELS. XX.VIII

Take and make a foile of gode Past as thynne as Paper. kerue it out &amp; fry it in oile. oþer in þe grece and þe remnaunt , take hony clarified and flaunne þerwith, alye hem up and serue hem forth. þe grece. Dele _the_. þe remnant, i. e. as for the remnant. flaunne. French _flau_, custard.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="foc-159-trans" xml:lang="de" corresp="#foc-159-orig">
          <p>Nimm guten Teig und rolle ihn so dünn wie Papier aus. Schneide ihn in Stücke und frittiere diese in Öl oder in Schmalz. Nimm die frittierten Stücke, klaren Honig und Custard, vermische alles miteinander und serviere es.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="a foile of gode Past as thynne as Paper">Teig für dünne Blätter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="oile. oþer in þe grece">Pflanzenöl oder Schmalz</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="hony clarified">Geklärter Honig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="flaunne">Custard</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#foc-159-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Cryspels - knusprige, papierdünn ausgezogene und frittierte Teigblätter, übergossen mit Honig: der direkte Vorfahr von Schmalzgebäck wie Strauben, Crostoli/Chiacchiere oder den frittierten Honigteigen, die in der Fastenküche überall auftauchen (vgl. wes-022 „Loesengen", die frittierten Honig-Gebäcke, und die Frittellen mar-161). Die Besonderheit hier: zum Honig kommt noch flaunne, ein Eierstich/Custard.

A foile of gode Past as thynne as Paper heißt: ein guter Teig, hauchdünn ausgezogen wie Papier - dasselbe Prinzip wie beim Strudel- oder Filoteig. Die Blätter werden in Stücke geschnitten und in Öl oder Schmalz (þe grece) schwimmend ausgebacken, bis sie knusprig sind.

Flaunne deutet der Herausgeber Pegge über das altfranzösische flau als Custard, also eine süße Eiercreme. Alye hem up - „vereinigen/binden" - meint, die frittierten Blätter mit dem geklärten Honig und dem Custard zu vermengen, nicht daraus erst einen Custard zu kochen.

Praxis. Einen festen Teig (Mehl, Ei, Prise Salz, etwas Wasser/Wein) gut durchkneten, ruhen lassen und papierdünn ausziehen oder fertigen Strudelteig nehmen. In Rauten/Streifen schneiden, in heißem Öl oder Schmalz goldknusprig ausbacken, abtropfen. Mit warmem, geklärtem Honig beträufeln und einen vorbereiteten Custard (Eierstich aus Eigelb, etwas Milch/Sahne, sanft erhitzt) darübergeben. Frisch servieren, solange die Blätter knuspern.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-159-orig" n="foile of gode Past as thynne as Paper" resp="#fyndling">Ein guter Teig, hauchdünn ausgezogen wie Papier - dasselbe Prinzip wie Strudel-/Filoteig.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-159-orig" n="grece" resp="#fyndling">Tierisches Fett, Schmalz - Alternative zum Öl beim Frittieren.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-159-orig" n="flaunne" resp="#fyndling">Über altfranz. flau als Custard/Eierstich gedeutet (so der Herausgeber Pegge) - eine süße Eiercreme.</note>
        <note type="gloss" target="#foc-159-orig" n="alye hem up" resp="#fyndling">Vereinigen/vermengen - die frittierten Blätter mit Honig und Custard mischen (kein Kochschritt).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#foc-159-orig" n="þe remnaunt" resp="#fyndling">Die frittierten Teigstücke selbst, die anschließend mit Honig und Custard vermengt werden.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
