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        <title>Knoblauch-Trauben-Sauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
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          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
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        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="hkb-014">
        <head>Knoblauch-Trauben-Sauce</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-014-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-014-trans">
          <p>De salso ad carnes recentas apto.

Klofløk skal man støtæ mæth ny winbær oc salt. Thæn salsæ ær goth en dagh til gaas. oc grøønt flæsk. oc nøtæ køt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-014-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-014-orig">
          <p>Knoblauchzehen mit frischen, unreifen Weintrauben und Salz im Mörser zerstoßen. Diese Sauce ist einen Tag lang gut zu Gans, frischem Speck und Rindfleisch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Klofløk">Knoblauchzehen</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ny winbær">Unreife Weintrauben</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salt">Salz</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#hkb-014-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine kalte Stoßsauce aus Knoblauch und unreifen Trauben - die nordische Entsprechung der italienischen agliata und im Kern eine Verjus-Knoblauch-Sauce. Martinos lila agliata (mar-118) verdünnt eine Knoblauchpaste mit Traubenmost; der Ménagier zieht Verjus aus unreifen Trauben (men-320); im Rheinfränkischen Kochbuch kombiniert man Knoblauch, Speck und grüne Trauben in der Gänsefüllung (rfk-037). Der lateinische Titel De salso ad carnes recentas apto nennt den Zweck: eine Sauce, die zu frischem Fleisch passt.

Ny winbær - "neue/frische Weinbeeren": gemeint sind unreife, noch saure Trauben, im Mittelalter als Säuerungsmittel geschätzt (Verjus-Vorstufe). Reife, süße Trauben würden die gewünschte Säure nicht liefern.

En dagh - "einen Tag": die Sauce ist nur einen Tag lang gut. Frisch zerstoßener Knoblauch mit unreifem Traubensaft oxidiert und verdirbt rasch - ein praktischer Hinweis, sie am selben Tag zu verbrauchen.

Grøønt flæsk - "grünes Fleisch", hier frischer, ungeräucherter (nicht gepökelter) Speck bzw. Schweinefleisch; nøtæ køt ist Rindfleisch (wörtlich 'Nutzvieh-Fleisch').

Praxis. Einige Knoblauchzehen mit einer Handvoll unreifer Trauben (oder ersatzweise Verjus) und etwas Salz im Mörser zu einer groben Paste zerstoßen. Frisch zu gebratener oder gesottener Gans, frischem Schweinefleisch und Rind reichen. Am selben Tag verwenden.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-014-orig" n="ny winbær" resp="#fyndling">'Neue/frische Weinbeeren' - im Kontext unreife, saure Trauben (Verjus-Vorstufe).</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-014-orig" n="en dagh" resp="#fyndling">'einen Tag' - Haltbarkeitsangabe: die Sauce ist nur am selben Tag gut.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-014-orig" n="grøønt flæsk" resp="#fyndling">'grünes Fleisch' = frischer, ungeräucherter/ungepökelter Speck bzw. Schweinefleisch.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-014-orig" n="nøtæ køt" resp="#fyndling">Rindfleisch (wörtlich 'Nutzvieh-Fleisch').</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#hkb-014-orig" n="ny winbær" resp="#fyndling">'Unreife Weintrauben' - 'ny' (neu/frisch) plus die Verwendung als Säuerungsmittel in einer Sauce deutet auf unreife, saure Trauben hin.</note>
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