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        <title>Gewürzsenf mit Honig und Anis</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-07">2026-07-07</date>
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          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
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        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="hkb-009">
        <head>Gewürzsenf mit Honig und Anis</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-009-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-009-trans">
          <p>Item de aliis.

Mal aftær sinup oc lat til thrithi deld hunugh oc tyndæ deld aniz oc slikæ tu kaniæl. oc mal hænnæ mæth goth ædikæ oc lat .i. læghæl. Thæt ær got thre manæth.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-009-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-009-orig">
          <p>Mahle zuerst den Senf. Gib dann ein Drittel Honig, ein Zehntel Anis und zwei Teile Zimt hinzu. Mahle die Mischung mit gutem Essig und fülle sie in einen Krug oder eine Flasche. Dieser Senf hält sich drei Monate lang.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sinup">Senfsaat</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="hunugh">Honig</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="aniz">Anis</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="kaniæl">Zimt</ingredient> - 2</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ædikæ">Essig</ingredient>
            </item>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#hkb-009-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gewürzter Lagersenf mit Honig, Anis und Zimt - ein früher, auf lange Haltbarkeit angelegter Gewürzsenf, verwandt mit dem lombardischen Senf des Form of Cury und dem süssen Zimt-Senf der Münchner Handschriften. Aus der Saucen-Rubrik (de aliis, „von anderem“) der Harpestreng-Handschrift.

Proportionale Mengen. Die Angaben sind reine Verhältnisse zu einer nicht genannten Grundmenge: thrithi deld (ein Drittel) Honig, tyndæ deld (ein Zehntel) Anis und slikæ tu (zwei solche Teile) Zimt - jeweils bezogen auf den Senf als Basis. Man wählt eine Grundeinheit für den Senf und rechnet die übrigen Zutaten anteilig.

kaniæl - Zimt. Der Zimt (kaniæl, von lat. canella) und der Anis machen aus dem schlichten Senf einen warm-süsslich parfümierten Gewürzsenf. Mit gutem Essig zu einer glatten Masse vermahlen.

Reifen im Krug. lat .i. læghæl - „gib es in einen Krug“. Der Senf reift verschlossen drei Monate; in dieser Zeit runden sich Schärfe und Gewürze ab. Essig und Honig wirken konservierend.

Praxis. Senfsaat mit Anis und Zimt fein mahlen (Verhältnis etwa 10 Teile Senf, 3 Teile Honig, 1 Teil Anis, 2 Teile Zimt), mit gutem Essig zu einer glatten Paste anrühren und in ein verschliessbares Gefäss füllen. Kühl und dunkel mehrere Wochen bis Monate reifen lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-009-orig" n="sinup" resp="#fyndling">Senf bzw. Senfsaat zum Mahlen.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-009-orig" n="kaniæl" resp="#fyndling">Zimt (von lat. canella) - gibt dem Senf die süsslich-warme Würze.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-009-orig" n="læghæl" resp="#fyndling">Krug oder Tonflasche zum Abfüllen und Reifen des Senfs.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-009-orig" n="thrithi deld / tyndæ deld" resp="#fyndling">Ein Drittel / ein Zehntel - proportionale Anteile bezogen auf die Senfmenge.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-009-orig" n="slikæ tu" resp="#fyndling">„Zwei solche“ - zwei Teile (Zimt) im selben Verhältnismass wie die übrigen Angaben.</note>
      </div>
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