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        <title>Herbstmilch selbst ansäuern</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-23">2026-07-23</date>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 793</title>
          <date when="1445">1445</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.ka2/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, unteres Inntal/Mühldorf am Inn, ca. 1445-1470)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka2-012">
        <head>Herbstmilch selbst ansäuern</head>
        <div type="original" xml:id="ka2-012-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ka2-012-trans">
          <p>Herbst Milich zu machen Nim ain Newe milich In ainem hefen vnd tue sawer milich ram darein vnd rurs durcheinander vnd lass sten vncz sy sawer werd</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ka2-012-trans" xml:lang="de" corresp="#ka2-012-orig">
          <p>Nimm frische Milch und fülle sie in einen Krug oder ein anderes Gefäß. Gib Sauerrahm (den Rahm einer bereits gesäuerten Milch) hinein und rühre alles gut durcheinander. Lass die Mischung stehen, bis sie sauer wird.</p>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="Newe milich">Frische Milch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="sawer milich ram">Sauerrahm von gesäuerter Milch</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ka2-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine angesäuerte Dickmilch/Sauermilch, hergestellt durch Rückimpfung: frische Milch wird mit dem Rahm einer bereits gesäuerten Milch als Starterkultur versetzt und dann stehen gelassen, bis sie durchsäuert. Das Prinzip ist dasselbe Rückimpf-Verfahren ("Backslopping"), mit dem heute Joghurt mit einem Löffel vom Vortag oder Kefir mit einer Starterkultur angesetzt wird - lebende Verwandte sind die heutige Dick- und Sauermilch sowie im weiteren Sinn Joghurt, Kefir und Crème fraîche.

Das Gefäß. Mit "hefen" ist kein Backtriebmittel gemeint, sondern ein Krug oder Topf mit Henkel, in dem die Milch stehen und säuern kann - jedes saubere Keramik- oder Glasgefäß erfüllt heute denselben Zweck.

Praxis. Frische Milch mit etwas Sauerrahm oder Naturjoghurt als Starterkultur verrühren und bei milder Zimmertemperatur mehrere Stunden bis über Nacht stehen lassen, bis sie eindickt und säuerlich schmeckt. Das Original nennt weder eine Milchsorte noch eine genaue Standzeit oder -temperatur - vermutlich wurde ursprünglich Rohmilch direkt ab Kuh oder Ziege verwendet, die bei Umgebungstemperatur ohne Kontrolle über Stunden bis Tage säuerte. Für die Marktküche empfiehlt sich die kontrollierte Variante mit pasteurisierter Milch und einem verlässlichen Starter, da sich die Säuerungsdauer damit besser planen lässt.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-012-orig" n="hefen" resp="#fyndling">Meint hier kein Backtriebmittel, sondern ein Gefäß mit Henkel - ein Krug oder Topf, in dem die Milch stehen und säuern kann.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-012-orig" n="sawer milich ram" resp="#fyndling">Der Rahm (die aufgestiegene Fettschicht) von bereits gesäuerter Milch, hier als Starterkultur verwendet, um frische Milch gezielt zum Säuern zu bringen - ähnlich wie man heute Joghurt mit einem Löffel vom Vortag ansetzt.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-012-orig" n="sawer milich ram" resp="#fyndling">Als Kompositum gelesen: Sauerrahm, also der Rahm von bereits gesäuerter Milch, der als Starterkultur in die frische Milch gegeben wird.</note>
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