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        <title>Mus von gebackenen Struben (Kurzfassung)</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-07-15">2026-07-15</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/ka1-039/</idno>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Aug. pap. 125 (Ka1)</title>
          <date when="1450">1450</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.ka1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch, südwestdeutsch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka1-039">
        <head>Mus von gebackenen Struben (Kurzfassung)</head>
        <div type="original" xml:id="ka1-039-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ka1-039-trans">
          <p>Struben hack gar wol vnd tuo milh vnder ayer dar zuo vnd mach ain wiltu so bewur faerbs etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ka1-039-trans" xml:lang="de" corresp="#ka1-039-orig">
          <p>Hacke bereits gebackene Struben sehr klein und gib Milch und Eier dazu. Mach daraus ein Mus. Wenn du möchtest, würze und färbe es, und so weiter.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Struben">Gebackene Struben (Reste)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="milh">Milch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="ayer">Eier</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="">Gewürze (optional)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="">Färbemittel (optional)</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ka1-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Kein Rezept zum Anrühren und Frittieren von frischem Struben-Teig, sondern die knappe Kurzfassung eines Mus aus bereits gebackenen Struben - die unmittelbare Fortsetzung des vorausgehenden Rezepts ka1-038 ("Mus von gebachen[em]"). Bereits gebackene Struben-Stücke (Reste) werden klein gehackt und mit Milch und Ei zu einem Brei verkocht - eine Resteverwertung, am ehesten vergleichbar mit einem Semmelschmarrn oder Brotpudding, nur auf Basis von Schmalzgebäck statt Brot.

Struben hack gar wol. "hack gar wol" ist hier wörtlich gemeint: die bereits gebackenen Struben-Stücke werden sehr klein gehackt, damit sie sich in der Milch auflösen bzw. gut einrühren lassen. Das vorausgehende Rezept verwendet dieselbe Wendung ("hack die klain") im selben Sinn - kein Hinweis auf einen rohen Teig, der geformt werden müsste.

Milch und Eier. Milch und Eier werden zu den gehackten Struben-Stücken gegeben. In der Praxis: Eier in die Milch einschlagen, bevor sie zu den Struben-Stücken kommt, damit sie beim Erwärmen bindet, statt zu gerinnen.

Der fehlende Schluss. Die ka1-Transkription bricht nach "mach ain" ab, ohne das Objekt-Nomen zu nennen. Die Schwester-Handschrift m384-052 überliefert an derselben Stelle "mach ain muosz" (mach ein Mus) - das Rezept endet folglich mit der Herstellung eines Mus, nicht mit dem Formen eines einzelnen Gebäckstücks.

Praxis. Reste von bereits gebackenen Struben (ersatzweise anderes Schmalzgebäck oder Krapfen) sehr klein hacken. Milch erwärmen, verquirlte Eier einrühren, die gehackten Struben-Stücke dazugeben und unter Rühren bei milder Hitze zu einem dicken Mus einkochen lassen (nicht kochen, wegen der Eier). Nach Belieben mit Gewürzen (Zimt, Ingwer) und Färbemitteln (z.B. Safran) verfeinern.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-039-orig" n="Struben" resp="#fyndling">Bezieht sich hier auf bereits gebackenes/frittiertes Schmalzgebäck, das als Zutat weiterverarbeitet wird (Resteverwertung), nicht auf frisch anzurührenden Teig - vgl. das unmittelbar vorausgehende Rezept ka1-038 ("Nem gebach struben vnd hack die klain...") sowie die Schwester-Handschrift m384-052, die beide Fassungen zusammenführt. Der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen 'strûbe' ('kraus, struppig') ab.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-039-orig" n="hack gar wol" resp="#fyndling">Wörtlich 'sehr klein hacken' - bezogen auf die bereits gebackenen Struben-Stücke, nicht auf einen rohen Teig. Die Parallelstelle in ka1-038 ('hack die klain') und m384-052 ('hak gar wol' im selben Mus-Kontext) stützen die wörtliche Lesart.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-039-orig" n="vnder" resp="#fyndling">Im Satz kommt 'vnd' als Konjunktion bereits zweimal in Standardschreibung vor, während 'vnder' hier abweichend geschrieben ist - das spricht eher für die Präposition 'unter' im Sinne von 'untermischen' (Milch unter die Eier mischen) als für eine Schreibvariante von 'vnd'. Beide Lesarten führen praktisch zum selben Zubereitungsschritt und verursachen keinen Sachfehler.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-039-orig" n="ain" resp="#fyndling">Nach 'mach ain' bricht die ka1-Transkription ab, ohne das Objekt-Nomen zu nennen. Die Schwester-Handschrift m384-052 überliefert an derselben Stelle wortgleich '...vnd mach ain muosz wilt du...' - das fehlende Wort ist mit hoher Wahrscheinlichkeit 'muosz' (Mus), nicht ein Verweis auf eine einzelne Strube.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-039-orig" n="bewur faerbs" resp="#fyndling">Eine gängige mittelalterliche Kochformel, die 'würze und färbe es' bedeutet. Gewürze wie Zimt oder Ingwer und Färbemittel wie Safran waren üblich.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-039-orig" n="etc." resp="#fyndling">Abkürzung für 'et cetera' (und so weiter). Dies deutet darauf hin, dass weitere Schritte oder Variationen vom Schreiber als bekannt vorausgesetzt wurden und nicht explizit aufgeführt werden mussten.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-039-orig" n="vnder" resp="#fyndling">Im Satz kommt 'vnd' (und) bereits zweimal in Standardschreibung vor, während 'vnder' abweichend geschrieben ist - das spricht eher für die Präposition 'unter' im Sinne von 'untermischen' ('Milch unter die Eier mischen').</note>
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