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        <title>Ziger aus Mandeln mit Zuckermilch</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-24">2026-07-24</date>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 793</title>
          <date when="1445">1445</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.ka2/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, unteres Inntal/Mühldorf am Inn, ca. 1445-1470)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka2-040">
        <head>Ziger aus Mandeln mit Zuckermilch</head>
        <div type="original" xml:id="ka2-040-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ka2-040-trans">
          <p>Einen ziger von mandel machen Nim mandel so vil du wild vnd wol gestossen seichs durch ein tuch vnd werm In in einem hafen vnd mit ainem holczlein rur es durh einander vnd behallt der mandel milich kalter vnd geuss darauf mit zuker gemischt</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ka2-040-trans" xml:lang="de" corresp="#ka2-040-orig">
          <p>Nimm Mandeln, so viele du möchtest, und stoße sie gut fein. Seihe die gestoßene Masse durch ein Tuch, um die Mandelmilch zu gewinnen.</p>
          <p>Wärme die Mandelmilch in einem Topf und rühre sie mit einem Hölzchen durcheinander (gut umrühren).</p>
          <p>Behalte einen Teil der Mandelmilch kalt zurück. Mische diese kalte Milch mit Zucker und gieße sie über den fertigen Ziger.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="mandel">Mandeln</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zuker">Zucker</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ka2-040-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein durch Erhitzen und Rühren eingedickter Brei aus Mandelmilch, der in der Fastenküche als Ersatz für Ziger (Quark/Frischkäse) diente und mit kalter, gezuckerter Mandelmilch übergossen wurde - keine echte Käseherstellung, sondern eine pflanzliche Nachbildung. Engster Verwandter im Korpus ist bgs-071, das mit demselben Verfahren arbeitet: Mandelmilch wird ganz ohne Bindemittel allein durch Hitze eingedickt und ebenfalls gezuckert serviert. Eine zweite, größere Rezeptfamilie (ka1-060, mha-113, m384-071, mon-140, mon-268, ri15632-003, rfk-017) bindet dieselbe Mandelmilch stattdessen mit geriebenem Weißbrot und Wein - ein anderes Verfahren, auch wenn das Ergebnis ähnlich benannt wird.

Bis wann ist es fertig? Der Text nennt für die Erhitzungsphase weder eine Dauer noch ein Erkennungsmerkmal - nur „rühre es durcheinander“. Ein Zusammenziehen oder sichtbares Gerinnen steht im Original nicht. Da reine Mandelmilch kein Kasein enthält, entsteht auch kein echtes Gerinnen wie bei Kuhmilch-Quark, sondern eher eine durch Verdunstung eingedickte Masse. bgs-071 zeigt mit seinem Verb „erwelle“ (aufwallen lassen), dass Erhitzen ohne Bindemittel im Korpus tatsächlich belegt ist - wie lange und wie fest, bleibt aber offen und hängt von Hitze und Zeit ab.

Praxis. Mandeln fein stoßen (oder im Mixer zerkleinern), mit etwas Wasser zu einer dicken Mandelmilch verarbeiten und durch ein Tuch pressen. Einen Teil der Mandelmilch kalt beiseitestellen. Den Rest im Topf bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren mit einem Holzlöffel einköcheln lassen, bis er sichtbar eindickt - eine feste Quark-Konsistenz wie bei Kuhmilch ist nicht garantiert, ein cremiger, dicker Brei genügt. Die kalt zurückgehaltene Mandelmilch mit Zucker verrühren und über den warmen Brei gießen.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-040-orig" n="ziger" resp="#fyndling">Ziger meint Quark oder Frischkäse. Hier wird er nicht aus Milch, sondern aus Mandeln nachgebildet, ein pflanzliches Käseimitat, wie es in der Fastenküche verbreitet war.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-040-orig" n="hafen" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#hafen">Mittelhochdeutsches Wort für Kochtopf, nicht für einen Hafen am Wasser.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-040-orig" n="holczlein" resp="#fyndling">Kleines Holzstück, das als Rührstab diente.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-040-orig" n="behallt der mandel milich kalter" resp="#fyndling">Verstanden als Anweisung, einen Teil der Mandelmilch kalt zurückzubehalten (aufzuheben), um sie später mit Zucker vermischt über den fertigen Ziger zu gießen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-040-orig" n="In (großgeschrieben, 'werm In in einem hafen')" resp="#fyndling">Als Pronomen 'ihn/sie' gelesen (auf die zuvor gewonnene Mandelmilch bezogen): 'wärme sie in einem Topf'.</note>
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