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        <title>Hühnchen mit Gewürz-Eiersauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
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          <title>Kogebog / Libellus de arte coquinaria</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://tekstnet.dk/books/harpestreng-h_skrifter-nks66/004/</idno>
          <note>Transkription: Jonathan Adams &amp; Ebba Hjorth, Tekstnet.dk / Det Danske Sprog- og Litteraturselskab (DSL), 2006</note>
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        <language ident="da-old">Altdänisch (ca. 1300)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="hkb-023">
        <head>Hühnchen mit Gewürz-Eiersauce</head>
        <div type="original" xml:id="hkb-023-orig" xml:lang="da-old" corresp="#hkb-023-trans">
          <p>Item aliud temperamentum pullorum.

Man skal skæræ et høns alt i. styki oc malæ pipær oc kaniæl oc cardemomum allæ iæfnæ. oc takæ thæt hwitæ af æg sothæt hart. oc skær smat. oc latæ til blomæn al heel. safran oc ædyk oc gøræ thæt thiuct mæth æggi blomæ. oc salt til matæ.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="hkb-023-trans" xml:lang="de" corresp="#hkb-023-orig">
          <p>Man soll ein Huhn ganz in Stücke schneiden. Mahle Pfeffer, Zimt und Kardamom, alles zu gleichen Teilen. Nimm das Weiße von hartgekochten Eiern, schneide es klein. Gib das Eigelb ganz hinzu, dazu Safran und Essig. Dicke die Sauce mit dem Eigelb an. Salze nach Geschmack.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="et høns">Huhn</ingredient> - 1</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pipær">Pfeffer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="kaniæl">Zimt</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="cardemomum">Kardamom</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="æg">Eier</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="safran">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ædyk">Essig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="salt">Salz</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#hkb-023-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gekochtes Huhn in einer mit hartgekochtem Eigelb gebundenen Gewürzsauce - Pfeffer, Zimt und Kardamom zu gleichen Teilen, Safran für die Farbe, Essig für die säuerliche Note. Eine weitere Hühner-Sauce derselben Familie wie das Nachbarrezept hkb-019, dazu mha-221 „Hühnchen mit dicker Safran-Sauce“ und wes-046 „Gefülltes Hühnchen mit Gewürzfarce“.

Der lateinische Titel Item aliud temperamentum pullorum („ebenfalls eine weitere Würzmischung/Sauce für Hühner“) markiert das Rezept ausdrücklich als Variante zu den vorangehenden Hühnersaucen.

Allæ iæfnæ („alle zu gleichen Teilen“): Pfeffer, Zimt und Kardamom werden in gleichem Verhältnis gemörsert - eine ausgewogene, nicht von einem Gewürz dominierte Mischung.

Blomæn al heel … gøræ thæt thiuct mæth æggi blomæ („das Eigelb ganz hinzu … die Sauce damit andicken“): das Eiweiß der hartgekochten Eier wird klein geschnitten als Einlage zugegeben, das Eigelb dient zum Binden - zerdrückt verleiht es der Sauce eine cremige, mürbe Bindung und verstärkt die gelbe Farbe.

Praxis. Huhn in Stücke teilen und in Wasser garen. Eier hart kochen, Eiweiß klein würfeln, Eigelb beiseite. Pfeffer, Zimt und Kardamom zu gleichen Teilen mörsern, mit etwas Safran und einem Schuss Essig in die Brühe geben. Eiweiß-Würfel einstreuen. Die Eigelbe mit etwas warmer Brühe glatt rühren und unter ständigem Rühren in die nicht mehr kochende Sauce ziehen, bis sie sämig bindet. Mit Salz abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-023-orig" n="iæfnæ" resp="#fyndling">Zu gleichen Teilen - die drei Gewürze im gleichen Mengenverhältnis.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-023-orig" n="blomæn" resp="#fyndling">Eigelb (altnordisch „Blume“ = die gelbe „Blüte“ des Eis), hier zum Binden der Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-023-orig" n="hwitæ af æg sothæt hart" resp="#fyndling">Das Weiße von hartgekochten Eiern - klein geschnitten als Einlage.</note>
        <note type="gloss" target="#hkb-023-orig" n="til matæ" resp="#fyndling">Nach Geschmack.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#hkb-023-orig" n="latæ til blomæn al heel … gøræ thæt thiuct mæth æggi blomæ" resp="#fyndling">Die hartgekochten Eigelbe werden ganz zugegeben und anschließend zerdrückt/verrührt, um die Sauce zu binden - eine gängige Methode mittelalterlicher Saucen.</note>
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