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        <title>Kalijs (Süßer Milchbrei)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
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          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
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        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="hkb-016">
        <head>Kalijs (Süßer Milchbrei)</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-016-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-016-trans">
          <p>De cibo qui uocatur kaliis.

Man skal takæ søt miælk. oc skæræ thær .i. skorpæn. af huetebrøth swa smat sum tærning. oc siuthæ thæt .i. en pannæ. oc latæ thær til æggi blomæ wæl slaghnæ. Thæt hetær kalijs.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-016-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-016-orig">
          <p>Nimm süße Milch. Schneide die Kruste von Weißbrot so klein wie Würfel. Koche dies in einer Pfanne. Gib dann gut geschlagenes Eigelb hinzu. Dies nennt man Kalijs.</p>
        </div>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="søt miælk">Süße Milch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="skorpæn. af huetebrøth">Weißbrotkruste</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="æggi blomæ">Eigelb</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#hkb-016-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein einfacher süßer Milchbrei: gewürfelte Weißbrotkruste wird in süßer Milch gegart und mit Eigelb gebunden. Er steht direkt neben dem hwitmoos aus dem Nachbarrezept (hkb-015) und der breiten Familie der Brot-Milch-Breie im Korpus (men-137, foc-040 „Cawdel Ferry“).

Der Eigenname kalijs wird im Text vergeben („Thæt hetær kalijs“). Das Wort gehört zur europäischen Wortfamilie um coulis/colis - eine durchpassierte, sämige Flüssigspeise, oft für Kranke und Schwache. Im nordischen Gebrauch ist daraus hier ein dicker, gebundener Milchbrei geworden.

Skorpæn af huetebrøth („Weißbrotkruste“): bewusst die Kruste, nicht die Krume - sie gibt im Milchsud etwas mehr Biss und Karamellnote. Æggi blomæ („Eierblume“) ist die altnordische Bezeichnung für das Eigelb; die „Blume“ meint den gelben Kern, nicht eine Zutat.

Praxis. Weißbrotkruste in kleine Würfel schneiden (ca. erbsen- bis bohnengroß). In einer Pfanne mit etwa 400 ml süßer Milch bei kleiner Hitze köcheln, bis die Würfel weich sind und die Milch andickt. Pfanne von der starken Hitze nehmen, 2-3 gut verschlagene Eigelbe einrühren und nur noch unter Rühren binden lassen - nicht mehr aufkochen, sonst gerinnt das Ei. Sofort servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-016-orig" n="kalijs" resp="#fyndling">Eigenname der Speise; gehört zur Wortfamilie um coulis/colis (durchpassierte, sämige Speise), hier ein dicker Milch-Brot-Brei.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-016-orig" n="æggi blomæ" resp="#fyndling">Wörtlich „Eierblume“, altnordische Bezeichnung für das Eigelb (die gelbe „Blüte“ des Eis).</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-016-orig" n="skorpæn af huetebrøth" resp="#fyndling">Die Kruste des Weißbrots (bewusst die Rinde, nicht die Krume).</note>
      </div>
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