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      <titleStmt>
        <title>Fisch in Inder Iæght Sauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
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          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
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        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="hkb-010">
        <head>Fisch in Inder Iæght Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-010-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-010-trans">
          <p>Quomodo condiantur pisces in salso sibi adoptato.

Man skal takæ brasn. oc gæddæ oc allæ fyskæ oc stekæ them wæl oc drøpæ mæth thæn oli thær først ær af saugh. Thæn timæ the æræ wælstektæ. swa takæ af thæn oli oc støtæ mæth ædykæ oc writhæ gø mæn et klæthæ. Thæssæ salsæ kallær man. Inder iæght. hun ær goth for allæ handæ fyskæ</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-010-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-010-orig">
          <p>Wie Fische in einer passenden Sauce zubereitet werden.</p>
          <p>Nimm Brassen, Hechte und alle Arten von Fischen. Brate sie gut und beträufle sie mit dem Öl, das zuerst beim Braten entsteht. Sobald die Fische gut gebraten sind, nimm etwas von dem Bratöl ab. Vermische es mit Essig und wringe die Mischung durch ein Tuch. Diese Sauce nennt man ‚Inder Iæght‘. Sie ist gut für alle Arten von Fischen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brasn">Brassen</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gæddæ">Hecht</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="allæ fyskæ">Fisch (nach Wahl)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="thæn oli thær først ær af saugh">Bratöl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ædykæ">Essig</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#hkb-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gebratener Fisch mit einer einfachen Essig-Fett-Sauce aus dem eigenen Bratfett - im Kern eine warme Vinaigrette, die direkt aus dem Bratrückstand der Fische angerührt wird. Das Prinzip „erst braten, dann mit einer Säure-Fett-Sauce vollenden“ teilt es mit der Fastenfisch-Tradition, etwa dem in Sauce servierten Bratfisch via-003 (Salemme) oder dem vielfach zubereiteten Hecht kkm-006.

Die Sauce aus dem Bratfett. Der Kern ist sparsam und clever: Beim Braten tritt Fett aus (thæn oli thær først ær af saugh - „das Öl, das zuerst beim Braten austritt“). Mit diesem ersten, klaren Bratfett werden die Fische zwischendurch beträufelt; ein Teil wird abgenommen und mit Essig zu einer Sauce verbunden. Das writhæ gømæn et klæthæ - durchs Tuch wringen - passiert die Sauce glatt, befreit sie von Bratrückständen und feinen Gräten.

Stoßen oder nur verrühren? støtæ mæth ædykæ heißt wörtlich „mit Essig stoßen/stampfen“. Bei reinem Fett und Essig ist damit aber kein Mörser-Stoßen gemeint, sondern das kräftige Verschlagen/Emulgieren der beiden Flüssigkeiten zu einer verbundenen Sauce - der Vorläufer einer warmen Vinaigrette.

Der rätselhafte Name. Die Sauce heißt Inder iæght; was der Name bedeutet, ist heute nicht mehr gesichert (siehe interpretive_choices). Klar ist nur, dass das Rezept sie als universelle Fischsauce empfiehlt - goth for allæ handæ fyskæ, „gut für alle Arten von Fischen“.

Praxis. Brassen, Hecht oder anderen Fisch in der Pfanne in etwas Fett goldbraun braten, dabei mit dem austretenden Bratfett beträufeln. Einige Löffel des klaren Bratfetts abnehmen, mit kräftigem Weinessig (etwa 1 Teil Essig auf 2-3 Teile Fett) verschlagen, durch ein Tuch oder feines Sieb passieren und warm über die Fische geben. Schnell, einfach, am Feuer bestens machbar.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-010-orig" n="thæn oli thær først ær af saugh" resp="#fyndling">Das Fett, das zuerst beim Braten der Fische austritt - das klare, frische Bratfett, mit dem die Fische beträufelt und aus dem die Sauce angesetzt wird.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-010-orig" n="støtæ mæth ædykæ" resp="#fyndling">Wörtlich „mit Essig stoßen“ - hier das kräftige Verschlagen/Emulgieren von Bratfett und Essig zu einer verbundenen Sauce, nicht das Stoßen im Mörser.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-010-orig" n="writhæ gømæn et klæthæ" resp="#fyndling">Durch ein Tuch wringen/passieren - macht die Sauce glatt und befreit sie von Bratrückständen und feinen Gräten.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-010-orig" n="Inder iæght" resp="#fyndling">Der überlieferte Name dieser Sauce. Seine Bedeutung ist heute nicht mehr gesichert (siehe interpretive_choices).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#hkb-010-orig" n="Inder iæght" resp="#fyndling">Eigenname der Sauce, dessen Bedeutung sich aus dem altdänischen Text nicht mehr sicher erschließen lässt - vermutlich eine regionale oder zeitgenössische Bezeichnung für diese Essig-Fett-Sauce. Wir geben den Namen unübersetzt wieder.</note>
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