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      <titleStmt>
        <title>Ein guter Pfeffer zu Fisch</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-25">2026-07-25</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/ka2-043/</idno>
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          <title>Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 793</title>
          <date when="1445">1445</date>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:corema.ka2/TEI_SOURCE</idno>
          <note>Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Helmut W. Klug (Hg.), Universität Graz (CC BY 4.0)</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (mittelbairisch, unteres Inntal/Mühldorf am Inn, ca. 1445-1470)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="ka2-043">
        <head>Ein guter Pfeffer zu Fisch</head>
        <div type="original" xml:id="ka2-043-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#ka2-043-trans">
          <p>Ein gar guten pfeffer zu vischen Nim latig weinper vnd ein swarcze gepate sniten prots vnd nim 1/2 libra weinper vnd stos prot vnd weinper miteinander vnd slachs mit dem pesten wein durch vnd darczu gucz gewurcz Mustat nagell zuker zymatrintten</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="ka2-043-trans" xml:lang="de" corresp="#ka2-043-orig">
          <p>Einen sehr guten Pfeffer zu Fisch bereitest du so: Nimm Weinbeeren (eine Sorte) und ein Stück schwarz gebackenes, geschnittenes Brot. Nimm zusätzlich 250 g Weinbeeren und stoße das Brot und die Weinbeeren miteinander. Schlage die Masse mit dem besten Wein durch. Nimm dazu gutes Gewürz: Muskatnuss, Gewürznelken, Zucker und Zimtrinde.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="latig weinper">Weinbeeren (eine Sorte)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="ein swarcze gepate sniten prots">Schwarz gebackenes Brot, geschnitten</ingredient>
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            <item><ingredient en="" commodity="" orig="1/2 libra weinper">Weinbeeren</ingredient> - 250 g</item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="dem pesten wein">Wein</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Mustat">Muskatnuss</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="nagell">Gewürznelken</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="zuker">Zucker</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="zymatrintten">Zimtrinde</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#ka2-043-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein mit Brot gebundener, dunkel gefärbter Gewürz-Pfeffer zu Fisch: Weinbeeren und geröstetes Schwarzbrot werden zerstoßen, mit gutem Wein durchgeschlagen und mit Muskatnuss, Gewürznelken, Zucker und Zimtrinde abgeschmeckt - eine sämige, süß-würzige Sauce ganz ohne Hitze. Strukturverwandt sind die bis heute gemachten, brot- beziehungsweise lebkuchengebundenen dunklen Wildsaucen (etwa Lebkuchensauce zu Wild): dieselbe Bindetechnik aus zerstoßenem Brot oder Trockenfrucht, durchgeschlagen mit Flüssigkeit, und dieselbe dunkle Farbe, hier vom Schwarzbrot statt vom Lebkuchen.

Die Weinbeeren. Der Text nennt Weinbeeren zweimal: erst unbestimmt ('latig weinper'), dann bemengt ('1/2 libra', also rund 250 g). Was genau 'latig' bedeutet, ist nicht abschließend geklärt - siehe Interpretationshinweise. Ob die beiden Nennungen dieselbe Menge beschreiben (erst qualitativ, dann quantifiziert) oder zwei getrennte Partien meinen, lässt sich aus dem Text nicht sicher entscheiden.

Praxis. Brot und Weinbeeren zusammen im Mörser zu einer feuchten, klebrigen Masse zerstoßen, dann mit gutem Wein durchschlagen (durch ein feines Sieb oder Tuch streichen), bis eine glatte, gießfähige Sauce entsteht. Erst danach die Gewürze einrühren - da nichts erhitzt wird, bleiben ihre Aromen ungestört erhalten. Wer keinen großen Mörser zur Hand hat, kann Brot und Weinbeeren ersatzweise im Blender vorzerkleinern. Rund 250 g Weinbeeren reichen für die angegebene Menge.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="pfeffer" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#pfeffer">Im mittelalterlichen Kontext bezeichnet 'Pfeffer' oft eine würzige, gebundene Sauce, die nicht zwingend Pfeffer als Hauptgewürz enthält, sondern eine Mischung aus verschiedenen Gewürzen.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="weinper" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper">Hier sind getrocknete Weinbeeren, also Rosinen oder Korinthen, gemeint. Frische Weintrauben wären für das Zerstoßen mit Brot weniger geeignet.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="latig" resp="#fyndling">Die genaue Bedeutung ist nicht abschließend geklärt. Möglich ist eine Schreibvariante von mittelhochdeutsch 'itel/eitel' (bloß, lauter, rein), wie sie in Schwesterhandschriften desselben mittelbairischen Dialektraums für vergleichbare Wendungen belegt ist (dort als 'lautere/reine' übersetzt). Für Ka2 selbst ist diese Lesart nicht eigenständig bestätigt - siehe Interpretationshinweise.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="libra" resp="#fyndling">Eine 'libra' entspricht einem Pfund, das im Mittelalter regional variierte, aber meist um 450-500 g lag. Hier wurde eine Umrechnung von 1 Pfund = 500 g angenommen, also 1/2 Pfund = 250 g.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="gucz" resp="#fyndling">Mittelhochdeutsch/frühneuhochdeutsch 'guot' (gut) in dieser Schreibvariante - bezieht sich als Adjektiv auf das nachfolgende 'gewurcz' (gutes Gewürz), kein eigenes Verb.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="Mustat" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#mustat">Bezeichnet hier die Muskatnuss. Wäre 'Muskatblüte' (Macis) gemeint, stünde oft ein Zusatz wie 'geschnitten' oder 'blat'.</note>
        <note type="gloss" target="#ka2-043-orig" n="nagell" resp="#fyndling">Kurzform für 'Nägelein', die mittelalterliche Bezeichnung für Gewürznelken.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#ka2-043-orig" n="latig weinper" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#weinper">Weinbeeren (unbestimmte Sorte)</note>
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