<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Weißer Milchbrei mit Safran und Zimt</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/hkb-015/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="hkb-015">
        <head>Weißer Milchbrei mit Safran und Zimt</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-015-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-015-trans">
          <p>Quomodo temperetur cibus qui uocatur hwit moos

Man skal takæ søtmiælk. oc wæl writhet hwetebrøth. oc slaghnæ æg. oc wæl writhæt safran. oc latæ thæt wællæ til thæt warthær thiuct. Sithen latæ thæt up .a. dysk. oc kastæ .i. smør. oc strø .a. puluær af kaniæl. Thæt hetær hwitmoos.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-015-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-015-orig">
          <p>Nimm süße Milch, gut ausgedrücktes Weizenbrot, geschlagene Eier und gut ausgedrückten Safran. Lasse dies alles kochen, bis es dick wird. Dann richte es auf einer Schüssel an, gib Butter hinzu und bestreue es mit Zimtpulver. Dies nennt man Weißmus.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="søtmiælk">Süße Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wæl writhet hwetebrøth">Weizenbrot</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="slaghnæ æg">Eier</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wæl writhæt safran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smør">Butter</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="puluær af kaniæl">Zimtpulver</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#hkb-015-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein süßes Hvidmos („Weißmus“) - ein gestockter Milch-Brot-Brei, mit Safran goldgelb gefärbt, mit Butter und Zimt angerichtet. Es gehört in dieselbe Familie wie das blamensir/blanc manger der höfischen Küche und wie die süßen Milchbreie aus Brot, die quer durch den Korpus auftauchen (vgl. men-137 „Milchzubereitung und Milchbrei“, foc-050 „Rosencreme“).

Der Begriff hwit moos („Weißmus“) ist der Eigenname des Gerichts und wird im Text ausdrücklich vergeben („Thæt hetær hwitmoos“). Anders als beim klassischen Mandel-blanc-manger ist das Weiß hier eine Milch-Brot-Basis; die gelbe Safranfärbung steht dazu nicht im Widerspruch - „weiß“ meint die helle, milchige Grundmasse, nicht die Endfarbe.

Wæl writhet hwetebrøth („gut ausgedrücktes Weizenbrot“): altbackenes Weißbrot wird eingeweicht und ausgepresst, sodass nur die feine Krume zum Andicken bleibt. Wæl writhæt safran meint dieselbe Geste am Safran - die Fäden werden in wenig warmer Flüssigkeit gewässert und ausgedrückt, um Farbe und Aroma vollständig zu lösen.

Praxis. Etwa 500 ml Milch erwärmen, eine Handvoll fein zerriebene Weißbrotkrume und etwas eingeweichten, ausgedrückten Safran einrühren. 2-3 verquirlte Eier unterziehen und unter ständigem Rühren bei kleiner Hitze eindicken lassen, bis ein dicker Brei entsteht - nicht kochen lassen, sonst gerinnen die Eier. Auf einer Schüssel anrichten, ein Stück Butter daraufgeben und mit Zimtpulver bestreuen.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-015-orig" n="hwit moos" resp="#fyndling">„Weißmus“ oder „Weißer Brei“, eine Art süßer Milch-Brot-Brei, oft mit Safran gefärbt.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-015-orig" n="søtmiælk" resp="#fyndling">Frische, ungesäuerte Milch.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-015-orig" n="wæl writhet" resp="#fyndling">Gut ausgedrückt oder ausgepresst, um Flüssigkeit zu entfernen oder eine feine Konsistenz zu erzielen.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-015-orig" n="slaghnæ æg" resp="#fyndling">Geschlagene Eier.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-015-orig" n="dysk" resp="#fyndling">Schüssel oder Teller.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-015-orig" n="puluær af kaniæl" resp="#fyndling">Zimtpulver.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#hkb-015-orig" n="wæl writhæt safran" resp="#fyndling">„Gut ausgedrückter Safran“ - Safranfäden werden in wenig Flüssigkeit gewässert und dann ausgepresst, um Farbe und Aroma maximal zu lösen.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
