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        <title>Bärenpfoten mit gelber Pfeffersauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-14">2026-07-14</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/ka1-026/</idno>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Aug. pap. 125 (Ka1)</title>
          <date when="1450">1450</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.ka1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch, südwestdeutsch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka1-026">
        <head>Bärenpfoten mit gelber Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="ka1-026-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ka1-026-trans">
          <p>ber Dar nach aber von dem beren schnid hend fuss sud sy gar wol nach der lengi sol es geschniten sin nach den zechen vnd gib ainen gelen pfeffer dar zuo etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ka1-026-trans" xml:lang="de" corresp="#ka1-026-orig">
          <p>Danach abermals vom Bären: Schneide die Pfoten ab. Siede sie sehr gut der Länge nach. Es soll entlang den Zehen geschnitten werden, und gib eine gelbe Pfeffersauce dazu etc.</p>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="beren schnid hend fuss">Bärenpfoten</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gelen pfeffer">Gelbe Pfeffersauce</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#ka1-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das?

Ein langsam weichgesottenes, kollagenreiches Extremitätengericht: Bärenpfoten samt Zehen, serviert in gebundener gelber Pfeffersauce. Die Zubereitungslogik ist dieselbe wie bei bindegewebsreichen Teilen, die durch langes Sieden weich werden und deren austretende Gelatine die Sauce mitbindet - vergleichbar mit Eisbein, Schweinshaxe oder Kalbsfuß-Sülze. Das Rezept steht in der Handschrift unmittelbar nach dem Bärenkopf (ka1-025) und setzt damit eine kleine Bären-Rezeptfolge fort.

Die Zerlegung: "nach den zechen".

Die Schwester-Handschrift m384-041 (Cgm 384, Münchner Kochbuchhandschriften) überliefert dieselbe Stelle nahezu wortgleich als nach den czechen und löst sie im kritischen Apparat als "Zehen" auf - die Zehenglieder der Bärenpfote. MHDBDB führt für diese Schreibvariante zusätzlich das Lemma zêhe (Bedeutungsfeld Körper/Gliedmaßen). Küchenpraktisch ist das stimmig: Eine Pfote (hend fuss) hat keine Rippen, wohl aber Zehengelenke, entlang derer sich das weich gegarte Gewebe sauber teilen lässt.

Praxis.

Die Pfoten werden vor dem Garen grob vom Tier getrennt, dann sehr gründlich gesotten - der Text nennt keine Zeitangabe, nur gar wol (sehr gründlich). Praxis-Richtwert: sieden, bis sich das Fleisch von den Knochen löst beziehungsweise mit der Gabel zerfällt, der übliche Gartest für sehnen- und bindegewebsreiches Gargut. Erst danach, im weich gegarten Zustand, wird der Länge nach und entlang der Zehengelenke zerteilt. Dazu kommt eine gebundene gelbe Pfeffersauce (siehe Grundlagen).</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-026-orig" n="beren" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#beren">Die Form 'beren' kann im Mittelhochdeutschen auch 'Birnen' oder 'Beeren' bedeuten. Im Kontext von 'Hände und Füße schneiden' und 'sieden' ist jedoch eindeutig ein Tier gemeint, hier als 'Bär' interpretiert.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-026-orig" n="hend fuss" resp="#fyndling">Wörtlich 'Hände und Füße', hier als 'Pfoten' des Bären übersetzt.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-026-orig" n="zechen" resp="#fyndling">Bedeutet hier 'Zehen' (Zehenglieder der Bärenpfote), nicht 'Knochen/Rippen'. Die Schwester-Handschrift m384-041 (CoReMA-Konkordanz) überliefert dieselbe Stelle als 'czechen' und löst sie im kritischen Apparat als 'Zehen' auf; MHDBDB bestätigt für diese Schreibvariante das Lemma zêhe (Bedeutungsfeld Körper/Gliedmaßen).</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-026-orig" n="gelen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Bezeichnet hier eine würzige, gebundene Sauce. Die Parallelüberlieferung (m384) verwendet 'galray pfeffer', was eine spezifische Saucenart meint. 'Gelen' (gelb) beschreibt die Farbe dieser Sauce.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-026-orig" n="aber" resp="#fyndling">Hier nicht adversativ (modernes 'aber'), sondern 'wiederum/abermals' - markiert die Fortsetzung der vorausgehenden Bären-Rezeptfolge (vgl. ka1-025, Bärenkopf mit Pfeffersauce, direkt davor).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-026-orig" n="zechen" resp="#fyndling">Zehen (der Bärenpfote). Die Schwester-Handschrift m384-041 überliefert dieselbe Stelle als 'czechen' und löst sie im kritischen Apparat als 'Zehen' auf; MHDBDB führt für diese Schreibvariante das Lemma zêhe (Bedeutungsfeld Körper/Gliedmaßen). Küchenpraktisch naheliegend, da eine Pfote Zehengelenke, aber keine Rippen hat.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-026-orig" n="gelen pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Gelbe Pfeffersauce. Die Parallelüberlieferung (m384) nennt an dieser Stelle 'galray pfeffer', was eindeutig eine Sauce bezeichnet. 'Gelen' (gelb) beschreibt die Farbe dieser Sauce.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-026-orig" n="Garzeit (&quot;gar wol&quot;)" resp="#fyndling">Der Text nennt keine Zeitangabe, nur 'gar wol' (sehr gründlich). Praxis-Empfehlung: sieden, bis sich das Fleisch von den Knochen löst bzw. mit der Gabel zerfällt - der übliche Gartest für kollagenreiches, sehnenreiches Gargut.</note>
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