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      <titleStmt>
        <title>Mandelziger-Zelten mit Ei</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-23">2026-07-23</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/ka1-062/</idno>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Aug. pap. 125 (Ka1)</title>
          <date when="1450">1450</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.ka1/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (alemannisch, südwestdeutsch, 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka1-062">
        <head>Mandelziger-Zelten mit Ei</head>
        <div type="original" xml:id="ka1-062-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ka1-062-trans">
          <p>Ziger jn der fasten Zuo glicher wiß machtu machen von mandel ziger in der fasten aier vnd mach schypelote zeltle dar alle in geschlagne ayer vnd faerbs in der milch vnd leg sy in ain pfannen oder tupfe vnd guß oel dar vf vnd lauß es wol warn werden etc.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ka1-062-trans" xml:lang="de" corresp="#ka1-062-orig">
          <p>Ziger für die Fastenzeit.</p>
          <p>Auf gleiche Weise kannst du Mandelziger für die Fastenzeit herstellen: Vermenge ihn mit Eiern und forme daraus scheibenförmige Zeltlein. Gib alle Zeltlein in geschlagene Eier und färbe sie mit Milch. Lege sie dann in eine Pfanne oder einen Topf, gieße Öl darüber und lass sie gut gar werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel ziger">Mandelziger</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="aier">Eier</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="geschlagne ayer">Eier, geschlagen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="milch">Milch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="oel">Pflanzenöl</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ka1-062-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Aus dem Mandelziger (siehe die Grundzubereitung im vorangehenden Rezept) werden flache Scheiben geformt, die man durch eine geschlagene Ei-Milch-Tunke zieht und in Pfanne oder Topf in Öl gar werden lässt - im Kern eine Ei-Milch-Tunke auf einem Käse-/Quark-Ersatz, ähnlich der Zubereitung von in Ei-Milch getunkten und gebratenen Weißbrotscheiben, nur auf Mandelziger-Basis statt Brot. Als lebende Verwandte der Zubereitungsart lassen sich sächsische Quarkkeulchen oder alpine Zigerkrapfen/Zigerchüechli nennen - ebenfalls flache, in Fett gebratene Käse- oder Quark-Scheiben. Der Name ‚Zelten‘ selbst lebt heute vor allem als Tiroler/Südtiroler Weihnachtsgebäck weiter; das ist aber ein anderes, spezifischeres Gericht - nur der Wortstamm ist derselbe.

Das Wort ‚schypelote‘ (in ‚schypelote zeltle‘) ist ein Einzelbeleg, der in keinem der geprüften Wörterbücher auftaucht. Wir lesen es als ‚scheibenförmig‘, abgeleitet von mhd. ‚schîbe‘ (Scheibe) - eine plausible, aber nicht durch Belege gesicherte Deutung.

Die Anweisung ‚färbe es in der Milch‘ ist ungewöhnlich formuliert. Wir deuten sie als das Einrühren von Milch in die geschlagenen Eier der Tauchmasse, was den Zeltlein einen helleren Ton oder etwas Glanz geben könnte; eine gesonderte Milchglasur nach dem Eiertauchen ist ebenfalls denkbar, nach der Satzfolge des Texts aber weniger wahrscheinlich.

‚Warn werden‘ übersetzen wir als ‚gar werden‘; die Lesart ‚warm werden‘ bleibt sprachlich möglich, ist im Kontext des Garens in heißem Öl aber weniger naheliegend.

Praxis. Den Mandelziger mit Eiern vermengen und zu flachen Scheiben (Zeltlein) formen. Die Scheiben durch eine mit etwas Milch verrührte, geschlagene Eimasse ziehen. Der Text beschreibt danach, die Scheiben zunächst in Pfanne oder Topf zu legen und erst danach Öl darüberzugießen - nicht wie beim heutigen Anbraten das Öl vorzuheizen und die Stücke erst dann einzulegen. Das kann funktionieren, ergibt aber eher eine weichere, weniger krustige Textur als beim Anbraten in bereits heißem Fett. Für eine knusprigere Kruste lässt sich das Öl auch vorab erhitzen - das ist dann allerdings eine Abweichung vom Wortlaut. Eine Zeit- oder Temperaturangabe fehlt im Original; die Zeltlein sind fertig, wenn sie fest und durchgegart sind.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-062-orig" n="Ziger" resp="#fyndling">Ein Frischkäse oder Quark, der hier aus Mandeln hergestellt wird, um eine fastentaugliche, milchfreie Variante zu erhalten. Ähnlich einem veganen Frischkäse.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-062-orig" n="Mandelziger" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mandelziger">Ein pflanzlicher Frischkäse-Ersatz, hergestellt aus Mandeln, Wasser und oft etwas Säure. Er war eine beliebte Zutat in der mittelalterlichen Fastenküche.</note>
        <note type="gloss" target="#ka1-062-orig" n="schypelote zeltle" resp="#fyndling">Vermutlich ‚scheibenförmige Zeltlein‘ - kleine, flache Gebäckstücke. Das Wort ‚schypelote‘ ist ein Einzelbeleg, der in keinem der geprüften Wörterbücher auftaucht; die Deutung als ‚scheibenförmig‘ stützt sich auf eine plausible Ableitung von mhd. ‚schîbe‘ (Scheibe), ist aber nicht durch weitere Belege gesichert. ‚Zelten‘ (mhd. ‚zelte‘) bezeichnete allgemein flaches Gebäck oder Fladen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-062-orig" n="aier vnd mach schypelote zeltle dar" resp="#fyndling">Wir interpretieren ‚aier‘ hier als eine Zutat, die mit dem Mandelziger zu den Zelten verarbeitet wird, bevor diese in weiteren geschlagenen Eiern getaucht werden.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-062-orig" n="schypelote" resp="#fyndling">Wir lesen ‚schypelote‘ als ‚scheibenförmig‘, abgeleitet von mhd. ‚schîbe‘ (Scheibe).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-062-orig" n="faerbs in der milch" resp="#fyndling">Wir lesen dies als eine Anweisung, Milch in die geschlagenen Eier zu mischen, um die Zelten damit zu färben oder ihnen einen besonderen Glanz zu verleihen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka1-062-orig" n="warn werden" resp="#fyndling">Wir übersetzen ‚warn werden‘ im Kontext des Bratens in Öl als ‚gar werden‘, also vollständig durchgekocht sein.</note>
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