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        <title>Lange Fischknödel mit Rosinen und Mandeln</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-23">2026-07-23</date>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 793</title>
          <date when="1445">1445</date>
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          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, unteres Inntal/Mühldorf am Inn, ca. 1445-1470)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka2-026">
        <head>Lange Fischknödel mit Rosinen und Mandeln</head>
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          <p>Lange chnodel von vischen hakch dy visch gar chlain vnd stos dy In einem morser mit weinper vnd mit mandel vnd richcz an</p>
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        <div type="translation" xml:id="ka2-026-trans" xml:lang="de" corresp="#ka2-026-orig">
          <p>Hacke den Fisch ganz klein und stoße ihn in einem Mörser mit Weinbeeren und Mandeln. Richte an.</p>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="vischen">Fisch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="weinper">Rosinen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel">Mandeln, gemahlen</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#ka2-026-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine im Mörser zu einer Farce verarbeitete Fischmasse mit Rosinen und Mandeln, zu länglichen Klößchen geformt. Das Verfahren erinnert an die moderne Fischquenelle beziehungsweise an Fischklößchen: Fisch wird fein zerkleinert, im Mörser mit weiteren Zutaten zu einer bindigen Masse verarbeitet und länglich geformt - hier ohne die heute übliche Panade oder Ei-Bindung, dafür mit Rosinen und Mandeln als Zusatz. Die Süß-Fisch-Kombination war im Spätmittelalter ein verbreitetes Muster, besonders an Fastentagen, und keine Besonderheit dieses einzelnen Rezepts.

Die Knödelform. Die Zubereitungsanweisung selbst enthält kein eigenes Verb fürs Formen - sie endet nach dem Stoßen im Mörser direkt mit „richte an". Dass daraus lange Knödel werden, ist aus dem Rezepttitel („Lange chnodel von vischen") erschlossen, nicht aus einem eigenen Arbeitsschritt im Text. Die Formgebung zu länglichen Klößchen bleibt eine naheliegende, aber nicht wörtlich belegte Übertragung aus dem Titel.

Garzustand. Der Text nennt an keiner Stelle eine Hitzeanwendung - weder vor dem Mörsern noch nach dem Formen. Roher Fisch ließe sich zwar über sein Muskelprotein beim Stoßen selbst binden, wie bei einer klassischen Fischquenelle - diese Lesart bleibt hier aber ausdrücklich eine unter mehreren möglichen, nicht die empfohlene Praxis.

Bindung. Das Rezept nennt keinen Binder wie Ei oder Brot. Rosinen und Mandeln liefern etwas Textur und über das Mandelöl geringe Bindung, mehr nicht - die Masse bleibt entsprechend locker und lässt sich am ehesten zu kleinen, kompakten Klößchen statt zu langen, freistehenden Rollen verarbeiten.

Praxis. Fisch (z. B. Zander, Hecht oder ein anderer magerer Süßwasser- oder Meeresfisch) vollständig durchgaren, sehr klein hacken und im Mörser (oder ersatzweise in der Küchenmaschine) mit Rosinen und gemahlenen Mandeln zu einer festen Masse stoßen. Zu kleinen Klößchen formen und vor dem Servieren nochmals kurz erhitzen oder in siedendem Wasser ziehen lassen, damit sicher durchgegart ist. Ohne Binder fallen die Klößchen eher kompakt als lang aus - kleinere Formen halten besser zusammen.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-026-orig" n="chnodel" resp="#fyndling">Althochdeutsch ‚chnodo‘, mittelhochdeutsch ‚knode‘, bezeichnete ursprünglich einen Knoten oder eine Verdickung. Im kulinarischen Kontext des Spätmittelalters meint es eine geformte Speise, vergleichbar mit modernen Knödeln oder Klößchen.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-026-orig" n="morser" resp="#fyndling">Im Mittelalter war der Mörser ein großes, schweres Küchengerät aus Stein oder Metall, das zum Zerkleinern und Pürieren von Fleisch, Fisch, Nüssen und anderen Zutaten verwendet wurde. Er diente als eine Art mittelalterliche Küchenmaschine.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-026-orig" n="weinper" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper">Mittelhochdeutsch ‚winber‘ oder ‚weinber‘ bezeichnete Weinbeeren, meist in getrockneter Form als Rosinen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-026-orig" n="chnodel" resp="#fyndling">Knödel oder Klößchen</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-026-orig" n="Formgebung (lange Knödel)" resp="#fyndling">Die Anweisung endet nach dem Mörsern mit ‚richte an‘ (richcz an) - ein eigener Verb-Schritt fürs Formen fehlt im Text. Dass daraus lange Knödel entstehen, ist aus dem Rezepttitel (‚Lange chnodel von vischen‘) erschlossen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-026-orig" n="Zubereitung des Fisches / der Knödel" resp="#fyndling">Der Fisch wird durchgegart (gekocht oder gedämpft) verarbeitet; die geformten Knödel werden vor dem Anrichten zusätzlich erhitzt oder kurz gegart. Der Transkripttext selbst nennt keine Hitzeanwendung - dies ist die für den Nachkochbedarf empfohlene, sicherheitsfreundliche Lesart.</note>
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