<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Junges Huhn mit Speck</title>
        <author>Anonymus</author>
        <respStmt>
          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
        </respStmt>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Fyndling.de</publisher>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
        </availability>
        <date when="2026-06-23">2026-06-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/hkb-018/</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <schemaRef type="interchangeODD" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.odd"/>
      <schemaRef type="interchangeRNG" url="https://fyndling.de/rezepte-data/tei/fyndling.rng"/>
    </encodingDesc>
    <profileDesc>
      <langUsage>
        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
      </langUsage>
    </profileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="recipe" xml:id="hkb-018">
        <head>Junges Huhn mit Speck</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-018-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-018-trans">
          <p>De pullis simpliciter temperandis

Man skal takæ et unct høns oc siuthæ mæth spæk oc kølæ thæt oc lithæ thæt syndær oc wællæ .i. en pannæ. Thæssæ høns ær gothæ at ætæ warmæ.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-018-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-018-orig">
          <p>Nimm ein junges Huhn und siede es mit Speck. Lasse es abkühlen und zerlege es dann in Stücke. Erwärme die Stücke anschließend in einer Pfanne. Diese Hühner sind gut warm zu essen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="et unct høns">Huhn</ingredient> - 1</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="spæk">Speck</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#hkb-018-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein schlicht gesottenes junges Huhn, das nach dem Abkühlen zerlegt und in der Pfanne wieder erwärmt wird - ein zweistufiges Garen (sieden, dann anbraten/erwärmen), das im Korpus mehrfach vorkommt, etwa beim comminié des Ménagier, wo das Geflügel vorgekocht und dann angebraten wird (men-098). Der lateinische Titel De pullis simpliciter temperandis heißt "über die einfache Zubereitung von Hühnern".

Unct høns - "junges/fettes Huhn": ein gut genährtes Jungtier, dessen Fleisch beim Sieden zart bleibt.

Siuthæ mæth spæk - mit Speck gesotten: der Speck gibt Fett und Geschmack ins Sud-Huhn.

Wællæ .i. en pannæ - das Verb wællæ kann 'sieden/wallen' oder 'erwärmen' meinen; da das Huhn schon gesotten und abgekühlt ist und 'warm zu essen' empfohlen wird, ist hier das erneute Erwärmen/Anbraten der Stücke in der Pfanne gemeint - das Fett des Sieden-Specks dient dabei als Bratfett.

Praxis. Junges Huhn (oder Poularde) mit einem Stück durchwachsenem Speck in Wasser sanft gar sieden (knapp unter dem Kochpunkt, ca. 45-60 Min.). Abkühlen lassen, in Portionsstücke zerlegen und kurz vor dem Servieren in einer Pfanne im ausgelassenen Speckfett goldbraun erwärmen. Warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-018-orig" n="unct høns" resp="#fyndling">Junges, gut genährtes Huhn.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-018-orig" n="siuthæ" resp="#fyndling">Sieden - garen knapp unter dem Kochpunkt.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-018-orig" n="wællæ" resp="#fyndling">Hier: erwärmen/anbraten der gesottenen Stücke in der Pfanne (Grundbedeutung 'wallen/sieden').</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
